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Engadin Skimarathon

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Montag, 9. März 2015 / Nr. 56
Sport
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27
Kunstturnerin schlägt Marathonläufer
ENGADIN SKIMARATHON Sie hat erst in diesem Winter
mit Langlauf begonnen. Das hindert Ariella Kaeslin aber nicht
daran, einen prominenten Ausdauersportler zu schlagen.
Bei Aufstieg auf Zähne gebissen
KARI KÄLIN, S-CHANF
kari.kaelin@luzernerzeitung.ch
Man kann am Engadin Skimarathon
schon die eine oder andere Pirouette
drehen. Oder einen Purzelbaum schlagen. Ariella Kaeslin (27) wäre gerade
dazu prädestiniert, eine spektakuläre
Einlage einzustreuen. Die Europameisterin und Vize-Weltmeisterin am
Sprungpferd meisterte gestern die 42
Kilometer von Maloja nach S-chanf aber
ohne kunstturnerische Elemente. Und
das ist ein gutes Zeichen. Denn freiwillig fabriziert an diesem Breitensportanlass niemand Saltos und dergleichen.
Sie sind des Ergebnis des Dichtestresses,
der auf der Loipe herrscht.
Ihre Kollegen hatten Ariella Kaeslin
vor solchen Zwischenfällen gewarnt. Da
werde rabiat drauflosgestöckelt, eingehängt, eingefädelt, der Weg versperrt
und so weiter. Das Rennen verlief für
die ehemalige Kunstturnerin indes reibungslos. Zwei kleinere Stürze und ein
bisschen Warten beim Aufstieg zur
Schanze in St. Moritz konnte die frühe-
den Iron-Man-Triathlon in Rapperswil
vom 7. Juni wöchentlich mehrmals über
den Schnee zu gleiten. Sie fand so viel
Gefallen an diesem Sport, dass sie bereits
vom Wettkampffieber erfasst wurde.
re Kunstturnerin locker verkraften. «Die
Läufer haben sich sehr rücksichtsvoll
verhalten», sagt Kaeslin.
Vorbereitung für Triathlon
Nach 2 Stunden und 12 Minuten lief
Kaeslin als 124. (von 2062 klassierten
Frauen im Marathon) im Ziel ein und
wusste nicht so recht: War ich schnell?
Bin ich gut rangiert? Die Antwort lautet:
ja. Kaeslin behielt zudem in einem
Prestigeduell der zurückgetretenen Profisportler die Oberhand: Sie distanzierte Viktor Röthlin um fast achteinhalb
Minuten. Filigrane Kunstturnerin schlägt
drahtigen Marathonläufer.
Kaeslins Leistung bei schönstem Langlaufwetter und einer bestens präparierten
Loipe ist umso erstaunlicher, als sie bis
zu diesem Winter noch nie in ihrem
Leben Langlaufski angeschnallt hatte. Die
polysportive Luzernerin, die im Sommer
die Erwachsenenmatura abschliessen
möchte, beschloss, als Vorbereitung auf
Am Engadiner lief Kaeslin gestern
nicht nur schnell, sondern auch taktisch
klug. Sie hielt Ausschau nach starken,
stilistisch gut laufenden Männern und
heftete sich an deren Fersen. Damit
erwischte Kaeslin quasi den Schnellzug
nach S-chanf. Nur auf den letzten fünf
Kilometern, auf denen noch einige Anstiege zu meistern sind, musste Kaeslin
auf die Zähne beissen.
Für die 27-Jährige ist klar: Sie will
auch im nächsten Jahr am Engadiner
teilnehmen. Von den Strapazen hat sie
sich übrigens schnell erholt. Eine halbe
Stunde nach dem Zieleinlauf sagte sie:
«Jetzt könnte ich noch joggen gehen.»
Der Autor dieses Artikels beendete
den Engadiner in 1:53:10 Stunden auf
dem 416. Rang.
MEHR ZUM THEMA
Die Resultate aller Zentralschweizer
Teilnehmer finden Sie in der Ausgabe
von morgen Dienstag.
Tschernoussow gewinnt bei seiner Premiere
Macht auch im Langlauf-Dress eine gute
Figur: Ariella Kaeslin läuft auf Platz 124.
alphafoto.com
SPRINT Si./cza. Der im Engadin wohnhafte Russe Ilja Tschernoussow und
die Französin Anouk Faivre Picon gewannen gestern den 47. Engadin Skimarathon. Roman Furger verpasste als
Dritter die Wiederholung seines Sieges
von 2012 nur um 0,8 Sekunden.
