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C L E V E R S TE UE R N - D A S KA N Z LE I M A GA Z I N
Ausgabe 35
Frühjahr 2015
T O P T H EM A & EDI T O RI A L
Seite 2
EDITORIAL
S T E U E R R E F O R M 2015
Eine Steuerreform der
gemischten Gefühle
Liebe LeserInnen!
So sicher wie der Frühling auf den
Winter folgt, so sicher hat die Regierung - wie leider seit langem schon
gewohnt - auch bei der neuen Steuerreform 2015 viele der sich bietenden, ja geradezu aufdrängenden
und bitter notwendigen Möglichkeiten zu echten, wirklich tief greifenden und den Etat nachhaltig unterstützende Reformen verabsäumt.
Herausgekommen ist beim Schnellschuss, dessen Verhandlungsergebnis man am Ballhausplatz unbedingt
passend zum selbstgewählten Stichtag am 17. März präsentieren wollte,
frei nach dem Motto „Die Berge
kreißten und eine Maus ward‘ geboren“ daher ein Paketchen, das vieles
zu wünschen übrig lässt und nicht
gerade eine Ermunterung und ein
Anreiz zur Verbesserung des Wirtschaftsstandorts oder zum Gang in
die Selbstständigkeit ist.
Wir, die Unternehmer und Arbeitgeber werden aber auch diesmal nicht
die Flinte ins Korn werfen und trotz diverser neuer Fallstricke und in den Weg
gelegte Steine in Form von höheren
Belastungen unseren Weg weiter zielstrebig beschreiten und erfolgsorientiert wirtschaften. Schließlich sind vor
allem wir jene, die das Paket tragen
und allfällige Entlastungen bezahlen
müssen. Erachten wir deshalb diese
Reform als ein von uns finanziertes Ostergeschenk an die Allgemeinheit!
Im Namen der Kanzlei möchte ich
Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Mitarbeitern daher auch gleich noch aus
ganzem Herzen „Frohe Ostern“ sowie
weitere wirtschaftliche Erfolge im laufenden Geschäftsjahr 2015 wünschen.
Mag Ursula Plachetka
Wie Sie vielleicht bemerkt haben, haben wir die Frühjahrsausgabe unseres
Kanzleimagazins vom üblichen Termin Anfang März zeitlich um zwei, drei Wochen
verschoben, um Ihnen, gleich nach der Verkündung der Eckdaten und Inhalte der
neuen Steuerreform 2015/2016, die von den Koalitionspartnern der Regierung
für den 17. März 2015 prognostiziert wurde, einen aktuellen Überblick bieten zu
können. Nun liegt uns der Ministerratsvortrag zur neuen Steuerreform in kompletter Form vor und wir dürfen Ihnen daher, nach einer kurzen fachlichen Evaluierung und Bewertung, die wichtigen Inhalte, Neuerungen und Abänderungen in
übersichtlicher und verständlicher Weise darlegen. Dabei sei auch erwähnt, dass
es sich bei der Vorlage um eine Version handelt, die noch nicht in Stein gemeißeltes Gesetz wurde und dass bei der Behandlung im Juni im Parlament noch
der eine oder andere abweichende Nachtrag oder Änderungswunsch einfließen
und/oder abgeändert werden kann. Über allfällige Korrekturen und Änderungen
werden wir Sie jedoch tagesaktuell auf unserer Webseite www.plachetka.at und
natürlich in der Sommerausgabe unseres Kanzleimagazins informieren.
Bei der Reform selbst kann man zu diesem Zeitpunkt von einem Paket
der richtig gemischten Gefühle sprechen. Auf der einen Seite kommt es durch
die schon lange überfällige Neustaffelung der Steuersätze zu punktuellen Entlastungen von Arbeitnehmern und Pensionären, die jedoch, so sind sich Experten
völlig einig, längst von der herrschenden kalten Progression nivelliert oder verwässert wurden. Andererseits bringt die Reform für Unternehmer, für Erbschaften, Schenkungen oder Immobiliengeschäfte sowie für Kapitalerträge als auch
mittels Anhebung des Umsatzsteuersatzes für diverse Produkte und Dienstleistungen zusätzliche und/oder höhere Belastungen mit sich.
