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EDITORIAL / INHALT
LIEBE GÄSTE
UND FREUNDE
studieren an der ifs
» BA-Studiengang Film
» MA-Studiengang Serial Storytelling
» Weiterbildung
» www.lmschule.de
Drehbuch | Regie | Kreativ Produzieren | Kamera | Editing Bild & Ton | Visual Arts
Setfoto »Aeternum Vale«: Simon Dolensky
Wir freuen uns sehr, im aktuellen 14. Festivaljahr von Filmplus
das bisher umfangreichste Programm unseres Forums für
Filmschnitt und Montagekunst präsentieren zu können. Mit
»Schüler auf Montage« und »Meet the Editor!« haben wir gleich
zwei neue Veranstaltungen zu bieten. Mit der Schulvorführung
möchten wir junge Cineasten für die Wichtigkeit des
Filmschnitts sensibilisieren, während wir mit dem SpeedDating das intensivieren, was von Beginn an wichtiges Anliegen
des langen Filmplus-Wochenendes ist: den Austausch auf professioneller Ebene zu beflügeln und neue, im Idealfall fruchtbare, Verbindungen zu schaffen. Dabei schauen wir auch über
den nationalen Rand hinaus und haben in diesem Jahr mit
Dänemark eines der profiliertesten europäischen Filmländer
als Partner. Inhaltliche Anregungen zum Austausch liefert
unser Themenschwerpunkt »Schnitte ins Leben«, in dem wir
Dokumentar- und Spielfilme in den Mittelpunkt stellen, die das
Gesamtbild eines konkreten Menschenlebens zum Gegenstand
haben – und das Problem, dass die Dramaturgie eines Lebens
und die von Filmen nie Hand in Hand gehen. Der Höhepunkt des
Schnittfestes ist und bleibt natürlich der Wettbewerb, mit dem
wir die besten Editorenleistungen an Spiel-, Dokumentar- und
Kurzfilmen auszeichnen. Eine vierte Auszeichnung steht aber
ebenso im Mittelpunkt: Mit Barbara von Weitershausen ehren
wir in der Hommage mit dem Geißendörfer Ehrenpreis Schnitt
eine verdiente Editorenpersönlichkeit für ihr Lebenswerk.
Wir danken unseren langjährigen Partnern, die uns auch in
diesem Jahr wieder unterstützen. Stellvertretend seien hier
die Film- und Medienstiftung NRW, die Stadt Köln, die
Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst, das Land NordrheinWestfalen, die Filmförderanstalt, der Österreichische Verband
Filmschnitt und Hans W. Geißendörfer genannt, sowie Act
Videoproduktion und Avid. Tolle Begegnungen und spannende Filme wünscht: Ihr Filmplus-Team
02 | 03
INHALT
04Programm
06Hommage Barbara von Weitershausen
10 Die Schnitt Preise
FILMSTIFTUNG NRW SCHNITT PREIS SPIELFILM
13
14
15
16
17
18
A
nne Fabini für Houston
Heike Gnida für Tore tanzt
Gesa Jäger für Love Steaks
Daniel Prochaska für Das finstere Tal
Natalie Schwager für Soldate Jeannette
Jury Spielfilm
BILD-KUNST SCHNITT PREIS DOKUMENTARFILM
21
22
23
24
25
26
Leopold
Grün und Dirk Uhlig für Am Ende der Milchstraße
Nicole Kortlüke und Assaf Lapid für Schnee von gestern
Gesa Marten für Vom Ordnen der Dinge
Calle Overweg für Land in Sicht
Rune
Schweitzer und Hansjörg Weißbrich
für Master of the Universe
Jury Dokumentarfilm
AVID FÖRDERPREIS SCHNITT
29 Stephan Bechinger für Boulevard’s End
30 Lisa Geretschläger für Sola
31 Steffen Hand und Erik Schmitt für Nashorn im Galopp
32 Susann Maria Hempel für Sieben Mal am Tag …
33
Olaf Voigtländer für Imraan c/o Carrom Club
34
36
40
41
42
Gastland Dänemark: Janus Billeskov Jansen / Jagten
Themenschwerpunkt »Schnitte ins Leben«
bvft Werkstattgespräch
Meet the Editor! / Schüler auf Montage
Dank / Team / Impressum
PROGRAMM
04 | 05
DAS PROGRAMM
SA
25.10.
10:00
BILD-KUNST SCHNITT PREIS
DOKUMENTARFILM
SCHNEE VON GESTERN
(S: Nicole Kortlüke und Assaf Lapid)
10:00 F
ILMSTIFTUNG NRW
SCHNITT PREIS SPIELFILM
TORE TANZT
(Schnitt: Heike Gnida)
12:30
BILD-KUNST SCHNITT PREIS
DOKUMENTARFILM
LAND IN SICHT
(Schnitt: Calle Overweg)
12:30
FILMSTIFTUNG NRW
SCHNITT PREIS SPIELFILM
DAS FINSTERE TAL
(Schnitt: Daniel Prochaska)
EINTRITTSPREISE
Einzelkarte
Dauerkarte
7 Euro | Ermäßigt 6 Euro
35 Euro | Ermäßigt 25 Euro
KARTENRESERVIERUNG
info@filmplus.de
Filmforum im Museum Ludwig
Bischofsgartenstraße 1 | 50667 Köln
OFF Broadway
Zülpicher Straße 24 | 50674 Köln
FR
24.10.
20:00ERÖFFNUNG
HOMMAGE
BARBARA VON WEITERSHAUSEN
DER STAND DER DINGE
(BRD/P/USA 1982, R: Wim Wenders)
Laudatio: Uschi Reich
10:00BILD-KUNST SCHNITT PREIS
DOKUMENTARFILM
VOM ORDNEN DER DINGE
15:30 HOMMAGE BARBARA
VON WEITERSHAUSEN
NEMEZ
18:00 T
HEMENPANEL
ZWISCHEN FAKT UND FIKTION –
MONTAGE IM BIOPIC
19:00
THEMENPANEL
PHANTOMBILD ODER
PERSONENKULT –
HERAUSFORDERUNG
PORTRÄTMONTAGE
21:00
GASTLAND DÄNEMARK
JAGTEN (DIE JAGD)
(DK/S, Regie: Thomas Vinterberg,
OmeU). Mit Janus Billeskov Jansen,
Moderation: Thomas Krag
(in englischer Sprache)
MO
27.10.
09:00
SCHÜLER AUF MONTAGE
AM ENDE DER
MILCHSTRASSE
(Schnitt: Gesa Marten)
10:00
FILMSTIFTUNG NRW
SCHNITT PREIS SPIELFILM
SOLDATE JEANNETTE
(Schnitt: Natalie Schwager)
12:00 BILD-KUNST SCHNITT PREIS
DOKUMENTARFILM
MASTER OF THE UNIVERSE
(Schnitt: Rune Schweitzer und
Hansjörg Weißbrich)
12:00 F
ILMSTIFTUNG NRW
SCHNITT PREIS SPIELFILM
LOVE STEAKS
(Schnitt: Gesa Jäger)
(D 2012, Regie: Stanislav Güntner)
VERANSTALTUNGSORTE
SO
26.10.
14:30 BILD-KUNST SCHNITT PREIS
DOKUMENTARFILM
AM ENDE DER MILCHSTRASSE
(Schnitt: Leopold Grün und Dirk Uhlig)
14:30 F
ILMSTIFTUNG NRW
SCHNITT PREIS SPIELFILM
HOUSTON
(Schnitt: Anne Fabini)
18:00
HOMMAGE BARBARA VON
WEITERSHAUSEN
WERKSTATTGESPRÄCH
Filmausschnitte und BFS-Ehrung
20:00 A
VID FÖRDERPREIS SCHNITT
FÜNF NOMINIERTE KURZFILME
10:00
THEMENPANEL
DER FILMEMACHER ALS
MATERIAL UND MONTAGEPARTNER – SCHNITT IM
AUTOBIOGRAFISCHEN
DOKUMENTARFILM
12:00
BVFT WERKSTATTGESPRÄCH
DAS FINSTERE TAL
14:00PANEL ZUM SOUNDDESIGN
16:30 MEET THE EDITOR!
SPEED-DATING-EVENT
(im Filmhauskino Köln – auf Einladung)
20:00PREISVERLEIHUNG &
AFTER-SHOW-PARTY
( nur auf Einladung)
HOMMAGE / GEISSENDÖRFER EHRENPREIS SCHNITT
06 | 07
BARBARA VON WEITERSHAUSEN
IM FLUSS DER ERZÄHLUNG
Zum 13. Mal würdigt Filmplus in diesem Jahr mit seiner
Hommage und dem damit verbundenen Geißendörfer
Ehrenpreis Schnitt das Lebenswerk eines für die deutsche
Kinematographie bedeutenden Editoren.
Mit Barbara von Weitershausen ehren wir 2014 eine
Schnittmeisterin, die als Virtuosin des unsichtbaren Schnitts
seit über 40 Jahren auf Ton- und Bildebene den erzählerischen
Fluss einer enormen Bandbreite preisgekrönter deutscher Kinound Fernsehproduktionen zur Perfektion gebracht hat.
Als viertes von sechs Kindern in Melsungen geboren, wuchs
Barbara von Weitershausen in München auf und unternahm
ihre ersten Schritte im Filmgeschäft zunächst Mitte der 1960erJahre in einem Synchronstudio. Als zweite Schnittassistentin
arbeitete sie alsbald mit dem Schnittmeister Herbert Taschner
zusammen, mit dem sie u. a. für Rapid Film zahlreiche seriell
erstellte Unterhaltungsfilme fertigte.
Während jener Zeit lernte sie den Filmeditor Peter Przygodda
kennen, mit dem zusammen sie fortan eine ganze Reihe von
großen Klassikern des Neuen deutschen Films gestaltete.
Neben der Schnittassistenz u.a. an Filmen wie Hans W.
Geißendörfers Die gläserne Zelle oder Volker Schlöndorffs Die
Blechtrommel, verantwortete sie in den kommenden Jahren
zunehmend auch die Tonebene wie etwa bei den WendersFilmen Paris, Texas oder etwas später In weiter Ferne, so nah!.
Im Bereich des Autorenfilms montierte sie zudem u. a. für
Klaus Lemke Der Kleine, für Helke Sander Der Beginn aller
Schrecken ist Liebe sowie für Wim Wenders Der Stand der Dinge.
Arbeiten mit Rebecca Horn (Buster’s Bedroom), Stefan Aust
(Krieg und Frieden) oder Reiner Kunze (Die wunderbaren Jahre)
bestimmten ihr Kinoschaffen bis in die 1980er Jahre.
Dokumentarfilme für Peter Goedel und Vadim Glowna, die
hochgelobte TV-Serie Blackout – Die Erinnerung ist tödlich,
Kinderfilme wie Hier kommt Lola!, Stanislav Güntners ausgezeichneter Debütfilm Nemez sowie Heinrich Breloers aufwändige Literaturverfilmung Buddenbrooks als Kinofilm und
TV-Zweiteiler: Barbara von Weitershausens Kunst des präzisen
Erzählens prägt bis heute alle Spielarten filmischen Ausdrucks
in Film und Fernsehen. Für Marc Rothemunds Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit
1998 mühelos vom Analog- zum Digitalschnitt gewechselt,
ordnet sie bis heute ihr kreatives Schaffen bedingungslos dem
perfekten Erzählfluss der Geschichte unter. Ihre jüngste Arbeit,
Franziska Buchs Fernsehfilm Käthe Kruse, hat Barbara von
Weitershausen erst kürzlich abgeschlossen.
Die maßgeblich vom Ministerium für Familie, Kinder,
Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW unterstützte und
seit Bestehen mit einer Ehrung durch den Bundesverband
Filmschnitt – Editor e. V. (BFS) verbundene Hommage-Reihe
wird ergänzt durch den mit 3.000 Euro dotierten Geißendörfer
Ehrenpreis Schnitt.
WERKSTATTGESPRÄCH
Ehreneditorin Barbara von Weitershausen gibt im Werk­
stattgespräch mit Oliver Baum­
garten einen umfassen­
den
Einblick in ihr künstlerisches Schaffen. Zahlreiche
Filmausschnitte begleiten den bunten Hommage-Abend. Im
Rahmen der Veranstaltung findet zudem die Ehrung durch
den Bundesverband Filmschnitt Editor e. V. (BFS) statt, der
seit Bestehen der Hommage a­ lljährlich seinen Ehrenpreis bei
Filmplus vergibt. Die Ehrung übernimmt Nicola Undritz.
SONNTAG, 26.10.2014, 18:00 UHR
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
DER STAND DER DINGE
NEMEZ
BRD/P/USA 1982. R, B: WIM WENDERS. B: ROBERT
D 2012. R, B: STANISLAV GÜNTNER. B: ALEXEI MAMEDOV.