Ilja Tschernoussow nahm zwar zum
ersten Mal am Engadin Skimarathon
teil, doch der 28-Jährige ist auf der 42
km langen Strecke von Maloja nach
S-chanf dennoch ein alter Fuchs.
Tschernoussow, der mit der Schweizer
Biathletin Selina Gasparin verheiratet
ist und vor zehn Tagen Vater einer
Tochter wurde, wohnt nur fünf Minuten vom Zielgelände und bereitete sich
akribisch auf seinen Start vor. So kann-
te er den Schlussabschnitt bestens, bog
an dritter Stelle auf die Zielgerade ein
und spurtete zum Sieg – 0,1 Sekunden
vor dem Franzosen Robin Duvillard.
Tschernoussow ist ein Spezialist für
lange Distanzen. Vor Jahresfrist in
Sotschi gewann er an den Olympischen
Spielen über 50 km die Bronzemedaille. «Dieser Sieg in meiner zweiten
Heimat ist sehr speziell», sagte er und
strahlte über das ganze Gesicht.
Hobbylangläuferin. Einige Streckenabschnitte seien nicht «sehr glatt»
gewesen, befand sie.
47. ENGADIN SKIMARATHON
Luzerner Kanutin auf Rang 373
Maloja–S-chanf (42 km/Skating). Männer: 1. Ilja
Tschernoussow (Russ) 1:34:50,1. 2. Robin Duvillard
(Fr) 0,1 Sekunden zurück. 3. Roman Furger (Schattdorf) 0,9. 4. Jason Rüesch (Davos) 1,1. 5. Bastien
Poirrier (Fr) 3,0. 6. Jean-Marc Gaillard (Fr) 5,0.
7. Christophe Perrillat Collombes (Fr) 5,4. 8. Benoît Chauvet (Fr) 5,8. 9. Valerio Leccardi (Davos) 6,0.
10. Philipp Marschall (De) 9,1.
Die Luzernerin Annalena Kuttenberger erreichte den 373. Rang in einer
Zeit von 2:35 Stunden. «Ich habe bei
schwierigen Bedingungen das Maximum erreicht», so die Kanutin und
Frauen: 1. Anouk Faivre Picon (Fr) 1:39,35,3. 2. Riitta-Liisa Roponen (Fi) 0,8. 3. Caitlin Gregg (USA)
7,6. 4. Aurélie Dabudyk (Fr) 1:41,7. 5. Holly Brooks
(USA) 1:53,3. 6. Antonella Confortola Wyatt (It)
1:55,1. 7. Lucia Anger (De) 1:56,5. 8. Rahel Imoberdorf (Sz) 4:11,4.
Vonn kontert mit Sieg – Fenninger in der Defensive
SKI ALPIN Um den Sieg im
Super-G von Garmisch können
die Schweizerinnen nicht mitfahren. Diese Bühne nutzen
die ganz grossen Namen.
rige Freundin von Tiger Woods war es
der fünfte Weltcup-Sieg in Garmisch,
der dritte im Super-G (nach 2009 und
2010). In die bayrische Station kommt
sie auch deshalb immer gerne zurück,
weil hier ihre vom Skisport zurückgetretene Kollegin Maria Höfl-Riesch beheimatet ist.
Vonn hat im Super-G-Weltcup vor dem
Finale in Méribel (Fr) eine Mini-Reserve
Si. Lindsey Vonn siegt wieder. Zuletzt von acht Punkten auf Anna Fenninger.
musste die Amerikanerin in vier Welt- Auf die Frage, was ihr die kleine Kristallcup- und vier WM-Rennen die oberste kugel in dieser Disziplin bedeuten würPodeststufe einer Konkurrentin über- de, antwortete Vonn: «Sehr viel! Anna
lassen. Vor allem die
fährt im Moment so
Heim-WM in Colorasuper. Wenn es mir
do waren nicht nach
tatsächlich gelingen
würde, sie zu schlaihrem Gusto verlaufen. Die Bronzemegen, wäre das ein toldaille aus dem
ler Erfolg.»
Super-G war für die
Fenninger ist an
Erfolgsverwöhnte
allen Fronten in
Kämpfe um Kristalleine magere Ausbeute. Es fehlte ihr teilkugeln involviert. Um
weise an der Überdie begehrteste holen
zeugung. Nach den
zu können, die gros«Anna zu schlagen,
Titelkämpfen gab es
se für den Gesamtwäre
ein
toller
weltcup-Sieg, werden
dann auch Ärger. In
Erfolg.»
