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info - Medizinische Hochschule Hannover

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Das Magazin der Medizinischen Hochschule Hannover
15
Heft 6/2014
info
Das
20
Jubiläum: 1965 –
Neue Ideen
für das neue
Jahrtausend
Die Jahre von 1995 bis 2005
2
Die MHH zwischen 10 und 12
Editorial
info
Das prägende
Ereignis:
der Umzug
der Frauen­
klinik.
Willkommen
im Jubiläumsjahr!
A
m 17. Mai 2015 ist es so weit. Dann
feiern wir das 50-jährige Jubiläum
unserer Medizinischen Hochschule
Hannover. Ein halbes Jahrhundert. Klingt
erst mal viel, unter den Hochschulen zählen
wir damit aber noch zu den Jungspunden.
Was haben Tom Tykwer, Joanne K. Row-
ling, Katharina Witt, Ben Stiller, Simone
Thomalla, Ina Müller, Nicolas Sparks, Anke
Engelke und Veronika Ferres mit der MHH
gemein? Richtig geraten. Auch sie feiern
2015 ihren 50. Geburtstag. Und ein Blick
in unsere Personalakten hat gezeigt, dass
auch 244 MHH-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jubiläumsjahr der Hochschule
ihr eigenes 50. Jubiläum begehen. Da
gibt es das eine oder andere Ständchen
zu singen.
Für die MHH müssten wir eigentlich
„Downtown“ von Petula Clark anstimmen. Nicht oder nicht nur, weil es ein
Gute-Laune-Lied ist. Vielmehr stand die
britische Sängerin am 17. Mai 1965,
dem Gründungstag der MHH, auf
Platz 1 der deutschen Single-Charts.
Obwohl, in dieser Ausgabe befassen
wir uns ja mit den Jahren von 1995
bis 2005. Und da führten am 17. Mai
1995 Take That die deutschen SingleCharts mit dem Lied „Back for Good“
an ...
Bleiben wir doch lieber bei der
Medizin und auf dem Campus: Der
Haben
ausgedient:
die Essen­
marken
der MHH.
Neubau und der Umzug der Frauenklinik
auf das MHH-Gelände fallen ebenso in die
Zeit wie die neue Zentralküche. Die alten
Essenmarken hatten ausgedient, die Multicard nahm ihren Platz ein. Konstanty Gutschow hatte dank guter Recherche auch innerhalb der MHH als Namensgeber für die
MHH-Adresse ausgedient, seitdem heißt es
Carl-Neuberg-Straße.
98, 99, 00 – das Jahr 2000 mit dem
Umstellungsproblem ließ weltweit die ITExperten zittern. Auch die MHH rüstete
sich. Hannover baute in diesem Jahrzehnt
auch seine europaweite Spitzenstellung in
der Leberforschung aus, und mit dem HannibaL führte die MHH einen Modellstudiengang Humanmedizin ein, der die Studierenden – bis heute – von der ersten Woche an
hin zu den Patienten bringt. Dass die MHH
in diesem Jahrzehnt ganz geräuschlos ihren letzten Rektor und ersten Präsidenten
bekam, ist fast nur noch eine Randnotiz.
Liebe Leserinnen und Leser, wir – die
Redaktion des MHHinfo – wünschen Ihnen
bei der Lektüre unseres Hochschulmagazins
viel Vergnügen. Ihr Stefan Zorn
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4
Die MHH zwischen 10 und 12
Inhalt
info
Im Modellstudiengang wurde von Anfang
an auch an Puppen gelernt – wie hier
Studentinnen unter Anleitung von Dr.
Kai Johanning. DIe Aufnahme hat Bodo
Kremmin gemacht.
50 Jahre MHH –
Die Jahre 1995 bis 2005
 _6
Haus der kurzen Wege
 _8
Frauenklinik: Gut aufgestellt
für die Zukunft
 _10
Zentralküche: Revolution
auf den Tellern
_11
TPFZ: Sprung in die Zukunft
_12
Prof. Manns: „Ich denke
nur global“
_14
HannibaL ist gelebte Reform
_15
Multitalent für die Beschäftigten
_16
Jahr-2000-Problem: Klacks
oder Katastrophe?
_16
Vom Rektor zum Präsidenten
_18
Kein Vorbild: Konstanty
Gutschow
Mit Biomarkern erfolgreich: TapSAKI zeigt bei Intensivpatienten Nierenschäden an S
Das Grußwort zum Jahreswechsel Seite 20/21
Namen und Nachrichten
_19
Wir leisten mehr
_20
Grußwort zum Jahreswechsel
von MHH-Präsident Prof. Baum und Dr. Andreas Tecklenburg
_22
Sie haben die Wahl!
_22
Ausgezeichnete Hochschule
_23
„Ich laufe mit einem neuen
Organ!“
_24
Ein schöner Ort zum
Gesundwerden
_25
Wissen auf kleinstem Raum
_26
Hilfe für Eltern von Frühgeborenen
_27
Kontakte in die ganze Welt
_27
Neue Mukoviszidose-Broschüre
Im Team gegen Lebermetastasen _28
_29
_30
_30
_31
_31
_32
_32
_33
Kongressvorschau
Dienstjubiläen
Personalien
Gedenken, Berufungen
Examen bestanden
Hilfe für die ALS-Forschung
Ehrungen und Auszeichnungen
In Gremien gewählt, Stipendien
Preis für Depressionsforscher
Behandeln und Pflegen
_34Bluttransfusionen:
Weniger ist mehr
_35
Mit dem „Hund“ auf die Stationen
_36
Gezielte Biopsie
Seite 38
_37
_38
Wissenschaftspreis für
2000. Geburt schon im Oktober
Im Team gegen Lebermetastasen
Forschen und Wissen
_39Drittmittel
_40
Forschung fördern lassen
_40
Hirnforschung im neuen Labor
_41
Präzise und schnell: Zwei neue MRT
_42
Breakthrough Prize für
Professorin Charpentier
_42
Daniel Strech mit Heisenberg
Professur geehrt
_43
Biomarker zeigt Nierenschaden
_43
MHH-Forscher machen
„Gentaxi“ sicherer
1/2014
6/2014
Die MHH zwischen 10 und
Inhalt
12
impressum
Herausgeber
Das Präsidium der Medizinischen Hochschule
Hannover (MHH).
Der Inhalt namentlich gekennzeichneter
Beiträge unterliegt nicht der Verantwortung
der Herausgeber und der Redaktion. Abdruck
honorarfrei. Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist der 19. Januar 2015.
Chefredaktion
Stefan Zorn (stz)
Redaktion
Bettina Bandel (bb)
Claudia Barth (cb)
Daniela Beyer (db)
Simone Corpus (sc)
Bettina Dunker (dr)
Tina Gerstenkorn (tg)
Ursula Lappe (la)
Camilla Mosel (ck)
Mitarbeit an dieser Ausgabe:
Annika Morchner (am)
Fotoredaktion
Karin Kaiser
Layout und Realisierung
Madsack Medienagentur GmbH & Co. KG
August-Madsack-Straße 1
30559 Hannover
Telefon (0511) 518-3001
www.madsack-agentur.de
Anzeigen
Seite 43
Günter Evert
Verlagsgesellschaft Madsack
GmbH & Co. KG
30148 Hannover
Kontakt Anzeigenverkauf:
Telefon (0511) 518-2153 oder -2114
Auflage: 12.500 Stück
Druck
Silber Druck oHG
Am Waldstrauch 1
34266 Niestetal
Telefon (0561) 52 00 70
Gedruckt auf 100-prozentigem Recycling-Papier
Online-Ausgabe
Das MHHinfo ist auch im Internet zu finden unter
www.mh-hannover.de/mhhinfo.html
Fotos
Marco HaertleSeite 46/47
_44
_45
Mit der KinderUni durch den Körper Seite 56
MHH-Forscher gewürdigt
Exzellent erklärt
Lernen und Lehren
_46
Ehrendoktor für Prof. Kalden
_46
Aufklärung auf Augenhöhe
_48
Sozialfonds für Studierende
_49
Der Forschung ein Forum
gegeben
_50IsiEmed: Willkommen
an der MHH!
_52
„Wir sind Zahnärzte,
wie wunderbar!“
_53
Eine Reise durch die Promotion
_54
Die Lehre kommt gut an
Gäste und Feste
_55
Psychiatrie: Verdienstorden für
besonderes Engagement
_55
Symposium „Psychotierisch“
_56
Sportliche Spende
_56
450 Kinder reisen durch den
Körper
_57
Tag der offenen Tür:
Wunderwelt Medizin
_58MHHplus in kestnergesellschaft:
Die etwas andere Ausstellung
_58
MHH-Alumni beleuchtet
„Gefühlschaos Organspende“
_59
Zieler in der Kids Arena
Alle Fotos von Karin Kaiser außer:
Bodo Kremmin (1, 6, 7, 8, 9,), Kristina Weidelhofer (6,7, 10, 14, 15), MHH-Archiv (16, 17),
Bibliothek und Archiv zur Geschichte der MaxPlanck-Gesellschaft (18), Dr. Karen Deegener (25),
Steffen Abels (31), Tina Gerstenkorn (41), Lutz
Jürgens (41), Mirjana Cvjetkovic/NP (45), Nico
Herzog (58), Archiv der Pressestelle, aus Abteilungen oder privat (2, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13,
15, 17, 30, 32, 33, 35, 36, 49, 50, 51, 54)
Anschrift der Redaktion
Medizinische Hochschule Hannover
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Zorn
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Telefon (0511) 532-6772
Fax (0511) 532-3852
zorn.stefan@mh-hannover.de
ISSN 1619-201X
5
6
50 jahre MHH – das Jubiläum
info
Haus der
kurzen Wege
Die Einführung des Modellstudiengangs HannibaL, ein großes
Neubauprojekt, die Frauenklinik endlich als Teil der MHH, ein
neues Forschungszentrum, eine moderne Küche, ein Rektor,
aus dem ein Präsident wurde, eine Hochschule, die über ihren
Straßennamen diskutierte, Europas aktivster Leber-Forscher und
schließlich ein Problem zum Jahrtausendwechsel, das gar keines
werden sollte: Wir stellen Ihnen das vierte Jahrzehnt der
Medizinischen Hochschule – von 1995 bis 2005 – vor.
M
oderne Architektur, zeitgemäße
Raumaufteilung: Der erste große
Neubau, der seit Bestehen der
MHH eingeweiht werden konnte, war das
Gebäude K11. Rund vierzig Jahre nach
Gründung der Hochschule, im Juni 2004,
konnte dieser vierstöckige Komplex bezogen werden. Seitdem bietet er mit seinen
12.400 Quadratmetern Fläche und direktem Anschluss an Haupt- und Kinderklinik
Platz für das Zentrum Frauenheilkunde, die
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie sowie das Transplantationsforschungszentrum (TPFZ).
„Ein wichtiger Grund für den Neubau
war, dass die Frauenklinik aus dem Oststadtkrankenhaus auf das MHH-Gelände geholt
werden sollte“, erläutert Friedo Hildebrand.
Der stellvertretende Leiter der MHH-Stabsstelle Planen und Bauen hat während des
damaligen Baus von K11 als Teilprojektleiter
die Interessen der MHH vertreten, wobei
der Gesamt-Projektleiter Stefan Voigt war,
der heutige Leiter des Geschäftsbereichs II
– Finanzen. Dass die Frauenklinik auf den
MHH-Campus ziehen sollte, stand bereits
seit 1965 fest, als der Grundstein für die
MHH im Roderbruch gelegt worden war.
Auch die Idee für den Neubau eines
Transplantationszentrums war bereits
15 Jahre alt, als sie verwirklicht werden
konnte. Sie stammte vom ehemaligen
Direktor der Abteilung Viszeral- und Transplantationschirurgie, Professor Dr. Rudolf
Pichlmayr, der 1997 gestorben ist. Sein Anliegen war es gewesen, Krankenversorgung
auf höchstem Niveau eng mit international
konkurrenzfähiger Grundlagenforschung
zu verknüpfen. Ihm zu Ehren erhielt der Teil
des Gebäudes, in dem wesentliche Bereiche
der Abteilung Viszeral- und Transplantationschirurgie sowie das Transplantationsforschungszentrum (TPFZ) untergebracht sind,
den Namen „Rudolf Pichlmayr-Forschungszentrum für Transplantation“. Die Namensgebung konnte bei der Einweihung am 18.
Der Eingang
zum Neubau K11.
Juni 2004 in Anwesenheit seiner Frau, Professorin Dr. Ina Pichlmayr, sowie weiteren
230 Gästen vollzogen werden.
1995 stellten die MHH und das Staatliche Baumanagement Hannover II erste
konkrete Überlegungen für einen Neubau
an, die ergaben, dass die Frauenklinik und
das Transplantationszentrum unter einem
Dach miteinander vereint werden sollten.
Während der Bauphase ergab es sich, dass
Das Modell (weiß) ist Wirklichkeit: MHH-Präsident Prof. Bitter-Suermann am 1. April 2004 bei der Schlüsselübergabe.
6/2014
1995 bis 2005
Mit dem ersten Spatenstich am 29. Juni 2001 ...
... begann auf dem Baufeld nahe der Helstorfer
Straße ...
nicht der gesamte Bereich Transplantation
in das neue Gebäude einziehen wird, wohl
aber die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und
Transplantationschirurgie unter der Leitung
von Professor Dr. Jürgen Klempnauer. In
seiner Klinik liegen – ebenso wie in der von
Professor Dr. Peter Hillemanns geleiteten
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – im Gebäude K11 die ambulanten,
stationären und operativen Einheiten sowie
deren Lager- und Kühlräume sehr nah beieinander. „Somit kann der Vorteil der kurzen Wege genutzt werden“, betont Friedo
Hildebrand. Auch die direkten Gänge zum
Haupthaus und vor allem zur Kinderklinik
sind wichtig – insbesondere für die Frauenklinik. Denn dadurch verfügt die MHH seit
2004 auch über ein Perinatalzentrum Level
1. Für ein solches Zentrum der Versorgung
von Früh- und Neugeborenen ist es unter
anderem notwendig, dass Entbindungsstation, Operationssaal und Neugeborenen-Intensivstation räumlich miteinander
verbunden sind.
Die Gesamtbaukosten des Gebäudes
K11 beliefen sich einschließlich der Erstausstattung auf etwa 80 Millionen Euro. Dabei
leistete der Bund 1999 einen Finanzie-
rungsanschub im Rahmen des damaligen
Hochschul-Leasing-Programms. Das Staatliche Baumanagement Hannover II hat die
Qualität der Baumaßnahme kontrolliert, die
der Generalunternehmer Bilfinger & Berger
durchgeführt hat. Bauherr und zuständig
für die Finanzierung war die Firma Molita.
Bis zum Bau von K11 hatte es seit der
Existenz der MHH auf dem Roderbruchgelände keine so ausgedehnte Baumaßnahme gegeben. Die größte war bis dahin
mit 2.400 Quadratmetern Nutzfläche das
Gebäude K12 für das Patientenakten-Zentralarchiv, die Erwachsenen-Infektionsstation sowie die Knochenmark- und Blutstammzelltransplantationsstation gewesen.
Der Bau von K11 war eine Art kleiner
Initialzündung, denn in den darauffolgenden Jahren entstanden zahlreiche weitere
Neubauten auf dem MHH-Gelände: das
Hans Borst-Zentrum für Herz- und Stammzellforschung, das Pädiatrische Forschungszentrum, die Erweiterung des Tierlabors,
der Neubau für das Zentrallabor und die
Transfusionsmedizin und darüber hinaus
ein Ambulanzgebäude für die Klinik für
Dermatologie, Allergologie und Venerologie sowie die Klinik für Urologie. bb
... der Neubau von K11. Baukräne bestimmten ...
... über Jahre das Bild, ehe Anfang 2004 ...
... auch die Gerüste abgebaut werden konnten.
7
8
50 jahre MHH – das Jubiläum
info
Gut aufgestellt
für die Zukunft
2004 zog die Frauenklinik in das neue Gebäude auf dem MHH-Gelände
F
ast 40 Jahre dauerte es, bis die Frauenklinik räumlich in die MHH integriert
werden konnte: Im Sommer 2004 zog
die gesamte Abteilung aus dem Klinikum
Hannover-Oststadt in das neue Gebäude
auf dem MHH-Campus. Technisch war die
Frauenklinik auch im Oststadtkrankenhaus
gut ausgestattet. Doch der neue Standort
bot ein wesentlich moderneres Umfeld
und mehr Komfort für die Patientinnen
sowie gute Voraussetzungen für das Klinikteam, die einzelnen Bereiche weiter zu professionalisieren und auszubauen.
Alles unter
einem Dach
Die meisten Patientinnen der Klinik
für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
sind Schwangere und Mütter mit Neugeborenen. Zu deren Wohle ergab sich
mit dem Umzug eine wichtige Veränderung: Die Geburtshilfe befand sich nun in
direkter Nachbarschaft zur Kinderklinik,
und die MHH erfüllte damit erstmals alle
Kriterien eines Perinatalzentrums. Kinderärzte waren im Notfall schnell im Kreißsaal
und konnten eingreifen, und Neugeborene mussten bei Komplikationen nicht
in eine entfernte Klinik verlegt werden.
Diesen Status baute die Hochschule in
den folgenden Jahren noch deutlich aus:
Als Perinatalzentrum Level 1 bietet sie
heute die größtmögliche Sicherheit für
Mutter und Kind. So gibt es bei Problemen während oder nach der Geburt nicht
nur eine neonatologische Intensivstation,
sondern auch eine Intensivstation, auf der
die Mütter versorgt werden können. Der
Slogan der Frauenklinik lautet „Alles unter
einem Dach“. Sie bietet ein Rundum-Paket
für werdende Eltern – von der Betreuung
während der Schwangerschaft über die
Geburtshilfe und das Wochenbett bis hin
zur Begleitung der Eltern und Kinder durch
das erste Lebensjahr der Kleinen. Frauen
mit einer Risiko­
schwanger­
schaft finden
schon weit vor dem Geburtstermin beim
Team der Pränataldiagnostik um den Bereichsleiter Professor Dr. Constantin von
Kaisenberg Unterstützung. Die Fachleute
arbeiten eng mit Spezialisten aus anderen Fachdisziplinen zusammen, sodass
auch Patientinnen mit sehr schwierigen
Schwangerschaften – etwa nach einer
Transplantation oder mit Herzinsuffizienz –
gut betreut werden können.
