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Hannah Weiner Day Samstag, 14. März 2015

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Hannah Weiner Day
Samstag, 14. März 2015
11.00-16.00 Uhr Workshop,
16.30-18.30 Uhr Lesungen und Gespräche
Mit Fork Burke, Franziska Glozer, Camille Pageard, Garrett Nelson, Yael Salomonowitz und
Deborah Schamoni
Die New Yorker Dichterin Hannah Weiner (1928-1997) sah Wörter, schrieb sie nieder und
sprach sie vor. In der Kunsthalle Zürich hat die Kuratorin Franziska Glozer zu diesem
wenig bekannten Werk die erste Einzelausstellung zusammengestellt. Wie können wir sehen,
was Weiner sah? Verstehen, was sie schrieb? Hören, was sie hinterliess? Am Samstag, den
14. März, erschliessen wir in einer ganztägigen Hommage Weiners Texte, übersetzen sie,
lesen sie, performen sie. Ein Workshop ab 11 Uhr richtet sich an alle, die sich eingehend
mit (englischem) Text, Kunst und Gedicht beschäftigen wollen (auf Voranmeldung). Der
späte Nachmittag bietet neu konzipierte Live-Beiträge von zeitgenössischen Künstler/innen
und Autor/innen und ist für alle offen.
In den frühen 1970er Jahren, etwa in der Mitte ihres künstlerischen Schaffens, begann
Hannah Weiner die Arbeit an einer Reihe von Heften, die ihre Experimente mit der Methode
des „automatischen Schreibens“ (dem versuchten Verzicht auf Intentionalität und
Reflexion) aber auch ihre schizophrenen Zustände dokumentieren. Der Gegenstand dieser
Aufzeichnungen, Clairvoyant (deutsch: Hellseher/in), deutet auf das tatsächliche Sehen
von Wörtern in ihrer Umgebung und damit das Oszillieren von subjektiven und objektiven
Realitätsebenen hin. Die besondere Typografie des Gedichts bildet das Drängen der
weitgehend unbewusst notierten Wörter, Sätze und Satzzeichen ab. Uns interessiert: Wie
führen die Worte ihr Leben heute? Wie können sie von der gedruckten Seite ins Leben
zurückfinden? Was braucht es, um die visionäre Poesie Weiners heute zu deuten?
In einem ersten Teil von 11 bis 16 Uhr, laden wir dazu ein, Hannah Weiner und ihre
Schriften näher kennenzulernen. Gemeinsam mit dem in Basel lebenden amerikanischen
Künstler und Autor Garrett Nelson gehen wir den verschiedenen Möglichkeiten der
Übersetzung ihrer Poesie nach: mit Schizophrenie-Simulator, Meditation, Kopierer, Stift
und Aufnahmegerät. Die Ausstellungskuratorin Franziska Glozer und Julia Moritz, Kuratorin
für Theorie und Vermittlung an der Kunsthalle Zürich, führen ein und begleiten durch den
Tag. Um Anmeldung für diesen Teil wird gebeten (rsvp@kunsthallezurich.ch).
Von 16.30 bis 18.30 Uhr findet der zweite und öffentliche Teil unseres Hannah Weiner Days
mit Lesungen, Performances und Gesprächen statt. Camille Pageard, Mitherausgeber der
Neuauflage von Hannah Weiners Clairvoyant Journal, wird der Frage nach der Aktualität und
zukünftigen Relevanz von Weiners Wortschöpfungen und -erlebnissen nachgehen. „Ich habe
mir am Wochenende viele Dinge angesehen und ich stimme Euch zu, es wäre spannend, das mit
jemandem gemeinsam zu lesen“, antwortete uns die aus Wien stammende Künstlerin und
Autorin Yael Salomonowitz und lud Deborah Schamoni zu ihrer Lesung der Werke Weiners ein.
„I am reading the work day and night. It truly ‚writes itself‘“, berichtete uns die in
Biel lebende amerikanische Dichterin Fork Burke und stellt eine Auswahl ihrer und Weiners
Texte rund um das Thema „almost words“ zusammen. Und Garrett denkt an ein Weiner-cut-up
von Wörtern und Gedanken, die sich noch heute neu anfühlen – und möglicherweise auch noch
morgen.
