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Das trockene Auge

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Sonderpublikation zu DAS PTA MAGAZIN,
Ausgabe 03/2015
Das trockene Auge
Die Keratoconjunctivitis sicca (Syndrom des trockenen
Auges, Sicca-Syndrom) ist in der Bevölkerung weit
verbreitet. Ursache für die Entstehung eines „trockenen
Auges“ ist entweder eine veränderte Zusammensetzung
des Tränenfilms oder eine verminderte Tränenmenge
durch vermehrte Verdunstung. Leichtere Beschwerden
können im Rahmen der Selbstmedikation therapiert
werden. Hierbei kommen wässrige Tränenersatzmittel
und lipidhaltige Präparate zum Einsatz.
[Sonderpublikation]
B
rennende, juckende oder gerötete Augen, Fremdkörpergefühl, geschwollene Lider, erhöhte Lichtempfindlichkeit – viele Menschen leiden an Beschwerden dieser Art. Sie können Anzeichen für
ein trockenes Auge sein (Keratoconjunctivitis sicca, SiccaSyndrom, dry eye syndrome). Inzwischen gehört dieses Syndrom nach den Sehschwächen zu den häufigsten Augenerkrankungen: Etwa 10 bis 12 Millionen Bundesbürger leiden
laut Schätzungen darunter.1 Über die Hälfte von ihnen sind
so stark betroffen, dass sie in ihrem Alltag erheblich beeinträchtigt sind: Leistungsfähigkeit und Lebensqualität können
deutlich eingeschränkt sein.
Um diese Kunden in der Apotheke qualifiziert beraten zu
können, ist Fachwissen zu Symptomatik, Ursachen sowie geeigneten Therapiemöglichkeiten des komplexen Beschwerdebildes unerlässlich. Ebenso sollte eine Abgrenzung zu anderen
Augenkrankheiten getroffen werden können. Nicht zuletzt
kann die PTA den Betroffenen compliancefördernde Tipps
für eine richtige Anwendung entsprechender Ophthalmika
und zur Lebensstiländerung geben.
Das menschliche Auge
Pro Sekunde nehmen die Augen mehrere Millionen Informationen auf und geben sie an das Gehirn weiter. Entsprechend
komplex sind Anatomie und Physiologie.
Der Augapfel befindet sich gut geschützt in der knöchernen
Augenhöhle. Er ist in drei, mit lichtdurchlässiger und klarer
Flüssigkeit gefüllte Hohlräume gegliedert: die vordere und
Das Auge ist das Sinnesorgan, mit dem der Mensch in die Welt blickt.
Etwa 80 Prozent aller Informationen aus der Umwelt werden über das
Auge erfasst. Als Schutz der Augenoberfläche nach außen dient ein dreischichtiger Tränenfilm. Ist dessen Funktionalität gestört, kann es zum
Beschwerdebild „trockenes Auge“ kommen. Betroffene benötigen eine
sachkundige Beratung, denn bei der Selbstmedikation dieser häufig auftretenden Augenerkrankung gibt es einiges zu beachten.
Trockenes Auge
BAK 2015/007
Entstehung – Therapie – Beratung
2
> DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n - - 03/2015 <
Tränenpünktchen
Der Aufbau des Tränenapparats
Tränensack
Tränendrüse
Meibomsche Drüsen
Tränennasenkanal
Trockene Augen nehmen durch den modernen Lebensstil und
die demografische Entwicklung zu; etwa 10 bis 12 Millionen
Bundesbürger sind mittlerweile betroffen.1
hintere Augenkammer sowie den gallertartigen Glaskörperraum. Sechs Muskeln sorgen für seine Beweglichkeit.
Fast der gesamte Augapfel ist von der weißen Lederhaut, einer
dicken Bindegewebskapsel, umhüllt. Im vorderen Bereich ist
die Lederhaut von der Bindehaut (Konjunktiva) überzogen.
Sie kleidet die Augenlider von innen aus, bedeckt die vorderen
Anteile der Lederhaut und endet am Rand der Hornhaut (Cornea). Von den Becherzellen der Bindehaut wird ein Schleim
abgesondert, der für die Haftung des Tränenfilms (s. u.) auf
der Oberfläche der Hornhaut sorgt. Die klare, mehrschichtige
Hornhaut ist wie ein Uhrglas in die Lederhaut eingebettet. Sie
ist das wichtigste brechende Medium des Sehapparates. Hinter
der Hornhaut befindet sich die Regenbogenhaut (Iris), die dem
Auge die individuelle Farbe verleiht. Es handelt sich um einen
Ringmuskel mit einer Öffnung in der Mitte, der Pupille. Die
Iris reguliert mit ihren Muskeln wie die Blende einer Kamera
den Lichteinfall durch die Pupille in das Augeninnere. Sie endet am Ziliarkörper. Über einen Muskelkranz ist die elastische
Linse damit verbunden.
Der größte Teil der Augeninnenseite ist von der Netzhaut bedeckt, in der die Lichtsinneszellen (Stäbchen und Zapfen) liegen. Sie wandeln das einfallende Licht in Nervenimpulse um,
welche an das Gehirn weitergegeben werden. Sowohl Stäbchen
wie Zapfen enthalten Rhodopsin, den Sehpurpur. Der Ort des
schärfsten Sehens, der gelbe Fleck, befindet sich auf der Rückseite des Auges. Hier ist die Anzahl der Sinneszellen besonders
hoch. Der Sehnerv und die Blutgefäße verlaufen durch eine
Öffnung im hinteren Teil der Augenhöhle.
Die Lider dienen als Schutz des Auges vor mechanischen Einwirkungen, Licht und Austrocknung. Die von Drüsen am Lidrand gebildeten Sekrete sorgen für eine optimale Zusammensetzung des Tränenfilms (s. u.). Dafür sind die Meibomschen
Drüsen von besonderer Bedeutung.