„Neben einem sehr anspruchsvollen
medizinischen Niveau bieten wir den Eltern
auch einen hohen Wohlfühlfaktor“, sagt
Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Auch dafür bietet das neue Gebäude
gute Bedingungen: Auf der Mutter-KindStation gibt es nur Zwei-Bett-Zimmer. Sie
sind modern und freundlich gestaltet und
verfügen alle über ein eigenes Bad. Auf
der Station werden die Patientinnen und
ihr Nachwuchs von Krankenschwestern,
Kinderkrankenschwestern und Hebammen
betreut. Seit 2010 trägt die Frauenklinik
das Siegel „Babyfreundliches Krankenhaus“. Die Auszeichnung der WHO/Unicef
steht für eine besondere Förderung der
frühen Eltern-Kind-Beziehung und trägt
reich eingerichtet“, erklärt Professor Hillemanns. „Die Kinder werden hier kurzzeitig
intensivmedizinisch betreut, können aber
bei den Eltern auf der Mutter-Kind-Station
bleiben.“
Stetig mehr
Geburten
Im Kreißsaal der MHH-Frauenklinik arbeitet nicht nur ein großes Team festangestellter Hebammen, sondern auch eine Beleghebamme – eine Besonderheit im Raum
Hannover. Sie betreut die werdenden Mütter schon während der Schwangerschaft
und leistet dann auch Geburtshilfe im
Kreissaal. Für die Gebärenden hat das den
Vorteil, bei der Geburt eine vertraute Fachkraft zur Seite zu haben. Das Konzept der
Hochleistungsmedizin auf der einen und
der Wohlfühlatmosphäre auf der anderen
Seite hat sich bewährt. Die Zahl der Geburten steigt stetig. Waren es im Umzugsjahr 2004 rund 1.400, so werden es 2014
knapp 2.500 sein. Die 2.000. Geburt in
diesem Jahr fand bereits im Oktober statt.
Hohes Niveau bei Behandlung
von Krebs
Ultraschalluntersuchung: Prof. von Kaisenberg ist
der Experte.
ebenfalls dazu bei, dass sich die jungen Familien in der Klinik gut aufgehoben fühlen.
Zum Beziehungsaufbau gehört der Hautkontakt von Mutter oder Vater und dem
Neugeborenen sofort nach der Geburt, die
Unterstützung der Mütter beim Stillen und
die Möglichkeit für Väter, mit im Patientenzimmer zu übernachten. Die Nähe zum
Neugeborenen soll auch erhalten bleiben,
wenn das Baby nach der Geburt kleinere
Probleme hat, sich der neuen Umgebung
außerhalb des Mutterleibs anzupassen.
Das können beispielsweise eine unregelmäßige Atmung oder auch ein Infekt sein.
„Für diese Neugeborenen haben wir vor
zwei Jahren einen Intermediate-Care-Be-
In den anderen beiden Bereichen, der
gynäkologischen Onkologie sowie der
gynäkologischen Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, hat sich die Frauenklinik in den vergangenen Jahren ebenfalls
weiterentwickelt. „Insbesondere bei der
Behandlung von gynäkologischen Krebserkrankungen haben wir ein sehr hohes
Niveau erreicht“, sagt Professor Hillemanns. In der Klinik gibt es drei zertifizierte
Zentren, die sich vor allem mit Krebs und
seinen Vorstufen beschäftigen: das Brustzentrum, das gynäkologische Krebszentrum und das gynäkologische Dysplasiezentrum. Das Brustzentrum befasst sich
mit der Diagnostik und Behandlung von
Erkrankungen der Brust, ein besonderer
Stellenwert kommt dabei dem Brustkrebs
bei Frauen (und Männern) zu. Im gynäkologischen Krebszentrum finden Frauen
mit Eierstockkrebs, Gebärmutter- oder
Gebärmutterhalskrebs modernste Untersuchungs- und Behandlungsverfahren.
6/2014
1995 bis 2005
Prof. Dr. Hermann Hertel (oben, links) hat die Methode der robotergestützten 3D-HDBauchspiegelung in der Frauenklinik etabliert. Mit Dr. Nelmin Rios (Zweiter von links)
entfernt er eine Gebärmutter. Derweil bespricht Prof. Hillemanns (Bild rechts, Mitte)
mir Dr. Ursula Hille-Betz und Prof. Dr. Tjoung-Won Park-Simon Untersuchungsergebnisse.
Das gynäkologische Dysplasiezentrum
betreut Frauen mit Krebsvorstufen an Gebärmutterhals, Scheide und äußerem Geschlechtsorgan.
Interdisziplinäre
Tumorkonferenzen
Für Krebspatientinnen sind die zentralen Strukturen der MHH ein großer Vorteil.
„Wir arbeiten mit den Spezialisten der anderen Fachkliniken und Institute sehr eng
zusammen und diskutieren die einzelnen
Fälle in Tumorkonferenzen beispielsweise
mit Radiologen, Strahlentherapeuten, Pathologen, Internisten, Humangenetikern
und Psychoonkologen“, erläutert Professor Hillemanns. „So können wir Therapieempfehlungen geben, die sich an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen
orientieren und gleichzeitig die besonderen Lebensumstände der Frauen berücksichtigen.“ Bei der Krebsbehandlung, zum
Beispiel in der Chemoambulanz der Frauenklinik, bekommen die Ärzte der Frauenklinik direkte Impulse von den Kollegen
aus der Forschung. Neben der Geburtshilfe
sind das Mamma-Karzinom und das Cervix-Karzinom die Forschungs­schwerpunkte
an der Klinik. Neue Ergebnisse fließen direkt in die Therapien ein. Als universitäre
Einrichtung bietet die Frauenklinik ihren
Krebspatientinnen auch die Teilnahme an
Studien an – auch von deren Ergebnissen
profitieren die betroffenen Frauen direkt.
„Mit unserer Kompetenz auf dem Gebiet
der Krebsdiagnostik und -therapie sind wir
für die Zukunft gut aufgestellt“, sagt der
Klinikdirektor. „Damit werden wir sicherlich ein wichtiger Pfeiler für das geplante
Comprehensive Cancer Center (CCC)
sein.“ Das CCC soll ein überregionales
onkologisches Spitzenzentrum im Verbund
mehrerer Einrichtungen werden.
Robotergestützte
OP-Verfahren
Das Endometriosezentrum der Frauenklinik wurde in diesem Jahr zertifiziert.
Hier finden Frauen Hilfe, die an einer
meist schmerzhaften chronischen Veränderung der Gebärmutterschleimhaut
leiden. Eine Endometriose kann zu Unfruchtbarkeit führen. Zu Behandlung der
Erkrankung werden in Abstimmung mit
anderen Fachdisziplinen konservative oder
operative Therapiestrategien festgelegt.
„Besteht bei der Patientin noch ein Kinderwunsch, legen wir besonderen Wert auf
ein organerhaltendes Operationsverfahren“, erklärt Professor Hillemanns. Dabei
wählen die gynäkologischen Operateure
oft ein minimalinvasives Verfahren ohne
große Bauchschnitte. An der Frauenklinik
können dafür roboterunterstützte 3D-HDLaparoskopien, also Bauchspiegelungen,
durchgeführt werden. Diese moderne
Operationstechnik ist in den meisten anderen Frauenkliniken noch nicht üblich.
Die organerhaltende funktionswiederherstellende Chirurgie spielt auch in der
gynäkologischen Endokrinologie und Reproduktionsmedizin eine wichtige Rolle.
In diesem Bereich bietet die Frauenklinik
ihren Patientinnen alle Möglichkeiten der
Kinderwunschbehandlung an, bis hin zur
künstlichen Befruchtung wie der In-vitroFertilisation (IVF), bei der die Befruchtung
der Eizelle mit dem Spermium außerhalb
des Körpers im Reagenzglas stattfindet,
und der Intra-Cytoplasmatischen-Spermien-Injektion (ICSI), bei der das Spermium ebenfalls außerhalb des Körpers
unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle
injiziert wird. Die Endokrinologie und Reproduktionsmedizin möchte Professor
Hillemanns in Zukunft noch weiter ausbauen. „Wir würden gerne einen W2-Professor für diesen enorm wichtigen Bereich
etablieren“, sagt er. „Dann könnten wir in
diesem Schwerpunkt zukünftig auch junge
Ärztinnen und Ärzte ausbilden.“tg
9
10 50 jahre MHH – das Jubiläum
info
Revolution
auf den Tellern
Im Jahr 2002 wurde die neue Zentralküche eröffnet
G
eplant war die neue Küche schon
lange. „Als ich 1992 an die MHH
kam, sollte ich mir als Erstes über
einen Umbau Gedanken machen“, erinnert
sich Ludwig Gieseke, Leiter der MHH-Zentralküche. Doch die vorhandenen Räume
umzubauen war letztlich zu teuer. Mehrere
Jahre waren vergangen, bis das Thema im
Winter 2000 wieder akut wurde. Diesmal
sollte eine komplett neue Produktionsstätte
an einem anderen Standort errichtet werden. Gieseke stapfte gemeinsam mit dem
Architekten draußen im Schnee herum
und suchte nach einem geeigneten Platz.
Schließlich steckten sie an der Südseite der
alten Spülküche ein Areal ab. „Der Altbau
aus dem Jahre 1969 war schlichtweg marode, auch die Küchengeräte hätten nicht
einfach ausgetauscht werden können“, erklärt Gieseke den Grund für den Neubau.
Außerdem sollten die drei separaten Bereiche Patienten-, Mensa- und Diätküche
zusammengelegt werden, um kostengünstiger arbeiten zu können.
Von 2000 bis 2002 entstand bei laufendem Betrieb die neue Zentralküche, die
eigentlich eine Kombination aus Alt- und
Neubau ist. Die Spülküche und der gesamte
Versorgungsbereich sind Teile des Altbaus,
Für die Fotografen schwingt Vizepräsident Holger Baumann bei der Eröffnung der neuen Küche
den Schneebesen, assistiert von Ludwig Gieseke,
Leiter der Zentralküche.
während die gesamte Produktion mit der
Speiseausgabe der Mensa im Neubau angesiedelt ist. Finanziert wurde das Projekt
jeweils zur Hälfte von Bund und Land; die
Gesamtkosten betrugen 16 Millionen Euro.
Die Zentralküche verfügt über einige technische Finessen. So gibt es eine NassmüllEntsorgungsanlage, bei der die anfallenden
Speisereste über Rohrschächte gesammelt,
in eine nahe gelegene Biogasanlage gebracht und dort entsorgt werden. Für die
Frischluftversorgung in der Küche sorgt
eine die gesamte Küche überspannende
Lüftungsdecke aus Metall mit Zu- und Ablüftung sowie Filterung. Und die Senkung
der Energiekosten wird mit einer speziellen
Anlage gesichert, die die Stromzufuhr zu
den Geräten regelt.
Mit der Zusammenlegung der ehemals
getrennten Küchenbereiche musste auch
das Mitarbeiterteam neu strukturiert
werden. Zum einen war weniger Personal
nötig, zum anderen wurden die Aufgaben
neu verteilt. Giesekes Betriebsphilosophie:
„Alle werden dort eingesetzt, wo sie gerade gebraucht werden. Das Rotationsprinzip ist wirtschaftlicher und motiviert die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Ende
2002 waren rein rechnerisch 130 Vollkräfte
in der Küche tätig. Sie sollten 1.400 Patienten und 1.300 Mensagäste versorgen – so
sah es der Plan nach dem Neu- und Umbau
vor. Doch daraus wurden schnell mehr. „In
Spitzenzeiten bereiten wir heute für 2.400
Mensagäste Essen zu. Neu hinzugekommen sind die Mahlzeiten für die MHH-Kindertagesstätten und die Cafeterien sowie
das Catering für interne Veranstaltungen“,
erklärt Hannelore Pfingsten, im Team zuständig für die Mensa-Qualitätssicherung.
So werden aktuell jeden Tag insgesamt
etwa 4.000 Menschen von der Zentralküche versorgt.
Die neue Zentralküche brachte gastronomisch große Fortschritte. „Wir kochen
nach standardisierten Rezepten, um das
Qualitätsniveau zu halten, und achten auf
Inhaltsstoffe mit möglichst wenig Allergenen“, erläutert Renate Woike, zuständig
für Organisation und Diätetik. Insgesamt
sei die Speisenzubereitung wesentlich gesundheitsorientierter als früher geworden.
Die Patienten können aus sechs verschie-
denen Kostformen zu jeder Mahlzeit mit
bis zu 20 Änderungswünschen wählen. Die
Stationen werden mit Frischeprodukten wie
Brot, Milch, Müsli oder Säften beliefert.
Und zu Veranstaltungen werden bei Bedarf
belegte Brötchen, Schnittchen, Kuchen und
Getränke gebracht. Die Mensagäste haben
die Auswahl zwischen drei Stammessen
und Zusatzangeboten wie dem „Marktplatz“, der Salatbar und der Aktionstheke.
Früher bekamen die Mensagäste ihre
Speisen gegen Essensmarken. „Nach dem
Neubau der Küche haben wir auf das
Multi-Card-System umgestellt“, sagt Jutta
Reinholz, Verwaltungsleiterin in der Zen-
Leckerer Nachtisch: Auch Kuchen aus eigener
Produktion wird auf die Teller verteilt.
tralküche. Sie erinnert sich an eine weitere
Neuerung, die damals eingeführt wurde
– das absolute Rauchverbot in der Mensa.
Die Speisesäle selbst sind übrigens nie umgebaut worden. Abgesehen von einigen
Schönheitsreparaturen sind sie tatsächlich
ein Relikt der ersten Jahre. Noch zwei weitere Besonderheiten der alten Küche sind
bis heute erhalten geblieben: In der hauseigenen Bäckerei stellen die Konditoren
den Kuchen selbst her, und in der eigenen
Fleischerei werden Koch- und Brühwürste
aus Rohfleisch von regionalen Schlachthöfen produziert. „In diesen beiden Bereichen
bilden wir seit 2002 auch Nachwuchskräfte
aus“, sagt Gieseke. tg
Alle wichtigen Informationen zu den
einzelnen Kostformen und Diäten
sind im „Ernährungsschlüssel“ im MHHIntranet/Organisationshandbuch zu finden.
6/2014
1995 bis 2005 11
Sprung
in die
Zukunft
Professor
Dr. Reinhold
Förster
Das Transplantations­
forschungszentrum (TPFZ)
ist seit zehn Jahren eine
wahre Perle – vor allem für
Nachwuchswissenschaftler
P
rofessor Dr. Reinhold Förster brachte
es bei der Eröffnung des Transplantationsforschungszentrums (TPFZ) im Juni
2004 auf den Punkt: „Mit dem interdisziplinären Forschungszentrum stehen den besten Nachwuchswissenschaftlern der MHH
ausgezeichnete räumliche und apparative
Rahmenbedingungen zur Verfügung, die es
ermöglichen, international kompetitive Forschungsprojekte erfolgreich durchzuführen.“ Er führte in seiner Rede weiter aus,
dass im TPFZ die Spitzenposition der MHH
im Bereich Transplantation, Regeneration,
Immunologie und Entzündungsforschung
weiter ausgebaut werden könne. Und mit
diesen Prognosen sollte der Direktor des Instituts für Immunologie, der sich bereits seit
der Planung des Gebäudes im Jahr 2001 als
dessen „wissenschaftlicher Hausmeister“
bezeichnet und sich unter anderem um die
gesamte Einrichtung gekümmert hat, recht
behalten.
Doch zunächst sei erklärt, wie das TPFZ
funktioniert: Die vier Stockwerke bieten je
800 Quadratmeter Fläche für Labore und
Büros für je 50 Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler. Die meisten Arbeitsplätze
bestehen aus einem Laborteil sowie einem
Schreibtisch in einem Gemeinschaftsbüro.
Teams unterschiedlicher Disziplinen bekommen einen Platz auf Zeit, für den sie
sich alle drei Jahre neu bewerben müssen.
Die Gruppen der interdisziplinär genutzten
Fläche eint, dass sich ihre Themen um
Transplantation, Regeneration, Immunologie und Entzündungsforschung drehen
und dass sie zell- und molekularbiologische
Techniken benötigen. Geräte und Materialien, etwa Zellkulturen und Mikroskope,
stehen ihnen gemeinsam zur Verfügung.
So können sie sich, wenn sie im TPFZ ihre
Arbeiten beginnen, quasi an den gedeckten Tisch setzen. Auch den Seminarraum,
die Labore für Gentechnik-Vektoren und
für Radioaktivitätsmessung im ebenerdigen
Sockelgeschoss können alle Wissenschaftler des Hauses nutzen – natürlich auch die
Forscherteams, die sich darüber hinaus im
Haus fest eingerichtet haben: Das ist im
Sockelgeschoss das Frauenklinik-Team von
Rudolf-Pichlmayr-Forschungszentrum für Transplantation: So heißt der Gebäudeteil von K11, in dem
Bereiche der Viszeral- und Transplantationschirurgie und das TPFZ untergebracht sind. Professor Dr.
Dieter Bitter-Suermann, Professor Dr. Reinhold Förster und Professor Dr. Jürgen Klempnauer (von
links) zeigen dies bei der Eröffnung von K11.
Dr. Thilo Dörk-Bousset, im ersten Obergeschoss die Gruppe um Professorin Dr.
Christine Falk des Integrierten Forschungsund Behandlungszentrums Transplantation
(IFB-Tx) sowie im zweiten Obergeschoss
das Institut für Immunologie von Professor
Förster.
