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Die neue publizistische Leitung - lu

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SCHWEIZ
Donnerstag, 12. März 2015 V Nr. 59
Das Parlament beharrt
auf der Härtefallklausel
Seite 11
9
Neuö Zürcör Zäitung
Warum immer mehr Menschen
Mitglied von Exit werden Seite 12
Ständerat will die «Milchkuh»
ins Gras beissen lassen Seite 13
Leichterer Zugang zum roten Pass
für die dritte Generation Seite 13
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG
Die neue publizistische Leitung
Eric Gujer, Felix E. Müller und Anita Zielina bilden die künftige NZZ-Chefredaktion
Eric Gujer, bisheriger Leiter
des Auslandressorts, wird neuer
Chefredaktor der NZZ. Der
Aufgabenbereich von Felix
E. Müller, Chefredaktor der
«NZZ am Sonntag», wird
erweitert. Anita Zielina wird
Chefredaktorin neue Produkte.
Wandel auszurichten. Die NZZ wird
sich in den nächsten Jahren immer mehr
von einem klassischen Zeitungsverlag
hin zu einem Medienunternehmen entwickeln, das seine Produkte im gesamten deutschen Sprachraum und auf
allen von den Kunden nachgefragten
Kanälen anbietet. Erklärtes Ziel ist es,
mit publizistischen Erzeugnissen wieder
Wachstum zu generieren. Dazu muss
die Qualität der «Neuen Zürcher Zeitung» gesichert und gestärkt werden; im
Digitalbereich werden innovative Produkte gebraucht, die neue Kundengruppen ansprechen.
Veit Dengler, CEO der NZZ-Mediengruppe: «Eric Gujer ist ein intellektueller Leuchtturm, dessen Strahlkraft weit über die Landesgrenzen der
Schweiz hinausreicht. Zusammen mit
Felix E. Müller und Anita Zielina steht
die neue Chefredaktion für Kontinuität
in unserer Tradition und gleichzeitig
für einen Aufbruch zu neuen Ufern.»
zz. V Nach Gesprächen mit internen
und externen Kandidaten und unter
Einbezug von Unternehmensleitung
und Redaktionsvertretern hat der Verwaltungsrat Eric Gujer mit sofortiger
Wirkung zum Chefredaktor der «Neuen Zürcher Zeitung» ernannt. Der Verwaltungsrat ist überzeugt: Eric Gujer
wird die «Neue Zürcher Zeitung» erfolgreich nach innen führen und nach
aussen repräsentieren.
Die Position von Felix E. Müller,
langjährig erfolgreicher Chefredaktor
der «NZZ am Sonntag», wird aufgewertet. Er ist neu Mitglied der Geschäftsleitung der NZZ und zusätzlich
für alle Magazine und Periodika der
NZZ verantwortlich. Zugleich konnte
die NZZ mit Anita Zielina eine der profiliertesten Online-Journalistinnen des
deutschsprachigen Raumes als Chefredaktorin neue Produkte gewinnen.
Sie tritt ihre Aufgabe Anfang Mai an.
Gujers Werdegang
Eric Gujer wurde 1962 in Zürich geboren. Nach Matur und Volontariat bei
einer deutschen Tageszeitung studierte
er an den Universitäten Freiburg im
Breisgau und Köln Geschichte, Politikwissenschaft und Slawistik. Gujer ist
seit fast drei Jahrzehnten für die NZZ
tätig. Er begann 1986 als Praktikant und
freier Mitarbeiter, bevor er Korrespondent für die DDR mit Sitz in Berlin
wurde. Es folgten Stationen in Zürich,
Moskau und erneut Berlin. Seit Juli
2013 leitet er das Auslandressort. Gujer
zählt zu den bedeutendsten Journalisten
und Intellektuellen der Schweiz. Auch
im Ausland geniesst er hohes Ansehen
als ausgezeichneter Kenner der EU,
Deutschlands, Osteuropas und des Nahen Ostens. Darüber hinaus hat er sich
als Experte und Buchautor zu internationalen Strategiefragen und Terro-
Verantwortlichkeiten
Die neue NZZ-Chefredaktion: Felix E. Müller, Eric Gujer und Anita Zielina.
rismus einen Namen gemacht. Gujer:
«Wir bieten nicht alles an. Aber das, was
wir machen, versuchen wir besonders
gut zu machen. Nur so gewinnt und behält man Profil.»
