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ESF-News
Ausgabe 2015-01
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit dem 20. März 2015 können Sie auf der ESF-BAMF-Website unmittelbar auf das aktualisierte
Förderhandbuch für das ESF-BAMF-Programm in der Förderperiode 2014-2020 zu greifen. Auch das
Pädagogische Konzept wurde am 12. März 2015 in überarbeiteter Fassung eingestellt. An dieser Stelle
möchten wir uns für Ihre zahlreichen Hinweise die beiden Dokumente betreffend bedanken. Die einzelnen
Änderungen im Förderhandbuch und im Pädagogischen Konzept werden auf den Folgeseiten detailliert
dargestellt.
Auf Seite 8 bis 9 wird ein Bespiel für die gelungene Kombination von ESF-BAMF-Kurs und
Arbeitsgelegenheit vorgestellt: ein ambitioniertes Projekt, welches durch die Zusammenarbeit
verschiedener Akteure im Zeitraum März 2014-Januar 2015 in den Räumlichkeiten des Jobcenters Oberberg
in Bergneustadt durchgeführt werden konnte.
Ihre ESF-Verwaltungsstelle
Seite 1
ESF-News 2015-1
Förderhandbuch allgemein
Wie zunächst angedacht wurden nun doch keine separaten Ausführungshinweise zum
Förderhandbuch erstellt. Alle wichtigen Hinweise wurden unmittelbar im Förderhandbuch
eingearbeitet.
Pauschalen
Die bestehenden Pauschalen wurden teilweise überarbeitet und den geänderten
Anforderungen angepasst. Folgende Pauschalen werden in der Förderperiode 2014-2020 zum
Einsatz kommen:
-
Pauschale Grundaufwand
Unter die Pauschale Grundaufwand werden Ausgaben subsumiert, welche in ESF-BAMFKursen unabhängig von der Teilnehmendenzahl anfallen. Die Höhe der Pauschale beträgt für
die neue Förderperiode 8.500 € (bisher: 8.000 €), jedoch in Abhängigkeit von der Gesamtzahl
an Unterrichtseinheiten eines Kurses.
-
Teilnehmendenbezogene Pauschale
Die Höhe dieser Pauschale betrug bisher 650,- € und konnte berücksichtigt werden, sofern
eine Teilnehmerin/ein Teilehmer einen Kurs abgeschlossen hatte. Auf Grund eines Hinweises
des Europäischen Rechnungshofes war die Pauschale anzupassen. Der Europäische
Rechnungshof hatte insbesondere gefordert, dass unentschuldigte Fehlzeiten von
Teilnehmenden zukünftig keine Berücksichtigung mehr in der Pauschale finden.
Der Grundbetrag der teilnehmendenbezogenen Pauschale umfasst wie bereits in der alten
Förderperiode die Anteile für den Jobcoach. Dieser Grundbetrag wurde auf
Unterrichtseinheiten umgelegt und beträgt 0,99 € je Unterrichtseinheit und Teilnehmer/in.
Dabei werden Anwesenheitszeiten sowie entschuldigte Fehlzeiten von Teilnehmenden
berücksichtigt. Unentschuldigte Fehlzeiten von Teilnehmenden finden keine
Berücksichtigung.
Ein Fehlzeitenkatalog (s. Förderhandbuch Nummer 6.5.e) gibt Auskunft darüber, welche
Fehlzeiten als entschuldigt anzusehen sind.
-
Kompetenzfeststellungspauschale/Fragebogen für Teilnehmende
Die Ermittlung von Lernvoraussetzungen, Qualifikationen, Sprachstand sowie Sprach- und
Qualifizierungsbedarf der Teilnehmenden (Kompetenzfeststellung) ist ebenso förderfähig wie
die Erfassung von Teilnehmendendaten mithilfe eines Fragebogens. Die Durchführung der
Kompetenzfeststellung sowie die Erfassung der Teilnehmendendaten werden pauschal
abgerechnet und betragen 66,75 € pro Teilnehmender/m (bisher 51,75 €).