„Aus Arbeiten, die junge Wissenschaftler im TPFZ durchgeführt haben, sind schon
zahlreiche ausgezeichnete Publikationen
hervorgegangen. Sie können hier gut
und schnell arbeiten sowie zügig Karriere
machen“, erläutert Förster. Somit ist das
TPFZ eine wahre Perle für Wissenschaftler:
Einige von ihnen blieben an der hiesigen
Hochschule – so wie beispielsweise MHHPräsident Professor Dr. Christopher Baum
oder Dr. Elmar Jäckel aus der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. Anderen Wissenschaftlern diente
das TPFZ für ihren Sprung in die Zukunft an
einem anderen Ort: Beispielsweise arbeitet
Professor Dr. Markus Gräler nun an der
Universität Jena, Professor Dr. Karl Lenhard
Rudolph ist wissenschaftlicher Direktor des
Leibniz-Institut für Altersforschung – FritzLipmann-Institut in Jena, Professor Dr.
Bernhard Schieffer Direktor der Kardiologie
des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, und Professor Dr. Oliver Pabst vom
Institut für Immunologie leitet seit August
2014 das Institut für Molekulare Medizin
des Klinikums Aachen.
Professor Förster ist sehr zufrieden über
die erfolgreichen Projekte und Karrieren
der vergangenen zehn Jahre: „Hier ist mit
wenig Geld sehr gute Forschungsfläche
entstanden, die optimal genutzt wurde
und wird.“ bb
12 50 jahre MHH – das Jubiläum
info
„Ich denke nur global“
Krankheiten kennen keine Ländergrenzen. Deshalb muss – um sie heilbar zu machen –
auch Forschung weltumfassend sein. Das meint Professor Dr. Michael P. Manns.
Er ist seit 1991 Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie und
eines der besonders aktiven Mitglieder der internationalen Forschergemeinschaft. Ein Gespräch.
Herr Professor Manns, in dem Jahrzehnt unserer Titelgeschichte – den Jahren von 1995
bis 2005 – waren Sie in ganz Europa mit Abstand der meist zitierte Leber-, Magen- und
Darm-Wissenschaftler. Eine Ihrer Arbeiten
zitierten andere Forscher sogar 4.300-mal …
Ja, das waren die Ergebnisse der von uns
geleiteten internationalen Zulassungsstudie
zur Behandlung der chronischen Hepatitis
C. Die Fachzeitschrift „The Lancet“ publizierte diese Arbeit 2001. Die damals neue
Behandlung dieser Leberentzündung mit
Peginterferon alpha und Ribavirin wurde
für zehn Jahre zur Standardtherapie. Im
selben Jahr publizierte das „New England
Journal of Medicine“ zwei von uns angeführte, ebenfalls multizentrische Studien.
Eine drehte sich um die Behandlung der
akuten Hepatitis C. Sie brachte eine neue
Therapie mit Interferon alpha hervor, die
wesentlich erfolgreicher war als bisherige
Therapien. In der zweiten Arbeit, die wir
gemeinsam mit der damaligen Abteilung
für Klinische Immunologie der MHH durchgeführt hatten, konnten wir zeigen, dass
HIV-Patienten später an AIDS erkranken und
länger leben, wenn sie gleichzeitig mit dem
GB Virus-C infiziert sind. Unsere Erfolge in
diesem Jahrzehnt spiegeln sich auch in einer
Studie von 2006 wider, deren Ergebnisse
die italienische Tageszeitung „Corriere della
Serra“ veröffentlichte: Darin nahm unser
Leberzentrum an der MHH im europäischen
Vergleich den ersten Platz ein. Auf dieses
Mannschaftsergebnis bin ich sehr stolz.
Wie haben Sie und Ihr Team es geschafft,
diese und weitere Forschungserfolge zu
erreichen?
Ein wichtiges Rückgrat unserer Arbeiten
sind die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereiche (SFB) und Klinischen
Forschergruppen (KFO). Zum Beispiel drehte
sich in unserer „Pionierzeit“ an der MHH
der SFB 265 um Krankheitsmechanismen
und Immunreaktionen nach Organtransplantationen. Professor Dr. Rudolf Pichlmayr
hatte ihn 1992 gegründet, und ich durfte
ihn nach seinem viel zu frühen Tod ab 1997
bis 2003 weiterführen. Wissenschaftler verschiedener MHH-Abteilungen erforschten
darin die Wirkung immunsuppressiver
Medikamente und die Abstoßung transplantatierter Organe. Anschließend haben
wir den von der DFG geförderten SFB 738
gegründet, der seit 2007 läuft. Darin geht
es nun um das Langzeitüberleben und die
Entwicklung innovativer zukünftiger Transplantate. So wurde an der MHH die erste
Hepatozytentransplantation in Deutschland am Menschen durchgeführt, also eine
Leberzelltransplantation. Beteiligt ist unsere
Klinik auch am Exzellenzcluster REBIRTH
und am Interdisziplinären Forschungs- und
Behandlungszentrum zur Transplantationsmedizin, dem IFB-TX.
Anlässlich des Weltkongresses „Medicine meets
Millenium“ im August 2000 gab es ein HepatitisSymposium. Dabei traf Professor Manns (rechts)
die Entdecker der fünf Hepatitis- Arten.
6/2014
Das ist aber noch nicht alles ...
Nein. Im SFB 280 „Gastrointestinale
Barriere“ befassten wir uns ab 1991 interdisziplinär mit den Schutzfunktionen des
Darms. Daraus entwickelte sich der SFB 621
zur „Pathobiologie der Intestinalmukosa“,
dessen Sprecher am Institut für Immunologie angesiedelt ist. Wissenschaftler der
MHH, der Tierärztlichen Hochschule und des
Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung
untersuchen darin die Immunabwehr und
-toleranz der Darmschleimhaut. Im SFB 244
widmeten sich MHH-Wissenschaftler ab
1995 für zwölf Jahre chronischen Entzündungen. Um Leberkrebs, die molekularen
Grundlagen sowie Therapien drehte sich die
KFO 119 von 2004 bis 2010. Daraus ging
2009 der SFB/Transregio 77 „Liver Cancer“
hervor, in dem Wissenschaftler der MHH,
der Uni Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums und des HZI arbeiten.
Darüber hinaus haben Sie im Jahr 2002 noch
das Kompetenznetz Hepatitis „Hep-Net“ initiitert. Warum?
Ziel ist, die Diagnose und Therapie
der Hepatitis zu verbessern, aber auch
Forschung zu vernetzen sowie Ärzte und
Patienten über die Krankheiten und deren
aktuelle Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären. Dies war eine Großförderinitiative
des BMBF, damals unter Leitung der Bundesministerin Edelgard Bulmahn. Es beteiligen sich Universitätskliniken, die Deutsche
Leberhilfe, zahlreiche Ärztinnen und Ärzte,
Apotheker und Selbsthilfegruppen. Viele
Projekte widmen sich der Grundlagenforschung. Klinische Studien mit neuen Therapien der Hepatitis B, C, D und E laufen im
Hep-Net-„Study House“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte
„Hep-Net“ mit 12,5 Millionen Euro für fünf
Jahre, in einer Übergangsphase für weitere
drei Jahre mit 700.000 Euro pro Jahr. Seit
2007 ist die Deutsche Leberstiftung der finanzielle Träger mit einer Million Euro pro
Jahr.
Welche Erfolge haben Sie bis heute in der
Leberforschung erreichen können?
Alle Erfolge sind Teamleistungen. Der
Klinik- beziehungsweise Institutsleiter tritt
dabei immer mehr in den Hintergrund. Kein
Trainer schießt selbst die Tore! Wir waren
wesentlich beteiligt an der Durchführung
der Studien, die zur heutigen Therapie der
Hepatitis C geführt haben: Diese kommt
ohne Interferon aus, hat somit weniger Nebenwirkungen und ermöglicht es erstmals,
eine chronische Virusinfektion zu heilen
– und zwar in der Regel bei mehr als 90
Prozent der Patienten. Das ist ein wirklich
großer Erfolg der internationalen Gemeinschaft – der „scientific community“, wie es
heute heißt. Darüber hinaus waren und ist
1995 bis 2005 13
unsere Institution auch an der Entwicklung
künftiger Therapien aller Hepatitis-Arten
mehr oder weniger zentral beteiligt. Arbeitsgruppen unserer Klinik forschen aber
auch erfolgreich an verschiedenen anderen
Themen aus dem gesamten Gebiet der
Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie und Infektiologie unter Einschluss
der ganstroenterologischen Onkologie, der
Transplantations- und der regenerativen
Medizin – immer im Grenzbereich zwischen
Grundlagenwissenschaft und klinischer Forschung. Da kann ich mit Recht behaupten,
dass wir nicht nur von Translationsforschung
reden, sondern sie auch machen: Die Hälfte
meines Teams, 113 Menschen, widmen sich
hauptamtlich der Forschung.
Welche weiteren Ziele haben Sie?
Wir möchten die Hepatitis C besiegen
oder „eradizieren“, wie der Fachausdruck
besser beschreibt. Dazu ist es zum Beispiel
notwendig, sämtliche Hepatitis C-Patienten
aufzuspüren – unter anderem, indem Ärzte
alle erhöhten Leberwerte abklären und bei
Menschen aus Risikogruppen Blutscreenings durchgeführt werden. Zudem muss
ein Impfstoff gegen Hepatitis C entwickelt
werden. Darüber hinaus ist eins unserer
weiteren Ziele, auch für Hepatitis B, D und
E neue Therapien zu finden – so wie für
Hepatitis C. In der Vergangenheit haben
wir uns auch mit der Autoimmunhepatitis
intensiv auseinandergesetzt, einer Krankheit, bei der der Körper seine eigene Leber
zerstört. So haben wir nicht nur relevante
Autoantigene molekular identifiziert und
charakterisiert, sondern auch die größte
Therapiestudie, multizentrisch und international, initiiert und geleitet. Lebertransplantationen müssen in Zukunft für möglichst
viele Leberkrankheiten verhindert werden.
Und beim Thema Krebs?
Leberzellkarzinome müssen ebenfalls
n
Lebererkrankungen
Lebererkrankungen sind weit verbreitet, werden aber unterschätzt. In Deutschland sind
wahrscheinlich mehr als fünf Millionen Menschen betroffen, auf der ganzen Welt sind es
allein für die chronischen Virushepatitiden
B, C und D mehrere Hundert Millionen. Oft
werden die Erkrankungen gar nicht oder zu
spät diagnostiziert. Doch Hepatitis B, C und
D können unbehandelt zur Zirrhose und zu
Leberzellkrebs führen – der Hauptgrund für
Lebertransplantationen. Derzeit sterben noch
die meisten Patienten mit Leberkrebs. Am
häufigsten werden Lebererkrankungen durch
Infektionen mit Hepatitisviren, übermäßigen
Alkoholkonsum und Übergewicht hervorgerufen. Es gibt Impfungen gegen Hepatitis
A und B, jedoch keine gegen Hepatitis C. bb
verhindert oder zumindest frühzeitiger in
einem noch heilbaren Stadium erkannt
werden. Auch für den fortgeschrittenen
Leberkrebs brauchen wir dringend wirksame Therapien. Unsere Arbeiten tragen
dazu bei, dass dies alles geschehen kann.
Dabei sind wir Teil der internationalen For-
Zu Besuch: Edelgard Bulmahn, heute Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und damals
Bundesministerin für Bildung und Forschung, lässt
sich im Januar 2002 von Professor Manns die Erforschung neuer Hepatitis-Therapien erklären.
schergemeinschaft. Krankheiten kennen
keine Ländergrenzen, also existieren diese
in der Forschung auch nicht. Ich denke nur
global. Der Begriff „national“ existiert in
der Forschung nicht – es gibt nur gute oder
schlechte Forschung. Jeder leistet seinen
Beitrag, wobei Spezialisierung wichtig ist.
Als Internist ist man kein Wunderheiler,
man ist Teil einer Gemeinschaft, zu der jeder
seine Arbeit beiträgt, wobei die Internationalität und die Interdisziplinarität das Salz in
der Suppe sind.
Noch eine Frage zum Schluss: Wie sind Sie
eigentlich auf die Leber gekommen?
Das kam durch meinen damaligen Mentor, den Internisten und Gastroenterologen
Karl-Hermann Meyer zum Büschenfelde.
Er schickte schon früh seine Assistenzärzte
systematisch in verschiedene meist ausländische Institute, damit sie unterschiedliche
Methoden und Denkweisen erlernten – bei
mir waren es immunologische und molekularbiologische – und diese dann anschließend in das gemeinsame Ganze einbrachten. Jeder von uns war anschließend für
die angeeigneten Methoden verantwortlich, und mit diesen erarbeiteten wir dann
gemeinsam ein Oberthema. Jeder hatte
trotzdem sein eigenes Feld, mit dem er von
innen und von außen wahrgenommen und
identifiziert werden konnte. Diese systematische Forschungstätigkeit begeisterte mich,
nur so kann man meiner Meinung nach international konkurrenzfähig werden. Darüber hinaus faszinierte mich damals, wie eng
mein Mentor schon Forschung und Klinik
verband. Auch ich habe versucht, Forschung
und Klinik eng zu verknüpfen und selbst die
Aufgabe eines Mentors zu erfüllen.
Das Interview führte Bettina Bandel.
14 50 jahre MHH – das Jubiläum
info
HannibaL
ist gelebte Reform
Die MHH feiert im Jubiläumsjahr 2015 doppelt, denn
der Modellstudiengang besteht seit zehn Jahren
D
er Startschuss fiel am 17. Oktober
2005 – an dem Tag hat in der MHH
eine völlig neue Ärzteausbildung
begonnen. Sämtliche 270 Studierende
eines jeden Jahrgangs belegen nun den
Modellstudiengang HannibaL, den hannoverschen, integrierten, berufsorientierten
und adaptiven Lehrplan. „Mit diesem
Modellstudiengang nach anglo-amerikanischem Vorbild wird die MHH in die Elite
der patientenorientierten Medizinstudiengänge in Deutschland aufsteigen“, sagte
Lutz Stratmann, vor zehn Jahren Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und
Kultur. Und der damalige MHH-Präsident
Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann ergänzte: „Damit setzen wir erfolgreich die
2003 begonnene Neuordnung des Medizinstudiums in der MHH fort.“
Im Jahr 2003 hatte die Hochschule in einem ersten Schritt die klinische Ausbildung
ab dem dritten Studienjahr reformiert. Die
Studienkommission unter der Leitung des
damaligen Studiendekans für Medizin, Professor Dr. Hermann Haller, hatte auf dieser Grundlage einen Modellstudiengang
entwickelt. Die Initiative und wesentliche
Ideen kamen damals von Studierenden,
Arbeit in kleinen Gruppen wie hier mit Professor
Jürgen Klempnauer (oben) oder unter Anleitung
beim Mikroskopieren (unten).
die sich neben Dozentinnen und Dozenten
in der Studienkommission stark engagierten, um ihr Studium zu optimieren. „Der
Unterricht wird deutlich praxisorientierter
und bezieht viel stärker Patienten mit ein“,
sagte Philip Bintaro, im Jahr 2005 Student
im vierten Studienjahr. „Wir wollen erreichen, dass die Studierenden mindestens
100 Patienten ausführlich gesprochen und
untersucht haben, bevor sie das Staatsexamen ablegen“, ergänzte Professor Haller.
Ziel war es damals, die Ausbildung praxisnaher zu gestalten, Begeisterung für die
Wissenschaft zu wecken und das Studium
verlässlich zu organisieren. Was ist davon
geblieben, zehn Jahre nach der Einführung
des Modellstudiengangs? Der Unterricht
ist heute von Anfang an patientennah und
praxisorientiert: Von der ersten Woche an
treten die Studierenden jedes Jahrgangs
direkt in Kontakt mit Patienten. Zeitnahe
Prüfungen im Anschluss an den Unterricht
sind in den ersten beiden Studienjahren
„physikumsäquivalent“ und ersetzen den
Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
(M1).
Damit lebt die MHH ihren Reformgedanken aus ihren Gründungsjahren in der
Lehre weiter. Der Anstoß für Veränderungen im Studium kam auch aus den Reihen
der Studierenden. Ihr Ziel war es, das Studium praxisnaher zu gestalten, aber auch,
das Studium effektiver zu organisieren: die
Anwesenheitspflicht sollte auf 30 Wochenstunden reduziert werden, weniger Leerlaufphasen sollten den Studierenden mehr
Zeit zum selbstständigen Lernen geben.
Der damalige Studiendekan Professor Dr.
Hermann Haller setzte sich dafür ein, einen
Modellstudiengang einzuführen. Viele der
damaligen Ziele wurden bereits umgesetzt,
doch der Prozess stellt das Studiendekanat
laufend vor die Herausforderung, den Ablauf der Tertiale so gut wie möglich zu
organisieren.
In März 2014 verlängerte das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft
und Kultur im Einvernehmen mit dem Niedersächsischen Sozial- und Gesundheitsministerium den Modellstudiengang um
weitere sechs Jahre. Damit kann die Hoch-
schule ihre Reform- und Optimierungsbemühungen im Medizinstudium fortsetzen
und den Modellstudiengang HannibaL zukunftsfähig machen.
„Der Modellstudiengang HannibaL ist
praxisstark und patientennah. Der Umgang und die Kommunikation mit Patienten sowie die praktische ärztliche Tätigkeit
stehen von Anfang an im Vordergrund.
Außerdem bietet die MHH als renommierte
Einrichtung der Spitzenforschung schon
während des Studiums Einblicke in die
wissenschaftlichen Grundlagen der molekularen Medizin. Im späteren Berufsleben
sind diese Kenntnisse wichtig, um neue Diagnose- und Therapieverfahren beurteilen
zu können“, fasst Professor Dr. Ingo Just
die wichtigsten Ziele zusammen. Seit Oktober 2011 ist er Studiendekan.
Was zeichnet
HannibaL aus?