KRAMER, JOSH WALLACE. K: HENRI ALEKAN, FRED MURPHY,
K: BERNHARD KELLER. S: BARBARA VON WEITERSHAUSEN.
MARTIN SCHÄFER. S: JBARBARA VON WEITERSHAUSEN,
M: LEVAN BASHARULI. P: FILMSCHAFT MAAS & FÜLLMICH,
PETER PRZYGODDA. M: JÜRGEN KNIEPER. P: WIM WENDERS
NOMINAL FILM, DAS KLEINE FERNSEHSPIEL (ZDF). D: MARK
PRODUCTIONS U.A. D: PATRICK BAUCHAU, ALLAN
FILATOV, EMILIA SCHÜLE, ÀLEX BRENDEMÜHL, KAI MICHAEL
GARFIELD, ISABELLE WEINGARTEN, SAMUEL FULLER U.A.
MÜLLER, MICHAEL SCHWEIGHÖFER U.A.
121 MIN.
97 MIN. ALPHA MEDIENKONTOR. KINOSTART: 18.07.2013
Ein Filmteam ist in Portugal mitten in den Dreharbeiten zu
einem Science-Fiction-Film, als plötzlich die Zahlungen des
Produzenten aus dem fernen Los Angeles ausbleiben. Das
Filmmaterial geht schließlich zur Neige und die Dreharbeiten
stehen still. Die Gruppe um Regisseur Friedrich Munro beginnt langsam auseinander zu fallen. Munro beschließt, nach Los
Angeles zu reisen, um die Produzenten ausfindig zu machen
und seinen Film zu retten.
»Nemez« nennen Russen oft den jungen Dima, was soviel
wie »Deutscher« heißt. Für die Deutschen jedeoch ist Dima
schlichtweg »der Russe«. Im Auftrag des Kunstdiebes Georgij
begeht der Heimatlose immer wieder Wohnungseinbrüche.
Bis mit Nadja eine Frau in sein Leben tritt, für die er bereit
ist, seine kriminelle Karriere aufzugeben. Doch Georgij ist
keinesfalls gewillt, seinen jungen Schützling einfach ziehen
zu lassen.
FREITAG, 24.10.2014, 20:00 UHR
SAMSTAG, 25. 10.2014, 15:30 UHR
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
GÄSTE: BARBARA VON WEITERSHAUSEN UND GAST: BARBARA VON WEITERSHAUSEN
LAUDATORIN USCHI REICH
HOMMAGE / GEISSENDÖRFER EHRENPREIS SCHNITT
08 | 09
»DAS MATERIAL SPRECHEN LASSEN«
INTERVIEW MIT BARBARA VON
WEITERSHAUSEN
Einige Ihrer ersten beruflichen Erfahrungen sammelten
Sie als Schnittassistentin bei Herbert Taschner, der ja
mit Erfolgen wie Kohlhiesels Töchter und einigen EdgarWallace-Filmen im Unterhaltungsfilm sehr etabliert war.
Woran hatte er denn damals gearbeitet?
Wir schnitten zu dieser Zeit diese ganzen Report-Filme für
Wolf C. Hartwigs Rapid Film. Die wurden damals ohne
Ton gedreht, das heißt die Schauspieler haben ihre Texte
gesprochen, und der Editor musste, halb mit Buch, halb mit
Lippenlesen, sich einen Reim draus machen. Später kam dann
ein Dialogregisseur dazu, um das Ergebnis zu checken, andere
Texte draufzulegen und das Ganze lippensynchron zu bekommen. Ich musste in erster Linie per Hand den Film nummerieren, Ausschnitte wegsortieren, auch mal Geräusche anlegen – so viel habe ich da gar nicht gelernt. Insgesamt habe ich
das trotzdem fast zwei Jahre gemacht, einen Film nach dem
anderen, immer freischaffend Film für Film separat angestellt.
Diese Report-Filme wurden ja wie am Fließband produziert.
Mehr oder weniger zur selben Zeit haben Sie dann
den Schritt von »Papas Kino« zu den aufstrebenden
»Jungfilmern« gemacht …
Ich hatte mich mit Peter Przygodda angefreundet, der mich
immer mal wieder bat, ihm hier und da zu helfen – auch schon
mal für umsonst. Das habe ich ziemlich oft gemacht damals,
weil ich großen Spaß an der Arbeit hatte. Bei Wim Wenders’
Der scharlachrote Buchstabe hat er mir 1971 erstmals die
Schnittassistenz angeboten. Zunächst sollte ich nur die Töne
anlegen, damit Peter sie dann schneiden kann – für mehr war
anfangs kein Geld da. Dann aber ist soviel Material entstanden,
dass Peter es nicht mehr bewältigen konnte, und ich wurde dann
doch noch komplett beschäftigt. Und so habe ich auch Wim
kennengelernt, und es kam dann Film nach Film, die ich mit
Peter und den »Jungfilmern« gemacht habe, wie man damals
Wenders, Geißendörfer und all die anderen genannt hat.
Hatten Sie bei Peter Przygodda denn die Gelegenheit, mehr
über den Bildschnitt zu lernen?
Auf jeden Fall, das war bei Peter wirklich toll. Die alte
Generation der Editoren versteckte sich immer hinter einem
Vorhang und schnitt so vor sich hin. Bei Peter war das anders, er
hat mir viel gezeigt und mich nach meiner Meinung gefragt. Ich
durfte sehr schnell auch mehr machen, mal den Ton bearbeiten, Atmos aussuchen und anlegen und dann auch mal kleine
Szenen schneiden. Über das Zuarbeiten habe ich als Assistentin
bei Peter von der Arbeit mit dem Ton langsam das Gefühl fürs
Bild bekommen. Es hat ja auch nicht lange gedauert, dass ich
bei den Filmen von Wim Wenders die Tonbearbeitung machte
und das bis hin zur Mischung begleitete. Mein Verständnis für
das Bild ist so immer weiter gewachsen.
Noch bis In weiter Ferne, so nah! 1993 haben Sie den Ton­
schnitt bei Wenders gemacht – die Tonebene haben Sie nie
ganz aus den Augen verloren?
Ton ist für mich ganz wichtig beim Film. Und während des
Bildschnitts hat man ja immer auch recht klare Vorstellungen
von der Tonebene. Heute wird diese vom Sound Designer und
Sound Editor bearbeitet, was an sich hervorragend funktioniert.
Wichtig ist nur, sich bei der Tonbesprechung gründlich darüber auszutauschen, eben damit die Vertonung am Ende ideal
mit dem Rhythmus des Bildes harmoniert.
Die Bandbreite Ihrer Filme vom Autorenfilm zur
Beziehungs­komödie, vom Kinodokumentarfilm zur
Fernsehserie, vom Künstlerfilm zum Kinderfilm fällt auf.
Meine Herangehensweise in der Arbeit ist dieselbe, aber die
Motivation ist unterschiedlich: Das eine mache ich mit großem
Vergnügen, das andere vielleicht vorrangig, um Geld zu verdienen. Trotzdem ist jeder Film für mich immer wieder etwas völlig
Neues. Egal ob ein Wenders-Film oder eine Folge Der König: Ich
möchte mich in jede Geschichte einfühlen. Und ich sehe ja am
spezifischen Material, das ich bekomme, was ein Film will und
was ein Film braucht. Was ich vielleicht nicht so beherrsche,
ist Action zu schneiden, dafür bin ich eher gut darin, einen
emotionalen Bogen zu spannen. Und diesbezüglich gibt es zwischen Autorenfilm und Primetime-Fernsehen keinen so großen
Unterschied: Ich lasse das Material auf mich wirken und helfe,
den Kern der jeweiligen Geschichte herauszuarbeiten. Natürlich
kann man elegische Szenen nicht einfach so runterkürzen. Auch
Totalen wirken im Kino ganz anders, brauchen vielmehr Raum
und müssen dadurch auch länger stehen.
Vermutlich kommen auch die Schauspieler anders rüber?
Spüren Sie als Editorin eine besondere Verantwortung den
Schauspielern gegenüber?
Bei Schauspielern ist es ja so: Wenn du sie schneidest, kennst du
sie in- und auswendig, kennst jede Marotte, den Wimpernschlag
bei bestimmten Emotionen, das Züngeln vor jedem Satz. Treffe
ich dann einen auf der Straße, denke ich immer: Wieso grüßt
der denn nicht? Ich kenne ihn in all seinen Facetten, und es
gehört ja zu meiner Aufgabe, ihn so gut aussehen, so gut rüberkommen zu lassen wie möglich.
Das vollständige Interview, von dem hier nur ein kurzer Ausschnitt
zu lesen ist, finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Film & TV
Kameramann.
SCHNITT PREIS
DIE SCHNITT PREISE
DREI KATEGORIEN, DREI GEWINNER
Im Zentrum von Filmplus stehen traditionell die Schnitt Preise.
1999 rief das Filmmagazin »Schnitt« den Schnitt Preis Spielfilm
ins Leben. Zweimal wurde er auf dem Kinofest Lünen vergeben
und war schon damals von der heutigen Film- und Medien­
stiftung NRW dotiert. Seit der Gründung von Filmplus im
Jahr 2001 stellt der mit 7.500 Euro ausgestattete Filmstiftung
NRW Schnitt Preis Spielfilm das Wettbewerbs-Urgestein dieses
Montageforums dar. 2004 kam der von der Stiftung Kulturwerk
der Verwertungs­gesellschaft Bild-Kunst gleichwertig dotierte
Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm hinzu, der die
dramaturgisch nicht weniger wichtige Montageleistung im
DIE BISHERIGEN PREISTRÄGER:
FILMSTIFTUNG NRW SCHNITT PREIS SPIELFILM
1999
Araksi Mouhibian (Tuvalu)
2000
Bettina Böhler (Die innere Sicherheit)
2001
Monika Schindler (Die Polizistin)
2002
Martina Matuschewski (Engel & Joe)
2003
Hansjörg Weißbrich (Lichter)
2004
Andrew Bird (Gegen die Wand)
2005
Patricia Rommel (Kammerflimmern)
2006
Bernd Schlegel, Hansjörg Weißbrich (Requiem)
2007
Hansjörg Weißbrich (Der Liebeswunsch)
2008
Andrew Bird (Auf der anderen Seite)
2009
Heike Parplies (Alle Anderen)
2010
Monika Willi (Das weiße Band)
2011
Silke Olthoff (Rammbock)
2012
Jörg Hauschild (Halt auf freier Strecke)
2013
Veronika Jenet (Lore)
nichtfiktionalen Bereich würdigt. 2005 folgte der mit 2.500
Euro dotierte Förderpreis Schnitt für die beste Montageleistung
des Editorennachwuchses an einem Kurzfilm, der seit 2011
auch Editoren aus Österreich und der deutschsprachigen
Schweiz zulässt. Ermöglicht wird er durch die Unterstützung
vom Minis­
terium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und
Sport des Landes NRW, der Deutschen Filmakademie und Avid.
Die Gewinner der drei Schnitt Preise, nach den Kino­vorführ­
ungen bei Filmplus von zwei Fachjurys vor Ort ermittelt, werden bei der Preisverleihung am 27. Oktober 2014 ab 20 Uhr
im Kölner Filmforum im Museum Ludwig feierlich gekürt.
BILD-KUNST SCHNITT PREIS DOKUMENTARFILM
2004
Inge Schneider (Die Spielwütigen)
2005
Gesa Marten, Bettina Braun (Was lebst du?)
2006
Jean-Marc Lesguillons (Horst Buchholz – Mein Papa)
2007
Anja Pohl (Die Unzerbrechlichen)
2008
Ginés Olivares, Wolfgang Reinke (Nicht böse sein!)
2009
Gesa Marten (pereSTROIKA – umBAU einer Wohnung)
2010
Stephan Krumbiegel (Wiegenlieder)
2011
Stephan Krumbiegel, Volker Sattel (Unter Kontrolle)
2012
Inge Schneider (Raising Resistance)
2013
Philip Scheffner (Revision)
AVID FÖRDERPREIS SCHNITT
2005
Marty Schenk (Leroy räumt auf)
Wolfgang Weigl (Fair Trade)
2006
2007
Rudi Zieglmeier (Bildfenster/Fensterbilder)
2008
Tobias Suhm (Escape)
2009
Szilvia Ruszev (Wagah)
2010
Stefanie Brockhaus (Das Kind in mir)
2011
Rolf Hellat (I ovo je Beograd)
2012
Kathrin Dietzel (Über rauhem Grund)
2013
Pablo Ben-Yakov (Good Soil)
FILMSTIFTUNG NRW SCHNITT PREIS SPIELFILM
FILMSTIFTUNG NRW SCHNITT PREIS SPIELFILM
DIE NOMINIERUNGEN
FILMSTIFTUNG NRW SCHNITT PREIS
SPIELFILM
SCREENING
SONNTAG, 26. OKTOBER 2014, 14:30 UHR
IM OFF BROADWAY
D 2013. R, B: BASTIAN GÜNTHER. K: MICHAEL KOTSCHI.
