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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014 • WWW.WIRTSCHAFTSBLATT.AT
Tirol
ÖSTERREICHS ZEITUNG FÜR WIRTSCHAF T UND FINANZEN - REGIONALAUSGABE
◆ Liebherr Tiefkühlgeräte für den Lebensmittelhandel 10 ◆ Geberit Bäderhersteller investiert in neue Anlage 11
◆ Recht Wie sich der Unternehmenswert berechnen lässt 26 ◆ Bau Nachhaltige Firmen-Gebäude 30
Adler Lacke baut neues Werk in Schwaz
OSS Franz
Interview. Der Konsument sei noch nicht bereit, beim Hausbau etwas mehr für ökologische Produkte auszugeben,
sagt Andrea Berghofer, Geschäftsführerin der Adlerwerk-Lackfabrik, im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt. Dennoch kündigt die Unternehmerin die Errichtung eines neuen Werks für Öko-Lacke am Standort Schwaz an. Der Spatenstich soll im Herbst 2015 erfolgen, das Bauprojekt sei auf fünf Jahre angelegt. Chancen sieht Berghofer in China,
6-8
wo es im Qualitätsbereich ungeahnte Möglichkeiten gebe.
Skigebiete.
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Tirols Seilbahnbetriebe investieren heuer in Lifte,
20
eine Mautstation sowie ein Motorradmuseum.
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GZ 13Z039580W Retouren an PF 100, 1350 Wien Redaktion: 1030 Wien, Hainburger Straße 33, Tel: 01 60117-0
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
THEMA
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
THEMA
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IMMOBILIEN
Der heiße Kampf gegen die vielen kalten Betten in Tirol
Medialounge
Betten, die nur wenige Tage im Jahr auch belegt
werden, erregen die Gemüter in Tirol, treiben sie
doch die Wohnungspreise
nach oben. Neue Investorenmodelle sorgen dabei
für Zündstoff.
PROMI-FÄLLE
■ Uschi Glas in Kitz: Für viel Wirbel sorgte der Fall „Uschi Glas“ im
Jahr 2008: Die Münchner Schauspielerin kaufte in Kitzbühel eine
Wohnung – keinen Freizeitwohnsitz, wie sie erklärte. Dass sie überwiegend dort wohnen werde, war
schwer erklärlich zu machen. Geschickte Juristen konnten aber den
Immobiliendeal schließlich absichern, indem sie erklärten, dass
Glas in Kitzbühel einen „Arbeitswohnsitz« errichtet habe.
■ Elena Baturina in Aurach: Die
russische Milliardärin Elena Baturina, die in Kitzbühel rund 60 Millionen € investiert hat – in den Erwerb des Golfklubs Eichenheim
und des Grand Tirolia Hotels –
wollte im nahen Aurach eine Villa
kaufen. Die Gemeinde sprach sich
zunächst gegen einen solchen
Freizeitwohnsitz für die Russin
aus, entschied dann aber aus
„wirtschaftlichen und kulturellen“
Gründen für sie. Als Baturina dann
in Aurach eine zweite Villa kaufen
wollte, legte sich der unabhängige
Verwaltungssenat quer. Ihr Argument, dass es sich nicht um einen
Freizeitwohnsitz handle, wurde
nicht anerkannt. Baturina blitzte
schließlich auch beim Verwaltungsgerichtshof (VwGH) ab.
VON MICHAEL RIEDLER
R
ichard Hauser
kämpft: Der 46-Jährige, bis vor Kurzem
G e s c h ä f t s f ü h re r
beim Stanglwirt in
Going, konzentriert
sich auf ein 50-Millionen-€-Projekt „Kitz Country Club“ in Reith
und hat dort Probleme mit der
Gemeinde, die den Verdacht hat,
er würde dort illegale Freizeitwohnsitze einrichten. Jetzt wird
vor dem Landesverwaltungsgericht gestritten.
Grund: Hauser will 15 seiner
Suiten im Country Club an Investoren verkaufen. Die Investoren
wohnen aber nicht dort, der
Country Club vermietet die Suiten vielmehr an seine Mitglieder.
Erst nach Ablauf einiger Jahre
können die Investoren die Suiten
als Hauptwohnsitz nutzen.
Hauser ist mit seinem Modell
der erste, doch etliche Unternehmer interessieren sich für ähnliche Modelle. Schließlich lassen
sich Hotelprojekte so finanziell
leichter umsetzen. So plant Karl
Fahrner (OFA-Gruppe) in St. Anton ein 142-Betten-Hotel – „Stanton“. Auch dort ist ein Modell geplant, bei dem Investoren ihre Appartements für mindestens 15 Jahre dem Hotelbetrieb zur Verfügung stellen – „keine Freizeit-
Rare Grundstücke in attraktiven
Orten wie Kitzbühel werden oft
mit Zweitwohnsitzen belegt
wohnsitze, auch kein Time-Sharing“, wie Fahrner sagt.
Gemeinden wie Reith bei Kitzbühel stehen skeptisch zu solchen
Varianten. Schließlich haben viele, oft prominente Wohnungs- und
Hauskäufer im Gemeindegebiet
Freizeitwohnsitze errichtet, die
sie oft nur wenige Tage und Wochen im Jahr nützen. Die Gemeinde muss die Infrastruktur wie für
einen Hauptwohnsitz zur Verfügung stellen, Einnahmen aus Wasser, Strom, Fernwärme etc. sind
aber oft kaum vorhanden.
Preise steigen
Zudem verknappen die Freizeitwohnsitze das Grundstücks- und
Wohnungsangebot in den Gemeinden, was die Preise exorbitant in die Höhe treibt. „Wir sind
eben als Land sehr attraktiv. Das
ist gut für den Tourismus, aber
schlecht für den Bodenmarkt. Es
wird immer schwieriger, leistbares Wohnen für die Einheimischen zu sichern, und auch gewerbliche Unternehmen tun sich
schwer. Wenn ein Grundverkäufer
300 € für einen Quadratmeter Gewerbefläche kriegen kann oder
2000 € für einen möglichen
Hauptwohnsitz, wird er lieber an
Wohnbauinteressenten verkaufen“, sagt Peter Hollmann von der
Landesabteilung Raumordnung.
Das Land Tirol hat daher eine
gesetzliche FreizeitwohnsitzObergrenze von acht Prozent des
Wohnungsbestandes eingeführt –
eine Grenze, die in Gemeinden
wie Brixen, Kitzbühel, Westendorf und Reith bereits bei Wei-
ZAHL
2300
Wohnsitze „ohne Meldung“
■ Wie viele Freizeitwohnsitze es
in Tirols Gemeinden gibt, lässt sich
gar nicht wirklich feststellen: Thomas Reisenzahn, ehemaliger Generalsekretär der Hoteliervereinigung und jetzt bei der Prodinger
GfB Tourismusberatung tätig, listet
auf: In Kitzbühel gibt es 8300
Hauptwohnsitze, 4350 Zweitwohnsitze, 1300 Freizeitwohnsitze und
2300 Wohnsitze, für die beim Melderegister „keine Meldung“ vorliegt. Was das für Wohnungen sind,
weiß bis heute niemand wirklich
zu sagen.
Wohnsitzkontrolle. Überforderte Gemeindechefs
Foltin π
Gemeinden sind in Tirol berechtigt zu überprüfen, ob es sich bei
einem Wohnsitz wirklich um
einen Ganzjahres- oder nur um
einen Freizeitwohnsitz handelt.
Wie das überprüft wird? „Das
geht nicht völlig in den Privatbereich. Kontrolliert werden kann
es über die Stromrechnung, den
Wasserverbrauch, über Zeugen
aus der Umgebung“, sagt Raumordnungs-Landesexperte Peter
Hollmann.
„Rechtlich ist klar, dass der
Bürgermeister das zu überprüfen
Hotelier Christian Harisch ortet hat, aber der Vollzug ist leider etzwiespältige Signale
was anderes,“ relativiert Alexan-
der Erhart vom Büro des Raumordnungslandesrats Johannes
Tratter: „Wenn da ein Bürgermeister, etwa im Lechtal, halbtags amtstätig ist, wird es für ihn
schwierig, Freizeitwohnsitze zu
überprüfen.“
Christian Harisch, Hotelier in
Kitzbühel, bestätigt: „Es ist
schwer, Freizeitwohnsitze zu verbieten und das dann auch wirksam zu überprüfen. Wir leben
heute ja ganz anders als früher:
Wir müssen beruflich sehr flexibel sein, haben mehrere Wohnsitze. Für etliche ist oft das Flugzeug der Hauptwohnsitz. Einer-
seits lädt man die Leute ein und
sagt: ,Bei uns ist es schön,
kommt!‘, und wenn die Leute
dann kommen, es als schön empfinden und sich hier ein Haus
kaufen wollen, sagt man: ,Nein,
du bist doch nicht willkommen.‘“
Wichtig wäre, dass die Gemeinden einen „zweiten Bodenmarkt“ einrichten, rät Hollmann.
Ein Beispiel dafür ist Kitzbühel:
Die Gemeinde habe hier mit
ihren Sonngrub-Projekten günstigen Wohnraum für junge Familien geschaffen.
[mr]
michael.riedler@wirtschaftsblatt.at
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
THEMA
Petition. Tiroler Bürgermeister auf den Barrikaden
13 Bürgermeister aus Tirol, Salz- zeichnet haben unter anderem meindeverbandschef Ernst
burg und Vorarlberg fordern in die Tiroler Bürgermeister Anton Schöpf (Sölden).
einer „Petition zur Sicherung des Mattle (Galtür), Helmut Mall (St.
„Es wird derzeit geprüft, was
Lebensraumes und der Touris- Anton), Paul Greiter (Serfaus), von den Forderungen der Arge
muswirtschaft in den alpinen Werner Frießer (Seefeld), Peter Bergdorf umgesetzt werden
Destinationen“ gesetzliche Mit- Schönherr (Neustift), Günter kann“, sagt Raumordnungs-Lantel, um härter gegen Freizeit- Fankhauser (Mayrhofen) und Ge- desexperte Hollmann. „Die Bewohnsitze vorgehen zu können.
Riedler
Es gebe eine „Unzahl an Umgehungsmöglichkeiten“, beklagten die Bürgermeister. Die Bekämpfung der illegalen Nutzung
sei mit sehr viel Aufwand verbunden, weil die Beweislast bei
den Gemeinden liege.
Die Gemeinden wollen etwa
„empfindliche Infrastrukturabgaben“ einheben. Bei einem begründeten Verdacht auf eine illegale
Nutzung solle die Beweislast
künftig beim Eigentümer liegen.
In den Verwaltungsstrafverfahren
bei einer nicht gesetzesgemäßen
Nutzung wollen die Kommunen Tirols Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf hat die Petition
Parteistellung bekommen. Unter- der 13 Bürgermeister mitunterzeichnet
ANZEIGE
 tem überschritten ist. Aber das
Problem brennt auch am Arlberg,
in Seefeld und in Mösern.
Ohne Steuer und Kurtaxe
Thomas Reisenzahn, Ex-Generalsekretär der Hoteliervereinigung
und jetzt bei der Prodinger GfB
Tourismusberatung tätig, vermutet, dass da eine wachsende Industrie an Time-Sharing-, Couch-Surfing- und Feriendomizil-Teilern
dahintersteckt – Feriennutzungen,
„die ohne Kurtaxe und Steuern
über die Bühne gehen“.
Doch warum verkaufen Kitzbüheler ihre Immobilen an Freizeitwohnsitz-Nutzer? „Irgendwann
gibt es eben ein so fantastisches
Angebot, wo kein Kitzbüheler
nein sagen kann“, sagt Andreas
Gröbner von der Kitzbüheler Bürgerliste. In Kitzbühel koste ein
Grundstück für den Sozialwohnbau 250 € pro Quadratmeter, es
gebe aber auch Angebote, die bis
zu 5000 € reichen. Nicht überraschend, an wen dann verkauft
wird.
