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...Deutsche Christen auf dem Kreuzzug?
Die Kirchen und ihr Umgang mit dem rechten
Rand.
Lebenszeichen
Von Naima El Moussaoui und Wolfgang Meyer
22.03.2015
Sprecherin:
Köln, 5. Januar 2015.
Sprecher:
Der Kölner Dom erstrahlt in all seiner Pracht. Wie an jedem Abend ist die Kathedrale
der zentrale Blickfang in der Kulisse der rheinischen Stadt.
Sprecherin:
Und dann – das Licht geht aus. Dunkelheit.
O-Ton:
„Wir wollten, dass diese nächtliche Veranstaltung auf dem RoncalliPlatz nicht einen strahlenden Dom als Kulisse hat...“
Sprecherin:
Norbert Feldhoff, zu der Zeit noch Dompropst in Köln.
Sprecher:
Für diesen Abend hatte „Kögida“ eine Demonstration angemeldet. Der Kölner
Ableger der sich selbst so nennenden „Pegida“.
Sprecherin:
Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes.
Sprecher:
© Westdeutscher Rundfunk Köln 2015
Dieses Manuskript einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen
Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des WDR unzulässig. Insbesondere darf das Manuskript weder
vervielfältigt, verbreitet noch öffentlich wiedergegeben (z.B. gesendet oder öffentlich zugänglich gemacht) werden.
...Deutsche Christen auf dem Kreuzzug? Die Kirchen und ihr Umgang mit dem rechten Rand.
Lebenszeichen
Von Naima El Moussaoui und Wolfgang Meyer
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Die Veranstalter dieser Kögida-Demo hatten nach eigenen Angaben etwa 1.000
Demonstranten erwartet, die eine Kundgebung auf dem Kölner Roncalliplatz, am
Fuße des Domes, abhalten wollten.
Sprecherin:
Norbert Feldhoff
reagierte spontan. Und entschied, die Außenbeleuchtung
abschalten zu lassen.
O-Ton:
...ich hab das nicht gemacht um berühmt zu werden---
Sprecher:
Ganz entgegen seiner Absicht wurde er mit dieser Aktion – die zu den letzten
Handlungen in seiner zu Ende gehenden Amtszeit zählte – sogar weltberühmt. In
Rom schreibt wohlwollend die offizielle Vatikanzeitung L’Osservatore Romano...
Sprecherin:
„Der Dom geht aus!“
Sprecher:
Und selbst US-amerikanische Sender berichten über den mutigen „German
Catholic“, über den Kölner Dompropst und das deutliche Signal der katholischen
Kirche gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung.
Sprecherin:
Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki und das Domkapitel hatten sich sofort
hinter die Entscheidung gestellt. Und Feldhoff wird viel gelobt. Auch von seinen
christlichen Mitbrüdern und Schwestern in der evangelischen Kirche
Die Ökumene funktioniert in diesem Punkt. Die Kirchenführer beider großen
Konfessionen beziehen sich in ihrer Pegida-Kritik auf die Grundlage ihrer Theologie.
Auf die Bibel. Etwa auf das erste Buch Mose. Darin wird berichtet, wie Abraham mit
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seiner Frau vor einer Hungersnot in seiner Heimat nach Ägypten ziehen muss und
dort Asyl findet.
Sprecherin:
Abraham ist also das, was die Pegida-Demonstranten Wirtschaftsflüchtling
schimpfen.
Zitator:
„Es kam aber eine Teuerung in das Land. Da zog Abraham hinab nach Ägypten,
dass er sich daselbst als ein Fremdling aufhielte. Denn die Teuerung war groß im
Lande.“
Sprecher:
Später flüchtet auch der Stammvater Jakob mit 11 Söhnen vor dem Hunger nach
Ägypten. Und als das ganze Volk Israel mit Sack und Pack flieht wird es begleitet
von ganz oben – von einem Gott der Flüchtenden.
Sprecherin:
Viele Theologen verweisen seit Pegida auch auf jene berühmte Stelle im MatthäusEvangelium, in der Jesus selbst seinen Migrationshintergrund präsentiert.