-
Pauschale Mietnebenkosten für Schulungsräume
Die Mietnebenkosten für Schulungsräume wurden bisher im Mietberechnungsbogen spitz
berechnet. Zukünftig wird pro Monat pro qm der bewilligten Schulungsräume inkl. anteiliger
Nebennutz- und Verkehrsflächen ein Betrag in Höhe von 3,15 € berücksichtigt. (Anmerkung:
Die letzte Fassung des Förderhandbuches sah hier noch einen Betrag von 3,19 € vor, eine
Nachberechnung der Pauschalenwerte machte jedoch eine Anpassung erforderlich.)
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-
Pauschale: Miete für Büroräume
Die Mietkosten für Büroräume für Lehrpersonal und sozialpädagogische Betreuung wurden
bisher im Mietberechnungsbogen spitz berechnet. Zukünftig können diese Ausgaben mit 10
% der bewilligten Miete der Schulungsräume (Gesamtbetrag von Kaltmiete und Pauschale für
Mietnebenkosten) berücksichtigt werden.
-
Fahrtkostenpauschale
Die Förderrichtlinie gibt vor, dass Fahrtkosten von Teilnehmenden pauschal zu erstatten sind.
Bis zur Einführung der Fahrtkostenpauschale können Fahrtkosten von Teilnehmenden, deren
kürzester Fußweg von Wohnung zum Kurs- bzw. zu Praktikums- sowie
Betriebsbesichtigungsorten mindestens 3 Kilometer beträgt, spitz abgerechnet werden. Auf
die entsprechenden Erläuterungen im Förderhandbuch wird hingewiesen. Ausnahmen hierzu
(z.B. Fahrtkosten von Kindergarten zu Kursort oder vergleichbare Konstellationen) sieht das
Förderhandbuch nicht vor.
Auch bezüglich der Fahrtkosten wurde seitens der Prüfinstanzen beanstandet, dass diese
nicht für unentschuldigte Fehlzeiten von Teilnehmenden erstattet werden dürfen.
Unentschuldigte Fehltage werden daher bei der Erstattung der Fahrtkosten mit jeweils 2,25
€ in Abzug gebracht (s. Förderhandbuch Nummer 4.1.4).
-
Pauschale Teilnehmereinkommen
Für pflichtversicherte Teilnehmende können pauschal 488 € angesetzt und abgerechnet
werden. Bei familienversicherten Teilnehmenden ist ein Betrag von 302 € abrechnungsfähig.
Vom BAMF wurden in der Förderperiode 2007-2013 die unentschuldigten Fehlzeiten von
Teilnehmenden ermittelt. Diese betrugen 4,1 % von der Gesamtkurszeit. Die o.g. Pauschalen
berücksichtigen bereits diesen ermittelten Fehlzeitenanteil, so dass unentschuldigte
Fehlzeiten bei der Abrechnung nicht separat in Abzug gebracht werden müssen.
IT-System
Da für die neue Förderperiode eine weitgehend elektronische Umsetzung der Abwicklung der
Strukturfondsförderung (e-cohesion) vorgegeben wird, erfolgen Antragstellung und
Abrechnung des ESF-BAMF-Programms über ein Online-Verfahren. Die ESF-BAMFFörderrichtlinie schreibt hierzu die Nutzung des IT-Systems ZUWES vor.
Die technischen Voraussetzungen zur Nutzung von ZUWES werden zum 23.03.2015 gegeben
sein. Ab diesem Zeitpunkt kann die Antragstellung über ZUWES erfolgen.
ZUWES wird einigen von Ihnen bereits aus anderen Förderprogrammen bekannt sein. Für
Träger, die bereits in ZUWES registriert sind, ist eine erneute Registrierung nicht erforderlich.