Und nicht verwunderlich, dass
Betuchte aus ganz Europa weiter
Wohnungen kaufen, in denen die
Betten die meiste Zeit des Jahres
„kalt“ bleiben. Das ist fatal: Die Jugend zieht, mangels erschwinglicher Wohnungen, in andere Orte
um: „Wir profitieren ja von Kitz-
weislastumkehr geht verfassungsrechtlich sicher nicht.“
Das Problem bleibt. Vor allem
dann, wenn bei neuen Hotelinvestitionen Investoren mit Parifizierungen Wohnungseigentum
begründen. „Solange der Investor
nicht Wohnungseigentum begründet und einen Teil der Immobilie ein paar Wochen im Jahr
nutzen kann, ist alles okay, dann
ist das Time-Sharing, das geht
rechtlich. Sobald er aber an
einem ganz bestimmten Teil der
Immobilie eigenes Wohnungseigentum begründet, wird es problematisch“, sagt Hollmann. Solche Modelle gebe es quer übers
ganze Land.
Die Bürgermeister fordern in
ihrer Petition deshalb, dass solche Parifizierungen genehmigungspflichtig werden.
[mr]
michael.riedler@wirtschaftsblatt.at
bühel“, sagt Hans Schweigkofler,
Bürgermeister des Nachbarorts
Oberndorf. Nicht nur die Jugend,
auch Betriebe aus Kitzbühel siedeln sich in Oberdorf an.
Geisterstädte
„Kalte Betten führen zu Geisterstädten“, mahnt daher auch Reisenzahn. In Frankreich gebe es
schon Tourismusorte, die nur zu
Weihnachten mit Leben erfüllt
sind. Das gelte auch für Kitzbühel,
wie Gertraud Rief, streitbare ehemalige SP-Gemeinderätin, meint:
Die Gamsstadt werde für die Ortsbewohner zur fremden Stadt. Viele Geschäftsinhaber haben verkauft, „die Stadt wird zum potemkinschen Dorf“.
Tourismusverdrossenheit in der
Tourismushochburg? „Ja, ich merke eine gewisse Tourismusverdrossenheit. Das schockiert mich
als Touristiker schon ein bisschen“, sagt Hotelsanierer Anton
Wieser (Firma Consemo).
Gerhard Walter, Geschäftsführer bei Kitzbühel Tourismus, sieht
es dagegen pragmatisch: „Die Ferienwohnsitzdebatte hat auch
positive Wirkungen nach außen:
Kitzbühel wird dadurch als sexy
und begehrenswert erlebt.“
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter michael.riedler@wirtschaftsblatt.at
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INTERVIEW
A
ndrea Berghofer empfängt das WirtschaftsBlatt in den holzgetäfelten Schauräumen der
Firmenzentrale mit Ausblick auf
die Tuxer Alpen.
WirtschaftsBlatt: Adler ist international sehr aktiv, vor kurzem
wurde die Schweizer Niederlassung vergrößert, der Standort
Polen erneuert, doch international
läuft das Geschäft nicht so einfach
für die Lackindustrie. Was ist da
die Adler-Strategie?
Andrea Berghofer: Die Strategie
ist die gleiche, wie wir sie auch in
Österreich verfolgen. Unser neuer Schweizer Stützpunkt und
unsere polnische Niederlassung
bereiten uns große Freude. Sie
sind ein Motivationsfaktor für das
gesamte Team. Wir haben im
internationalen Geschäft aber leider ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen. Und da bin ich
der Meinung: Unternehmen, die
expandieren und internationaler
werden, sollten gemeinsam mit
der Politik auch auf EU-Ebene daran arbeiten, dass eine Harmonisierung der Gesetzgebung stattfindet.
Wo sind Österreichs Produzenten
benachteiligt?
Sagen wir, es ist schwieriger am
Standort Österreich. Wir sehen es
in unserem Bereich: In Italien wird
eine strengere Umweltgesetzgebung, als wir sie in Österreich haben, weniger streng exekutiert.
Wir können dort unsere innovativen Produkte nicht im gewünschten Ausmaß verkaufen, sondern
müssen eine andere, alte Generation von Anstrichsystemen anbieten. Das ist nicht nachhaltig, nicht
zeitgemäß. Wir treten für Nachhaltigkeit ein und forcieren ganz
massiv z.B. wasserverdünnbare,
umweltfreundliche Produkte.
Aber mit denen sind Sie preislich
nicht konkurrenzfähig?
Teilweise ja. Es geht jedoch
nicht nur um den Preis, sondern
darum, dass nachhaltige Veränderungen nicht umgesetzt werden.
Beispiel Polen: Dort hat es nach
dem Fall des Eisernen Vorhangs
starke EU-Förderungen gegeben.
Diese bestehen noch heute. Dasselbe gilt für die Slowakei und
Tschechien. Durch diese Förderungen – und zusätzlich durch die
niedrigen Lohnstückkosten – können die Produzenten viel billiger
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
Franz Oss
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
INTERVIEW
„Es wird viel
Energie unproduktiv
gebunden“
Andrea Berghofer. Die Miteigentümerin und Geschäftsführerin der Adlerwerk Lackfabrik in Schwaz urgiert harmonisierte Bedingungen im internationalen Wettbewerb
und kündigt den Plan eines neuen Werks für Öko-Lacke in Schwaz an.
VON MICHAEL RIEDLER
Sie wollen nicht erst beim Begutachtungsverfahren eingebunden
werden?
Genau.
Es besteht ein
Gefälle der Rahmenbedingungen, das
einfach nicht
stimmt
in Österreich und Deutschland
anbieten. Das hat dann zur Folge,
dass wir von unseren Kunden damit konfrontiert werden, massive
Preissenkungen vorzunehmen. Es
besteht ein Gefälle der Rahmenbedingungen, das einfach nicht
stimmt.
Warum ändert sich daran nichts?
Es müsste eine abgestimmte Zusammenarbeit geben zwischen
den EU-Verantwortlichen und der
Industrie, aber auch auf der nationalen Ebene. Leider werden immer wieder Gesetzgebungen in
Gang gesetzt, die wir dann mit
entsprechenden Argumenten entschärfen müssen. Diesen Weg
könnten wir uns sparen, wenn wir
von Anfang an in der Vorbereitung dieser Gesetze dabei wären.
Wir sind ja nicht gegen Nachhaltigkeit, im Gegenteil.
Und welche Ministerien sprechen
Sie hier an?
Hauptsächlich das Umweltministerium. Generell aber fordert
uns die Gesetzgebung sehr: Wir
beschäftigen in Schwaz mehrere
Mitarbeiter, die sich nur mit der
Umsetzung von Gesetzen auseinandersetzen. Es ist prinzipiell ja
unser Bestreben, Nachhaltigkeit
für die nächste Generation zu
praktizieren. Aber die Gesetzgebung, die zunehmend notwendigen Zertifizierungen nehmen
überhand. Wir werden nicht nur
von den Behörden zertifiziert,
sondern auch von unseren Kunden: Vertreter großer amerikanischer Konzerne sitzen Tage bei
uns und führen ein beinhartes Rating durch. Dadurch werden Ressourcen und Energie gebunden,
die eigentlich beim Kunden ankommen sollten.
In einer an und für sich eher
schwierigen allgemeinen Wirtschaftslage?
Ja, wir versuchen, durch Innovationen weiterzukommen und
besonders nachhaltig zu arbeiten.
Unsere Produkte sind z.B. mittlerweile völlig kobalt- und blei-
frei formuliert. Wir haben in den
letzten Jahren sämtliche Rezepturen umgestellt. Dadurch, dass
wir preislich nicht zu den Günstigsten gehören, müssen wir danach trachten, dass wir Qualität
– „Exzellenz“ – bieten, mit guten
Produkten und Lösungsmöglichkeiten für den Anwender: dass er
sich etwa einen Arbeitsgang
spart oder dass er keine Reklamationen hat. Dennoch ist es
schwierig, weil der Werkstoff
Holz immer mehr durch Kunststoff substituiert wird, zum Beispiel bei Fenstern, aber auch im
Möbel- und Küchenbereich.
Ein Vorwurf gegen die Architekten?
Hier ist auch beim Bauherrn
Überzeugungsarbeit zu leisten.
Preis ist immer ein Thema. Aber
der Wert eines Produktes kommt
zu kurz. Das ist schade, denn das
kann nicht die Lösung für die
Wir haben Expansionsideen. Es gibt
den Plan, am Standort in Schwaz zu
erweitern
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nächste Generation sein. Wir
werden wieder auf Qualität achten müssen, das heißt auch auf recycelbare Materialien, die in der
Natur wachsen und auch auf natürlichem Weg entsorgt werden
können.
Honoriert der Markt das Umweltbewusstsein zu wenig?
Es geht uns nicht schlecht. Zu
klagen wäre Jammern auf hohem
Niveau, aber es ist sehr schwierig
geworden, unsere Produkte im
Kontext „Umweltschutz und
Nachhaltigkeit“ zu verkaufen. Der
Konsument ist inzwischen zwar
beim Essen bereit, für Bioprodukte ein bisschen mehr auszugeben,
aber seltener beim Hausbau. Da
wird dann Styropor statt Holzwolle in der Dämmung verwendet,
und statt Holzfenster kommen
Kunststofffenster zum Einsatz –
eine Produktion von Sondermüll.
Natürlich müssen sich Häuslbauer auch nach der Decke strecken. Aber ich glaube, das Denken
muss wieder in Richtung Qualität
und gleichzeitiger Nachhaltigkeit
gehen.
Das könnte dauern, bis das funktioniert. Wo sind denn die unmittelbaren Wachstumschancen?
Wir sehen unsere Chancen klar
auf den internationalen Märkten.
Wir stehen in China in den Startlöchern und haben schon einige
Kunden, die interessiert sind,
unsere Produkte dort zu verarbeiten. Die Chinesen sagen: Billigprodukte haben wir selbst. Bei Billigprodukten ist China unschlagbar. Aber im hochwertigen Bereich gibt es ungeahnte Möglichkeiten, die wir für Adler nutzen
wollen.
Produziert wird aber ausschließlich in Tirol?
Ausschließlich. Ich bin ein Österreich-Fan, bin der Meinung,
dass wir in einem sicheren Land
mit wunderbarer Lebensqualität
leben, und ich möchte es schaffen,
dass wir die Wertschöpfung in
Österreich lassen. Wir sind mit
Österreich groß geworden, haben
ausgezeichnete Mitarbeiter, und
das ist für mich auch eine Verpflichtung. Wir werden darum
kämpfen, den Standort Österreich
zu halten.
Was ist dazu notwendig?
Unter anderem eine Sen-
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
INTERVIEW
Franz Oss
kung der Arbeitszusatzkosten,
eine aufrichtige Sparpolitik im
Bundesbudget, und zwar ausgabenseitig; weiters Impulse für Investitionen: Früher hat es einen
Investitionsfreibetrag gegeben.
Und es muss unbürokratischer
funktionieren. Wir hatten ein kleines, feines K-Regio-Projekt zum
Thema Brandschutz, das vom
Land Tirol über ein Prüfungsinstitut abgewickelt wurde. Wir wurden buchstäblich tagelang „belagert“ und geprüft – und haben dadurch wiederum viele Ressourcen
unproduktiv gebunden.
Was ist denn gut am Standort?
Etliches. Ich will nicht nur kritisieren: Die Arbeitseinstellung
unserer Mitarbeiter z.B. ist grandios. Unsere Leute sind auch bereit, außerhalb der normalen
Arbeitszeit ihren Einsatz zu leisten. Das ist in anderen Ländern
nicht so selbstverständlich. Wir
versuchen, unsere Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen, die in Pension
gehen, entweder für Betriebsführungen einzusetzen oder sie von
Teilzeit zu überzeugen, und wir
werden immer mehr bestätigt:
Die meisten wollen arbeiten! Wir
brauchen diese Menschen, ihre
Gelassenheit, Erfahrung, Loyalität,
auch als Vorbild für die Jungen.
Haben junge Lehrlinge Aufstiegschancen in der Lackindustrie?
Unbedingt. Wir wollen unseren
Lehrlingen immer einen internationalen Horizont geben. Wir wollen, dass die Jungen, wenn sie eine
Facharbeiterausbildung gemacht
haben, auch internationale Erfahrungen sammeln können.
Wo wird die Adlerwerk Lackfabrik
in fünf Jahren stehen?
Immer noch hier in Schwaz.
Wir haben entsprechende Expansionsideen. Es gibt den Plan, am
Standort in Schwaz zu erweitern.
Was soll hier entstehen?
Ein Werk zur Erzeugung wasserverdünnbarer Lacke und Farben. Ich habe hier gewisse Ansprüche an die Architektur und
die Energieeffizienz dieses Gebäudes. Das Grundstück gehört
uns. Es handelt sich um ein größeres Projekt über fünf Jahre.
