close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

der Broschüre als PDF - Israelitische Kultusgemeinde Wien

EinbettenHerunterladen
Gedenkausstellung
Die Favoritner Rabbiner
Die Sammlerfamilie Herlinghaus – Vrana eröffnet am
Montag, 16.03.2015 die Gedenkausstellung:
Die Favoritner Rabbiner
Eröffnung um 19 Uhr durch Herrn Direktor Hannes Gmeiner
im Foyer der Volkshochschule Favoriten.
Ehrengäste und Redner:
Mag. Raimund Fastenbauer
Dr. Jasmin Freyer
Dr. Ruth Heidrich – Blaha
Ort: VHS – Favoriten
Arthaberplatz 18, 1100 Wien
Die Ausstellung ist bis zum 04. Dezember 2015
im Foyer der VHS – Favoriten zu besichtigen.
Öffnungszeiten: Mo – Fr 8 Uhr 30 – 19 Uhr 30
( Sommerzeiten: Mo – Fr 9 bis 18 Uhr 30 )
Vorwort zur Ausstellungsbroschüre “Favoritner Rabbiner”
Zwischen 1875 und 1938 hatte das jüdische Favoriten seine Blütezeit. 1875
gilt als Gründungsdatum des Bezirks Favoriten und jüdische Menschen, die in
allen Berufen tätig waren, begannen sich dort anzusiedeln. Der Bezirk galt als
“Investorenbezirk”, aber die Wiener nutzten ihn auch für Ausflüge und in den
vielen Wirtshäusern wurde am Wochenende getanzt.
Die dort lebenden Juden und Jüdinnen waren großteils assimiliert.
Die großen jüdischen Firmen im 10. Wiener Gemeindebezirk waren Ankerbrot,
Heller Süßwaren, die Maschinenfabrik Luzzatto und die Flugzeugfabrik von
Max Gutmann. Es gab noch viele kleine und mittelständische Betriebe, die von
jüdischen Menschen gegründet wurden, wie z.B. den Gemischtwarenhandel A.
Lehrer und M. Hübler, das Fuhrwerksunternehmen Josef Karpeles, die Holz- &
Kohlenhandlung von Salomon Kohn-Kassner, das Fuhrwerksunternehmen von
Judith Tuschak, die Commissions- und Agenturgeschäfte in Fischtran-, Öl- und
Fettwaren von Carl Seligmann, die Handlung mit technischen Bedarfsartikeln
von Emanuel Schidrowitz, viele Frucht- & Gemüsehändler sowie Branntweiner.
Aktuell haben dort weniger als 20 Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde
ihren Wohnsitz.
Die Ausstellung und die dazugehörende Broschüre “Favoritner Rabbiner” versuchen ein Bewusstsein über das ehemalige jüdische Leben in diesem Bezirk
zu schaffen: Die Ausstellung zeigt die Porträts von zwei ehemaligen Rabbinern des Humboldttempels, Dr. Weiner und Dr. Mandel. Auch werden ein Foto,
der Querschnitt und der Längsschnitt des Humboldttempels ausgestellt. Die
Bethausvereine werden aufgelistet und kurz beschrieben. Die jüdische Familie Hübler, die ihr Wohnhaus und ihr Geschäftslokal in der Quellenstraße 131
hatte, wird portraitiert.
Wir bedanken uns bei Herrn Direktor Hannes Gmeiner für die Erlaubnis der
Ausstellung und die Benutzung der Vitrinen im Foyer.
Dr. Jasmin Freyer und Dr. Ruth Heidrich - Blaha
Im Zensus von 1934 gibt es 3642 Bewohner “Israelitischen Bekenntnisses” im
10. Bezirk, das war der bisherige Höchststand.
In der Blütezeit gab es für die dort lebende jüdische Bevölkerung ein umfangreiches Angebot an jüdischen Netzwerken: Das Herzstück war der Humboldttempel, der 1892-1896 nach Plänen des Architekten Jakob Gartner, erbaut
wurde. Viele Vereine wie ein Kindergarten, ein Krankenunterstützungsverein,
eine Hebräische Sprach- und Bibelschule, der Jüdische Turnverein Maccabi
X, der Bund jüdischer Frontsoldaten Österreichs, die Zionistische Ortsgruppe
Favoriten-Simmering- um nur einige zu nennen- wiederspiegelten den Bedarf
der dort lebenden jüdischen Gesellschaft. Purimbälle und Charity-Events waren
beliebte gesellschaftliche Ereignisse für die dortige jüdische Gemeinde.