S: ANNE FABINI. T: CHRISTOPH SCHILLING, MARTIN
PEDERSEN. M: MICHAEL ROTHER. P: LICHTBLICK MEDIA.
D: ULRICH TUKUR, GARRET DILLAHUNT, WOLFRAM KOCH,
ANNE FABINI FÜR
HOUSTON
Starttermin 05.12.2013 (D)
HEIKE GNIDA FÜR
TORE TANZT
Starttermin 28.11.2013 (D)
GESA JÄGER FÜR
LOVE STEAKS
Starttermin 27.03.2014 (D)
DANIEL PROCHASKA FÜR
DAS FINSTERE TAL
Starttermin 13.02.2014 (D)
NATALIE SCHWAGER FÜR
SOLDATE JEANNETTE
Starttermin 4.10.2013 (A)
12 | 13
JENNY SCHILY U.A.
107 MIN. FARBFILM VERLEIH. KINOSTART: 05.12.2013
ANNE FABINI
HOUSTON
Anne Fabini wechselte Mitte der 1990er Jahre vom Studium der
Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft zur Schnittassistenz
und begann eigenständig Kurzfilme von Studenten der dffb
zu montieren. Seit 1999 arbeitet sie als freie Filmeditorin gleichermaßen erfolgreich im Dokumentar- und Spielfilmbereich.
Anne Fabini ist Mitglied der Jury Dokumentarfilm des First
Steps Awards. Für den Bundesverband Filmschnitt Editor e.V.
moderiert sie regelmäßig Gespräche mit Filmeditoren in der
Reihe ungeSCHNITTen.
Clemens Trunschka entgleitet sein Leben. Der Alkoholiker
kann seine Sucht nur schwerlich vor der Familie verstecken, und bei seiner Arbeit als Headhunter verpasst er eine
Zielperson, weil er berauscht verschläft. Nun muss er nach
Houston reisen, um den Manager doch noch anzutreffen und
für seine Auftraggeber zu gewinnen. Der Aufenthalt in der
texanischen Stadt wird zur albtraumhaften Erfahrung, bei
der Trunschka eine aufdringliche Bekanntschaft macht. Ein
Treffen mit dem Manager wird trotz einiger Hinweise auf dessen Aufenthaltsort immer unwahrscheinlicher.
AUSWAHLFILMOGRAFIE
AUSZEICHNUNGEN (AUSWAHL)
2014
California City. Spielfilm. Bastian Günther
2014
Preis der Deutschen Filmkritik in der Kategorie Bester
2013 Houston. Spielfilm. Bastian Günther.
Schnitt (Houston)
2012 300 Worte Deutsch. Spielfilm. Züli Aladag.
2014
Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der
2011 More Than Honey. Dokumentarfilm. Markus Imhoof.
Kategorie Bester Schnitt (Houston)
2010 Carte blanche. Dokumentarfilm. Heidi Specogna.
2013
Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der
2008 Berlin Calling. Spielfilm. Hannes Stöhr.
Kategorie Bester Schnitt (More than Honey)
2005 Capri, you love? Spielfilm. Alexander Oppersdorff.
2013Nominierung für den Bild-Kunst Schnitt Preis
2003 Odins Rache. TV-Film. Hannes Stöhr.
2000 Berlin is in Germany. Spielfilm. Hannes Stöhr.
Dokumentarfilm (More than Honey)
FILMSTIFTUNG NRW SCHNITT PREIS SPIELFILM
14 | 15
SCREENING
SCREENING
SAMSTAG, 25. OKTOBER 2014, 10:00 UHR
SONNTAG, 26. OKTOBER 2014, 12:00 UHR
IM OFF BROADWAY
IM OFF BROADWAY
D 2013. R, B: KATRIN GEBBE. K: MORITZ SCHULTHEISS.
D 2013. R, B: JAKOB LASS. B: INES SCHILLER, TIMON
S: HEIKE GNIDA. T: URS KRÜGER. M: PETER FOLK, JOHANNES
SCHAEPPI, NICO WOCHE. K: TIMON SCHAEPPI. S: GESA
LEHNIGER. P: JUNAFILM. D: JULIUS FELDMEIER, SASCHA
JÄGER. T: JULIUS MIDDENDORFF. M: GOLO SCHULTZ.
ALEXANDER GERŠAK, ANNIKA KUHL, SWATJE KOHLHOF,
P: HOCHSCHULE FÜR FILM UND FERNSEHEN »KONRAD
TIL THEINERT U.A.
WOLF« POTSDAM-BABELSBERG, MAMOKO ENTERTAINMENT.
110 MIN. RAPID EYE MOVIES. KINOSTART: 28.11.2013
D: LANA COOPER, FRANZ ROGOWSKI U.A.
89 MIN. DAREDO MEDIA. KINOSTART: 27.03.2014
HEIKE GNIDA
TORE TANZT
GESA JÄGER
LOVE STEAKS
Nach ihrem Studium »Medien und Informationswesen« an
der Fachhochschule Offenburg sammelte Heike Gnida an Sets
und in Produktionsbüros erste Erfahrungen im Filmemachen,
bevor sie sich von 2007 bis 2010 als Schnittassistentin bei
diversen Kino- und Fernsehspielfilmen der Montage widmete. Seit fünf Jahren ist sie freiberufliche Filmeditorin für
Dokumentar-, Spiel- und Kurzfilme.
Tore hat sich der religiösen Punkergruppe »Jesus Freaks«
angeschlossen und will ein friedliches und enthaltsames
Leben führen. Nachdem er sich mit einem Freund überwirft, lernt er eine Familie kennen, der er mittels Gebet bei
einer Autopanne hilft. Fortan darf er im Schrebergarten der
vierköpfigen Patchwork-Familie sein Zelt aufschlagen. Vater
Benno beginnt, den Gast mit zunehmender Grausamkeit
körperlich zu misshandeln – sein triebhafter Sadismus trifft
auf Tores unermüdliche christliche Nächstenliebe. Der Film
basiert auf wahren Begebenheiten.
Gesa Jäger absolvierte eine Ausbildung zur »Fachkraft für
Film und EB-Schnitt« beim Norddeutschen Rundfunk, bevor
sie im Jahr 2008 ein Studium der Montage an der HFF
Konrad Wolf in Potsdam begann. Dort schnitt sie neben mehreren Kurzfilmen auch einen ersten Langfilm. Den Abschluss
ihres Studiums als Diplom-Schnittmeisterin legte sie Ende
2013 mit Love Steaks vor.
Lara und Clemens arbeiten in einem Luxushotel an der
Ostseeküste. Während die vorlaute Lara noch immer in der
Ausbildung zur Köchin steckt, nimmt der schüchterne Clemens
seine Arbeit als neuer Masseur in der Wellnessabteilung auf.
Beide kümmern sich um das leibliche Wohl der Hotelgäste
und irgendwann auch um ihr gegenseitiges. Langsam kommen
sich die gegensätzlichen Charaktere im Rahmen ihres reglementierten Arbeitsalltags näher. Nach ihrer ersten Begegnung
im Fahrstuhl entwickelt sich ein mal zärtliches, mal blutiges
Verhältnis zwischen Zuneigung und Widerwille.
AUSWAHLFILMOGRAFIE
AUSZEICHNUNGEN
2014
Die Lebenden und die Toten. TV Mini-Serie.
2010
Die Stunde des Wolfes. TV-Film. Matthias Glasner.
2014
Happy Hour (AT). Spielfilm. Franz Müller.
2014Outstanding Achievement in Editing, First Time Fest
Matthias Glasner.
2009
Gisberta. Kurzfilm. Lisa Violetta Gaß.
2014
Anderswo (AT). Kurzfilm. Anatol Schuster.
2013
Das Ende der Geduld. TV-Film. Christian Wagner.
2009This Is Love. Spielfilm. Matthias Glasner.
2013
Love Steaks. Spielfilm. Jakob Lass.
2013
A Promised Rose Garden. Kurzfilm. Lisa Violetta Gaß. 2011
Holanda del Sol. Dokumentarfilm. Daniel Abma,
2013
Tore tanzt. Spielfilm. Katrin Gebbe.
Florian Lampersberger.
2012
Tatort – Die Ballade von Cenk und Valerie. TV-Film.
2011
You missed Sonja. Kurzfilm. Félix Koch.
Matthias Glasner.
2011
Der Ausflug. Kurzfilm. Stefan Najib.
2011
Gnade. Spielfilm. Matthias Glasner.
AUSWAHLFILMOGRAFIE
(mit Mona Bräuer)
2008Die dünnen Mädchen. Dokumentarfilm. Maria Teresa
Camoglio.
New York (Love Steaks)
2013Best Editing, L.A. Movie Awards (You missed Sonja)
FILMSTIFTUNG NRW SCHNITT PREIS SPIELFILM
16 | 17
SCREENING
SCREENING
SAMSTAG, 25. OKTOBER 2014, 12:30 UHR
SONNTAG, 26. OKTOBER 2014, 10:00 UHR
IM OFF BROADWAY
IM OFF BROADWAY
A, D 2014. R, B: ANDREAS PROCHASKA. B: MARTIN
A 2012. R, B: DANIEL HOESL. K: GERALD KERKLETZ.
AMBROSCH. K: THOMAS W. KIENNAST. S: DANIEL
S: NATALIE SCHWAGER. T: KLAUS KELLERMANN U.A.
PROCHASKA. M: MATTHIAS WEBER. P: ALLEGRO FILM,
M: BETTINA KÖSTER, GUSTAV. P: EUROPEAN FILM CONSPIRACY.
X FILME CREATIVE POOL. D: SAM RILEY, PAULA BEER, TOBIAS
D: JOHANNA ORSINI-ROSENBERG, CHRISTA REICHSTHALER,
MORETTI, CLEMENS SCHICK, HELMUTH A. HÄUSLER,
JOSEF KLEINDIENST, AURELIA BURCKHARDT U.A.
CARMEN GRATL, THOMAS SCHUBERT U.A.
79 MIN. STADTKINO FILMVERLEIH. KINOSTART: 04.10.2013
115 MIN. X VERLEIH. KINOSTART: 13.02.2014
(ÖSTERREICH)
DANIEL PROCHASKA
DAS FINSTERE TAL
NATALIE SCHWAGER
SOLDATE JEANNETTE
Daniel Prochaska wurde im oberösterreichischen Bad Ischl
geboren und wuchs in Wien auf. Seine Begeisterung für die
Filmmontage hatte er bereits in seiner Jugend entdeckt, als er
Filme mit Freunden drehte und Musikvideos für seine Band
herstellte. Seit seinem 18. Lebensjahr arbeitete er am Set – als
Beleuchter, Dolly-Grip-Assistent und Video-Assistent. Seit
2010 schneidet er für Kino und Fernsehen.
Österreich im 19. Jahrhundert: Ein einsamer Fremder reitet
kurz vor Wintereinbruch in ein Hochtal der Alpen ein. Für den
Geheimnisvollen scheint dort in der sozialen Enge eines kleinen
Dorfs, das zwischen den steinigen Gipfeln liegt, zunächst kein
Platz zu sein. Gegen Vorauszahlung kommt er bei einer Witwe
und ihrer Tochter unter. Die diffuse Furcht vor ihrer anstehenden Hochzeit wirft einen Schatten auf die verschworene
Dorfgemeinschaft. Die Söhne der Brenner-Familie, die das Dorf
patriarchalisch kontrollieren, schikanieren den Eindringling,
dann kommen zwei von ihnen bei rätselhaften Unfällen ums
Leben. Hat der Fremde eine Rechnung zu begleichen?
Natalie Schwager wurde in Wien geboren und begann 2004
ein Schnitt-Studium an der dortigen Filmakademie. Während
des Studiums arbeitete sie unter anderem als Regieassistentin,
Schnittassistentin und Script-Continuity. Im Jahr 2010 war
sie eine der Mitbegründerinnen des Arbeitskollektivs und
Produktionsunternehmens La Banda Film. Sie arbeitet als
freie Editorin in Wien.
Fanni kommt aus feudalen Verhältnissen und macht sich
um Geld nur Gedanken, wenn es darum geht, es möglichst
dekadent zu verprassen. Ihr teurer Geschmack ist nahezu
Selbstzweck, ihr Exzess wird befeuert durch das Zuviel an
luxuriösen Optionen. Aber eigentlich ist Fanni völlig pleite.