Auf den nächsten Seiten werden wir also alle wesentlichen Punkte der Steuerreform
unter die Lupe nehmen und erläutern. Ausgabe 35
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Neue Steuertarifstufen und Absetzbeträge
sollen spürbare Entlastungen bringen
Im Zuge einer merkbaren Entlastung von über
sechs Millionen Lohn- und Einkommenssteuerpflichtigen, Pensionisten, landwirtschaftlichen Betrieben,
Selbstständigen und ergo von Familien wurde neben
vollmundigen Ankündigungen hinsichtlich der bürokratischen Vereinfachung, des Bürokratieabbaus, der
Konjunkturbelebung und der Budgetkonsolidierung vor
allem die Neuschaffung und Totalüberarbeitung des
Steuertarifs ins Schaufenster der Reform gestellt.
Änderungen bei den Absetzbeträgen
Zusätzlich zu den Einkommenssteuertarifsenkungen bzw. -neugestaltungen soll ab 1. Januar 2016
der Arbeitnehmerabsetzbetrag in den Verkehrsabsetzbetrag integriert werden. Derzeit betragen diese Absetzbeträge in Summe 345,00 Euro. Der Verkehrsabsetzbetrag wird ab diesem Stichtag nunmehr 400,00
Euro betragen und zusätzlich sollen gering verdienende
PendlerInnen eine noch nicht näher definierte Erhöhung
Ab 1. Januar 2016 gliedert sich der neue Steuerta- des Pendlerzuschlags erhalten.
rif in insgesamt sechs Tarifstufen auf, wobei der bislang
geltende Eingangssteuersatz von 36,5% auf 25 % ge- Änderungen bei der Sozialversicherung
senkt und somit eine Abflachung der Steuerprogression
durchgeführt wurde.
Da Kleinstverdiener massiv entlastet werden sollen, kommt es einerseits bei den SozialversicherungsDie neuen Steuertarifstufen im Überblick
beiträgen zu de facto Rückerstattungen. Dies bedeutet,
dass ArbeitnehmerInnen, die keine Einkommenssteu
Von 0,0 bis einschließlich 11.000,00 Euro ist keine er zahlen eine Gutschrift von 50% der SozialversicheEinkommenssteuer fällig. Von 11.000,01 bis einschließ- rungsbeiträge erhalten. Der Maximalbetrag dieser Gutlich 18.000,00 Euro beträgt der neue Steuersatz 25 %. schrift wurde mit 400,00 Euro pro Jahr bemessen. Für
Von 18.000,01 bis einschließlich 31.000,00 Euro jähr- Selbstständige (SVGW) und Landwirte (SV Bauern)
lich wurde der Tarif auf 35% gesetzt, von 31.000,01 bis kommt es für jene, die keine Einkommenssteuer zahlen
einschließlich 60.000,00 Euro per anno gelten 42%.
ebenfalls zur Entlastung, Pensionäre werden zudem mitAb 60.000,01 bis insgesamt 90.000,00 Euro beträgt der tels Sozialversicherungsrückerstattung im Ausmaß von
Neutarif 48%, von 90.000,01 bis einschließlich 1 Million 50% (jährlicher Maximalbetrag von 110,00 Euro) entlaEuro werden 50% fällig. Auf vorerst fünf Jahre befristet stet.
wurde zusätzlich eine Steuerstufe von 55% geschaffen,
die auf alle Jahreseinkommen von über 1 Million Euro Familien: Kinderfreibetrag wird verdoppelt
abzielt.