Wenn alles gut geht, wird nächstes Jahr im Herbst der Spatenstich
erfolgen. Ich hoffe, dass unser
Projekt, das auch Arbeitsplätze sichern und ausbauen wird, von der
Landespolitik honoriert wird.
Was heißt das? Brauchen Sie Flächenumwidmungen?
Nein, auch keine Subventionen. Ich bin der Meinung: Ein
Unternehmen sollte so wirtschaften, dass es nach Möglichkeit keine Unterstützung braucht, aber
es soll nicht bremsende Rahmen-
bedingungen von der Politik bekommen. Gewerberechtliche
Themen etwa sollten schnell und
unbürokratisch behandelt werden können. Ich wünsche mir,
dass uns das Land beratenderweise zur Seite steht. Wir haben
zum Beispiel mit dem Finanzamt
in unserer 80-jährigen Geschichte nie ein gröberes Problem gehabt. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vom Finanzamt haben uns immer beraten. Wenn
wir etwas nicht wussten, haben
wir im Finanzamt angerufen und
gefragt: Wie würdet ihr das handhaben? Natürlich: Eine Lackfabrik ist keine Bäckerei. Aber ich
erwarte mir doch von den Landesstellen, dass sie Firmen im
Vorfeld unterstützen, damit dann
die Genehmigungsverfahren kürzer werden.
auch hier tätigen wir derzeit keine
Umsätze mehr. Diese Rückschläge muss man verkraften können.
Die Organisation muss das
Wachstum bewältigen, gute Mitarbeiter müssen eingestellt werden und es muss finanziell schaffbar sein. Denn wir möchten uns
aus dem eigenen Cashflow heraus
finanzieren.
Sie investieren, rechnen also mit
Firmenwachstum?
Ja, vor allem in Mittel- und Osteuropa, da haben wir noch einiges
zu tun. Wir stehen in guten Verhandlungen mit Rumänien, Bulgarien und der Türkei. Aber es muss
ein organisches Wachstum sein.
Es geht nicht immer überall nach
oben. Wir haben es vor einigen
Jahren in Spanien probiert, durch
die Wirtschaftskrise sind wir dort
auf null heruntergefallen, wir haben vor vielen Jahren mit Ungarn
sehr gute Geschäfte gemacht,
■ Andrea Berghofer kam 1999 in
die Geschäftsführung der Adlerwerk Lackfabrik Johann Berghofer
GmbH & Co. KG in Schwaz. Sie
führte das Unternehmen damals
mit Vater Günther Berghofer, der
2001 ausschied. Heute leitet sie
das Unternehmen gemeinsam mit
Johann Eggerth. Adler beschäftigt
500 Mitarbeiter am Standort
Schwaz und in den Vertriebsniederlassungen in der Schweiz, in
Deutschland, Italien, Polen, Tschechien und der Slowakei. Der konsolidierte Umsatz: 90 Millionen €.
Ohne Bankkredite?
Ohne, wir möchten keine Abhängigkeit. Wir konnten auf
einer guten Eigenkapitalbasis
aufbauen und wollen diese Praxis beibehalten.
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter michael.riedler@wirtschaftsblatt.at
ZUR PERSON
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
KÜHLGERÄTE
Fertigungsrevolution bei Liebherr
Liebherr
Das Kühlgerätewerk Liebherr in Lienz tritt jetzt
forciert in den Markt des
Lebensmittelhandels ein –
mit einer völlig neuen
Technologie, die weitere
künftige Innovationen
möglich macht.
VON MICHAEL RIEDLER
LIENZ. Mit 1300 Beschäftigten ist
das Liebherr-Werk Lienz der größte Arbeitgeber in Osttirol. Das
Produktportfolio hat das LiebherrTeam in den vergangenen Jahren
nach dem Motto „Qualität, Design
und Innovation“ sukzessive bereinigt, „um zukunftsfähig zu bleiben“, wie Vertriebschef Lucas Nerud sagt. Produktionen mit unterdurchschnittlicher Wertschöpfung wurden zu anderen Fertigungsstandorten verlagert, etwa
nach Bulgarien. „Die Lücke haben
wir aufgefüllt mit hochwertigen
Produkten. Wir erzielen heute mit
weniger produzierten Stückzahlen
mehr Umsatz.“
Einer der neuen Hoffnungsbereiche sind Kühlgeräte für den Lebensmittelhandel, ein Segment, in
dem Liebherr bis dato noch nicht
besonders stark vertreten war.
„Hier können wir unsere Stärken
gut ausspielen“, meint Nerud. Die
großen Lebensmittelketten wür-
JUNGUNTERNEHMER
PORTRÄT
Die Matratze,
die den Atem
fühlt
Die Außenhülle von Kühlgeräten wird bei Liebherr mit Hightech per Spray erstellt
men: die äußerste Schicht aus
chemikalien- und lichtbeständigem Material, das beliebig gefärbt
werden kann, die zweite Schicht
aus sehr stabilem, sehr biegsamem Material. Durch das Sprühen
können komplexe geometrische
Formen umgesetzt werden.
„Wir sind die Ersten, die das im
industriellen Maßstab umsetzen“,
sagt Prozesstechnikchef Thomas
Gruidl. Für diese Entwicklung hat
Liebherr den Tiroler Innovationspreis erhalten. Die Techno-Revolution lässt die Liebherr-Führung
von vielen künftigen Innovationen
sprechen. Man denke daran, weitere Produkte mit gesprühten Bauteilen auf den Markt zu bringen.
Angedacht sind unter anderem individuell zugeschnittene Kühllösungen in Getränkeflaschenform.
„Wir werden in Lienz weiter
wachsen und haben viele Innovationen vor“, kündigt Nerud an.
Zuletzt hat das Werk einen Umsatz von 250 Millionen € erzielt.
INNSBRUCK. Mit seiner Erfindung hat Johannes Hilbe,
Chef der 2011 gegründeten Innsbrucker Firma Bucinator,
den Tiroler Innovationspreis 2014 abgestaubt: eine Matratze, die automatisch erkennt, wie die Atemfrequenz des
darauf Liegenden ist, wie stark er sich bewegt.
Das kann in Kliniken zu rascher Behebung
Tüftler Johannes Hilbe war
von Notfällen führen und auch bei Patienselbst jahrelang
ten, die zu Hause liegen, eine gewisse
als Diplompfleger
ärztliche Überwachung sicherstellen.
aktiv
Entwickelt hat Hilbe die Innovation aus
seinem bisherigen Produkt, einem Luftpad,
das anzeigt, wenn sich ein Patient nicht mehr im Bett
aufhält. Diese Technik-Generation ist bereits in Pflegeheimen in Natters, Kufstein, Feldkirch im Einsatz. [mr]
Beigestellt
den Interesse zeigen. Mittelfristig
soll dieser Bereich 20 Prozent
vom Umsatz ausmachen.
Spray statt Blech
Die Basis für diese Hoffnung ist
eine völlig neue Produktionstechnologie, die gemeinsam mit einem
Kunden entwickelt wurde. Anstatt die Kühlgehäuse aus einzelnen Stahlblechen zusammenzusetzen, sprühen die Liebherr-Tüftler mehrere Polyurethan-Schichten zu einem besonders individuell formbaren Gehäuse zusam-
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter michael.riedler@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
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SANITÄRTECHNIK
Geberit Huter GmbH investiert in Mühlbachl
Riedler
MÜHLBACHL. Der Bäder- und
Badraumkomponentenhersteller
Geberit Huter GmbH in Mühlbachl bei Matrei am Brenner investiert heuer in eine neue Verpackungsanlage; insgesamt fließt
in Erneuerungsmaßnahmen
knapp eine Million €.
Geberit Huter wurde Ende der
70er-Jahre gegründet und ist heute in Österreich Marktführer bei
vorgefertigten Sanitärelementen.
In Mühlbachl wird auf 10.000
Quadratmetern Produktionsfläche gearbeitet. Der eingesetzte
Maschinenpark entspricht dem
letzten Stand der Technik, sagt
Geschäftsführer Josef Rapp. Dafür
werden in Normaljahren immer
700.000 € investiert.
Der Standort im Wipptal sei ein
durchaus guter, trotz des vergleichsweise hohen Lohnniveaus
weil die Herstellung eines Produkts von Matrei zum Schwesterbetrieb nach Pottenbrunn in Niederösterreich transferiert wurde.
Geberit Hutter gehört zum
Schweizer Geberit-Konzern, der
im Vorjahr mit 6200 Mitarbeitern
einen Umsatz von 2,3 Milliarden
Schweizer Franken € erreichte.
Beide österreichischen Standorte sind derzeit Pilotbetriebe für
die Erprobung einer konzernweiten Cloud-Lösung, die mittelfristig
an allen Standorten der Gruppe
implementiert wird. Das Geschäft
verspricht durchaus zarte Wachstumsraten, wenngleich etwa der
Bäderbereich durch die aggressive
Politik großer Bäderhersteller derzeit, was den Preis angeht, unter
Druck stehe, sagt Rapp.
[mr]
der Branche. Aber die 105 Mitarbeiter, die zum allergrößten Teil
aus der umliegenden Region kommen, seien sehr engagiert. Man
habe unüblich wenige Krankenstandsausfälle, berichtet Rapp.
Was am Standort störe, seien die
Mautzuschläge auf Brenner- und
Inntalautobahn.
Hauptmärkte laufen
Geberit Huter hat die Krise
2008/09 nur geringfügig gespürt.
Jetzt fehlen allerdings die Impulse
aus den südeuropäischen Märkten, und der italienische Markt sei
leider stark eingebrochen. Dafür
läuft es gut auf den Hauptmärkten
Deutschland, Schweiz und Österreich.
Geberit Huter machte zuletzt
20 Millionen € Umsatz, heuer
wird es eine kleine Delle geben,
Geberit-Huter-Geschäftsführer
Josef Rapp investiert
michael.riedler@wirtschaftsblatt.at
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
KULINARIK
MEDIZINTECHNIK
Jetzt kommt Tirols
Wirtshaus-App
Test auf 5300 Meter
für künftige Aufträge
Beigestellt
INNSBRUCK. Die 129 Gastwirte
des Vereins Tiroler Wirtshauskultur kommen jetzt mit einer Tiroler Wirtshaus-App auf den Markt.
Die zertifizierten Tiroler Wirtshäuser setzen an und für sich auf
Bodenständiges und Traditionelles, doch in der Vermarktung geht
man durchaus moderne Wege:
Die neue Gratis-iPhone-App soll
allen Interessierten zeigen, wo das
nächste zertifizierte Tiroler
Wirtshaus liegt, was seine Öffnungszeiten sind und welche Spezialitäten sie bieten.
Damit wollen die Tiroler ihre
Pionierstellung verteidigen. In allen Bundesländern außer Wien
gibt es regionale Wirtshausinitiativen, „doch wir sind diejenigen,
die die Qualität am umfassendsten sicherstellen und regelmäßig
kontrollieren“, sagt Obmann Andreas Mair. Andere Bundesländer,
wie etwa Kärnten, überlegen deshalb, das Tiroler System zu übernehmen.
In finanzieller Hinsicht sind die
Tiroler freilich nicht Vorreiter:
Wir wollen die
Qualität nicht verwässern
PETER WEIGAND
GESCHÄFTSFÜHRER DER
TIROLER WIRTSHAUSKULTUR
„Die Niederösterreicher sind direkt an die Niederösterreich Werbung angebunden und haben
deutlich mehr Mittel zur Verfügung“, berichtet Peter Weigand,
Geschäftsführer der Tiroler
Wirtshauskultur. In Tirol müsse
man mit einem Budget von
130.000 € auskommen. Zwar fließen auch Beiträge von Land und
Tirol Werbung, 70 Prozent des
Budgets bringen aber die Betriebe
selbst auf.
Die Nagelprobe auf 5300 Meter Seehöhe bestand Erich Gnaiger
mit seinen Geräten problemlos
Werbung bis Chicago
Doch auch mit einem kleinen
Budget lasse sich einiges bewerkstelligen. Im Vorjahr wurden
17.000 Wirtshausführer verteilt,
ein großer Teil davon nach
Deutschland und in die Schweiz,
wo Ausflugsgäste angelockt werden sollen. Aber auch bis Chicago
wurde Werbematerial gesendet,
berichtet Weigand.
