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Leseprobe zum Titel: Stuttgarter Nachrichten (14.03

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Verkehrskollaps
am Württemberg
– was tun?
Was essen
Veganer, und
was bitte
sind
Frutarier?
왘
왘
Seite 40
Kultur
Stuttgarter CDU-Fraktion
lehnt Ausbau der
Staatstheater ab
www.stuttgarter-nachrichten.de · € 1,80 · E 4063
Samstag, 14. März 2015
Nummer 61 · 11. Woche · 70. Jahrgang · S
왘
Porsche-Chef
Müller bereit für
Konzernspitze
0:4 – VfB geht in Leverkusen unter
Von Michael Gerster
Seite 18
Sport
Goldener Volltreffer:
Deutsche Biathletinnen
gewinnen bei der WM
das Staffelrennen
왘
Seite 36
Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Stuttgart und Region
Die Zeitung für Kinder
gibt es seit einem Jahr –
ein Grund zum Feiern
왘
Ratlosigkeit herrscht beim VfB Stuttgart nach
der Niederlage bei Bayer Leverkusen – das
Team von Trainer Huub Stevens ging am
Freitagabend mit 0:4 unter. Der VfB machte
Bubacar Marone ist aus
Gambia geflüchtet, jetzt
wird er in Stuttgart Metzger
der Niederlage immer dramatischer – doch
Sportvorstand Robin Dutt stützt Trainer Huub
Stevens weiterhin.
Foto: Baumann
¿Seite 33
Kopftuch für Lehrerinnen
grundsätzlich erlaubt
Kehrtwende beim Thema Kopftuch:
Das Bundesverfassungsgericht stellt
klar, dass der Staat muslimischen
Lehrerinnen das Tragen des Kopftuchs
im Unterricht nicht generell verbieten
darf. Ein Urteil mit Folgen.
Von Maria Wetzel
Seite 23
mitmischen.de zeigt
jungen Leuten die
bunte Seite der Politik
왘
zwar eine halbe Stunde lang Druck, kassierte
aber mit der ersten Chance gleich das erste
Tor und verlor danach völlig den Faden. Die
Lage im Kampf gegen den Abstieg wird nach
Das Thema Verfassungsrichter geben muslimischen Klägerinnen recht – Land muss nachbessern
Seite 24
Stuttgart und Region
왘
Seite 21
Seite 20
Inhalt
Politik
Landesnachrichten
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40
V22
Wetter
KARLSRUHE/STUTTGART. Muslimische Lehrerinnen dürfen künftig grundsätzlich mit
Kopftuch unterrichten. Verbote sind nur möglich, wenn es konkrete Gründe gibt, etwa Gefahren für das friedliche Miteinander an bestimmten Schulen. Das hat das Bundesverfassungsgericht in einem am Freitag veröffentlichten Grundsatzbeschluss entschieden. Ein
pauschales Kopftuchverbot für Lehrerinnen
an öffentlichen Schulen sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar, da es gegen die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit verstoße, so die
Richter. Geklagt hatten zwei Musliminnen aus
Nordrhein-Westfalen. Die Lehrerin und die
Sozialpädagogin hatten sich aus religiösen
Gründen geweigert, im Schuldienst ein
Kopftuch oder eine ersatzweise getragene
Wollmütze abzulegen.
Die Entscheidung betrifft auch andere
Länder. Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Stoch (SPD) kündigte an, nach
Prüfung der schriftlichen Begründung darüber zu entscheiden, „welche Konsequenzen sich daraus für die Praxis in BadenWürttemberg ergeben“. Glaubens- und Bekenntnisfreiheit habe einen hohen Stellenwert. Integrationsministerin Bilkay Öney
(SPD) sieht die Debatte um das Kopftuch
mit dem Urteil nicht abgeschlossen. „Ich
hoffe nicht, dass dieses Urteil als Aufforderung verstanden wird, ein Kopftuch zu tragen.“ Das Klassenzimmer dürfe nicht für religiöse Auseinandersetzungen instrumentalisiert werden, sagte CDU-Fraktionschef
Guido Wolf. Die Politik müsse Kriterien entwickeln, dies im Einzelfall zu verhindern.