Die
Registrierung
in
ZUWES
https://www.zuwes.de/ZUWES/login.seam
erfolgt
über
folgenden
Link:
Seite 3
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-
Nacherfassung in ZUWES
Sollten Sie bereits Anträge in Papierform an das BAMF geschickt haben, so sind diese in
ZUWES nachzuerfassen. Auf Grund der zum Teil geänderten Pauschalenbeträge werden sich
Änderungen im Finanzierungsplan ergeben. Der über ZUWES gestellte Antrag ist insofern als
Änderungsantrag zu betrachten. Bitte drucken Sie diesen in ZUWES erfassten Antrag aus und
senden ihn unterschrieben an Ihr zuständiges Bewilligungszentrum. Der vom BAMF zu
erlassende Bescheid bezieht sich auf den in ZUWES gestellten Antrag.
Bitte stellen Sie sicher, dass die Finanzierung der über ZUWES gestellten Anträge gesichert
ist. Wie bereits mehrfach mitgeteilt ist – die den Trägern der alten Förderperiode bekannte Kofi-Reserve aktuell nicht verfügbar. Projekte, die keine ausreichende Finanzierung
aufweisen, können somit nicht bewilligt werden.
Sollten Sie bei der Nacherfassung von Projekten in ZUWES feststellen, dass die
Projektfinanzierung keine ausreichende Kofinanzierung aufweist, sind ggf. Ausgaben zu
reduzieren bzw. Eigenmittel zu erhöhen.
Auf eine gesicherte Finanzierung ist ebenfalls im Fall von Teilnehmendenabbrüchen zu
achten. Stellen Sie hierzu bitte sicher, dass durch Nachbesetzung von Teilnehmenden eine
ausreichende Kofinanzierung gewahrt ist.
-
Finanzierungsplan
Der Finanzierungsplan als solcher ist in ZUWES hinterlegt. Zu den Positionen Personal,
Honorar und Sachausgaben enthält er Kalkulationshilfen. Zu den Positionen Miete und
Teilnehmereinkommen werden separate Berechnungshilfen im Ordner „Öffentliche Medien“
hinterlegt. Diese beiden Dokumente sind in ZUWES zum jeweiligen Antrag hochzuladen.
Weitere dem Antrag beizufügenden Dokumente (z.B. Mietverträge, Qualifikationsnachweise
für Lehrkräfte und Sozialpädagogen/Sozialpädagoginnen) sind mit dem Papierantrag
vorzulegen.
- Abrechnung
Die technischen Voraussetzungen für die Abbildung des Abrechnungsverfahrens über ZUWES
werden voraussichtlich erst ab Dezember 2015 bestehen. Bis dahin erfolgt die Abrechnung
der Projektausgaben über eine Excel-Belegliste. Diese wird ebenfalls über den Ordner
„Öffentliche Medien“ bereit gestellt werden. Sobald die Belegliste verfügbar ist, erhalten Sie
eine Info Ihrer zuständigen AnsprechpartnerInnen in den Bewilligungszentren.
Hinsichtlich der Abrechnung gibt das Förderhandbuch unter Nummer 3.5 vor, dass alle
Ausgabebelege
einschließlich
der
dazu
gehörenden
Zahlungsnachweise,
ausgabebegründenden
Verträge
und
Rechnungen
in
das
elektronische
Projektverwaltungssystem ZUWES eingescannt und gespeichert werden müssen. Auch diese
Vorgehensweise wird erst ab Dezember 2015 möglich sein. Bis dahin sind alle
entsprechenden Belege für Vor-Ort-Prüfungen vorzuhalten und später in ZUWES
einzupflegen. Entsprechende Hinweise hierzu gehen Ihnen noch zu.
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- Auszahlungsmodalitäten / Mittelabrufe
Da das Abrechnungsverfahren aktuell noch nicht in ZUWES abgebildet werden kann (s.o.),
werden die Auszahlungsmodalitäten in 2015 vorübergehend ähnlich der vergangenen
Förderperiode gestaltet. Einzelheiten hierzu sind dem Zuwendungsbescheid zu entnehmen.
