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Handreichung zur Unterrichtsplanung *) Im Rahmen der Planung

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Peter Klose: Handreichung zur Unterrichtsplanung *) Im Rahmen der Planung einer Unterrichtsstunde sollten im Vorhinein folgende Teilaspekte festgelegt werden: [GEGENSTAND: wird im Thema genannt] THEMA: Gegenstand + didaktisch-­‐methodische Intention (vgl. Jank/Meyer: Gegenstand ≈ Thema, Intention ≈ Aufgabenstellung) ZIEL: Was sollen die Schülerinnen und Schüler (SuS) am Ende der Stunde kön-­‐
nen und/oder kennen, was sie vorher noch nicht konnten bzw. kannten? auch: Gegenstand + didaktisch-­‐methodische Intention + Handlungsaspekt; meist dem Thema sehr ähnlich; heute manchmal auch z.B. „Kernanliegen“ genannt [ggf.: TEILZIELE: kleinere Aufschlüsselung des übergeordneten Ziels] Bsp.: Die (nat.) Moll-­‐Tonleiter ist ein Gegenstand; man kann sie z.B. folgendermaßen thematisieren: „Dia-­‐
tonische Tonleitern als Grundlage unseres Tonsystems am Beispiel der Moll-­‐Tonleiter“; man könnte aber auch thematisieren: „Tonleitern als Ausdrucksmittel in der Musik am Beispiel der Moll-­‐Tonleiter“. Im ersten Fall könnte ein Ziel heißen: „Die SuS können mit Hilfe einer HT/GT-­‐ Schablone verschiedene Moll-­‐Tonleitern bilden.“ Im zweiten Fall: „Die SuS können die Verto-­‐
nung einer Geschichte mit Hilfe von Tonleitern verschiedener Tongeschlechter ausdrucksvoll gestalten und ihre getroffenen Entscheidungen in Bezug auf die Geschichte begründen.“ In einem Kurzentwurf zu Ihrer Unterrichtsplanung folgt darauf ein DIDAKTISCHER KOMMENTAR: kurze Darstellung des begründeten Zusammenhangs von Ziel-­‐, Inhalts-­‐ und Methodenentscheidungen. sowie eine kurze STUNDENVERLAUFSPLANUNG: fett: Formulierungen, die Sie so übernehmen sollten: PHASE UNTERRICHTSSCHRITT/ AUFGABENSTELLUNGEN SOZIALFORMEN; LEHR-­‐
/LERNFORMEN; ggf. Medien ZEIT EA/GA/PA (=Einzel-­‐/Partner-­‐
/Gruppenarbeit) •
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•
•
Einstieg Aufgabenstellung Erarbeitung Sicherung ANHANG: Das Unterrichtsgeschehen wird in sinnvolle kleinste Einheiten zerlegt. UG (=Unterrichtsgespräch) ggf. bes. Methoden, z.B. Gruppenpuzzle, Kugellager... grobe Schät-­‐
zung hinsicht-­‐
lich der Pha-­‐
sen Material, Arbeitsblätter, Literaturverzeichnis etc. *) Diese Vorgaben dienen als grobe Richtlinie und entsprechen nicht 1:1 den teils sehr verschiedenen Vorgaben für Un-­‐
terrichtsentwürfe von Seiten der ZfsL, die Sie später im Referendariat erwarten. Insbesondere die Verlaufsplanung ist hier stark vereinfacht. Weiterführende Literatur: HOMBERGER; DIETRICH: Lexikon Schulpraxis. Baltmannsweiler: Schneider-­‐Verl. Hohengehren, 2003. S. 411 und 424. JANK, WERNER; MEYER, HILBERT: Zur Unterrichtsplanung. In: JANK, WERNER (Hg.): Musikdidaktik. Berlin: Cornel-­‐
sen, 2005. S.127-­‐135. Peter Klose: Handreichung zur Unterrichtsplanung Für einen „großen Schein“ ist in der Regel eine Ausarbeitung mit z.B. folgenden zusätzlichen Punkten erforderlich: • Didaktische Fundierung des Unterrichtsvorhabens: Stellen Sie auf der Grundlage der didaktischen Konzepte, die Sie kennen (vgl. z.B. Jank 2005), einen Theorie-­‐Praxis-­‐Bezug her. In welches Konzept lässt sich Ihr Vorhaben am bes-­‐
ten einordnen? Welches sind die Kerngedanken dieses Konzeptes? Welche Aspekte ihres Unterrichts lassen sich auf welche didaktische Überlegungen aus dem Konzept beziehen? Konkrete Ziel-­‐, Inhalts-­‐ und Methodenentscheidungen werden allerdings nach wie vor im didaktischen Kommentar begründet. •
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Ausführliche Sachanalyse des Gegenstands Die Sachanalyse soll über die im Unterrichtsvorhaben behandelten Aspekte auch weiterge-­‐