Zitator:
„Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen.“
Sprecherin:
Das alles stehe im Gegensatz zu einer fremden- und flüchtlingsfeindlichen und damit
zu einer menschenverachtenden Gesinnung, wie sie Pegida demonstriere.
O-Ton:
„Ich will nicht rechtsgesinnt klingen, denn so bin ich nicht, ich bin ein
stinknormaler
Deutscher
Bürger,
aber
(…)
wir
dürfen
unsere
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christlichen Kirchen nicht im Islam bauen, aber hier werden Moscheen
gebaut. (…)“
O-Ton:
„Ich habe Angst im Prinzip davor, dass diese Islamisierung überhand
nimmt.“
O-Ton:
„Also Pegida setzt sich ja schon dafür ein, das es hier nicht so extrem
wird wie im Westen Deutschland.
O-Ton:
Ich hab auch nichts gegen Ausländer, muss ich ganz ehrlich sagen,
sondern nur gegen die, die Verbrechen begehen, die weniger bestraft
werden, nur weil sie Ausländer sind.“
O-Ton:
Ich habe nichts gegen die Muslime oder Asylbewerber, die wirklich Hilfe
brauchen, aber mich stört’s schon, (…) dass viele zu uns kommen, die
einfach nur auf unsere Kosten hier ihren Urlaub verbringen.“
Sprecher:
Stimmen des Volkes gegen die Stimmen der Theologen. Die einen haben ihre
Ängste und Vorurteile, die anderen sind sich offenbar einig: Pegida ist unchristlich.
Der einstige Präsident des Lutherischen Weltbundes, Bischof Christian Krause,
spricht sogar von einer Perversion.
Sprecherin:
Dresden, Leipzig, Hoyerswerda, Erfurt, Berlin…
Sprecherin:
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Das Bild brennt sich ein: Eine Menschen-Menge, grölend, skandierend. Vor dunkler
Kulisse. Bedrohlich. Über den Köpfen, hoch in die Luft gehalten: Deutschlandflaggen
und: Schwarz-rot-goldene Kreuze.
Sprecher:
Das ist es, was der Bischof mit pervers bezeichnet, es grusele ihn, den Missbrauch
christlicher Symbole zu sehen. Und Manfred Rekowski, der rheinische Präses,
stimmt zu.
O-Ton:
„Also diese Koalition von rechter Gesinnung und christlicher Symbolik
ist was ganz Fatales, da haben wir in der Geschichte schon
Furchtbares
erlebt,
und
auch
gegenwärtig
löst
es
bei
mir
Beklemmungen aus. Das Kreuz ist kein Kampfwerkzeug, wo ich dann
möglicherweise noch zuschlage, um den Gegner zu vernichten.“
Sprecherin:
Für die Pegida-Demonstranten scheint völlig klar zu sein, gegen wen sie eigentlich
zu Felde ziehen. Die Gegner sind für sie klar. Für die sie auch abwertende Namen
haben: Wirtschaftsflüchtlinge, Asylschmarotzer, Sozialsystem-Ausbeuter. – kurz:
Gegner sind diese „Fremden“. Diese „Muslime“. Logisch. Jene eben, die das
Abendland islamisieren wollen.
O-Ton:
„Das erinnert mich an die Zeit, wo die Menschen für die Kreuzzüge
motiviert worden sind. Wir wollen das Heilige Land erobern. Jetzt
möchte man das christliche Abendland verteidigen.
Sprecherin:
Bekir
Alboga,
Generalsekretär
der
Ditib,
dem
türkisch-islamischen
Moscheendachverband in Deutschland.
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O-Ton:
„(…) Gott sei Dank ist diese Gruppe eine Minderheit in Deutschland. Es ist schlimm,
wenn man dagegen nicht effektive Maßnahmen ergreift, könnte das zu einer großen
Gefahr für das Zusammenleben werden.“
Sprecherin:
Die Islamisierung des Abendlandes. Wäre es möglich, dass jene, die am rechten
Rand im Namen des Christentums gegen dieses offensichtliche Phantom kämpfen,
mit der Religion eigentlich gar nichts tun haben?
