close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

lesestoff - INTRANET - Landratsamt Vogtlandkreis

EinbettenHerunterladen
LESESTOFF: DER „SCHATZ VON KRIEBSTEIN“ UNTERM HAMMER | ZEITGESCHEHEN
FreiePresse
PLAUENER ZEITUNG
Montag, 16. März 2015
Die Schönheit
des Handwerks
LOKALES
AUERBACH
Erst ein Kandidat
fürs Landratsamt
Unter den geschickten Händen von
Töpfermeister Andreas Leonhard
aus Plauen (im Foto links) entsteht
ein neues Gefäß. Zum Tag der offenen Töpfereien luden am Wochenende
deutschlandweit
rund
500 Töpfer ein, allein 70 in Sachsen,
um die Schönheit ihres Handwerks
zu demonstrieren. Auch der Plauener Töpfermeister öffnete dazu seine Werkstatt und Galerie in der
Spitzenstadt. Großes Interesse zeigten die Besucher am Sonnabend für
die Raku-Arbeiten, wobei es sich
um eine spezielle Brenntechnik keramischer Massen handelt, die in Japan entwickelt wurde. Seine Rakugefäße beeindrucken durch die teilweise verschwommen wirkenden
Risse, die einen Kontrast zu den klaren Craquelée-Linien, den Rissen in
der Glasur, bilden. Gestern bot
Andreas Leonhard Interessierten
das Arbeiten an der Töpferscheibe
an, aufmerksam verfolgt von Timotheus Pokorra, Besucherin Magerkord, Stephan Klenner-Otto, Ingrid
Otto sowie Eileen Pokorra (von
FOTO: ELLEN LIEBNER
links).
Am 7. Juni wählen die Vogtländer
den neuen Chef des Landkreises
und damit den Nachfolger von
Landrat Tassilo Lenk (CDU). Bislang gibt’s erst einen Kandidaten.
Das ist Rolf Keil von der CDU, der
59 Jahre alte Vize-Landrat, den die
vogtländischen Christdemokraten bereits im Vorjahr nominiert
haben. Die anderen Parteien überlegen noch, ob sie einen Bewerber
ins Rennen schicken. (räch)
Seite 9: Bericht
THEUMA
Abwasser: Neue
Initiative gebildet
Die Forderung, bis Jahresende
dort in Bio-Kleinkläranlagen zu
investieren, wo es etwa keine zentrale Abwasserentsorgung gibt,
stößt im Vogtland weiterhin auf
Unmut und Kritik. In Theuma hat
sich deswegen am Wochenende
eine neue Initiative gebildet, die
das so nicht hinnehmen möchte.
An deren Spitze steht die Auerbacherin Rosemarie Sattler. Geplant
ist, sich bei regelmäßigen Demonstrationen in Plauen künftig
zusätzlich Gehör zu verschaffen.
Seite 11: Bericht
(dien)
IN DIESER AUSGABE
Sachsen Schülerkonferenz in
Chemnitz: Fehler im System
gerüffelt
Hintergrund Erfurter
Resolution heizt Flügelstreit
in der AfD weiter an
SPORT AM MONTAG
FOTO: IMAGO
Skisprung-Weltmeister Severin
Freund (Foto) steht nach einem
Doppelsieg am Holmenkollen vor
dem erstmaligen Gewinn des Gesamtweltcups. Er hat vor den letzten beiden Wettbewerben 94 Punkte Vorsprung auf Peter Prevc.
Fußball
Chemnitzer FC –
VfB Stuttgart II
VfR Aalen –
Erzgebirge Aue
1:0
3:0
WETTER VOR ORT
ó Sªé Å6 Sªé ů Sªé Ŷ Sªé
ó'
?×é˙flþ
Åû'
û'
²'
Sachsens Kassenärzte-Chef
fordert mehr Zuzahlungen
Schon jetzt müssen
Patienten für medizinische
Leistungen einen Anteil
tragen. Das soll sich in
Zukunft weiter verstärken.
VON STEFFEN KLAMETH
DRESDEN — Patienten sollten künftig
Sieg am Holmenkollen
û'
Einzelpreis 1,10 Euro
ó'
VpfléÞ×é˙flþ
Åû'
ž'
Ausführliches Wetter: Seite 8
10012
stärker als bisher an den Kosten für
medizinische Leistungen beteiligt
werden. Damit könnten sowohl
Ärzte als auch Kassen entlastet werden, meint der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen
(KVS), Dr. Klaus Heckemann.
Bereits jetzt gebe es Zuzahlungen
für Medikamente, Physiotherapie
und Krankenhausaufenthalte. Dieses Prinzip müsse auf alle Leistungsbereiche – also auch Behandlungen
beim Haus- und Facharzt – erweitert
werden. „Ich habe ein Modell entwickelt, das sozial ausgewogen ist und
jedem die notwendigen Behandlungen garantiert“, sagte Heckemann
der „Freien Presse“.
Das Modell geht von einer Eigenbeteiligung der Versicherten aus, die
sich nach dem Einkommen und der
Art der beanspruchten Leistung
richtet. Belastungsgrenzen sollen
dafür sorgen, dass einkommensschwache Patienten nicht überfordert werden. So läge bei einem Jahreseinkommen von 9000 Euro die
maximale Belastung pro Jahr bei
90 Euro. Heckemann verspricht sich
davon ein größeres Kostenbewusstsein und in der Folge weniger Arztbesuche. Dies wiederum würde zu
einer Entlastung der Praxen und zu
kürzeren Wartezeiten führen.
Die Resonanz auf seinen Vorschlag sei „durchaus ermutigend“,
sagte der Ärztefunktionär. „Es wird
aber auch gesagt, die Zeit sei noch
nicht reif.“ Er sei sich sicher, dass in
zehn Jahren am Prinzip einer höheren Eigenbeteiligung kein Weg
mehr vorbei führe. Nach seiner An-
sicht sei das Volk schon deutlich
weiter in der Akzeptanz von unpopulären, aber plausiblen Veränderungen als seine Volksvertreter.
Die Bundesregierung will Probleme wie Ärztemangel, lange Wartezeiten und Überversorgung mit dem
sogenannten
Versorgungsstärkungsgesetz angehen. Es sieht unter
anderem die Einrichtung von Servicetelefonen zur Vermittlung von
dringlichen Facharztterminen vor.
ZYKLON PAM
Südseestaat Vanuatu
ruft Notstand aus
Sachsen ist das erste und bislang einzige Bundesland mit einem entsprechenden Angebot. Krankenkassen
und KVS hatten sich dazu frühzeitig
auf eine zusätzliche Honorierung in
Höhe von sechs Millionen Euro geeinigt.
Laut Heckemann konnte bis Ende Februar 627 Patienten zu einem
Termin beim Facharzt verholfen
werden, den meisten innerhalb von
Ratgeber: Interview
vier Wochen.
PORT VILA — Wegen der gewaltigen
Zerstörung durch Zyklon Pam hat
die Regierung des pazifischen Inselstaates Vanuatu den Ausnahmezustand verhängt. Viele Schulen und
Kliniken seien zertrümmert, berichtete Präsident Baldwin Lonsdale.
48 Stunden nach dem Durchzug des
Zyklons war das Ausmaß der Katastrophe nicht annähernd abzusehen, auch die Zahl der Opfer ist unklar. Aus Neuseeland und Australien
landeten gestern erste Frachtmaschinen mit Hilfsgütern auf Vanuatus Hauptinsel Efate. Zwei weitere
Hilfsflüge sind für heute geplant.
Seite 8: Bericht
Hilfe bei Terminvermittlung
Das Servicetelefon der Kassenärztlichen Vereinigung ist seit 3. November
2014 geschaltet. Es soll Patienten in
dringlichen Fällen zu einem Termin
beim Facharzt innerhalb von vier Wochen verhelfen.
Die meisten Anrufe mit Vermittlungswünschen gingen bis Ende Februar aus der Region Chemnitz ein. Dabei wurde am häufigsten nach einem
Termin beim Neurologen gefragt.
Ein großer Bedarf offenbarte sich
auch bei Augenärzten, Radiologen,
Psychotherapeuten, Rheumatologen
und Pneumologen.
Nach der offiziellen Bedarfsplanung gelten allerdings fast alle Landkreise in Sachsen als überversorgt.
Nur in sehr wenigen Planungsgebieten gibt es laut Kassenärztlicher Vereinigung noch freie Arztstellen für bestimmte Fachärzte. (rnw/sk)
Fehl(an)geleitet
CEBIT
Merkel wirbt für
Geschäfte mit China
HANNOVER — Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum Cebit-Start für einen engen Schulterschluss mit der
IT-Industrie in China geworben –
zugleich aber auch faire Spielregeln
angemahnt. „Es bieten sich Kooperationen geradezu an“, sagte die
CDU-Politikerin zum Start der Messe gestern Abend in Hannover. Voraussetzungen seien aber Berechenbarkeit, Verlässlichkeit, Gleichbehandlung der Unternehmen beider
Seite 6: Bericht
Länder. (dpa)
Unbekannte Tresorknacker verschmähen unerwartete Beute, die ihnen vielleicht geholfen hätte
Der Fall erinnert einen zunächst sofort an die legendären Fälle der dänischen Kultserie um die Olsenbande.
Andererseits: Egon, Kjeld und Benny
hätten das ganz sicher besser vorbereitet.
Am Samstagabend ließen sich
Unbekannte nach Ladenschluss in
Rostock in einem Baumarkt einschließen. Als das Personal gegangen war, kamen sie aus ihrem Versteck. Sie suchten zielgerichtet nach
geeignetem Werkzeug zum Aufbrechen von Tresoren. Bei den Brechund Schneidwerkzeugen wurden
sie fündig. Dann ging’s ans Werk.
Der Tresor im Rostocker Baumarkt war ganz sicher keiner von
Franz Jäger, Berlin, dem Lieblings-
hersteller von Bandenchef Egon,
was ihm stets ein Funkeln in die Au-
gen zauberte. Sondern es handelte
sich um einen kleineren Möbeltre-
So könnte es im Tresor ausgesehen haben.
FOTO: WOLFGANG SCHMIDT/ARCHIV
sor, wie die Polizei mitteilte. Und
vom Inhalt dürften die Täter dann
auch mehr als enttäuscht gewesen
sein. Denn statt ganz sicher erwarteter Mengen an Bargeld fanden die
Einbrecher nur Gebrauchsanleitungen, die sie jedoch zurückließen.
Es bleibt indes das Geheimnis des
Baumarkt-Chefs, wieso er diese im
Tresor aufbewahrt. Doch vielleicht
hätten die Diebe aus den Anleitungen sogar noch Nutzen ziehen können. Denn beim Versuch, einen weiteren Panzerschrank zu knacken,
lösten sie die Alarmanlage aus. Unverrichteter Dinge suchten sie das
Weite – nicht ohne umfangreiche
Spuren zu hinterlassen. Egon Olsen
& Co. lassen grüßen. Dietmar Bartel
LEIPZIG
Buchmesse erneut
mit Besucherrekord
LEIPZIG — Die Leipziger Buchmesse
hat erneut einen Besucherrekord
aufgestellt. Zur Frühlingsschau der
Buchbranche kamen von Donnerstag bis gestern laut Veranstalterangaben 186.000 Besucher – 11.000
mehr als im Vorjahr. 2263 Aussteller
aus 42 Ländern präsentierten sich.
Zusammen mit dem Literaturfestival „Leipzig liest“ wurden 251.000
Besucher gezählt, 2014 waren es
237.000. Die Leipziger Buchmesse
2016 findet vom 17. bis 20. März
Seite 7: Bericht
statt. (dpa)
4 190932 901103
Die Zeitung im Internet:
www.freiepresse.de
53. Jahrgang, Nr. 63, VERLAG UND REDAKTION:
09111 Chemnitz, Brückenstraße 15, Tel. 0371 6560
SERVICE-TELEFON: 0800 80 80 123
MONTAG BIS FREITAG: 6.00–18.00Uhr | SAMSTAG: 6.00–13.00 Uhr
Telefonische Anzeigenannahme | Abo-Service | Ticket-Service
2 Freie Presse
NACHRICHTEN
SACHSEN
Montag, 16. März 2015
Nostalgie am Fichtelberg
BOHRUNG
Hoffnung für
Geothermie-Projekt
BAD SCHLEMA — Die
Bundesanstalt
für Geowissenschaften und Rohstoffe soll die Federführung für eine wissenschaftliche Bohrung im Bad
Schlemaer Ortsteil Wildbach (Erzgebirgskreis) übernehmen. Dies teilte der Bundestagsabgeordnete Stefan Kühn (Bündnis 90/Die Grünen)
mit. Die Bohrung wird Klarheit
bringen, inwiefern der Untergrund
für den Bau eines Tiefen-Geothermiekraftwerks geeignet ist. Das Projekt schien bereits gescheitert, da
man im Bundeswirtschaftsministerium die Kosten scheute. Deshalb
wurde das Vorhaben inhaltlich abgespeckt – und damit auch billiger.
Statt 25 Millionen Euro soll die Bohrung nun nur noch die Hälfte kosten. Ende 2015 oder Anfang 2016, so
lautet Kühns Prognose, könnte sich
der Bohrer drehen. (nie)
DEMONSTRATION
Protest gegen
Asylbewerberheim
FLÖHA — Für Aufsehen hat am Sams-
tag die rund 180 Teilnehmer zählende Demonstration „Nein zum Heim“
in Flöha (Kreis Mittelsachsen) gesorgt. Die Veranstaltung verlief reibungslos. Die Polizei ermittelt aber
gegen einen 43-Jährigen. Er hatte
„Sieg heil“ gerufen. Die Teilnehmer
liefen mit Deutschlandfahnen, einem Spruchband und Plakaten
durch die Stadt. Die Route führte
auch in Sichtweite am Asylbewerberheim vorbei. Angemeldet hatte
die Veranstaltung Steffen Musolt,
Sprecher der Pegida Chemnitz-Erzgebirge. In seiner Rede sagte er, dass
die Politik jede Verbindung zum
Volk verloren habe, und forderte eine direkte Mitbestimmung. Zwei
Gegendemonstranten wollten sich
der Intoleranz entgegenstellen, erklärte eine der beiden. 110 Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei und
der Polizeidirektion Chemnitz waren vor Ort, so ein Sprecher. (grit/hh)
BILANZ
20.000 besuchen
Frühlingsmesse
CHEMNITZ — Mit einem neuen Rekord hat gestern die 12. Ausgabe der
Garten- und Freizeitmesse „Chemnitzer Frühling“ auf dem Messegelände ihre Tore geschlossen: 20.000
Besucher sahen die Ausstellung. Für
Messechef Michael Kynast ging das
Konzept auf. „Die fachkundige Beratung, die Vielfalt der Aussteller, aber
auch die familiäre Atmosphäre auf
der bunten Frühlingswiese – das
kommt bei den Besuchern an“, resümierte Kynast. Gedränge herrschte
an allen drei Tagen vor allem an den
Messeständen der Gartenbaubetriebe, Pflanzgut- und Gartengeräteanbieter. Die Themenschwerpunkte
Wasserlandschaften und Bequem
Gärtnern hätten ihren Testlauf bestanden. Das zeige die große Resonanz. „Wir werden beide Themen
für die Messe im nächsten Jahr ausbauen“, versicherte Kynast. (ali)
DRESDEN
Eishockeyspieler
niedergestochen
DRESDEN — Vor einem Café in der
Dresdner Neustadt ist der Eishockeyspieler Greg Classen von den
Lausitzer Füchsen aus Weißwasser
(Oberlausitz) von einem Unbekannten angegriffen und niedergestochen worden. Wie der Verein auf seiner Internetseite mitteilte, wurde
der 37-jährige Deutsch-Kanadier dabei schwer verletzt. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags. Zu der Tat gebe es mehrere
Hinweise von Zeugen. Classen soll
am frühen Samstagmorgen auf dem
Fußweg auf ein Taxi gewartet haben, als ihn ein Unbekannter unvermittelt attackierte. Nachdem Begleiter des Opfers aus dem Café zu Hilfe
kamen, ergriff der Täter die Flucht.
Der 37-Jährige kam ins Krankenhaus. Er sei außer Lebensgefahr,
hieß es. (dpa/fp)
Längst eingestaubtes Gerät wurde am Sams-
tag aus diversen Kellern und Schuppen herausgeholt. Der Anlass: das Nostalgie-Skirennen am Fichtelberg (Erzgebirgskreis). Erlaubt waren ausschließlich „Holzschnee-
schuhe“ mit offener Bindung. Skilehrer Michael Süß, der mit seiner Frau Katja die Vereinigte Skischule Oberwiesenthal betreibt,
hatte an diesem Wochenende mit den Verantwortlichen der Fichtelberg-Schwebe-
bahn-Gesellschaft einiges auf die Beine gestellt, schließlich sollten das 80-jährige Bestehen der Skischule und 90 Jahre Schwebebahn ordentlich gefeiert werden. Ein Programmpunkt war das Skirennen, bei dem 38
Skifahrer von oben bis unten auf Nostalgie
getrimmt an den Start gingen – links im Bild
Frank Fudel, rechts Therese Koch. Trotz Nebel und Schneefall schauten sich zahlreiche
Touristen das Spektakel an. FOTOS: BERND MÄRZ
Schüler rügen Fehler im System
Sachsens Schülerkonferenz
fordert einheitliche Regeln
zu Handy-Verboten und
Lehrplänen. Freude über
Freistunden wegen Unterrichtsausfall gibt es kaum.
VON JENS EUMANN
CHEMNITZ — Die „Klagewand“ im Fo-
yer des Hörsaalbaus der Chemnitzer
Uni füllte sich flugs. „Schreib auf,
was dich an deiner Schule stört!“ So
hatte Sachsens Landesschülerrat die
rund 200 Teilnehmer der Schülerkonferenz „Chemnitz 15 – Macht
Schule Demokratie?“ am Wochenende ermuntert, ihrem Ärger Luft zu
machen. Eine halbe Stunde nach
Auftakt prangten 30 Rüffel-Zettel
am Brett. Zu viel Mobbing wurde bemängelt. Außerdem zu viel Ausfall,
unflexible Abwahlmöglichkeiten,
Handy-Verbot, hoher Altersschnitt
der Lehrer, fehlende Aktualität im
Fach Gemeinschaftskunde, undurchsichtige Bewertungsmaßstäbe, schlechte Verteilung von Klausuren, schlechte Berufsorientierung.
„Zu wenig sprachlich unterrichtende Lehrer“, stand auf dem Zettel,
den Mittelschülerin Sina-Marie
Jauch an die Tafel pappte. „Ständig
fällt bei uns Russisch aus“, klagte die
Achtklässlerin aus Oberlungwitz.
Schulkamerad Etienne Jenkner ergänzte: „Der Rekord lag bei vier Wochen ohne Russisch-Unterricht.“
Dass das von den Oberlungwitzer
Schülern angesprochene Problem
kein Einzelfall ist, machte eine Diskussion der jungen Konferenz-Teilnehmer mit fünf Abgeordneten der
im Landtag vertretenen Fraktionen
deutlich. Was gegen häufigen Unterrichtsausfall getan werde, sollten die
bildungspolitischen Sprecher der
Fraktionen erörtern.
SPD-Frau Iris Raether-Lordieck
verwies auf die beschlossene Einstellung 6100 neuer Lehrer bis 2019.
Von den Oppositions-Politikerinnen
Petra Zais (Grüne) und Cornelia Falken (Linke) musste sie sich jedoch
vorrechnen lassen, dass die Einstellungen die Zahl zeitgleicher Altersabgänge nur marginal übersteigen.
„5100 ersetzen Abgänge, nur 1000
kommen neu dazu“, so Zais. Angesichts steigender Schülerzahlen gehe man das Problem gar nicht an, bekräftigte Falken. Ines SaborowskiRichter (CDU) indes legte Wert auf
Differenzierung nach Fächern. Geschichts- und Deutschlehrer gebe es
genug. Probleme habe man im naturwissenschaftlichen Bereich.
Schüler wollen Einheits-Lehrplan
„Wie stellen Sie sich guten Sexualkundeunterricht vor?“ Diese Frage
richtete ein Schüler aus dem Auditorium an AfD-Frau Andrea Kersten
persönlich. Es schwang Kritik mit,
da der Fragesteller mutmaßte, die
AfD tue sich schwer, Toleranz gegenüber sexuellen Randgruppen Raum
zu geben. Während Sachsens AfD
im 2014er-Wahlprogramm klar formulierte, über bestehende Rechte
wie die Homo-Ehe hinaus befürwor-
te man keine Gleichstellung, gibt es
außerhalb Sachsens längst auch einen Arbeitskreis „Homosexuelle in
der AfD“. Dennoch schien der Fragesteller den Finger in eine Wunde zu
legen. „Ich würde die Frage gern abgeben“, druckste die Abgeordnete
und blieb mit dem Hinweis, der Unterricht müsse vor allem eins sein,
nämlich altersgerecht, unkonkret.
Auch die Frage nach einem bundesweit vereinheitlichten Lehrplan
kam auf. Sie sei von Berlin nach
Sachsen gezogen und lerne nun
manche Dinge zum zweiten Mal, bei
anderen komme sie kaum mit, kritisierte eine Schülerin. SaborowskiRichter verwies auf die Initiative
von Sachsens Kultusministerin
Brunhild Kurth (CDU), die ihre derzeitige Präsidentschaft in der Ministerkonferenz nutzen wolle, das
Sechs-Länder-Abitur weiterzubringen. Allein mit Angleichung der
Prüfungen sei es nicht getan, kritisierte Cornelia Falken, selbst Lehrerin. Bei Lehrplänen gestalte sich alles schwieriger. Wenn die Länderhoheit solche Lehrplan-Angleichung
nicht gar ganz verhindere, gab gestern Kultusministerin Kurth selbst
zu bedenken, die zum Abschluss der
Konferenz anreiste.
In Arbeitsgruppen hatten die
Schüler Konzepte erstellt, ihre Kritikpunkte langfristig anzugehen
und für mehr Demokratie im Schulbetrieb zu sorgen. Die Arbeitsgruppe „Smart per Smartphone“ präsentierte Vorschläge zum Umgang mit
Handys. Verbote wurden nicht pauschal verdammt, doch forderten die
Schüler einheitliche Regeln. Allerdings gab Tom Beyer vom Landesschülerrat zu bedenken, dass, „wie
von manchen Lehrern auch erkannt“, das Smartphone in den Unterricht zu integrieren sei. „Etwa um
im Handumdrehen etwas im Netz
zu recherchieren“, so Beyer.
Lob für gelebte Demokratie
Patenschaften älterer Schüler für
Fünftklässler, mehr AugenhöhenDiskussionen zwischen Schülern
und Lehrern, realitätsnähere Drogenprävention und, und, und – die
Kultusministerin lobte die Ergebnisse der Arbeitsgruppen und ermunterte die Teilnehmer, an ihren Schulen ähnlich fruchtbaren Diskurs
entstehen zu lassen, wie sie ihn zur
Konferenz ausmache. „Ich freue
mich, dass an unseren Schulen nicht
nur Wissen vermittelt, sondern Demokratie gelebt wird.“
Zu viele Klassenarbeiten?
Zu viele Leistungskontrollen und Klassenarbeiten kurz vor Schuljahresende
kritisierten die Schüler zur Konferenz ebenso.
FOTO: ROLAND WEIHRAUCH/DPA
Die Ballung von Klassenarbeiten
und Leistungskontrollen (LK) in den
Wochen vorm Jahresende gehörte
auch zur Kritik. Per Film hatte der
Schülerrat bemängelt, dass bis zu
drei LK am Tag stattfänden. Die Ministerin verwies auf die Regeln für Klassenarbeiten laut Schulordnung. An
Gymnasien dürfen Schüler nicht mehr
als drei Klassenarbeiten oder Klausuren je Woche und nicht mehr als eine
Klassenarbeit am Tag schreiben. An
Grundschulen darf pro Tag nicht mehr
als eine Arbeit, pro Woche dürfen
nicht mehr als zwei Arbeiten geschrieben werden. (eu)
Atlas der
geheimen
DDR-Flächen
Publikation weist bisher
rund 6000 Areale nach
BERLIN — Stasi, Militär und sowjetische Streitkräfte belegten in der
DDR nach einer neuen Studie ungefähr 6000 abgesperrte Liegenschaften. Vollständig sei die Liste aber
noch nicht, heißt es in dem Band
„Sperrgebiete in der DDR“, der von
der Stasi-Unterlagen-Behörde herausgegeben wurde. Die Publikation
enthält zahlreiche Karten, auf denen
die Sperrzonen markiert sind.
Allein im damaligen Ost-Berlin
hatte sich das Ministerium für
Staatssicherheit 232 Dienstgebäude
gesichert, wie Experten der Behörde
herausfanden. Für die Bevölkerung
waren die abgeschirmten und gesicherten Objekte tabu. Wenn jemand
zu nahe kam, drohten Strafen.
Eine erste Kartierung hatte die
SED-Führung in Auftrag gegeben.
Die „Arbeitsgruppe Sperrgebiete“
sollte einen Überblick zu den Standorten der auf DDR-Gebiet stationierten Sowjetarmee erarbeiten.
Antrieb für das 1987 gestartete
Projekt sei wohl der wachsende Unmut der Bevölkerung über die Aneignung von Gebieten durch die sowjetischen Truppen gewesen. Auch
schwere Schäden durch Manöver
sowie Unglücke mit Sowjetsoldaten
hätten sich nicht mehr ignorieren
lassen, hieß es.
Für einen vollständigen Überblick, wie groß die Sperrgebiete waren, fehlten verlässliche Daten, so
die Autoren. Um trotzdem das Ausmaß zu zeigen, nannten die Forscher
exemplarische Objekte. Demnach
war das größte Areal, welches das
Stasi-Ministerium für sein Wachregiment in Beschlag nahm, der Truppenübungsplatz Halbe/Teupitz im
heutigen Brandenburg. Er umfasste
mehr als 49 Quadratkilometer. (dpa)
Smartphone statt Sirene
Das Handy wird immer
wichtiger, wenn Gefahren
drohen. Das sächsische
Hochwasserzentrum
plant jetzt eine eigene
Hochwasser-App.
VON CHRISTIAN MEYER
CHEMNITZ — Ein lauter Sirenenton
war bislang das effektivste Mittel,
um Menschen im Katastrophenfall
zu warnen. Im Zeitalter von Smartphones setzen Behörden aber vermehrt auf eine persönlichere An-
sprache – per App. Sowohl in Sachsen als auch bundesweit sind Softwareprogramme auf dem Vormarsch, die die Nutzer über ihre Mobilgeräte über Gefahren wie Hochwasser oder Flächenbrände informieren.
Noch kein Zeitplan
Das sächsische Hochwasserzentrum
plant nach Auskunft des Landesumweltamtes noch in diesem Jahr eine
eigene Hochwasser-App. Diese soll
für den App-Nutzer zum Beispiel
ständig aktualisierte Pegelstände bereithalten und auf seine Umgebung
hin zugeschnitten sein. Einen konkreteren Zeitraum für die Veröffentlichung nannte das Landesamt
nicht. Man werde „warten, bis das
System sicher läuft“, so LandesamtSprecherin Karin Bernhardt.
Eine weitere Hochwasser-App
steht im Zentrum eines Forschungsprojektes, an dem das Chemnitzer
Software-Unternehmen DMK EBusiness beteiligt ist. Ziel ist die sofortige Übermittlung von Wasserständen. Dabei soll auch das „Crowd
Assist Monitoring“ eingesetzt werden. Anwohner können so etwa mit
hochgeladenen Fotos von lokalen
Pegelständen zur Berechnung von
Daten und Prognosen beitragen.
Auch eine Navigationshilfe für
Fluchtwege ist geplant. Das Projekt
wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und ist bis 2016 an-
gelegt. Das sächsische Umweltamt
sprach von sinnvollen Ergänzungsmöglichkeiten, die sich zwischen
den beiden Hochwasser-Apps ergeben könnten.
Pilotprojekt in NRW
Erst vor wenigen Wochen startete in
Nordrhein-Westfalen ein Pilotversuch. Anders als bisher sollen hier
nicht nur die Innenministerien der
Länder Warnungen absenden können, sondern auch die Feuerwehrleitstellen auf kommunaler Ebene.
Diese stecken dann einen genauen
Gefahrenkreis in den jeweiligen Orten ab und senden Eilmeldungen
auf Smartphones – vom Unwetterbis zum Bombenalarm. „Mitten in
der Nacht hat kaum jemand Fernseher oder Radio angeschaltet, in solchen Situationen ist die App von
Vorteil“, sagt Katja Evertz vom Bundesamt für Bevölkerungshilfe und
Katastrophenschutz (BKK), das das
Programm entwickelt hat. „Die App
hat eine Weck-Funktion und kann
umfassende Informationen zum
Vorfall und zum empfohlenen Vorgehen geben.“ Nach Auswertung der
Testphase werde die App auch anderen Bundesländern zur Verfügung
gestellt, informierte die Vize-BBKSprecherin Katja Evertz. Ausgedient
haben die klassischen Sirenen deshalb übrigens nicht. Auch sie können über die Feuerwehrleitstellen
angesteuert werden.
ZEITGESCHEHEN
Montag, 16. März 2015
Freie Presse
3
Der Schatz aus dem Schornstein
Fluchtpunkt der hier zu
erzählenden Geschichte,
die auch zur Burg Kriebstein und nach München
führt, ist das ostpreußische
Schloss Steinort. Von hier
stammte der „Schatz von
Kriebstein“, der jetzt in
München zu Teilen
versteigert wird.
Gesichter einer Familie
FOTO: PRIVAT
„Doppelleben“ hat die Theologin, Politikerin und Autorin Antje Vollmer
ihre Biografie über Heinrich und Gottliebe von Lehndorff genannt. Heinrich von Lehndorff (Foto) lebte mit
Familie auf Schloss Steinort in Masuren. In seiner Jugend war er ein enger
Freund seiner Cousine Marion Gräfin
von Dönhoff, der
späteren einflussreichen Publizistin,
Chefredakteurin
und Herausgeberin
der Wochenzeitung
„Die Zeit“. Seit 1941
wurde Steinort von
Hitlers Außenminister Joachim von
Ribbentrop mit bewohnt, da wichtige
Schaltstellen des Reiches nach dem
Überfall auf die Sowjetunion im Osten
lagen. In dieser Situation schloss sich
Lehndorff der Widerstandsgruppe
um Henning von
Tresckow und
Claus Schenk Graf
von Stauffenberg
an. Nach dem gescheiterten Attentat
auf Hitler wurde er
festgenommen und, mit 35 Jahren,
umgebracht. Seine Witwe und die vier
Töchter überlebten. Gottliebe von
Lehndorff führte später in Bayern
ein kunstsinniges Haus und war unter
anderem mit der Schauspielerin Hanna Schygulla befreundet. Sie starb
1993. Ihre Tochter Veruschka (Foto)
erlangte Berühmtheit als Model und
Schauspielerin. Dem Fotografen Richard Avedon galt sie als „schönste
Frau der Welt“. Mit 75 Jahren lebt Vera von Lehndorff heute in Berlin. (ros)
VON RONNY SCHILDER
Meißner Porzellan war ein Blickfang
der Präsentation des „Kriebsteiner
Schatzes“ vor genau 20 Jahren auf
der Kriebsteiner Burg. Eine 26 Zentimeter hohe Kostbarkeit, mehr als
250 Jahre alt, gefunden 1986 in einem im Wohntrakt vermauerten
Kamin. Am Freitag kommt die Schäfergruppe mit anderen Teilen des
„Schatzes“ im Münchner Auktionshaus Scheublein zur Versteigerung. 43 Positionen, Mindestwert:
11.500 Euro. Die Schäfergruppe geht
mit 800 Euro ins Rennen.
Die Auktion bildet das vorläufige
Ende einer atemberaubenden Geschichte. In ihr spiegeln sich die Wege und Irrwege des 20. Jahrhunderts,
und es verknüpft sich das Schicksal
zweier Adelsfamilien: der Familie
von Arnim, bis 1945 Burgherren auf
Kriebstein, und der Familie von
Lehndorff aus Steinort in Masuren,
dem heute polnischen Sztynort.
Der Lehndorffsche Besitz war
kurz vor Weihnachten 1944 auf Veranlassung der Nationalsozialisten
nach Kriebstein gelangt. Heinrich
von Lehndorff gehörte zur Stauffenberg-Gruppe, die am 20. Juli 1944
Hitler töten wollte. Der Attentatsversuch fand in Hitlers Hauptquartier „Wolfsschanze“ statt, nur 14 Kilometer von Lehndorffs Schloss
Steinort entfernt. Nach dem Misserfolg Stauffenbergs wurde Lehndorff verhaftet und am 4. September
1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Seine Familie geriet in Sippenhaft. Die Witwe Gottliebe von Lehndorff überlebte mit vier Töchtern,
die zwischen 1937 und 1944 geboren wurden. Ihre einstige Habe blieb
für sie auf Jahrzehnte unerreichbar.
Burg Kriebstein diente den Nationalsozialisten im Krieg als Auslagerungsort für gefährdete Kulturgüter,
berichtet Bernd Wippert, der Leiter
der Burg. So wurde der Dresdner mathematisch-physikalische
Salon,
seit 1728 im Zwinger beheimatet, ab
1944 auf der Burg verwahrt. Die Auslagerung des Lehndorffschen Besitzes aus Steinort wurde straff organisiert und von der Wehrmacht begleitet. Auf Burg Kriebstein stapelten sich die Güter wohlsortiert in beschrifteten Holzkisten auf allen Ebenen bis unter das Dach.
In jenem Winter ’44 dürften sich
auf Schloss Kriebstein nur wenige
Menschen aufgehalten haben, ver-
FOTO: KEYSTONE
KRIEBSTEIN — Die Schäfergruppe aus
Burg Kriebstein
FOTO: FALK BERNHARDT
Idyll aus dem Geheimversteck: Die Schäfergruppe aus Porzellan wurde um 1738 angefertigt. FOTO: AUKTIONSHAUS SCHEUBLEIN
mutet Wippert. Das Oberhaupt der
Eigentümerfamilie, Allard von Arnim, stand als Offizier im Feld. Er fiel
im März 1945 in Holland.
Sachsens Landadel
wurde nach dem
Krieg nach Rügen
deportiert.
Die von Arnims seien keine Nazis
gewesen, sagt Wippert, eher zurückhaltende Leute, dem Militärischen
nicht sonderlich zugeneigt. In
Kriebstein verblieben war die Mutter Ilse von Arnim mit fünf Kindern.
Die Älteste, Tochter Anneliese, wurde 1930 geboren. Der Jüngste, Sohn
Erik, kam Anfang April 1945 nach
dem Tod des Vaters zur Welt. Schon
vor dem Machtantritt der National-
sozialisten hatte die Familie das
Gutshaus oberhalb des Schlosses bezogen, das heute ein trauriges Dasein fristet. Die Schlossverwaltung
und der Freundeskreis der Burg bemühen sich um den Erhalt.
Der Familienbesitz der Kriebsteiner Schlossherren wurde nach
der Kapitulation Hitlerdeutschlands
auf Geheiß der sowjetischen Militäradministration enteignet. In einer
bis heute wenig bekannten Aktion
wurde der sächsische Landadel – darunter viele Frauen und Kinder – auf
die Insel Rügen deportiert und dort
im Winter 1945 sich selbst überlassen. Auch die von Arnims wurden
gefangen gesetzt und über Coswig
bei Dresden auf die Insel Rügen geschickt. Die Reise soll mehrere Tage
gedauert haben, sagt Bernd Wippert – in Viehwaggons, auf dem vielerorts zerfetzten Gleisnetz der Eisenbahn, hinter den Linien der einstigen Ostfront entlang. Von Rügen
aus suchten viele ihre Zuflucht im
Westen. Der Seniorchef des Hauses
von Arnim, er hieß Erik wie sein Enkel, starb in den Monaten der Deportation. Nach Auskunft Wipperts
hatte er sich den Nationalsozialisten
mehrfach offen widersetzt und den
„Feindsender“ BBC gehört, was unter Strafe stand.
Wertvolle Besitztümer von Burg
Kriebstein wurden nach dem Krieg
in die Sowjetunion gebracht, wo
sich ihre Spur verlor. Auch der in
Kriebstein eingelagerte Besitz fremder Adelshäuser, darunter fast das
gesamte aus Steinort herbeigeschaffte Inventar der Familie Lehndorff, wurde von Moskau als Ausgleich für erlittene Kriegsschäden
beansprucht und 1947 fortgeschafft.
Die Kriebsteiner Ilse von Arnim
und ihre fünf Kinder überlebten die
Deportation nach Rügen. Sie zogen
westwärts und wurden in Hessen
ansässig. Die Burg Kriebstein, die zu
Teilen schon 1930 durch die Familie
von Arnim zur Besichtigung freige-
geben worden war, stand seit 1949
wieder für Besucher offen.
1980 wechselte Bernd Wippert
von Burg Stein bei Hartenstein, die
er zuvor geleitet hatte, auf die Burg
Kriebstein. Über die Tagesarbeit hinaus widmete er sich der Bauforschung. Damals suchte er gezielt
nach alten Schornsteinzügen, die
sich zur Unterbringung vertikaler
Stränge für Heizung, Wasser, Strom
anboten. Eine Kaminöffnung weckte sein Interesse, die sich in der
Wand in der ersten Bodenetage des
Wohntraktes über dem Festsaal
deutlich abzeichnete. Die Öffnung
war augenscheinlich erst in jüngerer Zeit vermauert worden.
Heute zeigt an dieser Stelle ein
Foto im Originalmaßstab 1:1, welcher Anblick sich 1986 dem Burgforscher bot, als er die Vermauerung
öffnete: Geschirr und Tafelschmuck
und Bücher in wildem Durcheinander, neun Meter hoch im Schornstein aufgetürmt. Die Gegenstände
stammten aus Steinort, Lehndorffsches Erbe, und waren vor der Konfiszierung durch die Russen scheinbar in größter Hast in den Kamin geworfen worden. Die Porzellangegenstände hatte man an Bindfäden abgeseilt. Der Vorgang ist bis heute
mysteriös. Ein Kammerdiener, der
bis 1961 lebte, nahm sein Wissen,
falls er welches hatte, mit ins Grab.
Zeitzeugenberichte gibt es keine.
Als „Schatz von Kriebstein“
machte der Fund 1995 von sich reden, als er im Museum der Burg in
der sogenannten „Schatzkammer“
eine Zeitlang öffentlich zu sehen
war. Die Schäfergruppe und andere
Stücke, die jetzt in München versteigert werden, waren dort in Vitrinen
zu sehen. Das Prunkstück des Kaminfunds bildete ein Wandteppich
von dreieinhalb mal viereinhalb
Metern Größe, der den blinden Simson zeigt, wie er das Haus der Philister zum Einsturz bringt.
Erst nach 1990 erlaubten es die
politischen Umstände dem Burgleiter Wippert, die Fühler zu den Adelsfamilien auszustrecken, deren
Schicksal sich mit der Burg Kriebstein verband. Einen Türöffner und
Berater fand Wippert im Ehrenpräsidenten der Deutschen Burgenvereinigung, Hannibal von LüttichauBärenstein. Erik von Arnim, der
schon in den 1970ern inkognito auf
Kriebstein war, klingelte am 1. Mai
1990 selbst an der Pforte der Burg.
Im Zuge der Restitution erhielt
die Familie von Arnim ihr originäres
Inventar zurück, verzichtete aber
auf die Herausgabe und stellte das
Meiste dem Land Sachsen und der
Burg auf Vertragsbasis für die Ausstellung zur Verfügung. Auch zum
Haus von Lehndorff bestand ab Anfang der 1990er-Jahre Kontakt. Die
Restitution wurde 2009 abgeschlossen. Ein Teil des „Schatzes von Kriebstein“ soll bald nach Schloss Steinort
zurückkehren, um dessen Erhalt
und Sanierung sich ein deutsch-polnischer Freundeskreis bemüht.
Für Burgchef Bernd Wippert ist
die „Schatz“-Episode ein abgeschlossenes Kapitel. Der Schlossleiter freut
sich heute vor allem darüber, dass
die einstigen Wohnräume auf Burg
Kriebstein fast so eingerichtet sind
wie zu Zeiten Allards von Arnim. Eine spektakuläre Rückführung komplettierte das Bild – die gotische Bohlenstube, mehr als 500 Jahre alt, die
den Burgherren auf Kriebstein als
Kapelle diente und seit 1902 im
Kunstgewerbemuseum in Dresden
stand. 1997 kehrten die drei bemalten Holzwände nach Kriebstein zurück und wurden am Originalstandort wieder aufgestellt. Dazu mussten Lehmwände millimeterweise
von hinten an die Holzwände angebaut werden, was einschließlich der
Trocknungszeiten zehn Jahre in Anspruch nahm.
Der „Schatz“-Kamin, der Fundort
der Lehndorffschen Besitztümer aus
Steinort, liegt heute direkt im Rücken der Lehmwand des „Kriebsteinzimmers“. Dieses Zimmer aber,
sagt Schlossherr Bernd Wippert, sei
der eigentliche Kriebstein-Schatz.
A N ZE I G E
3604244-10-1
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Montag, 16. März 2015
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Am
Scheideweg
Neue Fragen an
Thomas Oppermann
ANTJE KLOPPENBURG
ÜBER DIE PROBLEME DER
AFD, DIE RICHTUNG ZU FINDEN
Bericht deutet auf bisher nicht bekannte
Telefonate des Fraktionschefs mit BKA hin
FOTO: KAY NIETFELD/DPA/ARCHIV
4 Freie Presse
antje.kloppenburg@freiepresse.de
D
ie Alternative für Deutschland sollte eine „demokratische Partei neuen Typs“
sein. Das versprach einst AfD-Bundessprecherin und Sachsen-Chefin
Frauke Petry. Von diesem Anspruch
ist nicht mehr viel übriggeblieben.
Im Gegenteil. Wenn man einmal davon absieht, dass die Partei doch sehr
eigene Umgangsformen pflegt. Wie
sich das Führungspersonal kürzlich
noch öffentlich beschimpft und beharkt hat, das hatte schon eine besondere Qualität. Der damalige
Streit um die Organisationsstruktur
der jungen Partei wurde zwar inzwischen beigelegt, aber in welche Richtung sie sich bewegen will, diese
nicht ganz unerhebliche Entscheidung für eine Partei wurde einstweilen vertagt – offenbar zum großen
Ärgernis einiger ostdeutscher Landesverbände. Aus welchem Grund
wäre es sonst am Wochenende zu
der „Erfurter Resolution“ gekommen? Wenn der AfD also nicht das
Schicksal der Piraten widerfahren
soll, muss schnellstens eine klare Linie her.
Mit dem Erfurter Positionspapier
greifen die Unterzeichner aus den
ostdeutschen Landesverbänden
Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg, die sich bisher überwiegend mit rechtspopulistischen Themen profiliert haben,
die westlichen, eher wirtschaftsliberal ausgerichteten Verbände an. Die
Vorwürfe sind nicht neu. Die Urheber der Erklärung fordern mit scharfen Worten ein eigenständiges Profil
ihrer Partei und prangern das Abgleiten in den etablierten Politikbetrieb an. Es gehört nicht viel Fantasie
dazu, zu erkennen, was damit gemeint ist: Ein gehöriger Ruck nach
rechts. Sollten sich die rechten Hardliner um den Brandenburger AfDChef Alexander Gauland tatsächlich
durchsetzen, steht allerdings die Salonfähigkeit der Partei auf der großen politischen Bühne auf dem
Spiel. Gaulands Schmusekurs mit
den dubiosen Führungskräften der
Pegida-Bewegung weist da in die falsche Richtung. Ausländerfeindlichkeit trägt kein Parteiprogramm.
Setzt sich aber der neoliberale Parteigründer Bernd Lucke durch, fühlen
sich sicher die Wutbürger unter ihren Anhängern vor den Kopf gestoßen.
Wie dieser Richtungskampf, der
wohl jetzt offen ausgebrochen ist,
ausgeht, ist kaum vorhersehbar.
Klar ist nur: die AfD steht am Scheideweg.
IMPRESSUM
Herausgeber:
Medien Union GmbH Ludwigshafen
Verlag:
Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
09111 Chemnitz, Brückenstraße 15 oder
09002 Chemnitz, Postfach 261
Telefon: 0371 6560
Telefax Redaktion: 0371 656-17084
Telefax Anzeigen: 0371 656-17077
Internet: www.freiepresse.de
E-Mail: die.tageszeitung@freiepresse.de
Geschäftsführer: Ulrich Lingnau
Chefredakteur: Torsten Kleditzsch (v.i.s.d.p.)
Stellvertretende Chefredakteure:
Udo Lindner, Jana Klameth
Anzeigenleitung:
Gesamt: Tobias Schniggenfittig
National: Alexander Arnold (v.i.s.d.p.)
Regional: Steffen Schulle (v.i.s.d.p.)
Leiter Lesermarkt: Arne Stuck
Der Abonnementpreis der Freien Presse beträgt monatlich 27,60 ¤, einschließlich 7% Mehrwertsteuer und
ist im Voraus zu bezahlen. Der monatliche Postbezugspreis beträgt 34,20 ¤.
Abbestellungen können nur zum Quartalsende ausgesprochen werden und müssen sechs Wochen vorher
schriftlich beim Verlag oder den Geschäftsstellen vorliegen. Die Zusteller sind nicht berechtigt, Abbestellungen anzunehmen.
Sämtliche Beiträge in der Freien Presse oder in Freie
Presse Online unterliegen dem Schutz des Urheberrechts.
Zweitverwertungsrechte an Freie Presse-Beiträgen (für
Pressespiegel, Archive etc.) können erworben werden
bei der PMG Presse-Monitor GmbH, Markgrafenstraße
62, 10969 Berlin, Telefon: 030 284930, E-Mail:
info@presse-monitor.de, oder direkt beim Verlag.
Nassforsches in Brüssel.
KARIKATUR: TOMICEK
Für den SPD-Fraktionschef im Bundestag, Thomas Oppermann, könnte es eng werden. Das meinen jedenfalls Politiker von Grünen und Linken. Anlass sind am Wochenende
bekanntgewordene neue Details
zum Fall des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy.
Der musste sich zuletzt wegen Kinderporno-Vorwürfen vor Gericht
verantworten; das Verfahren wurde
gegen eine Geldauflage eingestellt.
Abgeschlossen ist die Sache damit noch nicht. Ein Untersuchungsausschuss geht der Frage nach, wer
wann von den Ermittlungen gegen
Edathy wusste und ob der Politiker
gewarnt wurde. Die Opposition will
auch Oppermanns Rolle klären. Bisher war bekannt, dass er am 17. Oktober 2013 mit dem damaligen Chef
des Bundeskriminalamtes (BKA),
Jörg Ziercke, in dieser Sache telefoniert hatte. Nach Recherchen des
„Spiegel“ gab es in Unterlagen des
BKA aber Vermerke über zwei weitere Telefonate – am 15. Oktober 2013
und am 13. Februar 2014. Die Hinweise seien später gelöscht worden.
Am 15. Oktober 2013 habe Ziercke
erfahren, dass Edathys Name auf der
Kundenliste eines kanadischen Kinderporno-Anbieters stand. Ziercke
ist in Pension. Doch für Oppermann
hält die Affäre noch weitere unangenehme Fragen bereit. (hr/dpa)
Varoufakis bereut seine Heile-Welt-Fotos
Im griechischen Schuldendrama stehen mal wieder
die Hardliner auf der Bühne. Eitelkeit und Populismus statt Kompromiss und
Versöhnung. Können leere
Kassen alle Beteiligten zur
Vernunft bringen?
VON TAKIS TSAFOS UND TIM BRAUNE
ATHEN/BERLIN — Die Homestory ist
ein schmaler Grat. Unangefochten
in dieser Disziplin führt noch immer Rudolf Scharping. Der damalige
Bundesverteidigungsminister turtelte einst mit seiner Freundin und
heutigen Frau, einer Gräfin, auf Mallorca verliebt im Pool – während seine Soldaten eine Auslandsmission
vor Augen hatten. Als die Fotos erschienen, war Scharpings Karriere
im Eimer. In eine ähnliche, wenn
auch nicht ganz so dramatische Lage hat sich nun Gianis Varoufakis
bugsiert.
Der griechische Finanzminister,
seit Wochen weltweit populärer Coverboy im Hellas-Drama, hat Mist
gebaut. Ein paar Tage ist es her, da
holte sich Varoufakis Reporter und
Fotografen des französischen Promi-Magazins „Paris Match“ in sein
Penthouse. Beste Athener Lage, Blick
auf die Akropolis. Dazu die attraktive Gattin, ein Glas Wein und leckere
Speisen – für die vielen Arbeitslosen
in Griechenland dürften diese Bilder
eine Provokation sein.
Gestern rudert der smarte Varoufakis zurück: „Ich bereue es“, sagt er
im griechischen Fernsehen. Er habe
mitgespielt, weil der Begleittext für
sein Land so positiv gewesen sei. Der
Fauxpas dürfte ins Bild passen, das
die Euro-Finanzminister sich längst
von dem hemdsärmeligen Ökonomen, Blogger und Autor gemacht
haben. Viel Show, wenig Substanz,
viele gebrochene Versprechen.
Griechische Medien haben nachgezählt. Mindestens 40 Interviews
gab Varoufakis binnen eines Monats. Geht es um Details, lautet seine
Lieblingsantwort: „Lassen Sie uns
nicht zu technisch werden.“ Das
treibt nach Angaben von Augenzeugen seine Amtskollegen, allen voran
Wolfgang Schäuble (CDU), „in den
Wahnsinn“. Statt Zahlen hören sie
Vorträge. „Es ist, als ob ein Arzt seinem Patienten ständig erklärt, wie
seine Krankheit entstanden ist –
aber nie, wie er sie heilen will“, sagt
ein mit den Verhandlungen vertrauter Mitarbeiter des Finanzministeriums in Athen.
Noch braucht Premier Alexis Tsipras den „Rocker“ Varoufakis. Er soll
die sich anbahnende Wende, weg
von Wahlversprechen und hin zu
mehr Sparen, der Welt in perfektem
Englisch und bewusster Dosierung
verabreichen. Der Macher in Sachen
Finanzpolitik ist ohnehin Vizeregierungschef Giannis Dragasakis. Ein
besonnener Ökonom, der weiß, dass
Athen am Ende wird nachgeben
müssen.
Viel Show, wenig
Substanz, heißt es
über Varoufakis.
Noch aber sind die Hardliner am
Drücker – allen voran Panos Kammenos. Der Rechtspopulist, Chef der
Unabhängigen Griechen und damit
Juniorpartner in Tsipras’ LinksRechts-Koalition, rührt im „Bild“-Interview einen giftigen Cocktail zusammen, von Schäubles Verwicklung in die CDU-Parteispendenaffäre bis zu Hunderttausenden Flüchtlingen, die er losschicken will, wenn
Berlin gerade bei den umstrittenen
Weltkriegs-Reparationen
nicht
spurt.
Viele griechische Diplomaten
sind fassungslos. „Wir fahren mit
Vollgas gegen die Wand“, heißt es.
Das Verhältnis zwischen Athen und
Berlin sei so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wer am Wochenende die griechischen Sonntagszeitungen aufschlug, glaubte, eine kriegerische Auseinandersetzung stehe bevor. „Die Schlacht um
Berlin“, lautet der Tenor der Traditions-Sonntagszeitung „To Vima“.
Andere Kommentatoren rufen
zur Mäßigung auf. Die Rückgriffe in
die Nazi-Zeit seien gefährlich. Athen
CDU-Wirtschaftsflügel
fordert „Insolvenzordnung“
Der Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung Carsten Linnemann hat angesichts eines möglichen ungeordneten
Ausstiegs der Griechen aus dem Euro
eine Insolvenzordnung für die EuroZone gefordert. „Wir brauchen für die
europäische Währungsunion eine Insolvenzordnung, einen Fahrplan, wie
man mit überschuldeten Staaten umgeht“, sagte Linnemann der „Rheinischen Post“. Darin müssten Themen
wie Kapitalverkehrsfreiheit, Gläubigerbeteiligung und Einführung einer
neuen Währung geregelt sein. Eine
solche Insolvenzordnung müsse für
die betroffenen Staaten die beiden
Möglichkeiten bieten: Sanierung oder
Austritt. (rtr)
Minister in Erklärungsnot: Gianis Varoufakis.
FOTO: YVES HERMAN/REUTERS
und Berlin dürften den weltpolitischen Blick nicht verlieren. Eine Eskalation des Schuldenstreits mit einem Euro-Austritt Griechenlands
würde nicht nur Populisten in Spanien und Frankreich, sondern auch
dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Hände spielen: „Er
wartet auf die Amputation des Fußes der EU im Südosten Europas“,
meint ein Diplomat in Athen.
Viele Gerüchte kursieren, bis zur
Vermutung, der linke Flügel der
griechischen Regierungspartei Syriza und die Rechtspopulisten wollten
den Bruch mit Europa provozieren,
um zur alten Währung Drachme zurückzukehren. Damit würden jedoch jeder Fortschritt und die Hoffnung, aus Griechenland ein modernes Land zu machen, zunichte gemacht.
Während in Berlin sich niemand
von Kammenos & Co. provozieren
ließ, juckte es in Brüssel Martin
Schulz in den Fingern. Der Sozialdemokrat und EU-Parlamentschef
knöpfte sich Kammenos vor („Elefant im Porzellanladen“) und berichtete von Tsipras’ Eingeständnis, dass
Ende März die Kassen leer sein dürften. Schäuble, der am Wochenende
in seinem Offenburger Wahlkreis
unterwegs war, will jetzt auf belastbare Zahlen der Ex-Troika-Prüfer
warten, die in Athen einen Kassensturz machen. Eine Milliardenlücke
wäre keine Überraschung, weil die
griechischen Steuereinnahmen zuletzt zweistellig eingebrochen waren. (dpa)
DIE UMSTRITTENEN FOTOS
von „Paris Match“ können Sie
aufrufen, wenn Sie den Code
per Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/varoufakis1603
„Erfurter Resolution“ heizt Flügelstreit in AfD an
Die Alternative für
Deutschland zerfällt immer mehr in ein ost- und
ein westdeutsches Lager.
Die national-konservativen
Kräfte der Partei befeuern
diesen Prozess nun noch.
VON SEBASTIAN HAAK
ARNSTADT/DRESDEN — Mit
einem
scharfen Appell für ein eigenständigeres Profil der Alternative für
Deutschland (AfD) haben Vertreter
des national-konservativen Flügels
der Partei ihre Parteifreunde aus
dem eher wirtschaftsliberalen Lager
angegriffen. „Das Projekt ‚Alternative für Deutschland‘ ist in Gefahr“,
heißt es in der „Erfurter Resolution“,
die Thüringens AfD-Vorsitzender
Björn Höcke am Samstag in Arnstadt auf einem Landesparteitag des
dortigen AfD-Verbandes vorstellte.
Zwar habe die Partei im Laufe des
vergangenen Jahres „glänzende
Wahlerfolge“ errungen. Sie drohe
nun aber „den Vertrauensvorschuss
der Wähler leichtfertig zu verspielen“. In den Papier heißt es: „Anstatt
nun jedoch die Alternative zu bieten, die wir versprochen haben, passen wir uns ohne Not mehr und
mehr dem etablierten Politikbetrieb
an: dem Technokratentum, der Feigheit und dem Verrat an den Interessen unseres Landes.“
In zwei Lager gespalten
Neben Höcke hat die „Erfurter Resolution“ nach Parteiangaben als einer
der ersten auch der Vorsitzende der
AfD in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, unterzeichnet. Auch der
AfD-Vorsitzende in Brandenburg,
Alexander Gauland, unterstütze sie,
hieß es. Die sächsische AfD-Chefin
Frauke Petry gehört nicht zu den
Erstunterzeichnern – obwohl sie als
Galionsfigur des national-konservativen AfD-Flügels gilt.
Die AfD ist seit ihrer Gründung
vor etwa zwei Jahren tief in zwei Lager gespalten: in ein national-konservatives, das vor allem in den neuen Bundesländern Rückhalt hat und
auf Themen wie Nationalstolz und
Kritik an Zuwanderung setzt, und
ein eher wirtschaftsliberales, das
vorwiegend Kritik am Euro übt und
besonders in den alten Bundesländern verankert ist. Der sich daraus
ergebende Richtungsstreit in der
Partei war erst im Januar im Vorfeld
des Bundesparteitags der AfD in Bremen offen zu Tage getreten.
Die Unterstützer der „Erfurter Resolution“ kritisieren auch, dass die
AfD während des jüngsten Wahlkampfes in Hamburg bewusst „auf
die Unterstützung der Wahlsieger
aus Thüringen, Brandenburg und
Sachsen“ verzichtet habe. Zudem sei
es falsch gewesen, dass sich die AfD
„von bürgerlichen Protestbewegungen ferngehalten und in vorauseilendem Gehorsam sogar distanziert“
habe, „obwohl sich Tausende AfDMitglieder als Mitdemonstranten
oder Sympathisanten an diesen Aufbrüchen beteiligen“. Mit „bürgerlichen Protestbewegungen“ sind offenbar die Kundgebungen von Pegida und deren Ablegern gemeint.
Irritationen in Dresden
Vertreter des sächsischen AfD-Landesverbandes reagierten irritiert auf
die „Erfurter Resolution“. Generalsekretär Uwe Wurlitzer sagte gestern,
Petry könne schon deshalb nicht zu
den Erstunterzeichnern der Resolution gehören, weil die AfD Sachsen
nichts von deren Erarbeitung gewusst habe. „Es wäre schön gewesen, wenn man uns mit einbezogen
hätte. Und noch schöner wäre es gewesen, wenn wir das parteiintern
geklärt hätten, statt damit an die Öffentlichkeit zu gehen.“ Die AfD
Sachsen werde morgen bei einer
Vorstandssitzung beraten, ob sie der
Erklärung beitreten wird. Nach Angaben der Thüringer AfD gehört das
sächsische
Landesvorstandsmitglied Hans-Thomas Tillschneider zu
den Erstunterzeichnern.