Der Tränenapparat ist ein Anhangsorgan des Auges. Seine Aufgaben sind die Produktion der Tränenflüssigkeit, deren Transport ins Auge und die Ableitung der Flüssigkeit daraus. Jedes
Auge verfügt über eine Tränendrüse, die die Tränenflüssigkeit,
ebenfalls ein Bestandteil des Tränenfilms (s. u.), produziert.
Zu den ableitenden Strukturen gehören das obere und das untere Tränenpünktchen, die Tränenkanälchen, der Tränensack
und der Tränennasengang. Sie sorgen dafür, dass die sich im
Bindehautsack sammelnde Flüssigkeit über die Nase abgeleitet
werden kann.
Der Tränenfilm und seine Bedeutung
Die von den Meibomschen Drüsen, der Tränendrüse und den
Becherzellen der Bindehaut produzierten Sekrete schützen
das Auge und halten seine Funktionsfähigkeit aufrecht.
Der Tränenfilm bedeckt den Teil der Oberfläche des Auges, der Kontakt mit der Umwelt hat, und übernimmt so
auch eine schützende Funktion vor Krankheitserregern und
anderen Stoffen. Störungen der Produktion, Zusammenset-
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zung, Benetzung oder eine erhöhte Verdunstung des Tränenfilms können gravierende Auswirkungen auf das Sehvermögen und den Schutz vor Krankheitserregern haben.
Zusammensetzung: Der Tränenfilm besteht aus drei
Schichten. Die innere Schicht ist die schleimhaltige Mucinschicht und wird von den Becherzellen in der Bindehaut produziert. Die mittlere wässrige Schicht wird von
den Tränendrüsen produziert und macht den größten Teil
des Tränenfilms aus. Die äußere Schicht ist sehr fettreich
und wird deshalb Lipidschicht genannt. Sie schützt vor
einem zu schnellen Verdunsten der wässrigen Schicht und
dient dem Stabilisieren des Tränenfilms auf der Augenoberfläche. Gebildet werden die Komponenten der Lipidschicht von den Meibomschen Drüsen, die sich am inneren
Lidrand befinden. Durch den Lidschlag und das Vorhandensein der Mucinschicht spreitet die Tränenflüssigkeit auf der
Hornhaut und bildet den Tränenfilm.
Der Tränenfilm enthält verschiedenste Substanzen, unter
anderem Enzyme wie Lysozym, Peroxydase oder Amylase,
Immunglobuline, Stoffwechselprodukte wie Glukose und
Prostaglandine sowie Elektrolyte. Einige davon schützen vor
Infektionen, andere dienen zum Beispiel der Stabilisierung.
Schutz und Nährstoffversorgung: Der Tränenfilm hat vielfältige Funktionen: Er hält Hornhaut und Bindehaut feucht,
wehrt Krankheitserreger ab und glättet Unebenheiten der
Hornhaut. Darüber hinaus sorgt er dafür, dass kleinste
Fremdkörper aus dem Auge ausgeschwemmt werden und
Auge mit intakter Lipidschicht
umschalten: Die Blutgefäße der Bindehaut liefern jetzt den
notwendigen Sauerstoff. Das führt dazu, dass bei den Betroffenen die Augen morgens gerötet und geschwollen sind, da
die Bindehaut stärker als sonst durchblutet wird. Trockene
Augen sind dem Angriff von Erregern wie Bakterien und Viren fast ungeschützt ausgesetzt, somit steigt auch die Gefahr
von Infektionen.
Die Bedeutung des Lidschlags: Das Schlagen des Lides oder
das Blinzeln geschieht unbewusst und synchron an beiden
Augen. Dabei dauert ein Lidschlag etwa 0,25 Sekunden, mit
anschließender Pause von circa 5 Sekunden. Pro Minute blinzelt ein gesunder Mensch also etwa 12 bis 15 Mal. Die Bewegungen der Lider regen die Tränenproduktion an und sorgen
gleichzeitig dafür, dass sich der Tränenfilm stets neu ausbreitet. Bei Lidschluss reißt er, um sich mit dem Öffnen der Lider
wieder aufzubauen. Nimmt die Lidschlagfrequenz ab, wie
es beispielsweise beim langen Blicken auf einen Bildschirm
der Fall ist, kann sich der Tränenfilm nicht mehr richtig auf
der Augenoberfläche verteilen, mit der Konsequenz, dass die
Hornhaut beginnt auszutrocknen.
Weit verbreitet: Das trockene Auge
Die Keratoconjunctivitis sicca ist eine Benetzungsstörung der
Augenoberfläche. Hervorgerufen wird sie durch einen Mangel
an Tränenflüssigkeit oder eine veränderte Zusammensetzung
des Tränenfilms. Das Auge wird nicht mehr optimal befeuchtet.
Die Inzidenz des trockenen Auges nimmt weltweit zu. In
Beim gesunden Auge verhindert die Lipidschicht ein Verdunsten von Flüssigkeit aus der wässrigen Schicht.
Durch die beschädigte Lipidschicht kann Feuchtigkeit aus der wässrigen
Schicht entweichen.
die Augenlider gut gleiten. Nicht zuletzt ist er für die Versorgung der äußeren Hornhaut mit Nährstoffen zuständig.
Bei einem gesunden Auge stehen Tränenproduktion und
Verdunstung in einem ausgewogenen Verhältnis. Wird zu
wenig Flüssigkeit produziert oder aber verdunstet zu viel,
gerät das fein austarierte System aus dem Lot. Besondere
Bedeutung kommt hier der Lipidschicht zu. Ist sie nicht
intakt, etwa durch eine Fehlfunktion der Meibomschen Drüsen, nimmt die Verdunstungsrate der darunterliegenden,
wässrigen Schicht stark zu.