O-Ton:
„Ich halte für das viel größere Problem, dass die Christen selbst ihren
Raum als Kirche nicht mehr ausfüllen.
Sprecherin:
Andreas Püttmann, Publizist und Politikwissenschaftler.
O-Ton:
„(…) Und dass dann Leute mit Schwarz-Rot-Goldenen Kreuzen auf die
Straße gehen, die eine Kirche vielleicht schon Monate lang nicht mehr
von innen gesehen haben, wo das Christentum und das zentrale
Symbol des Christentums verkommt zu einem reinen Kultursymbol, was
auch noch gegen andere gerichtet ist.
Sprecherin:
Punkt. Mit dem Christentum, mit den Christen, hat das also alles nichts zu tun. Klare
Aussage, klare Positionen, klare Kante.
Sprecher:
Und mit einem solchen Fazit könnte das Kapitel Pegida und Kirchen enden: Die, die
da das Abendland zu verteidigen meinen, bringen es in Wahrheit in Gefahr. Aber
Christen sind es nicht.
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Sprecherin:
So einfach war und ist es aber eben nicht. Das Licht-aus-Signal vom Kölner Dom, es
hat sichtbar auch innerhalb der Kirchen gewirkt. Es hat den wütenden Protest jener
entzündet, die man offenbar schon lange übersehen hatte. Vielleicht übersehen
wollte?
Sprecher:
Die Licht-Aus-Aktion bescherte dem Dompropst Norbert Feldhoff eine Flut böser
Rückmeldungen. Manche nennen so etwas einen Shitstorm. Über 1.000 Briefe habe
er erhalten. Wir stehen hier an der Basis und verteidigen das christliche Abendland,
und Du fällst uns in den Rücken!
O-Ton:
„Es sind sehr viele konservative katholische Menschen, die auch mit
Kirchenaustritt drohen, weil wir das Licht ausschalten, denen sage ich
dann immer, ihr müsst bedenken, dass von der Gründung her und auch
von den Reden, die in Dresden gehalten worden sind, gefährliche
rassistisch extremistische Positionen vertreten werden. Und die
gefährden das Ganze, das ist so wie zwei K.-O.-Tropfen in einem guten
Getränk, die machen das ganze Getränk gefährlich.“
Sprecher:
Das gefährliche Getränk wird offenbar auch bei den Protestanten konsumiert. Auch
innerhalb der evangelischen Gemeinden, sagt Manfred Rekowski, der Rheinische
Präses, gäbe es Pegida-freundliches, rechtes Gedankengut.
O-Ton:
(...) Das besorgt uns, da sind wir Teil der Gesellschaft und insofern
entspricht das auch meiner eigenen Erfahrung: Dass es immer wieder,
wenn wir etwa uns in der Flüchtlingsfrage engagieren, dass es zum Teil
auch intern Widerspruch gibt. Wir erleben auch jetzt, dass die Debatte
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etwa um das Miteinander im christlich-islamischen Dialog deutlich
erschwert wird, weil Menschen sich zum Teil sehr massiv auch in einer
Terminologie, die in Richtung Pegida geht, äußern. Das ist, glaube ich,
ein konfessionsübergreifendes Phänomen.“
Sprecherin:
Ein Phänomen, mit dem offenbar manche so nicht gerechnet hatten.
O-Ton:
(...) „Dass das so offen zum Ausbruch kommt, das hat mich dann schon
überrascht, aber dass es diese Strömungen auch unter Christen gibt,
das hat mich letztlich nicht verwundert; natürlich schon betrübt.“
Sprecherin:
Norbert Kleybold, Generalvikar Münster.
O-Ton:
„Wenn ich etwa sehe, auch bei unseren Reaktionen, in welcher
Sprache die Leute reagieren, dann hab ich zumindest für mich den
leisen Verdacht, da sind auch ganz andere dabei. Die möglicherweise
überhaupt keine kirchliche Bindung haben, die dann meinen sie
müssten der Kirche eins auswischen und schlagen dann zu.
