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We Will Rock You Herrlich laut, schön schrill. Die Hamburg­Premiere des Queen­Musicals Seite 17
DIENSTAG, 17. MÄRZ 2015 / NR. 64 / 12. WOCHE / 67. JAHRGANG / 1,40 EURO
UNABHÄNGIG, ÜBERPARTEILICH
DOSB­Präsident Alfons Hörmann
(oben v. l.) bei der Verkündung der
Entscheidung, Michael Neumann,
Michael und Alexander Otto jubeln in
Hamburg, Michael Stich serviert für
die Feier
A. Laible/Reuters /Witters
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E I N JA H R K R I M ­ R E F E R E N D U M
Poroschenko in Berlin
„Faszinierendes Konzept“: Deutschland schickt Hamburg als Bewerber für die Sommerspiele 2024 ins Rennen
:: Diesem
einen Satz hat die Hansestadt über Monate entgegengefiebert: „Unser einmütiger Vorschlag lautet Hamburg“, sagte
Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen
Olympischen
Sportbundes
(DOSB) im Raum „Gold“ des LindnerHotels in Frankfurt. Um 19:11 Uhr war
damit am Montagabend die Entscheidung perfekt: Hamburg darf sich für
Deutschland um die Ausrichtung der
Olympischen Sommerspiele 2024 bewerben. Konkurrent Berlin zog im Rennen um die Ringe den Kürzeren. „Hamburg bietet ein faszinierendes und
kompaktes Olympiakonzept. Hamburg
ist eine Stadt, die genau zur Agenda
2020 des Internationlen Olympischen
Komitees passt“, sagte Hörmann.
In der O2 World, wo die Pressekonferenz live übertragen wurde, löste die
Nachricht großen Jubel aus. Wimbledon-Sieger Michael Stich ballte die
Faust, Unternehmer Alexander Otto,
der diese Phase der Bewerbung maßgeblich finanziell unterstützt hatte, riss
die Arme nach oben. Innen- und Sportsenator Michael Neumann, der über
Monate in Deutschland für die Hansestadt geworben hatte, lächelte zwar,
vermied aber großen öffentlichen Jubel. „Das war nur der erste Schritt. Der
Zeichnung: Noy
F R A N K F U RT/H A M B U R G
MENSCHLICH
GESEHEN
Rollen-Spieler
:: So schnell kam selten ein Bart ab.
Kristian Bader wollte sich nicht auch
noch als Adolf Hitler verbeugen, nachdem er seine bisher heikelste Rolle bei
der Premiere von „Er ist wieder da“ im
Altonaer Theater mit Bravour gespielt
hatte. In der Satire gibt er noch bis Ende April den Diktator.
50 ist der Hamburger Schauspieler,
der seit 15 Jahren als „Caveman“ die
Keule schwingt, in diesem Februar geworden. Die Feier war Anlass, die
Baderanstalt, seine Kreativzentrale
und Ruheoase über dem S-Bahnhof
Hasselbrook, aufzugeben. Mit einigen
Monaten Verspätung. Das stört den
Künstler, als Sohn eines Jetpiloten und
einer Klavierlehrerin in Minden geboren und im nordfriesischen Leck aufgewachsen, indes nicht. „Ich will mein
Leben bewusst entschleunigen“, sagt
er. Vorbei die wilden Zeiten, da der in
Film und Fernsehen gefragte Darsteller
mit Michael Ehnert als Bader-EhnertKommando einen mobilen kabarettistischen Eingreiftrupp bildete.
Von Lebenspartnerin Nathalie,
einer Galeristin, hat Bader zum Geburtstag eine Statue mit einer Mischung aus Gitarre und Spaten bekommen. Symbol dafür, dass er auch im
neuen Domizil in Bahrenhof (Kreis Segeberg) mit anpacken möge: Aus einem
großen Komposthaufen soll eine ZwölfVolt-Energieanlage entstehen. Ein
nicht ganz einfaches, diesmal ungewöhnliches privates Projekt. (str)
>> >> Seite 18 Mehr Narziss als Nazi
DÄNEMARK 15,00DKR / C3390A
20012
4 190339 001406
Redaktion 040­347 22261
Marathon beginnt jetzt“, sagte der
SPD-Politiker.
Und in der Tat hat Hamburg mit
dem Sieg über die Hauptstadt nur die
erste Hürde genommen. Im Herbst
wird es jetzt ein Referendum geben.
Dann müssen mehr als 50 Prozent der
Hamburger für die Bewerbung stimmen. Dass dies keineswegs ein Selbstgänger ist, zeigt die gescheiterte Bewerbung Münchens um Winterspiele.