Das hat Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Tränenfilms: Er wird hyperton, was der Hornhaut Wasser entzieht (Dehydrierung). Gleichzeitig wird die Cornea nicht
mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Sie besitzt keine
eigenen Blutgefäße und muss auf eine Art „Notprogramm“
Deutschland sind laut Schätzungen bereits 10 bis 12 Millionen Menschen betroffen.1 Und damit fast jeder fünfte Patient,
der einen Augenarzt aufsucht. Ursächlich für den Anstieg sind
neben der demografischen Entwicklung und dem modernen
Lebensstil auch Umweltbelastungen wie beispielsweise Ozon
und Feinstaub.
Klassifikation: Entsprechend seiner Genese wird das trockene Auge in unterschiedliche Formen unterteilt:
>Störung der Lipidschicht (evaporative Form): Hierbei ist
die Lipidschicht des Tränenfilms gestört, und es kommt
zur Verdunstung von Tränenflüssigkeit. Eine Störung der
Lipidphase ist die am häufigsten anzutreffende Ursache
für Benetzungsstörungen.2
>Störung der wässrig-mucinösen Schicht (hyposekretorische
Form): Sind die wässrige und mucinöse Schicht beein-
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Auge mit beschädigter Lipidschicht
trächtigt, kommt es zu einer verminderten Produktion
von Tränenflüssigkeit.
>kombinierte Form: Es liegt eine gleichzeitige Störung der
Lipidschicht und der wässrig-mucinösen Schicht vor.
Zudem unterscheidet man die Schweregrade mild (1), leicht
(2a), mittel (2b) und schwer (3).
Vielfältige Symptome
Die Beschwerden, die ein trockenes Auge verursacht, sind
sehr vielfältig und individuell verschieden. Zu den häufigsten Symptomen gehören Brennen, Stechen und Jucken der Augen, Fremdkörpergefühl (Gefühl, reiben zu
müssen) sowie Augenrötung. Typisch sind zudem erhöhte
Lichtempfindlichkeit und durch vermehrte Schleimabsonderung verklebte Augenlider, besonders morgens nach dem
Aufwachen. Müde Augen, geschwollene Lider sowie Unverträglichkeit von Kontaktlinsen und Kosmetika können
weitere charakteristische Anzeichen eines trockenen Auges
sein. Paradoxerweise kann es auch zu einem vermehrten
Tränen der Augen infolge der gestörten Benetzung kommen: Wenn die Lipidschicht beeinträchtigt ist, bleibt die
Tränenflüssigkeit nicht an der Augenoberfläche haften,
sondern fließt heraus. Diese Symptomatik ist bei Kälte
und Wind besonders ausgeprägt.
Verschiedene Ursachen
Das trockene Auge hat viele mögliche Ursachen, zu denen
neben bestimmten Grunderkrankungen auch Medikamente,
einige Lebensstilfaktoren sowie Umwelteinflüsse oder das
Tragen von Kontaktlinsen gehören.
Lebensstil und Umwelteinflüsse: Das Arbeiten und Spielen am Bildschirm ist inzwischen eine häufige Ursache für
eine gestörte Benetzung – einer der Gründe dafür, dass die
Inzidenz des trockenen Auges deutlich gestiegen ist. Daher
wird häufig auch vom Office-Eye-Syndrome gesprochen.
Denn der stundenlange, oft starre Blick auf den Bildschirm
vermindert die Blinkfrequenz. Das kann zu einer Störung des
Tränenfilmaufbaues führen. Die Verdunstung der wässrigen
Schicht des Tränenfilms und damit die Entstehung eines trockenen Auges wird darüber hinaus beispielweise auch durch
Zigarettenrauch, Zugluft sowie Umweltfaktoren wie Feinstaub und Smog gefördert.
Geschlecht und Alter: Mit steigendem Alter nimmt die Tränenproduktion ab, wobei Frauen davon stärker betroffen sind
als Männer. Denn im Alter produzieren nicht nur Männer,
sondern auch Frauen weniger Testosteron. Ein Mangel verringert nicht nur die Menge gebildeter Tränenflüssigkeit,
sondern stört auch die Funktion der Meibomschen Drüsen.
Bei Frauen ist vor allem nach den Wechseljahren die hormonelle Umstellung Auslöser für trockene Augen.
Grunderkrankungen: Das Sicca-Syndrom tritt häufig in
Verbindung mit Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus,
Schilddrüsenerkrankungen, neurologischen Erkrankungen
oder rheumatoider Arthritis auf. Das gilt ebenso für Hautkrankheiten (z. B. Rosacea), denn die Augenoberfläche ist ent-
Einfluss auf Lebensqualität und Sehkraft
Insgesamt können die Beschwerden durch ein trockenes Auge sehr belastend sein. Wie Studien zeigen, können sie die Lebensqualität und Arbeitsleistung der Betroffenen signifikant
herabsetzen.4,5
Abseits dessen ist bei Patienten mit einem trockenen Auge oftmals die Sehkraft signifikant verringert. So war zum Beispiel
bei Patienten mit trockenem Auge an einem Fahrsimulator die
Anzahl der verpassten Ziele auf dem Bildschirm deutlich höher
als bei Probanden ohne trockenes Auge.6 Zudem konnte gezeigt
werden, dass die Lesegeschwindigkeit signifikant langsamer
ist im Vergleich zu Menschen mit gesunden Augen – sie nimmt
analog zur Schwere der Benetzungsstörung ab.7
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wicklungsgeschichtlich umgewandelte äußere Haut. Häufige
Auslöser trockener Augen sind darüber hinaus Erkrankungen
am Auge wie Lidrandentzündungen, Lidfehlstellungen oder
Verletzungen der Augenlider. Eine Blockade oder ein Verschluss der Meibomschen Drüsen gehört ebenfalls dazu.
Auslöser Medikamente: Einige Medikamente können den
komplexen Vorgang der Tränenproduktion negativ beeinflussen. Diese Gefahr besteht beispielsweise bei Betablockern, Diuretika, Antihistaminika und Anticholinergika,
Neuroleptika sowie tri- und tetrazyklischen Antidepressiva.