1938 kam durch die Naziherrschaft das brutale Ende für das jüdische Leben
in Favoriten: Der Tempel wurde gesprengt, die Vereine aufgelöst und das Eigentum der jüdischen Menschen arisiert. Heute erinnert nur sehr wenig an das
ehemals blühende jüdische Gemeindeleben im 10. Wiener Gemeindebezirk.
2
3
„Humboldttempel“ eigentlich
„Kaiser Franz Josef- Jubiläumstempel“
Humboldtgasse 27, 1100 Wien
Erbaut wurde der Tempel in den Jahren 1892 - 96 nach den Plänen von Architekt Jakob Gartner, die Schlusssteinlegung und Einweihung fand 1898 statt.
Die Außenansicht zeigt einen zentralisierenden Kuppelbau im romanisch-byzantinischen Stil. Auf der Kuppelspitze ist der Davidstern zu sehen.
Die Synagoge wurde über einer Eckparzelle erbaut, daher gibt es eine Fassade
in der Humboldtgasse und eine am Humboldtplatz. Der Eingang war in der
Humboldtgasse.
Es gibt keine Bilder oder Fotos des Innenraums. Die Baupläne zeigen die traditionelle, rundum verlaufende Frauengalerie und den architektonisch gestalteten
Thoraschrein im Osten.
Es gab Platz für ca. 700 Personen.
Die treibende Kraft für den Bau und während der Bauzeit war der Vereinsobmann Carl Seligmann, letzter Vereinsobmann 1938 war Benjamin Scher.
Der Humboldttempel wurde in der Novemberpogromnacht ( 9./10.11.1938 ) bis
auf die Grundmauern zerstört.
Die Rabbiner am Humboldttempel waren: David Löwy, Dr. Aron Löb Mandel,
Karl Kupfer (interimistisch) und Dr. Albert ( Abraham ) Weiner.
Der Humboldttempel um 1900.
(ÖNB, Bildarchiv)
4
5
Architekt Jakob Gartner (1861-1921)
(http://www.azw.at)
Querschnitt, Blick zum Thoraschrein, Genehmigter Einreichplan, 1892
(Pierre Genee: Wiener Synagogen 1825 - 1938, Wien 1987, S.80)
Längsschnitt, Genehmigter Einreichplan, 1892
6 (Pierre Genee: Wiener Synagogen 1825 - 1938, Wien 1987,
S.80)
7
Die Rabbiner des Humboldttempels im X. Bezirk.
•
David Löwy
David Löwy ( geb. 1821 in Eidlitz / Böhmen - gest. 1902 in Wien ) war verheiratet mit Rosa Löwy und hatte 2 Söhne und 1 Tochter. Ab 1889 war David
Löwy Prediger / Rabbiner im Betsaal im Haus am Keplerplatz 1 und danach am
Humboldttempel. 1890 wird David Löwy zum Gemeinderabbiner ernannt. Er
emeritierte 1901 von seinem Amt.
•
Dr. Aron Löb Mandel
Dr. Aron Löb Mandel ( geb. 1869 in Verbo / heutige Slowakei - gest. 1929 in
Wien ) war verheiratet mit Anna Mandel ( geb. Friedmann ) und hatte 1 Sohn
und 2 Töchter. Dr. Mandel wird 1901 Rabbiner am Humboldttempel, vorher war
er Direktor der Jüdischen Religionsschule im 10. Bezirk. Die Rabbinerausbildung absolvierte er an der israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien, das
Doktoratsstudium in Orientalistik an der Universität Wien.