Um gegen das „fatale Signal“ des
„provokativen Umbaus“ der AfD „zu
einer technokratisch ausgerichteten
Partei“ anzukämpfen, fordern Höcke und die anderen Unterzeichner
der Resolution unter anderem, die
AfD „als grundsätzliche, patriotische und demokratische Alternative
zu den etablierten Parteien“ auszurichten. Die Partei müsse eine unter
anderem eine „Widerstandsbewegung gegen die weitere Aushöhlung
der Souveränität und der Identität
Leitartikel
Deutschlands“ sein.
POLITIK
Montag, 16. März 2015
NACHRICHTEN
IS-MORD
Schüler erkennen
Klassenkameraden
TOULOUSE — Französische
Schüler
haben einen verschwundenen Klassenkameraden als den Todesschützen in einem Hinrichtungsvideo der
Terrormiliz Islamischer Staat (IS)
wiedererkannt und werden nun von
Psychologen betreut. Der heute
Zwölfjährige war bis März 2014
Schüler einer Grundschule in der
südfranzösischen Stadt Toulouse,
wie örtliche Medien am Wochenende berichteten. Der Stiefvater des
Jungen soll ein bekannter Islamist
sein. Die IS-Extremisten hatten am
Dienstag ein neues Propagandavideo veröffentlicht, in dem ein Junge einen angeblichen palästinensischen Spion erschießt. (dpa)
SYRIEN-KONFLIKT
USA zu Gesprächen
mit Assad bereit
DAMASKUS — Die USA sind nach den
Worten von US-Außenminister
John Kerry zu Gesprächen mit Syriens Präsident Baschar el Assad über
ein Ende des blutigen Bürgerkrieges
in dem Land bereit. Die USA und andere Staaten prüften Wege, Assad zu
Verhandlungen über einen politischen Übergang in Syrien zu bewegen, sagte Kerry in einem gestern
ausgestrahlten Interview von CBS
News. Begonnen hatte der Aufstand
gegen das Regime am 15. März 2011
mit Protesten in Damaskus. Es könne nur eine politische Lösung geben,
betonte Kerry. (dpa)
Freie Presse
Neue Spur zum Kiesewetter-Mord
Der Tod der Polizistin in
Heilbronn wird allein dem
rechtsextremen NSU zugeschrieben. Doch war vielleicht die ominöse „Neoschutzstaffel“ beteiligt?
VON TATJANA BOJIC
Stuttgart — Brisante Erkenntnisse
aus dem Stuttgarter NSU-Untersuchungsausschuss nähren die Hoffnung, dass der Mord an der Polizistin
Michele Kiesewetter in Heilbronn
vom April 2007 doch noch vollständig aufgeklärt wird. Die Tat passte
nie ins Muster der fremdenfeindlichen Anschläge, die der rechtsextreme „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) verübte. Ein Zufallsopfer soll die aus Thüringen stammende 22-Jährige laut Bundesanwaltschaft gewesen sein.
„Ich habe nie an einen Zufallsmord geglaubt“, sagte der CDU-Landeschef Thomas Strobl. Jetzt neu
ausgewertete Zeugenaussagen legen
nahe, dass eine ähnlich wie der NSU
im Geheimen agierende rechtsmilitante Truppe am Mord an der Polizistin beteiligt gewesen sein könnte
– die „Neoschutzstaffel“ (NSS).
Die Aussagen wurden früher von
der Polizei als nicht glaubwürdig
eingestuft, doch im Zuge des Untersuchungsausschusses neu bewertet.
Die Polizei hatte schon Anfang 2012
Hinweise auf die Gruppe erhalten,
einem Aussteiger aus der rechten
Szene aber nicht geglaubt. Nun wird
deutlich, dass die Polizei sich wohl
geirrt hat. Denn die Aussage von Florian H. war nach Ansicht des Ausschussvorsitzenden Wolfgang Drexler (SPD) keine Prahlerei.
Eine neue Chance, Florian H. zu
befragen, bekommen die Ermittler
nicht: Der 21-Jährige verbrannte
Mitte 2013 in seinem Wagen in
Stuttgart. Just am Tag seines Todes
hätte er erneut von der Polizei befragt werden sollen. Die Ermittler
legten den Fall mit der These Suizid
aus Liebeskummer zu den Akten.
Florian H. soll zu früheren Mitschülerinnen im August 2011 gesagt
haben, er könne Kiesewetters Mörder benennen. Er sprach zudem von
einem Treffen zwischen NSU und einer „Neoschutzstaffel“ im Februar
2010 in Öhringen bei Heilbronn. Zudem erzählte der 21-Jährige von einem „Matze“. Er soll mit dem Mord
an Kiesewetter zu tun gehabt haben
und NSS-Mitglied sein.
Nach Informationen der „Stuttgarter Nachrichten“ kommt „Matze“, also Matthias K., aus Neuenstein
im Hohenlohekreis und ist Soldat
der Bundeswehr. Matthias K. habe
„NSS“ auf seinem Körper tätowiert.
Sein Vater, ein Sozialarbeiter, habe
sein Büro im Untergeschoss im
„Haus der Jugend“ in Öhringen. Dort
soll es laut Florian H. Treffen der
„Neoschutzstaffel“ gegeben haben.
Das NSU-Trio hatte enge Verbindungen nach Baden-Württemberg.
Für die Bundesanwaltschaft sind
die 2011 gestorbenen NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt Kiesewetters Mörder. Die ge-
5
CIA-Million
landete bei
El Kaida
US-Dienst beteiligt sich an
Lösegeld in Afghanistan
Eine Gedenktafel erinnert auf der Theresienwiese in Heilbronn an die dort ermordete Polizistin Michele Kiesewetter.
FOTO: NORBERT FÖRSTERLING/DPA/ARCHIV
nauen Umstände und das Motiv der
Tat im April 2007 sind aber ungeklärt. Am 4. November 2011 hatte
die Polizei in einem ausgebrannten
Wohnmobil im thüringischen Eisenach Mundlos und Böhnhardt tot
gefunden. Ihre Komplizin Beate
Zschäpe stellte sich wenig später der
Polizei. Es folgte die Aufdeckung einer beispiellosen Serie von Verbrechen und zehn Morden – sowie die
Erkenntnis, dass die Sicherheitsbehörden in dem Fall kolossal versagten. Die Polizei fand im Brandschutt
in Zwickau die Tatwaffen im Mordfall Kiesewetter. (dpa/fp)
EINEN HINTERGRUND zum
NSU und Florian H. können
Sie aufrufen, wenn Sie den
Code mit dem Smartphone
scannen. » www.freiepresse.de/florianh
KABUL — Der US-Geheimdienst CIA
hat das Terrornetz El Kaida einem
Zeitungsbericht zufolge ungewollt
mit einer Million Dollar Bargeld finanziert. Das Geld habe aus einer
von der CIA gefüllten geheimen
Kasse im Präsidentenpalast in Kabul
gestammt, berichtete die „New York
Times“ am Wochenende. Es sei Teil
einer Lösegeldsumme von fünf Millionen Dollar gewesen, die afghanische Regierungsvertreter 2010 für
die Freilassung eines entführten afghanischen Diplomaten an El Kaida
gezahlt hätten. Die restlichen vier
Millionen Dollar steuerten dem Bericht zufolge Pakistan, der Iran und
Golfstaaten bei.
El-Kaida-Chef Osama bin Laden
habe zunächst befürchtet, dass es
sich um eine Falle handeln und das
CIA-Geld etwa markiert sein könnte, berichtete das Blatt weiter. Das sei
aber nicht der Fall gewesen. Der ElKaida-Funktionär, der bin Laden
über das Lösegeld informierte, habe
in einem Schreiben an ihn angekündigt, dass das Geld unter anderem
zum Kauf von Waffen genutzt werde. Der Vorgang sei im Rahmen eines El-Kaida-Prozesses in den USA in
diesem Monat ans Licht gekommen.
Die Beweise stammten aus der USOperation im pakistanischen Abottabad im Mai 2011, bei der bin Laden
von einer Spezialeinheit getötet
worden war. (dpa)
A N ZE I G E
IS soll im Irak Giftgas
eingesetzt haben
BAGDAD — Die Kurdenregierung im
Irak hat der radikal-islamischen ISMiliz den Einsatz chemischer Waffen vorgeworfen. In Proben aus dem
Boden und von Kleidungsstücken
sei Chlorgas nachgewiesen worden,
erklärte der Sicherheitsrat der halbautonomen Region am Wochenende. Die Organisation für das Verbot
chemischer Waffen (OPCW) erklärte, sie könne dies zunächst nicht bestätigen. Die USA äußerten sich ähn-
lich und werteten die kurdischen
Angaben als besorgniserregend.
Die Proben, die den Einsatz von
C-Waffen belegen sollen, seien im Januar genommen worden. Damals
hatte es einen Selbstmordanschlag
nahe der syrischen Grenze gegeben.
Die Untersuchung habe ein von der
EU anerkanntes Labor vorgenommen, hieß es. Auch im syrischen
Bürgerkrieg soll mehrfach Chlorgas
eingesetzt worden sein. (rtr)
Waffenhandel:
China auf Rang drei
Deutschland ist auf der
Liste der wichtigsten
Rüstungsexporteure auf
Platz vier abgerutscht. Die
USA und Russland bleiben
unangefochten.
STOCKHOLM — China ist zum dritt-
wichtigsten Waffenexporteur weltweit aufgerückt und damit an
Deutschland vorbeigezogen. In den
vergangenen vier Jahren schossen
die Waffenexporte der Volksrepublik im Vergleich zum Zeitraum 2005
bis 2009 um 143 Prozent in die Höhe. Deutschland exportierte dagegen 43 Prozent weniger Waffen, wie
aus einem neuen Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts
Sipri hervorgeht.
Zwischen 2010 und 2014 steigerte China seinen Weltmarktanteil
auf fünf Prozent. Der Abstand zu
den beiden größten Rüstungsexporteuren USA (31 Prozent) und Russland (27 Prozent) ist aber weiter riesig. Deutschland und Frankreich belegen die Plätze vier und fünf. Weltweit stieg der Handel mit Rüstungsgütern um 16 Prozent.
Obwohl die arabischen Golfstaaten immer mehr Waffen kaufen,
führt Indien die Liste der größten
Rüstungsimporteure weiter mit Abstand an. Dahinter folgen Saudi-Ara-
bien, China und die Vereinigten Arabischen Emirate. Weil die Volksrepublik mehr Waffen selbst herstellt,
importiert China nicht mehr soviel
wie in früheren Jahren.
Mit Pakistan, Südkorea und Singapur liegen drei weitere asiatische
Länder unter den Top 10 der Waffenimporteure. „Befähigt durch das anhaltende Wirtschaftswachstum und
angetrieben durch eine hohe Bedrohungswahrnehmung bauen die asiatischen Länder ihre militärischen
Fähigkeiten mit dem Schwerpunkt
auf maritime Güter aus“, erklärte
der Sipri-Experte Siemon Wezeman.
Die europäischen Waffenimporte gingen zwischen 2010 und 2014
um mehr als ein Drittel zurück. Der
Ukraine-Konflikt könnte diese Zahlen aber wieder in die Höhe treiben,
meinen die Friedensforscher. (dpa)
$WPXQJVDNWLYH ,QWLPSÀHJH
EHL %UHQQHQ XQG -XFNUHL]
'" %" %"%& # %% &""* *& #'"
" " ""&" &%* " %" % # " "
""&% #" %&#%( &%*#!
# #'%*% *)" " &% #! %
" & # &"
*& &% *& !
'HU 6FKXW]%DOVDP 0DUNH /LQROD
ELHWHW HLQH ZXQGHUEDUH $OWHUQD
WLYH (U VFKW]W QDFKKDOWLJ YRU %UHQ
QHQ 5|WXQJHQ XQG -XFNHQ RKQH
GLH +DXWDWPXQJ ]X XQWHUELQGHQ
'DYRQ SURÀWLHUW GLH HPSÀQGOLFKH
+DXW DP 3R LP ,QWLPEHUHLFK XQG
LQ GHQ /HLVWHQ 'LH :LUNXQJ LVW PLW
GHQ DWPXQJVDNWLYHQ 0HPEUDQHQ
LQ PRGHUQHQ 7H[WLOLHQ YHUJOHLFKEDU
'HU DWPXQJVDNWLYH 6FKXW]%DOVDP
LVW LQ GHU $SRWKHNH HUKlOWOLFK
Rüstungsausgaben steigen
Der chinesische Volkskongress hat
gestern zum Abschluss seiner Jahrestagung die Steigerung der Militärausgaben um 10,1 Prozent auf umgerechnet 127 Milliarden Euro gebilligt. Die
knapp 3000 Delegierten nahmen den
Haushalt der Regierung mit großer
Mehrheit an. Der Zuwachs des Rüstungsetats ist geringer als im Vorjahr
(12,2 Prozent), aber zum fünften Mal
in Folge zweistellig und höher als das
Wirtschaftswachstum, das etwa sieben Prozent betragen soll. (dpa)
"!$ # " " ! " "! !
! " !"!#
"!$ ! "! " $! "!
:HQQ +DXW DQ
+DXW UHLEW ² RGHU
6WRII DXI GHU
+DXW ² XQG QRFK
6FKZLW]HQ RGHU DQ
GHUH .|USHUVHNUHWH
GD]X NRPPHQ
HQWVWHKHQ VFKQHOO
ZXQGH 6WHOOHQ
'DV PXVV KHXWH
QLFKW PHKU VHLQ
,KU 0HUN]HWWHO
/LQROD 6FKXW]%DOVDP
3=1 PO
3=1 PO
3604588-10-1
6 Freie Presse
NACHRICHTEN
BERUFSNACHWUCHS
Arbeitsagenturen
werben um Azubis
Montag, 16. März 2015
Cebit-Aussteller träumen von
digitalem Wirtschaftswunder
BÖRSENWOCHE
Alles Doping –
oder was?
VON KLAUS DIETER OEHLER
CHEMNITZ — Arbeitsagenturen,
Die Digitalisierung durchdringt inzwischen alle Bereiche in Wirtschaft und
Gesellschaft. In jedem
zweiten Unternehmen
wandelt sich das Geschäftsmodell. Die Cebit
will Antwort auf die drängendsten Fragen geben.
A
VON RENATE GRIMMING
HANNOVER — Die Digitalisierung der
KARSTADT
Gewerkschaft hofft
wieder auf Tarif
ESSEN — Beim kriselnden Karstadt-
Konzern könnten bald zumindest
die 1800 Beschäftigen der LuxusWarenhäuser wieder nach Tarif bezahlt werden. Dieses Ergebnis zeichne sich in den Tarifverhandlungen
ab, die morgen weitergehen sollen,
sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes: „Für die Mitarbeiter hieße das: Ihr Gehalt steigt, sie erhalten
wieder Urlaubs- und Weihnachtsgeld, und sie profitieren von allen
künftigen Tarifabschlüssen.“ Für
den Großteil der Beschäftigen in den
übrigen Warenhäusern und in den
Sport-Filialen sei die Situation hingegen komplizierter. (dpa)
SIEMENS
Milliardenauftrag
für Kraftwerke
BERLIN — Siemens hat aus Ägypten
einen Milliardenauftrag zum Bau
von Kraftwerken erhalten. Der
Münchner Konzern vereinbarte am
Samstag mit der Regierung, in Beni
Suef in Oberägypten ein Gas- und
Dampfturbinenkraftwerk mit einer
Leistung von 4,4 Gigawatt zu errichten. Zudem sollen Windkraftanlagen mit einer Leistung von zwei Gigawatt gebaut werden. Die Rotorenblätter dafür werden in einer neuen
Fabrik in Ägypten gebaut. Allein die
beiden Projekte haben nach Siemens-Angaben ein Volumen von
vier Milliarden Euro. (dpa)
TIERSCHUTZ
Proteste gegen
Schweinehochhaus
HALLE — Etwa 380 Menschen haben
gestern gegen das sogenannte
Schweinehochhaus nördlich von
Halle protestiert. Wie die Polizei in
Dessau mitteilte, verlief zunächst alles ruhig. Einige der Demonstranten
hätten sich mit Schweinemasken
oder entsprechenden Kostümen verkleidet. In dem sechsstöckigen Gebäude werden Schweine auf mehreren Etagen gezüchtet, ein Fahrstuhl
sorgt für den Transport. Das Haus
war in den 1960er-Jahren mit Hilfe
der Sowjetunion als DDR-Prestigeobjekt für moderne Tierhaltung errichtet worden. (dpa)
INVESTITION
Facebook kauft
Suchmaschine
arbeitet
weiter an E-Commerce-Angeboten
für seine mehr als 1,3 Milliarden
Nutzer. Das weltgrößte Online-Netzwerk übernahm nun die ShoppingSuchmaschine The Find. Sie spezialisiert sich darauf, günstige Preise zu
finden und Nutzern personalisierte
Empfehlungen anzubieten, unter
anderem auf Basis ihrer bisherigen
Einkäufe und der Wunschliste. Zudem bietet The Find an, die zentrale
Sammelstelle für alle Daten eines
Nutzers zu Online-Käufen zu sein
und auch die Paketverfolgung zu
übernehmen. Der eigene Dienst der
Suchmaschine wird in den kommenden Wochen eingestellt. (dpa)
MENLO
PARK — Facebook
Wirtschaft sorgt für Hoffnung und
Angst auf der gestern eröffneten
weltgrößten Computermesse Cebit.
IT-Schwergewichte versprechen in
Hannover das digitale Wirtschaftswunder, warnen aber zugleich davor, dass deutsche Firmen abgehängt werden könnten. „Wer jetzt
nicht die Weichen für die Zukunft
stellt, ist schnell vom Markt verschwunden“, mahnte der Präsident
des Branchenverbands Bitkom, Dieter Kempf. Das hätten bereits Medienhäuser und Einzelhändler erfahren und es werde künftig auch für
Autohersteller,
Maschinenbauer
oder Taxifahrer gelten.
Es gehe um die Frage, ob Deutschland eine Führungsrolle als digitalisierter Industriestandort einnehmen wolle oder das Feld agilen Ländern wie Südkorea, China oder den
USA überlasse, sagte Klaus von Rottkay, Mitglied der Geschäftsleitung
von Microsoft Deutschland. „Wir
können die Erfolgsgeschichte des
Wirtschaftsstandorts Deutschland
digital fortschreiben, wenn wir jetzt
entschlossen die Voraussetzungen
für ein digitales Wirtschaftswunder
schaffen.“
Netzbetreiber streben dabei eine
Schlüsselrolle an. So will die Deutsche Telekom über ein Bündnis mit
dem Software-Konzern SAP mehr
Gewicht bei Standards für die Digitalisierung der Industrie bekommen. Plattformen für MaschinenVernetzung und Daten-Auswertung
sollen den Telekom-Riesen zur Anlaufstelle für den Mittelstand machen. Die Analyse großer Datenmengen wird künftig eine zentrale
Rolle spielen. Bei der Verkehrslenkung, dem autonomen Fahren und
besonders im Gesundheitswesen
wird die Analyse großer Datenmengen für enorme Fortschritte und Erleichterung für die Verbraucher sorgen.
Diese Entwicklungen benötigt
laut Bitkom aber politische Unterstützung. Das betreffe das Urheber-,
Wettbewerbs- und Steuerrecht, aber
auch den Daten- und Verbraucherschutz sowie die Telekommunikations- und Medienordnung. „Veraltete
Gesetze dürfen innovative Ge-
Industrieroboter produzieren aus Hartschaumwürfeln Kunstobjekte. Die Installation Robochop demonstriert, dass jeder per Internet Produktionsaufträge direkt in die Fertigung schicken kann.
FOTO: OLE SPATA/DPA
3300 Aussteller aus 70 Ländern
Die Cebit ist die weltweit größte Messe für Informationstechnik und findet
seit 1986 jedes Frühjahr auf dem
Messegelände Hannover statt.
tieren sich 3300 Aussteller aus 70
Ländern“ unter dem Motto D!conomy.
Vom 16. bis 20. März 2015 präsen-
Dieses Kunstwort setzt sich aus „digital“ und „economy“ zusammen; dabei wird das i durch ein Ausrufezei-
chen ersetzt, was einem auf den
Kopf gestellten i gleicht. Diese
Schreibweise soll sowohl den umwälzenden als auch den auffordernden
Charakter des Mottos deutlich unterstreichen. (dpa)
schäftsmodelle nicht verhindern“,
forderte Kempf.
Bitkom erwartet, dass die Branche im laufenden Jahr stärker
wächst als erwartet. So soll der Umsatz um 1,5 Prozent auf 155,5 Milliarden Euro steigen. Ursprünglich
wurde ein Plus von 0,6 Prozent erwartet. Durch die Milliardeninvestition der Netzbetreiber dürften die
Umsätze mit Infrastruktur für die
Telekommunikation mit 3,6 Pro-
zent am stärksten steigen. Um etwa
drei Prozent soll jedoch das Geschäft
mit Unterhaltungselektronik zurückgehen. Bitkom schätzt ein, dass
weniger Desktop-Rechner und Notebooks gekauft werden. Viele Unternehmen hätten 2014 mit der Software gleich die Hardware ausgetauscht – Jetzt normalisiere sich das
Geschäft wieder. Im Vorjahr war dieser Bereich um 15,7 Prozent gewachsen. Nun wird ein Rückgang um 7,3
Prozent auf 5,9 Milliarden Euro erwartet. Der Arbeitsmarkt profitiert
von der Digitalisierung. Schätzungsweise 26.000 neue Arbeitsplätze
sind 2014 entstanden – der Verband
hatte mit 10.000 gerechnet. „Ende
des Jahres werden wir mit 990.000
Beschäftigten in den IT-Firmen fast
die Million erreichen“, sagte Kempf.
Damit sei die Branche nach dem Maschinenbau weiter der zweitgrößte
industrielle Arbeitgeber. (dpa)
Marktforscher zapfen digitale Kanäle an
Wie der moderne Verbraucher tickt, spiegelt sich bei
Twitter oder Online-Shops
wider. Die GfK versucht,
alle Daten zu verschmelzen und so im harten
Wettbewerb zu bestehen.
VON ELKE RICHTER
NÜRNBERG — Das Marktforschungs-
unternehmen GfK setzt auf die Erforschung des „digitalen Verbrauchers“ und will so wieder Boden gutmachen. Die Branche verändere sich
rasant, sagte Vorstandschef Matthias
Hartmann in Nürnberg. Statt wie
früher aus einer einzelnen Kundenbefragung strömten inzwischen Informationen aus zahlreichen Quellen auch aus dem Internet auf Un-
ternehmen ein. Die Aufgabe der
Marktforscher sei es, diese Vielzahl
an Daten zu verknüpfen und auszuwerten. „Wir machen aus unstrukturierten Daten relevantes Wissen
für unsere Kunden“, erläuterte Hartmann.
Große Datenmengen sowie die
Digitalisierung und Globalisierung
treiben den Wandel in der Branche
voran. Entsprechend baut Hartmann das SDax-Unternehmen seit
drei Jahren um – mit deutlichen
Schleifspuren in den Bilanzen. Dennoch zeigte sich der Manager zufrieden. Es sei gelungen, aus einer weit
verzweigten Firmenstruktur mit lokalen Produkten eine globale Struktur mit standardisierten Angeboten
zu formen.
„Wir müssen in diesem globalisierten Online-Markt bestehen,
und dafür müssen wir Geld in die
Hand nehmen“, betonte Hartmann.
Er kündigte an, das das Unterneh-
men in diesem Jahr wieder aus eigener Kraft moderat wachsen soll.
Auch der Gewinn soll verbessert
werden.
Matthias
Hartmann
Einschaltquoten-Ermittler
und Markentester
Die GfK mit Sitz in Nürnberg ist das
größte deutsche Marktforschungsinstitut, weltweit Nummer vier der Branche.
GfK-Vorstandschef
FOTO: DAVID EBENER/DPA
Bereits zu Beginn dieses Jahres
hatte der Konzern mit weltweit
13.400 Mitarbeitern bekanntgegeben, dass die Erlöse im vergangenen
Jahr um knapp drei Prozent auf
1,45 Milliarden Euro gesunken
sind. Dennoch kehrten die Nürnberger in die Gewinnzone zurück:
Unterm Strich verdienten sie
19,4 Millionen Euro, nach einem
Verlust von 42 Millionen Euro im
Vorjahr. (dpa)
Gegründet wurde die GfK im Februar
1935 von Nürnberger Hochschullehrern, darunter dem späteren Wirtschaftsminister und Bundeskanzler
Ludwig Erhard.
Das Unternehmen errechnet das
Konsumklima und erhebt die Einschaltquoten für das Fernsehen. Die
Gemeinde Haßloch dient als durchschnittlicher Ort als Testmarkt für das
Instrument GfK Behavior Scan, mit
dem vor allem die Wirkung von Fernsehwerbung untersucht und die Neueinführung von Produkten simuliert
wird. (hüb)
usgerechnet der griechische
Finanzminister Yanis Varoufakis zweifelt am Nutzen des groß angelegten Kaufs von
Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). „Dessen Ergebnis wird ein Auftrieb für die Aktienmärkte sein, der sich als nicht
nachhaltig herausstellen wird“, sagte er. Auch die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen weisen in
ihrem Wochenbericht auf die Risiken und Nebenwirkungen der Geldschwemme hin. „Das geldpolitische
Doping der EZB scheint vordergründig aufzugehen“, schreiben sie darin.
Die konjunkturelle Stimmung drehe zugunsten des Euroraums, der
Renditeabstand der Euroländer verkleinere sich und der schwache
Euro beflügele zusätzlich die Wirtschaft. Daher dürfte nach ihrer Einschätzung der deutsche ZEW-Index
morgen erneut einen spürbaren Anstieg vorweisen. Aktien und Renten
könnten weiterhin ein klarer Kauf
sein. „Doch mit Doping gehen erhebliche gesundheitliche Risiken
einher, die den kurzfristigen Erfolg
zumeist nicht aufwiegen“, mahnen
die Experten weiter.
Das Doping könnte zudem Nachahmer locken. Möglich wäre, dass
auf ihrer Sitzung am Donnerstag die
Schweizer Notenbank die Zinsen
senkt, um den starken Franken zu
schwächen. Auf der anderen Seite
könnte die US-Notenbank Fed auf
ihrer Sitzung am Mittwoch erkennen lassen, wann sie den Zeitpunkt
für gekommen hält, ihr Doping einzustellen – was den Euro weiter
schwächen würde. Vorerst aber werden die Anleger wohl mangels Alternativen weiter auf Aktien setzen.
„Die Chancen sind gut, dass der Dax
die 12.000er Marke knackt“, sagt etwa die Nord-LB vorher. Allerdings
sei das Kursniveau schon sehr hoch.
Unterstützung für den Dax könnte
in der neuen Woche auch vom großen Verfallstermin am Freitag ausgehen. Bei der Fälligkeit von Aktienund Index-Optionen sowie Futures
hätten viele Anleger auf hohe Kurse
gewettet. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus im Dax auf 20
Prozent. „Die Kursrallye am Aktienmarkt ist nicht mehr gesund“, warnen die Analysten der DZ-Bank.
Zum Ende des ersten Quartals
2015 werden von Unternehmensseite nicht mehr viele Impulse kommen. Zwar haben noch einige DaxFirmen, darunter Linde, BMW und
Heidel Cement, zu Bilanzvorlagen
geladen. Doch liegen die meisten
Eckdaten den Investoren schon vor.
BAHN
Schönheitskur für
Fernzüge
BERLIN — Die Deutsche Bahn will
den Komfort in ihren Fernverkehrszügen auf Vordermann bringen. Dafür will das Unternehmen in den
kommenden drei Jahren rund
200 Millionen Euro investieren. Mit
dem Geld wolle die Bahn „Komfortstörungen“ wie kaputte Toiletten
und fehlerhafte Geräte in den Bordküchen beheben,
sagte Konzernchef
Rüdiger Grube. Die
Investitionen sind
Teil der neuen Fernverkehrsstrategie
der Bahn, die Grube
bei einer Sitzung
des Aufsichtsrates
kommenden Mittwoch vorstellen
will. Diese Offensive soll Marktanteile zurückgewinnen, die sie zuletzt an die boomende Fernbusbranche verloren hatte. Schon 2013 – mit
der Liberalisierung bei den Fernbussen – waren die Erlöse bei der Bahn
wegen der Fernbus-Konkurrenz gesunken. Außerdem will das Unternehmen die Bundesländer überzeugen, Geld für Fernzüge in der Fläche
bereitzustellen. Im Gegenzug müssten sie weniger für Regionalzüge
ausgeben. (dpa)
FOTO: MAURIZIO GAMBARINI/DPA
Jobcenter sowie Bundes- und Landesbehörden werben bei Jugendlichen für
eine Berufsausbildung. In der „Woche der Ausbildung“ (15. bis 20.
März) sollen Ausbildungsmöglichkeiten vorgestellt werden, teilte die
Bundesagentur für Arbeit mit. Berater sollen Jugendliche zu Bewerbungsgesprächen begleiten. Es gibt
Veranstaltungen zur Berufsorientierung, Ausbildungsmessen sowie Bewerbungsgespräche in Form von
Speed-Datings zwischen Arbeitgebern und Bewerbern. Die Anzahl der
Ausbildungsbewerber bei der Berufsberatung hat von mehr als
31.000 in 2005 auf 22.100 in 2014
deutlich abgenommen. (dpa)
WIRTSCHAFT
KULTUR
Montag, 16. März 2015
NACHRICHTEN
AUSSTELLUNG
Freie Presse
Dem Glück einen Stuhl hinstellen
Islamkritische
Karikaturen in Schau
HANAU — Eine Karikaturen-Ausstellung mit einigen islamkritischen
Zeichnungen ist in Hanau ohne Zwischenfälle eröffnet worden. Bei der
Schau mit dem Titel „Das ist ja wohl
ein Witz!“ werden rund 220 Werke
der Aschaffenburger Künstler
Achim Greser und Heribert Lenz gezeigt. Unter den Exponaten in
Schloss Philippsruhe befinden sich
auch eine Mohammed-Karikatur
und Zeichnungen, die sich kritisch
mit dem Islam auseinandersetzen.
Die Stadt Hanau hatte im Januar für
Aufsehen gesorgt, weil sie nach den
Attentaten von Paris die Schau erst
absagte und nach Protesten die Planungen wieder aufnahm. (dpa)
VON KLAUS WALTHER
STOCKHOLM — Es gibt Bücher, die im-
Besucherrekord bei
Festival in Dessau
VALENTIN RASPUTIN
Russischer
Schriftsteller tot
MOSKAU — Der russische Schriftsteller Valentin Rasputin ist tot. Er sei
am Samstag in einem Moskauer
Krankenhaus gestorben, meldete
die Nachrichtenagentur Tass. Der
Schriftsteller wäre gestern 78 Jahre
alt geworden. Rasputin gehörte zu
den sowjetischen Autoren nach dem
Zweiten Weltkrieg, die das Dorf in
den Mittelpunkt ihres Schaffens
stellten. Das harte Bauernleben in
Sibirien lieferte den Stoff für seine
Romane, mit denen er in den 70erJahren bekannt wurde. Sein Werk
„Abschied von Matjora“ gilt als ein
Hauptwerk der sogenannten Dorfprosa in der neueren russischen Literatur. (dpa)
Und wenn es keinen Stuhl gibt, reichen auch andere Sitzgelegenheiten, um in die Welten der Leipziger Buchmesse einzutauchen.
Die Leipziger Buchmesse
zog bis gestern Abend
186.000 Gäste an, die zum
Teil für übervolle Hallen
sorgten. Für Nischen ist
auf dem Messegelände
dennoch Platz.
VON MATTHIAS ZWARG
LEIPZIG — „Für das Wort und die Frei-
heit“, steht an den etwas martialischen Einlassschranken der Leipziger Buchmesse, was die aufmerksamen Sicherheitskräfte nicht daran
hindert, auch mal mit kräftigen
Worten und energischem Griff einem Manga-kostümierten Teenie
klarzumachen, dass die Tageskarte
nur zum einmaligen Eintritt in die
Buchmesse berechtigt – um dem
Mädchen, das frech unter den
Schranken durchkroch, dann aber,
verlegen lächelnd, doch wieder Zutritt zu dem samstäglichen Gedränge zu gewähren.
„Wir sehen im Leben der Menschen viel Leere“, doziert auf der Leseinsel Religion gerade der Autor
Beltrán. Die Buchmesse kann er damit nicht gemeint haben. Die platzt
am Samstag aus allen Nähten. Viele
Gänge sind wegen des Besucherandrangs gesperrt, von einem entspannten Messebesuch kann keine
Rede sein, und Messe-Chef Oliver
Zille hat denn auch für nächstes Jahr
schon Veränderungen angekündigt.
Trotzdem hat auch eine überfüllte Buchmesse Platz für Nischen. Eine hat der Chemnitzer PalisanderVerlag gefunden. So kümmern sich
Viola Rott und Frank Elstner um das
Werk der nicht nur zu DDR-Zeiten
beliebten „Indianer-Schriftstellerin“
Liselotte Welskopf-Henrich. Zu den
Neuerscheinungen des Verlages gehört unter anderem das Buch „Das
Wunder von Little Big Horn“, Erzählungen des Indianers John Okute Sica. „Dieses Buch lag Liselotte Welskopf-Henrich besonders am Herzen, sie hat aber in der DDR nie einen Verlag dafür gefunden“, weiß
Frank Elstner. Er setzt im Übrigen
auch auf das „duale System“ von gedruckten Büchern und E-Books. „Inzwischen machen wir schon zehn
Prozent Umsatz mit E-Books. Und
wir merken auch, dass man damit
den Büchern aus Papier trotzdem
nicht das Wasser abgräbt“, sagt er.
Und setzt auch auf die Nachwirkungen der Buchmesse: „Da passiert im
Nachgang immer noch was.“
Das hofft auch die Annaberger
Zeichnerin und Illustratorin Sylvia
Graupner. Sie ist zum ersten Mal mit
einem eigenen Stand auf der Buchmesse vertreten und findet das
„prächtig“. Die preisgekrönte Künstlerin bereut die Ausgaben für den
Messeauftritt nicht: „Die Messe ist
eine gute Anlaufstelle, um Kontakte
„Inzwischen
machen wir schon
zehn Prozent Umsatz mit E-Books.
Und wir merken
auch, dass man
damit den Büchern
aus Papier trotzdem nicht das
Wasser abgräbt.“
Frank Elstner Verlags-Mitinhaber
zu pflegen und neue zu knüpfen.
Man muss dem Glück ja manchmal
auch einen Stuhl hinstellen.“ Und
sie verweist auf „Sachen, die sich
sonst nicht ergeben hätten“.
Für den Berliner Autor und Verleger Volker Dittrich hat es sich ergeben, dass er eine besonders enge Beziehung zu Chemnitz pflegt. 1986
reiste er zum ersten Mal nach KarlMarx-Stadt, um den Künstler Lutz
Voigtmann zu besuchen. Der lebte
damals in einer Bauhaus-Villa an der
Parkstraße, die bis 1933 dem jüdischen Fabrikanten Walther Sachs
gehört hatte, der später, wie auch an-
FOTO: IMAGO
dere jüdische Bewohner des Hauses,
von den Nazis ermordet wurde. Das
Haus wechselte danach mehrfach
die Besitzer, und Volker Dittrich
ging der Frage nach „Wem gehört
das Haus?“ So auch der Titel seines
neuen Buches, das zur Buchmesse
im Jonas-Verlag erschien. 30 Jahre
lang hat Volker Dittrich zu dem
Haus recherchiert, vor dem inzwischen auch Stolpersteine an die ehemaligen Bewohner erinnern, und er
hat in seinem Buch ein Stück
deutsch-deutsche Geschichte festgehalten, die auch Chemnitzer Geschichte lebendig werden lässt.
Denn Dittrich mag diesen Ort: „Alle
reden immer nur von Dresden und
Leipzig. Aber Chemnitz ist eine interessante Stadt. Das hat ja immer mit
den Menschen zu tun, die man dort
kennt.“
Die leben zumindest nicht in einem Glaskasten wie der „Textbox“,
in der Poetry-Slammer Max Gebhard
wild gestikulierend Texte spricht,
denen nur über Kopfhörer zu lauschen ist. Das schafft eine ganz besondere Nische in den vollgestopften Messehallen, in denen an diesem
Wochenende kein Stuhl, der dem
Glück hingestellt wurde, unbesetzt
blieb.
BILDER von verkleideten Comicfans auf der Messe können
Sie sehen, wenn Sie den Code
per Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/buchmesse15
Im Rausch der kunterbunten Dreiecke
Im Rahmen ihrer
„Prismatic World Tour“
machte Katy Perry am
Freitag Station in Berlin
und begeisterte knapp
10.000 Fans.
VON FRANZISKA MEHLHORN
BERLIN — Prismen sind faszinierende
Gebilde! Unter Berücksichtigung
physikalischer Gesetzmäßigkeiten
zaubert die Dispersion einfach die
schillerndsten Farben. Die perfekte
Grundfläche für ein Prisma ist das
Dreieck. Eben jene Triangulation
machte sich Katy Perry bei ihrer
„Prismatic World Tour“ zunutze,
die am Freitag in der fast ausverkauften O2 World Arena in Berlin gastierte.
Zum Auftakt entstieg die 30-Jährige der Glitzerpyramide auf der
Bühne, und eröffnete das Spektakel
im illuminierten Petticoat-Kleid.
Die folgenden zwei Stunden standen so im Zeichen des kaliforni-
Mit den
Wildgänsen
unterwegs in
Schweden
Nils Holgerssons Mutter:
Vor 75 Jahren starb die
Autorin Selma Lagerlöf
KURT-WEILL-FEST
DESSAU-ROßLAU — Mit hohem Jazzanteil, neuen Spielstätten und Prominenten wie Ute Lemper und Katharina Thalbach hat das KurtWeill-Fest Dessau einen Besucherrekord verzeichnet. Insgesamt kamen
an 17 Festivaltagen mehr als 16.500
Besucher, wie die Organisatoren gestern mitteilten. Zum 23. Mal wurde
das Fest zu Ehren des in Dessau geborenen Komponisten Weill (1900
bis 1950) gefeiert. Im nächsten Jahr
wird das Kurt-Weill-Fest unter dem
Motto „Krenek, Weill & Die Moderne“ stehen. Der Wiener Ernst Krenek ging ebenfalls nach dem Ersten
Weltkrieg zum Studium nach Berlin. Beide Komponisten flüchteten
vor den Nazis ins Exil und fassten in
den USA Fuß – Weill am Broadway
und Krenek als Universitätslehrer.
Zwischen dem 26. Februar und
13. März 2016 sollen Werke beider
Künstler aufgeführt werden. (dpa)
7
schen Superstars. Zwar ist es nicht
mehr besonders innovativ, wie Madonna von Tänzern getragen zu werden, der Ritt auf einem PharaonenPferd erinnerte an Cher und ihren
Elefanten, Pink flatterte schon an
Luftballons durch Arenen und Miley Cyrus ist ihr im zweideutigen Posen weit voraus.
Doch die Tochter eines Pastors
hat den Bogen raus und präsentierte
sich am Freitag als perfekt inszenierte Kunstfigur an der Spitze einer ausgeklügelten Wundertüte, die aus ihren letzten drei Alben nur das Beste
heraussprudeln ließ. Im passenden
Kostüm- und Bühnenlook setzte sie
jegliche Naturgesetze außer Kraft:
Im goldenen Cleopatra-Gewand
nahm sie die frenetisch jubelnden
Fans ins alte Ägypten mit, rockte im
Catsuit, veranstaltete eine 90er-Neon-Party und entzückte im Elfenlook umringt von niedlichen Sonnenblumen. Alles passend garniert
mit überdimensionalen Schmetterlingen, Luftballons, Handtaschen,
Smileys sowie mit Cadillac und Geburtstagstorte. Eine kitschige Angelegenheit, die nicht einmal Disney
und Hello Kitty in Kombination wa-
gen würden! Und genau diese quirlige Harmlosigkeit machte den Reiz
ihrer Show aus und sorgte für einen
Sinnesrausch.
Katy Perry war aber nicht nur die
trashige Ulknudel. Sie hatte auch
stimmlich viel zu bieten, was im
akustischen Teil zur Geltung kam,
als sie selbst zur Gitarre griff. Da fiel
erstmals auf, dass Live-Musiker mit
dabei waren, die in ihren nicht fluoreszierenden Kostümen aber weiter-
hin unsichtbar blieben. Auch wenn
sie den Hits von „I Kissed A Girl“,
„Roar“, „E.T.“, „Hot N Cold“ oder
„Dark Horse“ den letzten Schliff verpassten, so war Katheryn Elizabeth
Hudson, wie Perry bürgerlich heißt,
die Meisterin der Gute-Laune-Hits.
Denn, und das hat sie ihrer Konkurrenz voraus, sie weiß wie Powerpop
funktioniert und tunkt alle ihre
Songs in eine süchtig machende extra Portion Zucker.
Die US-amerikanische Sängerin Katy Perry begeisterte mit ihrer bunten
„Prismatic World Tour“ am Freitag in Berlin.
FOTO: IMAGO
Dieser überdrehte dreifaltige Mix
aus großartiger Stimme, Spaß und
Spektakel machte Katy Perry 2008
mit ihrem Hit „I Kissed A Girl“
schlagartig bekannt. Ein hart erarbeiteter Erfolg auf Ansage. Immerhin hatte sie verkündet, alles zu tun,
um Aufmerksamkeit zu bekommen. Als ihr erstes Album „Katy
Hudson“ 2001 mit mäßiger Resonanz veröffentlicht wurde, hätte so
keiner vermutet, dass sie einmal
weltweit über 11 Millionen Alben
und 80 Millionen Singles verkaufen
würde. Inzwischen mit unzähligen
Preisen ausgezeichnet, befindet sich
so das Mädchen aus Santa Barbara,
das ihre Karriere im heimischen
Gospelchor begann, in der obersten
Liga der internationalen Popstars.
Das Spektakel kumulierte einem
Megastar würdig im Song „Fireworks“ und zeigte noch einmal die
Perrysche Perfektions-Triangulation
aus Musik, Kostüm und Unterhaltung. Im Reifrock mit buntem Feuerwerksaufdruck entschwand Katy
Perry schließlich begleitet von krachender Pyrotechnik wieder in ihrer
Funkelpyramide und hinterließ
ganz verzauberte Fans.
mer wieder gleichermaßen von Kindern und Erwachsenen entdeckt
werden. Zu diesen Klassikern gehört
Selma Lagerlöfs berühmtestes Buch
„Nils Holgerssons wunderbare Reise
durch Schweden“, das soeben in einer Neuübersetzung und Herausgabe durch Thomas Steinfeld in der
„Anderen Bibliothek“ erschienen ist.
Nun gibt es auch in anderen Fällen eine Neubewertung und Neuübersetzung klassischer Romane
und Erzählungen. Wie etwa bei den
Romanen Stendhals, Dostojewskis
und Faulkners „Licht im August“ begegnen wir, wenn man das so sagen
darf, zum ersten Mal dem Original.
Steinfelds Übersetzung ist nicht nur
eine sehr genaue, originalgetreue
Vermittlung, sondern hier wird tatsächlich erstmals das berühmte
Buch in seinem ganzen Umfang ins
Deutsche übertragen. Das Nachwort
verweist auf die gekürzten Texte vorangegangener Editionen.
Der Roman Selma Lagerlöfs hat
seine eigene, besondere Entstehungsgeschichte. Als Selma Lagerlöf, geboren 1858, mit ihrem literarischen Erstling „Gösta Berling“ bekannt geworden war, gab es die Anfrage des schwedischen Lehrerverbandes, ob sie nicht ein Buch für heranwachsende Kinder schreiben
könne, um ihnen Schweden in seinen geografischen Dimensionen,
vor allem aber auch in seiner historischen Größe sichtbar zu machen.
Selma Lagerlöf
Schriftstellerin
FOTO: ARCHIV
Selma Lagerlöf begann mit der
Materialsammlung, und dann hatte
sie auch noch die glänzende poetische Idee, doch einen vorwitzigen
Knaben in einen Wichtel zu verwandeln und ihn mit den Wildgänsen durch ganz Schweden fliegen zu
lassen. Aber mit den vom Lehrerverband gewünschten 2oo Seiten war
es nicht getan, 1906 erschien der erste Band, ein Jahr später der zweite –
und das Buch von nunmehr 7oo Seiten wurde ein Welterfolg. Nils Holgersson erlebte auf seiner Reise
nicht nur die vielfältigen Landschaften Schwedens, sondern eben auch
seine Geschichte – und dies alles in
einer spannenden Handlung, die immer wieder durch Sagen und Geschichten aufgelockert wurde. Die
Neuausgabe mit den schönen Zeichnungen von Bertil Lybeck ist kein
Schulbuch mehr, sondern ein literarisches Ereignis, dessen Lektüre Kindern und Erwachsenen auch heute
noch gleichermaßen zu empfehlen
ist.
Selma Lagerlöf schrieb eine ganze Anzahl von Romanen, Erzählungen und autobiografischen Büchern,
die allesamt nicht den Erfolg des
„Nils Holgersson“ wiederholen
konnten. Sie bekam 19o9 als erste
Frau den Nobelpreis für Literatur
und wurde fünf Jahre später auch
Mitglied der Schwedischen Akademie. Das Gut Marbacka, ihr Geburtsort, musste zunächst von den Eltern
verkauft werden, aber das Nobelpreisgeld machte es möglich, dass
Selma Lagerlöf Marbacka zurückkaufen und zu einem eleganten
Landsitz ausbauen konnte.
Dort starb sie am 16. März 1940.
Aber Nils Holgersson mit den Wildgänsen hat sie überlebt.
BUCHTIPP Selma Lagerlöf: „Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden“.
Übersetzt von Thomas Steinfeld. 703 Seiten.
Sonderausgabe der „Anderen Bibliothek“.
ISBN 978-5-8477-1559-3.
8 Freie Presse
AUS ALLER WELT
Montag, 16. März 2015
Albtraum im Südseeparadies
Mann im Bett stört
Snowden-Auftritt
RIO DE JANEIRO — Bei einem schwe-
Zyklon Pam hat die
Menschen in Vanuatus
Hauptstadt in Todesangst
versetzt. Das Ausmaß der
Verwüstung ist gewaltig.
Dabei haben die Helfer die
entlegenen Inseln noch
nicht einmal erreicht.
Fähre gekentert – viele Tote
VON CHRISTIANE OELRICH
LONDON — Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter und Medien-Informant Edward Snowden (31) hat
bei einem Video-Auftritt auf einer
Londoner Konferenz ungebetene
Gäste in der Leitung gehabt. So
platzte
wegen
Nachlässigkeit der
Organisatoren ein
Mann in einem
Bett in den Chat,
wie der OnlineDienst „Business
Insider“ berichtete. Snowden blieb
cool und stellte fest: „Ich sehe einen
Typen im Bett.“ Nachdem der Mann
anfing, dazwischenzureden, wurde
er aus der Videokonferenz geworfen.
Kurz danach fiel Snowden der
nächste Nutzer mit einem „Holy
Shit“ ins Wort – er wurde ebenfalls
stummgeschaltet. (dpa)
FOTO: IMAGO
ren Busunglück sind im Süden Brasiliens mindestens 49 Menschen
ums Leben gekommen. Der Reisebus stürzte in einer bergigen Gegend
in eine tiefe Schlucht. Der Fahrer
hatte laut Medienberichten in einer
scharfen Kurve die Kontrolle über
den Bus verloren. An Bord war eine
Gruppe von Evangélicos, wie die
Mitglieder der Pfingstgemeinden in
Brasilien genannt werden. Sie waren
zu einer religiösen Veranstaltung
unterwegs. (dpa)
RANGUN — Riesige Wellen haben vor
PORT VILA — Monstersturm, Terror-
der Küste von Myanmar eine verrostete Doppeldecker-Fähre mit mehr
als 200 Menschen an Bord zum Kentern gebracht und Dutzende in den
Tod gerissen. Die Helfer bargen bis
gestern 60 Leichen aus dem Wasser,
teilte das Rote Kreuz des Landes mit.
Die Zahl dürfte den Angaben zufolge aber noch steigen. (dpa)
nacht, das Ende der Welt: Mit diesen
Worten beschreiben Überlebende
die furchtbaren Stunden, in denen
Zyklon Pam den Südseestaat Vanuatu zerstörte. „Ich sitze im Hotel im
Badezimmer und presse mich gegen
die Tür. Die ganze Balkonfront ist gerade zerborsten, und es hört sich an,
als ob das Dach gleich abhebt“,
spricht Alice Clements vom UNKinderhilfswerk Unicef um kurz
nach Mitternacht in fast völliger
Dunkelheit mit zitternder Stimme
in Port Vila in ihr Handy. Das Video
lädt sie später bei Youtube hoch. „Ich
fürchte um mein Leben.“
Und so erlebt es Studentin Desiree Hetzel aus Karlsruhe, die gerade
in Port Vila für ihre Masterarbeit recherchiert: „Wir haben uns im Haus
verbarrikadiert. Aber durch alle Ritzen kam Wasser.“ „Wie Ozeanwellen, die an den Strand krachen“,
empfindet Chloe Morrison vom
Hilfswerk World Vision den tosenden Sturm. „Furchterregend.“
Am Tag danach herrscht erst einmal gespenstische Stille. Port Vila?
„Ein Bild absoluter Verwüstung“,
sagt Morrison. „Als wäre eine Atombombe hochgegangen“, schildert der
Neuseeländer Malcolm Whitlock
im Fernsehen die Lage. „Alle Bäume
sind weg, überall liegt Wellblech“,
sagt Desiree Hetzel. „Wir haben keinen Strom.“ Übrig sind verbeulte
Wellblechhüttenwände, um die tosendes Wasser spült. Menschen waten mit ihrem letzten Hab und Gut
in einer armseligen Plastiktüte
durch knietiefes Wasser. Eine Familie hat eine alte Plastikplane über die
Reste ihrer Hütte geworfen.
„Sämtliche Vegetation in und um
Port Vila liegt flach, Telefon- und
Strommasten liegen auf der Straße“,
sagt Christopher Bartlett, für die
deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) vor Ort.
„Man konnte in den ersten 36 Stunden kaum aus dem Haus, weil
Stromkabel abgerissen über den
Straßen hingen.“
GEWONNEN?
Gewinnzahlen
Lotto am Samstag
15, 21, 23, 39, 43, 48
Superzahl: 1
Spiel 77: 1133398
Super 6: 403761
Euro-Jackpot
Ziehung vom 13. März: 1, 10, 25, 39, 44
Eurozahlen: 1, 2
Glücksspirale
Endziffer(n): 9: 10 ¤, 70: 20 ¤, 894:
50 ¤, 9875: 500 ¤, 73.393: 5000 ¤,
508.279, 987.101: 100.000 ¤, 0.730.219,
0.299.350: monatliche Sofortrente von
7500 ¤
Tele-Bingo
Vier Ecken: B 1, 6, 7, 8, 11, 13, 14, I 18,
24, 25, 28, N 33, 35, 38, 40, 41, 42, 45,
G 51, 54, 58, O 65, 68, 70, 72, 73, 75
Das Kreuz: B 2, 3, I 20, 21,
Der Rahmen: B 12, I 17, 19, N 34, G 49,
57, 59, O 66, 69, Full House: B 9, N 44,
G 46, 47, 50, O 61, 71
Keno
Ziehung vom 14. März: 5, 6, 10, 12, 15,
16, 18, 19, 20, 23, 25, 31, 34, 40, 42, 49,
55, 65, 66, 70
Zusatzlotterie Plus 5: 18523
Ziehung vom 15. März: 3, 4, 13, 14, 16,
18, 20, 24, 27, 30, 34, 37, 39, 41, 46, 48,
54, 58, 59, 66
Zusatzlotterie Plus 5: 05782
Alle Angaben ohne Gewähr
FOTO: IMAGO
Viele Einwohner von Port Vila stehen vor den Trümmern ihrer Existenz.
Südpazifischer Inselstaat mit Bergen und Vulkanen
Verheerender Wirbel
Vanuatu liegt drei Flugstunden
nordöstlich der australischen Metropole Brisban. Es gibt rund 80 Inseln.
Die meisten der 250.000 Einwohner
leben auf den acht größten Inseln. Sie
sind über 850 Kilometer in NordSüd-Richtung verteilt. Die Hauptinsel
Efate hat 65.000 Einwohner, davon
44. 000 in der Hauptstadt Port Vila.
Anders als viele andere Pazifikstaaten hat Vanuatu Berge, Vulkane und
Hochplateaus. Ein Drittel der Landesfläche liegt über 300 Metern. Vanuatu wird oft von Erdbeben erschüttert.
Rund zwölf Prozent der Einwohner lebenunter der Armutsgrenze. Größte
Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft und der Tourismus. (dpa)
Mit gnadenloser Gewalt ist Zyklon Pam über den Inselstaat gezogen. Die Zustände in Port Vila sind
schlimm genug. Wie es aber auf den
anderen Inseln aussieht, weiß auch
gestern niemand. Mehr als 180.000
Menschen sind von der Außenwelt
abgeschnitten, kein Handy funktioniert, niemand hat Kontakt. „Wir haben eben eine Luftaufnahme gesehen, von einer anderen Insel: Es sah
so aus, als seien alle Häuserreihen
komplett zerstört“, berichtet Hetzel.
„Die Leute können das Ausmaß
kaum fassen“, sagt Bartlett. Stummes Entsetzen sieht auch Morrison
in den Gesichtern. Aber als allererstes habe sich jeder um den Nachbarn
gekümmert: „Das ist typisch, die
Leute halten zusammen hier“, sagt
sie. Vanuatu ist bekannt für die Herzenswärme der Menschen.
Der Inselstaat wurde vor ein paar
Jahren von einer Stiftung, die Wert
auf Umweltverträglichkeit und Lebensgefühl legt, zum „glücklichsten
Platz der Welt“ gekürt. Die Tourismusbehörde macht bis heute Rekla-
me damit, zu Bildern von kilometerlangen Sandstränden und tropischen Regenwäldern. Dabei sind die
Menschen Katastrophen gewohnt,
Erdbeben und Vulkanausbrüche.
Nie haben sie sich unterkriegen lassen. Die Dimension von Pam aber ist
beispiellos. „Unsere Hoffnung auf eine blühende Zukunft ist zerstört“,
sagte Vanuatus Präsident Baldwin
Lonsdale.
Auch Nachbarstaaten meldeten
schwere Schäden, darunter Neukaledonien und die Salomonen-Inseln.
In Tuvalu seien 45 Prozent der
10.000 Einwohner betroffen, sagte
Regierungschef Enele Sopoaga. „Wir
machen uns Sorgen, ob Nahrung,
Trinkwasser und Arzneimittel reichen.“ Gestern nahm der Pam Kurs
auf Neuseeland. Der Wetterdienst
warnte vor Sturmfluten. (dpa)
Im Indischen Ozean und im südlichen Pazifik werden tropische Wirbelstürme Zyklone genannt. Im westlichen Atlantik und im östlichen Pazifik
spricht man von Hurrikan, im westlichen Pazifik von Taifun. Sie entstehen
über dem Meer, wenn das Oberflächenwasser mindestens 26 Grad
warm ist und stark verdunstet. Die
durch die Erddrehung entstehende
sogenannte Corioliskraft bewirkt,
dass die Luft sich um das Zentrum
dreht. Über Land verliert der Sturm
schnell an Kraft, da dann der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen
fehlt.
EIN VIDEO ÜBER DIE ZERSTÖRUNGEN können Sie ansehen, wenn Sie den QR-Code
mit dem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/vanuatu
Tropische Wirbelstürme können einen Durchmesser von einigen hundert Kilometern haben. Typisches
Kennzeichen ist das sogenannte Auge, eine windstille Zone von etwa
20 Kilometern Durchmesser im Wirbelzentrum. Die Luftmassen rotieren
rasend schnell entgegen des Uhrzeigersinns um das Auge des Sturms.
Der Sturm selbst bewegt sich hingegen eher gemächlich vorwärts. Sein
Weg kann relativ gut vorausberechnet
werden. Für Menschen sind nicht nur
die Stürme selbst gefährlich, sondern
auch die von ihnen ausgelösten Flutwellen.
Je nach Windstärke werden Wirbelstürme auf einer Skala von 1 (119 bis
153 Kilometer pro Stunde) bis 5
(schneller als 249 Kilometer pro Stunde) eingeteilt. (dpa)
LEUTE HEUTE
Eros Ramazzotti (51), italienischer
Popsänger, ist zum dritten Mal Vater
geworden. „Gestern um 16.40 Uhr
ist Gabrio Tullio geboren“, schrieb
Ramazzotti gestern
auf Twitter. „Er
wiegt 3800 Gramm
und spielt bereits
Gitarre“. Es ist das
zweite Kind des
Sängers („Più bella
cosa“) mit seiner
Partnerin Marica
Pellegrinelli. Das Paar hat bereits eine Tochter, die 2011 geboren wurde.