Die erste Auszahlung in Höhe von maximal 30% der Zuwendungssumme kann auf
Anforderung des Projektträgers nach Bestandskraft des Zuwendungsbescheides und
tatsächlichem Beginn des Kurses erfolgen. Der Projektträger stellt hierfür einen
Auszahlungsantrag (Vordruck) und übermittelt gleichzeitig die Projektbeginnmeldung sowie
die Kompetenzfeststellungsbögen. Diese Unterlagen sind in Papierform einzureichen.
Weitere Zahlungen können mit Beginn des letzten Drittels der Projektlaufzeit und bis zu einer
Höhe von insgesamt 60 % der Zuwendungssumme abgerufen werden. Auf den Nachweis von
Beleglisten/Ausgabenerklärungen für die weiteren Zahlungen wird verzichtet.
(Anmerkung: In der vergangenen Förderperiode konnten Vorschusszahlungen bis zu 75 % der
Zuwendungssummen abgerufen werden. Hierzu ist zu bemerken, dass die dem BAMF für die
Förderperiode 2014-2020 bereit gestellten Vorschüsse lediglich eine Zahlung von
Vorschüssen bis zu 60 % der Zuwendungssummen zulassen. Vorschusszahlungen von bis zu
75 % der Zuwendungssummen haben in der Vergangenheit zudem oftmals zu Überzahlungen
geführt. In der Folge mussten Rückforderungen vorgenommen werden.)
Durch frühzeitiges Einreichen der Verwendungsnachweise kann der Zeitpunkt der
Auszahlung der Restsumme beeinflusst werden.
Eine Belegliste ist zunächst nur mit dem Verwendungsnachweis vorzulegen.
Die Schlusszahlung erfolgt nach Beendigung des Projektes und Vorlage der entsprechenden
Unterlagen (s. Bescheid).
Sobald das Abrechnungsmodul in ZUWES verfügbar ist, werden wir Sie über Änderungen bei
den Auszahlungsmodalitäten und Mittelabrufen informieren.
-
Projekt-Toolbox
Bezüglich der Gestaltung von öffentlichkeitswirksamen Projekten (Broschüren, Flyer,
Powerpointpräsentationen) stellt das System ZUWES eine Projekt-Toolbox zur Verfügung.
Die darin enthaltenen Templates müssen genutzt und die inhaltlichen Beschreibungen
beachtet werden. Eine entsprechende Auflage findet sich auch im Zuwendungsbescheid. Die
Projekt-Toolbox wird voraussichtlich ab April in ZUWES verfügbar sein. Sofern Sie Fragen
hinsichtlich der Gestaltung von Flyern etc. haben, können Sie sich gerne an Ihr zuständiges
Bewilligungszentrum wenden.
-
ESF-Teilnehmendenfragebogen / Stammblatt Teil D
Die neue Förderperiode sieht verpflichtend einen Teilnehmendenfragebogen zur Erfassung
der „Gemeinsamen Output- und Ergebnisindikatoren für ESF-Interventionen“ vor. Auf die
verpflichtende Erhebung wird auch im Zuwendungsbescheid hingewiesen.
Der Teilnehmendenfragebogen unterscheidet zwischen Kern-Indikatoren und weiteren
Indikatoren. Die Kern-Indikatoren sind vom Teilnehmer auszufüllen. Unvollständige oder
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fehlende Angaben führen dazu, dass Teilnehmende nicht gefördert werden können. Die
Teilnehmendendaten sind vom Träger elektronisch zu erfassen und zu übermitteln.
Die Erfassung der Teilnehmendendaten über ZUWES wird ebenfalls erst ab Dezember 2015
möglich sein. Bis dahin sind die entsprechenden Daten zunächst in Papierform zu erheben.
Den kompletten Teilnehmendenfragebogen (bestehend aus den Teilen A-E) finden Sie auf der
BAMF-Website. Auch dieser Fragebogen wird in ZUWES im Ordner „Öffentliche Medien“
hinterlegt werden. Weitere Infos zum Teilnehmendenfragebogen sind diesem zu entnehmen.
Zusätzlich ist zu statistischen Zwecken im Jahr 2015 das Stammblatt Teil D auszufüllen.