Bansko war Vonn wüvon ihr weiter Toptend, dass sie bei
Leistungen in Serie
L I N D S E Y VO N N Z U M KA M P F
heiklen Bedingungen
notwendig sein bis
U M D I E K R I STA L L K U G E L I M
auf die Piste geschickt
zum Saisonabschluss
SUPER-G
worden war. Sie kriam 22. März. In den
tisierte die Rennverausstehenden sechs
antwortlichen harsch – auch weil sie Rennen wird sie wohl maximal viermal
etwas Angst gehabt hatte, sich erneut im grossen Stil punkten können. Egal,
schwer zu verletzen.
ob sie antreten wird oder nicht: In den
beiden Slaloms in Åre (Sd) und Méribel
Fenninger helfen nur Topleistungen wird ihr voraussichtlich nur das Prinzip
Das Abschneiden in der Abfahrt von Hoffnung helfen, weil sich Tina Maze
Garmisch am Samstag hatte Vonn eben- im Stangenwald bedeutend wohler
falls nicht befriedigen können. Der 7. fühlt.
Die Schweizerinnen konnten sich
Platz war eine Enttäuschung. Gestern
nun aber konnte Vonn bei strahlendem gegenüber der Abfahrt leicht steigern,
Sonnenschein kontern. Für die 30-jäh- das Spitzenergebnis blieb jedoch erneut
aus. Lara Gut wurde Fünfte, mit mehr
als neun Zehnteln Rückstand auf das
Podest. Dominique Gisin erreichte als
Achte immerhin ihr bestes Super-GResultat in dieser Saison. Fabienne Suter wurde Elfte und sicherte sich als
dritte Schweizerin in dieser Disziplin
das Ticket für das Rennen in Méribel.
Suter und Gisin denken an Rücktritt
Marianne Abderhalden verzichtete auf
einen Start. So war die Abfahrt vom
Samstag (Rang 36) der letzte WeltcupEinsatz der Karriere. Treten noch mehr
Schweizerinnen am Saisonende zurück?
Auch Nadja Jnglin-Kamer äusserte sich
in eine Richtung, dass ihr die gesundheitlichen Probleme die Motivation rauben könnten. Fabienne Suter und Dominique Gisin verwiesen darauf, dass
sie sich in den nächsten Wochen Gedanken um die sportliche Zukunft machen wollen.
SUPER-G DER FRAUEN
Garmisch-Partenkirchen. Weltcup: 1. Vonn (USA)
1:16,65. 2. Maze (Sln) 0,20 zurück. 3. Fenninger (Ö)
0,36. 4. Hütter (Ö) 1,10. 5. Gut (Sz) 1,28. 6. Brignone (It) 1,51. 7. Görgl (Ö) 1,53. 8. Bailet (Fr),
Dominique Gisin (Sz) 1,55. 10. Hosp (Ö) 1,57. 11.
Fabienne Suter (Sz) 1,64. 12. Elena Fanchini (It)
1,66. 13. Marsaglia (It) 1,68. 14. Ross (USA) 1,71.
15. Sterz (Ö) 1,72. 16. Nadia Fanchini (It) 1,81. 17.
Miradoli (Fr) 2,02. 18. Weirather (Lie) 2,05. 19. Worley (Fr) 2,10. 20. Stuffer (It) 2,16. – Ferner: 31.
Nufer (Sz) 2,84. – 45 Fahrerinnen gestartet, 42
klassiert. – Ausgeschieden u. a.: Flury (Sz).
Gesamt (26/32): 1. Maze 1285. 2. Fenninger 1241.
3. Vonn 842. 4. Shiffrin (USA) 750. 5. Zettel (Ö) 586.
6. Rebensburg (De) 573. 7. Gut (Sz) 565. 8. Görgl
558. 9. Hosp 531. 10. Weirather 509. – Ferner die
nächstbesten Schweizerinnen: 14. Dominique Gisin 342. 22. Holdener 276. 26. Fabienne Suter 259.
Super-G (6/7): 1. Vonn 440. 2. Fenninger 432. 3.
Maze 330. 4. Gut 261. 5. Hütter 254. 6. Görgl 214.
– Ferner: 8. Weirather 145.16. Dominique Gisin 95.
19. Fabienne Suter 67. 32. Nufer 26. 52. Holdener
4. 54. Corinne Suter 3.
Erste Kristallkugel für Jansrud
MÄNNER Si. Kjetil Jansrud hat den
Super-G in Kvitfjell gewonnen und
sich damit vorzeitig seine erste Weltcup-Kristallkugel gesichert. Patrick
Küng ist als Siebenter vor Carlo Janka
wie am Tag zuvor in der Abfahrt der
bestklassierte Schweizer.