Aus seiner Ehe mit der Moderatorin
Michelle Hunziker hat Ramazzotti
eine weitere Tochter, die 18 Jahre alte Aurora. (dpa)
FOTO: PEDERSEN ONORATI/DPA/ARCHIV
Bus in Schlucht gestürzt
VIDEO-CHAT
Elton John (67), britischer Popstar,
ist sauer auf Domenico Dolce (56)
und Stefano Gabbana (52). Die selbst
offen schwulen Designer hatten in
der italienischen
Zeitschrift „Panorama“ ihre Ablehnung von sogenannten „synthetischen Babys“ und
„gemieteten Gebärmüttern“ publik gemacht – zum Ärger
von John, der mit seinem Mann zwei
Kinder hat, die eine Leihmutter zur
Welt brachte. „Wie kommt Ihr dazu,
meine schönen Kinder als ,künstlich‘ zu bezeichnen“, schrieb Elton
John bei Instagram. „Euer altertümliches Denken ist hinter der Zeit, genau wie eure Mode.“ Er werde nie
Dolce und Gabbana tragen. dpa)
FOTO: STEFFEN SCHMIDT/DPA/ARCHIV
KURZ GEMELDET
*N X,PP,M ? ?B@P4
Åû
Å6
N×zª¬Œš4
¯
?Œšš‥flŒƒ‘
*éflíƒflþ
<¬Œþ˙flþšª‘¬
ó
û
¯6
3Œzªšfl¬pflé˙
ŞŴ ?flšflé
YŒþƒ Œþ ¹Þôª
X×éízª‘˝ ¿&é (ªflÞþŒš4
*Œ
Åû
?Œ
Åû
´
6£´
´
û
6
Å6£´
ªflŒšflé
í×þþŒ˙
‥׬¹Œ˙
*×
²
û
6£´
´
’‘˝š4flþ
3éflŒpflé˙
4¬‘˝zª‘˝
?‘éŒflþpflé˙
^‥Œz¹‘˝
þþ‘pflé˙Ø’˝zªª×¬4
˝flép‘zª
˝fl
L¬‘˝flþ
û
4Á鬌š4
(ªflÞþŒš4
ž
5×0fléí‥fl郑
û
NŒflí‘
=flŒÎ4Œ˙
Åž
Åû
ů
¯
3é
´
û
ž£´
6£´
O‘
û
ž
û
6£´
ÅóÖ6ûÖž6Å´
5Ázªíš‥fléšfl Œþ '(
QŒfl¿íš‥fléšfl Œþ '(
@Œflƒfléízª¬‘˙탑˝flé Œþ ª
O×þþflþízªflŒþƒ‘˝flé Œþ ª
OzªþflflØ
Nfl˙flþØ
@flpfl¬
Nfl˙flþ
íš‘é¹
OzªþflflØ
ízª‘˝flé
ízª‘˝flé
pfl‥Á¬¹š
éfl˙flþØ
pflƒflz¹š
OÎé&ªØ
4fl‥Œššflé ízª‘˝flé OzªþflflØ
Ozªþflfl
éfl˙flþ
éfl˙flþ
Nö›Ł¯›¦⁄› P›½Ë›å_öÿ囦
5fl˝šfl¢ 5¦ ⁄›ã ›ãëò›¦ O^¯›ë—bß…ò›
´^¦⁄›ã¦ ò›Łßë ⁄Łx—ò› W−ßœ›¦ &−ã˝ª
n›ã¡ ⁄^n›Ł nß›Łnò ›ë ˝n›ã´Ł›¯›¦⁄
òã−xœ›¦Ó \ÿ½ O^¯›ë›¦⁄› —Ł¦ ´›ã⁄›¦
⁄Ł› W−ßœ›¦ &−¦ M˝⁄›¦ ^ßß½b—ߣx—
⁄˝¦¦›ãÓ *Ł› M−¦¦› Łëò ⁄^¦¦ ›ò´^ë
—bÿ…Ł¯›ã 1ÿ ë›—›¦Ó *›ã WŁ¦⁄ ´›—ò
ëò^㜠^ÿë ë˝⁄³ëòߣx—›¦ LŁx—òÿ¦¯›¦Ó
*Ł› O›½È›ã^òÿ㛦 œß›òò›ã¦ ^½ O^¯›
^ÿ… ì nŁë Ĉ 3ã^⁄Ó ?^x—òë 룦œ›¦ ⁄Ł›
W›ãò› ⁄^¦¦ ^ÿ… ì nŁë ù 3ã^⁄Ó
˝ííŒzªšflþ¢ >−㯛¦ ´^¦⁄›ã¦ ´Ł›ª
⁄›ã—−ßò W−ßœ›¦ &−ã˝n›ã¡ ⁄Ł› ⁄›¦
M−¦¦›¦ëx—›Ł¦ ÿ¦ò›ãnã›x—›¦Ó *Ł›
O›½È›ã^òÿ㛦 ë›ò1›¦ Ł—㛦 ÿ…ª
´bãòëò㛦⁄ …−ãòÓ *›ã >Łòò´−x— ´Łã⁄
…ã˝—ßŁ¦¯ë—^…ò¡ ½Łß⁄ ÿ¦⁄ —›Łò›ãÓ \ÿ½
*−¦¦›ãëò^¯ …−߯ò ëÈ˝ãn^ã› nœ˝—ª
ßÿ¦¯¡ ÿ¦⁄ ⁄Ł› W−ßœ›¦ ¦›—½›¦ 1ÿÓ
’Œ×‥flššflé¢ *Ł› W›òò›ãß^¯› nãŁ¦¯ò
&›ãëòbãœò ã—›ÿ½^òŁëx—› ÿ¦⁄ ^ëò—½^ª
òŁëx—› ’›ëx—´›ã⁄›¦Ó >›¦ëx—›¦ ½Łò
ëx—´^¦œ›¦⁄›½ ’ßÿò⁄ãÿxœ ë−ßßò›¦
¦ëò㛦¯ÿ¦¯›¦ &›ã½›Ł⁄›¦Ó *Ł› J−ߪ
ß›¦ &−¦ ,ãß›¡ 4^ë›ß¡ W›Ł⁄› ÿ¦⁄ J^Ȫ
È›ß …ߣ›¯›¦ ëx—´^x— nŁë ½b˘Ł¯Ó
ØÅ6'(
Ø´'(
6'(
´'(
O×þþflþ‘˝¿˙‘þ˙¢
O×þþflþ˝þšflé˙‘þ˙¢
?×þƒ‘˝¿˙‘þ˙¢
?×þƒ˝þšflé˙‘þ˙¢
6ó¢žÅ Sªé
Ŷ¢Å¯ Sªé
6û¢¯´ Sªé
Åû¢ž´ Sªé
Oš×z¹ª×¬Þ
5fl¬íŒþ¹Œ
<×Îflþª‘˙flþ
=×þƒ×þ
’fl鬌þ
Y‘éízª‘˝
Lé‘˙
LԎΒ
’‘ífl¬
YŒflþ
’˝ƒ‘Îflíš
’Œ‘é錚4
=Œíí‘p×þ
’˝¹‘éflíš
?‘ƒéŒƒ
N×Þ
¬˙Œflé
Q˝þŒí
6íš‘þp˝¬
šªflþ
N×íš×z¹
5‘Þp˝é˙
<Á¬þ
Yflššfl鬑˙fl¢ 4−x— <ÿŁë^ 1Ł›—ò ›Ł¦ ´›¦Ł¯ ¦^x— M˝⁄−ëò›¦ ÿ¦⁄ ¦Łëò›ò ëŁx— ˝n›ã
⁄›½ ?−ã⁄´›ëò›¦ Lÿëëß^¦⁄ë ›Ł¦Ó *›ã 4−x—⁄ãÿxœ›Ł¦…ßÿëë ã›Łx—ò &−¦ <^ÈÈß^¦⁄
nŁë 1ÿ½ Mx—´^ã1›¦ >››ãÓ *−ãò ëx—›Ł¦ò —bÿ…Ł¯ ⁄Ł› M−¦¦›Ó OŁ›…ë n›…Ł¦⁄›¦ ëŁx—
^½ >Łòò›ß½››ã ÿ¦⁄ ˝n›ã ⁄›½ ³ëòߣx—›¦ òß^¦òŁœÓ
(ªflÞþŒš4
3é‘þ¹¿˝éš
@&éþpflé˙
?&þzªflþ
Å6'(
*˝p¬Œþ
<‘þ‘éŒízªfl 6þífl¬þ
’fl鬌þ
QflÞÎflé‘š˝éflþ ˙flíšfléþ Åž Sªé¢
¯ 4鑃
˝fl
ó 4鑃
’fl鬌þ
ØÅ 4鑃
(‘é¬í¿fl¬ƒ
¯ 4鑃
(ªflÞþŒš4
´ 4鑃
*éflíƒflþ
Øû 4鑃
3Œzªšfl¬pflé˙
´ 4鑃
4flé‘
ó 4鑃
4Á鬌š4
ó 4鑃
=flŒÎ4Œ˙
¯ 4鑃
L¬‘˝flþ
ØÅ 4鑃
^Œþþ‥‘¬ƒ
ØÅ´'(
Cí¬×
Å´'(
ž6'(
ž´'(
û6'(
û´'(
QflÞÎflé‘š˝é‘þ˙‘pflþ pŒ¬ƒflþ ƒŒfl 5ÁzªíšØ ˝þƒ QŒfl¿íš‥fléšfl ƒflí ž¯ØOš˝þƒflþØQ‘˙flí ‘pÖ
NflŒífl‥flššflé ªfl˝šfl
Åû'
šªflþ
ž6'
þš‘¬0‘
ů'
’‘ézfl¬×þ‘
Å´'
’˝ƒ‘Îflíš
²'
6íš‘þp˝¬
žû'
<‘Œé×
ñ'
<×Îflþª‘˙flþ
Åñ'
=Œíí‘p×þ
²'
=×þƒ×þ
ªflŒšflé
í×þþŒ˙
ªflŒšflé
‥׬¹Œ˙
pflƒflz¹š
ªflŒšflé
íš‘é¹ pfl‥Á¬¹š
ªflŒšflé
íš‘é¹ pfl‥Á¬¹š
?×í¹‘˝
@Œ44‘
L‘¬Þ‘ ƒÖ ?Ö
LԎΒ
Lé‘˙
N×Þ
Oš×z¹ª×¬Þ
Q˝þŒí
X‘éþ‘
YŒflþ
¯'
ů'
Åñ'
ů'
ů'
Åž'
¶'
Ų'
ÅÅ'
Åž'
‥׬¹Œ˙
íš‘é¹ pfl‥Á¬¹š
íš‘é¹ pfl‥Á¬¹š
‥׬¹Œ˙
‥׬¹Œ˙
Nfl˙flþ
í×þþŒ˙
íš‘é¹ pfl‥Á¬¹š
ªflŒšflé
‥׬¹Œ˙
PLAUENER ZEITUNG
Freie Presse
Montag, 16. März 2015
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
TINO BEYER
03741 408-15156
red.plauen@freiepresse.de
Seite 9
Vater und Sohn:
XXL-Ausgabe
MOMENT MAL
Mal was anderes
Alle 194 Bildgeschichten der bekannten Figuren von e.o.plauen in
einem Band vereint: Der Südverlag
aus Konstanz in Baden-Württemberg – im Bild Mitarbeiter Jürgen
Kummer – hat auf der Leipziger
Buchmesse eine überarbeitete Ausgabe mit dem Gesamtwerk der Helden von Erich Ohser vorgestellt. Es
handelt sich dabei um eine hochwertige Ganzleinenausgabe, die 320
Seiten stark ist. Die Schmuckausgabe zum Preis von 25 Euro enthält
neben allen Streichen außerdem die
Vita von Erich Ohser alias e.o.plauen sowie Informationen zur Entstehungsgeschichte der beiden Figuren. Zum Verlagsprogramm gehören weiterhin zwei Bände mit je
33 colorierten Geschichten, ein Geburtstagskalender, Postkarten sowie
die von Elke Schulze verfasste Erich-Ohser-Biografie. FOTO: CARSTEN STEPS
Alles geht vorüber. Diese drei Worte
sprechen wir selbst aus, bekommen
sie gelegentlich aber auch von anderen Menschen zu hören. Alles geht
vorüber – das trifft auf Situationen
in Freud und Leid gleichermaßen
zu. Die beliebte Phrase mahnt Ernüchterung in glücklicher Stunde
an, versucht zu trösten angesichts
von Kummer und Schmerz. Leben
ist und bleibt noch immer das, was
wir daraus machen. Und wenn Sie
demnächst mal was anderes als
flotten Spruch brauchen anstelle
des abgelutschten „Alles geht vorüber“ , bitteschön: Das Leben wäre
halb so schwer, wenn es etwas
leichter wär‘. (ach)
NACHRICHTEN
MORGENBERGSTRASSE
EINEN WEITEREN TEXT über die Buchmesse lesen Sie auf Seite 11.
Diebstahl-Bande in
Supermarkt erwischt
PLAUEN — Vier Männer im Alter zwischen 28 und 53 Jahren sind am
Samstagvormittag beim Diebstahl
auf frischer Tat ertappt worden, als
sie in einem Supermarkt in der Plauener Morgenbergstraße Spirituosen
sowie Elektroartikel im Wert von
rund 200 Euro mitgehen lassen
wollten. Bei der Kontrolle des Mercedes, mit dem die Bande gekommen war, wurden die Polizeibeamten fündig. Im Kofferraum entdeckten sie weitere Spirituosen und Elektronikgegenstände. Außerdem fanden sie zwei Taschen, die für Ladendiebstähle besonders präpariert
worden waren. Die vier Männer sind
für die Polizei wegen einer Reihe anderer Delikte kein unbeschriebenes
Blatt. Nach Rücksprache mit der
Staatsanwaltschaft und dem Richter
mussten sie nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen auf freien
Fuß gesetzt werden. (räch)
BLECHSCHADEN
Auto rammt Bimm
auf Bahnhofstraße
PLAUEN — Verkehrsunfall in Plauen,
in den die Straßenbahn und ein Auto am Samstagnachmittag verwickelt waren: Der 28 Jahre alte Fahrer
eines Opel befuhr gegen 14 Uhr die
Jößnitzer Straße Richtung Karlstraße. Als er die Bahnhofstraße überquerte, missachtete er die Vorfahrt
der Bimm, die aus Richtung Postplatz zum Oberen Bahnhof unterwegs war. Es kam zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge. Verletzt
wurde dabei niemand, teilte die Polizeidirektion gestern mit. Der gesamte Schaden beläuft sich nach Schätzungen auf 4500 Euro. (räch)
Straßenbauer stehen in den Startlöchern
Spätestens im Mai geht es
wieder los. Baustellen bestimmen dann das Bild
auf den Straßen. Im Vogtland sind sie ausgewogen
verteilt. Dabei geht es
nicht allein um die motorisierten Zeitgenossen.
8
Reichenbach
6
10
1
2. Plauen Fahrbahnerneuerung
auf der B 92: Juni bis Oktober 2015
16
92
3. Plauen Fahrbahnerneuerung
Reichenbacher Straße (B 173): Juni/Juli 2015
Pausa
Lengenfeld
9
282
72
PLAUEN — Mit dem Anstieg der Tem-
peraturen tauchen sie wieder vermehrt auf: die Straßenbaustellen.
Auf der Autobahn, den Bundes-,
Staats- und Kreisstraßen im Vogtland werden davon in den nächsten
Monaten mindestens 17 Stück zu
finden sein. Zuständig für die Planung der einzelnen Projekte sind
das Landesamt für Straßenbau und
Verkehr (Lasuv) in Dresden sowie
das Landratsamt im Vogtlandkreis.
Beide Behörden wollen hierfür rund
17 Millionen Euro ausgeben.
Spannend vor allem für Kraftfahrer wird aber die Antwort auf die
Frage sein, wann die einzelnen Bautrupps anrücken und wie lange sie
bleiben. Denn an vielen der Baustellen wird es auch zu Vollsperrungen
und damit zu lästigen Umleitungen
kommen. „Freie Presse“ hat nachgefragt und eine Übersicht erstellt. Die
Angaben entsprechen dem jetzigen
1. Autobahn 72 Zwischen Pirk und
der Landesgrenze sowie Reichenbach
und Zwickau werden Abschnitte saniert. Bauzeit: Juli bis Oktober 2015
173
2
VON THOMAS H. STRANZ
Wo, wann, was im Vogtland gebaut wird
Geplante Bauvorhaben an Autobahn-,
Bundes-, Staats- und Kreisstraßen
im Vogtlandkreis für das Jahr 2015
Plauen
Auerbach
17
3
4. Rodewisch Fahrbahnerneuerung
auf B 169: September 2015 bis 2016
4
Treuen
5. Oelsnitz Fahrbahnerneuerung
Egerstraße (B 92): 2015 bis 2018
14
Schönau
hö
hönau
ö
169
13
92
Falkenstein
6. Brockau Bau der Ortsumgehung
(S 298): Beginn 2015, Ende 2016
283
Tirpersdorf
rper
p
persdor
15
72
Oelsnitz
7. Kleingera Fahrbahnerneuerung
(S 298): August 2015 bis 2016
12
5
Schöneck
1
173
92
11
Klingenthal
283
VON RAINER RÄCH
PLAUEN — Rolf Keil, der 59-jährige Vi-
ze-Landrat, steht seit Monaten auf
der Matte. Die Vogtland-CDU hat
ihn schon im Oktober für die Landratswahl am 7. Juni nominiert. Und
sonst? Schulterzucken. Man würde
gerne auch einen Bewerber ins Rennen schicken, aber man habe noch
keinen, antworteten die anderen von
„Freie Presse“ befragten Parteien.
Die SPD redet derzeit mit einer
Reihe von Frauen und Männer, die
aus ihrer Sicht für den Job in Frage
kommen. „Wir als SPD“, sagt ihr
vogtländischer Chef Kay Burmeister, „haben einen großen Namen
und müssten von daher einen Bewerber aufstellen.“ Doch ob es dazu
komme, sei ungewiss. „Wir sind in
der Findungsphase“, so Burmeister.
Seine Amtskollegin von den
Vogtland-Linken, Janina Pfau, sieht’s
ähnlich. In rund zwei Wochen wolle
die Partei mit der Sprache rausrücken: So lange werde die Suche nach
einem geeigneten Herausforderer
wohl noch dauern. „Wir reden derzeit mit vielen Personen, auch mit
Parteilosen“, sagt sie. Auf jeden Fall
soll es ein Vogtländer sein.
Die AfD muss ebenfalls passen,
derzeit zumindest. Gleichwohl
schließt die Partei nicht aus, einen
Interessenten zu nominieren. „Wir
sind in der Entscheidungsfindung“,
teilt Gunter Wild mit. Der Vorsitzende des Kreisverbands kann sich vorstellen, einen unabhängigen Bewer-
10. Irfersgrün Fahrbahnerneuerung
(S 293): Juli bis Oktober 2015
11: Zwotental-Schöneck Fahrbahnerneuerung (S 305): Juni bis September 2015
12: Muldenberg Ersatzneubau einer
Brücke (S 304): Termin noch offen
13. Bergen Ersatzneubau Stützwand
(S 301): Mai bis November
14. Auerbach Verlegung der K 7830
in zwei Bauabschnitten: Termin offen
15: Tirpersdorf Fahrbahnerneuerung
nach Kanalbau (K 7837): Termin offen
16. Reichenbach Anbindung Gewerbegebiet an der A 72 (K 8710): Termin
noch offen
9. Pöhl Bau von Geh- und Radwegen
17: Schönau Ersatzneubau einer
Brücke (K 7814): Termin noch offen
Das liege nicht zuletzt daran, „weil
der Haushaltsplan eben noch nicht
bestätigt ist“, sagte Kreissprecherin
Kerstin Büttner auf Anfrage.
Zum Straßenbau-Paket gehört
übrigens auch die Errichtung neuer
Radwedge – darunter etwa der Straßen begleitende Abschnitt an der
S 297 an der Talsperre Pöhl. Und:
„Wir haben begonnen, eine Radverkehrskonzeption für den Landkreis
zu erarbeiten. Damit versprechen
wir uns einen besseren Alltags- und
Freizeitradverkehr. Hier liegen noch
Reserven, die es künftig zu nutzen
gilt“, sagt Vize-Landrat Rolf Keil.
Ariane Bühner / Quelle: Stadt Plauen
Planungsstand, Änderungen sind allerdings jederzeit möglich, lässt die
Sprecherin des Landesamtes, Isabel
Siebert, durchblicken. Und schon
jetzt sei klar, dass nicht alle der heuer begonnenen Baustellen auch
noch in diesem Jahr tatsächlich abgeschlossen werden können.
Das gilt etwa bei einem der großen Vorhaben – der Ortsumgehung
im Netzschkauer Ortsteil Brockau,
die erst 2016 nutzbar sein wird. An
der Egerstraße in Oelsnitz wird gar
bis ins Jahr 2018 gebuddelt.
Bei den vogtländischen Kreisstraßen fehlen Terminangaben völlig.
Neuer Landrat: Erst einer will’s werden
Im Juni wählen die Vogtländer ihren neuen Landkreis-Chef und damit den
Nachfolger von Landrat
Tassilo Lenk. Bislang gibt’s
einen Kandidaten. Das
kann sich noch ändern.
8. Kleingera Ersatzneubau Durchlass
(S 296) August 2015 bis 2016
ander Talsperre (S 297): Beginn im
Mai 2015, Ende 2016
ber zu unterstützen. Deshalb sei die
AfD auch dazu bereit, „mit allen Demokraten, über einen gemeinsamen
parteineutralen Kandidaten zu verhandeln“, so Wild.
Während bei den anderen Parteien also Rätselraten herrscht, hat sich
Rolf Keil
Landratskandidat
der Vogtland-CDU
FOTO: HARALD SULSKI/ARCHIV
die CDU beizeiten auf Rolf Keil als
Favoriten festgelegt. Seine 59 Jahre,
die er auf dem Buckel hat, seien kein
Hindernis: „Ich bin bewusst nach
Plauen gegangen, um eine größere
Aufgabe mit mehr Handlungsspielraum wahrzunehmen“, sagt er. Keil
ist seit Februar 2009 Beigeordneter
des Landrats, sein Schreibtisch steht
seitdem in Plauen. Davor war der
studierte Agrar-Ingenieur rund acht
Jahre Bürgermeister in Schöneck.
Dass es nicht einfach werde nach
einem Wahlsieg, darüber sei er sich
bei der Finanzmisere des Kreises bewusst. Es gebe viele Baustellen. Keil
spricht sich für gute Löhne, Firmenansiedlungen und gute Schulen aus.
Außerdem müsse die Kulturvielfalt
erhalten bleiben. Er befürwortet eine zentrale Vermarktung der Tourismusregion. Falls er am 1. August das
Erbe des dann 67-jährigen Lenk antrete, werde er die Eigenverantwortung der Dezernenten stärken, ihnen mehr Entscheidungsbefugnisse
geben und für mehr Transparenz
sorgen. Kandidat Keil: „Vom Kuschen halte ich nichts.“
Lob kommt von CDU-Kreischef
Sören Voigt: „Unser Landratskandidat hat viel Erfahrung in der Kommunalpolitik und muss aufgrund
seines Alters keine Rücksicht auf eine Wiederwahl nehmen. Das kann
ein großer Vorteil sein.“
KOMMENTAR
Die L-Frage
VON RAINER RÄCH
rainer.raech@freiepresse.de
C
hef des Vogtlandkreises: Ist
denn dieser Job nicht interessant genug? Hat niemand
Lust auf Landrat? Man könnte es fast
meinen bei der Zurückhaltung in
der Kandidatenfrage.
Nun, Rolf Keil (Motto: Keil kann’s)
steht bereit. Jener wackere Mann aus
Schöneck, der bereits 59 Jahre alt ist
und eigentlich früher zum Zug hätte
kommen sollen, wenn Amtsinhaber
Lenk eher gegangen wäre. So war es
in CDU-Kreisen vereinbart, nur so
konnten sie Keil ködern und nach
Plauen locken. Doch Lenk hielt sich
nicht daran. Er zog seine Amtszeit
durch, wurde zum ewigen Landrat.
Ansonsten gibt’s keinen Bewerber auf weiter Flur. Keine Person, die
laut schreit: „Ich will.“ Keine Person,
deren Namen einem spontan einfallen würde. Das wissen die anderen
Parteien nur zu gut, die sich den
Kopf darüber zerbrechen, wie sie
die L-Frage beantworten können.
Wie ernsthaft sind aber solche
Bemühungen? Nun, die Linken werden sicherlich einen Herausforderer
aus dem Ärmel ziehen – sogar ein
Nobody hat gute Chancen, nominiert zu werden. Zweifel dagegen
sind bei der SPD angebracht, die unlängst die Zusammenarbeit mit der
CDU im Kreistag besiegelt hat. Partner im Parlament, Gegner im Wahlkampf also? Kaum vorstellbar. Da ist
eine andere Variante wahrscheinlicher: Als Gegenleistung fürs sozialdemokratische Kopfnicken geben
die Christdemokraten im nächsten
Jahr einen ihrer beiden Beigeordneten-Posten ab – eben an die SPD.
Die Zeit nach Lenk: Sie hat endgültig begonnen.
10 Freie Presse
RAT & HILFE
NOTRUF
Polizei 110,
Feuerwehr und Rettungsdienst 112,
Giftnotruf 0361 730730
ALLGEMEINMEDIZIN
Plauen Stadt und Landkreis Vogtland:
19 - 7 Uhr, Bereitschaft, 116117,
03741 457222
Elsterberg: 19 - 7 Uhr, Rufbereitschaft, 116117, 0365 412176
AUGENARZT
Plauen: 19 - 7 Uhr, nur nach telefonischer Vereinbarung, DM Beate Haller,
Klingenthal, 037467 22197,
0175 1941564, 03741 457222
KINDERARZT
Plauen: 19 - 22 Uhr, Sprechstunde
19 - 22 Uhr, FÄ Ramune KaiserMykolaitiene, Klosterstraße 7,
03741 3836555, 03741 457222
APOTHEKEN
Plauen: 8 - 8 Uhr, Apotheke am
Löwel-Platz, Seminarstraße 7,
03741 5934610
TIERARZT
Plauen: 16 - 6 Uhr, Großtiere,
TÄ Katharina Winkler,
0173 3738229
Plauen: 18 - 22 Uhr, Kleintiere,
DVM Kerstin Brauns, 0172 9605766
Plauen Umland: 16 - 6 Uhr,
DVM Gerdhold Werner,
036645 22259
Auerbach: Kleintierklinik Vogtland Dr.
Roland Zeißler, Kaiserstraße 66,
03744 212471
WIR GRATULIEREN
Pausa: Frank Hadlich 76 Jahre,
Johanna Hufsky 83 Jahre, Eberhard
Schwabe 70 Jahre. Wallengrün: Gerd
Leonhardt 71 Jahre. Theuma: Edeltraut Liebold 92 Jahre, Brigitta Wiefel
86 Jahre. Fasendorf: Theodor Berndt
87 Jahre. Kürbitz: Sigrid Degenkolb
86 Jahre. Mißlareuth: Hanna Spengler 87 Jahre.
Allen die besten Wünsche!
PLAUENER ZEITUNG
Montag, 16. März 2015
Erste Interessenten für neuen
Studiengang an Berufsakademie
Am Tag der offenen Tür
waren sich Studienbewerber und Praxispartner einig: Das künftige Fach
Mineralische Baustoffe ist
ein Schritt nach vorn.
Tag der offenen Tür in der Berufsakademie: Felix Ballin aus Oelsnitz im Gespräch mit Ausbilder Horst Schwotzer von
der PI Ceramic GmbH. In der Hand hält er einen Ultraschallempfänger und Sender aus Keramik.
FOTO: ELLEN LIEBNER
mit einem Praxisbetrieb verbindet,
findet er „ideal“.
„Ich weiß das von Kollegen, die
studiert haben, aber dann keine Praxis im Betrieb hatten“, sagte der Jugendliche. Nachdem er sich im Haus
an der Melanchthonstraße informiert hatte, meinte Felix Ballin:
„Sehr umfangreich.“ Nach Abgabe
seiner Bewerbung an der Akademie
will er jetzt nach einem geeigneten
Unternehmen als Praxispartner suchen. Dazu lag eine Firmenliste am
Samstag in der Berufsakademie aus.
Auf diesem Papier finden sich die
Comcard GmbH Falkenstein, die
Harmona Akkordeon GmbH Klingenthal, MA Automotive Deutschland GmbH Treuen und andere.
Noch halte sich das Interesse an
dem neuen Angebot in Grenzen,
ließ Volker Rausch wissen. Er ist Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit. „Das muss erst bekannt werden“, ergänzte er. Aus diesem Grund
betreibe man Werbung. Außer dem
Oelsnitzer Jugendlichen haben sich
am Samstag noch weitere Interessenten vorgestellt. Für etwa 30 junge
Frauen und Männer ist Platz.
Insgesamt war der Tag der offenen Tür gut besucht. Sogar Interes-
sierte aus Dresden waren nach Plauen gekommen, um sich ein Bild von
der Einrichtung zu machen.
Derzeit gibt es 320 Studenten in
Plauen. Ab Herbst stehen jungen
Leuten im Bereich Technik die beiden Studiengänge Technisches Management und Lebensmittelsicherheit zur Verfügung. Im Bereich Wirtschaft handelt es sich um die beiden
Studiengänge Handel und Internationales Management sowie um Gesundheits- und Sozialmanagement.
Vorm Gebäude und im Haus stellte am Samstag das Technische Hilfswerk Plauen seine Technik vor.
BLITZTIPPS
Heute: Plauen, Tauschwitzer Straße,
Wettinstraße, Schurigstraße; Poppengrün, Oelsnitzer Straße; Klingenthal, Auerbacher Straße; Markneukirchen, Klingenthaler Straße; Adorf,
Markneukirchner Straße; Lengenfeld,
Am Kirchsteig; Bad Elster, Bahnhofstraße.
Morgen: Plauen, Dresdner Straße,
Marie-Curie-Straße, Straßberger
Straße, Am Glockenberg; Mylau,
Reichenbacher Straße; Neumark,
Werdauer Straße; Lengenfeld, Polenzstraße; Netzschkau, Elsterberger
Straße, Greizer Straße; Syrau, Hauptstraße.
Ansteckung: Feuerwehrleute fordern Impfschutz
Versammlung der Feuerwehr Mitte – Probleme kommen zur Sprache: Mangel an Gummistiefeln – Zwei Ehrungen
PLAUEN — Schon die ersten Worte
des Leiters der Feuerwehr Stadtmitte, Rocci Pelz, machten klar, dass er
keine Lobeshymne aufs Rathaus singen wird: „Wir sind geradeso geduldet“. Den Eindruck könne er gewinnen – angesichts zahlreicher ungelöster Probleme. Das gehe schon los
bei solchen Dingen wie Gummistiefeln. „Wir haben nur zwei Paar auf
dem Auto.“ Wenn die Feuerwehr
ausrücke, könne es auch mal nass
werden. „Aber wir haben mehr als
nur zwei Mann auf dem Wagen sitzen, und dann reichen die Stiefel
nicht aus“, erklärte er.
Dass die Männer und Frauen gesund von ihren Einsätzen zurückkommen, das haben alle Grußred-
Garagen, die die
Aussicht vermiesen?
Warum hat die AWG-Wohnungsgenossenschaft Plauen ausgerechnet im Bereich der Hinteren Gellert- und Martin-Luther-Straße einen Komplex von zehn Garagen
gebaut? Das wollen Anwohner
wissen, die ihre bisher schöne Aussicht auf viel Grün vermissen.
Carolin Wolf vom Vorstand der
AWG erklärt hierzu: „Die Garagen
sind ein Ersatz für die erst kürzlich
an der Haselbrunner Straße abgerissenen. Vor dem Bau haben wir uns
mehrfach mit den Garagenmietern
getroffen und den Bedarf erfragt, diese Lösung erschien allen als gute Alternative.“ Wolf räumte ein, dass
manche Anwohner nicht vorbereitet waren. Dabei könnte es sich um
solche handeln, die keine Garage benötigen und deshalb nicht beim
Treff zwischen AWG und Mietern
zugegen waren. Prinzipiell versteht
sie den Unmut nicht. „Es gibt
schlechtere Anblicke“, so Wolf, die
im übrigen darauf verweist, dass es
sich um ein Grundstück der AWG
handelt. „Auf Eigentum darf man
bauen, was man will“, sagt die
AWG-Chefin. (sasch)
VON PETER ALBRECHT
PLAUEN — Lange habe sein Unternehmen an Bildungseinrichtungen
nach einem Studiengang gesucht, in
dem genau jene Inhalte vermittelt
werden, die Mitarbeiter der Firma
beherrschen müssen. „Das ist der
ideale Standort hier“, zeigte sich
Horst Schwotzer von der PI Ceramic
GmbH in Lederhose am Samstagvormittag erfreut, endlich fündig geworden zu sein. Man habe sich in
Thüringen, Oberfranken, Sachsen
und darüber hinaus vergeblich umgesehen. Das neue Studienangebot
Mineralische Baustoffe an der Staatlichen Studienakademie (BA) Plauen sei genau das, wonach man Ausschau hielt. Natürlich nicht nur, um
auszubilden, sondern auch, um Mitarbeiter zu gewinnen.
Felix Ballin aus Oelsnitz hat sich
beim Tag der offenen Tür am Stand
des Unternehmens, das Piezokeramiken herstellt, schon informiert.
Der 19-Jährige besucht das Technische Gymnasium e.o.plauen und ist
einer der ersten Bewerber für den
neuen Studiengang Mineralische
Baustoffe, der von Oktober an auf
dem Plan steht. Mineralische Baustoffe werden zum Beispiel auch
beim Herstellen von verdunkelbarem Glas verarbeitet, weiß der junge
Vogtländer. „Ich habe mich schon
immer für Technik interessiert“, begründete er seine Wahl. Auch das
System an der BA, das ein Studium
IHRE FRAGE
ner den in der Jugendherberge „Alte
Feuerwache“ versammelten Brandschützern gewünscht. Pelz machte
einen Vorschlag zur Gesundheitsvorsorge: eine Impfung gegen Hepatitis A und B. Man werde bei Hochwasser gerufen, müsse Verletzte bergen – dabei könne man sich anstecken. Seine Leute bekommen eine
solche Impfung nicht. Auf diesen
Vorwurf reagierten die Verantwortlichen. „Lassen Sie uns mit Feuerwehrchef Jörg Pöcker darüber reden“, schlug Bürgermeister Levente
Sárközy vor. Um in dieser Sache eine
Entscheidung treffen zu können,
brauche man eine Auflistung jener
Einsätze, bei denen die Gefahr einer
Ansteckung bestanden hat. Die Imp-
fung der Feuerwehrleute sei „gesetzlich nicht vorgeschrieben“. Man
werde das Thema im Feuerwehrausschuss behandeln, sagte Pöcker. Es
gehe um viel Geld, wenn alle Kameraden zu impfen seien. Der Fraktionschef der CDU im Stadtrat, Steffen Zenner, sprach sich für die Vorsorgemaßnahme aus: „Ich bin der
Meinung, Kleidung und Impfung
müssen oberste Priorität haben.“
Zudem stellte der stellvertretende Landrat Rolf Keil (CDU) den Plauenern in Aussicht, dass der Kreis einen Anteil für die Anschaffung des
Löschfahrzeuges TLF 3000 tragen
werde. Wenn man vom Freistaat
wieder die gleiche Summe für Feuerwehren bekomme wie zuletzt, stün-
den die Chancen gut, dass der Kreis
38.000 Euro beisteuere. Auch Plauen
will helfen, hat aber noch keinen genehmigten Haushalt. Die Anschaffung werde jedoch bereits technisch
vorbereitet, berichtete Jörg Pöcker.
Derzeit ist die Wehr mit einem Fahrzeug Baujahr 1997 unterwegs, und
mit einem ebensolchen Rettungsgerät. Das sei nicht mehr zeitgemäß,
kritisierte Rocci Pelz.
Mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven
Dienst ist Annett Zeißig ausgezeichnet worden. Andrea Hartmann erhielt die Ehrenmedaille der Jugendfeuerwehr Sachsen für den Aufbau
und die Förderung der NachwuchsFeuerwehr in Plauen. (pa)
Haben auch Sie eine Frage?
Schreiben Sie an „Freie Presse“,
Kennwort „Ihre Frage“, Postplatz 7 in
08523 Plauen oder E-Mail an:
red.plauen@freiepresse.de
ZUSCHUSSTOPF
Friedhofsfläche
wird hergerichtet
PLAUEN-KAUSCHWITZ — Eine von Bür-
gern kritisierte Fläche am Friedhof
soll mit Hilfe des städtischen Instandhaltungsprogrammes in Ordnung gebracht werden. Das entlaste
die Kauschwitzer Kasse, sagte Ortsvorsteher Ingo Eckardt in der Ortschaftratssitzung. Notfalls hätten
die Ortsvertreter die löchrige Stelle
selbst beseitigen lassen. Nach mehreren Telefonaten mit Verantwortlichen im Rathaus habe er jedoch die
Antwort bekommen, dass die Arbeiten dank dieses Programms möglich
seien. Vom Friedhof in Richtung
Dorfmitte war erst im Vorjahr ein
neuer Fußweg gebaut worden. (pa)
NUTZUNGSVERTRAG
Ortschef sucht
Sportplatz-Erben
PLAUEN-KAUSCHWITZ
— Der Ortschaftsrat sucht Mitglieder der Erbengemeinschaft, denen der Sportplatz an der Zwoschwitzer Straße gehört. Ziel: der Abschluss eines Nutzungsvertrages. Ortsvorsteher Ingo
Eckardt konnte bereits Kontakt zu
einer Erbin herstellen. Eine weitere
Erbin sei 97 Jahre alt und werde von
ihrem Sohn vertreten. (pa)
Fotos als Dreier-Beziehung
Die Galerie Forum K zeigt
in der Ausstellung „So viele Gedanken fliegen“ Werke drei junger Plauener:
Kristin Lehmann, Eusepia
Lehe und Marius Leicht.
VON PETER ALBRECHT
PLAUEN — Diese Idee hätte von Gale-
Marius Leicht, Eusepia Lehe und Kristin Lehmann (v. l.) stellen in der Galerie
Forum K ihre Bilder aus.
FOTO: ELLEN LIEBNER
rie-Gründer Andy Darby stammen
können: „Erst vor einer Woche sind
wir gebeten worden, unsere Bilder
zu zeigen“, berichtete Marius Leicht
auf der Vernissage. Darby hatte im
September 2013, rund drei Monate
vor seinem Tod, unterm Titel „last
minute artists“ eine Exposition mit
drei Wochen Vorbereitungszeit für
die Künstler zusammengestellt.
Diesmal also nur eine Woche.
An den Wänden sind Zusammenstellungen von 400 kleinen Fotoaufnahmen in quadratischem Format zu sehen – mal in Farbe, mal in
Schwarz-Weiß. Der überwiegende
Teil der Arbeiten sind Porträts, Halbakt- und Aktaufnahmen. Es finden
sich aber auch immer wieder Bilder
einer alten Schreibmaschine, einer
Kamera, eine Landschaft, eines Vogels und anderes. Rebecca Schöler,
eine Freundin des Künstlers Marius
Leicht, hielt ihre Eindrücke von dieser Schau in einem Text fest, den
Christian Roscher als Laudatio vortrug. Roscher ist Sänger der Band
von Marius Leicht, die „Polis“ heißt.
Die tiefe menschliche Verbundenheit der drei Akteure werde klar,
wenn man sich die Werke betrachtet, so Roscher. Zwar seien die abgebildeten Personen nackt, „aber doch
verschlossen“, hieß es. „Es scheint,
als wären sie nicht allein“, schrieb
Schöler. Das war die Absicht der
Künstler, die eine Dreier-Beziehung
herstellen wollen zwischen der abgebildeten Person, dem Fotografen
und dem Betrachter der Fotografie.
Jeder Besucher solle sich darauf einlassen, solle alle Fotos zusammen
auf sich wirken lassen und am Ende
dem Eindruck nachspüren, der in
ihm haften bleibt, erklärte Leicht.
Er ist kein Unbekannter in Plauen und als Musiker ein Begriff. Die
Theaterausstatterin Eusepia Lehe
hatte bereits im Vorjahr eine Fotoschau in der Galerie Forum K. Kristin Lehmann ist wie die beiden anderen auch als Fotografin unterwegs. „Derzeit bin ich Mutter“, sagte
die 30-Jährige. Die Künstler überlegen, die bis Ostern geplante Ausstellung mit einer Finissage zu beenden.
Gemäß dem Titel der Exposition „So
viele Gedanken fliegen“ sollen die
Werke davon fliegen – weggetragen
von den Besuchern, die dafür einen
kleinen Obolus geben.
PLAUENER ZEITUNG
Montag, 16. März 2015
NACHRICHTEN
LIE BLINGSBUCH
Preis geht an Krimi
von Maren Schwarz
NEUENSALZ — Der Krimi „Eisschwestern“ von Maren Schwarz ist „Vogtlands Lieblingsbuch 2013“. Das wurde gestern Nachmittag in der Kultur-Kapelle Neuensalz bekannt gegeben. Die Autorin aus Rodewisch
gewann damit nach 2008 erneut diesen Titel, der von den Lesern vergeben wird. Mehr als 1500 Vogtländer
hatten sich zuvor an der Umfrage
beteiligt, die zum inzwischen siebten Mal von der Literaturgesellschaft „Julius Mosen“ veranstaltet
wurde. Insgesamt standen 49 Bücher zur Wahl. Die eigentliche Überraschung war der 2. Platz für das
Buch „Vergessene Wege im Vogtland“ von Markus Köhler und Rebecca Baumgärtel (Meßbach/Oelsnitz). Platz drei ging an den Vogtland-Band der Reihe Sachsens Kulturlandschaft. (tm)
UNFALL
Auto kommt
von der Straße ab
THOßFELL — Ein 18-jähriger Autofah-
rer ist am Samstag mit seinem Wagen im Neuensalzer Ortsteil Thoßfell in einer Rechtskurve von der
Straße abgekommen. Der Toyota des
jungen Mannes kollidierte zunächst
mit einem Verkehrszeichen und landete schließlich im Feld. Laut Polizei
war unangepasste Geschwindigkeit
Grund für den Unfall gewesen, der
sich gegen 1 Uhr morgens zutrug.
Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden wird mit rund 1400 Euro
angegeben. (ts)
KRIMINALITÄT
Dieb entreißt
Rentnerin die Tasche
PLAUEN — Einer 77-jährigen Fußgän-
gerin ist an der Erich-Ohser-Straße
in Plauen die Handtasche geraubt
worden. Laut Polizei soll es sich bei
dem Täter um einen Jungen im Alter
zwischen 13 und 15 Jahre handeln.
Seine Identität ist allerdings unbekannt. Der Täter hatte sich der Frau
von hinten mit einem Fahrrad genähert. Nach dem Raub, der sich bereits am Mittwoch zugetragen hatte,
flüchtete der unbekannte Radfahrer
schließlich in Richtung Preißelpöhl.
(bju)
Freie Presse
Gut gelaunt am Stand:
Syrauerin rockt Buchmesse
Abwasser:
Bürger
wehren sich
gegen Fristen
Am Lachen von Janet
Schaer kommt keiner
vorbei. Die Autorin aus
dem Vogtland zog mit
Fröhlichkeit ganze Heerscharen an ihren Messestand in Leipzig.
Neue Bewegung will
sich bei Demo in Plauen
Gehör verschaffen
VON SYLVIA DIENEL
THEUMA — Rosemarie Sattler fühlt
sich im Stich gelassen, übergangen,
gar betrogen. Von der sächsischen
Politik, ganz besonders aber vom
Vogtlandkreis. Und sie ist nicht die
einzige. Ihrem Aufruf zum Bürgerforum mit dem Kernthema Abwasserentsorgung am Samstag im Theumaer Gasthof „Zum Anker“ folgten
an die 40 Menschen. Die Auerbacher
Initiatorin hatte sich mehr Zuspruch gewünscht, will aber gemeinsam mit den neuen Mitstreitern an ihrem Vorhaben festhalten:
als Bürgerbewegung „Freie Bürger –
Aufbruch Ost“ Missstände im Vogtland aufklären und ausräumen.
VON PETRA STEPS
LEIPZIG/SYRAU — Der Stand in der
Halle 3 auf dem Messegelände war
liebevoll hergerichtet. „Ich habe dafür mein halbes Wohnzimmer ausgeräumt“, sagte Janet Schaer mit
Blick auf die Lampe und einige andere Dekoartikel. Gemütlich und
einladend sollte es nämlich sein um
sie herum.
Kerzen kamen wegen des Brandschutzes nicht in Frage. Der Alarm
hätte besorgte oder ängstlich dreinschauende Besucher zur Folge gehabt. Und das wollte Schaer – auch
bekannt durch die VogtlandradioKolumne „Geheimnisse Ihrer Persönlichkeit“ – nun überhaupt nicht.
Da lockte sie lieber mit dem Duft der
Seifen mit Engelchen und Teufelchen, die sie sich von Beate Stüber
aus Plauen produzieren ließ. Die
„Seifen-Mafia“-Frau hatte sie jüngst
beim Weihnachtsmarkt im Schloss
Netzschkau kennengelernt. Wenn
die Chemie passt, entsteht aus einer
Begegnung mehr – Geschäftliches
wie Privates. Auch in Leipzig.
Männer unerwünscht
„Wir wollten einen anderen Autoren interviewen, aber Sie haben uns
überzeugt“, sagte Marie von der Landesschule Pforta/Sachsen-Anhalt
nach dem Vortrag von Janet Schaer,
dem vor allem junge Leute und
Frauen andächtig lauschten.
Wen wundert es – geht die
37-Jährige doch oft zu Schülern und
bietet ihnen ein außergewöhnliches
Motivationstraining im Rahmen der
11
FOTO: CARSTEN STEPS
Janet Schaer (links) und Denise Kirchner am Stand auf der Leipziger Buchmesse.
Berufsvorbereitung an. Oder sie lädt
zu Mädelsabenden ein – Männer unerwünscht, außer sie spielen Klavier
und singen. „Die Sonne scheint,
egal, wie es Dir geht. Macht’s doch
wie die Sonne“, riet sie den Zuhörern, während Denise Kirchner den
Stand hütete. „Ihr wisst nicht wie?
Kommt zu Halle 3 D 305, ich helfe
Euch“, wischte sie Bedenken beiseite. Überhaupt sind ihr Menschen
mit Bedenken suspekt, und die, die
immer gleich schreien, dass etwas
nicht geht. „Geht an die Stände,
lacht die Menschen an. Das funktioniert übrigens auch bei Lehrern“, ermuntert sie. Und vor allem: „Macht
etwas aus Eurem Leben, denn dazu
ist es da.“
Wer den Vortrag auf dem Messegelände oder die Abendveranstaltung in der Stadt verpasst hat, der
KURZ GEMELDET
Rat Weischlitz tagt heute
WEISCHLITZ — Um die Vergabe von
Bauleistungen im Zusammenhang
mit Maßnahmen des Hochwasserschutzes sowie um Änderungen im
Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Weischlitz Nord-West geht es
heute Abend in der Sitzung des
Gemeinderates. Die öffentliche Zusammenkunft mit angeschlossener
Bürgerfragestunde beginnt um
19 Uhr im Saal des Rathauses am Alten Gut. (ts)
hatte Gelegenheit, sich seine Energie- und Motivationsportion zusammen mit einem Stück Schokolade
oder einem Bonbon am Messestand
abzuholen. „Lebensträume – Wie
wir unser Leben mit Liebe füllen!“
heißt das neueste Buch von Schaer,
das zu den Texten auch die passenden Zeichnungen enthält, genau
wie die Vorgänger „Herzensangelegenheiten“ oder „Ich will!“.
Positives Fazit
Das Messe-Fazit von Schaer ist – wie
könnte es anders sein – positiv. Sie
rechnet nicht mit verkauften
Büchern und Merchandising-Produkten. Oft merkt man ohnehin erst
später, was eine Messe an Aufträgen,
Nachfragen, Kooperationen bringt.
Sie misst die Messe an den Menschen. „Für uns ist es das Größte,
wenn Menschen stehen bleiben, erst
ganz geschafft und konzentriert
schauen, und mit einem Lächeln
und uns mit guter Laune verlassen,
weil wir ihnen unsere Wohlfühleinstellung mitgeben konnten. Uns
tun die Münder weh, weil wir einfach den ganzen Tag mit unseren Besuchern lachen“, gestand sie nach
dem dritten Messetag.
Überrascht sei sie als Erstausstellerin von der gesamten Atmosphäre.
Ihre Einschätzung: „Von der Organisation im Vorfeld bis hin zum Parkplatzwächter sind hier alle Beteiligten gut gelaunt. An unserem Stand
sind ständig Menschen und sagen:
Hier bleiben wir stehen, hier fühlt
man sich gleich wohl.“ Und das ist
der Vogtländerin viel lieber als griesgrämige Gesichter und schlecht gelaunte Leute.
Hochbaum
bei Flüchtlingen
KULTUR
Als verheerend bezeichnet Robert
Hochbaum (Mitte) die Situation im
türkischen Flüchtlingslager Islahiye, wo sich der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Vogtland zum
Informationsbesuch aufhielt. Das
Lager nahe der syrischen Grenze beherbergt 200.000 Menschen. Insgesamt leben in der Türkei 1,8 Millionen Flüchtlinge. „Die Situation in
den nahöstlichen Krisengebieten so
zu verbessern, dass den Menschen
eine baldige Rückkehr in ihre Heimat ermöglicht werden kann, ist
die zentrale Aufgabe ganz Europas
und der gesamten freien westlichen
FOTO: PRIVAT
Welt“, so Hochbaum.
PLAUEN — Der vogtländische Maler
Rudolf Schuster stand am Wochenende beim mittlerweile 39. Kulturellen Frühschoppen im Malzhaus im
Mittelpunkt. Schuster, 1848 in
Markneukirchen geboren und dort
auch 1902 gestorben, habe zu den
besten Landschaftsmalern seiner
Zeit gehört, sagte Referent Frank
Weiß. Dem war es für seinen Vortrag
zudem gelungen, zahlreiche beeindruckende Gemälde aus Privatbesitz
vorzustellen. Den musikalischen
Part zum Frühschoppen im Malzhaus übernahmen erstmals die Musiker vom Consortium musicum
aus Plauen. (oert)
Frühschoppen
erinnert an Maler
Vor allem Rentner betroffen
Vehement setzt sich Sattler gegen
die Frist für den Bau privater BioKleinkläranlagen bis zum 31. Dezember 2015 zur Wehr. Die Regelung treffe überwiegend Rentner
mit sehr kleiner Altersrente, sagte
sie. Die EU habe eine solche Frist nie
gesetzt. Das werde ausschließlich in
Sachsen so gehandhabt, findet die
69-Jährige und fordert die Fristaufhebung. Zwei Zahlen brennen Sattler zudem auf den Nägeln: „Ich frage
mich, wohin 25 Millionen Mark in
den neunziger Jahren im Zweckverband Wasser/Abwasser Vogtland
verschwunden sind.“ Außerdem seien 40 Millionen Euro durch Zinswetten „veruntreut“ worden, ist sie
sicher und verlangt Klärung in Form
eines Untersuchungsausschusses.
Auch an den Petitionsausschuss der
Landesregierung sowie die EU will
sie sich mit einem von Unterschriften gestützten Schreiben richten,
das alle am Samstag genannten Kritikpunkte enthält.
Zweifel am Erfolg
Udo Hackenschmidt und Wolfgang
Klingenberg von der Bürgerinitiative (BI) Sachsenberg-Georgenthal
zweifeln den Erfolg des Schreibens
aus eigener Erfahrung an. „Wir haben in Klingenthal alle demokratischen Mittel in dieser Sache ausgeschöpft. Dabei herausgekommen ist
nichts“, so Hackenschmidt. An der
Sinnhaftigkeit der Landesgesetzgebung übt die BI indes keine Kritik.
Sie sei „bürgerfreundlich“, sagte er.
„Aber nicht genutzt worden.“ Mehr
Wirkung versprechen sich die Klingenthaler von Demos. Daran denkt
auch Sattler. Folglich wird sich die
Bürgerbewegung den zweiwöchentlichen Montagsdemos auf dem Plauener Theaterplatz anschließen.
Klaus Enders legte nahe, das „ein
paar Wochen auszuhalten“, und
schlug vor, zum nächsten Forum
den künftigen Landrat einzuladen.
A N ZE IG E N
!!!
!!""" !$
"$" "$$ *** * * &%
# $$ !$ "
"
"
#
' ! !
!
! (!
'"! !$!
"-" (-'#"#!( - 0"('' #"
0" ( !!" !- '" '-"'" #' '0"" "
" - "!"" (-0'"-(&
( (- '" "" 50 53- 5 " ' "0' " '-
› JZ_c\dd\iYlZ_ ile[ ld :_\de`kq d`k *) >lkjZ_\`e\e
› JZ_c\dd\iYlZ_ ile[ ld [`\ J`cY\ijkiX\ d`k *) >lkjZ_\`e\e
› JZ_c\dd\iYlZ_ ile[ ld GcXl\e d`k *' >lkjZ_\`e\e
'$" " " % )! &* ($
(--- $*6 -5- 1' $6 3606903-10-1
12 Freie Presse
VORSCHAU
WOHIN
Montag, 16. März 2015
Auf Tour zur Blütenpracht in Bad Elster
Die Rhododendronblüte
in Bad Elster und den ehemaligen Rittersitz des
Alberts von Schönberg
können Leser der „Freien
Presse“ bei einer Erlebnistour entdecken.
VON CHRISTIAN WOBST
BAD ELSTER — Das lebendige Moor-
KONZERT
Album „Freiheit“:
Alte und neue Hits
AUERBACH — Falkenberg, mit bür-
gerlichem Namen Ralf Schmidt,
gastiert am Freitag in der Göltzschtalgalerie Nicolaikirche Auerbach. Seit seinem zehnten Lebensjahr steht er auf der Bühne. Er ist
Multiinstrumentalist, Produzent
und komponiert für das Theater.
In den 1980ern war er der Sänger, Komponist und Texter der ostdeutschen Band Stern Meißen.
Schnell avancierte er mit Hits wie
„Wir sind die Sonne“, „Eine Nacht“
und ab Mitte der 1980er unter dem
Künstlernamen IC Falkenberg mit
„Mann im Mond“ und „Dein Herz“
zu einem der erfolgreichsten und
populärsten Künstler im Osten
Deutschlands. Von seinen ersten
beiden Soloalben verkaufte er jeweils über 250.000 Exemplare.
Aktuell ist Falkenberg außerdem in dem Musical „The Rocky
Horror Show“ an der Staatsoperette Dresden als „Eddie“ zu erleben.
In dem Konzert zum aktuellen Album „Freiheit“ vereint der SongPoet und Geschichtenerzähler seine neuen Lieder und seine Klassiker voller Spielfreude, Charme
und Energie. (ike)
DAS KONZERT mit Falkenberg beginnt am
Freitag um 20 Uhr in der Göltzschtalgalerie
Nicolaikirche Auerbach. Der Eintritt an der
Abendkasse kostet 12 Euro.
MUSIK
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25,
Mozart goes Jazz, Klavier-Soiree mit Radim
Vojir, 11. Chursächsische Mozartwochen,
19.30 Uhr
KINDER UND FAMILIE
Plauen: Fanprojekt Plauen, Dobenaustraße 9, Offener Jugendtreff, 9-15 Uhr
Jugendzentrum Oase, Dr.-Karl-Gelbke-Straße 1, Oase-Keller, offener Treff und bring & eat,
15-20 Uhr; O-Ton-(studio), 17 Uhr
Kinder- und Jugendhaus eSeF, Seminarstraße 4, Kinderzentrum, Töpfern, 14-18 Uhr; Jugendzentrum, Fußball in der Halle (ab 10 Jahre), 18 Uhr
Landeskirchliche Gemeinschaft, Fabrikstraße 6, Offener Treff für Kinder von sieben bis
zwölf Jahre zum Spielen, Lesen, Basteln,
16-18 Uhr
Mehrgenerationenhaus, Am Albertplatz 12,
Babygruppe, (ab 3 Monaten), 10 Uhr;
Eltern-Kind-Sport, 15.30 Uhr
Treff „Quartier 30“, Bahnhofstraße 30,
Zumba Kids, 16.45 Uhr; Zumba, 18 Uhr
Auerbach/V: Awo Jugendzentrum High
life, Eisenbahnstraße 49, Offener Treff,
15-20 Uhr
Jugendhaus City-Treff, Breitscheidstraße 33,
Sporttreff in der Halle, 17-19 Uhr,
03744 308686
Schülerfreizeitzentrum, A.-Schubert-Straße 19, Gesellschaftsspiele-Nachmittag,
12-18 Uhr
Falkenstein: Tiergarten, Allee 9, 188 verschiedene Tiere, darunter 111 Säugetiere in
22 Tierarten, Tropenhaus mit 77 Tieren in
39 verschiedenen Arten, 10-16 Uhr, 03745 5421
Jößnitz: Grundschule, Gerhart-Hauptmann-Straße 6, Keramikkurs, 12-17 Uhr
Klingenthal: Tierpark, Amtsberg 22, Einheimische Tiere und exotische Wildtiere, 10-16 Uhr,
037467 22397
Limbach: Fahrbibliothek, am Markt, 13.3015.30 Uhr
Fahrbibliothek, Grundschule, 9-13 Uhr
und Mineralheilbad Bad Elster mit
seinen kunstvoll gestalteten königlichen Anlagen präsentiert sich im
Wonnemonat Mai während der
Rhododendronblüte als farbenfrohe
Kulisse und bietet in Kombination
mit der mondänen Bäderarchitektur
die passende Erholungslandschaft
für die aktuelle Erlebnistour.
„Bei einem Stadtrundgang erleben die Teilnehmer auf königlichen
Spuren den blühenden historischen
Kurpark, werfen einen Blick in das
prachtvolle, 100-jährige König-Albert-Theater und lassen sich durch
einen Blick in das nostalgische Albert-Bad zu einem königlichen
Wohlfühlerlebnis inspirieren“, sagt
Stephan Seitz, Marketingdirektor
der Chursächsischen Veranstaltungs GmbH. Das Unternehmen organisiert das Rahmenprogramm der
Erlebnistour in Bad Elster. Das Theater als letztgebautes deutsches Hoftheater und das Albert-Bad als ein
Aushängeschild sächsischer Bäderarchitektur entstanden vor mehr als
Während der Rhododendronblüte im Mai entfaltet der Park vor dem Königlichen Kurhaus im vogtländischen Bad Elster seine ganze Farbenpracht. Die können die Leser der „Freien Presse“ bei einer Erlebnistour genießen. Tickets
gibt’s in den Geschäftsstellen der Heimatzeitung.