Zukünftig sollen Familien durch die Verdoppelung des Kinderfreibetrags von derzeit 220,00 Euro
auf 440,00 Euro profitieren. Durch die Umsetzung der
antragslosen Familienbeihilfe entfällt zudem für Eltern
die Antragsstellung für die Beihilfe. Die seit 1. Juli 2014
durchgeführte schrittweise Erhöhung der Familienbeihilfe wird bis 2018 beibehalten und soll zu weiterer Entlastung führen.
Konjunkturmaßnahmen
Neben den beschriebenen Maßnahmen, soll auch
die Konjunktur (Wachstum und Beschäftigungszahlen)
angekurbelt werden. Daher wird die Forschungsprämie von 10% auf nunmehr 12%, sowie die steuerfreie
Mitarbeiterkapitalbeteiligung von derzeit 1.460,00 auf
3.000,00 Euro erhöht. Ebenfalls im Paket befindet sich
zudem die Erstellung eines noch nicht näher definierten
KMU-Finanzierungspakets und die Schaffung von Möglichkeiten zum Crowd Funding.
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Registrierkassen und generelle Bekämpfung von
Steuer- & Sozialbetrug als Einnahmequellen
Haben wir eingangs das von den Regierungsparteien in den Mittelpunkt der Reform gestellte Füllhorn
der Entlastungen vorgestellt, so stellt sich im Gegenzug
natürlich die Frage, „wer soll das alles denn nun bezahlen“?
Die Antwort darauf ist ein verstärkter Kampf gegen
den Steuer- und Sozialbetrug, die verschärfte Kontoeinsichtnahme im Zusammenhang mit Abgabenprüfungen
sowie diverse weitere Belastungen, die wir in dieser
Ausgabe natürlich in eigenen Kapiteln vorstellen.
Die Registrierkassenpflicht
Um der Steuerverkürzung bei Bargeschäften einen
weiteren Riegel vorzuschieben, wird auf Empfehlung
der Steuerreformkommission per 1. Januar 2016 eine
Registrierkassenpflicht eingeführt. Folgende Punkte
sind dabei verpflichtend:
• Die Belegerteilungspflicht: Künftig muss für jeden Geschäftsfall ein Beleg erteilt werden;
• Die Aufzeichnungspflicht: Barumsätze müssen ab dem
ersten Euro einzeln aufgezeichnet werden wobei die Art
der Aufzeichnung dem Unternehmen überlassen bleibt;
• Die Umsatzgrenze: In vor allem Barumsätze machenden Betrieben erfolgt ab einem Nettoumsatz von
15.000,00 Euro pro Jahr eine Verpflichtung zur Einzelaufzeichnung mittels Registrierkasse;
• Der Schutz: Jede Registrierkasse muss mit einer
technischen Sicherheitslösung gegen Manipulation geschützt sein;
• Die Kalte-Hände-Regelung: Diese Reglung bleibt in
bisheriger Form erhalten. Sie wird jedoch mit 30.000,00
Euro Nettoumsatz begrenzt;
• Die mobile Lösung: Mobile Gruppen die nicht unter die
Kalte-Hände-Regelung fallen (Masseure, Hebammen,
Tierärzte, mobile Friseure, etc.) können mobile Umsätze per Paragon aufzeichnen, müssen sie aber im Nachhinein mittels Registrierkasse am Betriebsort erfassen;
• Die Ausnahmen: Entbehrliche Hilfsbetriebe von gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Vereinen
(z.B. kleine Vereinsfeste, etc.) dürfen weiterhin per Kassasturz aufzeichnen.
Hinweis: Für die Anschaffung einer Registrierkasse wird
eine Prämie von 200,00 Euro ausbezahlt und die Aufwendungen können im Jahr der Anschaffung abgesetzt
werden.
Die Kontoeinsichtnahme
Künftig sollen die Finanzbehörden im Zusammenhang mit Abgabenprüfungen Bankauskünfte und eine
Konteneinsichtnahme durchführen. Beinhaltet sind dabei bestehende Kontenverbindungen von Abgabepflichtigen einschließlich jener Konten, über die sie in jedweder Form verfügungsberechtigt sind. Die Möglichkeit
einer Selbstanzeige ist von der Abfrage nicht betroffen.