Auch dort votierten in Umfragen fast
Mehr zum Thema:
Seite 2 Leitartikel
Seite 6 Hamburgs Konkurrenten
Seite 7 Die Entscheidung in Frankfurt
Seite 8 Reaktionen aus Hamburg
Seite 9 Was Hamburgs Sportsenator Neumann sagt
zwei Drittel für die Spiele. Beim Referendum hatten dann über die Gegner
dank einer größeren Mobilisierung die
Nase vorn.
Formal handelt es sich bei der Entscheidung des DOSB-Präsidiums pro
Hamburg nur um eine Empfehlung an
die Außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB am Sonnabend in
der Frankfurter Paulskirche. Dieser
Schritt gilt jedoch als sicher, zumal die
deutschen olympischen Fachverbände
in Frankfurt mehrheitlich für die Hansestadt votierten. Laut Hörmann votierten von den 33 Verbänden, die an
geheimer Abstimmung teilgenommen
hatten, 18 für Hamburg und nur elf für
Berlin. Vier Verbände votierten für beide Städte. Diese Mehrheit kam auch für
Insider überraschend. Berlin hatte sich
gerade von den Verbänden viel Unterstützung versprochen, da die Hauptstadt in den vergangenen Jahren wesentlich mehr Welt- oder Europameisterschaften veranstaltet hatte als der
Konkurrent aus Hamburg.
Am Ende waren wohl doch die Umfrageergebnisse ausschlaggebend. In
der Forsa-Befragung hatten sich 64
Prozent der Hamburger für Olympische Spiele in ihrer Stadt ausgesprochen, in Berlin nur 55 Prozent. Ganz offensichtlich war dem Präsidium das Risiko zu groß, in der Hauptstadt beim
Referendum zu scheitern.
Vor dem Hamburger Senat liegt
nun eine Herkules-Aufgabe. Bis zum
Rerefendum muss die Regierung eine
seriöse Schätzung der Kosten für die
16-tägige Mammutveranstaltung ermitteln. Allein für den Bau des Olympiastadions (70.000 Plätze), der
Genießen will gelernt sein
Konzerte lassen sich auch heute noch ohne Handy­Aufnahmen konsumieren. Man muss es nur wollen
EGBERT NI E S S L E R
:: Was haben wir uns nicht schon
amüsiert über Touristen aus Fernost,
die bei ihrer Tour in drei Tagen durch
ganz Europa die gute alte Welt vor allem durch die Objektive ihrer Kameras
betrachten. Um dann, in der fernöstlichen Heimat wieder angekommen, zu
kontrollieren, was sie eigentlich so alles
gesehen haben. Sozusagen eine Retrospektive dessen, was man eigentlich
hätte erleben können.
Derartiges Verhalten ist längst keine Domäne asiatischer Turboweltenbummler mehr. Seit in jedem Handy
auch eine Kamera eingebaut ist, überschwemmt ein Tsunami an digitalen
Bildern und Videos das weltweite Netz,
finden sich tolle Zeitzeugnisse neben
Gigabytes alberner Selfies und allerhand moralisch-ethisch äußerst fragwürdiger Aufnahmen. Vor allem bei
kulturellen Ereignissen aller Art wird
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verwackelt und in lausiger Tonqualität
mitgeschnitten. Selbst im altehrwürdigen St. Petersburger Mariinsky-Theater konnte ich Zeitgenossen mit Handy
oder Tablet im Anschlag beobachten.
Bei Popkonzerten ist es geradezu
Pflicht geworden, irgendein elektronisches Gerät in die Höhe zu halten.
Gefeit davor ist niemand. Am
Sonnabend im Downtown-Bluesclub,
Gitarrenlegende Albert Lee ist am
Start, kommt mir in den Sinn, meiner
Frau eine MMS vom Geschehen zukommen zu lassen. Beim Griff in meine
Was wäre der Mensch ohne
Telefon? Ein armes Luder.
Was ist er aber mit Telefon?
Ein armes Luder.
Kurt Tucholsky (1890–1935),
Schriftsteller
Jackentasche bemerke ich, dass niemand dergleichen tut. Gibt es neue
Vorschriften oder liegt das nur am
Durchschnittsalter des Publikums?
Ich halte inne, und mir kommt eine
Szene aus dem Film „Das erstaunliche
Leben des Walter Mitty“ in den Sinn.
Der legendäre Fotograf Sean O’Connell, gespielt von Sean Penn, hockt im
Hochgebirge, um den scheuen Schneeleoparden auf Film zu bannen. Als der
endlich auftaucht, drückt er nicht ab.