•
Dr. Albert (Abraham) Weiner
Dr. Albert ( Abraham ) Weiner ( geb. 1890 in Zelem / Deutschkreutz / damals
im ungarischen Teil der k.u.k. Monarchie - gest. 1970 in Israel ) war mit Sabine
Weiner verheiratet und hatte 2 Töchter. Dr. Weiner war von 1931 bis 1938 Rabbiner am Humboldttempel. Dr. Weiner hatte die gleiche Rabbinerausbildung
wie Dr. Mandel, sein Doktoratsstudium absolvierte er in Österreichischer Geschichte an der Universität Wien. Er blieb bis zum Novemberpogrom 1938 im
Amt, wurde verhaftet, konnte 1939 mit seiner Familie nach dem damaligen
Palästina flüchten.
Amtszeiten:
David Löwy: 1889 – 1902
Dr. Aron Löb Mandel: 1901 - 1929
Karl Kupfer: 1929 – 1931 Interimistischer Rabbiner
Dr. Albert ( Abraham ) Weiner: 1931 - 1938
8
Rabbiner Dr. Aron Löb Mandel
(Privat)
9
Bethausvereine in Favoriten
Der erste Bethausverein in Favoriten wird zeitgleich mit der Bezirksgründung im
Jahre 1875 gegründet und nannte sich „Israelitischer Tempel- und Humanitätsverein für die israelitischen Bewohner des IV. und X. Bezirks”. Der Verein wird im
Jahre 1934 umbenannt in “Israelitischer Humanitätsverein für den X. Gemeindebezirk” und hat den Vereinssitz in der Humboldtgasse 27, in den Amtsräumlichkeiten des “Humboldttempels”.
Vereinszweck war die Unterstützung bedürftiger jüdischer Bewohner des 10.
Bezirks und ein jährlicher Gedenkgottesdienst für die im jeweiligen Jahr verstorbenen Gemeindemitglieder. Ab 1934 wurde der Vereinszweck erweitert auf
die rituelle Hilfe und die entsprechende Hilfe bei Amtswegen bei Todesfällen
sowie das jährliche Gedenken an die gefallenen jüdischen Soldaten des 1.
Weltkrieges.
Vereinsobmann ist zu dieser Zeit Dr. Richard Back.
Das Haus in der Humboldtgasse 25, ein Wohnhaus mit Wirtshaus zu ebener
Erde und einem einstöckigen Lagerraumzubau im Hof, wird 1920 vom “Israelitischen Tempel- und Schulverein für den X. Gemeindebezirk in Favoriten in
Wien” gekauft. Es befindet sich gleich neben dem “Humboldttempel”.
Der Vereinszweck ist die Pflege der hebräischen Sprache, Geschichte und Literatur des jüdischen Volkes mit deutscher Unterrichtssprache.
Dieser Verein ist nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Erwachsenenbildung zuständig. Die Wohnungen in diesem Haus wurden vermietet.
Ab 1925 hatte auch der von Frau Anna Mandel, der Gattin von Rabbiner Mandel, gegründete “Jüdische Frauenwohltätigkeitsverein für den 10. Bezirk” dort
seinen Sitz. Zweck des Frauenwohltätigkeitsvereins war die materielle Hilfe für
bedürftige Glaubensgenossinnen, Säuglinge, Kinder, Kranke und Wöchnerinnen, arme Bräute auszustatten, sowie Unterricht für arme Mädchen.
Auch der “Jüdische Kindergarten” wurde an der selben Adresse untergebracht.
1938 wurden der „Israelitische Humanitätsverein für den X. Gemeindebezirk
Wiens“, der “Israelitische Tempel- und Schulverein”, der “Jüdische “Frauenwohltätigkeitsverein für den 10. Bezirk” und der “Jüdische Kindergarten” vom
NS – Stillhaltekommissar aufgelöst.
Rabbiner Dr. Albert (Abraham) Weiner
(Privat)
Das Haus Humboldtgasse 25 wurde „arisiert“.
10
11
Bethausverein „Ansche Emes“ ( Männer der Wahrheit)
Favoritenstraße 106, 1100 Wien
Der Verein wurde im Jahr 1900 gegründet.
§ 12 der Vereinsstatuten besagt, dass nach einem Todesfall “an allen sieben
Trauertagen, als auch jährlich am Sterbetag des jeweiligen Mitglieds ein Gebet
für sein Seelenheil im Vereinsbethaus verrichtet wird”, zu den Hohen Feiertagen (Yom Kippur) wird das Gebet in Hebräisch verrichtet.