Dieses wird mit weiteren Hinweisen demnächst auf der ESF-BAMF-Website bereit gestellt.
Lehr- und Lernmaterialien
Die Kosten für die Erstellung und Versendung von Bewerbungsunterlagen (z.B.
Bewerbungsmappen, Bewerbungsfotos, USB-Sticks) sind mit Ausnahme des in der
teilnehmendenbezogenen Pauschale enthaltenen Bewerbungsanteils nicht förderfähig.
Ausgaben für die Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses oder die Anbahnung eines
Beschäftigungsverhältnisses, die somit einem Integrationsfortschritt dienen, können von
Jobcentern, Optionskommunen oder Agenturen für Arbeit unter Nutzung des
Vermittlungsbudgets übernommen werden und sind somit im Rahmen des ESF-BAMFProgramms nicht förderfähig. Hierbei handelt es sich u.a. um Gebühren für
Gesundheitszeugnisse, Übersetzungen, Impfungen oder Qualifizierungsmaßnahmen wie
beispielweise Gabelstaplerunterricht und -schein.
Eine vergleichbare Regelung gibt es im Asylbewerberleistungsgesetz (AsylblG) nicht. Daher
werden im Falle von Leistungsbeziehern nach AsylblG notwendige Aufwendungen, die der
Durchführung eines Praktikums dienen, im Rahmen des ESF-BAMF-Programms erstattet.
Spezielle Arbeits- oder Sicherheitskleidung, die für die Ableistung eines Praktikums
erforderlich ist, wird regelmäßig nicht durch Leistungsträger erstattet. Diese Aufwendungen
sind förderfähig.
Sozialpädagogische Betreuung
Die sozialpädagogische Betreuung der Teilnehmenden erfolgt wie bereits in der
Förderperiode 2007-2013 durch Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen. Neben diesen ist
ein Jobcoach mit der Akquise von Praktikumsplätzen, Organisation von
Betriebsbesichtigungen und Unterstützung der Teilnehmenden bei der Berufsorientierung,
bei der Suche nach Praktikumsplätzen und der Betreuung während der Praktika betraut. Die
Tätigkeit der Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen ist auf maximal 450 Stunden pro Kurs
beschränkt.
Die
Tätigkeitsanteile
eines Jobcoaches sind
bereits in
der
teilnehmendenbezogenen Pauschale enthalten, darüber hinausgehende Stundenanteile
können nicht in Ansatz gebracht werden.
Die Entwurfsfassung des Förderhandbuches enthielt zu diesem Aufgabengebiet noch die
Funktion des Integrationsbegleiters. Diesen wird es in der neuen Förderperiode nicht geben.
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ESF-News 2015-1
Beschäftigtenkurse
Gemäß Ziffer 2.1 der ESF-BAMF-Förderrichtlinie können gegen Zahlung eines Kostenbeitrags
von 3,20 € pro Unterrichtseinheit auch Beschäftigte an den ESF-BAMF-Kursen teilnehmen.
Kurse, an denen ausschließlich Beschäftigte teilnehmen, sind nicht förderfähig.
Outsourcing
In den ESF-News 2014/4 haben wir Sie darüber informiert, dass die Prüfung eines Teils der
Verwendungsnachweise der Förderperiode 2007-2013 outgesourct werden soll. Das
entsprechende Ausschreibungsverfahren zur Vergabe dieser Leistung ist mittlerweile
abgeschlossen. Der Zuschlag wurde der Firma BDO AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Im
Zollhafen 22, 50678 Köln erteilt. Diese wird ab Mitte März 2015 ihre Arbeit aufnehmen. Ggf.
erhalten Sie also Nachfragen oder Nachforderungen von Unterlagen seitens dieser Firma.
Sofern Sie Nachfragen zum Sachstand einzelner Projekte haben, wenden Sie sich bitte wie
bisher an Ihre zuständigen Bewilligungszentren. Es wird noch einmal daran erinnert, dass alle
ESF-BAMF-Kurse der Förderperiode 2007-2013 spätestens bis zum 30.06.2015 beendet sein
müssen. Die Verwendungsnachweise müssen innerhalb der üblichen Frist von zwei Monaten
nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes, spätestens jedoch bis zum 31.08.2015 bei dem
jeweils zuständigen Bewilligungszentrum eingegangen sein.
