close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Gemeinsame Erklärung (PDF 147 KB) - IG Metall

EinbettenHerunterladen
Gemeinsame Erklärung der Gewerkschaften des Hyundai-KiaNetzwerkes in Südkorea, Deutschland, Indien, Türkei,
Tschechische Republik, Slowakische Republik
Die IG Metall hat im April 2014 bei der Nationalen Kontaktstelle (NKS) der OECD in
Deutschland Beschwerde wegen Verletzung der OECD-Leitsätze für Multinationale
Unternehmen durch Hyundai Motor Europe Technical Center (HMETC) in Rüsselsheim
eingereicht.
Die NKS in Deutschland, die im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ansässig ist,
hat die Beschwerde in fast allen Teilen angenommen, um sie weiter zu prüfen. Die
Beschwerde bezieht sich insbesondere auf die mögliche Verletzung von
Gewerkschaftsrechten im Sinne der OECD-Leitsätze:
-
Informationen werden dem Betriebsrat nur mangelhaft zur Verfügung gestellt
Vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsleitung
von HMETC wird behindert
Ansehen von Betriebsratsmitgliedern bei den Mitarbeitern von HMETC wird
beeinträchtigt
Gewerkschaftliche Betätigung der IG Metall auf dem Betriebsgelände wird behindert.
Die Arbeit der NKS zielt darauf ab, in einem Mediationsverfahren zwischen den Parteien
gemeinsame Lösungen für Arbeitskonflikte zu finden. Zu diesem Zweck hat die NKS die IG
Metall und Hyundai zu einem ersten Gespräch im November 2014 eingeladen. HMETC hat
die Einladung jedoch nicht angenommen und sich geweigert, an einem Mediationsprozess
mitzuwirken.
Diese Weigerung ist in der Geschichte der deutschen NKS einmalig. Noch nie hat sich ein
Unternehmen geweigert, an dem Gespräch und Vermittlungsprozess der Bundesregierung
teilzunehmen. Die OECD-Leitsätze für Multinationale Unternehmen sind eine gemeinsame
Grundlage der OECD-Mitgliedsstaaten und zahlreicher weiterer Staaten für geschäftliche
Aktivitäten von Unternehmen, die in OECD-Staaten und anderen Ländern investieren.
Hyundai will sich offensichtlich nicht an diese international gültigen Leitsätze für gutes
unternehmerisches Handeln halten. Internationale Regeln müssen aber für jedes
Unternehmen gelten. Einem einzelnen Unternehmen darf es nicht möglich sein, für sich
besondere Regeln durchzusetzen und über dem Recht zu stehen. Nur auf Basis von
Grundsätzen und Grundrechten, die für alle gleichermaßen gelten, ist fairer Wettbewerb in
einem Land möglich.
Auch in Standorten von Hyundai in anderen Ländern kam und kommt es zu Verletzungen der
Rechte der zuständigen Gewerkschaften oder der betrieblichen Arbeitnehmervertretung.
Wir, die Mitgliedsgewerkschaften des Hyundai-Kia-Netzwerks bei Industriall Global Union,
erklären deshalb unsere Solidarität mit den IG Metall-Mitgliedern im Betrieb. Wir
unterstützen sie in ihrem Kampf für die freie Ausübung ihrer Rechte, ohne negative Folgen
daraus befürchten zu müssen.
Wir fordern, dass
- In allen Hyundaistandorten nationale Gesetze und international gültige Regeln
eingehalten werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass sich Hyundai folgenlos über die
OECD-Leitsätze hinwegsetzt.
- Das Recht auf freie gewerkschaftliche Aktivität im Betrieb respektiert wird und die
Betriebsräte und Gewerkschaftsmitglieder nicht bei der Ausübung ihrer Rechte
behindert werden.
- dass die Meinungsfreiheit auch für Mitglieder der IG Metall und anderer
Gewerkschaften gilt, die Hyundai in Bezug auf seine leitenden Angestellten und
Fürsprechern von Arbeitgeberinteressen so hoch hält. Naturgemäß haben
Arbeitnehmervertreter meistens eine andere Meinung als der Arbeitgeber, wenn sie
die Interessen der Beschäftigten ernsthaft vertreten und müssen diese im Betrieb
auch äußern dürfen.
- Betriebsräte, die im Interesse der Beschäftigten ihre Rechte ausüben und die sich
gewerkschaftlich engagieren, keine negativen Folgen aus dieser Tätigkeit erleiden.
Insbesondere setzen wir uns dafür ein, dass
- die nach unserer Einschätzung formal und inhaltlich völlig ungerechtfertigten
Kündigung des früheren Betriebsratsvorsitzenden von HMETC in Rüsselsheim
zurückgenommen wird und
- dass alle betrieblichen und juristischen Schritte zum Nachteil des ehemaligen
stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden zurückgenommen werden und
- auch Maßnahmen gegen weitere Beschäftigte und Betriebsräte zurückgenommen
und künftig unterlassen werden, die gewerkschaftlich aktiv sind und sich ernsthaft
für die Interessen der Beschäftigten einsetzen bzw. dies unterstützen.
Hyundai muss sich wie alle Unternehmen an die Spielregeln halten, die in demokratischen
Prozessen national und international aufgestellt wurden und für alle gelten.
März 2015
Os Kovo
Disk
IG Metall
KMWU
Oz Kovo
HMIEU
Autor
Document
Kategorie
Uncategorized
Seitenansichten
1
Dateigröße
148 KB
Tags
1/--Seiten
melden