Als sie schließlich aus ihrer Wohnung geworfen wird, flüchtet sie aus ihrem überdrehten Stadtleben in die vermeintliche Ruhe des Landes. Dort lernt sie Anna kennen, die von
dem Leben träumt, das Fanni gerade aufgegeben hat. Die
Frauen solidarisieren sich und versuchen gemeinsam, ihren
Dämonen zu entkommen.
AUSWAHLFILMOGRAFIE
AUSWAHLFILMOGRAFIE
2014
Sarajevo. TV-Film. Andreas Prochaska.
2014
52 – The Trolley Bus. Dokumentarfilm. David Auerbach.
2014
Das finstere Tal. Spielfilm. Andreas Prochaska.
2013
Das Kind in der Schachtel. Dokumentarfilm.
2013
Blutgletscher. Spielfilm. Marvin Kren.
Gloria Dürnberger.
2011
Das Wunder von Kärnten. TV-Film. Andreas Prochaska.
2013
Talea. Spielfilm. Katharina Mückstein.
2010
Spuren des Bösen. TV-Film. Andreas Prochaska.
2012
Soldate Jeannette. Spielfilm. Daniel Hösl.
2010
Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott.
2012
Die Wand. Spielfilm. Julian R. Pölsler.
Spielfilm. Andreas Prochaska.
2011
Farben einer langen Nacht. Dokumentarfilm. Judith Zdesar.
2010
The Madness of the Day. Kurzspielfilm. Daniel Hösl.
ÜBERSCHRIFT
FILMSTIFTUNG NRW SCHNITT PREIS SPIELFILM
XX | XX
18 | 19
FÜNF BLICKE
DIE SPIELFILM-JURY
URSULA HÖF
Ursula Höf ist nach Studium und Schnittassistenz seit 1975
als Filmeditorin tätig für Spiel- und Dokumentarfilm in vielen Genres, dabei langjährige Zusammenarbeit mit Markus
Imboden (Der Verdingbub), Rolf Schübel (Gloomy Sunday),
Helke Sander (Redupers) und Heidi Specogna, mit deren
Film Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez sie 2007 für
den Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm bei Filmplus
nominiert war. Ursula Höf lehrt außerdem Filmmontage in
Ludwigsburg und an anderen Filmschulen.
VANESSA JOPP
Vanessa Jopp studierte zunächst Wirtschaftswissenschaften
und ab 1993 Regie an der Hochschule für Fernsehen und
Film in München. Mit ihrem ersten Langspielfilm Vergiss
Amerika gewann Vanessa Jopp u.a. den Hypopreis beim
Münchener Filmfest, den First Steps Award 2000 sowie
den Nachwuchspreis der Deutschen Filmkritik. Darauf
folgten der Episodenfilm Honolulu, der Kinofilm Engel
und Joe (Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm 2002)
und der Bremer Tatort Der schwarze Troll. Komm näher,
Vanessa Jopps vierter Kinofilm, premierte im Panorama der
Berlinale und erhielt Nominierungen zum Besten Film und
die Beste Nebenrolle beim Deutschen Filmpreis; auf dem
Kopenhagen Film Festival wurde Heidrun Bartholomäus
mit dem Preis für die Beste Darstellerin ausgezeichnet. Ihr
neuester Spielfilm Lügen und andere Wahrheiten feierte beim
Filmfest München Premiere.
ISABEL KROLLA
Isabel Krolla studierte an der Ruhr-Universität Bochum
Film- und Fernsehwissenschaft, Neuere deutsche Lite­
raturwissenschaft und Amerikanistik. Studienbegleitend
arbeitete sie als Editorin und Aufnahmeleiterin für verschiedene Studio- und Nachrichtenformate sowie Reportagen.
Von 1999 bis 2001 war sie Filmredakteurin bei VIVA
TV in Köln. Seit 2001 ist Isabel Krolla bei der Film- und
Medienstiftung Nordrhein-Westfalen als Referentin der
Förderung (Herstellungsförderung Kinofilm) tätig.
CLAUDIA LINZER
Claudia Linzer studierte Publizistik und Kommuni­
k a­
tionswissenschaft an der Universität Wien und Schnitt
an der Universität für Musik und darstellende Kunst
Wien. Sie lebt und arbeitet in Wien als Editorin von Spiel-
und Dokumentarfilmen für Kino und Fernsehen. Im
Spielfilmbereich arbeitet sie hauptsächlich mit dem Regisseur
Umut Dağ und der Regisseurin Barbara Eder zusammen,
deren Filme bei diversen Filmfestivals Nominierungen und
Preise erhielten, unter anderem die Nominierung für den
besten Schnitt beim Österreichischen Filmpreis 2012 für
Barbara Eders Film Inside America. Sie ist Mitglied der österreichischen Akademie des Films, sowie der European Film
Academy und seit 2014 Vorstandsmitglied im österreichischen Verband Filmschnitt (aea).
Seit Juli 2012 ist Su Nicholls-Gärtner nun als Studienleiterin
der ifs internationale filmschule köln für alle Studiengänge
und Weiterbildungen zuständig.
SUNEDRIA NICHOLLS-GÄRTNER
In ihrer kanadischen Heimat Vancouver begann Sunedria
Nicholls-Gärtner ihre filmische Laufbahn als Produktionsund Regieassistentin. 1993 wandert sie nach Deutschland
aus und wechselt in die Postproduktion. Als Editorin
montiert sie von 1995 bis 2000 verschiedene Film- und
Fernsehproduktionen, seit 2001 widmet sie sich vorrangig der
Aus- und Weiterbildung von Editoren. An der ifs internationale filmschule köln war Su Nicholls-Gärtner zunächst verantwortlich für die Weiterbildungsprogramme Filmmontage
und Sound Design, bevor sie 2009 die Leitung des neu
gestarteten Studiengangs Editing Bild & Ton übernahm.
BILDER (VON LINKS NACH RECHTS): URSULA HÖF, VANESSA JOPP, ISABEL
KROLLA, CLAUDIA LINZER, SUNEDRIA NICHOLLS-GÄRTNER
BILD-KUNST SCHNITT PREIS DOKUMENTARFILM
BILD-KUNST SCHNITT PREIS DOKUMENTARFILM
DIE NOMINIERUNGEN
BILD-KUNST SCHNITT PREIS
DOKUMENTARFILM
SCREENING
SONNTAG, 26. OKTOBER 2014, 14:30 UHR
IM OFF BROADWAY
D 2013. R, B, S: LEOPOLD GRÜN, DIRK UHLIG. K: BÖRRES
WEIFFENBACH. T: KLAUS BARM. M: OLIVER FRÖHLICH,
JAN WEBER (MANOMANGO) P: ROHFILM.
97 MIN. NEUE VISIONEN FILMVERLEIH. KINOSTART:
LEOPOLD GRÜN UND DIRK UHLIG FÜR
AM ENDE DER MILCHSTRASSE
Starttermin 24.10.2013 (D)
NICOLE KORTLÜKE UND ASSAF LAPID FÜR
SCHNEE VON GESTERN
Starttermin 10.04.2014 (D)
GESA MARTEN FÜR
VOM ORDNEN DER DINGE
Starttermin 29.05.2014 (D)
CALLE OVERWEG FÜR
LAND IN SICHT
Starttermin 23.01.2014 (D)
RUNE SCHWEITZER UND HANSJÖRG WEISSBRICH
FÜR MASTER OF THE UNIVERSE
Starttermin 07.11.2013 (D)
20 | 21
24.10.2013
LEOPOLD GRÜN & DIRK UHLIG
AM ENDE DER MILCHSTRASSE
Leopold Grün, in Dresden geboren, lebt und arbeitet in Berlin.
Er ist ausgebildeter Pädagoge und Medienberater. In den
1990er-Jahren drehte er erste dokumentarische Videofilme.
Neben seiner medienpädagogischen Arbeit intensivierte er
seine künstlerischen Dokumentarfilmprojekte.
Dirk Uhlig, in Meerane geboren, lebt und arbeitet als freier
bildender Künstler in Berlin. Von 2004 bis 2005 absolvierte
er eine Fortbildung zum Mediengestalter Bild und Ton. Im
Anschluss daran übernahm er die Montage von Leopold
Grüns Dokumentarfilm Der Rote Elvis. Seit 2008 arbeiteten
beide an der Umsetzung von Am Ende der Milchstraße.
Ein kleines Dorf im Osten ist Schauplatz eines wohlritualisierten Alltages für seine wenigen Bewohner. Den behäbigen Rhythmus des Lebens im Dorf bestimmen wirtschaftliche Not und die Launen der Natur. Die hochentwickelte
Milchwirtschaft der Konzerne, die rustikale Viehwirtschaft der
Dorfbewohner, Arbeitslosigkeit, Alkohol sowie das Wissen
um die eigene Isolation schweißen die Dorfbewohner zu
einem ungewöhnlichen Kollektiv zusammen. Verbunden
durch Familienbande und pragmatische Zweckgemeinschaften
trotzen sie den Widrigkeiten manchmal gemeinsam eine kleine Idylle ab.
AUSWAHLFILMOGRAFIE (EDITOR) – LEOPOLD GRÜN
AUSWAHLFILMOGRAFIE (EDITOR) – DIRK UHLIG
2013Am Ende der Milchstraße. Dokumentarfilm.
2013Am Ende der Milchstraße. Dokumentarfilm.
Leopold Grün, Dirk Uhlig.
2007
Der rote Elvis. Dokumentarfilm. Leopold Grün.
2006
Mitfahrgelegenheit. Kurzfilm. Leopold Grün.
2001
Final Destination. Kurzfilm. Leopold Grün.
1999
Ob Sie mir das glauben oder nicht. Kurzfilm.
Leopold Grün.
1995
You’re welcome. Kurzfilm. Leopold Grün.
Leopold Grün, Dirk Uhlig.
2007
Der rote Elvis. Dokumentarfilm. Leopold Grün.
BILD-KUNST SCHNITT PREIS DOKUMENTARFILM
22 | 23
SCREENING
SCREENING
SAMSTAG, 25. OKTOBER 2014, 10:00 UHR
SONNTAG, 26. OKTOBER 2014, 10:00 UHR
IM OFF BROADWAY
IM OFF BROADWAY
D/IL 2012/2013. R, B: YAEL REUVENY. K: ANDREAS KÖHLER.
D 2013. R, B: JÜRGEN BRÜGGER, JÖRG HAASSENGIER.
S: NICOLE KORTLÜKE, ASSAF LAPID. T: CÉSAR FERNANDEZ.
K: SVEN O. HILL. S: GESA MARTEN. M: PIT PRZYGODDA.
P: MADE IN GERMANY FILMPRODUKTION, BLACK SHEEP
P: FILMTANK.
FILMPRODUCTIONS, CHANNEL 8, WDR.
80 MIN. MOVIENET. KINOSTART: 29.05.2014
97 MIN. FILM KINO TEXT. KINOSTART: 10.04.2014
NICOLE KORTLÜKE & ASSAF LAPID
SCHNEE VON GESTERN
GESA MARTEN
VOM ORDNEN DER DINGE
Nicole Kortlüke studierte von 2002 bis 2005 Schnitt an der
ifs internationale filmschule köln. Bereits während ihres
Studiums zeichnete sie für zahlreiche preisgekrönte Kurzfilme
und nach dem Studium für Dokumentar- und Spielfilme verantwortlich. Seit 2009 ist sie Dozentin an der ifs.
Assaf Lapid schnitt seit seinem Abschluss an der Sam Spiegel
School in Jerusalem im Jahr 2008 zahlreiche Kurz- und
Langfilme für Kino und Fernsehen. Neben seiner Tätigkeit
als Editor ist er auch Dozent und Lehrer und bereitet derzeit
seinen ersten eigenen Dokumentarfilm vor.
Als kleines Kind lauschte Filmemacherin Yael in Israel den
Geschichten ihrer Großmutter vom Holocaust, den nur sie
und ihr Bruder Feiv’ke überlebten. Als junge Erwachsene
erfährt Yael, dass Feiv‘ke nach dem Krieg nicht wie von der
Großmutter ursprünglich angenommen verstarb, sondern
in unmittelbarer Nähe zu »seinem« ehemaligen KZ eine
Familie gründete – mit einer Deutschen. Nach dem Tod
ihrer Großmutter selbst in Berlin lebend, beschließt Yael die
verschiedenen Generationen dieser Familie kennenzulernen –
und lernt so auch mehr über die Verwundungen ihrer eigenen.
Gesa Marten studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Philosophie in München
und Köln. Seit 1991 ist sie freiberuflich als Editorin und
Dramaturgin tätig. Sie lehrt seit 1996 an Hochschulen im
In- und Ausland und ist zurzeit Vertretungsprofessorin
an der Filmuniversität Babelsberg. Marten ist Mitglied der
Deutschen und der Europäischen Filmakademie sowie bei
VeDRA (Verband für Film- und Fernsehdramaturgie) und
dem BFS (Bundesverband Filmschnitt Editor). Gesa Marten
lebt und arbeitet in Köln und Potsdam.