Die Zahl der Mitgliedsbetriebe
wollen die Vereinsverantwortlichen nicht groß steigern: „Wir
wollen die Qualität nicht verwässern, der Plafond wäre mit 145
Mitgliedern wahrscheinlich erreicht“, sagt Weigand.
Zwar gäbe es zahlreiche Beitrittsinteressenten, viele von ihnen würden dann aber durch die
hohen Qualitätskriterien abgeschreckt. Hilfreich sei die Kooperation mit dem Gastrogroßhändler Eurogast und mit dem Weinlieferanten Morandell.
[mr]
michael.riedler@wirtschaftsblatt.at
Beigestellt
Wirtshauskultur-Obmann Andreas Mair, Spartengeschäftsführer
Peter Trost und Wirtin Elisabeth Schüller bauen auf App-Impulse
INNSBRUCK. Der Medizin- und
Sportdiagnostikgerätehersteller
Oroboros Instruments GmbH in
Innsbruck hat mit seinen Geräten
im Himalaya und in Alaska ungewöhnliche Härtetests bestanden
– eine exzellente Basis für künftige Geschäfte.
Erich Gnaiger, erfindungsreicher Universitätsprofessor, kann
auf kräftig sprudelnde neue Geschäfte hoffen. Er hat Oroboros im
Jahr 2000 gegründet zur Produktion von Diagnosegeräten, welche
die Blutzellatmung messen. Gnaiger war damit immer weltweiter
Technologieführer mit einem
Umsatz von zuletzt drei Millionen
€. Gemeinsam mit der Firma
WGT (Wickel- und Gerätetechnik, Kolsass) entwickelte er das
Diagnosegerät aber immer weiter
und kann jetzt auf erfolgreich bestandene Härtetests der besonderen Art verweisen: Im Himalaja
wurden die Geräte auf 5300 Meter
Höhe getestet, im Rahmen einer
„Xtreme Everest“-Forschungsexpedition.
Gemessen wurden die Mitochondrien-Vorgänge sowohl von
europäischen Bergsteigern als
auch von Sherpas – auch von solchen, die in Katmandu leben und
nie in die Berge steigen. Dennoch zeigte sich, dass ihr Organismus sich leichter an die Höhe
anpassen kann, es also einen erblichen Vorteil gibt, wie Gnaiger
sagt.
Nicht selbstverständlich war
von Beginn an, dass die Oroboros-
Geräte unter diesen Extrem-Bedingungen auf 5300 Meter Höhe
auch funktionieren. „Wenn das
schief gegangen wäre, hätten wir
das nicht so schnell gutmachen
können“, sagt Gnaiger. So aber
„war das für uns wie die Formel 1
für einen Motorenhersteller“, die
Basis für künftige Aufträge sei damit gelegt.
Huskeys im Härtetest
Einen ähnlichen Härtetest hat das
14-Mitarbeiter-Unternehmen
heuer beim längsten Schlittenhunderennen der Welt in Alaska
bestanden. „Dabei laufen Huskeys
in neun Tagen 1600 Kilometer
weit und zeigen dabei Leistungswerte, wie sie noch nie bei einem
Säugetier gemessen wurden“, berichtet Gnaiger.
„Die mitochondrische Medizin
ist der Schlüssel der künftigen Gesundheitssysteme“, sagt Gnaiger.
Er glaubt an große Zukunftspotenziale für die neueste Firmenentwicklung, den Biograph2k mit ergänzten Messfunktionen.
Das sollte bei dem Unternehmen
für Wachstum sorgen. Gnaiger ist
Anhänger des „Open-Innovation“-Prinzips: „Innovationen
sollten geteilt werden. Wir haben
das immer gelebt. Wir haben über
300 Institutionen, die unsere Geräte verwenden, und alle die bekennen sich ebenfalls dazu, ihre
Forschungsergebnisse anderen
zugutekommen zu lassen.“ [mr]
michael.riedler@wirtschaftsblatt.at
14 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
FORUM
ONLINE-UMFRAGE
Planen Sie in
der kommenden
Wintersaison einen
Skiurlaub?
66
Ja
Weiß noch nicht
Nein
Damit der Bürgermeister
nicht mehr fensterln geht
H
29
%
Diskutieren Sie mit:
tirol@wirtschaftsblatt.at
5
29%
5%
66%
Ergebnis: Von 454 Lesern
planen 29 Prozent einen Skiurlaub. 66 Prozent legen
keinen Wert auf Pistengaudi.
IMPRESSUM
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sind vorbehalten. Gerichtsstand ist Wien.
ilflosigkeit regiert den Kampf gegen Ferienwohnsitze in
Tirol. Die Gemeinden schieben die Schuld dafür auf das
Land, diese wieder an den Bund, die Bezirkshauptmannschaften und die Gemeinden. Und Schlagzeilen machen dann die
Fälle, wo man prominenten Wohnungskäufern ins Wohnzimmerfenster spechtelt, um zu kontrollieren, ob sie auch wirklich brav
drin wohnen – die neue Art des Fensterlns im 21. Jahrhundert.
Wenn die Gemeinden die Nachbarn befragen sollen, wenn sie
auf Parkplätzen herumschnüffeln sollen, dann hört sich die demokratische Freiheit auf. Gesetze, die widerliche Kontrollen bis ins
Privatleben verlangen, sind schlechte Gesetze. Sie sind weder für
den Kontrollierenden (in diesem Fall die Gemeinden) noch für den
Kontrollierten akzeptabel. Da braucht es andere Ideen.
W
as gab es nicht schon an kreativen Geistesblitzen, um
Freizeitwohnsitze hintanzuhalten: dass die Gemeinden
etwa für eine bestimmte Menge an Wasser- und Abwasserverbrauch kassieren, unabhängig davon, ob wirklich so viel
verbraucht wurde oder ob vielleicht gar nichts konsumiert wurde
– ein Modell, das auch als „ORF-Gebührenmodell“ bekannt ist.
Nachteil: Es führt in der Regel zu Verärgerung und schreckt einen
betuchten Freizeitwohnungskäufer nicht wirklich ab.
Oder: eine Kontrolle über die neuen intelligenten Stromzähler,
die demnächst in ganz Tirol eingebaut werden, die „Smart Meters“.
Aber auch die lassen sich mit intelligentem zeituhrgeschalteten
Stromverbrauch leicht überlisten.
Viel sinnvoller wäre es, die Gemeinden in die Lage zu versetzen,
ihren Jungfamilien Wohnraum zu akzeptablen Preisen zur Verfügung zu stellen: Warum verwendet man nicht die neue Immobiliensteuer dafür? Diese Steuer kassiert alle ab, die durch den Verkauf einer Immobilie einen finanziellen Gewinn gemacht haben.
Sinnvoll wäre es doch, diese nicht im allgemeinen Budget
untergehen, sondern an die Gemeinden fließen zu lassen –
zum Ankauf von Gründen für den Sozialwohnbau, für die
Wiederbelebung der Ortskerne etc.
Das würde jedenfalls mehr Freude bereiten als das
zweifelhafte Vergnügen des Kontrollfensterlns.
MICHAEL RIEDLER
michael.riedler@wirtschaftsblatt.at
FORUM
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
| 15
ZITAT
Mit den Ruhegebieten holen wir uns den Ablass,
damit wir im Nahbereich alles verschandeln können
Michael Rathmayr
ANDREAS BRAUN
Destination Wattens Regionalentwicklung GmbH
AUSGEZEICHNET
Illustration: Michael Riedler
WIRTSCHAFTSBLATT REGIONAL IHR TEAM
Michael Riedler [mr] Der
langjährige WirtschaftsBlattKorrespondent ist Experte für
die Wirtschaft in Tirol.
Michael Vorauer [vorm]
Beobachtet die Unternehmenslandschaft und berichtet über
wirtschaftlich relevante Themen.
Alexander Pfeffer [pepe] Der
WirtschaftsBlatt-Redakteur leitet
das Ressort Business-Talk in allen
WirtschaftsBlatt-Publikationen.
michael.riedler@wirtschaftsblatt.at
michael.vorauer@wirtschaftsblatt.at
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
Markus Stingl [mast] Leitet
das Regionalressort im WirtschaftsBlatt. Berichtet über relevante Themen für Betriebe.
Martina Madner [mad] Die
Arbeitsmarktexpertin schreibt
über Bildung, Karriere und
Unternehmen.
Christoph Pridun [chp] Berichtet über wirtschaftliche Events
und Unternehmensveranstaltungen in Ihrem Bundesland.
markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
christoph.pridun@wirtschaftsblatt.at
Claudia Peintner [clp] Die
gebürtige Osttirolerin schreibt
über Neuigkeiten aus Unternehmen und Wirtschaftsthemen.
Matthias Nagl [mana] Der
Journalist schreibt über Immobilien sowie Klein- und Mittelbetriebe aus der Region.
ANZEIGENKONTAKT Claudia
Montoya ist Ihre Ansprechpartnerin in Tirol.
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
tirol@wirtschaftsblatt.at
regionalverkauf.tirol@wirtschaftsblatt.at,
Telefon: 0676/871 970 525
REDAKTION tirol@wirtschaftsblatt.at Telefon: 01/60 117-0 DW 305, Fax 259
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
KONJUNKTUR
UMFRAGE
Die Zukunft bringt ...
Jeden Monat bitten wir Unternehmer und Manager um ihre Einschätzung der Wirtschaftslage. Dieses regionale
Konjunkturbarometer bietet einen unmittelbaren Einblick in die Entwicklung in Ihrem Bundesland.
PETER
PRETZSCH
GESCHÄFTSFÜHRER
VIKING GMBH
ANTON
RIEDER
EIGENTÜMER
RIEDERBAU GMBH
ULRIKE
ANDRES
GESCHÄFTSFÜHRERIN
TRANSALPINE
ÖLLEITUNG
AMBROS
GASSER
Wie schätzen Sie die
Konjunkturentwicklung
in den nächsten drei
Monaten ein?
Wie wird sich das Geschäft
in Ihrem Unternehmen in
den nächsten drei
Monaten entwickeln?
Suchen Sie aktuell
Mitarbeiter? Wenn ja, für
welche Bereiche werden
sie gesucht?
l Die Konjunktur dürfte sich
in den nächsten Monaten in
unseren Märkten unterschiedlich entwickeln.
s Zufriedenstellend: Unsere
Geschäftsentwicklung hängt
vom Wetter, der Jahreszeit sowie saisonalen Effekten ab.
s Wir wachsen weiter und
haben diverse offene Stellen
in mehreren Bereichen.
l Es könnte besser sein –
aber es könnte auch schlechter sein.
l Im Wesentlichen ist die Entwicklung stabil.
s Ja, wir suchen Lehrlinge
und Leute mit technischem
Potenzial.
t Ich sehe die Konjunkturentwicklung negativ, gekoppelt
mit fallender Wirtschaftsleistung in ganz Europa.
l Unser Geschäft entwickelt
sich wie erwartet stabil.
l Nein, derzeit nicht.
t Ich sehe die Konjunktur
derzeit eher etwas rückläufig.
l Für unser Unternehmen
sehe ich aktuell eine stabile
Entwicklung.
▲ Ja, wir suchen derzeit Mitarbeiter.
l Wir schätzen die Konjunktur bestenfalls flach ein.
s Für uns ist die Situation derzeit leicht positiv.
s Ja, wir suchen Leute für
Vertrieb, Labor, Produktmanager und International Business.
t Ich sehe die Wirtschaftsentwicklung aufgrund der weltpolitischen Tendenzen (Ukraine, IS) eher leicht negativ.
s Unsere Auftragslage ist
recht gut. Auch die Aussichten
für 2015 sind schon erfreulich.
l Derzeit werden bei uns
keine weiteren Mitarbeiter
gesucht.
s Ich schätze die Konjunkturentwicklung nicht so schlecht
ein wie die Auguren uns täglich
berichten.
s Das Geschäft entwickelt sich
sehr positiv. Wir haben eine
Höchstauslastung und ein sehr
gutes wirtschaftliches Umfeld.
s Ja, wir suchen derzeit Mitarbeiter im Bereich der Technik und der Hausverwaltung.
