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7 - INTRANET - Landratsamt Vogtlandkreis

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LESESTOFF: MORDFALL SYLKE – AUCH DIE HOFFNUNG IST TOT | ZEITGESCHEHEN
FreiePresse
OBERES VOGTLAND
Montag, 23. März 2015
Rhythmus
im Blut
LOKALES
BAD ELSTER
Blaue Fenster
verhindern Algen
So tanzt man Latein: Motsi Mabuse,
mehrfache Deutsche Meisterin im
Lateintanz und bekannt aus der
RTL-Sendung „Let’s Dance“, wirbelte am Samstagabend gemeinsam
mit ihrem Tanzpartner Evgenij Voznyuk über das Parkett der Stadthallte in Limbach-Oberfrohna. Hier fanden am Wochenende die Deutschen
Meisterschaften der Profitänzer
statt. Die aus Südafrika stammende,
aber mittlerweile in Deutschland lebende Motsi Mabuse gab bereits am
Nachmittag einen Workshop, an
dem über 100 Tänzer aus der Region
teilnahmen. Als Wertungsrichterin
entschied sie später mit über die
neuen Deutschen Meister. Im Standard-Tanz konnten Steffen Zoglauer
und Sandra Koperski aus Berlin ihren Titel verteidigen. Sie überzeugten mit ihrer Kür zu Hits von Michael Jackson. Im Latein-Tanz ging
die Meisterschaft an Valera Musuc
und Nina Trautz aus Augsburg. Organisiert hatte das Turnier die Tanzschule Köhler-Schimmel.
Die Fensterscheiben im Wasserwerk so blaugetönt, um eine Algenbildung durch die Sonneneinstrahlung zu vermeiden, denn das
würde sich negativ auf die Wasserqualität auswirken. Solche und
ähnliche Informationen erhielten
die Besucher, die sich gestern im
Rahmen eines Aktionstages die
beiden Anlagen in Bad Elster anschauten, in denen täglich fast
1500 Kubikmeter Wasser aufbereitet werden. (eso) Seite 9: Bericht
MARKNEUKIRC HEN
Neues Depot
nimmt Gestalt an
Wirtschaft Sachsens Spargelbauern starklar: Erste
Stangen gibt’s schon Ostern
Kind & Kegel Kinder lieben
es, bei den Vorbereitungen
auf Ostern zu helfen
FOTO: PICTURE POINT
SPORT AM MONTAG
Nullnummer in Aue
Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge
Aue (im Bild Michael Fink, links,
und Stipe Vucur) wartet weiter auf
den sechsten Saisonsieg, ist nach
dem gestrigen 0:0 gegen Fürth
aber nicht mehr Tabellenletzter.
Länder rechnen dieses Jahr mit
mehr als 500.000 Asylbewerbern
Die Prognose des Bundes
liegt dagegen bei nur rund
300.000. Die Bundesländer fordern verlässliche
Zahlen und mehr Geld.
— Mehrere Bundesländer
halten die offizielle Prognose für die
Anzahl der Asylanträge in diesem
Jahr für zu niedrig. Nach einem Bericht der „Welt an Sonntag“ haben
sich Nordrhein-Westfalen, Hessen,
Schleswig-Holstein und Brandenburg beim Nürnberger Bundesamt
für Migration und Flüchtlinge für
eine Anhebung der Prognose von
300.000 Asylbewerbern ausgesprochen. Die Länder gehen nach eigenen Berechnungen von bis zu
550.000 Asylbewerbern in diesem
Jahr aus.
Die Kritik an den Prognosen ist
aus Sicht des SPD-geführten Integrationsministeriums in Sachsen nachvollziehbar. Eine Erhöhung der Zah-
BERLIN
len würde die Arbeit auf allen Ebenen erleichtern, sagte Ministerin Petra Köpping gestern. „Auch wenn
die Vorhersage von Flüchtlingszahlen sehr schwierig ist, lernen wir gerade, dass zu niedrig angesetzte Prognosen problematisch sind“, erklärte sie auf Anfrage der „Freien Presse“.
Bei Planungen mit höheren Zahlen
hätten „die Bundesländer und die
mit der Unterbringung von Flüchtlingen betrauten Kommunen im
Fall der Fälle noch Reserven“, so Köpping. Damit könnte auch die dringend notwendige Information und
Kommunikation mit den Bürgern
vor Ort rechtzeitig erfolgen. In Sachsen rechnet man schon jetzt im Vergleich zu 2014 fast mit einer Verdopplung der Anträge – von 11.500
auf bis zu 20.000. Sowohl Innenminister Markus Ulbig (CDU) als auch
Köpping hatten in den letzten Wochen diese Zahl genannt.
Das Bundesamt lehnt dem Bericht der „Welt“ zufolge eine Korrektur seiner letzten Prognose von Februar bislang ab. Man halte eine An-
Eishockey Die Eispiraten
Crimmitschau feiern im
Sahnpark den Klassenerhalt
Fußball
Cottbus –
Chemnitz
2:2
WETTER VOR ORT
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Ausführliches Wetter: Seite 8
10013
passung für das laufende Jahr für
verfrüht, erklärte die Behörde. Die
Entwicklung der Asylantragszahlen
im Bundesgebiet werde jedoch sehr
genau beobachtet. Eine Korrektur
im weiteren Verlauf des Jahres sei
daher durchaus möglich.
Am Donnerstag soll das Thema
ein Schwerpunkt der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin werden. Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD),
der der Konferenz aktuell vorsitzt,
erklärte gestern in Potsdam, seit dem
letzten Treffen im Dezember habe
sich die Situation „in nicht vorhersehbarer Weise zugespitzt“. Er sehe
die Asyl- und Flüchtlingspolitik daher als wichtigsten Tagesordnungspunkt. Die Länder erwarteten, dass
der Bund bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen seine Verantwortung schneller und konsequenter
wahrnehme. Zudem dringen sie darauf, dass sich der Bund stärker an
den Kosten von Ländern und Kommunen beteiligt. Der Deutsche
Städtetag verlangt ein dauerhaftes
finanzielles Engagement des Bundes. (fp/epd/dpa)
Holger Zastrow
bleibt Parteichef
HARTHA — Sachsens Liberale haben
am Samstag in Hartha (Mittelsachsen) den bisherigen Parteichef Holger Zastrow wiedergewählt. Der nach
dem Scheitern der
Sachsen-FDP bei
der Landtagswahl
2014 angeschlagene Politiker wurde
auf einem Parteitag
mit 58,2 Prozent
bei einem Gegenkandidaten in seinem Amt bestätigt. Zastrow blieb eine inhaltliche Neuausrichtung seiner Partei schuldig. 2019 wolle die
FDP in den Landtag zurückkehren.
Seite 4: Bericht und Leitartikel
(uk)
Mehr Betreuung schon in der Erstaufnahmeeinrichtung
SKISPRINGE N
Voriges Jahr wurden in Deutschland
202.000 Asylanträge gestellt. Im Januar und Februar gingen bundesweit
bereits fast 52.000 Anträge ein.
Freund gewinnt
Gesamtweltcup
Sachsen will die Betreuung der
Asylbewerber in der Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung verbessern. Ab
Sommer sollen Deutschkurse angeboten werden. Außerdem können künf-
tig die Qualifikationen der Flüchtlinge
erfasst werden. Diese Angaben sollen
bei der Verteilung der Asylbewerber
auf die Landkreise berücksichtigt
werden, um ihnen eine bedarfsgerechte Beschäftigung oder Weiterbildung zu ermöglichen. Außerdem sollen in der Erstaufnahmeeinrichtung
Freizeitangebote vor allem für Kinder
geschaffen werden. (fp/dpa)
Heimliche Heirat
Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine haben Ja gesagt – Nach der Trauung gab es einen roten Apfel
Das prominente Linkspartei-Paar
Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine hat heimlich geheiratet.
„Ja, es stimmt“, sagte Wagenknecht
der „Bild“-Zeitung. „Wir sind sehr
glücklich.“ Dem Bericht zufolge gaben sich die beiden kurz vor Weihnachten in ihrem Wohnort, dem
saarländischen Merzig, das Ja-Wort.
CDU-Bürgermeister Marcus Hoffeld bestätigte, dass er das Paar im
kleinen Kreis standesamtlich getraut hat. Ringe hätten die Brautleute nicht getauscht. Für den 71-jährigen Lafontaine ist es die vierte Ehe,
für die 45-jährige Wagenknecht die
zweite. Die Beziehung des einstigen
SPD-Bundesfinanzministers
und
späteren Linke-Vorsitzenden mit der
SACHSEN-FDP
FOTO: JAN WOITAS/DPA/ARCHIV
IN DIESER AUSGABE
FOTO: ANDREAS SEIDEL
Schon 2012 Hände haltend: Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht. Jetzt
haben sie geheiratet.
FOTO: HANNIBAL HANSCHKE/DPA
PLANICA — Severin Freund hat als
dritter deutscher Skispringer nach
Jens Weißflog und Martin Schmitt
den Gesamtweltcup gewonnen. Der
26-Jährige belegte
beim finalen Skifliegen in Planica
zwar nur Rang sieben, beendete die
Saison aber punktgleich mit seinem
Rivalen Peter Prevc aus Slowenien
und gewann aufgrund der höheren
Zahl an Saisonsiegen die Kristallkugel. (dpa) Sport: Bericht, Kommentar
FOTO: IMAGO
Wenn alles nach Plan läuft, kann
die neue Feuerwache in Markneukirchen 2017 übergeben werden.
Das wäre ein passendes Geschenk
zum 150-jährigen Gründungsjubiläum der freiwilligen Feuerwehr. Die Planungen wurden laut
Stadtwehrleiter Jürgen Voigt noch
einmal komplett überarbeitet
und sind soweit vorbereitet, damit die Anträge auf Fördermittel
eingereicht werden können. Am
Donnerstag wird das Projekt im
Markneukirchner Stadtrat vorgeSeite 11: Bericht
stellt. (eso)
6'
Einzelpreis 1,10 Euro
Vizechefin der Linken im Bundestag
wurde im November 2011 öffentlich. Damals waren beide noch verheiratet: Lafontaine mit der Autorin
Christa Müller und Wagenknecht
mit dem Filmproduzenten RalphThomas Niemeyer. 2013 wurden
diese Ehen geschieden. Ihre Namen
haben beide behalten.
Nach alter Merziger Tradition hat
das Brautpaar nach dem Ja-Wort
nacheinander in einen roten Apfel
gebissen, berichtete Bürgermeister
Hoffeld. Dieser Brauch geht auf die
Lage der Stadt in einer vom Apfelanbau geprägten Landschaft zurück,
der sogenannten „Merziger Äppelkeschd“. Das Paar wohnt seit 2012 in
Merzig. (dpa)
Jürgen Gesper
ROTES MEER
Deutscher in Ägypten
von Hai getötet
MARSA ALAM — Ein Deutscher ist in
Ägypten bei einem Hai-Angriff ums
Leben gekommen. Der 53-Jährige sei
am Samstag von dem Hai nahe des
Urlaubsortes Al-Kusair im Roten
Meer angefallen worden, teilten gestern die Behörden mit. Demnach
biss das Tier dem Opfer einen Fuß
ab, der Mann sei noch vor dem
Transport ins Krankenhaus gestorSeite 8: Bericht
ben. (dpa)
4 190932 801106
Die Zeitung im Internet:
www.freiepresse.de
53. Jahrgang, Nr. 69, VERLAG UND REDAKTION:
09111 Chemnitz, Brückenstraße 15, Tel. 0371 6560
SERVICE-TELEFON: 0800 80 80 123
MONTAG BIS FREITAG: 6.00–18.00Uhr | SAMSTAG: 6.00–13.00 Uhr
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2 Freie Presse
NACHRICHTEN
FEUER
Zeltbrand auf
Mittelaltermarkt
ZSCHOPAU — Zwei Zelte des Mittelal-
termarkts auf Schloss Wildeck in
Zschopau (Erzgebirgskreis) sind am
Wochenende nachts in Flammen
aufgegangen. Drei Menschen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung, einer wegen Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht, teilte die Polizei gestern mit. Die beiden
29 Jahre alten Frauen sowie zwei 31
und 37 Jahre alten Männer waren im
Schlaf von dem Feuer überrascht
worden. Die Polizei ermittelt wegen
des Verdachts fahrlässiger Brandstiftung. Sachschaden: 2500 Euro. (gt)
POLIZEIEINSATZ
Beamte lösen
Flashmob-Party auf
CHEMNITZ — Eine privat über Facebook organisierte Party im ehemaligen Klubhaus „Kraftwerk“ in Chemnitz, das seit langem geschlossen ist,
wurde gestern gegen 2.30 Uhr jäh
beendet. Nach Anwohnerbeschwerden schickten 15 Beamte die rund
200 Gäste kurzerhand nach Hause,
wie die Polizei gestern mitteilte. Innerhalb von zwei Stunden waren
Lautsprecher,
Notstromaggregat,
und Schankanlage abgebaut. Wer
den Flashmob mit zwei 30 Jahre alten DJ’s initiiert hatte, war zunächst
unklar. Die Polizei ermittelt wegen
Hausfriedensbruchs. (gt)
BILDER von der Party im legendären „Kraftwerk“ sehen
Sie, wenn Sie den Code mit
dem Smartphone oder Tablet
scannen. » www.freiepresse.de/kraftwerk
TAG DES WASSERS
60 Millionen Euro
für Flut-Schutz
DÖBELN — In Sachsen wurde gestern
mit Veranstaltungen zum weltweiten Tag des Wassers auf das kostbare
Gut aufmerksam gemacht. Die Landestalsperrenverwaltung gab Einblick in den Betrieb der Talsperre
Gottleuba (Osterzgebirge) sowie die
Hochwasserschutzmaßnahmen in
Döbeln. Die Stadt in Mittelsachsen
war 2002 und 2013 vom Hochwasser der Freiberger Mulde arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Die
laufenden Maßnahmen zum Schutz
vor Überflutungen summieren sich
auf knapp 60 Millionen Euro. Die
Talsperre Gottleuba versorgt seit 40
Jahren den Raum Pirna mit Trinkwasser. Die Uno hatten den Tag des
Wassers 1993 benannt. (gt)
KRIMINALITÄTSOPFER
Weisser Ring will
Entschädigung
SACHSEN
Montag, 23. März 2015
Finale für den letzten Autobahnneubau
Wer in diesen Tagen auf
der A 72 nach Leipzig
fährt, kommt ab Borna ins
Grübeln. Auf etlichen Kilometern Länge sieht es
aus, als hätte beiderseits
der B 95 ein Sturm seine
Spuren hinterlassen.
VON GABI THIEME
CHEMNITZ/LEIPZIG — Wie kann der
Bau von einem Kilometer Autobahn
durch weitgehend flaches Land
mehr als zehn Millionen Euro kosten? Diese Frage stellt sich bei den
letzten zwei Abschnitten der Leipzig-Autobahn 72. Die Arbeiten am
vorletzten, 9,5 Kilometer langen
Stück sind seit Juli 2013 im Gange.
Für den letzten Abschnitt von 7,2 Kilometern Länge laufen derzeit umfangreiche, für jedermann sichtbare
Vorarbeiten. Es sind die letzten 17
Autobahnkilometer, die in Sachsen
gebaut werden. 200 Millionen Euro
werden sie verschlingen, sagte Holger Wohsmann, Abteilungsleiter
Planung im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, der „Freien Presse“
bei einer Baustellenbesichtigung.
Einen Grund für die hohen Kosten liefert er gleich mit. Im ersten
Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Borna Nord und Rötha wird
die Trasse westlich der B 95 errichtet. Espenhain wird in großem Bogen umfahren, damit der Ort nach
Jahrzehnten extremer Verkehrsund Schmutzbelastung endlich Ruhe bekommt. Das heißt aber auch:
Die Autobahn führt dann bis an den
Nord-Ost-Bereich des gefluteten
Hainer Sees heran. Der Baugrund so
nahe an der Uferböschung wirkt
nur scheinbar standfest, haben Probebohrungen ergeben. Sie haben zudem gezeigt, dass nahe unter der
Oberfläche zwei Tonschichten verlaufen – zwei beziehungsweise vier
Meter mächtig. „Das zwingt uns zur
Anwendung eines für Sachsen neuen Verfahrens, um den Baugrund zu
stabilisieren“, erläutert Wohsmann.
Vorgesehen seien entlang der Böschung unter anderem mehrere
hundert Bodenaustauschbohrungen – zwei Meter im Durchmesser
und bis 30 Meter tief. Die gewaltigen
Löcher werden anschließend mit
standfestem Material verfüllt, um so
den gesamten Baugrund zu stabilisieren. Im Herbst sollen Spezialtiefbaufirmen damit beginnen.
Vor Rötha wird die A 72 dann die
B 95 kreuzen. Hier ist bereits sichtbar, in welch großem Umfang Forstflächen der Trasse geopfert werden.
19.500 Bäume wurden im Winterhalbjahr auf 35 Hektar Flächen gefällt, die meisten im sogenannten
Röthaer Holz, ein Gebiet, das erst in
Riesige gerodete Flächen säumen bereits die vierspurige Bundesstraße zwischen Rötha und der A 38. Die A 72 wird hier mit ihr identisch sein.
1100 Meter hölzerne Wände als Sichtschutz
für seltene Tierarten am Stöhnaer Becken.
den 1990er-Jahren aufgeforstet wurde, als die Planungen für die Autobahn gerade begannen. Es sind noch
relativ junge Bäume und Sträucher,
die hier jetzt meterhoch aufgestapelt liegen. „Wir haben uns bei der
Frage nach dem Trassenverlauf dafür entschieden, die Autobahn so
weit weg wie möglich von Rötha zu
2
Leipzig
AS
Leipzig Süd
Rötha
im Bau seit
4. Juli 2013
Borna
AS Borna-Süd
Bad Lausick
176
Frohburg
seit August 2015
fertig
AS Geithain
95
Altmörbitz
7
Rochlitz
KohrenSahlis 72 Geithain
175
AS Rochlitz
N
Tilo Steiner
legen und dafür Wald zu opfern. So
etwas ist immer ein schwieriger Abwägungsprozess“, sagte Wohsmann.
Die ökologische Funktion dieser Flächen war vor 20 Jahren noch gering.
Es galt, Ort und Anwohner zu schützen. Zwischen 40 und 60 Meter breit
ist inzwischen die 1,5 Kilometer lange Schneise, die durch das Röthaer
Weitere Details
38
bauvorbereitende 14
Arbeiten
Espenhain
Eine der schon fünf fertigen Brücken im Abschnitt zwischen Borna und Rötha unweit von Espenhain.
AS Penig
Insgesamt sind auf den letzten zwei
Abschnitten von Borna bis zur A 38
11 Regenrückhaltebecken sowie 21
Brücken zu errichten. Fünf Brücken
sind bis Rötha bereits fertig.
Als Entnahmestelle für Erdmassen
zum Beispiel für die Errichtung von
Lärmschutzwällen wurde für zwei
Jahre die sogenannte Insel zwischen
Hainer und Haubitzer See genehmigt.
750.000 Kubikmeter sollen im Sinne
kurzer Transportwege von hier abgebaggert werden. 11,5 der knapp 17
Autobahnkilometer Strecke erhalten
Lärmschutzwälle oder -wände.
Die Anschlussstelle Borna Nord
wird nicht identisch sein mit dem jetzigen Übergang von der A 72 auf die
B 95, sondern sich 500 Meter nördlich davon befinden. (gt)
FOTOS: UWE MANN
Der Holzeinschlag ist abgeschlossen. Derzeit werden die Flächen beräumt.
Holz geschlagen wurde. Ein bisschen sieht es hier aus, als hätte ein
Hurrikan gewütet und würden jetzt
die Beräumungsarbeiten laufen.
Die A 72 verläuft im letzten Teilstück weitgehend identisch mit der
vierstreifigen Bundesstraße. Das
werde während der Bauarbeiten eine besondere Herausforderung – für
Bauleute wie auch Kraftfahrer, sagte
Isabel Siebert, Sprecherin des Landesverkehrsamtes. Sie betont auch,
dass beim Neubau von Straßen und
Autobahnen heute bundesweit fünf
bis sieben Prozent der Kosten für
Umweltschutzmaßnahmen ausgegeben werden. Beim letzten Stück
der A 72 wird man wohl eher noch
darüber liegen.
Denn hier müssen nicht nur
möglichst trassennahe Neuanpflanzungen als Ausgleich erfolgen, sondern an anderen Stellen auch neue
Flächen aufgeforstet werden. Ein
Novum in Sachsen ist zudem die Errichtung von insgesamt 1100 Metern Sichtschutzwänden aus Holz
für Tiere im Bereich des in den
1970er-Jahren angelegten Hochwasserrückhaltebeckens Stöhna. Weil
es hier ein Vogelschutzgebiet von
europäischer Bedeutung gibt, musste der Nachweis erbracht werden,
dass der Autobahnbau keinen Ein-
fluss auf die auch in den angrenzenden Äsungsflächen verweilenden
Tiere hat. „Sonst hätten wir nicht
bauen dürfen. Denn wir sind die Zerstörer“, macht Wohsmann die strengen gesetzlichen Auflagen deutlich.
Noch nie wurde in Sachsen für deren Umsetzung ein so großer Aufwand betrieben, gesteht der Experte.
Selbst Ameisenhügel und abgestorbene Bäume, in denen sich Käfer
eingenistet haben, müssten umgesetzt werden, ebenso Eidechsen und
Orchideenpflanzen.
An dem 2,50 Meter hohen Sichtschutzzaun für Tiere haben schon
zweimal Holzdiebe Gefallen gefunden. Dabei müssen die Wände bis
zur Fertigstellung der Autobahn stehen bleiben. Parallel dazu erfolgen
dahinter noch im ersten Halbjahr
Neuanpflanzungen. Die wiederum
müssen mindestens vier Jahre gewachsen sein, damit sie quasi die
Schutzfunktion des Zauns nach dessen Rückbau erfüllen können.
Einen Fertigstellungstermin für
die A 72 will das Landesverkehrsamt
nicht nennen, lediglich das Ziel,
noch im Herbst 2015 mit dem Trassenbau in Form der ersten Brücke im
letzten Abschnitt zu beginnen. Realistisch dürfte 2019 sein – drei Jahre
Bauzeit pro Abschnitt gerechnet.
DRESDEN — Bei der Entschädigung
von Verbrechensopfern sollte zwischen körperlicher und psychischer
Gewalt nicht mehr unterschieden
werden. Das forderte der sächsische
Landesverband der Opfervertretung
Weisser Ring zum diesjährigen Tag
der Kriminalitätsopfer am Samstag.
Entschädigungen sollten auch auf
schwere Fälle von Stalking ausgeweitet werden, sagte der Landesvorsitzende Geert Mackenroth. Seiner
Ansicht nach stehen bei Verbrechen
noch immer die Täter im Fokus,
während Opfer oft lange um Entschädigung kämpfen müssen. In
Sachsen erhielten 2014 280 Personen Opferentschädigung. (dpa)
VER FOLGUNGSJAGD
Jaguar überschlägt
sich bei Tempo 200
THURNAU — Die Polizei hat sich am
Samstag im Landkreis Kulmbach
(Bayern) eine Verfolgungsjagd mit
dem Fahrer eines gestohlenen Jaguars geliefert. Auf der Flucht raste der
aus Krefeld stammende Fahrer mit
Tempo 200 über die A 70. Der Wagen überschlug sich. Der Fahrer, sein
vogtländischer Beifahrer und eine
schwangere Mitfahrerin aus dem
Osterzgebirge wurden verletzt. (mr)
Geschmacklose Maskerade
Gegen fremdenfeindliche
Umzugsbilder beim diesjährigen Fasching in Reinhardtsdorf-Schöna hat sich
der Dachverband der Karnevalisten positioniert.
VON RONNY SCHILDER
ANNABERG-BUCHHOLZ — Den humorerprobten Spitzen der sächsischen
Narrengilde ist diesmal das Lachen
im Halse stecken geblieben. Beim
Faschingsumzug in ReinhardtsdorfSchöna am 14. Februar waren Szenen mit fremdenfeindlichem Hintergrund zu sehen. Das sei untragbar, erklärte jetzt der Vorstand des
Verbands Sächsischer Carneval
(VSC) nach einer Sitzung zur 21. Präsidententagung, die am Samstag in
Annaberg-Buchholz stattfand.
Ausdrücklich gerügt wurden
zwei Wagen, die nicht vom Reinhardtsdorfer Karnevalsclub gestal-
tet, im Umzug aber mitgefahren waren. Die eine Gruppe zeigte „Reisefreudige Afrikaner“ mit geschwärzten Gesichtern und Deutschlandkappen auf Kraushaarperücken. Der
Unternehmer Winfried Stöcker, der
das bekannte Görlitzer Jugendstilkaufhaus saniert, hatte mit dem Begriff „reisefreudige Afrikaner“ in einem Zeitungsinterview Asylbewerber diffamiert, denen er vorwarf, in
Deutschland „betteln zu gehen“.
Ein zweiter Wagen zeigte eine
„Fünf-Sterne-Asyllounge“, in der es
sich als Fremde karikierte Mitfahrer
demonstrativ gut gehen ließen. Die
Fotos von den Umzugswagen waren
zunächst auf der Webseite des Reinhardtsdorfer Vereins veröffentlicht
worden. Sie fanden bei Facebook
weite Verbreitung und wurden auf
fremdenfeindlichen Seiten zustimmend kommentiert.
Der VSC, dem etwa die Hälfte der
knapp 400 sächsischen Karnevalsvereine angehören und der mehrere
Tausend Mitglieder vertritt, hat jetzt
klargestellt, dass solche Darstellungen im Karnevalsumzug nichts zu
suchen haben. Die Ethik-Charta verbiete ausdrücklich „verletzende Attacken auf Wehrlose, Hohnlachen
von Mehrheiten über Minderheiten,
beißender Spott und Häme, Ironie
und Sarkasmus.“ VSC-Präsident
Günter Bührichen aus Weißwasser
bescheinigte den Reinhardtsdorfern
„mangelnde politische Sensibilität“.
Reinhardtsdorf-Schöna ist bundesweit als NPD-Hochburg bekannt,
seit die rechtsradikale Partei dort zur
Landtagswahl 2004 mit 23,1 Prozent
ihr höchstes Ergebnis erzielte. Überdurchschnittliche Wahlerfolge erreicht die NPD dort bis heute (Gemeinderatswahl 2014: 20,5 Prozent).
Der Chef des Reinhardtsdorfer
Karnevalsclubs – gegründet 1973,
100 Mitglieder, karnevalistischer
Gruß: „Ratsch Bumm Bumm!“ – ist
seit dieser Saison der Reinhardtsdorfer Gemeindebürgermeister Olaf
Ehrlich (Freie Wähler). Ehrlich hätte, so VSC-Präsident Günter Bührichen, mit „gestandenen Karnevalisten“ den Umzug vorher abnehmen
und die zu beanstandenden Darstellungen aussortieren müssen.
Möbel aus Pappe
Bei der Plauener Design-Messe haben am Wochenende Kreative aus der
Region gezeigt, was das Zeug zum Klassiker hat. Darunter war Marcus
Pientka mit der Firma Nordwerk. Das Dresdener Unternehmen macht
Möbel aus Wellpappe: Messestände, Bars und Sessel zum Beispiel. Mit
der „Schau auf Design“ will die Plauener Stadtverwaltung als Ideengeber
den Erfindergeist der Region präsentieren. Ein großer Teil der rund 90
Aussteller stammt aus Südwestsachsen. Die Messe, die zum zweiten Mal
stattfand, entwickelt sich zum Imagefaktor für das Vogtland. Erneut
fand sie auf dem Gelände des früheren Druckmaschinenherstellers PlaFOTO: ELLEN LIEBNER
mag statt.
ZEITGESCHEHEN
Montag, 23. März 2015
Freie Presse
3
Ein Vater ohne Hoffnung
Immer wieder gibt es
Meldungen, dass weit
zurückliegende Mordfälle
dank neuer Methoden
doch noch aufgeklärt werden. Für ein grausames
Verbrechen, das sich vor
29 Jahren in Leipzig
ereignet hat, gibt es diese
Hoffnung kaum noch. Es
sei denn, der Täter
stellt sich.
VON GABI THIEME
LEIPZIG — Der Schmerz, den Günter
Müller immer um den 22. März herum empfindet, ist seit nunmehr 29
Jahren stets derselbe – auch sein
Kummer. Der Leipziger hat inzwischen nur gelernt, mit diesem Datum irgendwie umzugehen. Vor Jahren hatte er noch Hoffnung, wenn er
an diesem Tag auf dem kleinen
Friedhof in Leipzig-Gohlis an das
Grab seiner Tochter Sylke Blumen
brachte. Inzwischen liegen hier
nicht nur sein Kind, sondern auch
seine Frau und vor allem seine Hoffnung begraben. Günter Müller
glaubt nicht mehr daran, dass die Ermordung seiner damals 19-jährigen
Tochter jemals aufgeklärt wird.
Sylke Müller
Mordopfer
REPRO: WOLFGANG THIEME
Nachrichten wie die vom letzten
Herbst aus Erfurt, als vier Beschuldigte gefasst wurden, die 1994 einen
20-jährigen Kumpanen getötet haben sollen, machen dem Leipziger
keinen Mut. Auch die neue Spur, die
es nach 21 Jahren jetzt zu einem ungeklärten Disko-Mord an einer 20Jährigen in Görlitz gibt, kann ihn
nicht mehr zuversichtlich stimmen.
Der Mörder seiner Tochter – so er
noch lebt – wird sich wohl nicht verantworten müssen, sagt der agile
80-Jährige.
Es war der letzte Samstag der
Leipziger Frühjahrsmesse 1986.
Günter Müller war noch in seinem
traditionsreichen Geschäft „Waffen-Moritz“ in Leipzig, als sich seine
Tochter gegen 13 Uhr in der elterlichen Wohnung von der Mutter verabschiedete. Ihr vertraute sie alles
an, auch dass sie zu ihrem Freund in
den Stadtteil Mockau fahren wollte,
obwohl die Beziehung bereits bröckelte. Als sie den Freund volltrunken im Bett vorfand, machte sie auf
dem Absatz kehrt, um zur Oma zu
Das Grab von Sylke Müller in Leipzig-Gohlis, in dem neun Jahre nach dem Verbrechen auch ihre Mutter Elisabeth beigesetzt wurde.
fahren. Ihr schüttete sie ihr Herz aus,
machte ihrem ganzen Kummer Luft.
Als sich die Enkelin gegen 17.15 Uhr
schließlich verabschiedete, sagte sie:
„Ich versuch’s noch mal mit ihm.“
Obwohl es der erste schöne Frühlingstag dieses Jahres war, versprach
sie der Oma, nicht die Abkürzung zu
Fuß durch den Wald zu nehmen,
sondern mit dem Bus nach Hause zu
fahren. Doch dort kam die bildhübsche sportliche Frau nie an.
Günter Müller erzählt, dass er
sich zunächst keine Sorgen gemacht
habe. „Meine Tochter war in jeder
Beziehung zuverlässig. Schließlich
war sie schon 19, stand kurz vor dem
Berufsabschluss
als
Krankenschwester.“ Nur einmal habe sie ein
Ereignis aus der Bahn geworfen: Als
sie miterleben musste, wie vor ihren
Augen in der Klinik ein Patient
starb.
Als das dunkelblonde Mädchen
am Sonntagmorgen, es war der 23.
März 1986, immer noch nicht wieder zu Hause war, wurde der Vater
unruhig. Sie war noch nie weggeblieben, ohne es vorher anzukündigen. Er war überzeugt: Es musste etwas passiert sein. Um 10 Uhr ging er
schließlich zur Polizei. „Dort hörte
ich die üblichen Floskeln, meine
Tochter werde schon wieder auftauchen.“ Es sei doch normal, dass ein
so hübscher Teenager mit 19 mal
über Nacht wegbleibt, wiegelten die
Polizisten ab. Weil Müller auch an
den folgenden zwei Tagen das Gefühl hatte, seine Anzeige werde
nicht ernst genug genommen, ging
er selbst zur Staatsanwaltschaft. „Ich
regte an, eine Vermisstenmeldung
in der ,Leipziger Volkszeitung‘ zu
veröffentlichen.“ Das sei jedoch abgelehnt worden mit dem Hinweis,
man wolle die Bevölkerung mit solchen Meldungen nicht beunruhigen. Als es nach drei Wochen immer
noch keinen Hinweis zum Verbleib
der Schwesternschülerin gab, erschien schließlich am 5. April eine
Notiz im Lokalteil der Zeitung – mit
einem Foto des Mädchens und der
Bitte um Hinweise.
Erst fünfeinhalb Wochen nach
dem Verschwinden erhielten die Eltern Gewissheit über das Schicksal
ihres Kindes. „Man teilte uns mit:
,Wir haben Ihre Tochter gefunden
und identifiziert.‘“ Ein Mann hätte
auf seinem ungenutzten Gartenund Werkstattgrundstück in einer
alten Trockentoilette kopfüber die
Leiche einer Frau entdeckt. Es war
Sylke.
Der Fundort lag keine 500 Meter
von der Wohnung der Müllers entfernt. Rechtsmediziner stellten fest,
dass das Mädchen erdrosselt worden
war. Auf den Brüsten fand man Bissspuren, im Genitalbereich Sperma.
Sylke Müller war ganz offensichtlich Opfer eines Sexualmordes ge-
worden. Als Todeszeitpunkt wurde
der 22. März, 21.30 Uhr, bestimmt.
„Hätte es damals
schon die Möglichkeit von DNA-Tests
gegeben, hätten
wir den Täter
gefunden.“
Manfred Teichmann Ermittler
Der Verdacht richtete sich schnell
gegen den Mann, der den Fund gemeldet hatte. Er wurde verhaftet, bestritt aber die Tat. Man brachte ihn
in eine Zelle, die er mit einem sogenannten Zelleninformanten teilen
musste. Die Ermittler hofften, dass
er sich ihm gegenüber öffnen würde. Doch er erzählte nur, was die Kripo ohnehin wusste: Dass er zur fraglichen Zeit im Grenzgebiet BerlinTreptow bei seinem Bruder war, der
dort eine Laube besaß. Er wurde ohne Passierschein aufgegriffen und
überprüft. „Grenzer der Hauptstadt
gaben unserem Verdächtigen praktisch ein Alibi“, bestätigte der damals oberste Fahndungschef der
FOTO: WOLFGANG THIEME
DDR-Kriminalpolizei, Gerhard Lauter, der heute wieder in Leipzig lebt.
Weil in der Messestadt fast zeitgleich noch ein Kind ermordet worden war, erhielt die Polizei Verstärkung: Drei Kriminalisten der Morduntersuchungskommision KarlMarx-Stadt mussten Ende April für
mehrere Wochen nach Leipzig, um
die Ermittlungen zu forcieren.
Manfred Teichmann sind noch
heute auf Anhieb fast alle Details
dieses Falls in Erinnerung. „Akribisch haben wir den Weg und die
Aufenthaltsorte des Mädchens rekonstruiert, alle Bekannten abgeklopft, haben uns wochenlang mit
den Bissspuren an der Brust beschäftigt. Hätte es damals schon die Möglichkeit von DNA-Tests gegeben,
hätten wir den Täter gefunden“, sagt
der heute 63-jährige Chemnitzer.
„Stattdessen haben wir alle halbwegs Verdächtigen in Plastelina beißen lassen, um einen Abdruck ihres
Gebisses zu bekommen. Aber zweifelsfrei passte keiner.“
Auch dem Hauptverdächtigen
konnte nichts bewiesen werden. Er
wurde nach einigen Wochen aus der
U-Haft entlassen. Die Karl-MarxStädter Kriminalisten mussten im
Sommer zurück in ihre Dienststelle
– wegen eines Tötungsverbrechens
in Freiberg. Spricht man den damaligen Chef der Mordkommission
Karl-Marx-Stadt, Dieter Wolfram,
auf den Fall an, dann kommt bei
ihm in Sekundenschnelle die Erinnerung an das Mädel, dessen Mörder
er erfolglos jagte. Die Leipzigerin ist
dem Beamten im Ruhestand gut im
Gedächtnis, obwohl er in seinem Berufsleben insgesamt 274 Tötungsdelikte zu bearbeiten hatte.
Günter Müller hat bis heute keine Ruhe gefunden. Im Keller seines
Hauses bewahrt es alles auf, was er
an Dokumenten und Schriftstücken
zusammengetragen hat. Auch wenn
es ihm eigentlich kaum noch nützt.
Die Ermittlungsakten zum Fall Sylke wurden schon zu DDR-Zeiten
vorläufig geschlossen. Nur Müllers
Drängen ist es zuzuschreiben, dass
vor reichlich zehn Jahren der einstige Chef-Ermittler Lauter noch einmal zu recherchieren begann.
Er hatte sich inzwischen als
Rechtsanwalt niedergelassen. „Der
Fall hatte mich nie losgelassen“, gesteht er. „Sylkes Vater drängte und
bevollmächtigte mich.“ Mit Erlaubnis der Staatsanwaltschaft sichtete
Lauter Dutzende Kartons mit Aktenordnern, las die Vernehmungsprotokolle seiner früheren Kollegen.
„Sie hatten gute Arbeit geleistet“,
meint der heute 64-Jährige. Und er
erzählt auch, dass bei ihm ein Verdacht reifte, für den er aber keine Beweise erbringen konnte. Vor allem,
weil das Wichtigste fehlte: die Asservate mit den Spuren des Täters, die
die Polizei damals am Fundort sichergestellt hatte. Darunter der Slip
mit Spermasekreten sowie Unterhemd und Anorak des Opfers.
Da Mord nicht verjährt, werden
solche Asservate bei der Polizei sorgfältig beschriftet aufbewahrt – bis
ein Fall geklärt ist. Zur Not über Jahrzehnte hinweg. Im Fall von Sylke
Müller sind sie verschwunden. Vermutlich in den Wendewirren,
glaubt Günter Müller. Seinen Verdacht, wer daran beteiligt gewesen
sein könnte, bestätigt niemand.
Auch nicht der heutige Polizeipräsident Bernd Merbitz, der zum Zeitpunkt des Verbrechens zwar noch in
der Hochschulausbildung war, kurze Zeit später aber die Mordkommission in Leipzig übernahm. Für ihn
ist „unvorstellbar“, dass die Asservate weg sind. Eine Erklärung hat er
aber nicht. Möglicherweise sei die
Panne bei einem Umzug der Behörde oder durch ein Hochwasser passiert, mutmaßt der Polizeichef.
In keinem anderen der ein Dutzend noch ungelösten Mordfälle aus
den Jahren von 1985 bis zur Wende
auf dem Territorium von Sachsen ist
so etwas passiert. „Warum ausgerechnet im Fall meiner Tochter? Warum war die Polizei nicht in der Lage, das Beweismaterial ordentlich zu
sichern? Das fragt sich Günter Müller bis heute. Kein Wunder, dass er
nicht gut auf die Arbeit der Polizei
zu sprechen ist. Seine Frau hatte sich
in ihrer Hoffnungslosigkeit 1995 das
Leben genommen.
Botschaft der Liebe in der Mafia-Hochburg
In einer örtlichen Hochburg der Camorra predigt
Papst Franziskus in Neapel
gegen das organisierte
Verbrechen. Nicht immer
war die Kirche in Italien
da so konsequent.
VON ALVISE ARMELLINI
NEAPEL — In seiner Zeit als Erzbi-
schof von Buenos Aires hat Papst
Franziskus einst die übelsten Slums
der argentinischen Hauptstadt kennengelernt. Am Samstag bewegte er
sich also sozusagen auf vertrautem
Boden, als er eines der berüchtigtsten Stadtviertel von Neapel besuchte, die Mafiahochburg Scampia.
Dort ist die Camorra zu Hause, der
neapolitanische Zweig der Mafia.
Blutige Bandenkriege, bei denen
dort zwischen 2004 und 2005 mehr
als 100 Menschen starben, lieferten
die Vorlage für das Buch, den Film
und die TV-Serie „Gomorrha“.
„Brüder und Schwestern, kapituliert nicht vor dem Bösen“, sagte
Franziskus vor den Einwohnern
Scampias. Um ihn herum hatten
sich auch viele Kinder geschart. Der
Papst wetterte gegen Korruption,
Ausbeutung, die Diskriminierung
von Migranten – und gegen die Mafiapaten. „Seid standhaft gegen die
Organisationen, die die jungen Leute ausbeuten, die die Armen und
Schwachen ausbeuten mit dem zynischen Drogenhandel und anderen
Verbrechen“, sagte Franziskus. Die
„Camorristi“ rief er zur Umkehr auf.
„Mit der Gnade des Herrn ist es möglich, zu einem ehrlichen Leben zurückzukehren“, versprach er.
In der Vergangenheit war der katholischen Kirche in Italien immer
wieder vorgeworfen worden, bei
den Mafia-Verbrechen wegzuschauen, vor allem im Süden des Landes.
Dies änderte sich erst allmählich un-
Unerlaubte Bischofsweihe
Der britische Holocaust-Leugner
und erzkonservative katholische
Geistliche Richard Williamson hat in
Brasilien unerlaubt eine Bischofsweihe vollzogen. Das berichtet die Diözese in Nova Friburgo auf ihrer Internetseite. Damit droht Williamson erneut
die Kirchenstrafe der Exkommunikation. Der ehemalige Bischof der Piusbruderschaft war bereits 1988 exkommuniziert worden. Papst Benedikt XVI. hatte die Strafe aber 2009
aufgehoben, um den Weg zum Dialog
zum ebnen. (dpa)
Las den Kriminellen die Leviten: Franziskus in Neapel. FOTO: S. RELLANDINI/REUTERS
ter Papst Johannes Paul II., der bei einem Besuch auf Sizilien 1993 die
Mafia als „Kultur des Todes“ verdammte. Benedikt XVI. erkannte
2012 den Pater Pino Puglisi als Märtyrer an. Der Anti-Mafia-Priester war
1993 in Palermo ermordet worden.
In Kalabrien, wo die Mafia „’Ndrangheta“ heißt, sprach Franziskus die-
ser im Juni vorigen Jahres jede Zugehörigkeit zur katholischen Kirche
ab.
Italiens Mafia-Paten gelten als
fromme Männer. Bernardo Provenzano, früherer Kopf der Cosa Nostra,
pflegte in den 40 Jahren, die er auf
der Flucht war, Bibelstellen für geheime Botschaften zu nutzen. In Ka-
labrien gab es im vorigen Jahr große
Aufregung, als eine Prozession vor
das Haus eines ’Ndrangheta-Bosses
zog, um dessen Familie zu huldigen.
Italiens Anti-Mafia-Zar Franco Roberti beklagte in seinem Jahresbericht an das Parlament, dass Priester
und Bischöfe in Süditalien „von einigen edlen Ausnahmen abgesehen“
dabei versagten, den Ganoven die
Stirn zu bieten.
Kardinal Crescenzio Sepe, Erzbischof von Neapel, verkündete aber
eine „Null-Toleranz“-Politik gegen
den Paten. Er sagte der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“, dass
Camorra-Mitglieder nicht mehr
Taufpaten sein dürften und ihnen
die heilige Kommunion sowie
kirchliche Begräbnisse verwehrt
würden.
Papst Franziskus versuchte, den
Menschen in der süditalienischen
Metropole Hoffnung zu machen.
„Korruption und Verbrechen sollten
nicht diese schöne Stadt entstellen.
Die Kirche wiederholt an alle Kriminellen und ihre Komplizen: Bekehrt
euch zu Liebe und Gerechtigkeit!“
sagte er in Neapel. (dpa)
EIN VIDEO über den Papstbesuch können Sie sehen,
wenn Sie den Code mit Smartphone oder Tablet scannen.
» www.freiepresse.de/franziskus
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Montag, 23. März 2015
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Neue Ziele,
alter Trott
Vizeminister unter
Korruptionsverdacht
UWE KUHR
ÜBER DEN NEUEN
ANFANG IN DER FDP
Grieche soll als Anwalt entlassene Beamte
vertreten haben, die er nun wieder einstellt
FOTO: IMAGO
4 Freie Presse
uwe.kuhr@freiepresse.de
D
ie sächsische FDP steckt
weiter tief in der Krise. Die
dringend notwendige inhaltliche Neuausrichtung der Partei
wurde nach dem ersten Anlauf im
Oktober nun erneut verschoben.
Jetzt hoffen die Liberalen auf einen
weiteren Parteitag im Herbst.
Bis dahin bleibt die Partei sich
weitgehend selbst überlassen. Lagerbildungen wie bereits zwischen
konservativen und linksliberalen
Grüppchen sind erkennbar. Ein
einheitliches Auftreten wird dadurch erschwert. Unausgesprochene Differenzen schwelen weiter.
Unklar ist, wie die Partei, die zwischen 1994 und 2004 schon einmal
so einen Absturz in die Bedeutungslosigkeit überstanden hat, dieses
Mal auf die politische Bühne zurückkehren will. Immerhin hat sich
– anders als damals – die Landkarte
der Parteien stark verändert. Es gibt
eine AfD, mit der sich die FDP weiterhin nicht auseinandersetzt. Und
es gibt eine neue bürgerbewegte Protestkultur, zu deren Entstehung die
Liberalen als gescheiterte Regierungspartei mit beigetragen haben.
Großen Schaden hat die monatelange Weigerung des alten Landesvorstands angerichtet, sich zur Verantwortung des Debakels zur Landtagswahl 2014 zu bekennen. Als
Koalitionspartner war die FDP von
zehn Prozent auf 3,8 Prozent abgestürzt. Damit flog sie sogar aus dem
Landtag. Schuldzuweisungen gingen bisher stets nach außen. Nun
hat Parteichef Holger Zastrow erstmals gesagt: Ich habe Fehler gemacht. Dazu zählt sein Führungsstil, der freien demokratischen Ansprüchen nicht ansatzweise gerecht
wurde. Hier gibt es erst recht nach
seiner Wiederwahl viele Zweifel.
Was bisher an neuer Strategie anklang, ist zu wenig. Um Mittel wie
Bürgerbegehren und damit Formen
einer direkten Demokratie balgen
sich Parteien im Landtag, Pegida und
nun auch noch die FDP. Sie hat auf
der Suche nach ihrer Marktlücke
wertvolle Monate verloren. Vor allem ist die Frage unbeantwortet, wie
die Liberalen das Vertrauen zurückgewinnen wollen, das sie als Regierungspartei verspielt haben. Zu
leichtfertig hatte die FDP in der Koalition mit der CDU liberale Grundwerte und ihr politisches Rückgrat
geopfert. Dabei ist sie selbst dem „süßen Gift der Berufspolitik“ erlegen,
was Zastrow heute den anderen Parteien vorwirft. Das riecht gewaltig
nach dem alten Trott.
IMPRESSUM
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Langstrecke.
KARIKATUR: TOMICEK
In Griechenland gibt es Korruptionsvorwürfe gegen ein Regierungsmitglied. Nach einem Bericht der
Athener Sonntagszeitung „To Vima“
soll Vize-Innenminister Giorgos
Katrougalos als Anwalt entlassene
Beamte vertreten haben, deren Wiedereinstellung er als Minister angekündigt hat. Das Blatt veröffentlichte Dokumente, nach denen Katrougalos‘ Kanzlei noch am 27. Januar –
dem Tag, an dem er das Ressort für
Verwaltungsreform übernahm –
solche Verträge unterzeichnet hat.
Als Honorar seien zwölf Prozent des
Streitwerts vereinbart worden.
Die Veröffentlichung sorgte in
Athen für erheblichen Wirbel. Die
Opposition forderte den Rücktritt
des Ministers. In einer Pressekonferenz wies Katrougalos die Vorwürfe
zurück. Er habe seine Anwaltstätigkeit im vergangenen Sommer aufgegeben, nachdem er ins Europaparlament gewählt wurde. Das von „To
Vima“ veröffentlichte Dokument
betreffe keinen entlassenen Beamten, es sei vielmehr um Lohndifferenzen gegangen. „Wenn das alles
stimmen würde, müsste ich nicht
nur zurücktreten, sondern das Land
verlassen oder mich umbringen“,
sagte Katrougalos. Die Regierung
von Alexis Tsipras stellte sich demonstrativ hinter den stellvertretenden Innenminister. (dpa)
Liberale Appetithäppchen
Fast sieben Monate nach
dem Wahldebakel hat die
FDP wieder den alten
Vorsitzenden, aber immer
noch keinen Zukunftsplan.
VON UWE KUHR
HARTHA — Am Eingang zum 44. Parteitag der Sachsen-FDP in Hartha
(Mittelsachsen) lag ein kleines
schmales Druckwerk mit blauem
Einband. „Liberales Lesebüchlein“
hieß es und versprach im Untertitel
„Appetithäppchen und Grundsätzliches“. Wer diese Einstimmung ernst
nahm, wurde von diesem Parteitag
nicht enttäuscht. Überraschungen
blieben aus. Die knapp 250 Delegierten wählten Landesparteichef Holger Zastrow wieder. Er hatte zwar einen Gegenkandidaten, der aber kein
ernsthafter Herausforderer war.
Der angekündigte Neuanfang
wurde ein weiteres Mal verschoben.
Inhaltliche Debatten über die Ausrichtung der Partei in der außerparlamentarischen Opposition blieben
weitgehend aus. Kein Stahlgewitter,
kein Erdrutsch beim Führungspersonal. Allerdings gab es erstmals seit
31. August das diffuse Eingeständnis
von Zastrow, in Partei und Wahlkampf Fehler gemacht zu haben. Zuvor hatte er stets höhere Mächte – etwa die traurige Situation der Bundes-FDP und von ihm empfundene
„antiliberale Zeiten“ – verantwortlich gemacht. Auch der alte und später wiedergewählte Generalsekretär
Torsten Herbst übte sich in Demut.