Von Walter Mitty alias Ben Stiller gefragt, warum, erklärt er, dass man die
Zeit nicht fürchten und bannen muss,
dass man sich der Zeit hingeben, in ihr
sich verlieren darf. Wie sollte man auch
sonst einen Augenblick genießen können? Genießen will eben gelernt sein –
oder bewahrt werden.
Zwei, drei Leute haben dann doch
noch kurze Takes aufgenommen. Der
unverzichtbare Tribut an die Globalisierung. Auch unter älteren Semestern.
Schwimmhalle (12.000), der Basketballhalle (15.000) und der Anlage für
Kanuslalom (8000) rechnet man mit
Kosten von 1,9 Milliarden Euro, wovon
der Bund allerdings wohl mindestens
ein Drittel übernehmen würde. Befürworter sehen die Spiele als Chance,
dass ohnehin geplante Verkehrsprojekte zügiger umgesetzt werden könnten.
Umstritten ist die Einschätzung
der internationalen Chancen Hamburgs. Viele Experten sehen 2024 den
Bewerber Boston vorn, da die USA,
letztmals 1996 mit Atlanta Olympischer Gastgeber, jetzt wieder an der
Reihe seien. Auch in Europa hätte
Hamburg mit Rom und sehr wahrscheinlich Paris namhafte Konkurrenz.
Andererseits passt Hamburg perfekt in
das IOC-Konzept der „Second Cities“,
also der Städte, die nicht als Weltmetropolen gelten. Hörmann appellierte
am Montagabend: „Diese Olympiabewerbung ist ein Projekt von ganz
Deutschland. Packen wir es an. Wenn
wir nicht davon überzeugt wären, uns
in einer harten internationalen Wettbewerbung durchzusetzen, hätten wir
diesen Weg nicht beschritten.“ Das IOC
wird im Sommer 2017 in Lima (Peru)
den Gastgeber für die Spiele 2024 benennen. (HA)
DAX klettert erstmals in
seiner Geschichte über
Wert von 12.000 Punkten
FRANKFURT A M M AIN
:: Die Geld-
flut der Notenbanken hat den DAX
erstmals in seiner Geschichte über die
Marke von 12.000 Punkten getrieben.
Am Nachmittag notierte der Leitindex
1,75 Prozent höher bei 12.110,24 Punkten. Die Deutsche Börse und mehrere
Direktbanken hatten den Montag im
Vorfeld zum „Tag der Aktie“ ausgerufen. Mit der neuen Bestmarke krönte
der DAX eine mehr als neunwöchige
Rekordjagd. Erst vor einem Monat war
er über 11.000 Punkte gesprungen. Für
den vorangegangenen 1000er-Schritt
hatte er noch über ein halbes Jahr gebraucht. Den Treibstoff für die Rallye
liefert die Europäische Zentralbank
(EZB): Sie pumpt seit einer Woche mit
umfangreichen
Staatsanleihekäufen
Geld in die Märkte. Anleger kaufen wegen der historisch niedrigen Zinsen Aktien, weil Alternativen fehlen.
>> >> Seite 23 Bericht
:: Am ersten Jahrestag des
Krim-Referendums besucht der ukrainische Präsident Poroschenko Berlin.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sichert
ihm weitere Unterstützung zu. Neue
Sanktionen gegen Russland lehnt sie
aber vorerst ab. Auch von einem Fußball-WM-Boykott hält sie wenig.
BERLIN
>> >> Seite 3 Ukraine fordert mehr deutsche Hilfe
ÖFFENTLICHER DIENST
5000 Streikende in Hamburg
:: Warnstreik im öffentlichen Dienst Hamburgs. 5000 Beschäftigte legten ihre Arbeit am Montag nieder, darunter 400 angestellte Lehrer.
HAMBUR G
>> >> Seite 12 Bericht Foto: Heinemann
A B E N D B L AT T­ S E R I E
Diebstahlsichere Tresore
:: Wie kann man Wertsachen vor Einbrechern schützen? Ist ein
Tresor sinnvoll? Ja, aber nur wenn er
fest verankert ist. Dem Schriftsteller
Wolf Biermann wurden gleich zwei
zentnerschwere Tresore gestohlen.
HAMBUR G
>> >> Seite 10 Einbruch zwecklos, Teil 3
WETTER
Juchhu, ein Sommermärchen
:: So schön kann es werden:
frühlingshaft sonnig mit einigen Wolken, heute und morgen bis 15 Grad und trocken.
Das ausführliche Wetter auf
>> >> Seite 29
Meinung, Karikatur, Leserbriefe
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