Sie sind Sozialforscher, Zoologen, Computer-Hacker,
Landvermesser oder einfach nur Rentner mit Ordnungssinn,
aber sie alle sind sich in ihren unterschiedlichen Berufen und
Hobbys einig: »Nichts geschieht zufällig«. Leidenschaftlich,
neugierig oder wie besessen messen, zählen und katalogisieren sie ihre Umwelt. Und gestalten sie nach ihren Zahlen
und Begriffen neu. Immer wieder wird das Ordnen zum
Selbstzweck oder ein abstraktes Modell zum Maßstab der
Wirklichkeit. Und manchmal auch ein Schildkrötenpanzer
zum Schlüssel für die Weltformel.
AUSWAHLFILMOGRAFIE – NICOLE KORTLÜKE
AUSWAHLFILMOGRAFIE – ASSAF LAPID
AUSWAHLFILMOGRAFIE
AUSZEICHNUNGEN (AUSWAHL)
2014
Kalte Tage (AT). Spielfilm. Sebastian Ko.
2014
Schnee von gestern. Dokumentarfilm. Yael Reuveny.
2014
FEMMEfille. Dokumentarfilm. Kiki Allgeier.
2009Filmplus Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm
2013
Schnee von gestern. Dokumentarfilm. Yael Reuveny.
2013
Hasakat esh. Spielfilm. Amikam Kovner.
2014
Die letzten Gigolos. Dokumentarfilm. Stephan Bergmann.
2013
Das Zimmermädchen Lynn. Spielfilm. Ingo Haeb.
2012
Paul. Kurzfilm. Adam Bizanski.
2013
Vom Ordnen der Dinge. Dokumentarfilm.
2011
Pommes essen. Spielfilm. Tina von Traben.
2011
Af Paam Lo Meuchar. Spielfilm. Ido Fluk.
Jürgen Brügger und Jörg Haassengier.
2009
Zeche is nich. TV-Film. Diverse.
2008
Tales of the defeated. Dokumentarfilm. Yael Reuveny.
2009
LowLights. Spielfilm. Ignas Miskinis.
2006
Nominierung Deutscher Kamerapreis/Schnitt
2008
Tales of the defeated. Dokumentarfilm. Yael Reuveny.
2008
pereSTROIKA – umBAU einer Wohnung. Dokumentarfilm (Geschwister Vogelbach)
2008
Draußen am See. Spielfilm. Felix Fuchssteiner.
Dokumentarfilm. Christiane Büchner.
2005Filmplus Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm
2005
Rendezvous mit dem Tod. Dokumentarfilm.
2004
Was lebst du? Dokumentarfilm. Bettina Braun.
Wilfried Huismann.
1997
Sarajlija. Dokumentarfilm. Gordan Godec.BrittaWandaogo.
(pereSTROIKA – umBAU einer Wohnung)
2008Nominierung für den Filmplus Bild-Kunst Schnitt Preis
Dokumentarfilm (Lost in Liberia)
(Was lebst du?)
BILD-KUNST SCHNITT PREIS DOKUMENTARFILM
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SCREENING
SCREENING
SAMSTAG, 25. OKTOBER 2014, 12:30 UHR
SONNTAG, 26. OKTOBER 2014, 12:00 UHR
IM OFF BROADWAY
IM OFF BROADWAY
D 2013. R, B: JUDITH KEIL, ANTJE KRUSKA. K: MARCUS
D/A 2013. R: MARC BAUDER. K: BÖRRES WEIFFENBACH.
WINTERBAUER, KATHARINA BÜHLER, DIETMAR RATSCH,
S: RUNE SCHWEITZER, HANSJÖRG WEISSBRICH. T: MICHEL
EUGEN SCHLEGEL, ANNE MISSELWITZ, ROBERT NICKOLAUS.
KLÖFKORN. P: BAUDERFILM.
S: CALLE OVERWEG. T: FRANK BUBENZER, ULLA KÖSTERKE,
88 MIN. ARSENAL FILMVERLEIH. KINOSTART: 07.11.2013
ROBERT NICKOLAUS. M: BECKMANN. P: INDI FILM.
93 MIN. BASIS-FILM VERLEIH. KINOSTART: 23.01.2014
CALLE OVERWEG
LAND IN SICHT
Calle Overweg arbeitete nach seinem Abitur als Bank­
kaufmann, Jurist und in der Landwirtschaft, schließlich drei
Jahre als Puppenspieler. Von 1989 bis 1995 studierte er an der
dffb in Potsdam. 1993 besuchte er Moskau und die »Höheren
Kurse für Szenaristen und Regisseure«. Er lebt und arbeitet
als Editor und Autor in Berlin.
Abdul, Brian und Farid sind aus den verschiedenen unsicheren Regionen der Welt nach Deutschland gekommen. Ihre
Flucht endet in einem Asylbewerberheim im kleinen brandenburgischen Bad Belzig, wo provinzielle Abgeschiedenheit,
Dorffeste und Klischees die Hoffnung der Männer auf ein besseres Leben trüben. Stets die mögliche Abschiebung fürchtend,
sehnen die Männer sich nach strukturierter Alltäglichkeit und
Zuneigung. Eine Betreuerin versucht den Flüchtlingen unermüdlich die kulturellen Gepflogenheiten eines Landes näherzubringen, das sie vielleicht schon bald wieder verlassen müssen.
RUNE SCHWEITZER &
HANSJÖRG WEISSBRICH
MASTER OF THE UNIVERSE
Rune Schweitzer ist nach grundlegenden handwerklichen
Erfahrungen beim Südwestfunk Baden-Baden und einem
Studium der Filmmontage als freie Editorin tätig. Für den
Schnitt des Kurzfilm sportfrei erhielt sie u. a. den Preis der
deutschen Filmkritik.
Hansjörg Weißbrich montierte seit 1995 alle Filme von HansChristian Schmid, zum Teil gemeinsam mit Bernd Schlegel. In
den letzten Jahren erhielt Hansjörg Weißbrich für die Montage
verschiedener Kinospielfilme zahlreiche Auszeichnungen.
Der ehemalige Banker Rainer Voss berichtet in einem verlassenen Hochhaus in Frankfurt am Main von seiner langen
Karriere in der Finanzbranche. Von seinem steten Aufstieg in
einem System, das er in Anekdoten und kleinen Vorträgen zu
umreißen versucht. Er gewährt Einblick in die Mechanismen,
die aus einer Unternehmenskultur eine Parallelwelt voller
Zwänge und Gelüste machen und in Kauf nehmen, Menschen
persönlich zu deformieren. Kann man diese Welt ändern? Sind
Banken lernfähig oder am Ende immer mehr Staaten gefährdet?
AUSWAHLFILMOGRAFIE – RUNE SCHWEITZER
AUSWAHLFILMOGRAFIE – HANSJÖRG WEISSBRICH
2014
Himmelverbot. Dokumentarfilm. Andrei Schwartz.
2013
Coming In. Spielfilm. Marco Kreuzpaintner.
AUSWAHLFILMOGRAFIE (ALS EDITOR)
2013
Master of the Universe. Dokumentarfilm.
2012
Nachtzug nach Lissabon. Spielfilm. Bille August.
2013 Land in Sicht. Dokumentarfilm. Judith Keil, Antje Kruska.
(mit Hansjörg Weißbrich)
2012
Zwei Leben. Spielfilm. Georg Maas.
2011
Beziehungsweisen. Gespielter Dokumentarfilm.
2011
Die Pfandleiher. Dokumentarfilm. Stanislaw Mucha.
2010
Wer wenn nicht wir. Spielfilm. Andres Veiel.
Calle Overweg.
2010
Kümmel baut. Dokumentarfilm. Paul Hadwiger.
2008
Sturm. Spielfilm. Hans-Christian Schmid.
2006
Heimatklänge. Dokumentarfilm. Stefan Schwieterts.
2006
32A. Spielfilm. Marian Quinn.
2004
Requiem. Spielfilm. Hans-Christian Schmid.
(mit Stephan Krumbiegel)
2004
jeder schweigt von etwas anderem. Dokumentarfilm.
2003
Das Problem ist meine Frau. TV-Dokumentarfilm.
Marc Bauder, Dörte Franke.
Calle Overweg.
2014
Deutscher Kamerapreis in der Kategorie Schnitt
2003
Nightgirl. TV-Dokumentarfilm. Ying Li Ma.
AUSZEICHNUNGEN
Kinospielfilm (Traumland)
1996
Stroh zu Gold. TV-Dokumentarfilm. Barbara Teufel.
2000
2014 Deutscher Filmpreis in der Kat. Bester Schnitt (Zwei Leben)
Nominierung Deutscher Kamerapreis/Schnitt (sportfrei)
JÜNGSTE AUSZEICHNUNGEN
BILD-KUNST SCHNITT PREIS DOKUMENTARFILM
26 | 27
DREI BLICKE
DIE DOKUMENTARFILM-JURY
ROLAND ZAG
Geboren in Heidenheim/Brenz, studierte Roland Zag ab 1977
Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Philosophie
in München. Seit 1986 circa 50 Dokumentarfilme, Essays
und Reportagen für Kino und Fernsehen, überwiegend in
Verbindung mit filmischen, musikalischen und literarischen
Themen wie etwa Orson Welles: The One-Man Band (1995).
Von 1993 bis 2007 war er Geschäftsführer der MEDIAS RES
Film- und Fernsehproduktion GmbH. Ab 2001 Entwicklung
RÜDIGER LASKE
OLIVER NEUMANN
Rüdiger Laske hatte im Jahr 1957 in einem Kopierwerk seine
»erste Filmberührung« mit Kinder des Olymp und Zasie dans
le métro von Louis Malle. Miles Davis’ Trompete hallte durch
die umliegenden Wälder bei der Synchronisationsarbeit an
Fahrstuhl zum Schafott. Weitere prägende Erfahrungen waren
der Schnitt von Sportberichten als einer der ersten Mitarbeiter
des ZDF und die Begegnung mit dem Komponisten und
Filmemacher Mauricio Kagel, mit dem er in den 1970ern die
Filme Halleluja und Ludwig Van schneidet. Als Kameramann
fotografierte er zahlreiche Dokumentarfilme in aller Welt sowie
Kinder- und Jugendprogramme. 1986 erhielt er den Deutschen
Kamerapreis für Sam Spade jagt den Malteser Falken. Szenisch
arbeitete er zuletzt vor allem an TV-Filmen und Krimiserien.
Rüdiger Laske ist Mitglied des Vergabebeirates der Stiftung
Kulturwerk.
Oliver Neumann, in Mannheim geboren, begann 1998 das
Studium an der Filmakademie Wien mit der Spezialisierung
Schnitt. 2001 erhielt er ein Stipendium für Nachwuchsautoren
des Drehbuchforums Wien. Seit 2002 übt er zahlreiche
Lehrtätigkeiten in den Bereichen Schnitt, Filmgeschichte
und Grafikdesign aus. Zu seinen ersten Filmen als Editor
gehört Paul Poets Dokumentarfilm Ausländer raus!
Schlingensiefs Container. 2007 gründete Oliver Neumann
die Produktionsfirma FreibeuterFilm und ist seitdem als
Produzent und Schnittmeister tätig. Im selben Jahr erhielt
er den Diagonale-Preis Schnitt für Immer nie am Meer. Für
den Dokumentarfilm Meine keine Familie (Produktion und
Schnitt) war Neumann im vergangenen Jahr für den Schnitt
Preis Dokumentarfilm bei Filmplus nominiert.
THE WAY OF THE EAGLE
PRODUKTION: TERRA MATER FACTUAL STUDIOS
REGISSEUR: GERARDO OLIVARES
der Drehbuchlehre »the human factor«, 2005 Veröffentlichung
des entsprechenden Fachbuchs »Der Publikumsvertrag«.
Ab 2007 Arbeit im Vorstand des Verbands für Film- und
Fernsehdramaturgie (VeDRA), seit 2014 erster Vorsitzender.
BILDER (VON LINKS NACH RECHTS): RÜDIGER LASKE, OLIVER NEUMANN,
ROLAND ZAG
EVEREST
PRODUKTION: WORKING TITLE FILMS
REGISSEUR: BALTASAR KORMÁKUR
Film Location Südtirol. Picture Perfect.
Filmstandort Südtirol – Bei uns bekommen Sie mehr als alpine Traumkulissen:
5 Millionen Euro Förderzuschüsse, 25 % Tax Credit, Staff, Support und Locations
für die unterschiedlichsten Ansprüche.
Wenn Sie mehr über uns erfahren möchten, besuchen Sie unsere Website
www.bls.info/film-location oder folgen Sie uns auf Facebook.