FOTO: CHURSÄCHSISCHE VERANSTALTUNG GMBH
160 Jahren vor allem zu einem
Zweck: um der Erholung zu dienen.
Zum Programm der Erlebnistour
gehört auch ein Besuch des Sächsischen Bademuseums Bad Elster, wo
eine kurzweilige Ausstellung über
die imposante Entwicklung des
sächsischen Staatsbades „Vom
Weberdorf zum Weltbad“ informiert. „Im Museum tauchen die
Teilnehmer der Erlebnistour nicht
nur in die geheimnisvolle Wasserund Moorwelt ein, sondern können
sich danach auch im Brunnentempel der Marienquelle bei einem Glas
heilbringenden Quellwasser stärken“, sagt Stephan Seitz. Das Mittagessen wird im vom königlich-sächsischen Gartenbauinspektor angelegten Areal des historischen Ausflugs-
restaurants „Waldquelle“ direkt vor
dem Naturtheater inmitten des
Waldparks Bad Elster serviert.
Nach dem Mittagessen geht es
weiter zum Kaffeetrinken in das
Café des nahegelegenen Schlosses
Schönberg. „Das Besondere an unserem Café sind neben den ausgesuchten Kaffeespezialitäten und dem saisonalen Torten- und Kuchenange-
VOGTLAND: Am Freitag, 15. Mai geht es von
Reichenbach ab 8.30 Uhr nach Bad Elster. Inhaber der Pressekarte erhalten Tickets in den
Geschäftsstellen der „Freien Presse“ für
65 Euro. Inbegriffen sind die Führungen, das
Mittagessen und das Kaffeegedeck.
VORTRAG
KINO
KREATIVES
AUSSTELLUNG
KONZERT
Walter Krauß:
Original und Maler
Jagd auf Fremde
als Thema aktuell
Fensterdekoration
auf andere Art
Neuberinhaus
zeigt Fotografie
Marcel Brell und
Band in Reichenbach
RODEWISCH — Zu einem Vortrag über
PLAUEN — Am Montag und Dienstag,
den Rodewischer Kunstmaler Walter Krauß (1908 bis 1985) wird für
morgen, 18 Uhr ins Schlösschen auf
der Rodewischer Schlossinsel eingeladen. Drei Oberstufenschüler des
Rodewischer Gymnasiums haben in
Zusammenarbeit mit dem Museum
Rodewisch eine Projektarbeit zu
dem Rodewischer Original erstellt.
Der Eintritt zu diesem Vortrag ist
frei. (ike)
jeweils um 20 Uhr, ist im MalzhausKino der Film „Wir sind jung, wir
sind stark“ zu sehen. In dem Streifen
geht es um den jungen Mann Stefan
und seine Verwicklungen in die Ereignisse, die sich 1992 in RostockLichtenhagen ereigneten, als ein
brauner Mob im Ortsteil Jagd auf
Ausländer machte und Brandsätze
ins sogenannte Sonnenblumenhaus
warf. (ike)
NEUENSALZ — „Landlust – Die Kreativabenteuer auf dem Land“ heißt es
wieder am Mittwoch in der Kapelle
Neuensalz. Dieses Mal geht es um
kreative Dekoration für Ostern.
Kursleiterin Ulrika Stier, die in Mylau die Firma „naturverbunden“ betreibt, zeigt, wie man mit dem Umwickeln eines Eis mit Schnur einen
etwas anderen Fensterschmuck zaubern kann. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr. (ike)
REICHENBACH — Walter Schönenbröcher aus Cottbus zeigt ab morgen im
Neuberinhaus an der Weinholdstraße 7 in Reichenbach seine Ausstellung „Einblick“. Die Schau offeriert
bis 7. Mai fotografische Arbeiten. Eine Vernissage findet am 20. März, 19
Uhr statt, so der Veranstaltungsplan
des Neuberinhauses. Geöffnet ist
dienstags und donnerstags, jeweils
von 10 bis 18 Uhr, sowie eine Stunde
vor Veranstaltungsbeginn. (lk)
REICHENBACH — Liedermacher Marcel Brell und seine Band sind morgen in der Agentur „realitätsverlust“
in Reichenbach, Weinholdstraße 21,
zu Gast. Er stellt sein Album „Alles
gut, so lang man tut“ vor. Er schreibt
Stücke übers Entscheiden und übers
Loslassen, über Reduktion, die auf
befreiende Art und Weise Platz für
Neues macht. Brell ist solo und mit
Band unterwegs. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. (ike)
Markneukirchen: Kinder- und Jugendtreff, Wernitzgrüner Straße 38, Offener Treff,
13.30-19.30 Uhr
Oelsnitz: Jugendzentrum „Halle“, Alte Reichenbacher Str. 27, Tanzkurs, 8 bis 12 J., 1516 Uhr; Tanzkurs, 13 bis 18 Jahre, 16.30-18 Uhr
Kinderzentrum „Goldene Sonne“, RudolfBreitscheid-Platz 1, Offener Treff, 13-18 Uhr;
Lagerfeuer mit Stockbrot, 16 Uhr
Pausa: Jugendclub, Paul-Scharf-Straße,
Spielpunkt - Kreativtag: Frühling, Freizeitangebot des Kinderland Plauen, 15-18 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Schöne
Welt, Ausstellung von Malerei und Collagen
des Familien- und Kulturzentrums Schöne Welt
Plauen, 9-17 Uhr
Leubnitz: Schloss, Am Park 1, „Bahn und Natur“, Ölbilder von Jürgen Batschik aus Leubnitz,
9-13 Uhr
Markneukirchen: Hüttels Musikwerkausstellung Wohlhausen, Hauptstraße 10, Mechanische Musikinstrumente, von der Singvogelspieldose bis zur großen Karussellorgel,
9.30-16 Uhr
Mehltheuer: Kleinstes Musikinstrumenten-Museum, Hohe Straße 9, 1500 Raritäten
inklusive 350 historischer Musikinstrumente,
Vorführung mechanischer Musikinstrumente,
Schauwerkstatt für Zupf-, Streich- und Zungeninstrumente, 9-12 Uhr, 037431 4159
Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum, Bahnhofstraße 4, Deutsche Raumfahrtausstellung, 10-17 Uhr, 037465 2538
Oelsnitz: Zoephelsches Haus, Grabenstraße 31, Sonnen-painting mit der Sonne malen,
Wolfram Hentschel, Meißen, 9-16 Uhr
Zwickau: IHK-Regionalkammer, Äußere
Schneeberger Straße 34, Mein Weg in die
Selbstständigkeit, 14 Unternehmen stellen sich
mittels Exponaten, Foto- und Textdokumenten
vor, 8-18 Uhr, 0375 8140
Kingsman: The Secret Service, ab 16 J,
16.45, 19.45 Uhr;
Seventh Son 3D, ab 12 J, 17.15 Uhr;
SpongeBob Schwammkopf 3D,
14.30 Uhr;
Traumfrauen, ab 12 J, 20 Uhr;
Verstehen Sie die Béliers?, 20.15 Uhr
Greiz: UT 99, Thomasstraße 6,
Telefon: 03661 629111;
Cinderella, 14.30, 17.30, 20.15 Uhr;
Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 20 Uhr;
Focus, ab 12 J, 14.30, 17.15, 20.15 Uhr;
Kingsman: The Secret Service, ab 16 J,
17.15, 20 Uhr;
SpongeBob Schwammkopf 3D, 14.45 Uhr;
Traumfrauen, ab 12 J, 14.45, 17.30 Uhr
Hof: Central-Kino, Altstadt 8, Telefon:
09281 142488;
Asterix im Land der Götter, 14.30 Uhr;
Baymax - Riesiges Robowabohu, ab 6 J,
14.15 Uhr;
Chappie, ab 12 J, 20.15 Uhr;
Cinderella, 14.30, 17, 20 Uhr;
Der große Trip - Wild, ab 12 J, 17.15, 20.15 Uhr;
Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 17, 20 Uhr;
Focus, ab 12 J, 20.15 Uhr;
Into the Woods, ab 6 J, 17 Uhr;
Kingsman: The Secret Service, ab 16 J,
16.45, 20 Uhr;
Seventh Son 3D, ab 12 J, 17 Uhr;
SpongeBob Schwammkopf, 14.30 Uhr;
SpongeBob Schwammkopf 3D, 14.30 Uhr
Scala-Kinocenter, Wörthstraße 4 - 6,
Telefon: 09281 3684;
American Sniper, ab 16 J, 20 Uhr;
Die Trauzeugen AG, ab 12 J, 14.30, 17, 20.15 Uhr;
Frau Müller muss weg!, ab 6 J, 14.30, 20 Uhr;
Fünf Freunde 4, ab 6 J, 14.30 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 14.30, 17 Uhr;
Project Almanac, ab 6 J, 17 Uhr;
Traumfrauen, ab 12 J, 17.30, 20.15 Uhr
Markneukirchen: Harmonie-Lichtspiele,
Erlbacher Straße 4, Telefon: 037422 2637;
Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 20 Uhr
Zwickau: Filmpalast Zwickau,
Poetenweg 6 - 8, Telefon: 0375 3536410;
Cinderella, 17, 19.50 Uhr;
Die Entdeckung der Unendlichkeit,
17.15, 20.15 Uhr;
Die Trauzeugen AG, ab 12 J, 17.15, 20.20 Uhr;
Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 17.10, 19.40 Uhr;
Focus, ab 12 J, 17.20 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 16.55 Uhr;
Kingsman: The Secret Service, ab 16 J,
17.25, 20 Uhr;
Sneak Preview, 20 Uhr;
Traumfrauen, ab 12 J, 20.10 Uhr
unter Tage erleben, telefonische Voranmeldung erbeten unter: 03741 529426
Schaustickerei, Obstgartenweg 1,
Vorführungen an Stickmaschinen, 10-17 Uhr,
03741 443187
Theatercafé, Theaterplatz 1,
Theaterstammtisch, 19 Uhr
Vogtlandbibliothek, Neundorfer Straße 8,
Goethekreis: Sansibar oder der letzte Grund,
Lesung aus dem Roman von Alfred Andersch,
mit Schauspielerin Katharina Giesbertz,
Karlsruhe, 18.15 Uhr
Brunn: Oberer Gasthof, Dr.-EckenerStraße 42, Tanznachmittag, 14 Uhr,
03765 13625
Klingenthal: Vogtland-Arena,
Falkensteiner Straße 133, Besichtigung,
10-17 Uhr, 037467 280860
Schöneck: Bürgerhaus, Kirchstraße 7,
Stricken für alle, 14 Uhr
Syrau: Drachenhöhle, Höhlenberg 10,
Einzige Schauhöhle Sachsens, in 16 m Tiefe
gibt es unterirdische Schönheiten wie Sinterschmuck, kristallklare Seen und Lehmkegel
an den Höhlenwänden, 10-16 Uhr,
037431 3735
Zwickau: Hotel Pränzkow, Salutstraße 51,
Montagsskat des Grand Ouvert Zwickau,
18 Uhr, 0375 453800
AUSSTELLUNGEN
Plauen: Vogtlandkonservatorium, Theaterplatz 4, „Im Unruhestand“, Werke von Wilhelm
Mühsam, 10-18 Uhr
A N ZE I G E
(!( 111 1 1 "*)
) )#$
Falkenberg tritt am Freitagabend
in der Auerbacher Nicolaikirche
auf.
FOTO: FALK BERNHARDT
bot die historische Wandmalerei
aus dem 18. Jahrhundert und der
herrliche Blick von der Terrasse in
die Umgebung“, schwärmt „Schlossherrin“ Hildegard Rubner. Ihr Ehemann Günther wurde in Schönberg
geboren. Gemeinsam übernahmen
sie 1999 die Ruine des Schönberger
Schlosses und rekonstruierten es
sukzessive. Was sie dabei erlebten,
wird während der angebotenen
Schlossführung erläutert. Bei dieser
gibt es aber noch mehr zu berichten,
schließlich wurde Schönberg – der
südlichste Ort Sachsens – erstmalig
im Jahr 1261 urkundlich erwähnt.
Aus dieser Zeit stammt eine Wasserburg mit Bergfried, als Rittersitz von
Albert von Schönberg. Von 1484 bis
1945 befand sich das Schloss im Besitz der Familie von Reitzenstein.
1945 wurde die letzte Schlossherrin, Pia Magyari von Reitzenstein,
geboren 1876, enteignet. Sie verstarb
auf der Insel Rügen. Zu DDR-Zeiten
waren nicht nur Wohnungen, sondern auch Post, Schule, Kino, Bücherei, Kinderferienlager und vieles
mehr im Schloss untergebracht. Von
hohem Denkmalswert sind laut Hildegard Rubner im ersten und zweiten Obergeschoss die Stuckdecken
mit Jagdszenen, mythologischen
Themen und floralen Motiven aus
dem 18. und 19. Jahrhundert.
+/% $$),#
" '" '" +/ +/ #
+ $ %(
// " " &" +/ + #
(0 %%$%!%%
* % " " + " " ++" " +/ +/ #
.+ $(, /*/ % ( *'*& (% $(
$$%%!#%
3598418-10-1
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstr. 33,
03741 1469050;
American Sniper, ab 16 J, 19.45 Uhr;
Asterix im Land der Götter 3D, 14.30 Uhr;
Baymax - Riesiges Robowabohu 3D, ab 6 J,
14.15 Uhr;
Chappie, ab 12 J, 17 Uhr;
Cinderella, 14.30, 17.15, 20.15 Uhr;
Der kleine Drache Kokosnuss, 14.45 Uhr;
Die Trauzeugen AG, ab 12 J, 14.15, 17.15,
20.15 Uhr;
Focus, ab 12 J, 20.15 Uhr;
Fünf Freunde 4, ab 6 J, 14.30 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 14, 16.45 Uhr;
Im Labyrinth des Schweigens, ab 12 J, 17.15,
20.15 Uhr;
Into the Woods, ab 6 J, 17 Uhr;
SONSTIGES
Plauen: Agentur für Arbeit, Neundorfer
Straße 70, Berufsinformationszentrum,
Informationsveranstaltung zu Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundespolizei, Ausbildungsinhalte, Anforderungen und Auswahlverfahren, 14 Uhr
Alaunbergwerk „Ewiges Leben“, Reichsstraße (gegenüber Commerzbank), Plauen
A N ZE I G E
"
WINTERSPORT
'.'
%$'%
-"$
%$
$%'*
' $'
$%' !# $. )/! !( $
$$%% " '.
$+%'$ !
3598423-10-1
Erlbach: Loipen, Loipen gespurt, Schneetelefon 037422 6125 oder www.kegelberg.de
Gottesgab (Bozi Dar): Skiareal Keilberg,
gespurt sind 20 Kilometer für klassischen
Langlauf sowie ca. 15 Kilometer präparierte
Piste für Alpinski
Mühlleithen: Loipen, Kammloipe und
Kielloipe gespurt, Schneetelefon:
037467 22494
Kurort Oberwiesenthal: Fichtelberg,
40 km geräumte Winterwanderwege, Winterrodelbahn geöffnet; Fichtelberg Schwebebahn, Vierenstraße 10, 9-17 Uhr, 037348 12761
Lifte 2/5, 9-16.30 Uhr, 037348 1270
Schwaderbach (Bublava): Skilifte,
Bleiberg, Schneetelefon 00420 352696830,
9-20 Uhr
PLAUENER ZEITUNG
Montag, 16. März 2015
NACHRICHT
TOTALSC HADEN
Autofahrer zu
schnell in der Kurve
Freie Presse
Neustart: Im Landgasthof
Dreihöf zieht wieder Leben ein
22 Bands
spielen am
Mühlteich
In drei Monaten steigt das
13. Moshers-Open-Air
THEUMA — Unangepasste Geschwin-
digkeit war laut Polizei die Ursache
eines Verkehrsunfalls gewesen, bei
dem am späten Freitagnachmittag
ein 32-Jähriger verletzt wurde. Der
Mann war mit einem Renault Laguna von Theuma aus in Richtung
Oelsnitz unterwegs. In einer Linkskurve kam er ins Schleudern. Der
Wagen rutschte in den Seitengraben
und anschließend auf ein Feld. Der
32-jährige Fahrer kam ins Krankenhaus. Am Renault entstand mit rund
3500 Euro wirtschaftlicher Totalschaden. (ts)
KALENDERBLATT
Vor 10 Jahren
UNI WILL NACH PLAUEN — Die West-
böhmische Universität Pilsen will in
Plauen einen Studiengang für
künstlerische Metallgestaltung einrichten. Ab dem Jahr 2006 sollen bis
zu 20 Studenten aus Deutschland
und Tschechien ein Master- oder
Bachelorstudium aufnehmen können. Die Zustimmung der Ministerien in Tschechien und Sachsen steht
noch aus.
Vor 50 Jahren
LUNA WIRD KULTURHAUS — Der Be-
trieb Plauener Gardine ist bereit, das
geschlossene Filmtheater Luna an
der Bahnhofstraße in Plauen zu
übernehmen und daraus ein Kulturhaus für die Firma zu machen. In
dem Gebäude soll dann das Arbeitervarieté auftreten, kündigt Werkdirektor Hans Görner an.
Zweieinhalb Jahre war
der Gasthof in Unterhermsgrün bei Oelsnitz
geschlossen. Am 18. März
soll er wieder öffnen.
VON ECKHARD SOMMER
UNTERHERMSGRÜN/PLAUEN — Von
wegen Landflucht: Birgit Zapf aus
Plauen will der Stadt den Rücken
kehren: „Das schwebt mit schon lange im Kopf herum, denn ich liebe die
Natur. Ich habe eine Möglichkeit gesucht, wo ich einen ‚Marme-Laden‘
betreiben kann. Jetzt hat sich die
Chance ergeben und deshalb gehe
ich diesen Schritt.“ Mit Gelegenheit
meint die 54-Jährige den Landgasthof Dreihöf in Unterhermsgrün. Er,
so hatte sie erfahren, steht seit zweieinhalb Jahren leer. Ihn allein zu
übernehmen, damit würde sie aber
ihre Kräfte übersteigern. Deshalb
konnte sie ihren Sohn Sebastian Blei
überzeugen, das Projekt gemeinsam
anzupacken.
„Mir ist es wichtig,
dass die Leute
sagen, wir gehen
auch zum Wirt.“
Sebastian Blei Chef des Landgasthofes
Dreihöf
Vor 100 Jahren
VERLETZTE FRAU GENESEN — Der nach
dem Mord am Sohn des Müllers der
Hafermühle bei Thoßfell ebenfalls
schwer verletzten Mutter geht es etwas besser. Sie war bei der Tat am
9. März niedergestochen worden. Sie
befinde sich auf dem Weg der Genesung, berichtet die Zeitung. Der Täter sitzt in Haft. (pa)
Viele Worte brauchte es dafür nicht,
denn der 31-Jährige ist von Hause
aus Koch und noch dazu aus Leidenschaft: „Meine Lehre machte ich im
Allgäu, arbeitete zehn Jahre in der
Schweiz, dann ein Jahr in Australien. Die letzte Zeit habe ich etwas anderes gemacht, wollte eigentlich
wieder ins Ausland und habe mir
Alle Hände voll zu tun haben Birgit Zapf und ihr Sohn Sebastian Blei, bevor sie am 18. März den Landgasthof Dreihöf
in Unterhermsgrün nach zweieinhalb Jahren Leerstand wieder öffnen.
FOTO: ECKHARD SOMMER
immer gesagt: Wenn ich wieder in
die Gastronomie gehe, dann nur in
einem Objekt, wo ich mein eigener
Chef bin. Der Landgasthof Dreihöf
ist ideal für einen Neuanfang.“
Bis es am 18. März soweit ist, dass
das traditionsreiche, im Jahre 1875
erbaute Haus – es existiert ein Foto
von 1912, auf dem für den Landgasthof „mit einem staubfreien Biergarten“ geworben wird – wieder öffnet,
heißt es für Birgit Zapf und ihren
Sohn: Arbeit, Arbeit, Arbeit.
Statt des Gastraums im Stile einer
Villa Kunterbunt stehen sie mehr
auf Rustikalität und gediegene Atmosphäre. Oder: Wenn eine Küche
zweieinhalb Jahre unbenutzt gewesen ist, lässt sich leicht denken, wie
es in ihr aussieht. Heinzelmännchen
kommen nicht vorbei, um alles über
Nacht wieder auf Vordermann zu
bringen und herzurichten. Deshalb
hatten die Beiden in den vergangenen Tagen kaum Gelegenheit, die
Beine lang zu machen. Sebastian
Blei: „Wir sind seit Jahresanfang zu
Strich und bringen in alles eine
Struktur rein.“
Birgit Zapf freut sich nicht nur
darauf, ihrem Sohn im Landgasthof
zur Seite zu stehen und die Gäste zu
bewirten. Endlich muss sie ihre Leckereien nicht mehr meist auf
Märkten an den Mann oder die Frau
bringen, kann stattdessen im Nebengebäude den lange gewünschten
„Marme-Laden“ eröffnen, um dort
diverse Chutneys und selbst gekochte Fruchtaufstriche für jeden Geschmack anzubieten. Ihre Kreativität und Phantasie kennt keine Grenzen. Oder wer hat schon einmal Banane-Salbei- oder Ananas-Basili-
13
kum- oder Erdbeer-Spargel-Marmelade beziehungsweise Kaffee-Gelee
namens „Scheherazades Traum“
probiert?
Und Sebastian Blei, der nun eigene Chef? Anders als er es im Allgäu
oder in der Schweiz gewohnt war,
setzt er aufs Vogtländische: „Ich will
eine solide, gutbürgerliche Küche
anbieten, setze auf regionale und
saisonale Produkte. Keine Experimente oder hochgestochenes Essen.
Aber wer es wünscht, kann in Dreihöf künftig mediterrane Gerichte
oder ein asiatisches Sushi-Büffett bekommen. Mir ist wichtig, dass die
Leute sagen ‚Wir gehen nicht nur in
den Landgasthof, wir gehen auch
zum Wirt‘.“ Auch wenn der Dreihöf
noch nicht geöffnet hat, stimmt die
Zukunft optimistisch, denn erste Reservierungen sind bereits gebucht.
REICHENBACH — Die Ouvertüre in der
Vorbereitung des 13. MühlteichOpen-Airs des Reichenbacher Heavy-Metal-Clubs Chronical Moshers
ist gespielt. „Die Running-Order
steht, wir haben deutsche, schwedische und holländische Bands zu
Gast“, informiert Vereinschef Michael Burkhardt über die Vorbereitung des Festivals, das in genau drei
Monaten vom 12. bis 14. Juni steigt
und wieder Magnet für 1000 Metalheads aus ganz Deutschland und
dem Rest der Welt sein sollte.
Eröffnet wird der Konzert-Marathon jeweils von lokal verankerten
Openern. So spielt am Freitag Armageddon Bound aus Markneukirchen
auf, am Samstag eröffnet die Deathmetal-Formation Carnage aus Zwickau den Reigen, der einen Höhepunkt in der Release-Party von Kali
Yuga erlebt. Die Band aus Gera stellt
ihr gleichnamiges Album vor. Mit
dabei ist natürlich Frontmann Jan
Singer, der als Moshers-Mitglied und
Gitarrist der Reichenbacher Band
Artless ein echtes Heimspiel hat.
Neues ist in diesem MühlteichJahr auch vom Kartenvorverkauf zu
vermelden. Der läuft erstmals über
einen Online-Shop der Moshers. Tickets (37,50 Euro) gibt‘s zudem im
„Curry Nr. 3“ an der Rotschauer Straße in Reichenbach und an der Rathenaustraße im Partyservice Norman
Singer, der zudem das Open-Air-Catering übernimmt. (gem)
Heimspiel mit Release-Party am
Mühlteich. Jan Singer tritt mit seiner
Band Kali Yuga auf.
FOTO: CMOA
A N ZE IG E N
MITEINANDER GLÜCKLICH
?‘‘Ÿ
VERKÄUFE
nQæÏÝÓÝA‚n ӎ¡e ‚æÝ
{éÏ eŽn nÓæ¡e‹nŽÝ½
n œn‹Ï œA¡ eA짡
Qn–§œœÝb enÓݧ E—ÝnÏ
íŽÏe œA¡½
?Ċ?ššj
—nÞÞnÐîA¢e^ wÚ ‰™ajÂ䉔”jÂ^ !A—nÐ H 0?­jä‰jÂj †Âj -Cהj ä×
Õyæ ß ¥Õæ W”^ Ðæ jÎÎjÂÅÎj‰™j^ a‰ˆ !‰ja‰~­Âj‰Åj™ ŝމj ×Maj™ˆ
Wj ?ÎÎj^ ™× .jMÅÎ?M†×™~^ Ýjj~j?ÂM²^ 0j­­‰W†Maj™Âj‰™‰~²^
j‰™j ™w?†ÂÎŏÅβu ?W†~jÂjW†Îj
yæ^ææ^ æ¥Êæo|Õɚoo
×ÅwچÂי~u æÐÉyËÕÉæÐÉ¥Ð
KAUFGESUCHE
——nÓ ŽnQn óæœ
jÄ摊W†jš
‘ÜWàٚÇW† ٚa ߊj‘
Ä?wÐ^ a?šš ŠÇÐ aŠj
§èè M?‘a ~jÇW†?wwд
‘‘jÇ ÙÐj ߟš
2Ðj^ ŠW†? ٚa
-Ÿ‘w
PKW VERKAUF
#
" ! "
!: à°se 2¨çЎ¢‚^ =]
æ¥ËÕææš^ 027] æÕËÕæ¥Ê^¥æy8
¥ÐÕ²æææ”^.‰MjÂ^ yÐææ ×Â^ 9jˆ
™™‰W†Î^ םy^ !?Ý^ æ¥yÕ¥Ë
ÊoÉÕÉoæ^ ?~oÐK×ΐ²W”
Ø}¾
nQçÐÞÔÞA‚b
oy ?†Ä
ìŽn— —é[–b nÓæ¡e‹nŽÝ
æ¡e $·ÝŽœŽÓœæÓ
íé¡Ó[‹n¡ eŽÏ
A——n Ȩ—e‹A‹¢ÔÈ
4Þn ç¢e AŽ—Žn
KONTAKTE
—Þn !Ž—ŽÞEÐÔA[‹n¢a #Âaj™^
ja­ÅÎ^ ÎÅ^ +ÅΏ?ÂÎj™^
j”^ ÚÎäj™^ 2™‰wÂ” ä× .­‰Îˆ
äj™­Âj‰Åj™ ~jŲ æÐÉ¥ËoÕ¥ÕæÊ
:n¢eÞ H ꋢ Ž‚çÐn¢
8j‰†™?W†ÎÅw‰~×Âj™Ë.­‰jäj×~ M‰Å
¥šÊæ ?×wÎ .?””j ² .ÎÂ×W²
æÐÉ՚|ËÉÕÉ¥
:n——¢nÔԝAÔÔnçЎ¢^ 0j² æ¥É|Ë
šÐooyæÕ
«[‹ÔÞ¸ÐnŽÔn 8Ë+8^ ”
j~? aj ajwjÎ^ ?Âä?†×™~^
æ¥É|ËoÕÕÊÕÉÉ^ -×a‰ .W†Þ?Âäu
BEKANNTMACHUNGEN
‰jMjà +?®? j‰™å
jϐjw ؙa jÃÆω™
3604831-10-1
mPmÏ $·A AÏÏïx
!EЖ—Ž¢ ç¾ 0¸Žn—ônç‚ÔA—nÐ
Åײ ?jÅ ?Îj .­‰jä² ݲ a² ‰Åj™M²ˆ
?”­w”?ÅW†²^ ݝ” ‰‰ÎCÂÅ­‰jä²ˆ
+×­­j^ ݝ™ ?Îj™ Âä~jM‰Â~jˆ×ˆ
ΝÅ^.W†‰wwj^×~䲈=j­­j‰™j^ .­‰Îˆ
äj™­Âj‰Åj^ ?Âä?†~² æÐÉ¥Ëoy՚|o
Aç{n /
‰™ajÂäj‰ÎÅW†Â‰wÎj™^ Å?‰^ Îäj^
 ʼn^ Î?­­?Â?Îj^ #MŽjÎ‰Ýj
j™~CÅjÂ^ æÐÉÐ|ÐËÉooÐ
óæ m¡mœ
£õ½ mPæÏÝÓÝA
íé¡ÓZŠm¡ íÏ Ï
A––mÓ æÝm
AÏA–d æ¡d AϜm¡aÓ§ím
¡•m– A¡¡mÓa0ÝmzA¡ æ¡d 0mPAÓݍA¡
!EЖ—Ž¢0¸Žn—ônç‚ ä× W†ÅΈ
­Âj‰Åj™ ~jŲ] ?Â×ÅÅj^ .ÎÂ?j™ˆ
M?†™^ .W†‰wwj^ ×ΝÅ^ ?†™†w^
‰Åj™M² M‰Å ¥š|y æÐÉ¥ËÕÉo¥Éo¥
3606352-10-1
")% ,& %& $ &)")0 ! $ 1+* ,
% 111 ! ' 11 $ ///#",&",)")",#
) ) -% )&)#
""%))%, #
SERVICE
ABFALLWIRTSCHAFT HANDWERKER
!$%* " # $/ ,0" "&#00 $
" $*%* !*$% %*%* -
$!$ */-%% 0,+ - -!$$ *$ ( '
ßۙÆW†j™ ‰Ã
, %,) %% ,& ,&%
) .%&%,&") %))#
0, & %
3583187-10-1
#0 "
jÆ ‰jMj åؔ oç³ jMØÃÏÆÏ?~^
-%%-%%% %-* - !/%
3605437-10-1
")% ,& %& $ )&)) * $ 1+ % 111 !1 1 $ ///#",&",)")#
%
PKW ANKAUF
1) .2).'( 073# +
3604973-10-1
=
IMMO/VERMIETUNGEN
/nŽ[‹n¢QA[‹^
äj™ÎÂהř?†^
Õyæ ”Ö 8w²^ ^ |^y˔Õ^
æ¥Êæ ¥y¥æÉo¥ ?M ¥o 2†Â
A——¨ A¢¢Ay
jÇ ŠÇÐ à?†Ä^
Ù MŠÇÐ †jÙÐ
DIENSTLEISTUNGEN
+000)
* %!$-
' *&#3# * 073# 3* # %*+07##
2 +0+0!!3# * %*#3#+"# 3#
1 +0+0!!3# * #6+#0 3# ##0 5%*!#*
#0+3!3##
+0+0!!3# * +!3++ 0 + 3++3+++
+003# * +%*#3#
- ###3# 5%# 76 *+*0# 73* *%0% %!!3#0*7#3#
, #!3# 5%# #6#3## 73" *%0% %!! * 073#
5%" 22)8')28'
##0 * # #0&#0!* 073# ++0# +!4++
$ !$*!%.!$ "(0'0(+
30*3# + 3+!0+ 3# ##73++3+++
5%" 8$)82)28'
* *43# #0*+073# !%! #*36#3##
'8 #*#
*) #
#*0
3606246-10-1
!#
!
!
! #
$#
!! %" #
# #
# # # # "$ $!$
3592276-10-1
3581765-10-1
BAUTROCKNUNG
HAUSGERÄTESERVICE
3581230-10-1
3582981-10-1
BRENN−/BAUSTOFFE
3581094-10-1
Kontakt:
0371/656 15050
3583820-10-1
s 3582802-10-1
14 Freie Presse
BLICK NACH BÖHMEN
NACHRICHTEN
STADTUMBAU
Historischer Markt
erfährt Renaissance
Montag, 16. März 2015
Akkordeon erweist sich für
kleine Stadt als großer Wurf
ST. JOACHIMSTHAL/JÁCHYMOV — Eine
umfangreiche Rekonstruktion erwartet in diesem Jahr den Marktplatz im historischen Zentrum der
Erzgebirgsstadt St. Joachimsthal/
Jáchymov. Nach Informationen der
Verwaltung wird in diesem Zusammenhang auch die zum Grenzübergang Oberwiesenthal führende Straße verlegt. Zudem geplant: der Bau
eines neuen Fußwegs und eines
Parkplatzes. (lada)
MUSEUM
Neue Schau
zeigt Münzfunde
Zum zehnten Mal haben
sich Musikanten im
westböhmischen Brösau/
Brezová zu gemeinsamem
Spiel getroffen. Schon die
Premiere des Festivals war
einst ausverkauft. Jetzt
schaut man auch über die
Grenze nach Klingenthal.
als 100.000 Besuchern hat die Burg
Elbogen/Loket im vergangenen Jahr
wieder zu den gefragtesten Sehenswürdigkeiten des Karlsbader Kreises
gehört. „Wir hoffen, auf diese erfolgreiche Bilanz aufbauen zu können,
und bereiten für die Besucher weitere Attraktionen vor“, so Burgchefin
Nadežda Koláříková gegenüber der
Zeitung „Sokolovsky deník“. Unter
anderem werde die Ausstellung
über die Foltermethoden des Mittelalters noch einmal erweitert.
EGER/CHEB — Einer der größten Fun-
ERDGESCHICHTE
Geologen entdecken
erloschenen Vulkan
MARIENBAD/MARIÁNSKÉ LÁZNE — Geo-
logen haben in direkter Nachbarschaft der Bäderstadt Marienbad/
Mariánské Lázně einen weiteren erloschenen Vulkan nachgewiesen.
Neben dem Berg Podhorní vrch nahe des Dorfs Hohendorf-Abaschin/
Zádub-Závišín wurde bei der Gemeinde Rájov der besagte Vulkan
entdeckt, der vor etwa zehn Millionen Jahren aktiv gewesen ist. Der
Fund wurde durch Gravitationsvermessung bestätigt. (lada)
A N ZE I G E
+ 0
(% (+ .(
(((
#(
' 1+&
$-! !),!,)2-!)
''(("%( . . '+&
(+"+ 222 2 2 $-,
3601408-10-1
TERMINE
19. bis 22. März: Kraslice, Klubhaus: Traditionelle Ausstellung des
Verbands der Ostereier-Maler, geöffnet täglich von 10 bis 17 Uhr.
21. März: Abertamy, Rathaus: Vorführungen im Handschuhmachermuseum, geöffnet von 13 bis 17 Uhr.
22. März: Luby: Frühlingswanderung – 11 Uhr mit dem Zug nach
Großloh/Velký Luh und über Fleißen/Plesná nach Schönbach/Luby.
22./23. März: Cheb, Eisstadion:
Pokalturnier des Eishockeyklubs
Stadion Cheb.
27. März: Karlovy Vary, Bürgerhaus:
Rockkonzert der tschechischen Supergroup. Los geht es 20 Uhr.
27. März: Nejdek, Kulturhaus:
Countrymusik mit drei Bands aus
Westböhmen. Beginn ist 20 Uhr.
28. März: Chomutov, Platz des
1. Mai: Regionaler Bauernmarkt, geöffnet von 8 bis 12 Uhr.
1. April: Fußball, Pokal-Viertelfinale: FK Teplice gegen Viktoria Plzeň.
Rückspiel am 15. April. (tm)
BRÖSAU/BREZOVÁ — Das traditionelle
Treffen der Akkordeonspieler in
Brösau/Březová hat zahlreiche Fans.
Die zehnte Auflage des kleinen Festivals lockte erneut Hunderte Gäste
in das Städtchen unweit von Falkenau/Sokolov. Es ist die einzige Show
dieser Art in der Karlsbader Region.
Das Jubiläum bewies, dass das Interesse daran ungebrochen ist.
Kurios: Entstanden war das Festival einst zufällig. So hatte Bürgermeister Miroslav Bouda zunächst
die Idee, regelmäßig Blaskapellen
und Big Bands für Konzerte nach
Březová zu holen. Daraus wurde
nichts, weil das nötige Geld fehlte.
Aber das ortsansässige Musiker-Ehepaar Homolka steuerte einen anderen Vorschlag bei. „Wir haben uns
gesagt: Wenn wir kein Geld für die
Big Bands haben, wie wäre es mit
Akkordeons? Die Menschen lieben
dieses Instrument. Wir waren auf
mehreren Shows und wissen, wie eine solche Veranstaltung aussehen
sollte. Zumal es bei uns nichts dergleichen gab“, erzählte Hauptorganisatorin Olga Homolková. Es war
das große Los. Bereits zur Premiere
gab es im Saal des Kulturhauses in
Březová kein freies Plätzchen mehr
– restlos ausverkauft.
Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts traten Musiker und Gruppen
aus der ganzen Tschechischen Republik sowie Gäste aus Deutschland
auf – angefangen beim ortsansässigen Dorf-Quartett, das Olga Homolková und ihr Mann Jiří gegründet
haben, bis zu Spitzenvertretern des
Genres wie dem Akkordeonisten
Ondřej Římek. Er lernte das Spielen
des Instruments bei der Hausmusik
von seinem Opa und brachte es
übers Studium am Konservatorium
Anwesen in Elbogen/Loket
zählt rund 100.000 Gäste
ELBOGEN/LOKET — Mit erneut mehr
VON VLADISLAV PODRACKÝ
de von historischen Münzen in der
Tschechischen Republik ist jetzt im
Museum Eger/Cheb zu sehen. Im
Mai 2013 waren unweit des westböhmischen Städtchens Schönbach/Luby 1195 Münzen aus dem
13. und 14. Jahrhundert gefunden
worden. Die Ausstellung mit dem
Titel „Schätze des Egerlandes“ gastiert bis Mitte Juni in Cheb. Geöffnet
ist das Museum dienstags bis sonntags jeweils von 9 bis 12 Uhr und
von 13 bis 17 Uhr. (rewö)
Burg erfreut
sich toller
Resonanz
Beim 10. Akkordeontreffen in Brösau/Brezová traten auch die blinden Schwestern Nikola und Lenka Bukociová auf.
Gründer des Treffens: das Ehepaar
Olga und Jirí Homolká.
Vladimír Strejc aus Okenau/Okounov bei Klösterle/Klášterec nad Ohrí spielte
zum Jubiläum ebenfalls auf.
FOTOS (3): VLADISLAV PODRACKÝ
zu einem der besten Akkordeonspieler des Landes. „Nach Březová
komme ich immer gerne zurück. Es
herrscht eine tolle Atmosphäre, ich
bin immer angenehm überrascht
von der stets hohen Besucherzahl“,
sagt Římek.
Jahr für Jahr genießen jeweils gut
300 zahlende Fans das Festival. In
der Regel werden Volkslieder gespielt, aber es kommen auch populäre Titel, Tango und Kompositionen
von Beethoven zum Vortrag. Zum
Jubiläum 2015 trugen einige Musiker traditionelle Kostüme. „Das hatten wir im Laufe der Jahre noch
nicht, und wir empfinden es als eine
große Ehre“, sagt Olga Homolková,
die ähnliche Auftritte und Details in
den kommenden Auflagen des Treffens beibehalten will. Zudem liebäugelt sie mit einer Erweiterung des
Programms. „Wir planen eine engere Zusammenarbeit mit den Akkordeonisten aus Klingenthal. Sie haben es nach Březová nicht weit. Und
wir wissen, dass es viele großartige
Spieler gibt, darunter auch junge
Leute“, so die Organisatorin. Sie
hofft, dass der Wunsch nach Mitwirkenden aus Klingenthal schon 2016
Wirklichkeit wird.
Unsicher indes bleibe, wie sich
die Auftritte einheimischer junger
Spieler entwickeln. In Musikschulen in Westböhmen ist das Akkordeon als Wahlinstrument eher die
Ausnahme. Die Situation wird
durch den Mangel an Fachliteratur
erschwert. Während Letztere zum
Akkordeon begrenzt vorhanden ist,
gibt es für Instrumenten mit Helikonbass in Tschechien kein Lehrbuch. „Aber ich hoffe, dass es zu einer Renaissance kommt – wie in der
Slowakischen Republik und anderswo – und wir wieder mehr junge
Spieler finden“, so Homolková.
Publizistin berichtet live aus Kulturhauptstadt
Team katalogisiert Sammlung
Weiter überarbeitet und katalogisiert hat das Team der Burg während
der Wintermonate die umfangreiche Sammlung von Porzellan, Waffen, historischem Möbel und Zinngegenständen. 2013 hatte die Stadt
nach einem jahrelangen Rechtsstreit den 10.000 Stücke umfassenden Fundus zurückerhalten.
Diese Exponate sollen künftig im
Zuge von Sonderausstellungen in
den Fokus rücken. Der Anfang war
im Februar 2014 mit der Präsentation historischer Jagd- und Militärwaffen gemacht worden.
Vorbereitungen auf Jubiläum
Begonnen haben indes auch die Vorbereitungen auf den 700. Geburtstag
von Kaiser Karl IV. (1316-1378) am
14. Mai nächsten Jahres. Karl IV. gilt
als Gründer der Bäderstadt Karlsbad.
Während seiner Amtszeit erhielten
Graslitz/Kraslice und 1370 das vogtländische Schöneck Stadtrecht.
In der Hauptsaison verlängern
sich auf der Burg außerdem die täglichen Öffnungszeiten bis 18.30 Uhr.
Letzter Einlass ist dann 18 Uhr. Vom
Fernbleiben russischer Kurgäste, die
sich in den westböhmischen Bädern
erholen, spüre man bisher noch
nichts. „Im Januar war die Zahl der
russischen Besucher tatsächlich etwas niedriger als in den Vorjahren.
Aber im Februar stiegen die Zahlen
wieder an“, sagte Koláříková. (tm)
GEÖFFNET ist die Burg im März täglich von
9 bis 15.30 Uhr, ab April bis 16.30 Uhr. Der
Eintritt kostet für Erwachsene 100 Kronen
(etwa fünf Euro), mit Führung 150 Kronen. Die
Familienkarte hat einen Preis von 300 Kronen. Auf der Burg finden regelmäßig Konzerte statt. Eine aktuelle Programmübersicht
gibt es im Internet.
» www.hradloket.cz
FUSSBALL
Wolftraud de Concini erhält Stipendium in Pilsen/Plzen – Sie führt unter anderem ein Internet-Tagebuch
Auftakt beschert
sieben Gegentore
PILSEN/PLZEN — Die Publizistin und
FALKENAU/SOKOLOV — Seit dem Jahr
Fotografin Wolftraud de Concini berichtet ab April als Stadtschreiberin
aus dem westböhmischen Pilsen/
Plzeň, das in diesem Jahr Europas
Kulturhauptstadt ist. Das entschied
eine Jury des Deutschen Kulturforums Östliches Europa.
Insgesamt bewarben sich 51 Kandidaten für das Stipendium. De Concini, die 1940 im nordböhmischen
Trautenau/Trutnov geboren wurde,
führt während ihres fünfmonatigen
Aufenthalts in Plzeň unter anderem
ein Internet-Tagebuch auf Deutsch
und Italienisch. Auch eine Übersetzung ins Tschechische ist geplant.
Sie wolle mit ihren Projekten vor allem die Geschichte und das gegenwärtige Leben von Minderheiten in
der Stadt vermitteln, etwa von Juden, Roma und Deutschen.
Mit dem Stipendium soll nach
Angaben des Kulturforums das kulturelle Erbe der Deutschen und ihrer Nachbarn in jenen Regionen
Mittel- und Osteuropas gefördert
werden, in denen es deutsche Minderheiten gibt oder gab.
Plzeň hat außerdem die Chance,
mit den Wohnungen, die der namhafte Architekt Adolf Loos (18701933) in der westböhmischen Stadt
gestaltete, im nächsten Jahr mit
dem Europäischen Kulturerbe-Siegel (European Heritage Label) ausgezeichnet zu werden. Über die Nominierung des Loos-Interieurs habe
eine Fachjury entschieden, teilte
eine Mitarbeiterin der TourismusZentrale von Plzeň mit. Am Jahresende entscheiden 13 unabhängige
Experten in Brüssel über die Vergabe des Titels. (tm)
2006 spielt Baník Sokolov in der
2. Fußball-Liga. Zum Auftakt der
Rückrunde musste das von Daniel
Šmejkal (früher 1. FC Nürnberg)
trainierte Team bei Tabellenführer
Olomouc mit 0:7 die bislang höchste
Niederlage einstecken. Das nächste
Heimspiel findet am 28. März statt.
Der Gegner heißt Zlín. Anpfiff ist
10.15 Uhr. (tm) » www.fksokolov.cz
Lukas Bauer entscheidet sich nach der Saison
Der 37-Jährige hat bei der
Weltmeisterschaft in Falun
im Skilanglauf Silber über
50 Kilometer geholt. Sein
erster Triumph liegt nun
schon 18 Jahre zurück.
VON THORALD MEISEL
GOTTESGAB/BOZÍ DAR — Über die Sil-
bermedaille, die Skilangläufer Lukáš
Bauer jüngst über 50 Kilometer bei
der Weltmeisterschaft im schwedischen Falun gewonnen hat, freuten
sich auch seine Fans in Sachsen. Für
den 37-Jährigen aus Gottesgab/Boží
Dar war es ein weiterer großer Erfolg, der seinen Bürgermeister Jan
Horník fast ein wenig in Verlegenheit brachte. „Es ist gar nicht so einfach, ein originelles Geschenk zu
finden“, sagte er der Zeitung „Karlovarsky deník“. Ehrenbürger seines
Heimatstädtchens ist Bauer schon.
Eine Silber- und zwei Bronzemedaillen bei Olympischen Spielen sowie drei 3. Plätze bei Weltmeisterschaften und zwei Gesamtsiege bei
der „Tour de Ski“ gehören zu Bauers
Bilanz. Nicht zu vergessen die Silbermedaille über 30 Kilometer Freistil
1997 bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Canmore (Kanada). Damals war die „Freie Presse“ übrigens
die erste ausländische Zeitung, die
sich für den jungen Mann interessierte. Im April jenes Jahres standen
Bauer und sein Trainer Miroslav
Petrásek erstmals Rede und Antwort. Von Medaillen bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen wagte Bauer, der 1986 über den
Verein Skoda Ostrov zum Skisport
gekommen war, seinerzeit nur zu
träumen. Langlauf der Männer war
zu dieser Zeit auf der böhmischen
Seite des Erzgebirges eine echte
Randsportart. Die Erfolge von Lukáš
Bauer haben das geändert.
Ob er weitermacht oder seine
Laufbahn beendet, will Bauer, wie er
gegenüber „Karlovarsky deník“ sagte, nach der Saison entscheiden.
Lukás Bauer (links) als Vize-Weltmeister der Junioren 1997 mit seinem Trainer Miroslav Petrásek und einem seiner Fans.
FOTO: THORALD MEISEL (ARCHIV)
SPORT AM MONTAG
Freie Presse
Montag, 16. März 2015
Seite S1
Biathlon
Franziska Preuß
holt bei WM im
Massenstart die
Silbermedaille
Seite S5
FUSSBALL
2. Bundesliga
Greuther Fürth
VfL Bochum
SV Darmstadt (N)
FC Kaiserslautern
FC St. Pauli
FC Ingolstadt
VfR Aalen
SV Sandhausen
RB Leipzig (N)
- 1860 München
0:3
- FC Heidenheim (N) 4:1
- FC Union Berlin
5:0
- 1. FC Nürnberg (A) 2:1
- FSV Frankfurt
1:1
- Karlsruher SC
1:2
- Erzgebirge Aue
3:0
- Braunschweig (A) 0:1
- Fort. Düsseldorf heute
1. FC Ingolstadt
25
2. SV Darmstadt (N)
25
3. FC Kaiserslautern
25
4. Karlsruher SC
25
5. Eintr. Braunschweig (A) 25
6. Fort. Düsseldorf
24
7. RB Leipzig (N)
24
8. 1. FC Nürnberg (A)
25
9. FSV Frankfurt
25
10. VfL Bochum
25
11. FC Heidenheim (N)
25
12. SV Sandhausen
25
13. FC Union Berlin
25
14. SpVgg Greuther Fürth 25
15. 1860 München
25
16. VfR Aalen
25
17. FC St. Pauli
25
18. Erzgebirge Aue
25
40:21
34:17
34:23
33:19
32:29
37:32
26:18
30:36
34:39
41:38
34:31
23:29
30:42
25:30
34:39
20:30
26:43
21:38
48
45
45
43
37
36
34
34
33
32
31
31
31
28
25
23
22
21
3. Liga
Wehen Wiesbaden - Holstein Kiel
0:1
Chemnitzer FC
- VfB Stuttgart II
1:0
Bielefeld (A)
- Hansa Rostock
3:2
Fortuna Köln (N) - Bor. Dortmund II
0:0
MSV Duisburg
- SpVgg Unterhaching 1:0
VfL Osnabrück
- Stuttgarter Kickers 4:1
Jahn Regensburg - Rot-Weiß Erfurt
1:0
SG Großaspach (N) - Preußen Münster
1:1
FSV Mainz II (N) - Dynamo Dresden (A) 1:0
Hallescher FC
- Energie Cottbus (A) 3:1
1. Arminia Bielefeld (A)
2. Holstein Kiel
3. Preußen Münster
4. MSV Duisburg
5. Stuttgarter Kickers
6. Energie Cottbus (A)
7. Rot-Weiß Erfurt
8. Wehen Wiesbaden
9. Dynamo Dresden (A)
10. Hallescher FC
11. Chemnitzer FC
12. VfL Osnabrück
13. Fortuna Köln (N)
14. VfB Stuttgart II
15. SpVgg Unterhaching
16. Hansa Rostock
17. SG Großaspach (N)
18. Bor. Dortmund II
19. FSV Mainz II (N)
20. Jahn Regensburg
29
29
29
29
29
29
29
29
29
29
29
29
29
29
29
29
29
29
29
29
60:31
39:19
44:32
43:31
47:36
37:32
41:38
44:34
34:33
37:38
28:27
42:45
32:29
36:44
39:50
40:55
30:51
27:37
29:43
32:56
59
52
50
49
49
47
46
42
41
40
39
39
38
34
32
31
30
26
26
22
SPRUCH DES TAGES
„Wir sind stolz
auf das 0:4 gegen
Bayern München.“
Werder Bremens Trainer Viktor Skripnik
nach der hohen Heimniederlage gegen den
unangefochtenen Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga
Sebastian Vettel musste gefühlt tausend Hände schütteln nach seinem dritten Platz in Melbourne.
Vettels gefühlter Sieg: „Forza Ferrari“
Was für ein Start in seine
neue Karriere. Der Heppenheimer raste gestern in
Australien aufs Podest.
Platz drei fühlt sich an wie
ein Sieg. Vettel meint jetzt:
Ein Angriff auf Mercedes
ist „nicht unmöglich“.
VON JENS MARX
MELBOURNE — Sebastian Vettel be-
LEUTE HEUTE
FOTO: RALF HIRSCHBERGER/DPA
Laura Dahlmeier (21) hat auf ihrer
Medaille die falsche Schreibweise
des Austragungsortes der BiathlonWeltmeisterschaften
entdeckt.
„Kontiolahti
ist
falsch geschrieben,
das ist voll peinlich“, sagte die
frisch gekürte Staffel-Weltmeisterin,
nachdem sie ihre
Medaille nach der
Siegerehrung am
Samstag etwas genauer in Augenschein genommen hatte. Ein „h“ und
ein „t“ war bei der Gravur vertauscht
worden. Und so war „Kontiolathi“
als Austragungsort der BiathlonWM zu lesen. (dpa)
FOTO: SAMPICS
Philipp Lahm (31) hat nach 126 Tagen Verletzungspause beim 4:0-Erfolg des FC Bayern in Bremen sein
Comeback gefeiert. „Da blieb nichts
anderes übrig. Es
war ja keiner mehr
zur
Verfügung,
quasi“, scherzte der
Bayern-Profi über
seine
Einwechslung nach 82 Minuten. „Wenn man
vier Monate ausfällt, viel Zeit im Kraftraum verbringt, dann ist man froh, wenn
man wieder im Stadion auflaufen
darf“, erklärte der Weltmeister. Die
Folgen eines Sprunggelenk-Bruchs
sind auskuriert. Seit vergangenem
Montag nimmt er am Mannschaftstraining teil. Auf einen Startelf-Einsatz muss er noch warten. (dpa)
FOTO: SRDJAN SUKI/DPA
dankte sich auf italienisch bei seinen „ragazzi“ und gab nach dem gefühlten Sieg die Devise für die weitere Saison aus: „Forza Ferrari“. „Als die
Zielflagge runterging, war das ein
großartiges Gefühl“, betonte der
viermalige Formel-1-Weltmeister
nach seiner gelungenen Rennpremiere für die Scuderia und versicherte:
„Es ist eine sehr, sehr große Ehre, ich
bin überglücklich.“ 15 Jahre nach
Michael Schumachers vorzeitigem
Australien-Aus bei seinem FerrariDebüt raste Vettel auf den dritten
Platz.
„Natürlich ist es kein Sieg, aber
für uns fühlt es sich so an“, sagte Vettel. Einzig dem klar überlegenen
Mercedes-Duo mit Weltmeister Lewis Hamilton und Nico Rosberg
musste sich der 39-malige GrandPrix-Gewinner gestern in Melbourne geschlagen geben. Wie sehr
dieser erste Auftritt der leidgeplagten italienischen Motorsportseele
aber guttat, war überall in der Ferrari-Box spürbar.
Der neue Teamchef Maurizio Arrivabene nahm seinen deutschen Piloten in den Arm und wollte ihn auf
dem Weg ins Fahrerlager gar nicht
mehr loslassen. „Mit Ferrari aufs Podium zu fahren, ist auch für einen
Formel-1-Fahrer etwas besonderes“,
betonte Arrivabene. Die Zeitung
„Tuttosport“ jubelte: „Ferrari ist da.“
Mit neuem Kurzhaarschnitt, aber
vor allem wieder guter Laune wie in
den Erfolgszeiten bei Red Bull hat
der gebürtige Heppenheimer seine
Mission beim Team aus Maranello
begonnen. „Es ist eine große Erleichterung nach der schrecklichen Saison im vergangenen Jahr“, sagte Vettel. Es hätte auf seine persönliche Bilanz ohne Sieg im Red Bull bezogen
sein können, Vettel meinte aber das
desaströse Ferrari-Jahr 2014 mit gerade mal zwei Podestplätzen – ohne
Sieg.
Die Hälfte dieser Bilanz hat Vettel
nun schon bei seiner Rennpremiere
mit dem SF-15T, den er in biblischer
Anspielung und weil sein Renningenieur Riccardo Adami heißt „Eva“
taufte, schon geschafft. Vettel, Arrivabene und alle bei Ferrari, das den
letzten Sieg im Mai 2013 feierte,
dürsten jedoch nach mehr, nach viel
mehr. „Jeder weiß, wo wir hinwollen. Wir wollen den beiden das Le-
ben schwer machen“, sagte Vettel bei
der Sieger-Fragerunde mit Hamilton
und Rosberg.
Die Aufholjagd sei schwierig,
aber nicht unmöglich, meinte Vettel. In zwei Wochen in Malaysia dürfen die Tifosi womöglich schon auf
die nächste Kostprobe von Vettels
Italienisch-Kenntnissen
hoffen,
auch wenn er nachträglich zu seinen Worten über Boxenfunk und
auf dem Podium meinte: „Da hab ich
mir ein bisschen in die Hose gemacht.“
Unterdessen eröffnete Weltmeister Lewis Hamilton das nächste Mercedes-Duell mit Nico Rosberg um
den Formel-1-Titel mit einem Sieg.
Der Titelverteidiger feierte einen
ungefährdeten Erfolg vor seinem
Stallrivalen und meldete damit eindrucksvoll den Anspruch auf seinen
dritten WM-Triumph an. „Er ist wie
ein Weltmeister gefahren. 1:0 für
ihn“, befand Rosberg und lobte sein
Team: „Es ist ein ganz erstaunliches
Auto, das sie uns da wieder hingestellt haben.“ (dpa)
Bernie Ecclestone: Im Moment ist das Deutschland-Rennen „tot“
Der Chefvermarkter der Formel 1
hat das Deutschland-Rennen der Formel 1 für „im Moment tot“ erklärt. In
der britischen Zeitung „The Independent“ meinte er: „Es wird keinen Ersatz geben, wenn es nicht stattfindet.“ Allerdings betonte er in der
„Wirtschaftswoche“ auch: „Das Rennen in Deutschland ist für die Formel
1 sehr wichtig, wir wollen Deutschland nicht verlieren.“
Wegen der finanziellen Dauerkrise
auf dem Nürburgring ist die Austragung des Rennens am 19. Juli in der
Eifel seit Monaten höchst fraglich. Die
Verantwortlichen der Alternative
Hockenheimring – die beiden Strecken wechseln sich aus wirtschaftlichen Gründe bereits seit Jahren ab –
äußern sich seit Wochen nicht.
Die sinkenden Zuschauerzahlen
sind vor allem das Problem. Die
Rennstreckenbetreiber können nur
mit diesen Einnahmen die Antrittsgebühren für die Formel 1 kompensieren. Laut „Wirtschaftswoche“ sind die
Verantwortlichen beider Strecken
nicht bereit, die Gebühren zwischen
15 und 20 Millionen Euro zu zahlen.
Eine bestätigte Summe für das Antrittsgeld gibt es nicht.