Die klassische Trennung von Theorie
und Praxis – Vorklinik und Klinik – gibt es
6/2014
1995 bis 2005 15
Multitalent
für die
Beschäftigten
Viele Funktionen
auf einer Karte
H
eute ist sie nicht mehr wegzudenken: die Multicard. Sie ist Beschäftigungsausweis und Parkkarte auf
dem MHH-Campus. Mit ihr können
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
– bei entsprechender Freischaltung
– in gesicherte Räumlichkeiten gelangen wie etwa Labore oder Operationsbereiche. Auch als Zahlungsmittel
ist das Multitalent auf dem Campus
allgegenwärtig: In der Mensa hat das
Suchen nach den Essenmarken aufgehört, die Kosten für Speisen und
Getränke können einfach vom Guthaben auf der Multicard abgebucht
werden. Das funktioniert auch in den
Personalcafeterien. Der Personalverkauf in der Apotheke wird ebenfalls
über die Multicard abgerechnet. Und
für die Studierenden ist sie gleichzeitig
Fahrausweis in Bus und Bahn.
seit der Einführung des Modellstudiengangs nicht mehr. Die Studierenden starten bereits in den ersten Wochen mit dem
Unterricht am Patienten. Der Umgang
mit Patienten und die praktische ärztliche
Tätigkeit stehen im Vordergrund. Also
weniger Theorie? Nein, sie ist nur besser
mit der Praxis verknüpft! Das Studium ist
wissenschaftlich und forschungsorientiert
aufgebaut. Die Studierenden sollen – basierend auf den naturwissenschaftlichen
Grundlagen – in molekularer Medizin
ausgebildet werden, um die molekularen
Grundlagen der Krankheiten zu verstehen.
Das soll sie dazu befähigen, in ihrem späteren Berufsleben die Bedeutung neuer Behandlungswege besser abschätzen und für
ihre Patienten nutzbringend anwenden zu
können.
Wie ist das Studium
strukturiert?
Das Studienjahr ist dreigeteilt. In drei
zehnwöchigen Tertialen durchlaufen die
Schon früh Kontakt zum Patienten,
wie hier unter Aufsicht von
Professorin Marion Haubitz.
insgesamt 270 Studierenden eines Studienjahres das Jahr. Ab dem dritten Jahr
wird dann der Jahrgang dreigeteilt, so
dass Gruppen von jeweils 90 Studierenden
durch die Tertiale rotieren. Das bedeutet
zwar eine Zunahme an Lehrverpflichtungen für die Lehrenden, doch es ermöglicht
den Studierenden, öfter in Kleingruppen
zu arbeiten. Damit verbessert die MHH die
persönliche Betreuung der Studierenden
im Medizinstudium. Nach dem fünften Jahr
folgt der Zweite Abschnitt der Ärztlichen
Prüfung (M2). Das sechste Jahr ist das Praktische Jahr, in dem die während des Studiums erworbenen ärztlichen Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertigkeiten vertieft und
erweitert und am einzelnen Krankheitsfall
angewendet werden. Das Studium schließt
mit dem Dritten Abschnitt der Ärztlichen
Prüfungen (M3) ab, einer mündlich-praktischen Prüfung. dr/stz
Zum Jahreswechsel 2002/2003 führte die MHH die Multicard ein. Die Umstellung war eine logistische Großtat,
schließlich mussten mehr als 6.000 dieser Karten ausgestellt werden. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter musste
sich „personalisieren“ lassen: Das hieß,
es musste ein Porträtfoto gemacht werden, welches mit dem Namen und dem
Arbeitsbereich auf die Plastikkarte gedruckt wurde. Mittlerweile gehört für
jede neue Mitarbeiterin und jeden neuen
Mitarbeiter die „Erstpersonalisierung“
am ersten Arbeitstag dazu: Die Multicard
wird an der Information in der Ladenstraße sofort erstellt. 2007 hat sie mit dem
neuen Corporate Design ihr Gesicht geändert. stz
Mit Multicard: die Vorstandsmitglieder
Professor Dr. Reinhard Dengler (links) und
Holger Baumann Ende 2002.
16 50 jahre MHH – das Jubiläum
info
Klacks oder Katastrophe?
Das Jahr-2000-Problem hielt alle in Atem
W
as passiert, wenn in Computeranlagen das Datum auf
01.01.00 umspringt? Wird das
gesamte öffentliche Leben zusammenbrechen? Oder wird alles sein wie immer?
Das beschäftigte zum Jahrtausendwechsel
fast die ganze Welt – und natürlich auch
die MHH. Denn in einem modernen Krankenhaus steckt überall digitales Gerät. In
Heizungen und Klimaanlagen, in Elektronenmikroskopen und Beatmungsgeräten
genauso wie in Fahrstühlen und Schließanlagen. Viele EDV-Systeme speicherten
damals das Jahr zweistellig, und damit
hätte der Wechsel von 99 auf 00 erhebliche Konsequenzen haben können: Vergleiche, Berechnungen, Sortierfunktionen
und vieles mehr hätten durcheinandergeraten können. Um das Patientenwohl
nicht zu gefährden, hatte die Hochschule
schon lange vor der befürchteten Silvesternacht mit den Planungen und Vor-
n
bereitungen für die Datumsumstellung
begonnen.
Die Mitarbeiter des Zentrums für Informationsmanagement (ZIMt), damals
Hochschulrechenzentrum (MHRZ), hatten
den Jahrtausendwechsel bereits 1998 im
Blick. „In unserem Flur hing ein Zeitplan
mit allen Projekten, die erledigt werden
mussten, um gut darauf vorbereitet zu
sein“, erinnert sich Dr. Rita Schulz, Abteilungsleiterin für Klinische Anwendungssysteme. So wurden beispielsweise die
alten IBM-Großrechner abgeschafft und
durch moderne Client-Server-Systeme
ersetzt, die Jahr-2000-tauglich waren.
Außerdem stellte das ZIMt das System
der zentralen Patientenverwaltung auf
moderne Technologie um, sodass beim
Jahreswechsel keine Probleme auftauchen
sollten. Schließlich wurden mit der Unterstützung aller Abteilungen klinikweit insgesamt rund 40.000 Geräte überprüft,
mögliche Fehler beseitigt und die Geräte
inventarisiert.
1999 wurde zur Gesamtkoordination
der 22-köpfige „Krisenstab 2000“ ins
Leben gerufen. Dessen Leiter war Dr. Olaf
Schäfer, damals in der Kinderklinik beschäftigt. Zu dem Stab gehörten IT-Spezialisten,
Ärzte, Pflegekräfte, Techniker und Handwerker. Daneben gab es diverse kleinere
Initiativen in einzelnen Kliniken, die sich
mit dem Jahr-2000-Problem beschäftigten.
„Letztlich musste alles so vorbereitet sein,
dass jeder Patient auch ohne IT-gestützte
Geräte hätte versorgt werden können“,
erklärt Dr. Rita Schulz. „Für den Fall, dass
doch irgendetwas schiefgehen sollte, hatten wir einen Notfallplan entwickelt.“
Dann rückte der Jahreswechsel näher.
Am 31. Dezember 1999 traf sich der Krisenstab um 15 Uhr in der MHH und begutachtete bei einem Rundgang nochmals alle
kritischen Bereiche. Über ein Informations-
Im vierten Jahrzehnt: Vom Rektor zum Präsidenten
M
it der Änderung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes (NHG) im
Jahr 2002 änderte sich die Organisationsform der Hochschulleitung. Aus dem
Vorstand mit einem Rektor an der Spitze
wurde zum 1. Januar 2003 ein Präsident
mit zwei Vizepräsidenten an seiner Seite.
Dieser Wechsel fiel in die Amtszeit von
Professor Dr. Horst von der Hardt. Erster
gewählter Präsident der MHH wurde am
1. April 2004 Professor Dr. Dieter BitterSuermann.
Prof. Dr. Karl-Martin Koch
Rektor 1997–1999
P
rofessor Dr. Karl-Martin Koch wurde
vom Konzil der MHH zum 1. April 1997
zum Rektor der MHH gewählt und stand
bis zu seiner Pensionierung am 31. März
1999 an der Spitze der Hochschule. 1934
in Eschwege, Werra-Meißner-Kreis, geboren, studierte er Medizin in Göttingen,
Würzburg und Frankfurt am Main. Seine
Spezialisierung zum klinischen Forscher im
Bereich der Nephrologie erwarb er sich sowohl am Max-Planck-Institut in Göttingen
bei Professor Ochs als auch am New York
University Hospital bei Professor Banks.
Ab 1968 lehrte
und
forschte
er wieder an
der Universität
Frankfurt, wo
er sich unter
anderem auf
dem Gebiet der
Pathogenese re­naler Anämien und der Niereninsuffizienzen spezialisierte. 1971 habilitierte er
und wurde ein Jahr später zum Professor
ernannt. An die MHH auf den Lehrstuhl
für Nephrologie wurde Koch 1982 berufen. Von 1989 bis 1993 war er außerdem
Ärztlicher Direktor der MHH. Im Rahmen
der Planung der zukünftigen Entwicklung
der MHH war er Mitglied der „Strukturkommission 2000“.
Prof. Dr. Horst von der Hardt
Rektor/Präsident 1999–2004
I
n der Umbruchphase der MHH von
der sogenannten Experimentierklausel
(§ 90, 2 des NHG) hin zum neuen NHG
von 2002 übernahm zum 1. April 1999
Professor Horst von der Hardt das Amt des
Rektors. Zum 1. Januar 2003 wurde er der
erste Präsident der MHH. Am 31. März
2005 ging er
in den Ruhestand. Horst
von der Hardt
wurde 1940 in
Greifswald geboren, studierte
in
Freiburg,
Heidelberg und
Tübingen Medizin und promovierte 1969 an
der Universität
Heidelberg. Seine akademische Laufbahn
begann im gleichen Jahr an der MHH als
wissenschaftlicher Assistent am Pathologischen Institut bei Professor Georgii.
1975 habilitierte er im Fach Kinderheilkunde und wurde ein Jahr später zum
außerplanmäßigen Professor ernannt.
Seit 1976 war von der Hardt Oberarzt an
der MHH-Abteilung Kinderheilkunde –
Pädiatrische Pneumologie und Neonatologie, zu deren Direktor er 1981 berufen
6/2014
1995 bis 2005 17
Gute Vorbereitung ist alles: Johannes Köhler aus der Technischen Verwaltung, Dr. Olaf Schäfer aus der Kinderklinik, Jürgen Tippe aus dem Bereich Planung
und Organisation, Vorstandsmitglied Professor Dr. Reinhard Dengler und Dr. Michael Hamm aus der Pneumologie (von links) gehörten zum Krisenstab
2000. Dr. Thomas Brunkhorst aus der Nuklearmedizin und Dr. Joachim Lotz aus der Diagnostischen Radiologie näherten sich dem Jahrtausendwechsel
Schritt für Schritt auf einer Zeitschiene (Foto Mitte), und Dr. Olaf Schäfer hatte sogar die zum Thema passenden Strümpfe (Foto rechts).
netzwerk stand das Gremium in Kontakt
mit anderen Krankenhäusern, um schnell
Warnungen und Tipps austauschen zu
können. „Schon ab dem Vormittag haben
wir aufs andere Ende der Welt geschaut.
In Australien beispielsweise war der Jahreswechsel ja viel früher. Wäre dort etwas
schiefgegangen, hätten wir eventuell noch
genügend Zeit gehabt, für uns eine Lösung
zu finden“, berichtet Dr. Schulz.
Die Stunden um den Jahrtausendwechsel hatte der Krisenstab in eine
gelbe und eine rote Phase eingeteilt. Die
gelbe erstreckte sich von 24 Stunden vor
wurde. Unter seiner Leitung entstand ein
überregionales Mukoviszidose-Zentrum,
das im Februar 2005 mit dem Christiane-Herzog-Preis ausgezeichnet wurde.
Zudem war Professor von der Hardt von
1993 bis 1999 Prorektor für Forschung,
wissenschaftlichen Nachwuchs und Weiterbildung.
Prof. Dr. Dieter Bitter-Suermann
Präsident 2004–2013
P
rofessor Dr. Dieter Bitter-Suermann
wurde vom Senat auf Vorschlag einer
Findungskommission unter Beteiligung
des Hochschulrates gewählt und vom
Ministerium für Wissenschaft und Kultur zur Besetzung zum 1. April 2004 als
erster gewählter Präsident der MHH benannt.
Dieter Bitter-Suermann wurde 1937
in Berlin geboren, studierte in Würzburg,
Wien und Göttingen Medizin, legte
1965 an der Universität Göttingen sein
Staatsexamen ab und promovierte hier
zwei Jahre später. 1967 begann er seine
mikrobiologische und wissenschaftliche
Ausbildung im Institut für Medizinische
bis 24 Stunden nach der Umstellung. Die
heiße rote Phase begann am Silvesterabend um 22 Uhr: Nach der Auswertung
der anderen Zeitzonen und den letzten
Vorbereitungen traf sich der gesamte
Krisenstab im Besprechungsraum der Anästhesie, um bei Problemen sofort reagieren zu können – für die Kommunikation
standen Feldtelefone bereit. Alle Abteilungen waren in dieser Nacht extra gut
besetzt. Es gab beispielsweise an jedem
Intensivpflegebett einen Arzt und eine
Pflegekraft. Um 0 Uhr passierte – nichts.
Als zwei Stunden später die rote Phase
Mikrobiologie der Universität Mainz. Er
habilitierte sich 1972 mit einer Arbeit
über das Komplement-System. 1976
wurde er Oberarzt des Mikrobiologischen
Instituts in Mainz. 1987 folgte der Ruf
auf die C4-Professur für Medizinische
Mikrobiologie an der MHH. Dieter BitterSuermann hat die MHH nicht
nur als Abteilungsdirektor
der Medizinischen Mikrobiologie geprägt, sondern
auch als Ärztlicher Direktor
der Hochschule von 1993 bis
1997 sowie als Sprecher und
Mitglied mehrerer Sonderforschungsbereiche. Im März
2003 ging er zunächst in den
Ruhestand, blieb der MHH
aber als Mitglied des Hochschulrates verbunden bis zur Neuwahl
zum Präsidenten ab dem 1. April 2004.
Während der Amtszeit von Professor
Bitter-Suermann entwickelte sich die
MHH zur forschungsstärksten hochschulmedizinischen Einrichtung Deutschlands.
Die ausgegebenen Drittmittel für die Forschung sind während seiner Amtszeit von
45 Millionen Euro in 2004 auf 92 Millionen Euro in 2012 angewachsen. Wei-
endete, hatten alle Bereiche der MHH ihre
Funktionsbereitschaft gemeldet. Es waren
lediglich einige kleinere Probleme aufgetreten, so konnten beispielsweise Mitarbeiter der Blutbank, die die Abteilung
verlassen hatten, anschließend nicht wieder hinein, die elektronische Eingangskontrolle hatte einen Fehler. „Ansonsten
war tatsächlich alles gutgegangen, und
wir konnten aufatmen“, sagt Dr. Schulz.
„Ärgerlich war nur, dass in der folgenden
Nacht sämtliche Notebooks und IT-Geräte aus dem Besprechungsraum gestohlen
wurden.“ tg
tere Belege für exzellente Leistungen der
MHH während seiner Amtszeit sind die
zweimalige Förderung des Exzellenzclusters REBIRTH zu Regenerativer Medizin,
die Beteiligung am Exzellenzcluster Hearing4all zur Hörforschung, das Integrierte
Forschungs- und Behandlungszentrum
Transplantation
(IFB-Tx)
sowie die Beteiligung am
Deutschen Zentrum für Infektionsforschung und am
Deutschen Zentrum für Lungenforschung. In der Lehre
wurden der humanmedizinische Modellstudiengang
HannibaL 2005 erfolgreich
eingeführt und der Start für
vier Studiengänge der Gesundheitsfachberufe: Pflege,
Logopädie (Bachelor) und Physiotherapie/
Ergotherapie sowie Hebammen (Master)
genehmigt.
Von 2009 bis 2012 war Professor
Bitter-Suermann Präsident des Medizinischen Fakultätentages, der unter seiner Leitung erheblich an berufs- und gesundheitspolitischem Profil gewann. Am
31. März 2013 ging er zum zweiten Mal
in den Ruhestand.
18 50 jahre MHH – das Jubiläum
info
Kein Vorbild
Warum der Name Konstanty Gutschow als MHH-Adresse verschwand
W
er war Konstanty Gutschow?“
titelt die „Curare“, Zeitschrift
des MHH-AStA, im November
1994 in einer fast 30 Seiten starken Sonderausgabe. Das Heft markiert den Höhepunkt einer langen MHH-internen Diskussion über den Architekten, der nicht
nur für die architektonische und städtebauliche Gesamtplanung der MHH verantwortlich war, sondern seit 1982 auch der
Straße auf dem Hochschulgelände ihren
Namen gab.
Ausgelöst wird die Diskussion 1989
durch eine NDR-Dokumentation über
„Hamburg im Feuersturm“; die mehrtägigen alliierten Bombenangriffe auf
die Hansestadt töteten 1943 fast 35.000
Menschen und legten einen großen Teil
des Stadtgebietes in Schutt und Asche.
Der Film zitiert an einer Stelle aus einem
Vortrag Konstanty Gutschows, den der
Architekt als Mitglied im „Arbeitsstab zum
Wiederaufbau bombenzerstörter Städte“
im März 1944 hält: „Dem allergrößten Teil
der baulichen Zerstörungen weinen wir
keine Träne nach. Das Bild der Trümmer
rührt uns nicht in der Seele, vielmehr lässt
es nur umso deutlicher und lebendiger das
Bild des […] neuen Hamburg vor unseren
Augen erstehen. […] Die Vernichtung der
Mietskasernen und Zinspaläste der Jahrhundertwende ist kulturhistorisch gesehen ein Gewinn, eine Befreiung zu neuen
Möglichkeiten.“ Angesichts der vielen
Toten und der leidenden Bevölkerung eine
bitterböse und zynische Sichtweise. Ein
n
MHH-Mitarbeiter sieht die NDR-Dokumentation und ist irritiert. Ist das „unser“ Konstanty Gutschow, dessen Name auf jedem
Briefkopf der MHH steht und in die halbe
Welt verschickt wird, die Adresse, die jeder
Patient und Besucher wissen muss?