Sprecher:
Das rückt den Generalvikar von Münster in die Nähe des katholischen Publizisten
Andreas Püttmann. Es sind gar nicht die Basischristen, die so reden, die so
schreiben, die so denken.
O-Ton:
„Kommunisten, Faschisten versprechen das Paradies auf Erden, zu
idealistisches Menschenbild, dagegen ist der Christ gefeit, weil er weiß,
Menschenwerk bleibt unvollkommen. 11:37 Tatsächlich so, dass
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Christen unterdurchschnittlich links- und rechtsradikale politische
Parteien wählen.“
Sprecherin:
Es wäre am bequemsten, es so sehen zu können. Es ist nicht unser Problem.
Rechtsextreme Katholiken? Gibt es nicht.
O-Ton:
„Ein Katholik kann nicht Nationalist sein! Kann nur in weltkirchlichen
Dimensionen denken.“
Sprecher:
Diese beiden Katholiken würden ihre Kirche gerne in ihrer Reinheit bewahren. Aber
es gibt deutliche Zeichen, dass ihre Hoffnungen nicht immer erfüllt werden.
Zitator:
„Na, Du linke Abfickhure, magst Du es nicht, wenn Menschen eine andere Meinung
haben als du?“
Sprecherin:
Ein echter Leserbrief an die kirchlich orientierte Zeitbeilage „Christ und Welt“,
Absender: Ein gewisser Andreas Papke.
Sprecher:
Ob der Absender ein Christ ist? Wer weiß. Zumindest richtet sich seine
Beschimpfung gegen eine Christin. In genau diesem Ton.
Sprecherin:
Die Adressatin zeigt sich im Unterschied zum Generalvikar aus Münster wenig
überrascht von der heftigen Kritik gegen den Kölner Dompropst, von den Reaktionen
eines rechten Randes in der Kirche. Sie hatte selbst einen ähnlichen Shitstorm
erlebt, wie sie es nennt, weil sie sich geweigerte hatte, eine Anzeige der
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rechtskonservativen Organisation „Kirche in Not“ abzudrucken. Denn in dieser
Anzeige war davon die Rede, dass in Deutschland eine „Meinungsdikatur“ herrsche.
O-Ton:
Die Anzeigen haben wir nicht abgedruckt und ich hab ja diese
Verweigerung der Anzeige begründet...“
Sprecherin:
Doktor Christiane Florin, Chefredakteurin Christ und Welt
O-Ton:
„(...) Meinungsdiktatur ist jetzt nicht irgendein peppiges Werbewort für
einen Kongress von Kirche in Not und mir war schon klar, dass man die
Entscheidung kritisieren kann, und dann haben sich diejenigen
gemeldet, die das Wort ‚Meinungsdiktatur‘ verteidigen.“
Zitator:
„Sie dreckige Himmlerschlampe gehören zwangsverheiratet unters Kopftuch, dann
müsste man Ihre hässliche Goebbelsfresse nicht mehr sehen. Himmler war auch
katholisch. Durch Sie wird mir der Islam mit seinem Frauenbild geradezu
sympathisch. “
Sprecherin:
Absender: hapo 127.
Zitator:
„Wie sehr meine Kirche dem Zeitgeist hinterherhechelt, zeigt der Umstand, dass am
5.1. während der Pidega-Veranstaltung...“
Sprecherin:
...wörtlich zitiert...
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Zitator:
„...während
der
Pidega-Veranstaltung
die
Beleuchtung
des
Kölner
Doms
abgeschaltet und das dem schon lange nicht mehr staunenden Fußvolk wieder
einmal als „Zeichen gegen Rassismus“ verkauft wird. Da ich an der Kundgebung
nicht teilnehmen kann, werde ich hier am Bodensee in unserer Dorfkirche eine Kerze
anzünden und für meine verfolgten und abgeschlachteten Glaubensbrüder ein
Vaterunser und ein Ave-Maria beten.“
Sprecherin:
Absender: Elmar Bereuter.