Hermann Tomczyk, ADAC-Sportpräsident und Mitglied im Weltrat des Internationalen Automobilverbandes,
machte sich nun ebenfalls für eine
schnelle Lösung stark. „Am 20. März
ist die nächste Sitzung des FIA World
Motorsport Council. Da wird über das
Rennen sicher gesprochen. Bis dahin
muss es eine Lösung geben, auch wegen des Ticketvorverkaufs“, sagte er
der „Wirtschaftswoche“. (dpa
Olympia-Votum der Spitzenverbände bleibt geheim
Das DOSB-Präsidium gibt
heute seine Empfehlung
ab, ob sich Deutschland
mit Berlin oder Hamburg
um die Olympischen Spiele 2024 bewerben soll.
VON ERIC DOBIAS
FRANKFURT/MAIN — Berlin oder Ham-
burg? Auch nach dem Treffen des
DOSB-Präsidiums mit den olympischen Spitzensportverbänden war
im Casting „Deutschland sucht den
Olympia-Bewerber“ noch kein Sieger auszumachen. Zwar gaben die
Verbände gestern Abend ein Votum
für ihren Favoriten ab, doch das Ergebnis blieb bei Ruder-Boss Siegfried
Kaidel, der es in einem geschlossenen Umschlag aus einem Frankfurter Hotel trug. „Was beschlossen
wurde, ist ein Geheimnis bis zur Präsidiumssitzung am Montag“, verkündete gestern DOSB-Boss Alfons
Hörmann. Selbst Kaidel als Sprecher
der 34 Verbände, von denen 32 einen
Vertreter an den Main entsandt hatten, tappte noch im Dunkeln. Immerhin mutmaßte er nach einer
teilweise kontroversen Diskussion:
„Ich glaube nicht, dass es ein einhelliges Votum gegeben hat.“
Eine Tendenz, wen das Präsidium
des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) heute als Bewerber
empfehlen wird, war also nicht erkennbar. Hörmann ließ sich auch
nach der Präsentation von Berlin
und Hamburg nicht in die Karten
schauen. „Beide sind sehr authentisch aufgetreten. Es war wohltuend
Alfons
Hörmann
DOSB-Präsident
FOTO: SÖREN STACHE/DPA
zu sehen, dass keiner versucht hat,
irgendwelche Verpackungen zu verkaufen, sondern die Stärken herausgearbeitet wurden“, lobte er.
Unabhängig vom Votum der
Spitzensportverbände stellte der
DOSB-Chef klar: „Es bleibt dabei,
dass am Ende das Präsidium be-
schließt.“ Querschüsse vor der Wahl
am 21. März in der Frankfurter
Paulskirche erwartet er nicht. „Alle
Verbände haben ihre Bereitschaft
versichert, den Bewerber zu unterstützen. Da waren wir im Vorfeld
skeptischer, als wir hätten sein müssen“, erklärte Hörmann. Auch Kaidel
kann sich kein Szenario vorstellen,
das die Kür des Olympia-Bewerbers
stören könnte. „Wenn die Entscheidung getroffen ist, stehen wir alle
voll dahinter“, versicherte er.
Somit schauen die beiden Kandidaten heute mit Spannung nach
Frankfurt. In Hamburg wird auf
einer großen Olympia-Party in der
O2-World live mitgefiebert, wenn
Hörmann gegen 19.00 Uhr das Ergebnis bekannt gibt. In Berlin sind
keine Aktivitäten geplant – außer
von den Olympia-Gegnern. Das
spiegelt ein wenig die Stimmungslage in beiden Metropolen wider: An
Elbe und Alster votierten jüngst 64
Prozent für Sommerspiele, an der
Spree waren es nur 55 Prozent.
Dennoch sind die Umfragewerte
nur ein kleiner Teil im großen Puzzle, das der DOSB zusammensetzen
muss. Die Unterstützung der Bürger
Hamburgs beziehungsweise Berlins
sei „sicher ein ganz wichtiger
Punkt“, betonte Hörmann. Dies sei
aber nicht das allein entscheidende
Merkmal. Es gelte, „noch einmal alle
Aspekte abzuwägen und ein stimmiges Gesamtkonzept umzusetzen“,
sagte er und fügte hinzu: „Oberstes
Ziel ist es, die Spiele nach Deutschland zu holen. In welche Stadt ist
wichtig, aber sekundär.“ (dpa)
S2 Freie Presse
SPORT
Montag, 16. März 2015
Aue taumelt Abstieg entgegen
NACHRICHTEN
VFL WOLFSBURG
Kevin De Bruyne
überragt erneut
FOTO: IMAGO
WOLFSBURG — Der VfL Wolfsburg
bleibt die klare Nummer zwei der
Fußball-Bundesliga. Dank des 3:0
(1:0)-Erfolges über den Tabellen-Vorletzten SC Freiburg bleibt das Team
zwar elf Punkte hinter dem FC Bayern, aber auch deutlich vor der Konkurrenz um die
Champions-League-Ränge. Erfolgsgarant war gestern
einmal mehr Kevin
De Bruyne (Foto),
der zur Führung
traf (19.) und dann
den von Ricardo
Rodriguez verwandelten Foulelfmeter (78.) herausholte. Maximilian Arnold (84.) traf zum Endstand. André
Schürrle stand nicht in der Anfangself. „Wir haben mit André noch einmal gesprochen, er fühlt sich wirklich ein bisschen müde“, sagte VfLTrainer Dieter Hecking. (dpa)
MÖNCHENGLADBACH
Herrmann erzielt
Tore sieben und acht
Herrmann (Foto) hat Borussia Mönchengladbach der Champions-LeagueTeilnahme ein großes Stück näher
gebracht. Mit seinen Saisontoren
sieben und acht
(43./75.) stellte der
24-Jährige gestern
den 2:0 (1:0)-Sieg
gegen das in diesem Jahr weiter
sieglose Team von
Hannover 96 sicher. 49.134 Zuschauer sahen den sechsten Heimsieg in Folge. „Der Druck war da. Das
hat die Mannschaft gut gelöst und
hochverdient gewonnen“, sagte
Sportdirektor Max Eberl. (dpa)
FOTO: IMAGO
MÖNCHENGLADBACH — Patrick
SPRÜCHE
„Wir haben uns unterhalten, mit Händen und Füßen.“
Thomas Müller vom FC Bayern
München über die Rudelbildungen
während der Partie in Bremen.
„Wenn das Spiel für etwas gut war,
dann dafür, dass wir gesehen haben,
wie es nicht geht.“
BVB-Trainer Jürgen Klopp zur
Nullnummer gegen den 1. FC Köln.
„Den Frust habe ich schon runtergeschluckt. Der Dampf ist raus.“
Hertha-Trainer Pal Dardai nach
dem 2:2-Ausgleichstor der Schalker
in letzter Minute.
„Der macht mir Angst bei dieser Entwicklung. Am Ende wird er noch Stürmer bei uns spielen.“
Hoffenheims Kevin Volland
über Mitspieler Eugen Polanski, der
normalerweise das defensive Mittelfeld beackert und beim 3:0 gegen
den HSV zwei Tore erzielte.
„Wenn man unten drin hängt, ist es
manchmal gut, wenn es beim Schneckentempo bleibt. Sonst würden uns andere überholen.“
HSV-Trainer Josef Zinnbauer
über den Abstiegskampf. (dpa)
der zuvor zahlreiche Hochkaräter
vergeben hatte, traf mit einem
satten Volleyschuss zum 2:0 (72.).
Und auch das 3:0 entsprang einem
Standard. Nach einer Auer Ecke vertändelte Sonntag (warum stand der
Stürmer als letzter Mann an der Mittellinie?) den Ball. Steinhöfer (88.)
schloss den Konter mit dem 3:0 ab.
„Wir wollten hier eigentlich
gewinnen“, konnte Sascha Kirschstein nur mit dem Kopf schütteln. Er
stand erstmals seit November 2013
wieder im Auer Tor und verhinderte
mit einigen Paraden Schlimmeres.
„Beim 1:0 stimmt die Zuordnung
nicht. Und auch das zweite Tor darf
nicht passieren“, sagte Kirschstein.
René Klingbeil – der Kapitän tauchte im neuen Jahr erstmals in der
Anfangself auf – war ebenfalls sauer:
„Wenn man in Aalen drei Tore
schluckt, dann ist das richtig bitter.
Und die Rote Laterne ist nicht gut
für den Kopf“, meinte der 33-Jährige:
„Wer jetzt noch nicht verstanden
hat, worum es geht, dem kann ich
nicht mehr helfen.“ Der Abstand auf
den ersten Nicht-Abstiegsplatz beträgt schon vier Punkte. Für die Veilchen kann es in dieser Verfassung
nur noch darum gehen, sich wenigstens auf Platz 16 und damit in die Relegation zu retten.
Der Fußball-Zweitligist
FC Erzgebirge hat das
Kellerduell beim VfR
Aalen mit 0:3 verloren und
ist nach der erschreckend
schwachen Leistung
wieder Tabellenletzter.
VON OLAF MORGENSTERN
UND THOMAS PREISS
AALEN — Tomislav Stipic hatte vor
dem Kellerduell in Aalen einige
Überraschungen versprochen. Der
Trainer der Auer hielt Wort, präsentierte in seiner Startformation fünf
neue Spieler, darunter erstmals den
A-Jugendlichen Marcin Sieber im
defensiven Mittelfeld. Doch die Umstellungen verpufften wirkungslos.
In keiner Phase des Kellerduells
konnten die Veilchen für Überraschungsmomente sorgen. Sie enttäuschten spielerisch und kämpferisch. Abstiegskampf sieht anders
aus! Am Ende stand ein auch in dieser Höhe verdienter 3:0-Heimsieg
des engagiert zu Werke gehenden
VfR Aalen auf der Anzeigetafel.
Bei einer besseren Chancenverwertung hätten die Platzherren mit
diesem Ergebnis bereits in die Pause
gehen können. 12:1-Torschüsse für
Aalen tauchten nach den ersten
45 Minuten in der Statistik auf. „Das
war kein gutes Spiel von uns“, räumte Stipic nach dem Schlusspfiff ein:
„Aufgrund der vielen Veränderungen hat uns die Sicherheit gefehlt.“
Allerdings trug der Kroate, der
mit Beginn der zweiten Halbzeit in
Thomas Sonntag einen weiteren
A-Jugendlichen zum Einsatz brachte, dafür selbst die Verantwortung.
Michael Fink (Gelbsperre), Nils
Miatke (Kreuzbandriss) und Dorian
Diring (Innenband) mussten ersetzt
werden. Aber taugen ein 19-Jähriger
(Sieber) und ein 18-Jähriger (Sonntag), die sonst in der Regionalliga
kicken, um erfolgreich im Abstiegskampf der zweiten Liga bestehen zu
können? „Marcin hat ein ordentliches Spiel gemacht“, so Stipic: „Mit
Sonntag wollte ich einen zweiten
Stürmer bringen, damit wir besser
in die Box (gegnerischer Strafraum,
d. R.) kommen.“ Nach 90 Minuten
standen für Aue lediglich ein Freistoß (Alibaz/15.) und ein Schuss von
Mugosa (63.) unter der Rubrik „Torgefahr“. Seit 417 Minuten wartet der
FCE auf einen eigenen Treffer. Aus
STATISTIK Aalen: Bernhardt - Ofosu-Ayeh,
Barth, Leandro, Feick - Kaufmann (75. Hainault), Hofmann, Gjasula, Drexler (68. Steinhöfer) - Quaner, Klauß (81. Gianluca Korte).
Aue: Kirschstein - Klingbeil, Vucur, Golobart,
Hertner - Schönfeld (V), Sieber (62. Schröder)
- Rankovic, Alibaz (46. Sonntag), Müller (63.
Kortzorg) - Mugosa. SR: Wingenbach (Mainz);
Tore: 1:0 Hofmann (36.), 2:0 Quaner (72.), 3:0
Steinhöfer (88.); Zuschauer: 7421.
Einspruch gegen DFB-Urteil
Der FC Erzgebirge Aue will das am
Freitag ausgesprochene Urteil des
DFB-Sportgerichts anfechten. „Der
Vorstand hat vorsorglich fristwahrend
Einspruch eingelegt“, teilte der Verein am Sonnabend mit. Grund sei,
dass „bei der Festlegung der Höhe
der Geldstrafe die Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt wurde“.
Tiefe Enttäuschung nach Spielende: Innenverteidiger Stipe Vucur vergräbt
FOTO: STEFAN PUCHNER/DPA
sein Gesicht im Veilchen-Trikot.
den vergangenen vier Partien holte
die Stipic-Elf nur einen Punkt.
Auch Aalen stand bislang nicht
für Offensivstärke. 17 Treffer hatte
der VfR in 24 Partien erzielt. Gestern
Nachmittag kamen drei hinzu. Nach
dem dritten Eckball der Hausherren
stimmte bei Aue die Zuordnung
nicht. Hofmann (36.) konnte in aller
Ruhe und ohne Bedrängnis zum
1:0 einköpfen. Das zweite Tor fiel
erneut nach einem Eckball. Dieses
Mal ließ Sebastian Hertner seinen
Gegenspieler entwischen. Quaner,
Der FCE war wegen der Plakate mit
Nazivergleichen beim Punktspiel gegen RB Leipzig zu einer Geldstrafe in
Höhe von 35.000 Euro verurteilt worden. Zudem müssen die Auer bei weiteren Vergehen ein Zweitliga-Heimspiel unter teilweisem Ausschluss der
Öffentlichkeit austragen, so das Urteil
des Sportgerichtes. (dpa)
Die umjubelte Rückkehr von Nelson Valdez
Fußball-Bundesliga: Frankfurter Stürmer trifft nach über sechsmonatiger Verletzungspause zum 4:0-Endstand
FRANKFURT/MAIN — Bis zum späten
Samstagnachmittag um kurz nach
fünf Uhr dachte Nelson Valdez
eigentlich, er habe in seiner Karriere
alles erlebt. Der Stürmer aus Paraguay ist mit 20 Jahren deutscher
Meister geworden. Diesen Triumph
feierte er mit Werder Bremen.
Valdez spielte für Rubin Kasan im
tiefsten Russland und dann auch
noch in Abu Dhabi und für einen
spanischen Club, der beinahe pleiteging. Am späten Samstagnachmittag aber war das alles für einen
Moment vergessen. Valdez, mittlerweile beim Fußball-Bundesligisten
Eintracht Frankfurt unter Vertrag,
wurde nach sechseinhalbmonatiger
Verletzungspause zum ersten Mal
wieder eingewechselt im Spiel gegen Paderborn.
In der 74. Minute kam der 31-Jährige auf den Platz. Und kurz vor
Schluss zirkelte er das Leder ins Tor.
Es war ein herrlicher Treffer zum
4:0-Sieg der Eintracht. Und das erste
Bundesligator für Valdez seit fünf
Jahren: Zuletzt hatte er am 18. April
2010 gegen Hoffenheim eingenetzt,
damals noch für Borussia Dortmund. „Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Wie nach meinem ersten Tor“, sagte Valdez. Der Südamerikaner riss sich das Trikot vom Leib
Alaba - Müller, Lewandowski, Götze (82.
Lahm). SR: Kinhöfer (Herne); Tore: 0:1 Müller
(24.), 0:2 Alaba (45.), 0:3, 0:4 Lewandowski
(76., 90.+1); Zuschauer: 42.100.
Nelson
Valdez
Fußballprofi
FOTO: FRANK RUMPENHORST/DPA
nach diesem fulminanten Comeback. Er rutschte auf Knien Richtung Fankurve, sein Kollege Haris
Seferovic kam extra von der Reservebank aus angelaufen, um ihm zu
gratulieren. Draußen am Spielfeldrand stand Thomas Schaaf, jener
Trainer, der ihn damals beim SV
Werder zum Fußballprofi gemacht
und ihn in seiner Karriere gefördert
hat, wie kein zweiter. „Das sind die
Geschichten des Fußballs“, meinte
Schaaf. „Glückwunsch an Nelson.
Das ist toll.“ (dpa)
Auch Werder
kann den
FC Bayern
nicht stoppen
Fußball: 4:0 ist bereits der
20. Sieg der Münchner am
25. Bundesliga-Spieltag.
VON MICHAEL ROSSMANN
BREMEN — Der Provokateur gab sich
ganz brav. Thomas Eichin hatte die
Stimmung vor dem Nord-Süd-Klassiker mit seinen frechen Thesen angeheizt, nach dem 0:4 (0:2) des SV
Werder gegen den FC Bayern schlug
der Bremer Manager moderate Töne
an. Bei der einzigen strittigen Szene
des Spiels wollte er dem Schiedsrichter „keinen Vorwurf machen“; den
verbalen Schlagabtausch in der vergangenen Woche mit Matthias Sammer beendete er per Handschlag.
Die Diskussion über einen möglichen Bayernbonus bei den Schiedsrichtern, womit Eichin den Ärger
der Bayern-Bosse auf sich gezogen
hatte, war nach dem Abpfiff jedenfalls hinfällig. Dafür war die Partie
viel zu einseitig. Souverän und
unangefochten spulten die Bayern
ihr Programm ab, gewannen durch
Treffer von Thomas Müller (24.),
David Alaba (45.) und zweimal
Robert Lewandowski (76./90.).
Früher war Bremen gegen Bayern
oft ein Duell auf Augenhöhe. Inzwischen sind die Bremer froh, wenn
die Niederlage nicht zu hoch ausfällt. Bremen-Trainer Viktor Skripnik: „Nur vier Tore gegen Bayern,
das ist besser als sechs wie im Hinspiel.“ Diese Einschätzung passt so
gar nicht zu den Sticheleien seines
Viktor Skripnik
Bremer Trainer
FOTO: IMAGO
Vorgesetzten. Hitzig wie bei Eichin
und Sammer ging es auf dem Rasen
nur wenige Minuten Mitte der zweiten Halbzeit zu, als es dreimal zu
kleineren Tumulten kam. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hatte aber
alles im Griff, nur einmal lag der
Mann aus Herne falsch. In der
65. Minute hatte er ein Foul von
Jerome Boateng im Strafraum an Sebastian Prödl übersehen und daher
auch den fälligen Elfmeter verweigert, was Kinhöfer später einräumte.
„Wenn wir die Fernsehbilder gesehen hätten, hätten wir auf Strafstoß
entschieden“, sagte Kinhöfer dem
TV-Sender Sky. Es hätte beim Stande
von 0:2 der Anschluss für Bremen
werden können. So war auch für
Sammer, der Eichin während der
Woche so merkwürdig unentspannt
gekontert hatte, die Angelegenheit
erledigt: „Wir sind ja nicht nachtragend. Das Thema ist durch.“
Für Bayern-Trainer Pep Guardiola war es ein „spezieller Tag“, weil
sein Team nach dem rauschenden
7:0-Sieg in der Champions League
auch im Ligaalltag konzentriert
auftrumpfte. Und das, obwohl mehrere Stars – Ribéry und Robben
waren verletzt, Torwart Neuer wurde geschont – fehlten. (dpa)
FUSSBALL-BUNDESLIGA – 25. SPIELTAG
Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 4:0 (2:0)
Leverkusen: Leno - Hilbert (V/63. Reinartz),
Toprak, Papadopoulos, Wendell (V) - Rolfes,
Castro - Bellarabi (63. Brandt), Calhanoglu
(V), Son - Drmic (83. Kießling). Stuttgart: Ulreich - Klein, Schwaab, Niedermeier, Sakai
(61. Hlousek/V) - Serey Die (V/64. Romeu),
Gentner - Kostic (46. Kiesewetter), Maxim (V),
Werner - Ginczek. SR: Stieler (Hamburg); Tore:
1:0 Wendell (32.), 2:0, 4:0 Drmic (36., 59.),
3:0 Bellarabi (50.); Zuschauer: 29.384.
Hoffenheim - Hamburger SV 3:0 (1:0)
Hoffenheim: Baumann - Beck, Strobl, Bicakcic,
Kim - Rudy, Schwegler (V), Polanski (88. Salihovic) - Volland, Schipplock (79. Elyounoussi),
Roberto Firmino (86. Szalai). Hamburg: Drobny - Diekmeier, Cléber, Westermann (70. Kacar), Ostrzolek (80. Holtby) - Behrami, Jiracek
(V) - Gouaida (22. Adler), Stieber, Ilicevic (V) Olic. SR: Perl (Pullach); Tore: 1:0, 2:0 Polanski
(22./Foulelfmeter, 81.), 3:0 Rudy (87.); Zu.:
30.150. Rote Karte: Drobny (19./Notbremse).
Hertha BSC - FC Schalke 04 2:2 (1:1)
Hertha BSC: Kraft - Pekarik, Langkamp,
Brooks, Plattenhardt - Lustenberger (69. Ha-
raguchi), Skjelbred (V/77. Niemeyer/V) - Beerens, Stocker, Ben-Hatira (V/58. Cigerci) - Kalou. Schalke: Wellenreuther - Höwedes (V),
Matip, Nastasic - Barnetta, Neustädter, Höger,
Meyer (57. Goretzka), Fuchs (V) - Sané (79.
Boateng), Huntelaar. SR: Weiner (Ottenstein);
Tore: 1:0 Ben-Hatira (21.), 1:1 Sané (40.), 2:1
Haraguchi (82.), 2:2 Matip (90.); Zu.: 59.156.
FC Augsburg - FSV Mainz 05 0:2 (0:1)
Augsburg: Hitz - Feulner, Callsen-Bracker, Klavan, Baba - Kohr (56. Højbjerg), Baier - Bobadilla, Altintop (78. Parker), Werner - Ji (46.
Caiuby). Mainz: Karius - Brosinski, Bungert,
Bell, Park - Geis, Baumgartlinger - Hofmann
(21. Koo), Malli (90.+2 Soto), De Blasis (63.
Jara) - Okazaki. SR: Kircher (Rottenburg); Tore: 0:1 Okazaki (32.), 0:2 Koo (89.); Zuschauer: 28.359.
Werder Bremen - Bayern München 0:4 (0:2)
Bremen: Wolf - Gebre Selassie, Prödl (V), Vestergaard, Garcia (V/83. Sternberg) - Bargfrede
- Öztunali (63. Hajrovic), Fritz, Junuzovic (V),
Selke - Bartels (90. Kroos). München: Reina Rafinha (V/85. Weiser), Benatia (V), Boateng
(V/83. Dante), Bernat - Rode, Schweinsteiger,
Tabelle
1. (1.)
2. (2.)
3. (3.)
4. (4.)
5. (5.)
6. (6.)
7. (7.)
8. (9.)
9. (8.)
10. (10.)
11. (13.)
12. (11.)
13. (12.)
14. (14.)
15. (15.)
16. (16.)
17. (17.)
18. (18.)
Bayern München
VfL Wolfsburg
Bor. Mönchengladbach
Bayer Leverkusen
FC Schalke 04
FC Augsburg
Hoffenheim
Eintr. Frankfurt
Werder Bremen
Borussia Dortmund
FSV Mainz
1. FC Köln (N)
Hannover 96
Hertha BSC
Hamburger SV
SC Paderborn (N)
SC Freiburg
VfB Stuttgart
25
25
25
25
25
25
25
25
25
25
25
25
25
25
25
25
25
25
20
16
12
11
11
12
10
9
9
8
6
7
7
7
6
5
4
4
4
5
8
9
6
2
6
7
6
6
11
8
6
5
7
8
10
8
1
4
5
5
8
11
9
9
10
11
8
10
12
13
12
12
11
13
70:11
56:28
35:20
44:29
37:30
33:32
40:38
48:49
40:53
31:31
34:35
25:31
27:39
30:44
16:36
23:50
24:36
24:45
64
53
44
42
39
38
36
34
33
30
29
29
27
26
25
23
22
20
40:4
30:8
24:10
27:15
22:11
25:18
27:18
29:22
23:22
16:12
19:13
9:11
14:17
14:20
10:12
15:23
13:16
6:22
34
35
30
24
28
26
26
24
21
18
17
12
17
17
16
13
12
6
30:7
26:20
11:10
17:14
15:19
8:14
13:20
19:27
17:31
15:19
15:22
16:20
13:22
16:24
6:24
8:27
11:20
18:23
30
18
14
18
11
12
10
10
12
12
12
17
10
9
9
10
10
14
Eintracht Frankfurt - Paderborn 4:0 (2:0)
Frankfurt: Trapp - Chandler, Zambrano (80.
Anderson), Madlung, Oczipka - Aigner, Stendera (V/70. Flum), Hasebe, Inui - Seferovic (74.
Valdez/V), Meier. Paderborn: Kruse - Heinloth,
Strohdiek (V), Hünemeier (V), Hartherz - Koc
(V/ 58. Rupp), Vrancic, Bakalorz, Meha Kutschke (V/46. Lakic/V), Saglik (46. Kachunga/V). SR: Winkmann (Kerken); Tore: 1:0 Meier (27.), 2:0 Stendera (42.), 3:0 Aigner (55.),
4:0 Valdez (82.); Zuschauer: 46 000.
Borussia Dortmund - 1. FC Köln 0:0
Dortmund: Weidenfeller - Kirch, Subotic, Hummels, Schmelzer (V) - Kehl, Gündogan - Mchitarjan (61. Blaszczykowski), Kagawa (61.
Kampl), Reus - Aubameyang (V/76. Immobile). Köln: Horn - Olkowski, Maroh, Mavraj,
Hector - Peszko (83. Svento), Lehmann, Vogt,
Risse (90. Brecko) - Deyverson (75. Osako),
Ujah. SR: Schmidt (Stuttgart); Zu.: 80.667.
VfL Wolfsburg - SC Freiburg 3:0 (1:0)
Wolfsburg: Benaglio - Träsch, Klose, Knoche,
Rodriguez - Luiz Gustavo, Guilavogui - Vieirinha (79. Arnold), De Bruyne, Caligiuri (83.
Schürrle) - Dost (79. Bendtner). Freiburg:
Bürki - Riether, Torrejón (V/46. Höhn), Mitrovic, Günter - Klaus (83. Schahin), Sorg, Darida
(46. Höfler), Schmid - Mehmedi, Frantz. SR:
Stegemann (Niederkassel); Tore: 1:0 De Bruyne (19.), 2:0 Rodriguez (78./Foulelfmeter),
3:0 Arnold (84.); Zuschauer: 26.538.
Mönchengladbach - Hannover 96 2:0 (1:0)
Mönchengladbach: Sommer - Jantschke,
Stranzl (V), Dominguez, Wendt - Kramer, Xhaka - Herrmann (88. Traoré), Hazard (80. Johnson) - Raffael, Kruse (84. Hahn). Hannover:
Zieler - João Pereira, Marcelo, Schulz, Albornoz - Sané, Schmiedebach (65. Andreasen) Briand, Kiyotake, Prib (77. Ya Konan) - Joselu.
SR: Drees (Münster-Sarmsheim); Tore: 1:0,
2:0 Herrmann (43., 75.); Zuschauer: 49 134.
26. Spieltag (20.-22. März)
Freitag, 20.30 Uhr: Hamburg - Hertha BSC.
Samstag, 15.30: Stuttgart - Frankfurt, Paderborn - Hoffenheim, Freiburg - Augsburg, Hannover - Dortmund, Köln - Bremen; 18.30:
Schalke 04 - Leverkusen.
Sonntag, 15.30: Mainz - Wolfsburg; 17.30:
München - Mönchengladbach.
SPORT
Montag, 16. März 2015
S3
Ovationen für einen Wirbelwind
FUSSBALL
2. Bundesliga
VfR Aalen - Erzgebirge Aue 3:0 (1:0).
VfL Bochum - 1. FC Heidenheim 4:1 (2:1).
Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach), Zuschauer: 14.639, Tore: 1:0 Terodde (11.), 2:0 Sestak (20.), 2:1 Leipertz (41./Foulelfmeter), 3:1
Sestak (70.), 4:1 Gregoritsch (74.). Besonderes Vorkommnis: Terodde (VfL Bochum) scheitert mit Foulelfmeter an Zimmermann (83.).
Greuther Fürth - 1860 München 0:3 (0:1).
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin) - Zuschauer:
13 370 Tore: 0:1 Simon (34.), 0:2 Vollmann
(65.), 0:3 Adlung (71.).
Darmstadt 98 - 1. FC Union Berlin 5:0 (2:0).
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach), Zuschauer: 15.000, Tore: 1:0 Balogun (34.), 2:0
Brégerie (45.+2/Foulelfmeter), 3:0 Ivana
(56.), 4:0 Sulu (80.), 5:0 Sulu (83.). Rote Karte: Amsif (Union/45./Notbremse).
FC St. Pauli - FSV Frankfurt 1:1 (0:0).
Schiedsrichter: Brych (München), Zuschauer:
22.884 (ausverkauft), Tore: 1:0 Thy (46.), 1:1
Kauko (58.).
Kaiserslautern - 1. FC Nürnberg 2:1 (2:0).
Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden), Zuschauer:
35.830 Tore: 1:0 Ring (14.), 2:0 Hofmann
(30.), 2:1 Schöpf (90.).
Sandhausen - Braunschweig 0:1 (0:0).
Schiedsrichter: Dietz (Kronach), Zuschauer:
5831, Tor: 0:1 Omladic (77.).
FC Ingolstadt 04 - Karlsruher SC 1:3 (1:1).
Schiedsrichter: Siebert (Berlin), Zuschauer:
12.156, Tore: 0:1 Gordon (33.), 1:1 Hartmann (45.+2), 1:2 Hennings (82.), 1:3 Hennings (90.+4).
Heute: RB Leipzig - Fortuna Düsseldorf
(20.15 Uhr/live auf Sky und Sport1).
Nächster Spieltag:
Freitag, 20. März: TSV 1860 München - VfR
Aalen, 1. FC Union Berlin- FC St. Pauli, FSV
Frankfurt- SV Sandhausen (alle 18.30 Uhr).
Sonnabend, 21. März: Eintr. Braunschweig FC Ingolstadt, Fortuna Düsseldorf - SV Darmstadt 98 (beide 13 Uhr).
Sonntag, 22. März: Karlsruher SC - 1. FC Kaiserslautern, FC Erzgebirge Aue- SpVgg Greuther Fürth, 1. FC Heidenheim -RB Leipzig (alle
13.30 Uhr).
Montag, 23. März: 1. FC Nürnberg - VfL Bochum (20.15 Uhr).
3. Liga
Chemnitzer FC - VfB Stuttgart II 1:0 (0:0).
Wehen Wiesbaden - Holstein Kiel 0:1 (0:1).
Schiedsrichter: Storks (Velen), Zuschauer:
2688, Tor: 0:1 Heider (34.).
Bielefeld - Hansa Rostock 3:2 (1:1).
Schiedsrichterin: Steinhaus (Hannover), Zuschauer: 15.070, Tore: 0:1 Savran (45.), 1:1
Schütz (45.+2), 2:1 Hemlein (53.), 2:2 Ruprecht (70./Foulelfmeter), 3:2 Junglas (88.).
Gelb-Rote Karte: Sumusalo (Rostock/55./wiederholtes Foulspiel).
MSV Duisburg - Unterhaching 1:0 (0:0).
Schiedsrichter: Alt (Heusweiler), Zuschauer:
11.322, Tor: 1:0 Janjic (57./Handelfmeter).
Großaspach - Preußen Münster 1:1 (0:1).
Schiedsrichter: Sather (Grimma), Zuschauer:
1900, Tore: 0:1 Schmidt (31.), 1:1 Skarlatidis
(78.).
Regensburg - Rot-Weiß Erfurt 1:0 (0:0).
Schiedsrichter: Heft (Wietmarschen ), Zuschauer: 2762, Tor: 1:0 Aosman (90.).
Fortuna Köln - Borussia Dortmund II 0:0.
Schiedsrichter: Günsch (Marburg), Zuschauer:
1888.
Hallescher FC - Energie Cottbus 3:1 (0:1).
Schiedsrichter: Stark (Ergolding), Zuschauer:
8026, Tore: 0:1 Kaufmann (13.), 1:1 Furuholm (66.), 2:1 Kruse (72.), 3:1 Osawe (90.).
Osnabrück - Stuttgarter Kickers 4:1 (4:0).
Schiedsrichter: Thomsen (Kleve), Zuschauer:
8053, Tore: 1:0 Willers (6.), 2:0 Iljutcenko
(11.), 3:0 Odenthal (20.), 4:0 Alvarez (44.),
4:1 Baumgärtel (50.).
FSV Mainz II - Dynamo Dresden 1:0 (1:0).
Schiedsrichter: Waschitzki (Essen), Zuschauer:
2433, Tor: 1:0 Franzin (17.).
Nächster Spieltag:
Freitag, 20. März: SV Wehen Wiesbaden - VfL
Osnabrück (19 Uhr).
Sonnabend, 21. März: SG Dynamo Dresden Hallescher FC, FC Energie Cottbus - Chemnitzer FC, FC Rot-Weiß Erfurt - SG S. Großaspach,
FC Hansa Rostock - Fortuna Köln, Preußen
Münster - FSV Mainz 05 II, Holstein Kiel - Jahn
Regensburg, SpVgg Unterhaching - Stuttgarter
Kickers, Bor. Dortmund II - MSV Duisburg (alle
14 Uhr).
Sonntag, 22. März: VfB Stuttgart II - Arminia
Bielefeld (14 Uhr).
Regionalliga Nordost
FSV Zwickau - Berliner AK 3:0 (2:0).
VFC Plauen - Neustrelitz 0:0.
Nordhausen - Auerbach 3:0 (1:0)
Babelsberg - Budissa Bautzen 1:1 (0:0).
Schiedsrichter: Schwermer (Magdeburg), Zuschauer: 1912, Tore: 0:1 Reher (65.), 1:1 Albrecht (81.).
ZFC Meuselwitz - 1. FC Magdeburg 0:4 (0:3).
Schiedsrichter: Burda (Berlin), Zuschauer:
1828, Tore: 0:1 Beck (1.), 0:2 Hebisch (19.),
0:3 Hammann (32./Foulelfmeter), 0:4 Hebisch (58.). Gelb-Rote Karte: Boltze (Meuselwitz/77./wiederholtes Foulspiel).
Union Berlin II - BFC Dynamo 0:1 (0:0).
Schiedsrichter: Ostrin (Eisenach), Zuschauer:
8196, Tor: 0:1 Zurawsky (53.). Gelb-Rote Karte: Brunnemann (BFC/70./wiederholtes Foulspiel). Besonderes Vorkommnis: Spiel ab der
81. Minute wegen Zuschauer-Ausschreiten für
rund 15 Minuten unterbrochen.
Halberstadt - Carl Zeiss Jena 2:1 (1:1).
Schiedsrichter: Müller (Cottbus), Zuschauer:
754, Tore: 1:0 Teixeira Rebelo (8.), 1:1
Schmidt (11.), 2:1 Meier (59.).
Viktoria 89 Berlin - Hertha BSC II 1:3 (0:2).
Schiedsrichter: Unger (Halle/Saale), Zuschauer: 659, Tore: 0:1 Dem (3.), 0:2 N. Körber
(27.), 0:3 Kohls (69.), 1:3 Watzka (84.).
1. FSV Zwickau
2. FC Magdeburg
3. Nordhausen
4. CZ Jena
5. Berliner AK
6. Hertha BSC II
7. BFC Dynamo (N)
8. Halberstadt
9. SV Babelsberg
10. Union Berlin II
11. Neustrelitz
12. Bud. Bautzen (N)
13. VFC Plauen
14. VfB Auerbach
15. Meuselwitz
16. Vikt. Berlin
Freie Presse
20
20
20
20
20
20
19
20
20
20
19
20
20
19
20
19
36:9
46:20
40:22
36:25
30:25
35:27
22:21
24:31
23:21
32:37
23:25
15:26
11:31
17:42
22:34
17:33
43
41
40
33
33
28
28
25
24
24
23
21
19
19
17
15
Fußball-Drittligist Chemnitzer FC hat mit dem 1:0
gegen den VfB Stuttgart II
den dritten Heimsieg nach
der Winterpause gefeiert.
Der Erfolg hätte noch
höher ausfallen können.
VON STEFAN GEYLER
CHEMNITZ — Das hatte er sich redlich
verdient: In der 90. Minute wechselte CFC-Trainer Karsten Heine Reagy
Ofosu aus. Mit Ovationen der Zuschauer verließ der 23-Jährige anschließend den Rasen. Mit seinem
Treffer zum spielentscheidenden 1:0
hatte der gebürtige Hamburger mit
ghanaischen Wurzeln dafür gesorgt,
dass die Chemnitzer nach dem bitteren 0:1 bei Hansa Rostock wieder
mit mehr Selbstvertrauen zum
nächsten Ostderby zu Energie Cottbus reisen können.
„Das war ein wunderbares Gefühl, nach so langer Zeit wieder einmal ein Erfolgserlebnis zu haben“,
sagte Ofosu nach Spielschluss. Die
Zeit war in der Tat lang zwischen
dem ersten und zweiten Saisontor
des Mittelfeldspielers. Am ersten
Spieltag gelang ihm beim 3:0-Erfolg
in Halle in der 45. Minute der Treffer
zum 1:0, am Sonnabend am
29. Spieltag das Saisontor Nummer
28 für die Himmelblauen. In der
Zwischenzeit konnte Reagy Ofosu
nur noch sporadisch an die Leistungen vom Saisonauftakt anknüpfen.
Nach der Winterpause saß er sogar
oft auf der Auswechselbank. „Das
war sicherlich eine komplizierte Situation für mich. Aber ich habe immer wieder versucht, mich mit guten Leistungen im Training für die
Spiele anzubieten. Letztlich mit Erfolg“, zeigte er sich zufrieden.
Auch sein Trainer war erleichtert, dass es mit dem talentierten
Wirbelwind wieder aufwärts geht.
Der Treffer zum 1:0. Reagy Ofosu setzt sich gegen die Stuttgarter Marvin Wanitzek und Steffen Lang durch.
„Reagy hat sich diesen Treffer für seine Einsatzfreude belohnt“, meinte
Karsten Heine, der aber am Sonnabend erneut mit ansehen musste,
dass sich beim Neuzugang aus Ingolstadt gute Aktionen und individuelle Fehler manchmal im Minutentakt ablösten. „Dennoch: Ofosu
hat sich in seiner Zeit beim CFC verbessert“, fügte der Coach hinzu.
Die Chemnitzer zeigten sich
auch insgesamt gegenüber der Vorwoche in Rostock verbessert. Von
der Mannschaft ging mehr Torgefahr aus, auch wenn Aufwand und
Ergebnis immer noch im Missverhältnis stehen. Bereits vor dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber
mehrere Chancen, um in Führung
zu gehen. Frank Löning (16.) zirkelte
nach guter Vorarbeit von Anton
Fink den Ball nur um Zentimeter am
Tor vorbei. Auch Fabian Stenzels
Kopfball (23.) verfehlte den Kasten.
Viele weitere Möglichkeiten machte
der reaktionsschnelle und stellungssichere Stuttgarter Torhüter Benjamin Uphoff zunichte.
Das „Goldene Tor“ fiel nach dem
Seitenwechsel schließlich aus einer
Situation heraus, die zunächst als
eher harmlos erschien. Nach einer
Flanke von der rechten Seite bugsierte Reagy Ofosu (52.) halb im Liegen den Ball mit dem Kopf über die
Torlinie. „Ich weiß auch nicht mehr
richtig, wie es letztlich passierte.
Wichtig war nur, dass der Ball im
Netz war“, blickte der Torschütze
auf die Szene zurück.
FOTO: PICTURE POINT/ K. KUMMER
In der Folgezeit stand einige Male
Schiedsrichter Siewer mehr im Mittelpunkt als ihm lieb war. Als Tim
Danneberg (60.) im Strafraum zu
Fall kam, entschied er nicht auf
Strafstoß. Als Torhüter Philipp Pentke (79.) den Stuttgarter Sararer foulte, forderten diesmal die Gäste Strafstoß, doch Siewer entschied auf Freistoß unmittelbar an der Strafraumgrenze. Apropos Pentke: Der CFCKeeper hatte schon kurz nach dem
Anpfiff für einen Schreckmoment
gesorgt, als er einen Distanzschuss
von Wanitzek durchrutschen ließ.
Zum Glück sprang der Ball anschließend vom Innenpfosten wieder ins
Spielfeld zurück.
Viele sprachen hinterher von
einem Arbeitssieg der Chemnitzer.
Dem widersprach allerdings Fabian
Stenzel heftig. „Wir haben ein gutes
Spiel gemacht und verdient gewonnen, weil wir uns im Gegensatz zu
Rostock diesmal wesentlich mehr
Chancen erarbeitet und die Partie
dominiert haben“, sagte der Mittelfeldspieler.
FUSSBALL-REGIONALLIGA
FUSSBALL-REGIONALLIGA
3. Fußball-Liga: Erneut schwache Leistung bei 0:1-Niederlage gegen FSV Mainz II
Auerbach verliert
in Nordhausen
Punktgewinn nach
Abwehrschlacht
MAINZ — Die SG Dynamo Dresden
NORDHAUSEN — Für
PLAUEN — Der VFC Plauen hat in der
Fußball-Regionalliga unter dem
neuen Trainer Ingo Walther seinen
ersten Punktgewinn gefeiert. Beim
torlosen Remis gegen die TSG Neustrelitz agierte die Heimelf defensiv
sehr stark, hatte aber auch das Glück
auf ihrer Seite. Ein weiterer Garant
für das Remis war Torhüter Patrik
Klimo, der mehrere Großchancen
der Gäste entschärfte. Die hervorragend stehende Plauener Abwehr bot
den anstürmenden Gästen Paroli. In
der gegnerischen Hälfte tauchte der
VFC selten auf, hätte aber bei etwas
mehr Abgeklärtheit sogar mehr als
das Unentschieden erreichen können. (jv)
Dynamo Dresden setzt Talfahrt fort
setzt ihre Talfahrt in der 3. FußballLiga fort. Der Zweitliga-Absteiger
verlor am Samstag beim bisherigen
Vorletzten FSV Mainz 05 II mit 0:1
(0:1). Dennis Franzin (17.) sorgte vor
2433 Zuschauern mit seinem Treffer
für den unerwarteten Erfolg der
Mainzer, die sich nach dem zweiten
Sieg hintereinander auf den 18. Platz
verbesserten. Dresden bleibt zwar
nach der erneuten Niederlage auf
dem neunten Rang, hat aber inzwischen elf Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz.
In der ersten Hälfte knüpften die
Dresdner nahtlos an die schwache
Leistung vom 0:1 gegen Großaspach
an. Vor allem im Offensivspiel
klemmte es. Dynamo agierte ideenlos, unentschlossen und vor allem
unpräzise. Die Mainzer waren da
deutlich besser. Nach Franzins un-
Justin Eilers
Fußball-Profi
FOTO: IMAGO
haltbarem Volleyschuss in den Winkel zum 1:0 kamen die Gastgeber
noch zu drei weiteren dicken Gelegenheiten. Bei Hölers Knaller aus 20
m (36.) konnte Dynamo-Torwart
Wiegers geradeso noch die Fäuste
hochreißen. Die Dresdner legten danach endlich einen Zahn zu – und
kamen prompt zu einer Großchance. Dass Molls Schuss aus 15 Meter
nicht drin war, lag an der Glanzparade des Mainzer Keepers (40.).
Nach der Pause herrschte aus
Dresdner Sicht wieder Tristesse.
Mainz machte das Spiel und war
dem 2:0 mehrfach nahe. Dass dieses
nicht fiel, lag in erster Linie an Dynamo-Keeper Wiegers. Er parierte gegen Franzin (57.) und einmal mehr
gegen Höler (63.). Dresdens Offensivbemühungen waren hingegen
deprimierend.
Die Schwarz-Gelben rannten in
der Schlussphase immer wieder an,
kamen dabei aber kaum bis in den
Strafraum. Umso mehr hätte das
durchaus mögliche 1:1 den Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Aber ein
Drehschuss von Justin Eilers ging
über den Kasten (77.). „Ich bin unzufrieden. Vor allem mit der ersten
Halbzeit. Wir können besser Fußball
spielen, als wir es momentan zeigen.
Die zweite Halbzeit war zwar etwas
besser, trotzdem waren wir langsamer als der Gegner,“, resümierte ein
enttäuschter Dynamo-Trainer Peter
Németh. (dpa/sg)
Fußball-Regionalligist VfB Auerbach gab es beim
0:3 (0:1) bei Wacker Nordhausen
nichts zu holen. Nach dem Seitenwechsel musste Melkonyan mit
Gelb-Rot vom Platz (47.). Eine Minute später erzielte Carl das 2:0 für
Nordhausen. Nach 66 Minuten war
auch für Kötzsch nach einem Foulspiel vorzeitig Schluss: Gelb-Rot. Die
Vogtländer gaben sich zwar in der
Folgezeit auch in Unterzahl nie auf,
doch kurz vor dem Abpfiff mussten
sie noch ein drittes Gegentor hinnehmen. (fp)
AUERBACH: Ebersbach - Lambach, Grossert,
Paul, Rau - Kötzsch (V), Jedinak (64. Hampf) Wild, Paradies, Hoffmann (19. Melkonyan/V) Schuch (V/85. Makinde). SR: Schibull (Templin). Zuschauer: 485, Tore: 1:0 Semmer (35.),
2:0 Carl (48.), 3:0 Pelan (89.). Gelb-Rot: Melkonyan (47.), Kötzsch (beide wiederholtes
Foulspiel/65.).
STATISTIK: Chemnitz: Pentke (V) - Scheffel,
Conrad, Röseler, Poggenberg - Stenzel, Danneberg (V/82. Kehl-Gómez) - Türpitz (70. Lorenzoni), Fink, Ofosu (90. Ziereis) - Löning.
VfB Stuttgart II: Uphoff - Lang, Yalcin, Sama,
Büyüksakarya - Sararer, Rathgeb (V/61. Kirchhoff), Wanitzek, Rausch - Breier (61. Grüttner/V), Taschtschi (82. Eisele). Schiedsrichter: Siewer (Drolshagen), Zuschauer: 4077,
Tor: 1:0 Ofosu (52.). Gelb-Rote Karte: Sama
(88./Handspiel).
PLAUEN: Klimo - Färber, Wolf, Thönelt, Bonasewicz - Erbek (V), Dartsch (84. Maschke) Kirstein (59. Moraes), Schindler, Malik (V/67.
Rikspun) - Zimmermann. SR: Prager (Gera).
Zuschauer: 455.
Zwickau wieder Spitzenreiter
Die Westsachsen haben
nach einem 3:0-Sieg gegen
den Berliner AK wieder
die Tabellenführung in der
Regionalliga übernommen.
Die Zwickauer Spieler bejubeln den Treffer zum 3:0 durch Florian Eggert in
der Schlussminute.
FOTO: RALPH KÖHLER/PROPICTURE
ZWICKAU — Bereits in der 17. Minute
waren die Angriffsbemühungen des
FSV Zwickau von Erfolg gekrönt.
Nach einem Eckball von Patrick Göbel schraubte sich Sebastian Mai,
mit seinen 1,95 Metern der größte
Spieler auf dem Platz, hoch und
köpfte zur 1:0-Führung ein. Mit diesem Vorteil im Rücken bestimmten
die Gastgeber in der Folgezeit das
Spiel, erarbeiteten sich Chancen,
nutzten sie aber nicht. Das sollte
sich kurz vor der Halbzeitpause ändern. Philipp Röhr fasste sich ein
Herz. Sein Distanzschuss landete zunächst am Innenpfosten, sprang
aber von dort ins Tor.
Mit dem 2:0-Vorsprung im Rücken ließen es die Zwickauer nach
dem Seitenwechsel etwas ruhiger
angehen. Sie kontrollierten die Partie, standen hinten sicher und hielten die Berliner auf Distanz. In der
Schlussphase nahm die Partie noch
einmal Fahrt auf. Zunächst vergab
Oliver Genausch (70.) freistehend.
Anschließend hatte Röhr freie Bahn
und schoss um Zentimeter am Berliner Kasten vorbei. Eine dicke Möglichkeit zum 3:0 ergab sich dann für
die Zwickauer fünf Minuten vor
dem Ende. Aber auch Patrick Grandner konnte den Ball nicht im Berli-
ner Tor unterbringen. Fast mit dem
Schlusspfiff fiel dann doch noch das
3:0. Der eingewechselte Florian Eggert schob zum verdienten 3:0 ein.
Damit war der erwartete Heimsieg
perfekt. FSV-Trainer Torsten Ziegner
lobte vor allem seine stabile Defensive, bemängelte aber, dass hin und
wider die Kaltschnäuzigkeit vor
dem Tor gefehlt hätte. Am kommenden Wochenende kommt es zum
Spitzenspiel in der Regionalliga,
wenn die Zwickauer beim 1. FC
Magdeburg antreten müssen. (rr)
ZWICKAU: Unger - P. Göbel, Mai, Paul, C. Göbel (V) - Wachsmuth, Frick - Schlicht (57.
Grandner), Röhr, Luge (82. Morozow) - Genausch (86. Eggert). Schiedsrichter: Lämmchen (Meuselwitz), Zuschauer: 1313, Tore: 1:0
Mai (17.), 2:0 Röhr (42.), 3:0 Eggert (90.).
S4 Freie Presse
SPORT
„Katzen“ bleiben in höchster Liga Niners
werfen
NACHRICHTEN
FRAUENFUSSBALL
Turbine Potsdam
schlägt Wolfsburg
POTSDAM — Turbine Potsdam hat das
Titelrennen in der Frauen-Bundesliga wieder spannend gemacht. Mit
dem verdienten 2:0 (0:0)-Heimsieg
über Meister VfL Wolfsburg brachte
das Team von Trainer Bernd Schröder dem bisher verlustpunktfreien
Spitzenreiter die erste Punktspielniederlage seit Februar 2014 bei. Vor
3280 Zuschauern trafen für den Tabellenvierten Genoveva Anonma
(78.) und Natasa Andonova (89.).
Turbine liegt jetzt nur noch zwei
Zähler hinter Wolfsburg (42 Punkte), nun in Tuchfühlung mit Bayern
München (41) und dem punktgleichen 1. FFC Frankfurt (40). (tc)
EISHOCKEY
Wolfsburg braucht
noch einen Sieg
BERLIN — Die Grizzly Adams Wolfs-
burg sind in der deutschen Eishockey-Meisterschaft klar auf Halbfinalkurs. Den Niedersachsen, die gestern ihr drittes Viertelfinalspiel gegen den EHC München mit 2:0 gewannen, fehlt nur noch ein Sieg.
Morgen könnte es soweit sein. Alexsander Poloczek und Sebastian
Fruchner schossen die Tore für das
Überraschungsteam, das erst über
die Pre-Playoffs ins Viertelfinale vorgestoßen war. (dpa)
FUSSBALL
Oberliga Süd
Chemnitzer FC II - Dyn. Dresden II 0:1 (0:1)
CFC II: Reule - Berger (V), Wolny (V), Mattern
(V), Einsiedel - Schubert (77. Hadamus), Cecen - Hansch (V), Mauersberger, Pekdemir Kießling (59. Rießbeck). SR: Gaunitz (Leipzig),
Zuschauer: 78, Tor: 0:1 Zeldenrust (11.). (dw)
VfL Halle - FCE Aue II 1:1 (1:1)
Aue II: Seidel - Klemm, Krug, Lehnard, Troschke - Hauck - Kunert, Koch (73. Bär), Dartsch Baars, Yildiz (81. Brandon John). Schiedsrichter: Hofmann (Sömmerda); Tore: 1:0 Mehanovic (16.), 1:1 Hauck (22.); Zuschauer: 69.
Weitere Ergebnisse: Rudolstadt - TV Bernburg 2:1, Carl Zeiss Jena II - FC Eisenach 3:1,
Lok Leipzig - Neugersdorf 2:0, RB Leipzig II Markranstädt 2:1, Energie Cottbus II - RotWeiß Erfurt II 3:1, Sandersdorf - Schott Jena
1:0.
1. RB Leipzig II (N)
2. FC Neugersdorf
3. SSV Markranstädt
4. Lok Leipzig (A)
5. Chemnitzer FC II
6. VfL Halle
7. Cottbus II
8. FC Eisenach (N)
9. RW Erfurt II
10. FCE Aue II
11. CZ Jena II
12. Dyn. Dresden II
13. Sandersdorf
14. Schott Jena
15. Rudolstadt
16. TV Bernburg (N)
Montag, 16. März 2015
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
53:15
41:14
35:22
25:17
34:21
23:21
33:41
25:47
28:27
24:26
20:24
24:36
23:35
23:33
17:34
23:38
44
35
34
30
28
27
27
25
24
23
22
17
17
16
16
15
Landesliga
Bischofswerda – Chemie Leipzig 3:0
Landesklasse
Staffel West:
Tanne Thalheim – Rabenstein 1:1 (0:0)
SR: Reinhold (Neustadt). Tore: 1:0 Krulis
(71.), 1:1 Kaufmann (76./Strafstoß). Zu.: 80.
Germania Chemnitz – Reichenbach 0:0
SR: Bringmann (Bad Lausick). Zu.: 120. (jz)
Trainer raus
Die Chemnitzer Basketballerinnen gewinnen
Heimspiel gegen Freiburg
und sichern sich den Klassenerhalt. Doch das Saisonziel war ein anderes.
Basketball: Zwischen den
Spielen übernimmt Miller
CHEMNITZ — Der Jubel kannte am
Samstagabend in der Chemnitzer
Schlossteichhalle keine Grenzen.
Noch lange nach Spielschluss lagen
sich die Chem-Cats in den Armen –
von den Zuschauerrängen gab es
Standing Ovations. Der Grund: Die
Chemnitzerinnen besiegten den
USC Freiburg mit 84:67 (44:33) und
sicherten sich aus eigener Kraft den
Klassenerhalt. Der letzte Spieltag in
der Hauptrunde musste die Entscheidung bringen. Chemnitz und
Oberhausen kämpften um den letzten verbliebenen Platz in der Damen-Basketball-Bundesliga.
Wer gedacht hatte, es kommt zu
einer spannenden Partie, der kam
nicht auf seine Kosten. Die etwa 250
Zuschauer in der Schlossteichhhalle
sahen eine dominierende Chemnitzer Mannschaft, die nur in den ersten Minuten ein paar Schwierigkeiten hatte, als sie kurzzeitig mit fünf
Punkten hinten lag. Doch dann starteten die „Cats“ eine große Offensive, während die Freiburgerinnen
immer mehr Fehler im Aufbauspiel
machten. So beendeten die Chemnitzerinnen das erste Viertel mit einem 21:7-Vorsprung. Das gute Spiel
der Chem-Cats setzte sich auch vorerst mit Beginn des zweiten Abschnitts fort. Aber die Gäste steigerten sich in der Verteidigung und kamen selbst zu Punkten. So schmolz
der Vorsprung zwischenzeitlich auf
drei Zähler. Doch das war seitens der
Freiburgerinnen nur ein Strohfeuer,
denn im weiteren Verlauf übernahmen die „Katzen“ wieder das Zepter
und führten zur Halbzeit mit zehn
Punkten.
Nach dem Wiederanpfiff machten die Gastgeber dort weiter, wo sie
aufgehört hatten. Den entscheidenden Grundstein für den Sieg legten
die Chem-Cats in diesem dritten
Viertel, das sie mit 23:11 gewannen.
Euphorisch feierten die Spielerinnen der Chem-Cats nach Spielende den Sieg gegen Freiburg und damit den KlassenFOTO: PETER ZSCHAGE
erhalt in der Basketball-Bundesliga.
Sie hatten über weite Strecken leichtes Spiel, um zu Punkten zu kommen, weil die Freiburgerinnen zahlreiche Bälle verloren und den Korb
nicht mehr trafen. So führten die
„Katzen“ zwischenzeitlich mit 25
Zählern. In den letzten zehn Minuten passierte nicht mehr viel. Da
waren die Messen bereits gelesen.
Beste Werferin bei den Cats war Tina
Menz mit 19 Punkten.
Eigentlich wollten die Chemnitzerinnen die Saison keineswegs Mit-
te März beenden und vor allem
nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Ein wenig hatte man sogar mit
den Play-offs geliebäugelt. Doch daraus wurde nichts. Neben der sportlichen Leistung gab es im Umfeld
einige Ungereimtheiten. So verließen Neuverpflichtungen nach wenigen Wochen Chemnitz wieder.
Zudem konnte der neue Trainer Vladimir Ivankovic, der drei Spieltage
vor Saisonende gefeuert wurde, nie
die nötige Ruhe in die Mannschaft
Weltcup in Oslo, Einzel, Großschanze/15
km: 1. Watabe (Japan) 38:05,1 min (220,0
Pkt./36:43,1 min); 2. Rydzek (Oberstdorf) +
0:09,0 (223,8/37:10,1); 3. Pittin (Italien)
0:18,6 (190,1/35:04,7); 4. Frenzel (Oberwiesenthal) 0:22,6 (226,2/37:32,7); 5. Braud
(Frankreich) 0:23,9 (220,3/37:11,0); 6. Laheurte (Frankreich) 0:24,8 (239,9/38:29,9);
... 11. Rießle (Breitnau) 0:52,4 (207,5/
36:47,5); 19. Faißt (Baiersbronn) 2:15,9
(220,9/39:05,0); 22. Lange (Kiefersfelden)
2:40,8 (198,9/38:01,9); 25. Edelmann (Zella-Mehlis) 3:28,6 (203,8/39:09,7); 28. Kircheisen (Johanngeorgenstadt) 4:34,2 (182,0/
38:47,3); Endstand: 1. Frenzel 945; 2. Watabe 777; 3. Rydzek 731; 4. Rießle 724; ...
16. Edelmann 258; 23. Kircheisen 181;
28. Faißt 150; 30. Lange 119; 49. Bösl 29;
51. Haug 21.
Langlauf
Weltcup in Oslo, Damen, 30 km Massenstart/Freistil: 1. Bjørgen (Norwegen)
1:14:10,5 h; 2. Johaug (Norwegen) + 0:11,6
min; 3. Jacobsen (Norwegen) 0:44,5; 4. Kalla
(Schweden) 1:05,8; 5. Weng (Norwegen)
1:49,2; 6. Haga (Norwegen) gleiche Zeit; ...
