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bz Basel, vom: Freitag, 13. März 2015

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FREITAG, 13. MÄRZ 2015
AZ 4410 Liestal | Nr. 070 | 183. Jahrgang
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Der Mundartrocker über das
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Adrian Mangold
Der ehemalige Juso-Präsident nahm
selber schon an einer Mister-Wahl teil
Jay Z
US-Superstar muss
Basler Jazzer auszahlen
KULTUR 40
BASELLAND 27
A BIS Z 13
Jetzt wird auch nach Dioxinen
im Rheinwasser gesucht
ARA Steih Der Kanton untersucht, ob bei den Sanierungsarbeiten noch ein Gift entwich
VON ANNIKA BANGERTER
Die Sanierungsarbeiten der ehemaligen
Industriekläranlage, ARA Steih, ist um
ein Kapitel länger: Das Amt für Umwelt
und Energie (AUE) untersucht aktuell,
ob während der Arbeiten Dioxine in
den Rhein gelangten. Der Hinweis für
die Untersuchungen stammt vom Altlastenexperten Martin Forter. «Bei der
Herstellung von Lindan entstanden
grosse Mengen von Abfall. Daraus pro-
duzierte Ugine-Kuhlmann während
kurzer Zeit Trichlorbenzol. Es entstanden Rückstände, die stark mit Dioxinen
belastet waren», sagt Forter. Er verweist auf ähnliche Bedingungen bei der
Firma Ugine-Kuhlmann in Huningue
und einem anderen Insektizid-Produzenten, der Firma Boehringer in Hamburg. Bei Letzterer versickerten mehr
als 100 Tonnen Gift im Boden, was zu
einem der schlimmsten Umweltskandale Deutschlands wurde. Forter hat Hin-
weise darauf, dass Ugine-Kuhlmann in
Huningue neben Lindan-Abfällen auch
Dioxine auf dem Areal lagerte. Den verseuchten Boden lässt Novartis, die heutige Eigentümerin des Geländes, sanieren. Im Herbst 2013 musste der Pharma-Konzern die Arbeiten aber wegen
erhöhten Lindan-Werten in der Luft
notfallmässig stoppen. Für die baldige
Wiederaufnahme der Sanierungsarbeiten bedeutet die Dioxin-Thematik keine
Änderung. «Alle heiklen Zonen der
ARA Steih werden thermisch entsorgt»,
sagt Paul Svoboda, Leiter der Abteilung
Gewässerschutz. Noch ungewiss ist
aber, ob in der Vergangenheit Dioxine
den Rhein belasteten. Dafür lässt das
Amt für Umwelt und Energie rückwirkend ausgewählte Schwebstoffproben
aus dem Rheinwasser der letzten drei
Jahre analysieren. Eine nachträgliche
Luftanalyse sei nicht möglich, sagt Svoboda. Er rechnet mit den Resultaten in
ein bis zwei Wochen. SEITE 21
KOMMENTAR
Abhängigkeit ist
weniger smart
V
iele hatten erwartet, dass der
extrovertierte Swatch-Chef
Nick Hayek seinen Hut in den
Ring wirft und mit einer eigenen Smartwatch gegen Apple, LG und
Co. antritt. Doch es kam anders. Was
Hayek gestern verkündete, war eine klare Absage an das derzeit so heiss diskutierte Prinzip der Smartwatch.
von Fabian Hock
Denn dieses schafft vor allem eines: Abhängigkeit. Wer eine Apple Watch besitzt, muss sein iPhone stets dabei haben. Die Smartwatch von LG und Co.
verlangt nach einem Android-Handy.
Und allesamt sind so süchtig nach
Strom, dass sie nach wenigen Tagen ohne Steckdose bereits schlappmachen.
Die Armbanduhr steht seit je für das Gegenteil, nämlich für Unabhängigkeit und
Mobilität. Solange es also keine besseren Akkus gibt, müssen sich die Uhrenund die Elektronikhersteller entscheiden: Setzen sie auf das Prinzip der Armbanduhr oder auf einen zweiten Bildschirm für das Smartphone – denn
nichts anderes sind die heutigen Smartwatches.