Zusätzlich sollen Banken befristet zur Mitteilung höherer
Kapitalabflüsse (Barbehebungen, Transfer ins Ausland,
etc.) verpflichtet werden. Diese Mitteilung soll jährlich
(im Nachhinein) und erstmals in 2016 für den Zeitraum
vom 15. März 2015 bis 31. Dezember 2015 erfolgen.
Um der Abschleicherproblematik vorzubeugen sind Abfragemöglichkeiten vor dem Inkrafttreten des Gesetzes
vorgesehen!
Die Steuerbetrugsbekämpfung
Hinsichtlich der verstärkten Bekämpfung des Steuerbetrugs sind folgende Maßnahmen vorgesehen:
• Eindämmung des Karussellbetrugs plus Umstellung
des Umsatzsteuersystems auf „reverse charge“;
• Betrugsbekämpfung bei Mineralölsteuer;
• Bekämpfung der Umsatzsteuerhinterziehung bei Versandhandel;
• Bekämpfung von illegalen Online-Glückspiel durch Internetsperre;
Die Sozialbetrugsbekämpfung
Gegen den Sozialbetrug sind ebenfalls verstärkte
Maßnahmen beschlossen:
• Aufdecken und Zurückdrängen von Scheinfirmen und
Anmeldungskauf mittels Sozialbetrugsbekämpfungsgesetz;
• Bekämpfung von Scheinrechnungen (z.B. beim Baugewerbe durch Barzahlungsverbot im B2B-Bereich (wobei für Kleinstbeträge Ausnahmen gelten sollen);
• Bekämpfung des gewerbsmäßigen Pfusches inkl.
Bestrafung der Pfuscher, sowie Maßnahmen gegen
Schwarzarbeit im Rahmen des privaten Hausbaus
• Aktion gegen den Missbrauch von Krankenstand & ECard mittels Kontrollen der Gebietskrankenkassen.
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FINANZIERUNG DER STEUERREFORM DURCH NEUE EINNAHMEN
Die Rechnung bitte! Wir tragen wieder
einmal kräftig zur Refinanzierung bei!
Natürlich reichen angedachte Strukturreformen,
Bekenntnisse zum Bundesfinanzrahmen oder Korrekturen bei Förderungen und in der Verwaltung sowie die
vorab genannten und detailliert vorgestellten künftigen
Maßnahmen zur Bekämpfung von Steuer- und/oder Sozialbetrug längst nicht aus. Auch die intern angedachte
Neureglung der Grundsteuer im Rahmen der Finanzausgleichsgespräche mit Ländern und Gemeinden ist keineswegs ausreichend.
Da müssen, ganz dem Grundsatz getreu, dass man
in Zeiten wie diesen eine Entlastung wohl nur mit einer
Belastung finanzieren kann, auch einige Schafe geschoren, vulgo Personengruppen gefunden werden die einen
Gutteil der Wohltaten auch kräftig mitfinanzieren.
So verwundert es nicht, dass im Rahmen der Gegenfinanzierung der neuen Steuerreform Bereiche und
Zielgruppen gefunden und in Haftung genommen wur- Gebäudeabschreibung Immobilien
den. Hier ein Überblick auf die kommenden Belastungen Bislang wurde je nach Nutzungsart des Gebäudie ebenfalls ab 1. Januar 2016 in Kraft treten sollen:
des in der jeweiligen Abschreibung differenziert und so
manch nette Abschreibung lukriert. Aus und vorbei, denn
künftig kommt im Sinne der Vereinfachung des SteuerDie Topf-Sonderausgaben
In dieser Gruppe können trotz einer gewissen Kom- rechts im Rahmen der Gebäudeabschreibungen ein einplexität derzeit besonders Sonderausgaben für die Be- heitlicher Abschreibungssatz in der Höhe von 2,5% zur
reiche Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung, Anwendung der den Staatshaushalt um 400 Millionen
sowie Altersversorgung bis zu einem Jahreseinkommen Euro aufwerten soll.
von maximal 60.000,00 Euro geltend gemacht werden.
