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Intensiver jahrelanger Konflikt um die alten Eichen in Hambühren I

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Intensiver jahrelanger Konflikt um die alten Eichen in Hambühren I
Stellungnahme zum Bericht von Oktober 2013
Erstellt vom Amtshof Eicklingen Planungsgesellschaft mbH & Co. KG
für die Gemeinde Hambühren
Störungen und Einflüsse von außen – Seite 100-103
Zitat aus dem Bericht
„Eine neue Qualität bekamen die Gespräche und Diskussionen um die künftige
Gestalt des Dorfplatzes aber nicht durch die Mitglieder der gemeindlichen
Gremien, sondern vielmehr durch verschiedene Meinungsmacher von außen, die
ihre persönlichen oder von
Lobbyinteressen getragenen Auffassungen
öffentlichwirksam platzierten. Das geschah auf ganz unterschiedliche Weise und
unterlief perfide den im Arbeitskreis gefundenen Konsens.“
Stellungnahme
Eine sehr fragwürdige und peinliche Wortwahl. Denn es scheint, als handele es
sich hier um eine Unterstellung von „perfiden“ Absichten der sogenannten
„Meinungsmachern“ und „Lobbyinteressen“ im Zusammenhang mit der
Dorferneuerung. Das ist nicht nur fragwürdig, sondern äußerst provokant und
empörend. Zudem ist sie in ihrer Unsachlichkeit parteiisch. Die hier sogenannten
Meinungsmacher und Lobbyisten, sind weder heimtückisch noch niederträchtig
(perfide). Im Gegenteil. Sie haben auch wesentlich dazu beigetragen, den
Kahlschlag von 18 Eichen zu verhindern. Gemeinsam wurde erreicht, dass unser
wunderschöner Dorfanger mit den alten Eichen nicht zerstört wurde.
Bekanntlich wird das Wort „perfide“ in seiner negativen Bedeutung oft dann
angewendet, um eine bestimmte Meinung in der Öffentlichkeit
herabzuwürdigen.
Ich möchte hier klarstellen, dass es sich um engagierte Hambührener Bürger
handelt, die sich unermüdlich und unerschrocken für den Erhalt des Dorfangers
mit den alten Eichen eingesetzt haben. Jeder auf seine Art und Weise. Übrigens
sehr erfolgreich. Daher ist diese Wortwahl ein unerhörter Affront. Das lassen wir
uns nicht gefallen. Der Amtshof Eicklingen wurde von der Gemeinde für eine
„Dorferneuerung“ beauftragt. Dieser Auftrag wird mit öffentlichen
Steuergeldern finanziert. Umso grotesker ist es, dass eine derartige Beleidigung
gegen uns, die Steuerzahler von Hambühren, von dem Amtshof Eicklingen
veröffentlicht wurde.
Ich habe diesen Bericht eingehend studiert und es drängt sich dem kritischen
Leser durchaus der Eindruck auf, dass hier einseitig Partei ergriffen wurde für
eine kleine Gruppe von Anliegern. Diese Anlieger wollten für ganz eigennützige
Pläne den alten Dorfkern für Parkplätze zupflastern. Für diesen Zweck sollten zu
Beginn der Planungen 18 Eichen gefällt werden. Unter Naturschutz, also
Arten und Bestandschutz, verstehen wir allerdings etwas anderes.
Es geht hier aber nicht nur um Naturschutz und eine empörende Wortwahl. Es
geht hier auch nicht nur um unseren berechtigten Unmut, die Ängste,
Befürchtungen und Enttäuschungen wie mit diesem emotionalen Projekt
umgegangen wurde. Jahrelang. Jeder hat von uns das Recht, Kritik zu üben,
jeder auf seine individuelle Art und Weise. Und zu kritisieren gab es viel – sehr
viel. Nein, ich bin der Ansicht es geht hier um die Meinungsfreiheit. Unsere
Meinungsfreiheit, die hier in übelster Form öffentlich angegriffen zum Ausdruck
gebracht wurde. Nicht genug damit, es wurde noch folgender Satz nachgelegt:
„Die Arbeitskreismitglieder bewegten die polemischen Anschuldigungen und
Kritiken sehr.“
Wer versteckt sich überhaupt hinter dem Begriff „Arbeitskreismitglieder?“
Es ist auffallend und sehr bezeichnend, dass immer wieder von „innen“ und
„außen“ gesprochen wird. Das erklärt vieles. Vielleicht war es die
Wahrnehmung einer unüberbrückbaren Kluft mit all ihren Konsequenzen
zwischen „innen“ und „außen“, dass für längere Zeit diese Kluft unüberwindbar
schien. Für „außen“ war das Fällen von 18 alten Eichen für Parkplätze nie
verhandelbar. Dass die Eichen letztendlich von denen von „außen“ gerettet
wurden, ist ein großer Erfolg - nicht nur für die Meinungsfreiheit. Ich kann nur
allen Lobbyisten und Meinungsmachern, die mit ihren interessanten Beiträgen
zu diesem großen Erfolg beigetragen haben, gratulieren. Ich möchte hier auch
ganz speziell den NABU und die GRÜNEN erwähnen. Der unermüdliche
Einsatz von unseren hervorragenden NABU Leuten, sowie die Partei die
GRÜNEN, die vom ersten bis zum letzten Tag unbeirrt und trotz vieler
Rückschläge und enormen Schwierigkeiten nie ein Ziel aufgaben: Die Eichen
müssen gerettet werden. Sie wurden gerettet. Danke.