Küng Siebenter, Janka Achter, Didier
Défago Zehnter, insgesamt sechs Fahrer in den ersten sechzehn. Die
Schweizer Speed-Spezialisten zeigten
im zweitletzten Super-G dieser Saison
eine geschlossene Teamleistung. Was
fehlte, war der absolute Spitzenrang.
Die Möglichkeit dazu wäre gegeben
gewesen, zumal die Prüfung auf dem
Olympia-Bakken von einer ungewohnt
hohen Anzahl Ausgeschiedener geprägt war. Die Ausfallquote betrug
über 35 Prozent; von den 59 Gestarteten fanden nur 38 Aufnahme im
Klassement. Weil zu den Gescheiterten
Prominente wie Super-G-Weltmeister
Hannes Reichelt, Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer oder der Abfahrts-WM-Dritte Adrien Théaux gehörten, hatte sich die Chance auf ein
Top-Ergebnis zusätzlich erhöht.
In extremis vorgerückt
Küng schaffte immerhin eine persönliche Saisonbestleistung in dieser
Disziplin, Mauro Caviezel war als
Zwölfter so gut klassiert wie noch nie
in einem Weltcup-Super-G, Thomas
Tumler realisierte als Fünfzehnter sein
zweitbestes Ergebnis im Weltcup überhaupt, nachdem er Anfang Dezember
im Super-G in Beaver Creek Dreizehnter geworden war. Tumler klas-
sierte sich unmittelbar vor Beat Feuz.
Der Emmentaler qualifizierte sich
damit wie der ältere der CaviezelBrüder in extremis fürs Saisonfinale
in Méribel. Feuz und Mauro Caviezel
rückten im Disziplin-Klassement in
die Ränge 24 und 25 vor – auf die
letzten Plätze also, die zur Teilnahme
beim Ausklang in der kommenden
Woche in Savoyen berechtigen. Janka,
Défago und Küng hatten ihre Startplätze schon zuvor auf sicher gehabt.
SUPER-G DER MÄNNER
Kvitfjell (No). Weltcup: 1. Jansrud (No) 1:37,44.
2. Kriechmayr (Ö) 0,24 zurück. 3. Cook (Ka) 0,33.
4. Paris (It) 0,48. 5. Weibrecht (USA) 0,49. 6.
Baumann (Ö) 0,53. 7. Küng (Sz) 0,64. 8. Janka
(Sz) und Franz (Ö) 0,86. 10. Défago (Sz) 0,89.
11. Roger (Fr) 1,00. 12. Mauro Caviezel (Sz) 1,15.
13. Mermillod Blondin (Fr) 1,18. 14. Pinturault
(Fr) 1,39. 15. Tumler (Sz) 1,51. 16. Feuz (Sz)
1,52. 17. Puchner (Ö) 1,54. 18. Osborne-Paradis
(Ka) 1,77. 19. Casse (It) 1,87. 20. Kline (Sln) 1,88.
– Ferner: 25. Schmed (Sz) 2,12. 30. Mani (Sz)
2,42. 38. Silvan Zurbriggen (Sz) 3,97. – 59
Fahrer gestartet, 38 klassiert. – Ausgeschieden
u. a.: Weber (Sz), Reichelt (Ö), Mayer (Ö), Streitberger (Ö), Théaux (Fr), Striedinger (Ö), Clarey (Fr),
Marsaglia (It), Nyman (USA), Fill (It), Heel (It).
Gesamt (31/37): 1. Hirscher (Ö) 1128. 2. Jansrud
1076. 3. Pinturault 762. 4. Paris 745. 5. Neureuther (De) 742. 6. Mayer 699. 7. Reichelt 698. 8.
Dopfer (De) 661. 9. Janka 612. 10. Ligety (USA)
470. – Ferner die nächstbesten Schweizer: 18.
Küng 348. 19. Feuz 347. 23. Défago 304. 38.
Viletta (Sz) 174. 44. Mauro Caviezel 152.
Super-G (6/7): 1. Jansrud 476 (Super-G-Weltcupsieger). 2. Paris 353. 3. Mayer 274. 4. Reichelt
207. 5. Kriechmayr 176. 6. Janka 168. 7. Défago
156. – Ferner die weiteren Schweizer: 17. Küng
104. 24. Feuz 56. 25. Mauro Caviezel 55. 27.
Viletta 49. 31. Tumler 37. 47. Schmed 8. 49.
Berthod und Weber 6. 58. Mani 1.
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