Sprecher:
Oder diese ZUSCHRIFT:
Zitator:
„Du doofe fotze.“
Sprecherin:
Martin Harrell.
O-Ton:
„(...) Da bin ich dann schon auf den Gedanken gekommen (lacht), dass
eben das Abendland unter der Gürtellinie untergeht.“
Sprecher:
Unter-und oberhalb der Gürtellinie habe sich, so sieht es die Chefredeakteurin,
schon seit Jahren eine christliche Klientel an der Basis gebildet, die man von der
Kirchenspitze aus stets zwar gesehen, aber womöglich ganz bewusst verharmlost
habe.
Sprecherin:
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Eine Klientel, die anonym, aber zuweilen auch ganz offen nicht nur christliche
Mitschwestern oder –brüder beschimpft, sondern auch den so genannten Feind ganz
direkt.
Zitator:
„Ihr nach Schweinescheiße stinkenden Moslems. Euch werden wir demnächst eure
stinkenden Säcke abschneiden.“
Sprecherin:
Brief einer gewissen „Cecil Nisspelke“ an den Zentralrat der Muslime in Deutschland.
2. März 2015.
Zitator:
„In die Gaskammer gehört so ein Dreck wie ihr, und die Europäer, die Euch
unterstützen gleich mit. Alle Mosleme sehen aus wie verwarzte Votzen von Künast
Merkel Roth oder Schwarzer. Es gibt keinen Satan außer Allah der große nicht
existierende, von saudoofen Arabern erfundene Schweinesack. Und Mohammed ist
sein
Henker,
dieser
Arschfickerlehrling
Kinderficker
und
Schweinescheiße
fressendes Monsterdödel.“
Sprecherin:
Christiane Florin hat diese rechten Abgründe in den Kirchen schon lange im Visier,
sie gehört deshalb in einschlägigen Internet-Portalen wie „kath.net“ zu den
Feindbildern, zu den „üblichen Verdächtigen“. Eine Frau, die die heilige Kirche
beschmutze.
O-Ton:
„(...) Es gibt ja immer Hass-Mails durch organisierte Hass-Mail-Aktionen
aus dieser Ecke bei ganz bestimmten Themen. Also alles, was
Geschlechterverhältnis anbetrifft, (...) aber auch Änderungen der
kirchlichen
Lehre,
Sexualmoral,
all
das
hat
ein
gewisses
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Erregungspotential in einem sehr konservativen oder auch rechten
kirchlichen Milieu.
Zitator:
„Ein Armutszeugnis der Demokratie, dass Sie das Inserat abgelehnt haben. Schade,
dass so Menschen wie Sie einen Doktortitel haben.“
Sprecherin:
„bombayinc“
O-Ton:
„Also es ist schon kennzeichnend für dieses rechtskatholische Milieu,
dass
immer die
Person
bekämpft
wird,
dass es
immer mit
Auslöschungsphantasien verbunden ist, das ist immer der Grundtenor,
wer das und das schreibt, der muss weg!“
Zitator:
Es kommt die Zeit da werden auf diesem Planeten alle Moslems ausgerottet.
Und ich darf dabei sein.
Halleluja. Ist das toll.
Wenn die Fahrtenmesser blitzen und die Moslemschweine flitzen.
O-Ton:
„In diesem sehr autoritätsfixierten Milieu (...) hat natürlich die Denunziation eine
gewisse Tradition. Ich hatte auch Zuschriften, die waren an 20 Leute in Kopie
gesetzt, (...) das hat ja so was Denunziatorisches, ich will den Autor verpfeifen, wo
auch immer, also Autoritätsfixierung und Denunziationslust hängen glaube ich
zusammen.“
Sprecher:
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Wer so schreibt muss, weg. Auch der Publizist Andreas Püttmann hat nach einem
seiner Essays, in dem er rechte Tendenzen an der kirchlichen Basis analysiert,
Drohmails nach diesem Grundmuster erhalten.