hendes bzw. alternatives Potential ihres Gegenstandes für die Verwendung im Musikunter-­‐
richt beleuchten. •
Ausführliche Unterrichtsplanung Diese entspricht im Wesentlichen dem auf der vorhergehenden Seite vorgestellten Entwurf. •
Reflexion der durchgeführten Stunde Welche Entscheidungen haben sich in der Durchführung als sinnvoll erweisen, welche nicht? Was ist gut gelungen? An welchen Stellen traten Probleme auf? Sind Sie von Ihrer Planung abgewichen? Wie haben Sie sich in der Rolle der/des Lehrenden gefühlt? Welche Alternativen oder zusätzliche Ideen sind Ihnen während oder nach der Stunde in den Sinn gekommen? Etc. •
Skizze einer möglichen Einbettung in eine Unterrichtsreihe Geben Sie einen grob skizzierten (d.h., nicht auf einzelne Stunden, sondern eher „Unter-­‐
richtseinheiten“ heruntergebrochenen) Überblick, in welchem größeren Zusammenhang die Stunde stehen könnte: Was sollten die SuS im Vorfeld der Stunde gelernt haben? Welche Aspekte könnten im Anschluss an diese Stunde Thema sein? Dabei kommt es weniger da-­‐
rauf an, eine Reihe mit viel Inhalt zu beschreiben als auf eine kluge Auswahl von Inhalten, die aber im Gesamtbild etwas Vollständiges, „Rundes“ ergibt. •
Anhang Material, Arbeitsblätter, Literaturverzeichnis etc. JANK, WERNER (Hg.): Musikdidaktik. Berlin: Cornelsen, 2005. Peter Klose: Handreichung zur Unterrichtsplanung -­‐ Beispiel BSP. für einen Kurzentwurf einer Unterrichtsplanung: Thema: Vom Metrum zum Takt -­‐ Betonungen als qualitatives Gliederungsprinzip der musikalischen Zeit, erarbeitet am Lied „Tomatensalat“ Ziel: Die SuS sollen die Betonungen im Lied „Tomatensalat“ hörend und singend erfas-­‐
sen und durch das Kennzeichnen derselben im Notentext das Prinzip „Takt“ als regelmäßiges Betonungsschema erkennen. Didaktischer Kommentar: Das Lied „Tomatensalat“ eignet sich gut für die Einführung des Prinzips „Takt“, weil der deutlich merkbare Unterschied zwischen den musikalischen Betonun-­‐
gen des Liedes und den Sprachbetonungen des Textes die Unabhängigkeit beider Phänomene gut erkennbar macht. Die Dreiklangsmelodik im ersten Teil und die Sequenzierungen im zweiten Teil des Liedes ordnen die melodisch-­‐rhythmische Struktur des Liedes sehr klar, so dass die Melodie auch ohne Text deutlich bleibt. Der Witz des Stückes erschließt sich auch SuS der Klasse 5 rasch; man kann dar-­‐
über zur Reflexion des Effekts und zur genauen Untersuchung der Musik mit Hil-­‐
fe des Notentexts kommen. Voraussetzung ist, dass die SuS Noten-­‐ und Pausenwerte inklusive der punktier-­‐
ten Viertel kennen; denkbar ist aber auch, mit Achtel-­‐ und Viertelpausen zu ar-­‐
beiten, um die punktierte Viertel zu vermeiden. Das Metrum als gleichmäßiger Grundschlag sollte auch bekannt sein. Zur Vereinfachung ist der Notentext in G-­‐Dur, weil dann keine Vorzeichen erfor-­‐
derlich sind, die möglicherweise von der Rhythmik ablenken könnten: Die SuS singen das Lied zuerst gemeinsam ohne Noten; eine einfache Bewegungs-­‐ oder Body-­‐Percussion-­‐Choreographie könnte so gestaltet sein, dass sie beson-­‐
ders die Melodie mit ihren Schwerpunkten unterstützt. Zu bedenken ist aller-­‐
dings, ob eine Choreografie zu suggestiv die Betonungen vorgibt, die die SuS auch aus der Musik allein erkennen könnten. Nachdem die SuS das Lied so gut kennen gelernt haben, dass sie es auch einzeln singen können, ggf. sogar eine Tonvorstellung entwickelt haben, um es auch „stumm“ singen zu können, wird im Unterrichtsgespräch gemeinsam erarbeitet, was der „Witz“ des Liedes ist: Sprachbetonungen und musikalische Betonungen stimmen nicht überein. Man kann an diesem Lied auch erkennen, wer, Musik o-­‐
der Sprache, die „Stärkere“ ist: Die Musik zwingt der Sprache letztlich ihre Beto-­‐
nungen auf – man kann mit den SuS das schwierige Experiment, die gleiche Me-­‐