Uwe Geisler, FDP-Kreisverbandschef Vogtland, sprach von einer zerrissenen Partei. Es sei ein beispielloser Vorgang in der Partei, dass nicht
der gesamte Landesvorstand die
Kraft gefunden habe, die Verantwortung zu übernehmen. Es brauche
„neue Köpfe mit neuen Gedanken
und Ideen“, sagte Geisler. Seine Hoffnung, „dass der Parteitag die Kraft
findet für einen Neuanfang auch in
personeller Hinsicht“, ging jedoch
nicht in Erfüllung.
Gegenkandidatur scheitert
Zastrow wurde mit 58,2 Prozent erneut zum Parteichef gewählt. 2011
und 2013 erhielt er stets über 95 Prozent der Stimmen, doch dieses Mal
musste er sich erstmals bei einer
Wahl einem Gegenkandidaten stellen. Er hatte in dem Deutschneudorfer Heinz-Peter Haustein – einst
der Mann zwischen Bundestag und
Bernsteinzimmer – aber nur einen
schwachen und in seiner Bewerbungsrede uninspirierten Konkurrenten. Haustein erhielt 24,5 Prozent der Stimmen. Obwohl sich im
Saal eine Mehrheit formierte, die
ihn trotz Niederlage gern als einen
der drei Landesvizechefs wollte, ließ
Haustein diese Möglichkeit offenbar
sausen. Er brüskierte seine Parteifreunde, indem er sich nach dem
Wahlakt ins Auto setzte und den
Parteitag vorzeitig verließ.
In der Diskussion musste
Zastrow dennoch Nehmerqualitäten zeigen. Marcus Viefeld, Kreischef von Leipzig, kritisierte: „Es liegt
ein Mehltau über dem Parteitag.“ Es
gehe um den Neustart der Freien Demokraten, „also bringt euch ein“,
appellierte er mit mäßigem Erfolg
an den Saal. Maximilian Pätz aus
Meißen, der viel Applaus erntete,
geißelte das System Zastrow im alten Landesvorstand. Dort habe er
„ein Duckmäusertum erlebt, das seines Gleichen sucht“. Für Ex-Wirtschaftsminister und Ex-Landesvorstand Sven Morlok waren derartige
Einschätzungen, „wie man sie treffender nicht hätte machen können“.
Von der Basis in den Kommunen
meldete sich Anita Maaß, Bürgermeisterin von Lommatzsch. Sie zog
sich enttäuscht aus dem Landesvorstand zurück. Weil dort die Kommunen nicht gehört würden, sagte sie,
„kann und will ich die Zeit dafür
nicht mehr aufbringen“.
Der FDP-Chef fordert die Rückbesinnung auf die bürgerliche Basis.
25 Jahre nach der Wende stehe die
Gesellschaft wieder an einem Scheideweg. Auch in Sachsen „haben wir
den Trend zu einer Art Parallelgesellschaft – eine zwischen der politischen Klasse und der Bürgerschaft“,
sagte Zastrow. Der Unterschied werde größer, der Graben tiefer. Ursache
sei eine „Deckel-drauf-Politik“. Sie
stelle Entscheidungen zu oft als alternativlos dar. „Mich erinnert das
an die Endzeit der DDR, als die Leute
den Parolen von denen da oben auch
keinen Glauben mehr schenkten.“
„Pegida ist mir zu dumm“
Den Protest von Pegida hält Zastrow
zwar für legitim, dennoch sei er
nicht der richtige Weg. „Ich war auf
keiner Demonstration, aber auch
auf keiner Gegendemo“, sagte er.
„Ich würde persönlich niemals zu
Pegida gehen können: Mir ist das zu
dumm, mir ist das zu wenig.“ Für die
FDP sieht er die Zukunft in Bürgerbegehren und in Petitionen. „Wir
wissen, wie das geht“, sagte er. Damit solle die FDP 2019 wieder in den
Landtag zurückkehren.
Aus den Wahlen zum Landesvorstand ging die Zastrow-Fraktion gestärkt hervor. Im engeren Kreis um
den Vorsitzenden haben seine Gefolgsleute eine klare Mehrheit. Das
war selbst Ex-Justizminister Jürgen
Martens zu viel. Als er nominiert
werden sollte, lehnte er dankend ab.
„Das wäre dann doch etwas zu viel
Ancien Régime“, sagte er. Es wäre zuviel vom alten System.
Vorstand der Sachsen-FDP
Holger Zastrow (46) ist seit 1999
Vorsitzender der rund 2.100 Mitglieder starken sächsischen FDP.
Generalsekretär der Partei wurde
Torsten Herbst (41). Erste Stellvertreterin des Landesvorsitzenden ist Anja
Jonas (41) aus Markkleeberg. Zweiter
Stellvertreter ist Robert Malorny (35)
aus Dresden. Dritter Vize wurde René
Hobusch (38) aus Leipzig. Neuer
Schatzmeister ist der Ex-Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Roland
Werner (44) aus Dresden.
Holger Zastrow - mit mageren 58 Prozent wiedergewählt.
FOTO: M. HIEKEL/DPA
13 Beisitzer komplettieren den
19-köpfigen FDP-Landesvorstand.
Dreiviertel der Mitglieder sind neu
im Landesvorstand. (uk)
Hunderttausende Kurden feiern ihren Anführer
Seit 1999 sitzt PKK-Chef
Abdullah Öcalan auf einer
türkischen Gefängnisinsel
in Haft. Seinen Einfluss
hat das nicht geschmälert.
In einer Botschaft ruft er
nun zum Frieden mit der
türkischen Regierung auf.
VON CAN MEREY
DIYARBAKIR — Es sah aus, als könnte
die PKK sogar das Wetter bestimmen: Als zum kurdischen Neujahrsfest Newroz am Samstag in der südosttürkischen
Kurdenmetropole
Diyarbakir die Botschaft ihres inhaftierten Chefs Abdullah Öcalan verlesen wird, hört der Regen plötzlich
auf und die Sonne bricht durch die
Wolken. Hunderttausende rufen:
„Lang lebe unser Anführer Öcalan!“
Die Feier zeigt, wie viel Unterstützung die verbotene kurdische Arbei-
terpartei bei den Kurden genießt –
und dass Öcalans Einfluss auch
nach 16 Jahren in türkischer Haft
ungebrochen ist.
Seit gut 30 Jahren kämpft die
PKK – zunächst für ein unabhängiges Kurdistan, inzwischen offiziell
für weitreichende Autonomie innerhalb der Türkei. Öcalan wirbt in
seiner Botschaft für Frieden mit der
Regierung. Es sei an der Zeit, die
grausame und zerstörerische Geschichte zu beenden und eine Ära
des Friedens, der Brüderlichkeit und
der Demokratie zu beginnen.
Öcalan hatte die PKK schon Ende
Februar dazu aufgefordert, einen
Kongress einzuberufen und zu beschließen, die Waffen unter bestimmten Voraussetzungen niederzulegen. Die Kurden fordern etwa
mehr regionale Selbstbestimmung.
In seiner Newroz-Botschaft bekräftigte Öcalan seinen Wunsch, den bewaffneten Kampf zu beenden. Mit
dem Kongress werde eine „neue
Ära“ beginnen. Viele Kurden haben
allerdings den Glauben daran verloren, dass der türkische Präsident Re-
cep Tayyip Erdogan es ernst meint
mit dem Versöhnungsprozess.
Die zentrale Newroz-Feier in Diyarbakir sendet dabei aus Sicht der
PKK und der ihr nahestehenden Partei HDP ein wichtiges Signal aus:
dass die Freiheitsbewegung der Kurden weiterhin die Massen mobilisieren kann. Hunderttausende sind es
sicherlich, die zum Newroz-Feld am
Rande Diyarbakirs geströmt sind.
Abdullah
Öcalan
Inhaftierter Chef
der PKK (1999)
FOTO: DPA
Die HDP spricht sogar von mindestens 1,5 Millionen Teilnehmern.
Die Feier zeigt auch, wie viel Auf-
Kurdisches Neujahrsfest in Diyarbakir: Über den Köpfen ein Meer aus Flaggen, die meisten sind in der Türkei illegal.
FOTO: SEDAT SUNA/DPA
trieb der siegreiche Kampf der Kurden gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in der syrischen Grenzstadt Kobane der PKK gegeben hat und wie viel Glaubwürdigkeit Erdogan dabei verspielt hat. „Die PKK ist
so stark wie nie“, sagt Abdullah Demirbas. Der HDP-Politiker war Bürgermeister der Altstadt von Diyarbakir, jetzt kandidiert er für die Parlamentswahl im Juni. Einer seiner
Söhne ist bei der PKK. „Während der
Kämpfe um Kobane haben sich Tausende junge Menschen der Organisation angeschlossen.“
Bei der Newroz-Feier spricht Asya
Abdullah, die Ko-Vorsitzende der
PYD, der syrischen Schwesterpartei
der PKK. „Der Widerstand in Kobane ist Motivation für alle Kurden“,
ruft sie. „Keine Macht, kein Land
wird uns schlagen. Sie können uns
nicht schlagen.“ (dpa)
DIE ARTE-DOKU „Öcalan
und die Kurdenfrage“ sehen
Sie, wenn Sie diesen Code mit
dem Smartphone oder Tablet
scannen. » www.freiepresse.de/kurden
POLITIK
Montag, 23. März 2015
NACHRICHTEN
„ SPIEGEL“-BERICHT
BND-Neubau wurde
vorsätzlich geflutet
BERLIN — Der schwere Wasserscha-
den in der künftigen Berliner Zentrale des Bundesnachrichtendienstes
soll nach einem „Spiegel“-Bericht
vorsätzlich herbeigeführt worden
sein. Der oder die Täter hatten in der
Nacht zum 3. März fünf Wasserhähne an Leitungen abmontiert, die
bereits unter Druck standen;
2000 Quadratmeter Bürofläche wurden überflutet. Die Räume seien zu
dem Zeitpunkt bereits baulich abgenommen und verschlossen gewesen, berichtet das Magazin. Um hineinzugelangen, habe man eine der
118 elektronischen Schlüsselkarten
besitzen müssen. (dpa)
RECHTSEXTREMISMUS
Hakenkreuze an
Bürgermeister-Haus
HOF — Das private Anwesen des
Hofer Oberbürgermeisters Harald
Fichtner (CSU) ist mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Am Eingangstor und an der Garage seien in
der Nacht auf Samstag vier Hakenkreuze aufgesprüht worden, teilte
das Polizeipräsidium Oberfranken
mit. Auf die Täter gebe es bislang
keine Hinweise. Bereits zweimal waren zuvor an Hofer Asylbewerberunterkünften Hakenkreuze entdeckt worden, ebenso an einem geplanten Flüchtlingsheim in der
Landkreisgemeinde Feilitzsch. Die
Kriminalpolizei Hof richtete nun eine Ermittlungsgruppe ein. (epd)
Etappensieg
für Sarkozy bei
Regionalwahlen
Frankreichs Wähler haben
die Rechtsextremen nicht
zur ersten Partei des Landes gemacht. Das Rennen
macht ein alter Bekannter
mit großem Ehrgeiz.
VON BIRGIT HOLZER UND
HANNS-JOCHEN KAFFSACK
PARIS — Die
konservative Partei
UMP des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy hat nach Hochrechnungen die erste Runde der französischen Départementswahlen klar gewonnen. Sie kommt auf 29 bis
32 Prozent. Der rechtsextreme Front
National von Marine Le Pen folgt
mit etwa 25 Prozent, ergaben die
Hochrechnungen der Institute. Dieses Ergebnis hatte der Front National bereits bei den Europa-Wahlen
im vergangenen Jahr erreicht.
Eine schwere Schlappe muss die
Sozialistische Partei von Staatspräsident François Hollande hinnehmen.
Wahlinstitute sahen sie lediglich bei
20 Prozent oder etwas darüber. Regierungschef Manuel Valls freute
sich dennoch darüber, „dass die extreme Rechte nicht die erste politi-
sche Formation in Frankreich ist“.
Jetzt hänge alles von der Stichwahl
kommenden Sonntag ab. In Frankreich gibt es 101 Départements, wobei in Paris und Lyon sowie teils in
Übersee nicht gewählt wurde.
Die Abstimmung in den Landkreisen galt als Stimmungstest für
die Präsidentenwahl in Jahr 2017.
Sarkozy wird der Ehrgeiz nachgesagt, dort wieder als Kandidat für das
höchste Staatsamt antreten zu wollen. „Die Franzosen wollen eine klare Veränderung, beginnend mit den
Départements“, sagte Sarkozy gestern und feierte den Schlag gegen
die Sozialisten.
Marine Le Pens Front National
hat die von Meinungsforschern vorhergesagten 33 Prozent nicht erreicht. Doch etwa jeder vierte Wähler stimmte für die Partei der Rechtspopulistin. Le Pens Triumphzug ist
damit längst nicht gestoppt. Nach
den islamistischen Anschlägen im
Januar in Paris organisierte sie in einer südfranzösischen Hochburg ihrer Partei eine Veranstaltung, die nur
zum Schein die Opfer würdigte und
zum Wahlkampf-Meeting verkam.
Auch Korruptionsvorwürfe gegen
Parteimitglieder tat sie kurzerhand
als Komplott ab. Doch trotz alledem
gilt sie vielen als einzige Alternative
zu den übrigen Politikern. (mit dpa)
Freie Presse
5
Neue
Gefechte in
Ostukraine
Imam radelt mit Rabbiner
Poroschenko: Elf Staaten
leisten Militärhilfe
Zum Abschluss der Berlin Bicycle Week sind gestern Rabbiner und Imame auf Tandems vom Brandenburger Tor vorbei an jüdischen und muslimischen Einrichtungen zur Tempelhofer Freiheit geradelt. Unter
ihnen waren auch Ferid Heider (l.) und Rabbi Daniel, die vor der Synagoge in der Oranienburger Straße aufs Rad stiegen. Seit 2013 besuchen
Imame und Rabbiner in Berlin im Rahmen des Projektes meet2respect
des gemeinnützigen Vereins Leadership Berlin gemeinsam Schulen mit
mehrheitlich muslimischen Kindern und Jugendlichen. Im „Tandem“
sprechen sie sich gegen Gewalt und Diskriminierung aus und setzen ein
FOTO: CHRISTIAN DITSCH/EPD
Zeichen für gutes Zusammenleben.
DONEZK — Trotz einer Waffenruhe
im Kriegsgebiet Ostukraine melden
Beobachter neue Explosionen und
Gefechte im Donbass. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa berichtete ohne
Schuldzuweisung über Dutzende
Fälle von schwerem Beschuss in der
Konfliktregion. Trotz eines vereinbarten Abzugs großkalibriger Waffen werde in den Regionen Donezk
und Luhansk noch immer schwere
Militärtechnik gesichtet.
Das ukrainische Militär warf den
prorussischen Separatisten wiederholte Verstöße gegen die Feuerpause
vor. Die Aufständischen beschuldigten die Regierungstruppen, den
Bahnhof von Donezk unter Feuer
genommen zu haben. Sie gehen davon aus, dass die Ukraine einen neuen Angriff auf den Donbass vorbereitet. Die Umsetzung des am 12. Februar in Minsk vereinbarten Friedensplans ist damit weiter unsicher.
Der ukrainische Präsident Petro
Poroschenko teilte am Samstag in
Kiew mit, dass inzwischen elf Staaten seinem Land militärisch-technische Hilfe geleistet hätten. Er nannte kein Land namentlich. In der
Ukraine sind bereits britische Militärausbilder im Einsatz, auch USSoldaten werden in Kürze dort für
Trainingszwecke erwartet. Zudem
hofft die Ukraine auf westliche Waffenlieferungen. (dpa)
A N ZE I G E
Russland droht Dänemark
Streit um Beteiligung an Nato-Raketenschutzschild
KOPENHAGEN — Dänemark hat em-
pört auf russische Warnungen reagiert, das skandinavische Land
könne Ziel von Atomraketen werden, wenn es sich am Nato-Raketenschutzschild beteilige. Außenminister Martin Lidegaard wies entsprechende Äußerungen von Russlands
Botschafter Michail Wanin als „inakzeptabel“ zurück.
Wanin hatte am Samstag in einem Beitrag für die Tageszeitung
„Jyllands-Posten“ geschrieben, Dänemark sei sich anscheinend über die
Konsequenzen nicht im Klaren, soll-
te es sich dem geplanten Raketenabwehrschirm anschließen. „Wenn
dies passiert, werden dänische Marineschiffe Ziele russischer Atomraketen“, schrieb Vanin.
Der Nato-Schutzschild war zur
Abwehr von Raketen aus „Schurkenstaaten“ wie dem Iran erdacht
worden. Die Nato hatte Russland zur
Kooperation eingeladen. Russland
hatte das abgelehnt und das System
als gegen sich gerichtet betrachtet.
Dänemark will eine Fregatte mit einem Radar für den Schutzschild ausstatten. (dpa)
Jemen verlegt
seine Hauptstadt
Seit Monaten versinkt das
Land in politischem Chaos
– nun treibt Präsident
Hadi die Spaltung weiter
voran. Und sunnitische
Extremisten zetteln einen
Religionskrieg an.
ADEN — Der Jemen steht vor einer
Zerreißprobe. Nachdem Präsident
Abed Rabbo Mansur Hadi am Wochenende die im Süden gelegene Hafenstadt Aden zur neuen Hauptstadt
ausgerufen hatte, stießen schiitische
Huthi-Rebellen gen Süden vor. Sie
rückten gestern in der Stadt Tais ein
und eroberten den Flughafen sowie
Staatsgebäude. Die Universitätsstadt liegt knapp 200 Kilometer südlich von Sanaa – und nur rund 130
Kilometer vor Aden. Der UN-Sicherheitsrat wollte sich am Abend in einer außerplanmäßigen Sitzung mit
der Krise im Jemen beschäftigen.
Das Land wird zwischen rivalisieren Kräften zerrieben. Die Huthi
kontrollieren den Norden und die
eigentliche Hauptstadt Sanaa, Präsident Hadi sowie mehrere Regierungsmitglieder waren von den Aufständischen Mitte Januar dort unter
Hausarrest gestellt worden. Ende Fe-
bruar konnte Hadi nach Aden fliehen. Von dort aus versucht er, die
Macht wiederzuerlangen.
In einer Fernsehansprache erklärte Hadi die Hafenstadt am Samstag zur neuen offiziellen Hauptstadt
des zerrissenen Landes. Das im Süden gelegene Aden werde „vorübergehend“ die bisherige Hauptstadt
Sanaa ablösen, sagte Hadi. Noch in
der Nacht zum Sonntag waren daraufhin bewaffnete Huthi-Anhänger gen Süden vorgerückt. Ein lokaler Beamter sagte, die Rebellen hätten den Flughafen, eine Militärbasis
sowie mehrere Staatsgebäude in
Tais unter ihre Kontrolle gebracht.
Aden ist die zweitgrößte Stadt des
Jemens und war einst Hauptstadt
des sozialistisch geführten Südjemens, der 1990 in den von Sanaa aus
regierten Nordjemen integriert wurde. In einem folgenden Bürgerkrieg
hatte der Süden vergeblich um seine
erneute Unabhängigkeit gekämpft.
Der Jemen gilt als Hochburg eines El-Kaida-Ablegers. Nun bekannten sich dort erstmals auch Kämpfer
der Terrormiliz Islamischer Staat zu
Anschlägen: Vier Selbstmordattentäter hatten sich am Freitag in zwei
Moscheen in Sanaa in die Luft gesprengt. Mehr als 130 Menschen
starben. Die USA zogen inzwischen
ihr letztes Botschaftspersonal aus
dem Jemen ab. (dpa)
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6 Freie Presse
NACHRICHTEN
DEUTSCHE BANK
Privatkundenbereich
vor dem Umbau
FRANKFURT (MAIN) — Bei der Deut-
schen Bank steht Finanzkreisen zufolge das Privatkundengeschäft vor
Umwälzungen. Im Rahmen der Strategiedebatte über die künftige Aufstellung von Deutschlands größtem
Geldhaus habe der Aufsichtsrat drei
Stunden lang drei Szenarien diskutiert, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen. „Das Privatkundengeschäft muss in jedem Modell Federn lassen“, erklärte einer der Insider. Das passiere am wenigsten,
wenn eine eigene Privatkundenbank inklusive Postbank geschaffen
und über einen Börsengang abgespalten werde. Dafür gebe es im Aufsichtsrat, der am Freitag 14 Stunden
lang tagte, derzeit die größte Zustimmung. Entscheidungen seien aber
noch nicht gefallen. Die Deutsche
Bank wollte sich nicht äußern. (rtr)
BANKWESEN
Erste Lizenz für
islamisches Institut
FRANKFURT
(MAIN) — Erstmals in
Deutschland hat eine Bank eine Lizenz erhalten, deren Geschäfte nach
den Regeln des islamischen Finanzwesens ablaufen. Die Aufsichtsbehörde Bafin habe die Kuveyt Türk
Bank voll zugelassen, schreibt das
„Handelsblatt“ – eine Premiere in
der hiesigen Branche. Das türkische
Institut hatte bereits eine Filiale in
Mannheim eröffnet und angekündigt, sobald wie möglich eine Lizenz
als Vollbank bekommen zu wollen.
Nun will die Bank auch in Frankfurt,
Berlin und Köln starten. Zu den Besonderheiten des Koran-konformen
Bankwesens gehören der Verzicht
auf Spekulationsgeschäfte und unschickliche Investitionen, aber vor
allem das Zinsverbot. Weil zeitlich
gestreckte Darlehen unzulässig
sind, kaufen Banken zu finanzierende Objekte selbst und geben sie dann
gegen einen zinslosen Gewinnaufschlag weiter. (dpa)
WIRTSCHAFT
Montag, 23. März 2015
Porsche-Chef: Elektro-Auto
Verliert der Dax
braucht Zeit und Hilfe vom Staat seinen Schwung?
E
BÖRSENWOCHE
VON BARBARA SCHÄDER
Für den Autobauer schließen sich Umweltfreundlichkeit und Fahrspaß
nicht aus. Ein Problem ist
noch die Batterietechnik.
VON RAMONA NAGEL
CHEMNITZ — Der
Marketing-Club
Chemnitz hat ein Mitglied mehr –
und ein prominentes dazu. Am Freitagabend erhielt Porsche-Vorstandschef Matthias Müller die Ehrenurkunde. Zu seiner Heimatstadt hat er
immer noch Kontakt, nicht nur wegen der Verwandtschaft. Chemnitz
ist Autoregion, das Porsche-Werk in
Leipzig mit 3250 Mitarbeitern keine
100 Kilometer entfernt. 2016 wird
dort der erste komplett in Leipzig gefertigte Panamera vom Band rollen
und damit die zweite Baureihe den
ganzen Fertigungsprozess durchlaufen. Derzeit wird die Karosserie in
Hannover gefertigt, bevor sie für die
Vor- und Endmontage nach Leipzig
kommt. Für diese neue Etappe in der
Standortgeschichte sucht Porsche
weitere 600 Fachkräfte. Sorgen, dass
sie nicht gefunden werden, hat Müller nicht: „Wir sind ein attraktiver
Arbeitgeber.“
Neben Autos mit Benzin- und
Dieselantrieb werden in Leipzig der
Panamera und Cayenne auch als Hybridmodelle produziert. Der erst seit
wenigen Monaten auf dem Markt
befindliche neue Cayenne Plug-inHybrid hat im Vergleich zu seinem
Vorgänger fünf Mal mehr Akku-Kapazität und einen doppelt so starken
Elektromotor. „Wir setzen da an, wo
wir tatsächlich etwas verändern
können, in der Garage und im Alltag
unserer Fahrer“, meint Müller. Plugin-Hybrid-Wagen haben einen Verbrennungs- und einen E-Motor. Der
Strom kommt per Ladekabel aus
dem Netz und wird per Akku gespei-
Blick in die Fertigung bei Porsche in Leipzig. Hier montieren Mitarbeiter einen Panamera.
chert – daher der Name Plug-in (für
einsteckbar). Wenn die Batterie erschöpft ist, springt der Verbrennungsmotor an.
Für die Ingenieure ist die Produktion der Autos immer wieder eine
Herausforderung. Sie müssen das
Matthias
Müller
Vorstandschef Porsche
FOTO: BERND WEISSBROD/DPA
nahtlose Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotor an
den Taktstraßen realisieren. „Es ist
nicht einfach, ein so komplexes Antriebssystem in das Montageband
einzutakten“, meint Müller. Umweltfreundlichkeit und Fahrspaß
mit solch sportlichen Wagen – geht
das überhaupt? „Klar“, sagt Müller.
„In der Stadt sauber mit dem E-Motor, außerhalb mit normalem Antrieb darf es dann etwas schneller
werden.“
Trotz dieser Aussichten sind unter den 44 Millionen in Deutschland
zugelassenen Fahrzeugen erst
108.000 Plug-in-Hybrid- und nur
19.000 reine Elektro-Autos. Und das
hat Gründe. Mit dem E-Antrieb lassen sich etwa 50 Kilometer bewältigen, die Ladezeit für solche Autos beträgt zwischen vier und 24 Stunden.
Geringe Reichweite und lange Ladezeiten schrecken offenbar ab.
„Außerdem ist die Batterietechnik noch nicht dort, wo wir hinwollen“, meint Müller. „Es braucht Zeit
und auch mehr Unterstützung vom
Staat.“ Er verweist auf Norwegen
mit einem E-Auto-Anteil von 13 Prozent. Diese Pkw seien steuerbefreit,
Parkplätze dafür kostenlos. Zudem
gebe es in dem Land gut 570 Ladesowie 220 Schnellladestationen.
FOTO: JAN WOITAS/DPA
Müller: „Davon sind wir in Deutschland noch weit entfernt.“ Allein für
die Laternenparker in den Städten
sei das „Auftanken“ problematisch.
„Man kann nicht mal eben ein 40Meter-Kabel aus dem Küchenfenster
ziehen.“ Dass umweltfreundliche
Pkw aber auch im Sportbereich Potenzial haben, will Porsche beim 24Stunden-Rennen von Le Mans
(Frankreich) zeigen. Dort starten
auch drei Porsche 919 hybrid.
Plattform mit 100 Mitgliedern
Der Marketing-Club Chemnitz ist eine Plattform für Vermarktungs-Experten mit reichlich 100 Mitgliedern.
Er hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Marketing in Wirtschaft und
Gesellschaft zu fördern. Gemeinsam
mit 60 weiteren regionalen Clubs sind
die Chemnitzer Teil eines flächendeckenden Netzwerkes innerhalb des
Deutschen Marketing-Verbandes. (fp)
A N ZE I G E
Spargelbauern in
Sachsen startklar
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beheizte Gewächshäuser
setzen, könnten schon vor
Ostern kleine Mengen des
Gemüses auf den Markt
kommen.
VON LARS MÜLLER
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lukrative Ostergeschäft werden Sachsens Spargelbauern wohl in diesem Jahr nicht schaffen. Dafür steht das Fest zu früh im
Kalender und die Nächte sind derzeit noch zu frostig. Der Spargelverband rechnet mit einem Erntebeginn im Freiland kurz nach Ostern.
Verbandschef Holger Schöne sagte,
selbst das sei noch sehr früh. „Lange
Jahre lag der Beginn der Spargelsaison im Freistaat um den 22. April herum.“ Nach milden Wintern habe
die Ernte in den letzten Jahren aber
meist um den 15. April begonnen.
Möglich ist das frühe Stangenstechen, weil die Spargelbauern teilweise mehrere Lagen schwarze Folie
über ihre sandigen Felder legen. Die
Sonne erhitzt dann den Boden. So
richtig in Schwung komme Spargel,
wenn die Erde zehn bis zwölf Grad
warm werde, hieß es. Dafür dürften
aber die Nachttemperaturen nicht
unter den Gefrierpunkt sinken.
Verkauft wird der Spargel überwiegend ab Hof. Kunden würden für
das regionale Gemüse teils weite
Anreisen in Kauf nehmen, sagte Roland Naumann, Mitinhaber der Firma Agrar Naundörfel bei Meißen.
Kunden aus dem Chemnitzer Raum
oder dem Erzgebirge würden häufig
den Ausflug zum Spargelbauern mit
einem Besuch beim Winzer verbinden. Naumann hat Spargel auf zehn
Hektar Fläche stehen. Vor allem der
Mindestlohn sorge für hohe Kosten
bei den Landwirten, das werde sich
auf den Preis auswirken. Konkret
werde der Preis aber immer nach der
tagesaktuell verfügbaren Menge
festgelegt, hieß es. Einstiegspreise
will keiner der Erzeuger nennen.
Um als erste mit der Ernte beginnen zu können, setzen laut Verband
„einige wenige“ Betriebe auf beheizte Gewächshäuser oder Folienanlagen. Diese Betriebe könnten eventuell erste kleine Mengen schon vor
Ostern stechen. Ganz ohne Folie
würde der Spargel frühestens Anfang Mai erntereif.
Dem Sächsischen Spargelverband gehören 17 Betriebe an. 2014
wurden fast 930 Tonnen geerntet.
Schwerpunktmäßig wird Spargel
im Flachland angebaut, unter anderem um Meißen, im Raum Leipzig
sowie in der Region Bautzen.
Anbau unter Glas: Bis hier der erste
Spargel geerntet wird, dauert es
noch ein paar Tage.
FOTO: DPA/ARCHIV
r steigt und steigt und steigt.
Es scheint, als kenne der Aktienindex Dax kein Halten
mehr: In der Vorwoche übersprang
das Kursbarometer erstmals die
Marke von 12.000 Punkten, seit Jahresbeginn ist der Index um mehr als
20 Prozent gestiegen. Die Analysten
der hessisch-thüringischen Landesbank Helaba warnen deshalb vor einem „Höhenrausch“. Die Commerzbank dagegen erwartet, dass es weiter aufwärts geht – allerdings mit gedrosseltem Tempo. Für eine Fortsetzung der Rallye spreche der schwache Euro, der den meisten Dax-Konzernen 2015 steigende Gewinne bescheren dürfte. Allerdings seien ihre
Aktien im historischen Vergleich
schon sehr teuer, weshalb sich der
Kursanstieg verlangsamen dürfte,
argumentiert Commerzbank-Analyst Alexander Hürkamp.
Das wichtigste Argument für Aktien bleibt der Mangel an Alternativen. Angesichts der niedrigen Zinsen fließt immer mehr Geld in den
Kapitalmarkt. So meldeten die deutschen Fondsgesellschaften kürzlich
einen Absatzrekord: Im Januar flossen der Branche netto 27,5 Milliarden Euro zu, so viel wie noch nie in
einem einzigen Monat. Immerhin
ein Drittel dieser Summe entfiel auf
Publikumsfonds – ein Zeichen, dass
auch Privatanleger wieder verstärkt
in Wertpapiere investieren.
Zwar wird die US-Notenbank Fed
ihren Leitzins wohl noch dieses Jahr
wieder erhöhen. Doch die Aussagen
von Fed-Chefin Janet Yellen legen
nahe, dass sie dabei äußerst behutsam vorgehen wird. „Die US-Notenbankchefin weiß aus historischer
Erfahrung, dass deutliche Zinssteigerungen wie Massenvernichtungswaffen auf die Finanzmärkte wirken“, sagt Robert Halver von der Baader-Bank. Ein solches Risiko werde
Yellen nicht eingehen. Moderate
Zinssteigerungen wiederum sollten
die Aktienmärkte verkraften.
Rückschläge bleiben dennoch
möglich. Sollte der Streit zwischen
Griechenland und den übrigen Euro-Staaten eskalieren oder der
schwelende Krieg in der Ukraine
wieder aufflammen, droht an den
Börsen eine schmerzhafte Korrektur. Aber aktuell herrscht eitel Sonnenschein. Daran dürfte auch der
Ifo-Geschäftsklimaindex, der am
Mittwoch veröffentlicht wird,
nichts ändern. Spannend wird es dagegen am Donnerstag: Da stellt der
Dax-Konzern Adidas seine neue Unternehmensstrategie vor.
Lufthansa
fliegt wieder
nach Plan
Piloten: Neue Streiks
sind jederzeit möglich
FRANKFURT (MAIN) — Rückkehr zur
Routine nach vier Tagen Streik: Die
Lufthansa ist gestern wieder weitgehend nach Plan geflogen. „Der Flugbetrieb hat sich normalisiert“, sagte
ein Sprecher von Deutschlands
größter Airline. Auf der Langstrecke
habe es aus betrieblichen Gründen
noch einzelne Ausfälle gegeben. Ob
und wann die Piloten ihren Streik
fortsetzen, blieb zunächst unklar.
Neue Ausstände seien jederzeit möglich, würden aber 24 Stunden vorher
angekündigt, sagte ein Sprecher der
Vereinigung Cockpit. Derweil steht
bei der Lufthansa heute der nächste
Tarifkonflikt an: Die Gewerkschaft
Verdi verlangt für 33.000 Boden-Beschäftigte 5,5 Prozent mehr Geld.
Der Streik der Piloten hatte – in der
seit einem Jahr inzwischen zwölften
Welle – von Mittwoch bis Samstag
um Mitternacht gedauert. Lufthansa hatte vorgestern 74 von 160 Langstrecken-Routen streichen müssen.
Gut 20.000 Passagiere seien betroffen gewesen, hieß es. (dpa)
KULTUR
Montag, 23. März 2015
NACHRICHTEN
HANS ERNI
Freie Presse
Mensch am Boden
Furz-Witze
gegen
nationale
Marotten
Schweizer Maler mit
106 Jahren gestorben
LUZERN — Der Schweizer Maler und
Grafiker Hans Erni ist tot. Er starb
am Samstag mit 106 Jahren in einer
Klinik seiner Heimatstadt Luzern.
Seine Familie bestätigte gestern eine
entsprechende Meldung. Der Künstler hinterlässt ein umfangreiches
Werk mit Lithografien, Buchillustrationen, mehr als 300 Plakaten und
mehrere Wandbildern – darunter
für die Vereinten Nationen und das
Rote Kreuz. Der ursprüngliche Surrealist Erni hatte sich über die Jahre
zu einem beliebtesten Maler des
Landes gewandelt, das breite Publikum liebte ihn als humanistischen
Künstler mit virtuos-schönen Bilder.
Dass Erni sich angesichts der Nazizeit vorübergehend dem Marxismus
zugewandt hatte, war ihm aber auch
übel genommen worden, einige Zeit
galt er als „Landesverräter“. (dpa)
Kaya Yanar unterhielt am
Samstag in Chemnitz
mit Reise-Weisheiten
VON SARAH HOFMANN
CHEMNITZ — Eine lange Schlange aus
TWISTED SISTER
Schlagzeuger
A.J. Pero ist tot
LOS ANGELES — Der Drummer der
amerikanischen Metalband Twisted
Sister, A.J. Pero, ist tot. Der Schlagzeuger starb im Alter von 55 Jahren,
wie seine Bandkollegen via Facebook mitteilten. Peros Agent Dan
Stanton sagte dem Sender CNN, dass
der Musiker vermutlich einen Herzschlag erlitten habe. Er war leblos
im Tourbus gefunden und ins Krankenhaus gebracht worden, wo er
starb. „Mein Freund, mein Bruder,
mein Bandkollege ist heute gestorben. Mein Herz ist gebrochen“,
schrieb Sänger Dee Snider bei Twitter. Anthony Jude Pero, der bereits
als kleiner Junge trommeln gelernt
hatte, trat Anfang der 1980er Jahre
Twisted Sister bei und spielte auf allen frühen Alben der Band, von denen insgesamt 20 Millionen Stück
verkauft wurden. Mit Hits wie
„We’re Not Gonna Take It“ und
„I Wanna Rock“ wurde die Band
auch deshalb weltweit bekannt,
weil sie als eine der erste unterhaltsame Videoclips drehen ließ, die in
den Anfangstagen von MTV häufig
gezeigt wurden. (dpa)
FALSCH & RICHTIG
Armstrong in der DDR: Auf der
Geschichtsseite in der WochenendBeilage vom 20. März stand, dass ein
geplantes Konzert von Louis Armstrong 1965 in Schwerin wegen zu
geringer Nachfrage abgesagt werden
musste. Das stimmt zwar, aber es
waren insgesamt zwei Konzerte in
Schwerin geplant gewesen, wovon
eines auch stattfand.
Verdammt, ich lieb dich: Adam (Mark Van Arsdale) ist in Bezug auf Eva (Marie-Pierre Roy) die Sinnlichkeit abhanden gekommen. FOTO: D. WUSCHANSKI/OPER CHEMNITZ
Mit „Paradise Reloaded
(Lilith)“ gelingt der Oper
Chemnitz ein etwas
holpriger Einstieg in einen
einsichtsreichen Mythos.
VON TIM HOFMANN
CHEMNITZ — Das Interesse an der Ge-
schichte von „Paradise Reloaded“
war groß: Mit 150 Zuhörern hatte
das Theater Chemnitz zur Diskussionsrunde „Eva vs. Lilith – Wer war
Adams erste Frau?“ am Samstag vor
der deutschen Erstaufführung der
Peter-Eötvös-Oper,
vermeintlich
reichlich gerechnet – um dann nicht
nur 300 Besucher in den zu kleinen
Raum im Landesarchäologiemuseum quetschen, sondern etliche wieder heimschicken zu müssen.
Guter neuer Stoff für die Opernbühne also? Nach der durchaus bewegenden, aber eher solide als stürmisch beklatschten Premiere muss
man sagen: vielleicht. Das liegt vor
allem am einerseits mutlosen, andererseits überambitionierten Libretto
von „Paradise Reloaded“. Wohl um
den Einstieg in den Lilith-Mythos zu
erleichtern stützt sich die Geschichte auf das bekannte Faust-Gerüst, in
das die Figur von Adams erster Frau
quasi eingemogelt wird, auf dass sie
dort die Kontrolle übernehme. Das
führt aber dazu, dass dann weder ihre Geschichte noch die von Pakt und
Teufel als roter Faden funktioniert:
Man muss Lilith schon gut kennen,
um ihre Beweggründe auf der Bühne auch nachvollziehen zu können.
Tut man das, gibt es in der zweiten,
der Anspielungsebene einen satten
Bilderreichtum, der durchaus zum
Zweitbesuch einlädt.
Anderenfalls macht die gut gemeinte Würze der Kürze (zwölf Bilder werden in anderthalb pausenlosen Stunden verhandelt) aus dem
Stoff ein leicht verwirrendes Kaleidoskop – obwohl die Inszenierung
Musik und Bilder schlüssig zusammenfügt und damit gute Oper im
besten Sinn ist. Im Kino würde man
sagen: Schön gemachter Film mit
schwachem Drehbuch.
Adam, der zauderhafte Wurm
Los geht es mit dem Bühnen-Paradies, aus dem Adam und Eva vertrieben werden sollen: ein Ostblock-Hotel, an dessen Rezeption Lilith die
Strippe zum Himmelstelefon kappt.
Unter Gottes Nummer ist eh kein
Anschluss, wie sich zeigen wird. Passend dazu entpuppt sich der Teufel
als farbloser Geselle, dem auch bemühte Lacher kaum Profil verleihen. Er ist letztlich nur ein Schatten,
dessen Regeln in den Wind gesprochen werden. Sinnig: Sein gefallenes
Engelstrio besteht aus Rabbi, katholischem Priester und evangelischem
Pfarrer – ein Vertreter des Islam fehlt
unentschuldigt.
Und die Menschen? Adam, der
in Vergangenheit und Zukunft
Vorzüge und Schrecken seines
Geschlechts erfahren soll, erinnert
als zauderhafter Wurm an eine Mischung aus feigem Frauenheld (Dr.
Gaius Baltar in „Battlestar Galactica“) und glücklos fiesem Autohändler (Jerry Lundegaard in „Fargo“). Eva
ist dagegen ganz das Heimchen, an
dem Adam vor allem seine Rippe, also sich selbst, liebt. Was Lilith mit
diesem Typen will, bleibt ihr Geheimnis – aber genau das ist der
Punkt: Sie will ihn, und sie ist die
einzige, die sich eines Willens trotz
Das Stück
Lilith will den Teufel als Vollstrecker
eines Faust-Pakts dazu bringen, ihr
ihren Mann Adam wieder zuzuführen.
Zwar bekommt sie diesen tatsächlich
ins Bett, doch zu wirklichen Entscheidungen ist er, der vor ihr auch die aus
seiner Rippe maßgeschneiderte Eva
geschwängert hat, im Leben nicht
in der Lage. Luzifer hat sich an dem
Punkt des Menschendramas schon
lang davongeschlichen: Wirkliche
Lust, sich ergebnislos mit seinem
Schatten – Gott – herumzubalgen,
hatte er aber ja von Anfang an nicht.
Weitere Vorstellungen von „Paradise Reloaded“ gibt es am Mittwoch
und Samstag sowie am 4. und 18. April jeweils 19.30 Uhr an der Oper
» www. oper-chemnitz.de
Chemnitz.
aller Haken bewusst ist – inklusive
der Bereitschaft, dafür Entscheidungen zu treffen. Am Ende bleibt die
wenig neue Erkenntnis, dass das Leben nur aus der Selbstbespiegelung
zu meistern ist. Da geht noch was.
Angerissenes Kopfkino
Musikalisch hält die Robert-Schumann-Philharmonie in der klangfarbenreichen, aber auch melodiearmen Komposition gekonnt die
Spannung über den Abend aufrecht:
Da Eötvös sowohl auf Pathos als
auch auf zu arge Reibung verzichtet,
fehlt lauten Stellen etwas die Wirkung. Berührendste Momente sind
daher einige ruhige, gebrochene
Szenen. Höhepunkt ist die, in der Lilith Adam leise auffordert, Eva zu töten: Frances Pappas hinterlässt in
der Hauptrolle auch stimmlich den
stärksten Eindruck. Die sehenswerte Kulisse reißt von der ständig rotierenden Drehbühne aus viele spannende Kopfkino-Bilder an – vom Apfelbaum als brennendem Busch
über oft eingespritztes Giftweihwasser als „Apfel-Gegendroge“ bis zum
Schreckensszenario-Mix aus 9/11,
Auschwitz und Kosovokrieg. Die zukünftigen Goldfolien-Kinder im Stile von Carpenters „Dorf der Verdammten“ sollen Adam klar machen, dass sein Klon-Nachwuchs
mit Eva etwas ganz anderes ist als
die Gleichberechtigung, die Lilith
als freie Frau einfordert. Doch der
Mensch Nummer Eins liegt am Ende nur wimmernd am Boden...
Maria Stuart verliert Krone und Kopf
Roland May hat Schillers
Duell zweier Königinnen
als Staatsdrama für das
Theater Plauen-Zwickau
auf die Bühne gebracht:
Wo Furcht herrscht,
regiert die Tyrannei.
VON LUTZ KIRCHNER
PLAUEN — Ein Trauerspiel, nicht nur
dem äußeren Anlass nach, sondern
auch beim Blick auf die Haltbarkeit:
Friedrich Schillers Drama „Maria
Stuart“ um den Tod der schottischen
Königin, um das Morden von Staats
wegen, machte bei der Premiere am
Samstag im Vogtland-Theater Plauen betroffen, erwies sich als sehenswert und lehrreich. Schillers Obduktion des Staatswesens veraltete seit
der Uraufführung vor 215 Jahren in
Weimar kaum, das zeigte sich in Roland Mays streng anmutender, von
tiefschwarzem Ernst durchzogener
Inszenierung, die viel Beifall erhielt.
„Furcht, die schreckliche Begleitung der Tyrannei“, ließ Schiller sa-
7
gen, und das ist noch in der Welt wie
die täglichen Nachrichten zeigen.
Wer der Staatsräson im Wege steht
wie Maria Stuart, der fällt. Die von
Anja Schreiber mit Kraft und Leidenschaft beweglich, jung und
blond vorgeführte Schottenkönigin
wollte das nicht einsehen. Sie, ein
auf Würde pochender Flüchtling,
machte ihr Gefängnis zum Thronsaal. Sie stapelte Stühle zum Hochsitz und wollte herrschen, lebensfroh und leichtsinnig. Doch die Verhältnisse, die waren nicht so. Wutentbrannt schmiss sie die Stühle
um. Die Krone war verspielt. Nun
verlor sie noch den Kopf.
Im Duell der Herrscherinnen gab
Else Hennig eine überaus schlecht
gelaunte Elisabeth I., grau vor Ärger
über lästige Störungen beim Regieren, zynisch und gnadenlos. Verblüffend vielsagend erschien ihre Mimik: Eine Wendung des Kopfes, ein
Seitenblick, ein Zucken – das demaskierte Tiraden der Untergebenen als
Liebedienerei. Auch das schälte May
heraus: Richter und Helfer finden
sich, gilt es, Querulanten, Konkurrenten, die Anderen zu beseitigen.
May machte das Personal erkennbar: Der Hardliner hatte als Burleigh,
als Schatzmeister, den großen Auftritt, wuchtig dargestellt von Gilbert
Mieroph. Der Opportunist lieferte
ans Messer, wenn es der Karriere
half, so zeigte es Jens Hollwedel als
Leicester. Matthias Wagner führte
den Fanatiker vor, der Leben wenig
Wert beimisst. Mit dem Staatssekretär Davison, gespielt von Timon
Schleheck, war auch der Sündenbock anwesend. Talbot als Verkörpe-
rung der Mäßigung, vorgeführt von
Dieter Maas, wurde überhört. Doch
da war auch Hoffnung: „Man kann
den Menschen nicht verwehren, zu
denken, was sie wollen“, sagte Ritter
Paulet, gegeben von Benjamin
Petschke.
Oliver Kostecka hatte das passende Bühnenbild entwickelt: Ein diagonal orientierter Kasten, lichtgrau,
wandelbar und effektvoll ausge-
leuchtet, stellte den Kerker wie auch
die Herrschaftsarchitektur vor. Die
Kostüme von Luisa Lange erschienen als Klasse für sich: Fantasievoll
kleidete sie die Figuren dem Charakter gemäß ein, mixte Stile und Formen von einst und heute. Das gab
Raum für heiteres Assoziieren – waren das der Bart von Salvador Dalí,
das der Zopf von Karl Lagerfeld, das
die Frisur von Andy Warhol?
Das Stück
Maria Stuart, die Schottenkönigin,
sucht in England Schutz vor ihren wütenden Untertanen. Sie soll den Mord
an ihren Ehemann angestiftet haben.
Das kam übel an. Englands Königin
Elisabeth I. sitzt nun in der Klemme:
Sie will die Jüngere, Schönere, die
Rechte auf den englischen Thron besitzt, am liebsten begraben, sich aber
nicht die Hände schmutzig machen.
Königin Maria am Boden: Anja Schreiber zeigte die unglückliche Monarchin
auf dem Weg in den Abgrund.
FOTO: PETER AWTUKOWITSCH/THEATER PLAUEN-ZWICKAU
Nächste Vorstellungen: 24. März,
19.30 Uhr; 25. März, 18 Uhr; 28. März,
19.30 Uhr; 10. April, 19.30 Uhr; 26. April, 14.30 Uhr. Die Premiere im Zwickauer Gewandhaus: 22. Mai, 19.30
Uhr. Tickettelefon: 03741 28134848.
» www.theater-plauen-zwickau.de
Menschen aller Altersgruppen hat
der Comedian Kaya Yanar am Samstagabend vor die Stadthalle in
Chemnitz gelockt: Jeder wollte sich
die besten Sitzplätze zu aktuellen
Tour „Around the Word. Wenn Kaya
eine Reise tut“ sichern. Belohnt wurde das geduldige Warten auf Einlass
mit einem zweistündigen Feuerwerk aus Gags, Anekdoten und türkischen Tänzen.
Das Hauptthema des Abends waren Yanars Erfahrungen, die er auf
seinen Reisen in alle Teile der Welt
machen konnte, jeweils gespickt
mit kleinen Anekdoten. Aufgewachsen in Frankfurt am Main als Sohn
türkischer Eltern, lernte der Komiker schon frühzeitig zwei Kulturen
kennen, die er in seinen Ausführungen gehörig auf die Schippe nimmt,
immer mit einem zwinkernden Auge und stets routiniert.
Ohne Stichwortzettel oder Teleprompter redete und gestikulierte
Yanar jeweils 45 Minuten ohne Unterlass, ohne dabei einen Moment
der Langeweile aufkommen zu lassen: Zu absurd, zu menschlich war
das Erzählte. Vom „Arschkinder“Gebrüll im Billigflieger zum Handtuch-Reservierfetisch der Deutschen
im Ausland, Yanar ist nichts fremd:
Wie er zugibt, reserviert er in weiser
Voraussicht mittlerweile selbst passende Plätze. Vom reichhaltigen Buffetessen (das Beste der Welt gibt es
seiner Meinung nach in Antalya) leitet er gekonnt über zu den Schwierigkeiten, die türkische Sprache zu
erlernen: Als Beispiel gibt er das
Wort „Banane“ an, welches sich in
seiner Form in vielen Sprachen ähnelt, nur im türkischen nicht. Dort
heißt die Frucht „Muz“. „Das sind genau die drei Buchstaben die nicht in
Banane vorkommen und sich nicht
ableiten lassen.“
Kaya Yanar
Komiker
FOTO: AGENTUR
Von den Türken geht’s zu den
Schweizern mit ihrer Bummel-Post
und der Neigung zum Wintersport,
von dort zu seiner Freundin. Yanar
präsentierte am Stück einen unterhaltsamen Wortsturm, abschweifend, ausufernd – jedoch immer wieder aufgelockert durch Lachsalven
im Publikum, kleine Tanzeinlagen
und verstellte Stimmen, die seine
Monologe in Dialoge verwandelten.