Zitator:
„Der Tag wird kommen, an dem man die kollektiv verblödeten Schwanzlutscher,
Nutten und Kriegshetzer des USraelischen Finanzjudentums aus den Redaktionen
holt und zur Rechenschaft zieht, Dann gnade dir Gott, Püttmann.“
O-Ton:
„(…) Diese Unterscheidung zwischen Position und Person wird vom
typischen Fanatiker nicht mehr beachtet. Dadurch werden dann
Menschen diffamiert oder ausgeschlossen.“
Sprecherin:
Autoritätsfixierte,
Denunzianten,
Vertreter
des
rechten
Randes
–
Es
gibt
augenscheinlich an der christlichen Basis ein Demokratieproblem.
O-Ton:
„(…) Ich finde die Kirche hat am rechten Rand zu lange weggesehen.
Links, wo es um die Verbindung zum Marxismus ging, da war die
Kirchenleitung immer sehr aufmerksam, hat bestimmte Lehrverbot
erteilt, rechts ist das nicht so eingeübt, weil es natürlich auch bestimmte
Schnittmengen gibt, es gibt natürlich auch von der kirchlichen
Hierarchie Kritik an der Demokratie.“
Sprecher:
Man müsse nur hinschauen, sagen und schreiben auch Publizisten wie Andreas
Püttmann. Pegida- und auch AFD-Sympathien innerhalb der katholischen Kirche
seien schon vor der Dom-Aktion und vor dem Attacken gegen die Zeit-Beilage „Christ
und Welt“ deutlich erkennbar gewesen. Ihn selbst, den liberal-konservativen
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Katholiken Püttmann, erinnere das Ressentiment von Pegida und Co. gegen Politik,
Parteien und Medien an die konservative Revolution der Weimarer Zeit.
O-Ton:
„(...) Verachtung gegenüber der Schwatzbude des Parlaments und
Parteien, die nur interessengesteuert sind durch persönliche Vorteile.
Das erinnert doch in etwas gruseliger Weise an diese Affekte , die
schon mal in Deutschland zwar nicht rechtsextrem waren, aber doch
rechtsextremen als Steigbügel gedient haben und das ist das Problem.“
Sprecherin:
Andreas Püttmann, Publizist.
Sprecherin:
Die Kirchenfunktionäre scheinen den wachsenden rechten Rand und das PegidaKlientel lange ignoriert zu haben. Möglicherweise kein Zufall.
O-Ton:
„Es gibt natürlich an der Kirchenspitze auch ne Scheu, innerkirchliche
Konflikte auszutragen, aber vor allem gibt es ne Scheu, die nach außen
zu tragen.“
Sprecherin:
Christiane Florin, Christ und Welt.
O-Ton:
„(…) Das ist ja ne Reaktion, die immer wieder kommt, muss man denn
die Differenzen zwischen rechts und links, soviel links gibt es ja in der
Kirche nicht mehr, zwischen Mitte und Rechts, progressiv und
konservativ, muss man das denn immer öffentlich austragen. Und da ist
vielleicht in der Hierarchie die Neigung verbreitet, da so ne gewisse
Harmoniesoße drüber zu kippen.“
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Sprecher:
Und diese Harmoniesoße, so sieht es die Publizistin, hat den Laden bislang auch gut
zusammengehalten. Der heilige Mutter Kirche hat einen großen Schoß. Da passen
auch die Ultras rein.
O-Ton:
„Das sind ja die Treuesten, das sind ja die, die tatsächlich noch in die
Kirche gehen, die das gesamte Lehrgebäude zumindest nach außen
mittragen, die Respekt haben vor bischöflichen Würden, wohingegen
das ja im Gros der Normalkatholiken das ja alles ziemlich egal ist, ja
das ist schon so, das ist das Stammpublikum, das man besser durch
Kritik nicht verprellt. (…) Da verstehe ich auch die Zwänge der
Bischöfe, die sich sagen, wenn die nicht mehr kommen, dann kommt ja
bald gar keiner mehr.“
Sprecher:
Wie damit umgehen?