lodie, aber dem Text gemäß betont zu singen, zur Verdeutlichung versuchen. Das führt zum Arbeitsauftrag, die Betonungen der Musik mit dem Betonungszei-­‐
chen > über den entsprechenden Noten zu kennzeichnen; es empfiehlt sich, den Anfang mit allen SuS gemeinsam mit Hilfe einer Folie zu bearbeiten. Anschlie-­‐
ßend sollen die SuS in Einzelarbeit mit anschließendem Abgleich mit einem Part-­‐
ner die weiteren Betonungen eintragen. Die Kombination aus (stummem) Singen und den gelernten Bewegungen ermöglicht es den SuS, die Schwerpunkte eigen-­‐
ständig herauszufinden. Eine Sicherung erfolgt für alle auf einer Folie *). Nach dem Vergleich (und der Korrektur etwaiger Fehler auf der Folie) wird im anschließenden Unterrichtsgespräch die Aufmerksamkeit auf die eingetragenen Betonungen gelenkt. Es fallen schnell Regelmäßigkeiten auf – ob sie auf einem Dreier-­‐ oder einem Sechsertakt beruhen, hängt davon ab, wie differenziert die SuS die Betonungen wahrnehmen. Hier sollte man nicht zu starr auf eine be-­‐
stimmte Taktart hinarbeiten. Die Regelmäßigkeit kann auch helfen, eventuell noch bestehende „Lücken“ durch Schlussfolgerungen zu schließen („Wenn hier eine Betonung ist, muss dort auch eine Betonung sein.“) *) Zwei schnelle SuS können vorher z.B. schon ihr Ergebnis auf der Folie eintragen. Peter Klose: Handreichung zur Unterrichtsplanung -­‐ Beispiel Auf der Grundlage des regelmäßigen Betonungsschemas kann man den Begriff Takt einführen *), ebenso wie die Notationsweise mit Hilfe von Taktstrichen, die vor jede (bzw. jede starke Betonung, also die „1“) gesetzt werden. Stundenverlaufsplanung: PHASE Einstieg Einstieg **) Aufgabenstellung Erarbeitung Sicherung Erarbeitung Sicherung UNTERRICHTSSCHRITT/ AUFGABENSTELLUNGEN SOZIALFORMEN; LEHR-­‐
/LERNFORMEN; ggf. Medien Vorstellen und Einüben des Liedes „Tomatensalat“ (mit UG **) Bewegungen) ohne Ver-­‐
wendung des Notenblatts „Worin liegt der ‚Witz’ die-­‐
ses Liedes?“ -­‐> musikalische und sprach-­‐
UG liche Betonungen stimmen nicht überein „Markiert auf dem Noten-­‐
blatt die betonten Noten, indem ihr ein Betonungs-­‐
zeichen > darüber schreibt. UG; Tafel, Folie, Ar-­‐
Vergleicht euer Ergebnis beitsblätter mit dem eures Nachbarn.“ Durchführen eines Beispiels mit Hilfe einer Folie SuS tragen Betonungen auf AB ein und vergleichen mit ihren Nachbarn; Singen und Bewegungen dienen als EA/PA Hilfe; ggf. tragen zwei SuS ihre Ergebnisse auf der Fo-­‐
lie ein. Vgl. der Ergebnisse mit Hil-­‐
UG fe der Folie „Was fällt Euch an den Be-­‐
tonungen auf, die wir einge-­‐
tragen haben?“ UG -­‐> Regelmäßigkeit des Be-­‐
tonungsschemas Einführung des Begriffes Takt ***); Eintragen von UG Taktstrichen auf AB und Folie ZEIT 10’ 5’ 5’ 8’ 5’ 5’ 7’ Anhang: •
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Arbeitsblatt geplante Tafelbilder Lit.: Bozzetti, Elmar: Einführung in musikalisches Verstehen und Gestalten. Frankfurt/M.: Diesterweg, 1988. Schlussbemerkung: Die hier skizzierte Stunde hat so oder so ähnlich mehrfach stattgefunden – seinerzeit ohne erweiterte Liedarbeit in Form von Bodypercussion o.ä. Sie kann vor allem als Beispiel dienen, dass gemeinsames Singen und „kognitives“ Arbeiten mit Bleistift und Papier sich nicht grundsätzlich ausschließen und dass auch Klassenmusizieren Raum für Aufgaben bietet, die in Einzelarbeit zu erledigen sind. *) Ein Fall für einen kurzen und bündigen Lehrervortrag – man darf ruhig mal zeigen, dass man auch etwas weiß. **) Der routinierte LAA würde vermutlich „UG“ genauer differenzieren und etwas wie „Hinführung zum Stundenthema“ schreiben. ***) Hier kommt es auf eine gut vorbereitete Definition des Begriffes „Takt“ an! Vgl. Literaturhinweis. 
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