Ein unnötig flacher Quell für Scherze, den das Programm nicht nötig
gehabt hätte, der jedoch stets aufs
Neue angezapft wurde, waren die
Blähungen. Furzende Inder, verschämt pupsende Frauen oder Männer, die dafür die Wohnung verlassen müssen – Yanar wurde nicht
müde, immer wieder auf die Verdauung zu kommen und seine Ausführungen mit Lauten und Gesten so
ausführlich zu begleiten, dass auch
wirklich keine Fragen offen blieben.
Womit er dennoch immer wieder
für Lacher sorgte.
Dieser Pennälerhumor wurde
aber glücklicherweise nur am Rande
serviert, mitunter wurde Yanar auch
ernsthaft, erzählte aus seinem Leben. Mit nahbarer Art zog er viele
Reizthemen auf eine menschliche
Ebene, zeigte, dass ein Humor auf
Augenhöhe der Verständigung zwischen den Kulturen Türen öffnen
kann. Quasi als Conclusio, als Weisheit des Abends, gab Yanar seinen
Fans noch mit auf den Weg: „Du
kannst deinen Horizont erweitern
durchs Reisen, aber du bleibst der
selbe Depp. Denn die Deppichkeit
reist mit dir.“
8 Freie Presse
AUS ALLER WELT
Deutscher stirbt
in Ägypten nach
Hai-Attacke
Sieben Kinder verbrannt
NEW YORK — Sieben Geschwister zwi-
schen 5 und 15 Jahren sind bei einem Brand in ihrem Haus in New
York ums Leben gekommen – sie
schliefen zu der Zeit in ihren Betten.
Eine weitere Schwester und die Mutter konnten sich in Sicherheit bringen. Ersten Untersuchungen zufolge hat eine Kochplatte nicht richtig
funktioniert und das Feuer ausgelöst. Über 100 Feuerwehrmänner
kämpften stundenlang gegen die
Flammen. (dpa)
Rotes Meer, das klingt
nach Erholung mit Sonne
und Strand. Nun kam dort
ein Deutscher ums Leben:
Bayerin gewinnt Häkel-WM
Ein Hai biss dem 53-JähriDORTMUND — Zwei Bayerinnen haben die Weltmeisterschaft im Hä- gen einen Fuß ab.
keln gewonnen. Manuela Vogler
verarbeitete 45 Meter Wolle in fünf
Minuten und sieben Sekunden. Die
Zweitplatzierte Steffi Stiefenhofer
brauchte nur drei Sekunden länger.
Dritte wurde Sabrina Czarnetzki aus
Lucka in Thüringen. Die 16-Jährige
benötigte knapp sechs Minuten, um
ein Knäuel Wolle zu einer Mütze zu
verhäkeln. (dpa)
VON MARC RÖHLIG
MARSA ALAM — Artenreichtum und
die Aussicht auf Großfische: Gerade
Taucher steuern im Roten Meer gerne die Küste zwischen Al-Kusair und
dem Touristenort Marsa Alam im
südlichen Ägypten an. In dieser Region wurde nun ein Deutscher von
einem Hai getötet. Wie Behörden
mitteilten, biss der Raubfisch dem
53-Jährigen den Fuß ab, der Mann sei
noch vor dem Transport in ein nahe
gelegenes Krankenhaus gestorben.
Details zur Heimat des Opfers
waren zunächst nicht bekannt. Ein
Beamter sagte, er sei in Begleitung
seiner Frau in Ägypten gewesen. Der
Unfall habe sich bereits am Samstag
ereignet, die deutsche Botschaft sei
GEWONNEN?
Gewinnzahlen
Lotto am Samstag
3, 4, 5, 19, 30, 41
Superzahl: 1
Spiel 77: 9602469
Super 6: 298033
Euro-Jackpot
Ziehung vom 21. März: 9, 11, 13, 35, 38
Eurozahlen: 5, 7
Glücksspirale
Endziffer(n): 5: 10 ¤, 99: 20 ¤, 943:
50 ¤, 7721: 500 ¤, 29187: 5000 ¤,
540186, 259454: 100.000 ¤, 8154708,
0323301: monatl. Sofortrente v. 7500 ¤
Tele-Bingo
Vier Ecken: B1, 2, 3, 5, 7, 12, I16, 17, 18,
21, 24, 30, N32, 33, 35, 36, 43, 45, G48,
49, 50, 52, 56, 59, O65, 69, 71
Das Kreuz: I20, 27, 29, 67
Der Rahmen: B15, I19, 26, 28, N31, 44,
G53, 58, O75
Full House: B6, 9, I25, G55, 60, O61, 70
Häufig zu sehen im Roten Meer: ein
Weißspitzen-Hochseehai. FOTO: IMAGO
Schönes Vorbild
NOTLAGE
Mutter mit Kindern
im Watt eingesunken
WITTDÜN — Bei einem Spaziergang
ist eine Mutter mit ihren zwei kleinen Kindern gestern im Wattenmeer an der Ostseite der Insel Amrum in den weichen Meeresboden
eingesunken. Retter der Deutschen
Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und Feuerwehrleute
kamen der Familie zu Hilfe. Eine Beobachterin hatte von Land aus die
Notlage erkannt und Hilfe geholt.
Als die Helfer eintrafen, war die Frau
100 Meter vor der Küste mit einem
Bein bis zum Oberschenkel eingesunken und konnte sich nicht mehr
selbst befreien, teilte die DGzRS mit.
Ihr sechs Monate altes Baby hatte sie
auf dem Rücken, wenige Meter abseits stand ein etwa drei Jahre altes
Kind im Watt, das aber nur mit den
Füßen eingesunken war. Ein Seenotretter, der dabei ebenfalls im Watt
einsank, sich jedoch kriechend wieder selbst befreien konnte, rettete
die Frau. Später brachte die Feuerwehr alle an Land. Es sei Eile geboten gewesen, da bei Wassertemperaturen von fünf Grad schnell Unterkühlung drohe, hieß es. (dpa)
informiert. Dort war gestern zunächst niemand erreichbar.
Unter Tauchern weltweit bekannt ist in der Region vor allem das
Elphinstone-Riff: An diesem Plateau
im offenen Meer lassen sich häufig
Hammerhaie und WeißspitzenHochseehaie beobachten. Gerade
letztere gelten neben Tiger-, Bullenund den berüchtigten Weißen Haien als gefährlich. Haie besitzen
hochsensible Sinne und können
Menschen von ihrer bevorzugten
Beute, etwa Robben oder Thunfischen, klar unterscheiden. Dennoch
kommt es hin und wieder zu sogenannten „Testbissen“, mit denen ein
Hai prüfen will, was er vor seiner
Schnauze hat. In diesem Zuschnappen steckt häufig genügend Kraft,
um Menschen ernsthaft zu verletzten. Anders als die meisten Haiarten
scheut gerade der im Roten Meer
verbreitete Weißspitzen-Hochseehai keine Nähe zu Menschen – und
ist daher für seine Testbisse bekannt.
Dennoch sind tödliche Angriffe
selten. 2014 wurden laut der Internationalen Datenbank für Hai-Attacken (ISAF) weltweit 118 Attacken
auf Schwimmer oder Surfer registriert – nur zehn endeten tödlich. Für
Ägypten registriert ISAF fünf tödliche Angriffe – in den letzten 100 Jahren. Zuletzt wurde eine deutsche
Rentnerin 2010 beim Schnorcheln
vor Scharm-el-Scheich von einem
Hai tödlich verletzt. (dpa)
LEUTE HEUTE
FOTO: DPA
Christian Wulff (55), Ex-Bundespräsident, und seine Ehefrau Bettina (41) lassen sich scheiden. Beide
hätten beim Familiengericht in
Hannover die Scheidung eingereicht, schreibt die „Bild“-Zeitung.
Das Paar hatte 2008 geheiratet, seit
Anfang 2013 sind sie getrennt. (dpa)
EIN VIDEO mit einem Weißspitzen-Hochseehai sehen Sie,
wenn Sie den Code mit Tablet
oder Smartphone scannen.
www.freiepresse.de/hochseehai
Liberia bleibt Ebola-Land
Frau positiv getestet – Bürger reagieren empört
Keno
Ziehung vom 21. März: 1, 2, 5, 8, 10, 13,
15, 20, 21, 22, 24, 28, 32, 50, 51, 53, 58,
59, 67, 69
Zusatzlotterie Plus 5: 82839
Das kanadische Model Chantelle Winnie ist zum „Beauty Idol des Jahres“
MONROVIA — Ein neuer Ebolafall hat
in Liberia die Hoffnungen zerschlagen, die Seuche könnte überwunden sein. Nach 20 Tagen ohne Neuinfektion bestätigte die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ jetzt, dass
in einer Klinik eine Frau positiv getestet wurde. Viele Bürger reagierten
empört und warfen der Frau vor,
sich fahrlässig angesteckt zu haben.
Ziehung vom 22. März: 7, 13, 16, 20, 23,
28, 29, 32, 34, 42, 43, 45, 47, 49, 51, 56,
61, 64, 65, 67
Zusatzlotterie Plus 5: 45321
Alle Angaben ohne Gewähr
gekürt worden. Die 20-Jährige erhielt bei den „Gala Spa Awards“ am
Samstagabend in Baden-Baden die Trophäe aufgrund ihres „vorbildlichen Umgangs mit ihrer Hautkrankheit“. Dadurch sei sie zur Botschafterin für alle davon Betroffenen geworden, hieß es. Winnie hat die seltene Pigmentstörung Vitiligo und wurde früher von anderen Kindern wegen der braun-weißen Flecken verspottet. Inzwischen ist ihr Gesicht
zum Markenzeichen für Modelabels geworden. Bei der Preisverleihung
zeigte sie in bodenlanger Robe mit roten Spitzen viel Haut. Schon beim
Eintreffen auf dem roten Teppich im Luxus-Hotel Brenner’s stand sie
FOTO: BREUEL-BILD/DPA
minutenlang im Blitzlichtgewitter der Fotografen.
Ebola hat eine Inkubationszeit von
21 Tagen. Die doppelte Zeitspanne
muss ohne Neuerkrankungen vergehen, bevor die Weltgesundheitsorganisation ein Land für ebolafrei
erklärt. Der letzte Patient war am
5. März aus der Klinik entlassen
worden. Die Frau soll sich beim Geschlechtsverkehr mit einem EbolaÜberlebenden infiziert haben. (dpa)
Chris Brown (25), Sänger, ist sechs
Jahre nach einer Prügelattacke auf
seine damalige Freundin Rihanna
alle Bewährungsauflagen los. „Ich
stehe nicht mehr
unter Bewährung“,
teilte Brown mit.
„Dank sei dem
Herrn“, fügte er hinzu. Dies sei hoffentlich sein letzter Tag
im Gericht, hatte er
Stunden zuvor geschrieben. Im Januar war seine Bewährungsstrafe widerrufen worden,
nachdem er ohne Erlaubnis Los Angeles verlassen hatte. (dpa)
FOTO: JIMMY MORRISON/DPA/ARCHIV
KURZ NOTIERT
Montag, 23. März 2015
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OBERES VOGTLAND
Freie Presse
Montag, 23. März 2015
MOMENT MAL
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
NANCY DIETRICH
03741 408-15143
red.plauen@freiepresse.de
Seite 9
Schloss Voigtsberg zeigt Arbeiten des Malers Werner Tübke
Eine Frage der Zeit
Eine Uhr war damals, als ich Jugendweihe hatte – geschätzte Äonen her
– ein Geschenk, über das man sich
als junger Mensch durchaus freute.
Heute allerdings würden Jugendweihlinge oder Konfirmanden auf
solch ein Ding recht verwirrt schauen, würden sie es geschenkt bekommen. Zumindest glaube ich das, seitdem ich kürzlich für meinen Sohn
(in besagtem Alter) eine mit einer
Zeitangabe verbundene Information hatte. Ich sprach von „um neun,
halb zehn“. Was heißt das digital?,
fragte er nach. Kein Wunder, denn
wenn er wissen will, wie spät es ist,
schaut er immer nur auf sein Smartphone. (ike)
Michael Hiller arrangiert
wieder gemeinsamen Titel
NACHRICHTEN
EINBRUCH I
Diebe klauen
Fernsehgerät
ADORF — Bislang unbekannte Täter
haben nach Angaben der Polizei in
Adorf aus einem Wochenendhaus
am Höhenweg diverse Kleidungsstücke und ein Fernsehgerät gestohlen. Die Tat ereignete sich in der Zeit
zwischen dem 7. und 21. März. Die
Täter gelangten durch Einschlagen
einer Fensterscheibe ins Innere. Den
Sachschaden am Gebäude beziffert
die Polizei auf rund 200 Euro. (tm)
Erlbach als
Podium für
junge Solisten
Mehr als 100 Werke von Werner Tübke (1929-
2004), einem Mitbegründer der sogenannten
Leipziger Schule, werden derzeit in der Ausstellung „Meister im Detail“ auf Schloss Voigtsberg
in Oelsnitz präsentiert. Bei der Vernissage am
Samstag war auch die Witwe Brigitte TübkeSchellenberger (im Foto) anwesend, die sich
über das rege Interesse freute. Oberbürgermeister Mario Horn (links) bezeichnete Tübke als
„ein großer Künstler der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart“. In seiner Laudatio
würdigte Ulrich Hachulla, der einst bei Werner
Tübke studierte, unter anderem die Detailtreue
in den Werken seines Lehrers, das überborden-
de Wissen und das sprachliche Vermögen, Dinge zu vermitteln. Jedes Bild für sich zeige Tübkes Sicht auf die Welt und sei eine Aufforderung für unvoreingenommenes Betrachten und
Neugierigsein. Die Ausstellung wird bis zum 21.
Juni gezeigt und ist von Dienstag bis Sonntag
FOTO: ECKHARD SOMMER
von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
ERLBACH — Die Frühjahrskonzerte
der Streichergruppe Erlbach haben
eine lange Tradition. Seit 2010 etabliert sich zudem mit Erfolg die
Konzertreihe „Ein Podium für junge
Solisten“. „Ursprünglich war angedacht, diese Konzerte im zweijährigen Turnus einzuplanen“, informierte dazu Michael Hiller, der
Künstlerische Leiter des Ensembles.
Der überaus positiven Resonanz auf
die bisherigen Konzerte und dem
Bedarf nach geeigneten Podien für
junge Künstler Rechnung tragend,
haben sich die Erlbacher entschlossen, bereits in diesem Jahr wieder zu
dem beliebten Konzert einzuladen.
So werden am 18. April zum 5-jährigen Jubiläum der Konzertreihe die
Solisten Saskia Mahrla (Violine) aus
Adorf, Lena Scholz (Gitarre ) aus Bad
Elster) und Johannes Kilian (Querflöte) aus Adorf gemeinsam mit dem
Markneukirchner
Moderator
Martin Voigt in der Erlbacher Kirche
zu erleben sein.
Zur einer Tradition der Reihe gehört inzwischen auch, dass Michael
Hiller eigens für alle Solisten und
die Streichergruppe zum Konzertabschluss ein gemeinsames Musikstück arrangiert. (tm)
» www.streichergruppe-erlbach.de
ÜBER FALL
Raub missglückt:
Täter flüchtet zu Fuß
PLAUEN — Ein maskierter Täter hat
Blaue Fenster verhindern Algenbildung
am späten Samstagabend versucht,
das Plauener Kino „Capitol“ an der
Bahnhofstraße zu überfallen. Er forderte nach den Informationen der
Polizei mit vorgehaltener Waffe
Geld von einem Mitarbeiter. Dieser
kam der Aufforderung jedoch nicht
nach. Daraufhin flüchtete der Täter
aus dem Kino und rannte zu Fuß in
Richtung Oberer Bahnhof. (us)
Als kühles Nass aus dem
Boden bis ins Trinkglas:
Auf reges Besucherinteresse stieß gestern ein Aktionstag im Wasserwerk
Bad Elster.
EINBRUCH II
VON ECKHARD SOMMER
Täter hinterlassen
hohen Sachschaden
PLAUEN — In zwei Firmen in der Straße Am Hohen Berg in Plauen wurde
am Wochenende eingebrochen. Bei
einem Floristikfachgeschäft wurde
laut Polizeibericht eine Tür aufgehebelt, die Räumlichkeiten durchwühlt und ein dreistelliger Bargeldbetrag entwendet. Es entstand Sachschaden von etwa 5000 Euro. Bei einer Firma für Baumaschinenausrüstung entstanden beim Versuch des
Aufbrechens einer Tür etwa 6000
Euro Sachschaden. (tm)
FDP-WAHL
Vogtländer im
Landesvorstand
WEISCHLITZ — Der 39-jährige André
Ludwig aus Weischlitz ist am Wochenende in den Vorstand des FDPLandesverbandes Sachsen gewählt
worden, dessen Vorsitzender Holger
Zastrow bleibt. Zum Vorstand gehören neben dem Vorsitzenden drei
Stellvertreter und 13 Beisitzer. Der
Betriebswirt André Ludwig ist einer
dieser Beisitzer. (us)
VERE INSARBEIT
Konkrete Pläne für
ein Bauernmuseum
THEUMA — Der im November 2014
gegründete Museums- und Heimatverein Theuma macht Nägel mit
Köpfen. Im Gebäude neben dem
Bauernmarkt soll ein Bauern- und
Heimatmuseum entstehen. Am
Samstag wurde der Nutzungsvertrag unterzeichnet. Die Immobilie
ist Eigentum der Agrargenossenschaft Theuma-Neuensalz. (tv)
BAD ELSTER — Es klingt so einfach:
Wer es will und braucht, bekommt
Wasser im Handumdrehen. Egal, ob
nach einem Jahr ohne Regen, nachts
um halb drei oder nach Starkregen
mit Überschwemmungen. Und
nicht nur Wasser, sondern gesundes
Wasser, für das gleich dem Bier in
Deutschland ein Reinheitsgebot gilt.
Was für Menschen in der Dritten
Welt ein Wunschtraum ist, gehört
hierzulande zu einer Selbstverständlichkeit.
Einen kleinen Einblick darüber,
wie Wasser gewonnen und aufbereitet wird, bekamen gestern, beim Internationalen Tag des Wassers, eini-
ge hundert interessierte Besucher
dank eines Aktionstages im Wasserwerk Bad Elster. Dorthin hatte erstmals der Zweckverband Wasser und
Abwasser Vogtland (Zwav) in Kooperation mit der Sächsischen
Staatsbäder GmbH und dem Umweltbundesamt eingeladen.
Einer der meist gestellten Fragen,
die die Zwav-Mitarbeiter, René Leistner, Uwe Renz und Volker Hendel
beim Rundgang durch das Wasserwerk I und II in der Max-Höra-Straße
zu beantworten hatten: Woher
kommt das Wasser? Antwort: Es
Zahlen & Fakten
Talsperren liefern rund 60 Prozent
des Wassers, der Rest wird aus Quellgebieten und Tiefbrunnen bezogen.
Das Vogtland gehört dank seiner
Trinkwassertalsperren zu den wasserreichsten Regionen Deutschlands.
Mit rund 87 Litern Wasser pro Kopf
und Tag gehören die Vogtländer zu
den sparsamsten Verbrauchern, der
bundesweite Durchschnitt liegt bei
125 Litern. (eso)
wird unter anderem aus einem Reservoir in 60 Meter Tiefe an die Oberfläche gepumpt, anschließend werden Mineralien wie Eisen und Mangan herausgefiltert und sofern ist
nötig ist, der pH-Wert erhöht. Das
hört sich komplizierter an, als es ist,
und vor allem: Es ist nur bedingt
sichtbar, denn fast alles spielt sich
unter der Erde ab. In den Wasserwerken zu sehen sind eigentlich nur
diverse Systeme an Rohren und
Pumpanlagen.
Nichtsdestotrotz war ein Rundgang interessant, denn wer von den
Besuchern wusste schon, dass im
Werk I täglich 450 Kubikmeter und
im Werk II täglich bis zu 960 Kubikmeter Wasser aufbereitet werden
und den Bad Elsteranern zur Verfügung stehen. „Bei Bedarf und einem
Überschuss werden auch Sohl und
Adorf mitversorgt“, war von René
Leistner zu erfahren.
Eine ebenso naheliegende wie
ungewöhnliche Frage hatte Volker
Hendel zu beantworten: Warum
sind die Fensterscheiben blaugetönt? Um eine Algenbildung durch
die Sonneneinstrahlung zu vermei-
Zwav-Mitarbeiter Uwe Renz bei einer Führung mit (von rechts) Kerstin RysaFOTO: ECKHARD SOMMER
nek, Christine Schaufuß und Helga Zimmer.
den, weil sich das negativ auf die
Wasserqualität auswirken würde.
Neben einem Rundgang hatten
die Besucher auch die Gelegenheit,
Keine Rede von überfüllten Hörsälen
Die wahrscheinlich
kleinste Hochschule
Deutschlands hat ihre
ersten acht Absolventen
verabschiedet: Pädagogen
für kleine Leute.
VON VIOLA MARTIN
ZWICKAU/SCHÖNECK — Lisa
Grohmann aus Schöneck hat vor drei Jahren in zweierlei Hinsicht Neuland
betreten. Sie gehörte damals in Zwickau zu den ersten Studenten der gerade gegründeten DPFA Hochschule
Sachsen und begann mit der Ausbildung „Pädagogik der Kindheit“ eine
ganz neue Studienrichtung. Am
Samstag gehörte die 22-Jährige nun
zu den ersten acht Absolventen der
wahrscheinlich kleinsten Hochschule Deutschlands, die im „Holiday Inn“ Zwickau ihre Abschlusszeugnisse als Bachelor erhielten.
„Ich fand es sehr schön an dieser
kleinen Hochschule“, sagt die
Schöneckerin. „Hier gibt’s keine
überfüllten Hörsäle, geht es sehr familiär und persönlich zu.“ Die junge
Frau berichtet, dass Pädagogin ihr
Traumberuf ist. „Ich habe mich
schon früher gern mit Kindern beschäftigt. Während des Studiums
gab’s fünf Praktika. So war ich drei
Monate in der Crossener Kita.“
Mit dem Abschluss in der Tasche
hat sich Lisa Grohmann als stellvertretende Kita-Leiterin beworben.
„Wenn das nicht klappt, würde ich
erst einmal als Erzieherin einsteigen. Oder ich hänge gleich noch die
Masterausbildung ran“, sagt sie.
Länderübergreifende Gruppe
Die DPFA Akademiegruppe wurde
1990 als Deutsche Private Finanzakademie Sachsen in Zwickau gegründet. Damals wurden Bankkaufleute, Betriebswirte und Kaufleute
auf dem Arbeitsmarkt gebraucht.
In den vergangenen 25 Jahren ist
der private, staatlich anerkannte Bildungsträger stark gewachsen, wirkt
auch in Polen. Er verfügt heute über
Grund- und Oberschule sowie Gymnasien und Lyzeen, aber auch Berufsfachschulen, Fachschulen und duale
Berufsausbildungsstätten für 41 Berufe. Vor drei Jahren wurde in Zwickau
die Hochschule der DPFA gegründet.
Lisa Grohmann gehört zu den ersten
acht Absolventen der DPFA Hochschule in Zwickau.
FOTO: RALPH KÖHLER
440 Lehrkräfte und 300 Honorarkräfte arbeiten in der länderübergreifenden Akademiegruppe. (vim)
sich bei Fachvorträgen über die Wasserqualität und die natürlichen Heilquellen und das Solewasser von Bad
Elster zu informieren.
ARBEITSMARKT
Jobbörse verzeichnet
regelrechten Ansturm
KARLSBAD/KARLOVY VARY — Einen regelrechten Ansturm erlebte nach
Informationen der tschechischen
Tageszeitung „Sokolovsky Deník“
am Samstag die Jobbörse im Arbeitsamt in Karlsbad/Karlovy Vary. Dort
hatten mehr als 30 Unternehmen
und Arbeitsagenturen aus Sachsen
und Bayern über Jobangebote auf
deutscher Seite informierte. Das
lockte rund 1000 Besucher an, das
Gebäude platzte fast aus den Nähten. Die Palette der angebotenen
Arbeitsmöglichketen reichte vom
Hotel- und Gaststättenwesen über
den Bereich der Energieversorgung
bis hin zur Kosmetik. Die Jobbörse
in Karlsbad/Karlovy Vary findet seit
2010 jeweils im Frühjahr und Herbst
statt. Inzwischen wurden mehrere
hundert Arbeitskräfte vermittelt.
Seite 14: weiterer Bericht
(tm)
10 Freie Presse
RAT & HILFE
NOTRUF
Polizei 110,
Feuerwehr und Rettungsdienst 112,
Giftnotruf 0361 730730
ALLGEMEINMEDIZIN
Adorf, Bad Brambach, Bad Elster,
Markneukirchen, Klingenthal, Oelsnitz, Schöneck, Muldenhammer:
19 - 7 Uhr, Bereitschaft, 116117,
03741 457222
AUGENARZT
Oberes Vogtland, Plauen, Auerbach:
19 - 7 Uhr, nur nach telefonischer Vereinbarung, Dr. Arne Langer, Plauen,
03741 525430, 0170 5417140,
03741 457222
KINDERARZT
Oberes Vogtland:
19 - 22 Uhr, Sprechstunde 19 - 22 Uhr,
Dr. Rainer Gebhardt, Gartenstraße 1,
Plauen, 03741 301201, 0172 1043285,
03741 457222
APOTHEKEN
Klingenthal, Schöneck, Tannenbergsthal: 8 - 8 Uhr, Stadt-Apotheke,
Hauptstraße 81, Schöneck,
037464 88388
Oelsnitz und Oberland: 8 - 8 Uhr,
Löwen-Apotheke, Hohe Straße 1,
Adorf, 037423 2318
Plauen: 8 - 8 Uhr, Süd-Apotheke,
Gebrüder-Lay-Straße 26, Plauen,
03741 470222
TIERARZT
Dröda: DVM Andreas Richter,
037436 2561
Wohlhausen:
Dr. Thomas Rahm, nur Kleintiere,
037422 2152
Auerbach: Kleintierklinik Vogtland
Dr. Roland Zeißler, Kaiserstraße 66,
03744 212471
WIR GRATULIEREN
Adorf: Hiltrud Hübner 74 Jahre, Uda
Thoß 72 Jahre, Bad Elster: Lothar
Merkel 74 Jahre, Klingenthal: Marianne Leonhardt 85 Jahre, Hildegard
Warg 81 Jahre, Brigitte Binckly 80
Jahre, Werner Herold 76 Jahre, Ursula
Freitag 72 Jahre, Oelsnitz: Rudolf
Hartl 78 Jahre, Christine Penzel 71
Jahre, Helga Rödel 72 Jahre, Werner
Schulz 87 Jahre, Schöneck: Charlotte
Bock 87 Jahre, Christa Flemming 80
Jahre, Gürth: Karla-Christine Büschel
71 Jahre, Posseck: Henny Degenkolb
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Franke 73 Jahre, Vladimir Hansal
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OBERES VOGTLAND
Montag, 23. März 2015
Vor dem Verbot noch im Vogtland gerockt
nicht trügt, meist im Gasthof Wohlhausen. Der ist längst wegen Baufälligkeit geschlossen. War an einem
Wochenende im Musikwinkel wirklich nichts los, war zeitweilig auch
Grünbach ein gute Adresse.
Vor 50 Jahren spielten die
legendären Butlers um
Klaus Renft in Oelsnitz.
Die Geschichte der Popund Rockmusik im Vogtland muss noch geschrieben werden.
VON THORALD MEISEL
OELSNITZ/KLINGENTHAL — Drei Tage
Hully-Gully mit The Butlers aus
Leipzig waren Ostern 1965 in Oelsnitz angesagt. Da ahnte niemand,
dass die Leipziger Band um Klaus
Renft ein halbes Jahr später verboten
sein würde. Das Verbot der Band war
der Auslöser für den Leipziger BeatAufstand am 31. Oktober 1965, bei
dem mehr als 260 Fans verhaftet
wurden. Aufzuhalten war diese Musikrichtung trotzdem nicht. Mitte
der 1980er Jahre gab es in der DDR
rund 5000 Amateurbands.
Stoff für viele Geschichten
Welche Rolle Beat und Rock im
Vogtland mit seiner musikalischen
Tradition spielte, und wie vogtländische Bands die Szene prägten, würde
Stoff für ein lesenswertes Buch bieten. Bislang gibt es dazu nur Fragmente, vieles scheint vergessen.
Das war schon deutlich geworden, als vor zehn Jahren das Tanzund Lichtschauorchester (Taliso)
Zwota nach fast 40 Jahren wieder
auf der Bühne stand und vier Konzerte innerhalb kurzer Zeit ausverkauft waren. Zum Weihnachtsfest
1964 hatte die Band in Marieney
ihren ersten Auftritt gehabt.
Als die Musiker damals für den
Neustart probten, wurden viele Erinnerungen wieder lebendig. Am
tollsten müssen in den 1960er Jahren die Auftritte im Eugen-FritzschHeim in Plauen oder im ThälmannHaus in Ellefeld gewesen sein. „Die
Mädels sind den Kerlen ja bis in die
Umkleideräume hinterher. Die standen selbst bei den Proben in Zwota
Schlange“, erinnerte sich der inzwi-
Die Zwotaer Gruppe Mosaik, Nachfolger der legendären Band Taliso (Tanz- und Lichtschauorchester), im Jahr 1971.
Jürgen Huwe mit einer Gitarre von
Heinz Seifert aus Erlbach.
Ostern 1965 spielten The Butlers gleich an drei Abenden in Oelsnitz. Ein
FOTOS: THORALD MEISEL, ARCHIV (2)
halbes Jahr später wurde die Band verboten.
schen verstorbene Werner Selk. Als
Klubhausleiter hatte er der Band ein
Domizil geben, und in jenen Jahren
auch oft die schützende Hand über
die jungen Burschen gehalten: „Ärger gab es fast jede Woche. Trotzdem
war es eine schöne Zeit“.
Heute bietet in Klingenthal nur
noch das „Gambrinus“ die Möglichkeit für Livemusik. Es ist das letzte
Relikt einer großen Zeit. In der DDR
als „Maxim“ bekannt, war es neben
dem Schloss (Kreiskulturhaus) und
Zwota eines von drei Häusern allein
im Klingenthaler Raum, in denen an
jedem Wochenende Bands auftraten. Namen wie Live Report, ZoeRockband, Glashaus, Wakonda, Puls
oder Studio-Team fallen einem dafür ein. Die Gipsy-Band aus Thalheim spielte, wenn die Erinnerung
Schüler mischen Klingenthaler Kulturszene auf
Zwischen zwei Theateraufführungen im Schulzentrum wird auch eine Ausstellung im Dr.-Giers-Haus eröffnet
KLINGENTHAL — Wieder mit einer Komödie präsentiert sich in diesem
Jahr die Theater AG des Klingenthaler Gymnasiums der Öffentlichkeit. „Freitag der 13.– oder doch
nicht?“ ist der Titel des Stücks, das
am Mittwoch in der Aula des Schulzentrums Premiere hat. Die Theateraufführungen am Gymnasium ha-
ben seit 2010 Tradition. Im vergangenen Jahr hatten die jungen Schauspieler, ebenfalls mit einer Komödie
unter dem Titel „Oha, eine Leiche“,
für ein Stelldichein namhafter Figuren aus den Reihen der Detektive
gesorgt. 2013 war mit dem Stück
„Deutschland sucht den Jugendstar“
die Oberflächlichkeit von TV-Shows
zum Thema gemacht worden. 2012
wurde mit „Der Besuch der alten Dame“ ein Stück von Friedrich Dürrenmatt so umgeschrieben, dass die
Milliardärin Claire Zachanassian in
ihre verarmte Heimatstadt Klingenthal zurückkommt.
Aufgeführt wird die Komödie am
Mittwoch und Freitag, jeweils 18.30
Uhr. Der Eintritt ist frei. Am Donnerstag wird 16 Uhr im Musik- und
Wintersportmuseum Dr. GiersHaus eine Ausstellung unter dem
Thema „Die Vielfalt der Kunst“ eröffnet, die von Schüler des Gymnasiums Klingenthal und des Partnergymnasiums Falkenau/Sokolov gemeinsam gestaltet wird. (tm)
Dramatik wird beim Lesen greifbar
Wibke Martin legt ein
Buch vor über das Schicksal eines Mädchens, das
1698 in Schöneck hingerichtet wurde.
VON THORALD MEISEL
SCHÖNECK/NEUSTADT — Es
bedarf
Mut und umfangreicher Recherchen, um sich literarisch eines Themas anzunehmen, das mehr als 300
Jahre zurückliegt. Die Hinrichtung
der 14-jährigen Marie Meyen 1698
Wibke Martin
Buchautorin aus
Neustadt.
FOTO: SILKE KELLER-THOß
in Schöneck, schuldig gesprochen
der Brandstiftung, ist ein solches
Thema. In „Das Halsgericht zu
Schöneck“ rekonstruiert die HobbyAutorin Wibke Martin Vorgeschichte und Ablauf dieses haarsträuben-
den Prozesses, bei dem der Ankläger
gleichzeitig der Richter war, und beleuchtet die Hintergründe.
Dass der Leser eintauchen kann
in eine scheinbar längst vergangene
Welt, ist mehreren Aspekten zu verdanken. Wibke Martin hat einen
bildhaften Schreibstil, der oft ins
Plauderhafte geht – etwa wenn sie
vom Ritt des späteren Zwotaer Hammerherren Wolfgang Fischer mit
seinen Stiefsöhnen Friedrich und
Heinrich von Tannenbergsthal über
Brunndöbra und Zwota nach Schöneck erzählt. Die Autorin hat sich die
Gegend, über die sie schreibt, sehr
genau angeschaut.
Auch bei den Szenen im alten
Eger, wo der Schönecker Stadtschreiber Gabriel Seifert (Skribtenseff) und der anstellungslose Theologe Jobst Schmirler (Schmirlerpfaff) Kopien der historischen Verträge besorgen, hat man als Leser das
Gefühl, mittendrin zu sein. Um das
beschreiben zu können, war mehr
als nur ein Stadtrundgang nötig.
Anspruchsvoll ist das Lesen der
Gespräche der Akteure. Wibke Martin nutzt in vielen Fällen die Form
des Dialogs, um Charaktere herauszuarbeiten und aufzuklären, was
Das Schicksal der Marie Meyen war 1995 in Schöneck auch eines der Themen
beim Umzug zum Jubiläum „675 Jahre Stadtrecht“.
FOTO: ARCHIV
sich eigentlich hinter dem letztlich
skandalösen Prozess gegen Marie
Meyen verbirgt. Denn es ging damals, und da erzählt das Buch mehr
als nur Geschichte, um viel Geld. Einige Schönecker hatten sich bei undurchsichtigen Geschäften verspekuliert, machten sich aber gleichzeitig Hoffnung, ins Zwotaer Hammerwerk zu investieren, dass Wolfgang
Fischer zu jener Zeit tatsächlich
wieder in Gang brachte.
Was auch einen lesenswerten Aspekt des Buches ausmacht, ist die
Darstellung der Kinder und Jugend-
lichen – etwa wenn sich Fischers
Stiefsohn Heinrich problemlos mit
seiner tauben Schwester verständigt. Wibke Martin konnte dabei
auch auf ihre Erfahrungen als Lehrerin zurückgreifen. Mit ihrem neuen
Buch macht die Autorin aus Neustadt ein Stück vogtländischer
Geschichte begreifbar.
„DAS HALSGERICHT ZU SCHÖNECK“ von
Wibke Martin ist beim Hamburger Publikationsdienstleister Tredition erschienen. Das Taschenbuch kostet 14,90 Euro, die gebundene
Ausgabe 22,90 Euro.
Hardrock aus Sachsen
„Nobody“ aus Markneukirchen gehörte in den 1980er Jahren zu den
bekanntesten Handrock-Gruppen
aus Sachsen. Die Vogtländer hatten
damals, wie Bandchef René Reiner in
einem Interview 1988 erzählte, an
die 70 Auftritte im Jahr – bis Cottbus, Halle und in Thüringen.
Seit 2002 steht „Nobody“ wieder
auf der Bühne. 2005 gab es dabei drei
gemeinsame Auftritte mit „Marathon“ aus Klingenthal. Diese Gruppe hatte sich 1982 gegründet und
war spätestens nach gemeinsamen
Auftritten mit dem Klingenthaler
Stadtorchester ab 1992 auch bei der
älteren Generation ein Begriff, wie
Gründungsmitglied und Keyboarder Michael Grimm zum 20-jährigen Jubiläum 2002 meinte. Marathon gibt es inzwischen nicht mehr.
Geblieben sind von der Band mehrere Rundfunkproduktionen.
Die erste Band aus dem Vogtland,
die eine Schallplatte produzieren
konnte, dürfte Simultan aus Auerbach gewesen sein, 1971 von Günter
Fischer gegründet. Ihre Single „Träume bleiben mir“ erschien 1972 beim
Label Amiga.
E- Gitarren auf Bestellung
Dass im Vogtland auf Bestellung
auch gute E-Gitarren gebaut wurden, beispielsweise vom Erlbacher
Heinz Seidel (1923-2002), wussten
selbst in der Szene nur wenige Musiker. Einer größeren Öffentlichkeit
bekannt wurde dies erst, als der einstige Rockmusiker und Instrumentenhändler Jürgen Huwe aus Frankfurt/Oder mit dem Sammeln begann
und einige der Raritäten aus dem
Vogtland in der Wanderausstellung
„Stromgitarren“ in Hannover und
Berlin sowie 2006 beim Tanz- und
Folkfest in Rudolstadt zu sehen waren. Im Vogtland wurden die unikaten E-Gitarren noch nie gezeigt.
WANDERUNG
Auf den Spuren der
Mundharmonika
KLINGENTHAL — Zum neunten Mal
findet am Karfreitag, 3. April, eine
Wanderung mit der Heimatzeitung
„Freie Presse“ statt. In diesem Jahr
gibt es eine rund zehn Kilometer
lange Rundtour in Klingenthal auf
den Spuren des Mundharmonikabaus. Partner ist dabei der Verein
Mundharmonika live, der am 3. Wochenende im September bereits
zum 15. Mal in Klingenthal das Festival „Mundharmonika live“ veranstaltet. Die Wanderung soll mit auf
das kleine Jubiläum einstimmen.
Mit Start und Ziel auf dem Klingenthaler Marktplatz wird es eine
Tour auf der Geschichte der Mundharmonika, die mindestens seit
1829 eng mit Klingenthal verbunden ist. Dabei führt der Weg nicht
nur vorbei an Firmengebäuden, in
denen einst das kleine Instrument
mit Millionen-Stückzahlen gebaut
wurde, es werden auch Mundharmonikas der jeweiligen Firma mit
angespielt. Unterwegs gibt es auch
wieder Informationen aus der Klingenthaler Geschichte.
Start für die Wanderung ist
9 Uhr, Ende wird gegen 12.30 Uhr
sein. Unterwegs werden rund 200
Höhenmeter bewältigt. (tm)
BLITZTIPPS
Heute: Plauen, Ortsteile Steinsdorf
und Neundorf, Jocketaer Straße;
Mylau, Ernst-Thälmann-Straße, Neumark, Werdauer Straße; Ortsdurchfahrt Neudörfel in Höhe Gasthof;
Netzschkau, B 173.
Morgen: Plauen, Ortsteil Stöckigt,
Obere Endestraße, Kauschwitzer Straße; Mühltroff, B 282 Richtung Plauen;
Mechelgrün, Falkensteiner Straße;
Großzöbern, B 173; Weischlitz,
Taltitzer Straße.
OBERES VOGTLAND
Montag, 23. März 2015
NACHRICHTEN
STADTRAT
Betreibervertrag
für die Bikewelt
Freie Presse
Design-Messe zeigt das Vogtland
als Keimzelle der Kreativen
Neues Depot
nimmt weiter
Gestalt an
Feuerwehr zieht Bilanz
über das Jahr 2014
SCHÖNECK — Der Betreibervertrag für
die Schönecker Bikewelt ist morgen
ein Thema in der Sitzung des Schönecker Stadtrats, die 19 Uhr im Rathaus beginnt. Noch einmal rund
900.000 Euro investiert Schöneck in
die Sommernutzung der Skiwelt.
Dazu wurden ein Übungs-Parcours
und eine Bike-Station errichtet sowie die Zahl der Downhill-Strecke
auf vier verdoppelt. (tm)
BETÄUBUNGSMITTEL
Aromatischer Duft
macht verdächtig
PLAUEN — Ungewöhnlich
aromatischer Duft schlug Polizeibeamten
entgegen, die eine Wohnung an der
Plauener Schenkendorfstraße aufsuchten. Sie sprachen den 34-jährigen Wohnungsinhaber auf den Geruch an – er bat sie daraufhin herein,
teilte die Polizei am Wochenende
mit. Drinnen weiteten sich schlagartig die Pupillen der Beamten: Dort
war eine sogenannte Indoor-Aufzuchtanlage mit drei Cannabispflanzen in Betrieb. Einige Pflanzenteile befanden sich in getrocknetem
Zustand. Für den Betrieb der Anlage
hatte der 34-Jährige den Hausstrom
illegal angezapft. Gegen ihn läuft
jetzt eine Strafanzeige. (us)
KURZ GEMELDET
Kanal geht an Verband
BÖSENBRUNN — Die Gemeinde Bösenbrunn übergibt einen Abwasserkanal von der Hauptstraße Richtung
Kirche in Bösenbrunn an den
Zweckverband Wasser Abwasser
Vogtland. Das hat der Gemeinderat
einstimmig beschlossen. (hagr)
Familienbasar in Adorf
ADORF — Für den Familienbasar im
Adorfer Schützenhaus werden Waren morgen, 13 bis 18 Uhr, und am
Mittwoch, 9 bis 12 Uhr, entgegen genommen. Der Verkauf findet am
Donnerstag, 9 bis 10 Uhr (nur für
Schwangere) sowie 10 bis 19 Uhr
und am Freitag, 9 bis 12 Uhr statt.
» www.familienbasar.com
Maltreff stellt in Catgut aus
MARKNEUKIRCHEN — Unter dem Thema „Dies und Das“ steht die neue
Ausstellung in der Catgut GmbH
Markneukirchen. Gestaltet wird sie
von Mitgliedern des Maltreffs Bad
Elster. Eröffnung ist am Donnerstag,
16.30 Uhr. (tm)
Klöpplerinnen bei Arbeit
GRASLITZ/KRASLICE — Klöpplerinnen
bei der Arbeit kann man von Donnerstag bis Samstag im Kulturhaus
in Graslitz/Kraslice zuschauen. Dort
findet die Frühlingsausstellung
statt, die jeweils von 10 bis 17 Uhr
geöffnet ist. (tm)
Sie drucken Kinderzeichnungen auf Abstreicher
und machen Lautsprecher
zu Bänken. Die „Schau
auf Design“ lockte mehr
als 4500 Besucher aufs
Plamag-Gelände.
MARKNEUKIRCHEN — Die Planungen
für die neue Feuerwache in Markneukirchen wurden komplett überarbeitet und sind so vorbereitet, dass
die Anträge auf Fördermittel gestellt
werden können. Das sagte Stadtwehrleiter Jürgen Voigt am Freitag
auf der Jahreshauptversammlung.
Für das anspruchsvolle Projekt – zur
Stadtratssitzung am kommenden
Donnerstag wird es vorgestellt –
sind im Haushalt für 2015 vier Millionen Euro eingestellt, wobei der Anteil an Eigenmitteln eine Million
Euro beträgt und der übrige Teil aus
vier Fördertöpfen fließen soll. Zum
150-jährigen Bestehen der Wehr im
Jahr 2017 soll die Wache dann übergeben werden.
VON MANUELA MÜLLER
PLAUEN — Werbeprofi Uwe Fischer
blickt zufrieden auf die Menschenmassen, die sich durch die Halle
drängen. „Ich bin schon von anderen Städten angerufen worden, ob
ich für sie das Gleiche mache“, sagt
Fischer. Mit Progressio, seiner Agentur, hat er eine Messe-Idee aus dem
Plauener Rathaus umgesetzt, die
sich zum Imageträger entwickelt.
Tausende Besucher kamen am
Wochenende zur zweiten „Schau
auf Design“ in den Plamag-Industriepark. Rund 90 Aussteller aus der Region präsentierten dort ihre Ideen
und Produkte.
„Das ist kein Kik.“
Uwe Fischer Werbeprofi
Darunter waren Einlegesohlen mit
Massage-Effekt aus Eibenstock,
maßgefertigte
Matratzen
aus
Weischlitz und Design-Möbel aus
Reichenbach. Wer einkaufte, musste
tiefer in die Tasche greifen. „Das ist
kein Kik“, sagt Fischer. Hinter der
Messe steht die Idee, das Vogtland als
Ideenschmiede zu vermarkten. Gemeinsam mit dem Deutschen Innovationszentrum für Stickerei und
der Handwerkskammer Chemnitz
hat die Stadtverwaltung die Messe
vergangenes Jahr ins Leben gerufen.
Ein Teil der potenziellen Aussteller bekam Absagen – unter anderem, weil ihre Produkte nicht ins
Konzept passten. Der Plauener Manuel Bendig hatte Glück. Zum zweiten Mal konnte er seine Abstreicher
auslegen. „Wenn die Leute alle anrufen, die sich Kärtchen mitgenommen haben, brauche ich eine Telefonistin“, sagt er. Der Gastronom bedruckt zusammen mit seinem Geschäftspartner Fußmatten: „Jedes
Bild ist möglich.“ Bereits vergangenes Jahr hatte die Messe seinem
Geschäft einen Schub gegeben.
Das sind die Effekte, auf die die
Veranstalter bauen. Garniert war das
Ganze mit einer Party am Samstag,
ebenfalls bei vollem Haus. Nächstes
Jahr macht die Messe Pause. Innovation braucht Zeit, und die Idee soll
sich nicht abnutzen, sagt Fischer.
Fremdgehen mit einer Kopie in
einer anderen Stadt werde er allerdings nicht.
11
Die Stilfabrik aus Zwickau zeigte exklusives Wohnen und Raumdesign. Architektin Cathleen Dämmler (rechts) im
Gespräch mit Annett und Sabrina Schuster, die zusammen über die Messe bummelten.
FOTOS: ELLEN LIEBNER (4)
Etwas Bequemes
Etwas Schmuckes
Etwas Erhellendes
Machen Matratzen nach Maß: Worauf es ankommt, ist die Frage, ob ein
Körper apfelförmig, birnenförmig
oder athletisch ist. „Apfelförmig sind
die Männer mit Bierbauch“, sagt
Christoph Prediger. Unter dem Namen Prediger & Wilms fertigt er mit
seiner Frau Anja Prediger maßgeschneiderte Matratzen. Ihre Manufaktur sitzt in Weischlitz und beschäftigt
15 Leute, die die Matratzen von der
Pike auf zurechtschneiden und nähen.
Prediger hatte die Vision, die individuelle Matratze zu erfinden. Dafür
besitzt er jetzt ein Patent. Es besteht
aus einer aufklappbaren Matratze,
deren Kern sich ihr Besitzer selbst zusammenstellen kann – aus sieben einzelnen Segmenten. Ihr vogtländisches
Motto: „einfach spitze schlafen.“
Wickelt Geklöppeltes um Finger:
Stefanie Kölbel tritt den Beweis an,
dass Klöppeln nicht hausbacken ist.
Von der Lengenfelderin könnte
selbst das Rumpelstilzchen noch was
lernen. Aus Edelstahl, Silberdraht und
gefärbtem Nylon klöppelt sie
Schmuck – Ketten, Ringe, Ohrringe.
Filigrane Kunstwerke, die robuster
sind, als sie aussehen. Seit neun Jahren verkauft sie ihren Schmuck in
Galerien. Erst im Oktober kehrte sie
von Dresden in ihre Heimat zurück
und nutzt die Design-Messe, um ins
Gespräch zu kommen. „Ich mag das
Kleine“, sagt Stefanie Kölbel. In
Schneeberg hatte sie Textilkunst
studiert und sich auf ausgefallenen
Schmuck spezialisiert. Seit ihrer Kindheit klöppelt sie.
Durchleuchtet Holz: Die Idee, Holz
leuchten zu lassen, kam Frieder
Männel und seinem schwedischen
Geschäftspartner beim Rotwein. Sie
schneiden Holzstämme in so dünne
Scheiben, dass es zum Lampenschirm
taugt. „Wir sind die einzigen, die das
machen“, sagt Frieder Männel, Holzkünstler aus Plauen. Die Lampen bestehen aus Küsten-Kiefer und sie
gibt‘s in jeder Größe. Bei der Schau
auf Design hatten sie am Wochenende
ihre Messe-Premiere. Ein Zufallsprodukt, denn der Plauener und der
Schwede lernten sich bei einer Messe
in München kennen und tauschten
Ideen aus. Frieder Männel war früher
bei der Telekom angestellt und hat
sich mit 50 als Holzkünstler selbstständig gemacht.
Ehrenamt unverzichtbar
In seinem Zustandsbericht wies Voigt nachdrücklich darauf hin, wie
unberechenbar Ereignisse sein können und wie unverzichtbar deshalb
das Ehrenamt in der freiwilligen
Feuerwehr ist.