GESCHÄFTSFÜHRER
ALPINSCHULE
INNSBRUCK GMBH
PASCAL
BROSCHEK
GESCHÄFTSFÜHRENDER
GESELLSCHAFTER
GEBRO HOLDING
CHRISTIAN
KLENKHART
GESCHÄFTSFÜHRER
KLENKHART &
PARTNER
KLAUS
LUGGER
GESCHÄFTSFÜHRER
NEUE HEIMAT
TIROL
Otsraneburger, beigestellt (3), Riedler (2), Foltin π
ÜBERBLICK
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
Tirol
in Zahlen
-3,4%
NÄCHTIGUNGEN
In der Wintersaison 2013/2014
verzeichnete Tirol rund 5,3 Millionen Ankünfte und 25,3 Millionen Übernachtungen. Die Nächtigungszahl ist jedoch rückläufig
und lag laut Statistik Austria um
3,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. 61,2 Prozent der gesamten Winternächtigungen fanden
in den Bundesländern Tirol und
Salzburg statt.
-6%
SKIUNFÄLLE
In der Wintersaison 2013/14 kam
es auf Tirols Skipisten und Skirouten zu 2466 Skiunfällen, wie
Daten des Kuratoriums für alpine Sicherheit zeigen. Das ist ein
Minus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Zwischen 1. November 2013 und 27.
März 2014 gab es 333 Unfällen
mit Fahrerflucht. Sechzehn Skifahrer verunglückten tödlich.
Das Tourismusland Tirol verbuchte in der Wintersaison
2013/2014 ein Nächtigungs-Minus. Erfreuliches
statistisches Detail: Die Zahl der Skiunfälle
ist zurückgegangen.
19.652
+8%
-11.380€
NEUZULASSUNGEN
PREISANSTIEG
EINKOMMEN
Im September 2014 ist in Tirol die Zahl an
neu zugelassenen Pkw im Vergleich zum
Vorjahresmonat laut Statistik Austria um
2,6 Prozent auf 19.652 Fahrzeuge gesunken. Österreichweit lag das Minus an Neuzulassungen bei 4,3 Prozent. Insgesamt
wurden 237.363 Fahrzeuge angemeldet.
| 19
Ganzjährig vollbeschäftigte Tirolerinnen
verdienen im Durchschnitt um 25,8 Prozent weniger als männliche Kollegen. Das
entspricht 11.380 €. Der statistische Equal
Pay Day fiel heuer auf den 28. September.
Nur in Vorarlberg und Oberösterreich waren die Einkommensnachteile größer.
Der Quadratmeterpreis für gebrauchte
Einfamilienhäuser stieg im ersten Halbjahr
2014 in Tirol um 1753 €, so Immobilien.net.
Auch Wohnungen sind teurer. So stieg in
Innsbruck der Quadratmeterpreis für neuwertige Eigentumswohnungen gegenüber
der Vorjahresperiode um 14 Prozent.
TRENDS
Landwirtschaftliche Produktion
Insolvenzen 1.-3. Quartal 2014
Passiva (in Mio. EUR)
456
401
Wert zu Herstellungspreisen im Jahr 2013 (in Mio. €)
2354
NÖ
1681
OÖ
Gesamt: 7,08 Mrd. €
1292
ST
Anteile an  Pflanzliche
414
399
374
310
149
B
K
T
S
V
 Tierische Erzeugung  Anderes
102
W
W
ST
Gesamt: 2,00 Mrd. €
250
OÖ
198
K
142
B
Fälle (absolut)
715
Quelle: Statistik Austria
NÖ
315
429
98
98
45
S
T
V
Gesamt: 2455
379
306
152
113
141
146
Quelle: RE/MAX AustriaWirtschaftsBlatt
74
Grafik/Cmund
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20 |
BRANCHENREPORT
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
BRANCHENREPORT
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
| 21
Broetz
WINTERINVEST
Künstliche Wolken,
neue Seilbahnen,
alte Motorräder
Tirols Seilbahnbranche hat zwei schwierige Saisonen hinter sich, eine schneearme
Winter- und eine regenreiche Sommersaison. Dennoch rechnen die Betriebe mit
einem guten Winter 2014/15 und investieren doch einiges.
VON MICHAEL RIEDLER
D
ie traditionell prozyklische investierende Branche gab
heuer, nach den
schwierigen letzten Monaten, etwas weniger für Neubauten aus
als in den Jahren zuvor, wie Seilbahnsprecher Franz Hörl sagt.
Dennoch gehen die Betriebe „mit
Zuversicht und Selbstbewusstsein
in die Wintersaison, weil wir wissen, dass wir aufgrund der hohen
Investitionen der letzten Jahre gut
aufgestellt sind.“ So sind etwa
schon mehr als 80 Prozent der Tiroler Pisten mittlerweile beschneit, sagt Hörl.
Aber die Bahnen hatten in den
letzten zwei Saisonen hart zu
kämpfen. „Viele Seilbahngesellschaften in Ausflugsregionen haben im verregneten Sommer sicher gelitten“, meint Hörl. Im Vorjahr flossen noch 317 Millionen €
an Investitionen, ein unglaublicher Wert, das war mehr als 50
Prozent des Gesamtumsatzes von
582 Millionen €.
„Heuer gibt es neben der Pardatschbahn in Ischgl relativ wenige spektakuläre Investitionsprojekte“, sagt Hörl. Die 3S-Pardatschgratbahn, ein 40-Millionen€-Projekt, wird von der Silvretta
Seilbahn AG für den Winter fertiggestellt. Diese Zubringerbahn
wird die bestehende Einseilumlaufbahn aus dem Jahr 1990 ersetzen und die Fahrgäste ohne Zwischenstation auf den Pardatschgrat befördern.
Talstation mit Museum
Nicht unspektakulär sind auch die
laufenden Investitionen in Hochgurgl. Dort wird am Fuß der Timmelsjoch Hochalpenstraße auf
2175 Meter Seehöhe bis 2015 der
Top Mountain X-Point realisiert
– ein multifunktionales Gebäude,
das ein Motorradmuseum, die Talstation der neuen KirchenkarGondelbahn, ein gastronomisch
hochwertiges Bedienungsrestaurant mit Panoramaterrasse sowie
Auch Gebiete über
2000 Meter kommen
ohne Beschneiung
nicht mehr aus
LEO HOLZKNECHT
TVB ÖTZTAL
die Mautstation beherbergen
wird. Der Spatenstich erfolgte
kürzlich im Beisein von Motorradlegende Giacomo Agostini. Eröffnung wird dann 2015 sein. Die
Liftgesellschaft Hochgurgl investiert insgesamt zwischen 20 und
23 Millionen €.
Viele andere Seilbahngesellschaften investieren heuer nicht
in spektakuläre Großprojekte,
aber in wichtige Erneuerungen,
Pistengaragen, in die Infrastruktur, in Beschneiungskomplettierungen etc., berichtet Hörl.
So baut etwa die Ehrwalder
Almbahn an der Sechser-Sesselbahn Issentalkopf, die Bergbahnen See bauen an einer AchterEinseilumlaufbahn. Die im Skiverbund Kitzbüheler Alpen vereinten
Bergbahnen investierten für den
Winter rund 100 Millionen €, „in
viele Ersatzanlagen für alte Aufstiegshilfen“, wie Katrin Steiner
vom Tourismusverband sagt: So
baut die Steinplatte Aufschließungs GmbH & Co KG in Waidring an der neuen Sechser-Sesselbahn Kammerkör, die eine alte
Dreier-Sesselbahn ersetzt. In der
Skiwelt Wilder Kaiser/Brixental
kommt ein neuer kuppelbarer
Achter-Sessellift „Aualmbahn“.
Sölden ersetzt die Dreier-Ses-
Der Top Mountain X-Point,
wie er in Hochgurgl entstehen
soll – mit Motorradmuseum,
Gastronomie
und Mautstation
ZAHL
6,0
Milliarden €
■ Seit dem Jahr 2000 investierten die heimischen Seilbahnunternehmen laut eigenen Angaben
mehr als sechs Milliarden € in Modernisierung der Anlagen, Beschneiungstechnik, Gastronomie
etc. Im Vorjahr waren es rund 507
Millionen €.
Der Kassenumsatz der Branche
ging im Winter 2013/14 im Vergleich zum Jahr davor um 2,8 Prozent auf rund 1,2 Milliarden € zurück. Die Zahl der Beförderungen
sank um etwas mehr als drei Prozent auf 585 Millionen €.
HINTERGRUND
Foltin π
■ Zur Branche gehören laut Zahlen des Bundesministeriums für
Verkehr, Innovation und Technologie 253 Seilbahnunternehmen
(Winter-, Gletscher- und Zweisaisonbetrieb, dazu elf reine Sommerbetriebe) und rund 550
Schlepplift-Unternehmen. Insgesamt verfügt die Branche über
1098 Seilbahnen und rund 1850
Schlepplifte. Auf den Sommerbetrieb (205 Seilbahnunternehmen
haben zwischen Mai und Oktober
offen) entfallen rund zehn Prozent
des Gesamtumsatzes der Branche.
■ Österreichs Skigebiete verfügen über 23.000 Hektar Pistenfläche; 60 Prozent sind beschneibar.
Laut Branchenangaben konnte der
Energieverbrauch zur Schneeerzeugung zuletzt deutlich reduziert
werden - pro Skifahrer und Tag auf
4,2 Kilowattstunden. Damit käme
ein Pkw sechs Kilometer weit.
■ Die Seilbahnen beschäftigten
rund 15.600 Mitarbeiter. Laut Zahlen der Wirtschaftskammer sichert
die Branche zudem 67.500 Arbeitsplätze bei Partnern und Dienstleistern außerhalb der Bergbahnbetriebe.
■ Der Altersdurchschnitt der Skifahrer auf Österreichs Pisten beträgt laut Gästebefragungsdatenbank der Seilbahnen 38 Jahre, ein
Wert, der sich über Jahre hinweg
stabil halte.
22 |
BRANCHENREPORT
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
pro.media
selbahn Wasserkar durch eine
kuppelbare Sechser-Bahn, und die
Bergbahnen Rosshütte in Seefeld
errichten ein Kinder-Skiareal.
Nach dem Zusammenschluss
vor zwei Jahren investieren die
Alpbacher und Wildschönauer
Bergbahnen 11,5 Millionen € – in
den Ersatz der Gmahbahn auf der
Alpbachtaler Seite durch eine
hochmoderne Sechser-Sesselbahn.
Und auf der Wildschönauer Seite
wird u. a. in 65 neue Schneelanzen
investiert sowie in einen Speicherteich mit mehr als 100.000 Kubikmeter Fassungsvermögen.
In der Region Serfaus-Fiss-Ladis wird es ab dem Winter ein
neues Restaurant „Seealm Hög“
beim Speicherteich Hög mit 200
Sitz- und 250 Terrassenplätzen geben. Die Alpkopfbahn wird um
eine Mittelstation erweitert und
die Waldabfahrt ausgebaut.
Und es geht bereits um Projekte für die übernächste Saison,
nicht nur in Hochgurgl: Ende September fand die Bauverhandlung
für den Neubau der Penkenbahn
in Mayrhofen statt. Sie soll zum
Winter 2015/2016 fertig sein. Ab
Herbst 2016 soll dann auch am
Stubaier Gletscher die neue 3S
Eisgratbahn mit einer Investitionssumme von 50 Millionen
Euro in Betrieb gehen.
Natürlicher Kunstschnee
Der nächste Winter wird auch
technische Highlights bringen: U.
a. wird an der Mittelstation der
Hohe-Mut-Bahn im Ötztal eine
möglicherweise revolutionäre Beschneiungstechnologie getestet:
Michael Bacher (Neuschnee
GmbH) erprobt die Beschneiung
über die Erzeugung einer künstlichen Wolke. „Der Schnee, der
dabei herauskommt, hat die
Eigenschaften von Naturschnee“,
sagt Bacher. Das könnte für ganz
Tirol von Bedeutung sein, denn
„auch Gebiete über 2000 Meter
kommen heute ohne Beschneiung
nicht mehr aus“, wie Leo Holzknecht von Ötztal Tourismus betont.
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter michael.riedler@wirtschaftsblatt.at
Michael Bacher von der Neuschnee GmbH in Perchtoldsdorf testet
eine revolutionäre Beschneiungstechnik im Ötztal
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24 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
BRANCHENREPORT
Nachgefragt. „Freeride-Trend wird sich verstärken“
WirtschaftsBlatt: Die Wintersaison steht unmittelbar bevor –
welche Trends orten Sie für
2014/2015?