Felix E. Müller wurde 1951 in Winterthur geboren. Nach der Matur studierte er an der Universität Zürich
Germanistik, Musikwissenschaften und
Mathematik und promovierte mit einer
Dissertation über neuere Schweizer Literatur. Seine journalistische Karriere
begann er beim «Züri Leu». Für die
«Weltwoche» arbeitete er als Kulturredaktor, Leiter des Inlandressorts,
Korrespondent in Washington, Stellvertretender Chefredaktor und Chefredaktor a. i. Seit 1997 ist Müller für die
NZZ tätig. Er hat die Konzeptarbeiten
für die «NZZ am Sonntag» geführt und
ist seit deren Lancierung im Jahr 2002
Chefredaktor. Felix E. Müller: «Seit
ihrer Gründung hat sich die ‹NZZ am
Sonntag› zu einer eigenständigen, wirtschaftlich erfolgreichen Publikationen
entwickelt, die dem Haus NZZ eine
neue Leserschaft erschlossen hat. Die
neue Führungsstruktur ist ein Ausdruck
dieser Realität.»
Anita Zielina
Anita Zielina wurde 1980 in Wien
geboren. Während des Studiums der
Rechts- und Politikwissenschaften in
Wien trat sie in die Online-Redaktion
der Zeitung «Der Standard» ein und
war dort zuletzt Stellvertretende Chef-
CHRISTOPH RUCKSTUHL / NZZ
redaktorin für Print und Online. Von
2013 bis 2014 leitete Zielina «Stern Online» im Range einer stellvertretenden
Chefredaktorin. Sie gewann als erste
österreichische Journalistin eine John
S. Knight Journalism Fellowship an der
Stanford University. Dort forschte
sie über User-Partizipation, Zukunftstrends im Journalismus, die Führung
von Medienunternehmen sowie strategisches Innovationsmanagement. Zielina: «Ich glaube daran, dass erstklassiger Journalismus auf allen Kanälen
Erfolg haben kann. Ich freue mich auf
die neue Herausforderung, auf die NZZ
und auf Zürich.»
Alle drei Chefredaktoren haben gemeinsam die Aufgabe, die NZZ auf die
Anforderungen einer Medienwelt im
Eric Gujer ist für die publizistischen
Leitlinien der «Neuen Zürcher Zeitung» und der dazugehörigen Produkte
unter der Marke NZZ verantwortlich.
Felix E. Müller verantwortet die publizistische Ausrichtung der «NZZ am
Sonntag» sowie der bestehenden und
geplanten Magazine und Periodika der
NZZ. In den Verantwortungsbereich
von Anita Zielina fallen bestehende
Plattformen wie NZZ.ch oder NZZ.at
sowie die Konzeption und Umsetzung
neuer Produkte. Gemeinsam bilden Gujer, Müller und Zielina die neue NZZChefredaktion.
Gujer wird zusammen mit dem kommerziellen Leiter Steven Neubauer die
Geschäftsführung der NZZ AG übernehmen. Müller und Zielina werden
ebenfalls in der Geschäftsleitung Einsitz nehmen. Alle Mitglieder der Geschäftsleitung der NZZ AG unterstehen wie bisher dem CEO der NZZMediengruppe, Veit Dengler; in inhaltlich-publizistischen Belangen berichten
Gujer und Müller an den Verwaltungsratspräsidenten der NZZ-Mediengruppe, Etienne Jornod.
Über die Nachfolge Gujers im Auslandressort wird zu einem späteren
Zeitpunkt entschieden.
Kontinuität und Innovation
Profil und Auftrag der neuen NZZ-Chefredaktion. Von Etienne Jornod
Der Verwaltungsrat freut sich, die neue
NZZ-Chefredaktion vorstellen zu können. Das prominent zusammengesetzte
Führungsteam besteht aus Eric Gujer
als Chefredaktor der «Neuen Zürcher
Zeitung», Felix E. Müller als Chefredaktor der «NZZ am Sonntag» und
Anita Zielina als Chefredaktorin neue
Produkte.
Kompetentes Trio
Eric Gujer ist seit fast 30 Jahren Teil
der NZZ. Er war unter anderem Korrespondent in der DDR, in Jerusalem,
Moskau und Berlin. Seit Juli 2013 leitet er das Auslandressort. Er ist nicht
nur ein hervorragender Journalist und
Buchautor. Als bedeutender Intellek-
tueller hat er sich in der Schweiz und
über die Landesgrenzen hinaus einen
Namen gemacht. Der Verwaltungsrat
ist einstimmig der Meinung: Er hat das
Format, die NZZ nach innen zu führen
und nach aussen zu repräsentieren.