Die Einsatzabteilungen aus
Markneukirchen und den Ortsteilen
Wohlhausen, Breitenfeld, Landwüst, Erlbach und Wernitzgrün zählen 118 Mitglieder, dazu kommen
63 in der Altersabteilung und 32 in
der Jugendfeuerwehr. 2014 wurden
2003 Einsatzstunden geleistet und
es musste 80 Mal zu Einsätzen ausgerückt werden. Dabei entfiel der
größte Teil – nämlich 49 – auf technische Hilfeleistungen, und es wurden acht Brände gelöscht.
Voigt: „Das Jahr 2014 war geprägt
durch relativ wenige Einsätze im
Durchschnitt der vergangenen zehn
Jahre. Die Einsätze werden aber
komplizierter. Trotz einer guten bis
sehr guten Ausstattung sind Grenzen gesetzt, zum Beispiel bei der
technischen Unfallrettung. Der modernste Rettungssatz ist mittlerweile auch schon wieder zehn Jahre alt
und hat beim modernen Fahrzeugen nur noch begrenzte Wirkmöglichkeiten.“
Premiere für Markneukirchen
Rolf Keil (CDU) als 1. Beigeordneter
des Landrates übergab Horst Voigt
einen iPad mit einer vom sächsischen Innenministerium und der
Universität Freiberg speziell entwickelten App, die Führungskräften
bei Einsätzen Entscheidungen erleichtern soll. Laut Keil ist Markneukirchen die erste Wehr im Vogtlandkreis, die diese Neuheit erhält, was
eine Wertschätzung bedeutet.
Für Andreas Jacob (CDU) war es
das letzte Mal, dass er als scheidener
Bürgermeister den Kameraden für
ihre stets gewährleistete Einsatzbereitschaft und geleisteten Ausbildungs- und Übungsstunden den
Dank der Bürger und des Rathauses
aussprechen konnte. (eso)
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12 Freie Presse
WOHIN
Montag, 23. März 2015
Schau stellt Ohsers Vielfalt unter Beweis
VORSCHAU
diese „unüblichen Akte“ hin: Die
Dargestellten nehmen immer eine
besondere Haltung ein, weisen eine
besondere Geste auf.
In der unteren Etage, gleich neben dem Eingang sind Witz-Zeichnungen aus den 1930er Jahren zu sehen. Marionetten von Vater und
Sohn, Leihgabe einer Marionettenwerkstatt, sowie Vater-und-SohnKöpfe aus Pappmaschee in einer
weiter oben stehenden Vitrine ergänzen die Exposition.
Zum gewählten Thema „Zukunftsvision & Gegenwartssinn“ erklärte Elke Schulze, dass etwa das
Thema Fernsehen für diese Visionen
und die Porträts für den Gegenwartssinn des Künstlers stehen. „Lernen
wir lachen und schämen wir uns
nicht, zu weinen“, forderte sie die
Gäste der Galerie auf.
Zu Beginn der Vernissage hatte
Museumsdirektorin Silke Krahl die
Kunstfreunde begrüßt und die neue
Sonderschau als „besonders schön
und gelungen“ bezeichnet. Der Vorsitzende des Stiftungsrates der
e.o.plauen-Stiftung, Lutz Kowalzick,
dankte Elke Schulze während der
Veranstaltung für deren seit fünf
Jahren währende Tätigkeit als Stiftungsvorstand. (pa)
„Zukunftsvision & Gegenwartssinn“ – unter diesem
Motto steht die neue Ausstellung im Erich-OhserHaus an der Nobelstraße
in Plauen. Die Möglichkeit
zum Besuch besteht bis
zum 4. Oktober.
VON PETER ALBRECHT
FOTO: MARCO PROSCH
SHOW
Mittwoch: Immer
wieder sonntags
PLAUEN — Mit der Show „Immer
wieder sonntags – unterwegs“ geht
Stefan Mross gemeinsam mit Kollegen in diesem Frühjahr auf Tour.
Am Mittwoch ist er in Plauen zu
Gast.
Getreu seinem Lebensmotto
„Alles ist möglich, aber nix ist fix“
darf man schon jetzt darauf gespannt sein, welche spontanen
Moderationen das Improvisationstalent Stefan Mross diesmal präsentieren wird: „Das Publikum ist
für mich ein wichtiger Bestandteil
von ‚Immer wieder sonntags - unterwegs‘, denn was wären wir
Künstler ohne unser Publikum?
Ich gehe deshalb auch gerne unter
die Leute. Im direkten Kontakt ergeben sich häufig die schönsten
und vor allem lebendige Moderationen.“ Von Ende Januar bis Mitte
Mai 2015 gastiert der Entertainer
in über 50 Konzerthallen Deutschlands. Ein extra neu konzipiertes
Bühnenbild wird die ganze Sache
abrunden. Stefan Mross wird nicht
allein kommen und weitere Künstler aus dem Bereich Schlager und
Volksmusik mit bringen. (ike)
DIE SHOW „Immer wieder sonntags - unterwegs 2015“ ist am Mittwoch, 16 Uhr in
der Festhalle Plauen zu erleben. Tickets kosten 36, 39 beziehungsweise 41,60 Euro.
BÜHNE
Plauen: Vogtland Theater, Theaterplatz,
Faust. Der Tragödie erster Teil, Tragödie
von Johann Wolfgang von Goethe, 18 Uhr,
03741 28134832
KINDER UND FAMILIE
Plauen: Fanprojekt Plauen, Dobenaustraße 9, Offener Jugendtreff, 9-15 Uhr
Jugendzentrum Oase, Dr.-Karl-GelbkeStraße 1, Oase-Keller, offener Treff und
bring & eat, 15-20 Uhr; O-Ton-(studio),
17 Uhr
Kinder- und Jugendhaus eSeF, Seminarstraße 4, Kinderzentrum, Töpfern, 14-18 Uhr;
Jugendzentrum, Fußball in der Halle
(ab 10 Jahre), 18 Uhr
Landeskirchliche Gemeinschaft, Fabrikstraße 6, Offener Treff für Kinder von sieben
bis zwölf Jahre zum Spielen, Lesen, Basteln,
16-18 Uhr
Mehrgenerationenhaus, Am Albertplatz 12,
Babygruppe, (ab 3 Monaten), 10 Uhr;
Eltern-Kind-Sport, 15.30 Uhr
Stadt-Galerie, Postplatz 1, Osterspaß:
Bastwerkstatt „Design & Faszination“,
10-18 Uhr; Osterspaß: Basteln und Malen in
der Osterhasenwerkstatt, 14-17 Uhr
Treff „Quartier 30“, Bahnhofstraße 30,
Zumba Kids, 16.45 Uhr; Zumba, 18 Uhr
Auerbach/V: Awo Jugendzentrum
High life, Eisenbahnstraße 49,
Offener Treff, 15-20 Uhr
Jugendhaus City-Treff, Breitscheidstraße 33,
Sporttreff in der Halle, 17-19 Uhr,
03744 308686
Schülerfreizeitzentrum, A.-Schubert-Straße 19, Offener Treff, 12-18 Uhr
Falkenstein: Tiergarten, Allee 9,
188 verschiedene Tiere, darunter
111 Säugetiere in 22 Tierarten, Tropenhaus
mit 77 Tieren in 39 verschiedenen Arten,
10-16 Uhr, 03745 5421
Greiz: Stadt- und Kreisbibliothek,
Kirchplatz 4, Nicki Pawlow: Der bulgarische
Arzt, Lesung, 18 Uhr, 03661 703425
PLAUEN — Ein weiteres Mal bekommt das staunende Publikum
vor Augen geführt, wie vielfältig der
in Plauen und weit darüber hinaus
verehrte Zeichner Erich Ohser doch
gewesen ist. Denn nicht nur die berühmten Vater-und-Sohn-Geschichten sind seinem Zeichenstift entsprungen. Der später unter dem
Pseudonym e. o. plauen arbeitende
Künstler konnte sehr viel mehr. Das
weiß auch der Plauener Kunstexperte Wolfgang Rudloff, der am Freitag
zu den Gästen der wiederum gut besuchten Ausstellungseröffnung im
Erich-Ohser-Haus an der Nobelstraße gehörte: „Seine Landschaftsbilder werden unterschätzt“, sagte
Rudloff. Einige Landschaftsbilder
Ohsers sind in der unteren Etage zu
sehen.
Aber nicht nur die fallen dem Besucher auf. Es sind auch die Porträts
ernster und markanter Gesichter,
die einen starken Eindruck hinterlassen. „Sie sind beseelt“, kommen-
tierte Rudloff diese Werke. Bekanntlich sei der Zeichner schwerhörig gewesen, was die übrigen Sinne wohl
geschärft habe. So sei seine Meisterschaft mit zu erklären. Mit ernster
Miene stellte e. o. plauen nicht nur
andere, sondern auch sich selbst dar:
Selbstporträts aus den 1920er Jahren
hängen in der ersten Etage. Mal
nachdenklich, kritisch betrachtend,
mal fordernd oder betrübt wirkt er
auf den Betrachter. Auch Akte sind
ausgestellt. Elke Schulze, Stiftungsvorstand der e.o.plauen-Stiftung,
wies zum Start der Ausstellung auf
DIE AUSSTELLUNG im Erich-Ohser-Haus,
Nobelstraße 7 in Plauen, ist wie folgt geöffnet:
Dienstag, 11 bis 19 Uhr; Mittwoch, 11 bis 17 Uhr
sowie Freitag, Samstag und Sonntag, 11 bis
17 Uhr. Freitags ist der Eintritt in der Zeit von
13 bis 17 Uhr frei, sonst beträgt er drei Euro
für Erwachsene (ermäßigt 2 Euro). Kinder und
Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt.
LIEDERABEND
WANDERUNG
SERENADENKONZERT
KOMÖDIE
TSCHECHISCHE LITERATUR
Michèle Rödel singt
morgen im Kurhaus
Über die Sorge geht
es nach Bärendorf
Scherzhaftes im
Zeichen von Mozart
Malzhauskino zeigt Duo liest frische
„300 Worte Deutsch“ Übersetzung
BAD ELSTER — Die vogtländische
Sopranistin Michèle Rödel gestaltet
morgen einen Arien- und Liederabend in Bad Elster. Beim Konzert
„Mozart zieht durch mein Gemüt“
ab 19.30 Uhr im Königlichen Kurhaus sind Werke von Zeitgenossen
Mozarts wie Salieri, Haydn, Gluck,
Telemann oder Cimarosa zu hören.
Begleitet wird Michèle Rödel von
Anne Viehweger aus Rodewisch am
Klavier. Eintritt: 12 Euro. (hagr)
BAD
BRAMBACH — Eine geführte
Wanderung wird am Mittwoch in
Bad Brambach angeboten, Unter der
Leitung von Familie Blohs geht es
14 Uhr am Therapie- und Wohlfühlzentrum (Badstraße 47) los. Die Strecke (gut drei Stunden, etwa zehn
Kilometer) führt durch das Röthenbach-Sorgebachtal und über die
Sorge nach Bärendorf, zurück dann
über Hohendorf. Die Teilnahme an
der Tour ist kostenfrei. (hagr)
BAD ELSTER — Zu einem heiteren Serenadenkonzert im Kerzenschein
lädt am Mittwoch das Konzertmeisterquartett der Chursachsen in Bad
Elster ein. Im Königlichen Kurhaus
erklingen ab 19.30 Uhr in dem
Programm „Scherzo, Scherzo, Divertimento...“ Werken von Mozart und
Haydn, aber auch MendelssohnBartholdy sowie „Die zwei lustigen
Mistfinken“ von Hindemith. Karten
gibt es für 6 Euro. (hagr)
PLAUEN — Die Multikulti-Komödie
Grobau: Fahrbibliothek, Bushaltestelle,
13-13.30 Uhr
Jößnitz: Grundschule, Gerhart-Hauptmann-Straße 6, Keramikkurs, 12-17 Uhr
Klingenthal: Tierpark, Amtsberg 22,
Einheimische Tiere und exotische Wildtiere,
10-16 Uhr, 037467 22397
Krebes: Fahrbibliothek, Grundschule,
10-12 Uhr
Markneukirchen: Kinder- und Jugendtreff, Wernitzgrüner Straße 38,
Offener Treff, 13.30-19.30 Uhr
Mißlareuth: Fahrbibliothek, Dorfplatz,
14.15-15 Uhr
Oelsnitz: Jugendzentrum „Halle“,
Alte Reichenbacher Straße 27, Tanzkurse:
für Kinder von 8 bis 12 Jahren, 15-16 Uhr;
für Kinder von 13 bis 18 Jahren,
16.30-18 Uhr
Kinderzentrum „Goldene Sonne“,
Rudolf-Breitscheid-Platz 1, Offener Treff,
13-18 Uhr; Turniertag, 14 Uhr
Pausa: Jugendclub, Paul-Scharf-Straße,
Spielpunkt - Kreativtag: Ostereier marmorieren, Freizeitangebot des Kinderland Plauen,
15-18 Uhr
Rodersdorf: Fahrbibliothek, Dorfplatz,
15.30-16 Uhr
Schwarzenberg: Eisenbahnmuseum,
Schneeberger Straße 60, Dampf- und
Dieselloks, zu sehen ist unter anderem eine
Werkstatt mit Schmiedefeuer und eine alte
Ölausgabe im Lokschuppen, letzter Einlass
30 Minuten vor Schließzeit, 10-14 Uhr,
0173 7862248
Zwickau: Hochschulbibliothek, Klosterstraße 7, Frühlingserwachen - Landschaften
und Stillleben, Malereien von Christian
Siegel, 8.30-22 Uhr, 0375 5361250
Asterix im Land der Götter, 14.30 Uhr;
Baymax - Riesiges Robowabohu, ab 6 J,
14.15 Uhr; Chappie, ab 12 J, 20 Uhr;
Cinderella, 14.15, 17, 20 Uhr;
Der große Trip - Wild, ab 12 J, 17.15,
20.15 Uhr; Fifty Shades of Grey, ab 16 J,
17, 20 Uhr; Heute bin ich Samba, ab 6 J,
17 Uhr; Into the Woods, ab 6 J,
14 Uhr; Kingsman: The Secret Service,
ab 16 J, 19.45 Uhr;
SpongeBob Schwammkopf 3D, 14.30 Uhr;
The Boy Next Door, ab 16 J, 17, 20.15 Uhr;
Verstehen Sie die Béliers?, 17 Uhr
Scala-Kinocenter, Wörthstraße 4 - 6,
09281 3684;
American Sniper, ab 16 J, 20 Uhr;
Die Bestimmung - Insurgent 3D, 14.30, 17,
20 Uhr;
Die Trauzeugen AG, ab 12 J, 17 Uhr;
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Doris Dubiel und Renate Zaumseil (von rechts) gehörten zu den Gästen der neuen Ausstellung im Erich-Ohser-Haus
Plauen. Sie zeigt einmal mehr, dass der Künstler vielfältiger war, als es seine bekannten Vater-und-Sohn-Geschichten
FOTO: ELLEN LIEBNER
vermuten lassen.
AUSSTELLUNGEN
Plauen: Vogtlandkonservatorium,
Theaterplatz 4, „Im Unruhestand“, Werke
von Wilhelm Mühsam, 10-18 Uhr
Beierfeld: Sächsisches Rot-Kreuz-Museum, August-Bebel-Straße 73, Deutsch-tschechische Ausstellung, „Die Nachwuchsarbeit
des Tschechischen Roten Kreuzes von
1921 bis in die Gegenwart“, 9-12 Uhr,
03774 509333
Cranzahl: „Alte Färberei“ - Räuchermann-Museum, Dorfstraße 44,
1. Räuchermann-Museum, gezeigt werden
2000 dampfende Figuren, 10-17 Uhr,
037342 7688
Leubnitz: Schloss, Am Park 1,
„Bahn und Natur“, Ölbilder von Jürgen Batschik aus Leubnitz, 9-13 Uhr
Markneukirchen: Hüttels Musikwerkausstellung Wohlhausen, Hauptstraße 10,
Mechanische Musikinstrumente, von der
Singvogelspieldose bis zur großen Karussellorgel, 9.30-16 Uhr
Mehltheuer: Kleinstes Musikinstrumenten-Museum, Hohe Straße 9,
1500 Raritäten inklusive 350 historischer
Musikinstrumente, Vorführung mechanischer
Musikinstrumente, Schauwerkstatt für Zupf-,
Streich- und Zungeninstrumente, 9-12 Uhr,
037431 4159
Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum, Bahnhofstraße 4, Deutsche
Raumfahrtausstellung, 10-17 Uhr,
037465 2538
Oelsnitz: Zoephelsches Haus, Grabenstraße 31, Sonnen-Painting mit der Sonne malen,
Werke von Wolfram Hentschel aus Meißen,
9-16 Uhr
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstraße 33, 03741 1469050;
Asterix im Land der Götter, 14.30 Uhr;
Baymax - Riesiges Robowabohu, ab 6 J,
14.30 Uhr;
Chappie, ab 12 J, 17 Uhr;
Cinderella, 14.15, 17, 20 Uhr;
Die Bestimmung - Insurgent 3D, 17, 20 Uhr;
Die Trauzeugen AG, ab 12 J, 14.15, 17.15 Uhr;
Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 20 Uhr;
Focus, ab 12 J, 20.15 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 14.30 Uhr;
Kingsman: The Secret Service, ab 16 J,
19.45 Uhr;
Shaun das Schaf, 14.30, 17, 20.15 Uhr;
SpongeBob Schwammkopf, 14.30 Uhr;
The Boy Next Door, ab 16 J, 20.15 Uhr;
The Imitation Game - Ein streng geheimes
Leben, ab 12 J, 17.15, 20.15 Uhr;
Traumfrauen, ab 12 J, 17 Uhr;
Verstehen Sie die Béliers?, 17.15 Uhr
Malzhaus, Alter Teich 7 - 9, 03741 15320;
300 Worte Deutsch, ab 12 J, 20 Uhr
Greiz: UT 99, Thomasstraße 6,
03661 629111;
Cinderella, 14.30, 17.30, 20.15 Uhr;
Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 20 Uhr;
Focus, ab 12 J, 17.15, 20.15 Uhr;
Fünf Freunde 4, ab 6 J, 14.30 Uhr;
Kingsman: The Secret Service, ab 16 J, 17.15,
20 Uhr;
SpongeBob Schwammkopf 3D, 14.45 Uhr;
Traumfrauen, ab 12 J, 14.45, 17.30 Uhr
Hof: Central-Kino, Altstadt 8,
09281 142488;
„300 Worte Deutsch“ (D, 2014 – FSK
12 – 96 Minuten) wird heute und
morgen, 20 Uhr im Malzhauskino
Plauen, Alter Teich 7-9, gezeigt: Die
emanzipierte Deutsch-Türkin Lale
soll ihrem Vater helfen, türkische
„Importbräute“ durch den Deutschtest zu schleusen und so vor Abschiebung zu bewahren. Was auch
heißt, dass sie dann an fremde Männer verheiratet werden... (tk)
SONSTIGES
A N ZE I G E
ZWICKAU — Ingrid Zeuke und Reiner
Neubert stellen in der 110. Lesung
tschechischer Literatur in den Wenzel Prager Bierstuben heute, 17 Uhr
Joseph Wechsbergs Buch „Heimkehr“ (1946) vor. Der Autor wurde
1907 in Mährisch-Ostrau als Sohn
eines jüdischen Bankiers geboren,
ging Mitte der 30er Jahre in die USA
und kam mit den Alliierten 1945
nach Europa zurück. Jetzt erschien
das Buch erstmals auf deutsch. (tk)
Frau Müller muss weg!, ab 6 J, 14.30 Uhr;
Fünf Freunde 4, ab 6 J, 14.30 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 17 Uhr;
Shaun das Schaf, 14.45, 17.15 Uhr;
Traumfrauen, ab 12 J, 20.15 Uhr
Markneukirchen: Harmonie-Lichtspiele,
Erlbacher Straße 4, 037422 2637;
Traumfrauen, ab 12 J, 20 Uhr
Schleiz: Neues Kino im Hörsaal,
Löhmaerweg 2, 03663 422805;
Asterix im Land der Götter, 17 Uhr;
Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 20 Uhr
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Stefan Mross wird gemeinsam mit
Showkollegen am Mittwoch „Immer
wieder sonntags“ in der Plauener
Festhalle präsentieren.
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Plauen: Alaunbergwerk „Ewiges Leben“,
Reichsstraße (gegenüber Commerzbank),
Führung - Plauen unter Tage erleben, eine
telefonische Voranmeldung ist erforderlichunter: 03741 529426
Schaustickerei, Obstgartenweg 1,
Vorführungen an Stickmaschinen, 10-17 Uhr,
03741 443187
Vogtland Theater, Theaterplatz,
Auskunft zur aktuellen Situation des Theaters,
mit Generalintendant Roland May und
Geschäftsführer Volker Arnold, 19 Uhr,
03741 28134832
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25,
Auf königlichen Spuren, historische Stadtführung, 15 Uhr
Falkenstein: Verein Kirche im Laden,
Gartenstraße 19, Handarbeiten Erwachsene für Anfänger und Fortgeschrittene, 19-21 Uhr,
03745 751475
Klingenthal: Vogtland-Arena,
Falkensteiner Straße 133, Besichtigung,
10-17 Uhr, 037467 280860
Oelsnitz: Café Biene, Otto-Riedel-Straße 3,
Tierheim kommt zu Besuch, 10 Uhr;
Seniorensport für Alle, 10 Uhr
Café Sonne, Rudolf-Breitscheid-Platz 1, Osterbasteleien, 14 Uhr
Syrau: Drachenhöhle, Höhlenberg 10,
Einzige Schauhöhle Sachsens, in 16 m Tiefe
gibt es unterirdische Schönheiten wie
Sinterschmuck, kristallklare Seen und Lehmkegel an den Höhlenwänden, 10-16 Uhr,
037431 3735
OBERES VOGTLAND
NACHRICHT
LÖSCHTEICH
Flächentausch hilft
Bürgern in Friebus
WOHLHAUSEN — Die Stadt Markneukirchen schafft ein lange währendes
Problem aus der Welt: In der Siedlung Friebus bei Wohlhausen konnten Bauwillige keine Veränderungen an ihren Häusern vornehmen –
für die Genehmigung fehlte das
Löschwasser vor Ort, ein Teich war
vor längerer Zeit an einen Privatmann verkauft worden. Die Teichfläche tauscht nun die Stadt. Tauschobjekt ist eine kommunale Landwirtschaftsfläche westlich des Oberen Berges. Weil diese größer ist als
die Fläche des Teiches, zahlt der Privatmann 1700 Euro Aufgeld. Der
Verwaltungsausschuss des Stadtrates empfahl den Tausch. (hagr)
KALENDERBLATT
Vor 10 Jahren
SCHADSTOFFE IM TEICH — Im Irfers-
grüner Teich sind Schadstoffe entdeckt worden: Cadmium, Arsen,
Zink, Chloride und Sulfate. Es handelt sich um Überreste des benachbarten Schwerspat-Bergbaus.
Vor 50 Jahren
TAGESSCHULE
EINGERICHTET —
Die
Teil-Oberschule Rebersreuth/Leubetha im Kreis Oelsnitz, in der die Kinder des 1. bis 3. Schuljahres lernen,
ist zur Tagesschule entwickelt worden. Damit werden dort Sport- und
Spielangebote organisiert, eine Arbeitsgemeinschaft „Gartenbau und
Kleintierzucht“ eingerichtet und
weitere Formen der Freizeitgestaltung angeboten.
Vor 100 Jahren
RATHAUS
TREUEN
GEWEIHT — In
Treuen wird das neue Rathaus übergeben. Noch ein Jahr zuvor hatte mit
großen Lettern „Bürgerschule“ an
dem Gebäude am Markt gestanden.
Den Sitzungssaal schmücken zwei
Wandgemälde von Ernst Kaufmann
aus Leipzig. (pa)
Freie Presse
Der demografische Wandel hat
das Vogtland bereits fest im Griff
Stichwort Bedürftigkeit: Die Zahl
der Empfänger staatlicher Unterstützung hat sich von 2007 bis 2011
im Vogtland wie in ganz Sachen
kontinuierlich erhöht – 2012 war
ein Rückgang zu verzeichnen. Auf
finanzielle Hilfen nach dem Sozialgesetzbuch waren im Laufe des Jahres 2012 in der Region insgesamt
4297 Personen angewiesen. Der Anteil unter 18-Jähriger daran lag bei
24,5 Prozent, der über 65-Jährigen
bei 17,7 Prozent. Zu den staatlichen
Stützen gehören finanzielle Hilfen
zum ständigen Lebensunterhalt, in
besonderen Lebenslagen, zur Eingliederung behinderter Menschen
sowie Leistungen zur Pflege.
VON UWE SELBMANN
OELSNITZ / KLINGENTHAL — Demografischer Wandel – das vielgenutzte Schlagwort der Politik klingt ein
bisschen nach einem gemütlichen
Spaziergang mit viel Zeit und einem
weit entfernten Ziel. Dabei hat das
Phänomen das Vogtland längst erfasst – und zwar mit voller Wucht.
Das belegen aktuelle Statistiken, die
das Landratsamt für sein Konzept
„Vierte Lebensphase im Vogtlandkreis“ zusammengestellt hat. Auf
110 Seiten zeichnen Diagramme,
Grafiken und Tabellen ein geradezu
dramatisches Bild über die Entwicklung im Vogtland.
Stichwort Bevölkerung: Um
mehr als 34.000 Menschen ist die
Einwohnerzahl des Vogtlandes seit
dem Jahr 2000 gesunken – das ist, als
ob die Städte Auerbach, Rodewisch
und Falkenstein zusammen auf
einen Schlag unbewohnt wären.
Um 12,7 Prozent auf nun unter
240.000 ging die Einwohnerzahl des
Vogtlandes in den vergangenen
zehn Jahren zurück – und in dieser
Berechnung ist der bereits seit 1990
erlebte Bevölkerungsverlust nicht
enthalten. Seit 2000 verloren Klingenthal (-19,2 Prozent), Muldenhammer (-18,9) und Elsterberg
(-18,0) am stärksten Einwohner.
„Es gibt gute Ansätze“
Menschen mit Behinderung gegenüber. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung stieg von 8,3 Prozent 2004
auf 11,5 Prozent Ende 2013 – auch
das ein im Sachsen-Vergleich überdurchschnittlicher Wert. Mehr als
26.800 Vogtländer sind im Besitz
eines Schwerbehindertenausweises
– das entspricht etwa jedem neunten Einwohner.
Die Vogtländer werden
weniger, insgesamt immer
älter und auch pflegebedürftiger. Ein Rezept
gegen die seit langem vorhergesagte Entwicklung
hat die Politik bisher nicht
gefunden. Neue Zahlen
belegen jetzt: Der demografische Wandel ist da.
Stichwort Altersstruktur: Unter
den sächsischen Landkreisen weist
der Vogtlandkreis mit 48,3 Jahren
das höchste Durchschnittsalter aus.
– weil Einwohner älter als anderswo
werden, der Anteil Älterer an der Bevölkerung besonders hoch ist und es
nach wie vor an Nachwuchs fehlt.
1990 betrug der Altersdurchschnitt
noch 41,2 Jahre. Trotz eines leichten
Aufwärtstrends bei den Geburten in
vergangenen Jahren: Frauen, die in
den nächsten Kinder bekommen
könnten, wurden schon vor 20 bis
25 Jahren nicht geboren. Betrachtet
man die Grafik zur Altersstruktur
im Vogtlandkreis (siehe oben), ist
eine klassische Bevölkerungspyramide nicht mehr erkennbar. Der Anteil über 66-Jähriger an der Gesamtbevölkerung ist mit 25,9 Prozent
doppelt so hoch wie der Anteil unter
18-Jähriger mit 12,9 Prozent.
Stichwort Gesundheit: Dem kontinuierlichen Rückgang der Bevölkerung in den vergangenen Jahren
steht gleichzeitig ein Anstieg der
13
Stichwort Pflege: Zur Versorgung
pflegebedürftiger Einwohner gibt es
im Vogtlandkreis 60 stationäre und
teilstationäre Pflegeeinrichtungen.
Davon bieten sieben Kurzzeit- und
16 Einrichtungen Tagespflege an.
Die Kapazität an vollstationären
Pflegeplätzen (2931) war zum Stichtag der Statistik zu 97,7 Prozent ausgelastet. Die durchschnittliche Wartezeit auf einen Pflegeheimplatz beträgt 2,8 Monate. Angaben des Landratsamtes zufolge gibt es Einrichtungen ohne Wartezeit, in anderen
beträgt sie bis zu neun Monate. Das
Altenhilfekonzept prognostiziert
bis 2030„bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen“ einen Mehrbedarf von 943 Pflegekräften für stationäre Pflege und von 561 Pflegekräften für die ambulante Pflege. Bereits
heute sei jedoch der Arbeitskräftebedarf schwer zu decken, heißt es.
Dr. Uwe Drechsel
ist Leiter des Dezernats Gesundheit und
Soziales im Landratsamt. Uwe Selbmann befragte ihn
zu Erkenntnissen
aus dem Konzept.
FOTO: HARALD SULSKI/ARCHIV
Montag, 23. März 2015
Herr Drechsel, in dem Konzept
Vierte Lebensphase steckt ohne
Zweifel enorme Fleißarbeit. Dutzende Diagramme und Statistiken
wurden zusammengetragen. Aber
welches Handeln leitet die Kreisverwaltung jetzt daraus ab?
Als Amt sind wir zur Sozial- und
Altenhilfeplanung verpflichtet. Diesem Zweck dient die komplexe Datensammlung – zu schauen, wo und wie
sich Bedarf entwickelt. Deshalb
nimmt die Analyse des Ist-Zustands so
breiten Raum ein. Darüber hinaus
sind unsere Möglichkeiten, als Amt
auch zu handeln, jedoch begrenzt. In
vielen Fällen muss es bei Hinweisen
an Städte und Gemeinden bleiben.
Wie stellen diese sich Ihrer Einschätzung nach den Problemen, die
mit dem demografischen Wandel
auf sie zukommen?
Es gibt gute Ansätze zum Etablieren
von Seniorenvereinen und -genossenschaften, die sich gegenseitig helfen.
Die Stadt Adorf ist da sehr weit. Andere beginnen, sich damit zu beschäftigen. Wir unterstützen den Plan, in
Plauen eine Beratungsstelle zum
„Wohnen im Alter“ zu etablieren, wo
über Umbaumöglichkeiten, Hilfs- und
Hausnotrufsysteme informiert wird.
Und wir versuchen, Beispiele wie Alltagsbegleiter und Mehrgenerationenarbeit weiter zu unterstützen. So soll
das ehrenamtliche Engagement in
dem Bereich weiter wachsen.
Das Konzept analysiert steigenden
Fachkräftebedarf in der Pflege.
Reicht die Zahl stationärer Pflegeplätze in Zukunft überhaupt aus?
Unser Ziel ist es, Strukturen zu schaffen, dass jeder möglichst lange zu
Hause gepflegt werden kann. Zum
einen ist das ein Wunsch vieler älterer
Bürger, zum anderen ist stationäre
Pflege teuer. Derzeit befürworten wir
keine Heimneubauten.
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14 Freie Presse
BLICK NACH BÖHMEN
NACHRICHTEN
TRUPPENÜBUNGSPLATZ
Areal steht ab 2016
jedermann offen
Montag, 23. März 2015
Mit neuer Brücke biegt
Radtrasse auf Zielgerade ein
Westböhmen:
Arbeitsmarkt
leicht belebt
Regional treten jedoch
deutliche Unterschiede auf
KARLSBAD/KARLOVY VARY — Im Zu-
sammenhang mit der geplanten
Verkleinerung des Truppenübungsplatzes im Duppauer Gebirge soll ab
Januar 2016 ein großer Teil des Gebietes tagsüber wieder für Bürger zugänglich sein. Geplant ist auch die
Bildung von zwei neuen Gemeinden namens Doupovské Hradiště
und Bražec. Der Truppenübungsplatz im Duppauer Gebirge entstand ab 1953. Inzwischen wird er
auch von der Nato genutzt. (rewö)
KURBETRIEB
Einfahrt nur noch
mit Genehmigung
KARLSBAD/KARLOVY VARY — Seit An-
fang März darf das Kurgebiet im
westböhmischen Karlsbad/Karlovy
Vary nur noch mit Sondergenehmigung befahren werden. Die Stadtverwaltung reagierte mit dieser Regelung auf das steigende Verkehrsaufkommen im besagten Bereich, der
als Ruhezone gilt, und hat strenge
Kontrollen angekündigt. Die Missachtung des Verbots kann umgerechnet bis zu 500 Euro Strafe nach
sich ziehen. (rewö)
WETTBEWERB
Gesucht: originelle
Ideen auf dem Bau
VARY — Bereits
zum 15. Mal findet im Karlsbader
Kreis der Wettbewerb „Bauwerk des
Landkreises“ statt, an dem sich Investoren, Architekten und Hauseigentümer beteiligen können. Die
Bewertung der eingereichten Projekte erfolgt durch eine Fachjury.
Die Sieger werden zur Baufachmesse am 4. und 5. Juni in Karlsbad/
Karlovy Vary prämiert. Schirmherr
ist Oberbürgermeister Petr Kulhanek. Im vergangenen Jahr beteiligten sich rund 15.000 Bürger an der
Abstimmung. (rewö)
Die tschechischen Partner
haben ihren Teil der
Karlsroute für Pedalritter
fix und fertig. Und auch
auf deutscher Seite laufen
beim zwei Millionen Euro
teuren EU-Projekt die
letzten Arbeiten, um die
Verbindung zwischen
Aue und Karlsbad/Karlovy
Vary startklar zu machen.
KARLSBAD/KARLOVY
VON ANNA NEEF
EIBENSTOCK — Ein Brückenschlag hat
jetzt die letzte Etappe auf dem Weg
zur Fertigstellung der Karlsroute
eingeläutet. Die Trasse für Radfahrer, die Aue und Karlsbad/Karlovy
Vary miteinander verbindet, soll in
wenigen Wochen für Pedalritter frei
gegeben werden. „Darauf freuen wir
uns alle sehr“, sagt Holger Pansch,
der das EU-Projekt von Eibenstock
aus koordiniert. Zwei Millionen
Euro flossen in den vergangenen
zwei Jahren in das Vorhaben, das
mehr Touristen ins Erzgebirge
locken soll – und zwar auf beiden
Seiten der Grenze.
8,50 Meter lang ist die neue Brücke in Oberwildenthal, die zur Karlsroute gehört.
FOTO: EBERHARD MÄDLER
KARLSBAD/KARLOVY
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„Anfang Mai ist die
Freigabe geplant.“
Holger Pansch Projektkoordinator
Die Überquerung wurde genau eingepasst.
Ein großer Schritt in diese Richtung
wurde vor einigen Wochen per Lastkran in Oberwildenthal getan. Bevor
die Route von deutscher auf tschechische Seite wechselt, fehlte eine
Brücke. „Der Grundstückseigentümer war mit dem Bauwerk zum
Glück einverstanden. Denn so können die Nutzer auf dem Radweg bleiben und müssen nicht erst noch für
ein kurzes Stück auf die Bundesstraße wechseln“, erklärt Holger Pansch.
Damit seien alle großen Pflöcke eingeschlagen. „Anfang Mai ist die offizielle Freigabe geplant.“
In der Schlussredaktion befinden
sich die Texte der Informationstafeln, die in Deutsch, Tschechisch
und Englisch an 13 Standorten entlang der Karlsroute umfangreich
über die Radtrasse selbst, Sehenswürdigkeiten und Tipps an der Stre-
cke aufklären sollen. „Wir haben Höhenprofile und Streckenbelag sowie
Verweise auf die vier Nebenrouten
mit draufgepackt.“ Weitere Themen
sind Naturschutz und Postgeschichte, die auf deutscher Seite dank sieben restaurierter und neu gesetzter
Meilensteine verstärkt in den Fokus
rückt.
Auch dem Pass Hirschenstand/
Jelení widmete das Team um Holger
Pansch besondere Aufmerksamkeit.
„Er bildet ja die Grenzlinie zwischen
beiden Ländern.“ Erläutert wird die
historische Bedeutung dieses Fleckchens Erde, das früher Postpferdewagen und Busse passierten – als
Verbindung von Zwickau nach Karlovy Vary. Es gab sogar ein Zollamt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war
der Übergang zu, zweimal führte die
Friedensfahrt über den Pass, und im
FOTO: EBERHARD MÄDLER
August 1968 rollten sowjetische
Panzer über die Höhe, um den Prager
Frühling niederzuschlagen. 1997
wurde das Grenztor entfernt. „Jetzt
dient Hirschenstand als touristische
Verbindung beider Nationen.“
Zu tun gibt es noch eine Menge.
Drei von sechs Rastplätzen müssen
aufgebaut werden. Gleiches gilt für
einige Postmeilensteine. Die Flyer
indes sind fertig. Die ausführliche
Radwanderkarte wurde in einer Auflage von 35.000 Stück in Tschechien
gedruckt. Zudem gibt es Faltblätter
für alle Nebenrouten – drei davon
befinden sich auf deutscher Seite,
eine weitere Extra-Runde führt über
35 Kilometer rund um Platten/Horní Blatná. „Das Layout der Flyer haben wir zur Wiedererkennung aufeinander abgestimmt.“ Ebenfalls in
den letzten Zügen liegt der Fein-
Die Flyer der Route.
FOTO: ANNA NEEF
schliff an der Internetseite, über die
alle Daten zur Karlsroute auch interaktiv via Handy abrufbar sind.
Die Radtrasse ist ein Vorhaben
des Ziel 3/Cíl 3-Programms zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit 2007-2013 zwischen
Sachsen und der Tschechischen Republik. Es wird zu 85 Prozent durch
die EU mit Mitteln aus dem Fonds
für regionale Entwicklung (Efre) unterstützt. Die Kosten für die 60 Kilometer lange Hauptroute und Nebenstrecken, die weitere 100 Kilometer
Radvergnügen bieten, betragen zwei
Millionen Euro. Vier Partner wirken
mit: die Stadt Eibenstock als Trägerin, der Zweckverband Muldetalradweg und die Gemeinden Neuhammer/Nové Hamry sowie der Gemeindeverband Bystrice mit Sitz in Bärringen/Pernink.
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TERMINE
26. bis 28. März: Kraslice, Kulturhaus: Klöppelausstellung, geöffnet
ist täglich von 10 bis 17 Uhr.
27. März: Karlovy Vary, Bürgerhaus:
Rockkonzert der tschechischen
Supergroup. Los geht es 20 Uhr.
27. März: Nejdek, Kulturhaus:
Countrymusik mit drei Bands aus
Westböhmen. Beginn ist 20 Uhr.
28. März: Chomutov, Platz des
1. Mai: Regionaler Bauernmarkt,
geöffnet von 8 bis 12 Uhr.
1. April: Fußball, Pokal-Viertelfinale: FK Teplice gegen Viktoria Plzeň.
Anpfiff ist 18 Uhr.
4./5. April: Bauerngut Statek Bernard bei Sokolov: Schau von Jagdtrophäen, täglich von 11 bis 17 Uhr.
11. April: Abertamy, Rathaus: Handschuhmacher-Museum. Geöffnet ist
von 13 bis 17 Uhr.
Bis 21. April: Cheb, Galerie G4: Ausstellung mit Fotoarbeiten von Adele
Leinwerberova. (tm)
Böhmische Bastler genießen guten Ruf
Modellbau hat in
Tschechien eine große
Anhängerschaft. Der
Kitclub Karlsbad/Karlovy
Vary ist sehr aktiv,
organisiert aber keine
eigenen Ausstellungen.
VON KATJA LIPPMANN-WAGNER
KARLSBAD/KARLOVY VARY — Bei der
Frage nach ihren tschechischen Kollegen antworten deutsche Modellbauer spontan und voller Ehrfurcht.
„Die können was. Das ist noch einmal eine ganz andere Güte“, sagt etwa Daniel Weigel, Vorsitzender der
IG Plastikmodellbau Erzgebirge. Daher freut sich der Raschauer, dass er
und seine Mitstreiter inzwischen
gute Kontakte zu Klubs im Nachbarland pflegen.
Jüngst erst nahmen wieder drei
Vereine aus Tschechien an der Modellbauschau in Markersbach teil.
Zu den Gästen gehörten Jiří Martinek und Vaclav Vopalecký vom Kitclub Karlsbad/Karlovy Vary, den es
seit 2007 mit derzeit acht Mitglie-
Jirí Martinek (links) und Vaclav Vopalecký vom Kitclub Karlsbad/Karlovy Vary
pflegen Kontakte zu deutschen Modellbauern.
FOTO: KATJA LIPPMANN-WAGNER
dern gibt. Das Durchschnittsalter
liegt bei 40 Jahren. Während sich der
40-jährige Martinek auf Militärfahrzeuge des Zweiten Weltkriegs spezialisiert hat, liegt der Fokus von Vopalecký auf Flugzeugen und Militärfahrzeugen ab 1945. Die Clubarbeit
sei sehr aktiv. „Wir sehen uns alle
zwei Wochen“, so Martinek. Einen
eigenen Raum haben die Bastler
nicht. „Wir treffen uns privat oder
im Restaurant, sprechen über Bausätze und Modelle, planen Ausstellungsbesuche, tauschen uns aus.“
Vor ein paar Jahren noch habe
man regelmäßig selbst Schauen in
Karlovy Vary organisiert. „Seit 2010
fehlt uns leider die Zeit für die umfangreiche Vorbereitung.“ Doch der
Modellbau habe in Tschechien ei-
nen sehr hohen Stellenwert. „Früher
gab es viele Angebote für Schüler,
darauf beruht die Tradition“, so Martinek. Fast jede Woche gibt es eine
Ausstellung. Anders als in Deutschland gehe es bei den Schauen nicht
nur um den Austausch und die Präsentation, sondern vor allem um die
Bewertung. „Der Wettbewerb untereinander steht im Vordergrund“, so
Martinek. Und Vopalecký ergänzt:
„Es ist bei uns ein sehr beliebtes Hobby – allerdings nur unter Männern.
Lediglich ein paar Frauen interessieren sich dafür. Das ist genau wie in
Deutschland.“
Da Vaclav Vopalecký bei der Berufsfeuerwehr arbeitet und sehr unregelmäßige Arbeitszeiten hat, kann
er täglich zwischen einer Stunde
und im besten Fall acht Stunden an
seinen „Schätzen“ arbeiten. Versandlagerleiter Martinek indes hat fast
drei Jahre nicht mehr geklebt und
gefeilt – aus Zeitmangel. „Die von
uns verwendeten Produkte sind jene, die auch in Deutschland vertrieben werden.“ Zu den beliebten Anbietern von Modellbausätzen zählen Tamiya, Revell, Eckhard und Hasegawa. Sie agieren weltweit. „Doch
unser Ziel ist immer, das Modell weiter zu verbessern und dem Original
so nah wie möglich zu kommen.“
VARY — Immerhin eine leichte Belebung des Arbeitsmarkts verzeichnet nach einem Bericht der Zeitung „Karlovarsky deník“ der Karlsbader Kreis. Anfang März sind 17.433 Menschen ohne Beschäftigung gewesen – etwa
350 weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote sank demnach um
0,2 auf 8,2 Prozent.
Allerdings gibt es in den drei
Kreisen deutliche Unterschiede. Die
höchste Arbeitslosigkeit weist weiterhin Falkenau/Sokolov mit zehn
Prozent aus. Dort sind 6403 Jobsuchende registriert. Im Kreis Karlsbad/Karlovy Vary suchen momentan 6822 Menschen eine Arbeit.
Die Arbeitslosenquote liegt bei
8,3 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im Februar. Der
Kreis Eger/Cheb hat in der Region
Westböhmen traditionell die wenigsten Sorgen. Aktuell gibt es da
4208 Arbeitslose, was einer Quote
von 6,4 Prozent entspricht.
Die leichte Belebung des Arbeitsmarkts wird vor allem mit der Tatsache begründet, dass nach dem weitgehend milden Winter die Saisonarbeit zeitiger begonnen hat. Die Arbeitsämter gehen davon aus, dass
vor allem das Baugewerbe in den
nächsten Wochen weiter für Entlastung sorgen wird.
Die Zahl der offenen Stellen im
Karlsbader Kreis ist auf 1867 gestiegen. Das sind knapp 200 mehr als
vor einem Monat. Allerdings gibt es
auch in diesem Bereich große regionale Unterschiede. In Cheb sind es
durch das florierende Gewerbegebiet 1025 offene Stellen, in Sokolov
hingegen nur 253. (tm)
KIRCHENPOLITIK
Baptisten lehnen
Entschädigung ab
EGER/CHEB — Die Baptistische Bruderschaft hat es als einzige Gemeinde in der Tschechischen Republik
abgelehnt, im Zuge der sogenannten
kirchlichen Restitutionen Grundstücke und Geld anzunehmen. Das
haben Vertreter der Baptisten während einer Beratung in Eger/Cheb
entschieden. Die Baptisten sollten
fast 230 Millionen Kronen, das sind
mehr als zehn Millionen Euro, als
Ausgleich für die Verstaatlichungen
in der ČSSR erhalten. Man habe sich
aber verständigt, dass die Summe zu
hoch sei. Zudem haben die Baptisten
nicht das Gefühl, dass ihrer Kirche
in der Vergangenheit Leid in solchem Umfang zugefügt worden sei.
Insgesamt sollen Kirchen Immobilien im Wert von 75 Milliarden Kronen zurückerhalten, dazu weitere
59 Milliarden Kronen als Inflationsausgleich. Diese Form der Entschädigung hat das Parlament abgesegnet, obwohl die Mehrheit der Tschechen damit nicht einverstanden ist.
2013 sprachen sich in Meinungsumfragen 65 Prozent der Bürger gegen
ein solches Vorhaben aus. (lada)
EISHOCKEY
Angebot für den
Piraten-Nachwuchs
KOMOTAU/CHOMUTOV — Die Junioren
des nordböhmischen EishockeyZweitligisten Piratí Chomutov haben das Angebot erhalten, in der
kommenden Saison in der multinationalen Junioren-Liga MHL zu
spielen. In den vergangenen beiden
Jahren war die Tschechische Republik in dieser Liga durch Energie
Karlovy Vary vertreten. Die MHL
spielt in Ost- und Weststaffel. Karlovy Vary traf in der Oststaffel auf
15 Teams aus Russland, auf zwei
Mannschaften aus Weißrussland sowie auf Red Bull Salzburg (Österreich) und HK Riga (Lettland). Laut
Piratí-Chef Jaroslav Veverka will der
Verein das Angebot annehmen. (tm)
SPORT AM MONTAG
Freie Presse
Montag, 23. März 2015
Eisschnelllauf
Nico Ihle aus
Oberlungwitz
wird Dritter im
Gesamtweltcup
Seite S5
Seite S1
FUSSBALL
2. Bundesliga
1860 München
FC Union Berlin
FSV Frankfurt
Braunschweig
Fort. Düsseldorf
Karlsruher SC
Erzgebirge Aue
FC Heidenheim
1. FC Nürnberg
- VfR Aalen
1:1
- FC St. Pauli
1:0
- SV Sandhausen
1:1
- FC Ingolstadt
0:0
- SV Darmstadt
2:0
- FC Kaiserslautern
0:0
- Greuther Fürth
0:0
- RB Leipzig
1:0
- VfL Bochum
heute
1. FC Ingolstadt
26
2. FC Kaiserslautern
26
3. SV Darmstadt (N)
26
4. Karlsruher SC
26
5. Fort. Düsseldorf
26
6. Eintr. Braunschweig (A) 26
7. RB Leipzig (N)
26
8. FC Heidenheim (N)
26
9. FSV Frankfurt
26
10. 1. FC Nürnberg (A)
25
11. FC Union Berlin
26
12. VfL Bochum
25
13. SV Sandhausen
26
14. SpVgg Greuther Fürth 26
15. 1860 München
26
16. VfR Aalen
26
17. Erzgebirge Aue
26
18. FC St. Pauli
26
40:21
34:23
34:19
33:19
40:35
32:29
29:20
35:31
35:40
30:36
31:42
41:38
24:30
25:30
35:40
21:31
21:38
26:44
49
46
45
44
39
38
37
34
34
34
34
32
32
29
26
24
22
22
3. Liga
Wehen Wiesbaden
Preußen Münster
Rot-Weiß Erfurt
Holstein Kiel
Unterhaching
Bor. Dortmund II
Hansa Rostock
Energie Cottbus
Dynamo Dresden
VfB Stuttgart II
- VfL Osnabrück
- FSV Mainz II
- SG Großaspach
- Jahn Regensburg
- Stuttgarter Kickers
- MSV Duisburg
- Fortuna Köln
- Chemnitzer FC
- Hallescher FC
- Arminia Bielefeld
1. Arminia Bielefeld (A)
2. Holstein Kiel
3. MSV Duisburg
4. Stuttgarter Kickers
5. Preußen Münster
6. Energie Cottbus (A)
7. Rot-Weiß Erfurt
8. Wehen Wiesbaden
9. Hallescher FC
10. Dynamo Dresden (A)
11. Chemnitzer FC
12. VfL Osnabrück
13. Fortuna Köln (N)
14. VfB Stuttgart II
15. Hansa Rostock
16. SG Großaspach (N)
17. SpVgg Unterhaching
18. FSV Mainz II (N)
19. Bor. Dortmund II
20. Jahn Regensburg
30
30
30
30
30
30
30
30
30
30
30
30
30
30
30
30
30
30
30
30
60:33
40:19
47:32
49:37
45:33
39:34
41:39
46:34
40:40
36:36
30:29
42:47
32:33
38:44
44:55
31:51
40:52
30:44
28:41
32:57
2:0
1:1
0:1
1:0
1:2
1:4
4:0
2:2
2:3
2:0
59
55
52
52
51
48
46
45
43
41
40
39
38
37
34
33
32
27
26
22
Auer Nulldiät: keine Tore, keine Siege
„Nationaltrainer
sind keine Sprinter,
sondern eher Langstreckenläufer.“
Fußball-Zweitligist FC
Erzgebirge ist dank des
besseren Torverhältnisses
die Rote Laterne wieder
los. Doch der Heimsieg
gegen die SpVgg Greuther
Fürth wurde verpasst.