O-Ton:
„(…) In vielen Gesprächen, wenn ich mit Christen auch rede, die genau
das sagen, wir haben Angst vor der Islamisierung Europas, wir wollen
das Christlich-Abendländische verteidigen. Und auf die Frage hin: Was
ist das Christlich-Abendländische? Da kommen keine Antworten, da
überlegen die Leute sehr lange, bevor sie antworten.“
Sprecherin:
Mouhanad Khorchide, Leiter des Instituts für islamische Theologie an der Universität
Münster. Ausbilder von islamischen Religionslehrern.
O-Ton:
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„Wir haben das Problem, dass hier ausgehüllte Identitäten kollidieren.
Auf unserer Seite genauso: Die Salafisten, die sagen, wir wollen die
Scharia. Und wenn ich im Gespräch sage, ja was meinst du genau, was
willst du? Dann überlegt derjenige sehr lange und dann kommt er uns
sagt, ja Scharia, Alkoholverbot. (…) Das war’s.
Sprecherin:
Die zunehmende Radikalisierung ist also zum einen ein psychologisches Problem…
O-Ton:
„…Ich würde es immer wieder versuchen mit den Mitteln der
Gesprächstherapie, wir haben ja kein anderes.“
Sprecher:
Und zum anderen ein Problem mangelnder Bildung. Aber es gibt noch ein Drittes,
darin sind sich manche christliche wie muslimische Theologen einig. Möglicherweise
tun sich die Kirchen offiziell schwer, die Verlierer an der Basis mit ihren Ängsten,
Sorgen und Vorurteilen aufzufangen.
O-Ton:
„Da tun wir uns ja auch furchtbar schwer damit.“
Sprecherin:
Norbert Kleyboldt, Generalvikar Münster.
O-Ton:
„Ich bin da etwas hilflos. Ich weiß den Weg nicht, wie man mit solchen
Ängsten fertig werden kann.“
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Das speziell kirchliche Problem: Nicht selten gehen die großen Debatten, die von
Theologen, von Bischöfen, selbst von Laienorganisationen befeuert werden, an den
realen Lebenswirklichkeiten vorbei.
Sprecher:
Wer interessiert sich etwa schon für das klerikale Bauchgrimmen beim Thema
Kommunion
für Wiederverheiratete,
wenn
er
seine
reale
Patchworkfamilie
durchbringen muss?
O-Ton:
„Ich würde sagen, dass müsste man den Religionen als solche heute
vorwerfen, dass die Themen, mit denen sie arbeiten, die sie
präsentieren, großteils an der Lebenswirklichkeit der Menschen
vorbeigehen.“
Sprecherin:
Mouhanad Khorchide.
O-Ton:
Deshalb verlassen immer mehr Jugendliche Religionen, distanzieren
sich davon oder wählen die radikale Variante, die ganz klare feste
zementierte Strukturen vorgeben, das sind die fundamentalistischen
Strömungen.“
Sprecherin:
Die Pegida-Bewegung hat längst begonnen, sich selbst aufzulösen. Die Probleme
sind geblieben.
Sprecher:
Es ist nur eine Frage der Zeit, des passenden Anlasses, bis sich die Straßen der
Großstädte und vielleicht die Domplatte in Köln wieder mit schwarz-rot-goldenen
Kreuzen füllen.
© Westdeutscher Rundfunk Köln 2015
Dieses Manuskript einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen
Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des WDR unzulässig. Insbesondere darf das Manuskript weder
vervielfältigt, verbreitet noch öffentlich wiedergegeben (z.B. gesendet oder öffentlich zugänglich gemacht) werden.
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...Deutsche Christen auf dem Kreuzzug? Die Kirchen und ihr Umgang mit dem rechten Rand.
Lebenszeichen
Von Naima El Moussaoui und Wolfgang Meyer
22.03.2015
Sprecherin:
Diejenigen, die mit diesen Symbolen in ihren Kampf ziehen, waren schon vor Pegida
da. Und sie sind es immer noch.
Sprecher:
Und sie werden es bleiben, solange Kirchfunktionäre wegschauen und das Problem
ignorieren.
Sprecherin:
Es reicht nicht, nur das Licht am Kölner Dom abzuschalten.
© Westdeutscher Rundfunk Köln 2015
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