5 Minuten deren Wegstrecke gemessen. Sind dann weniger als
5 Millimeter des Filterpapiers blau gefärbt, besteht ein Mangel an Tränenflüssigkeit.
Aufschluss über die Stabilität und damit Qualität des Tränenfilms gibt die Zeitspanne zwischen Lidschlag und Aufreißen des Tränenfilms (Tränenfilmaufreißzeit, break up-time,
BUT) genannt. Um diese zu bestimmen, wird der Tränenfilm mit Fluorescein angefärbt. Mit Hilfe einer Spaltlampe
prüft der Augenarzt nun, wie stabil der Tränenfilm ist. Dazu
muss der Untersuchte das Auge, so lange es geht, offenhalten.
Mit jedem Lidschlag wird ein neuer Tränenfilm aufgebaut.
Das gesunde Auge hat eine Tränenfilmaufreißzeit von etwa
20 bis 30 Sekunden.
Diagnose: Tränenfilm auf dem Prüfstand
Bei Verdacht auf ein trockenes Auge sollte in jedem Fall eine
augenärztliche Untersuchung stattfinden. Zur Absicherung
der Diagnose werden dabei die Menge der Tränenflüssigkeit
und die Stabilität des Tränenfilms analysiert.
Die Bestimmung der Menge erfolgt mit dem Schirmer-IITest. Dabei wird ein winziger Filterpapierstreifen in den äußeren Lidwinkel in den Bindehautsack eingehängt. Die Tränenflüssigkeit wird vom Filterpapier aufgesogen und nach
6
Schwarze Stellen im fluoreszierenden Tränenfilm verdeutlichen den Moment, in dem er reißt. Dauert dies weniger als
10 Sekunden, gehen Ophthalmologen von einem instabilen
Tränenfilm aus.
Wichtig: Abgrenzung zu anderen Augenerkrankungen
Die Beschwerden, die ein trockenes Auge verursacht, sind
vielfältig und nicht immer spezifisch. Deshalb sollte der PTA
bekannt sein, welche anderen Augenkrankheiten mit welchen
Symptomen in Erscheinung treten können – ungeachtet dessen, dass die Diagnostik und Abgrenzung in jedem Fall dem
Augenarzt obliegt. Erschwerend kommt hinzu, dass die nachfolgend aufgeführten Krankheiten mit Beschwerden einhergehen, die sich auch bei einem trockenen Auge zeigen können.
Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Ihre Symptome
sind jenen des trockenen Auges sehr ähnlich. Denn typisch für
eine Bindehautentzündung sind die Rötung der Bindehaut,
Brennen, Jucken und Sandkorngefühl im Auge. Unterschieden werden infektiöse von nicht infektiösen Entzündungen.
Die infektiöse Form wird durch Bakterien oder Viren verursacht, wobei die Infektion oftmals zunächst nur ein Auge
betrifft und dann meist durch Reiben auf das andere Auge
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Weitere Arzneimittel, die die Entstehung eines trockenen
Auges begünstigen können, sind Östrogene und Vitamin-ASäure-Derivate. Auch topische Ophthalmika wie Betablocker,
Kortison, Sympathomimetika oder Antibiotika sowie einige
Konservierungsstoffe stehen im Verdacht, die Entstehung
eines trockenen Auges zu fördern.
Kontaktlinsen: Bei rund der Hälfte der Träger von (besonders
weichen) Kontaktlinsen treten Symptome des trockenen Auges auf. Das Risiko, das Sicca-Syndrom zu entwickeln, ist bei
ihnen etwa um den Faktor 12 höher als bei Nichtanwendern.3
Die Beschwerden treten auch bei Jüngeren vorrangig nach
längerem Tragen von Kontaktlinsen auf.
übertragen wird. Ein klassisches Merkmal der infektiösen
Bindehautentzündung sind verklebte Augenlider, die durch
die eitrigen Absonderungen der Erreger entstehen.
Zu den nicht infektiösen Varianten zählt die allergische Konjunktivitis, verursacht unter anderem durch Pollenallergene,
Pilzsporen, Bestandteile von Kosmetika oder Milbenkot.
Sie tritt in der Regel an beiden Augen gleichzeitig auf. Auch
chemisch-physikalische Reize wie Rauch, Staub oder Chlor
können Auslöser einer Bindehautentzündung sein.
Lidrandentzündung (Blepharitis): Diese entzündliche Augenerkrankung ist durch tränende, juckende und gerötete
Augen gekennzeichnet. Ein weiterhin häufiges Symptom einer Lidrandentzündung sind verklebte Augenlider, besonders
morgens beim Aufwachen.
Ursache ist meist eine bakterielle Infektion mit Staphylokokken. Daneben gibt es auch verschiedene nicht infektiöse
Ursachen wie beispielsweise eine erhöhte Talgproduktion
der Haut (Seborrhö) oder aber eine Funktionsstörung der
Meibomschen Drüsen in den inneren Lidrändern – diese
führt wiederum zum Krankheitsbild des „trockenen Auges“.
Gerstenkorn (Hordeolum): Dabei handelt es sich um eine
akute eitrige Entzündung am Rand des Augenlids, die sich
durch starke Schmerzen, Druckempfindlichkeit sowie durch
Rötung und Schwellung des betroffenen Augenlid(rand)es
zeigt. Nach kurzer Zeit entwickelt sich ein eitriger Abszess.
Er öffnet sich in der Regel von selbst, und der Eiter kann
abfließen.
Ein Gerstenkorn wird durch Bakterien hervorgerufen, meist
durch Staphylokokken, welche in Drüsengänge am Lidrand
eindringen.
Das trockene Auge: Therapieoptionen
In der Selbstmedikation werden in den meisten Fällen Präparate empfohlen, die als „künstliche Tränen“ bezeichnet werden. Sie befeuchten die Augenoberfläche über einen längeren
Zeitraum hinweg.
Dafür hält das Apothekensortiment zahlreiche Präparate
unterschiedlicher Zusammensetzung und Konsistenz bereit. Welches davon im Einzelfall am besten zur Therapie
geeignet ist, richtet sich nach Schweregrad und Form der
Beschwerden.