Joachim Löw Fußball-Bundestrainer über
seine Vertragsverlängerung
VON OLAF MORGENSTERN
ZITAT DES TAGES
AUE — Abgekämpft und enttäuscht
LEUTE HEUTE
FOTO: IMAGO
Matthias Fahrig (29) hat sich beim
Turn-Weltcup in Cottbus mit Platz
zwei am Boden das Ticket für die EM
im April gelöst.
Zudem
wurde
der Hallenser am
Sprung Vierter.
„Ich bin super zufrieden. Mit einer
Medaille
freut
man sich natürlich immer, das
deckt das ganze Wochenende ab“,
meinte der Doppel-Europameister
vom 2010. Neun Monate Verletzungspause und ein langer Bundeswehrlehrgang liegen hinter dem
Stabsunteroffizier aus Sachsen-Anhalt. Bereits das Comeback beim
National-Team-Cup vor zwei Wochen war mit seinem ersten Mehrkampfsieg glänzend gelungen. (dpa)
FOTO: IMAGO
Jürgen Brähmer (36) dreht auf der
Zielgeraden seiner Profibox-Karriere
erst richtig auf. In einem rassigen
Kampf stoppte er
vor 4800 Zuschauern in Rostock den
ehrgeizigen Herausforderer Robin
Krasniqi
aus
München und verteidigte
seinen
WBA-Titel
im
Halbschwergewicht
erfolgreich.
„Jürgen wird von Kampf zu Kampf
besser“, lobte Promoter Kalle Sauerland den Schweriner nach dessen
Sieg durch technischen K. o. in der
zehnten Runde. Es war sein 34. vorzeitiger Erfolg im 48. Kampf. (dpa)
FOTO: PICTURE POINT
Stefan Mugosa hatte mehrmals die Chance zur Auer Führung. Immer wieder scheiterte der Angreifer an Fürths Torhüter Wolfgang Hesl.
verließen die Auer Spieler gestern
den Rasen des Sparkassen-Erzgebirgsstadions. Zuvor hatten sie den
Bundesliga-Absteiger aus Fürth an
den Rande einer Niederlage gedrängt. Am Ende stand jedoch ein
torloses Remis, mit dem die Gäste
besser leben konnten. Sie hielten
den FC Erzgebirge im Tabellenkeller
auf Distanz. Die Veilchen dagegen
trauerten zu Recht zwei verschenkten Punkten hinterher.
„Wir müssen als Sieger vom Platz
gehen. Aber wenn du keine Tore
schießt, dann kommst du da unten
nicht raus“, meinte Kapitän Michael
Fink. Zum fünften Mal in Folge ge-
lang dem FCE in der 2. Fußball-Bundesliga kein Torerfolg. Chancen waren vor allem in der zweiten Halbzeit reichlich vorhanden. „Wir hatten in den entscheidenden Situationen das nötige Quäntchen Glück“,
sagte SpVgg-Trainer Mike Büskens.
Vor allem aber hatten die Franken
mit Wolfgang Hesl einen überragenden Mann zwischen den Pfosten.
„Vieles von dem,
was wir uns vorgenommen haben,
ist aufgegangen.“
Tomislav Stipic Aue-Trainer
In der 36. Minute parierte der Fürther Keeper einen verdeckten
20-Meter-Schuss von Romario Kortzorg, der gestern erstmals seit dem
18. Spieltag wieder von Beginn an
dabei war. Nach einer Stunde Spielzeit, als die Gäste zusehends konditionell abbauten und die Auer immer
stärker aufkamen, trieb Hesl vor al-
lem Stefan Mugosa schier zur Verzweiflung. Nach einem Eckball von
Selcuk Alibaz kam der Angreifer ungehindert an das runde Leder und
zielte aufs lange Eck. Hesl machte
sich ganz lang und wehrte den Kopfball gekonnt ab (61). Sechs Minuten
später parierte er einen 18-MeterSchuss von Alibaz mit beiden Fäusten. Dann setzte sich Kortzorg klasse
an der Grundlinie durch und bediente Mugosa im Strafraumzentrum. Erneut bewahrte der Schlussmann der Gäste seine Elf vor einem
Rückstand (76.). In der 84. Minute
setzte sich Mugosa vor dem Strafraum durch und stand frei vor dem
Tor. Bei seinem Flachschuss war
Hesl erneut zur Stelle und klärte mit
der Fußspitze zum Eckball.
„Wir waren die bessere Mannschaft, haben viel mehr Aufwand
betrieben, mehr Herz ausgeschüttet
und Torchancen kreiert. Ich denke,
wir haben die Zuschauer im Stadion
berührt, aber leider nicht komplett
gestillt, weil sie keine Tore gesehen
und wir keine drei Punkte eingefahren haben“, meinte Trainer Tomislav
Stipic. Auf die kämpferische und
spielerische Leistung können die
Auer in den letzten acht Saisonspie-
len aber aufbauen. In der Defensive
kehrten mit Abwehrchef Fink (zuletzt gelb-gesperrt) wieder Ruhe und
Souveränität ein. Der Kopfball des
frei stehenden Zsolt Korcsmar, der
in der 35. Minute knapp am langen
Pfosten vorbeiging, war die einzige
Torchance, die der FCE den Gästen
gestattete. Bei den wenigen Schüssen aus der Distanz war der ins Tor
zurückgekehrte Martin Männel
stets auf dem Posten.
Im Spiel nach vorn machte sich
die Hereinnahme von Kortzorg
bemerkbar. Der Niederländer sorgte
mit seiner Antrittsschnelligkeit und
Zweikampfstärke über die linke Seite für Gefahr. „Meine Mannschaft
hat gezeigt, dass Wille und Vertrauen ungebrochen sind. Vieles von
dem, was wir uns vorgenommen
haben, ist aufgegangen“, sagte Stipic,
der nach dem Abpfiff das Vertrauen
seines Präsidenten ausgesprochen
bekam. „Eine Trainerdiskussion findet bei uns nicht statt“, betonte Helge Leonhardt.
„Das war die richtige Reaktion
nach dem 0:3 in Aalen. Wir haben
gezeigt, dass wir leben, dass wir
kämpfen und Fußball spielen können“, erklärte Innenverteidiger Stipe
Vucur: „Das ist wichtig in dieser entscheidenden Phase der Saison.“
Stipic gab seinen Jungs für heute
und morgen komplett frei. Ab Mittwoch beginnt die Vorbereitung auf
das nächste Kellerduell, das Ostersonntag bei 1860 München stattfindet. „Ich habe meiner Mannschaft
gleich nach dem Abpfiff gesagt, dass
wir heute die unwichtigen Torchancen liegengelassen haben. Und dass
wir die wichtigen Torchancen,
die wir in den letzten acht Spielen
bekommen, reinmachen werden“,
berichtete Stipic. An der Situation
im Angriff wird sich während der
Länderspielpause allerdings nichts
ändern. US-Nationalspieler Bobby
Wood erwartet Aues Trainer frühestens in drei, vier Wochen zurück.
Clemens Fandrich hat seine Verletzung auskuriert. Er soll am Mittwoch ins Teamtraining einsteigen.
STATISTIK Aue: Männel - Rankovic, Vucur,
Fink, Müller - Schönfeld, Benatelli - Alibaz,
Kortzorg - Mugosa, Diring (V/90.+2 Paulus).
Fürth: Hesl - Röcker, Korcsmar (V/90.+3 Sukalo), Thesker, Gießelmann - Fürstner, Caligiuri Schröck (89. Freis), Tripic - Przybylko, Trinks
(83. Zulj). Schiedsrichter: Thomsen (Kleve);
Zuschauer: 7600.
John Degenkolb am Ziel seiner Träume
Der Radprofi hat als vierter Deutscher den seit 1907
gefahrenen Klassiker Mailand-Sanremo gewonnen.
Er feierte den größten
Triumph seiner Karriere.
SANREMO — John Degenkolb war
nach fast sieben Stunden im Sattel
am Ziel seiner Träume: Der 26-Jährige aus Frankfurt gewann gestern die
106. Auflage des ersten und längsten
Frühjahrs-Klassikers Mailand-Sanremo. Nach 293 Kilometern war der
Profi aus dem deutschen GiantAlpecin-Team im Sprint vor dem
Vorjahressieger Alexander Kristoff
aus Norwegen und dem Australier
Michael Matthews der Schnellste.
Degenkolb siegte als vierter deutscher Profi in Sanremo nach Rudi
Altig, Erik Zabel und Gerald Ciolek,
der vor zwei Jahren triumphierte.
Vor dem Rennen hatte Degenkolb einen Erfolg bei der „Primavera“ über einen Tour-Etappensieg
gestellt. Nun war er bei strahlendem
Sonnenschein überwältigt. „Ich
kann das Gefühl nicht beschreiben.
Das ist mein erster Sieg bei einem
Monument, ich bin überglücklich.
So viele große Namen haben hier
auf der Via Roma gewonnen, und
nun habe auch ich es geschafft“,
jubelte er bei „Eurosport“. Sein
Teamkollege Tom Dumoulin erklärte: „John hat den Lohn geerntet für
die harte Arbeit im Winter. Wir
haben ihn lange aus dem Wind
gehalten, die letzten Kilometer war
er aber auf sich allein gestellt.“
John Degenkolb hatte sich beim
letzten entscheidenden Anstieg auf
den 162 m hohen Poggio immer vorne gehalten und nahm die letzten
drei Kilometer im Vorderfeld einer
etwa 30 Fahrer starken Gruppe auf.
Im Schlussspurt wartete er auf die
entscheidende Situation. „Das Finale war sehr hektisch. Ich habe den
richtigen Moment erwischt, um
kurz vor dem Ziel loszufahren und
das Rennen zu gewinnen. Letztes
Jahr war das hier vielleicht die größte Enttäuschung meiner Karriere.
Umso schöner ist es, zu gewinnen“,
sagte Degenkolb weiter. Zum ersten
Mal hatte der gebürtige Geraer in
Sanremo 2012 aufhorchen lassen,
als er Fünfter geworden war und
höchstes Lob vom vierfachen Sieger
Zabel erhalten hatte. 2014 kam er indes nur auf Rang 39.
Im Finale der letzten 30 km hatte
es zahlreiche Stürze gegeben, denen
auch die beiden Deutschen Paul
Voss und Gerald Ciolek zum Opfer
fielen, genau wie Weltmeister
Michal Kwiatkowski aus Polen.
Ciolek stürzte bei der Abfahrt vom
Poggio di Sanremo 3,5 km vor dem
Ziel und warf sein demoliertes Rad
wutentbrannt zu Boden. Bis 25 km
vor dem Ziel hatten elf Ausreißer das
Rennen, das anfangs unter widrigen
Bedingungen mit Regen und kühler
Witterung litt, bestimmt. (dpa)
John Degenkolb fährt überglücklich
über den Zielstrich.
FOTO: ROTH
S2 Freie Presse
NACHRICHTEN
HAMBURGER SV
Zinnbauer geht,
Knäbel übernimmt
SPORT
Montag, 23. März 2015
Kampf um die Königsklasse:
Leno hält Leverkusens Sieg fest
HAMBURG — Chefcoach Josef Zinnbauer muss gehen, HSV-Sportchef
Peter Knäbel übernimmt: Der Bundesliga-Dino Hamburger SV hat in
höchster Abstiegsnot die Notbremse
gezogen. Nach sechs sieglosen Spielen mit dem 0:1 gegen Hertha BSC
und dem erneuten Absturz auf den
Relegationsplatz muss Zinnbauer
nach nur gut sechs Monaten als
Chefcoach seinen Platz räumen.
„Nach den jüngsten Ergebnissen
und in Anbetracht der sportlichen
Gesamtsituation sahen wir uns jetzt
gezwungen, eine Veränderung vorzunehmen“, erklärte Vorstandschef
Dietmar Beiersdorfer: „Peter kennt
die Mannschaft und die Umstände
am besten und ist in der Lage, sofort
zu handeln.“ Damit hat der HSV in
den vergangenen 18 Jahren den 18.
Trainer verschlissen. Zinnbauer hatte erst am 16. September 2014 Mirko
Slomka abgelöst, mit dem der Club
im Vorjahr in der Relegation den
Klassenerhalt geschafft hatte. (dpa)
Der FC Bayern kassiert
eine 0:2-Heimniederlage
gegen Mönchengladbach
MÜNCHEN — Ein Fauxpas von Manuel
NATIONALMANNSCHAFT
SPRÜCHE
„Es ist ein seidener Faden, aber wir
schauen, dass wir noch ein bisschen
Darm dran bekommen.“
Der Freiburger Trainer Christian Streich nach dem 2:0-Heimsieg
gegen Augsburg und dem Sprung
auf Nichtabstiegsplatz 15.
„Endlich mal wieder ein Spiel, in dem
man sieht, dass Paderborn noch nicht tot
ist – und dann gewinnen die anderen
auch noch.“
Paderborns Süleyman Koc nach
dem 0:0 gegen Hoffenheim beim
Blick auf die Ergebnisse der anderen
Teams aus dem Tabellenkeller.
„Ich wurde schon gefragt, ob wir auf
den Nichtabstieg anstoßen. So blöd sind
wir dann doch nicht.“
BVB-Coach Jürgen Klopp nach
dem 3:2-Sieg bei Hannover 96.
„Wir wissen, wie der Abstiegskampf ist:
Das ist eine eigene Sportart.“
96-Manager Dirk Dufner.
„Die Tore sind auch ein Geschenk für
meinen Papa, der an diesem Samstag
65 geworden ist.“
Stuttgarts Stürmer Daniel Ginczek nach seinen ersten beiden Bundesliga-Treffern für den VfB.
„Das ist ein bisschen eine Never-EndingStory.“
Eintracht Frankfurts Trainer
Thomas Schaaf nach der 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart, bei der
die Hessen erneut einen scheinbar
sicheren Sieg aus der Hand gaben.
„Wenn ich eine Million hätte, würde ich
etwas dazutun, um ihn zu verpflichten.“
Kölns Matthias Lehmann über
Leih-Spieler Deyverson. (dpa)
Neuer und ein Doppelpack von Raffael (Foto) haben die erste Heimniederlage des FC Bayern in der Bundesliga seit fast einem Jahr besiegelt.
Beim 0:2 gegen Mönchengladbach
brachte der Welttorhüter gestern die
Münchner mit einem groben Patzer
auf die Verlierstraße, als er einen
harmlosen Schuss von Raffael (30.)
durch die Hände rutschen ließ. Der
Brasilianer sorgte auch für die Entscheidung, als er Neuer in der zweiten Halbzeit ein zweites Mal überwand (77.) und der Fohlen-Elf einen
wichtigen Sieg im Kampf um einen
Champions-League-Platz bescherte.
Dagegen gehen die Münchner
mit einem lange nicht mehr erlebten Gefühl in die Länderspielpause.
Zuletzt verloren sie
am 12. April 2014
beim 0:3 gegen Borussia Dortmund
eine Liga-Partie vor
heimischer Kulisse.
Gegen
taktisch
blendend
eingestellte Gladbacher
fanden die dominanten Bayern einfach kein Konzept. Mit einem dicken Polster von
immer noch zehn Punkten Vorsprung auf den VfL Wolfsburg führt
die Elf von Trainer Pep Guardiola die
Liga aber weiter souverän an, wenngleich die Serie von zuletzt sechs Siegen und 27:2 Toren zu Ende ging.
„Das war ein Big Point. Wir haben
die ganze Rückrunde schon konstant gespielt. Die drei Punkte in
München tun gut, zumal nicht viele
damit gerechnet haben“, sagte Sportdirektor Max Eberl und Patrick Herrmann ergänzte: „Wir haben heute
Nadelstiche gesetzt und die Tore gemacht.“ Trainer Lucien Favre wollte
trotz eines Vorsprungs von nun acht
Zählern auf den Fünften Schalke 04
von der Champions League aber
noch nichts wissen: „Wir wollen
weiter punkten, Spiel für Spiel.“
Die Borussia überzeugte mit
einer taktisch geschickten Vorstellung. Zwar hatten die Münchner
wieder einen hohen Ballbesitz-Anteil, allerdings ließen die Gladbacher im Strafraum nicht viele Bayern-Aktionen zu. Die Münchner
rannten unentwegt an, kamen aber
kaum zum Abschluss. Erschwerend
kam hinzu, dass Starstürmer Arjen
Robben bereits in der 24. Minute
nach einem Foul von Tony Jantschke mit Verdacht auf eine Beckenprellung ausgewechselt werden
musste. Bayerns Sportmanager Matthias Sammer sagte: „So ist das
Tagesgeschäft. Aber Sieger kommen
nach Rückschlägen zurück. Und die
Sieger wollen wir ja sein.“ (dpa)
FOTO: IMAGO
Kein Treue-Bonus
für die Weltmeister
MÜNCHEN — Joachim Löw geht mit
großem Gesprächs- und Handlungsbedarf in das neue Länderspieljahr.
Der Fußball-Bundestrainer sorgt
sich nicht wirklich um eine erfolgreiche EM-Qualifikation, dennoch
sieht er beim Nationalteam „vielleicht ein paar Baustellen mehr“, als
dies bei einem Weltmeister zu erwarten wäre. „Diese Mannschaft, die
im letzten Sommer Weltmeister geworden ist, gibt es im Moment nicht.
Das war eine einmalige Einheit und
eine einmalige Konstellation“, sagte
Löw vor dem Testspiel am Mittwoch
(20.30 Uhr) in Kaiserslautern gegen
Asien-Meister Australien sowie am
Sonntag (18.00 Uhr/RTL) in der EMQualifikation in Tiflis gegen Georgien. Der Coach betonte, dass verdienstvolle Spieler wie Lukas Podolski keinen Freifahrtschein für die
EM 2016 in Frankreich bekämen.
„Wenn es zu einem Turnier geht,
achte ich ganz genau darauf, wer ist
in welcher Form, wer hat Spielpraxis. Einen Treue-Bonus für alle Zeiten gibt es nicht“, erklärte Löw. (dpa)
Patzer von
Neuer und
Raffael mit
Doppelpack
FOTO: IMAGO
Kein Weg vorbei: Bayer-Torwart Bernd Leno klärt gegen Stürmer Klaas-Jan Huntelaar vom FC Schalke.
Im Duell um einen Platz in
der Champions League
landet die Werkself mit
dem 1:0 auf Schalke und
einem überragenden Torhüter einen Big Point.
VON ULLI BRÜNGER
GELSENKIRCHEN — Roger
Schmidt
ballte jubelnd die Faust, Roberto Di
Matteo blickte enttäuscht ins Leere.
Die Reaktionen der beiden FußballLehrer nach dem Schlusspfiff spiegelten die Gemütsverfassungen der
rivalisierenden
Champions-League-Anwärter wider. Mit dem
1:0-Auswärtssieg beim direkten
Konkurrenten FC Schalke 04 landete Bayer Leverkusen im Kampf um
die erneute Qualifikation für die Königsklasse einen Wirkungstreffer.
Di Matteo konnte seinen großen
Frust nicht verbergen, machte sich
dennoch Mut für die restliche Saison: „Wir haben noch acht Spiele, es
werden noch 24 Punkte vergeben.
Solange es theoretisch möglich ist,
müssen wir daran glauben, dass wir
uns qualifizieren können. Aber es ist
jetzt natürlich noch schwieriger.“
Selten traf das plakative Attribut
„Sechs-Punkte-Spiel“ auf eine Partie
so zu wie auf diese. Statt gleichzuziehen, ist der Rückstand der Königsblauen auf den Werksclub auf sechs
Zähler gewachsen. Kein Wunder,
dass Bayer-Geschäftsführer Michael
Schade vier Tage nach dem Achtelfinal-Aus bei Atlético Madrid in bester Laune die Veltins-Arena verließ:
„Das war ein sehr gutes Ende einer
turbulenten Woche. Wir hatten ein
Mindestziel und wollten den Abstand zu Schalke nicht kleiner werden lassen. Dass er sich jetzt sogar
verdoppelt hat, ist wunderbar“, frohlockte Schade und schickte eine
Kampfansage an die Konkurrenz
aus Mönchengladbach und Schalke
hinterher: „Ich sage ganz klipp und
klar: Wir wollen in die Champions
League.“
Abkehr vom Hurra-Fußball
Auch beim Bayer-Sportdirektor
wirkte der vierte Bundesligasieg
nacheinander als Stimmungsaufheller. „So ist Fußball. Vor vier Tagen
haben wir noch mit hängenden
Köpfen in der Kabine gesessen. Es
war nicht nur ein Sechs-PunkteSpiel, sondern die Art und Weise,
wie wir es gewonnen haben“, betonte Rudi Völler. Kein Zweifel, Leverkusen hat nach der Abkehr vom
bedingungslosen Hurra-Fußball der
ersten Saisonwochen zuletzt merklich an Stabilität gewonnen. Diese
Wandlung überrascht Völler sogar
ein wenig: „Ich finde es erstaunlich,
dass wir in den letzten sieben Spielen nur ein Tor kassiert haben. Wir
haben bei aller Offensive die richtige Mischung gefunden.“
Kritik an Schiri Gagelmann
So weit wäre Di Matteo mit seinem
Team auch gern. Seit seinem Amtsantritt im Oktober ist der Italiener
auf der Suche nach der richtigen Balance zwischen defensiver Stabilität
und offensiver Power. Was gegen
Hoffenheim oder beim sensationellen 4:3 in Madrid und teilweise in
anderen Partien gelang, missglückte
zuletzt im Derby beim BVB (0:3) und
nun auch gegen Bayer völlig. „Es ist
ja nicht so, dass wir viele Chancen
herausspielen. Wir müssen schauen, was wir besser machen können“,
sagte Klaas-Jan Huntelaar.
Schalkes Stürmer, der 2015 noch
auf sein erstes Tor wartet, hatte
selbst die größte Chance (12.), die
von Torhüter Bernd Leno aber großartig vereitelt wurde. Auf der Gegenseite machte es Karim Bellarabi besser. Aus spitzem Winkel (35.) jagte
der Nationalspieler den Ball hoch
ins Tor und überraschte damit den
jungen Keeper Timon Wellenreuther. Schalke haderte mit zwei
Schiedsrichter-Entscheidungen: Peter Gagelmann wertete ein Handspiel von Roberto Hilbert im Strafraum nicht als Elfmeter-würdig und
verweigerte auch den Pfiff bei einem
vermeintlich unerlaubten Rückpass
von Emir Spahic zu Leno.
„Die kommen immer vor der Saison nett zu uns und sagen uns, was
Elfmeter ist und was nicht. Wenn
die Hand vom Körper weg ist, ist es
Elfmeter, wenn die Hand am Körper
ist und man wird angeschossen,
dann nicht. Vielleicht können wir
uns diese Termine künftig sparen,
das bringt uns dann ein bisschen
Zeit“, sagte Schalkes Klaas-Jan Huntelaar frustriert. Gagelmann hätte
aus seiner Sicht beim auch in der
TV-Zeitlupe deutlich sichtbaren
Handspiel von Hilbert einen Strafstoß pfeifen müssen.
Heldt gibt Hoffnung nicht auf
Doch als Alibi für die zweite Heimpleite der Saison, die große Auswirkungen haben könnte, taugte das
alles nicht. Manager Horst Heldt gibt
die Hoffnung auf die Königsklasse
jedoch nicht auf: „Wir haben jetzt
eine schwierige Ausgangslage, aber
man sollte uns nicht abschreiben.“
(dpa)
FUSSBALL-BUNDESLIGA – 26. SPIELTAG
Hamburger SV - Hertha BSC 0:1 (0:0)
HSV: Adler - Diekmeier (87. Beister), Djourou,
Cléber, Westermann - Behrami (V), van der
Vaart (75. Holtby) - Nicolai Müller, Stieber, Ilicevic (64. Lasogga) - Olic.
Hertha BSC: Kraft - Pekarik, Langkamp (V),
Brooks, Plattenhardt - Skjelbred, Lustenberger
- Beerens, Stocker (77. Hegeler), Ben-Hatira
(46. Haraguchi) - Kalou (87. Schulz).
Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle), Zuschauer: 53 640, Tor: 0:1 Langkamp (84.),
Gelb-Rot: Cléber (81./wiederholtes Foulspiel).
VfB Stuttgart - Eintr. Frankfurt 3:1 (0:0)
VfB: Ulreich - Klein, Baumgartl, Niedermeier,
Hlousek - Gentner, Serey Die (V/53. Romeu) Harnik, Maxim (V), Werner (58. Kostic) - Ginczek.
Eintracht: Trapp - Chandler, Zambrano, Madlung (V), Oczipka - Hasebe - Aigner, Inui Stendera - Meier, Seferovic (V).
Schiedsrichter: Drees (Münster-Sarmsheim),
Zuschauer: 48.500, Tore: 0:1 Seferovic (51.),
1:1 Ginczek (63.), 2:1 Ginczek (66.), 3:1 Maxim (80.).
SC Paderborn - 1899 Hoffenheim 0:0
SC: Kruse - Heinloth, Rafa, Hünemeier, Brückner - Ziegler - Wemmer (70. Koc), Rupp
(77. Saglik - 90.+2 Kachunga), Vrancic, Meha
- Lakic.
1899: Baumann - Beck, Strobl, Bicakcic, Kim Polanski, Rudy (V) - Volland, Roberto Firmino
(90. Modeste/V), Elyounoussi (67. Abraham) Schipplock (59. Szalai).
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart), Zuschau-
er: 14.401, Gelb-Rot: Bicakcic (65./wiederholtes Foulspiel).
SC Freiburg - FC Augsburg 2:0 (0:0)
SC: Bürki - Riether (V), Krmas, Mitrovic, Günter - Klaus, Sorg, Höfler (89. Schuster),
Schmid (81. Darida) - Frantz (65. Petersen),
Mehmedi.
FCA: Hitz - Feulner, Callsen-Bracker, Klavan,
Baba - Baier - Bobadilla, Kohr (75. Caiuby), Ji
(70. Matavz), Werner - Djurdjic (46. Højbjerg).
SR.: Zwayer (Berlin), Zuschauer: 23 700, Tore:
1:0 Schmid (71.), 2:0 Petersen (84.).
Hannover 96 - Borussia Dortmund 2:3 (1:1)
96: Zieler - Sakai (85. Andreasen), Marcelo,
Felipe, Schulz (72. Albornoz) - Sané (V) - Briand (72. Prib), Stindl, Kiyotake, Bittencourt Joselu.
BVB: Weidenfeller - Kirch (58. Dudziak), Subotic (V), Hummels, Sokratis - Gündogan (72.
Bender), Kehl - Blaszczykowski, Kagawa, Reus
(90. Ramos) - Aubameyang.
Schiedsrichter: Brych (München), Zuschauer:
49.000 (ausverkauft), Tore: 0:1 Aubameyang
(19.), 1:1 Stindl (31.), 1:2 Kagawa (57.), 1:3
Aubameyang (61.), 2:3 Stindl (82.), Gelb-Rote
Tabelle
1. (1.)
2. (2.)
3. (3.)
4. (4.)
5. (5.)
6. (6.)
7. (7.)
8. (8.)
9. (9.)
10. (10.)
11. (11.)
12. (12.)
13. (14.)
14. (13.)
15. (17.)
16. (15.)
17. (16.)
18. (18.)
Bayern München
VfL Wolfsburg
Bor. Mönchengladbach
Bayer Leverkusen
FC Schalke 04
FC Augsburg
Hoffenheim
Eintr. Frankfurt
Werder Bremen
Borussia Dortmund
FSV Mainz
1. FC Köln (N)
Hertha BSC
Hannover 96
SC Freiburg
Hamburger SV
SC Paderborn (N)
VfB Stuttgart
26
26
26
26
26
26
26
26
26
26
26
26
26
26
26
26
26
26
20
16
13
12
11
12
10
9
9
9
6
7
8
7
5
6
5
5
4
6
8
9
6
2
7
7
7
6
12
9
5
6
10
7
9
8
2
4
5
5
9
12
9
10
10
11
8
10
13
13
11
13
12
13
70:13
57:29
37:20
45:29
37:31
33:34
40:38
49:52
41:54
34:33
35:36
26:32
31:44
29:42
26:36
16:37
23:50
27:46
64
54
47
45
39
38
37
34
34
33
30
30
29
27
25
25
24
23
40:6
30:8
24:10
27:15
22:12
25:18
27:18
29:22
23:22
16:12
20:14
10:12
14:20
16:20
15:16
10:13
15:23
9:23
34
35
30
24
28
26
26
24
21
18
18
13
17
17
15
16
14
9
30:7
27:21
13:10
18:14
15:19
8:16
13:20
20:30
18:32
18:21
15:22
16:20
17:24
13:22
11:20
6:24
8:27
18:23
30
19
17
21
11
12
11
10
13
15
12
17
12
10
10
9
10
14
Karte: Bittencourt (55./wiederholtes Foulspiel).
1. FC Köln - Werder Bremen 1:1 (0:1)
FC: Horn - Olkowski (58. Osako), Maroh, Wimmer, Hector - Risse, Vogt, Lehmann (V), Peszko (73. Halfar) - Deyverson (V), Ujah (82.
Finne).
Werder: Wolf - Gebre Selassie, Prödl, Vestergaard, Sternberg (69. Garcia) - Bargfrede Fritz (V), Junuzovic (90. Makiadi) - Bartels Selke (66. Öztunali), Di Santo (V).
Schiedsrichter: Hartmann (Wangen), Zuschauer: 50.000 (ausverkauft), Tore: 0:1 Selke
(27.), 1:1 Lehmann (88./Foulelfmeter).
Schiedsrichter: Stark (Ergolding), Zuschauer:
32.236 Tore: 1:0 Bungert (8.), 1:1 Luiz Gustavo (61.).
München - Mönchengladbach 0:2 (0:1)
FC Bayern: Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Bernat - Xabi Alonso (61. Rode) - Robben
(24. Müller), Alaba, Schweinsteiger, Götze
(70. Lahm) - Lewandowski.
Borussia: Sommer - Jantschke (V), Stranzl,
Dominguez, Wendt - Herrmann (89. Nordtveit), Kramer, Xhaka, Johnson - Hahn (V/72.
Kruse), Raffael (81. Hazard).
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf), Zuschauer:
75.000 (ausverkauft), Tore: 0:1 Raffael (30.),
0:2 Raffael (77.).
FC Schalke 04 - Bayer Leverkusen 0:1 (0:1)
Schalke: Wellenreuther - Ayhan, Matip, Nastasic - Barnetta, Höger (V), Neustädter (V/64.
Goretzka), Meyer (78. Farfán), Fuchs - Sané
(42. Boateng), Huntelaar.
Bayer: Leno - Hilbert (V), Papadopoulos
(V/46. Toprak), Spahic, Wendell (V) - Castro,
Rolfes - Bellarabi (V), Brandt, Son (46. Calhanoglu) - Kießling (78. Bender).
SR.: Gagelmann (Bremen), Zuschauer: 61.973
(ausverkauft), Tor: 0:1 Bellarabi (35.).
Torschützenliste
FSV Mainz - VfL Wolfsburg 1:1 (1:0)
FSV: Karius - Brosinski, Bungert, Bell, Park Baumgartlinger, Geis - Koo, Malli, De Blasis
(82. Jara) - Okazaki.
VfL: Benaglio - Jung (46. Perisic), Naldo, Klose, Schäfer - Guilavogui (46. Vieirinha), Luiz
Gustavo (V/77. Knoche) - Arnold (V), De Bruyne, Schürrle - Bendtner.
27. Spieltag
Sonnabend, 4. April, 15:30 Uhr: Leverkusen
- HSV, Wolfsburg - Stuttgart, Hoffenheim Mönchengladbach, Bremen - Mainz, Frankfurt
- Hannover, Freiburg - Köln, 18:30 Uhr: BVB FC Bayern; Sonntag, 15:30 Uhr: Augsburg Schalke, 17:30 Uhr: Hertha - Paderborn.
19 Tore: Alexander Meier (Frankfurt)
17 Tore: Arjen Robben (FC Bayern)
13 Tore: Robert Lewandowski (FC Bayern)
Bas Dost (VfL Wolfsburg)
12 Tore: Thomas Müller (Bayern München)
Aubameyang (Dortmund)
Franco Di Santo (Werder Bremen)
11 Tore: Karim Bellarabi (Leverkusen)
10 Tore: Son Heung Min (Leverkusen)
Shinji Okazaki (FSV Mainz)
SPORT
Montag, 23. März 2015
FUSSBALL
2. Bundesliga
FCE Aue - SpVgg Greuther Fürth 0:0
Karlsruher SC - 1. FC Kaiserslautern 0:0
Scheidsrichter: Kircher (Rottenburg); Zuschauer: 27.556.
1. FC Heidenheim - RB Leipzig 1:0 (0:0)
SR: Grudzinski (Hamburg); Tor: 1:0 Niederlechner (51.); Zu: 12.000.
FSV Frankfurt - SV Sandhausen 1:1 (0:1)
SR: Wingenbach (Mainz); Tore: 0:1 Bouhaddouz (22.), 1:1 Kapllani (80./FE), Zu: 5094.
TSV 1860 München - VfR Aalen 1:1 (0:0)
SR: Bandurski (Oberhausen); Tore: 0:1 Quaner
(59.), 1:1 Rodri (75.); Zu: 16.700.
1. FC Union Berlin - FC St. Pauli 1:0 (0:0)
SR: Perl (Pullach); Tor: 1:0 Polter (89.); Zu:
21.717.
Eintracht Braunschweig - FC Ingolstadt 0:0
SR: Fritz (Korb); Zu: 20.700.
Fortuna Düsseldorf - Darmstadt 2:0 (1:0)
SR: Kempter (Stockach); Tore: 1:0 Benschop
(44./FE), 2:0 Benschop (66.); Zu: 28.658.
Heute: Nürnberg - Bochum (20.15 Uhr live
auf Sky und Sport1).
Nächster Spieltag:
Sonnabend, 4. April, 13 Uhr: Fürth - Braunschweig, Kaiserslautern - Heidenheim.
Sonntag, 5. April, 13.30 Uhr: Sandhausen Union Berlin, 1860 München - Aue, Darmstadt
- Bochum, Ingolstadt - Frankfurt, RB Leipzig Nürnberg, Aalen - Karlsruhe.
Montag, 6. April, 20.15 Uhr: FC St. Pauli Fortuna Düsseldorf.
3. Liga
Energie Cottbus - Chemnitzer FC 2:2 (1:1)
Wehen Wiesbaden - Osnabrück 2:0 (1:0)
SR: Schwermer (Magdeburg); Tore: 1:0 Wiemann (27./Elfmeter), 2:0 Benyamina (86.)
Zu: 2636.
Hansa Rostock - Fortuna Köln 4:0 (3:0)
SR: Bokop (Vechta); Tore: 1:0 Ruprecht
(26./FE), 2:0 Bickel (29.), 3:0 Savran (33.),
4:0 Bickel (88.); Zu: 8000.
Holstein Kiel - Jahn Regensburg 1:0 (1:0)
SR: Welz (Wiesbaden); Tor: 1:0 Vendelbo (9.);
Zu: 6154.
Dynamo Dresden - Hallescher FC 2:3 (1:2)
SR: Ittrich (Hamburg); Tore: 1:0 Tekerci (18.),
1:1 Franke (24.), 1:2 Bertram (37.), 1:3 Furuholm (52.), 2:3 Eilers (72./FE); Zu: 25.39.;
Rot-Weiß Erfurt - Großaspach 0:1 (0:0)
SR: Badstübner (Windsbach); Tor: 0:1 Senesie
(90.); Zu: 4195.
Dortmund II - MSV Duisburg 1:4 (1:2)
SR: Schult (Hamburg); Tore: 1:0 Harder (9.),
1:1 Dausch (22.), 1:2 Albutat (37.), 1:3
Dausch (79.), 1:4 Onuegbu (85.); Zu: 3109.;
Unterhaching - Stuttg. Kickers 1:2 (1:1)
SR: Schlager (Niederbühl); Tore: 1:0 Köpke
(3.), 1:1 Baumgärtel (6.), 1:2 Stein (82.); Zu:
2000.
Preußen Münster - FSV Mainz II 1:1 (0:1)
SR: Koslowski (Berlin); Tore: 0:1 Höler (45.),
1:1 Krohne (90.+2/FE); Zu: 8026.
VfB Stuttgart II - Bielefeld 2:0 (2:0)
SR: Huber (Passau); Tore: 1:0 Wanitzek (14.),
2:0 Kiesewetter (41.); Zu: 1200.
Nächster Spieltag:
Sonnabend, 4. April, 14 Uhr: Bielefeld - Cottbus , Stuttgarter Kickers - Dortmund II, CFC Dyn. Dresden, Mainz II - Erfurt, Köln - VfB
Stuttgart II, Regensburg - Wiesbaden, Hallescher FC - Münster, Großaspach - Kiel.
Sonntag, 5. April, 14 Uhr: Duisburg - Rostock, Osnabrück - Unterhaching.
Regionalliga Nordost
FC Magdeburg- FSV Zwickau 0:0
Bud. Bautzen - VFC Plauen 3:0 (1:0)
VfB Auerbach - Viktoria. Berlin 1:0 (0:0)
FC Carl Zeiss Jena - SV Babelsberg 1:1 (1:1)
SR: Bärmann (Leipzig); Tore: 1:0 Hettich (8.),
1:1 Zimmer (23.); Zu: 5865.
BFC Dynamo Berlin - Halberstadt 3:2 (1:1)
SR: Rohde (Rostock); Tore: 1:0 Mannsfeld
(32.), 1:1 Teixeira Rebelo (39.), 2:1 Rehbein
(59.), 2:2 Meier (60.), 3:2 N’Diaye (67.); Zu:
753.
Berliner AK - Wacker Nordhausen 1:0 (0:0)
SR: Rosenkranz (Plauen); Zu: 608; Tor: 1:0
Corbin Ong (84.); Zu: 608.
TSG Neustrelitz - ZFC Meuselwitz 3:0 (1:0)
SR: Herde (Dresden); Tore: 1:0 Viteritti (45.),
2:0 Trianni (47.), 3:0 Franke (90.); Zu: 748.
Hertha BSC II - Union Berlin II 3:2 (0:0)
SR: Schibull (Templin); Tore: 0:1 Giese
(50./FE), 1:1, 2:1 Rockenbach (55.; 75. FE;
HE), 3:1 Breitkreuz (80.), 3:2 Uzan (90.+3);
Zu: 272.
1. FSV Zwickau
2. FC Magdeburg
3. Nordhausen
4. Berliner AK
5. CZ Jena
6. Hertha BSC II
7. BFC Dynamo (N)
8. Neustrelitz
9. SV Babelsberg
10. Halberstadt
11. Union Berlin II
12. Bud. Bautzen (N)
13. VfB Auerbach
14. VFC Plauen
15. Meuselwitz
16. Vikt. Berlin
21
21
21
21
21
21
20
21
21
21
21
21
20
21
21
21
36:9
46:20
39:23
31:25
37:26
38:29
25:23
28:25
24:22
26:34
34:40
18:26
18:41
11:34
22:37
17:36
44
42
40
36
34
31
31
29
25
25
24
24
22
19
17
15
Sekunden fehlen zum Sieg
In der 3. Fußball-Liga hat
Chemnitz auswärts endlich wieder getroffen. Dennoch reichte es in Cottbus
nur zum 2:2, weil Garbuschewski in der Nachspielzeit einen Freistoß im
CFC-Tor versenkte.
Spreeufer trägt nach wie vor den
Namen „Stadion der Freundschaft“.
Doch den Spielern des Chemnitzer
FC dürfte beim Gedanken an die
Arena wohl nicht richtig warm ums
Herz werden. Zwar trafen die Himmelblauen nach 972 Minuten wieder einmal in der Fremde, doch zu
einem Auswärtssieg reichte es dennoch nicht, weil kurz vor Ultimo
ausgerechnet der Ex-Chemnitzer
Ronny Garbuschewski einen Freistoß direkt zum 2:2 - Ausgleich in die
Maschen bugsierte.
„Bitter ist, dass wir durch diesen
Standard noch den Ausgleich hinnehmen mussten. Dennoch bin ich
mit dem Auftreten meiner Mann
schaft insgesamt zufrieden“, sagte
CFC-Trainer Karsten Heine nach der
Partie. Durch den Punktgewinn ändert sich für die Himmelblauen in
der Tabelle nichts. Sie bleiben mit
nunmehr 40 Punkten auf dem
11. Rang notiert.
Marc Endres CFC-Spieler
Das erste Mal wurde die Hintermannschaft der Himmelblauen
nach einer reichlichen Viertelstunde durchgerüttelt. Nils Röseler vertändelte wenige Meter hinter dem
Anstoßkreis den Ball, Tim Kleindienst schnappte sich das Spielgerät
und scheiterte jedoch bei dem Versuch, die Kugel dem CFC-Torhüter
Philipp Pentke durch die Beine zu
schieben. Doch dann konnte der
Cottbuser Stürmer doch jubeln. Er
wurde von Garbuschewski bedient
und konnte danach Pentke überwinden. Der Rettungsversuch von Stefano Cincotta, der von Beginn für den
verletzten Dan-Patrick Poggenberg
als Linksverteidiger agierte, miss-
VON RAINER THÜMMLER
FRAUENFUSSBALL
MAGDEBURG — Vor der Rekordkulisse
Wolfsburg spielt in
Schweden nur remis
von fast 16.100 Zuschauern, darunter über 700 FSV-Fans, erkämpfte
Zwickau einen wichtigen Punkt
und verteidigte damit die Tabellenführung. „Definitiv haben wir alles
umgesetzt, im Spiel nach vorn hat
aber manchmal die Galligkeit gefehlt“, betonte FSV-Kapitän Toni
Wachsmuth. Die Zwickauer agierten aus einer sicheren Abwehr heraus und gestatteten den FCM-Angreifern Lars Fuchs, Christian Beck
und Nicolas Hebisch nur wenig Entfaltungsmöglichkeiten.
Bis auf einen tollen 25-MeterFreistoß von Nico Hammann, den
FSV-Keeper Marian Unger bravourös zur Ecke lenkte (15.), besaßen die
Gastgeber keine weiteren Torchan-
Wolfsburg muss im Viertelfinale der
Champions League um das Weiterkommen bangen. Der deutsche
Meister kam gegen den schwedischen Champion FC Rosengard nur
zu einem 1:1 (0:0). Die Brasilianerin
Marta hatte die Gäste nach Vorarbeit
der deutschen Nationalspielerin Anja Mittag überraschend in Führung
geschossen (56. ). Verena Faißt glich
zehn Minuten später noch aus. Der
FFC Frankfurt landete indes einen
klaren 5:0 (2:0)-Sieg beim englischen
Vizemeister Bristol. (dpa)
Krise in Dresden
verschärft sich
FUSSBALL-REGIONALLIGA
Ronny Garbuschewski (rechts), in der Winterpause von Chemnitz nach Cottbus gewechselt, traf in der Nachspielzeit
zum 2:2-Endstand. Links Fabian Stenzel.
FOTO: PICTURE POINT
lang. Allerdings hätte der Treffer
nicht zählen dürfen, denn der Schütze stand im Moment des Anspiels
im Abseits. Chemnitz steckte diesen
Tiefschlag jedoch gut weg. Zwar
fehlten dem Schussversuch von
Anton Fink aus elf Metern noch jegliche Feinjustierung (25. Minute),
doch dann führte eine Co-Produktion von Philip Türpitz und Frank
Löning zum Ausgleich (27.).
Nach dem Seitenwechsel blieb
Röseler, der an diesem Tag völlig verunsichert wirkte, in der Kabine. Der
Tatort des ersten Aufregers im zweiten Durchgang befand sich im Cottbuser Strafraum. Ebewa-Yam Mimbala foulte Türpitz. Den fälligen
Strafstoß verwandelte Fink in der
56. Minute zum 2:1 – sein 13. Saisontreffer. Bei Energie war der Akku
aber längst noch nicht alle, zumal
Cottbus nach und nach neues Offensivpersonal zum Einsatz brachte. In
der letzten Viertelstunde bliesen die
Gastgeber zur Schlussoffensive. „In
dieser Phase landeten unsere Kopfbälle zu oft beim Gegner, die Bälle
rutschten nicht nur einmal über den
Schlappen. Da haben wir regelrecht
um den Gegentreffer gebettelt“, sagte Innenverteidiger Marc Endres.
Der Ausgleich fiel dann in der
dritten Minute der Nachspielzeit.
Nach einem Zweikampf von Kevin
Conrad mit Sven Michel gab
Fifa-Schiedsrichter Daniel Siebert
einen Freistoß. Den Ball hob schließlich Garbuschewski aus 18 Metern
für Pentke unerreichbar ins linke
obere Eck. Endres wollte sich mit
dem Unentschieden zunächst nicht
richtig anfreunden. „Ein Remis hätte
ich auch vor dem Anpfiff nicht unterschrieben, denn wir waren hier,
um zu gewinnen. Auf jeden Fall hat
unser Team heute gezeigt, was in
ihm steckt“, arrangierte sich der Defensivspieler letztlich scheinbar
doch mit der Punkteteilung im
Stadion der Freundschaft.
STATISTIK Chemnitz: Pentke - Scheffel,
Endres, Röseler (46. Conrad), Cincotta - Türpitz (69. Lorenzoni), Danneberg, Stenzel,
Ofosu - Löning (81. Kehl-Gomez), Fink. Cottbus: Müller - Ledgerwood (V), Mimbala,
Möhrle, Szarka - Perdedaj, Hübener (71. Kaufmann) - Garbuschewski, Mattuschka (59. Michel), Makarenko (77. Pospech) - Kleindienst
(V). SR: Siebert (Berlin); Tore: 1:0 Kleindienst
(22.), 1:1 Löning (27.), 1:2 Fink (56./FE), 2:2 Garbuschewski (90.+3); Zuschauer: 8043.
Zwickau verteidigt Tabellenspitze
Das Spitzenspiel in der
Fußball-Regionalliga zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem FSV, der
damit auswärts weiter ungeschlagen ist, endete 0:0.
3.FUSSBALL- LIGA
Mit einem gellenden
Pfeifkonzert und dem Verbrennen
von Fußball-Schals quittierten die
Dresdner Fans die siebente Drittliga-Pleite im achten Spiel 2015. „Sie
haben uns verdient ausgepfiffen“,
sagte Kapitän Nils Teixeira nach
dem mageren 2:3 (1:2) im Ost-Derby
gegen den Halleschen FC. „Wir
machen dummen Fehler“, ärgerte
sich Dynamo-Trainer Peter Nemeth.
Bezeichnend vor allem das zweite
Gegentor von Sören Bertram, der
fünf Dresdner umkurvte und sein
im Mittelfeld begonnenes Solo
krönte. „Spätestens der Dritte muss
merken, dass es so nicht geht und
den einfach Mal von den Beinen holen“, fluchte Stürmer Justin Eilers.
Nemeth sieht vor allem psychologische Ursachen:: „Wir sind in vielen
Situationen zu unsicher.“ Ein kurzfristig angesetztes Trainingslager im
Eichsfeld über vier Tage soll ab heute die Probleme lösen helfen.
Halles Trainer Sven Köhler genoss indes den Sieg in vollen Zügen.
Immerhin lief der ehemalige
Abwehrspieler selbst von 2001 bis
2003 für Dynamo auf, war dann bis
2007 Co-Trainer bei Dynamo. „Ich
freue mich natürlich, dass meine
Rückkehr nach Dresden so gelaufen
ist. Wenn man in diesem Stadion das
erste Mal als Cheftrainer steht und
gewinnt, ist das ein tolles Gefühl“,
sagte der Chemnitzer und sah sich
bestätigt: „Ich wusste, wenn wir
es schaffen, immer wieder Nadelstiche zu setzen, dann können wir
etwas bewirken.“ Der HFC bleibt
weiter das beste Auswärtsteam der
dritten Liga. (dpa)
COTTBUS — Die Cottbuser Arena am
„Auf jeden Fall hat
unser Team heute
gezeigt, was in ihm
steckt.“
S3
DRESDEN —
VON KNUT BERGER
NACHRICHT
WOLFSBURG — Titelverteidiger VfL
Freie Presse
cen in der ersten Halbzeit. Der
28-jährige Florian Eggert, der den
gesperrten Christoph Göbel als
Außenverteidiger würdig vertrat, erklärte: „Wir waren nicht sonderlich
nervös, wussten, was uns hier erwartet. Am Ende können wir mit dem
Ergebnis besser leben als die Magdeburger“. Der 1,84 m große Abwehrspieler ist in der Elbestadt geboren.
Von 2003 bis 2009 spielte er vom
Nachwuchs bis zu den Männern
beim FCM, seit 2013 trägt er das Trikot des FSV.