Für bestehende Verträge soll diese Regelung für maxi- Dienstautos & Sachbezug
mal fünf Jahre weiter beibehalten werden. Für Neuver- Derzeit ist bei Privatnutzung eines arbeitgebereigenen
träge gibt es jedoch künftig keinerlei Absetzmöglichkeit! Kraftfahrzeugs ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis gegeben, der mit monatlich 1,5% der Anschaffungskosten
zu versteuern ist. Nun soll (auch gleich im Sinne der Ökologisierung) bei jeden Kfz bzw. PKW der einen CO2-Ausstoß von mehr als 120g/km aufweist ein Sachbezug von
2% der Anschaffungskosten zur Anwendung kommen.
Im Gegenzug sollen privat genutzte Dienstfahrzeuge mit
Elektromotor steuerfrei gestellt werden. Es kommt bei
diesen Fahrzeugen daher künftig zu keinen Sachbezug.
Sonstige Maßnahmen zur Finanzierung
Immerhin 120 Millionen Euro sollen zudem die Einschränkung der Einlagenrückgewähr, die Streichung des
Bildungsfreibetrages und der Bildungsprämie, sowie eine
Verlustverrechnungsbremse bei Personengesellschaften
(nach deutscher Regelung) erbringen. Details zu diesen
Punkten sind jedoch noch nicht öffentlich ausformuliert.
Wenn für Sie dies alles schon etwas ärgerlich aber
noch nicht weltbewegend klingt, dann raten wir rasch
umzublättern, denn die wahren Belastungen auf breiter
Front haben wir uns für das Finale unserer Evaluierung
und Beschreibung der Kerndaten der Steuerreform aufgehoben.
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D A S S O L I D A R I TÄT S PA K E T Z U R F I N A N Z I E R U N G D E R S T E U E R R E F O R M
Immo-Schenkungen und Erbschaften
werden spürbar teurer, die KESt steigt
auf 27,5% an und Topverdiener blechen
Wie umseitig am Ende des Beitrags angekündigt
und wie im Leben auch meist so üblich, kommt das beste
(in diesem Fall leider schmerzhafte) Bonmot am Ende.
Dabei handelt es sich um das sogenannte „Solidaritätspaket“, das eigentlich nichts anderes als ein Belastungspaket zur Finanzierung der Steuerreform ist. Hier ein
Überblick über die Details:
Anhebung der Immobilienertragssteuer
Der derzeit geltende Steuersatz bei Immobilienübertragungen von derzeit 25% soll per 1. Januar 2016
auf nunmehr 30% angehoben werden. Dies betrifft Gewinne aus der Veräußerung von Grundstücken (Grund
und Boden, Gebäude und grundstücksgleiche Rechte
wie z. B. Baurechte) Zudem wird die Bemessungsgrundlage bei gewissen (noch nicht vom Gesetzgeber näher
definierten) Grundstückstransaktionen ausgeweitet. Dies
bedeutet, dass es dafür keinen Inflationsabschlag mehr
geben soll.
Neues bei der Grunderwerbsteuer
Erben und Schenken von Immobilien und Grundstücken wird kräftig teurer, denn unentgeltliche Weitergaben (insbesondere im Familienverband) werden künftig
nur mehr auf Basis von Verkehrswerten (statt bislang auf
Basis des dreifachen Einheitswertes) berechnet werden.
Gleichzeitig wird die Besteuerung von unentgeltlichen Übertragungen mittels Stufentarif neu erhöht
werden. Für einen Verkehrswert von bis zu 250.000,00
Euro kommt es zur Besteuerung von 0,5%, bis zum Verkehrswert von 400.000,00 Euro zur Steuerlast von 2%
und darüber hinaus zu einer Besteuerung von 3,5% des
Verkehrswertes.