Wässrige Tränenersatzmittel: Sie werden auch als „künstliche Tränen“ bezeichnet und stehen in Form von Augentropfen und Gelen unterschiedlicher Viskosität für die Therapie
zur Verfügung. Um die Verweildauer am Auge zu erhöhen,
enthalten die meisten wässrigen Formulierungen polymere
Filmbildner.
Bei leichten, gelegentlich auftretenden Symptomen sind
wässrige Lösungen synthetischer Polymere mit niedriger
Viskosität wie Polyvinylpyrrolidon (Povidon, PVP) oder
Polyvinylalkohol (PVA) oft ausreichend. Filmbildner mit Cellulosederivaten wie Hypromellose und Carbomer sind höher
viskos und eignen sich für stärkere Beschwerden.
Das Polymer Hyaluronsäure ähnelt den natürlichen Mucinen des Tränenfilms und haftet gut auf der Augenoberfläche. Hyaluronsäure verfügt über thixotrope Eigenschaften:
Bei geöffnetem Auge ist sie höher viskos. Durch die mechanische Belastung des Lidschlags nimmt ihre Viskosität
ab, und sie verteilt sich auf der Augenoberfläche. Präparate
mit Hyaluronsäure werden bei mittelschweren bis schweren
Symptomen eingesetzt. Kombinationen mit Dexpanthenol
pflegen und befeuchten das Auge zusätzlich. Auch Vitamin A
kommt zum Einsatz.
Lipidhaltige Präparate: Häufigster Grund für trockene Augen
ist eine Störung der Lipidschicht.2 Im gesunden Auge schützt
diese äußerste Schicht des Tränenfilms die darunterliegende
wässrige Schicht. Ist die Lipidschicht gestört, verdunstet die
Tränenschicht schneller oder fließt über den Lidrand ab. In
diesem Fall oder wenn wässrige Tränenersatzmittel nicht den
gewünschten Erfolg bringen, sind lipidhaltige Präparate angezeigt. Sie enthalten meist Phospholipide. Phospholipide
sind physiologische Bestandteile der fetthaltigen Schicht des
Tränenfilms. Sie bestehen aus Cholin, Glycerin, Phosphorsäure und Fettsäuren und gelten auch als natürliche Tenside.
Durch ihre Fähigkeit, hydrophile und hydrophobe Bestandteile von Flüssigkeiten zu emulgieren, stabilisieren sie die
wässrige Schicht des Tränenfilm.
Um Phospholipide ins Auge einbringen zu können, werden
sie in eine liposomale Form überführt. Liposomen sind winzig
kleine Vesikel (Kügelchen), die aus einer oder mehreren Lipiddoppelschichten bestehen. Diese umschließen vollständig
einen wässrigen Kern. Für die pharmazeutische Verwendung
werden sie in der Regel aus Phospholipiden hergestellt, die
ohnehin zur physiologischen Ausstattung des Tränenfilms
gehören.
Werden sie in Form eines Spray auf das geschlossene Augenlid aufgebracht, gelangen sie durch den Lidschlag über die
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Die Verdunstung des Tränenfilms wird durch langes Schauen auf einen Bildschirm, trockene
Heizungsluft sowie Aufenthalt in klimatisierten Räumen verstärkt.
Behandlung eines trockenen Auges mit zu den schwierigeren
Aufgaben im augenärztlichen Bereich gehört. Denn eine gesicherte Diagnose mit Feststellung der genauen Ursache kann
nur durch spezielle Messmethoden erfolgen. Oftmals wird
nicht gleich zu Beginn der Therapie das am besten geeignete Präparat gefunden. Dann müssen mehrere ausprobiert
werden, bis sich das individuell Wirksamste findet. Darüber
hinaus sollte die PTA unbedingt darauf hinweisen, dass die
volle Wirksamkeit der jeweils gewählten Behandlung mitunter erst nach Wochen bis Monaten eintreten kann. Die
Patienten benötigen also Geduld.
Hilfe zur Selbsthilfe: Bei einem trockenen Auge können
die Betroffenen zur Linderung ihrer Beschwerden beitragen. Welche Maßnahmen und Änderungen des Lebensstils
sie dazu ergreifen können, sollten PTA den Kunden bei der
Beratung und Abgabe der Präparate aufzeigen (vgl. Kasten).
Für das Beratungsgespräch
Bei der Beratung von Kunden mit einem trockenen Auge
sollte die PTA diesen neben der Empfehlung eines geeigneten
Präparates auch Hinweise zu dessen richtiger Anwendung
geben. Insbesondere bei Augentropfen sollte erklärt werden,
wie das Einträufeln möglichst einfach erfolgen kann. Damit
keine Verunreinigungen entstehen und Krankheitserreger
übertragen werden, darf die Tropfflasche nicht das Augenlid,
die Wimpern oder das Auge direkt berühren. Augentropfen
sollten immer nur von einer Person verwendet werden. Kontaktlinsen müssen vor der Anwendung entfernt werden. Dies
gilt nicht für Sprays, die mit etwas Abstand auf die geschlossenen Augen gesprüht werden.
Wichtig ist auch, die Aufbrauchfrist zu beachten und diese auf dem Präparat zu vermerken. Um Anwendungsfehler
zu vermeiden, sollten dem Kunden wichtige Informationen
möglichst in schriftlicher Form mitgegeben werden.
Compliance ist gefragt: PTA können den Betroffenen auch
helfen, indem sie darüber aufklären, dass eine effektive
8
Beratungstipps bei trockenem Auge
Neben Empfehlungen, wie Ophthalmika anzuwenden sind, spielen bei der Beratung von Kunden mit einem trockenen Auge Hinweise zum Lebensstil und zur Vermeidung von Risikofaktoren eine
große Rolle. Hier die wichtigsten Tipps:
>Beim Arbeiten/Spielen am Bildschirm und beim Fernsehen regelmäßige Pausen zur Entspannung der Augen einlegen; dabei
Lider schließen und wieder öffnen.