Die katholischen Bischöfe sehen in dem
Urteil „ein starkes Signal für die Glaubensund Bekenntnisfreiheit“. Rafael Nikodemus. Dezernent für christlich-islamischen
Dialog der Evangelischen Kirche im Rheinland, sagte: „Im Kern kommt es darauf an,
was im Kopf drin ist, nicht, was darum herum ist.“
왘 Kommentar
왘 Seite 2/3
Straßenbau
im Land stockt
Gute
Nacht
„Putin ist nicht
der harte Macher“
BERLIN/STUTTGART (mo). Neuer Streit um
den Straßenbau: Landesverkehrsminister
Winfried Hermann (Grüne) dringt in Berlin
vergeblich auf die Freigabe von sechs baureifen Straßenabschnitten im Land – darunter die Westtangente in Pforzheim. Auf
Nachfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Harald Ebner (Schwäbisch Hall)
teilte der Parlamentarische Staatssekretär
im Bundesverkehrsministerium, Norbert
Barthle (CDU), mit: „Gegenwärtig sind keine Spielräume für den Baubeginn von Bundesfernstraßen vorhanden.“ Angesichts laufender Bauvorhaben sei in den nächsten Jahren ein wesentlicher Teil der zur Verfügung
stehenden Bundesmittel bereits gebunden.
Grünen-Politiker sprachen von einer „Straßenbau-Verhinderungs-Antwort“. Im vergangenen Jahr hatte die Landes-CDU Hermann vorgeworfen, Bundesmittel für den
Fernstraßenbau nicht abgerufen zu haben.
왘 Landesnachrichten Seite 8
Die Welt wird vielleicht nicht klüger, dafür
aber immer heller, vor allem nachts. Das zumindest behaupten Wissenschaftler, die
nun die gesamte Menschheit aufgerufen haben, in der Nacht von diesem Samstag auf
Sonntag Sterne zu zählen. Jeder kann mitmachen unter www.globeatnight.org. In
Berlin und Mannheim trifft man sich sogar
auf der Straße, um gemeinsam das Himmelszählt zu betrachten. Bei der Aktion
kommt es auf jene Sterne an, die man nicht
sehen kann, weil der Nachthimmel dafür zu
hell ist. Denn langfristig befürchten
die Forscher den „Verlust der
Nacht“ durch künstliches Licht.
Das wäre einerseits schlecht,
weil es dann keine Zuschläge
für Nachtarbeit mehr gäbe.
Andererseits müsste sich
die Nacht im Hellen auch
wieder relativ schnell finden lassen. (rai)
MOSKAU/WALLDORF (wel). Der badische Agrarunternehmer Stefan Dürr, Russlands
größter Milchproduzent, kann wegen der Ukraine-Krise mehr Milch verkaufen: Durch das
russische Importverbot für Lebensmittel aus
dem Westen herrsche ein höherer Bedarf an
inländischen Produkten, sagte er im Interview mit unserer Zeitung. „Wir haben unsere
Produktion in den letzten Monaten weiter gesteigert. Wir produzieren etwa 470 Tonnen
pro Tag“, erklärte Dürr, zu dessen Unternehmen knapp 53 000 Rinder und 200 000 Hektar
Land gehören. Von den Sanktionen gegen
Russland profitiere China: „In der Landtechnik gewinnt China schneller Marktanteile, als
das ohne Sanktionspolitik möglich gewesen
wäre.“ Über Russlands Präsident Wladimir
Putin sagte er: „Putin ist nicht der harte Macher, als den ihn westliche Medien häufig darstellen. Aber er ist auch der Letzte, der in diesem Konflikt einfach so nachgibt.“
왘 Seite V2
STUTTGART. Porsche-Chef Matthias Müller
wäre prinzipiell bereit, die Nachfolge von
Volkswagen-Lenker Martin Winterkorn zu
übernehmen. „Warum sollte ich mich so
einer Aufgabe verschließen“, sagte er am
Freitag am Rande der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Es stimme nicht,
dass er sich für den Job zu alt fühle, wie
einmal geschrieben worden sei. Der 61Jährige betonte aber auch, dass er einen
Generationswechsel an der Konzernspitze
bevorzuge.
Winterkorns Vertrag läuft noch bis 2016.
Es gilt als wahrscheinlich, dass der 67-Jährige dann aufhört. Mögliche Kandidaten für
die Nachfolge sind auch Audi-Chef Rupert
Stadler oder der neue VW-Nutzfahrzeugchef Andreas Renschler, der zuvor DaimlerVorstand war.
Zugleich kündigte Müller an, Porsche
wolle noch in diesem Jahrzehnt ein reines
Elektroauto bauen. Das Unternehmen hat
2014 den operativen Gewinn um gut fünf
Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gesteigert.
왘 Wirtschaft Seite 13
Kommentar
Nüchtern
Bundesverfassungsgericht bricht mit
Kopftuch-Urteil schlechten Trend
Von Christoph Reisinger
Mutig, diese Richter. Schließlich wird es
nicht an Stimmen fehlen, die behaupten:
Vergebens hat sich das christliche Europa
von Karl Martell bis Prinz Eugen gegen
Eroberungsversuche von Muslimen verteidigt – wo doch das Bundesverfassungsgericht jetzt das Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen kassiert.