8. Fessel (Oberstdorf) 1:51,0; 32. Böhler
(Ibach) 5:22,1; 39. Herrmann (Oberwiesenthal) 5:55,4; 40. Siegel (Oberwiesenthal)
6:09,3; 59. Nystad (Oberwiesenthal) 16:07,6;
Endstand: 1. Bjørgen2172; 2. Johaug 1388;
3. Weng 1332; ... 8. Fessel 565; 9. Herrmann
548; 11. Böhler 480; 45. Kolb 147; 50. Nys-
STATISTIK Chemnitz: Bondarenko (8 Punkte), Borchers, Davidson (10), Dzinic (10), Menz
(19), Mihalyi (5), Peak (5), Priede (11), Schlemer (16).
STATISTIK BV in Paderborn: BV: Wilson (5),
Matthews (9), Mixich (6), Richter (2), Calvin
(6), Simon, Osborne (4), Knutson (13), Bellscheidt (7), Cardenas (10). BV gegen Cuxhaven: Wilson (9), Matthews (21), Mixich, Richter, Calvin (12), Simon (14), Osborne (10),
Knutson (10), Bellscheidt (5), Cardenas (2).
EHV versagt kollektiv
BSV Sachsen behauptet Aufstiegsplatz
2. Handball-Bundesliga: 16:26-Pleite in Dormagen
2. Handball-Bundesliga: Zwickau schlägt Neckarsulmer Sport-Union mit 33:32
DORMAGEN — Die
ZWICKAU — Was für ein packender
Krimi: Im Verfolgerduell zwischen
dem Tabellenzweiten und -dritten
der 2. Bundesliga haben die Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau die Neckarsulmer Sport-Union
mit 33:32 (18:16) bezwungen.
Vor 820 begeistert mitgehenden
Zuschauern erzielte Jenny Choinowski in der vorletzten Sekunde
das umjubelte Siegtor. Daniela Filip
hatte nie Zweifel am Erfolg ihrer
Schützlinge. „Wir haben in der ersten Halbzeit etliche hundertprozen-
Handballer des
EHV Aue haben in der 2. Bundesliga
eine herbe Pleite kassiert. Das Team
von Trainer Runar Sigtryggsson
unterlag am Sonnabend nach dem
schwächsten Auswärtsspiel der Saison beim TSV Bayer Dormagen mit
16:26 (8:13). Bei der zwölften Niederlage der Spielzeit waren vor 1137 Zuschauern Ladislav Brykner, Arni Sigtryggsson und Adam Mazur mit
jeweils drei Toren beste EHV-Werfer.
Für Dormagen traf Nejc Poklar achtmal. Sigtryggsson sprach nach der
Pleite von einem „kollektiven Versagen“ und konnte nur in der Leistung
von Torhüter Radek Musil etwas
Positives am Spiel seiner Schützlinge finden. Der EHV muss bereits am
Mittwoch zu Hause gegen Baunatal
wieder antreten. (wf)
STATISTIK EHV: Musil, Petursson, Schäfer,
Meinhardt (2), Roch (2), Brykner (3), Mägi (1),
Sigtryggsson (3), Faith (1/1), Gunnarsson, Mazur (3), Runarsson, Sigthorsson, Paraschiv (1).
Siebenmeter: TSV: 4/3 EHV: 2/1. Strafminuten: TSV: 4 min EHV: 14 min. Zuschauer: 1137.
SR: Linker/Schmidt (beide Herne).
WINTERSPORT
Nordische Kombination
bringen. So musste Toni Dirlic als
Coach einspringen. Doch der ist
solche Kurzeinsätze bei den ChemCats gewöhnt. Bereits nach der Trainerentlassung von Raoul Scheidhauer 2011 und Roland Senger 2014
musste er den Feuerwehrmann auf
der Trainerbank spielen.
CHEMNITZ — Paukenschlag bei den
Chemnitzer Basketballern: Zwischen dem Pro-A-Liga-Auftritt am
Freitagabend in Paderborn, der mit
62:69 (31:34) verloren ging, und dem
gestrigen Heimspiel gegen Cuxhaven (83:73) hat die BV 99 zum zweiten Mal in dieser Saison den Trainer
gewechselt. Der Zweitligist trennte
sich am Sonnabend von Kai Buchmann. Der 34-Jährige hatte erst am
20. Oktober des vergangenen Jahres
das Amt Felix Schreier übernommen. An dessen Seite hatte Buchmann zuvor als Co-Trainer fungiert.
Das Fass zum Überlaufen brachte
die Niederlage in Paderborn. Einmal
mehr verspielten die Chemnitzer
dort in den letzten zwei Minuten
den möglichen Sieg. Für die restlichen drei Partien übernahm umgehend Pete Miller die CheftrainerPosition. Der 62 Jahre alte US-Amerikaner sollte eigentlich erst im April
die neu geschaffene Stelle des sportlichen Leiters bei den Niners besetzen. In Vorbereitung dafür befindet
er sich schon zwei Wochen in der
Stadt. Zuletzt war Miller, der seit 30
Jahren als Trainer in Deutschland,
Österreich und den Niederlanden
arbeitet, Coach in Wels (Österreich).
Mit seinem neuen Team legte er
einen erfolgreichen Start hin. 2217
Zuschauer erlebten gestern Abend
eine Chemnitzer Mannschaft, die
bis zur Schlusssirene konzentriert
zu Werke ging und verdient mit
83:73 (39:45) gewann. „Das war ein
sehr gutes Spiel. Wir haben nach der
Pause die Verteidigung verbessert
und den gegnerischen Korb noch
mehr attackiert“, sagte Miller, der in
der kurzen Zeit vor allem im mentalen Bereich gearbeitet und den Spieler Mut zugesprochen hatte. (jz)
tad 126; 59. Ringwald 78; 75. Carl 44;
78. Siegel 43; 96. Anger 20;
Herren, 50 km Massenstart/Freistil:
1. Røthe (Norwegen) 1:54:44,9 h; 2. Cologna
(Schweiz) gleiche Zeit; 3. Sundby (Norwegen)
+ 0:00,5 min; 4. Dolidowitsch (Weißrussland)
0:00,8; 5. Hellner (Schweden) 0:01,2; 6. Holund (Norwegen) 0:02,6; ... 47. Dobler
(Traunstein) 9:45,5; 56. Bögl (Gaissach)
13:30,9; Endstand: 1. Sundby 1364; 2. Cologna 1059; 3. Northug 961; ... 52. Dobler
119; 59. Tscharnke 107; 89. Bing 52; 105. Eisenlauer 31; 106. Bögl 31; 127. Dotzler 12;
138. Notz 6; 156. Wenzl 1.
Ski Alpin
Weltcup in Kranjska Gora, Herren, Slalom:
1. Kristoffersen (Norwegen) 1:41,26 min;
2. Razzoli (Italien) 1:41,50; 3. Hargin (Schweden) 1:42,12; 4. Larsson (Schweden)
1:42,28; 5. Choroschilow (Russland) 1:42,33;
6. Hirscher (Österreich) 1:42,39; ... 9. Neureuther (Partenkirchen) 1:42,81; 10. Dopfer
(Garmisch) 1:42,86; 22. Strasser (München)
1:44,10; 36. Stehle (Obermaiselstein) 53,67;
38. Schmid (Oberstaufen) 53,69; 48. Holzmann (Oberstdorf) 54,65;
Riesenslalom: 1. Pinturault (Frankreich)
2:19,78 min; 2. Hirscher 2:20,46; 3. Fanara
(Frankreich) 2:20,71; 4. Ligety (USA)
2:21,66; 5. Neureuther 2:21,76; 6. Kristoffersen (Norwegen) 2:21,79; ... 18. Luitz (Bolsterlang) 2:23,34; 27. Dopfer 2:24,15;
Stand: 1. Hirscher 1248; 2. Jansrud 1084;
3. Pinturault 898; 4. Neureuther 816; ...
8. Dopfer 691;
Weltcup in Åre, Damen, Slalom: 1. Shiffrin
(USA) 1:44,56 min; 2. Zuzulova (Slowakei)
1:45,97; 3. Strachova (Tschechien) 1:46,71;
4. Noens (Frankreich) 1:46,80; 5. Gagnon
(Kanada) 1:46,86; 6. Hansdotter (Schweden)
1:47,10; ... 11. Dürr (Germering) 1:47,65;
25. Geiger (Oberstdorf) 1:48,99; 34. Wiesler
(Münstertal) 55,67; Riesenslalom: 1. Fenninger (Österreich) 2:24,20; 2. Fanchini (Italien)
2:24,91; 3. Brem (Österreich) 2:25,27;
4. Shiffrin 2:25,29; 5. Brignone (Italien)
2:25,31; 6. Bassino (Italien) 2:25,33; ...
40. Hösl (Berchtesgaden) 1:14,24; Stand:
1. Fenninger 1341; 2. Maze 1311; 3. Shiffrin
900; ... 7. Rebensburg 573; 58. Dürr 93.
Skispringen
Weltcup in Oslo, Einzel, Großschanze,
Sonntag: 1. Freund (Rastbüchl) 258,9 Pkt.
(132/128 m); 2. Kasai (Japan) 254,9
(128,5/128,5); 3. Prevc (Slowenien) 251,5
(121,5/134,5) & Stoch (Polen) 251,5
(124/134); 5. Kraft (Österreich) 250,8
(130/126,5); 6. Bardal (Norwegen) 250,4
(122,5/132); ... 16. Freitag (Aue) 226,7
(125/121); 18. Wellinger (Ruhpolding) 225,0
(122/125); 24. Eisenbichler (Siegsdorf)
217,5 (120,5/121,5); 29. Neumayer (Oberstdorf)
212,6
(127,5/121);
Samstag:
1. Freund 275,7 (132/135,5); 2. Prevc 275,4
(130/138); 3. Velta (Norwegen) 265,3
(128,5/135,5); 4. Kasai 263,2 (131,5/
133,5); 5. Stoch 255,9 (131,5/ 123,5); 6. Zyla (Polen) 254,8 (131,0/128,5); 7. Eisenbichler 252,4 (131/126); ... 25. Wellinger 222,8
(126/117,5); 30. Wank 205,0 (123/112,5);
34. Neumayer 104,9 (115); 40. Freitag 98,1
(113,5); Stand: 1. Freund 1643; 2. Prevc
1549; 3. Kraft 1468; ... 12. Freitag 594;
13. Eisenbichler 520; 21. Kraus 327; 22. Neumayer 326; 33. Wellinger 137.
Biathlon
Weltmeisterschaft in Kontiolahti, Damen,
12,5 km Massenstart: 1. Semerenko (Ukraine) 34:32,9 min/0 Schießfehler; 2. Preuß
(Haag) + 0:06,2/1; 3. Oberhofer (Italien)
0:12,6/2; 4. Domratschewa (Weißrussland)
0:14,7/2;
5.
Soukalova
(Tschechien)
0:26,2/1; 6. Hildebrand (Clausthal- Zellerfeld)
0:31,7/0; 7. Dahlmeier (Partenkirchen)
0:39,9/2; Stand: 1. Domratschewa 957;
2. Mäkäräinen 936; 3. Semerenko 766; ...
5. Hildebrand 691; 8. Dahlmeier 557;
10. Preuß 527; Herren, 15 km Massenstart:
1. Fak (Slowenien) 36:24,9 min/1; 2. Moravec
0:01,0/1; 3. Bø (Norwegen) 0:03,7/1;
4. Bjørndalen (Norwegen) 0:10,2/0; 5. Slesingr (Tschechien) 0:18,4/3; 6. Bø (Norwegen) 0:18,7/2; ... 8. Schempp (Uhingen)
0:25,6/2; 16. Doll (Breitnau) 0:45,7/2;
17. Lesser (Frankenhain) 0:50,6/2; 22. Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) 1:15,0/4; 4x7,5 km:
1. Deutschland (Lesser, Böhm, Peiffer,
Schempp) 1:13:49,5 h./0 Strafrd.+3 Schießfehler; 2. Norwegen + 0:15,4 min/0+6;
3. Frankreich 0:33,6/0+4; 4. Russland
0:49,7/1+6; 5. Österreich 0:54,8/1+4;
6. Tschechien 0:55,1/0+ 6; Stand: 1. Fourcade 933; 2. Schipulin 822; 3. Fak 800;
4. Schempp 767; ... 9. Lesser 557; 15. Peiffer
426; 19. Birnbacher 406; 20. Böhm 390.
tige Chancen nicht genutzt. Und in
der Abwehr haperte es mitunter an
der Abstimmung. Sonst hätten wir
uns da schon absetzen können“, analysierte die Trainerin. „Aber die
Mannschaft ist gegen Ende als echte
geschlossene Einheit aufgetreten.
Wir haben verdient gewonnen.“ Mit
dem Sieg festigt Zwickau den zweiten Tabellenplatz hinter Spitzenreiter SGH Rosengarten-Buchholz.
Eine Schrecksekunde war der
Knock-out von Petra Starcek (41.),
die nach einem Zusammenprall mit
Isabel Tissekker lange bewusstlos
auf dem Parkett liegen blieb und
vom Notarzt ins Krankenhaus gebracht wurde. Bei der Computertomografie hat man jedoch keine
ernsthafte Verletzung entdeckt. (tc)
HANDBALL
BASKETBALL
Bundesliga
Bundesliga
Männer, 25. Spieltag: Bergischer HC - Hannover 31:31 (16:14); Göppingen - Gummersbach 23:23 (12:12);
Frauen, 18. Spieltag: Celle - Göppingen
23:28 (12:14); Trier - Metzingen 19:33
(9:20).
Damen, 22. Spieltag: Wasserburg - Marburg
89:45 (44:28); Bad Aibling - Rhein-Main Baskets 67:82 (29:43); Rotenburg - Halle 65:60
(23:34); Saarlouis - Oberhausen 90:76
(50:28); Donau-Ries - Herne 66:73 (38:34);
Chemnitz - Freiburg 84:67 (43:33).
1. TSV Wasserburg 1812: 1302
44
2. Herner TC
1612: 1393
36
3. TV Saarlouis
1624: 1451
32
4. BG Donau-Ries
1582: 1482
28
5. BG Rotenburg
1567: 1543
24
6. SV Halle
1417: 1427
24
7. USC Freiburg
1463: 1569
18
8. BC Marburg
1343: 1496
16
9. RM Baskets
1426: 1602
14
10. Chemnitz
1457: 1637
12
11. NB Oberhausen 1486: 1605
10
12. TuS Bad Aibling 1299: 1581
6
Europacup
Rhein-Neckar Löwen - Szeged 30:34 (17:16);
Velenje - Hamburg 31:32 (15:13); Eskilstuna Melsungen 27:25 (16:14); Thüringer HC Leipzig 27:23 (11:11); Berlin - Porto 25:20
(7:8).
EISHOCKEY
STATISTIK BSV Sachsen: Kurzke, Neagoe;
Starcek (6/3), Aleksandraviciute (3), Kracht,
Stein (3/1), Martinkova (1), Hopp, Pruß (8),
Bachrata (7), Choinowski (5).
Zuschauer: 820. Siebenmeter: BSV 4/4,
NSU 1/1. Zeitstrafen: BSV 6, NSU 4 Minuten.
Schiedsrichter: Karamuk/Seliger (Berlin).
DEL
Playoff, Viertelfinale, 2. Spieltag: Nürnberg
- Mannheim 3:2 (1:2,0:0,2:0); Wolfsburg München 3:2 (1:0,1:1,1:1); Iserlohn - Ingolstadt 6:3 (2:1,0:2,4:0); Düsseldorf - Hamburg
6:3 (0:1,4:1,2:1); 3. Spieltag: Mannheim Nürnberg 6:1 (2:1,2:0,2:0); München - Wolfsburg 0:2 (0:1,0:0,0:1); Ingolstadt - Iserlohn
3:1 (0:0,0:1,3:0); Hamburg - Düsseldorf 3:2
(1:0,1:2,1:0).
DEL2
Playoff, Viertelfinale, 1. Spieltag: Kassel Landshut 2:3 n.V. (1:1,1:0,0:1); Frankfurt Ravensburg 4:2 (1:1,1:1,2:0); Bietigheim Dresden 2:1 n.V. (0:0,0:0,1:1); Bremerhaven Rosenheim 3:2 n.V. (1:0,1:2,0:0).
FORMEL 1
Grand Prix von Australien
in Melbourne: 1. Hamilton (England) Mercedes 1:31:54,067 h; 2. Rosberg (Wiesbaden)
Mercedes 1,36 s zur; 3. Vettel (Heppenheim)
Ferrari 34,5; 4. Massa (Brasilien) Williams
38,1; 5. Nasr (Brasilien) Sauber 1:35,143;
6. Ricciardo (Australien) Red Bull; 7. Hülkenberg (Emmerich) Force India; 8. Ericsson
(Schweden) Sauber; 9. Sainz (Spanien) T. Rosso; 10. Perez (Mexiko) Force India alle 1 Rd;
11. Button (England) McLaren Honda 2 Rd.
SPORT
Montag, 16. März 2015
Freie Presse
S5
A N ZE I G E
! 3598463-10-1
NACHRICHTEN
LEICHTATHLETIK
COL D’ÈZE — Beim Traditionsrennen
Paris-Nizza hat sich Radprofi Richie
Porte den Sieg nicht nehmen lassen.
Der 30 Jahre alte Australier, im Team
Sky sonst Edelhelfer für den früheren Tour-de-France-Sieger Chris
Froome, sicherte sich gestern zum
zweiten Mal den Gesamterfolg.
Nach sieben Etappen hatte Porte im
Gesamtklassement 30 Sekunden
Vorsprung auf das zeitgleiche Trio
Michal Kwiatkowski (Polen), Simon
Spilak (Slowakei) und Ex-Weltmeister Rui Costa (Portugal). (dpa)
HANDBALL
Thüringer HC
besiegt HC Leipzig
NORDHAUSEN — Die
Handballerinnen des Thüringer HC haben auch
das zweite deutsche Duell in der
Champions League mit dem HC
Leipzig gewonnen. Zum Abschluss
der Gruppenphase bezwang der
Meister gestern in eigener Halle den
DHB-Pokalsieger mit 27:23 (11:11).
Die Thüringerinnen treffen im Viertelfinale der Königsklasse auf Larvik
HK aus Norwegen, Leipzig war bereits vorher ausgeschieden. (dpa)
Franziska Preuß im Silberglück.
VON VOLKER GUNDRUM
KONTIOLAHTI — Kaum war die Siegerehrung zu Ende, da stürmten die
deutschen Biathleten die Bühne.
Von den beiden Gold-Staffeln mit
Weltmeister Erik Lesser sowie den
beiden Silbermedaillen-Gewinnerinnern Laura Dahlmeier und Franziska Preuß an der Spitze über die
Trainer und Funktionäre bis hin zu
den Servicemännern – das gesamte
Team feierte und sang im Flutlicht
auf dem Marktplatz in Joensuu wie
im Vorjahr die deutschen FußballWeltmeister in Rio: „Die Nummer
eins der Welt sind wir.“
Es war eine Szene mit Symbolcharakter, schon vor dem furiosen
Finale gestern im Massenstart der
Männer, der mit dem Triumph des
Slowenen Jakov Fak endete. Zuvor
holte sich Franziska Preuß mit Silber im Massenstart die fünfte deutsche Medaille in Finnland. Dabei
war Preuß noch ein Jahr zuvor das
Sinnbild für das medaillenlose Desaster in Sotschi gewesen. Einen Tag
nach dem Dopingfall von Evi Sachenbacher-Stehle war sie als StaffelStartläuferin gestürzt, brach sich
den Stock und musste Schnee aus
ihrem Gewehr pusten. Ihre Tränen
nach Rang elf sah die ganze Welt.
Gestern das umgekehrte Bild: „Ich
genieße den Moment besonders,
weil ich schon erfahren habe, wie es
anders sein kann. Ich hätte eine Einzelmedaille nicht für möglich gehalten. Wahnsinn!“, so die 21-Jährige.
Erst den 19. ihrer 20 Schüsse setzte Preuß, die einst zum 15. Geburtstag von ihren Eltern einen Gutschein für das Biathlon-Camp von
Fritz Fischer erhalten hatte, an der
„Bärenbucht“ daneben. Hätte sie
alles getroffen, hätte es sogar sensationell zu Gold gereicht.
Nach den schwächsten Olympischen Spielen in der Geschichte sind
die deutschen Skijäger nun wieder
voll da. „Geändert von den Personen
hat sich eigentlich nicht viel. Aber
wir haben hart daran gearbeitet,
dass wir als Team zusammenwach-
sen, dass wir weiter unseren Weg
verfolgen“, erklärt Björn Weisheit,
beim Deutschen Skiverband der
Sportliche Leiter Biathlon, die Erfolgsformel. Neid und Missgunst
sind Fremdwörter in der BiathlonNationalmannschaft. „Es gibt keine
Reibereien, es gibt keine Nickligkeiten. Man neckt sich gerne, man hat
Spaß zusammen“, sagt Lesser über
das „Wir-Gefühl“.
Achtmal hatten die Skijäger seit
der Wiedervereinigung die Medaillen-Wertung gewonnen. Nach den
Rücktritten von Magdalena Neuner
und dem dreimaligen Olympiasieger Michael Greis gab es bei der WM
2013 in Nove Mesto nur einmal Silber und einmal Bronze. In Sotschi
holten sich Lesser und die MännerStaffel Silber. Der Thüringer wurde
in Kontiolahti nach seinem GoldCoup in der Verfolgung und dem
Staffeltriumph Doppel-Weltmeister. Der 26-Jährige wähnt sich im
„geilsten Team der Welt“ und sagt:
„Irgendwann wird der Fleißige belohnt für seine Arbeit.“
Mit viel Arbeit, Teamgeist, der
nötigen Lockerheit und dem Quäntchen Glück hatten die Deutschen
erstmals seit 18 Jahren beide WMStaffeln gewonnen. Und so feierten
die Gold-Mädels am Samstag Lesser,
Daniel Böhm, Arnd Peiffer und
Simon Schempp oben auf dem Siegerpodest. Wenig später stand das
Männer-Quartett an gleicher Stelle
und bejubelte die Damen auf der
Bühne. „Etwas Schöneres gibt es
nicht, wenn beide Mannschaftsteile
so erfolgreich sind. Das gibt es nicht
alle Tage“, befand die mit Verfolgungssilber dekorierte Dahlmeier.
„Die Truppe ist gereift“, sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig
über sein junges Team, dem die Zukunft gehört. Männer-Coach Mark
Kirchner, der mit einer Deutschland-Fahne auf den Schultern das
fröhliche Treiben genoss, war überwältigt. „Wir haben nicht den Überflieger, aber gute Athleten, die das
Herz am rechten Fleck tragen, die
bereit sind, alles zu geben, die professionell sind, die sich weiterentwickeln wollen. Ich bin stolz auf dieses
Team.“ Frauen und Männer arbeiten
bei Lehrgängen zudem wieder öfter
zusammen, und auch der Trainingsaufbau stimmte. „Wir haben unsere
Hausaufgaben gemacht“, stellte
Mark Kirchner glücklich fest. (dpa)
Vier deutsche Staffelhelden – drei kamen erst mit 13 Jahren zum Biathlonsport
Erik Lesser (26 Jahre/SV Frankenhain): Der Thüringer erlebte mit
zweimal Gold seine erfolgreichste
WM. Ohne Nachlader erledigte der
Enkelsohn des früheren WeltklasseLangläufers Axel
Lesser die schwere
Aufgabe des Staffelstartläufers. Erik
gilt als Stimmungskanone, die immer
einen Spruch auf
Lager hat. Begonnen hat er seine
Laufbahn als Langläufer in Goldlauter. Mit dem Wechsel
als 13-Jähriger ans Sportgymnasium
Oberhof wechselte der heutige Sportsoldat auch die Sportart und feierte
fortan als Biathlet Erfolge. Leiden
muss Lesser momentan nur als glühender Fan des FCE Aue. (tp)
Daniel Böhm (28/SC Buntenbock):
Der Polizei-Obermeister stammt aus
dem Harz, wo er bereits im Alter von
drei Jahren auf Langlaufbrettern
stand. Böhm wechselte wie Lesser mit
13 Jahren zum Biathlon. Er stammt
aus einer Sportfamilie. Vater Andreas war einst
Langläufer, sein
vier Jahre jüngerer
Bruder Sebastian
probierte sich als
Skijäger aus. Nach seinem Abitur in
Clausthal-Zellerfeld folgte Böhm im
Jahr 2007 dem Rat seines langjährigen Heimtrainers Frank Spengler, in
die Trainingsgruppe zu Mark Kirchner
nach Oberhof zu wechseln. Damit
zeigte Böhm den Weg vor, den 2009
auch Arnd Peiffer einschlug. (tp)
Arnd Peiffer (27/WSV ClausthalZellerfeld): Der Polizeivollzugsbeamte gilt als besonnener Zeitgenosse,
der vor vier Jahren als Sprint-Weltmeister seinen Durchbruch in die
Weltelite schaffte.
Zum Biathlon kam
Arnd Peiffer
zwangsläufig. Das
Landesleistungszentrum in Clausthal-Zellerfeld liegt
nur fünf Minuten
vom Elternhaus
entfernt. Peiffer, der noch drei ältere
Schwestern hat, ist der sportlichste in
seiner Familie, obwohl sich Mutter
Annette und Vater Karsten als leidenschaftliche Freizeitsportler bezeichnen. Peiffer, der in Jugendjahren eher
schüchtern wirkte, studiert nebenbei
Wirtschaftsingenieurwesen. (tp)
Simon Schempp (26/SZ Uhingen):
Der Schlussläufer der Goldstaffel
stammt aus Schwaben. Diese Saison
glänzte Schempp, der früher mit Miriam Gössner liiert war, mit stabilen
Weltklasse-Leistungen. Schempp
kommt aus einer
Sportfamilie. Vater
Reiner war sein
erster Übungsleiter, war früher
selbst Skijäger und
Langläufer und ist
heute Trainer im
Heimatverein SZ Uhingen. Zollhauptwachtmeister Simon trainiert in Ruhpolding, wechselte wie Böhm und
Lesser erst als 13-Jähriger zum Biathlon. Bis dahin spielte er Handball,
versuchte sich in der Leichtathletik
oder war auf Alpinski unterwegs. (tp)
FOTO: IMAGO
Richie Porte Sieger
bei Paris-Nizza
Bei der WM in Kontiolahti
sorgten die bei Olympia in
Sotschi noch enttäuschten
Skijäger mit fünf Medaillen für Furore. Das Gold
in der Männerstaffel
überstrahlte alles.
FOTO: IMAGO
RADSPORT
FOTOS: IMAGO (2)
Mit Teamgeist wieder zur Nummer eins
FOTO: IMAGO
LEIRIA — Diskuswerferin
Nadine
Müller hat beim Winterwurf-Europacup im portugiesischen Leiria einen Sieg gefeiert und zugleich die
DLV-Norm für die LeichtathletikWM im August in Peking erfüllt. Die
29-Jährige vom SC DHfK Leipzig gewann mit 65,27 Metern vor der Französin Mélina Robert-Michon (64,75).
Auch die Mannheimerin Shanice
Craft blieb als Fünfte mit 63,22 Metern noch deutlich über der WMVorgabe (61,50). (dpa)
Zusammen sind wir stark: Simon Schempp wird von seinen Staffelkollegen Erik Lesser, Arnd Peiffer und Daniel Böhm (von rechts) geherzt.
FOTO: IMAGO
Diskuswerferin
Müller siegt in Leiria
Denkwürdiges Spiel im Sahnpark
Zu später Stunde hat Jamie
MacQueen am Freitag den
ersten Sieg der Eispiraten
im Abstiegskampf gesichert. Gestern Abend gab
es eine 2:6-Niederlage.
VON HOLGER FRENZEL
CRIMMITSCHAU — In seiner mehr als
Mehr als 2500 Zuschauer bejubelten am Freitag kurz vor Mitternacht den
1:0-Sieg der Eispiraten.
FOTO: MARIO JAHN
50-jährigen Geschichte hat das
Kunsteisstadion im Sahnpark schon
viele denkwürdige Duelle erlebt.
Der Auftakt der aktuellen Playdown-Serie zwischen den Eispiraten
Crimmitschau und den Heilbronner
Falken gehört auf jeden Fall dazu.
Am Freitagabend feierten die Hausherren einen 6:5 (1:1,3:1,1:3,0:0,1:0)Sieg. Der entscheidende Treffer in
der Verlängerung fiel dabei in der
84. Minute: In Unterzahl startet Jamie MacQueen einen Entlastungsangriff über die rechte Seite. Sein
Schuss geht über den Kasten und
knallt an die Plexiglasscheibe. Der
26-jährige Kanadier reagiert aber
geistesgegenwärtig, hämmert den
zurückprallenden Puck in den Kasten und sorgt damit für riesigen Jubel im Sahnpark. Die Stadionuhr
steht in diesem Moment schon bei
23.40 Uhr – so lange dauerte in den
letzten Jahren kein Spiel in Crimmitschau.
Die 2578 Zuschauer erlebten ein
Wechselbad der Gefühle. Obwohl
sich die Gäste aus Heilbronn stärker
als bei den Auftritten in der Hauptrunde präsentierten, sah Crimmitschau lange wie der sichere Sieger
aus. Die Westsachsen lagen nach einem Hattrick von Alexander Hutchings sowie Treffern von Matt MacKay und Mike Card schon mit 5:2
in Führung. In der Schlussphase
handelten sich die Eispiraten aber
einige unnötige Strafzeiten ein. Die
Falken nahmen bereits sieben Minuten vor der Schlusssirene ihren
Torhüter zugunsten eines sechsen
Feldspielers vom Eis. Die Eispiraten
kassierten innerhalb von 157 Sekunden drei Tore. „Wir haben dumme Strafen kassiert und Heilbronn
hat ganz einfach gespielt“, sagte Eispiraten-Trainer Chris Lee. In der Verlängerung (76.) hätte Falken-Verteidiger T.J. Fast die Partie auf den Kopf
stellen können. Er vergab aber zum
Glück einen Penalty.
STATISTIK: Crimmitschau – Heilbronn 6:5
(1:1, 3:1, 1:3, 0:0, 1:0). Tore: 1:0 Hutchings
(9.), 1:1 Krüger (16.), 2:1 Hutchings (27.), 3:1
MacKay (32.), 3:2 Armstrong (32.), 4:2 Hutchings (34.), 5:2 Card (45.), 5:3 Gödtel (53.),
5:4, 5:5 Cameron (54., 56.), 6:5 MacQueen
(84.). Strafminuten: Crimmitschau 22, Heilbronn 43 plus 25 (Matchstrafe Gödtel). Zuschauer: 2578. SR: Sicorschi (Waldkraiburg)
und Bidoul (Sonthofen). Heilbronn – Crimmitschau 6:2 (2:0, 2:2, 2:0). Tore: 1:0 Toulmin (12.), 2:0 Legein (17.), 2:1 Walsh (26.), 2:2
MacKay (33.), 3:2 Legein (33.), 4:2 Fast (38.),
5:2 Krüger (55.), 6:2 A. Janzen (60.). Strafminuten: Heilbronn 16 Crimmitschau 25 plus 20
(Spieldauerstrafe gegen MacQueen). SR: Engelmann (Ratingen), Melia (Grefrath). Zuschauer: 1767.
S6 Freie Presse
SPORT
Montag, 16. März 2015
Große Kugel
und Besuch
beim König
NACHRICHTEN
SKI ALPIN I
Vorsprung von
Neureuther schmilzt
Kombinierer Eric Frenzel hat sich
beim letzten Saison-Weltcup nicht
lumpen lassen und mit einer Energieleistung im 15-km-Langlauf den
vierten Platz hinter Akito Watabe,
Johannes Rydzek und Alessandro
Pittin erreicht. Der dritte WeltcupGesamterfolg des 26-jährigen Erzgebirgers in Folge stand schon vorher
fest. Bei einer zünftigen Grillparty
mit Bratwurst und Bier am legendären Holmenkollen feierten die deutschen Zweikämpfer das glanzvolle
Ende einer Saison, die mit dem Triumph in der Nationenwertung mit
213 Punkten Vorsprung vor Norwegen gekrönt wurde. „Ich bin sehr
stolz, dass wir nach der erfolgreichen WM den Biss hatten, auch
noch diese Kugel zu holen“, lobte
Bundestrainer Hermann Weinbuch:
„Die Norweger sind in der Breite
stärker, wir liegen aber in der Spitze
vorn“, so Weinbuch. Und auch der
durch eine Erkältung geschwächte
Olympiasieger Eric Frenzel, der diesen Winter 72.000 Euro an Preisgeld
gewann, flachste vor seiner Audienz bei Norwegens König Harald V.:
„Die paar Stufen in seine Loge
FOTO: IMAGO
schaffe ich auch noch.“
KRANJSKA GORA — Die Jagd auf die
FOTO: DPA
erste Kristallkugel seiner Karriere
wird für Skirennfahrer Felix Neureuther wie im Vorjahr zum Nervenspiel. Beim vorletzten Weltcup-Slalom des Winters kam der 30-Jährige
gestern in Kranjska Gora auf Rang
neun – zu wenig
für die Entscheidung in der Disziplinwertung. Verfolger Marcel Hirscher aus Österreich erwischte als
Sechster
zwar
ebenfalls keinen
guten Tag, konnte Neureuthers Vorsprung aber von 66 auf 55 Punkte
reduzieren. „Ich habe sicher nicht
das gezeigt, was ich kann“, bilanzierte Neureuther nach seinem zweitschlechtesten Slalom-Resultat der
Saison. In Adelboden war er ausgeschieden, sonst stand er immer auf
dem Podium: „Ich hatte zwar kein
schlechtes Gefühl, bin aber auf keine Zeit gekommen.“ Bei einem Sieg
von Hirscher beim Saisonfinale in
Méribel reicht dem Bayern Rang
vier, um den Gesamtweltcup im Slalom zu holen. (dpa)
SKI ALPIN II
Fenninger überholt
Maze im Weltcup
FOTO: IMAGO
ÅRE — Zwischen Anna Fenninger
und Tina Maze kommt es beim alpinen Saisonfinale in Méribel zum
Herzschlagfinale
um
den
Gesamtweltcup –
und Lena Dürr ist
live dabei. Nach
der
Verletzung
von Viktoria Rebensburg hat sich
die 23-Jährige als
einzige deutsche
Athletin
einen
Startplatz
gesichert. Dank Rang elf am Samstag
beim Slalom von Åre ist Dürr 20. der
Torlauf-Wertung. Nur die besten
25 pro Disziplin dürfen in Méribel
antreten. „Mit der Platzierung kann
ich zufrieden sein, jetzt freue ich
mich auf’s Weltcup-Finale“, sagte
die Freundin von Technik-Ass Fritz
Dopfer. „Seit Vail ist sie in der Form,
die wir schon früher erwartet haben“, sagte Damen-Bundestrainer
Markus Anwander. Für Fenninger
und Maze geht es in den vier Rennen
in Méribel um viel mehr. Dank ihres
Riesenslalom-Sieges in Åre übertrumpfte die Österreicherin ihre
Rivalin und liegt im Gesamtweltcup
30 Punkte vor der Slowenin. (dpa)
Famoser Freund fliegt von Sieg zu Sieg
Der König vom legendären
Holmenkollen heißt
Severin Freund. Der
Bayer feierte in Oslo einen
Doppelerfolg und steht
erstmals vor dem Gewinn
des Gesamtweltcups.
VON ERIC DOBIAS
OSLO — Der erhoffte Besuch in der
Königsloge fiel aus, doch das konnte
Überflieger Severin Freund nach seinem spektakulären Doppelschlag
am Holmenkollen locker verschmerzen. Mit dem neunten Sieg
in diesem Winter und dem 18. Weltcup-Triumph seiner Karriere ist
Deutschlands Top-Skispringer seiner Krönung zum Schanzen-König
der Saison ganz nahe gekommen.
„Ich habe keine Ahnung, warum es
derzeit so gut läuft. Jetzt heißt es: Mit
Vollgas nach Planica“, sagte Freund
nach dem vierten Sieg in Serie.
94 Punkte Vorsprung vor dem
Slowenen Peter Prevc, der in Oslo
Zweiter und Dritter wurde, nimmt
Freund zum Weltcupfinale am kommenden Wochenende mit. „Es ist
gigantisch, was hier abläuft“,
schwärmte Bundestrainer Werner
Schuster. „Severin hat wieder fantastische Wettkämpfe gemacht und
zur richtigen Zeit die besten Sprünge gezeigt.“ In der Höhle des Löwen
kann Freund als dritter DSV-Adler
nach Jens Weißflog (1983/84)
und Martin Schmitt (1998/99,
1999/2000) die große Kristallkugel
gewinnen. „Das Ergebnis motiviert
mich natürlich. Jetzt heißt es weitermachen. Der Gesamtweltcup ist das
Größte, was man gewinnen kann“,
sagte er vor dem Saisonfinale im slowenischen Planica. Auf dem nochmals größer gebauten Monsterbakken in den Julischen Alpen bekommt es Freund ausgerechnet mit
dem Lokalmatador und ersten
250-Meter-Flieger Peter Prevc zu tun.
In Oslo war Weltmeister Freund
eine Klasse für sich. Mit 132 und 128
Metern verwies er gestern den
42 Jahre alten Japaner Noriaki Kasai
auf Rang zwei. Prevc sprang im Finale vom 17. auf den dritten Platz vor,
den er sich mit Doppel-Olympiasie-
ger Kamil Stoch teilte. Am Samstag
hatte sich Freund im Herzschlagfinale um 0,3 Punkte vor Prevc durchgesetzt. „Ich habe mich hier viele
Jahre lang schwergetan. So macht es
am Holmenkollen natürlich Spaß“,
frohlockte er danach. Mit Sprüngen
auf 132 und 135,5 Meter wiederholte er seinen Vorjahreserfolg. Der Gesamt-Dritte Stefan Kraft aus Salzburg verlor als Zehnter und Fünfter
viel Boden und verabschiedete sich
aus dem Kampf um den Gesamtsieg.
Der Tourneegewinner liegt bereits
175 Punkte hinter Freund, der als
Skiflug-Weltmeister auch in Planica
zu den Favoriten gehört.
Auf dem Weg zu seinem großen
Ziel setzte er an der Wiege des nordischen Skisports neue persönliche
Bestmarken. Vier Siege in Serie
schaffte zuletzt Sven Hannawald vor
13 Jahren bei seinem Vierschanzentournee-Grand-Slam. Mit 18 Weltcuperfolgen zog Freund auch in der
deutschen Bestenliste mit Hannawald gleich. Mehr Siege feierten nur
der Oberwiesenthaler Weißflog (33)
und Schmitt (28), der auch als einziger mindestens neun Erfolge in
einem Winter vorweisen kann.
Bundestrainer Ullrich schmeißt hin
Es sollte ein schöner Abschied für Claudia Nystad
werden. Doch während
sich die Erzgebirgerin am
Holmenkollen durch die
Loipe quälte, sorgte der
Coach für die Schlagzeilen.
OSLO — Frank Ullrich mag nicht
mehr der Buhmann sein. Nach anhaltender Kritik an seiner Arbeit
durch seine Vorgesetzten ist der
Langlauf-Bundestrainer zurückgetreten. Um das mitzuteilen, suchte
sich der Thüringer gestern den
legendären Holmenkollen als Bühne aus. Und verdarb damit auch der
erfolgreichsten deutschen Langläuferin, Claudia Nystad, etwas die Ab-
schiedsparty. „Wenn dir einer derart
ins Gesicht spuckt, kann es nur eine
Konsequenz geben“, sagte Ullrich,
nachdem er zuvor in der ARD während seinen Entschluss verkündet
und begründet hatte. „Ich habe in
den ganzen Jahren viel für den DSV
getan und geholfen, wo immer es
ging. Aber man bekommt nichts zurück“, sagte Ullrich enttäuscht.
„Wir hätten uns gewünscht, dass
wir nach der Saison die Dinge in
Ruhe analysieren“, sagte DSV-Sportdirektorin Karin Orgeldinger. Ullrich sei über Jahrzehnte einer der
besten und erfolgreichsten Trainer
im Deutschen Skiverband (DSV)
gewesen. „Wir werden noch einmal
das Gespräch mit ihm suchen“, erklärte die Sportdirektorin. Das Fass
zum Überlaufen brachte DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller, der bei
der Biathlon-WM in Kontiolahti
Frank Ullrich
Ehemaliger Skilanglauf-Bundestrainer
FOTO: IMAGO
(„Freie Presse“ berichtete) massive
Kritik an Ullrichs Arbeit geäußert
hatte – ohne zuvor mit dem Gescholtenen zu reden. „Man muss
völlig unzufrieden sein, was die Entwicklung im Skilanglauf betrifft. Da
habe ich eine andere Auffassung, ...
dass wir im Männerbereich mit
einer jungen Mannschaft im Aufbau
begriffen sind“, hatte Pfüller kritisiert, nachdem die Langläufer bei
der WM in Falun zum zweiten Mal
in Folge medaillenlos geblieben
waren. Dass Ullrich selbst mit den
Resultaten nicht zufrieden war, hat-
te der Coach immer wieder betont.
„Aber ich vernichte die Athleten
nicht in der Öffentlichkeit. Wir haben oft sehr deutliche und harte
Worte gefunden, aber eben nur
intern. Das ist auch eine Frage des
Respekts“, betonte der 57-Jährige.
Bei den Diskussionen um die Personalie Ullrich ging der Saisonabschluss unter. Die langen Kanten im
Freistil und Massenstart vor Tausenden Zuschauern bei frühlinshaften
Temperaturen an der Wiege des Skisports gewannen die einheimischen
Surje Röthe und Marit Bjørgen. Claudia Nystad lief im letzten Rennen
ihrer Karriere als Letzte mit über
16 Minuten Rückstand auf die Siegerin und mit der deutschen Fahne ins
Ziel. „Einen schöneren Abschied
hätte es nicht geben können“,
schwärmte die 37-Jährige vom WSC
Oberwiesenthal. (dpa)
1999/2000 stand der vorerst letzte
deutsche Gesamtsieger elfmal ganz
oben. „Es macht derzeit einfach unheimlich viel Spaß“, sagte der Bayer,
der in der Vogtland-Arena Klingenthal mit dem Kult-Hit „Ein Freund,
ein guter Freund...“ begrüßt wird.
Weniger erfreulich fiel die Bilanz
der anderen DSV-Springer aus.
Freund deckte mit seinen Siegen das
schwache Abschneiden zu. Lediglich Markus Eisenbichler (Siebenter
am Samstag) entkam einmal dem
Mittelmaß. Der Erzgebirger Richard
Freitag (40./16.) haderte mit sich genauso wie die Teamgefährten Marinus Kraus, Michael Neumayer und
Andreas Wank. Andreas Wellinger
bekam für Planica sogar vom Bundestrainer Flugverbot. (dpa mit tp)
Severin Freund (Mitte), der König vom Holmenkollen, umjubelt von den
Teamkollegen Richard Freitag (rechts) und Andi Wellinger. FOTO: T. BENDIKSBY/DPA
KOMMENTAR
Ablösung löst Probleme nicht
VON THOMAS PRENZEL
thomas.prenzel@freiepresse.de
F
rank Ullrich ist seiner Ablösung zuvorgekommen. Letztlich löst sein Rücktritt aber
die Probleme, die im deutschen Skilanglauf bestehen, nicht. Sicher hatte es der ehemalige Skijäger und
Biathlontrainer als Nachfolger des
gewieften und erfahrenen Bundestrainers Jochen Behle nicht einfach,
sich in einer neuen Disziplin zurechtzufinden, zumal es bereits bei
seinem Amtsantritt vor drei Jahren
unterschiedliche Auffassungen in
der Trainingsmethodik an den verschiedenen Stützpunkten gab. Diese
verschiedenen Strömungen konnte
Ullrich nicht in eine Richtung lenken oder durch gangbare, individu-
ellen Konzepte kompensieren. Der
deutsche Skilanglauf leidet aber vor
allem unter Versäumnissen, die
schon vor Ullrichs Amtszeit in der
Förderstruktur des Skiverbandes
und der Nachwuchsarbeit liegen.
Dass mehr Talente gefunden, sie
nicht zu früh verheizt und dennoch
behutsam an die Weltspitze herangeführt werden können, dieses System ist im Langlauf während der erfolgreichen Ära Sommerfeldt, Teichmann, Filbrich, Nystad und Co. vernachlässigt worden. Entsprechend
dünn ist aktuell die Decke an Athleten. Und diese Decke wird nicht automatisch wieder dicker, wenn man
den Mann an der Spitze austauscht.
A N ZE I G E
KONTAKTE
Aeð Ý? ˆ .­jä‰?‰ÅΉ™ w² M‰ä?ÂÂj ÞnQnÐAçQn¢en
.jßM”Mj "nç ‰™?^ Õo ²^ æÐÉ|¥ˆÕɚÊÐÐ^ "nç ¥ß ‰™ =މW?×u ‰~j ?Ή^ "nç !AïŽ Õy w Ðo^ !‰Wàˆ?×ÅÎ
8ڙÅW†j ‰” ÅW†Þ?Âäj™ ײ Þj‰j™ ”‰Î ×Åa?×j F j‰aj™ÅW†?wÎ Ýjˆ !j× ?M‰^ Õ¥ ²^ ˆ Õæ|šÕÐ^ !?a‰™j^ Õв^ #8 ¥ææ^ =^ 0­ .jÂ݉Wj^ .×ʼn Ðæ^ ?aà
™? ”‰™?™ä
jÂj‰W†^ 0j”‰™ ÎC~ æ¥ÉæËÐææ|՚¥ Þ †™Î ˆÂ² = æ¥ÉÊËooɚÐÉ|š Õo ²^ ˆÕošÕyy
æ¥yɈÐÉoæÐoæo^ ?a‰jŲaj
ÅjßàäމW?ײW” æÐÉyËÕ¥y¥yÐ
"nç +?×j™u ?Ύ?^ ~²²² +‰™ ‰jMÎ ?ç[–nÐÔêƒnÔ jÎΆCÅW†j™ ”‰Î êQÔ[‹n Ž~² Â?× ”² ÅW† ™j 0[‹AÐ{n ?×ÅwÂ?×^ ݝM×ʼn~^ Åײ
¢¢A Õo^ ² ÐÊ^ j™? Ð|^ ² Ðo^
ÝjÂÂÚWÎj™ މaj™ 7² 0j²] æ¥Éšˆ j~?™ä ײ jwچ Þ?ÂÎjÎ ?×w ‰W†² ‰~× ÝjÂÞ †™Î äCÂΐ² ײ ‰jMjݝ ‰™ MÞjW†Å×™~² W† މ .­? ˆ × "nçy #”? ?^ yš²^ 99 !?ˆ ?îŽ[–Aç 0Â?™Å .jj™? a”²^ ?×Â? ՚ ²^ ² ÐÊ^ ?×Å jÎΐ?™a
Î׈×Åj™^ +?×j™ æ¥y¥ˆÉ¥Ð|yÉÕÉ æ¥ÉʈÉÊæšÉæšÐ^ ?a‰jŲaj
¥ÉÐÕÐæÊ
=Þ² æ¥ÊÕËÐɚš¥Õš
†² M‰Å ¥o 2†Â^ æ¥É|ËÊÐÐyÕК
?×W†¸ æÐÉ¥Ë|æ|ʚɚ
æÐÉyËÕÉÕ¥ÊšÉ ÞÞÞ²~j‰‰Î?Ųaj
-ÐŽí¾ a‰ÅÂ² ÝjÂÞ² Î?Mא² ^ 7^ 2‹AŽ ‰™a? ä?ÂÎj יa ײ Å?™wÎj nAb j™Îw‰j† aj” Î?~ יa !07+u Р͐j Â?×j™ ݲ Õyˆ|æ² 0nïð ?‰j |Ð^ Éy
^ ÝjÂwچÂjˆ 0Ž¢¢nÔ{ÐnçeŽ‚n ‰jM² 7jÂwچÂj‰™u 0A¢eÐAy +ÂjÎÎà 8”j™ ¯†ÚMÅW†^
#^ 0^ = ×ݔ² Å‰^ ™‰^ ?Â? C™aj^ jβ 0†?‰”?ÅŲ ×ݔ²^ ÎC~² ~j™‰jj a‰j äCÂΐ‰W†j™ ”j™Îj^ ÝjÂÞ †™j™ ‰” ~j­wj~Îj™ ”M‰ˆ ‰ÅW† µ j‰aj™ÅW†?wΐ‰W†^ ÝjÂÞ †™Î =CÂΐ²Fj‰™wچÅ?”^ ‰jMÎ ?” MjÅÎj™^ M™a^ ÅW†² ”² ~²#8° j‰™j .ڙaj
יa ”ಠ= æ¥ÉÉËoÊÕÊÕoo^ µ æÐÉyËÕÉæÐ¥æÉ^ æ¥yÕË¥ÐÊÐ|æšÉ ‰” ­Â‰Ý² ”M‰j™Îj² æÐÉ¥ËÕÉyyÐæÊÉ j™Îj ~™?aj™Å² æÐÉyËÐæÐÕ|æÕ ×™‰Â F .j™‰Âu =Þ² æ¥ÊæËÕÐÕ|ÊyÉ ”” ÎjÅÎj™u­Â‰Ý?Î æÐÉ¥ËÕÐÊÕÐ¥| ÞjÂÎ^ ˆ ‰Îβ =Þ² æ¥ÉÕ˚ÉæÊo|Ê
LOKALSPORT
Montag, 16. März 2015
NACHRICHTEN
Freie Presse
SG Jößnitz zeichnet zur Versammlung verdiente Mitglieder aus
HANDBALL
SV 04 Oberlosa
feiert Doppelerfolg
PLAUEN — Die beiden Handball-Sach-
senligamannschaften des SV 04
Oberlosa haben am Samstag gewonnen. Gegen den Tabellenletzten HSV
Weinböhla erzielten die Männer einen deutlichen 33:22-Sieg und verteidigten damit als Spitzenreiter ihren Vorsprung auf die Verfolger. Die
Frauen blieben im neunten von
neun Heimspielen ungeschlagen. In
einem Herzschlagfinale bezwangen
sie den SV Schneeberg und stehen
weiter auf Platz 2. Tabellenführer
BSV Sachsen Zwickau II machte vier
Spieltage vor Schluss den Aufstieg
perfekt. (rimi/seis)
Straßberg – Wacker Plauen 0:1 (0:0). Tor:
M. Schneider (80.); SR: Jahreiß (Leubnitz); Zuschauer: 75; Reserven: 3:2.
Armbruch stoppt alle
Medaillenträume
RIMBACH — Vorzeitig sind am Sams-
Der größte Verein des Vogtlandes – die SG Jößnitz – hat anlässlich seiner jährlichen Hauptversammlung verdiente Mitglieder ausgezeichnet.
Ehrennadeln in Gold, Silber und Bronze wurden dabei ebenso verliehen wie die Ehrenmit-
LEITZKAU — Die SG Grün-Weiß Mehltheuer kegelt auch nächste Saison
wieder in der 2. Bundesliga. Zwar
verloren die Vogtländer bei TuS
Leitzkau sang- und klanglos 0:8,
doch da Leipzig gegen Auma gewann, entgingen sie dem Abstieg.
Für Mehltheuer kegelten Höring,
Kelz, Lorenz (Spranger), Lamprecht,
Geißler, Möckel und Krause. Alle
sechs Duelle sowie die Gesamtholzzahl (3327:3116) entschieden die
Leitzkauer für sich. (lff)
VOLLEYBALL
Letzes Heimspiel
geht 0:3 verloren
OELSNITZ — Der VSV Oelsnitz hat das
letzte Heimspiel der Saison in der
Volleyball-Regionalliga 0:3 (18:25,
21:25, 23:25) gegen den VC Altenburg verloren. Den Saisonabschluss
vor eigener Kulisse hatten sich die
Oelsnitzer ganz anders vorgestellt.
200 Zuschauer mussten mit ansehen, wie sich der VC Altenburg für
die deftige 0:3-Hinspielschlappe revanchierte. Tabellenplatz 2 in der
Endabrechnung war den Oelsnitzern allerdings schon vorher nicht
mehr zu nehmen. Das letzte Spiel
der Saison findet am Samstag statt.
Dann fahren die VSV-Männer zum
USV TU Dresden. Der wurde im Hinspiel 3:0 bezwungen. (mha)
SCHACH
Könige bleiben an
Tabellenführer dran
COSWIG — Der SK König Plauen hat
in der Schach-Oberliga 4,5:3,5 bei
TuS Coswig gewonnen. Damit
bleibt er bei noch zwei ausstehenden Spieltagen mit 14 Punkten Tabellenführer SG Magdeburg (16) auf
den Fersen. Für die Plauener gewannen Schaller und Paul ihre Partien.
Plat, Espig, Sandner, Hoerr und Beyer steuerten Unentschieden zur Gesamtausbeute bei. (jv)
gliedschaft im Verein, die Günter Hermannsdörfer (4. von links) zuerkannt wurde. In seinem
Amt als Vorsitzender des 825 Mitglieder zählenden Vereins wurde Marcel Singer (3. von links)
von der Versammlung wiedergewählt. Weitere
Mitglieder des Vorstandes sind Steffen Zimmermann (2. Vorsitzender, Nicole Gruber (Jugendleiterin), Katrin Jeutter (Schatzmeisterin), Kathrin Müller (Beisitzerin), Jörg Setzpfandt (SchriftFOTO: ELLEN LIEBNER
führer).
Ersatzkeeper Foltyn hält in
letzter Sekunde Einheit-Sieg fest
Der HC Einheit Plauen
hat nach einer dramatischen Schlussphase am
Samstag in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga
einen 28:27-Erfolg beim
HC Staßfurt gefeiert.
KEGELN
Klassenerhalt trotz
klarer Niederlage
SG Unterlosa
bleibt nach
2:0-Erfolg
auf Rang 2
Fußball, Vogtlandklasse:
Wacker lässt sich auch von
Straßberg nicht aufhalten
RINGEN
tag die Deutschen Meisterschaften
der Jugend B im griechisch-römischen Stil in Rimbach (Hessen) für
Yannick Schulz vom KSV Pausa zu
Ende gegangen. Nach einer Schulterniederlage gegen Muhammed
Alkan (Krefeld) traf es ihn im zweiten Kampf der Klasse bis 42 Kilogramm gegen Pirmin Seimetz (Köllerbach) noch härter: Der Pausaer
brach sich den Arm und musste aufgeben. Leer gingen auch die beiden
Starter des ASV Plauen Leon Lange
und Lucas Krupke in der Klasse bis
46 Kilogramm aus. Lange verlor in
der ersten Runde gegen Numan Bayram (Büdesheim) auf Schultern und
anschließend gegen Elias Allgaier
(Hofstetten) nach Punkten. Krupke
ließ der Auftakt-Niederlage gegen
Luca Taibi (Hüttigweiler) einen 3:1Punktsieg über Jan Wolfanger
(Hüttigweiler) folgen. In der dritten
Runde ging gegen Maxim Riefling
(Ladenburg) jedoch auf Schulter
und schied aus. In der Endabrechnung liegt er auf Platz 15. (pj)
S7
STAßFURT — Nach einem körperlich
intensiv geführtem Spiel gingen die
Gäste als knapper Sieger vom Parkett. „Es war das für uns erwartete
harte Spiel, da die Staßfurter eine
Mannschaft mit sehr großen und
kräftigen Spielern haben. Doch wir
haben dies gut angenommen und
können so zwei Punkte auf unserem
Konto verbuchen“, sagte Liesegang
nach dem Spiel.
Anfangs hatten die Gastgeber
leichte Vorteile. Nach einem Ballverlust von Einheit gleich im ersten Angriff konnte sich auf der Gegenseite
der Staßfurter Kreisläufer Retting in
Szene setzen. Den darauf folgenden
Strafwurf, übrigens einer von insgesamt zehn für Staßfurt, konnte
Scholz verwandeln. Im Gegenzug
glich Einheit über den konterstar-
ken Mimura zum 1:1 aus. In den folgenden Minuten entwickelte sich
ein offener Schlagabtausch. Bis zum
4:4 spielte Einheit im Angriff konsequent und druckvoll. Doch dann
häuften sich die Fehlwürfe, und
Staßfurt enteilte auf 7:4.
„Wir waren in der
Abwehr körperlich
nicht so präsent
wie in den vergangenen Spielen.“
Sven Liesegang Trainer HC Einheit Plauen
Die mitgereisten 25 Plauener Fans
wurden in den Folgeminuten aber
entschädigt. Ein stark haltender Torwart Schüller und die Flügelzange
Rother-Mimura legten die Grundlage für die 9:7-Führung. „Wir haben
zu diesem Zeitpunkt aus einer guten
Abwehr heraus über die schnelle
erste und zweite Welle Tore gemacht. Diese waren für Staßfurt wie
Nadelstiche“, sagte Liesegang. Nach
einer Auszeit kam Staßfurt auf 12:12
heran. In der letzten Minute schlug
Einheit jedoch noch zweimal zu
und Vesely erzielte vom Siebenmeterpunkt die 14:12 Halbzeitführung.
Den besseren Start in den zweiten Abschnitt erwischte wieder
Staßfurt. Die Plauener schienen körperlich noch nicht wieder voll da zu
sein. Innerhalb von zwei Minuten
war der Vorsprung dahin und es
stand 14:14. In der Folgezeit legte
Einheit immer ein Tor vor, Staßfurt
glich im Gegenangriff aus. Liesegang: „Wir waren in der Abwehr körperlich nicht so präsent wie in den
vergangenen Spielen. Für die gegnerischen Rückraumspieler war es zu
leicht, zum Torwurf zu kommen
oder Strafwürfe rauszuholen.“ Das
Offensivspiel der Plauener konnte
sich jedoch sehen lassen. Insbesondere Marc Multhauf behielt bei Zeitspiel die Nerven und hämmerte den
Ball jeweils in letzter Sekunde in die
Maschen.