In der Abwehr konnte zudem
Sebastian Mai überzeugen, der
Christian Beck, mit 15 Treffern der-
zeit bester FCM-Torschütze, nicht
zur Entfaltung kommen ließ. Nur eine einzige richtige Chance besaß der
torgefährlich Angreifer per Kopfball
(60.). Der FSV Zwickau hatte seine
stärkste Phase in der zweiten Halbzeit. Die größte Torgelegenheit besaß Marc-Philipp Zimmermann, der
jedoch am Ex-Zweitliga-Torhüter
Jan Glinker (31) scheiterte (51.).
„Beide Mannschaften hatten viel
Respekt voreinander und wollten
nicht verlieren. Die Magdeburger
haben in der Anfangsphase ordentlich Druck gemacht. In der zweiten
Halbzeit waren wir insgesamt besser
und haben nach Ballgewinn muti-
Die Zwickauer feiern ihren Punktgewinn im Spitzenspiel.
FOTO: PICTURE POINT
ger nach vorn gespielt. Die letzte
Konsequenz hat aber gefehlt“, resümierte FSV-Trainer Torsten Ziegner:
„Das 0:0 ist gerecht, denn es war ein
Spiel auf Augenhöhe.“ Sein Team
blieb damit zum 16. Mal in dieser
Saison ohne Gegentor. „Der Punkt
geht in Ordnung. Die Mannschaft
hat super gekämpft. In der Defensive haben wir prima gearbeitet“, freute sich auch André Luge. (fp)
Auerbach gelingt
Befreiungsschlag
AUERBACH — Das Kellerduell gegen
den FC Viktoria Berlin hat der
VfB Auerbach gestern mit 1:0 (0:0)
gewonnen. Danny Wild, im Winter
vom VFC Plauen gekommen, erzielte in der umkämpften Partie nach
77 Minuten das goldene Tor nach
einem Konter. Bei frostigen zwei
Grad zeigte der VfB vom Anpfiff weg
die bessere Spielanlage. Die größte
Chance vergab Aiyegbusi (35.) frei
im Gästestrafraum. Auf der Gegenseite war VfB-Keeper Ebersbach
(25./38.) auf dem Posten. Nach der
Pause schwanden die Kräfte, doch
Auerbach nahm den Kampf auf dem
tiefen Boden an. In den Schlussminuten hatten Paradies, Wild und
Schuch sogar das 2:0 auf dem Fuß.
Mit dem zweiten Heimsieg unter
Neu-Trainer Michael Heimisch gelang dem VfB ein Befreiungsschlag.
Die Elf steht jetzt fünf Punkte vor
dem ersten Abstiegsplatz. (gb)
STATISTIK Auerbach: Ebersbach - Rau, Paul
(V), Grossert, Lambach - Jedinak, Müller - Aiyegbusi (82. Hampf), Paradies (89. Makinde),
Wild - Schuch (90. + 3 Herold). SR: Ostrin (Eisenach). Tor: 1:0 Wild (77.). Zuschauer: 455.
FUSSBALL-REGIONALLIGA
Plauen verliert
in Bautzen 0:3
Krawalle nach dem Spiel
Nach dem Spiel ist es zu Krawallen
gekommen. 17 Beamte wurden verletzt, als Hooligans am Sonnabend
in der Nähe des Stadions Polizisten
und Fahrzeuge mit Steinen bewarfen. Sechs mutmaßliche Störer wurden festgenommen, teilte die Magdeburger Polizei mit. Zudem ergingen zwölf Strafanzeigen wegen
Beleidigung, Körperverletzung und
Sachbeschädigung. Der Mannschaftsbus des FSV war schon am
Morgen in Barleben mit Parolen
beschmiert worden. (dpa)
BAUTZEN — Der insolvente VFC Plauen verlor in der Fußball-Regionalliga
gestern beim FSV Budissa Bautzen
am Ende deutlich mit 0:3 (0:1). Um
ein Haar hätte VFC-Stürmer Dimitrij Rikspun die Torflaute (0:19 Treffer in den letzten sieben Spielen) der
Vogtländer beendet. Aus der eigenen
Hälfte wuchtete er einen 60-MeterFlugball über den weit vor seinem
Kasten stehenden FSV-Keeper Jakub
Jakubov. Das Leder sprang jedoch
sechs Meter vor dem Tor auf und am
Ende über die Querlatte. Bautzen
kam ohne zu glänzen zu einem
hochverdienten Sieg. Budissa hatte
ein halbes Jahr kein Punktspiel
mehr gewonnen. (kare)
STATISTIK FSV: Unger - P. Göbel, Mai, Paul,
Eggert - Wachsmuth, Frick - Zimmermann
(V/66. Grandner), Röhr (71. Schlicht/V), Luge
(87. Morosow) - Genausch (V). SR.: Giese
(Großräschen). Zu.: 16.092.
STATISTIK VFC: Klimo - Maschke, Dartsch,
Thönelt, Bonasewicz – Erbek (V), Schindler –
Kirstein (56. Moraes/V), Zimmermann, Malik
(72. Wülfert) - Rikspun (83. Pechtl); SR.: Pawlowski (Berlin); Tore: 1:0 Kolan (42.), 2:0 Rosendo (55.), 3:0 Klotke (87.); Zu.: 450.
S4 Freie Presse
SPORT
GEWICHTHEBEN
Bundesliga
Halbfinale: Hinkämpfe: Chemnitzer AC - AV
Speyer 739,4:823,0 (0:3): Chemnitz: Behm
149 Relativpunkte (Reißen: 158 kg; Stoßen:
198), Zielinski 139 (150; 180); Sadey 125
(115; 140), Picheler 112 (95; 125), Perthel
66,3 (-; 148); Kudzik 43,1 (135; -).
Samswegen - Obrigheim 757,2:742,8 (2:1)
Relegationskampf: AC Atlas Plauen - Germania St. Ilgen: Plauen: Dolega 136 (150;
195); Stefan Schmiedel 95 (100; 122); Clauß
92 (134; 170), Marcel Hinkelmann 90 (84;
102), Nancy Hinkelmann 74 (48; 57); MarieLuise Teichert 51 (63; 83).
Montag, 23. März 2015
Kampfstark, aber ohne Chance
Mailand-Sanremo
1. Degenkolb (Erfurt) - 6:46:16 h; 2. der Kristoff (Norwegen); 3. Matthews (Australien); 4.
Sagan (Slowakei); 5. Bonifazio (Italien); 6. r
Bouhanni
(Frankreich);
7.
Cancellara
(Schweiz); 8. Cimolai (Italien); 9. Gallopin
(Frankreich); 10. Boasson Hagen (Norwegen)
17. Martens (Lanaken/Belgien) alle gleiche
Zeit; 47. André Greipel (Alterswilen/Schweiz)
23 s zur..; 59. Ciolek (Pulheim).
FUSSBALL
Oberliga
Landesliga
FC Eilenburg - BSC Freiberg 2:1 (1:0)
BSC: Heydel, Fischer, Otto, Richter, Müller,
Sensfuß, Krause, Berndt (37. Römmler), Schäfer, Thomas, Singer (63. Krondorf). SR.: Franke (Zwickau); Tore: 1:0 Kummer (6.), 2:0
Theinert (49.), 2:1 Krause (83.); Zu.: 151
Bischofswerda - FSV Zwickau II 2:1 (1:1)
FSV II: Kallisch - T. Baumann, Trehkopf, Schumann (V/68. Franke), Albustin - Strobel Adamczewski (68. Müller), Bylicki, Wölfel,
Papkalla (V/46. Albert) - Gehrmann.
SR.: Mörschke (Delitzsch). Tore: 0:1 Schumann (8./Handstrafstoß), 1:1 Nowotny (18.),
2:1 Bachmann (65.). Zu.: 150. (rr)
Stahl Riesa- VfB Empor Glauchau 1:1 (1:1)
Glauchau: Beier - Wagner, Tiepelt, Jordan,
Groß - Weise, Schumann - Spranger, Rothe
(V/65.Jäger II), Jäger I - Pfoh (V). SR.: Taugerbeck (Dresden); Tore: 0:1 Jordan (25.), 1:1
Wukasch (30./Handstrafstoß); Zu.: 372 (luhi)
Landesklasse
Staffel West
VfB Chemnitz – FC Lößnitz 6:1 (1:1)
SR: Grellmann (Klipphausen). Tore: 1:0
Schneider (4.), 1:1 Günther (43.), 2:1 Hewener (52.), 3:1 Schneider (54.), 4:1 Fotinho
(56.), 5:1, 6:1 Weigel (58., 82./Strafstoß).
Zu.: 85.
Tanne Thalheim – BSV Gelenau 0:0
SR: Brückner (Wechselburg). Zu.: 150.
Fortuna Plauen – Lok Zwickau 0:0
SR: Sternkopf (Chemnitz). Zu.: 25.
Rabenstein – Reichenbacher FC 0:1 (0:0)
SR: Brückner (Wechselburg). Tor: Einsiedel
(71.). Zu.: 75. Rot: Lecker (Rabenstein/77.).
Schneeberg – Ifa Chemnitz 4:0 (3:0)
SR: Fiebig (Burgstädt). Tore: 1:0 Stopp
(13./Strafstoß), 2:0 Pahlisch (21.), 3:0 Schumann (39.), 4:0 Stopp (53.). Zu.: 50.
Germ. Chemnitz – VFC Plauen II 2:1 (1:1)
SR: Göpfert (Freiberg). Tore: 1:0 Herbig
(31.), 1:1 Pinkes (45.), 2:1 Herbig (48.). Zu.:
45.
TSV Crossen – Rapid Chemnitz 0:1 (0:0)
SR: Rehm (Aue). Tor: Vettermann (75.). Zu.:
105. Rot: Schaller (Crossen/9.).
FC Stollberg – Motor Marienberg 1:1 (0:1)
SR: Reinhold (Neustadt). Tore: 0:1 Otto (30.),
1:1 Knopf (57.). Zu.: 95. Rot: Knopf (Stollberg/57.).
Staffel Mitte
Coswig – SV Lichtenberg 2:1 (0:1)
SR: Fischer (Dresden). Tore: 0:1 Kluge (45.)
1:1 Penicka (89.), 2:1 Probst (90.+3). Zu.:
90.
Germ. Mittweida – Lommatzsch 4:0 (0:0)
SR: Conrad (Narsdorf). Tore: 1:0 Kaltschmidt
(52.), 2:0 Grötzsch (75./Strafstoß), 3:0, 4:0
Pieda (79./Strafstoß, 83.). Zu.: 55. (jz)
A N ZE I G E
Der 17-jährige Marcus Sadey vom Chemnitzer AC stellte erneut persönliche Rekorde auf. In seinem Altersbereich erFOTOS: KRISTIN SCHMIDT (2)
reicht der Hoffnungsträger außergewöhnliche Leistungen in der Bundesliga.
Julia Schwarzbach wurde an alter
Wirkungsstätte herzlich empfangen.
rer als erwartet mit 823,0:739,4
durchsetzen, holte sich auch alle
drei separaten Siege (Reißen, Stoßen,
Zweikampf).
Dennoch, geschlagen geben sich
die Chemnitzer für den Rückkampf
in fünf Wochen nicht, auch wenn
die Hypothek von über 83 Punkten
Rückstand enorm erscheint. „Wir
werden alles geben, erst nach dem
letzten Versuch ist es vorbei“, gab
sich Robby Behm kämpferisch, auch
in der Hoffnung, dass dann die aktuellen Schwierigkeiten keine Rolle
mehr spielen. Dieses Mal war er mit
149 Zählern der beste Akteur bei den
Gastgebern, wobei ihm erneut sechs
blitzsaubere Versuche gelangen.
Trotzdem befand er sich beim Resümee etwas im Zwiespalt, hatte
langfristig für diesen Termin schon
mehr Lasten geplant. „Aber wenn
unvorhergesehene Sachen passieren, dann wirft einem das eben zurück“, berichtete der 28-Jährige und
verwies auf eine Bänderdehnung im
Fuß, die er sich vor drei Wochen bei
einem Treppensturz zugezogen hatte. „Das kostete einige Trainingszeit,
ebenso der Bundeswehrlehrgang
zuvor.“ So konnte der Auswahlakteur das langfristig anvisierte Niveau nicht erreichen, fehlt deshalb
Akteur des Vergleiches (174 Punkte), Almir Velagic (147) und Julia
Schwarzbach (143). Deutschlands
erfolgreichste Heberin hatte in
der Vorsaison gemeinsam mit
Ehemann Tom, der gegenwärtig eine Knie-Operation auskuriert, noch
für den CAC gehoben. Von den ehemaligen Mitstreitern und den Fans
wurde die gebürtige Görlitzerin dabei herzlich empfangen und für ihre
Auftritte mit viel Beifall honoriert.
„Auch ich habe mich gefreut, alle
mal wieder zu treffen. Es ist schön,
wenn man sich weiter gut versteht“,
wertete die 25-Jährige, die wie ihr
Ehemann am Auswahlstützpunkt
in Leimen trainiert. Das Paar wohnt
in der Gegend und schätzt es, nicht
mehr für die Wettkämpfe so lange
Reisen auf sich zu nehmen. Zudem
ist Julia Schwarzbach froh, dass die
knapp bemessene freie Zeit so etwas
größer geworden ist. Denn die
Doppelbelastung Ausbildung zur
medizinischen Fachangestellten in
Heidelberg und das fünfmalige
Training pro Woche schlaucht
schon. Aber sie nimmt das in Kauf,
weil sie nach wie vor mit viel Leidenschaft ihren Sport betreibt. Und
aus der deutschen Frauenauswahl
ist sie aktuell nicht wegzudenken.
Der Chemnitzer AC verlor
das erste Halbfinale um
die deutsche Mannschaftsmeisterschaft der
Gewichtheber gegen den
Titelaspiranten AV Speyer.
VON MARTINA MARTIN
CHEMNITZ — Irgendwie schade, dass
eigentlich schon vor der ersten Hebung die Siegchance der Chemnitzer auf ein Minimum gesunken war.
Denn zu den bekannten Problemen
wie dem Ausfall von Kapitän Max
Lang oder der Ellbogenverletzung
von Philip Kudzik kam nach der Ankunft der polnischen Gäste noch eine weitere Hiobsbotschaft hinzu:
Olympiasieger Adrian Zielinski
plagte sich mit einer Entzündung
im Schulterbereich herum. Deshalb
war er nicht in der Lage, an sein gewohntes Leistungsniveau heranzukommen. Er absolvierte jeweils nur
zwei Versuche, kam auf 139 Zähler –
sein eigentliches Niveau liegt rund
50 Punkte höher. So konnte sich der
favorisierte AV Speyer letztlich kla-
Skifliegen
Oberliga Süd
TV Bernburg (N)
Schott Jena
FCE Aue II
Dyn. Dresden II
SSV Markranstädt
FC Neugersdorf
FC Eisenach (N)
RW Erfurt II
Landesliga
- Sandersdorf
- Lok Leipzig (A)
- Rudolstadt
- Cottbus II
- Chemnitzer FC II
- RB Leipzig II (N)
- VfL Halle
- CZ Jena II
1. RB Leipzig II (N)
2. SSV Markranstädt
3. FC Neugersdorf
4. Lok Leipzig (A)
5. Chemnitzer FC II
6. VfL Halle
7. Cottbus II
8. FCE Aue II
9. FC Eisenach (N)
10. RW Erfurt II
11. CZ Jena II
12. Dyn. Dresden II
13. TV Bernburg (N)
14. Sandersdorf
15. Schott Jena
16. Rudolstadt
VfB Chemnitz (A)
Thalheim
Fort. Plauen (N)
Rabenstein
Schneeberg
Germ. Chemnitz
Crossen
FC Stollberg (A)
$ & ) & %! (
(!+
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% 3605955-10-1
bei der EM Mitte April. Umso intensiver will er die nächsten Wochen
nutzen, um in Speyer weitere Steigerungen zu erreichen.
Mit persönlichen Rekorden
warteten im CAC-Team wieder die
17-jährigen Kurt Perthel, der nur im
Stoßen zum Einsatz kam, und vor allem Marcus Sadey auf. Der Achte der
Olympischen Jugendspiele kam
nach Bestleistungen im Reißen und
Zweikampf auf beachtliche 125 Zähler – ein Resultat, das für diesen
Altersbereich Seltenheitswert besitzt. Und das Ausnahmetalent hat
sich nunmehr bereits einen festen
Platz im ersten Team erkämpft, erreichte das drittbeste Ergebnis. In
der Vorsaison durfte er einmal Bundesligaluft als Aktiver schnuppern,
inzwischen bringt er 36 kg mehr zur
Hochstrecke. „Es ist schon cool, in
der Mannschaft zu heben, als Jüngster bin ich sehr gut angekommen.
Und ich war wieder heiß, wollte eine
gute Leistung bringen“, sagt Marcus
Sadey, der zu den großen Hoffnungsträgern, auch bundesweit, gehört.
Beim AV Speyer, der sich für diese
Saison den Titel auf die Fahnen geschrieben hat, stachen vor allem die
drei Auswahltrümpfe und EM-Starter Jürgen Spieß als überragender
in der Gewichtheber-Bundesliga
den ersten Relegationskampf um
Platz zehn gegen den AC Germania
St. Ilgen mit 538,0:590,8 verloren.
Die Vogtländer sicherten sich
jedoch den einen Siegpunkt separat
im Stoßen, weil Josef Hesse im Team
der Gäste an seiner Anfangslast von
154 kg dreimal scheiterte. „Sonst
hätten wir das nicht geschafft. Dafür
ist das Team aus St. Ilgen einfach
zu stark für uns“, schätzte Teamchef
Bernd Schmiedel fair ein. Auch
für den Rückkampf sieht er kaum
Chancen für einen Gesamterfolg,
auch wenn dann Edgar Jerke als
einer der stärksten Akteure wieder
mit dabei sein wird. „Obwohl der
Dampf etwas raus ist, hat sich die
Truppe noch einmal ordentlich
präsentiert und reingesteigert. Einige Einzelleistungen waren richtig
gut“, resümierte Bernd Schmiedel,
wobei er sich über den Auftritt seines Sohnes Stefan, der sich wenige
Tage vor der Abiturprüfung in starker Form präsentierte, natürlich
besonders freute. Nancy Hinkelmann gelang im Reißen eine Saisonbestleistung, Tobias Clauß kam nah
an diese heran. Überragender
Akteur war einmal mehr der Pole
Robert Dolega mit dem Bestwert des
Vergleiches von 136 Punkten. (mm)
DOPING
Elf Bulgaren
positiv getestet
SOFIA — Aufgrund
des positiven
Dopingbefundes bei gleich elf Athleten hat das bulgarische Gewichtheberteam seine Teilnahme an der EM
in in Tiflis (Georgien) Mitte April zurückgezogen. Bei Kontrollen der
Welt-Anti-Doping-Agentur vor rund
zwei Wochen waren acht Männer
und drei Frauen positiv auf das anaboles Steroid Stanozolol getestet
worden. In einem ersten Erklärungsversuch führte Nationalcoach
Iwan Iwanow an, das Steroid habe
sich vermutlich im Essen der Athleten befunden. Medienberichten
zufolge drohen den Athleten, die zunächst nicht namentlich genannt
wurden, saftige Strafen. Vier
Gewichtheber sollen lebenslang aus
dem Verkehr gezogen werden, den
restlichen Athleten drohen Sperren
von vier Jahren. (dpa)
WINTERSPORT
FUSSBALL
19
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54:15
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34:24
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Eilenburg
- Freiberg (N)
Bischofswerda
- FSV Zwickau II
Chemie Leipzig (N) - Döbeln
FC Grimma
- Kamenz
FCI Leipzig
- Markkleeberg
Riesa
- VfB Glauchau (N)
PSV Dresden (N) - Heidenau (A)
Görlitz
- Hohenstein-E.
1. Chemie Leipzig (N)
2. Bischofswerda
3. FCI Leipzig
4. FC Grimma
5. Eilenburg
6. Görlitz
7. Riesa
8. Freiberg (N)
9. Hohenstein-E.
10. FSV Zwickau II
11. Heidenau (A)
12. Markkleeberg
13. VfB Glauchau (N)
14. Kamenz
15. Döbeln
16. PSV Dresden (N)
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verl.
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11
6
Landesklasse West
Vogtländer bieten
tapfer Paroli
PLAUEN — Der AC Atlas Plauen hat
RADSPORT
FCE Aue II - Rudolstadt 2:1 (0:0)
Aue II: Schulze - John, Lehnard, Krug (46. Samatov: 84. Rot), Troschke - Kameraj, Kunert,
Koch (58. Bär), Merkel - Baars, Yildiz (87.
Teubner). Schiedsrichter: Schipke (Landsberg); Tore: 1:0 Yildiz, 1:1 Schröter (58.), 2:1
Bär); Zuschauer: 120.
Markranstädt- Chemnitzer FC II 3:0 (2:0)
CFC II: Tittel - Ney, Berger, Mattern (V), Einsiedel (V) - Mauersberger, Schubert (45. GelbRot: wdh. Foul) - Pekdemir (61. Morosov), Cecen (85. Hadamus), Rießbeck (51. Kießling) Hansch. SR.: Kanzler (Eisenach); Tore: 1:0
Krieger (31.), 2:0 Dwars (34.); 3:0 le Beau
(80.); Zu.: 150. (dw)
GEWIC HTHEBEN
- FC Lößnitz
- Gelenau (N)
- Lok Zwickau
- Reichenbach
- Ifa Chemnitz (N)
- VFC Plauen II
- Rapid Chemnitz
- Marienberg
1. Rapid Chemnitz
2. Reichenbach
3. VfB Chemnitz (A)
4. Marienberg
5. FC Lößnitz
6. Crossen
7. Gelenau (N)
8. FC Stollberg (A)
9. Rabenstein
10. Germ. Chemnitz
11. Schneeberg
12. Lok Zwickau
13. Thalheim
14. VFC Plauen II
15. Fort. Plauen (N)
16. Ifa Chemnitz (N)
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16
Biathlon
Landesklasse Mitte
Sebnitz
Coswig
Pirna-C.
Meißen
Mittweida
Großenhain
Bannewitz
1. Pirna-C.
2. Mittweida
3. Großenhain
4. Coswig
5. Sebnitz
6. Possendorf
7. Freital
8. Gröditz
9. Bannewitz
10. Wesenitztal
11. Lichtenberg
12. Dorfhain
13. Meißen
14. Lommatzsch
Weltcup in Planica/Slowenien:
Mannschaft: 1. Slowenien (Tepes 237,5 m,
Semenic 216,0, Kranjec 225,0, Prevc 218,5)
848,4 Pkt.; 2. Österreich (Kraft 226,5, Hayböck 225,5, Fettner 204,0, Schlierenzauer
195,5) 805,1; 3. Norwegen (Forfang 209,5,
Gangnes 212,5, Fannemel 219,5, Velta
199,0) 784,0; 4. Polen 753,8; 5. Japan
706,5; 6. Deutschland (Eisenbichler/Siegsdorf
169,0, Freitag/Aue 183,0, Neumayer/Berchtesgaden 192,0, Freund/Rastbüchl 220,0)
686,3; 7. Finnland 655,1; 8. Tschechien
652,7.
Einzel: 1. Tepes 436,4 Pkt. (230,5/244,0 m);
2. Prevc (beide Slowenien) 433,6 (236,5/
233,5); 3. Velta (Norwegen) 418,2 (230,5/
226,5); 4. Kraft (Österreich) 415,7 (229,5/
229,5); 5. Stoch (Polen) 412,5 (235,0/
222,5); 6. Hayböck (Österreich) 410,1
(225,0/232,0); 7. Freund 409,9 (222,5/
226,0); 19. Neumayer 354,1 (206,5/210,5);
22. Eisenbichler 342,9 (196,0/206,5); 23.
Freitag 339,2 (198,5/205,0); 31. Leyhe (Willingen) 146,2 (185,0). Weltcup-Endstand: 1.
Freund 1729 Pkt.; 2. Prevc 1729; 3. Kraft
1578; 4. Fannemel (Norwegen) 1161; 5. Hayböck 1157; 6. Kasai (Japan) 1137; 12. Freitag
622; 15. Eisenbichler 529; 21. Neumayer
347; 22. Kraus (Oberaudorf) 327; 35. Wellinger (Ruhpolding) 137; 38. Leyhe 120.
- Gröditz
- Lichtenberg
- Possendorf
- Wesenitztal
- Lommatzsch
- Freital
- Dorfhain
16
16
16
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1:3
2:1
1:0
2:2
4:0
7:1
8:2
34:12
35:11
43:10
33:17
24:14
39:25
26:25
36:32
30:33
23:32
16:37
14:41
20:53
16:47
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23
19
19
14
9
8
3
Weltcup in Chanty-Mansijsk/Russland:
Herren, 12,5 km Verfolgung: 1. Smith (Kanada) 32:04,9 min/1 Schießfehler; 2. Doll
(Breitnau) 24,0/2; 3. Schipulin (Russland)
35,7/4; 4. Fourcade (Frankreich) 40,3/4; 5.
Böhm (Buntenbock) 49,2/2; 6. Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) 58,1/3; 18. Graf (Eppenschlag) 2:03,8/3; 25. Lesser (Frankenhain)
2:24,1/4; 31. Kühn (Reit im Winkl) 2:43,4/5.
15 km Massenstart: 1. Fak (Slowenien)
38:09,8/0; 2. Schipulin 10,3/2; 3. Bø (Norwegen) 12,5/1; 4. Fourcade 32,5/2; 5. Eder (Österreich) 35,2/2; 6. Béatrix (Frankreich)
36,2/1; 7. Peiffer 39,4/2; 8. Böhm (Buntenbock) 42,0/1; 13. Lesser 1:03,9/1; 19. Kühn
1:38,8/3; 22. Doll (Breitnau) 1:51,1/5; 29.
Graf 3:10,3/6. WC-Endstand: 1. Fourcade
1042 Pkt.; 2. Schipulin 978; 3. Fak 883; 4.
Schempp (Uhingen) 792; 5. Bø 728; 6. Moravec (Tschechien) 655; 10. Lesser 606; 13.
Peiffer 538; 18. Böhm 494; 21. Doll 433; 24.
Birnbacher (Schleching) 406; 54. Kühn 95.
Damen, 10 km Verfolgung: 1. Domratschewa
(Weißrussland) 28:14,4/1; 2. Dahlmeier (Par-
tenkirchen) 15,7/0; 3. Preuß (Haag) 15,9/0;
4. Mäkäräinen (Finnland) 1:01,8/3; 5. Vitkova
(Tschechien) 1:16,3/3; 6. Semerenko (Ukraine) 1:24,8/1; 11. Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) 2:16,3/2; 15. Kummer (Frankenhain)
2:30,1/2; 19. Hinz (Schliersee) 2:48,7/3; 36.
Horchler (Clausthal- Zellerfeld) 4:43,1/2; 39.
Gössner (Garmisch) 5:02,3/6; 51. Knoll (Friedenweiler) 6:27,6/5.
12,5 km Massenstart: 1. Dahlmeier 35:08,2/
0; 2. Soukalova (Tschechien) 7,1/0; 3. Habert
(Frankreich) 19,9/2; 4. Domratschewa
28,9/2; 5. Oberhofer (Italien) 32,0/2; 6.
Preuß 37,4/2; 9. Hildebrand 51,0/2; 23. Hinz
(Schliersee) 2:32,2/4; 27. Kummer 4:36,0/6.
WC-Endstand: 1. Domratschewa 1092 Pkt.;
2. Mäkäräinen 1044; 3. Semerenko 865; 4.
Vitkova 793; 5. Hildebrand 757; 6. Soukalova
752; 8. Dahlmeier 725; 9. Preuß 651; 20.
Hinz 412; 34. Kummer 216.
Eisschnelllauf
Weltcup in Erfurt: Herren, 500 m: 1. Kulischnikow (Russland) 34,71 s; 2. Mulder
34,94; 3. Jorritsma (beide Niederlande)
35,25; 4. Dubreuil (Kanada) 35,26; 5. Jessin
(Russland) 35,30; 6. Muraschow (Russland)
35,30; 8. Ihle (Chemnitz) 35,42. 2. Lauf: 1.
Muraschow (Russland) 34,97; 2. Dubreuil und
Mulder beide 35,10; 4. Ihle 35,15; 5. Hvammen (Norwegen) 35,20; 6. Poutala (Finnland)
35,23. WC-Endstand: 1. Kulischnikow 930
Pkt.; 2. Dubreuil 771; 3. Muraschow 565; 5.
N. Ihle 558; 31. D. Ihle (Chemnitz) 52; 35.
Schwarz (Berlin) 46; 48. Dressel (Erfurt) 1.
1000 m: 1. Morrison (Kanada) 1:09,07; 2.
Nuis (Niederlande) 1:09,42; 3. De Haitre (Kanada) 1:09,47; 4. Kulischnikow 1:09,52; 5.
Ihle 1:09,55; 6. Lorentzen (Norwegen)
1:09,67. WC-Endstand: 1. Kulischnikow 600
Pkt.; 2. Nuis 571; 3. Ihle 402; 6. Schwarz
(Berlin) 313; 26. Dressel (Erfurt) 41.
1500 m: 1. Morrison 1:46,15; 2. Pedersen
1:46,51; 3. Swings (Belgien) 1:46,81; 4. Niedzwiedzki (Polen) 1:47,11; 5. Krol (Niederl.)
1:47,16; 6. Nuis 1:47,55. WC-Endstand: 1.
Morrison 409; 2. Pedersen 405; 3. Nuis 381.
5000 m: 1. Bergsma (Niederlande) 6:17,49;
2. Pedersen (Norwegen) 6:20,64; 3. Beckert
(Erfurt) 6:21,80; 4. Swings 6:22,38; 5. Heuvel 6:23,39; 6. de Jong (beide Niederlande)
6:23,59; 11. Baumgärtner (Chemnitz)
6:38,26. WC-Endstand: 1. Bergsma 430 Pkt.;
2. Pedersen 415; 3. de Jong 346; 4. Beckert
331; 18. Baumgärtner 82; 28. Pflug (Berlin)
30; 31. Weber (München) 27.
Massenstart: 1. Swings ; 2. Bergsma; 3. Pedersen; 4. Weber; 5. Giovannini (Italien); 6.
Baumgärtner. WC-Endstand: 1. Hoon (Südkorea) 450; 2. Swing 387; 3. Giovannini 362; 5.
Weber 218; 11. Baumgärtner 135; 18. Beckert 95.
Damen, 500 m: 1. Richardson (USA) 37,80;
2. Bowe (USA) 37,93; 3. Aydowa (Kasachstan)
38,15; 4. Kodaira (Japan) 38,28; 5. Oenema
(Niederlande) 38,40; 6. Qishi (China) 38,56;
13. Hesse (Erfurt) 39,17. 2. Lauf: 1. Richardson (USA) 37,77; 2. Bowe 37,97; 3. Kodaira
38,49; 4. Aydowa 38,74; 5. Erbanova (Tschechien) 38,78; 6. van den Brandt (Niederlande) 38,83; 13. Hesse 39,34. WC-Endstand:
1. Kodaira 926; 2. Hwa (Südkorea) 880; 3. Richardson 710; 4. Hesse 538; 32. Roth (Mylau)
34; 34. Hirschbichler (Inzell) 26.
1000 m: 1. Bowe 1:14,61; 2. Richardson
1:15,13; 3. Leenstra (Niederlande) 1:15,78;
4. Aydowa 1:16,53; 5. Erbanova 1:16,74; 6.
Qishi (China) 1:16,76; 10. Hirschbichler
1:17,89. WC-Endstand: 1. Bowe 510; 2.
Leenstra 507; 3. Qishi 485; 13. Hesse 119;
15. Hirschbichler 108.
1500 m: 1. Bowe 1:55,88; 2. Richardson
1:55,99; 3. Sablikova (Tschechien) 1:56,74;
4. Leenstra (Niederlande) 1:57,45; 5. Njåtun
(Norwegen) 1:57,46; 6. Joling (Niederlande)
1:58,00; 14. Hirschbichler (Inzell) 2:01,27.
WC-Endstand: 1. Leenstra 410 Pkt.; 2. Richardson 400; 3. Bowe 370; 17. Hirschbichler
(Inzell) 75; 31. Ost (Berlin) 22; 41. Pechstein
(Berlin) 8.
3000 m: 1. Sablikova 4:04,06; 2. Joling
4:05,64; 3. Valkenburg (beide Niederlande)
4:07,85; 4. Pechstein 4:09,14; 5. Achtereekte
4:09,67; 6. Kleibeuker (beode Niederlande)
4:10,32; 11. Kraus (Berlin) 4:14,29. WC-Endstand: 1. Sablikova 580 Pkt.; 2. Pechstein
360; 3. Joling 350; 10. Kraus 148; 27. Ost 41;
29. Beckert (Erfurt) 34; 44. Bay (Dresden) 2.
Massenstart: 1. Sablikova; 2. Takagi (Japan);
3. Lollobrigida (Italien); 4. Richardson (USA);
5. Kraus; 6. Takagi (Japan); 12. Pechstein
(Berlin). WC-Endstand: 1. Blondin (Kanada)
466; 2. Schouten (Niederlande) 432; 3. Sablikova 405; 7. Pechstein 234; 11. Kraus 141;
34. Hirschbichler 5; 34. Ost 5.
Eishockey
DEL-Meisterschaftsrunde: Playoff (Best of
7), Viertelfinale:
5. Spieltag: * Mannheim - Nürnberg 4:3 n. V.
(0:2, 3:1, 0:0) Stand: 4:1, Ingolstadt - Iserlohn 4:3 n. V. (1:1, 1:1, 1:1), Hamburg - Düsseldorf 4:2 (1:0, 0:1, 3:1) * im Halbfinale:
Wolfsburg, Mannheim. 6. Spieltag: Düsseldorf
- Hamburg 4:3 (1:0, 2:1, 1:2) Stand: 3:3, Iserlohn - Ingolstadt 6:2 (1:0, 4:1, 1:1) 3:3.
SPORT
Montag, 23. März 2015
A N ZE I G E
! Freie Presse
S5
Nico Ihle zum Schluss gut in Schuss
Nach 24 Jahren eroberte
mit dem Oberlungwitzer
wieder ein deutscher Eisschnellläufer einen Podestplatz im Gesamt-Weltcup.
Platz drei war auch
Balsam für die entgangene
WM-Medaille.
VON THOMAS TREPTOW
3598465-10-1
NACHRICHTEN
ROLLSTUHLBASKETBALL
Zwickauer sichern
den dritten Rang
Die BSC-Rollers Zwickau beenden die Rollstuhlbasketball-Bundesligasaison auf dem
dritten Platz. Im zweiten Spiel des
Play-off-Halbfinales unterlagen sie
beim Oettinger RSB Team Thüringen in Elxleben deutlich mit 45:80,
sodass es kein drittes Spiel gibt. Die
Thüringer erwiesen sich als zu stark,
waren in allen Belangen überlegen.
Auch eindringliche Worte von Trainer Sinclair Thomas zur Halbzeitpause zeigten nicht die erhoffte Wirkung. Lediglich Kapitän Rostislav
Pohlmann war bereit, Verantwortung im Spiel zu übernehmen. (ck)
ELXLEBEN —
ZWICKAU: Pohlmann (15), Erben (9), Möller
(9), Doody (6), Sealy (6), Kenyon, Mayer, Gehse, Polacek, Lindner.
BASKETBALL
Niners verlieren
in Heidelberg
HEIDELBERG — Die Pro-A-Liga-Basketballer der BV Chemnitz verloren
gestern ihr vorletztes Punktspiel in
Heidelberg mit 83:89 (39:42). Bis
Mitte des zweiten Viertels lagen die
Chemnitzer vorn, konnten die
Führung danach aber nicht wieder
zurückerobern. „Die fünf Prozent,
die uns heute gefehlt haben, waren,
dass Heidelberg zu viele Offensivrebounds bekommen hat. Meine
Jungs haben alles gegeben. Wir waren dran, haben aber nicht wieder
die Kontrolle über das Spiel bekommen“, sagte Trainer Pete Miller.
Damit müssen die Niners bis zum
letzten Spieltag am kommenden
Sonnabend um den Klassenerhalt
bangen. Mit einem Sieg in eigener
Halle gegen Hamburg kann der Abstieg sicher verhindert werden. (jz)
BV: Wilson (13), Matthews (22), Mixich (5), Calvin (13), Simon, Osborne (6), Knutson (8), Bellscheidt (7), Cardenas (9).
VOLLEYBALL
Chemnitzerinnen
müssen absteigen
LEIPZIG — Zwei Spieltage vor Saison-
abschluss steht fest, dass die Volleyballerinnen des Chemnitzer PSV
nach 14 Jahren aus der 2. Bundesliga
absteigen. Bei Lok Engelsdorf verloren sie am Sonnabend mit 1:3 (18:25,
26:24, 16:25, 17:25), sodass der Klassenerhalt nicht mehr möglich ist.
Während des Spiels musste das
Team eine schwierige Situation verkraften. Anne Jüttner sprang im
zweiten Abschnitt die Kniescheibe
heraus, wonach sie bis zum Eintreffen des Notdienstes auf dem Parkett
liegenblieb. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht, eine schwere Verletzung danach glücklicherweise
nicht diagnostiziert. Die Partie wurde für eine halbe Stunde unterbrochen. Danach mühten sich die
Chemnitzerinnen weiter redlich,
die eigene Fehlerquote war aber in
den letzten Sätzen zu hoch. (mm)
CHEMNITZ: Franke, Espig, Sohr, Herklotz,
Glaser, Jüttner, Nitsche, Machold, Walkenhorst, Brandt.
ERFURT — Am Ende einer Saison mit
vielen schönen Höhen, aber auch
schmerzhaften Tiefen, wurde allen,
die Nico Ihle die Daumen gedrückt
hatten, noch einmal warm uns Herz.
Seine Emotionen und Reaktionen
beim Weltcupfinale der Eisschnellläufer am Wochenende in Erfurt ließen es an Deutlichkeit nicht fehlen.
Nach dem Zieldurchlauf über 1000
Meter riss der Oberlungwitzer die
Arme jubelnd nach oben, strahlte,
winkte ins Publikum und klatschte
sich mit Trainer Klaus Ebert ab. Beide hatten soeben eine feine Belohnung für ihre Arbeit kassiert. Mit
Rang fünf sicherte sich der CSGAthlet Platz drei in der Gesamt-Weltcupwertung über die 1000 Meter.
24 Jahre nach Jens-Uwe Mey, der
1991 die 500-m-Wertung gewonnen
hatte, stand in der Endabrechnung
wieder ein Deutscher auf dem
Podest. „Das habe ich vorher in der
Statistik nachgeschlagen“, verriet
der schnelle Sachse grinsend. „Das
bedeutet mir sehr viel. Wenn es
schon mit einer WM-Medaille nicht
geklappt hat, obwohl sie besonders
bei der Sprint-WM greifbar nahe
war, wollte ich das hier unbedingt
ziehen“, sagte er und nahm Töchterchen Emma auf den Arm.
„Diese Saison
gibt mir viel Kraft
und die Gewissheit,
dass wir vieles
richtig gemacht
haben.“
Nico Ihle Eisschnellläufer
Sein wahrscheinlich größter Fan
hatte ihn wie die gesamte Familie,
Freunde und Fans in der Landeshauptstadt Thüringens angefeuert.
Nico Ihle beendete eine 24-jährige Abstinenz auf dem Weltcup-Podest.
Nachdem es im ersten Rennen über
500 Meter (Rang 8) noch nicht wie
gewünscht lief, untermauerte Nico
Ihle über die doppelt so lange
Sprintdistanz, dass er sich in der
Weltspitze etabliert hat. So ließ er
im direkten Duell Olympiasieger
Stefan Groothuis (Niederlande) keine Chance und reihte sich am Ende
einen Platz hinter Pawel Kulischnikow ein. Der Russe sicherte sich
beim Streckensieg des Kanadiers
Denny Morrison mit Rang vier den
Gesamt-Weltcup über 1000 Meter.
Auch über 500 Meter konnte
Kulischnikow, dem Überflieger der
Saison, keiner das Wasser reichen.
Ganz so glatt lief es bei Nico Ihle
nicht. Nach seinem ersten Weltcupsieg über 1000 Meter Anfang
Dezember in Berlin und weiteren
konstant starken Leistungen im
Konzert der Weltbesten, schien er
auf dem besten Weg, sein klar
formuliertes Medaillenziel bei der
Sprint-WM vor drei Wochen in
Astana umzusetzen. Eine fragwürdige Disqualifikation am Start riss den
29-Jährigen am zweiten Wettkampftag jedoch aus allen Träumen. „Klar
war ich damals erst einmal sehr enttäuscht, aber man muss auch wieder
aufstehen können. Ich habe mir
gesagt, jetzt erst recht“, blickte Nico
Ihle nur kurz zurück.
Sein Hauptaugenmerk gilt der
nahen sportlichen Zukunft. „Diese
Saison gibt mir viel Kraft und die
Gewissheit, dass wir vieles richtig
gemacht haben. Aber es sind, auch
im Hinblick auf die Olympischen
Spiele in drei Jahren in Südkorea,
noch viele Ziele offen“, sagte der
Olympiavierte, der nach Sotschi
2014 nicht etwa einen Gang zurückschaltete. Nico Ihle nutzte auch mit
Unterstützung seines Bruders
Denny und des Berliners Samuel
Schwarz den Schwung aus. Und
es wurden neue Wege in der Vorbereitung beschritten. So bolzten
die Kufenflitzer mit den erfolgreichen Chemnitzer Bahnradsprintern
Kraft. „Das ist auf jeden Fall ausbaubar Kraft. Da können wir gleich anknüpfen, wo wir aufgehört haben“,
FOTOS: MARTIN SCHUTT/DPA; LARS HAGEN
meint Nico Ihle, der nach einer langen Saison immer noch heiß auf
Eis ist. Auch im allerletzten Saisonrennen über 500 Meter zeigte er sich
noch gut in Schuss. Beim russischen
Sieg von Ruslan Muraschow belegte
der Familienvater noch einmal
einen starken vierten Rang. Das bedeutet in der Weltcupwertung über
VON HOLGER FRENZEL
CRIMMITSCHAU — Riesiger Jubel und
pure Erleichterung gestern Abend
im Kunsteisstadion Sahnpark: Die
Eispiraten Crimmitschau haben den
Klassenerhalt in der Deutschen
Eishockey Liga 2 (DEL 2) perfekt
gemacht. Sie setzten sich mit 3:2
(1:0, 0:1, 2:1) gegen die Heilbronner
Falken durch. Nach der Schlusssirene feierten die mehr als 3000 Zuschauer minutenlang das Team und
Trainer Chris Lee.
Die Partie begann mit 70-minütiger Verspätung. Der Grund: Die
Gäste hatten unterwegs auf der
Autobahn eine Panne und mussten
vom
Eispiraten-Mannschaftsbus
abgeholt werden. Die Hausherren
waren im ersten Drittel vor allem
durch Einzelaktionen gefährlich.
Dominic Walsh (2.), Matthias Forster (6.) und Jamie MacQueen (12.)
scheiterten an Falken-Keeper Alex
Scola. Er war bereits der dritte
Schlussmann, den Heilbronn in der
Play-down-Serie einsetzt. In der
15. Minute musste er die Scheibe
zum ersten Mal aus seinem Kasten
holen – Jamie MacQueen brachte
die Eispiraten nach Vorarbeit von
Alexander Hutchings in Führung.
Im zweiten Drittel bestimmten
die Gäste aus Heilbronn das Geschehen. Sie zwangen Eispiraten-Keeper
Ryan Nie fast im Minutentakt zu
Glanzparaden. Der kanadische
Schlussmann musste immer wieder
scharfe Geschosse von Thomas
Gödtel entschärfen sowie gegen
Sachar Blank (33.) und gegen Dustin
Cameron (37.) klären. Kurz vor der
zweiten Pause gelang den Falken der
überfällige Ausgleich: Nach einem
Scheibenverlust von Nico Oprée,
fand Dustin Cameron die Lücke zwischen Ryan Nie und dem Pfosten.
Die Eispiraten erspielten sich in diesem Abschnitt nur eine gefährliche
Aktion durch einen Schuss von
Matt MacKay (32.). Zu Beginn des
letzten Drittels gingen die Gäste sogar durch Sergej Janzen in Führung
(43.). Crimmitschau behielt die Nerven und machte in der Schlussphase
Überschwänglicher Jubel nach dem Schlusspfiff.
FOTO:ANDREAS KRETSCHEL
diese Strecke Platz fünf, nur sieben
Punkte fehlen zu Rang drei.
Apropos Familie. Im April gönnt
sich Nico Ihle mit seiner kleinen
„Mannschaft“ Urlaub auf den
Kapverdischen Inseln. „Wir wollten
unbedingt ins Warme“, sagte er und
fügte an: „Aber danach geht es
wieder los.“
Marco Weber Vierter im Massenstart
Claudia Pechstein hat sich den zweiten Platz im Weltcup auf den Langstrecken gesichert. Die 43-Jährige
schaffte mit Rang vier über 3000 m
ihre beste Saisonplatzierung auf dieser Strecke. „Platz vier war der Plan.
Ich bin so stolz, dass ich das geschafft
habe“, meinte Pechstein, die in Zukunft von Uwe Hüttenrauch trainiert
wird. Der 59-Jährige hatte die Berlinerin schon im Nachwuchs betreut.
Der Sieg im Langstrecken-Weltcup
ging an Weltmeisterin Martina Sablikova. Die Tschechin, die auch den
Massenstart gewann, holte sich damit
Sahnpark wird zum Tollhaus
Die Eispiraten Crimmitschau bleiben zweitklassig.
Ein starker Keeper Ryan
Nie hat in der Abstiegsrunde gegen Heilbronn
zwei Siege festgehalten.
Nico Ihle mit der Trophäe.
zum neunten Mal hintereinander den
mit 15.000 Dollar dotierten GesamtWeltcup.
Für die Chemnitzer Alexej Baumgärtner und Marco Weber endete die
Saison mit den Massenstartrennen.
Beide attackierten früh, mischten bei
den Zwischensprints kräftig mit und
erkämpften sich Punkte. In der Endabrechnung schaffte der für München
startende Marco Weber einen starken
vierten Rang. Auch Baumgärtner
(ECC) konnte mit Platz sechs zufrieden sein. Der Sieg ging an Bart
Swings (Belgien). (dpa/tt)
2. HANDBALL-BUNDESLIGA
den Sieg perfekt: Im Powerplay gelang MacKay der Ausgleich (56.).
Kurze Zeit später traf Alex Hutchings zum viel umjubelten 3:2Endstand. Die nordamerikanischen
Stürmer konnten die Scheibe jeweils mit einem ganz großen Kämpferherz aus Nahdistanz verwandeln.
Bereits am Freitagabend hatten
die Eispiraten einen wichtigen
Schritt zum Klassenerhalt gemacht.
Sie feierten in Heilbronn einen 6:0
(1:0, 3.0, 2:0)-Sieg. Ganz stark war die
Nordamerika-Reihe mit Jamie
MacQueen, Eric Lampe und Alexander Hutchings. Sie stand bei fünf
Treffern auf dem Eis. „Wichtig war,
dass wir in Unterzahl ganz stark verteidigt haben“, berichtete Kapitän
André Schietzold, der aufgrund einer Schulterverletzung nur zuschauen konnte.
STATISTIK Crimmitschau – Heilbronn 3:2
(1:0, 0:1, 2:1). Tore: 1:0 MacQueen (15.), 1:1
Cameron (39.), 1:2 S. Janzen (43.), 2:2 MacKay
(56.), 3:2 Hutchings (57.). Strafm.: Crimmitschau 8, Heilbronn 6. SR.: Schütz und Paule
(beide Bad Aibling). Zuschauer: 3184.
Heilbronn – Crimmitschau 0:6 (0:1, 0:3,
0:2). Tore: 0:1 Lampe (15.), 0:2 Hutchings
(21.), 0:3 Bucheli (32.), 0:4 Hutchings (37.), 0:5
MacKay (32.), 0:6 Lampe (46.). Strafm.: Heilbronn 10 plus 10 (Disziplinar Krüger), Crimmitschau 14 plus 10 (Disziplinar Körner). SR.:
Lenhart (Kassel); Klau (Griesenbrauck-Sümmern).
Aue gewinnt in
Saarlouis hauchdünn
SAARLOUIS —
Handball-Zweitligist
EHV Aue landete bei der HG Saarlouis einen hauchdünnen 25:24
(12:11)-Erfolg. Damit gelang den
Erzgebirgern nach über fünf Jahren
wieder der erste Erfolg bei den heimstarken Saarländern, die noch um
den Klassenerhalt kämpfen. Nach
einem miserablen Start (12.: 2:6)
schafften es die Gäste, Struktur in
ihr Spiel zu bringen. Während im
Angriff mit geduldigen Kombinationen und Gefahr aus allen Teilen der
Kontrahent immer mehr unter
Druck gesetzt wurde, wirkte die
Hintermannschaft geschlossen. Mit
dem 11:10 von Janar Mägi kurz vor
dem Pausenpfiff (28.) hatten die Auer Gleichwertigkeit erreicht, ab dem
16:11 von Jan Faith (35.) die Partie
endgültig dominiert. „Abgesehen
von der Startphase, hatten wir das
Spiel 40 Minuten im Griff und
konnten Saarlouis vor allem durch
unsere offensive Deckungsarbeit beeindrucken“, lobte EHV-Trainer Runar Sigtryggsson seine Akteure. (wf)
STATISTIK EHV: Musil, Petursson, Schäfer
(2), Meinhardt (4), Roch, Brykner, Mägi (4),
Sigtryggsson (2), Faith (4), Gunnarsson (2/2),
Duschek, Runarsson (1), Sigthorsson (3), Paraschiv (3). Siebenmeter: HGS: 4/3; EHV: 3/2;
Strafminuten: HGS: 10 EHV: 6; Zuschauer:
1280, Schiedsrichter: Thiyagarajah/Thiyagarajah (beide Gummersbach).