Markus Eck: Der Trend hin zu
Genuss-Skitouren, dem Fahren
abseits der Piste wird nicht abreißen, er wird sich verstärken.
Auch aus Kostengründen, Skitouren sind günstiger.
Die Skigebiete haben aus verschiedenen Gründen zu kämpfen
– wie schätzen Sie die Situation
im Hinblick auf den FreerideTrend ein?
Je früher es ins Tal schneit,
desto besser für die Skigebiete,
egal ob groß oder klein. Meiner
Meinung nach tangiert der Freeride-Trend die kleineren Skigebiete nur am Rande, für die ist es
ausschlaggebender, ob sie sich
Beschneiungsanlagen leisten
können oder nicht. Wir als Pieps
GmbH (Umsatz 2013: sechs Millionen €, Anm.) arbeiten mit großen Gebieten zusammen, also
Lech/Zürs oder Montafon. Hier
ist der Bedarf an Sicherheitsausrüstung groß.
Wintersportler, die vermehrt den
Weg abseits der Pisten suchen, beHartl
Markus Eck, Geschäftsführer
der Pieps GmbH aus Lebring
nötigen Sicherheitsausrüstung –
wie sehr tangiert Sie das?
Sehr, ich kann mich noch an
Zeiten erinnern, als Skigebiete
gesagt haben, „bei uns gibt es keine Lawinen“. Nun treten Skigebiete mit Wunsch nach Schulungen an uns heran, und Organisationen empfehlen Sicherheitsausrüstungen, die unsere Produkte
beinhalten: Lawinen-Pieps,
Schaufel und Sonde. Auch Lawinen-Airbags wie unser Jetforce
werden immer wichtiger. Für
2014 erwarten wir eine schöne
Umsatzsteigerung.
Die Pieps GmbH hat eine Exportquote von 70 Prozent und 40 Prozent Weltmarktanteil. Was unterscheidet Sie vom Mitbewerb?
Meiner Meinung nach ist es die
enge Verbindung zwischen Praxis und Ingenieurskunst. In unserem Entwicklerteam arbeiten
drei ehemalige Bergführer, wir
kennen die Anforderungen an
unsere Produkte sehr genau. Die
gesamte Entwicklung passiert in
der Zentrale in Lebring, wir haben auch eine kleine Produktion
hier. Zudem sind wir bemüht, alle Produktionsschritte im nahen
Umfeld zu behalten bzw. aus
Asien zurückzuholen. Die Leiterplatten unserer LVS-Geräte werden zum Beispiel von Anton Paar
in Graz hergestellt.
Seit 2012 steht die Pieps GmbH im
Eigentum des amerikanischen
Black-Diamond-Konzerns. Was
hat sich verändert?
Wir sind weiter ein eigenständiges Unternehmen, profitieren
aber vom Netz eines internationalen Konzerns. Das macht auch
die Planung einfacher.
[male]
martina.leingruber@wirtschaftsblatt.at
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
UNTERNEHMEN
| 25
NEU IM GESCHÄFT
LG INNSBRUCK
AM Trade & Investment GmbH,
Achenweg 24a, 6353 Going am
Wilden Kaiser, FN 423564p.
GF+GS: Alin Muresan-Florea.
Lance Hotels GmbH, Unterdorf
18, 6261 Strass im Zillertal, FN
423158t. GF+GS: John William
Lance. GS: Holiday Homes International Limited.
Dollinger Beteiligungs GmbH,
Schopperweg 31, 6321 Angath, FN
422930g. GF: Helmut Dollinger.
GS: Peter Dollinger, Dollinger
Coaching GmbH.
Decker-Bau OG, Moosenweg 1a,
6382 Kirchdorf in Tirol, FN
423490f. GS: Markus Decker,
Marko Andrijevic.
directinvest DHMG Gesellschaft
mbH, Dorf 42e, 6260 Bruck am
Ziller, FN 423060y. GF+GS: Mario
Hochschwarzer, Daniel Ehrensberger. GS: Georg Koidl, Helmut
Mauracher.
Dollinger Coaching GmbH,
Schopperweg 31, 6321 Angath, FN
422870v. GF+GS: Helmut Dollinger, Eva-Maria Dollinger.
Dokesh Mehdi OG, Swarovskistraße 17, 6130 Schwaz, FN 422734v.
GS: Azad Dokesh, Droshak Dokesh, Rezan Mehdi.
MP Management Gesellschaft
mit beschränkter Haftung, Brixentaler Straße 3, 6361 Hopfgarten im Brixental, FN 423619w.
GF+GS: Mag. Manfred Pletzer.
Naschberger Immobilien OG, Josef-Egger-Straße 3, 6330 Kufstein, FN 423492h. GS: Johann
Naschberger. GS: Mag. Helmut
Naschberger MBL.
Philipp Eiter Gastro Gesellschaft
mbH, Tieflehn 98, 6481 St. Leonhard im Pitztal, FN 423678g.
GF+GS: Philipp Eiter.
Wein & mehr KG, Bozner Platz 7,
6020 Innsbruck, FN 423630k. GS:
Josef Johann Winkler. Komm.:
Siegmund Rainer.
Bopp Energietechnik GmbH,
Tischlerweg 9, 6336 Langkampfen, FN 423248z. GF+GS: Ing.
Bernd Bopp.
Bopp Ingenieure Gesellschaft
mbH, Rupert-Hagleitner Straße 7,
6300 Wörgl, FN 423210v. GF+GS:
Ing. Bernd Bopp, Ing. Richard
Happacher.
Hämmerle & Hübner Rechtsanwälte OG, Andreas-Hofer-Straße
2-4, 6020 Innsbruck, FN 421926f.
GS: Dr. Bernhard Hämmerle, Dr.
Christian Hübner.
Hotel Basur Gesellschaft mbH &
Co KG, Nr.148, 6572 Flirsch, FN
422856y. GS: Rainer Alexander
Kertess, Alexander Kertess Hotel
und Gastro GmbH. Komm.: Hubert
Egger.
Tischlerei Bauhofer Gesellschaft
mit beschränkter Haftung, Voldöpp 69, 6233 Kramsach, FN
422737y. GF: Sandra Bauhofer. GS:
Johann Bauhofer.
HMG Hotelmöbelgruppe GmbH,
Georg Opperer-Straße 10, 6300
Wörgl, FN 422868s. GF+GS: Elisabeth Schatz.
Hotel Gasthof Weberbauer
GmbH & Co KG, Dorf 44, 6351
Scheffau am Wilden Kaiser, FN
422869t. GS: Hotel Gasthof Weberbauer GmbH. Komm.: Ludwig
Wieser.
Dollinger GC Sportstätten GmbH,
Schopperweg 31, 6321 Angath, FN
422929f. GF: Helmut Dollinger. GS:
Dollinger Beteiligungs GmbH.
Erdbau Feil OG, Buch 60, 6220
Buch in Tirol, FN 422735w. GS: Andreas Knapp, Christoph Knapp.
Markus Knabl Einzelunternehmen, HNr.201, 6404 Polling in Tirol, FN 423166d. Inh.: Markus
Knabl.
Alba Immoinvest Gesellschaft
mbH, Hofgasse 3, 6020 Innsbruck, FN 423254h. GF: Wolfgang
Angerer. GS: Michele Basso, MMI
Immobilien Holding GmbH, Leiter
Invest GmbH.
Medipharm.AT Pharmahandel
GmbH, Oberer Stadtplatz 6, 6330
Kufstein, FN 422867p. GF+GS:
Mag.pharm. Werner Garscha. GS:
Mag.pharm. Gudrun Hildegard
Ronacher.
Alpha Leasing Gesellschaft mbH,
Hödlweg 23, 6341 Ebbs, FN
422738z. GF+GS: Mario Zanier.
Nostalgie und Mehr Einzelunternehmen, Seebach 9, 6351 Scheffau am Wilden Kaiser, FN 423225s.
Inh.: Mario Jenewein.
DI Andreas Mitterer Ziviltechniker GmbH, St. Johanner Straße
49a, 6370 Kitzbühel, FN 422726g.
GF+GS: DI Andreas Mitterer. GS:
Ines Mitterer.
Schweiger-Holzer OG, Marktgraben 10, 6020 Innsbruck, FN
423549t. GS: Ing. Christian Holzer,
Marco Schweiger.
SYSTEMimPULS.KG, Dr.-StumpfStraße 46, 6020 Innsbruck, FN
423175t. GS: Eveline Spadinger.
Komm.: Ing. Roland Spadinger.
Zwischen-Zeit Management und
Beratung Einzelunternehmen,
Universitätsstraße 24/5, 6020
Innsbruck, FN 423426k. Inh.: Susann Boekdrukker.
Bliem & Niekamp OG, Bach 2,
6306 Söll, FN 422927b. GS: Josef
Bliem, Monique Niekamp.
blueALP Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Silbergasse
24, 6173 Oberperfuss, FN
422784t. GF: Florian Anich, Florian Anich.
Tourismus Interaktiv GmbH, Salurnerstraße 38, Innpark, 6330
Kufstein, FN 422928d. GF+GS:
Christopher Jason Keen. GS: Align
Investment GmbH.
Van der Bellen Unternehmensberatung Einzelunternehmen,
Nr.6, 6525 Faggen, FN 423363v.
Inh.: Florian Van der Bellen, MBA.
ayecatch Einzelunternehmen,
Unterer Feldweg 11a, 6091 Götzens, FN 423247y. Inh.: Sani Ramic.
HR-Immobilien Gesellschaft mit
beschränkter Haftung, Archengasse 31a, 6130 Schwaz, FN
423159v. GF+GS: Johann Reiter.
Kammerlander-Kran GmbH, Gewerbegebiet Vorderes Oetztal 14,
6441 Umhausen, FN 422669y. GF:
Armin Kammerlander. GS: Implex
AG, Oswald Kammerlander.
Taxi Alpen V.I.P.OG, Griesegg 5,
Top 3, 6464 Tarrenz, FN 423169h.
GS: Murat Sahin, Oguz Tüzün.
Sterzinger - Posthotel Nassereith GmbH, Postplatz 30, 6465
Nassereith, FN 422261y. GF+GS:
Ing. Martin Sterzinger. GS: Dr. Viktoria Sterzinger, Gertrud Sterzinger, Dr. Hermann Sterzinger.
Apart Salner GmbH, Bintaweg 6,
6561 Ischgl, FN 422629p. GF+GS:
Reinhard Salner.
Hotel Fatlar GmbH, St.Antoniusweg 4, 6561 Ischgl, FN 422628m.
GF+GS: Walter Salner.
Imgang Architekten ZT GmbH,
Gumppstraße 53, 6020 Innsbruck,
FN 422535a. GF+GS: DI Martin Kircher, DI Dr. Clemens Plank, DI
Christoph Milborn.
Tischlerei Karl Knapp eU, Hoferweg 13, 6134 Vomp, FN 422630s.
Inh.: Karl Knapp.
Atfex GmbH, Clemens-Holzmeister-Straße 16/7, 6020 Innsbruck,
FN 422907y. GF: Christoph Pittracher. GS: Angelo Schiestl, Christoph Pittracher, Jun Yool Choi.
control networks OG, Grabenweg
3, 6020 Innsbruck, FN 423253g.
GS: Andreas Birnegger, Werner
Vorauer.
Hangl & Kerscher OG, Plojenweg
5, 6534 Serfaus, FN 421256w. GS:
Anja Hangl, Walter Kerscher,
Haus Enzian GmbH.
Ing. Golser GmbH, Eduard-Bodem-Gasse 5, 6020 Innsbruck, FN
422610k. GF+GS: Ing. Hans-Peter
Golser.
Maguei GmbH, Dreiheiligenstraße 33, 6020 Innsbruck, FN
422356m. GF+GS: Jose Ezequiel
Guel Gomar, Pablo Daniel Cortes
Estrada.
ORF Landesstudio Service
GmbH, Rennweg 14, 6020 Innsbruck, FN 420184v. GF: Dietmar
Löffler. GS: Österreichischer
Rundfunk.
Schweinberger Mario KG, Tränkgasse 2, 6274 Aschau im Zillertal,
FN 422342t. GS: Mario Schweinberger. Komm.: Regina Schweinberger.
