close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Ausgabe - Casa Depuoz

EinbettenHerunterladen
C A S A
März 2015
www.casa-depuoz.ch
Center da scola, formaziun ed integraziun / Zentrum für Schule, Ausbildung und Integration · Via Crap Gries 1 · 7166 Trun
Unser neues Leitbild –
eine «Co-Produktion» der Belegschaft der Casa Depuoz
Regelmässig führen wir BesucherInnen durch die Casa Depuoz oder zeigen möglichen
KlientInnen und ihren Angehörigen die Institution. Dabei
hören wir nicht selten, dass ein
angenehmes Klima, eine besondere Art der Freundlichkeit
zu spüren sei. Ich nehme diese
Rückmeldungen gerne an und
leite sie auch an die Mitarbeitenden weiter. Das Entscheidende solcher Aussagen aber
ist, dass eine Haltung, dass
Grundwerte in der Casa Depuoz spürbar sind.
Es wäre vermessen zu sagen, dass
dies der Verdienst eines Leitbildes
wäre. Vielmehr prägen diese Atmosphäre alle, die in der Casa Depuoz
mitarbeiten. Das Leitbild kann dazu
aber Leitplanken geben, als Verhaltenskodex dienen.
Haben bzw. hatten wir denn
kein Leitbild? – natürlich hatten wir, aber...
Selbstverständlich hatte die Casa
Depuoz bereits ein Leitbild – ein
Bestandteil unseres Qualitätsmanagements, das jährlich überprüft
wird. Dennoch drängt sich eine regelmässige Auseinandersetzung mit
diesem Thema auf, da wir eine Institution sind, die lebt. Es ist ein Kommen und Gehen, neue Bedürfnisse
entstehen, Altes bleibt bestehen –
kurz: das Rad der Zeit dreht unaufhörlich weiter. Fragen wie: «Wo stehen wir? Was wollen wir? Welchen
Leitlinien wollen wir folgen? Wohin
soll es gehen?» begleiten uns in unserer Arbeit.
Leitbildauseinandersetzung in
der Casa Depuoz – ein spannender Prozess
An mehreren Vorstandssitzungen
inklusive Leitung wurde 2013/14
die strategische Ausrichtung erneuert. Die Institution wurde durchleuchtet – quasi geröntgt. Die eingeschlagenen Richtungen bezüglich
unserer Angebote wurden bestätigt
und bekräftigt, Gutes soll weitergepflegt werden, Entwicklungspotential wurde ausgelotet und definiert.
Im Verlaufe dieses Prozesses wurde
die Einzigartigkeit der Menschen,
die in der Casa Depuoz wohnen oder
ein- und ausgehen, immer wieder
herausgestrichen – ob Bewohner,
SchülerIn, Hauswirtschaftsmitarbeiter oder Koch – einfach alle. Daraus
entstand die Vision «Einzigartigkeit verpflichtet». Jeder von uns ist
etwas Besonderes.
Das Resultat: frisch, dynamisch,
inhaltlich voller Werte – und …
wertvoll der Weg dorthin
Nun liegt das neue Leitbild auf. Wir
präsentieren uns kurz und prägnant. Der Mensch steht im Zentrum
und kann sich in seiner Einzigartigkeit hier bei uns wohl fühlen und
entwickeln.
Damit das Leitbild nicht zum
(Schub-)ladenhüter wird, soll es immer wieder im Alltag auftauchen –
sei es als Jahresteilziel oder durch
eine hohe Präsenz des Papiers
überall im Haus. Ganz nach diesem
Motto finden Sie in dieser Hauszeitung an verschiedenen Stellen Ausschnitte daraus. Viel Spass beim
Entdecken unseres neuen Leitbildes.
Wenn rund hundert Mitarbeitende Werte für ein Leitbild formulieren
Auf der Vision «Einzigartigkeit
verpflichtet» bauten wir nun das
neue Leitbild auf. Ein Redaktionsteam wurde von unzähligen Inputs aller Mitarbeitenden der verschiedenen Bereiche zum Thema
Leitbild überflutet – förmlich zugedeckt. Die Formulierungen waren
oft deckungsgleich – eine gemeinsame Haltung deutlich sichtbar. Die
Kunst war es nun, aus dieser Fülle unsere Leitgedanken abzuleiten
und in eine kurze prägnante Form
zu bringen. So mancher Satz wurde
zigmal rauf und runter buchstabiert.