Fallen Praktika im ESF-BAMF-Programm unter
das Mindestlohngesetz (MiLoG)?
Die ESF-Verwaltungsstelle hat bereits mehrere Anfragen dazu erhalten, ob die Praktika im
ESF-BAMF-Programm entlohnungspflichtig sind.
Nach § 22 (1) MiLoG gelten Praktikantinnen und Praktikanten im Sinne des § 26
Berufsbildungsgesetz (BBiG) als Arbeitnehmer im Sinne des MiLoG, sofern sie nicht unter die
4 Ausnahmeregelungen nach § 22 (1) S. S2 MiLoG fallen.
Da die Teilnehmenden eines ESF-BAMF-Kurses nicht zu den Praktikantinnen und
Praktikanten des § 26 BBiG zählen, zählen auch die Praktika in ESF-BAMF-Kursen nicht zu
den entlohnungspflichtigen Praktika im Sinne des Mindestlohngesetzes.
Zugang für Personen im Anerkennungsverfahren
Der Ausschlusspassus in der Vorgängerfassung des Pädagogischen Konzeptes für Personen,
die sich im Anerkennungsverfahren befinden, wurde gestrichen. Es obliegt der
Einzelfallprüfung, welches Kursangebot für diese Personengruppe in Frage kommt.
Grundsätzlich ist das ESF-BAMF Programm für diese Teilnehmendengruppe geöffnet.
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ESF-News 2015-1
Spannende Kombination von
Sprachförderung (ESF-BAMF) und
Arbeitsgelegenheit (AGH) in
Bergneustadt
„Wir
betreuen
viele
Frauen
mit
Migrationshintergrund, die nicht über einen
Berufsabschluss verfügen, kaum in Deutschland
erwerbstätig
waren
und
die
trotz
Integrationssprachkurs nur sehr schlecht Deutsch
sprechen. Diese Frauen haben sich in der Regel
ausschließlich auf die Familie konzentriert. Sie und ihre Familien - haben sich vielfach nicht
damit auseinandergesetzt, dass sie auch
„draußen“ arbeiten gehen und mit ihrer Arbeit,
Geld verdienen können und müssen. Für diese
Frauen brauchen wir etwas“, so klar beschrieben
die beiden Arbeitsvermittlerinnen Justyna Harrer
und Maria Oldenburger des Jobcenters Oberberg,
Standort Bergneustadt, die wirklich nicht
einfache Ausgangslage.
v.l. M.Hellmig. E. Kanz. M. Oldenburger, J. Harrer
Gemeinsam
mit
der
Beauftragten
für
Migrationsfragen des Jobcenters Oberberg, Karin
Tierling, begann die Suche nach Möglichkeiten.
Ideal wäre eine Kombination von Arbeit und
Sprachschule, doch wie umsetzen? Eine
Veranstaltung des BAMF in Köln im November
2013 brachte dann die entscheidende Idee:
Warum nicht eine AGH mit einem Sprachkurs
kombinieren?
So ein ambitioniertes Vorhaben kann man nur
gemeinsam in Angriff nehmen: Anfang des Jahres
2014 lud Karin Tierling gemeinsam mit den o.g.
Kolleginnen und Johannes Wendeler (Teamleiter
des Standortes Bergneustadt) die Beteiligten ein
und alle kamen:
Christiane Geritan (BAMF), Elisabeta Kanz (ESFBAMF Sprachkursträger Nestor) und Mechthild
Hellmig (AGH Träger Caritasverband für den
Oberbergischen Kreis e.V.) überlegten mit den
Vertreterinnen und dem Vertreter des Jobcenters
gemeinsam, wie man das Vorhaben umsetzen
könnte. Eine Herausforderung stellten auch die
kleine Gruppenstärke von 10 Plätzen sowie die
Frage der Finanzierbarkeit dar.