Beide Mannschaften schenkten
sich nichts und die letzten fünf Minuten versprachen Spannung. Einheit lag mit 27:26 in Führung als
Staßfurt erneut einen Strafwurf zugesprochen bekam. Scholz verwandelte diesen sicher gegen Schüller:
27:27 und noch vier Minuten zu
spielen. Trainer Liesegang nahm eine Auszeit. Vesely glich per Strafwurf aus. Die letzten beiden Spielminuten waren an Hektik nicht zu
überbieten. Staßfurt spielte den Angriff lang aus, scheiterte aber erneut
an Schüller. Die Plauener hatten im
Gegenzug, die Chance alles klar zu
machen, doch wegen des Lärms in
der gutgefüllten Staßfurter Halle
überhörten sie ein Signal der
Schiedsrichter, sodass Staßfurt 30
Sekunden vor Schluss erneut in Ballbesitz kam. Wieder gab es Strafwurf
für die Heimmannschaft. Bis dahin
hatte sie neun von neun Siebenmetern sicher verwandelt. Doch der
zehnte sollte ungenutzt bleiben. Foltyn ging für Schüller ins Tor der Gäste. Er blieb ruhig und parierte. Auch
den Nachschuss hielt er mit einem
phänomenalen Reflex. Damit stand
der 28:27-Auswärtssieg endgültig
fest. Am Samstag erwartet Einheit
Plauen das Tabellenschlusslicht SV
Oebisfelde.
STATISTIK
HC Einheit Plauen: Schüller, Foltyn, Weiß,
Zobirei, Kveton (3), Richter (4), Krüger, Wolf,
Mimura (7), Werning, Vesely (5/5), Rother (1),
Bosneac (2), Multhauf (6),
Frenetischer Jubel nach torlosem Remis
Mann und Maus. In vorderster Front
waren es die Routiniers Zimmermann und Schindler, unterstützt
von Malik, die mit viel Laufarbeit
den Neustrelitzer Spielaufbau störten. Dahinter verrichteten Mittelfeld und Abwehr hervorragende Defensivarbeit . Bei eigenem Ballbesitz
klemmte bei den Plauenern jedoch
die Säge. Viel zu schnell wurde der
Ball wieder hergegeben. Trotzdem
hätte mit etwas Glück bei den wenigen Kontern sogar das Siegtor fallen
können, doch das wäre wohl des Guten zuviel gewesen.
0:0 gewonnen! So war der
einhellige Tenor nach dem
Regionalliga-Fußballspiel
des VFC Plauen gegen die
TSG Neustrelitz.
VON JÖRG VITOVEC
PLAUEN — Solche Jubelszenen hatte
das Plauener Vogtlandstadion in den
vergangenen Jahren selten erlebt.
Spieler und Verantwortliche lagen
sich in den Armen. Die 455 Zuschauer feierten ihre Mannschaft lang
und ausgiebig. Alles wirkte, als wäre
ein Pokalsieg oder eine Meisterschaft in Sack und Tüten. Doch weit
gefehlt. Der VFC hatte soeben mit
viel Glück und Geschick und einem
überragenden Keeper Patrik Klimo
seinen ersten Punkt nach dem Stellen des Insolvenzantrages geholt.
Der Slowake im Tor der Gastgeber war der Mann des Tages. In letzter Sekunde parierte er gegen Zolinski. Bereits vorher hatte er mehrmals
großartig bei Schüssen und Kopfbäl-
VFC-Keeper Patrik Klimo (links) hielt gestern sein Tor rein. Hier reagiert er
großartig gegen Sargis Adamyan.
FOTO: ELLEN LIEBNER
len reagiert. Seine größte Tat vollbrachte er nach einer halben Stunde
als er binnen Sekunden erst gegen
Trianni und dann gegen Schied klärte.
Es war die erwartete Abwehrschlacht, die der VFC gegen die Neustrelitzer zu schlagen hatte. Bester
Akteur in den Reihen der Gäste war
der frühere Drittliga-Kicker Weid-
lich, der die linke Plauener Abwehrseite vor allem in Halbzeit 1 vor Riesenprobleme stellte. Nach 25 Minuten holte ihn Malik mit einer Grätsche von den Beinen, für die er Gelb
vom Geraer Schiedsrichter Prager
sah. Vier Minuten vorher hatte Malik die erste Chance der Heimelf gehabt, wurde aber sauber vom Ball getrennt. Der VFC verteidigte mit
TRAINERSTIMME
Ingo Walther, Trainer des VFC Plauen: Zuerst
einmal in Richtung TSG Neustrelitz. Dort wurde vor dem Spiel von Albernheit gesprochen,
gegen uns antreten zu müssen. Etwas Respekt
uns gegenüber sollte schon da sein. Aber vielleicht sollte ich mich für die zusätzliche Motivation auch bedanken. Wir hatten heute
sprichwörtlich den Papst in der Tasche, soviel
Glück hatten wir. Unseren Torwart muss ich in
höchsten Tönen loben. Die Mannschaft hat
heute geackert und sich dafür belohnt. Erreicht haben wir jedoch noch nichts. Wir stehen erst am Anfang eines langen Weges.
Es war ein zerfahrenes Spiel, geprägt von vielen Zweikämpfen und
Fouls. Während in der ersten Hälfte
beide Teams zu Torchancen kamen,
konnte später nur noch Wacker Impulse nach vorne setzen. Straßberg
ließ zudem beste Freistoßchancen
ungenutzt. In der 80. Minute markierte Schneider den Siegtreffer für
die Plauener nach einer Ecke. Seinen
Flachschuss konnten die Straßberger Homuth und Blei nicht mehr
von der Linie kratzen. Am Ende war
es ein verdienter, wenn auch glücklicher Sieg für den Spitzenreiter der
Vogtlandklasse. (slim)
Weischlitz – Unterlosa 0:2 (0:0). Tore: 0:1
Hommel (77.), 0:2 Zeuner (90.+1); SR: Nürnberger (VfB Auerbach); Zuschauer: 94; Reserven: 3:2.
Bis in die Schlussphase durfte der
FSV auf einen Punkt hoffen. Unterlosa besaß zwar mehr Spielanteile,
doch stieß die SG auf eine aufopferungsvoll kämpfende Weischlitzer
Mannschaft. Den Gästen nutzten
auch ihre zahlreichen Ecken und
Freistöße wenig. Nach einer Stunde
wurden die Unterlosaer Aktionen
zielstrebiger. Geigenmüller scheiterte am toll reagierenden Weischlitzer
Keeper. Zeuner sah drei Minuten
später seine besser postierten Mitspieler nicht. Walther klärte in der
67. Minute in höchster Not für seinen geschlagenen Torwart. Schließlich siegte Richter gegen den auf ihn
zulaufenden Zimmermann. Dann
aber passierte es doch. Der Unterlosaer Hommel nutzte eiskalt eine der
wenigen Fehler im Weischlitzer Abwehrverbund zum verdienten 0:1.
Weischlitz gab sich nicht auf. Zwischen der 88. und 90. Minute brannte es lichterloh vor dem Kasten von
Geigenmüller. Doch jetzt retteten
die Unterlosaer Abwehrspieler den
knappen Vorsprung. Schließlich
kam es in der Nachspielzeit noch zu
einem zweiten Treffer für die Gäste,
als sie über Hommel und Zeuner einen Konter eiskalt zur endgültigen
Entscheidung nutzten. (kheb)
Concordia Plauen – Wernitzgrün 1:1 (0:1).
Tore: 0:1 T. Hellinger (15.), 1:1 Kießling (53.);
SR: Zimmerling (Treuen); Zuschauer: 40; Reserven: 5:0.
Concordia hatte anfangs mehr
Ballbesitz, ein Treffer blieb aber verwehrt. Dieser fiel zunächst überraschend für die Gäste. Drei Concordia-Verteidiger gingen nicht energisch zum Ball. Dieser kam zu Hellinger, der die Kugel über Roth hinweg im Tor versenkte. Die Concorden schienen nicht geschockt. Ehlig
hatte bei einem strammen Schuss
ans Aluminium Pech und Wernitzgrüns Keeper Lederer sorgte dafür,
dass es mit dem 0:1 in die Kabinen
ging. Zehn Minuten nach dem
Wechsel spielte Schmeißer Kießling
frei, der den Ball sicher im langen
Eck zum 1:1 unterbrachte. In der Folgezeit vergab Concordia zahlreiche
Gelegenheiten. Wernitzgrün kam
nur zu einer Chance, doch einen
Freistoß aus 35 Metern lenkte Roth
gerade noch über das Tor. Zwei Minuten vor Ultimo tauchte Glauß
noch einmal frei vor Lederer auf,
schob den Ball aber am langen Pfosten vorbei. (glü)
Lauterbach – Netzschkau 0:3 (0:1). Tore:
0:1 Leubner (43./Elfmeter), 0:2 Altenkirch
(83.), 0:3 Richter (90.+1); SR: J. Pilz (Erlbach);
Zuschauer: 50; Reserven: 3:4.
Adorf – Bobenneukirchen 4:0 (2:0). Tore:
1:0 Gündel (20.), 2:0 Jäckel (45.), 3:0 Seifert
(48.), 4:0 Polster (90.); SR: Roth (Lauterbach);
Zuschauer: 77; Reserven: 7:0.
Coschütz – Reumtengrün 3:1 (3:1). Tore: 0:1
Ficker (7.), 1:1 Reinhold (9.), 2:1 Ulinski (19.), 3:1
Petzold (38.); SR: Manthe (Lengenfeld); GelbRot: Reinhold (Coschütz, 90.+4, Meckern als
ausgewechselter Spieler); Zuschauer: 70; Reserven: 3:4.
Heinsdorfergrund – Neumark 0:0. SR:
Täschner (Rotschau); Zuschauer: 100; Reserven: ausgefallen.
S8 Freie Presse
LOKALSPORT
Montag, 16. März 2015
Vogtländer
läuft dem
Rest des
Feldes davon
FUSSBALL
Vogtlandliga Männer
VfB Auerbach II - Irfersgrün
Neustadt
- Syrau
Grünb.-Falkenst. - Schöneck
Stahlbau Plauen - Lengenfeld
Schreiersgrün
- Kottengrün
Werda
- Wernesgrün
Rodewisch
- Oelsnitz
Sp
15
16
16
15
16
16
15
15
16
16
16
16
16
16
Tore
50:15
44:30
41:29
44:20
36:21
28:30
41:27
27:35
21:37
25:43
18:37
33:22
17:41
18:56
Vogtlandklasse Männer
Weischlitz
- Unterlosa
Straßberg
- Wacker Plauen
Concordia Plauen - Wernitzgrün
Coschütz
- Reumtengrün
Lauterbach
- Netzschkau
Heinsdorfergrund - Neumark
Adorf
- Bobenneukirchen
1. Wacker Plauen
2. Unterlosa
3. Wernitzgrün
4. Reumtengrün
5. Neumark
6. Straßberg
7. Adorf
8. Weischlitz
9. Coschütz
10. Netzschkau
11. Heinsdorfergrund
12. Concordia Plauen
13. Lauterbach
14. Bobenneukirchen
Sp
16
16
16
16
16
16
16
16
16
16
16
15
16
15
1. Ellefeld
2. Treuen
3. Rotschau
4. R’bacher FC II
5. Bergen
6. Wildenau
7. Brunn
8. Morgenröthe-R.
9. Rebesgrün
10. Eintr. Auerbach
11. Muldenhammer
12. Pfaffengrün
13. Rempesgrün
14. Weißensand
Sp
16
16
15
16
15
15
14
14
15
15
16
16
15
16
1. Mühltroff
2. Lok Plauen
3. Jößnitz
4. Tirpersdorf
5. Ranch Plauen
6. Kürbitz
7. Leubnitz
8. Erlbach
9. Oelsnitz II
10. Triebel
11. Plauen Nord
12. Klingenthal
13. Großfriesen
14. Eichigt
P
39
31
26
25
23
23
22
22
21
20
20
18
16
7
ausg.
3:1
4:2
5:1
ausg.
5:0
7:0
Tore
49:19
37:20
65:20
38:26
29:11
39:24
32:29
36:30
30:33
22:41
16:44
16:49
21:55
19:48
Kreisliga Männer Staffel 2
Lok Plauen
- Plauen Nord
Leubnitz
- Eichigt
Jößnitz
- Tirpersdorf
Oelsnitz II
- Großfriesen
Ranch Plauen
- Erlbach
Mühltroff
- Kürbitz
Triebel
- Klingenthal
Sp
16
16
16
16
16
16
16
15
15
16
16
16
16
16
Leichtathletik: Fabian
Gering wiederholt
Vorjahreserfolg in Greiz
0:2
0:1
1:1
3:1
0:3
0:0
4:0
Tore
49:16
43:26
29:24
27:28
30:27
26:36
28:29
26:29
23:22
27:28
19:22
23:30
18:21
14:44
Kreisliga Männer Staffel 1
Morgenröthe-R. - Eintr. Auerbach
Ellefeld
- Rotschau
Rebesgrün
- Pfaffengrün
Wildenau
- R’bacher FC II
Rempesgrün
- Brunn
Bergen
- Weißensand
Treuen
- Muldenhammer
P
43
32
30
28
28
28
26
17
16
16
16
12
6
6
P
38
35
32
30
29
29
26
22
17
13
8
8
7
4
6:0
5:0
4:1
0:2
0:4
2:0
3:2
Tore
37: 9
39:22
37:19
29:19
31:26
27:31
29:23
28:26
23:22
27:41
20:41
26:27
18:25
18:58
P
38
33
27
24
24
23
19
19
18
17
17
16
15
2
GREIZ — Mit einem überlegenen Sieg
von Fabian Gering (Foto) vom
LAV Reichenbach ist die 145. Auflage des Greizer Straßenlaufes am
Samstag zu Ende gegangen. Wie im
vergangenen Jahr
ließ der 19-jährige
Gymnasiast,
der
seit Januar für den
TV Wattenscheid
startet, von Beginn
an nichts anbrennen und hatte
schon an der EinKilometer-Marke
einen deutlichen Vorsprung vor
dem Hauptfeld. Am Ende der 10 Kilometer langen Wettkampfstrecke
von Greiz-Pohlitz nach Waldhaus
und zurück blieb die Uhr bei 32:50
Minuten stehen, 2:20 Minuten vor
dem Zieleinlauf des Zweitplatzierten, des für den LB Schwarzenberg
startenden Klingenthalers Holger
Zander. Für den von Udo Hendel in
Reichenbach trainierten Fabian Gering, der kurz vor dem Abitur steht,
war es ein gelungener Test in Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften über 10.000 Meter Anfang
Mai in Ohrdruf (Thüringen).
FOTO: UWE SCHRÖTER
1. Kottengrün
2. Schreiersgrün
3. Oelsnitz
4. Neustadt
5. Werda
6. Grünb.-Falkenst.
7. Rodewisch
8. Syrau
9. Stahlbau Plauen
10. Lengenfeld
11. Irfersgrün
12. VfB Auerbach II
13. Schöneck
14. Wernesgrün
0:1
ausg.
1:2
2:0
0:3
1:1
2:3
Mit frenetischem Jubel feierten rund 500 SVV-Fans die Auferstehung ihres Teams nach 0:5-Rückstand.
FOTO: ELLEN LIEBNER
Wahnsinn SVV: Plauen dreht
nach 0:5 das Spitzenspiel noch
Mit 10:8 Toren bezwangen
die Vogtländer im heimischen Stadtbad den bis
dahin ungeschlagenen
Tabellenführer der Wasserball-Bundesliga SC
Neustadt.
VON MICHAEL KLEIN
PLAUEN — Einen Wasserball-Thriller
erlebten die rund 500 Zuschauer gestern im Stadtbad Plauen. In einer
spektakulären Aufholjagd gewann
das SVV-Team um Trainer Jörg Neubauer nach 0:5-Rückstand noch 10:8
(0:3, 2:3, 5:2, 3:0). Beide Mannschaften starteten temporeich, wobei die
Hausherren die erste Akzente setzten. Genau 30 Sekunden waren
gespielt, da erarbeiteten sie sich den
ersten Strafwurf. Rezek scheiterte
jedoch am Neustädter Torhüter. Der
brachte die Plauener im Spielverlauf
immer wieder zur Verzweiflung.
Ihnen sollte es im ersten Viertel einfach nicht gelingen, den Ball im gegnerischen Tor zu versenken. Stattdessen markierten die Gäste bis
Ende des ersten Viertels drei Treffer.
Auch im zweiten Viertel machten die Neustädter von ihren gefürchteten Fernschüssen Gebrauch,
Oliveira überlistete SVV-Keeper
Peterfy so zum 4:0. Im Anschluss legten die Neustädter per Überzahl
zum 5:0 nach. Doch dann beendete
SVV-Rechtsaußen Thiele die Torlosigkeit seiner Mannschaft und legte
mit seinem Treffer den Grundstein
für eine atemberaubende Aufholjagd. Karteszi traf zum 2:5, die Neustädter Antwort folgte jedoch
prompt. Beim Stand von 2:6 ging es
in die Halbzeitpause. „Uns fehlte die
nötige Beweglichkeit, und in der Abwehr leisteten wir uns zu viele Fehler. Die Neustädter haben wir im
Vorfeld sehr genau analysiert, doch
wir fanden einfach nicht richtig ins
Spiel“, so das Zwischenfazit des
SVV-Trainers.
Das dritte Viertel begann mit
Plauener Überzahl. Kapitän Fritzsch
schoss nach einer schönen Kombination mit Roßner den Treffer zum
4:6. Ab diesem Moment fanden die
Plauener zu alter Stärke zurück. Die
Konter wurden konsequenter ausgespielt, die Abstimmung in der Verteidigung verbesserte sich deutlich.
Zur Hälfte des Spielabschnitts konnten die begeisterten Zuschauer erstmals eine Plauener Führung beju-
beln, Karteszi traf zum 7:6. Die währte allerdings nicht lang, Neustadt
glich im Gegenzug durch einen gut
platzierten Heber aus und zog danach mit dem Tor zum 7:8 wieder an
den Plauenern vorbei.
„Mit diesem Publikum im Rücken
möchte man nicht
sang- und klanglos
untergehen.“
Alexander Fritzsch SVV-Kapitän
Doch die Fans spürten, dass noch
lange nichts entschieden ist. Davon
beflügelt, schlug der SVV auch im
letzten Spielabschnitt ein hohes
Tempo an. Zuerst erzitterte nur das
Neustädter Lattenholz, aber dann
ging es ganz schnell. Keine drei
Sekunden Überzahl waren für Korpasci nötig, um den Ausgleich herzustellen. Fritzsch brachte kurze
Zeit später den Ball zum 9:8 im Tor
unter. Die Möglichkeit zum erneuten Ausgleich bot sich den Neustäd-
tern wenig später: Aufgrund eines
Wechselfehlers verhängten die Unparteiischen einen Strafwurf gegen
die Vogtländer. In dieser Situation
bewies SVV-Keeper Mihaly seine
Klasse und hielt die Führung fest.
Das letzte Tor der Partie erzielte Routinier Roßner, das 10:8 wurde bis
zum Abpfiff verteidigt.
„Mit diesem Publikum im
Rücken möchte man nicht sangund klanglos untergehen. Als Rick
Thiele das Tor traf, entstand eine Art
Kurzschlussreaktion im Team. Wir
haben uns gefangen und unsere
Chancen konsequent genutzt“, so
SVV-Kapitän und Spieler der Tages
Alexander Fritzsch. „Der Sieg stärkt
natürlich unser Selbstvertrauen,
doch müssen wir uns klar sein, dass
man die erste Hälfte nicht so vergeben darf, daran werden wir in Hinblick auf die nächsten Spiele arbeiten. Die ersten zwei Viertel begannen wir viel zu überhastet und unkonzentriert, umso schöner war es,
als die Mannschaft den Glauben an
sich zurückfand“, sagt der zufriedene Plauener Coach Neubauer.
PLAUEN: Peterfy, Funk – Thiele (1), Bielefeld,
Karteszi (2), Fritzsch (2), Sörensen, Korpasci
(1), Hänel, Rezek (1), Kaminke, Roßner (3),
Schneider.
Jana Richter knapp vorn
Viel enger ging es bei den Frauen zu,
wo sich Jana Richter vom LATV
Plauen im Gesamteinlauf mit einer
Zeit von 40:46 Minuten und gerade
mal zwei Sekunden Vorsprung vor
Anja Jakob (VSC Klingenthal)
durchsetzte. Beide wurden damit
auch Sieger in ihren Altersklassen
35 beziehungsweise 40. Dritte und
Siegerin in der Frauen-Hauptklasse
wurde Laura Schröter vom LAV Reichenbach mit einer Zeit von 42:55
Minuten. Die drei Frauen holten damit auch in überlegener Manier den
Mannschaftserfolg für die LG Vogtland. Bei den Männern ging der
Mannschaftssieg an den LB Schwarzenberg. Die LG Vogtland belegte
mit Erik Temper, Torsten Schultheß,
Thomas Dressel (alle Plauen) und
Thomas Mädler (Syrau) Platz 2.
Etliche Altersklassensiege
Weitere Altersklassenerfolge für die
LG Vogtland gingen an Erik Temper
(LATV Plauen, männliche Jugend U
18), Roland Bauch (VfB Lengenfeld,
Männer 65), Werner Fankhänel
(Blau-Weiß Auerbach, Männer 70)
und Christiane Fankhänel (BlauWeiß Auerbach, Frauen 65). Der
Treuener LV glänzte mit Siegen
durch Kira Klug (weibliche Jugend
U 16) und Carolin Galle (weibliche
Jugend U 18). (usö)
Der Zweite hält nur eine Halbzeit gegen den Ersten mit
aus. In einem Spiel auf Augenhöhe
dominierte die Regionalliga-Reserve
zwar das Geschehen, allerdings
brachten es die Hausherren nicht
fertig, den Ball ins Netz zu bugsieren. Nach dem Wechsel traf Böhm
für die sich aufs Kontern verlegenden Gäste volley aus 25 Metern. In
der folgenden Abwehrschlacht behauptet sich Irfersgrün wacker.
(masc)
Der SV Schreiersgrün hat
es gestern nicht vermocht,
in die Fußball-Vogtlandliga
wenigstens noch ein bisschen Spannung zu bringen.
Der Tabellenzweite verlor
sein Heimspiel gegen Spitzenreiter Kottengrün 0:3.
Grünbach-Falkenstein – Schöneck 1:2
(0:2). Tore: 0:1 Kreul (32.), 0:2 Witt (35.), 1:2
Andrs (60.); SR: Böhm (Wernesgrün); Zuschauer: 44; Reserven: 1:4.
Schreiersgrün – Kottengrün 0:3 (0:0).
Tore: 0:1 Sa. Trippner (61.), 0:2, 0:3 Eckstein
(77., 90.); SR: Ordon (Heinrichsort/Rödlitz);
Zuschauer: 200; Reserven: 1:1.
Auf schwer zu bespielendem Platz
konnte Schreiersgrün nur in der ersten Hälfte des Spieles gegen den
Spitzenreiter mithalten. Nach der
Pause bestimmten die Gäste klar das
Geschehen und gingen als verdienter Sieger vom Platz. In der 61. Minute bestrafte Sandy Trippner eine
Nachlässigkeit in der Schreiersgrüner Hintermannschaft. Er hatte kei-
Da hätte es spannend werden können: Der Schreiersgrüner Ronny Handschug scheitert am Kottengrüner Torhüter Kenny Göpfert.
FOTO: JOACHIM THOß
ne Mühe, den Ball von der Strafraumlinie ins leere Tor zu schieben.
Kottengrün spielte jetzt die Partie
sicher über die Zeit und legte in der
78. und 90. Minute durch zwei Tore
des eingewechselten Eckstein noch
nach. (axf)
VfB Auerbach II – Irfersgrün 0:1 (0:0). Tor:
0:1 Böhm (53.); SR: Blöthner-Teichmann (Coschütz); Zuschauer: 75; Reserven: 7:1.
Irfersgrün entführte glücklich drei
Punkte. Gegen die junge Auerbacher
Mannschaft machte am Ende die
größere Erfahrung den Unterschied
Nach dem unverhofften Auswärtsdreier bei der bis dahin heimstarken
Spielvereinigung ist Schöneck die
rote Laterne los. Mit einem Doppelschlag nach einer halben Stunde zog
Schöneck davon. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste noch nicht
einmal im gegnerischen Strafraum
aufgetaucht. Grünbach riss auch
keine Bäume heraus, straffte sich
aber nach dem Rückstand. Als Andrs
nach zuvor zwei vergebenen Versu-
chen seiner Mitspieler endlich den
Ball im Netz unterbrachte, keimte
Hoffnung. Doch die Gastgeber wirkten viel zu hausbacken. Zwingendes
blieb Fehlanzeige, sodass Schöneck
den kostbaren Vorsprung über die
Runden brachte. (odre)
Stahlbau Plauen – Lengenfeld 2:0 (1:0).
Tore: 1:0, 2:0 Unterdörfer (37., 69.); SR:
Schwab (Triebel); Zuschauer: 32; Reserven:
0:2.
Lengenfeld kam besser ins Spiel,
doch Stahlbau machte mit seiner
ersten Chance das 1:0. Im zweiten
Abschnitt war der Gastgeber klar
besser und gewann die hart geführte
Partie dank einer guten Mannschaftsleistung verdient 2:0.
Werda – Wernesgrün 1:1 (0:1). Tore: 0:1
Winkler (7.), 1:1 Kalan (84.); SR: Heinz (Jößnitz); Zuschauer: 25; Reserven: 4:1.
Nach dem verpatzten Rückrundenstart erwartete man in Werda Wiedergutmachung. Doch Wernesgrüns Winkler erzielte nach einem
Eckball die Führung. Lange agierte
die Heimelf ohne Willen, ehe Kalan
per Kopf doch noch das 1:1 gelang.
Rodewisch – Oelsnitz 2:3 (1:0). Tore: 1:0
Remter (44.), 2:0 Wolf (56., Elfmeter), 2:1 Hofmann (69.), 2:2 Günthel (80.), 2:3 Hofmann
(82., Elfmeter); SR: Blöthner-Teichmann (Coschütz); rote Karte: Neumeister (Rodewisch,
81.); Zuschauer: 100; Reserven: 2:0.
Der Gastgeber schenkte auf dem
Hartplatz eine 2:0-Führung her.
Remter war per Kopf zur Stelle und
markierte das 1:0. In der zweiten
Hälfte vereitelte der Merkur-Keeper
nach einem tollen Solo von Gläser
das 0:2. In der nächsten Szene räumte er allerdings Wolf im Strafraum
ab. Der Gefoulte verwandelt den Elfmeter selbst. Es häuften sich die Patzer in der Rodewischer Hintermannschaft. Die erste nutzte Hofmann
zum Anschlusstreffer, zehn Minuten später war Günthel mit dem
Ausgleich zur Stelle. Drei Minuten
später drehte Oelsnitz die Partie.
Neumeister sah nach einer Notbremse Rot, den fälligen Elfmeter
verwandelte Hofmann. (migra)
KIND & KEGEL
Freie Presse
Montag, 16. März 2015
Fernsehen
Das ZDF zeigt
einen neuen
Regionalkrimi
vom Bodensee.
Seite A3
Seite A1
Die kleinen Wutbürger
NACHRICHTEN
ERNÄHRUNG
Frühstück fördert
die Konzentration
Viele Kinder und Jugendliche sind
Frühstücksmuffel. Nur 53 Prozent
der 14- bis 17-Jährigen frühstücken
laut der Studie des Robert-Koch-Instituts täglich, der Rest lässt die Mahlzeit gerne mal ausfallen. Auf keinen
Fall sollten Eltern mit dem Thema
Gesundheit argumentieren. Das sei
für die Jugendlichen ein abstrakter
Begriff, mit dem sie nichts anfangen
können, erläutert der Psychologe
Christoph Klotter. Für die Vorteile
eines Frühstücks sind Mädchen und
Jungen aber empfänglicher: zum
Beispiel, dass sie sich in der Schule
besser konzentrieren können. Vor
allem ältere Mädchen lassen die
Mahlzeit ausfallen, um Kalorien zu
sparen. Studien zeigen aber, dass regelmäßige Frühstücker schlanker
sind, sagt Klotter in der Zeitschrift
„Ernährung im Fokus“. (dpa)
BEWE GUNG
Lesen mit den Zehen
kräftigt die Füße
Barfußlaufen trainiert bei Kindern
die Fußmuskulatur besonders gut.
Verstärken lässt sich der Effekt mit
kleinen Spielen: Kinder können beispielsweise versuchen, Trinkbecher
mit den Füßen zu einem Turm zu
stapeln. Damit es leichter geht, dürfen sie sich erhöht auf einem Kissen
vor die Becher setzen. Schwieriger
wird es, die Arme dabei zur Seite
auszustrecken, heißt es in der Zeitschrift „Baby und Familie“. Ein bisschen Übung braucht es für das Lesen mit den Zehen: Dafür legen Eltern am besten ein Buch mit dicken
Pappseiten auf den Boden und blättern eine Seite um. Auf die aufgeklappte Seite stellt der Nachwuchs
dann seinen Fuß, sodass das Buch
nicht wegrutscht. Die Zehen des anderen Fußes versuchen, eine Seite zu
fassen und umzublättern. (dpa)
GESUNDHEIT
Blutschwämmchen
geht von selbst weg
Winzige hellrote oder bläuliche Flecken auf der Haut von Säuglingen
bilden sich meist von alleine wieder
zurück. Drei bis zehn Prozent bekommen diese oft nur millimetergroßen Blutschwämmchen. In mehr
als 85 Prozent der Fälle gehen sie von
selbst wieder weg. Darauf weist die
Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie hin. Wenn sie aber schnell
wachsen oder an problematischen
Stellen wie Augen, Lippen oder After sitzen, müssen sie behandelt werden. Meist geschieht das per Laser,
Vereisung oder mit dem Skalpell. Es
wird aber auch ein Herzmittel zur
Behandlung der Blutschwämmchen
eingesetzt. (dpa)
anzeige
! !!
#$' !" ('#'
'$#'
$''' ' #$$#' % # ##$$$
#
'
3598454-10-1
nach ebenfalls vergessen, ist die Tatsache, dass sie nicht nur verbal, sondern auch nonverbal kommunizieren. So habe der Satz „Mama ist müde“ noch eine zweite Bedeutungsebene. Sie lautet: „Ich kann jetzt
nicht die volle Verantwortung übernehmen, weil ich müde bin.“
Kaum etwas fordert
Eltern so wie zornige,
schreiende Kinder.
Ein neues Buch gibt Tipps
für Extremsituationen.
VON ANDREAS RENTSCH
3. Wut spielen, Wut weglachen:
Gibt es einen spielerischen Umgang
mit Wut? Ja, sagt die Familientherapeutin und verweist auf die Lust von
Dreijährigen oder älteren Kindergartenkindern, sich in Rollenspielen
auszuprobieren. Diese Fähigkeiten
seien wichtig für den Umgang mit
starken Gefühlen. „Wenn ein spielendes Kind die wütende Mama
nachahmt, erfährt es, dass man Gefühle ,anschalten‘, aber auch wieder
,ausschalten‘ kann.“
Lachen ist ebenfalls eine gute Methode, der Wut die Nahrung zu nehmen. In dem Zusammenhang rät Gisela Storz betroffenen Eltern dazu,
sich ein wenig selbst zu veralbern,
den Clown zu spielen oder für eigene Schwächen lustige Bezeichnungen zu erfinden. Etwa so: „Ich habe
heute wohl aus Versehen eine Ziegenpille geschluckt, deshalb muss
ich so viel meckern.“
Hat sie sich weh getan? Nein, hat sie
nicht. Sie will Gummibärchen. Aber
Mama verweigert sie ihm. Deshalb
schreit sie, wirft sich auf die Fliesen
und wälzt sich umher, dass alle Erwachsenen an der Supermarkt-Kasse entsetzt zur Mutter schauen. Sie
müssen ihre Vorwürfe gar nicht aussprechen. In ihren Gesichtern stehen sie deutlich geschrieben.
Es gibt kein passenderes Szenario, mit dem die Familientherapeutin Gisela Storz in ihr Buch „Wut.
Warum Kinder wild werden“ hätte
einsteigen können. Situationen wie
die in der „Quengelzone“ kennen
fast alle Eltern. Dabei versucht sie jeder zu vermeiden. Doch mit den Jahren kommen weitere Formen des jugendlichen Zorns hinzu. Fragt sich,
wie man damit umgehen sollte. Im
Kapitel „Zauberbuch für Zornzwuckel“ hat Storz fünf Tipps für ratlose
Erziehungsberechtigte parat.
1. Liebevoll und konsequent
sein: Wenn Kinder einen Wunsch
nicht erfüllt und deshalb einen
Wutausbruch bekommen, sollten
ihre Eltern die Beziehung nie in Frage stellen, mahnt Gisela Storz. „Die
Zauberformel lautet: Ich sehe Dich,
und Du bis gut.“ Im konkreten Falle
hieße das also: „Ich verstehe, dass Du
Süßigkeiten willst. Aber vor dem Essen gibt es keine.“ Wer so reagiert,
riskiert zwar, dass das Kind erst einmal weiterbrüllt. Doch es merkt,
dass an der Regel „Vor dem Essen
nichts Süßes“ konsequent festgehalten wird. Gleichzeitig, so Storz, halte
der Erwachsene an seiner Beziehung
zum Kind fest.
2. Eigene Gefühle mitteilen:
Wenn Kinder auf stur schalten, sind
Jetzt hilft nur noch eins: ruhig Blut bewahren.
Erwachsene schnell mit Vorwürfen
zur Hand. Besser als „Du sollst“-, „Du
hast“- oder „Du „bist“-Botschaften
sei, die eigenen Gefühle in dieser Situation zu schildern, rät Storz. Richtig wäre daher „Ich bin enttäuscht...“,
FOTO: DDP IMAGES
„Ich bin sauer...“ oder „Ich bin traurig...“. Ein Kind könne seine Gefühle
dagegen noch nicht benennen, geschweige denn kontrollieren. Es
schreit sie einfach heraus.
Was viele Eltern ihrer Meinung
4. Rituale finden und pflegen: Ein
probates Mittel, um Wut-Attacken
von vornherein zu vermeiden, sind
eingeübte Rituale. Für Familien mit
mehreren Kindern im Schulalter
eigne sich die Familienkonferenz als
Ort, wie sich Konflikte lösen lassen,
sagt Storz. Sie empfiehlt, dabei in
vier Schritten vorzugehen: 1. Probleme benennen, 2. Lösungen suchen
und aufschreiben, 3. Lösung aussuchen und Art und Weise der Umsetzung definieren, 4. Vereinbaren,
wann die Veränderungen überprüft
werden. Auf diese Weise werden
dann Streitthemen wie die Ordnung
im Badezimmer oder der Fernsehkonsum geregelt.
Je nach Alter sollten sich die Rituale ändern, empfiehlt Gisela Storz.
Als wertvoll empfiehlt sie gemeinsame Brettspiele, Mittagsschlaf, Tobestunden, ein Lied zum Einschlafen
Frau Müller muss bleiben
Im Kino ist der Eltern-Aufstand gegen eine Lehrerin ein Hit. Doch der Alltag ist anders, zeigt eine Studie
Im Kinofilm „Frau Müller muss
weg“ zetteln Eltern gegen die Lehrerin ihrer Kinder eine Revolution an.
„Erfreulicherweise fragen Eltern bei
Lehrern aber häufig nach“, fasst die
saarländische Familienministerin
Monika Bachmann (CDU) das Ergebnis einer neuen Allensbach-Befragung von 1126 Eltern zusammen.
Sieben von zehn Müttern und Vätern wenden sich mit Bildungsfragen vertrauensvoll an die Pädagogen
ihrer Sprösslinge, und zwei Drittel
(64 Prozent) sind mit den Ratschlä-
I
ch mag keine Floskeln. Sätze,
bei denen man spürt: Dein Gegenüber sagt nicht mal ansatzweise die Wahrheit. Dieses Gefühl
hatte ich auch bei der offiziellen
Mitteilung des Sächsischen Lehrerverbandes und des Landeselternrates vergangene Woche. „Der Streik
richtet sich nicht gegen Schüler und
Eltern“, verkündeten die Vertreter.
Was soll dieser Unsinn? Hält man
uns Eltern für dumm? Zumindest
verkauft man uns als solches, wenn
Verbände so einen Unfug in die Welt
hinausposaunen.
Natürlich richtet sich ein Streik
immer gegen die, die unmittelbar
davon betroffen sind – ob bei der
Bahn, der Müllabfuhr, an Flughäfen
oder an den Schulen. Sonst wäre der
Streik ja sinnlos. Wenn niemand Notiz davon nimmt oder nicht viele betroffen wären, brauchte man keinen
Arbeitskampf. Warum kann man
das nicht ehrlich sagen?
gen am Ende auch zufrieden. 59 Prozent reden über die Förderung ihrer
Kinder mit Pädagogen – und sogar
66 Prozent jener, deren Kind Probleme in der Schule hat. Zweitens: Erziehung wird immer schwerer, sagen 56 Prozent aller Eltern. In höheren sozialen Schichten meint das die
Hälfte, in schwächeren gar 65 Prozent. Als leichter empfinden nur
sechs Prozent ihren elterlichen Erziehungs-Job.
„Seit Ende der 1960er-Jahre sind
die Themen Selbstständigkeit,
Selbstbestimmung, Autonomie der
Kinder in den Vordergrund getreten“, erläutert Sabine Walper, die
Forschungsdirektorin des Deutschen Jugendinstituts. Mit 77 Prozent findet sich dieses Erziehungsziel auch in der aktuellen Umfrage
recht weit oben, jedoch klar hinter
konservativeren Erwartungen wie
Höflichkeit/gutes Benehmen (89
Prozent), Verantwortungsbewusstsein (85) und Ehrlichkeit (84).
Um die Ansprüche der Eltern an
die Lehrer auch wirklich erfüllen zu
können, braucht die Schule Zeit-Ressourcen. „Elternarbeit erledigt sich
nicht in der Fünfminuten-Pause, das
müssen wir in den Arbeitsplan von
Lehrkräften integrieren“, fordert
Walper. Die Pädagogen wollten
selbst für Elterngespräche besser gerüstet sein. „Wir tun gut daran, in
diese Zusammenarbeit von Eltern
und Schule zu investieren.“ Auch im
Kino-Hit „Frau Müller muss weg“
kehrt übrigens am Ende die Harmonie zwischen Eltern und Lehrerin
zurück: Frau Müller bleibt. (dpa)
chene Kleine im Sandkasten kalt.
Sie reagierte nicht. Nach dem vierten „Kommst duuuu biiitttte?“, hob
das Mädchen endlich den Kopf und
schüttelte ihn. Dann baute sie weiter ihren Sandkuchen. Statt klarer
Worte der Mutter gab’s eine Frage,
die das Mädchen mit Nein beantworte. Wischi-Waschi-Kommunikation.
Also liebe Lehrerverbände, wenn
ihr streikt, dann steht dazu – mit klaren Worten. „Wir streiken, das trifft
Schüler und Eltern, aber anders können wir den Druck auf das Kultusministerium Dresden nicht erhö-
hen.“ Das wäre eine klare und ehrliche Formulierung, bei der sich Eltern nicht veralbert vorkommen.
Denn wir haben längst gelernt,
mit den Streiks umzugehen. Sommer 2012 ging das neue Schuljahr
mit Arbeitskampf und Stundenausfall los. März 2013 kam die nächste
Runde. 2014 war es ruhig, und 2015
nun erneute Streiks.
Natürlich hat das mit den klaren
Worten auch seine Nachteile. Meine
Söhne reagierten – vor Jahren – auf
meine eindeutige Anweisung: „Bitte
eure Zimmer aufräumen!“ mit den
Worten: „Wir streiken auch mal!“
Ich seh‘ sie noch zusammen auf dem
Sofa sitzen und feixen, weil sie sich
über ihre Antwort diebisch freuten.
Ich habe nur gesagt: „Prima Idee,
ich mach mit!“ Wir saßen nicht sehr
lang auf dem Sofa – beide gingen
dann doch schnell ihre Zimmer aufräumen und ich habe den hungrigen Räubern Mittagessen gekocht.
UNTER UNS
Klare Worte
GRIT STRIETZEL
ÜBER FLOSKELN UND IHRE FOLGEN
grit.strietzel@freiepresse.de
Klare Worte – dazu habe ich meine Söhne immer animiert. Wer etwas möchte, soll das bitte auch so
aussprechen. Ich erinnere mich an
eine Szene auf dem Spielplatz, da
waren beide noch klein. Ich saß da
so am Rand in der Sonne und beobachtete das Gewusel im Sandkasten
und auf dem Klettergerüst. Und ich
hörte den Unsinn, den vornehmlich
Frauen von sich geben, wenn sie ihren Kindern vermeintlich Anweisungen zurufen.
Ein Vorfall ist mir im Gedächtnis
geblieben: Kommst du bitte? Die
Frage ihrer Mutter ließ die angespro-
oder die „warme Dusche“: Damit ist
gemeint, dass jedes Familienmitglied erzählt, was ihm an diesem Tag
am besten gefallen oder Spaß gemacht hat.
5. Bewegen – oder nichts tun: Wie
Bewegung und Wut zusammenhängen, lässt sich aus Sicht von Gisela
Storz gut am Beispiel des bockenden
Kinds vorm Süßigkeitenregal erklären. „Ein Kind, das strampelt und auf
den Boden schlägt, hilft sich sozusagen selbst. Denn Bewegung ist Entladung, also Stressabbau.“ Die Idee,
im Ernstfall einen „Wuttanz“ aufzuführen, ist demnach sinnvoll. Ebenso jede andere sportliche Aktivität.
Durch das Training werden Endorphine ausgeschüttet, danach kehrt
die Ausgeglichenheit zurück.
Was aber, wenn die Wut immer
mehr hochkocht, ohne dass eine Lösung greifbar ist? In solchen festgefahrenen Situationen könne es sinnvoll sein, „alle Schalter auf null zu
stellen und einfach einen Schritt zurückzutreten“, schlägt Storz vor.
„Nichts tun, still sein, schweigen.“
Vielleicht ist das die schwierige
Übung überhaupt.
Fazit: Wut hat viele Wurzeln. Eltern
tun gut daran, sich mit diesem starken Gefühl zu beschäftigen – nicht
nur bei ihren Kindern, sondern auch
bei sich selbst. Gisela Storz bietet in
ihrem Buch gute Denkanstöße dafür. Etwa den, dass Wut oder Zorn
nicht tabuisiert werden dürfen. Die
Wut muss raus, sie ist ein (Warn-)Signal und kann nicht immer unterdrückt werden. Manche Tipps im
Buch klingen aber, als habe man sie
schon mal woanders gelesen.
Vielleicht bei Jesper Juul, den
Storz auch zitiert? Europas vielleicht bekanntester Erziehungsexperte hat vor knapp zwei Jahren ein
Buch über extreme Gefühlswallungen Heranwachsender veröffentlicht. Es heißt „Aggression. Warum
sie für uns und unsere Kinder notwendig ist“.
DAS BUCH Gisela Storz: Wut. Warum Kinder
wild werden, Beltz Verlag, 135 S., 12,95 Euro.
Weniger
Psychopillen
für Kinder
Die Verordnungen bei
ADHS sind strenger
In Deutschland bekommen Kinder
und Jugendliche mit ADHS weniger
Psycho-Medikamente verschrieben,
informiert die DAK. Von 2011 bis
2013 gingen die Verordnungen von
Methylphenidat (Ritalin) bei Versicherten zwischen fünf und 14 Jahren um zehn Prozent zurück. Das
zeigen aktuelle Arzneimitteldaten.
Bundesweit litten nach Expertenschätzungen mehr als 325.000 Schüler unter ADHS.
Methylphenidat ist für junge Patienten zugelassen, die unter einer
Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität leiden. Besser bekannt
ist das Medikament als Ritalin. 2013
hatten 2,5 Prozent aller DAK-versicherten Schüler zwischen fünf und
14 Jahren mindestens eine Verordnung für das Medikament, 2011 waren es noch 2,8 Prozent. Auch die
Anzahl der Tagesdosen ging zurück.
Im Durchschnitt bekam 2013 jeder
Patient 195 Tagesdosen pro Jahr.
„Für den deutlichen Rückgang
sind vermutlich die neuen Arzneimittelrichtlinien verantwortlich“,
sagte Jan Helfrich, Experte für ambulante Leistungen bei der DAK-Gesundheit. Seit 2010 gelten strengere
Regeln bei der Verordnung der Psycho-Medikamente. Nur noch Spezialisten für Verhaltensstörungen bei
Kindern und Jugendlichen dürfen
sie verschreiben. (rnw)
A2 Freie Presse
ROMAN & RÄTSEL
W
er ist dann für den Versuch verantwortlich,
den Polizeichef von
Saint-Denis durch falsche Anschuldigungen in Misskredit zu bringen?“
Die alte Dame blickte hilfesuchend zu ihrem Begleiter auf. Foucher sagte, ohne mit der Wimper zu
zucken: „Hier liegt wohl ein Missverständnis vor. Madame de la Gorce
zieht ihre Anzeige zurück und entschuldigt sich beim Polizeichef und
bei Ihnen, Monsieur le Procureur. Und
besten Dank für die Rückgabe des
Buches.“
„Damit ist es nicht getan“, sagte
der Staatsanwalt. „Wo befindet sich
Mademoiselle Ballotin? Ich möchte,
dass sie sofort hierhergebracht wird.
Was wurde ihr in dieser früheren Sache zur Last gelegt?“
Jules räusperte sich und murmelte dem Staatsanwalt etwas ins Ohr.
„Mon Dieu“, entfuhr es ihm. „Ich
dachte, sie wäre Krankenschwester.“
„Offenbar nur zum Schein“,
schaltete sich Bruno ein. „Wir haben
nirgends Belege dafür gefunden,
! +"%%)(" $
-?L V5LBFM5D TDQ5L 45D L?1=Q?<5D !?D>
M5D4TD<5D
:323< +08 G5 HA=
-5DD )?5 4/M &GMTD<MWFLQ =5L/TM<58TD>
45D =/05D3 LT85D )?5 5?D8/1= /D TDQ5L
J ?F C4 D GG GC GF
’5DD5D )?5 4?5 &GMTD< TD4 ?=L5 4>
L5MM5K *5?BD/=C5M1=BTMM ?MQ =5TQ5 TC
#
$(*,&!*.’)+1
AKPA >AY
)NAKPAP
1aP>8J
KPZANP
1UK_eJ
UDAKNAYJ
Z9aNA
’
aZ>Ya;M aPGAJ
>AY +aNJ YAKPKG_A
_KUNKM8J
.NZ9aYA
_KRP
&
Martin Walker (aus dem Englischen von Michael Windgassen)
Femme fatale
© 2013 by Diogenes Verlag AG Zürich – Folge 131
dass sie als Krankenschwester qualifiziert ist. Dr. Stern von unserem medizinischen Zentrum ist besorgt und
fürchtet, dass die Komtesse nicht
richtig versorgt werden könnte. Außerdem hat sich Dr. Stern in Pariser
Krankenhäusern erkundigt und
festgestellt, dass Mademoiselle Ballotins Behauptung, wonach die
S; +=LK ?5 $5W?DD5L W5L45D M1=L?8Q>
B?1= 05D/1=L?1=Q?<QK 5L (51=QMW5< ?MQ
/TM<5M1=BFMM5DK
-?L WUDM1=5D V?5B $BU1A7
! .#&& ) -’% FGCEH@GJ?51
XC Yzx¢z'A X}z⁄¥~«†
! .#&&9"’+$#& 1
Y HR N6 O SS SN SR IY3:Y "ODLT8 /TM 45C 45TQ>
M1=5D #5MQD5QX3 CF0?B 45TQB?1= Q5TL5LJ
!
)DeJ7X
"KNNKPJ
GAP]
"RP8a
%
8a_RPROA
0AGKRP
KP ,RY>J
K_8NKAP
%A:KA_
Zb>NK;I
>AY
18I8Y8
$
YaZZX
6KP>J
IaP>
)T4FAT B5?1=Q
#(
##
#’
AKPA
YePAK
cAY8:J
YAK;IAP
AKPA
UDANJ
ZRY_A
#
:A_Yb:_=
_YKZ_
1_Y8HAPJ
NAa;I_A
GYRHJ
:Nb_KGAY
7KAYJ
Z_Y8a;I
&R;IJ
N8P> KP
’PPAYJ
8ZKAP
5RYJ
Z;IN8G
eaY
:IKNDA
:MX< ’PJ
DRYO8_KJ
RPZ_A;IJ
PRNRGKA
&
8P>AYZ[
ZRPZ_=
8a;I
GAP8PP_
%
1_8>_
KP ,RY>J
DY8PMJ
YAK;I
7AK;IAP
DbY
28P_8N
’
&
&
"
68ZZAYJ
_KADAPJ
OAZZAY
#P_ZU8PJ
PaPG
edKZ;IAP
1_88_AP
$ ’
% ’
$
%
!
$
"
"
$
#
# ’
"
%
!
’ "
#
$
&
$
% " &
’
&
DY8PeSJ
ZKZ;I<
)SPKGKP
%
%
$
’
#
’
MNAKPA=
ZAK;I_A
a;I_
$ %
&
!
8aZAKJ
P8P>AYJ
:YKPGAP=
NSZAP
8adAYM
KP
YbZZAN
IAKNJ
MY9DJ
_KGAZ
&8Ye
#UR;IA
&
" !
!
%
# ’ %
)1=W?5L?<A5?Q2 C?QQ5B
)RZ8MAPJ
DbIYAY
)RY8PJ
M8UK_AN
%
!
!
&
8OAYKMX
$YAAJ(8eeJ
/KRPKAY
V-YPA__AW
H6>BH<8 I=; ?7@JF@GJ?51
:MX< %YaP>J
:a;I8O_
:MX<
0IAKPN8P>
’PZAN
"9PAJ
O8YMZ
"
dKYMJ
NK;IJ
MAK_ZJ
DYAO>
>aD_APJ
>A
%8Y_APJ
UDN8PeA
2YADDAY
cRP 1a;IJ
O8Z;IKPAP
V+eXW
1_8>_
KO )YAKZ
68YAP>RYD
V,06W
aZYaD
>AZ PJ
ZURYPZ
#
"
%
2AKN
AKPAZ
18_eAZ
AKPD8;IA
/YRGY8OJ
OKAYZUY8J
;IA V#"5W
’P_X *aD_J
D8IY_J
cAY:8P>
V:MXW
cAYJ
Z;IKA>AP=
aPAKPJ
IAK_NK;I
aP8aDJ
OAYMZ8O=
GNAK;IJ
GbN_KG
&8aU_J
Z;IN8GJ
8>AY
1_YAK;IJ
KPZ_YaJ
OAP_
K_8NKAJ
PKZ;I<
ZA;IZ
’
%
$
!
1;IPbYJ
:8P>
)8Y_APJ
ZUKAN
K_8NX
6AKH:YR_J
ZUAeK8J
NK_9_
1_8>_ 8P
>AY K_8NX
0KcKAY8
V‘ 6SY_AYW
aPGAJ
MR;I_
$
!
&
1_88_ KP
,8IRZ_
"aY;IJ
DaIY
-UAYA_J
_APMROJ
URPKZ_
? TQFB
$
#
"
+8Y>AYJ
8Y_=
$KZ;IJ
O8Y>AY
Z9;IZX
1UAeK8NKJ
_9_
N8P>J
dKY_Z;IX
29_KGJ
MAK_
#
!
%
&
)DeJ7X
&A__J
Z_A>_
N8_X<
8aZ >AO
1_AGYAKD
V‘ 6SY_AYW
L8U8J
PKZ;IAY
)8KZAYJ
_K_AN
DIESES BUCH gibt es in allen Geschäftsstellen
und im Online-Shop der „Freien Presse“.
» www.freiepresse.de/shop
)1=W?5L?<A5?Q2 B5?1=Q
ZU8J
PKZ;IA
PYA>A<
&AYY
GAGRZZAPA
78IPJ
DbNNaPG
VAPGNXW
Fortsetzung folgt
?5 ./=B5D VFD H 0?M E M?D4 MF 5?DXTQL/<5D3 4/MM M?1= @545 4?5M5L D5TD
./=B5D DTL 5?DC/B ?D 5?D5C ’5TD5L0BF1A3 DTL 5?DC/B /T8 45L %FL?>
XFDQ/B5D TD4 DTL 5?DC/B /T8 45L ,5LQ?A/B5D 059D45QK
’
"
RDDAPAZ
+AAY
&8aU_J
M9OUDAY
KO 1_KAYJ
M8OUD
$
&
!
#
+8YM_J
:a>A
Z;IP8UJ
UAP[
:YAPPAP
D8aN=
Z;IdAYJ
D9NNKG
%
$
PK;I_
>KAZA
#(
APGNX
"Y8O8_KJ
MAYKP
V1IAN8GIW ?
IRIAY
1;IaI
%
’
!
APGNX<
aYG=
1;INRZZ
18Ne
>AY (R>J
Z9aYA
$N9;IAPJ
O8H
VTf YW
$NaZZ eaY
NR>AYP>A
3P_AYJ
$N8OOA
AN:A
IKP_AYAY
2AKN >AZ
$aHAZ
8P_KMAZ
0a>AYJ
Z;IKDD
2AKN >AZ
)N8cKAYZ
"
’
$
)T4FAT>)Q5LD
#’
’
,RY>J
dAZ_J
8DYKJ
M8PAY
"Y8OAPJ
MSPKG :AK
1I8MAZJ
UA8YA
$YAKJ
eAK_J
I8P>J
dAYMAY
AKPJ
DA__AP=
Z;IOKAJ
YAP
18;IJ
cRY_Y8G
,RY>RZ_J
Z_aYO
KP ,RY>J
8ZKAP
$NbZZKGJ
MAK_ZO8H
$
&
"
#
:bZ;IAJ
&88Y >AZ
NKGAY
Nb_APJ 1;IdAKPZ
Z_8P>
GA:RGAPAY
+A_8NNJ
Z_KD_
#ZZM8ZJ
_8PKAP= KO
6KP_AY
GAYSZ_A_
GYSH_AY
&8DAP
’_8NKAPZ
#KP:YKPJ
GAP >AY
$AN>J
DYb;I_A
MbPZ_NX
%AJ
d9ZZAY
ZU8PKZ;IAY
$NKA>AY
%
’
"
#
4:AYJ
:NAK:ZAN
%AOb_ZJ
:AdAJ
GaPG
$aPMcAYJ
MAIY< I8J
:A cAYJ
Z_8P>APC
>AP
+RP>
:A_YADJ
DAP>
!
$
%
’
!
DY8PeX
+8NAY
V!8OKNNAW
? TB\E
Y8a;I[
PZ_8P>
&
&8;MJ
dAYMJ
eAaG
AKPKGA=
AKP U88Y
78a:AYJ
MaPZ_
"
#
&
$KNO cRP
AYPI8Y>
6K;MK
V‘ 6SY_AYW
1_8>_ KP
-Z_J
:ANGKAP
&8DAPJ
Z_8>_
8aD
)YA_8
IAY8aZJ
GAZ_bNU_
! $
’
%
’ "
& !
# "
% &
" $ #
)T4FAT C?QQ5B
1;IN8GJ
eAaG
VAPGNXW
8aZ GAJ
:Y8PPJ
_AO 2RP
:AYbIO_AY
Z9;IZX
+8_IAJ
O8_KMAY ?
!
’
&
%
"
#
$
&
$
!
#
’
%
0AUa:NKM
KP ,RY>J
RZ_J
8DYKM8
&aP>AJ
Z;I8Y
eaY
&A_eL8G>
&aDJ
MY8PMJ
IAK_ >X
/DAY>A
# ’ %
& $ "
" #
% $
’
$ !
! &
" # !
% & ’
DY8PeX
%YRHZ_8>_
Z_8YMA
7aPAKGaPG
1_YRO
KP 6AZ_J
8DYKM8
aPJ
YK;I_KG
dass Madame auf meine Fragen
selbst antwortet. Wenn Sie sich
nützlich machen wollen, könnten
Sie ihr einen Stuhl besorgen.“
Madame de la Gorce machte einen zerbrechlichen Eindruck, als sie
sich vorsichtig setzte. Ihre Augen
aber waren klar und funkelten boshaft in Brunos Richtung, ehe sie sich
lächelnd dem Staatsanwalt zuwandte.
Halb verdeckt von der Rückenlehne, stand Foucher hinter ihr, den
Blick auf die Hände gesenkt, die sich
zu bewegen schienen.
„Pardon, Monsieur“, sagte Bruno.
Er trat vor und legte eine Hand auf
Fouchers Handy, in das dieser gerade
eine Textnachricht tippte. „Haben
Sie diesem Herrn erlaubt, sein Handy zu benutzen?“, fragte er den
Staatsanwalt. „Das habe ich nicht“,
antwortete er.
„Stecken Sie es sofort weg.“ In
frostigem Tonfall wandte er sich an
Madame de la Gorce.
„Mir ist egal, welchen Arzt Sie bemühen. Ich bestehe allerdings darauf, dass Dr. Stern Ihre Schwester
untersucht und mir bis Donnerstagmorgen einen Bericht vorlegt, damit
ich noch vor dem Osterwochenende
eine Entscheidung treffen kann.
Wenn sich die Diagnose Alzheimer
bestätigt, sorge ich dafür, dass Ihre
Schwester unter Amtsvormundschaft gestellt wird. Ich bin nämlich
nicht einverstanden mit den Arrangements, die Sie getroffen haben.
Haben Sie mich verstanden?“
„Ja. Aber Sie werden von meinen
Anwälten hören“, erwiderte sie und
blickte zu Foucher auf.