Eine einzigartige Herausforderung!
Matthias Gutmann
Editorial
Liebe Leserin
Lieber Leser
Die Vision unseres neuen Leitbildes ist «Einzigartigkeit verpflichtet». Wir geben damit dem Einzelnen – sei es Klientin oder Mitarbeiter – Bedeutung. Dies zeigt
sich zum Beispiel im Artikel über
die BWK+, wo wir neue Möglichkeiten der Förderung und Begleitung von Jugendlichen nach deren
Bedürfnissen eingerichtet haben;
aber auch im Abschnitt über die
Wohnbegleitung im Erwachsenenbereich, ein sinnvolles Angebot
für Menschen, die den Alltag sonst
recht selbständig bewältigen kön-
nen. Unter den Schlagwörtern des schätzendes Arbeiten (Stichworte
Leitbilds «integrativ», «individu- «kompetent» und «wertschätzend»)
ell» und «dynamisch» kann der erhöht die Zufriedenheit von KlienStart in ein neues Ausbildungsjahr ten und Mitarbeitenden.
(«Kick off») gesehen werden, wo Und als weiteres Beispiel unserer
sowohl eine persönliche wie auch Offenheit gegen aussen («vernetzt»)
eine gemeinschaftliche Entwick- dürfen wir den von der Giuventetgna Trun e contuorn genutzten
lung initiiert wird.
Ressourcenorientiertes und wert- Raum nennen.
Mit all den verschiedenen Facetten,
die unsere Institution ausmachen,
erscheint uns die Casa Depuoz
wirklich einzigartig.
Maria Venzin-Marty
2
März / mars 2015
www.casa-depuoz.ch
BWK+ - mehr von allem
…mehr Herausforderung für selbst oder mit andern umzugehen.
Sie verfügen nur ansatzweise über
uns – die Geschichte
Im Frühjahr 2013 wurden in kurzen lebenspraktische Fähigkeiten und
Abständen drei Jugendliche mit sind unselbständig im Alltag. Dazu
Sonderschulverfügung bei uns plat- kommt eine verzerrte Wahrnehziert, deren Förderung und Schu- mung der Realität, also das Gefühl,
lung im Rahmen der bestehenden eigentlich schon alles zu können
Berufswahlklasse BWK geplant und deshalb nichts tun zu müswurde. Schon bald zeigte sich aber, sen. Die Gründe für dieses Verhaldass sie sich im Unterricht verwei- ten sind vielfältig. Neben einer oft
gerten und sie sich in ihrem sozia- schwierigen familiären Situation
len Umgang nicht gesellschaftsfä- erfuhren diese Schüler wenig Halt,
hig bis hin zu destruktiv verhielten. Strukturen und Wertschätzung, und
Die Jungs zeigten keine Motivati- waren in der Volksschule auch häuon, etwas zu lernen und waren der fig in Mobbing-Geschichten involMeinung, alle andern seien schuld viert.
daran, dass sie in der Casa Depuoz Es wurden bei allen bereits mehrere
gelandet sind. Die übrigen Schüler Massnahmen getroffen, die meisten
der BWK wurden durch das Verhal- davon sind gescheitert.
ten dieser Jugendlichen stark verunsichert – kurz: Jugendliche mit … mehr pädagogische HerausSchwierigkeiten dieser Art spreng- forderungen – das Konzept
ten unsere bestehenden Strukturen Im Frühsommer 2013 haben wir
und Möglichkeiten und verunmög- beim Amt für Volksschule das
lichten einen Unterricht und eine Konzept BWK+ eingereicht, um
Förderung im bekannten Rahmen. diese Jugendlichen ihren BedürfWir mussten handeln.
nissen entsprechend zu fördern.