LUIS TRENKER –
DER SCHMALE GRAT DER WAHRHEIT
PRODUKTION: ROXY FILM
KOPRODUKTION: EPO FILM
REGISSEUR: WOLFGANG MURNBERGER
AVID FÖRDERPREIS SCHNITT
AVID FÖRDERPREIS SCHNITT
28 | 29
SCREENING
DIE NOMINIERUNGEN
AVID FÖRDERPREIS SCHNITT
SONNTAG, 26. OKTOBER 2014, 20:00 UHR
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
D 2014. R, B: NORA FINGSCHEIDT. K: PHILIP LEUTERT.
S: STEPHAN BECHINGER. T: SVEN JENSEN-BRAKELMANN,
TOBIAS SCHERER. P: HOLYSCHMIDTFILM.
15 MIN.
STEPHAN BECHINGER FÜR
BOULEVARD’S END
LISA GERETSCHLÄGER FÜR
SOLA
STEFFEN HAND UND ERIK SCHMITT FÜR
NASHORN IM GALOPP
SUSANN MARIA HEMPEL FÜR
SIEBEN MAL AM TAG BEKLAGEN WIR UNSER LOS UND
NACHTS STEHEN WIR AUF, UM NICHT ZU TRÄUMEN
OLAF VOIGTLÄNDER FÜR
IMRAAN C/O CARROM CLUB
STEPHAN BECHINGER
BOULEVARD’S END
Stephan Bechinger, geboren in Hof, begann 2004 Indologie
zu studieren. 2006 und 2007 besuchte er das European Film
College in Ebeltoft, Dänemark. Im Anschluss daran arbeitete er in Köln als Editor, bis er 2008 sein Studium an der
Filmakademie Baden-Württemberg im Fachbereich Montage/
Schnitt begann. Im Zuge eines Auslandsjahres arbeitete er als
Volontär bei Cinema Jenin und studierte ein Semester an der
Sam Spiegel Film & Television School in Jerusalem.
Die längste Straße von Los Angeles, der Washington
Boulevard, endet nach 44 Kilometern am Venice Fishing
Pier, der 400 Meter weit auf das Meer hinausragt. Hier
finden zahlreiche Menschen jeden Tag Ruhe fernab des
Trubels von Venice Beach. Dolfi Smiler ist aus Österreich
in die USA immigriert und wird in einer Woche 90 Jahre
alt. Er hat in den USA das gefunden, wonach er sich am
meisten sehnte: Freiheit. Yaeno White erlebte die Anschläge
vom 11. September hautnah mit und konnte anschließend
nicht mehr in New York leben. Erst auf der anderen
Seite des Kontinents fand sie wieder ihren Seelenfrieden.
AUSWAHLFILMOGRAFIE
2014Schwarzer Zucker. Mittellanger Film. Kristin Franke.
2014
Boulevard’s End. Kurzfilm. Nora Fingscheidt.
2012
Ein Versprechen. Dokumentarfilm. Levin Peter.
2012
Brüderlein. mittellanger Film. Nora Fingscheidt.
2011
Synkope. Kurzfilm. Nora Fingscheidt.
2010
Sonor. Kurzfilm. Levin Peter.
AVID FÖRDERPREIS SCHNITT
30 | 31
SCREENING
SCREENING
SONNTAG, 26. OKTOBER 2014, 20:00 UHR
SONNTAG, 26. OKTOBER 2014, 20:00 UHR
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
A 2013. R, B: ALEXANDRA MAKAROVÁ. K: GEORG WEISS.
D 2013. R, B, S: ERIK SCHMITT. B, A: STEPHAN MÜLLER.
S: LISA GERETSCHLÄGER. T: KAROLINE T. HEFLIN P: SOLEIL
K: JOHANNES LOUIS. S: STEFFEN HAND. T: ELIA BROSE,
FILM. D: MELANIE MEZZINA, LARISSA SABITZER.
FEDOR GORITZKI. M: NILS FRAHM. P: DETAILFILM. D: TINO
20 MIN.
MEWES, MARLEEN LOHSE.
15 MIN.
LISA GERETSCHLÄGER
SOLA
STEFFEN HAND & ERIK SCHMITT
NASHORN IM GALOPP
Lisa Geretschläger, geboren in Graz, studierte von 2008
bis 2014 Schnitt und Regie am filmcollege Wien. Dort hat
sie sich mit Alexandra Makarová, Sebastian Schmidl und
Georg Weiss zu einem Arbeitskollektiv zusammengefunden,
das gemeinsam schon mehrere Kurzfilme realisiert hat. Seit
2013 ist sie freie Editorin und Schnittassistentin für Kurz-,
Dokumentar- und Spielfilme in Wien.
Einsam durchstreift die junge Sola die Wiener Innenstadt.
Regelmäßig bricht sie in fremde, leerstehende Wohnungen
ein und durchsucht sie. Ein Familienfoto nimmt sie aus jeder
Wohnung mit und bedient sich am Kleiderschrank. Ihre
alte Kleidung hinterlässt sie und legt eine Botschaft dazu.
Ihre Suche folgt einer eigenen Logik und hat ihren eigenen
Rhythmus – den eines Weckers, den sie permanent mit sich
führt und immer wieder neu aufzieht. Stück für Stück enthüllt sich die Geschichte hinter Solas eigenartigem Verhalten
und dem Ziel ihrer rastlosen Suche.
Steffen Hand experimentierte schon in jungen Jahren mit
Camcorder und Videoschnittplatz, bevor er von 2002 bis 2004
zwei Praktika in der Hamburger Fernsehbranche absolvierte.
In Berlin schnitt er zahlreiche weitere Fernsehproduktionen
und traf auf Regisseur Erik Schmitt, für den er zahlreiche
fiktionale Kurzfilme montierte.
Erik Schmitt wurde in Mainz geboren und studierte
Kommunikationswissenschaften an der LMU München und
der Freien Universität in Berlin. Seit 2007 arbeitet er als freiberuflicher Regisseur. Zusammen mit Stephan Müller gründete er 2010 das Regieduo »Kamerapferd«.
Bruno streift ziellos durch die Straßen Berlins, immer auf
der Suche nach der »Seele der Stadt«. In Form einer Schlange
zieht sie durch seine Gedanken und bestimmt sein Handeln,
indem sie ihm geheime Zeichen sendet. Diese Zeichen führen
den Grübler Bruno eines Tages zu der lebhaften Vicky, mit
der er seine urbane Faszination teilen kann. Er entdeckt in ihr
seinen Seelenpartner. Doch nach einigen glücklichen Tagen
muss Vicky Berlin verlassen und auch die Erkenntnis der
Seelenpartnerschaft scheint einseitig gewesen zu sein. Bruno
braucht die Hilfe der Stadt.
AUSWAHLFILMOGRAFIE (ALS EDITORIN)
AUSWAHLFILMOGRAFIE – STEFFEN HAND
AUSWAHLFILMOGRAFIE – ERIK SCHMITT (ALS EDITOR)
2014
Liebling. Kurzfilm. Sebastian Schmidl.
2013
Nashorn im Galopp. Kurzfilm. Erik Schmitt.
2014
Forever Over. Kurzfilm. Erik Schmitt.
2013
Sola. Kurzfilm. Alexandra Makarová
2013
Ich schweife ab. Kurzfilm. Erik Schmitt.
2013
Nashorn im Galopp. Kurzfilm. Erik Schmitt.
2013
Lesen und lesen lassen. Werbefilm. Sebastian Schmidl.
2012
180 Grad. TV-Doku-Serie. Maiko Heinrich.
2012
An einem anderen Tag. Kurzfilm. Alexandra Makarová.
2011
Undercover Boss. TV-Reality-Serie. Arne Kreuzfeldt.
2010
Marilies Jagsch – From Ice to Water to Nothing.
2010
Nun sehen Sie Folgendes. Kurzfilm. Erik Schmitt,
Kurz-Dokumentarfilm. Susanne Luef.
Stephan Müller.
2010
breaded Escalope – Trial & Error. Kurz-Dokumentarfilm.
2009
Nicht nur der Himmel ist blau. Kurzfilm. Erik Schmitt,
Lisa Geretschläger.
Stephan Müller.
AVID FÖRDERPREIS SCHNITT
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SCREENING
SCREENING
SONNTAG, 26. OKTOBER 2014, 20:00 UHR
SONNTAG, 26. OKTOBER 2014, 20:00 UHR
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
D 2014. R, B, S, T, M, A: SUSANN MARIA HEMPEL.
D 2014. R, B: UDITA BHARGAVA. S: OLAF VOIGTLÄNDER.
K: BERTA VALIN ESCOFET, A: PHILIPP HERLT.
T: CHRISTOPH KOZIK. M: ALEXANDRA BARKOVSKAYA.
18 MIN.
A: DAVID SCHITTEK. P: HOCHSCHULE FÜR FILM UND
FERNSEHEN »KONRAD WOLF« POTSDAM-BABELSBERG.
14 MIN.
SUSANN MARIA HEMPEL
Susann Maria Hempel, geboren in Greiz, war von 1999
bis 2009 Mitglied der Theatergruppe Künstlerhaus Weimar
und studierte von 2001 bis 2009 Mediengestaltung an der
Bauhaus-Universität. Sie war 2009 und 2011 Stipendiatin der
Thüringer Kulturstiftung und erhielt 2012 das »cast&cut«Kurzfilmstipendium der Stadt Hannover. Sie lebt und filmt
in Greiz.
SIEBEN MAL AM TAG BEKLAGEN
WIR UNSER LOS UND NACHTS
STEHEN WIR AUF, UM NICHT
ZU TRÄUMEN
Zerstörte Babypuppen, Schriftrollen, Mechaniken, Rohre,
Fliegen und zahlreiche weitere Requisiten bevölkern die
Bilder des Experimentalfilms, dessen Titel an einen BibelPsalm angelehnt ist. Sie illustrieren die Geschichte eines versehrten Menschen, der von einer persönlichen Katastrophe in
die nächste taumelt.
OLAF VOIGTLÄNDER
IMRAAN C/O CARROM CLUB
Olaf Voigtländer arbeitete nach seiner Ausbildung zum
Mediengestalter Bild und Ton zunächst als festangestellter
Schnittassistent, bevor er als freier Editor und Avid-Supporter
selbstständig wurde. Seit 2009 studiert er Montage an der
HFF Potsdam-Babelsberg. Er lebt und arbeitet in Berlin.
Das Fingerbillardspiel Carrom ist in Indien weit verbreitet.
Und mit ihm auch eine Vielzahl düsterer Carrom-Spielhallen,
die etwa in den Slums von Mumbai allerlei Gestrandete
zusammenbringen. Unter ihnen auch viele Kinder. Der
11-jährige Imraan ist in einem dieser Clubs zu Hause. Er
und seine Altersgenossen imitieren das Auftreten der älteren
Spieler, fast alle sind sie Kleinkriminelle. Ihre Geschichten
verbergen sie zumeist hinter einer rauen Umgangssprache
und Gangsterposen, die sie dem Filmteam vorführen.
AUSWAHLFILMOGRAFIE (ALS EDITORIN)
AUSWAHLFILMOGRAFIE (ALS EDITOR)
2014
Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts
2013
Imraan c/o Carrom Club. Dokumentarkurzfilm.
stehen wir auf, um nicht zu träumen. Experimentalfilm.
Uditha Bhargava.
Susann Maria Hempel.
2012
Arbeitswege. Dokumentarkurzfilm. Daniel Abma.
2013
DER GROSSE GAMMEL. Experimentelle
2011
Energieland. Dokumentarfilm. Johanna Ickert.
Dokumentation. Susann Maria Hempel.
2011
Pitch Builds a Ball and Destroys It. Kurzfilm.
2012
Wie ist die Welt so stille. Experimenteller Kurzfilm.
Uditha Bhargava.
Susann Maria Hempel.
2011
Offiziell – Inoffiziell. Dokumentarkurzfilm. Daniel Abma.
2010
DIE FLIEGEN (The Birds II). Experimentalfilm.
2010
Mindspace. Dokumentarkurzfilm. Uditha Bhargava.
Susann Maria Hempel.
GASTLAND DÄNEMARK
GASTLAND DÄNEMARK
JANUS BILLESKOV JANSEN
JAGTEN – DIE JAGD
DK/S 2012. R, B: THOMAS VINTERBERG. B: TOBIAS
LINDHOLM. K: CHARLOTTE BRUUS CHRISTENSEN.