>Für ausreichend Frischluft in Räumen sorgen und viel an die
frische Luft gehen.
>Zugluft sowie verrauchte, klimatisierte und überhitzte Räume
meiden.
>Nicht rauchen.
>Luftgebläse (etwa im Auto oder Flugzeug) nie direkt auf die
Augen richten.
>Bei Sonne stets eine Sonnenbrille tragen.
>Neigen die Augen zum Tränen, eine Schutzbrille oder seitliche
Schutzklappen für die Brille (beides vom Optiker) tragen.
>Zum Schminken der Augen nur hypoallergene Kosmetik verwenden und die Lidkanten aussparen.
>Eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist, oder die
Einnahme entsprechender Nahrungsergänzungsmittel können
ebenfalls zu einer Verbesserung der Symptomatik beitragen.8
1
Chronopoulos A et al: Okkuläre Oberfläche – nicht infektiös. In Pleyer U (Hrsg): Entzündliche Augenerkrankungen. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014. 2Khaireddin R, Schmidt
KG: Vergleichende Untersuchung zur Therapie des evaporativen trockenen Auges. Klin
Monatsbl Augenheilkd 2010; 227: 128-34. 3Khaireddin R: Trockenes Auge bei Kontaktlinsenträgern. Ophthalmologe 2013; 110: 511-4. 4Li M et al: Assessment of vision-related
quality of life in dry eye patients. Invest Ophthalmol Vis Sci 2012; 53: 5722-7. 5Pouyeh B
et al: Impact of ocular surface symptoms on quality of life in a United States veterans
affairs population. Am J Ophthalmol 2012; 153: 1061-6. 6Deschamps N et al: The impact of
dry eye disease on visual performance while driving. Am J Ophthalmol 2013; 156: 184-9.
7
Ridder WH et al: Evaluation of reading speed and contrast sensitivity in dry eye disease.
Optom Vis Sci 2013; 90: 37-44. 8Königshofer KA et al: Die Bedeutung ungesättigter Fettsäuren für das Trockene Auge. Spektrum Augenheilkd 2011; 25: 13-6.
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äußere Lidkante in das Auge. Dort reichern sie sich in der
Lipidschicht des Tränenfilms an und stabilisieren ihn.
Zusätzliche ärztliche Maßnahmen: Ist die Anwendung von
wässrigen Tränenersatzmitteln oder lipidreichen Substituten
nicht effektiv, besteht die Möglichkeit weiterer Interventionen. Diese können allerdings nicht mehr im Zuge der
Selbstmedikation, sondern nur durch den Augenarzt durchgeführt werden. Eine der Möglichkeiten, die Tränenmenge zu erhöhen, besteht im Verschluss der Tränenkanälchen
mit winzigen Silikonstopfen. Eine weitere Maßnahme bei
sehr starken Beschwerden ist das Einbringen kleiner Wirkstoffkügelchen (Inserts) in den Bindehautsack. Sie geben die
Tränensubstitution direkt vor Ort kontinuierlich über einen
längeren Zeitraum hinweg ab.
Fragebogen
Bitte beachten Sie, dass die Reihenfolge der Fragen
und Antworten online abweichend sein kann.
Frage 1: W
as ist eine Aufgabe des Tränenapparates?
A) Produktion des Tränenfilms
B) Produktion der Tränenflüssigkeit
C) Produktion der Mucinschicht
Frage 2: W
ie ist der Tränenfilm – von außen nach innen – aufgebaut?
A) wässrige Schicht, Mucinschicht, Lipidschicht
B) Lipidschicht, wässrige Schicht, Mucinschicht
C) Mucinschicht, Lipidschicht, wässrige Schicht
Frage 3: W
elche Aussage ist falsch?
A) Der Tränenfilm glättet Unebenheiten der Hornhaut.
B) Der Tränenfilm wehrt Krankheitserreger ab.
C) Der Tränenfilm versorgt die Netzhaut mit Nährstoffen.
Frage 4: W
elche Aussage ist richtig?
A) Die Keratoconjunctivitis sicca ist immer ursächlich zu heilen.
B) Eine Blepharitis ist meist eine virale Infektion.
C) Die Bindehautentzündung zeigt oft sehr ähnliche Symptome wie das trockene Auge.
Frage 5: W
elche Aussage in Bezug auf den Tränenfilm ist richtig?
A) Liegt eine Fehlfunktion der Tränendrüsen vor, hat das Einfluss auf die Zusammensetzung der Lipidschicht.
B) Häufiger Grund für das Entstehen des trockenen Auges ist eine Störung der Lipidschicht.
C) Nimmt die Verdunstungsrate der wässrigen Schicht ab, entsteht eine hypertone Lösung.
Frage 6: Welche Aussage ist richtig?
A) Rhodopsin ist nur in den Stäbchen enthalten.
B) Die Meibomschen Drüsen produzieren den Lipidanteil des Tränenfilms.
C) Mit dem Schirmer-Test lässt sich die Zusammensetzung des Tränenfilms bestimmen.
Frage 7: W
elche Aufgabe hat die Lipidschicht des Tränenfilms?
A) Sie versorgt die Augenoberfläche mit Fett.
B) Sie stabilisiert den Tränenfilm und schützt vor zu schnellem Verdunsten der Tränenflüssigkeit.
C) Sie wehrt Krankheitserreger ab.
Frage 8: W
arum steigt das Risiko für ein trockenes Auge mit dem Alter?
A) Die Blutversorgung des Auges wird schlechter.
B) Der Augapfel verkleinert sich.
C) Die Tränenproduktion nimmt ab.
Frage 9: K
önnen einige Medikamente ein trockenes Auge begünstigen?
A) ja, durchaus, zum Beispiel Antihistaminika und Betablocker
B) Sie haben keinen Einfluss.
C) nur bei Menschen mit Immunschwäche
Frage 10: B
ei einem instabilen Tränenfilm beträgt die Tränenfilmaufreißzeit …
A) weniger als 10 Sekunden.