Nach langem Warten wurde es im
… mehr zum Hintergrund – die September 2014 vom Kanton in dieJugendlichen
ser Form genehmigt und die Casa
Was genau ist denn die Herausfor- Depuoz mit dessen Umsetzung bederung bei der Schulung und För- auftragt. Das Konzept beinhaltet
derung dieser Schüler? Neben mas- schulische, erlebnispädagogische
siven schulischen Defiziten – trotz und arbeitsagogische Komponendurchschnittlicher Intelligenz – fal- ten. Der Förderung der Sozial- und
len sie vorallem im sozialen Bereich Selbstkompetenzen kommt immer
auf. Sie wirken abgelöscht und de- und überall eine übergeordnete Rolmotiviert, wissen nicht, wie mit sich le zu. Es sind klar geführte Struktu-
ren nötig sowie eine aufmerksame
und enge Betreuung durch sozialpädagogisch geschulte Mitarbeitende.
Solche Strukturen ermöglichen den
Jugendlichen die Erfahrung, dass
ihr Handeln und Wirken konkrete
Ergebnisse bringt. Die Strukturen
einzuhalten vereinfacht ihren Alltag und ermöglicht ihnen ein besseres Lernen und das Erbringen von
Leistungen, die Anerkennung finden.
bereich, muss die Mengen der verschiedenen Zutaten berechnen und
beim Verkauf das Geld kontrollieren. Er erlebt sich als wichtige
Person, die mit den eigenen Händen und dem eigenen Willen ein
Grundnahrungsmittel herstellt. Er
sieht, wie andere Freude an seinem Produkt finden und erlebt sich
als nutzvoll, als Mitglied der Gruppe. Seine Arbeit wird von einem
grösseren Kreis Menschen, auch
von Einwohnern von Trun, wertgeschätzt – sie sind Kunden, die das
Brot gerne kaufen. So steigt die Motivation des jugendlichen Schülers,
sich weiter einzusetzen, und sich
weiter zu entwickeln, bis er seinen Platz in der Gesellschaft finden
kann.
… mehr in die Tiefe – ein Beispiel aus dem Alltag
Ein altes Backhaus im Dorf wird
wöchentlich von der Kochlehrerin und einem BWK+-Schüler eingeheizt. Die beiden backen etwa
dreissig Vollkorn- und Sauerteigbrote, die dann frisch über die Gasse und an Mitarbeitende verkauft …von allem mehr – das Ziel
werden. Der Jugendliche lernt da- All die Anstrengungen, die sowohl
bei beispielsweise, dass Brot-Ba- von ihnen selbst wie auch vom Lehcken viel Arbeit bedeutet (Holz rer- und Betreuerteam unternomstapeln, Glut herausnehmen, Teig men werden, sollen die Jugendlikneten, aufräumen, etc.), er erhält chen befähigen, erfolgreich eine
wichtiges Wissen im Ernährungs- Ausbildung im Rahmen ihrer Mög-
Die Hausdekoration entsteht
Wir sind hier her gekommen, weil
wir alle drei von der Schule freigestellt wurden, oder einfach aus
der Schule abgegangen sind. Unabhängig von einander waren wir im
THF (Therapiehaus Fürstenwald).
Lukas L. kam nach seinem Aufenthalt dort in die reguläre Schule zurück, wurde wiederum freigestellt und kam in die Casa Depuoz.
Nachdem Lukas E. aus dem THF
rauskam, ging er noch für 8 Wochen in ein Timeout. Anschliessend kam er auch in die Casa Depuoz. Dario C. kam direkt nach dem
THF in die Casa Depuoz. Am Anfang hatten wir noch den normalen
BWK- Schulplan bis Ende des Jahres. Dann kam das BWK+-System.
Wir hatten dann meistens Schule,
aber auch arbeitspraktische Einsätze beim Technischen Dienst
Einsatz im Backhaus
oder zum Bauer oder auch beim
Holzofenbrotbackprojekt, das von
Frau Jenny ins Leben gerufen worden ist. Wir erhielten auch im Gegensatz zu vorher einen fest strukturierten Alltag mit Ämtli wie z.b.
reinigen, kochen, abwaschen usw.