Er wendet sich an Dr. Bernd Haubitz, zu
diesem Zeitpunkt noch Assistenzarzt. Haubitz wiederum schaltet Dr. Sigrid Stöckel
aus dem Institut für Medizingeschichte
ein. Intensive Recherchen zum Wirken von
Konstanty Gutschow in der NS-Diktatur beginnen. Professor Dr. Hinderk Emrich stößt
zu der Gruppe, ab 1994 sind Brigitte Lohff
als neu berufene Professorin für Medizingeschichte und vor allem auch der AStA
der MHH dabei. Sie forschen unter anderem in Gutschows persönlichem Nachlass
in Hamburg und tragen zusammen, was
nicht unbedingt geheim war, aber in der
Bündelung bis dahin nicht zur Verfügung
stand.
Carl Neuberg
Carl Neuberg wird 1877 in Hannover geboren, seine Vorfahren sind
angesehene jüdische Kaufleute. Er
besucht das Ratsgymnasium am
Georgsplatz bis zum Alter von 15
Jahren; dann zieht die Familie nach
Berlin um. Neuberg studiert Chemie,
Physik, Astronomie, Mathematik und
Philosophie in Würzburg und Berlin.
Bereits als 25-Jähriger habilitiert er sich für
das Fach Physiologische Chemie.1913 wird er
zum Leiter der chemischen Abteilung des neu
gegründeten Kaiser-Wilhelm-Instituts für experimentelle Therapie in Berlin-Dahlem berufen.
Seine Forschungen auf dem Gebiet der Herstellung von synthetischen Glycerinersatzstoffen
sind vielfach preisgekrönt und hochgelobt, er
wird 25-mal für den Nobelpreis vorgeschlagen
– bekommt ihn allerdings nie. 1934
entziehen ihm die nationalsozialistischen Machthaber die Lehrbefugnis,
seinen Direktorenposten muss er
räumen. Neuberg bleibt bis 1939 in
Deutschland, er hofft lange, dass sich
die Verhältnisse wieder ändern. Zwei
Wochen vor Kriegsbeginn gelingt es
ihm in letzter Minute, in die Niederlande auszureisen. Über mehrere Stationen in
Europa landet er schließlich 1941 nach einer
dreimonatigen Odyssee um den halben Erdball
in New York. Unter schwierigen Bedingungen
forscht er dort weiter bis zu seinem Tod am
30. Mai 1965 im Alter von 78 Jahren.
Hinderk Conrads/Brigitte Lohff: „Carl Neuberg. Biochemie, Politik und Geschichte.“
Franz Steiner Verlag 2006
Konstanty Gutschow ist seit 1937
NSDAP-Mitglied, 1939 wird er auf persönlichen Entscheid Hitlers zum „Architekten
des Elbufers“ ernannt, der „auf Geheiß
des Führers das Bild der Stadt neu formen
sollte“, so formuliert es der Gauleiter Karl
Kaufmann. Gutschow nutzt seine Karrierechancen im nationalsozialistischen System
maximal aus, sein Hamburger Büro wächst
auf bis zu 250 Angestellte an, seine Meinung ist gefragt. Als die Bomben fallen und
seine Pläne für gigantische Gauhochhäuser
und monströse Elbbrücken längst in Trümmern liegen, wird er Leiter des „Amtes für
kriegswichtigen Einsatz“. Die SS unterstützt
das Amt mit dem Einsatz von Häftlingen aus
dem Konzentrationslager Neuengamme für
Aufräumarbeiten nach Fliegerangriffen.
In seinem Entnazifizierungsverfahren
wird er als „belastet“ eingestuft, erreicht
aber in einem Gerichtsverfahren die Zurückstufung als „Mitläufer“. Dennoch darf
er bis 1949 keine öffentlichen Bauaufträge
annehmen. Die MHH-„Forschungsgruppe“
ist sich einig: Konstanty Gutschow ist kein
unpolitischer Mitläufer gewesen, sondern
ein aktiver Gestalter in einem verbrecherischen System. Für eine Ehrung durch einen
Straßennamen taugt sein Name nicht.
Ihre Bemühungen um Aufklärung führen
schließlich zum Erfolg: Im November 1994
beschließt der Senat, bei der Stadt Hannover einen Antrag auf Umbenennung zu
stellen.
Bei der Suche nach einem neuen Namen
beteiligt sich die Hochschulöffentlichkeit
auf breiter Ebene, in einer Informationsveranstaltung im Oktober 1995 werden sieben
Namen vorgeschlagen, einer davon ist der
Biochemiker Carl Neuberg. Auf Vorschlag
des Senats der MHH benennt die Stadt
Hannover zum 1. Januar 1997 die Straße
endgültig um.sc
6/2014
Namen und Nachrichten 19
Vizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg und seine Referentin Dr. Silja Ebeling begutachten die Poster.
Wir leisten mehr
Die MHH hat in einer bundesweiten Aktionswoche die Polikliniken zum Thema gemacht
D
ie Medizinische Hochschule Hannover hat sich Mitte November an der
bundesweiten Aktionswoche „Wir
leisten mehr: Die Deutsche Hochschulmedizin“ beteiligt. Damit wollten die 33 hochschulmedizinischen Einrichtungen Deutschlands auf ihre prekäre Lage aufmerksam
machen: Einerseits erbringen sie Spitzenleistungen in der Krankenversorgung, der
Forschung und der Lehre, andererseits droht
ihnen der wirtschaftliche Kollaps.
Die Hochschulmedizin geht mehreren
wichtigen Aufgaben gleichzeitig nach. Sie
übernimmt deutlich mehr Aufgaben und
Leistungen als andere Krankenhäuser. Der
Aufgabenverbund von Lehre, Forschung
und Krankenversorgung erfordert eine
komplexe Organisation. Diese Aufgabenvielfalt kostet Zeit und Geld. Ein Beispiel
sind die Hochschulambulanzen. Die Unikliniken sichern die ambulante Versorgung,
wo andere an ihre Grenzen stoßen. In der
MHH werden jedes Jahr mehr als 170.000
Patienten in den 260 Spezialambulanzen –
auch Polikliniken genannt – betreut. „Für
viele dieser Patienten sind wir die letzte
Hoffnung“, erläutert Dr. Andreas Tecklenburg, als MHH-Vizepräsident zuständig für
das Ressort Krankenversorgung. Die Crux:
Die derzeitigen Abrechnungsmöglichkeiten
für ambulante Behandlungen im Krankenhaus drücken den Bereich in die roten
Zahlen. „Allein im vergangenen Jahr haben
wir mit unseren Polikliniken ein Defizit von
zehn Millionen Euro erwirtschaftet“, sagt
Dr. Tecklenburg. „Das ist nicht hinzunehmen.“
Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll in
Berlin bis zum Jahresende die Eckpunkte der
nächsten Krankenhausreform ausarbeiten.
Die Universitätsklinika und medizinischen
Fakultäten möchten dabei adäquat berücksichtigt werden. „Dazu gehört zwingend
eine vernünftige finanzielle Ausgestaltung
der ambulanten Medizin an Unikliniken“,
fordert Dr. Tecklenburg, der auch Vorstandsmitglied im Verband der Universitätsklinika
Deutschlands (VUD) ist. Doch die MHH fordert nicht einfach nur eine bessere Finanzierung, sie handelt auch. „Derzeit schauen
wir in allen unseren Polikliniken, was wir
optimieren können“, betont
der Vizepräsident. Sogenannte
Change Teams heben zum Beispiel die Arbeitsabläufe auf
den Prüfstand. Vorteil für die
Patienten: „Auf diese Weise
können wir Wartezeiten verkürzen und die Erreichbarkeit
der Polikliniken verbessern.“
Vorteil für die MHH: Optimierte
Arbeitsprozesse schonen die
Nerven auch der Mitarbeiter,
erhöhen die Arbeitseffektivität
und senken so die Kosten.
Über das Thema Polikliniken
hat die MHH Patienten, Besucher und Beschäftigte mit einer
Posterausstellung informiert,
die weiterhin in der Ladenstraße im MHH-Hauptgebäude K6
gezeigt wird. stz
20 Namen und Nachrichten
info
2015 – die MHH wird 50
L
iebe Leserinnen und Leser, liebe Studierende, Auszubildende, Patienten
und Freunde der MHH, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
2015 hat begonnen, das Jahr des 50-jährigen Jubiläums der MHH und hoffentlich
auch ein gutes Jahr für Sie. Aus Sicht des
MHH-Präsidiums können wir guter Dinge in
dieses Jahr gehen. Dafür hat die gesamte
MHH im vergangenen Jahr die Grundlage
geschaffen. 2014 war ein Jahr des Umbruchs. So angekündigt, so geschehen. Das
erste von zwei Sanierungsjahren, die den
Grundstein für die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaftsführung legen sollen, unter
Erhalt unserer hohen akademischen und klinischen Ziele.
Grundlegende
Wende
Klar war vor einem Jahr, dass etwas
Grundlegendes passieren musste. Die
Schulden waren seit 2010 beständig gestiegen und hatten eine Dimension erreicht, die
große Sorgen bereitete. Wir sind weiterhin
der größte Landesbetrieb Niedersachsens
mit einem Jahresumsatz von etwa 850
Millionen Euro, einer bedeutenden Wertschöpfung, doch am Ende des Jahres 2013
stand ein Defizit in Höhe von 30 Millionen
Euro. Ein Sanierungskurs wurde notwendig;
alle Bereiche wurden einbezogen, und nun
wird gewiss: Alle leisten ihren Beitrag. Und
wie! Mehr als 15 Millionen Euro Ergebnisverbesserung haben wir gemeinsam erzielt
und sind damit gut auf Kurs, unser selbst
gestecktes Ziel zu erreichen: keine neuen
Schulden ab Ende 2015. Hierfür dankt das
Präsidium allen Beteiligten. Sie arbeiten
täglich für unsere Patienten und Auszubildenden; Sie schaffen die Grundlage für die
weiterhin exzellente Perspektive der MHH
in ihren drei Kernaufgaben als medizinische
Universität: Forschung, Lehre und Krankenversorgung. Das in 2014 gemeinsam Erreichte gibt Hoffnung und Selbstvertrauen
für unser Jubiläumsjahr 2015.
Vertrauen
des Ministeriums
Unser Weg zur Konsolidierung wird
seitens des Landes mit großem Vertrauen
belohnt. Das Niedersächsische Ministerium
für Wissenschaft und Kultur (MWK) setzt
sich mit Nachdruck für eine bundesweit
verbesserte Vergütung der Leistungen
der Universitätsmedizin ein. Gesetzesänderungen werden in der zweiten Hälfte
2015 erwartet, zunächst hinsichtlich einer
gerechten Vergütung der ambulanten Leistungen. 2014 hat die MHH ihre Leistungen in diesem Bereich weiter ausgebaut.
180.000 Patienten mit weit über 400.000
Kontakten sprechen eindeutig für die
große Nachfrage nach ambulanter universitärer Krankenversorgung. Aber auch in
der Notfallmedizin und bei der stationären
Versorgung für besonders komplexe und
seltene Erkrankungen leisten wir einen
überregional essentiellen Beitrag.
Das MWK ist uns aber auch in vier weiteren kritischen Fragen deutlich entgegengekommen: Der in den Vorjahren überlastete Stellenplan der Professuren wurde
für den Haushalt 2015 korrigiert; die für
das Ministerium entscheidende Größe der
Wirtschaftssteuerung der Hochschule, die
sogenannte finanzielle Obergrenze, wurde
weitgehend unserem Leistungsniveau
angepasst; der Landeszuführungsbetrag
wurde aufgrund des Wachstums der MHH
um mehr als elf Millionen Euro erhöht; und
ein Sanierungsprogramm für dringende
Infrastrukturmaßnahmen im Wert von 80
Millionen Euro wurde für die Jahre 2015 bis
2018 auf den Weg gebracht. Der Besuch
der Ministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajic am
19. November 2014 in der Kinderklinik hat
zudem klare Zeichen gesetzt, dass wir für
entscheidende Fragen der weiteren baulichen Entwicklung unserer Klinik auf einem
guten Weg sind. Der vom Senat verabschiedete Entwicklungsplan für die Jahre 2015
bis 2018 und der neu gestaltete Masterplan
für die bauliche Entwicklung schaffen die
notwendige Transparenz.
Innovationen in Forschung,
Lehre und Krankenversorgung
Im Bereich der Forschung sieht man die
weiterhin hervorragenden Leistungen der
MHH nicht nur an exzellenten Publikationen
und Drittmittelförderungen. Hier wirkt sich
die Innovationskraft unserer Hochschule
direkt für die Patienten aus, in Form sorgfältig geplanter und sorgsam durchgeführter
klinischer Studien und in der täglich praktizierten Kunst der universitären Krankenversorgung. Das grundlegende Prinzip der
Universität, die wissenschaftsbasierte Einheit der Fächer, Lehrenden und Lernenden,
manifestiert sich in der Krankenversorgung
der MHH in besonderem Maße: im kontinuierlichen Ausbau unseres vielfältigen
Spezialwissens und der interdisziplinären
Kultur in Diagnose und Therapie. Aber hier
ist auch Vorsicht geboten: Die systematische
Unterfinanzierung der besonderen Leistungen der Universitätsmedizin darf nicht
unseren dreifachen Auftrag in Ausbildung,
Innovation und Versorgungsqualität gefährden. Auf bundespolitischer Ebene sind dringende Korrekturen notwendig, damit der
Mensch im Mittelpunkt unseres Handelns
bleibt und nicht die prozess- und produktorientierte „Optimierung“ der ärztlichen,
pflegerischen und wissenschaftlichen Arbeit
zum Selbstzweck wird.
50 Jahre
MHH
Doch wenden wir uns einem besonderen Ereignis zu: 2015 wird das Jahr unseres
50-jährigen Jubiläums, ein guter Grund,
sich den vielen Freunden, Förderern und
Partnern der MHH zu widmen! Die Gesellschaft der Freunde konnte ihr 50-jähriges
Jubiläum bereits 2014 feiern. Die MHH
ist ihr zu größtem Dank verpflichtet; Kontinuität und Umfang der Förderung durch
unsere Freundesgesellschaft sind einzigartig. Ganz besonders danken wir dem
scheidenden Vorstand, den Herren Professor Hartmut Küppers, Manfred Seidel und
Werner Albrecht, für mehr als zehn Jahre
bedingungslosen Einsatz für unsere Hochschule. Aber auch die Stiftung MHHplus,
weitere Stiftungen und die Elternvereine
der Kinderklinik haben uns herausragend
unterstützt. Was uns die Menschen und die
Gesellschaft geben, geben wir gerne vielfach in der Krankenversorgung, Forschung
und Lehre zurück.
Sehr gerne bringen wir uns auch weiterhin in wissenschaftliche und klinische
Allianzen ein. Das im vergangenen Jahr
mit einem Besuch des Ministerpräsidenten
Stefan Weil eröffnete Zentrum für klinische
Studien (CRC Hannover) verbindet uns mit
der Fraunhofer Gesellschaft und bietet ein
international herausragendes Umfeld für
die sichere Erstanwendung neuer Medikamente. Im CRC wurde von den Kolleginnen
und Kollegen des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung
die Nationale Kohorte gestartet, ein entscheidender Beitrag zur größten jemals in
Deutschland begonnenen Gesundheitsstudie. Spätestens im Herbst 2015 hoffen
6/2014
Das Präsidium im Jahr 2014: Präsident
Professor Dr. Christopher Baum (rechts),
Vizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg (links)
und das kommissarische
Präsidiumsmitglied Michael Born.
wir auf die Fertigstellung des Niedersächsischen Zentrums für Implantatforschung
und -entwicklung (NIFE), das uns noch stärker mit der Leibniz Universität und der Tierärztlichen Hochschule verbindet. Die von
der Deutschen Forschungsgemeinschaft
geförderten Exzellenzcluster REBIRTH und
Hearing4All bereiten weiterhin den Boden
für internationale Spitzenforschung in der
regenerativen und auditorischen Medizin.
Hinzu kommen noch drei prominente,
vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung geförderte Netzwerkprojekte,
die unsere besondere Stellung in der nationalen Landkarte der Medizin untermauern: das Deutsche Zentrum für Lungenforschung, das Deutsche Zentrum für
Infektionsforschung und das Integrierte
Forschungs- und Behandlungszentrum für
Transplantationsmedizin.
In 2015 werden wir weitere Früchte dieser umfangreichen Arbeiten ernten können.
Aber das ist noch lange nicht alles. In der
Tat laufen bei uns Tausende tolle Projekte in
Forschung, Lehre und Krankenversorgung.
Darüber hinaus schafft die Vernetzung
mit den regionalen Kliniken und niedergelassenen Ärzten weitere wichtige Handlungsfelder. Die MHH als kreativer Kosmos,
als Garten der Möglichkeiten. Die Gründergeneration hätte sich wohl kaum träumen
Namen und Nachrichten 21
lassen, dass ihr Konzept so gut aufgeht und
die MHH sich in großer Kontinuität zu einer
Perle der Universitätsmedizin entwickelt.
Jeden Tag für das Leben –
und ein paar Feiertage
Die 50-Jahr-Feierlichkeiten werden sich
über mehrere Stationen erstrecken. Über allem steht unser aktuelles Motto „Jeden Tag
für das Leben“ und unser seit Gründungszeiten bewährter Wahlspruch „Einheit im
Grundsatz, Freiheit im Zweifel, Nächstenliebe in Allem (unitas in necessariis, libertas
in dubiis, caritas in omnibus)“. Am 17. Mai
2015 wird der 50. Geburtstag der MHH
klassisch-akademisch gefeiert. Vier Wochen
später, an einem schönen Vorsommerabend, wollen wir ein großes Fest für alle
Mitarbeiter und Studierenden ausrichten.
Am 25. und 26. September 2015 wird ein
wissenschaftliches Symposium ausgerichtet,
zu dem wir internationale Gäste ebenso
wie den akademischen Nachwuchs und die
Fakultät der MHH erwarten, verbunden mit
einem Tag der offenen Tür, in dem wir unsere besondere Historie und aktuellen Leistungen anschaulich vermitteln. Noch viele
weitere Ereignisse werden das Jahr 2015 zu
einem besonderen Meilenstein in der Geschichte unserer Hochschule formen.