B) zwischen 20 und 30 Sekunden.
C) mehr als 30 Sekunden.
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Beantwortung des Fragebogens
„Trockenes Auge“
Angaben der Redaktion:
Beantworten Sie unseren Fragebogen,
und faxen oder senden Sie ihn bis zum
28.02.2016 an folgende Adresse:
Datum
Adresse: Springer Gesundheits- und
Pharmazieverlag GmbH
DAS PTA MAGAZIN
Postfach 2131
63243 Neu-Isenburg
Fax: 0180.5009300
Unterschrift / Stempel der Redaktion
Absender:
Name/ Vorname
Bitte beachten Sie, dass bei schriftlicher
Teilnahme die Bescheinigung erst nach dem
28. Februar 2016 versandt werden kann.
persönliche E-Mail (Pflichtangabe - Druckbuchstaben)
Beruf
Oder nehmen Sie online teil unter www.daspta-magazin.de/fortbildung. Bei erfolgreicher
Beantwortung der Fragen können Sie sich
Ihre Bescheinigung sofort ausdrucken oder
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Beantwortung
der Fragen:
Beantwortung
der Fragen:
Bei jeder Frage ist nur eine Antwort richtig.
Wenn 80 Prozent Ihrer Antworten korrekt sind,
erhalten Sie einen Fortbildungspunkt. Dieser
wird von der Bundesapothekerkammer (Kategorie 7
Bearbeitung von Lektionen mit Erfolgskontrolle)
für das nicht approbierte pharmazeutische
Personal anerkannt.
Die Fortbildung „Trockenes Auge“ wurde
am 28.01.2015 unter BAK 2015/007 für PTA
akkreditiert. Die Akkreditierung ist gültig bis
28.02.2016.
Die von den Teilnehmern erworbenen Punkte
verfallen nach Ablauf der Akkreditierung nicht.
Impressum
Sonderpublikation zu DAS PTA MAGAZIN,
Ausgabe 03/2015
Mit freundlicher Unterstützung
der Reckitt Benckiser Deutschland GmbH
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PLZ / Ort
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Ich versichere, alle Fragen selbstständig und ohne fremde Hilfe beantwortet zu haben.
Ja, ich bin damit einverstanden, dass meine Daten zu informativen Zwecken an die
Reckitt Benckiser Deutschland GmbH weitergegeben werden.
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Redaktionelle Koordination:
Sabine Fankhänel
Rechte: © Springer Gesundheits- und Pharmazieverlag GmbH, 2015
Autorin: Birgit Frohn
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen,
Warenbezeichnungen usw. in dieser Drucksache berechtigt
auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und
Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären
und daher von jedermann benutzt werden dürfen. Für
Angaben über Dosierungsanweisungen und Applikationsformen kann vom Verlag keine Gewähr übernommen
werden. Derartige Angaben müssen vom jeweiligen
Anwender im Einzelfall anhand anderer Literaturstellen auf
ihre Richtigkeit überprüft werden.
Bildnachweise: Titel: © Benicce / Fotolia.com; S.2: ©
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[Produktwissen]
Hilfe bei trockenen
Augen
Die Diagnose trockenes Auge wird immer häufiger gestellt. In den meisten Fällen liegt eine Störung der Lipidschicht des Tränenfilms vor.1 Zur Behandlung haben sich liposomale Augensprays wie beispielsweise Optrex
ActiSpray bewährt: Sie setzen direkt an der Ursache an und ermöglichen
so eine effektive Therapie.
Das trockene Auge, die Keratoconjunctivitis sicca, zählt inzwischen zu den häufigsten Augenerkrankungen. Gründe
dafür liegen vor allem in den heutigen Lebens- und Arbeitsumständen. Denn stundenlanges Blicken auf einen
Bildschirm, im Beruf oder in der Freizeit, und dies häufig
noch in Räumen mit geringer Luftfeuchtigkeit kann zu Störungen des Tränenfilms führen mit der Folge von trockenen,
gereizten und geröteten Augen. Aber auch im höheren Lebensalter und bei Grunderkrankungen wie Typ-2-Diabetes
oder rheumatischen Erkrankungen kann es häufig zu einer
Benetzungsstörung der Augenoberfläche kommen.
Inzwischen leiden etwa 20 Prozent der erwachsenen Bundesbürger unter einem trockenen Auge. Dessen belastende
Symptome können die Lebensqualität der Betroffenen deutlich beeinträchtigen.
Meist Störungen der Lipidschicht
Die gestörte Benetzung der Augenoberfläche beruht auf
einer Verminderung der Tränenflüssigkeit oder veränderten
Zusammensetzung des Tränenfilms. Die Ursache dafür besteht in der überwiegenden Mehrheit der Fälle in einer Störung der äußeren Schicht des Tränenfilms, der Lipidschicht.1
Eine intakte Lipidschicht stabilisiert den Tränenfilm und
schützt davor, dass Feuchtigkeit aus der wässrigen Schicht
verdunstet: Dadurch wird die Verdunstung von Tränenflüssigkeit um bis zu 95 Prozent vermindert.2 Ist die Lipidschicht jedoch beschädigt, führt dies dazu, dass sich die
Verdunstungsrate der wässrigen Schicht erhöht (vgl. Grafik
auf Seite 4).
Feuchtigkeitszufuhr allein genügt nicht
Werden nun „künstliche Tränen“ eingesetzt, lässt sich zwar
der Feuchtigkeitsverlust der wässrigen Phase ausgleichen.
Damit bewirken die Tränenersatzmittel allerdings nur vorübergehend eine Linderung der Symptome. Denn die hinzugefügte Feuchtigkeit fließt sehr schnell wieder aus dem
Auge ab oder verdunstet zu rasch auf Grund der beschädigten Lipidschicht.