Es wird in diesem Bericht behauptet, dass Störungen und Einflüsse von „außen“
kamen. In einem Bericht vom Amtshof Eicklingen von März 2010 wurde
allerdings darauf hingewiesen und gemahnt, es mangele „innen“ an
Kommunikation untereinander. Es könnten dadurch Konflikte entstehen, die den
Entwicklungsprozess behindern könnten. Das lässt vermuten, dass „innen“
schon zu Beginn dieses Projektes zerstritten war. Es bedurfte dazu nicht einmal
einer perfiden Einflussnahme von „außen“. Denn „außen“ wusste lange Zeit gar
nicht, was „innen“ vor sich ging. Und als „außen“ endlich erfuhr, was „innen“
ausgeheckt hatte, hagelte es von „außen“ heftige Kritik. Daraufhin war „innen“
über die polemischen Anschuldigungen und Kritik sehr bewegt.
Zum Schluss eine Richtigstellung
Es wird behauptet, dass die Bürgerinitiative Hambühren „um die Gunst der
Stunde zu nutzen“ an das Niedersächsische Ministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz direkt an den neu gewählten
Landwirtschaftsminister Christian Meyer geschrieben hat.
Dies entspricht nicht den Tatsachen und ist schlecht recherchierter Unfug.
Inge Müller Februar 2015
HEFTIGER STREIT UM DIE DORFERNEUERUNG
Kommentar zum anonymen Bericht „Dorferneuerung in Hambühren 1“
Mitteilungsblatt No.07/2013 – Seite 27
Unter den Eichen
Nun weiß man es genau und hat wieder etwas dazugelernt. Was auf dem Gedenkstein steht, was
aus dem Eichenholz gemacht wurde und dass die Eicheln die Schweine ernährten. Wir erfahren
auch über die vielfältigen Herausforderungen, denen sich die Betreiber der alten Bauernhöfe in
Hambühren in der Vergangenheit stellen mussten. Es ist nicht nur lehrreich, was wir hier über
das alte Hambühren erfahren, es ist äußerst bewundernswert, wie die Menschen damals ihr
schweres Leben meisterten- wie fast überall zu jener Zeit in Deutschland. Ein hartes und
entbehrungsreiches Leben.
Jahrhunderte sind inzwischen über Hambühren hinweggerollt und die Zeiten haben sich
seitdem dramatisch geändert – für und in Hambühren. Heute plant man, das alte Dorf
„zukunftsfähig“ zu machen. Aber wie macht man ein Dorf „zukunftsfähig?“ In diesem Fall
engagierten sich die Landwirte, auf Initiative der Gemeindeverwaltung Hambühren. Wie es
scheint, nur die Landwirte. Ein renommiertes Planungsbüro durfte nicht fehlen und gemeinsam,
mit vielen Nachbarn, wurde eine Arbeitsgruppe gebildet. Man hatte ein Ziel. Ein
bedeutungsvolles Ziel, denn Hambühren sollte ja „zukunftsfähig“ gemacht werden. Und dieses
bedeutungsvolle Ziel kostet natürlich Geld. Und je nach Plan könnte es viel Geld sein. Dieses
Geld setzt sich zusammen aus unseren Steuerbeträgen an die Gemeinde, aber auch aus
Zuschüssen von der EU für Dorferneuerungsprogramme, ebenfalls von unseren Steuerbeiträgen
finanziert. Der Plan war in 2010, „möglichst effizient“ mit diesen Geldern umzugehen. Was
eigentlich selbstverständlich ist, denn es wird ja doppelt von den Steuerzahlern verlangt – das
sollte nicht selbstverständlich sein.
Nach eigenen Angaben engagierte man sich für dieses Projekt seit 2010- aber wie es scheint,
längere Zeit hinter verschlossenen Türen. Zusammen mit Gemeindemitgliedern wohlgemerkt.
Es wird berichtet, dass zusammen mit den Landwirten, dem Planungsbüro und der gegründeten
Arbeitsgruppe viele Vorschläge und Entwürfe erarbeitet wurden. Das hört sich gut an, ist
finanziell eher fragwürdig. Generell sind Planungsbüros nicht gerade zimperlich mit ihren
Honoraren, daher: viele Vorschläge, viele Entwürfe – viele Rechnungen.