Der Eintritt ist frei.
Der Workshop wird in deutscher Sprache abgehalten. Lesungen und Gespräche am späten Nachmittag finden auf
Englisch statt.
Anmeldung für den Workshop über rsvp@kunsthallezurich.ch.
Teilnehmer/innen:
Fork Burke ist eine amerikanische Autorin und Dichterin. Sie lebt und schreibt in Biel/Bienne. Burke absolvierte
ihren Abschluss in Creative Writing an der New School in New York. Ihre Gedichte erschienen in Hoezo Lepels?,
PRAXILLA, Lyre Lyre, Unshod Quills, Caucasus ArtMag und bei Three Rooms Press sowie in der Le désir Live Radio
Show der Art Basel (2012) und dem Basel Kunstmuseum Radio (2012). Sie schrieb Songtexte wie BLOOD von Nick
Porsche (2012) und war Beitragende des First Brussels International Underground Poetry Festival. Im Jahr 2010
publizierte sie unter dem Titel Licking Glass eine Anthologie von Gedichten, poetischen Essays und Bildern, die
in die ständige Sammlung der Poets House Library in New York aufgenommen wurde. Aufnahmen wie Fork Remixed
wurden mehrfach für Preise wie die Australian International Song Competition nominiert.
Franziska Glozer ist Kunsthistorikerin, Kuratorin und (Co-)Produzentin konzeptueller Ausstellungen und Festivals.
Sie ist Mitbegründerin von radio arthur (2007-2012), we radio the artists (radioarthur.ch, Radio LoRa Zurich)
und bespielte in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit Michael Zaugg den Konzert- und Ausstellungraum Oslo10 in
Basel. Glozers Abschlussarbeit in Kunstgeschichte (in Hamburg/Basel) verfolgte die (Bedeutungs-)geschichte des
Phänomens „Äther“ als Ort künstlerischer Produktion. Zu ihren kuratorischen Projekten zählen A word for a play,
eine Oper in fünf Akten, Kunsthaus Baselland (2012); radio arthur: a night of visible sounds and sculptured
sounds, Kunsthalle Basel (2013); The State of Making Things, la rada, Locarno (2013); Henri Chopin und die OU,
Oslo10, Basel (2013); Source Amnesia, Oslo10, Basel (2014); I see a big Apostrophe, Hotel Le A, Paris (2014).
Aktuell ist bei Oslo10 die Einzelausstellung The Future Myth von Garrett Nelson zu sehen, die am 20. März das
X&X, painters and poets, ein kollaboratives poetisches Stück, zu sehen ist. Glozer lebte in Hamburg, New York,
Biel/Bienne und Basel.
Garrett Nelson ist Künstler, Autor und gelegentlicher Filmemacher, der Referenzimpulse, theoretische und
historische Forschung, Literatur und Poetik als Ausgangspunkt für Installationen und Performances nutzt. Nelson
studierte Kunst an der Parson’s School of Design der New School University in New York und Henry Radford Hope
School of Fine Arts der Indiana University, wo er auch in Kunstgeschichte abschloss. Nach seinem Umzug im Jahr
2007 in die Schweiz beendete er sein Studium an der Hochschule der Künste in Bern. Seine Werke waren zuletzt zu
sehen in: The Future Myth, Oslo10, Basel; Les Urbaines, Lausanne; Bone Festival for Performance Art,
Stadtgalerie Bern; Canary Comfortable: Special Island Issue; Die Diele Zürich (alle 2015) sowie auf der Sinop
Biennial in der Türkei (2014). Kollaborative kuratorische Projekte sind The Traveling Artist, Budapest,
Wien/Basel (2011) und The State of Making Things, la rada, Locarno (2013). In diesem Jahr erscheint ausserdem
ein Gedichtband bei Pyramid Press Basel.