S6 Freie Presse
SPORT
Montag, 23. März 2015
Skijäger
erfinden sich
neu und sind
wieder spitze
NACHRICHTEN
OLYMPIA 2024
Offiziell: Hamburg
geht ins Rennen
FRANKFURT (MAIN) — Hamburg soll
LEICHTATHLETIK
Thomas Schmitt
mit Weltklasseweite
Kugelstoßer
Thomas Schmitt steigerte sich beim
Werfertag in Übach-Palenberg nahe
Aachen auf die Weltklasseweite von
21,35 Metern. Damit rückte der
26-jährige Physikstudent, der für
Köln startet, hinter dem Neuseeländer Tom Walsh (21,37) auf Platz zwei
der Weltjahresbestenliste vor. Seinen persönlichen Rekord verbesserte er um sagenhafte 2,28 Meter. „Es
war der Versuch, bei dem alles passte
und von dem jeder Kugelstoßer
träumt“, zitierte „leichtathletik.de“
den Drehstoß-Techniker. Schmitt
übertraf damit auch die Norm für
die WM Ende. In Deutschland haben im neuen Jahrtausend nur zwei
Athleten weiter gestoßen: DoppelWeltmeister David Storl (21,97 m)
und Ralf Bartels (21,37 m). (dpa)
ÜBACH-PALENBERG
—
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Umbruch bei Damen im
Rekordtempo – Dahlmeier
siegt zum Abschluss
VON SANDRA DEGENHARDT
Endlich am Ziel: Severin Freund genießt nach dem Skiflug-Krimi am Monsterbakken in Planica das Gefühl des Gesamtweltcup-Siegers.
FOTO: IMAGO
Wenn Träume wahr werden
Was für eine Dramatik:
Im Saisonfinale in Planica
scheint Severin Freund
schon geschlagen, dann
hilft dem Bayern ausgerechnet Juri Tepes,
der Landsmann seines
größten Konkurrenten.
VON ERIC DOBIAS
Ausgerechnet Prevc‘ Landsmann
Jurij Tepes kürte mit seinem Tagessieg Freund zum Gesamtsieger.
Nach Sprüngen auf 222,5 und 226
Meter schien der Bayer schon geschlagen, denn bei einem Sieg von
Prevc, der zur Halbzeit vorne lag,
hätte er mindestens Dritter werden
müssen. „Da war die Sache für mich
durch“, schilderte er seine Gefühlslage. Doch dann flog Tepes im Finale
auf 244 Meter und schnappte seinem Landsmann um 2,8 Punkte den
Sieg weg. Als das Happy End perfekt
war, wurde er von seinen Teamkollegen vor Freude fast erdrückt, wäh-
rend seine Freundin völlig losgelöst
einen roten Herzluftballon mit der
Aufschrift „Mein Überflieger“
schwenkte. „Ich wusste, ich habe das
Potenzial. Aber dass ich es jetzt
schon geschafft habe, das ist der
Wahnsinn“, sagte Freund.
Bundestrainer Werner Schuster
war nach dem Finale furioso, in dem
die DSV-Adler auch den Gesamtsieg
in der Nationenwertung vor Norwegen perfekt machten, ebenfalls aus
dem Häuschen. Wie ein Flummi
sprang der Erfolgscoach durch den
Innenraum und umarmte jeden, der
ihm über den Weg lief. „Das ist die
Krönung eines längeren Weges. Für
Severin ist es fantastisch, für uns als
Team grandios. Es war nicht unverdient, auch wenn es knapp war“,
bilanzierte Schuster die überragende Saison: „Dass uns ausgerechnet
Tepes hilft, ist natürlich eine ganz
tolle Geschichte.“ Freund krönte damit die erfolgreichste Saison seiner
Karriere. Bei der WM gewann er
zweimal Gold im Einzel von der
Großschanze und im Mixed. Auf der
Normalschanze gab es noch Silber
dazu. Im Weltcup landete er neun
Siege. Und Schuster versicherte: „Severin wird hungrig bleiben.“ (dpa)
PLANICA — Als sich Severin Freund
nach einer Achterbahnfahrt der
Gefühle zum dritten deutschen
Weltcup-Gesamtsieger gekürt hatte,
wurde der Skisprung-Weltmeister
von seinen Emotionen übermannt.
Im Moment des größten KarriereTriumphes konnte und wollte der
26-Jährige seine Glückstränen nicht
zurückhalten, dann holte er sich
einen dicken Siegerkuss von Freundin Caren ab. „Gesamtweltcup-Sieger hört sich ziemlich cool an. Es ist
das, wovon ich geträumt habe. Unglaublich, dass ich es geschafft habe“, frohlockte Freund nach dem
Herzschlagfinale beim Skiflug-Weltcup in Planica. „Es war die größte
Saison meiner Karriere. Ich bin
dankbar und stolz und auch ein wenig demütig.“ Bei der Siegerehrung
küsste er immer wieder die Kristallkugel, die sich vor ihm nur Jens
Weißflog und Martin Schmitt in die
Vitrine stellen konnten. Der TeamOlympiasieger belegte gestern zwar
nur den Rang sieben, beendete die
Saison mit 1729 Zählern aber punktgleich mit Peter Prevc aus Slowenien
und triumphierte aufgrund der
höheren Zahl an Saisonsiegen.
„Wenn zwei Leute in 37 Wettkämpfen die gleiche Punktzahl haben,
hätten es beide verdient, oben zu stehen“, tröstete Freund seinen Rivalen.
KOMMENTAR
Bardal entspannter Zuschauer
Sternstunden
Richard Freitag beendete mit Tagesrang 23 die Saison. Am Vortag belegte der Erzgebirger im Teamfliegen mit
Markus Eisenbichler, Michael Neumayer und Severin Freund beim Sieg
von Slowenien vor Österreich Rang
sechs. In der Weltcupgesamtwertung
landete Freitag auf Platz zwölf.
VON THOMAS PRENZEL
thomas.prenzel@freiepresse.de
E
igentlich hätte es besser zur
Karriere des Severin Freund
gepasst, wenn das Finale
furioso in Planica umgekehrt ausgegangen wäre und Peter Prevc die
große Kristallkugel gewonnen hätte. Schon oft war der Bayer als großer
Mitfavorit ein guter, aber dann –
wenn es drauf ankam – auch oft
kein sehr guter Freund gewesen. So
geschah es nicht nur einmal bei der
Vierschanzentournee. Und so war es
bei Olympia in Sotschi, wo er zunächst auf der Normalschanze stürzte, dann auf der großen Anlage Vierter wurde und schließlich im Team
triumphierte. Als Mann der kleinen
Schritte bezeichnete ihn deshalb
Bundestrainer Werner Schuster.
Nun hat Severin Freund einen
großen Schritt getan. Schon zur
WM bewies er Nerven wie Drahtseile. Und jetzt der Gesamtweltcup als
Lohn für den Besten einer ganzen
Saison. Für Freund besitzt die große
Kristallkugel – wenn auch in der
Öffentlichkeit oft weniger beachtet
– den sportlich höheren Wert als
WM-Gold. Insofern erlebte Freund
gestern eine Sternstunde genauso
wie der Skisprungsport.
Dieses Drehbuch mit dem irrsinnig spannenden Krimi am Monsterbakken hätte kein Regisseur besser
schreiben können. Die Faszination
des Sports fand in der Mimik des
Tagessiegers Juri Tepes, als er Landsmann Prevc mit einem Blick des
Selbstvorwurfes zu Rang zwei gratulierte, ihren Ausdruck. Ob Tepes seinen Flug auf 244 Meter (fünfmal
Haltungshöchstnote 20,0) nicht
hätte etwas früher öffnen können
zugunsten seines Freundes, wurde
er danach gefragt. Doch das wäre für
einen begnadeten Skiflieger in etwa
so schwierig, wie einen genussvollen Beischlaf vor dem Höhepunkt
abzubrechen. Tepes erntete deshalb
von Prevc wohl nur Verständnis.
Bei finalen Fliegen gelang Freitag
beim Absprung nicht die richtige Drehung in die Vorlage. Bei hohem Luftstand fehlte es ihm so in der letzten
Flugphase oft an Geschwindigkeit und
damit an Weitenmetern. Die Form
vom Sieg beim Bergiselspringen Anfang Januar konnte Freitag im Saisonverlauf nicht mehr zeigen. Das wird
auch heute Thema bei der Saisonbesprechung im deutschen Team sein.
Enspannt verfolgte Anders Bardal
in Planica das Finale als Zuschauer.
Der 32-Jährige, 2013 Normalschanzen-Weltmeister, hatte zuvor sein Karriereende verkündet. „Mir fehlt die
innere Motivation für das Training“,
sagte der Norweger der Zeitung „Verdensgang“. Bardal hatte 2012 den
Gesamtweltcup und insgesamt neun
Medaillen bei Olympia und Weltmeisterschaften gewonnen. (tp)
Keine Kugel für Alpin-Ass Neureuther
Der Bayer landet zum
dritten Mal in Folge auf
Platz zwei der Slalomwertung. Österreich jubelt
auf der ganzen Linie.
MÉRIBEL — Felix Neureuther ging tief
in die Hocke und blickte sekundenlang zu Boden. Die erste WeltcupKristallkugel seiner Karriere – verpasst in einem dramatischen letzten
Wettkampf des WM-Winters im
französischen Méribel. Noch bevor
die Österreicherin Anna Fenninger
den zweiten Gesamtweltcupsieg
ihrer Karriere perfekt machte, durfte
ihr Teamkollege Marcel Hirscher
mit der Slalom-Trophäe jubeln.
Rang zwölf von Neureuther nach
einem großen Fehler im ersten Lauf
war zu wenig. 23 Zähler fehlten ihm
unterm Strich. „Die Enttäuschung
ist natürlich schon groß, aber Marcel ist der verdiente Sieger.“
Österreichs Ski-Star holte die
Kugel zum dritten Mal seit 2013,
zudem gelang ihm nach 2012, 2013
und 2014 der vierte Gesamtsieg
nacheinander. Das hat vor ihm noch
kein Skirennfahrer geschafft. Den
Rekord hält Hirschers Landsfrau
Felix
Neureuther
Alpiner Skisportler
FOTO: DPA
Annemarie Moser-Pröll, die zwischen 1971 und 1975 fünfmal in
Serie gewann. Der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier war mit der
Saison dennoch zufrieden: „Wir
haben Medaillen bei der WM, wir
haben deutlich mehr Podiums erreicht als in den letzten Jahren“, betonte Maier. „Unterm Strich war der
Hirscher einfach der Bessere. Das
war eine klare Demonstration seiner Stärke, der körperlichen Fitness
und auch seiner mentalen Stärke.“
Was Mikaela Shiffrin (USA) am
Samstag mit ihrem überlegenen
Tagessieg schon zum dritten Mal
nacheinander gelang, will Neureuther nächste Saison in Angriff nehmen: die Slalom-Kugel zu gewinnen. „Der Marcel ist ein unglaublicher Gegner und Konkurrent, auch
für mich, um zu sehen: Man muss
weitermachen, sich weiter verbessern. Deswegen – so ein Ausgang ist
oft gar nicht so schlecht fürs nächste
Jahr“, sagte Neureuther. (dpa)
CHANTY-MANSIJSK — Nach dem grandiosen Saisonfinale kündigten die
Biathlon-Freundinnen Laura Dahlmeier und Franziska Preuß eine rauschende Partynacht an. „Heute
Abend lassen wir es ordentlich krachen“, sagte Dahlmeier nach ihrem
Sieg im abschließenden Massenstart. Und auch Preuß konnte nach
dem sensationellen Gewinn der
Kleinen Kristallkugel für die Massenstart-Beste die Abfahrt zur größten Diskothek von Chanty-Mansijsk
kaum erwarten. Dort lassen die Skijäger traditionell bei dem einen oder
anderen Wodka die anstrengende
Saison ausklingen. „Das ist einfach
Wahnsinn“, meinte Preuß, die beim
Saisonfinale gestern Sechste wurde.
Im fernen Sibirien setzten die
Skijäger mit insgesamt sechs Podestplätzen durch Dahlmeier, Preuß und
Benedikt Doll einen würdigen Abschluss unter eine
tolle Saison, wenngleich Arnd Peiffer
und Erik Lesser im
Massenstart durch
Fehler beim letzten
Schießen ein weiteres Podium vergaben.
Dahlmeier
war zuvor Zweite
im Sprint und in der Verfolgung geworden, Preuß im Jagdrennen Dritte. Doll überzeugte in der Verfolgung und im Sprint als Zweiter und
Dritter. Martin Fourcade (Foto) aus
Frankreich schrieb als Gesamtweltcupsieger zum vierten Mal in Folge
Geschichte. Beste Skijägerin der Saison wurde erstmals Darja Domratschewa (Weißrussland).
Nach der schwächsten WM und
den schwächsten Olympischen
Spielen überhaupt sind die deutschen Skijäger nun wieder voll da.
Mit dreimal Gold und zweimal Silber erreichten sie bei der WM in
Kontiolahti das beste Ergebnis seit
2011. Und auch im Weltcup kamen
Erinnerungen an die goldenen Zeiten auf. Die Herren um den dreifachen Saisonsieger Simon Schempp
waren mit 16 Podiums so erfolgreich
wie seit 2008 nicht mehr (16). Und
die Mädels schafften nach mageren
fünf Podesträngen im Vorjahr mit
nunmehr 13 mehr als eine Verdopplung. Zudem gewannen die Damen
die Nationenwertung, die Männer
wurden Zweite. „Was die Mädels geleistet haben, ist der Hammer. Das
war nicht zu erwarten“, lobte Bundestrainer Gerald Hönig seine jungen Schützlinge, die den avisierten
Umbruch im Rekordtempo erledigten: „Alles erscheint jetzt rosarot. Es
gilt weiter Bodenhaftung zu behalten und hart zu arbeiten.“ Auch
Männertrainer Mark Kirchner war
zufrieden: „Wir können sehr stolz
sein.“ Die neue Erfolgsformel ist
simpel und eine Konsequenz der
letzten titellosen Großereignisse.
Jetzt gibt es eine kritische und ergebnisorientierte Kommunikation bis
in den Nachwuchsbereich. Statt
Egos in den oft getrennt laufenden
Damen- und Herrenteams sieht man
sich nun als eine Einheit und absolviert anders als früher gemeinsame
Lehrgänge. Auch die neu formierten
Duos mit Tobias Reiter (Damen) und
Andi Stitzl (Herren) als Disziplintrainer haben eingeschlagen. (dpa)
FOTO: DPA
die Olympischen Spiele und Paralympics 2024 nach Deutschland holen. Die Mitgliederversammlung
des DOSB hat am Sonnabend in der
Frankfurter Paulskirche offiziell
und einstimmig (401 Delegierte) beschlossen, die Hansestadt in den internationalen Wettbewerb um das
größte Sportspektakel der Welt zu
schicken. „Sportdeutschland steht
vor einem Aufbruch. Lassen Sie uns,
hanseatisch formuliert, zu neuen
Ufern aufbrechen“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Das IOC
wird im Sommer 2017 in Lima
(Peru) über die Sommerspiele-Stadt
für 2024 entscheiden. Als mögliche
Konkurrenten von Hamburg gelten
neben Boston und Rom auch Budapest, Doha, Paris, Istanbul und eine
australische Stadt. Falls es Hamburg
im ersten Anlauf nicht schaffen sollte, ist eine zweite Kandidatur für
2028 vorgesehen. Deutschland
muss bis zum 15. September Hamburg als Kandidatenstadt beim IOC
anmelden. Allerdings sollen die Bürger im Herbst bei einem Volksentscheid das letzte Wort haben. (dpa)
Im Rentier-Schlitten zur Siegerehrung: Laura Dahlmeier.
FOTO: DPA
LOKALSPORT
Montag, 23. März 2015
NACHRICHTEN
Freie Presse
WSV Erlbach beendet Saison mit traditioneller Bikini-Abfahrt
CHEERLEADING
Erster Meistertitel
für Obervogtländer
RIESA — Mit einem ersten und einem
dritten Platz sind am Samstag die
Teams des Cheerleadervereins Obervogtland von der Regionalmeisterschaft Ost aus Riesa zurückgekehrt.
Vor großer Kulisse holten sich die
Black Diamonds in ihrer Kategorie
den Sieg und sorgten damit für den
ersten Titelgewinn in der Vereinsgeschichte. Grund zur Freude hatten
aber auch die Red Diamonds. Sie teilten sich mit einem Riesaer Verein in
ihrer Leistungsklasse den dritten
Platz und qualifizierten sich zugleich für die Deutsche Meisterschaft, die im Mai an gleicher Stelle
über die Bühne geht. Das gute Abschneiden des Vereins komplettierten die White Diamonds und die
Blue Diamonds mit den Plätzen 7
und 9. Erfolgreichster Verein war
Cheermania Auerbach mit viermal
Gold. Zwei erste Plätze verbuchten
die Angelz aus Plauen. (tyg)
FUSSBALL
A-Jugend behauptet
die Tabellenführung
MEERANE — Mit einem 6:0-Erfolg
beim Meeraner SV haben die A-Junioren der Spielgemeinschaft Oelsnitz/Kottengrün/Werda am Sonntag
ihre Spitzenposition in der Fußball
Landesklasse eindrucksvoll verteidigt. Damit halten die Vogtländer ihren Verfolger VfB Annaberg mit drei
Zählern auf Abstand. Im Meeraner
Richard-Hofmann-Stadion kam den
Gästen auch der Umstand zugute,
dass ein Meeraner nach 17 Minuten
die Rote Karte sah. Verantwortlich
für das halbe Dutzend Treffer waren
Philipp Viertel (2), Diego Puchta (2)
sowie Jacob und Robert Strobel. (tgf)
HANDBALL
Kein Punktgewinn
für Männer-Teams
FUSSBALL
Frühjahrsrunde mit
20 G-Jugend-Teams
OELSNITZ — 20 Mannschaften betei-
ligen sich in dieser Saison an der
Frühjahrsrunde des Vogtländischen
Fußball-Verbandes für G-Junioren.
Gespielt wird ab 10. Mai zunächst in
vier Fünfergruppen, aus denen sich
jeweils die beiden erstplatzierten
Mannschaften für die Endrunde am
4. Juli in Elsterberg qualifizieren. In
der Staffel 1 spielen Reichenbacher
FC, SpVgg Neumark, VSC Reichenbach, SpG Reumtengrün und VfB
Lengenfeld. Die Staffel 2 bilden SpG
Schöneck, SpVgg Grünbach-Falkenstein, FSV Klingenthal, SpVgg Wernitzgrün, SV Kottengrün. Staffel 3:
VfB Pausa, SC Syrau, VfB Großfriesen, Wacker Plauen I, SpVgg Zobes.
Staffel 4: VfB Auerbach, 1. FC Rodewisch, SpG Neustadt, Bau Weischlitz, Wacker Plauen II. (fp)
KURZ GEMELDET
Oelsnitzer auf Wandertour
— Die Wandersperken
Oelsnitz beteiligen sich am Sonntag
an der Wanderung „Auf den Spuren
des Osterhasen“. Die Wanderfalken
der VSG Rodewisch bieten Strecken
über 20, 12 und 6 km an. Treff zur
Abfahrt mit Pkw für die Oelsnitzer
ist 8 Uhr am Schützenhaus. (ngh)
OELSNITZ
Straßenlauf:
24. Wettkampf
wird zur
Rekordauflage
Leichtathletik: 317 Läufer
in Treuen – Fabian Gering
läuft Streckenrekord
VON MONTY GRÄßLER
TREUEN — Mit Jana Richter und Fabi-
Gut 30 Vereinsmitglieder des WSV Erlbach haben
gestern bei etwa vier Grad Außentemperatur
die Abfahrt in Badehose beziehungsweise mit
Bikini gewagt. Vereinschef Norbert Dick (vorn
Mitte) führte die Wagemutigen bei der ebenso
traditionellen wie spektakulären Gaudi zum
Saisonabschluss an. Am Samstag hatte der WSV
seine offenen Vereinsmeisterschaften im Rie-
senslalom auf Skiern und mit dem Snowboard
ausgetragen und den Tag bei einer Aprés-SkiParty in der Gaststätte Einkehrschwung ausFOTO: HARALD SULSKI
klingen lassen.
Oelsnitzer schließen erfolgreiche
Saison mit 3:1-Sieg in Dresden ab
Obwohl den Volleyballern
des VSV der zweite Platz
in der Regionalliga schon
sicher war, haben sie sich
am letzten Spieltag nicht
hängen lassen. In einem
umkämpften Spiel holten
sie nochmal drei Punkte.
nen hatten, rechneten sie mit einem
auf Revanche brennenden Gastgeber. Doch dieser hatte sich wohl zu
viel vorgenommen, denn zahlreiche
Fehler im Aufschlag und der Annahme bestimmten das Geschehen auf
Seiten der TU-Männer. Die Oelsnitzer hingegen agierten druckvoll im
Aufschlag und leisteten sich wenige
Fehler. USV-Trainer Robert Eckelt
versuchte mit zwei Auszeiten, seine
Männer wachzurütteln.
OELSNITZ — Für die Handball-Män-
ner aus dem oberen Vogtland gab es
am Wochenende nichts zu holen.
Nachdem der HV Klingenthal bereits am Samstag das Heimspiel der
2. Bezirksklasse gegen den Tabellenzweiten HSC Chemnitz 22:29 verloren hatte, gingen gestern auch die
Vogtlandliga-Mannschaften ohne
Punkte vom Parkett. Neptun Markneukirchen zog 19:24 bei der dritten
Mannschaft des SV Oberlosa den
Kürzeren, sodass jetzt wieder der HV
Mylau/Reichenbach die besseren
Karten im Titelkampf hat. Die zweite Garnitur des TSV Oelsnitz unterlag 27:28 bei Oberlosa IV. (tyg)
S7
DRESDEN — Nach der derben Heim-
pleite gegen den VC Altenburg in
der Vorwoche haben sich die Volleyballer des VSV Oelsnitz doch noch
mit einem Sieg aus der Regionalligasaison 2014/15 verabschiedet. Sie gewannen am Samstag das letzte Saisonspiel beim Tabellenvierten USV
TU Dresden mit 3:1. Vor rund 80 Zuschauern waren die wenigen Oelsnitzer Fans dennoch am lautesten,
da VSV-Trommler Michael Schnurre mitsamt Familie nach Dresden gekommen und für einen Hauch
Heimspielatmosphäre sorgte.
Wenig Fehler bringen Punkte
Die Zuschauer bekamen ein packendes Spiel zu sehen, in dem die Sperken am Ende knapp aber verdient
die Nase vorn hatten. Mit 13 Siegen
aus 18 Spielen beenden sie eine sehr
erfolgreiche Saison als Tabellenzweiter. Nachdem die Teppichstädter das Hinspiel klar mit 3:0 gewon-
Alexander Krug und seine Mitspieler
hatten am Samstag nochmal Grund
zur Freude.
FOTO: HARALD SULSKI
Das gelang zumindest teilweise.
Denn die Fehlerrate wurde etwas
verringert und der Rückstand verkürzt. So wurde das Satzfinale noch
einmal eng, doch die VSV-Männer
ließen sich beim 25:23-Satzerfolg
nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Im zweiten Satz waren die
Elbestädter völlig von der Rolle. Die
Gäste sorgten mit gefährlichen Aufschlägen vor allem durch Alexander
Krug für reichlich Unordnung in
der Dresdner Annahme. Daraus resultierten viele harmlose Angriffe.
Auch vier Wechsel und zwei Auszeiten brachten den USV nicht zurück
in die Spur. Mit 25:12 wurden die
Hausherren völlig demontiert.
Satzverlust macht‘s spannend
Im Sack hatten die Oelsnitzer die
Punkte damit aber noch lange nicht.
Denn plötzlich gelang es Dresden,
mit gefährlichen Aufschlägen für
Unruhe im Oelsnitzer Annahmeriegel zu sorgen. Darunter litt der Angriffsdruck der Sperken. Immer wieder konnten die Hausherren mit ihrem hohen Block punkten. Sie tankten nun immer mehr Selbstvertrauen und waren jetzt auch im Angriff
erfolgreicher. Die VSV-Abwehr hatte kaum Möglichkeiten die Bälle zu
verteidigen. Auch die Konzentration und Körperspannung ließ zu
wünschen übrig. Es gelang einfach
nicht, den permanenten leichten
Rückstand auszugleichen. So ging
der Satz knapp mit 23:25 verloren.
Das Spiel war nun wieder völlig
offen. Beide Teams kämpften verbissen um jeden Ball. Die Zuschauer sahen immer wieder lange und spannende Ballwechsel. Der Satz war zunächst lange ausgeglichen, zur Satzmitte konnten die Dresdner jedoch
einige direkte Punkte erzielen. VSVTrainerin Silke Böhme nahm zwei
Auszeiten beim 17:20 und 18:23.
Plötzlich ging ein Ruck durchs
Team. Ein abgewehrter Angriff und
im Gegenzug verwandelter Punkt
stellten die Initialzündung für die
Oelsnitzer Aufholjagd dar.
Dennoch sah es beim 21:24 ganz
deutlich nach Tiebreak aus. Doch
die VSV-Männer wollten keine
Punkteteilung, es sollten schon drei
Punkte mit ins Vogtland genommen
werden. Also wurde noch einmal
platziert aufgeschlagen und die Geschenke des Gegners angenommen.
Denn deren Angriffe landeten nun
im Aus, dem Netz oder dem Oelsnitzer Block. Alle vier Satzbälle wurden
so abgewehrt und der erste Matchball beim 25:24 direkt zum umjubelten 3:1-Endstand verwandelt. Trotz
vieler Fehler machte die kämpferische Leistung beider Teams das Spiel
ansehnlich. Die Sperken waren
einen Tick konsequenter und gewannen am Ende verdient. (mha)
VSV Oelsnitz: Franz Damaschke, Matthias
und Jürgen Hanitzsch, Alexander Krug, Franz
Masur, Martin Mocker, Stephan Preußner, Eric
Schannwell, Sascha Singer.
an Gering haben am Samstag zwei
Plauener die Hauptläufe bei der
24. Treuener Stadtmeisterschaft im
Straßenlauf souverän für sich entschieden. Im 5-km-Rennen der Frauen verwies die für den LATV startende Jana Richter in 19:46 min mit
Chantal Bley (22:08) und Uta Klug
(22:25) zwei Starterinnen des gastgebenden Treuener LV auf die Plätze 2
und 3. Die 37-jährige Siegerin freute
sich vor allem über ihre gute Zeit.
„Ich war zehn Sekunden schneller
als voriges Jahr. Das zeigt, dass ich fit
für die neue Saison bin.“ Das kann
auch Fabian Gering von sich behaupten, der über 9,5 km der Männer ein einsames Rennen an der
Spitze lief, das er mit einem tollen
neuen Streckenrekord krönte.
Ziel: Die U-20-EM in Schweden
In 31:18 min verbesserte er die von
2011 stammende Bestzeit des Zwickauers Remo Barthel um fast zwei
Minuten. „Es lief richtig gut, auch
wenn es durch die zwei Berge hintenraus noch mal richtig hart wurde“, sagte der 18-Jährige, der noch
beim LAV Reichenbach trainiert,
aber schon für den TV Wattenscheid
startet, wo er im Sommer ein Studium beginnt. Das große Ziel für den
Zwölftklässler des Plauener Diesterweg-Gymnasiums ist in diesem Jahr
die U-20-EM in Schweden. Dafür
muss er über 10.000 m auf der Bahn
die Norm von 30:30 min knacken.
Vorjahressieger Nico Jahreis vom
SC Hochfranken kam als Zweiter in
33:34 min auch relativ nah an den
alten Streckenrekord heran und war
daher zufrieden. „Das war ein guter
Einstieg und ein schöner Wettkampf für mich. Es passt, was die
Leute hier in Treuen machen“, sagte
er. Platz 3 im Gesamtklassement
ging an Holger Kaiser vom LATV
Plauen (38:05). Das 5-km-Rennen
der Männer sah Marcus Meyer aus
Reichenbach (17:57) vorn.
Viele Siege für junge Vogtländer
Den größten Anteil am Teilnehmerrekord hatte der Nachwuchs mit
Starterfeldern von mehr als 40 Läufern zum Beispiel bei den Mädchen
der U 12. Im Vergleich mit Vereinen
aus Thüringen, Westsachsen und
dem Erzgebirge gaben die Vogtländer eine gute Figur ab. Sieben Altersklassensiege gab es in den Schülerund Jugendrennen für den Treuener
LV, auf sechs kam der SV Theuma
und auf je drei der LAV Reichenbach
und der LATV Plauen. Dazu kam je
ein erster Platz für die SG Jößnitz,
den SC Syrau und VfB Lengenfeld.
Niederlage verschlimmert Lage von Lauterbach
Nach dem 0:1 in Neumark
blieb die Mannschaft in
der Fußball-Vogtlandklasse
zum neunten Mal in Folge
sieglos. Das Spiel Wernitzgrün gegen Adorf fiel aus.
Bobenneukirchen – Weischlitz 2:2 (2:1). Tore: 1:0 Barthel (7.), 1:1 Winkler (25.), 2:1 Illner
(43./Elfmeter), 2:2 Stange (74.); SR: Ernst
(Trieb); Zuschauer: 50; Reserven: 0:2.
Bereits früh gelang Bobenneukirchen die Führung durch Barthel, der
nach einem Eckball abstaubte. Auf
der Gegenseite gelang Winkler der
fast identische Ausgleichstreffer.
Kurz vor der Pause ging die Heimelf
erneut in Führung. Nach Foul an
Barthel verwandelte Illner den Strafstoß zum 2:1. Nach der Pause fand
das Spiel nur noch in der Hälfte des
Gastgebers statt. Den verdienten
Ausgleich stocherte Stange nach einer der vielen Gäste-Ecken über die
Linie. (tpo)
Neumark – Lauterbach 1:0 (0:0). Tor: T.
Sommer (64.); SR: Manthe (Lengenfeld); Zuschauer: 88; Reserven: 1:0.
Während Neumark weiter vorn
dabei ist, hat sich Lauterbachs Lage
im Abstiegskampf weiter verschlimmert. Zum neunten Mal blieb Traktor sieglos, zeigte aber am Samstag
im ersten Abschnitt eine sehr couragierte Partie. Dass die Abwehr zu
den Besten der Vogtlandklasse gehört, diesem Ruf wurden sie bis in
die Schlussphase hinein gerecht.
Die Hausherren taten sich schwer,
leisteten sich nach vorn viele Stockfehler. Schlosser hätte vor der Pause
die Lauterbacher in Führung bringen können, scheiterte aber knapp.
Erst nach dem Wechsel wurde Neu-
mark zielstrebiger. Ein Freistoß, getreten von Könze, entschied das
Spiel. Tobias Sommer nahm diesen
aus 14 Metern direkt und hämmerte
den Ball ins Netz. Danach drängte
der Gastgeber auf die Entscheidung.
Lauterbachs Keeper Zineker hielt
sein Team aber bis zum Abpfiff im
Rennen. Seine Vorderleute brachten
jedoch keine gefährlichen Offensivaktionen mehr zustande. (bres)
dem Wechsel verflachte das Ostvorstädter Spiel. Coschütz kam nun
auch zu Chancen und konnte ebenfalls drei Treffer erzielen. Am Ende
feierte der 1. FC Wacker bei seinem
ersten Heimspiel im Jahr 2015 einen
8:3-Sieg. (malö)
Unterlosa – Straßberg 3:1 (0:1). Tore: 0:1
Blei (28./Elfmeter), 1:1, 2:1 Rausch (48., 60.),
3:1 Hommel (90.); SR: Graap (Mühltroff); Zuschauer: 80; Reserven: 4:4.
Wacker Plauen – Coschütz 8:3 (7:0). Tore:
1:0 Chr. Schneider (14.), 2:0, 3:0, 4:0 Schröter
(16., 26., 29.), 5:0, 6:0, 7:0 Chr. Schneider (31.,
33., 34.), 7:1 Petzold (72.), 7:2 Ulinski (73.), 8:2
Hohmuth (76./Elfmeter), 8:3 Petzold (83.); SR:
Gäbler (Rodewisch); Zuschauer: 110; Reserven: 3:0.
Netzschkau – Concordia Plauen 0:3 (0:2).
Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Glauß (19./Elfmeter, 40.,
72.); SR: Brauner (Rodewisch); Rot: Müller
(Concordia, 70., Wurfvergehen); Zuschauer:
80; Reserven: 0:3. (laal)
Wacker lieferte eine sensationelle erste Halbzeit ab. Nach doppeltem
Hattrick von Christian Schneider
und Philipp Schröter stand ein Halbzeitstand von 7:0 zu Buche. Nach
Reumtengrün – Heinsdorfergrund 5:1
(4:0). Tore: 1:0 Meisel (29.), 2:0, 3:0 Ficker
(31., 38.), 4:0 Schott (45.), 4:1 M. Meichsner
(68./Elfmeter), 5:1 Ficker (90.); SR: Wilke (Kottengrün); Zuschauer: 80; Reserven: 4:0.
Zweikampf zwischen dem Weischlitzer Jens Vierling (blaues Trikot)
und dem Schützen des Bobenneukirchener 1:0, Christian Barthel.
FOTO: MARTIN SÜNDERHAUF
S8 Freie Presse
LOKALSPORT
Ein starkes Viertel reicht Krefeld
SPORT IN ZAHLEN
Fussball
Vogtlandklasse Frauen
Erlbach
- Eichigt
Großfriesen
- Oelsnitz
Pfaffengrün/Zobes - Coschütz
VfB Auerbach
- Wernesgrün
Rotschau
- Taltitz/Leubnitz
1. Erlbach
2. Pfaffengrün/Zobes
3. Taltitz/Leubnitz
4. VfB Auerbach
5. Großfriesen
6. Oelsnitz
7. Wernesgrün
8. Coschütz
9. Rotschau
10. Eichigt
Sp
13
12
13
13
12
13
13
13
11
13
Montag, 23. März 2015
5: 2
1:11
3: 0
4: 1
0: 7
Tore
73:11
39:22
34:15
36:38
44:26
35:27
35:46
19:40
7:63
19:53
P
35
27
24
21
20
20
13
10
7
6
Der SVV Plauen hat am
Samstag die erste Heimniederlage der Saison in
der Wasserball-Bundesliga
kassiert. Beim 11:6-Sieg des
Spitzenreiters erwies man
sich als fairer Verlierer.
Vogtländer
segelt beim
Skifliegen
auf 167 Meter
Skisport: Tom Lubitz
beim Weltcup in Planica
als Vorspringer im Einsatz
VON MONTY GRÄßLER
VON MICHAEL KLEIN
PLANICA — In seiner angestammten
PLAUEN — Der SVV Plauen hat im
Vogtlandliga Männer
Syrau
- Stahlbau Plauen
Wernesgrün
- VfB Auerbach II
Kottengrün
- Werda
Oelsnitz
- Schreiersgrün
Schöneck
- Rodewisch
Lengenfeld
- Grünb.-Falkenst.
Irfersgrün
- Neustadt
1. Kottengrün
2. Oelsnitz
3. Schreiersgrün
4. Neustadt
5. Werda
6. Rodewisch
7. Grünb.-Falkenst.
8. Syrau
9. Lengenfeld
10. Stahlbau Plauen
11. Irfersgrün
12. VfB Auerbach II
13. Wernesgrün
14. Schöneck
Sp
16
17
17
16
17
16
17
16
17
17
17
17
17
17
2:1
3:2
0:1
3:2
1:5
3:2
0:1
Tore
50:16
44:31
46:33
45:20
37:21
46:28
30:33
29:36
28:45
22:39
18:38
35:25
21:58
18:46
P
43
33
32
31
31
29
28
20
19
16
16
12
9
6
Vogtlandklasse Männer
Wacker Plauen
- Coschütz
8:3
Unterlosa
- Straßberg
3:1
Netzschkau
- Concordia Plauen
0:3
Neumark
- Lauterbach
1:0
Bobenneukirchen - Weischlitz
2:2
Wernitzgrün
- Adorf
ausgefallen
Reumtengrün
- Heinsdorfergrund 5:1
1. Wacker Plauen
2. Unterlosa
3. Reumtengrün
4. Wernitzgrün
5. Neumark
6. Weischlitz
7. Straßberg
8. Adorf
9. Concordia Plauen
10. Coschütz
11. Netzschkau
12. Heinsdorfergrund
13. Lauterbach
14. Bobenneukirchen
Sp
17
17
17
16
17
17
17
16
16
17
17
17
17
16
Tore
57:19
46:27
32:29
29:24
31:27
28:31
27:39
28:29
26:30
26:30
27:31
20:27
18:22
16:46
Kreisliga Männer Staffel 1
R’bacher FC II
- Rempesgrün
Rotschau
- Wildenau
Pfaffengrün
- Ellefeld
Eintr. Auerbach
- Treuen
Weißensand
- Morgenröthe-R.
Brunn
- Bergen
Muldenhammer - Rebesgrün
1. Ellefeld
2. Treuen
3. Rotschau
4. R’bacher FC II
5. Bergen
6. Wildenau
7. Brunn
8. Morgenröthe-R.
9. Rebesgrün
10. Eintr. Auerbach
11. Muldenhammer
12. Pfaffengrün
13. Rempesgrün
14. Weißensand
Sp
17
17
16
17
16
16
15
15
16
16
17
17
16
17
5:0
3:1
0:3
0:0
2:4
1:3
1:5
Tore
52:19
37:20
68:21
43:26
32:12
40:27
33:32
40:32
35:34
22:41
17:49
16:52
21:60
21:52
Kreisliga Männer Staffel 2
Kürbitz
- Leubnitz
Klingenthal
- Mühltroff
Plauen Nord
- Triebel
Erlbach
- Lok Plauen
Großfriesen
- Ranch Plauen
Tirpersdorf
- Oelsnitz II
Eichigt
- Jößnitz
Sp
17
17
17
17
17
17
16
17
17
16
17
17
17
17
1. Mühltroff
2. Lok Plauen
3. Jößnitz
4. Tirpersdorf
5. Ranch Plauen
6. Kürbitz
7. Erlbach
8. Leubnitz
9. Plauen Nord
10. Oelsnitz II
11. Klingenthal
12. Triebel
13. Großfriesen
14. Eichigt
Testspiele
Fortuna Plauen II
Reuth
Zobes
VFC Reichenbach
Dorfstadt
Trieb
Elsterberg
P
42
34
28
26
26
23
23
22
21
21
20
20
16
8
P
41
36
35
33
32
29
26
25
20
14
8
8
7
4
0:0
0:0
1:0
4:0
1:1
3:1
2:2
Tore
37: 9
39:26
39:21
32:20
32:27
27:31
32:26
29:23
21:41
24:25
26:27
27:42
19:26
20:60
P
39
33
28
27
25
24
22
20
20
18
17
17
16
3
- SpuBC Plauen
4:4
- Großzöbern
5:2
- Pausa
1:3
- Taltitz
2:2
- Brunn II
2:3
- Grünbach-Falken. II 2:2
- Limbach
ausgefallen
Handball
Kreisliga Vogtland Männer
Oberlosa III
- Markneukirchen 24:18
Oberlosa IV
- Oelsnitz II
28:27
Mylau-Reichenba. - Einheit Plauen IV 30:13
1. Mylau-Reichenbach
2. Markneukirchen
3. Oberlosa III
4. Lengenfeld II
5. Oberlosa IV
6. Oelsnitz II
7. Rodewisch II
8. Einheit Plauen IV
352:262
254:225
277:246
286:243
272:307
255:281
218:261
197:286
20: 4
20: 6
16: 6
13: 7
12:14
5:15
4:18
2:22
Topspiel der Gruppe B der Deutschen Wasserballliga den Siegeszug
des SV Krefeld nicht stoppen können. Das Team aus Nordrhein-Westfalen blieb am Samstag vor einer erneut großen und stimmungsvollen
Kulisse im Plauener Stadtbad mit
dem verdienten 11:6 zum neunten
Mal in Folge ungeschlagen. Für die
bis dahin zuhause unbesiegten Plauener war es die zweite Niederlage
der Saison. In der Tabelle liegt der
SVV jetzt auf dem dritten Rang hinter den punktgleichen Teams aus
Potsdam, das am Wochenende zwei
Siege einfuhr, und Krefeld.
„Man muss anerkennen, dass Krefeld stärker war.“
Jörg Neubauer SVV-Trainer
Die Krefelder drängten den Plauener
Angriff von Beginn an mit konsequenter Pressdeckung in deren Hälfte zurück, sodass die Hausherren
keinen Zug auf das Tor fanden. Dadurch mussten die Schützlinge von
SVV-Trainer Jörg Neubauer notgedrungen auf Schüsse aus der Distanz
zurückgreifen. Nach drei Minuten
konnte man auf Plauener Seite dennoch erstmals jubeln. Linksaußenspieler Tamas Korpasci durchbrach
gleich zweimal das Krefelder Bollwerk und schoss seine Mannschaft
2:0 in Führung. Danach gelang es
Der Plauener Peter Karteszi warf im Spiel gegen Krefeld zwei Tore. Am Ende hatten die Gäste aus Nordrhein-WestfaFOTO: OLIVER ORGS
len aber deutlich die Nase vorn.
Plauen nicht, den Vorsprung zu erhöhen, doch die Führung im ersten
Viertel wurde abgesichert.
Im zweiten Spielabschnitt meldete sich Krefeld mit geballter Kraft
ins Spiel zurück. Die energische
Pressdeckung wurde unvermindert
fortgesetzt, wodurch der SVV seinen
Angriff kaum aufbauen konnte. Im
Gegenzug kämpften sich die Gäste
immer häufiger den Weg auf Mihaly
Peterfys Gehäuse frei. Schon bald erfolgte der Anschlusstreffer durch
den ehemaligen Nationalspieler
Sven Roeßing in Überzahl. Der Treffer leitete eine ausgiebige Krefelder
Torjagd ein, fünf weitere Male punkteten sie im Verlauf des zweiten
Viertels. Dem stand nichts Zählbarem auf Plauener Seite entgegen.
Das zweite Viertel war rückblickend Ausschlag gebend für den
deutlichen Sieg der Krefelder. Nach
der Halbzeitpause fielen die weite-
ren Viertelergebnisse der Begegnung weniger deutlich aus. Sven
Roeßing erzielte im dritten Spielabschnitt zwar zeitig seinen dritten
Treffer, doch danach ließen weitere
Tore lange Zeit auf sich warten. Erst
kurz vor der letzten Pause legte Gregö Kovács zum 2:8 nach. Allerdings
blieb diesmal die Antwort durch die
Neubauer-Jungs nicht aus. SVV-Center Christian Schubert schoss das
dritte Tor für die Spitzenstädter. Das
Schlussviertel endete dann sogar
unentschieden (3:3).
„Unsere Verteidigung war heute
zu schlecht. Wir haben zu viele Tore
aus der Nähe bekommen. Ich hatte
das Gefühl, wir haben uns allgemein
zu langsam bewegt“, sagte SVV-Torhüter Mihaly Peterfy. Er fügt hinzu:
„Wir hatten seit dem Neustadt-Spiel
sechs Tage, um uns zu regenerieren,
was auch vollkommen ausreichend
ist. Allerdings sind wir kein profes-
sionelles Team, welches an jedem
Tag der Woche zusammen trainieren kann. Verpflichtungen im Studium oder Beruf lassen das nicht zu.“
„Die Krefelder waren heute körperlich sehr präsent, sie spielten
stets eine faire, aggressive Pressdeckung, sodass uns letztendlich die
Kraft fehlte, saubere und konzentrierte Angriffsaktionen einzuleiten.
Dem waren wir einfach nicht gewachsen. Man muss anerkennen,
dass die Krefelder Mannschaft stärker war“, sagte Trainer Jörg Neubauer. Auch wenn es diesmal nicht für
einen Sieg reichte, feierten die vielen Fans den Kampf ihrer Mannschaft und entließen sie mit einem
stürmischen Applaus.
SVV Plauen: Peterfy; Thiele, Schubert (1 Tor),
Karteszi (2), Fritzsch (K), Sörensen, Tamas
Korpasci (2), Hänel, Rezek, Kaminke, Roßner
(1), Maik Bielefeld, Christian Schneider.
Werda und Wernesgrün überraschen
In der Fußball-Vogtlandliga ist der Spitzenreiter
Kottengrün gestern zum
ersten Mal leer ausgegangen. Die rote Laterne
hängt jetzt in Schöneck.
SV Kottengrün – FC Werda 0:1 (0:1). Tor:
Kalan (42.); SR: Wohlrab (Wernesgrün); Zuschauer: 103; Reserven: 3:0.
Das Derby begann mit Abtasten
auf beiden Seiten. Werda stand gut
und wartete auf die Kottengrüner
Fehler. Der Gastgeber agierte ohne
Biss und spielerisch ganz schwach.
Folgerichtig erzielte Kalan kurz vor
der Halbzeit das 0:1. Schulze und
Göpfert mussten bei Kottengrün
schwer verletzt vom Platz. In der
zweiten Halbzeit kämpfte Werda bis
zum Umfallen und verteidigte das
1:0. Der Gastgeber machte Druck,
spielte aber ideen- und kopflos. (ltr)
SC Syrau – Stahlbau Plauen 2:1 (1:1). Tore:
0:1 Bär (7.), 1:1 Weigl (16.), 2:1 Rotthoff (69.);
SR: Fritzsch (Kottengrün); Zuschauer: 69; Reserven: 1:1.
Nach nur sieben Minuten begünstigte ein Syrauer Fehler die Gästeführung. Syrau steckte nicht auf
und konnte wenig später ausgleichen. Weigl traf mit einem sehenswerten Heber. In der zweiten Halbzeit drängte der Gastgeber auf den
Führungstreffer, doch Stahlbau hielt
dem Druck stand. Ein satter Schuss
von Rotthoff schlug im Stahlbaugehäuse ein. In der Schlussviertelstunde vergab der Gastgeber mehrfach
die endgültige Entscheidung. (mict)
Grün-Weiß Wernesgrün – VfB Auerbach II
3:2 (0:0). Tore: 1:0 Winkler (9.), 1:1 Bettsack
(15.), 2:1 Bräunel (26.), 2:2 Sturm (87.), 3:2
Schwarz (90.+2); SR: Poller (Rempesgrün); Zuschauer: 60; Reserven: 0:17.
In einem abwechslungsreichen
Spiel hatten die Hausherren in der
ersten Hälfte die besseren Chancen.
Die Gäste nutzten nach der Pause
das passive Spiel der Grün-Weißen
und erspielten sich Feldvorteile.
Nach einem verschossenen Strafstoß durch Ahrens kamen sie kurz
vor Schluss zum 2:2, bevor Schwarz
in der Nachspielzeit mit dem verdienten Siegtor den VfB II mit in den
Abstiegskampf hineinzog. (ugol)
VfB Schöneck – 1. FC Rodewisch 1:5 (0:4).
Tore: 0:1 Remter (7.), 0:2 Zeitler (15.), 0:3
Stolpmann (22.), 0:4 Remter (38.), 0:5 Wolf
(61.), 1:5 Witt (81.); SR: R. Wehner (Wernesgrün); Zuschauer: 65; Reserven: 0:1.
Mit einer indiskutablen Leistung
verlor Schöneck das immens wichtige Spiel gegen Rodewisch auch in
dieser Höhe verdient. Remter und
Zeitler nutzten Fehler der Hinter-
Merkur Oelsnitz – SV Schreiersgrün 3:2
(2:0). Tore: 1:0, 2:0 Hofmann (1., 25.), 2:1 Fahrenholz (53.), 2:2 Eitz (78.), 3:2 Heydeck
(90.+2); SR: Wilhelm (Rotschau); Rot: Steinel
(Oelsnitz, 60., Notbremse); Zuschauer: 50; Reserven: 2:1.
In einer hochdramatischen Partie
holte sich Oelsnitz von Schreiersgrün den zweiten Platz. Durch zwei
Tore von Hofmann hatten die Sperken 2:0 geführt. Mit einem abgefälschten Freistoß schaffte Fahrenholz den Anschluss. Dann musste
Merkurs Steinel nach einer Notbremse vom Platz. Doch der Oelsnitzer Thoß parierte den Elfmeter von
Fahrenholz. Oelsnitz spielte weiter
nach vorn, kassierte aber durch Eitz
den Ausgleich. Trotz 30 Minuten
Unterzahl griff der Gastgeber bis
zum Schluss an und wurde durch
Heydecks spätes Tor belohnt. (tgf)
mannschaft. Als Stolpmann ins
Dreiangel traf, war die Partie entschieden. Remter mit einem schönen Heber und Wolf per Kopfball
schraubten das Ergebnis in die Höhe. Der nie aufsteckenden aber ideenlos wirkenden VfB-Elf gelang nur
Wolfs Ehrentreffer. (mame)
VfB Lengenfeld – Grünbach-Falkenstein
3:2 (0:0). Tore: 1:0 Chr. Mothes (46./Elfmeter), 2:0 Herzog (50.), 2:1 Lehmann (55.), 2:2
Wilke (70.), 3:2 Herzog (90.); SR: Schiefer (VfB
Annaberg); Zuschauer: 50; Reserven: 11:0.