Anfang April 2013 wurde nun im Mitteilungsblatt durch einen anonymen Bericht bekannt
gegeben, man hätte letztendlich einen finanzierbaren Lösungsvorschlag gefunden, das Dorf
„praktisch als auch optisch ansprechender“ zu machen. Sollte das etwa der gleiche Vorschlag
sein, der kürzlich während einer öffentlichen Versammlung abgelehnt wurde? Und den NABU
(Naturschutzbund Hambühren) schon vorher wie folgt kritisiert hat: „Gesunde Eichen sollen
gefällt werden, ein überflüssiger Verkehrskreisel angelegt und damit eine großflächige
Versiegelung des Dorfplatzes vorgenommen werden. Der Kreisel dient sicher nicht der
Verkehrsberuhigung, denn hier gibt es keinen Verkehrsknotenpunkt, den es zu beruhigen gilt.
Der Weg führt in die freie Feldmark und ist für Privatverkehr gesperrt.“ Und nicht nur NABU
sieht es so. Viele Mitbürger sind über so viel Unsinn und Geldverschwendung entsetzt, wütend
und böse – sehr böse.
Natürlich ist es großartig und bewundernswert, dass die Landwirte in Hambühren mehr als
10.000 Eichen gepflanzt haben und sie sich nach ihrer Meinung „stets verantwortungsvoll
verhalten haben“. Zweifellos haben sie es und dafür gebührt ihnen allergrößten Respekt und
Dank. Daher ist es umso unverständlicher, dass sie jahrelanges unkontrolliertes und chaotisches
Parken unter den alten Eichen vor Ihren Hoftoren geduldet haben. Unkontrolliertes Parken, das
wahrscheinlich über die Jahre das Wurzelwerk vieler alten Eichen beschädigt hat.
Was ist bei diesem neuesten kontroversen Großprojekt „Dorferneuerung“ so grundlegend
schiefgelaufen? Ein Grund ist, dass das Gemeindeland, mitten im alten Dorfkern, von einem
Privatunternehmen jahrelang ungehindert als Gästeparkplatz benutzt wurde und immer noch
benutzt wird. Der wichtigere Grund ist allerdings, dass die Bauabteilung der Gemeinde
Hambühren kläglich versagt hat. Jahrelang wurden diese chaotischen Parkzustände auf diesem
wertvollen Stückchen Land mit den alten Eichen geduldet. Es ist die Aufgabe dieser Abteilung,
unser Land für uns, die Bürger in Hambühren, zu pflegen, zu schützen um es auf Generationen
hinaus zu erhalten. Möchte man annehmen.
Diese lähmende Tatenlosigkeit gegenüber einem Problem, dass von Jahr zu Jahr größer wurde,
ist nicht nachvollziehbar. Jahrelang wird geduldet und zugesehen, wie fast täglich rollende
Blechlawinen unter den alten Eichen rücksichtslos die Wurzeln dieser alten Bäume und somit
das Land beschädigen. Resultat: Statt eines einfachen Parkverbotes entwickelte sich nicht nur
ein total verworrenes, fremdartiges, ungeeignetes und größenwahnsinniges Projekt – es spaltet
auch die Mitbürger dieser Gemeinde. Vom jahrelangen Tauziehen über Zuschüsse, gepflasterte
sinnlose Kreisel mit endlosen Diskussionen und unzähligen Entwürfen und steigenden Kosten
ganz zu schweigen. Es scheint, dass man weiterhin darauf beharrt, die EU Zuschüsse, ob
geeignet für dieses einmalige Projekt oder nicht, zu verpflastern.
Natürlich müssen einige Zufahrten zu den Höfen saniert und die Entwässerung geregelt werden.
Wie wäre es mit kompetenten Sachverstand anstatt endlosen und jahrelangen Sitzungen und
Diskussionen? Der Platz unter den Eichen wird, mit ein wenig Hilfe, wieder der Natur
übergeben und alle gesunden Eichen und solche die noch gerettet werden können, müssen ab
sofort unter Naturschutz gestellt werden.
Der öffentliche Druck auf die Politik sollte nicht aufhören, er sollte größer werden. Es wird
davon gesprochen, „ dass die weitere Diskussion sachlich und ideologiefrei geführt wird.“ Von
wem bitte?
Die Gemeinde Hambühren ist nun aufgefordert, diesen zeitaufwendigen und unnützen Streit
endlich mit den notwendigen Maßnahmen zu beenden. Sehr sensible und behutsame sowie
kostengünstige Vorschläge liegen seit längerer Zeit allen vor. Vorschläge, die dem ganz eigenen
Charakter des alten Dorfkerns gerecht werden und uns allen auch weiterhin viel Freude machen
würden. Etwas Gutes zu erhalten sollte der Leitsatz hier sein.
Inge Müller
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