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Kamelartige Fähigkeiten

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AKTUELL
„PILLE DANACH“
Ab Mitte März rezeptfrei in Apotheken erhältlich
RANDNOTIZ
Die „Pille danach” ist von Mitte
März an ohne ärztliches Rezept in
Apotheken erhältlich. Der Bundesrat stimmte am 6. März für die Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung. Die rezeptfreie
Abgabe betrifft vier Präparate, die
die Wirkstoffe Ulipristalacetet und
Levonorgestrel enthalten. Diese sollen künftig in öffentlichen Apotheken erhältlich sein, aber nicht kommerziell beworben werden dürfen.
Für Frauen bis zum vollendeten 20.
Lebensjahr soll die „Pille danach”
weiterhin kostenfrei verfügbar sein.
Bedingung dafür ist jedoch, dass
die Frauen sich das Präparat beim
Arzt verschreiben lassen. Versandapotheken wurden von der Abgabe
ohne Rezept ausgenommen, um
Missbrauch zu verhindern.
Die Bundesapothekerkammer sicherte eine „kompetente und diskrete Beratung“ der betroffenen
Gisela Klinkhammer
Frauen zu. Nach Angaben von
Kammerpräsident Andreas Kiefer
wird die „Pille danach” ab dem 15.
März rezeptfrei in den Apotheken
erhältlich sein. Mädchen unter 14
Jahren wird ein Arztbesuch angeraten. „Sie bekommen diese Medikamente im Regelfall nicht in der
Selbstmedikation”, erklärte Kiefer.
Die Verbände der Frauenärzte
und Fortpflanzungsmediziner kritisierten, dass die Regelung nicht
ausreichend vor Missbrauch schütze. Da nach derzeitigem Stand die
„Pille danach” auch an Dritte verkauft werden dürfe, gebe es in solchen Fällen keine vertrauliche und
persönliche Beratung. Gerade nach
einem möglichen sexuellen Missbrauch eines Mädchens oder einer
Frau etwa innerhalb der Familie
oder des Bekanntenkreises sei das
ein erhebliches Gefahrenpotenzial
für die Betroffenen.
kna/afp
VERSCHLÜSSELUNG
Patientendaten brauchen besonderen Schutz
der des Ausschusses Telematik der
BÄK. Er bezog sich damit auf mögliche Sicherheitslücken im Produktionsprozess von SIM-Karten der
Firma Gemalto für den Mobilfunk. „Als ein Auftragnehmer für
die Herstellung von elektronischen Gesundheitskarten
kommt Gemalto eine besondere Verantwortung für die
Einhaltung der strengen Sicherheitsvorgaben der Gematik zu“, sagte Bartmann.
Der Gematik zufolge besteht für die elektronische
Gesundheitskarte (eGK) bislang keine Risiko. „Wir gehen davon aus, dass der
Ausgabeprozess der eGK nicht betroffen ist“, sagte eine Sprecherin.
„Es ergibt sich somit auch kein Risiko für das Projekt.“ Wie der
GKV-Spitzenverband mitteilte, wären mögliche Auswirkungen im Augenblick begrenzt, weil die Karten
bislang keine persönlichen Gesundheitsinformationen speichern.
hil
Foto: picture alliance
Individuelle Patientendaten sind
hochsensibel und benötigen einen
besonderen Schutz. Das hat die
Bundesärztekammer (BÄK) betont,
nachdem Ende Februar bekannt geworden war, dass der US-Geheim-
Sicher verschlüsselt?
Noch enthält die
elektronische
Gesundheitskarte keine persönlichen Gesundheitsdaten.
dienst möglicherweise weltweit die
Verschlüsselungscodes von Mobilfunk-SIM-Karten gestohlen hat. „Die
Daten brauchen einen vertrauenswürdigen Schutz, um den Kommunikationsanforderungen einer modernen medizinischen Versorgung
gerecht zu werden“, sagte Dr. med.
Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzen-
Deutsches Ärzteblatt | Jg. 112 | Heft 11 | 13. März 2015
Angela Merkel hat von sich selbst
einmal gesagt, sie habe kamelartige
Fähigkeiten. Damit meinte sie, dass
sie Schlaft tanken könne. Und diese
Fähigkeit ist auch erforderlich, bei
dem Mammutprogramm, das die
Kanzlerin absolvieren muss. Sie reist
um die halbe Welt und schläft kaum.
Rekord waren da wohl vor kurzem
die 17-stündigen Verhandlungen mit
François Hollande, Wladimir Putin
und Petro Poroschenko in Minsk.
Der Schlafforscher und DiplomPsychologe Prof. Dr. rer. soc. Jürgen
Kamelartige
Fähigkeiten
Zulley, Regensburg, bezeichnete es
jetzt als mutig, dass sich Angela
Merkel mit einem Kamel vergleicht.
Dennoch hinke dieser Vergleich.
„Man braucht eine gewisse Regelmäßigkeit, man braucht seine Auszeiten. Und den Begriff Vortanken
finde ich falsch. Nach wenigen Tagen mit einer solchen Strategie
braucht man eine längere Erholungspause“, sagte Zulley der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe sicherlich Menschen, die 17 Stunden
durcharbeiten könnten. „Ich glaube
aber nicht, dass die Politiker bei
dem Gipfel alle 17 Stunden voll dabei waren. Ich vermute mal, dass sie
sich kurzfristig zurückziehen konnten
und die Verhandlungen anderen
überlassen haben. Ich nehme mal
an, dass es dort auch ziemlich lebhaft zugeht, zumindest zeitweilig.
Dadurch kann man besser mit der
Müdigkeit umgehen.“
Zulley zufolge hat die Schlaflosigkeit der Politiker aber durchaus auch
Vorteile: „Was eine große Rolle bei
diesen langen Verhandlungen spielt,
ist, dass mit der Zeit die Kompromissfähigkeit zunimmt. Je länger
man verhandelt, desto eher ist man
bereit, aufgrund des eigenen Befindens, der eigenen Müdigkeit zu sagen: Machen wir den Kompromiss.
Ich glaube, das ist die gute Seite.“
A 441
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