Im zweiten Jahr, als wir die definitive Bewilligung von den kantonalen Behörden bekamen, kamen
auch Arbeiten bei der Distec dazu,
bei der wir zumeist Malerarbeiten
aber auch Instands- und Unterhaltsarbeiten ausführen. Dann haben
wir noch Wohntraining bei Katrin
in der Casa Prisma in Trun, wo wir
auch Unterhaltsarbeiten machen,
werken oder auch malen, selbst zu
Mittag kochen und andere vielseitige Sachen machen. In der Schule
haben wir ein Fach, das Lerncoaching heisst, bei dem wir unsere
schulischen Defizite, die wir aus
verschiedenen Gründen in der regulären Schule geholt hatten, im
Einzelunterricht aufholen. Dann
haben wir noch allgemeinbildenden Unterricht, bei dem wir des
Öfteren an verschiedenen Projekten
teilnehmen dürfen wie z.b. an Theaterprojekten, wir machen aber auch
Museumsbesuche. So können wir
unser Allgemeinwissen und unsere
Kenntnisse im Bereich Geschichte,
Geographie, Mathe, Kunst und Literatur verbessern. Wir alle drei sind
grosse Schritte weiter gekommen. Es
gefällt uns zwar hier nicht so gut,
aber es hat uns aufs Leben vorbereitet.
Schüler BWK+
Mithilfe beim Bauern
lichkeiten machen zu können. Dies
würde ihnen eine möglichst selbständige und selbstbestimmte Zukunft ermöglichen.
Matthias Hildering,
Maria Venzin-Marty
www.casa-depuoz.ch
März / mars 2015
3
Kick off
L’aura macorta ha buc disturbau la buna luna
Kick off ei il num per occurrenzas specialas dalla Casa
Depuoz. Ellas simboliseschan
l’entschatta digl onn da scola
dils giuvenils che van tier nus
a scola ni ch’entscheivan e continueschan in emprendissadi en
differentas spartas.
Il project kick off 12 ei staus igl
emprem eveniment pedagogic che
nus vein realisau aschia. Suenter
quei project gartegiau ei la Casa
Depuoz stada aviarta e promta da
puspei organisar tals eveniments
pedagogics el futur ed ella metta a
disposiziun temps ed in cert budget.
Ils giuvenils che vivan, emprendan
e lavuran ella Casa Depuoz ein restrenschi egl emprender e sedepurtar. Els habiteschan en treis
differentas fuormas da habitar internamein ed externamein. Ils giuvenils absolvan in dieschavel onn
da scola ni fan ina scolaziun el sur-
vetsch tecnic, en cuschina ni en
l’economia da casa. El sectur da habitar vegnan ei accumpignai e susteni da responsabels bein scolai. Il
potenzial e las resursas dils giuvenils vegnan susteni e promovi bein.
La pedagogia d’eveniments munta
ina ulteriura plattafuorma; a mintga
acziun suonda immediatamein ina
reacziun. L’experientscha cun il kick
off ha mussau a nus ch’ils giuvenils
ein promts e motivai d’emprender
ella rama d’in eveniment pedagogic.
Els emprendan bugen. Ils giuvenils
ston s’organisar e silsuenter reflectar
il succediu ed empriu.
Nus luvrein cun quella filosofia
d’eveniments pedagogics buca mo
ella natira sco al davos kick off,
mobein era ella lavur quotidiana. Ils
giuvenils san adina puspei eleger da
differentas pusseivladads, realisar
talas ed emprender responsabladad.
Per exempel cuschinar, activitads
sportivas ni el temps liber. Els
emprendan d’articular agens giavischs e basegns e da surprender
sezs responsabladad. Aschia san
els rinforzar la stema da sesez e las
experientschas positivas augmentan la promtadad d’emprender danovamein.
2014 ha il kick off giu liug sin l’Alp
Runca sisu Pitasch. Malgrad la
plievgia ed il freid havein nus saviu realisar il planisau. Il pastur
Felici Casaulta sco era il cau d’alp
ed ils purs da Pitasch ein stai fetg
cuntents da survegnir agid dils giuvenils d’allontanar crappa dalla pastira, tagliar ora caglias e
tschaffuns, rimnar roma, rumir igl
uaul, cuschinar e lavar giu e construir ina fueina. Las lavurs sco
talas statten denton buca el center
d’il kick off. Nus vein dau attenziun
alla motivaziun, la promtadad da
gidar e la dinamica dils giuvenils.