S: JANUS BILLESKOV JANSEN, ANNE ØSTERUD. M: NIKOLAJ
EGELUND. P: ZENTROPA ENTERTAINMENTS, DET DANSKE
FILMINSTITUT, FILM I VÄST U.A. D: MADS MIKKELSEN,
SAMSTAG, 25. OKTOBER 2014, 21:00 UHR
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
Zu Jansens aktuellen Arbeiten gehören der mit dem
Europäischen Filmpreis ausgezeichnete und Oscar-nominierte
Dokumentarfilm The Act of Killing (2012) von Joshua
Oppenheimer sowie der Spielfilm En du Elsker (Someone You
Love, 2014) von Pernille Fischer Christensen, der 2014 auf der
Berlinale seine Weltpremiere feierte.
Filmplus freut sich, Janus Billeskov Jansen persönlich in Köln
begrüßen zu dürfen. Er wird seine Montageleistungen im
Rahmen einer Präsentation des Oscar-nominierten Films
Jagten (Die Jagd, 2012) vom vielfach ausgezeichneten Regisseur
Thomas Vinterberg vorstellen. Im Anschluss an das Screening
wird er mit Thomas Krag, Leiter der Montage-Abteilung bei
der dänischen Filmschule, seine Arbeit und die besondere
Situation der Editoren in Dänemark in einem Filmgespräch
diskutieren. Zusammen mit seiner Montage-Kollegin Anne
Østerud wurde Jansen für seine Schnittkunst bei Jagten für
den Europäischen Filmpreis nominiert. Zudem konnte er
dafür zum vierten Mal in seiner Karriere den Dänischen
Filmpreis – den »Robert Award« – mit Nachhause nehmen.
GÄSTE: JANUS BILLESKOV JANSEN UND THOMAS KRAG
(MODERATION)
Der Abend findet in englischer Sprache statt.
Zum dritten Mal richtet Filmplus den internationalen
»Gastland-Abend« aus, um den Austausch zwischen deutschen Editoren und ihren Kollegen aus den Nachbarländern
zu befördern. Seit Gründung der Reihe konnte sich das
Festivalpublikum bisher auf Gasteditoren, Filme und
Fachgespräche aus den Niederlanden mit dem Editor Sander
Vos (2012, R U THERE) und aus Belgien mit der Editorin
Marie-Hélène Dozo (2013, Le fils), freuen. Filmplus setzt
2014 seine »Gastland«-Reihe mit Janus Billeskov Jansen aus
Dänemark fort.
THOMAS BO LARSEN, ANNIKA WEDDERKOPP, U.A.
115 MIN. WILD BUNCH. KINOSTART: 28.3.2013
Der 40-jährige Lehrer Lucas (Mads Mikkelsen) findet nach
der Scheidung von seiner Frau langsam wieder Boden unter
den Füßen. Er beginnt in einem Kindergarten als Erzieher
zu arbeiten, sein Sohn möchte gerne bei ihm einziehen und
er findet eine neue Freundin. Doch dann bezichtigt ihn ein
Mädchen aus dem Kindergarten sich vor ihr entblößt zu
haben. Lucas streitet die Vorwürfe entschieden ab und auch
Klara behauptet nun, den Vorfall nur erfunden zu haben.
Doch die Dorfgemeinschaft hat ihr Urteil bereits gefällt und
beginnt eine Hetzjagd …
JANUS BILLESKOV JANSEN
Seit den frühen 1970er-Jahren schnitt Janus Billeskov
Jansen zahlreiche international beachtete Spielfilme und
Dokumentarfilme. Darunter etwa Bille Augusts Pelle,
der Eroberer, der 1988 die Goldene Palme in Cannes und
den Oscar für den besten ausländischen Film des Jahres
gewann. Bille August und Janus Billeskov Jansen setzten
ihre Zusammenarbeit mit Filmen wie Das Geisterhaus oder
Fräulein Smillas Gespür für Schnee fort. Zu seinen letzten Arbeiten gehören viel beachtete Dokumentarfilme wie
Burma VJ: Reporting from a Closed Country (2008) oder The
Act of Killing (2012) und Spielfilme wie The Girl with the
Dragon Tattoo (2009) oder Thomas Vinterbergs Jagten (2012).
Billeskov Jansen unterrichtet Schnitt und Erzähltheorie an
der Dänischen Filmschule in Kopenhagen.
THEMENSCHWERPUNKT
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THEMENSCHWERPUNKT
SCHNITTE INS LEBEN –
MENSCHEN MONTIEREN
Editoren treffen im zu schneidenden Material ständig auf
Menschen, die sie »montieren«, seien es Schauspieler oder
Protagonisten eines Dokumentarfilms. Was aber, wenn
der fertige Film an sich das Gesamtbild eines konkreten
Menschenlebens zum Gegenstand hat? Wie wird man im
Schnitt einem gelebten Leben gerecht, wie montieren sich
hier die Mosaiksteine einer Biographie zu einem stimmigen
Ganzen? In drei sehr praxisbezogenen Podien wird die
Montage verschiedener filmischer Formen diskutiert, die alle
einen bestimmten Menschen in den Mittelpunkt stellen: das
dokumentarische Porträt (Thomas Harlan – Wandersplitter
und Vaterlandsverräter), das fiktionale Biopic (Hannah
Arendt und Jud Süß – Film ohne Gewissen) sowie der autobiographische Dokumentarfilm (David Wants to Fly und
Postcard to Daddy), der das Leben des Filmemachers selbst
zum Gegenstand hat, der in Personalunion nicht nur das
Material des Editoren als Protagonist, sondern auch seine
Arbeitssituation im Schneideraum prägt.
DIE THEMENPANEL
ZWISCHEN FAKT UND FIKTION
MONTAGE IM BIOPIC
SAMSTAG, 25. OKTOBER 2014, 18:00 UHR
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
GAST: BETTINA BÖHLER
MODERATION: KYRA SCHEURER
PHANTOMBILD ODER PERSONENKULT
HERAUSFORDERUNG PORTRÄTMONTAGE
SAMSTAG, 25. OKTOBER 2014, 19:00 UHR
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
GÄSTE: JÖRG HAUSCHILD UND GABRIELE VOSS
MODERATION: KYRA SCHEURER
DER FILMEMACHER ALS MATERIAL
UND MONTAGEPARTNER
SCHNITT IM AUTOBIOGRAFISCHEN DOKUMENTARFILM
MONTAG, 27. OKTOBER 2014, 10:00 UHR
IM OFF BROADWAY
GAST: MARTIN KAYSER-LANDWEHR
MODERATION: KYRA SCHEURER
ZWISCHEN FAKT UND FIKTION
MONTAGE IM BIOPIC
Ein gelebtes Leben hat nicht nur eine Tonalität, eine Haltung,
einen dramatischen Konflikt – ein Kinofilm hingegen muss
sich hier festlegen, um zu überzeugen. Gerade das Biopic bietet
zahlreiche »Fallen« aufgrund des realen Vorbilds, dem gerecht
zu werden man einerseits versucht, andererseits aber notwendig
eine eigene Vision des erzählten Filmstoffs und letztlich auch
der erzählten filmischen Figur entwickeln muss. Einige dieser
Herausforderungen werden erst im Montageprozess offenbar,
in dem final zentrale Fragen beantwortet werden: Wie setzt
man eigene Vision, recherchierte Realität und Erwartungen der
Zuschauer ins Verhältnis? Wo endet künstlerische Freiheit und
beginnt Geschichtsklitterung? Wie findet man in der Montage
ein »Urbild« für eine fiktionale Figur nach realem Vorbild, wie
verleiht man den Ideen hinter der Figur visuell Ausdruck? Auf
welche Nebenfiguren und Zeitebenen muss man eventuell in
der Endfassung im Sinne dramaturgischer Gesetzmäßigkeiten
verzichten, welche historisch relevanten Figuren können wie
»beschnitten« oder mittels Montage »umgedeutet« werden,
ohne Schaden zu nehmen?
Kurz: Wie wird man im Schnitt einem Leben gerecht und montiert die Mosaiksteine einer (filmischen) Biographie zu einem
stimmigen Ganzen?
Bettina Böhler wird Einblick in ihre Montagearbeit an
zwei sehr unterschiedlichen Biopics geben: Hannah Arendt
(R: Margarethe von Trotta) und Jud Süß – Film ohne Gewissen
(R: Oskar Roehler) über den Süß-Darsteller Frank Marian.
Beide Filme stehen zwangsläufig im Kontext der NaziVergangenheit, müssen Stellung zu ideologischen Dogmen
und persönlichen Haltungen von Figuren beziehen. Wie sich
Autorenhaltung und Erzähltonalität in den Filmen spiegeln und
welche Veränderungen Figuren erfahren haben, ist hier genauso Thema wie die Herausforderung, jeweils Originalmaterial
wie die dokumentarischen Bilder des Eichmann-Prozesses im
einen und historisches Filmmaterial des Originalfilms von Veit
Harlan im anderen Fall organisch mit dem Rest zu verknüpfen.
BETTINA BÖHLER
Ab 1979 absolvierte Bettina Böhler ein Praktikum im Kopierwerk
und übernahm zahlreiche Schnittassistenzen. Seit 1985 arbeitet
sie als freie Editorin vor allem im Spielfilmbereich; sie hat mehr
als fünfzig Spiel-, Dokumentar- und Fernsehfilme montiert.
Regelmäßig arbeitet sie mit namhaften deutschen Regisseuren
wie Christian Petzold, Oskar Roehler und Angelina Maccarone
zusammen. Für Margarethe von Trotta montierte sie das im
Jahr 2012 erschiene Biopic Hannah Arendt. Bettina Böhler ist
Mitglied der Europäischen Filmakademie und seit 1991 als
Dozentin für Schnitt an der dffb tätig.
SAMSTAG, 25. OKTOBER 2014, 18:00 UHR
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
(In Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln)
THEMENSCHWERPUNKT
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HERAUSFORDERUNG
PORTRÄTMONTAGE
Thomas Harlan zu porträtieren ist eine facettenreiche Aufgabe –
nicht nur weil er selbst Autor und Filmemacher war. Ziel
des Films über ihn soll seinem Wunsch nach sein, eine
»Geschichte ohne Ich« zu erzählen. Das Fragmentarische der
»Wandersplitter« liegt im Konzept, ebenso wie die Fokussierung
auf den einen »talking head«, den Sprachakrobaten Harlan
zwischen privat und politisch, anekdotisch und philosophisch.
Aus diesen Lebens-Geschichten und der »Geschichte ohne
ich« ein dem Zuschauer kenntlich werdendes Individuum zu
kondensieren, ist die große Leistung der Montage. Gabriele
Voss’ Schnittarbeit besteht wesentlich darin, jenseits von
»Zeitzeugentum« oder »Künstlerporträt« einen Menschen
allein durch seine Sprache Person werden zu lassen.
Auch Paul Gratzig in Vaterlandsverräter ist ein schillernder
Protagonist, ein ehemaliger Künstler, ein lebender Konflikt –
wenn auch in ganz anderer »Betriebstemperatur« als Thomas
Harlan. Hier stellt sich dem Schnitt von Jörg Hauschild eher
die Frage, wann schützt man den Protagonisten vor sich selbst,
wann aber auch einmal das Publikum vor dessen Wucht. Und
in einer anderen Variante der konzentrischen Annäherung an
ein Leben mittels Montage werden Schritt für Schritt, Schnitt
für Schnitt verschiedene Schichten dieser Biographie entblättert, weitere Mosaikstücke zusammengefügt. Die ausgefeilte
Spannungsdramaturgie gewichtet die Anteile verschiedener
Rollen Gratzigs wie Verräter, Vater, Künstler, Liebhaber, Zoon
politicon und Außenseiter und gibt dem Zuschauer gezielt
dosierte Informationen, ohne die Emotion auszuklammern.
Wie sie sich ihren Protagonisten in der Montage genähert haben
und vor welche Herausforderungen sie die Porträtmontage
stellte, berichten Gabriele Voss und Jörg Hauschild im
Gespräch mit Kyra Scheurer.
JÖRG HAUSCHILD
1989 nahm der in Gera geborene Jörg Hauschild sein Studium
an der HFF »Konrad Wolf« auf und gründete 1993 mit zwei
Kommilitonen die Kaspar-Hauschild (heute Kaspar-Albrecht)
Filmgesellschaft, die zunächst Schnittdienstleistungen anbot –
als eine der ersten auf dem AVID. Neben einer Kinderserie
gehörten auch zwei Dokumentarfilme von Andreas Dresen zu
den ersten Arbeiten. Mit Dresen verbindet Jörg Hauschild eine
inzwischen mehr als 20-jährige Zusammenarbeit. Neben seiner Arbeit als Schnittmeister ist Hauschild auch als Komponist
tätig; er lebt und arbeitet in Potsdam.