§ 30 verweist darauf, dass “der Gottesdienst im Vereinsbethaus nach streng-orthodoxem Ritus durchzuführen ist.”
Bethausverein N´weh Schalom (Ort des Friedens )
Rotenhofgasse 22, 1100 Wien
Der Verein wurde im Jahre 1929 gegründet. Die Vereinsgründer kamen nach
dem Zusammenbruch der k.u.k. Monarchie als Flüchtlinge nach Wien.
Außer der üblichen Wohltätigkeit, war der Zweck des Vereins, “das Vereinsbethaus im streng traditionellem Sinne zu verwalten und zu erhalten”. An erster Stelle steht jedoch “die Erweckung und Förderung jüdischen Lebens, die
Pflege jüdischer Lehre in vollem Sinne der überlieferten Religionsgesetze und
Stärkung des Gefühles jüdischer Zusammengehörigkeit.”
Einer der Gründer des Vereins, Samuel Moses, war im Jahre 1897 noch im
Ausschuss des “Humanitäts- und Tempelvereins”. Was ihn und andere Männer
dazu bewogen hat, einen eigenen Verein für streng-orthodoxe Gottesdienste
zu gründen, kann nur vermutet werden. Wahrscheinlich war ihnen die Amtsführung von Rabbiner David Löwy bezüglich der religiösen Bestimmungen zu
liberal und dem Berufsprofil des evangelischen Pastors, was damals für die
liberalen Rabbiner durchaus üblich war, zu ähnlich. Es wurde damals von orthodox-jüdischer Seite die “Protestantisierung des Judentums” kritisiert.
Der Verein bemühte sich um eine Verbindung zwischen der jüdischen - nationalen Erneuerungsbewegung und der orthodoxen Religionsausübung. Diese
Erneuerungsbewegung kämpfte für einen jüdischen Nationalismus und gegen
die “Assimilation”. Sie wurde von russisch-jüdischen Studenten um 1880, infolge anhaltender schwerer Pogrome im Zarenreich, gegründet. Sie war ursprünglich durchwegs säkular und hatte keine Gemeinsamkeiten mit der jüdischen Orthodoxie. Die Bemühungen des Vereins zwei so unterschiedliche
Geisteshaltungen verbinden zu wollen, war daher sicher keine leichten.
1938 wurde der Verein vom NS – Stillhaltekommissar aufgelöst und die Räumlichkeiten des Vereins geschlossen. Der letzte Obmann des Vereins war Max
Hübler.
1938 wurde der Verein vom NS – Stillhaltekommissar aufgelöst und das dazugehörende Bethaus geschlossen. Letzter Vereinsvorstand war Simon Feldhorn.
12
13
Die Familie Hübler
Max Hübler kam im Jahre 1890 in Meducha, Galizien (heute Ukraine) zur Welt.
Er kam als junger jüdischer Soldat der k.u.k. Monarchie nach Wien. Hier lernte
er seine spätere Ehefrau Helene Lehrer kennen, die er am 21. September 1919
in Favoriten im Humboldttempel heiratete.
Max half sehr bald im Geschäft seiner Schwiegereltern Abraham & Marie Lehrer
mit, ein „Kolonialwarenhandel“ (Verkauf von Lebens- und Genussmittel) in der
Quellenstraße 131. Das Ehepaar Hübler hatte zwei Kinder: Ernst besuchte die
Musikschule Lechner, in der Laxenburgerstraße 39. Gertrude war als Volksschülerin in der Uhlandgasse 1a und später in der “Öffentlichen Hauptschule für
Mädchen in Wien” in der Siccardsburggasse 57 eingeschrieben.
Unmittelbar nach dem “Anschluss” im Jahre 1938 wurde Max Hübler von der
Gestapo verhaftet. Vier Monate war er in der, zu einem Gestapogefängnis umfunktionierten, Schule in der Karajangasse 14 im 20. Wiener Gemeindebezirk
inhaftiert.