Felix E. Müller zählt zu den profiliertesten Journalisten der Schweiz. Bevor er zur NZZ wechselte, war er Stellvertretender Chefredaktor und Chefredaktor ad interim der «Weltwoche».
Er hat die «NZZ am Sonntag» aufgebaut und führt sie seither mit grossem
Erfolg. Seine Position wird mit der
neuen Struktur der publizistischen Leitung aufgewertet. Anita Zielina wurde
bereits als 27-Jährige Ressortleiterin bei
der österreichischen Tageszeitung «Der
Standard» in Wien. Später war sie Stellvertretende Chefredaktorin des «Standards» sowie – als erste Frau – Stellvertretende Chefredaktorin und Online-Chefin des «Sterns». Anita Zielina
zählt zu den führenden Online-Journalistinnen und Digital-Expertinnen im
deutschsprachigen Raum.
Der Verwaltungsrat ist überzeugt,
dass diese Chefredaktion einerseits die
Tradition der bürgerlich-liberalen Qualitätspublizistik weitertragen und die
NZZ andererseits modernisieren und
erfolgreich in die Zukunft führen wird.
Beides ist notwendig. Angesichts der
zunehmenden Informationsfülle gewinnen die solide Recherche, die klare
Analyse und Einordnung an Bedeutung. In einer Zeit, in der extreme
Positionen viel Beachtung finden, ist es
.................................................................................
KEYSTONE
Der Verwaltungsrat der NZZMediengruppe ist überzeugt,
dass die neue Chefredaktion
sowohl die bürgerlich-liberale
Qualitätspublizistik bewahren
als auch die NZZ modernisieren
und erfolgreich in die Zukunft
führen wird.
Etienne Jornod
Verwaltungsratspräsident
der NZZ-Mediengruppe
.................................................................................
umso wichtiger, dass die NZZ für die
Werte der bürgerlichen Gesellschaft,
der Freiheit und Selbstverantwortung
eintritt. Die Linie der NZZ wird davon
bestimmt, dass wir auf Argumente setzen statt auf Rhetorik. Dass wir abwägen, bevor wir urteilen. Dass wir
etwas wissen, bevor wir darüber schreiben. Und dass wir dabei die höchsten
fachlichen Standards anlegen. Genau
für diese Linie der NZZ steht die neue
Chefredaktion.
Die Erwartungen sind hoch
Traditionelle Zeitungen verlieren nicht
Leser, weil ihre Standpunkte obsolet
wären, sondern weil sich das Informationsverhalten der Menschen grundlegend wandelt. Elektronische Medien
und soziale Netzwerke beschleunigen
den Nachrichtenmarkt und machen ihn
interaktiv. Die Zeitung muss sich deshalb neu erfinden. Sie muss ihre Themen auf allen nachgefragten Kanälen
an die Leserinnen und Leser bringen.
Eric Gujer, Felix E. Müller und Anita
Zielina werden sich dieser Aufgabe mit
ganzer Kraft widmen.
Die Erwartungen sind hoch, nicht zuletzt, weil viele der bisherigen Chefredaktoren in den letzten 235 Jahren
publizistische Meilensteine gesetzt und
die NZZ nicht nur zum Leitmedium der
Schweiz, sondern zu einem Weltblatt
von internationalem Renommee gemacht haben. Der Verwaltungsrat ist
überzeugt, dass Eric Gujer, Felix
E. Müller und Anita Zielina diesem
hohen Anspruch gerecht werden.
Der Verwaltungsrat bedankt sich bei
der interimistischen Chefredaktion,
Luzi Bernet, Rene´ Zeller und Colette
Gradwohl, für die hervorragende Arbeit, die sie seit dem Abgang von Markus Spillmann geleistet hat.
Kein Richtungswechsel
Damit kommt ein Prozess zum Abschluss, in dessen Verlauf es zu Unruhe
gekommen ist. Der Verwaltungsrat bedauert dies und nimmt die Kritik ernst.
Gleichzeitig hält er fest, dass verschiedene öffentlich geäusserte Mutmassungen nicht den Tatsachen entsprechen.
Namentlich ging es dem Verwaltungsrat
nie darum, einen politischen Richtungswechsel vorzunehmen. Oberstes Ziel
des Verwaltungsrats ist es, die NZZMediengruppe erfolgreich in die Zukunft zu führen und damit ihre langfristige Unabhängigkeit und die publizistische Exzellenz zu sichern. Er ist überzeugt, dass der heutige Tag einen richtigen und wichtigen Schritt in diese Richtung bedeutet.
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Etienne Jornod ist Präsident des Verwaltungsrates
der NZZ-Mediengruppe.
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