Die Lösung: Vom 31.3.2014 – 31.01.2015 bot Frau
Kanz montags drei Stunden Sprachkurs
(insgesamt umfasste der Sprachkurs 117
Unterrichtseinheiten) in den Räumlichkeiten des
Jobcenters Oberberg in Bergneustadt an. Dabei
achtete sie darauf, dass sie alle Teilnehmerinnen
gleichermaßen mit einband und den Sprachkurs
besonders an diese anpasste. Frau Hellmig half
bei der Organisation, indem sie die AGH
Einsatzstellen informierte und überzeugte, dass
diese die Frauen auch unterstützten und dafür
sorgten, dass sie den Sprachkurs besuchen
konnten. Das Jobcenter trug i.d.R. die
Fahrtkosten über die AGH. Durch die Nutzung
der Jobcenter eigenen Räumlichkeiten fielen
keine weiteren Kosten an. Justyna Harrer und
Maria Oldenburger haben die Betreuung der
Maßnahme übernommen und unterstützten die
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ESF-News 2015-1
AGH Teilnehmerinnen bei allen auftretenden
Fragen. So luden diese gemeinsam mit Frau
Hellmig alle 2 Monate zu einem Gruppentreffen
ins Jobcenter ein. Die Frauen hatten hier die
Möglichkeit, von ihrer Arbeit, ihren Sorgen,
Problemen und von schönen Erlebnissen zu
berichten und sich untereinander auszutauschen.
„Man merkte, wie die Gruppe gerade durch den
Sprachkurs zusammenwuchs. Die Frauen
knüptfen Kontakte, wussten, dass sie nicht alleine
waren. Eine positive Entwicklung war allen
anzusehen“, so Mechthild Hellmig.
gleich: „Die Arbeit macht Spaß, für einen Euro
arbeiten ist nicht schön, aber der Sprachkurs ist
toll!“
Karin Tierling
Beauftragte für Chancengleichheit am
Arbeitsmarkt
Beauftragte für Migrationsfragen
Öffentlichkeitsarbeit/Marketing
Jobcenter Oberberg
Jobcenter-Oberberg.BCA@jobcenter-ge.de
Der Weg war mühsam und Erfolge stellten sich
nicht sofort ein, dafür waren die Frauen in den
letzten Jahren und Jahrzehnten zu weit vom
Arbeitsmarkt weg. Doch es lohnte sich, ihn zu
gehen. Gerade wenn man sehen konnte, wie diese
Menschen teilweise aufblühten und neues
Selbstbewusstsein erlangten. Letztlich war es der
erste Schritt, ohne den es bekanntermaßen nie
geht, da waren sich alle Beteiligten einig.
Wir haben es hinbekommen, aber nur, weil alle
Beteiligten sehr flexibel und offen waren. Dafür
möchten wir dem BAMF, Nestor und dem
Caritasverband ausdrücklich danken. Danken
möchte ich aber ausdrücklich auch den
Kolleginnen in Bergneustadt, ohne deren Idee es
eine solche Maßnahme nicht gegeben hätte und
die die AGH von Beginn an mit viel Einsatz
unterstützen“, so Karin Tierling.
Und wenn man in die Gruppe ging und fragte, wie
es ihnen gefiel, war die Beschreibung fast immer
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ESF-News 2015-1
Impressum
Herausgabedatum: März 2015
Herausgeber:
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Referat 322 ESF-Verwaltungsstelle
Verantwortlich: Gerdemie Freches
E-Mail: esf-verwaltung@bamf.bund.de
Anschrift der Zentrale:
Frankenstraße 210
90461 Nürnberg
Anschrift der
ESF-Verwaltungsstelle:
Poller Kirchweg 101
51105 Köln
Weitere Hinweise zum Europäischen Sozialfonds für Deutschland finden Sie auf der Internetseite des
Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge: www.bamf.de/ESF-BAMF-Grundlagen
Seite 10
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