Nach seiner Enthaftung konnten Max und Helene Ende Februar/ Anfang März
1939 in das damalige Palästina flüchten. Ihrem Sohn Ernst gelang die Flucht
nach Amerika. Ihre Tochter Gertrude konnte vorerst in die Schweiz und später
dann auch nach dem damaligen Palästina entkommen.
Max Hübler war der letzte Vereinsobmann des Krankenunterstützung- und
Bethausvereines “Ansche Emes”, der vom Stillhaltekommissar 1938 aufgelöst
wurde.
Zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte Max nach Wien
zurück. Einige Jahre später kamen seine Gattin Helene und seine Tochter Gertrude, die nun verheiratet war und eine Tochter hatte, nach. Sohn Ernst blieb in
New York, heiratete eine Jüdin aus Österreich und bekam mit ihr zwei Töchter.
14
Max Hübler mit seiner Ehefrau Helene (geb. Lehrer) mit ihren
beiden Kindern Ernst und Gertrude, ca. 1935
(Privatslg.: Dr. Jasmin Freyer)
15
Die Quellenstraße 131, 1100 Wien
Das Wohnhaus mit Geschäftslokalen in der Quellenstraße 131 im 10. Bezirk in
Wien, wurde 1891 nach den Plänen des damals sehr bekannten Stadtbaumeisters Josef Kubelka erbaut. Ursprünglich hatte es eine neobarocke Fassade mit
einer imposanten Statue auf dem Dach. Das Haus erlitt im Zweiten Weltkrieg
am Dach und an der Fassade große Bombenschäden und wurde schnell und
notdürftig wieder aufgebaut. Man verzichtete aufgrund von Zeit-, Geld- & Baumaterialmangel auf die Wiederherstellung der ehemals schönen Fassade.
Das Wohnhaus wurde von Abraham und Marie Lehrer im Jahre 1920 gekauft.
Im Erdgeschoß befand sich die “Delikatessenhandlung zum Schweizer” des jüdischen Ehepaares. Hier wurden die Nahrungsmittel sowohl “en gros” als auch
“en detail” verkauft. Ihr Schwiegersohn Max Hübler erwies sich als besonders
geschäftstüchtig und wurde im Jahre 1922 Gesellschafter in der Firma seines
Schwiegervaters, die sich fortan “A. Lehrer & M. Hübler” nannte. Die Firma ist
erfolgreich und beschäftigt 30 Angestellte. 1934 wird Max Hübler auch zum
Miteigentümer des Wohnhauses.
Das Warenangebot umfasste Krakauer Klobassen, polnische und ungarische
Salami, Butter, Eier, Käse, Geflügel, Senf, Sardellen und Tee. Der Warenmix
entsprach nicht den jüdischen Speisevorschriften, die eine Mischung von Milchund Fleischprodukten verbieten.
Sichtlich pflegten die Familien Lehrer und Hübler einen damals oft üblichen
Lebensstil aus traditionellem und assimiliertem Judentum.
Das Haus in der Quellenstraße 131 und das gesamte weitere Vermögen der
Familien Lehrer und Hübler wurden 1938 arisiert.
Kurz nach Kriegsende, Anfang 1947, kehrte Max aus dem damaligen Palästina
zurück. Einige Jahre später kamen seine Gattin Helene und seine Tochter Gertrude, die nun verheiratet war und eine Tochter hatte, nach.
Max Hübler kämpfte fast zwanzig Jahre lang um die Restituierung seines Eigentums.
Haus Quellenstraße 131, ca. 1936
(Privatslg.: Dr. Jasmin Freyer)
Das Wohnhaus ist heute im Eigentum von Nachkommen von Abraham Lehrer
& Max Hübler.
16
17
Impressum
Zusammenstellung des Materials:
Dr. Jasmin Freyer, Dr. Ruth Heidrich-Blaha, Familie Herlinghaus-Vrana
Layout: Ouriel Morgensztern Photographer (www.ouriel-morgensztern.com)
Druck: MBE / Primisser, Wien, März 2015
Autor
Document
Kategorie
Uncategorized
Seitenansichten
3
Dateigröße
5 799 KB
Tags
1/--Seiten
melden