Lezs han saviu experimentar ch’ins
sa contonscher communablamein
immens bia.
Silvio Capaul, Katrin Wiestner
(trans. Gabriel Venzin-Marty)
Das neue BIG beinhaltet viele Chancen
Ein Beispiel, wie das neue Behindertenintegrationsgesetz (BIG) mit unserem
Angebot der Wohnbegleitung umgesetzt wird
Praktische Beratung beim Einkauf
Erwachsene Menschen mit Behinderungen benötigen oft Unterstützung im Wohnbereich.
Dafür gibt es geschützte Wohnplätze in Institutionen und, für
Personen mit leichteren Behinderungen, Angebote des begleiteten Wohnens, wo eine Begleitung von bis zu vier Stunden pro
Woche möglich ist. Zwischen
diesen beiden Angeboten klafft
eine Lücke. Mit Einführung des
neuen «BIG» eröffnete sich für
uns die Möglichkeit, diese Lücke mit unserem neuen Angebot der «Wohnbegleitung Surselva» zu schliessen.
Mitarbeitende der Casa Depuoz begleiten die Personen
dort wo Bedarf ist und ermögli-
chen ihnen so ein normales Leben in ihren eigenen vier Wänden. Mit der Begleitung streben
wir eine möglichst hohe Selbständigkeit im persönlichen, sozialen und lebenspraktischen
Bereich der Personen an.
Manuela, eine Mitarbeiterin der
Casa Depuoz, begleitet Frau B.,
die in ihrer eigenen Wohnung lebt.
Nachfolgend halten Frau B. und
Manuela einige Gedanken über das
vergangene Jahr fest:
«Seit einem Jahr begleite ich Frau
B. Die Besuche finden zwei Mal
die Woche statt. Dazu telefonieren
wir hie und da noch miteinander.
Zu Beginn war es wichtig, dass wir
uns kennenlernten, dass gegenseitiges Vertrauen da war. Wir reden
viel miteinander, Frau B. erzählt
mir was sie erfreut aber auch was
sie bedrückt. Ich höre aktiv zu und
vermittle ihr dadurch Geborgenheit
und Sicherheit. Gemeinsam sortieren wir z.B. die Post. Was schickt
sie dem Beistand? Was erledigt sie
selbständig?
Frau B. sagt, dass sie jetzt besser
auf etwas verzichten könne, wenn
sie knapp bei Kasse sei. Das sei
vor einem Jahr nicht so gewesen.
Sie wisse jetzt, wie sie ihr Geld einteilen könne. Durch die ermutigen-
den Gespräche und durch das praktische Üben mit Manuela habe sie
an Selbständigkeit dazugewonnen.
Ihre Kolleginnen äusserten ihr gegenüber, dass sie nicht mehr so oft
traurig sei und weine. Sie selber
spüre das auch. Das sei jetzt so weil
sie durch die Ermutigung von Manuela wisse, dass sie vieles alleine
könne und wenn etwas nicht gehe,
sie Manuela fragen könne. Sie getraue sich auch mehr unter die Leute und mache ihre Besorgungen, wie
z.B. die täglichen Einkäufe, Kleider
oder das BüGa kaufen usw. mehr
und mehr alleine.»
In diesem Sinne begleiten wir der-
zeit drei weitere Personen in ihren
Wohnungen. Dabei richtet sich der
Fokus der Unterstützung auf den
Bedarf der jeweiligen Personen und
kann Themen wie Haushalt, Administration, Freizeit, soziale Kontakte usw. beinhalten. Dies immer mit
dem Ziel, die begleitete Person zur
grösstmöglichen Eigenständigkeit
zu ermächtigen.
Frau B., Manuela Schmid,
Gieri Duff
Voranzeige: 7. Juni 2015
Weitere Infos unter: www.casa-depuoz.ch
4
März / mars 2015
www.casa-depuoz.ch
Interview mit Silvio Capaul Gruppenleiter Casa Prisma
Silvio Capaul aus Lumbrein arbeitet seit zehn Jahren in der
Casa Depuoz, wozu wir ihm hier
herzlich gratulieren.