Schließen möchten wir mit einer ganz
besonders wichtigen aktuellen Entwicklung:
Ab dem 1. Januar 2015 ist unser Vorstand
wieder komplett. Frau Andrea Aulkemeyer
übernimmt die Leitung der Wirtschafts-
führung und Administration der Hochschule. Wir schätzen uns besonders glücklich, dass wir eine überaus erfahrene und
hochgradig engagierte Führungskraft für
diese wichtige Aufgabe gewinnen konnten. Wir danken an dieser Stelle auch mit
allem Nachdruck Herrn Michael Born für
den bedingungslosen, hervorragenden und
erfolgreichen Einsatz als kommissarischer
Vorstand. Die für unsere Zukunft so entscheidende wirtschaftliche Wende des Jahres 2014 wird wesentlich auch mit seinem
Namen verknüpft sein. Herr Born kehrt zu
seiner früheren Aufgabe als Leiter des Geschäftsbereichs I (Personal & Recht) zurück.
Und damit sind wir wieder an der Quelle
des Erfolgsgeheimnisses der MHH: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 2015 soll Ihr
Jahr werden. Seitens des Präsidiums werden
wir alles dafür tun, dafür die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Prof. Dr. Christopher Baum
Präsident der MHH
Ressort Forschung und Lehre
Dr. Andreas Tecklenburg
Vizepräsident der MHH
Ressort Krankenversorgung
22 Namen und Nachrichten
A
lle MHH-Beschäftigten und -Studierenden können Anfang Februar entscheiden, wer künftig die Vertreterinnen
und Vertreter des Senats, der Sektionen,
der Klinikkonferenz und des Studierendenparlaments sein werden. Die Wahl der
Kollegialorgane findet statt am Dienstag,
3. Februar, 11 bis 18 Uhr, und am Mittwoch, 4. Februar, 7.30 bis 16 Uhr, im
Senatssitzungssaal des Klinischen Lehrgebäudes (J1), Ebene SO. Wichtig ist, die
Multi-Karte oder den Personalausweis
dabei zu haben. Auch Briefwahl kann beantragt werden, Informationen im Intranet unter http://intranet.mh-hannover.de/
wahlen.html. Ab dem 5. Februar werden
info
Sie haben die Wahl!
die vorläufigen Wahlergebnisse im Intranet und im Aushangkasten des Präsidial­
amtes veröffentlicht. Am 19. Februar gibt
es die endgültigen Resultate. Amtsbeginn
der neuen Kollegialorgane ist der 1. April
2015.
Der Senat ist neben dem Präsidium und
dem Hochschulrat das zentrale Organ. Die
13 Mitglieder bestimmen die Ausrichtung
der Hochschule mit. Sie nehmen zu allen
Selbstverwaltungsangelegenheiten von
grundsätzlicher Bedeutung Stellung, auch
zu wesentlichen Änderungen in Studien-
gängen. Sie beschließen im Einvernehmen
mit dem Präsidium die Ordnungen der
MHH. Zudem gibt es vier Sektionen, die
dem Senat zuarbeiten. Sie wirken vor allem bei akademischen Verfahren mit, zum
Beispiel bei Habilitationen, Außerplanmäßigen Professuren und Promotionen. Die
Klinikkonferenz berät das Präsidiumsmitglied für das Ressort Krankenversorgung.
Das Studierendenparlament wählt und
kontrolliert den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), übt das Haushaltsrecht aus und beschließt den vom AStA
aufgestellten Haushaltsplan. Weitere
Informationen gibt Petra Linke, Telefon
-6023, linke.petra@mh-hannover.de. mc
Ausgezeichnete Hochschule
Die MHH ist zum vierten Mal als „familiengerechte Hochschule“ geehrt worden
D
ie MHH ist erneut für ihre familienfreundliche Personalpolitik ausgezeichnet worden, ihr wurde zum
vierten Mal das Zertifikat „audit familiengerechte hochschule“ zuerkannt. Die offizielle Verleihung des Zertifikats der berufundfamilie gGmbH – einer Initiative der
gemeinnützigen Hertie-Stiftung – erfolgt
im zweiten Quartal des nächsten Jahres.
Die MHH trägt die Auszeichnung bereits seit
2005. „Die neuerliche Bestätigung zeigt,
dass wir mit unserer Strategie der familien-
MHH an der Spitze der deutschen Universitäten: Auf dem Hochschulgelände gibt es
drei Kindertagesstätten mit insgesamt 397
Ganztagsbetreuungsplätzen. Das Angebot
umfasst Krippe, Kindergarten und Hort.
Ergänzend dazu gibt es eine Betreuung in
den Oster-, Sommer- und Herbstferien sowie eine Notfallkinderbetreuung, die allen
MHH-Angehörigen an 365 Tagen im Jahr
zur Verfügung steht. Seit dem vergangenen
Jahr existiert in der Hochschule außerdem
ein Eltern-Kind-Raum für Studierende, der
MHH-Kinder­
betreuung in den
Herbstferien:
Neben vielen
anderen Aktivitäten
stand auch ein
Besuch in der
Glasbläserei der
MHH-Forschungswerkstätten auf dem
Programm.
freundlichen Strukturen und Angebote für
Beschäftigte und Studierende erfolgreich
sind“, sagt Dr. Bärbel Miemietz, Gleichstellungsbeauftragte der MHH.
Um die Vereinbarkeit von Beruf/Studium
und Familie zu forcieren, setzt die MHH
einerseits auf ein umfassendes Angebot
an Kinderbetreuungsmöglichkeiten und
andererseits auf die gezielte Förderung von
Nachwuchswissenschaftlerinnen. Mit ihrem
Betreuungsangebot für Kinder liegt die
in den Vorlesungspausen zur Versorgung
der Kleinen und als Rückzugsort genutzt
werden kann.
2009 hat die MHH als erste Hochschule in Deutschland das sogenannte
Familien-LOM, eine besondere Form der
leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM),
eingeführt und in diesem Jahr noch einmal
entscheidend erweitert: Wenn eine Ärztin
oder eine Wissenschaftlerin innerhalb eines
Jahres nach der Geburt ihres Kindes an
ihren Arbeitsplatz zurückkehrt, erhält die
Klinik 12.000 Euro. 15- bis 20-mal wird das
Familien-LOM jährlich vergeben. Genutzt
werden die Mittel unter anderem, um die
Forschungsarbeit der Mutter oder familiengerechte Weiterbildungsangebote zu unterstützen. Zudem gibt es an der MHH Mentoringprogramme für Wissenschaftlerinnen
und studierende Paare mit Kind/Kinderwunsch sowie Wiedereinstiegsprogramme
für verschiedene Beschäftigtengruppen.
Gleichzeitig versucht die MHH, die Themen
Familienbewusstsein und Gleichstellung
auch bei den Führungskräften zu verankern.
„Durch familiengerechte Strukturen wollen wir hoch motivierte Studierende für uns
gewinnen und exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen
Welt anziehen“, sagt Dr. Bärbel Miemietz.
Sie sieht Familienfreundlichkeit als einen
Prozess, der sich ständig weiterentwickelt.
Deshalb arbeiten sie und ihr Team zurzeit an
vielen weiteren Projekten. Dazu gehört das
Wiedereinstiegsprogramm für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gesundheitsund Krankenpflege (WEP 2.0), das von der
externen Projektfinanzierung in die hochschulinterne Finanzierung übergegangen
ist. Am Programm Interessierte können sich
im Gleichstellungsbüro melden. Außerdem
sind neue Maßnahmen zur Unterstützung
von Beschäftigten und Studierenden mit zu
pflegenden Angehörigen geplant. tg
Kontakt zur Gleichstellungsstelle können Sie
aufnehmen unter Telefon (0511) 532-6501
oder gleichstellung@mh-hannover.de.
6/2014
Namen und Nachrichten 23
„Ich laufe mit einem
neuen Organ!“
Transplantierte machen mit
beim KKH-Lauf 2015
und suchen Mitstreiter
V
or seiner Lebertransplantation konnte
Guido Hoffmann kaum zwei Kilometer
mit dem Rad fahren. „Heute walke ich den
Halbmarathon“, sagt der Mann aus Bad
Münder. „Nach einer Organübertragung ist
mehr möglich, als viele Menschen denken.“
Diese Botschaft möchte er nach außen
tragen – und gleichzeitig für das Thema
Organspende werben. „Ich suche andere
Transplantierte, die mit mir gemeinsam am
KKH-Lauf um den Maschsee in Hannover
teilnehmen.“ Dabei geht es Guido Hoffmann nicht darum, Rekorde aufzustellen,
sondern einfach nur Sportlichkeit und Leistungsfähigkeit zu zeigen.
„Man muss auch nicht unbedingt laufen.
Die Strecke beträgt entweder zweieinhalb
Kilometer für Nordic Walking oder sechs Ki-
lometer für Läufer oder Walker“, erklärt der
45-Jährige, der die Sechs-Kilometer-Strecke
walken wird. Dabei sein ist alles: Auch
Menschen, die nicht am Lauf teilnehmen,
sondern die Transplantierten durch ihre
Anwesenheit unterstützen, Freunde und
Verwandte, sind willkommen. Hoffmann
möchte mit individuell bedruckten T-Shirts
mit Aufschriften wie „Pro Organspende“
oder „Ich laufe mit einer neuen Niere/Leber“ an den Start gehen. Einen Sponsor für
die Shirts der Transplantierten hat er bereits
gefunden, mit einem zweiten für die Shirts
der „Sympathisanten“ verhandelt er.
Guido Hoffmann bekam 2012 eine
neue Leber, weil er an der Autoimmunerkrankung PSC litt und dadurch an einer Leberzirrhose erkrankte, die das Organ außer
Kraft setzte. Er hatte Glück und musste
nur neun Monate auf seine neue Leber
warten. „Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt
er. „Und es motiviert mich, mich für die
Organspende einzusetzen.“ Sein großer
Freut sich auf Gleichgesinnte: Guido Hoffmann.
Wunsch ist es, mit möglichst vielen Transplantierten und zahlreichen „Mitläufern“
bei dem KKH-Lauf Flagge zu zeigen. Der
Lauf findet am 7. Juni 2015 statt, die Teilnahmegebühr beträgt zwischen sechs und
neun Euro. Das Geld investiert die KKH in
einen guten Zweck. Interessierte können
sich per E-Mail anmelden, die Adresse lautet: transplantierteHannover@aol.de. tg
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24 Namen und Nachrichten
info
Ein schöner Ort zum Gesundwerden
Dank des Vereins für
krebskranke Kinder wurde
die Kinderkrebsstation
komplett renoviert
Auf der Station:
Architekt Rainer
Schadow, Leiter der
Abteilung Bauausführung und Raumkonzepte, erklärt
Professor Kratz,
Professor Baum,
Marion Saathoff und
Anna-Lena Warmbold
von der Station 64a
sowie Bärbel
Dütemeyer die
Gestaltung der
Räume.
W
arme Farbtöne an den Wänden,
die neueste Technik inklusive
Fernseher an jedem Bett, ein eigenes Bad und eine lebendige, bunte Flurgestaltung: Für viele der Gäste, die am 29.
September zur Eröffnungsfeier der Kinderkrebsstation 64a kamen, war die neue Umgebung kaum wiederzuerkennen. „Es war
eine Herkulesaufgabe für die Architekten
und die Bauausführenden“, erklärte Bärbel Dütemeyer, Vorsitzende des Vereins für
krebskranke Kinder Hannover e.V. Denn die
Wunschliste der Patienten, der Eltern und
des Stationsteams für ein schöneres und
zeitgemäßes Umfeld sei lang gewesen. Mit
dem Ergebnis können aber alle zufrieden
sein: „Ich hoffe, dass es auf dieser Station
jetzt ein bisschen leichter ist, krank zu sein,
aber noch viel besser, gesund zu werden.“
Mit der Sanierung der Station wurde
schon vor einigen Jahren begonnen. Vier
neue Eltern-Kind-Zimmer mit eigenem
Bad, ein Eltern- und ein Spielzimmer,
zwei Untersuchungsräume und ein Besprechungszimmer gab es bereits, in der
letzten Renovierungsphase wurden nun
die übrigen fünf Eltern-Kind-Zimmer, die
Personalküche und die Flure modernisiert.
Wer auf die Station kommt, dem fallen
sofort die Tiere an den Wänden auf. Pinguine, Giraffen und Elefanten laufen an
den Wänden der Flure entlang und nehmen die Patienten und Besucher mit in die
Welt des Zoos. Die lebensechten Figuren
werden von Texten über Merkmale, Vorkommen und Lebensgewohnheiten der
Tiere ergänzt. „So werden nicht nur die
ganz kleinen Patienten, sondern auch die
größeren angesprochen“, erläuterte Architektin Susanne Schadow von der Abteilung
Bauausführung und Raumkonzepte.
Die Kosten für die dringend notwendige
Sanierung betrugen 800.000 Euro. Diese
Summe wurde allein vom Verein für krebskranke Kinder getragen. Bärbel Dütemeyer
bedankte sich bei den zahlreichen Förderern
und Sponsoren des Vereins, besonders bei
der Stiftung „BILD hilft“, die 200.000 Euro
zu der Renovierung beigesteuert hatte.
Der Verein feierte an diesem Tag nicht
nur die Einweihung der Station, sondern
gleichzeitig sein 30-jähriges Bestehen.
Seither kümmert er sich um die an Krebs
erkrankten Kinder und ihre Familien. Dazu
gehören nicht nur bessere räumliche Bedingungen auf der Station, sondern viele weitere Projekte. So unterhält der Verein beispielsweise zwölf Elternwohnungen. Diese
kleinen Appartements sind für Familien gedacht, die weiter weg wohnen und ihr Kind
auf der Krebsstation der Kinderklinik in
Hannover behandeln lassen müssen. Durch
die Wohnmöglichkeit nahe der Hochschule
können die Eltern in der schwierigen Situation ihrem Kind beistehen. Außerdem
finanziert der Verein ein Brückenteam, das
die Familien krebskranker Kinder nach einem Klinikaufenthalt bei der medizinischen
Betreuung zu Hause unterstützt. Das Projekt „Klassisimo“ ermöglicht den jungen
Patienten, während der oft langen Zeit im
Krankenhaus Kontakt zu ihren Klassenkameraden zu halten. Nicht zuletzt fördert
der Verein auch die Forschung.
MHH-Präsident Professor Dr. Christopher
Baum dankte dem Verein für den langjährigen konstanten Einsatz. Privates Engagement mache eine Klinik erst zu dem, was
sie sei, sagte er. Das betonte auch Professor
Dr. Christian Kratz, Direktor der Klinik für
Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.
„Wir nehmen jedes Jahr etwa 100 Kinder
auf, die neu an Krebs erkrankt sind“, erklärte er. „Das zur Verfügung stehende
Geld reicht normalerweise nur für die bloße
Therapie. Durch die Unterstützung des Vereins sind wir in der Lage, den Kindern und
Eltern etwas mehr zu bieten und eine würdevolle Behandlung zu gewährleisten.“ Er
hob auch den menschlichen Einsatz hervor,
beispielsweise bei dem gemeinsamen Frühstück mit betroffenen Eltern, zu dem der
Verein regelmäßig einlädt. tg
6/2014
Namen und Nachrichten 25
Ob in der Kitteltasche oder auf dem Bildschirm: Die Karten zur ambulanten Abrechnung sind eine wertvolle Hilfe.
Wissen auf kleinstem Raum
Jede Leistung abrechnen: Kitteltaschenkarten für Ambulanzen helfen dabei.
Jetzt gibt es komplette Kartensätze für alle Abteilungen
D
ie medizinische Versorgung an der MHH
ist ohne die Ambulanzen nicht vorstellbar:
Jährlich werden hier mehr als 170.000 Patienten in den 260 Sprechstunden und Spezialambulanzen betreut. Tendenz steigend. Dennoch
werden in diesem Bereich rote Zahlen geschrieben.
„Allein im vergangenen Jahr haben wir mit unseren Polikliniken ein Defizit von zehn Millionen Euro
erwirtschaftet“, sagt MHH Vizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg. „Das ist nicht hinzunehmen.“
In einem Aktionsbündnis mit den anderen hochschulmedizinischen Einrichtungen in Deutschland
fordert die MHH in der bevorstehenden Krankenhausreform eine bessere finanzielle Ausgestaltung
der ambulanten Medizin. Gleichzeitig stößt die
Hochschule aber auch Veränderungen im eigenen
Hause an. Dazu gehören beispielsweise die sogenannten Kitteltaschenkarten – eine praktische
Hilfe im Abrechnungsalltag.
„In der ambulanten Medizin gibt es eine sehr
komplexe Vergütungssystematik mit mehr als
zehn verschiedenen Abrechnungswegen“, erklärt
Dr. Karen Deegener, Projektleiterin und Leiterin
der Stabsstelle Ambulante Medizin. „Dort durchzublicken ist für die beteiligten Mitarbeiter eine
besondere Herausforderung und erfordert einen
hohen administrativen Aufwand. Deshalb passiert
es immer wieder, dass Leistungen zwar erbracht,
aber nicht abgerechnet werden.“ Um hier mehr
Transparenz zu schaffen und den Mitarbeitern zu
helfen, die vorhandenen Abrechnungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen, haben die Stabsstelle
Ambulante Medizin, die Abteilung Patientenabrechnung und das ZIMt die Kitteltaschenkarten
entwickelt. Je nach Rolle und Berufsgruppe findet
hier jeder die Informationen, die er braucht. Die
Karten enthalten Informationen zur Leistungserbringung und -abrechnung auf MHH-Ebene,
Abteilungsebene und persönlicher Ebene für „Erbringer“ und „Anforderer“.