Swatch-Chef Hayek hat sich entschieden. Er drängt nicht in den derzeit so
gehypten Markt der Smartwatches, sondern er macht das Gegenteil: Er lässt die
Uhr smart werden, indem er das klassische Prinzip beibehält und um Nützliches erweitert.
Swatch Der grösste Schweizer Uhrenkonzern glaubt nicht an die Zukunft der Smartwatch. Auch wenn Apple derzeit mit seiner neusten
Entwicklung weltweit für fette Schlagzeilen sorgt. Swatch unter der
Führung von Nick Hayek setzt weiterhin auf die klassische Uhr – erweitert diese aber um neue Funktionen. Es wolle sich doch niemand das
Mobiltelefon ans Handgelenk binden. KOMMENTAR RECHTS, SEITEN 2/3 FOTO: HO
Wo Apple die Abhängigkeit erhöht, bietet Hayek mit seinem Ansatz Mobilität
und Funktionalität. Smarte Watch also,
statt Smartwatch.
@ fabian.hock@azmedien.ch
bz Basel
5 0 0 1 1
9
Baselbieter Kulturchef
«Labyrinth»
Zweitwohnungen
Pünktliche S-Bahnen
Gschwind sistiert
Ullrichs Nachfolge
Noch ein Basler
Bücherladen stirbt
«SLO» wehrt sich
Beide Basel müssen
gegen «BaZ»-Vorwurf SBB Bonus bezahlen
Noch ist sie gar nicht im Amt und bereits hat die designierte Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind einen umstrittenen Personalentscheid
gefällt. Die am 8. Februar überraschend
in die Regierung gewählte FDP-Gemeindepräsidentin von Hölstein legt bei der
Nachfolgerwahl des langjährigen Baselbieter Kulturbeauftragten Niggi Ullrich
einen Marschhalt ein. Sie sei noch nicht
so weit, eine derart zentrale Position in
ihrer Direktion zu bestimmen, da sie
bisher erst eine «Aussenperspektive»
ihres künftigen Tätigkeitsfelds besitze.
Sie werde sich aber nach ihrem Dienstantritt am 1. Juli prioritär um Ullrichs
Nachfolge kümmern. Das Problem dabei ist: Eine Findungskommission hat
aus 90 Bewerbungen bereits einen
«überzeugenden» Vorschlag für den
Chefposten gefunden. SEITE 21
Nachdem eben erst bekannt wurde,
dass der Basler Literatur-Papst Matthyas Jenny seine «Bachletten-Buchhandlung» schliesst, folgt nun der nächste
Schlag für den Basler Buchhandel: Das
«Labyrinth» am Nadelberg verzichtet
aller Wahrscheinlichkeit nach auf die
per April geplante Neueröffnung.
Heute soll noch ein Treffen stattfinden, aber eine Lösung ist trotz Gönnern nicht in Sicht. Zu gross sind die
Einbussen im Bücherhandel durch den
schwachen Franken, vor allem aber
durch die immer stärkere Verlagerung
von gedruckten Büchern zu E-Readern
und damit zu elektronischen Inhalten,
die aus dem Internet heruntergeladen
werden können, statt dass man sie auf
Papier kauft. Selbst Branchenriese
«Thalia» schliesst ein Stockwerk seiner
Basler Filiale. SEITE 23
Die Baselbieter SP-Nationalrätin Susanne
Leutenegger Oberholzer erlebt ein Déjàvu. Bereits kurz vor der Abstimmung zur
Zweitwohnungs-Initiative vom 11. März
2012 machte die «Weltwoche» publik,
dass «SLO» an einer Wohnung im bündnerischen Valbella auf der Lenzerheide
beteiligt ist. Und das, obwohl sie die Initiative im Komitee unterstützte. Was bisher unbekannt war, veröffentlichte gestern die «Basler Zeitung»: Die 67-Jährige
erstand die Wohnung über eine Familien-AG nur drei Wochen vor dem Urnengang. Im Interview mit der bz sieht sie in
ihrem Handeln keine Doppelmoral.