Wie bist Du als Elektriker und
Fotograf zu deiner Arbeitsstelle
in der Casa Depuoz gekommen?
Das hat wenig mit meinem vorherigen Berufsleben zu tun, sondern
mit meinen Erfahrungen auf zahlreichen Reisen ins Ausland. Ich
entschied mich vor Ort, an der tibetisch-indischen Grenze, mich sozial
für diese Leute zu engagieren.
Mit der Zeit bin ich zur Überzeugung
gelangt, dass ich mich auch zuhause sozial engagieren will, und zwar
hauptberuflich. So bin ich dann in
der Casa Depuoz gelandet.
Vor drei Jahren hast Du die
Ausbildung zum Erlebnispädagogen abgeschlossen. Kannst
Du die neuen Erkenntnisse in
Deine Arbeit einfliessen lassen?
Ja, ich arbeite im Alltag so oft
wie möglich nach erlebnispädagogischen Ansätzen. Ausserdem bietet
die Casa Depuoz spezifische Plattformen für erlebnispädagogisches
Arbeiten. Erlebnispädagogik ist bei
Menschen mit einer Beeinträchtigung wie auch in der Jugendarbeit
im allgemeinen ein gutes Werkzeug,
um die Ressourcen, die Sozialkompetenz und nicht zuletzt das Selbstwertgefühl zu fördern und zu stärken.
Sie ist eine ideale Ergänzung zur sozialpädagogischen Arbeit.
Was hat sich für Dich und für
Deine Arbeit in der Casa Depuoz verändert ?
Wenn ich meinen Arbeitsbereich in
der Jugendarbeit betrachte, möchte
ich vor allem die Realisierung der
Casa Prisma im Dorfzentrum von
Trun erwähnen. Das Haus signalisiert einerseits nach aussen, dass
die Casa Depuoz nicht ausschliesslich eine Institution für Menschen
mit einer schwerwiegenden Behinderung ist. Anderseits ist die Casa
Prisma durch ihre Lage mitten im
Dorf ein sehr gutes Beispiel für eine
gut funktionierende Integration.
Wie schaffst Du den Ausgleich
zwischen Arbeit und Erholung?
Meine Arbeit ist teilweise sehr
kopflastig. Aus diesem Grund ist
für mich ein Ausgleich physischer
Art sehr wichtig. Ich bin sehr gerne
und oft in der Natur unterwegs. Unter anderem lässt das Besteigen von
Bergen meine Arbeitswelt schnell
in den Hintergrund rücken.
Gibt es spezifische Ziele die Du
noch erreichen möchtest?
All meine Ziele, realistische und/
oder weniger realistische, jetzt zu
formulieren, würde dieses Interview
sprengen. Aber eines meiner wichtigsten Ziele ist es, gesund und
positiv denkend zu bleiben.
Interview: Katrin Wiestner
Viadi a Val
Rinforzar il spért da gruppa e guder
enqual ura en buna cumpignia ei il
motto da nies usitau viadi da menaschi. Deplorablamein san buca
tuts prender part cunquei che nus
vein gie in menaschi da 365 dis ad
onn.
La damaun dils tschun da settember 2014 essan nus s’entupai a Glion nua ch’il menader da nossa instituziun, Matthias Gutmann, ha
astgau beneventar 54 collaboraturas e collaboraturs motivai e da
buna luna. L’excursiun ha menau
nus cun auto da posta da Glion entochen a Val S. Pieder nua che nus
essan ir cun la gondola si Gadastatt.
Avon che semetter sin via a pei en direcziun a Zevreila havein nus schau
gustar in bien caffè. Per la viandada
havein nus giu diversas ambiziuns.
Ferton ch’ils ins han nezegiau il viadi sco activitad sportiva, han ils auters priu tut empau pli pacific. Era
Sin via encunter il lag da Zevreila
sche l’aura ei buca stada fetg constanta, havein nus saviu guder temperaturas emperneivlas ed ina biala
survesta. Muort quell’aura varionta
han ils calzers denton survegniu ina
gronda impurtonza. Per ils equipai
meins bein ha ei numnadamein giu
num da metter a schigiar calzers e
soccas sur miezdi.