Erschwerend hinzu kommt, dass die Verwendung von Tränenersatzmitteln die Verdunstung von Tränenflüssigkeit
vorübergehend sogar noch erhöhen kann. Erst etwa 40 Minuten nach dem Einbringen in das Auge kehrt die Verdunstungsrate wieder auf ihre Ausgangswerte zurück. Weiterhin
können durch das Einträufeln wichtige Nährstoffe des Tränenfilms aus dem Auge gespült werden.3
Entsprechend lindert die Therapie mit herkömmlichen Trä-
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nenersatzmitteln die Beschwerden nur kurzfristig. Denn
sie setzt in den meisten Fällen nicht an der tatsächlichen
Ursache des trockenen Auges an: der Beschädigung der Lipidschicht des Tränenfilms. Was den Feuchtigkeitsverlust
und die Beschwerden auslöst, bleibt unbehandelt.
geschlossenen Augen aufgesprüht wird und nicht in das
Auge getropft werden muss – was vielen Sicca-Patienten
schwer fällt und ihre Compliance oftmals herabsetzt.
Auf Grund seiner einfachen Handhabung kann das liposomale Spray auch jederzeit unterwegs und ohne Spiegel angewendet werden. Zudem verträgt es sich gut mit
Augen-Make-Up, ohne dieses zu verschmieren. Ebenso
kann es gut mit Kontaktlinsen angewendet werden. Darüber hinaus ist das Spray nach dem Öffnen bis zu sechs
Monate haltbar.
Ursächliche Therapie mit Optrex ActiSpray
Um die häufige evaporative Form des trockenen Auges
erfolgreich zu behandeln, müssen die Defekte in der Lipidschicht behoben werden. Das gelingt mit liposomalen
Augensprays wie Optrex ActiSpray. Die darin enthaltenen
Wie funktioniert ActiSpray?
Liposomen bestehen aus doppelschichtigen Phospholipiden. Diese finden sich auch
im natürlichen Tränenfilm
und sind für die Stabilität der
Lipidschicht verantwortlich.
Wird Optrex ActiSpray auf die
geschlossenen Augen aufgesprüht, treffen die Liposome
ActiSpray auf das geschlosDie Liposomen von ActiSpray
Beim Öffnen des Auges veram Lidrand auf die natürlichen
sene Auge sprühen.
treffen am Lidrand auf die
teilen sich die Liposomen auf
Lipide und vermischen sich mit
natürlichen Liposomen und
dem Trännfilm und stabilisiemischen sich dort.
ren die defekte Lipidschicht.
diesen. Beim Öffnen des Auges
nach der Anwendung verteilen
sich die aufgesprühten Liposomen auf dem Tränenfilm und stabilisieren die defekte Das Richtige für müde Augen
Lipidschicht. Da die Lipidschicht sehr dünn ist, genügen Neben Optrex ActiSpray für trockene und gereizte Augen
bereits geringe Mengen des liposomalen Sprays, um die steht auch Optrex ActiSpray für müde und überanstrengte
Schutzschicht wieder zu stabilisieren und die Verdunstung Augen in den Apotheken zur Verfügung. Diese Formulievon Tränenflüssigkeit zu reduzieren.
rung enthält zusätzlich Dexpanthenol. Der Wirkstoff pflegt
Brennen, Jucken und Fremdkörpergefühl in den Augen wer- und befeuchtet zusätzlich die Augenlider und die Haut im
den auf diese Weise binnen Minuten wirksam gelindert. Mit gesamten Augenbereich. Daher ist Optrex ActiSpray für
jedem Lidschlag wird die Lipidschicht erneut mit körper- müde und überanstrengte Augen besonders geeignet für
eigenen Lipiden und den Liposomen aus dem Augenspray Kunden, deren Augen zusätzlich durch wenig Gelegenheit
versorgt und der natürliche Feuchtigkeitsfilm des Auges zur Regeneration belastet sind.
stabilisiert. Dieser Effekt hält bis zu 4 Stunden nach der
Anwendung an.
Die Wirksamkeit der Behandlung lässt sich unter anderem
an der break up-time (BUT, Tränenfilmaufreißzeit) beurteilen. Wie eine Langzeitstudie gezeigt hat, wird die BUT
durch ein entsprechendes Spray signifikant verbessert.4 Zu
Studienbeginn hatten 18,3 Prozent der Teilnehmer in der
Behandlungs- und der Kontrollgruppe eine BUT von länger
als 10 Sekunden. Im Verlauf der Therapie verbesserte sich
diese in der Behandlungsgruppe signifikant. Nach 6 Monaten betrug die BUT bei 93,7 Prozent der Patienten mehr als
zehn Sekunden. In der Kontrollgruppe ergaben sich keine
Veränderungen. Auch führte das liposomale Augenspray in
72 Prozent der Fälle zu einer deutlichen subjektiven Besserung der Symptomatik. Zudem empfanden die Patienten die
Anwendung des Sprays angenehmer als die zuvor benutzten
Tränenersatzmittel in Form von Augentropfen.
Die Lösung für Sicca-Patienten
Neben seiner hohen therapeutischen Wirksamkeit bietet
Optrex ActiSpray für trockene und gereizte Augen, das seit
Januar 2015 exklusiv in der Apotheke erhältlich ist, weitere
Vorteile. Die Anwendung ist sehr einfach, da es nur auf die
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Heiligenhaus H et al: Diagnostik und Differenzierung von Benetzungsstörungen. Ophthalmologe1995; 92: 6-11. 2Lozato PA et al: Phase lipidique du film lacrymal: physiologie
et pathologie. J Fr Ophtalmol 2001; 24: 643-58. 3Dausch D et al: Vergleichende Studie zur
Therapie des Trockenen Auges bedingt durch Lipidphasenstörungen mit lipidhaltigen
Tränenpräparaten. Klin Monatsbl Augenheilkd 2006; 223; 974-83. 4Lee S et al: Ein neues
Therapiekonzept zur Behandlung des Trockenen Auges – die Verwendung von Phospholipid-Liposomen. Klin Monatsbl Augenheilkd 2004; 221; 825-36.
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