Schliesslich richte sich die Initiative nur
gegen Neubauten. Zudem werde sie als
gebürtige Bündnerin versuchen, dass die
Wohnung nie lange leer steht. Auch den
festen Wohnsitz zu verlegen, könne sie
sich dereinst vorstellen. SEITE 27
Dank pünktlicher und sauberer Züge
der Basler Regio-S-Bahn bekommen die
SBB für 2014 einen Bonus – dies im ersten Jahr mit Bonus-Malus-System überhaupt. Die Bonus-Summe von 80 000
Franken wird von den bedienten Kantonen Basel-Stadt, Baselland, Aargau,
Jura und Solothurn geteilt.
Neben Pünktlichkeit und Sauberkeit
wurden auch Zugsausfälle und Kundenzufriedenheit erhoben, wie die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion
(BUD) namens der vier Kantone gestern
mitteilte. Dabei ging es um die Regionallinien S 1 (Basel–Frick/Laufenburg),
S 3 (Basel–Laufen/Pruntrut) und S 9
(Sissach–Olten/«Läufelfingerli»).
Bei Pünktlichkeit und Sauberkeit seien die Ergebnisse «über den vereinbarten Zielwerten» gelegen, hiess es in der
Mitteilung. SEITE 28
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INSERAT
544923
FREITAG, 13. MÄRZ 2015
21
www.bzbasel.ch
www.basellandschaftlichezeitung.ch
REGION
BASEL-STADT, BASELLAND, SCHWARZBUBENLAND
Dioxinverdacht: Landete das Gift im Rhein?
ARA Steih Der Kanton untersucht, ob neben Lindan-Altlasten auch Dioxine den Rhein belasteten
VON ANNIKA BANGERTER
Rund um die Sanierungsarbeiten der
ARA Steih rückt eine neue Giftstoffgruppe in den Fokus der Behörden: die
Dioxine. Diese langlebigen Stoffe gelten
als krebserregend und reichern sich in
der Nahrungskette an. «Aufgrund eines
Hinweises haben wir die Untersuchung
von Dioxinen im Rhein veranlasst»,
sagt Paul Svoboda, Leiter der Abteilung
Gewässerschutz. Der Verdacht stammt
vom Altlastenexperten Martin Forter.
Er beschäftigt sich seit 20 Jahren mit
der Geschichte der Fabrik Ugine-Kuhlmann und weiss, dass die Firma nicht
nur das heute verbotene Insektizid Lindan produzierte. «Bei der Herstellung
von Lindan entstanden grosse Mengen
von Abfall. Daraus produzierte UgineKuhlmann während kurzer Zeit Trichlorbenzol. Es entstanden Rückstände, die stark mit Dioxinen belastet waren», sagt Forter. Ehemalige Mitarbeiter wiesen in Gesprächen mit dem Altlastenexperten darauf hin, dass
Ugine-Kuhlmann – neben den LindanAbfällen – auch diese Dioxine auf dem
Areal versickern liess. Das ist jener Boden, auf dem 2013 die Bagger für die
Sanierungsarbeiten auffuhren.
Rückwirkende Untersuchung
Wie die bz im Januar berichtete, hat
die Rheinüberwachungsstation Weil am
Rhein während den Sanierungsarbeiten der ARA Steih im Rheinwasser eine
bis zu einer 400-fach höheren Konzentration von Trichlorbenzol und 260-fache von Lindan-Abfall gemessen.
«Wenn diese beiden Stoffe in solchen
Mengen gemeinsam auftauchen, besteht die Möglichkeit, dass genau in diesen stark dioxinhaltigen Rückständen
aus der Produktion von Trichlorbenzol
gegraben wurden. Deshalb könnten neben dem nachgewiesenen Lindan-Abfall auch die noch problematischeren
Dioxine in die Luft und in das Rheinwasser gelangt sein.»