Wer nüchtern auf dieses Urteil schaut,
wird allerdings Mühe haben, Kritikwürdiges zu entdecken. Es verpflichtet den
Staat, der laut Grundgesetz religiös neutral zu bleiben hat, das reine Zurschaustellen einer Religionszugehörigkeit zu
dulden. Auch bei seinen Angestellten.
Mehr nicht. Das gilt für einen Davidstern
oder Buddha im Halsausschnitt, das Collarhemd oder die Ordenstracht nicht weniger als für das Kopftuch einer Muslima.
Positiv an diesem Urteil ist vor allem:
Es bricht den Trend einer Serie von Entscheidungen Oberster Gerichte in Europa, die in den vergangenen 20 Jahren darauf gerichtet waren, alles Religiöse aus
öffentlichen Räumen unter staatlicher
Verantwortung zu verbannen. Nicht zuletzt Kruzifixe aus Klassenzimmern.
Fehlurteile, die im Namen von Neutralität
den Atheismus zur Staatsreligion erhoben. Als ob Religion und das freie Bekenntnis zu ihr keine Menschenrechte
wären. Der Beifall der Kirchen zum Kopftuch-Urteil kommt nicht von ungefähr.
Andere wird das kaum von ihrem Unbehagen abbringen. Etwa, weil sie zu
Recht auf die Problematik politisch aufgeladener und militanter Ausprägungen
des Islam verweisen, die sich hierzulande
breitmachen. Nur, genau vor denen hat
das Verfassungsgericht ja nicht die Augen
verschlossen oder gar gekuscht: Störung
des Schulfriedens, Missionsarbeit im
Schuldienst oder gar eine salafistischdschihadistische Agitation im Klassenzimmer bleiben verboten. Auch das mit
allem Recht und aus gutem Grund.
c.reisinger@stn.zgs.de
Mittags 8°
Nachts 1°
Erst freundlich, später
bringen Wolken Regen
왘
Seite 24
Zu wenig Personal für Opfer sexueller Gewalt
Beratungsstellen im Südwesten stoßen an ihre Grenzen – Diskussion um Rechtsanspruch auf Hilfe
Kontakt
Redaktion:
Leserservice (Abo):
Von Kathrin Brenner
07 11 / 72 05 - 0
07 11 / 72 05 - 61 61
66011
4 190406 301804
STUTTGART. Zu wenig Personal, zu geringe
finanzielle Mittel: Eine große Mehrheit der
laut Sozialministerium 56 Fachberatungsstellen für Opfer sexueller Gewalt in BadenWürttemberg kann den zunehmenden Beratungsbedarf kaum abdecken. „Wir haben
die Kapazitätsgrenze erreicht“, sagte Theresa Ehrenfried von der Balinger Informations- und Beratungsstelle Feuervogel an-
lässlich einer Ausstellung zum Thema sexuelle Gewalt in Stuttgart. Iris Tischler von
Wildwasser & Frauen-Notruf in Karlsruhe
erklärte: „Gerade in der Prävention ist der
Bedarf zu groß, als dass wir ihn so umfassend
wie gewünscht abdecken könnten.“
Die Landesregierung hat im Dezember
einen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen
verabschiedet: Mit rund 3,6 Millionen Euro
sollen die Hilfen für Betroffene unterstützt,
verschiedene Anlaufstellen besser vernetzt
und Täter konsequenter verfolgt und bestraft werden. „Geld haben wir aber noch
keines erhalten“, kritisiert Tischler.
Die Unterstützung, die die Beratungsstellen vonseiten der Kommunen erhalten, erfolgt auf freiwilliger Basis. Deshalb fordern
die Mitarbeiterinnen von Feuervogel für Opfer einen Rechtsanspruch auf Beratung. Marion Römmele von Fetz in Stuttgart schränkt
ein: Ein Rechtsanspruch würde zwar die Finanzierung auf sichere Füße stellen, aber:
„Die Gefahr besteht, dass wir dann von den
großen Trägern überrollt werden, die die finanziellen Mittel ebenfalls wollen.“ Es müsse gewährleistet sein, dass spezialisierte Beratungsstellen die Gelder erhalten.
Das Sozialministerium verweist auf einen
Gesetzentwurf im Bund, wonach betroffene
Kinder und Jugendliche bei einer Anzeige
einen Rechtsanspruch auf kostenlose psychosoziale Prozessbegleitung haben sollen.
왘 Landesnachrichten Seite 6
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