Aus dem riesigen Pool aller Karten stellt das
Projektteam die jeweils relevanten Abteilungssets zusammen. Mittlerweile gibt es für alle Abteilungen einen kompletten Kartensatz. Interessierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können
die Abteilungssets online abrufen unter https://
webhost2.mh-hannover.de/ktk. „Es bietet sich an,
den Link als Favorit zu speichern oder als Desktopverknüpfung oder Shortcut auf dem Smartphone
einzurichten“, rät Dr. Deegener. Die Karten können auch über das Organisationshandbuch im
MHH-Intranet unter „Ki“ wie „Kitteltaschenkarte
Ambulanz“ aufgerufen werden. Das Projektteam
freut sich über Rückmeldungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge per E-Mail unter ktk@mhhannover.de. Wer Interesse an einer Printversion
eines Abteilungssets hat, kann diese ebenfalls
unter der E-Mail-Adresse anfordern. tg
26 Namen und Nachrichten
info
Hilfe für Eltern
von Frühgeborenen
Förderverein FRÜHerLEBEN in der Kinderklinik gegründet
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Mo., Mi., u. Do. 8.00 – 12.00 Uhr
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Di. u. Fr.
9.00 – 13.00 Uhr
und nach Vereinbarung
J
edes zehnte Kind in Deutschland wird
zu früh geboren. Kommen die Kleinen
extrem früh und sehr klein auf die Welt,
müssen sie die ersten Wochen oder Monate
ihres Lebens auf der Intensivstation verbringen. Eine Frühgeburt stellt das Neugeborene, die Eltern und Geschwister vor
besondere Herausforderungen. Um die betroffenen Familien zu unterstützen, hat sich
an der MHH der Förderverein für frühgeborene Kinder Hannover e.V. „FRÜHerLEBEN“
gegründet.
Die meisten zu früh geborenen Kinder
sind noch nicht auf das Leben außerhalb des
Mutterleibs vorbereitet. Ihre Organe sind
noch nicht voll ausgebildet. Oft ist die Lunge
nur eingeschränkt funktionsfähig, sodass
die Kleinen unter Atemnot und Sauerstoffmangel leiden. Außerdem können Hirnblutungen und Infekte Probleme bereiten.
„Dank der Neugeborenen-Intensivmedizin
bestehen auch für viele sehr kleine Frühgeborene gute Chancen zu überleben und sich
später gesund weiterzuentwickeln“, sagt
Professorin Dr. Bettina Bohnhorst, Leitende
Oberärztin der MHH-Station für Früh- und
Neugeborene. „Dennoch sind die ersten
Monate für die Familien eine belastende Zeit
zwischen Hoffen und Bangen.“
Der Förderverein „FRÜHerLEBEN“ möchte den Aufenthalt auf der Intensivstation für
die Betroffenen so angenehm wie möglich
gestalten und ihnen danach die Eingewöh-
nung mit dem Neugeborenen zu Hause erleichtern. Zunächst stehen ganz praktische
Dinge auf dem Plan. „Wir würden auf der
Station beispielsweise gerne einen Raum
einrichten, in dem sich die Eltern treffen und
austauschen können“, erklärt Dr. Clemens
Behrens, erster Vorsitzender des Vereins.
Darüber hinaus sollen Kissen und neue diagnostische Geräte angeschafft werden. „Der
Verein möchte kurzfristig und unkompliziert
Hilfe leisten können“, sagt Dr. Andreas
Hüttl, zweiter Vorsitzender des Vereins. Um
den betroffenen Eltern beratend zur Seite
stehen zu können, soll ein Chatforum für
Mitglieder eingerichtet werden. Langfristig
will der Verein ein mobiles Nachsorgeteam
aufbauen, das die Familien bei dem Wechsel
von der Klinik ins Zuhause unterstützt. Oft
werden die Frühgeborenen mit Geräten zur
Atemunterstützung und mit Monitoren entlassen, was für Unsicherheit bei den Eltern
sorgt. Das Nachsorgeteam – bestehend aus
dem vertrauten Stationspersonal – könnte
in der Situation professionelle Hilfe im vertrauten Umfeld leisten. Ein weiteres Ziel
des Vereins ist es, Forschungsprojekte der
Neonatologie zu fördern. Professorin Dr.
Gesine Hansen, Direktorin der MHH-Kinderklinik, unterstützt den Verein. „Wir sind sehr
dankbar für das Engagement des Vereins. So
können wir auch Bedürfnisse der Kinder und
Wünsche der Eltern erfüllen, die sonst nicht
zu erfüllen wären.“ tg
Setzen auf den Verein: Professorin Bohnhorst, Dr. Behrens, Dr. Hüttl und Professorin Hansen (von links) am
Bett eines Frühgeborenen.
6/2014
Namen und Nachrichten 27
Kontakte in die ganze Welt
Jutta Hombach und Ritva Bargsten verabschieden sich aus dem Akademischen Auslandsamt
M
ehr als 20 Jahren lang verkörperten sie den internationalen Campus MHH: Jutta Hombach und
Ritva Bargsten. Viele Hundert Studierende,
Doktoranden, Ärzte und Wissenschaftler
suchten bei den beiden Mitarbeiterinnen
aus dem Akademischen Auslandsamt Rat –
weil sie ins Ausland gehen wollten oder weil
sie von dort an die MHH kamen. Jetzt geht
das Berufsleben der beiden Kolleginnen zu
Ende. Jutta Hombach verabschiedete sich
bereits Ende Mai von der Hochschule, Ritva
Bargsten verlässt im Februar 2015 das Büro
im Gebäude J1.
Jutta Hombach kam 1990 an die Hochschule. Zunächst war sich die Diplom-Pädagogin nicht sicher, ob sie bleiben würde.
„Doch schon bald stellte ich fest, dass ich
genau an der richtigen Stelle angekommen
war“, sagt sie rückblickend. Die Mischung
aus Beratung sowie inhaltlich-konzeptionellen und organisatorischen Aufgaben
gefiel ihr. Der Umgang mit den Menschen
machte ihr am meisten Spaß. „Ich war
immer neugierig darauf zu erfahren, wie
die Menschen sind, was sie an Erfahrungen
mitbringen und was sie antreibt, in ein anderes Land zu gehen.“
1992 wurde eine zweite Halbtagsstelle
im Auslandsamt eingerichtet, die Ritva
Bargsten besetzte. Die gebürtige Finnin ist
Anglistin, und sie hoffte, ihre vielfältigen
Sprachkenntnisse einsetzen zu können.
„Das war dann tatsächlich so, besonders
viel wird natürlich auf Englisch kommuniziert“, sagt sie. Die beiden arbeiteten eng
zusammen, wobei Jutta Hombach für die
Stipendiaten, Gastwissenschaftler und
Gastärzte sowie Doktoranden und Ritva
Postkarten aus aller Welt: Viele Menschen, die im Auslandsamt beraten wurden, schickten bunte Grüße an Ritva Bargsten (links) und Jutta Hombach.
Bargsten für die Studierendenmobilität
zuständig war. Sie hat das ERASMUS-Austauschprogramm der EU an der MHH mit
etabliert, dessen Teilnehmerzahl seit 2004
um das Zehnfache gestiegen ist.
Zurzeit hat die MHH 26 Hochschulpartnerschaften in der ganzen Welt – 21 davon
im ERASMUS-Raum. Dazu kommen zahlreiche Kooperationen auf Abteilungsebene.
Bei der ERASMUS-Mobilität lässt sich eine
Ost-West-Bewegung feststellen, während
zum Studium und zur Weiterbildung viele
junge Leute und Fachkräfte aus dem Nahen
und Fernen Osten an die MHH kommen.
Während der Jahre im Akademischen
Auslandsamt sind langjährige Kontakte
entstanden, einige Begegnungen haben
die beiden auch persönlich berührt. „Ich
erinnere mich an eine indische Studentin,
die sich hier mit 400 DM pro Monat durchschlagen musste. Irgendwie hat sie das
tatsächlich geschafft und das Examen bestanden. Das hat mich sehr beeindruckt“,
sagt Ritva Bargsten.
Ihrem Ruhestand sehen die Frauen gelassen entgegen. „Ich werde erst mal die
Ruhe genießen, alles andere findet sich“,
sagt Ritva Bargsten. Auch Jutta Hombach
hat in den vergangenen Monaten das Alltagstempo gedrosselt, viel gelesen und die
neuen Freiräume genossen. Sie ist ein wenig traurig, dass sie keine Nachfolgerin hat:
„Die Internationalisierung der Hochschule
ist eigentlich eine riesengroße Aufgabe.“
Gemeinsam hoffen die beiden, dass der
internationale Austausch und die Willkommenskultur an der MHH wichtige Themen
bleiben. tg
Neue Infobroschüre über Mukoviszidose
Was ist Mukoviszidose?
Wie erkennt und behandelt
man diese Krankheit? Antworten auf Fragen rund um
die „Krankheit des zähen
Schleims“, auch Cystische
Fibrose (CF) genannt, bietet
eine neue Informationsbroschüre für Patienten, Eltern
und Interessierte.
Sie gibt auch einen Überblick über die
ambulante sowie stationäre Betreuung
der betroffenen Kinder in der
Mukoviszidose-Ambulanz der
MHH-Kinderklinik sowie der
Jugendlichen im Christiane
Herzog Zentrum der MHH.
Herausgeber des Heftes sind
die Mukoviszidose-Ambulanz,
die MHH und der Verein MEHR
Aktion! Für Kinder und Jugend
e.V. Dieser Verein hat die Broschüre auch finanziert. Die CF-Funktionsoberärztin Dr. Sibylle Junge sowie der Arzt
und Betroffene Oliver Vogt kümmerten
sich um die Redaktion.
Interessierte können die Broschüre kostenlos in der MukoviszidoseAmbulanz der MHH-Kinderklinik erhalten oder sie per E-Mail anfordern
bei Dr. Sibylle Junge, junge.sibylle@
mh-hannover.de, oder Stephanie Fritsch,
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www.mh-hannover.de/28161.html und
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28 Namen und Nachrichten
info
Vorschau auf Kongresse, Symposien und Tagungen der MHH
Februar 2015
16./17. Februar: Symposium
n 2. Symposium on Neuroinfectiology
Veranstalter: Forschungsverbund N-RENNT (Niedersachsen-Research Network on Neuroinfectiology)
Auskunft/Anmeldung: Dr. Tina Basler
Telefon: (0511) 953 6141
E-Mail: tina.basler@tiho-hannover.de
Uhrzeit: 9 Uhr
Ort: Hörsaal im Institut für Pathologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 17, 30559 Hannover
27./28. 16./17. Februar: 11. Karl-Stolte-Seminar
zur Pädiatrischen Diabetologie
n Mit Diabetes fit für das Leben – Wunsch und
Wirklichkeit
Veranstalter: Professor Dr. Thomas Danne, Kinderkrankenhaus auf der Bult, Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche; Professorin Dr. Karin Lange, MHH-Institut für Medizinische Psychologie
Auskunft/Anmeldung: Kinder- und Jugendkrankenhaus
„Auf der Bult“
Telefon: (0511) 8115-3331
Fax: (0511) 8115-3334
E-Mail: stolte@hka.de
Uhrzeit: 16 Uhr (Fr.) und 9 Uhr (Sa.)
Ort: Courtyard Hotel Marriott und NDR-Funkhaus Hannover
E-Mail: strahlentherapie@mh-hannover.de
Internet: www.mh-hannover.de/ strahlentherapie.html
Ort: Dormero-Hotel, Hildesheimer Straße 34–38,
30169 Hannover
Mai 2015
8./9. Mai: Messe
n 3. Hannover Herz Messe
Veranstalter: Professor Dr. Johann Bauersachs, MHH-Klinik
für Kardiologie und Angiologie
Auskunft/Anmeldung: Michaela Finsel
Telefon: (0511) 532-8129
Fax: (0511) 532-5412
E-Mail: finsel.michaela@mh-hannover.de
Internet: www.hannover-herz-messe.de
Ort: Hannover Congress Centrum (HCC), Theodor-HeussPlatz 1–3, 30175 Hannover
September 2015
16.–19. September: Kongress
n 16th European Burns Association (EBA) Congress
Veranstalter: Professor Dr. Peter M. Vogt, MHH-Klinik für
Plastische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Auskunft/Anmeldung: Conventus Congressmanagement
& Marketing GmbH
Telefon: (03641) 31 16-341
E-Mail: eba2015@conventus.de
Internet: www.eba2015.de
Ort: Convention Center der Messe Hannover, 30521
Hannover
24./25. September: Symposium
n 3rd International Symposium on Peripheral
März 2015
11. März: Forum
n 38. Herzforum
Veranstalter: Professor Dr. Johann Bauersachs, MHH-Klinik
für Kardiologie und Angiologie
Auskunft/Anmeldung: Michaela Finsel
Telefon: (0511) 532-8129
Fax: (0511) 532-5412
E-Mail: finsel.michaela@mh-hannover.de
Uhrzeit: 18 Uhr
Ort: Maritim Grand Hotel Hannover, Friedrichswall 11,
30159 Hannover
13./14. März: 5. Symposium
Nerve Regeneration (ISPNR)
Veranstalter: MHH-Institut für Neuroanatomie und
European Society for the Study of Peripheral Nerve Repair
and Regeneration (ESPNR)
Auskunft/Anmeldung:
E-Mail: ISPNR2015@mh-hannover.de
Internet: www.ISPNR.eu
Ort: Hannover Congress Centrum (HCC), Theodor-HeussPlatz 1–3, 30175 Hannover
November 2015
14. November: Kasuistisches Forum Niedersächsischer
Pathologen
n Pathologie
Veranstalter: Professor Dr. Hans-Heinrich Kreipe,
MHH-Institut für Pathologie
Auskunft/Anmeldung: Dr. Bisharah Soudah
Telefon: (0511) 532-4512, Fax: (0511) 532-5799
E-Mail: soudah.bisharah@mh-hannover.de
Uhrzeit: 9.30 Uhr
Ort: MHH, Hörsaal S, Gebäude J6, Ebene S0/H0
n Late Effects after Tumour Therapy in Childhood
and Adolescence
Veranstalter: Professor Dr. Hans Christiansen, MHH-Klinik
für Strahlentherapie und Spezielle Onkologie
Auskunft/Anmeldung: PD Dr. Diana Steinmann
Telefon: (0511) 532-2574, Fax: (0511) 532-3796
Kontakt:
Claudia Barth
Telefon (0511) 532-3337, Fax (0511) 532-3852
E-Mail pressestelle@mh-hannover.de
Änderungen vorbehalten.
Weitere Veranstaltungen finden Sie im Internet unter www.mh-hannover.de/terminvorschau.html
6/2014
Namen und Nachrichten 29
Dienstjubiläen
40-jähriges Jubiläum:
am 1. September 2014
n Monika Seifert, Chemisch-technische
Assistentin in der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie,
am 1. Oktober 2014
n Anne-Maria Mach, Gesundheits- und
Krankenpflegerin auf der Station 71,
n Hedda Ramm, ehemals Gesundheitsund Krankenpflegerin im Krankenpflegedienst, jetzt in der Freistellungsphase
Altersteilzeit,
n Ingrid Schroeder, ehemals Krankenpflegehelferin im Krankenpflegedienst, jetzt
in der Freistellungsphase Altersteilzeit,
n Kornelia Vitorovic, ehemals Chemielaborantin im Institut für Klinische
Chemie, jetzt in der Freistellungsphase
Altersteilzeit,
n Sabine Weigel, Stationsassistenz in der
Abteilung Klinikmanagement,
am 5. Oktober 2014
n Hille Hobbie, ehemals Gesundheitsund Krankenpflegerin im Institut für
Transfusionsmedizin, jetzt in der Freistellungsphase Altersteilzeit,
am 15. Oktober 2014
n Dorothee Krone, Medizinisch-technische Assistentin im Institut für
Physiologische Chemie,
n Renate Schulz, ehemals Medizinischtechnische Assistentin in der Schule für
medizinisch-technische Laboratoriumsassistenten, jetzt in der Freistellungsphase
Altersteilzeit,
am 17. Oktober 2014
n Ute Prank, Chemielaborantin im
Institut für Virologie.
25-jähriges Jubiläum:
am 29. August 2014
n Professor Dr. med. Dieter Haffner, Direktor der Klinik für Pädiatrische Nieren-,
Leber- und Stoffwechselerkrankungen,
am 1. Oktober 2014
n Birgit Asbeck, Medizinisch-technische
Assistentin in der Klinik für Allgemein-,
Viszeral- und Transplantationschirurgie,
n Claudia Blümler, Gesundheits- und
Krankenpflegerin in der Zentralen Notaufnahme,
n Michaela Bornhorn, Gesundheits- und
Kinderkrankenpflegerin auf der Station
64a,
n Thomas Göhl, Krankenpfleger auf der
Station 10,
n Regina Gongala, Sachbearbeiterin im
Zentraleinkauf,
n Gundula Hahn, Gesundheits- und
Krankenpflegerin auf der Station 26,
n Rita Hindermann, Gesundheits- und
Kinderkrankenpflegerin im Bereich OPKinderchirurgie,
n Professorin Dr. rer. nat. Theresia Kraft,
Forscherin im Institut für Molekular- und
Zellphysiologie,
n Dieter Leidenheimer, Sachbearbeiter in
der Abteilung Patientenabrechnung,
n Annette Lutz, Medizinisch-technische
Radiologieassistentin im Institut für
Diagnostische und Interventionelle Radiologie,
n Anke Meinicke, Gesundheits- und
Krankenpflegerin auf der Station 75/76,
n Dr. Jürgen Mertsching, Diplom-Biologe,
Beauftragter für biologische Sicherheit im
Institut für Molekularbiologie,
n Reinhard Patzke, Sachbearbeiter im
Zentraleinkauf,
n Birgit Piep, Veterinärmedizinischtechnische Assistentin im Institut für
Molekular- und Zellphysiologie,
n Isabell Raschkowski, Gesundheits- und
Krankenpflegerin im Krankenpflegedienst,
n Elke Schechert, Gesundheits- und
Krankenpflegerin sowie Case Managerin
im Bereich Case Management,
am 3. Oktober 2014
n Jürgen Heinsch, Sachbearbeiterin der
Abteilung Strategisches Controlling,
am 11. Oktober 2014
n Andreas Lodzig, Mitarbeiter in der Abteilung Transportdienst,
am 15. Oktober 2014
n Bettina Leier, Stationsassistentin in der
Abteilung Klinikmanagement,
am 19. Oktober 2014
n Susanne Schmidt, Erzieherin in der
Kindertagesstätte „Campuskinder“,
n Larissa Weber, Mitarbeiterin in der Abteilung Aufbereitung,
am 23. Oktober 2014
n Kerstin Kleinau, Stationsleitung der
Station 44.