Tirolworks MTL Gesellschaft
mbH, Plonergasse 2, 6020 Innsbruck, FN 422906x. GF+GS: Martin Franke, Lukas Schweinberger,
Thomas Baumann.
Tischlerei Seeber GmbH, Zieglstadl 38a, 6143 Mühlbachl, FN
422435d. GF+GS: Oswald Seeber.
dolomite.bike Einzelunternehmen, Gödnach 82, 9991 Dölsach,
FN 423105p. Inh.: Patric Plankensteiner.
BL Invest GmbH, Grubenweg 1b
Top B2, 6071 Aldrans, FN 422865k.
GF+GS: Peter Blaas.
Erharter Betriebs Gesellschaft
mbH, Oberau 420, 6311 Wildschönau, FN 422361w. GF+GS: Christina Erharter. GS+Prok.: Mag.Anton
Erharter.
IFD Immo- Finanzierungsberatung und Dienstleistungs KG,
Wittberg 41/3, 6233 Kramsach, FN
421143d. GS: Matthias Danzl.
Komm.: ICG Projectentwicklung
GmbH.
Lautstark Entertainment Systems Gesellschaft mbH, Etrichgasse 14, 6020 Innsbruck, FN
422185k. GF: Alexander Jäger. GS:
H&E IT-Systemhaus GmbH.
GS+Prok.: Philipp Häusler.
Mobileteck GmbH, Museumstraße 38, 6020 Innsbruck, FN
423136. GF+GS: Necip Aysel.
Projektentwicklung Mieders
GmbH, Dorfstraße 19, 6142 Mieders, FN 421380b. GF: DI Walter
Peer. GS: Gemeinde Mieders,
communalp GmbH.
ORF Landesstudio Marketing
GmbH & Co KG, Rennweg 14,
6020 Innsbruck, FN 420197m. GS:
ORF Landesstudio Service GmbH.
Komm.: Österreichischer Rundfunk.
architekt stöckl michael zt
gmbh, Dorfstraße 1, 6363 Westendorf, FN 421860h. GF+GS: DI
Michael Stöckl.
RP Versicherungstreuhand und
Makler Manfred Reiner eU, Jochberger Straße 98, 6370 Kitzbühel,
FN 422399a. Inh.: Manfred Reiner.
Architekturb(r)auerei ZT GmbH,
Planötzenhofstraße 19, 6020
Innsbruck, FN 422608h. GF+GS:
DI Stefan Schusterschitz. GS: DI
Clemens Rainer.
E R Ö F F N E T E I N S O LV E N Z E N
LG INNSBRUCK
LP Bau - Luncan e.U., Dorfstraße
16/Top 10, 6134 Vomp, FN332891x.
MV: Mag. Bettina Presl, 6263 Fügen.
(K)
K.R.T. Bau Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hallerstraße
129, 6020 Innsbruck, FN400508h.
MV: Mag. Martin Dimai, 6020
Innsbruck.
(K)
trend wohnbau gesellschaft
mbH, FN 189654d, Fischnalerstraße 28, 6020 Innsbruck,
FN189654d. MV: Dr. Walter Waizer, 6020 Innsbruck.
(SV)
STM-Sonnenschutztechnik Mayr
UG (haftungsbeschänkt) & Co.
KG, Valiergasse 34, 6020 Innsbruck, FN345396k. MV: Dr. Johannes Nagele, 6020 Innsbruck. (K)
PLAYENCE Gesellschaft mbH,
Grabenweg 68/Top 1, 6020 Innsbruck, FN367779b. MV: Mag. Iris
JägerRechtsanwältin , 6020 Innsbruck.
(K)
Helmut Heinrich Gföller, Hauptplatz 3, 6380 St. Johann, Einzelfirma. MV: Hochstaffl & Rupprechter,
Rechtsanwälte GmbH, 6300
Wörgl.
(K)
Peter Gufler Installationen, Daniel Swarovskistraße 68, 6067 Absam, Einzelfirma. MV: Dr. Markus
Kostner, 6020 Innsbruck.
(K)
Pharmador Dentalhandelsgesellschaft mbH. Pharmador Dentalhandelsgeschaft
mbH,
Schlöglstraße 55, 6060 Hall,
FN47565z. MV: Dr. Herbert Matzunski, 6020 Innsbruck.
(K)
(K) = Konkurs, (SV) = Sanierungsverfahren, (SVE) = Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Forderungen können u.a. beim Kreditschutzverband, 1120 Wien, Wagenseilgasse 7, angemeldet werden.
Tel: 050 1870-1000, Fax: 050
1870-99 1000; www.ksv.at
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RECHT & STEUERN
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
RECHT & STEUERN
| 27
colourbox.de, Ecovis
ARBEITSPLATZ
Betriebe
müssen Psyche
prüfen
WIEN. Seit einer Novelle im
Arbeitnehmerschutzgesetz
(ASchG) 2012 müssen alle
Unternehmen in Österreich die
„arbeitsbedingten physischen
und psychischen Belastungen,
die zu Fehlbeanspruchungen
führen können“, ermitteln und
beurteilen. Die Arbeitsinspektorate statten seit 2013 in einem
ersten Schritt vor allem größeren Betrieben Besuche ab, um
diese Vorgänge zu kontrollieren, aber auch, um zu beraten.
Konkret müssen die Unternehmen durch einen standardisierten Fragebogen (Anm. erhältlich auf www.arbeitsinspektion.gv.at) oder in moderierten, anonymisierten Gruppengesprächen ermitteln, wo
Schwachstellen liegen: Liegt
eine hohe körperliche oder
geistige Belastung vor? Beispiele dafür wären ein häufiger
Umgang mit unzufriedenen
Kunden, der Zwang zum Dauerlächeln oder eine Unterforderung bei Aufgaben.
Abgefragt werden muss auch
die Zufriedenheit mit der Gestaltung des Arbeitsplatzes
oder mit dem Organisationsklima. Gibt es ausreichend
Unterstützung durch Führungskräfte oder Kollegen?
Werden Mitarbeiter aureichend informiert? Passt die Beleuchtung?
Konkrete Maßnahmen
Tauchen psychische Fehlbelastungen auf, sind Betriebe verpflichtet, „konkrete und nachvollziehbare“ Maßnahmen zu
setzen und diese zu dokumentieren. Fühlen sich Mitarbeiter
etwa von E-Mails in der Freizeit belästigt, können Betriebe
Server so einstellen, dass nach
18 Uhr kein Weiterleiten erfolgt. Ausgegangen ist die NeuRegelung im ASchG von der
EU. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die Krankenstände aufgrund psychsicher Fehlbelastung zu reduzieren.
[clp]
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
nehmenswert mittels eines Multiplikators in Verbindung mit Umsatz, Gewinn vor Zinsen und
Steuern (EBIT), Gewinn vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA) oder dem Jahresüberschuss. Vorteil dieser Methode ist die schnelle
Berechnung.
GASTKOMMENTAR
Was mein
Betrieb
Wert ist
Achtung vor Fehlern
Die Planungsrechnung erfolgt durch den Unternehmer bzw. das Controlling im Betrieb. Der
Unternehmenswert wird vom Wirtschaftstreuhänder errechnet. Fehler treten in KMU oft bereits bei der Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung auf und verfälschen die Planungsrechnungen und so die prognostizierten finanziellen
Überschüsse. Ebenso häufig wird der Diskontierungssatz falsch bestimmt. Schon kleine Veränderungen von Annahmen bewirken Schwankungen beim Wert: Es braucht daher niemanden zu
wundern, wenn zwei Gutachter des Öfteren zu
völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Die Einschätzung des Unternehmenswertes
ist eine der schwierigsten Aufgaben für
Unternehmer. Maschinen oder Kunden sind
nebensächlich. Es kommt auf Zukunftsgewinne und die richtigen Formeln an.
BARBARA
HÖLZL
Was ein Unternehmen tatsächlich am Papier
D
ie Gründe für eine Unternehmensbewertung sind vielfältig:
Unternehmensnachfolge als Erwerber oder Veräußerer, Verkauf
von Unternehmensanteilen, Einund Austritt von Gesellschaftern,
Umgründungen oder als Planungsinstrument für
Unternehmensstrategien.
Die Einschätzung des eigenen Unternehmenswertes ist jedoch einer der schwierigsten unternehmerischen Vorgänge. Bilanzkennzahlen aus
aktuellen Bilanzen zu ermitteln, ist in Sekunden
möglich, da sie auf Vergangenheitsdaten aufbauen. Bei der Unternehmensbewertung sind aber
die zukünftigen finanziellen Überschüsse des
Unternehmens zu planen. Die gängigen Methoden der Bewertung wurden in einem neuen Fachgutachten vom 26. März 2014 von der Kammer
Fehler treten in KMU oft bereits
bei der Analyse der Gewinnund Verlustrechnung auf
der Wirtschaftstreuhänder beschlossen. Wesentliches Ziel ist die Aufwertung rechnerischer Verfahren zur Unternehmensbewertung.
Planung künftiger Cashflows
Die Basis jeder Bewertung ist die Planung künftiger Cashflows. Zu berücksichtigen sind insbesondere interne Plandaten und Analysen der Stärken und Schwächen des Unternehmens sowie der
vom Unternehmen angebotenen Leistungen.
Ebenso sind marktbezogene Faktoren wie die Ent-
wicklung der Branche, Konkurrenzsituation und
Absatzmärkte relevant. Der Substanzwert, wie
etwa Betriebsgrundstücke oder Maschinen eines
Unternehmens, haben für die Unternehmensbewertung keine Bedeutung. Die Substanzwertmethode, bei der die aktuellen Marktwerte der Vermögensgegenstände ermittelt werden, wird heutzutage nur mehr herangezogen, um prognostische
Bewertungsmethoden zu untermauern.
Formel zur Berechnung
Die finanziellen Überschüsse werden in der Regel in Phasen geplant, welche abhängig von Struktur, Größe, Branche und Lebensdauer des zu bewertenden Betriebes unterschiedlich lang sind.
Die Detailplanung sollte zumindest für die nächsten drei Jahre durchgeführt werden. Für die Zeit
danach wird die Formel der „ewigen“ Rente herangezogen. Das bedeutet, dass nach Ablauf der
zweiten Phase davon ausgegangen wird, dass der
ermittelte Ertrag auf ewig aufrechterhalten werden kann. Zwei Berechnungsverfahren sind in der
Praxis am gängigsten: das Diskontierungsverfahren und die Multiplikatormethode.
Bei den Diskontierungsverfahren ergibt sich
der Unternehmenswert aus dem Barwert finanzieller Überschüsse. Die Berechnung des Barwerts erfolgt mit dem Kapitalisierungszinssatz
(risikoloser Zinssatz zzgl. unternehmensabhängiger Risikoaufschlag). Je höher der Kapitalisierungszinssatz ist, desto niedriger wird der Wert
des Unternehmens ausfallen. Für einen kleinen
Gewerbebetrieb wird der Kapitalisierungszinssatz aufgrund des Risikoaufschlages höher sein
als beispielsweise bei einem leichter handelbaren
börsenotierten Unternehmen.
Multiplikatorverfahren ermitteln den Unter-
wert ist, steht nicht in den Sternen, sondern beruht auf rechnerischen Verfahren
■ Die Autorin ist Steuerberaterin bei ECOVIS Austria,
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
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KARRIERE
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MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
wirtschaftsblatt.at
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KARRIERE
| 29
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BERUFSEINSTIEG
X Jobsuche dauert
bei Migranten länger
WIEN. Durchschnittlich 19 Bewerbungen brauchen Menschen
mit Migrationshintergrund und
akademischen Abschluss für
den Berufseinstieg. Der erste
Job für Akademiker österreichischer Herkunft winkt schon
nach elf Bewerbungen. Das
zeigt die Studie von Roland Verwiebe und Melek Hacioglu „Berufseinstiege von AkademikerInnen mit Migrationshintergrund”. [mad]
PERSONALSUCHE
Mit dem
Stelleninserat
für sich werben
Bei der Suche nach den
optimalen Mitarbeitern
bringt so manches Inserat
von Klein- und Mittelbetrieben nicht den gewünschten Erfolg. Dabei
lassen sich manche Fehler
einfach ausräumen.