GABRIELE VOSS
Gabriele Voss promovierte zum Dr. phil. über Wahr­
nehmungstheorie und Ästhetik. Seit 1978 arbeitet sie als
Autorin, Filmemacherin, Editorin und Dramaturgin im
Ruhrgebiet. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des
Filmbüros NW und nahm im Laufe der Jahre verschiedene
Dozenturen an Hochschulen und Filmakademien wahr. Zu
den zahlreichen Büchern, die Gabriele Voss veröffentlicht hat,
gehören Titel wie »Die Kunst, die Welt zu zeigen« (1980) und
»Schnitte in Raum und Zeit« (2006). Gabriele Voss wurde
u.a. mit dem Adolf Grimme Preis, dem Kunstpreis der Stadt
Witten sowie mit dem Verdienstorden des Landes NRW für
ihr Engagement in der kulturellen Filmarbeit ausgezeichnet.
DER FILMEMACHER ALS
MATERIAL UND MONTAGEPARTNER
In den letzten Jahren mehren sich Dokumentarfilme, in denen
der Filmemacher selbst zum Sujet wird. Ob bloßer dramaturgischer Kunstgriff als persönliche Perspektive auf ein
Reportagethema, ob individuelle Sinnsuche, oder das Aufspüren
familiärer Geheimnisse – die Bandbreite des Genres ist groß, in
der Montage aber gibt es immer eine Gemeinsamkeit: Neben
dem Schnittmeister sitzt nicht nur der Regisseur, sondern
eben auch der Protagonist. Inwieweit prägt das den Dialog im
Montageprozess, die Auswahl von Szenen, die Gestaltung möglicher Stilmittel und die Ausformung einer Autorenhaltung?
Martin Kayser-Landwehr wird in diesem Praxispanel anhand
verschiedener Filmausschnitte über zwei Zusammenarbeiten
mit Filmemacher-Protagonisten an ihren sehr verschieden ausgerichteten Projekten berichten. David Sieveking
beschreibt einerseits seinen persönlichen Reifungsprozess
andererseits spürt er den globalen Missionierungsversuchen
eines anderen Davids nach – den Aktivitäten David Lynchs
für die Bewegung der Transmedialen Meditation. Dem­
gegenüber hat Postcard to Daddy von Michael Stock die persönliche Traumabewältigung des vom Vater missbrauchten
Filmemachers zum Gegenstand und stellt – auch die Montage –
vor die Herausforderung, eben jenem Vater persönlich zu
begegnen und verschiedene Lebens- und Krankheitsstationen
des Protagonisten in Beziehung zur Vergangenheit zu setzen.
DER FILMEMACHER ALS MATERIAL UND
PHANTOMBILD ODER PERSONENKULT
MONTAGE­PARTNER
HERAUSFORDERUNG PORTRÄTMONTAGE
SCHNITT IM AUTOBIOGRAFISCHEN DOKUMENTARFILM
SAMSTAG, 25. OKTOBER 2014, 19:00 UHR
MONTAG, 27. OKTOBER 2014, 10:00 UHR
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
IM OFF BROADWAY
GÄSTE: JÖRG HAUSCHILD UND GABRIELE VOSS
GAST: MARTIN KAYSER-LANDWEHR
(In Kooperation mit der UVK-Verlagsgesellschaft)
MARTIN KAYSER-LANDWEHR
Martin Kayser-Landwehr begann in den frühen 1990ern
seine Laufbahn als freier Editor für Werbung, MTV,
VH-1 und Spiegel-TV. Er montierte seitdem zahlreiche
TV-Dokumentationen, Reportagen und Shows. Zu seinen letzten Kino-Dokumentarfilmen gehören neben David wants to fly,
Postcard to Daddy (beide 2010) auch No one but me (2012), Die
letzten Gigolos als Co-Editor (2014) und zuletzt Pink Elephants.
David J. Rauschning Die Kunst der Auslassung
Montage im szenischen Film. 2014, 216 Seiten, € 29,99
»Eine Bereicherung für jeden Förderer, ein Lesespaß für jeden Interessierten,
ein Muss für jeden Filmemacher.«
Thomas Schäffer, Geschäftsführer nordmedia
www.uvk.de/film
PANEL ZUR TONGESTALTUNG
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DAS SOUNDDESIGN ZU
»DAS FINSTERE TAL«
BVFT WERKSTATTGESPRÄCH
von Das finstere Tal, zu einem Werkstattgespräch ins OFF
Broadway ein. Dabei werden Einblicke in die einzelnen
Elemente der Tongestaltung gewährt.
MATCH CUT! –
MEET THE EDITOR
SPEED-DATINGEVENT
SCHÜLER AUF
MONTAGE
SCHULFILM­
PROGRAMM
Filmplus bietet in seiner 14. Ausgabe für Editoren, Pro­
duzenten und Regisseure erstmals ein maßgeschneidertes
Speed-Dating-Format an. Das Foyer des Filmhaus Kinos
in Köln bietet am Montag hierfür den Rahmen und schafft
Möglichkeiten zum unkomplizierten Kennenlernen und
Vernetzen. Vierzig Teilnehmer wurden ausgewählt. Die
Moderation der Debütveranstaltung übernimmt mit Sabine
Brose eine erfahrene Filmeditorin (Deutscher Kamerapreis für
Zappelphilipp) und Mediatorin gleichermaßen. Im Anschluss
an das lebhafte Wechsel-Meeting können die Gespräche bei
einem Umtrunk vertieft werden.
Mit einem gemeinsamen Schulfilmangebot wollen Filmplus
und »doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche« Schüler und Pädagogen an die Schnittstelle der
Filmentschlüsselung führen – zur Montage. Gezeigt wird
der preisgekrönte Dokumentarfilm Am Ende der Milchstraße,
dessen Editoren und Regisseure Leopold Grün und Dirk
Uhlig für den Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm
nominiert sind. Im anschließenden Gespräch werden beide
von der Entstehung ihres Films im Schneideraum erzählen
und medienpädagogische Aspekte mit den Jugendlichen im
Kino reflektieren.
MONTAG, 27. OKTOBER 2014, 16:30 UHR
MONTAG, 27. OKTOBER 2014, 09:00 UHR
IM FILMHAUSKINO KÖLN
IM FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG
MONTAG, 27. OKTOBER 2014, 12:00 UHR
IM OFF BROADWAY
SCREENING: DAS FINSTERE TAL
A/D 2014, REGIE: ANDREAS PROCHASKA, 114 MIN.
MONTAG, 27. OKTOBER 2014, 14:00 UHR
IM OFF BROADWAY
Der Film Das finstere Tal von Andreas Prochaska versetzt
den Zuschauer in die historische Welt eines feindseligen, winterlichen Bergdorfs. Diese fiktive Realität wird fast über die
gesamte Dauer des Films auf eine stilisierte und subjektive
Weise erzählt.
Das herausragende Sounddesign macht die entlegene
Schneewelt physisch greifbar und vermittelt zum Beispiel Kälte,
Weite, Stille, Gewicht, aber auch Gefahr und Vorahnung. An
mehreren entscheidenden Handlungspunkten nimmt sich die
Filmmusik komplett zurück und überlässt dem Sounddesign
den Aufbau der Spannung. Bildmontage, Tongestaltung und
Filmmusik wirken im Film sehr organisch zusammen und
verstärken sich gegenseitig.
Das finstere Tal hat hierfür 2014 den Deutschen Filmpreis für
den besten Sound gewonnen (Preisträger: Tschangis Charokh,
Christof Ebhardt, Dietmar Zuson).
Die Berufsvereinigung Filmton bvft lädt Mitglieder des
Sounddesign Teams und Daniel Prochaska, den Filmeditor
WERKSTATTGESPRÄCH
TSCHANGIS CHAROKH (Mischtonmeister und Leiter der
Tonabteilung bei Arri), DANIEL PROCHASKA (Filmeditor)
sowie weiteren Mitgliedern des Sounddesign-Teams,
ANDREAS HILDEBRANDT (BVFT), Moderation
Die bvft dankt den Gästen sowie X Filme und X Verleih AG
für die Erlaubnis, Das finstere Tal vorführen zu dürfen. Am
22.11.2014 wird es im Rahmen der SoundTrack_Cologne 11
einen weiterführenden Workshop zu Konzeption und Kon­
struktion der Tonspur von Das finstere Tal geben. Dort werden Matthias Weber, der Komponist, und Tschangis Charokh,
der Mischtonmeister, zu Gast sein.
Details unter www.soundtrackcologne.de.
Mehr Informationen zur Berufsvereinigung Filmton unter
www.bvft.de
DANK / IMPRESSUM / TEAM
XX | XX
HERZLICHEN DANK AN
IMPRESSUM | TEAM 2014
Christoph Augenstein, Jule Bartram, Christine Berg, Ute
Berg, Brigitte Bette, Janus Billeskov Jansen, Bettina Böhler,
Sabine Brose, Brigitte Busch, Katharina Blum, Madlen Budak,
Stephan Colli, Alexandra Dathe, Peter Dinges, Michaela
Düysen, Miriam Edinger, Klaus Eichler, Britta Frantzen,
Carola Frommer, Andreas Füser, Hans W. Geißendörfer,
Marina Gerbershagen, Claudia Gleisner, Robert Groß, Tanja
Güß, Peter Hartig, Jörg Hauschild, Martin Hautzel, Ursula
Höf, Claudia Hayn, Nicole Heckel, Monica Hellström,
Simona Hibler, Andreas Hildebrandt, Ulrich Höcherl, Alfred
Holighaus, Vanessa Jopp, Christian Juhl, Ulf Kalis, Felix
Kaus, Martin Kayser-Landwehr, Anja Keienburg, Andreas
Klapper, Birthe Klinge, Britta Klöpfer, Peer Knue, Maria
Anna Kollmann, Sebastian Korn, Katharina Koß, Thomas
Krag, Christiane Krämer, Julia Kratz, Isabel Krolla, Monika
Krüll, Gaby Kull-Neujahr, Rüdiger Laske, Britta Lengowski,
Jochen Link, Claudia Linzer, Silke Löhmann, Philipp von
Lucke, Hans Albrecht Lusznat. Alexandra Maier, Christian
Meyer, Petra Müller, Bernd Neuendorf, Oliver Neumann,
Sunedria Nicholls-Gärtner, Daniela Padalewski-Gerber, Urban
Pappi, Karina Pasternak, Konrad Peschen, Silke Regele, Uschi
Reich, Gabi Reil, Eva-Maria Rieskamp, Aycha Riffi, Esther
Rossenbach, Jürgen Roters, Stephan Sarasi, Ruth Schiffer,
Felix Schledde, Kathrin Schlösser, Christian Schmalz, Rüdiger
Schmidt-Sodingen, Hannelore Schmitz, Martin Schneider,
Julia Schymik, Felix Seifert, Gudrun Sommer, Angela Spizig,
Simone Stewens, Birgit Tepner, Yani Thilges, Kristina
Trapp, Carsten Tritt, Nicola Undritz, Evelyn Voigt-Müller,
Gabriele Voss, Barbara von Weitershausen, Eva Weissenberg,
Eik Wessler, Jonas Weydemann, Rafaela Wilde und René
Wynands. Das Team von Filmplus und unsere Vorjurys für die
Schnitt Preise: Kathrin Dietzel, Klaus Eichler, Tobi Haas, Karin
Hammer, Andrea Wagner und Jürgen Winkelblech.
Filmplus gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)
Geschäftsführer: Nikolaj Nikitin und Oliver Baumgarten
Vondelstraße 26, 50677 Köln | +49 221 28 58 706
www.filmplus.de
KÜNSTLERISCHE LEITUNG
Oliver Baumgarten, Kyra Scheurer
GESCHÄFTSFÜHRUNG
Nikolaj Nikitin
ORGANISATORISCHE LEITUNG
1 Heft
gratis
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Luisa Schwamborn
REDAKTION
Werner Busch
GÄSTEBETREUUNG
Alexander Scholz
BERATUNG
Eva Tüttelmann
FESTIVAL-TEAM
David Aigner, Felix Altmann, Björn Beckers, Dominik Bühler,
Nicolas Haverkamp, Philip Hübenthal, Janna Mehring,
Sophie Menacher, Eckhard Plöttner, Juliane Pielot, Dominic Plüss,
Martin Reincke, André Weber
FOTOGRAFEN
Thomas Sawer, Werner Busch
PRESSEARBEIT
Jennifer Jones / Kölner Filmpresse & Service GmbH
TRAILER PREISVERLEIHUNG
Act Videoproduktion GmbH und Eva Weissenberg
GESAMTERSCHEINUNGSBILD UND WEBAUFTRITT
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Oktober Kommunikationsdesign | Bochum
www.oktober.de
DRUCK KATALOG
B&W Media-Service, Essen
BILDNACHWEIS
Verleihe, Tina Umlauf, Hans-Albrecht Luznat (S. 6), Dixie Schmiedle
(S. 19), Filmhaus Köln (S. 41)
www.kameramann.de
KONTAKT
FILMPLUS
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Kunst und Fotos
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