Suenter in bien gentar el restaurant
Zevreila ein enzacons semess sin
viadi a pei ni cun trottinet enviers
Val S. Pieder. Ils auters han survegniu ina interessanta investa egl
implont electric da Zevreila. Las
explicaziuns dils guids H. Tönz e
F. Illien dalla construcziun ed il
manteniment sco era la dimensiun da quell’ovra han fascinau bein
enqualin ed il tur enteifer il mir ha
impressiunau. Cuort avon che semetter sin via a casa essan nus lu
tuttina aunc vegni surpri d’in urezi.
Mo gliez ei gie nuot special pli per
questa stad. Cun bialas regurdientschas d’ in viadi variont nua ch’ins
ha giu la caschun d’emprender
d’enconuscher in l’auter, inaga d’
ina autra vart, ein tuts turnai cuntents a casa.
Georgette Bearth,
Giancarlo Lechmann
Local da giuventetgna a Trun
C A S A
Il local da giuventetgna ei ina buna purschida
La lavur da GIUVENTETGNA
CADI ei in project dalla fundaziun Tür auf - mo vinavon e vegn
realisada en incumbensa dallas
vischnauncas dalla Cadi. Las finamiras ed il cuntegn ein declarai
ella cunvegna da prestaziun. Sut la
noziun «Lavur aviarta da giuventetgna» ei da capir instituziuns, offertas ed occurrenzas el temps liber ch’ein da principi accessiblas a
tuts giuvenils e dattan la pusseivla-
dad da separticipar facultativamein.
Cun sustener igl engaschi dils giuvenils crescha in grond nez social
per l’entira populaziun. Per exempel: giuvenils che s’engaschan duront lur giuventetgna s’engaschan
era sco carschi en nossa cuminonza,
seigi quei en uniuns ni uffecis.
GIUVENTETGNA CADI porscha a
giuvenils dil scalem superiur ed ord
scola dalla vischnaunca da Trun e
contuorn in local da sentupada. Leu
astgan il visitaders guder la cumpignia da seser ensemen, tedlar musica, paterlar, far il chillen. Quei local
sesanfla ella Casa Depuoz. Duront il
temps da scola ei quel aviarts mintgamai il venderdis sera dallas 18.00 21.00. In program ch’il team da menaders e menadras creescha duei far
tschaffen als giuvenils da serender
el local. El local da giuventetgna
valan las suandontas reglas: il local
ei ina zona da respect. Fimar, dro-
gas, alcohol ed armas en tuttas fuormas ei scumandau.
All’entschatta digl onn da scola
2014/2015 havein nus aviert il local. Deplorablamein han ils visitaders muncau uonn. Ils menaders e
menadras: Nico Carigiet, Maik Bisquolm, Renata Varandas e Rilana
Tomaschett ein sestentai da motivar las scolaras e scolars dil scalem
superiur da vegnir el «rümli», sco il
local vegn numnaus denter ils giuvens. Memia paucs visitaders han
schau carmelar, aschia che nus havein decidiu da serrar il local naven
da miez december 2014. Tut tenor
basegns e giavisch dils giuvenils sa
il local vegnir aviarts a cuorta vesta.
Dapli informaziuns ein indicadas
sin www.giuventetgnacadi.ch sut la
rubrica locals/local a Trun.
Olivia Pfister
Impressum
Herausgeberin:
Casa Depuoz
Center da scola,
formaziun ed integraziun
Zentrum für Schule,
Ausbildung und Integration
Via Crap Gries 1, 7166 Trun
Telefon 081 920 21 31
Telefax 081 920 21 32
e-Mail: info @ casa-depuoz.ch
Redaktion:
Matthias Hildering,
Fredy Lagger,
Maria Venzin-Marty,
Katrin Wiestner
Auflage: 12 500 Ex.
Layout und Druck:
stampa Spescha Luzzi, 7130 Ilanz
Mitgliederbeitrag
Einzelmitglied Fr. 20.–
Kollektivmitglied Fr. 50.–
Spendenkonto:
90-796006-6
IBAN:
CH24 0900 0000 9079 6006 6
Autor
Document
Kategorie
Uncategorized
Seitenansichten
25
Dateigröße
4 561 KB
Tags
1/--Seiten
melden