VON MARTINA MADNER
M
it einer Liste an fachlichen Qualifikationen und einem Anforderungsprofil alleine ist ein Stelleninserat selten
von Erfolg gekrönt. Dessen ist
sich Bert Jandl, Geschäftsführer
des Feriendorfs Vila Vita Pannonia in Pamhagen im Burgenland,
sicher. „Wir unterscheiden uns
mit der sozialen Komponente von
den Stelleninseraten anderer“,
sagt Jandl. Das Soziale spiegelt
sich im 164 Mitarbeiter großen
Betrieb zum Beispiel an Kinderbetreuung vor Ort, Freizeitangeboten für Mitarbeiter oder auch
Aus- und Weiterbildung wider.
Stelleninserate sind für Jandl
auch ein Marketinginstrument: „Es
ist sicher schwieriger geworden,
Fachkräfte zu finden. Tourismusberufe müssen für junge Menschen oder Wiedereinsteigerinnen
attraktiver werden. Auch die Generation 50 plus, in der viele hochqualifiziert sind, ist bei uns herzlich willkommen.“
Was Jandl bereits umsetzt, empfielt Christian Klement, Geschäftsführer der Personalberatung ePunkt, auch anderen kleinen und mittleren Unternehmen
(KMU): „Wesentlich ist beim Stelleninserat, dass Unternehmer es
als Werbeplattform für sich im
Kundenkreis Arbeitsmarkt sehen.
Der Kandidat ist kein Bittsteller.“
Bei der Suche nach den besten der
Besten müssen sich Unternehmen
mit ihren Inseraten aus der Masse
an Angeboten herausstechen. Irma Brazda, Leiterin des Bundesländergeschäfts der Personalberatung Iventa, sieht das ähnlich:
„Nicht nur bei Technikern auch in
der Bilanzbuchhaltung, Lohnverrechnung und im Controlling haben die Bewerber oft zwei bis drei
Angebote in der Hand. Da liegt es
an den Unternehmen, sich um sie
zu bewerben.“
Unternehmen vorstellen
Ziel eines Stelleninserats ist natürlich die rasche Besetzung der
Stelle mit dem passenden Mitarbeiter. Laut Florens Eblinger,
Geschäftsführer von Eblinger und
Partner, geht es deshalb um die
Stressresistenz wird
als 60-StundenWoche interpretiert
FLORENS EBLINGER
GESCHÄFTSFÜHRER
EBLINGER & PARTNER
Technisch und
kaufmännisch
ausgebildete
Bewerber können
aus vielen Stellenangeboten wählen
ANZEIGE
„Treffsicherheit, eine qualitativ
gute und hohe Rücklaufquote“
von Bewerbungen.
Der Stil muss zum Unternehmen passen: „In der Kreativszene
kann das Inserat vermitteln: Bist
du schräg genug für uns?“, meint
Eblinger. Die Industrie müsse dagegen mit eher faktenorientierten
Argumenten wie der Marktposition oder konkreten Alleinstellungsmerkmalen der Produkte
punkten. Klar ist jedenfalls, dass
sich insbesondere KMU, die – anders als Konzerne oder BranchenLeitbetriebe – weitgehend unbekannt sind, sich Bewerbern vorstellen sollten: Die kurz umrissene Unternehmensphilosophie
sollte im Inserat nicht fehlen.
sei in einem Betrieb auch ein Projektmanager, in einem anderen gehe es rein um den Außendienst.
Mit zu detaillierten Vorgaben
könne man sowohl Branchenfremde verschrecken als auch hoch motivierte Personen mit einer fehlenden Qualifikation, die sich im Betrieb erwerben lässt. Für Bewerber
sind Möglichkeiten zur Weiterbildung und Entwicklung der Karriere laut Klement durchaus Gründe,
die für einen Betrieb sprechen.
Platz sparen könne man bei Nona-Aussagen, Controller sind per
Definition zahlenaffin und PRLeute kommunikativ. Vor manchem warnt Eblinger sogar:
„Stressresistenz wird von vielen
Häufige Fehler
WUSSTEN SIE …
Das Anforderungsprofil und das
Aufgabengebiet sollten nicht die
Suche nach der Eier-legendenWollmilch-Sau vermitteln. Große
Firmen, die mit 250 Bewerbungen
rechnen müssen, können laut
Eblinger sehr eng ausschreiben.
Ein Nischenunternehmen, sollte
aber Spielraum offen lassen.
Brazda ergänzt: „Interne Positionsbezeichnungen sollte man
besser vermeiden. Damit ist noch
nicht klar, was die konkreten Anforderungen sind.“ Ein Vertriebler
■ Diskriminierung ist in betriebliche Stellenausschreibungen verboten. Nicht gesetzeskonform wäre
die Suche nach einem „Abwäscher
mit sehr guten Deutschkenntnissen“. Das diskriminiert Migranten
und Frauen. Für die Tätigkeit reicht
„gutes“ Deutsch aus und mit der
Formulierung „Abwäscher/in“
spricht der Betrieb auch Frauen an.
■ Gehaltsangaben in Inseraten
sind ebenfalls verpflichtend. Ein
Kandidaten als 60 StundenArbeitswoche interpretiert.“
Aber: „Eine gewisse Ehrlichkeit ist
schon wichtig, schließlich kostet
die Personalsuche Geld. Wenn der
neue Mitarbeiter den Betrieb
gleich wieder verlässt, beginnt die
Suche von neuem.“
Konkret sollten auch die Gehaltsangaben sein: „Der kollektivvertragliche Mindestlohn mit der
Bereitschaft zur Überzahlung ist
eine Nullaussage, die abschrecken
kann. Charmanter ist eine realistische Bandbreite, die auch Topleute anspricht.“
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter martina.madner@wirtschaftsblatt.at
korrektes Beispiel wäre: „2000 €
brutto pro Monat laut Kollektivvertrag, eine Überzahlung ist abhängig
von beruflicher Qualifikation und
Erfahrung möglich“. Die Kür sind
realistische Spielräume, wie „2500
bis 3000 € je nach Erfahrung.
■ Beim ersten Verstoß erfolgt jeweils eine Verwarnung durch die
Bezirksverwaltungsbehörde, bei
weiteren Verstößen ist mit Geldstrafen bis 360 € zu rechnen.
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Innsbruck-Stadt
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Kufstein
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WirtschaftsBlatt
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
IMMOBILIEN
30 |
Grafik/Cmund
Quelle: www.immobilien.net
Laut der KPMG-Studie „Property
Lending Barometer 2014“ wird Österreichs Immobilienmarkt als stabil bewertet. Die befragten Banken
sehen das Geschäftsfeld Immobilienfinanzierung als strategisch
wichtig an und zeigen sich aufgeschlossen bezüglich der Finanzierung von Projekten.
Mit zehn Prozent Aufschlag
zum Vorzeigeobjekt
Höhere Kosten sind der
Grund, warum nachhaltige
Gewerbe-Immos in Tirol
die Ausnahme sind. Holzbau Aktiv nutzt das erste
Passiv-Bürohaus Tirols als
Verkaufsargument.
VON MATTHIAS NAGL
E
s ist ein Vorzeigeobjekt.“
Wenn Andreas Plunser,
Geschäftsführer von Holzbau Aktiv, über sein Bürogebäude spricht, dann meint er
das weniger im selbstlobenden als
vielmehr im wörtlichen Sinn.
Plunser arbeitet in dem Gebäude
nicht nur, er benutzt es auch als
praktisches Vorzeigebeispiel für
interessierte Kundschaft.
„Ich habe von Kunden schon öfter gehört: ‚Genauso wollen wir
es haben‘“, erzählt Plunser. Auch
von anderer Seite ist das Bürogebäude von Holzbau Aktiv schon
prämiert worden. Es war das erste zertifizierte Passiv-Bürohaus
Tirol und wurde von „klima:aktiv“
mit dem „Gebäudestandard Gold“
ausgezeichnet.
Die nachhaltige Bauweise lag
für Holzbau Aktiv dabei auf der
Hand. „Da wir ein Holzbauunter-
nehmen sind, ist es für uns der
richtige Weg, energiesparend und
ökologisch zu bauen. Es ist aber
nicht nur ein Marketingprojekt,
wir haben das auch aus Überzeugung gemacht“, sagt Plunser.
Die Investitionskosten für das
Betriebsgebäude und die Produktionshalle auf insgesamt 3000
Quadratmetern betrugen 1,5 Millionen €. „Das sind rund zehn Prozent mehr als für ein herkömmliches Niedrigenergiehaus. Aber
natürlich müssen auch bei uns
Kosten und Nutzen zusammenpassen“, sagt Plunser. Das Unternehmen hat 18 Mitarbeiter, baut
im Schnitt 15 Häuser pro Jahr und
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wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
IMMOBILIEN
| 31
beigestellt
erzielt damit einen Umsatz von
zuletzt rund 2,5 Millionen €.
„Holzbau Aktiv hat als Holzbauunternehmen 70 bis 80 Prozent
der Arbeiten am Bürogebäude
selbst gemacht. Dadurch wurde
das Projekt finanzierbar“, sagt
Architekt Stefan Schrott, der das
Gebäude geplant hat.
Kostenfrage hemmt
Mit einem derart nachhaltigen
Firmengebäude ist Holzbau Aktiv
allerdings die Ausnahme unter Tirols Betrieben. „Bei gewerblichen
Bauten interessiert dieses Thema
noch kaum jemanden“, konstatiert
Schrott. „Ein Grund sind sicher
die Mehrkosten.“ Falls in nachhaltige Technologien investiert wird,
dann eher in bestehenden Gebäuden. „Verstärkt wird im Sanierungsbereich darauf Augenmerk
gelegt“, sagt Siegfried Köck von
der Fachvertretung der Bauindustrie in der Wirtschaftskammer.
Wesentlich stärker auf Nachhaltigkeit geachtet wird im geförderten Wohnbau. In diesem Bereich
Holzbau Aktiv hat, mit viel Eigenleistung, das erste Passiv-Bürohaus Tirols gebaut
werde aber auch einfach mehr gefördert, erklärt Albert Lechner
von der Plattform Innovative Gebäude. „Der frei finanzierte Wohnbau ist tendenziell rückschrittlich.
Dort werden nur die Vorschriften
eingehalten. Das liegt aber auch
daran, dass es dort überhaupt keine Förderungen gibt“, sagt Lechner. Dass bei Wohnhäusern das
Interesse an nachhaltigem Bauen
größer ist, ist für Architekt Schrott
leicht erklärt: „In dem Raum, in
dem man schläft, will man gute
Qualität haben.“
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BUSINESSTALK
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 5. NOVEMBER 2014
Redaktion Alexander Pfeffer
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
BUSINESS-LUNCH
Auf
ein Gröstl
ins Museum
Fotocredit
WIEN. Die Standortagentur Tirol hatte zum BusinessLunch ins Wiener Museum Moderner Kunst geladen.
Bei Gröstl und Braten warb Landeshauptmann Günther Platter neben dem Tourismus für den Tiroler
Forschungs- und Technologiestandort. Landesrätin
Patrizia Zoller-Frischauf betonte: „Vernetzung ist
wichtiger, als alleine im stillen Kämmerchen vor
sich hinzutüfteln.“ Mit dabei: Standortagenturleiter Harald Gohm, FWF-Präsidentin
Pascale Ehrenfreund, Julian Hadschieff (Premiqamed).
Der Einladung ins Wiener Museum Moderner Kunst folgten der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter, Hotel Sacher-Chefin Elisabeth
Gürtler, Tirols Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf sowie Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg (v.li.)
BAUFIEBER
Viel Anlass
zum Feiern
NEUSTIFT. Etliche Anlässe zum Jubeln hatte zuletzt
die Baufirma Zima, die neben Vorarlberg und Bayern
in Südtirol und im Bundesland Tirol stark engagiert
ist: Firstfeier für die Exklusivwohnungen auf der
Hungerburg über Innsbruck, neue Projekte in Sistrans und Neustift. Dort wurde mit Weißwürsten und Bier in einer Art kleinem Oktoberfest
gefeiert. Zima-Tirol-Geschäftsführer Alexander Wolf nützte die Chance und
warb fleißig für „Betongold“
als sichere Anlage.
beigestellt
In Festlaune:
Alexander Wolf,
Zima-Tirol-Chef,
mit Projektleiter
Markus
Innerhofer und
Neustifts Vizebürgermeister
Hermann Stern
(v.li.)
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