Lengenfeld kam zwar besser in
die Partie, doch zum Ende der ersten
Hälfte hatten die Gäste Übergewicht. Nach der Pause legte der VfB
richtig los. Nach einem Foul an Herzog traf Christian Mothes vom Strafstoßpunkt. Herzog erhöhte wenig
später auf 2:0. Nun wollte Lengenfeld den Vorsprung verwalten. Das
misslang: Lehmann konnte verkürzen und Wilkes Sonntagsschuss aus
25 m bedeutete den Ausgleich. Die
Gäste hatten dann bei einem Lattentreffer Pech. Kurz vor Ende fiel der
glückliche aber verdiente Siegtreffer
für die Gastgeber, die den Abstand
zur Abstiegszone wahrten. (sesc)
BSV Irfersgrün – SG Neustadt 0:1 (0:1). Tor:
Rink (45.); SR: Nürnberger (VfB Auerbach);
Zuschauer: 50; Reserven: 3:0.
Schönecks Kapitän Thomas Bonesky (rechts) im Zweikampf mit Dirk Stolpmann vom 1. FC Rodewisch. Die Gäste gewannen 5:1.
FOTO: HARALD SULSKI
In einer hart umkämpften Partie
kamen die Gäste mit einem direkt
verwandelten 20-m-Freistoß zum
goldenen Tor. Besonders in der ersten Halbzeit waren die Neustädter
die spielbestimmende Mannschaft.
Dem BSV gelangen kaum Entlastungsangriffe. In der zweiten Halbzeit legten die Gastgeber ihre Zurückhaltung ab und kamen zu einigen Möglichkeiten. Vor allem in der
Schlussviertelstunde verteidigte der
Tabellenvierte die knappe Führung
mit Glück und Geschick. (fp)
Sportart hat es Kombinierer Tom Lubitz vom VSC Klingenthal bisher
noch nicht vor ein Millionenpublikum geschafft. Als Vorspringer beim
Skifliegen am Wochenende im slowenischen Planica dagegen schon.
Nach dem Einfliegen auf dem für etwa 24 Millionen Euro umgebauten
Riesenbakken stand der 20-Jährige
am Donnerstag der ARD Rede und
Antwort. Und das nicht aus Zufall:
Unter den 16 Vorspringern war er
der einzige aus Deutschland. „Es ist
einfach alles viel schneller, viel größer und viel weiter“, ließ er die Fernsehzuschauer wissen und sprach
von einer „traumhaften Erfahrung“.
Dabei hatte der Vogtländer die Hoffnung, in Planica dabei sein zu können, schon fast aufgegeben. Über
Kontakte zum Heimtrainer von
DSV-Adler Andy Wellinger klappte
es dann aber doch noch.
„Da schlägt das Herz schneller“
Nach insgesamt sechs Sprüngen an
fünf Tagen, von denen der weiteste
auf 167 Meter ging, fuhr Tom Lubitz
gestern mit einer enormen Menge
von unvergesslichen Eindrücken
nach Hause. „Es war ein Super-Erlebnis, das man ganz schlecht beschreiben kann“, sagte er. „Wenn du zum
ersten Mal da oben sitzt und runterguckst, schlägt das Herz natürlich
ein ganzes Stückel schneller.“ Kein
Wunder: Die Vorspringer donnerten
mit Geschwindigkeiten von 105 bis
108 Kilometern pro Stunde auf den
Schanzentisch zu. „Das sind jetzt
nur 10, 15 mehr als auf der Großschanze, aber du spürst zu Beginn
der Flugphase einen ganz anderen
Druck“, berichtet der Vogtländer.
Tom Lubitz
Nordisch-Kombinierter
des VSC Klingenthal
FOTO: HARALD SULSKI
Tom Lubitz ist in Planica aber offenbar auf den Geschmack gekommen. „Ich wäre gerne auch 170 oder
180 Meter geflogen. Von daher hoffe
ich mal, dass es vielleicht auch im
nächsten Jahr wieder mit dem Skifliegen klappt“, sagte er gestern. Die
Springerparty am Samstag, bei der
er unter anderem länger mit Gregor
Schlierenzauer plauderte, und der
gestrige Gesamtweltcup-Sieg von
Severin Freund, den er im deutschen
Lager im Auslauf live mitverfolgte,
rundeten sein tolles Wochenende
ab. „Man bekommt von der tollen
Atmosphäre ja schon oben auf dem
Anlaufturm ein bisschen was mit.
Aber was im Stadion abgeht, wenn
die Lokalmatadoren dran sind, ist
schon grandios.“
Nächstes Extrem: Marathonlauf
Für Tom Lubitz geht es derweil auch
nach dem Saisonende weiter Schlag
auf Schlag. Heute beginnt er im bayerischen Bad Enndorf seine Ausbildung bei der Bundespolizei und für
Anfang Mai hat er sich einen Start
beim Marathonlauf in Salzburg vorgenommen. „Das wird nach dem
Skifliegen wieder ein ganz anderes
Extrem“, sagt der Klingenthaler. Er
blickt auf einen Winter mit Licht
und Schatten zurück. Erst empfahl
er sich mit guten Ergebnissen bei
den Continental-Cups in Amerika
für seinen ersten Weltcup-Einsatz in
Schonach, dann machte eine langwierige Erkrankung seinen Plänen
(z. B. Junioren-WM) einen Strich
durch die Rechnung. Zuletzt zeigte
die Formkurve bei den ContinentalCups in Finnland und in Russland,
wo er seinen ersten Top-10-Platz belegte, aber wieder nach oben. Daran
will er nächste Saison anknüpfen.
KIND & KEGEL
Freie Presse
Montag, 23. März 2015
Fernsehen
RTL startet nach
vier Jahren Pause
neue Folgen der
Doku-Soap „Die
Ausreißer“ S. A3
Seite A1
DAS THEMA: OSTERN IN FAMILIE
NACHRICHTEN
Deko zum Aufessen
GESUNDHEIT
Höchstens 18 Kilo
mehr für Schwangere
Viele werdende Mütter nehmen
während der Schwangerschaft zu
viel zu. Das kann sich negativ auf
das Ungeborene auswirken. So
steigt zum Beispiel die Gefahr, dass
auch das Baby später im Leben an
Übergewicht leidet. Das Apothekenmagazin „Baby und Familie“ gibt in
der aktuellen Ausgabe die Empfehlungen des unabhängigen US-amerikanischen Institut of Medicine
weiter, wie viel Schwangere zunehmen dürfen. Die Werte hängen demnach vom Ausgangsgewicht ab, das
als Body-Mass-Index (BMI) angegeben wird. Untergewichtige Frauen
mit einem BMI von unter 18,5 dürfen demnach bis 18 Kilo zunehmen,
Normalgewichtige (bis BMI 24,9)
knapp 16 Kilo und Übergewichtige
mit BMI bis 29,9 höchstens 11,3 Kilogramm. Liegt der BMI über 30, rät
das US-Institut, höchstens neun Kilo
zuzunehmen. (dpa)
ELTE RNZE IT
Arbeitgeber will
Bescheid wissen
Wann Arbeitnehmer bei ihrem Arbeitgeber spätestens Elternzeit anmelden müssen, hängt vom Alter
des Kindes ab. Darauf weist der
Deutsche Industrie- und Handelskammertag hin. Bis zum dritten Geburtstag des Kindes müssen Eltern
es sieben Wochen vor Beginn der
Auszeit machen, danach sind es
13 Wochen. Wird die Frist nicht eingehalten, verschiebt sich der Beginn
entsprechend nach hinten. Elternzeit ermöglicht beiden Elternteilen,
bis zu 36 Monate eine unbezahlte
Auszeit vom Job zu nehmen. Seit
dem 1. Januar 2015 sind außerdem
neue Regelungen in Kraft: Es gibt zusätzlich die Möglichkeit, 24 statt
zwölf Monate Elternzeit zwischen
dem dritten und achten Geburtstag
des Kindes zu nehmen. (dpa)
ERZIEHUNG
Das Kind hilft mit
beim Entrümpeln
Auch wenn das Kinderzimmer überquillt: Eltern sollten auf keinen Fall
eigenmächtig das Zimmer entrümpeln. Sie zerstören dabei schon bei
Vier- oder Fünfjährigen das Vertrauen, wenn sie ungefragt Sachen wegschmeißen. Weniger Tränen gibt es,
wenn Erwachsene mit dem Kind zusammenarbeiten und es einbinden,
heißt es in der Zeitschrift „Nido“.
Zum Beispiel indem man sagt: „Das
Buch schaust du doch gar nicht
mehr an. Ein anderes Kind würde
sich gerne mit genau diesem Buch
ins Bett kuscheln. Sollen wir es ihm
nicht schenken?“ Die Entscheidung
sollte respektiert werden. (dpa)
Geschnitzt, geknetet, gefärbt: Kinder lieben es, bei der Festvorbereitung zu helfen. Da Eltern und Verwandte an den
Feiertagen etwas mehr Zeit haben, sind gemeinsame Spiele eine willkommene Abwechslung.
VON MONIKA HILLEMACHER
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Ostereier suchen – das kennt jeder.
Balancespiele oder Tierakrobatik
nicht.
Zu Ostern ist eine farbenfrohe Dekoration das Richtige für die Tafel. Auf
dem Tisch trifft Tradition auf Moderne. Klassiker wie süße Lämmchen und Hasen stehen neben trendigen Cake Pops, Cronuts und Pushup-Cakes, gekrönt von kleinen Figurenkunstwerken. Modellieren ist
angesagt.
Die Ideen stammen vor allem aus
den USA und Großbritannien.
„Farbenfroh, witzig, kreativ“, nennt
Konditorenweltmeisterin Andrea
Schirmaier-Huber den Stil. Für die
essbare Deko stehen Vorbilder aus
der Comicwelt Pate. Weitere Zutaten sind Fingerfertigkeit und Fantasie. So bekommt ein kleiner Marzipanhase überdimensionale Ohren
und macht es sich mitten auf der
klassischen Ostertorte gemütlich.
Osterhase sitzt am Steuer
Mutige verpassen dem österlichen
Symboltier zum Beispiel eine rosa
Schleife und einen blauen Hut.
„Wenn modern, dann richtig“, sagt
Schirmaier-Huber. Die Mutter von
zwei Töchtern setzt das konsequent
um: Auf der von der Familie gewünschten Prinzregententorte steht
ein plastischer Formel-1-Rennwagen, der Osterhase sitzt am Steuer.
Neben Marzipan eignet sich Fondant zum Modellieren. Die weiche
Zuckermasse, aus der auch Eier und
Küken hergestellt werden, ist gut
zum Ausstechen. Ein besonderer
Spaß für Kinder sind dreidimensionale Torten. Dabei werden Figuren
aus Zuckermasse oder Teig „geschnitzt“ und anschließend verziert.
„Vom Gefühl her ist das nichts anderes als Kneten. Kinder tun sich leicht
damit“, sagt Schirmaier-Huber. Zum
Färben verwendet sie Lebensmittelfarbe. Diese kommt wegen der intensiven Deckung nur tröpfchenweise zum Einsatz, der traditionelle
Osterzopf erhält mit dem natürlichen Färbemittel Rote Bete ein peppiges Outfit.
Knallbunte Küken, kleine Eier
oder Marzipan-Blüten toppen die
angesagten Pushup-Cakes. Die aus
einer Hülle am Stiel herausschiebbaren Schicht-Törtchen stehen bei-
Kuchen in Karottenform: Spitze Hutförmchen werden mit Teig gefüllt.
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Tipps gegen die Langeweile
I
ch würde ihn gern mal sehen.
Nur so, aus Neugier. Diesen Erstklässler-Vater, der seinen eigenen Kühlschrank besitzt. Er bunkert
darin Schokolade und Bier. Nur
Schokolade und Bier, sagt mein
Sohn. Der Rest kommt in den anderen Kühlschrank. Wie wird so ein
Männerkörper wohl aussehen,
wenn ihn gekühlte Schokolade und
kaltes Bier formen?
Ob er sich da verhört hat, fragte
ich meinen Sohn. Nein, genauso ist
es. Hat er vor ein paar Tagen in der
Frühstückspause erfahren. Erstklässler-Smalltalk, der Klatsch und
Tratsch der Zahnlücken-Gesellschaft. Um auch etwas beisteuern zu
können, hat mein Sohn erzählt, sein
Vater esse immerzu Ketchup und
saure Gurken. Da haben sie gelacht,
die Jungs. Ich fragte ihn vorsichtig,
ob er auch von mir erzählt habe.
„Nein“, sagte mein Sohn.
Machen Sie mit! Eltern und Großeltern können sich gemeinsam mit den
Kindern auf die Suche nach Ostereiern machen. Mit Zeichen wie warm
oder kalt helfen sie den Kindern oder
führen sie auch einmal in die Irre, um
den Spaßfaktor zu erhöhen.
Bau Dein eigenes Nest! Vor der Eiersuche kann sich jedes Kind ein Nest
oder einen Beutel für die eigenen Osterschätze basteln. Dort sammelt es
die Leckereien und bewahrt sie auf.
Es müssen nicht immer Eier sein.
spielsweise in einer Vase. Das grüne
Bett des Osternestes kommt aus eigener Zucht: einfach Kresse heranziehen. Die schmackhafte Garnitur
mit viel Vitamin C bietet sich auch
an, um darauf eine Osterlandschaft
zu arrangieren. Entweder mit gefärbten Eiern, Marienkäfern und
Blüten, oder mit edlen Wachteleiern
und Radieschen, die sich mithilfe
von Messer oder Ausstechform zum
Beispiel in Comic-Küken verwandeln. Grashalme aus Schnittlauch
und eine Petersilien-Wiese komplettieren die Deko zum Reinbeißen.
Kugeln mit Schwips
Sandra Müller kreiert ihre Ostereier
auf der Basis von Cake Pops. Die kleinen Kugelkuchen, im Prinzip eine
Kombination aus Kuchenbrösel und
einer Art Buttercrememischung,
füllt die Buchautorin aus Stuttgart
zum Beispiel mit Eierlikör. Dazu
werden die Kugeln zunächst am
Stiel in eine Glasur getaucht, geöffnet und etwas ausgehöhlt. Den Eierlikör hinein geben, beide Seiten zusammenfügen und die komplette
Kugel noch einmal eintauchen. Das
Ganze in einen Eierbecher stellen –
und dann darf gelöffelt werden.
Würziger Marienkäfer: In der Tomate
stecken Oliven und Nelken.
FOTOS: DPA
Auch eine Idee: die Kugel in einen
Eierkarton packen.
Für Möhren greift Müller auf
spitze Hutförmchen zurück: „Einfach umdrehen“, lautet ihr Tipp.
Orangefarbene Glasur verhilft zum
fast echten Aussehen, das saftige
Möhrengrün besteht aus essbaren
Grashalmen. Die gibt es entweder
im Laden, oder sie werden aus Oblaten selbst gemacht. In Cake Drops,
eine Mini-Variante der Cake Pops,
arbeitet Sabine Müller Nüsse, Brause
oder Früchte ein: „Die Drops einzeln
als Bonbons verpacken, ein Marzipanküken obendrauf und ins Osterkörbchen legen“.
Herzhaft mit Gemüse
Wer herzhaft statt süß bevorzugt,
designt den Schmuck für die Ostertafel aus Gurken, Möhren oder Rettich: längs durchgeschnitten und
eingeritzt, entsteht aus dem Rettich
eine stilisierte Blume. Geriebene Karotten verhelfen dem Hefezopf zu einem modernen Look, den aufgesteckte Möhrchen vollenden. Das
Naschwerk enthält keinen Zucker,
die Süße erhält es über die Karotten.
Joachim Elflein, Küchenchef des
Seehotels bei Aschaffenburg, macht
Falsche Eier: Cake Pops kommen, in
Glasur getaucht, in einen Eierkarton.
UNTER UNS
Zahnlücken-Smalltalk
MANUELA MÜLLER
WILL ZUR FRÜHSTÜCKSPAUSE NICHT INS GEREDE KOMMEN
manuela.mueller@freiepresse.de
„Schön“, sagte ich.
Ich würde gern eine Mutter bleiben, die nicht der Rede wert ist und
unbehelligt durch den Schulalltag
schleicht. Oder wenigstens eine,
über die sich die Kinder erzählen, sie
könne mit der Zungenspitze die Nase antippen und dabei fehlerfrei Helene Fischer singen. Das sind Talente, die Erstklässer nett finden. Ich
wünschte auch, ich könnte nähen.
Das wäre unverfänglich und uninteressant.
Es ist nicht so, dass ich mich
nicht bemühen würde. Neulich ha-
be ich Stoff gekauft, hellblauen mit
dunkelblauen Punkten. Meine fünfjährige Tochter hatte im Bastelbuch
auf einen mit Stoff umnähten Haarreifen geblättert, aufgemotzt mit einer Schleife. Sie fand ihn gut, den
Haarreifen. Also haben wir probiert,
ihn zu basteln. Schnitten den Stoff
zurecht. Nahmen die Heißklebepistole und wurstelten den himmelblauen Stoff um den Haarreif. Mehr
schafften wir nicht, dann war es
Abend. Weil ich so bemüht bin, versprach ich meiner Tochter, ihn bis
zum Morgen fertigzubasteln.
aus einer Tomate einen würzigen
Marienkäfer: Eine aufgesteckte
schwarze Olive bildet den Kopf, grüne Pfefferkörner die Augen, für die
Punkte müssen Gewürznelken herhalten. Alternativ spritzt der Koch
ein Butter-Eigelbgemisch auf. Das
auf einer Gurkenscheibe liegende
Krabbeltier kann als Gruß aus der
Küche auf den Tisch kommen.
Eierbecher aus dem Ofen
Als Vorspeise serviert Elflein einen
gebackenen Eierbecher. Dazu wird
aus Hefe- oder Blätterteig ein Zopf
geflochten, zum Becher geformt
und zusammen mit dem gekochten,
ungeschälten Ei in den Ofen geschoben. Dazu passt eine Senf-Dill-Soße.
Dem Teig kann Hackfleisch beigemischt werden. Cake Pops gehen
ebenfalls herzhaft: Schinken und
Räucherlachs unter den Kuchenteig
mischen, die Crememischung
durch Frischkäse ersetzen. Und wie
wäre es mit einem Spiegeleikuchen
als Ostertorte? Auf den Blechkuchen
auf Rührteigbasis eine Schicht Pudding geben, Aprikosen als Spiegeleier obendrauf legen. Tortenguss gibt
der Masse Halt – der Spiegeleikuchen ist servierbereit. (dpa)
Schichttörtchen zum Rausschieben:
In einer Vase zieren sie jeden Tisch.
Da saß ich nun auf dem Sofa. Vor
mir der himmelblaue Stoff, neben
mir der Ketchup essende Vater. „Wie
schön du meine Winterjacke geflickt hast“, säuselte ich und fuhr
fort mit meinen Komplimenten:
„Meine Skihose hat die ganze Saison
gehalten, weil du sie so gut genäht
hast.“ Nach etwas Gejammer über
meine schlechten Augen half er mir
immerhin, den Faden durch das Nadelöhr zu stecken.
Am nächsten Morgen ging meine
Tochter erhobenen Hauptes in den
Kindergarten, eine sehr große
Schleife im Haar. Dass ich beim Festkleben der Schleife Verbrennungen
erlitten hatte, war mir in diesem Moment egal. Nachmittags steckte der
Haarreifen im Rucksack unter der
Brotbüchse. Alle Erzieherinnen seien der Meinung, dass die Schleife zu
groß sei. „Ich habe allen gesagt, dass
du nicht nähen kannst“, erklärte sie.
Eiertausch: Damit nicht der Schnellste alle Süßigkeiten absahnt, werden
Ostereier & Co. nach der Suche auf einen Haufen gelegt. Reihum nimmt
sich jeder, ob Kind oder Erwachsener,
was er am liebsten mag. Um die
Schwierigkeit zu erhöhen, kann die
Gruppe jedes Mal eine Aufgabe stellen – zum Beispiel ein Rätsel: „Welches Gemüse verbindet Schneemann
und Osterhase?“ oder einen Sporttest: „Hüpfe im Kreis um alle herum!“
Was bin ich? Wie bewegt sich ein Hase, ein Huhn oder ein Känguru? Das
lässt sich prima per Pantomime darstellen. Ein Kind macht die Bewegung
eines Tieres vor, alle anderen raten.
Rasanter Eier-Lauf: Bewegungsspiele wie Eierlaufen halten an den Feiertagen fit. Dazu treten zwei Spieler gegeneinander an und laufen mit einem
gekochten Ei auf einem tiefen Esslöffel eine bestimmte Strecke. (dpa)
Spannende Hörbücher
„Alles gefärbt“ heißt ein Hörspiel
aus dem Silberfisch Verlag für Kinder
ab drei Jahren macht sich der kleine
Rabe Socke mit seinen Malsachen auf
den Weg zu Löffel, dem Osterhasen.
„Kükensommer“ von Jumbo Neue
Medien ist für etwas ältere Kinder gedacht. Die zehnjährige Flora freut
sich auf ihre Sommerferien. Die versprechen perfekt zu werden, als der
tierlieben Flora auch noch ein Huhn
zuläuft – und mit ihm eine neue
Freundin. Die Geschichte auf zwei CDs
kostet rund 13 Euro.
In der großen Herder Kinderbibel,
die bei Igel Records für knapp 25 Euro
erschienen ist, hören Kinder ab acht
Jahren die wichtigsten Geschichten
aus dem Alten und Neuen Testament.
Von Adam und Eva über das Leben Jesu durch das ganze Werk – immer mit
Bezug zum heutigen Leben. (dpa)
JUGENDWEIHE
Alkohol zum
Anstoßen erlaubt
Jugendweihe und Konfirmation feiern viele Teenager groß. Auf Familienfesten wird mit Alkohol angestoßen. Harald Nolte, Sozialpädagoge
von der Fachstelle für Suchtprävention in Eschwege, findet „ein Nippen oder Anstoßen mit einer kleinen Menge Sekt“, in Ordnung.
Wenn der Jugendliche lieber Limo
trinkt, sollten Gäste nicht auf den
Sekt zum Anstoßen bestehen. Komplizierter wird es für Eltern, wenn
vor Ort Trinkspiele unter Jugendlichen üblich sind. Die Teilnahme zu
untersagen, sei schwierig, weil die
Jugendlichen sowieso nicht darauf
hören würden. Eltern sollten vorher
das Gespräch mit anderen Eltern suchen, etwa beim Elternabend. (dpa)
A2 Freie Presse
ROMAN & RÄTSEL
D
ie Spurensicherung hat einen Wagen auf dem Hotelparkplatz
sichergestellt,
weil sie ihn mit Junots Tod in Verbindung bringt, und Jean-Jacques
sagte, eben dieser Wagen sei von der
Videokamera der Mülldeponie gefilmt worden.“
„Haben die beiden einen Anwalt
kommen lassen?“
„Foucher wartet draußen auf Madame. Wir werden die beiden wohl
festhalten müssen, solange Eugénie
nicht gefunden ist. Jean-Jacques will
sie wegen Falschaussage belangen.“
„Und die alte Dame lässt sich vernehmen, ohne dass ein Anwalt bei
ihr ist?“, staunte Bruno.
„Jean-Jacques hat sie als Erstes eine Erklärung unterschreiben lassen,
dass sie auf einen Anwalt verzichtet.
Sie meinte, ihr Enkel würde sich um
alles kümmern.“
„Dann wäre also alles unter Kontrolle“, sagte Bruno, in Gedanken
schon bei dem zu erwartenden Chaos, das Francettes Aussage auslösen
würde, die Foucher und den Grafen
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Martin Walker (aus dem Englischen von Michael Windgassen)
Femme fatale
© 2013 by Diogenes Verlag AG Zürich – Folge 137
unmittelbar mit Athénaïs’ Tod in
Verbindung brachte.
Plötzlich vibrierte sein Handy,
und als er Gilles’ Namen im Display
sah, ahnte er, dass etwas schiefgelaufen war.
„Sie ist uns durch die Lappen gegangen“, sagte Gilles. „Tut mir leid.“
„Wovon reden Sie?“
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Jean-Jacques und Madame de la Gorce einander gegenübersaßen.
„Ein Notfall“, sagte er und bemühte sich um Fassung. „Pardon,
Madame, aber wir brauchen den
Commissaire draußen.“
Vor der Tür schlug sich Bruno mit
der Hand vor die Stirn und nannte
sich einen Idioten, als ihm einfiel,
dass er Gilles nicht nach dem Namen des Mädchens gefragt hatte. Er
rief ihn wieder an, entschuldigte
sich für seinen Ausbruch und ließ
sich den Namen und weitere Einzelheiten durchgeben, die er in sein Notizbuch kritzelte.
Jean-Jacques telefonierte bereits
mit dem Sicherheitsbüro des Flughafens Charles-de-Gaulle und wiederholte den Namen des Mädchens:
Marie-Françoise Bourbon Marrilees.
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nen klar, dass das Mädchen Ihretwegen in Lebensgefahr ist?“, platzte es
mit der ganzen aufgestauten Wut
aus ihm hervor, die Francettes Geschichte in ihm ausgelöst hatte. „Ihretwegen weiß der Graf jetzt, dass es
sie gibt und dass sie das Vermögen
erbt, auf das er scharf ist.“
„Woher sollte ich das wissen?“,
entgegnete Gilles.
„Wann wird sie in Paris landen?“,
fragte Bruno.
„Keine Ahnung. Der Kollege war
gestern am späten Nachmittag in
Montreal. Wahrscheinlich ist sie
schon mit der Abendmaschine gestartet. Sie könnte also schon in Paris sein.“
„Putain de merde!“, brüllte Bruno.
Er klappte sein Handy zu und stürzte in das Vernehmungszimmer, wo
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nächsten Flieger nach Paris genommen.“
„Wissen Sie, mit wem aus dem
Roten Château sie gesprochen hat?“,
fragte Bruno.
„Die Mitbewohnerin meinte, es
sei ein Onkel oder Cousin gewesen.
Den habe es jedenfalls sehr verwundert, von ihr zu hören, da er angeblich nicht gewusst hat, dass seine
Nichte beziehungsweise Cousine
ein Kind hat. Wie dem auch sei, er
hat sie offenbar gebeten, nach
Frankreich zu kommen, auf seine
Kosten. Es tut mir wirklich leid, Bruno, aber wir können versuchen, sie
am Flughafen abzufangen.“
„Ha! Es tut Ihnen also leid? Ist Ih-
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„Es ist meine Schuld. Ich habe unsere Leute in Kalifornien nicht richtig instruiert“, antwortete der Reporter. Sein Kollege in Hollywood hatte
den Vater des Mädchens in Santa
Barbara ausfindig gemacht und von
ihm erfahren, dass seine Tochter an
der McGill University in Montreal
studierte. Dummerweise hatte der
Kollege aber auch erwähnt, dass Athénaïs nicht mehr lebte, worauf,
kaum dass er gegangen war, der Vater seine Tochter angerufen und ihr
die traurige Nachricht übermittelt
hatte. Als der New Yorker Korrespondent sie in Montreal aufsuchen
wollte, war sie verschwunden. Ihre
Mitbewohnerin sagte, sie habe sich
von der internationalen Auskunft
die Telefonnummer des Roten Châteaus geben lassen und sofort dort
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FERNSEHEN & RADIO
Montag, 23. März 2015
IM RADIO
MUSIKSZENE
Die Erben
des Lang Lang
DEUTSCHLANDFUNK 20.10 UHR
Das erste Orchester Chinas ist älter als die
Berliner Philharmoniker – schließlich waren es einst die Kolonialherren aus Europa und den USA, welche die westliche Musik samt Aufführungspraxis in das Reich der Mitte exportierten. Nun ist nach
vier Jahrzehnten kommunistischer
Herrschaft, unter der anfangs versucht wurde, alle westlichen Einflüsse rigoros aus der Kulturlandschaft zu verbannen, ist die klassische Musik nach China zurückgekehrt. Wie die Radfahrer-Massen
aus dem Straßenbild chinesischer
Großstädte verschwunden sind, so
findet man die Pekingoper und das
revolutionäre Ballett der Mao-Zeit
nur noch in staatlich geförderten Reservaten. Dagegen stehen allein
über 30 Millionen Klavierschüler
für ein musikvernarrtes junges Publikum, das sich für Mozart und
Strauss erwärmt: China wird heute
von einer Welle der Begeisterung für
klassische europäische Musik erfasst. Allein in der Hauptstadt Peking gibt es zwölf Orchester. Unter
dem Einfluss von visionären Köpfen
wie dem Dirigenten Long Yu, der
Musikliebe und Repräsentationsbedürfnis im neuen China ausnutzt,
hat sich eine neue kulturelle Infrastruktur gebildet, die für den westlichen Markt zunehmend interessant
wird – aber auch gefährlich ist. (fp)
Freie Presse
Coaching? Diesmal mit „K“!
Lebenslinien
als neue
Hoffnung für
Afghanistan
Nach einer Sendepause
von knapp vier Jahren
reanimiert RTL seinen
Streetworker: Thomas
Sonnenburg will „Die
Ausreißer“ in ein Leben
mit geordneten Bahnen
zurückbringen.
Ein Ex-Bundeswehr-Arzt
unterstützt mit eigener
Hilfsorganisation Kinder
VON RUPERT SOMMER
Das hat er in den früheren Folgen
zwar ebenso getan, in der aufgefrischten Ausrichtung des Formats
soll jedoch ein hoffentlich wiedergewonnenes Zusammenleben in den
Mittelpunkt rücken. „Die Familien
sollen lernen, sich im Alltag weniger problembeladen zu bewegen
und stressfreier miteinander umgehen“, erklärt Sonnenburg. Hierfür
will der Sozialpädagoge verstärkt Familiencoaching-Angebote nutzen.
Gerade diese haben in einer mehr
und mehr gecoachten Republik zuletzt regen Zulauf erlebt. Sonnenburg setzt auch auf Nähe. Diese will
er vermitteln. Nicht nur, indem er einen Ausreißer aufsucht und zu einer
Rückkehr in die Familie überredet.
Der 51-Jährige vertont die neuen
Folgen nun selbst. Er ist auch als
Off-Sprecher zu hören. Das Format
soll für den Zuschauer so persönlicher werden. (tsch)
BR 21 UHR Reinhard Erös ist ein Soldat mit Prinzipien, ein Mann, wie
ihn sich die Bundeswehr nur wünschen konnte. Und doch geht er auf
Distanz zur Truppe. Bereits 1988
nahm der Oberstarzt vier Jahre Urlaub, um mit Frau und vier Söhnen
an die pakistanische Grenze zu ziehen. Dort behandelt er unter widrigen Umständen afghanische Widerstandskämpfer, die sich im Kampf
mit den damaligen sowjetischen Besatzern verletzten. 2002 marschieren deutsche Soldaten in Afghanistan ein. Zudem stirbt sein jüngster
Sohn an Tropenfieber – eine tragische Zäsur. In der BR-Reihe „Lebenslinien“ erzählt er von den weitreichenden Entscheidungen, die er an
diesem Punkt traf: Er quittierte den
Dienst und baute eine eigene Hilfsorganisation auf, die er mit „Trutz
Erös Stiftung“ nach seinem verstorbenen Kind benannte. Nach und
nach gründete er weitere Krankenstationen, aber auch Schulen. Sein
Motto: „Nicht reden. Tun!“. (tsch)
VON ANDREAS SCHÖTTL
RTL 21.15 UHR
Beinahe hatte es den
Eindruck, er wäre selbst ausgebüchst. Thomas Sonnenburg und
„Die Ausreißer“ waren von der Fernsehbildfläche verschwunden. Der
Sozialpädagoge war mit seinen „Teenies im Partyurlaub“ und „Albtraum
Mobbing“ nur noch gelegentlich zu
sehen. Nach knapp vier Jahren Sendepause belebt RTL sein Erziehungsformat nun wieder. Zunächst drei
Folgen sind geplant. Es sei pädagogisch moderner und setze neue
Schwerpunkte, heißt es dazu seitens
des Senders: „Die inhaltliche Ausrichtung hat sich verändert“, verkündet RTL.
Sonnenburg ist dazu auf das „K“
gekommen. Mit „Kommunikation“,
„Kooperation“ und „Konfliktbewältigungs-Strategie“ will er jugendliche Ausreißer wieder zurück in die
Familie und diese auf einen möglichen gemeinsamen Weg bringen.
A3
Sozialpädagoge Thomas Sonnenburg findet Ausreißerin Michelle in einer Leipziger Industriebrache.
FOTO: RTL
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A4 Freie Presse
RATGEBER
ANDERS HEILEN: TEIL 2 – IRISDIAGNOSTIK
NACHRICHTEN
GELD
Weniger Anzahlung
für Reisen
Thomas Cook senkt die Anzahlung
für Katalogreisen von 25 auf 20 Prozent. Bei Last-Minute-Reisen werden
nur noch 20 statt 30 Prozent fällig.
Der Veranstalter reagiert damit auf
ein Urteil des Bundesgerichtshofes
(BGH). Thomas Cook verringert
auch die Zahlungsfrist für den Restbetrag von 40 auf 30 Tage vor Abreise. Auch bei den Stornierungskosten
gibt es Änderungen. Laut BGH-Urteil dürfen Veranstalter nur noch in
Ausnahmefällen mehr als 20 Prozent Anzahlung verlangen. Tui hatte im Dezember die Anzahlungshöhe bei Buchungen von Top-Produkten auf 25 Prozent gesenkt. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und der Bundesverband der
Verbraucherzentralen hatten Touristikunternehmen verklagt. (dpa)
INTERNET
Update schließt
Sicherheitslücke
Apple hat eine Sicherheitsaktualisierung für das Betriebssystem OS X
Yosemite herausgebracht. Nutzer
sollten sie schnell installieren, vor
allem, wenn der ICloud-Schlüsselbund genutzt wird. Wie aus den Release Notes hervorgeht, schließt das
Update einige Sicherheitslücken –
unter anderem in Apples Passwortspeicherdienst
ICloud-Schlüsselbund. Das Sicherheitspaket liegt im
Update-Bereich des Mac App Stores
bereit. Er ist über einen Klick auf das
Apfelsymbol in der oberen linken
Bildschirmecke erreichbar. (dpa)
ERNÄHRUNG
Ältere legen Wert auf
regionales Fleisch
Für Fleisch aus der Region würden
viele Verbraucher mehr Geld ausgeben. 60 Prozent gaben das laut Zeitschrift „Lebensmittel Praxis“ bei einer GfK-Befragung an. Drei Viertel
kaufen am liebsten heimische Produkte – vor allem ältere Menschen.
Bei den über 65-Jährigen ist es vier
von fünf wichtig, dass ihr Fleisch
aus der Region kommt. Befragt wurden 4000 Haushalte. (dpa)
PFLANZEN
Goldlack ziert
Gräber mit Blüten
Der Goldlack ist für die Bepflanzung
von Gräbern geeignet. Die Pflanze
ist robust und bildet von April bis
zum ersten Frost im Herbst immer
neue Blüten. Voraussetzung ist nach
Informationen des Bundes deutscher Friedhofsgärtner, dass der
Goldlack Sonne bekommt. Im Frühling kann er aber an fast allen Standorten eingesetzt werden, wenn
Laubbäume noch kahl sind. Optisch
passt die meist goldgelb bis bronzefarben blühende Pflanze gut zu
Frühlingsblühern wie Hyazinthen,
Primeln und Stiefmütterchen. (dpa)
FALSCH & RICHTIG
In der Tabelle zur Kostenübernahme der Kassen für alternative Heilverfahren auf der Seite Ratgeber
vom Samstag wurde für die Methode Phytotherapie bei der Krankenkasse IKK classic ein „Nein“ eingetragen. Das ist falsch. Es muss „Ja,
mit Einschränkungen“ heißen.
Ich sehe was, was Du nicht siehst
Für Irisdiagnostiker ist das Auge ein Spiegel des Körpers. Sie lesen daraus Störungen ab.
Die Methode beruht auf jahrhundertealten Erfahrungen.
VON STEPHANIE WESELY
Das Auge ist für Susanne Kühn eine
Fundgrube. Flecken, Löcher und
Verdickungen in der Regenbogenhaut – der Iris – sind für sie nicht zufällig dort. Die Heilpraktikerin aus
Chemnitz nimmt darin Störungen
des Stoffwechsels, aber auch psychische Belastungen wahr. Sie praktiziert seit fünf Jahren, hat sich unter
anderem auf Irisdiagnostik spezialisiert und unterrichtet angehende
Heilpraktiker in diesem Fach. Eine
gute Heilpraktikerausbildung ist für
sie die Voraussetzung, um Zusammenhänge zwischen Organen und
Organsystemen und ihre Abbildungen in der Iris zu verstehen. Ärzte
finden sich in diesem Fachbereich
selten.
Die Methode: Die Irisdiagnostiker
sehen das Auge als Spiegel des ganzen Körpers, weil ihrer Auffassung
nach im Auge das gleiche Milieu
herrscht wie im Körper und in den
Gefäßen. Auf diese Methode spezialisierte Heilpraktiker finden, dass
der ganze Organismus auf der Iris repräsentiert ist: die rechte Körperseite im rechten Auge, die linke im linken. „Ich sehe sowohl vererbte Anlagen, die noch gar keine Beschwerden machen müssen, als auch erworbene oder gar akute Störungen
der Organfunktion“, sagt Susanne
Kühn. Ungünstige Voraussetzungen
könnten durch gesunde Lebensführung sowie eine gute Balance von
Spannung und Entspannung Erkrankungen aufhalten oder gar verhindern. Diese Erkenntnis sei nicht
neu, und auch kein Privileg der Naturheilkunde, sagt sie.
Die erste Beschreibung einer Diagnosestellung aus dem Auge
stammt von Phillipus Meyen. Er hat
1670 in Dresden ein Buch darüber
veröffentlicht. Pastor Emanuel Felke
(1856-1926) wurde zum Pionier der
Irisdiagnostik. Weitere Ärzte ergänzten die Vorstellungen und bildeten unterschiedliche Schulen.
Auch heute werden die Phänomene
am Auge noch wissenschaftlich erforscht, zum Beispiel am Felke-Institut in Gerlingen bei Stuttgart.
Die Untersuchung: Der Blick ins
Auge erfolgt mithilfe einer Lichtquelle durch ein starkes Vergrößerungsglas. Um die Bilder zu dokumentieren und dem Patienten zu erklären, wird das Auge mit einer
hochempfindlichen Kamera fotografiert. Patient und Heilpraktiker
sitzen sich dabei an einem Messgerät wie beim Augenarzt gegenüber.
Das Bild wird auf den Monitor übertragen. Der Betrachter sieht ein stark
vergrößertes Auge. Die Iris füllt fast
den ganzen Computerbildschirm
aus. Dargestellt werden feinste Verästelungen in der Regenbogenhaut.
Die Möglichkeiten: Für Susanne
Kühn ist die Irisdiagnostik ein sogenannter Frühmarker. „Das Auge verändert sich eher, als sich eine Krankheit manifestiert hat. Wir haben damit also die Möglichkeit, frühzeitig
gegenzusteuern, was bei vielen
Peter Schmidt aus Chemnitz plagen chronische Rückenschmerzen, Schwindel und Verdauungsprobleme. Sein Hausarzt fand keine Ursache, er bekam
Spritzen und Tabletten, aber seine Beschwerden blieben. Heilpraktikerin Susanne Kühn aus Chemnitz ging der Sache auf den Grund, unter anderem mit
der Irisdiagnostik (Foto). „Es war erstaunlich, was sie in meinen Augen gesehen hat“, sagt Peter Schmidt. „Ohne mich zu kennen, wusste sie, dass ich eine
Operation an den Nieren hatte. Stressringe zeigten ihr, dass meine Psyche permanent am Arbeiten ist, ich tagtäglich unter großem Druck stehe.“ Durch
intensive psychische Begleitung hat Peter Schmidt gelernt, Traumata aus der Kindheit aufzuarbeiten und sie allmählich loszulassen. FOTO: THOMAS KRETSCHEL
Krankheiten wie Diabetes sehr
wichtig ist“, sagt sie. Zur alleinigen
Diagnosestellung reicht ihr die Methode nicht. Dazu braucht sie das direkte Gespräch mit dem Patienten.
Kühn: „Allein mithilfe eines Fotos
der Iris Krankheiten zu benennen,
halte ich für Jahrmarkt-Medizin.“
Zuordnung der Iris zu den Organsystemen
Kopfschleimhäute:
Nasennebenhöhlen Ohr
Lunge/
Bronchien
„Eine Diagnose
nur mithilfe eines
Fotos von der Iris
zu stellen, halte
ich für Jahrmarktmedizin.“
Susanne Kühn Heilpraktikerin
Organische und psychische Besonderheiten im Auge sollen zum Beispiel anhand der Augenfarben erkennbar sein: „Die drei Augenfarben
entsprechen konstitutionellen Typen. Braune Augen zum Beispiel
werden manchmal heller, sodass sie
für uns dann schon als grüne gelten“, sagt Susanne Kühn. Rein blaue
Augen weisen für sie auf Empfindsamkeit hin. Blauäugige reagieren
stärker auf die Umwelt, was sich
durch Haut- oder Schleimhautprobleme bemerkbar machen kann. Anfällige Organe seien Niere und Lunge, wenn es zu längerer Belastung
kommt. „Braune Augen reagieren
langsamer. Im Streit brauchen solche Menschen oft länger, um zu verzeihen. Sie neigen dazu, alles mit
sich selbst auszumachen“, sagt sie.
Deshalb seien Braunäugige anfällig
für Stoffwechselerkrankungen und
LeberGalleSystem
9
Lymphsystem
des Kopfes:
Zentrales
NasennebenNasennebenNervensystem
höhlen
höhlen
Mandeln
Mandeln
12
R
Luftröhre/ Herz/
Lunge
Bronchien
3
Bauchspeicheldrüse
Uro-Genitalsystem:
Eierstöcke/ Niere Uterus/ Blase
Prostata
Hoden
Zentrales
Nervensystem
9
12
L
3
Herz/
Lunge
Bauchspeicheldrüse
Milz
(Leber/
Galle) Uro-Genitalsystem:
EierBlase Uterus/ Niere stöcke/
Prostata
Hoden
Quelle: Wikipedia
Ariane Bühner
Erkrankungen der Drüsen. Mischaugen (grüne) neigen für Irisdiagnostiker zur Verkrampftheit. Sie
schlucken vieles lange runter, können dann aber giftig und aggressiv
werden. Eine Veranlagung zu Störungen gebe es bei ihnen in der Verdauung, zum Beispiel mit Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse. In der
Wahl der Therapie sollte auf diese
Grundtypen geachtet werden.
Sogenannte Iriszirkel teilen die
Regenbogenhaut in 60 Abschnitte –
ähnlich dem Zifferblatt einer Uhr.
Jeder Abschnitt ist einem bestimmten Organ, Organsystem oder einer
Körperregion zugeordnet. Abweichungen an diesen Stellen weisen
auf Störungen im entsprechenden
Körperteil oder Organ hin. „Die Organreflexzonen liegen sehr dicht
beieinander, sodass Abweichungen
der Regenbogenhaut mehrere Bereiche überlappen können“, sagt Susanne Kühn. „Der Irisbefund ermöglicht mir, dem Patienten die richtigen Fragen zu stellen, um seinem
Leiden auf die Spur zu kommen“,
sagt sie. Die Methode hat aber auch
Kopfschleimhäute:
Nasennebenhöhlen Ohr
Grenzen: „Ich stelle keine Krebsdiagnose. Auch der Blick in die Zukunft
ist für mich tabu.“
Die Wirksamkeit: Wissenschaftliche Studien über die Treffsicherheit
der Diagnosemethode gibt es nicht.
Es ist eine reine Erfahrungsmedizin
und für Susanne Kühn auch nur ein
Puzzleteil der Diagnostik.
Die Kosten: Die Heilpraktikerin berechnet pro Stunde – Diagnostik
oder Therapie – 65 Euro. Die alleinige Irisdiagnostik ist innerhalb einer
Stunde machbar. Eine gute Anamnese (Patientengeschichte) braucht
etwa drei Stunden. Die gesetzlichen
Krankenkassen zahlen dafür nicht.
Private
Krankenversicherungen
kommen je nach Vertrag für Heilpraktikerleistungen auf. Die Signal
Iduna zum Beispiel hat eine ambulante Zusatzversicherung, die Heilpraktikerleistungen, Naturheilkunde sowie die Versorgung mit Brillen
und Kontaktlinsen beinhaltet. Ein
35-Jähriger zahlt je nach Umfang der
zu erstattenden Arzneimittelkosten
zwischen 15,30 und 23 Euro pro Monat. Aber auch gesetzliche Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern private Zusatzversicherungen an. Die
Techniker Krankenkasse kooperiert
mit der Envivas und hält drei Modelle bereit. 80 Prozent der Heilpraktikerleistungen werden übernommen. Hinzu kommen Arzneimittel
bis zu einer bestimmten Obergrenze. Für einen 45-Jährigen variieren
die zusätzlich zum Kassenbeitrag zu
zahlenden Monatsbeiträge zwischen 26 und 34 Euro.
Die Kritiker: Die Stiftung Warentest hat das letzte Mal vor zehn Jahren die Plausibilität der Irisdiagnostik untersucht und die Vorstellungen der Irisdiagnostiker widerlegt,
dass Nervenbahnen den gesamten
Körper mit der Iris verbinden. Farbflecken und unterschiedliche Strukturen der Iris bezeichnet sie als normale Varianten der gesunden Regenbogenhaut.
Der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) erscheint
das Prinzip der Irisdiagnostik anatomisch nicht plausibel. Jan OudeAost ist Arzt und Mitglied in der
GWUP. Er sagt: „Es gibt keinen direkten Einfluss von Organen auf die
Iris. Medikamente, Gemütszustand
und Lichteinfall haben viel deutlichere Auswirkungen, denn sie verschieben die Organfelder.“
HABEN AUCH SIE ERFAHRUNGEN mit naturheilkundlichen Verfahren gemacht?
Schreiben Sie uns eine E-Mail an
expertentipp@redaktion-nutzwerk.de.
In der nächsten Folge lesen Sie, wie der
Muskel bei wichtigen Entscheidung helfen
kann: Die Kinesiologie.
Auf diese Zeichen achten die Irisdiagnostiker
RATGEBER IM TV
Die großen Lügen
21 Uhr im NDR: Verbraucher werden bei Lebensmitteln manipuliert,
getäuscht und übers Ohr gehauen.
Drei Beispiele: Fleisch wird mit Wasser aufgepumpt, Schokoladenpudding kommt ganz ohne Schokolade
aus und Apfeltaschen brauchen nur
ein paar getrocknete Apfelstücke.
17 Uhr im BR: Querbeet. Außergewöhnliche Gartenanlagen an der
spanischen Mittelmeerküste.
Programmänderungen möglich.
Montag, 23. März 2015
Unter so starker Vergrößerung der Iris lassen sich Feinheiten wie Rötungen,
dunkle Flecke und Ringe besser erkennen.
FOTO: THOMAS KRETSCHEL
Rötungen, Streifen, Punkte – Irisdiagnostiker schauen bei der Untersuchung auf alle Abweichungen.
einer Tulpe dar. Eine geschlossene Lakune weist eher auf eine schon manifeste Erkrankung hin.
Organzeichen: Sie deuten auf eine
gestörte Organfunktion hin. Dies sind
zum Beispiel Krypten (Einbuchtungen, Absenkungen) und Lakunen fehlendes Gewebe). Krypten treten vor
allem bei schweren Erkrankungen wie
beispielsweise des Rücken- oder Knochenmarks auf. Auf der Iris ist eine
Krypta als Krater, durch den man in
das Dunkle der Regenbogenhaut
sieht, erkennbar. Lakunen sind entweder offen oder geschlossen. Eine
offene Lakune, die auf einen sich entwickelnden Krankheitsprozess hinweist, stellt sich zum Beispiel in Form
Physiologische Zeichen weisen auf
die Belastung des Bindegewebes hin.
Dies äußert sich in Form von Abdunkelungen, Pigmenten und Aufhellungen im Bereich der Iris.
Augenumfeld: Nicht nur die Iris allein, auch das Augenumfeld ist für
Heilpraktiker interessant. Viele dieser
Deutungen sind auch schulmedizinisch akzeptiert. So weist zum Beispiel ein beidseitig hervortretender
Augapfel auf die Schilddrüsenkrankheit Morbus Basedow oder auf Wasseransammlungen (Ödeme) im Kör-
per. Bei einseitiger Vorwölbung können Thrombose, Gefäßerweiterungen
(Aneurysmen) oder Abszesse die Ursachen sein.
Augenhöfe: Der Bereich um die Iris
kann bläulich bis schwarz sein, was
auf Eisenmangel hindeuten kann.
Bräunlich bis dunkelbraun sind die
Augenhöfe bei Problemen mit der Leber oder der Galle, rötlich bei einem
fieberhaften Infekt, gelblich-braun
bei psychisch-nervlichen Störungen
oder Herzschwäche. Eine hellblau-lila
Unterlidhöhle spricht für eine Reizung
von Niere oder Blase. Gelbbräunliche
Ablagerungen um die Augen weisen
auf eine Fettstoffwechselstörung hin.
(Quelle: www.medizin-kompakt.de)
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