Deshalb lässt das Amt für Umwelt
und Energie nun rückwirkend ausgewählte Schwebstoffproben aus dem
Rheinwasser der letzten drei Jahren auf
diesen Giftstoff untersuchen. Eine
nachträgliche Luftanalyse sei hingegen
nicht möglich. «Dioxine sind schwer
flüchtig und haften zu fast 100 Prozent
an der Trübung, das heisst an den
Schwebstoffen», sagt Paul Svoboda. Er
Bei den Sanierungsarbeiten der ARA Steih in Huningue gelangten 2013 Lindan-Altlasten in den Rhein und in die Luft.
erwartet keine hohen Werte, aber: «Wir
machen die Untersuchungen präventiv,
um unsere Einschätzungen mit den
Messdaten abzusichern.»
Spuren von Dioxinen im Boden
Das begrüsst Martin Forter: «Die Analyse ist umso wichtiger, da auf dem Gelände dilettantisch gearbeitet wurde.»
Die Eigentümerin des Areals, Novartis,
musste im 2013 die Sanierungsarbeiten
stoppen, weil in der Luft eine erhöhte
Lindan-Konzentration gemessen wurde. Der Pharma-Konzern trennte sich
daraufhin von der zuständigen Entsorgungsfirma und schrieb den Auftrag
neu aus. Die Auflagen für die Bauarbeiten und das Messprogramm wurden
nach dem Unterbruch verschärft.
Altlastenexperte Martin Forter kennt
die Dioxin-Problematik des heutigen
Novartis-Geländes bereits seit Anfang
der 90er-Jahre. Für seine Forschungsarbeit interviewte er ehemalige Angestellte der Firma Ugine-Kuhlmann. Ein
Laborant bestätigte damals, dass er
von Dioxinen in der Produktion wusste. Auch der Pharma-Konzern weiss
um eine mögliche Belastung des Areals. «Unsere Untersuchungen des Bodens der ARA Steih haben gezeigt,
dass Dioxine nur in sehr geringen Spuren vorhanden sind», sagt Mediensprecher Patrick Barth. Novartis lasse Luft
und Grundwasser regelmässig auf den
Giftstoff untersuchen: «Die gemessenen Werte liegen deutlich unterhalb
der Grenzwerte», sagt Barth. Dem hält
Martin Forter entgegen: «Es ist auf diesem Gelände jederzeit möglich, auf belastete Rückstände mit Dioxinen zu
stossen. Die Giftstoffe verteilen sich
nicht gleichmässig im Boden.» Mehr
Informationen dürften in Kürze folgen:
Das Amt für Umwelt und Energie rechnet mit den Messdaten in ein bis zwei
Wochen.
Für die Sanierungsarbeiten würde
dieser Befund wenig ändern. «Alle
heiklen Zonen der ARA Steih werden
im Rahmen des Sanierungskonzepts
thermisch entsorgt. Das beinhaltet alle
Stoffe, die im verseuchten Boden sind»,
sagt Paul Svoboda, Leiter der Abteilung
Gewässerschutz. Allerdings wäre die
Vergangenheit der Sanierungsarbeiten
um ein toxisches Kapitel länger.
KENNETH NARS
DIOXINE
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Gefährliches Gift
Das Umweltgift entsteht beim Verbrennen von chlorhaltigen Abfällen und chemischen Produktionsverfahren mit Chlor.
Der bekannteste Vertreter der DioxinGruppe ist das Sevoso-Gift. Der Begriff
geht auf den Chemieunfall in der italienischen Stadt Sevoso zurück. Bei einer Explosion des Chemiewerks Icmesa wurde
ein Gebiet von mehr als 320 Hektar verseucht und über 200 Menschen mit Vergiftungserscheinungen oder Verätzungen ins Spital eingeliefert. Dioxine gelten
schon in kleinen Mengen als krebserregend und reichern sich in der Nahrungskette an. (ABA)
Neue Bildungsdirektorin spielt auf Zeit
Kulturpolitik SP kritisiert Monica Gschwind für Marschhalt
bei Neubesetzung des Baselbieter Kulturchef-Postens.
