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Bericht - Empor Potsdam

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E M P O R – R E P O R T 3 / 2 0 15
Man weiß in der Schach-Oberliga Nord-Ost vorher nie genau, wie viele Mannschaften aus der Staffel
absteigen müssen. Das hängt davon ab, welche Mannschaften aus der 2. Bundesliga absteigen und aus
welcher Gegend der Aufsteiger von Mecklenburg-Vorpommern kommt. So kann es im Extremfall
passieren, dass vier Mannschaften absteigen müssen.
Um sicher zu sein, dass der Abstieg in diesem Jahr ohne uns stattfindet, mussten wir deshalb in der
8. Runde gegen die Gäste aus Fürstenwalde noch punkten.
Fürstenwalde, im Vorjahr erst in die Oberliga aufgestiegen, hatte bisher nur zwei Mannschaftspunkte,
lag auf dem vorletzten Tabellenplatz und hatte kaum noch reale Chancen, den Wiederabstieg zu
vermeiden. Wir waren somit eindeutiger Favorit in dieser Begegnung.
Trotzdem – wir haben in der Vergangenheit schon oft gegen Fürstenwalde gespielt und uns gegen
diese Mannschaft immer wieder schwer getan. Meistens waren es knappe Ergebnisse, auch gegen uns.
Bei uns fehlte diesmal krankheitsbedingt Hans Wuttke – wir wünschen an dieser Stelle gute
Besserung.
Bei Fürstenwalde fehlte FIDE-Meister M. Schurade, der offenbar nicht ersetzt werden konnte, und so
gingen wir mit einem kampflosen Punkt in Führung, konnten diese Führung ausbauen und einen
deutlichen Sieg erzielen:
Empor Potsdam - Pneumant Fürstenwalde
6,0 : 2,0
Nach der kampflosen 1:0-Führung kam zunächst ein Remis von R. Puhlmann, der am Brett 6 eine
völlig ausgeglichene Stellung hatte.
Es waren knapp zwei Stunden vergangen, als ich selbst ein Remisangebot bekam. Ich hatte mit
Schwarz eine Stellung erreicht, die der Computer als minimal besser für Schwarz beurteilt. Solche
Stellungen kann man natürlich weiterspielen, aber es gab auch Gründe für die Annahme:

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Wir führten, standen nur am Brett 1 schlechter, am Brett 3 ausgeglichen, an den Brettern 4 und
7 etwas besser, und am Brett 8 sollte ein Sieg kommen. Zumindest ein 4:4-Unentscheiden
sollte sicher sein, ein Sieg war wahrscheinlich.
Ich habe in letzter Zeit, besonders in Dresden bei der Senioren-WM, so viele bessere, klar
bessere und sogar klare Gewinnstellungen vermasselt, dass damit erst mal Schluss sein sollte
Also habe ich das Remisangebot nach kurzem Nachdenken angenommen.
Ganz so sicher war der Sieg unserer Mannschaft dann aber zwischenzeitlich doch nicht, denn am
Brett 8 spielt T. Marwitz voll auf Mattangriff gegen die gelockerte Stellung des schwarzen Königs.
Dumm nur, dass auch der eigene König nicht vor einem plötzlichen Matt sicher war und jeder falsche
Zug in dieser spannenden Partie auch die Niederlage bedeuten konnte.
Wieder auf Erfolgskurs brachte uns dann R. Trenner am Brett 3, als er den Gegner mit dem
Gegenschlag e5 gegen den Ld4 überraschte. So kennen wir unseren Rolf – immer für einen
trickreichen Zug gut, mit dem er die Gegner überrumpelt – und dann noch unschuldig grinsen !
Erfolg dann auch am Brett 8, wo T. Marwitz in einer bis zuletzt spannenden Partie mit dem
Bauervorstoß g4 zunächst dem eigenen König Luft verschaffte und dann mit Dame und Turm den
eigenen Angriff fortsetzen konnte und den gegnerischen König zur Strecke brachte.
Damit stand es 4:1 für uns, und für den Sieg brauchten wir aus den noch laufenden drei Partien an den
Brettern 1, 4 und 7 nur noch ein Remis. Zwar drohte am Brett 1 eine Niederlage , aber an den anderen
beiden Brettern standen wir gut. Eigentlich war die Spannung raus, es ging nur noch um die Höhe des
Sieges.
Den fünften Punkt steuerte H.-J. Grottke bei, der eine überzeugende Parteie spielte. Mit Weiß
vergrößerte er systematisch seinen positionellen Vorteil immer mehr, so dass seine Figuren das
Zentrum beherrschten. Nach dem entscheidenden Td7+ gab der Gegner, der bereits in starker Zeitnot
war, sofort auf.
Und dann war da noch unser bisher erfolgreichster Spieler V. Bachmann, der diesmal mit Schwarz am
Brett 7 spielte. Er brauchte in der Eröffnung viel Zeit, um eine gute Aufstellung gegen den
ungewöhnlichen Plan zu finden, den der Gegner nicht zum ersten mal spielte. Wahrscheinlich war es
der Le6, der eine wichtige Rolle im schwarzen Aufbau spielte. Es sah jedenfalls immer nach leichtem
Vorteil für Schwarz aus.
Als für beide schon die Zeit knapp wurde, entschloss sich V. Bachmann zu einem Baueropfer im
Zentrum, um damit Linien zu öffnen und Drohungen gegen den weißen König zu schaffen, der durch
den Bh3 eingeengt stand. Im Bemühen, diesen gefährlichen Bauern zu beseitigen, verlor der Gegner
eine Figur, womit die Partei entschieden war.
V. Bachmann hat damit seine Punktausbeute auf phantastische 6 aus 7 hochgeschraubt.
In der letzten Partie gelang Fürstenwalde noch der Ehrenpunkt. Die Niederlage hatte sich
abgezeichnet, denn A. Penzold kam schlecht aus der Eröffnung und hatte einen enormen
Zeitverbrauch. Man muss dem Fürstenwalder an Brett 1 aber auch anerkennen, dass er eine
interessante und ideenreiche Partie spielte.
Es lief an diesem Tag alles für uns. Der eigene Sieg brachte uns auf 9 Mannschaftspunkte und sogar
auf den 4. Tabellenplatz.
Oberschöneweide und Greifswald, die auf den Plätzen 7 und 8 waren, haben beide ihre Spiele verloren
und sind damit bei 6 Punkten stehen geblieben – können uns also nicht mehr überholen. Mehr noch –
SF Berlin III mit 8 Punkten und Weiße Dame Berlin mit 7 Punkten spielen in der letzten Runde
gegeneinander, so dass nur eine dieser Mannschaften noch an uns vorbei kann. Der 5. Platz in der
Tabelle ist uns sicher, und von Abstieg ist keine Rede mehr.
Wir spielen auch in der nächsten Saison in der Oberliga !
Die letzte Runde bei König Tegel II hat nun für uns keine große Bedeutung mehr, für unsere 2.
Mannschaft auch nicht.
Ich denke, wir sollten trotzdem in bestmöglicher Besetzung antreten, locker spielen und die
Gelegenheit nutzen, um im Rahmen der ersten Mannschaft nach dem Spiel gemeinsam essen zu gehen
und die erfolgreiche Saison ausklingen zu lassen. Eine gemütliche Kneipe am schönen Tegeler See
wird sich wohl finden !
Euer Mannschaftsleiter
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