)*&#*
%
!
#
"
&
$
’
’ # $
& % !
"
# %
! ’
$ & "
% ’ &
! " #
$
N8a=
Z8PD_=
e8Y_
GA:Y8J
_APA
$NAKZ;IJ
Z;IPK__A
1;IdaPG
& !
’ $ "
! # & %
" ’ &
" $ % % ! #
#
! $
$ % ’
’ & " #
)aPZ_J
Z8OOJ
NaPG=
JI8P>NaPG
/RZ_J
dAY_J
eAK;IAP
$YAKZ_KNJ
Z;IdKOJ
OAP
APGNX<
cRP
" %
#
$ ’
! $
# &
’ "
&
% !
##
6RY_ >AZ
#KPJ
d8P>AZ
7KAGAPJ
UA_AY
:MX<
18;IZAP
sie. „Nein. Und um eines richtigzustellen: Mademoiselle Ballotin hat
uns Zeugnisse vorgelegt. Wir waren
guten Glaubens, dass sie die kranke
Schwester von Madame kompetent
betreuen kann.“
„Dann werden Sie bestimmt
nichts dagegen haben, wenn ich darauf dränge, dass Dr. Stern die Patientin untersucht.“
„Madame de la Gorce möchte
selbst entscheiden, an welcher Stelle
sie sich juristischen und medizinischen Rat einholt. Aber selbstverständlich werden wir Sie, Monsieur,
über alles Weitere in Kenntnis setzen“, entgegnete Foucher.
„Sind Sie Anwalt?“, wollte der
Staatsanwalt wissen. Foucher schüttelte den Kopf.
„Dann möchte ich darum bitten,
$’)*%! %
AKPA
6AN_J
YANKGKRP
8Y8J
:KZ;I<
1RIP
KPZ_YaJ
OAP_8NAZ
+aZKMJ
Z_b;M
kranke Komtesse ärztlich betreut
werde, offenbar nicht der Wahrheit
entspricht. Sie hat auch hier in der
Gegend keinen Arzt. Frau Dr. Stern
informiert sich zurzeit über Rechtsmittel, die ihr erlauben, die Alzheimerpatientin zu untersuchen. Außerdem habe ich mich heute Morgen ebenfalls in dieser Sache an Ihr
Büro gewandt, Monsieur.“
Der Procureur war offensichtlich
verblüfft, setzte dann aber wieder eine ernste Miene auf. Vielleicht dachte er an die Konsequenzen, die zu erwarten wären, wenn einer so prominenten Person wie der Roten Komtesse ärztliche Betreuung vorenthalten bliebe.
„Madame de la Gorce, steht Ihre
Schwester unter Vormundschaft?“
Wieder antwortete Foucher für
1UKANJ
M8Y_APJ
D8Y:A
APGNX<
AYG
Z_Y8aJ
;IANP
"
69YOAJ
OAPGAPJ
O8H
VcAY8N_XW
)AKOJ
_Y9GAY
GYRHAY
28PeJ
Y8aO
>RMaJ
OAP_KAY_
Montag, 16. März 2015
!
31J1;I8aJ
ZUKANAY
V(8OAZW
? TQEE
.%,+1 0
* ’ ) # . #
"1 ., #
5 . ) ’ +,
,.%+ &#.#.
+
’
# 01 ’
,* ’
+, +0 # /
( ) 0 *
# ’ / .# 5
0,# ) # ,
% #3 ’ ..
- ) + 0 #
- (3 / /
(("1 &,.+/ 0,/ / ) 0 #+0 # ’ ) 0
1+# +#.,
# 4!&+%# 5 #.+ ’ (#
&+" #. +# ’ +
) ,* ’ ) ,* ’ * + ’
/ # # % ) % # ** # # / # + /
0. ’ )
& ’ # . 0 ,3+ " ,* ’ + , / ( # 0 0 /
(0 # ) "# ++ 0 #+ .0 -,.#!
’
.1# &
+ 1+5 # # 0 # / ’ #+ .
"#. # 2 #.# / 0 ) !( # ’ / #. / 0 - , ** # . + # ) ’ / . # 1 0 ’ ) & , . #
- ’ + ’ #
) ) (,- ’ ),0 (- ’ 01) .
, # ( , + ,* / & , ) ’ + - 1 $ $
’ . +0 ’
%1# 0 0 #
(,+ / 0 .1( 0 ’ ,+ / #*- # .
0 # * * ’ / . # # *, + # 0 # +
+ 0 1
/ #&. )1/ #. + ’ ( ’
0 0 . ’ / / # 0 .0 1) + /
.,,+ 0 # #% ) / ) /, 0 $ 0
# 5 - # 01+ ’ # .# -., % ’ #.
’ 0
’ +/ #. 0 %.,% ,.!& ’ /
) # #. (# $ # (#.) (+(#+
0 ’ 0 +# $. ’ 0 0 ’ #.#+ . ’ / 0
CA;AJD !6?B<@:B>6HK
"%%%# #$#
’
#
&
’ $
%
%
"
’
!
$
!
$
#
%
)1=W?5L?<A5?Q2 M1=W5L
&
FERNSEHEN & RADIO
Montag, 16. März 2015
IM RADIO
LITERATUR
Eine Geschichte
in Paris
MDR FIGARO 19.05 UHR — Die Hand-
lung des Buches „Im Café der verlorenen Jugend“ spielt im Paris der
60er-Jahre. Schon als junges Mädchen ist Louki aus der Wohnung der
Mutter weggelaufen. Den Vater
kennt sie nicht. Ihren Mann verlässt
sie nach einem Jahr und zieht mit ihrem Geliebten durch die Stadt. Im
Café Le Condé, dem „Café der verlorenen Jugend“, glaubt Louki Zuflucht zu finden. Patrick Modiano,
der das Buch geschrieben hat, ist einer der bedeutendsten französischen Schriftsteller der Gegenwart.
2014 wurde er mit dem Nobelpreis
für Literatur ausgezeichnet. In der
Sendung „Lesezeit“ ist heute die erste Folge der Lesung zu hören, es sprechen Sandra Hüller, Matthias
Brandt, Henning Nöhren und Thomas Sarbacher. (fp)
Freie Presse
Suche nach Hund und Mörder
Wieder ist was passiert am
Bodensee: In einem Waldstück entdecken die Kommissare Oberländer und
Zeiler einen tollwütigen
Förster – und einen abgetrennten Arm. Es ist der
zweite Fall des Ermittlerduos unter dem Titel „Die
Toten vom Bodensee –
Familiengeheimnis“.
A3
Der Markt
und das
Geld
Reportage beleuchtet
Europäische Zentralbank
ARD 22.45 UHR Seine Ankündigung,
ab März 2015 jeden Monat bis zu
60 Milliarden an Staatsanleihen aufkaufen zu wollen, schockte Europa:
Der 67-jährige Römer Mario Draghi,
Mario Draghi
Präsident der Europäischen Zentralbank
FOTO: KATIA CHRISTODOULOU/DPA
VON SVEN HAUBERG
den wurde, gehört dem Senior-Chef
eines lokalen Recyclingunternehmens, der es mit Entsorgungsvorschriften nicht so genau nimmt.
Auch nicht bei großen gelben Fässern mit Totenkopfsymbol.
Ein erster Tatverdächtiger steht
schnell fest: Der Dobermann des
Försters ist an der Tollwut-Infektion
schuld! Der Wald muss durchkämmt werden, bevor das Biest weiteres Unheil anrichten kann. Nebenbei findet sich dabei eine Leiche –
ohne Arm. Aber warum musste der
Recyclingunternehmer
sterben?
Und ist wirklich der Hund der Täter?
Je tiefer Oberländer und Zeiler ermitteln, desto deutlicher wird: Hier
hat jeder sein Geheimnis. Nicht zuletzt Zeiler selbst.
Auch wenn am Anfang ordentlich Blut spritzt: Richtig Spannung
will in dem Regionalkrimi nicht aufkommen. Lange Zeit konzentrieren
sich die Ermittler auf die Suche nach
einem mutmaßlich tollwütigen Dobermann. Den routinierten Krimifreund lockt das kaum hinterm
Ofen hervor. Da wären noch die beiden Kommissare, die mit ihren konträren Charakteren Stoff für Konflikte böten. Da ist der spitzbübische
Oberländer, der so gar nicht zurechtkommt mit seiner gefühlskalten
Kollegin. Konflikte gibt es dennoch
kaum. Denn Herr und Frau Polizist
arbeiten aneinander vorbei und haben gefühlte drei Minuten gemeinsame Bildschirmzeit. Und wenn sich
die beiden schon nicht leiden können, warum sollte der Zuschauer
sich für sie interessieren? (tsch)
seit November 2011 Präsident der
Europäischen Zentralbank, regiert
die Geldwelt, bewegt in Sekunden
Milliarden. Nicht Politiker, sondern
der Banker bestimmt letztlich den
Kurs der europäischen Krisenpolitik. Sein Vorgänger Jean-Claude Trichet erinnert sich an den 9. August
2007, als der Anruf kam, dass die
Banken Hilfe brauchten. „Um
11 Uhr beschlossen wir, den Markt
schnell mit Geld zu fluten.“ Auf die
ersten 95 Milliarden Euro sollten
weitere Geldspritzen folgen.
Stefan Jäger und Julia Klüssendorf befragen in ihrer Reportage
„Die Story im Ersten: Supermacht
EZB – Der Kampf um den Euro“ Notenbanker und Finanzexperten, wohin Draghis Weg führen wird. (tsch)
ZDF 20.15 UHR
D.-KULTUR 20.03 UHR Früher spielte er
in den USA mit Duke Ellington; heute gilt der gebürtige Äthiopier Mulatu Astatke als der „Vater des EthioJazz“. Im vergangenen Sommer
spielte er mit seiner Band beim Pori
Jazz Festival in Finnland. Die Aufzeichnung vom 18. Juli 2014 ist heute zu hören. (fp)
Es ist kein schönes
Bild, das sich der österreichischen
Kommissarin Hannah Zeiler (Nora
von Waldstätten) und ihrem deutschen Kollegen Micha Oberländer
(Matthias Koeberlin) im Wald bietet: Graf Guido (Simon Hatzl) hatte
die Polizei gerufen, da ihm sein „alter Freund“, Förster Sepp Garchinger
(Werner Asam), aus seiner Hütte heraus zur Begrüßung ein paar Kugeln
um die Ohren gejagt hat. Als die Ermittler Garchingers Jagdhütte
schließlich stürmen, finden sie den
Förster inmitten einer Blutlache röchelnd am Boden liegen. Bald stellt
sich heraus: Garchinger hat sich mit
der Tollwut infiziert. Und: Der abgetrennte Arm, der neben ihm gefun-
,!
3!#
(!,
,.’
,."
8 -.
FW‘i 9"$L+TaIBRQ:I:pMR RWiF 1TgB 1TL
bBR RWFF 2gjaQ ABa *MB=B UiWGF 4Q &MQL
QBPb 7MPPBR UUW‘F %Ma:FFB@ #aAQ;RR>KBR <
!TZ UaWii 3:IBbb>K:j UaWUF 1"L jFFBgZ
4Z:Z? 9jb>K:jBaFa:IBR pjQ 3KBQ:? 3MBaL
:apgbWaB>KbgjRAB U‘Wii 9"$L+Mgg:IbQ:L
I:pMR UGWii 3:IBbb>K:j UGWUi 1TgB 1TbBR
UFWii 3:IBbb>K:j UFWUi 2gjaQ ABa *MB=B
FW‘i 9"$L+TaIBRQ:I:pMR RWiF 6TPPB ):RL
RB D 2BalM>B g;IPM>KZ 4Z:Z? 3TWL3KBQ:? ":L
gBRb:QQBPR MQ PPg:I e 1BWTag:IB? ,BjMIL
OBMgBR lTR ABa /FBaABQBbbB ^#\jMg:R:_
UiW‘i "MB 1TbBRKBMQL!TWb UUWUF 2-)- 7MbL
Q:a UaWii KBjgB UaWUi AaBKb>KBM=B U‘Wii
9"$L+Mgg:IbQ:I:pMR UGWii KBjgB UGWUF
"MB )k>KBRb>KP:>Kg UFWiF 3TWFIBPAN;IBa
FWaF #MRF:>K IBRM:P FWFi 4RgBamBIb MR
2:>KbBRLRK:Pg ]Wai *BnM36 D 7MbbBR Fka
:PPB \Wai 1TgB 1TbBR AWUi 2gjaQ ABa *MB=B
RWii aMb:Rg RWGF )aMWT PMlB UiWUi #PBF:Rg@
3MIBa jRA !TZ UUWii +"1 jQ BPF UUWGF ’R :PL
PBa $aBjRAb>K:Fg UaW‘i %BFkKPB MQ 2gjaQZ
36L*MB=BbAa:Q:@ " iqqi UGWii +"1 jQ
pmBM UFWii *BnM36 D 7MbbBR Fka :PPB
FWUi #nWPTbMl D 7BBOBRA ]Wii %jgBR +TaL
IBR "Bjgb>KP:RAZ +TABa:gMTR? 7TPFa:Q
)TRb@ RIBP: $MRIBaL#a=BR AW‘i %jgB 9BML
gBR@ b>KPB>KgB 9BMgBR RWii 4RgBa jRb RW‘i
BgajIbF;PPB UiWii "MB 3aTl:gTb D "BgBOgML
lB AB>OBR :jF UUWii "MB 3aTl:gTb D "BgBOL
gMlB AB>OBR :jF UaWii /jROg Vi D ":b 13*L
+Mgg:IbNTjaR:P UGWii 6BaA:>KgbF;PPB
URWUi 13# (TjaR:P URW‘i ’Q :RR ABa
(:KaBbpBMgBR XVeiqY aiWUF "MB =P:jB ":KL
PMBZ )aMQMR:PFMPQ@ 42 VSHdZ +Mg P:R *:AA
jZ:Z 1BIMB? %BTaIB +:abK:PP aUWFi 4RgBa
F:Pb>KBQ 6BaA:>KgZ )aMQMR:PFMPQ@ $ VSHcZ
+Mg *TjMb (TjlBg jZ:Z 1BIMB? &BRaML%BTaIBb
!PTjpTg a‘W‘F "jROPBa &MQQBP D 7BMJB
7TPOBRZ "TOjQBRg:aFMPQ@ 142 iqVH iWFF
!KMR:gTmRZ )aMQMR:PFMPQ@ 42 VScH
UFW‘i "Ba 7BI ABa "M:Q:RgBR XVehY U]WUF
"Ba 7BI ABa "M:Q:RgBR U\Wii "Ba 7BI
ABa "M:Q:RgBR XhehY U\WGF 9"$L&MbgTao
UAW‘i R:RT URWii KBjgB URWai )jPgjapBMg
aiWii 3:IBbb>K:j aiWUF ,Bgp ,:gja? 7:b
RBjB ):QBa:b BRgKkPPBR aUWiF "Ba )a;jL
gBaI:agBR lTR (:l: aaWii 9’ i aaWaF /BbL
gMpMAB :jF jRbBaBQ 3BPPBa a‘WUF &BMQ:g
!:QWMRIWP:gp iWUi %P:AM:gTaBR ABa )k>KB
U]Wii 28H@[[<J8b
U]WUi "8[ 58L[@QJ8b[ EcZ eLO?@ 2L@Z@
=BRgBjBa FaMO:
U\Wii 28H@[[<J8b
U\WUF ZL[8Q_
UAWii /bLh?b@OO
UAWFi %ZSI[_8?_Z@dL@Z &:Pb k=Ba )TWF
URWGF 5L[[@Q dSZ 8<J_ B 7bNbQE_
1BMFBRmB>KbBP =BM lTPPBa $:Kag
URWFi 5@__@Z dSZ 8<J_
URWFF TZ[@ dSZ 8<J_
U]Wii J@b_@ B LQ #bZSV8
U]WUi 1-)- )L_h;cJ@O
$:QMPMBR=:RABZ )aMQMbBaMB
U\Wii J@b_@
U\WUi J8OOS ?@b_[<JO8Q?
U\WGF *@b_@ J@b_@
UAWiF 1-)- FUU‘
jF =mBIBRZ )aMQMbBaMB
URWii J@b_@
URWaF 5’1- 7’2-L3MWW? -RPMRBL
)TRgBR aM>KgMI lBaBa=BR
U]Wii +"0 bP dL@Z
1BIMTR:PQ:I:pMRZ ,BjBb lTR KMBa
U\WGF N_b@OO
UAWUi ZL[8Q_
’RFTQ:I:pMR
UAWFG 3Q[@Z 18Q?P9QQ<J@Q
"Ba OPBMRB )URMI? ^=BRgBjBaKTbB_
URWii 18<J[@Q1VL@H@O
1BIMTR:PQ:I:pMR
URW‘i N_b@OO
URWFi +8<J ?L<J Z8QD ":b +"1L2WMBP
U\Wii @_ZbH[E9OO@
U\W‘i 3Q_@Z bQ[ ":MPo 2T:W
UAWii #fVOS[Ld B "8[ +8H8hLQ
+TABa:gMTR? #PBR: ajKR
UAW‘i #f<Ob[Ld B "8[ 1_8ZK+8H8hLQ
+TABa:gMTR? $a:jOB *jATmMI
UAWGF 02* N_b@OO
URWiF OO@[ e8[ h9JO_ ":MPo 2T:W
URWGi %b_@ 7@L_@Q> [<JO@<J_@ 7@L_@Q
":MPo 2T:WZ +Mg ":RMBP $BKPTm@
(:RMR: 4KbB@ 7TPFI:RI :KaT
)!,
1!,
aiWii 28H@[[<J8b
aiWUF 5@Z;@K!J@<N XhY 4Z:Z? &::a:jbF:PP D
Fka lMBPB +;RRBa BMR aMBbBR /aT=PBQ
aUWii &8Z_ 8;@Z E8LZ
+TABa:gMTR? $a:RO /P:b=BaI
aaWUF 28H@[_J@P@Q
aaWGF "L@ 1_SZg LP #Z[_@Q 2jWBaQ:>Kg
#9 D "Ba ):QWF jQ ABR #jaT
a‘W‘i "8[ 1<Je@LH@Q ?@Z +9QQ@Z
"MB O:gKTPMb>KB )Ma>KB jRA
ABa )MRABbQMbb=a:j>K
aiWUF "L@ 2S_@Q dSP S?@Q[@@ B
$8PLOL@QH@J@LPQL[
36L)aMQMR:PFMPQ@ "e iqVG
+Mg +:ggKM:b )TB=BaPMR jZ:Z
1BIMB? RAaB:b *MROB
aUWGF J@b_@KMSbZQ8O
aaWUF (8P@[ .8__@Z[SQ= O@f !ZS[[
>gMTRFMPQ@ 42e$ iqViZ +Mg 3oPBa
/Baao@ +:ggKBm $Tn@ #Am:aA
jaRbjZ:Z 1BIMB? 1T= !TKBR
a‘WGF J@b_@ Q8<J_
aiWUF "@Z Zh_ dSP 5TZ_J@Z[@@ B
#LQ 5LQN ?@[ &LPP@O[ XheHY
36L"a:Q:@ e" iqqCZ +Mg 4PaM>K
1BMRgK:PPBa jZ:Z 1BIMB? /Z 7BMbbFPTI
aUWGF N_b@OO
aaWiF $8N_ L[_ WWWD
aaWFi #OdL[ bQ? ?@Z )SPPL[[8Z XVedY
)j=:RMb>KB 9MI:aaBRZ )aMQMbBaMB
a‘W‘F "L@ +9QQ@Z ?@Z #P?@Q XVeiY
=BRgBjBaFMPQ@ " iqViZ +Mg )BR
"jOBR jZ:Z 1BIMB? BaBRI:a /F:KP
aiWUF 5@Z eLZ? +LOOLSQ9ZX
+TABa:gMTR? %kRgKBa (:j>K
aUWUF 2@8P 58OOZ8EE B 0@VSZ_@Z
bQ?@Z<Sd@Z 1BWTag:IBaBMKB
+Mg %kRgBa 7:PPa:FF
aaW‘i #f_Z8 B "8[ 02* +8H8hLQ
+TABa:gMTR? MaIMg 2>KaTm:RIB
a‘W‘i ‘i +LQb_@Q "@b_[<JO8Q?
1BWTag:IBaBMKB
2>KRBPPBb %BPA Fka OPBMRB 2>K;gpB D
/F:RAPBMKBa jRA MKaB )jRABR
U]WUi +BMR ,:>KQMgg:I U\WUi /:RA:@ %TL
aMPP: < !TZ UAWii ,MBABab:>KbBR VCZqq 4Ka
UAWUF AMB RTaAaBWTag:IB? 6TR g:jbBRA
7BM>KBR jRA 7:IITRb UAWGF "2E URW‘i
&:PPT ,MBABab:>KbBR aiWii 3:IBbb>K:j
aiWUF +:aOg aUWii "MB IaUJgBR ^2W:aPkL
IBR_ aUWGF ,"1eeOgjBPP aaWii HG +MR
aaWGF )jPgjaNTjaR:P a‘WUF 7jRABaOMRABaZ
)aMBIbAa:Q:@ " iqVV iWFi %kRgKBa (:j>K
UWFi "2E 7jRb>KQBRk QMg 1:MRBa 2:bb
U]Wii 7"1 :OgjBPP U]WUF A:KBMQ [ jRgBaL
mBIb UAWiF &MBa jRA &BjgB UAWai 2BalM>BL
pBMg UAWFi OgjBPPB 2gjRAB URW‘i *TO:PpBMg
aiWii 3:IBbb>K:j aiWUF +TaA QMg jbL
bM>Kg aUWii Q:aOg aUWGF 7"1 :OgjBPP
aaWii "MB #MRbgBMIBa D 7:ajQ "Bjgb>KL
P:RA bT :gga:OgMl Fka #MR=aB>KBa Mbg aaWGF
bWTag MRbMAB a‘WUF 2mMRI 2gTaMBb iWiF !:L
QBaTR !:aWBRgBa D 1BlTPjgMTR;a :R ABa -aL
IBP iW‘F #aPB=RMbaBMbBRL3MWW UWii "TQM:R
,
&%&
iWUF ,8<J_P8H8hLQ
iW‘F 28_SZ_ "MB 7MBABaOBKaZ )aMQMR:PL
FMPQ@ " iqVGZ +Mg 2:=MRB /TbgBP jZ:Z
aWUi &8Z_ 8;@Z E8LZ
‘WaF "8[ 1<Je@LH@Q ?@Z +9QQ@Z
GWUi ZL[8Q_
iWii#[P8[ %@J@LPQL[ "a:Q:@ ’&e
)1-ee" iqqdZ +Mg +MaN:R:
):a:RTlM>@ *jR: +MNTlM> jZ:Z
UWaF 7"$K&L[_SZg
aWUi 1-)- FUU‘
aWFF 5’1-
UWUi )LQS 0Sg8O ":b +;A>KBR &Majg e
":b BmMIB *B=BR e *BlM:gK:R
UWaF 8Z_SbZ ":b )jPgjaQ:I:pMR
UWFF $8N_ L[_ WWWD
aWGi %cQ_J@Z (8b<J
‘WGi #O@E8Q_> 2LH@Z : !SW ,SQ[_SV
iWii02* ,8<J_MSbZQ8O
iW‘i Ui dSZ UU +Mg "oR:QMg jRA +TaIBRL
bgBaR D )aMBI VSVc MR ABR PWBR
iWFF #f_Z8 B "8[ 02* +8H8hLQ
UWFi "L@ 2ZSd8_S[
aWGF 02* ,8<J_MSbZQ8O
U\WiF %Ma:FFB@ #aAQ;RR>KBR < !TZ UAWii
a== jQ bB>Kb D ":b *;RABaQ:I:pMR UAW‘i
pM== URW‘i 1BIMTR:P aiWii 3:IBbb>K:j
aiWUF a== bWBpM:P X6/2 iqZVHY aiW‘i 3:gTag
X6/2 iqZVGYZ $:Pb>KBb *B=BRZ 36L)aMQMR:PL
FMPQ@ " iqqS aaWii a== :OgjBPP X6/2 iVZHGY
aaW‘i )URRBR 3MBaB ABROBR] X6/2 iiZVGY
a‘WUF /TPMpBMajF VVq X6/2 ihZqqYZ "Ba 3TgB
p:KPgZ 36L)aMQMaBMKB@ ""1 VSCc iW‘i %a:F
8TbgBa IM=g bM>K AMB #KaB X6/2 qZVGY
U‘WUF &MIK G D jF 2MBIBbgTja U‘WGi "MB
/FBFFBaOUaRBa UGWUi 2>KPTbb #MRbgBMR D #aL
Fjag UFWii "Ba 2PBBWTlBa !Pj= UFWaF 7BRAo
UFWFi bgaMA *MRAIaBRb? /MWWM *:RIbgajQWF
U]Wai %:aFMBPA U]WGF +:abjWMP:QM D ’Q
"b>KjRIBP Mbg m:b PTb U\WUi ":b "b>KjRIBPL
=j>K U\W‘F 2MQb:P:%aMQQ UAWii 2K:jR A:b
2>K:F UAWUF "MB MBRB +:N: UAWGi *UmBRL
p;KR>KBR D #MRB 2>KRkFFBPR:bB :jF #RgABL
>OjRIbgTja UAWFi 4RbBa 2:RAQ;RR>KBR
,
& "’ 5
0*2
UiW‘i !:bgPB UUWaF 7MgKTjg : 3a:>B D 2WjaL
PTb lBab>KmjRABR UaWUF ,jQ=hab U‘WUi
!TPA !:bB UGWiF ,:lo !’2 UFWii 3KB +BRL
g:PMbg U]Wii !:bgPB U\Wii +BMR *TO:P@ "BMR
*TO:P D 7T b>KQB>Og‘b :Q =BbgBR] UAWii
=BRgBjBa *B=BR URWii >KgjRI )TRgaTPL
PB 2WBpM:P D "MB 2jWBaL1BMRBQ:>KBa
aiWUF "Ba Rb>KP:IZ 3KaMPPBa@ "e42 iqqi
aaW‘F aQTaBAZ 36L3KaMPPBa@ 42 iqqS
iWai "Ba Rb>KP:IZ 3KaMPPBa@ "e42 iqqi
UaWii 2KTWWMRI 0jBBR U‘Wii 7Ba mBMJ
Bb@ mBa mBMJ Bb RM>Kg] UGWii $PMag TABa $ML
:bOT UFWii 2KTWWMRI 0jBBR U]Wii
2>Ka:RO:P:aQ U\Wii +BMR KMQQPMb>KBb &TL
gBP UAWii QMBgBR@ O:jFBR@ mTKRBR URWii
":b WBaFBOgB "MRRBa aiWii /aTQMRBRgE
aiWUF !KM>:IT $MaB aUWUF !KM>:IT $MaB
aaWUi )MRI < +:nmBPP a‘Wii )MRI < +:nL
mBPP a‘WFi lTn R:>KaM>KgBR iWUi !KM>:IT
$MaB UWii !KM>:IT $MaB UWGi )MRI < +:nmBPP
$,
."’" 4
U\Wii K:PPT KBbbBR U\WFi KBbbBRb>K:j
OTQW:Og UAWii Q:MRgTmBa UAWai aMb:Rg
UAWFi bBalM>B? pjK:jbB URWUF :PPB mBggBaE
URW‘i KBbbBRb>K:j aiWii 3:IBbb>K:j
aiWUF +TaA QMg jbbM>Kg aUWii 7BMg KMRgBa
ABQ &TaMpTRgZ 36L"a:Q:@ "e2 iqVh
aaW‘i KBbbBRb>K:j OTQW:Og aaWGF &BMQL
bWMBPE a‘W‘i )aMQMR:PaBWTag &BbbBR a‘WFF
"Ba 2g::gb:Rm:Pg K:g A:b 7Tag? "MB 9B>KL
gTja iWFF 7TPFFb 1BlMBaZ )aMQMbBaMB
UGWiF 3BPB G Mp:aaB UGWUF 2g:a 3aBO D
1:jQb>KMFF 6To:IBa UFWUF 2g:a 3aBO D
"BBW 2W:>B ,MRB U]WUF 2B:\jBbg U\WUF
2g:a 3aBO D #RgBaWaMbB UAWUi 2g:a 3aBO D
1:jQb>KMFF 6To:IBa URWUi 2g:a 3aBO D
"BBW 2W:>B ,MRB aiWUF )jRI $j )MPPBa
XVeiYZ >gMTRFMPQ@ 42 iqqC aaWiF )jRI $j
)MPPBa XieiYZ >gMTRFMPQ@ 42 iqqC iWii
)MPPBa !P:Rb D "MB &Baab>K:Fg ABb 2>KmBaL
gBbZ >gMTRFMPQ@ &) VScd UWFF 77# 17
-+*,. 5
"/,*-+*,.
AWii 3BPBbKTWWMRI AW‘i 2WTagL0jMp UUW‘i
3BPBbKTWWMRI UFW‘i 2gTa:IB 7:ab D "MB
%Bb>K;FgBQ:>KBa U]W‘i !:NjR /:mR
2g:ab D /F:RAK:jb *TjbM:R: U\W‘i &:aAL
>TaB /:mR !KM>:IT UAWii &:aA>TaB /:mR
!KM>:IT UAW‘i jRABbPMI: :OgjBPP URWGF
&:ggaM>O aiWUF &:ggaM>OZ iZ jRABbPMI:Z iGZ
2WMBPg:I? 1 *BMWpMI D $TagjR: "kbbBPATaFZ
5=Baga:IjRI :jb *BMWpMI aaWUF 3BPBOTQ
2WMBPg:I:R:PobB a‘W‘i %TTT:PE D ":b MRgBaR:L
gMTR:PB $jJ=:PPL+:I:pMR iWii 2/-13 !*’/2
UGWii 1:AbWTag UGW‘i 1:AbWTagZ 3MaaBRTL
AaM:gM>TZ "MaBOgk=Baga:IjRI :jb ’g:PMBR
U]WUF 2RTTOBaZ 7TaPA +:MR 3TjaZ 7TaPA
%a:RA /aMn? VZ 3jaRMBag:I@ VZ 1jRAB X Bbg TF
SYZ 5=Baga:IjRI :jb *P:RAjART X% Y UAWii
#jaTIT:Pb UAWGF M:gKPTR URWGF 2OMbWaMRL
IBR aiWGF $jJ=:PPZ $L!jWZ 6MBagBPFMR:PB@
7MBABaKTPjRIbbWMBP? $! 1B:AMRI D a:AFTaA
!MgoZ 5=Baga:IjRI :jb 1B:AMRI X% Y aaWGF
7332 2WTagp:WWMRI a‘Wii #jaTIT:Pb
a‘WGF 2OMbWaMRIBR iW‘i 2WaMRIaBMgBR
MUSIK
Der „Vater
des Ethio-Jazz“
Micha Oberländer (Matthias Koeberlin, links) und Hannah Zeiler (Nora von Waldstätten) vermuten, dass der schräge
FOTO: ERIKA HAURI/ZDF
Graf Guido (Simon Hatzl) etwas mit dem Fund einer Leiche zu tun haben könnte.
-. 5
+,* 6
,.’ 9
FW‘i 23ZVL$akKbgk>ObFBaRbBKBRZ 2BMg VSCc
IM=g Bb A:b 23ZVL$akKbgk>ObFBaRbBKBRZ +Mg
:OgjBPPBR ’RFTaQ:gMTRBR@ WaTQMRBRgBR
%;bgBR jRA lMBPBR 2BalM>B:RIB=TgBR lBaL
bkJg A:b 3B:Q ABR 2g:ag MR ABR 3:IZ UiWii
jF 2gaBMFB UUWii 1M>KgBaMR :a=:a: 2:L
PBb>K UaWii 1M>KgBa PBn:RABa &TPA U‘Wii
1M>KgBa PBn:RABa &TPA UGWii jF 2gaBMFB
UFWii ’Q ,:QBR ABa %BaB>KgMIOBMg
RWFF 9mBnMBb D "MB 9mMPPMRIbKBnBR pjQ
9mBMgBRZ 36L$:QMPMBRFMPQ@ 42 iqqc UUW‘i
+MOB < +TPPo UUWFF +MOB < +TPPo UaWai
3mT :RA : &:PF +BR UaWGF 3mT :RA : &:PF
+BR U‘WUi 3mT :RA : &:PF +BR U‘W‘F 3mT
:RA : &:PF +BR UGWii i aTOB %MaPb UGWaF
3KB MI :RI 3KBTao UGWFi 3KB MI :RI
3KBTao UFWUF 3KB MI :RI 3KBTao UFWGi
&Tm ’ +Bg 8Tja +TgKBaZ 2Mg>TQZ (BROMRb
FW‘F %aMW D ":b +:I:pMR ]WUF "MB 2>KR;WWL
>KBRK;jbBa D "Ba 3a:jQ lTQ #MIBRKBMQ?
7Ma pMBKBR BMR \WUi "MB )T>KWaTFMb D #MRL
b:gp :Q &BaA AWUF ’RFTQBa>M:P AWaF "MB
)T>KWaTFMb D #MRb:gp :Q &BaA RWaF $a:jBRL
g:jb>K UUWai $:QMPo 2gTaMBb UaWai )UPR
Gqddc U‘WUF BaPMR D 3:I < ,:>Kg UGWUF &MPF
QMaE (jRI@ WPBMgB@ lBapmBMFBPgZZZ UFWUF "Ba
3aUABPgajWW D ":b %BPA PMBIg MQ )BPPBa
]WFi 2gjaQ ABa *MB=B \WGi 3BPBL%oQ \WFF
/:RTa:Q:=MPABa e BaImBggBa AW‘F 3BPBL
%oQ AWFi /:RA:@ %TaMPP: < !T RWGi 4RgBa
jRbBaBQ &MQQBP UiWaF 7Ma MR :oBaR
UUWGi 2>KjK=B>Ob UaWUi ’R :PPBa $aBjRAL
b>K:Fg UaWFF #PBF:Rg@ 3MIBa < !T U‘WGF
BaI:jFL BaI:= UGWUF +:PBT D "Ba 6TIBP@
ABa :jb ABa #aAB OTQQg UFWiF /TPMpBMMRbL
WBOgMTR V UFW‘i 7Ma MR :oBaRZ +:I:pMR
U]Wii Qe9O_@ LP #LQ[8_h
"TOjL2T:W
U\Wii +@LQ ?bQNO@[ %@J@LPQL[
U\W‘i 1<JL<N[8O@ B bQ? VOT_hOL<J L[_
8OO@[ 8Q?@Z[ "TOjL2T:W
UAWii ’Q %@E8JZ B #LQ d@ZJ9QHQL[dSOO@Z
+SP@Q_ "TOjL2T:W
URWii ,@e_SVL8 "MB AaMggB 7T>KB ABb
IaTJBR 36L#nWBaMQBRgb Mbg lTa=BMZ
7MB K:=BR bM>K AMB VG /MTRMBaB
BMRIBPB=g@ m:b BbbBR bMB]
URWFF 12WU ,8<JZL<J_@Q
U]WiF &Se ’ +@_ 6SbZ +S_J@Z
"MB WBaFBOgB 7T>KBZ !TQBAobBaMB
U]W‘i &Se ’ +@_ 6SbZ +S_J@Z
#RgB TABa ):RMR>KBRZ !TQBAobBaMB
U\Wii _8EE Bggo ITBb 3:Mm:R
+Mg &MIKbWBBA MR ABR SVZ 2gT>O
UAWii ,@e[_LP@
UAWUi "L@ 1LPV[SQ[ IBRgMR QMg
2>KQBapZ 9BM>KBRgaM>ObBaMB
UAWGi "L@ 1LPV[SQ[ 7BMKR:>KgBR D
"MB R;>KbgB %BRBa:gMTR
URWiF %8OLO@S !KB>OBamMbbBR :jQ:aOg
U]WUF "@Z 2ZT?@O_ZbVV B "8[ %@O?
OL@H_ LP )@OO@Z "TOjL2T:W
U\WiF "L@ %@L[[@Q[ B #LQ@ [<JZ@<NOL<J
HO8PSbZT[@ $8PLOL@D
UAWii )TOQ Fi]]\ "TOjL2T:WZ (:R jRA
ajRT F:KaBR :jF BMRBR :jBaRKTF@
jQ ATag $PBMb>K pj O:jFBRZ ":=BM
lBaPMB=g bM>K (:R MR BMR +MRML
2>KmBMR>KBRZ RR: BaF;Kag
m;KaBRAABbbBR@ A:bb 6:PBRgMR
pjak>O R:>K .bgBaaBM>K IBKBR mMPPZ
URWii @ZOLQ B 28H : ,8<J_
U]WGF 0bQ?[<J8b
U\Wii 3+73%D
9jak>O MR BMR RBjBb *B=BR]
U\W‘i 0@HLSQ8O
UAWii ;@Q?[<J8b
UAWGF 0bQ?[<J8b
URWii 3QNZ8b_ 4Z:Z? 7BPPRBbbL-:bB?
7MRgBajaP:j= :jF ABQ
MT=:jBaRKTF e )PTbgBaQBAMpMR?
&BMPOjRbg MQ "MBRbgB ABa ,:gja
URWGF "8JS8P L[ "8JS8P
2BPFMBL2BP=bgKMPFBZ 2T:W
aiWUF "@_@<_Ld@ *8bZ8 "L8PSQ? *:ja:
jRA A:b 7jRABaQMggBPZ )aMQMbBaMB
’R BMRBQ /:ago=jb mMaA AMB *BM>KB
BMRBa $a:j IBFjRABRZ #MRB BabgB
2Wja FkKag *:ja: MR +BRL2gaMW>Pj=Z
aUWUF 2J@ +@Q_8OL[_
&TRMI Fka ABR ;aBRZ )aMQMbBaMB
aaWUF !8[_O@
7MPAB $PMggBamT>KBRZ )aMQMbBaMB
a‘WUF ,8dg !’1 2>KkbbB MQ 2>KRBB
)aMQMbBaMBZ +Mg +:aO &:aQTR jZ:Z
aiWUF "L@ 1LPV[SQ[ $BMIKBMg OTQQg
lTa ABQ $:PPZ 9BM>KBRgaM>ObBaMB
aiWGi "L@ 1LPV[SQ[ Gqq 2>KPkbbBP
aUWUi 2J@ LH 8QH 2J@SZg
7BMKR:>KgbmjRABa QMg 3:j=B
aUWGi 2J@ LH 8QH 2J@SZg
&TPTIa:WKMb>K BaaBIgZ !TQBAobBaMB
aaWUi !LZ<b[ &8OOLH8OOL
a‘WUi 24 _S_8O 9j %:bg? 7TPFI:RI
BPga:>>KM@ &BPBRB BPga:>>KM@
&:RRT lTR !TRgpBR jZ:Z
aiWii 02* ’’ ,@e[
aiWUF "L@ %@L[[@Q[ B #LQ@ [<JZ@<NOL<J
HO8PSbZT[@ $8PLOL@D "TOjL2T:W
,;>KbgBa 2gTWW :jF ABa %BMbb>KBR
+MggBPQBBaaBMbB Mbg 2:RgTaMRZ 6Ta
-ag PBIBR !:aQBR jRA 1T=Bag BMRB
#aKTPjRIbW:jbB MQ &TgBP BMRZ
aUWUF "L@ %@L[[@Q[
aaWii 18Z8J : .L@_ZS WWW ;8b@Q @LQ &8b[
a‘Wii "L@ )S<JVZSEL[ B #LQ[8_h 8P &@Z?
a‘WFF +8Zd@OY[ H@Q_[ SE 1W&W’W#W*W"W
aiWUF (@_h_ P8O @JZOL<J
3TA@ +Mbb=a:j>K@ +MbbK:RAPjRI D
=a:j>KBR )MRABa QBKa 1B>KgB]
aUWii *@;@Q[OLQL@Q %P;bBaRBb %Pk>O
aUWGF 0bQ?[<J8bK+8H8hLQ
aaWii $8[hLQ8_LSQ 5L[[@Q 9j>OBaBab:gpL
3Bbg D 7MB Ijg Mbg bW:ag:Q jZ:Z]
aaW‘i 4SZ -Z_ B "L@ 0@VSZ_8H@
a‘Wii ,8<J_OLQL@ +Mg 3MR: 2TPMQ:R
a‘W‘i 0bQ?[<J8bK,8<J_
a‘WGi *@[@7@L<J@Q ":b *MgBa:gjaQ:I:pMR
iWUi !ZLPLQ8O +LQ?[ +jggBaMRbgMROg
UWUi "@_@<_Ld@ *8bZ8 "L8PSQ?
UWFi 2J@ +@Q_8OL[_
O8b@ 7@L_@QC.ZSHZ8PP8N_b8OL[L@ZbQH
iWUi 2J@ LH 8QH 2J@SZg
UWii $ZLQH@ B %Z@QhE9OO@ ?@[ $ ’
#aRBjBajRIZ +obgBaobBaMB
UWGF $ZLQH@ B %Z@QhE9OO@ ?@[ $ ’
"MB mMa pjak>O IBP:bbBR K:=BR
iWGF +8Zd@OY[ H@Q_[ SE 1W&W’W#W*W"W
UW‘i +#) A 2mBBg "aB:QbZ >gMTRbBaMB
UWFF +#) A 9BjIBRb>KjgpZ >gMTRbBaMB
aWai "@_ZSL_ 152 "TOjL2T:W
’Q #MRb:gp Fka AMB "MBRbg:jFbM>Kg
iWUi "8JS8P L[ "8JS8P
iWGF 3QNZ8b_
UW‘i (@_h_ P8O @JZOL<J
aWUF *@;@Q[OLQL@Q
‘Wii $8[hLQ8_LSQ 5L[[@Q
A4 Freie Presse
RATGEBER IM TV
Kurze Auszeit
19.00 Uhr im BR: Unkraut. Einfach
mal den Stress hinter sich lassen:
Manchmal reicht ja schon eine kleine Auszeit. Die Sendung zeigt Möglichkeiten für Kurzurlaube mit Erholungsgarantie.
9.05 Uhr im ZDF: Volle Kanne:
Datensammeln im Alltag – Wie Unternehmen Menschen überwachen;
17.00 Uhr im MDR: MDR um 4:
Frühlingsmode.
TELEFONFORUM
Wie hilft die
Partnervermittlung?
Mehr als ein Fünftel der Deutschen
sind Singles. Die Hälfte von ihnen –
etwa 7,3 Millionen – ist aktiv auf Dating-Börsen unterwegs. Was muss
man bei der professionellen Partnervermittlung beachten? Welche
Rechte und Pflichten haben Mitglieder? Welche Kosten sind angemessen? Wie formuliert man eine Partnerschaftsanzeige? Was gebe ich
beim ersten Date von mir preis? Wie
beende ich eine Bekanntschaft, die
mir nicht gefällt? Solche und andere
Fragen beantworten am Mittwoch
von 11 bis 13 Uhr Beraterinnen der
Verbraucherzentrale Sachsen und
eine Paarberaterin aus Chemnitz.
DIE FACHLEUTE sind wie folgt zu erreichen:
0371 656-88385:
Marlies Garkisch, Beraterin der Verbraucherzentrale
Sachsen,
Beratungszentrum
Chemnitz;
0371 656-88386:
Daniela Hofmann, Beraterin der Verbraucherzentrale Sachsen,
Beratungszentrum
Chemnitz;
0371 656-88387:
Kerstin Mahlendorff,
Psychologische Beraterin und Persoanlcoach
aus Chemnitz.
Fragen per E-Mail bis Mittwoch, 11 Uhr an:
telefonforum@redaktion-nutzwerk.de
NACHRICHTEN
STRASSENVERKEHR
Hupen nur bei
Gefahr erlaubt
Auch wenn es Autofahrern in vielen
Situationen in den Fingern juckt:
Gehupt werden darf nur, wenn eine
konkrete Gefahr besteht. „Das kann
zum Beispiel sein, dass ein Kind auf
die Straße läuft und ich befürchte,
dass es mich nicht sieht“, erklärt Jörg
Elsner vom Deutschen Anwaltverein. Wer dagegen ungeduldig seinen
Vordermann an der grünen Ampel
anhupt und von der Polizei erwischt
wird, muss mit einem Bußgeld in
Höhe von 10 Euro rechnen. Außerhalb von Ortschaften ist Hupen außerdem beim Überholen erlaubt, erklärt Elsner. Das gelte allerdings nur
auf kurvigen Straßen, wo es sinnvoll
ist, den Gegenverkehr davor zu warnen, dass man kurzzeitig auf die gegenüberliegende Spur ausweicht.
KOSMETIK
Reinigungsmilch
statt Peeling
Menschen mit sensibler Haut greifen statt zu grobkörnigen Peelings
besser zur milden Reinigungsmilch.
Anschließend pflegen sie die Haut
mit rückfettenden, feuchtigkeitsspendenden Produkten. Darauf
weist das Portal Haut.de hin, das mit
der Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie kooperiert. Auch eine gesunde
Ernährung hilft, die Haut von innen
zu unterstützen. Hülsenfrüchte, Sojaprodukte und Eier enthalten etwa
Cystin, eine Aminosäure, die die
Haut vor Lipidverlust schützt. Vitamin A, C und E unterstützen den
Hautstoffwechsel. (dpa)
RATGEBER
Montag, 16. März 2015
Mehr Ärzte lösen das Problem nicht
Der Chef der sächsischen Kassenärzte, Klaus Heckemann, über lange Wartezeiten – und wie sie vermeidbar sind
Wer einen Facharzt braucht, muss
oft mehrere Wochen auf einen Termin warten. Ein Problem, das sich
nicht nur mit mehr Ärzten lösen
lässt, sagt Sachsens oberster Kassenarzt Dr. Klaus Heckemann. Im
Gespräch mit Steffen Klameth erklärt er, wie er sich die künftige Finanzierung des Kassensystems
vorstellt.
Freie Presse: Herr Dr. Heckemann, vor Kurzem sorgte der
Fall eines 81-jährigen Großenhainers bundesweit für Aufsehen: Er starb möglicherweise,
weil er nicht schnell genug einen
Termin beim Kardiologen erhalten hatte ...
Klaus Heckemann: Es tut mir leid,
aber die Darstellung entspricht
nicht der Wahrheit. Wir haben die
Sache ausgiebig geprüft. Dabei stellte sich heraus, dass der Mann zwar
mehrere Krankheiten, aber keine
akuten Beschwerden hatte – deshalb
gab es für seine Hausärztin auch keinen Grund, auf eine dringliche
Überweisung zum Kardiologen zu
drängen.
Das wurde im Fernsehen und in
den Zeitungen aber anders dargestellt.
Eine differenzierte Erklärung wollte
niemand mehr hören. Lieber glaubten die Medien dem Meißner Kardiologen Dr. Straube. Dazu muss
man wissen, dass dieser Arzt um eine Sonderzulassung für die Anstellung eines weiteren Arztes kämpft.
Dies konnte aber nicht genehmigt
werden, weil die Region Meißen bereits als erheblich überversorgt gilt.
Würde man hier eine Ausnahme
machen, könnten wir die gesetzliche vorgegebene Bedarfsplanung
ganz lassen. Das Verfahren liegt jetzt
beim Sozialgericht – Ausgang offen.
Trotzdem gibt es immer wieder
Klagen über zu lange Wartezeiten bei Fachärzten. Wie ist die
aktuelle Situation in Sachsen?
Das wird nirgendwo erfasst. Wir erfahren davon immer nur, wenn es
konkrete Beschwerden gibt. Oder
jetzt, wenn sich jemand an unsere
neue Vermittlungsstelle wendet.
Demnach gibt es die größten Engpässe bei Neurologen, Psychiatern,
Psychotherapeuten und Augenärzten, allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden.
Mithilfe des Servicetelefons sollen Patienten innerhalb von vier
Wochen einen Facharzttermin
erhalten – eine Forderung der
Bundesregierung, die Sachsen
als erstes Bundesland umgesetzt
hat.
Und bisher auch als einziges.
Würden Sie es Ihren Kollegen in
den anderen Ländern zur Nachahmung empfehlen?
Ja, auch wenn wir uns damit nicht
nur Freunde gemacht haben. In den
ersten vier Monaten, also von November 2014 bis Februar 2015, wurde insgesamt 805 Mal um einen Termin gebeten. 627 Patienten erfüllten
die Voraussetzungen, alle wurden
inzwischen an einen Facharzt vermittelt.
Innerhalb von vier Wochen?
FOTO: RAINER WEISFLOG
Die große Mehrheit. Mit 175 Patienten wurde mit deren Einverständnis
ein Termin vereinbart, der geringfügig über der Vier-Wochen-Frist lag.
Wie klappt plötzlich etwas, was
vorher unmöglich schien?
Wir haben uns vor einem knappen
Jahr mit den Kassen zusammengesetzt und überlegt, wie man das Ziel
des Koalitionsvertrages verwirklichen kann. Das Ergebnis war ein Zuschlag von 0,46 Prozent auf die Gesamtvergütung – insgesamt sechs
Millionen Euro pro Jahr. Die Hälfte
erhalten die Hausärzte für die Kodierung der Dringlichkeit und die qualifizierte Begründung der Überweisungen, die andere Hälfte geht an die
Fachärzte, die solche Patienten annehmen, die mindestens ein Jahr
lang nicht in dieser Praxis waren.
Der Vorteil für die Fachärzte: Sie erhalten den Zuschlag garantiert und
sofort und nicht wie üblich für die
Behandlung von mehr Patienten
erst im Folgejahr eventuell eine höhere Vergütung.
Gleichwohl müssen die Ärzte ja
auch Zeit für diese Patienten haben.
Es gibt durchaus Kollegen, die noch
Freiräume haben. Und sicher ist es
in Einzelfällen auch möglich, durch
das „Schieben“ von Dauerpatienten
einige Termine für die akuteren Fälle zu schaffen. Aber in manchen
Fachbereichen werden wir machen
können, was wir wollen – es wird
immer zu geringe Kapazitäten geben.
Zum Beispiel?
Die Zahl der Psychotherapeuten hat
sich in den letzten Jahren immens
erhöht. Die Wartezeiten sind aber
Dr. Klaus
Heckemann
Vorsitzender der
Kassenärztlichen
Vereinigung Sachsen
FOTO: KVS
kein bisschen kürzer geworden.
Hier zeigt sich also auch ein massiv
verändertes Anspruchsverhalten.
Bei den Augenärzten hat die Überlastung mit den Katarakt-OPs zu
tun; als die Bedarfsplanung eingeführt wurde, waren Operationen des
Grauen Stars noch ausschließlich
Sache der Krankenhäuser, heute
werden sie aber fast ausnahmslos
ambulant durchgeführt. Dies führt
zu – wie ich meine – nicht hinnehmbaren Engpässen bei der augenärztlichen Grundbetreuung.
Also doch mehr Ärzte?
Das Grundproblem sind nicht nur
die fehlenden Ärzte, sondern es ist
die Budgetierung der Honorare. Jeder Arzt bekommt nur für eine bestimmte Anzahl von Patienten Geld
– er hat nichts davon, wenn er mehr
leistet.
Also mehr Geld für Ärzte?
Das wäre schön, aber nicht sehr realistisch und allein auch nicht zielführend. Die Budgetierung gibt es ja,
weil die gesetzliche Krankenversicherung nicht alles bezahlen kann.
Wir haben weltweit die meisten
Arzt-Patienten-Kontakte, nirgendwo ist der Zugang zum Arzt so frei
wie bei uns. Allerdings ist die Budgetierung nicht gerade die fairste Lösung, denn der Schwarze Peter wird
allein dem Arzt zugeschoben, der
nach Budgetausschöpfung die wei-
teren Patienten ohne Bezahlung versorgen soll.
Und was ist die Alternative?
Wir brauchen eine moderate und
steuernd wirkende Eigenbeteiligung der Patienten. Es gibt ja die Zuzahlung für Medikamente, Physiotherapie und Krankenhausaufenthalte, und es gab auch mal die Praxisgebühr. Ich habe ein Modell entwickelt, das sozial ausgewogen ist
und jedem die notwendigen Behandlungen garantiert. Das Grundprinzip: Für den einzelnen Patienten
ist es wesentlich vorteilhafter, wenn
er für notwendige Leistungen eine
Zuzahlung im Rahmen seiner Möglichkeiten erbringt, als wenn er diese Leistungen infolge der Rationierung de facto nicht mehr erhält.
Wie soll das praktisch aussehen?
Je nach Einkommen wird jeden Monat eine bestimmte maximale Eigenbeteiligung vom Lohn oder Einkommen einbehalten. Einmal im
Jahr erhält dann jeder Patient eine
Auflistung aller von ihm beanspruchten Leistungen. Eine nicht
„verbrauchte“
Eigenbeteiligung
wird mittels Verrechnungsscheck
rückerstattet. Außerdem beinhaltet
das Modell eine Differenzierung der
Leistungsbereiche. So kann man
zum Beispiel steuern, dass Präventionsleistungen weniger Eigenbeteiligung erfordern als Reha-Kuren.
Und was verstehen Sie unter sozial ausgewogen?
Momentan liegt die Belastungsgrenze bei zwei Prozent bzw. bei chronisch Kranken bei einem Prozent.
Statt dieser nicht sehr sinnvollen
Differenzierung erscheint mir eine
Progressionsregelung wie bei der
Einkommensteuer sinnvoller. Ein
Beispiel: Bei einem Jahreseinkommen von 9000 Euro läge die maximale Belastung pro Jahr bei 90 Euro,
also einem Prozent. Mit der Höhe
des Einkommens steigt der Betrag
prozentual an; bei 45.000 Euro pro
Jahr wären nach meinem Modell
1250 Euro bzw. 2,78 Prozent fällig.
Und das soll das Kassensystem
retten?
Die Leute werden sich vielleicht
überlegen, ob sie eine Leistung wirklich brauchen oder nicht. Das wird
auch die Ärzte entlasten. Außerdem
wird es den Kassen Geld sparen, wobei jeder wissen sollte, dass „die Kassen“ er selbst ist – Geld fällt bekanntlich nicht vom Himmel, sondern
wird vom Versicherten bzw. Steuerzahler zwangsweise eingetrieben.
Sie reden wie ein Kassenchef.
Ich mache mir nur Gedanken, wie
man das für mich erhaltenswerte
System auch künftig finanzieren
kann. Wenn es einmal kollabiert,
bleibt keine Zeit mehr zum vernünftigen Umsteuern.
Bei Anruf Termin
Das Servicetelefon ist von Montag
bis Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr und
mittwochs zusätzlich 14 bis 17 Uhr unter 0341 23493733 erreichbar.
Voraussetzung für eine Vermittlung
ist eine Überweisung der Kategorie B,
d. h. eine Facharztbehandlung ist innerhalb von vier Wochen erforderlich.
Zusätzlich muss der Versicherte nachweisen, dass er sich bereits selbst um
einen Termin bemüht hat – in der Regel bei drei Facharztpraxen. (rnw)
Mit Filter und langer Brennweite
Am 20. März gibt’s eine
Sonnenfinsternis. Ohne
Filter sollte man Auge und
Kamera auf keinen Fall auf
die Sonne richten.
VON TILL SIMON NAGEL
Am Freitag, dem 20. März, wird sich
die Sonne über Deutschland verdunkeln. Bis zu 80 Prozent des Himmelskörpers werden durch den
Mond verdeckt sein. Eine seltene Gelegenheit für Fotografen, ihre Kameras auf die Sonne zu richten.
Um Schäden für Augen und Ausrüstung zu verhindern, sollten das
nicht ohne einen geeigneten Son-
Ein Foto von der Sonnenfinsternis – hier jene von 2011 – kann in einer Woche
entstehen. Mit Glück – und einem Filter.
FOTO: TOBIAS HASE/DPA
nenfilter passieren, rät Christian
Gritzner, Ingenieur beim Deutschen
Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Wichtig ist es, den Filter vor das Objektiv zu setzen. Von Folien für den
Kamerasucher oder das Okkular
von Ferngläsern und Teleskopen rät
der Forscher dringend ab. „Das ist
ganz gebündeltes intensives Sonnenlicht“, warnt er. Im schlimmsten
Fall drohen Schäden am Kamerasensor oder den eigenen Augen.
Die Filter gibt es in vielen Ausführungen im Fachhandel, sie lassen sich aber auch leicht selbst basteln – passgenau für jeden Kameratyp. Im Handel gibt es dafür aluminisierte Filterfolie. Sie ist ab etwa 25
Euro zu haben. Zusammen mit stabilem Karton und Klebstoff entsteht
der passende Aufsatz. Die Experten
der Fachzeitschrift „c’t Digitale Fotografie“ raten zur Folie „AstroSolar
ND5.0“.
Aber nicht mit jeder Kamera gelingen gute Bilder. „Das Smartphone
kann getrost in der Tasche bleiben“,
heißt es beim Photoindustrie-Verband. Dem Telefon mangelt es nämlich am nötigen Zoom. Eine Superzoom-, System- oder Spiegelreflex-
kamera sollte es schon sein. Sonst erscheint die Sonne nur als kleiner
Punkt auf dem Foto. Bei der Brennweite empfehlen die Experten mindestens 400 Millimeter (Kleinbildformat). Damit die Aufnahmen
nicht verwackeln, bieten sich ein
Stativ und ein Fernauslöser an. Ob
man die verdunkelte Sonne nun in
Einzelbildern oder als Serie aufnimmt, bleibt dem Fotografen überlassen.
Experten warnen eindringlich
vor Filmschnipseln und mit Ruß geschwärzten Glasplatten. Sie seien
sind kein geeigneter Filter, da sie die
schädliche Wärmestrahlung fast
ungehindert passieren lassen. Als
Augenschutz sind spezielle Sonnenfinsternisbrillen aus dem Fachhandel empfehlenswert. (dpa)
Autor
Document
Kategorie
Uncategorized
Seitenansichten
270
Dateigröße
7 485 KB
Tags
1/--Seiten
melden