VON BOJAN STULA
Wer folgt auf den langjährigen Baselbieter
Kulturbeauftragten Niggi Ullrich? Diese
Frage bewegt seit rund einem halben Jahr
die hiesigen Kultur- und Politikkreise. Im
Oktober des letzten Jahres gab Ullrich 62jährig seine vorzeitige Pensionierung bekannt. Seither wurde kräftig um die Nachfolge des einflussreichen Postens spekuliert. Namen wie jener von SP-Landrat
Christoph Hänggi machten die Runde.
Seit gestern steht zumindest fest, dass
der neue Leiter der Abteilung kulturelles.bl nicht gleichzeitig seinen Posten antreten wird wie die neue Kulturdirektorin.
Die am 8. Februar überraschend in die Re-
gierung gewählte Hölsteiner FDP-Gemeindepräsidentin Monica Gschwind übernimmt am 1. Juli von SP-Regierungsrat Urs
Wüthrich die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD). Der neue Kulturbeauftragte dürfte dagegen frühestens gegen
Ende Jahr seine Stelle antreten, weil sich
Gschwind zuerst «intern einen Überblick
verschaffen möchte», ehe sie einen neuen
Kulturchef einsetzt.
In einer Mitteilung schrieb die BKSD
gestern, dass das Auswahlverfahren der
Ullrich-Nachfolge plangemäss Anfang
März 2015 abgeschlossen worden sei und
«gestützt auf die überzeugende Empfehlung der Findungskommission» sowohl
Wüthrich wie Gschwind ein passender
Kandidat zur Beurteilung vorgeschlagen
wurde. Doch die designierte Kulturdirektorin macht nun von ihrem Vetorecht Gebrauch und hat sich eine Auszeit ausbedungen, weil für sie die Besetzung dieser
strategisch wichtigen Position «zu früh»
komme. Sie habe bisher erst eine «Aus-
«Ich spüre in Volk
und Landrat ein
starkes Unbehagen
gegenüber der jetzigen Kulturpolitik.»
Monica Gschwind designierte
Baselbieter Kulturdirektorin
sensicht» von ihrem künftigen Aufgabenbereich und der BKSD, was für einen Personalentscheid dieser Tragweite eine ungenügende Voraussetzung darstelle. Sie
werde aber nach ihrem Amtsantritt die
Auswahl des künftigen Kulturchefs mit
«hoher Priorität» angehen, wie sie gegenüber der bz ausführt.
Hat die Findungskommission in der SPdominierten Wüthrich-Direktion schlicht
eine politisch zu weit links stehende Person für die bürgerliche Nachfolgerin ausgesucht? «Das wäre eine falsche Interpretation», dementiert Gschwind. Sie habe
sich absichtlich noch nicht intensiv mit
den Dossiers der infrage kommenden
Kandidaten befasst – gemäss BKSD gingen
auf die Stellenausschreibung 90 Bewerbungen aus dem ganzen Land ein –, darum wisse sie auch nichts über den politischen Hintergrund der Kandidaten. Sie
spüre aber in Volk und Landrat ein «starkes Unbehagen» gegenüber der jetzigen
Kulturpolitik, weswegen sie unter Um-
ständen zuerst das Pflichtenheft des Kulturbeauftragten überarbeiten möchte,
ehe sie den Nachfolger von Niggi Ullrich
bestimmt. Das könne zwar durchaus auch
der von der Findungskommission vorgeschlagene Kandidat sein; allerdings sei
völlig offen, ob dieser und andere der jetzigen Bewerber dann noch zur Verfügung
stehen werden.
SP-Vizepräsident Christoph Hänggi kritisierte auf Anfrage den Marschhalt. «Baselland hätte es verdient gehabt, wenn
diese Stelle jetzt schon besetzt worden
wäre, denn es stehen wichtige kulturpolitische Aufgaben an. Und auch das neue
Kulturförderungsgesetz wird sicher bald
im Landrat beraten werden können»,
sagt der Therwiler Landrat, der klarstellt,
dass er selbst kein Anwärter auf diese
Stelle gewesen ist. Das junge grüne Bündnis Nordwest rügte in einer Mitteilung
Gschwind für die «Blockade bei der Neubesetzung», zeigte sich davon aber «nicht
überrascht».
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