Der in Brüssel lebende Kunsthistoriker und Kritiker Camille Pageard promovierte an der Universität Rennes 2 –
Haute Bretagne. Als Dozent an der Kunsthochschule École de Recherche Graphique in Brüssel verbindet er
Recherchen zur zeitgenössischen Publikationsgeschichte und zeitgenössischer Dichtung mit theoretischer Forschung
und kritischem Schreiben. Pageard war Redakteur des 2.0.1 Magazins und gemeinsam mit François Aubart
Herausgeber von Louie Louie. Heute ist er im redaktionellen Vorstand von Bat editions vertreten, wo er
Veröffentlichungen von The Play, Joe Scanlan und Hannah Weiner mitverantwortete. Pageard war ausserdem mit Mai
Abu ElDahab und Anthony Huberman Redakteur des Ausstellungskatalogs A Needle Walks into a Haystack der Liverpool
Biennale (2014).
Yael Salomonowitz ist Autorin und Darstellerin. In erster Linie schreibt sie Kurzgeschichten, Drehbücher und
Theaterstücke, die meist als Aufführungen umgesetzt werden. In ihren Werken setzt sie sich mit den
Herausforderungen der unmittelbaren Darstellung unserer Erfahrung von Wirklichkeit auseinander, dabei verwendet
sie oft Elemente der Satire und des Grotesken um die Mittel der Fiktion sowohl hervorzuheben als auch zu
untergraben. Ihre Arbeit baut auf Nuancen und Dynamiken der verbalen Kommunikation auf. Das Gespräch – auf einem
intimen wie auch weiterem kulturellen Level – steht hier stets im Mittelpunkt. Zuletzt zeigte sie Spills und
Spills (Prologue) (gemeinsam mit Juliette Blightman) im New Theater Berlin. Ihre Arbeiten wurden unter anderem
auch als Teil der Ausstellung Essential Loneliness (kuratiert von Nikola Dietrich) bei Taylor Macklin in Zürich,
sowie in den Sophiensäalen Berlin, im Elaine MGK in Basel, im Theater Drachengasse und im Museumsquartier Wien
gezeigt. Derzeit setzt sie ihren ersten Spielfilm um. Salomonowitz lebt in Berlin.
Deborah Schamoni studierte Kamera an der Film- und Fernsehfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag. In
den 1990er Jahren drehte sie mit ihrer Produktionsfirma Smoczek Policzek Musikvideos und seit 2000 auch
experimentellere Filmprojekte, die neben Festivals auch in Kunstinstitutionen gezeigt werden. Im Januar 2013
eröffnete sie die Galerie Deborah Schamoni in München, wo sie Künstlerinnen wie Judith Hopf, Anne Imhof oder A.L.
Steiner, sowie Künstler vor Ort, wie Stephan Janitzky oder Stephan Dillemuth, als auch kuratierte
Gruppenausstellungen zeigt (ab 10. April DIE MARMORY SHOW II. Impoverishment, kuratiert von Nikola Dietrich).
Öffnungszeiten der Ausstellung: 21.02. – 17.05.2015
Di/Mi/Fr 11 – 18 Uhr, Do 11 – 20 Uhr, Sa/So 10 – 17 Uhr, Mo geschlossen
Feiertage: Fr 03.04., So 05.04., Fr 01.05. & Do 14.05.2015, 10 – 17 Uhr
Ausstellungsführungen:
Mit Arthur Fink, Donnerstag, 18.00 - 19.00 Uhr, 12. März / 30. April 2015
Mit Yannic Joray, Sonntag, 14 - 15 Uhr, 22. März / 17. Mai 2015
Mit Daniel Baumann, Mittwoch, 12.30 - 13.30 Uhr, 15. April 2015
Die Kunsthalle Zürich wird regelmässig unterstützt von:
Stadt Zürich Kultur, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Zürcher Kantonalbank – Partnerin der Kunsthalle Zürich,
LUMA Stiftung.
-Kunsthalle Zürich
Limmatstrasse 270
CH-8005 Zürich
Tel +41 44 272 15 15
Fax +41 44 272 18 88
www.kunsthallezurich.ch
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