Bei unentgeltlichen Übertragungen im Bereich der
Land- und Forstwirtschaft kommt aber weiterhin der
neue einfache Einheitswert zur Anwendung.
Bei Übertragungen von Immobilien im Rahmen von
Unternehmen wird der Freibetrag von bisher 365.000,00
Euro auf nunmehr 900.000,00 Euro erhöht.
Erhöhung der Kapitalertragssteuer
Bei der Kapitalertragssteuer (KESt) kommt es generell zu einer Erhöhung von bislang 25% auf nunmehr
27,5%. Lediglich Zinserträge aus Geldeinlagen (z.B.
Sparbücher) sowie sonstige Forderungen bei Kreditinstituten (z.B. Girokonten) werden davon ausgenommen.
Diese werden weiterhin mit nur 25% besteuert werden!
Der Topverdiener-Beitrag
Für Einkommensanteile über der Grenze von einer Million Euro wird (vorerst wie verlautbart nur befristet auf
fünf Jahre) ein Steuersatz von 55% eingehoben werden.
Die Mehreinnahmen aus dieser Steuergruppe sollen in
einen Österreichfonds fließen, der insbesondere für Forschungs- und Bildungsmaßnahmen eingerichtet wird.
Höchstbeitragsgrundlage ASVG
Und schließlich soll im Jahr 2016 eine außerordentliche Erhöhung der Höchstbeitragsgrundlage zur ASVG
im Ausmaß von 100,00 Euro pro Jahr erfolgen. Das soll
kolportierte 90 Millionen Euro in die Staatskasse spülen.
KANZLEI-TIPP
Sollten Sie zu diesem Thema individuelle Fragen
haben, so zögern Sie bitte nicht uns mit Ihren
Anliegen persönlich zu kontaktieren!
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Ausgabe 35
Frühjahr 2015
STEUERR EF O RM 2 01 5 / 2 01 6 + A L LG EM EI NE I NFO RM AT I O NE N
WICHTIGE TERMINE
15. April 2015
Umsatzsteuer
Fälligkeit der Umsatzsteuer für Februar 2015
NOVA
Fälligkeit der Normverbrauchsabgabe für
Februar 2015
Lohnabgaben
D A S L E T Z T E W O R T Z U R U M S AT Z S T E U E R Eine Umsatzsteuererhöhung von
10% &12% auf 13% steht ante portas
Bei der Umsatzsteuer kommt es schließlich auch zu einer Anpassung um diverse Steuerreform-Zuckerl finanzieren zu können. Bei den
Verbrauchersteuern soll es daher per 1. Januar 2016 in den Bereichen
Holz, Saatgut, Futtermittel, lebende Tiere, Pflanzen, kulturelle Dienstleistungen, Luftverkehr, Jugendbetreuung, Bäder, Museen, Filmvorführungen, Tiergärten oder Ab-Hof-Weinverkauf zu einer Anhebung
des bislang geltenden Steuersatzes von 10% bzw. 12% auf nunmehr
13% kommen. Die Anhebung des Steuersatzes für Beherbergungen
auf 13% soll aber erst ab 1. April 2016 erfolgen! Also, wer will, der kann
rasch noch was für Tiere, Kultur oder Genuss tun!
Fälligkeit der Lohnsteuer, Dienstgeberbeitrag
und Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag vom
März 2015
15. Mai 2015
Körperschaftsteuervorauszahlung
Fälligkeit des zweiten Viertels der Körperschaftsteuervorauszahlung 2015
Einkommensteuervorauszahlung
Fälligkeit des zweiten Viertels der Einkommensteuervorauszahlung für das Jahr 2015
IN EIGENER SACHE II
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„CLE VER STEUERN“ IST AUCH
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DIE NÄCHSTE AUSGABE
Bitte schon jetzt vormerken!
Die Ausgabe 36 (Sommer 2015) erscheint aus
aktuellem Anlass Ende Juni 2015.
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