Die MHH gratuliert herzlich und dankt für
die geleistete Arbeit.
Das Präsidium
Professor Dr. Christopher Baum
Dr. Andreas Tecklenburg
Michael Born, komm.
Der Personalrat
Simon Brandmaier
Kontakt:
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Personalien
Ernennungen
zum Außerplanmäßigen Professor:
n Privatdozent Dr. med. Nils Frühauf,
Geschäftsführer der Ärztekammer Niedersachsen, Hannover,
n Privatdozent Dr. med. Florian Guthmann, Kinderkrankenhaus auf der Bult,
n Professor Dr. rer. nat. Dirk Hofreuter,
Institut für Medizinische Mikrobiologie
und Krankenhaushygiene,
n Privatdozent Dr. med. Stephan Immenschuh, Institut für Transfusionsmedizin,
n Privatdozent Dr. med. Wilhelm Alexander Osthaus, Klinik für Anästhesiologie
und Intensivmedizin,
n Privatdozentin Dr. rer. nat. Renata
Stripecke, Klinik für Hämatologie,
Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation,
n Privatdozent Dr. med. Fritz Thorey, ATOS
Klinik, Heidelberg.
Habilitationen
Die Venia Legendi erhielten:
n Dr. med. Kiriakos Daniilidis, Orthopädie der MHH im Annastift, für das Fach
Orthopädie und Unfallchirurgie,
n Dr. med. Christian Kühn, Klinik für
Herz-, Thorax-, Transplantations- und
Gefäßchirurgie, für das Fach Herzchirurgie,
n Dr. med. dent. Anne-Kathrin Lührs,
Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie
und Präventive Zahnheilkunde, für das
Fach Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde,
n Dr. rer. nat. Ortwin Naujok, Institut für
Klinische Biochemie, für das Fach Biochemie,
n Dr. med. Maximilian Petri, Klinik für
Unfallchirurgie, für das Fach Orthopädie
und Unfallchirurgie,
n Dr. med. Kristina Imeen Ringe, Institut
für Diagnostische und Interventionelle
Radiologie, für das Fach Radiologie,
n Dr. rer. nat. Renate Johanna Scheibe,
Institut für Physiologische Chemie, für das
Fach Biochemie,
n Dr. med. Dr. rer. nat. Diana Steinmann,
Klinik für Strahlentherapie und spezielle
Onkologie, für das Fach Strahlentherapie,
n Dr. med. Magnus Johannes Teschner,
Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde,
für das Fach Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde,
n Dr. med. Sibylle von Vietinghoff, Klinik
für Nieren- und Hochdruckerkrankungen,
für das Fach Innere Medizin.
Erweiterung der Venia Legendi:
n Prof. Dr. med. Franz-Christoph Bange,
Institut für Medizinische Mikrobiologie
und Krankenhaushygiene, für das Fach
Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Umhabilitationen
Es wurden umhabilitiert:
n Privatdozent Dr. med. Jan Hinrich
Bräsen, Institut für Pathologie, von der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel an
die MHH,
n Privatdozent Dr. med. Thorsten Derlin,
Klinik für Nuklearmedizin, von der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg
an die MHH,
n Privatdozent Dr. med. Stephan
Eberhard Gretschel, KRH Klinikum Siloah,
Klinik für Viszeralchirurgie, von der
Charité Universitätsmedizin Berlin an die
MHH,
n Privatdozent Dr. med. Peter Landwehr,
Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung
Hannover, Klinik für Diagnostische und
Interventionelle Radiologie, von der
Medizinischen Fakultät der Universität
Köln an die MHH,
n Professor Dr. med. Ibrahim Erol
Sandalcioglu, KRH Klinikum Nordstadt,
Neurochirurgische Klinik, von der Universität Duisburg-Essen an die MHH.
Gedenken
Im Zeitraum Januar bis September 2014 verstarben
im Januar 2014
n Privatdozentin Dr. rer. nat. Ulrike Bode, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Funktionelle und Angewandte Anatomie,
n Marita Brandt, Krankenpflegehelferin auf der Station 48,
n Alexandra Voigt, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der
Station 74,
im März 2014
n Diplom-Physiker Harald Choritz, ehemals Administrator der
Informationstechnik im Institut für Pathologie,
n Anette Stolte, Angestellte in der Zentralen Textverarbeitung,
n Eleonore Sührig, Medizinisch-technische Assistentin im Institut
für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene,
im August 2014
n Hiltrud Buhr, Angestellte in der Zentralen Textverarbeitung,
im September 2014
n Professor Dr. jur. Manfred-Carl Schinkel, Mitglied und von 2008
bis 2011 Vorsitzender des Hochschulrates der MHH.
Promotionen
Im Zeitraum Juli bis September 2014 wurden
promoviert
n zum Dr. med.:
Gerrit Ahrenstorf, Sarah Al Naieb,
Alexandra Becker, Greta Beyer, Alexander
Boetzkes, Vanessa Brandes, Kong Chu,
Gesche Diekhaus, Hans-Jörg Gillmann,
Siona Linnea Hauer, Erik Himmelseher,
Ngoc Anh Huy Ho, Stephan Höft, Nina
Höhn, Matthias Höpting, Mareike Hornig,
Till Kaireit, Konstantinos Karantzavelos,
Murat Karul, Phillip Keudel, Xuemei Liu,
Dominik Markel, Natalie Mutig, Sonja
Nensa, Wiebke Otten, Edda Paladey, Elisa
Scheuerer, Elli Schlischewsky, Insa Marie
Schmidt, Christina Schürmeyer, Christian
Schultze-Florey, Stefanie Schulze Lammers,
Jan Schwerdtfeger, Carolin Ueberschär,
Andrea Mareke Weißbrodt, Nadine Wilsdorf
n zum Dr. med. dent.:
Eduard Arendt, Nicola Burow, Gregor
Diebler, Stephanie Flöhr-Bastin, Manina
Friedland-Philipp, Carolina Andrea
Fuchslocher Hellemann, Mirja Hartmann,
Leonhard Lemke, Dr. med. Jürgen Lichtenstein, Andreas Nensa, Marco Tiede,
Maximilian Wagner, Alexander Wehr
n zum Dr. rer. biol. hum.:
Peter Ansari
n zum Dr. rer. nat.:
Faranaz Atschekzei, Franziska Dag, Teresa
Fasig, Nico Jäschke, Alexander Junemann,
Marco Lux, Britta Stapel, Beina Teng,
Moritz Winterhoff
n zum Dr. PH:
Kirsten Hoeper.
Kontakt:
Susanne Maibom
Telefon (0511) 532-6013
maibom.susanne@mh-hannover.de
BERUFUNGEN
n Professor Dr. med. Lars Pape, MHH, hat den Ruf auf die W3Professur für Pädiatrische Nephrologie in der Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen, MHH,
angenommen und seinen Dienst zum 1. August 2014 angetreten.
n Professor Dr. med. Dr. phil. Daniel Strech, MHH, hat den Ruf
auf die W3-Heisenbergprofessur für Ethik und Governance in
Biomedizinischer Forschung und Innovation, MHH, angenommen
und seinen Dienst zum 7. November 2014 angetreten.
n Professor Dr. rer. nat. Andreas Krüger, MHH, hat den Ruf auf
die W2-Professur für Regenerative Immunologie am Institut für
Immunologie, MHH, angenommen und seinen Dienst zum 1.
November 2014 angetreten.
Kontakt:
Dr. Sabine Barlach
Telefon (0511) 532-6012
barlach.sabine@mh-hannover.de
6/2014
Namen und Nachrichten 31
KLINIK
FALLINGBOSTEL
Die Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs Biomedizin.
Examen bestanden
Im Oktober 2014 hat das Internationale
Graduiertenkolleg IRTG 1273 „Strategies
of human pathogens to establish acute and
chronic infections“ erfolgreich abgeschlossen mit der Promotionsprüfung
n zum Dr. rer. nat:
Juliane Krebes.
n Den Masterstudiengang Biomedizin
haben 14 Studierende im November 2014
erfolgreich mit der Promotionsprüfung
abgeschlossen:
Wiebke Abels, Lara Beer, Daniel Brand,
Martin Bucher, Alexander Celik, Melina
Heise, Yvonne Knopp, Simon Krooß, Janine
Meyer, Felix Polten, Margarethe Smoczek,
Theresa Tarp, Pia-Katharina Tegtmeyer,
Daniel Todt.
n Das Staatsexamen für Medizinischtechnische Laboratoriumsassistenten haben
im September 2014 bestanden:
Esra Akman, Sarah Beyer, Yvo Bruns,
Mateusz Chryst, Katja-Monique Fleischer,
Vanessa Gerkens, Sabrina Hundt, Kristina
Isotov, Selda Koldamca, Jacqueline Krohn,
Aydin Önder, Isabell Peymann, Kirsten Rademacher, Kevin Rosenthal, Christin Schmidt,
Jessica von Niessen, Frank Warnecke.
Im September 2014 erhielten die staatliche
Anerkennung zur
n Fachkraft für Hygiene in der Pflege:
Anke Bertram, DRK-Krankenhaus Clementinenhaus, Hannover,
Mike Enge, Herz- und Gefäßzentrum Bad
Bevensen,
Anika Gäde, Kreiskrankenhaus Prignitz,
Alicja Giesemann, Diakoniekrankenhaus
Henriettenstiftung Hannover,
Pascal Heinberg, Klinikum Wahrendorff,
Martina Ischar, Universitätsklinikum
Regensburg,
Heike Lindesay-Bethune, Klinikum
Wahrendorff,
Julia Mosel, Diakoniekrankenhaus
Henriettenstiftung Hannover,
Kinga Ratz, Krankenhaus Lindenbrunn,
Coppenbrügge,
Malte Rhein, MHH,
Heike Weyand, Universitätsmedizin Mainz,
n Fachkraft für operative und
endoskopische Pflege:
Wiebke Brunken, MHH,
Yalda Chamankhah-Zarandi, MHH,
Denise Horuschitzky, MHH
Beate Korf, MHH,
Martin Mikosch, MHH,
Laura Peikert, Herzogin Elisabeth Hospital,
Braunschweig,
Jeannine Scheumann, MHH,
Katharina Sportun, MHH,
Sabrina Stickdorn, MHH,
Jens Wackerhagen, Diakoniekrankenhaus
Henriettenstiftung Hannover.
Hilfe für die ALS-Forschung
Der Ziegelhersteller Wienerberger GmbH
spendete im November 2.500 Euro an die
MHH zur Erforschung der Amyotrophen
Lateralsklerose (ALS). An der bisher unheilbaren tödlichen Nervenkrankheit forschen
MHH-Wissenschaftler seit Anfang der neunziger Jahre. In der Klinik für Neurologie, deren Direktor Professor Dr. Reinhard Dengler
ist, leitet Professorin Dr. Susanne Petri die
Arbeitsgruppe sowie die Ambulanz für ALS
und andere Motoneuronenerkrankungen.
Große Beachtung erhielt die Krankheit mit
der durch die US-amerikanische ALS Association (ALSA) im Sommer 2014 gestartete
„Ice Bucket Challenge“. Dabei sollten sich
dazu herausgeforderte Personen mit einem
Eimer eiskaltem Wasser übergießen und für
die Erforschung von ALS Geld spenden. Insgesamt erhielt die MHH-Klinik für Neurologie seit Beginn der Aktion eine fünfstellige
Summe für die ALS-Forschung. „Ich bedanke mich sehr herzlich für diese großzügige
Unterstützung unserer Forschungsarbeit“,
sagt Professor Dengler. mc
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Fachklinik für
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- Pneumologie
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32 Namen und Nachrichten
info
Ehrungen und Auszeichnungen
n Dr. med. Sebastian Decker, Klinik für
Unfallchirurgie, wurde im September
2014 in Ratingen von der
Deutschen Osteoonkologischen Gesellschaft
mit dem 1. Posterpreis
in Höhe von 300 Euro
ausgezeichnet für seine
Präsentation „Operative
Therapie von Wirbelsäulenmetastasen –
Eine monozentrische retrospektive Therapieanalyse“.
n Dr. med. vet. Julia Diekmann, Klinik für
Orthopädie (Annastift), erhielt im Oktober
2014 in Hannover den
mit 1.200 Euro dotierten
Vortragspreis des Niedersächsischen
Zentrums
für Biomedizintechnik,
Implantatforschung und
Entwicklung (NIFE) für
ihre Präsentation „Erste Ergebnisse zur
Untersuchung einer bioresorbierbaren
Interferenzschraube aus einer Magnesiumlegierung“.
n Ludwig Gieseke, Leiter der MHH-
Zentralküche, wurde im Oktober 2014
in Fürstenfeldbruck vom
Fachmagazin GV-Manager
mit einer Nominierung
in der Preiskategorie
„Patienten-/Zentralverpflegung – Lebenswerk“ geehrt für sein langjähriges
Engagement im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung.
n Annika Gottschling-Lang, M. A., wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Rehabilitationsmedizin, wurde im September 2014
gemeinsam mit zwei
Wissenschaftlern der Universität Greifswald der
mit 20.000 Euro dotierte
Hufeland-Preis verliehen.
Die Deutsche Ärzteversicherung vergibt
diesen Preis in Zusammenarbeit mit der
Bundesärzte-, der Bundeszahnärztekammer sowie der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V.
für Projekte auf dem Gebiet der Präventivmedizin. Gewürdigt wurde die Arbeit
„Prävention in Kitas“.
n Professor Dr. med. Mario Hoeper, Klinik
für Pneumologie und Principal Investigator am Standort BREATH
des Deutschen Zentrums
für
Lungenforschung,
wurde im September
2014 in München von
der European Respiratory
Society (ERS) mit dem
„ERS Life-time achievement in pulmonary
hypertension Award“ in Höhe von 10.000
Euro geehrt für sein Lebenswerk. Die ERS
vergibt diesen Preis mit Unterstützung
der Actelion Pharmaceuticals an Wissenschaftler, die sich in besonderer Weise
um die Entwicklung der Forschung und
die verbesserte Therapie für Patienten auf
dem Gebiet der Pulmonalen Hypertonie
(PH) verdient gemacht haben.
n Dr. med. Christian Klemann, Klinik für
Kinderchirurgie, erhielt im Oktober 2014
in Berlin vom BARD Executive Board den mit
2.000 Euro dotierten Dr.
A.& E. Appenrodt-Award
in der Kategorie Grundlagenwissenschaften für
das Projekt „Interleukin-17 produced by gamma delta T cells is
causative for experimental biliary atresia“.
Zusätzlich erhielt er den mit 1.250 Euro
dotierten BARD-Award für den besten
Vortrag.
n Professor Dr. med. Reinhard Pabst, Niedersachsen Senior Forschungsprofessur für
Immunmorphologie, erhielt im September 2014
in Salzburg (Österreich)
den Anton-Waldeyer-Forschungspreis der Anatomischen Gesellschaft in
Höhe von 5.000 Euro für
seine Verdienste um die klinisch relevante
Forschung in der Anatomie.
Kontakt:
Ursula Lappe
Telefon (0511) 532-6772
lappe.ursula@mh-hannover.de
In Gremien gewählt
n Professor Dr. med. Arnold Ganser, Klinik
für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation,
wurde für weitere drei Jahre als Mitglied
des Nominating Committee der American
Society of Hematology bestätigt.
n Professor Dr. med. Joachim K. Krauss,
Klinik für Neurochirurgie, wurde im September 2014 von der European Society for
Stereotactic and Functional Neurosurgery
(ESSFN) zum Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit ernannt.
n Dr. med. Gerald Neitzke, Institut für
Geschichte, Ethik und Philosophie der
Medizin, und Klinisches Ethik-Komitee
der MHH, wurde in seinem Amt als Vorstandsmitglied der Akademie für Ethik in
der Medizin bestätigt.
n Privatdozent Dr. med. Matthias Oelke,
Klinik für Urologie und Urologische Onko-
logie, wurde im Oktober 2014 von der European Association of Urology (EAU) zum
Mitglied der Section of Female Functional
Urology (ESFFU) gewählt.
n Privatdozent Dr. med. Jan Dieter
Schmitto, Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, wurde
als Fellow in das Royal College of Physicians and Surgeons of Glasgow (FRCS) aufgenommen.
tion „In vivo und in vitro Charakterisierung
dysregulierter Signalwege bei der spinalen
Muskelatrophie – molekularbiologische und
biochemische Untersuchungen“.
Gefäßchirurgie, erhielt im Oktober 2014
ein mit 500 Euro dotiertes Reisestipendium
der Deutschen Transplantationsgesellschaft
für ihre Arbeit „Modulation of immune-mediators from donor lungs using the Organ
Care System® – a potential mechanism for
improved outcome“.
Stipendien
n Cand. med. dent. Inga Stockbrügger, Doktorandin im Institut für Neuroanatomie, erhielt im Rahmen des Stipendienprogramms
Medical Excellence der Firma MLP das mit
3.000 Euro dotierte Sonderstipendium
Neurowissenschaften. Die Manfred Lautenschläger-Stiftung fördert damit die Disserta-
n Dr. med. Bettina Wiegmann, MD, Klinik
für Herz-, Thorax-, Transplantations- und
6/2014
Namen und Nachrichten 33
Preis für Depressionsforscher
Die Annika Liese-Stiftung ehrt Wissenschaftler für Entschlüsselung der Wirkweise von Antidepressiva
D
ie Annika Liese-Stiftung verlieh am
15. November zum ersten Mal ihren
Forschungspreis. Diese mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ehrt Wissenschaftler,
die in herausragender Weise zum Verständnis depressiver Erkrankungen beigetragen
haben.
Die Auszeichnung erhielt die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Johannes Kornhuber, Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik des Universitätsklinikums
Erlangen, und Professor Dr. Erich Gulbins,
Institut für Molekularbiologie der Universität Duisburg-Essen. Die Forscher haben
die Rolle des Lipids Ceramid bei depressiven
Störungen in der hoch angesehenen Fachzeitschrift Nature Medicine publiziert und
gezeigt, wie Antidepressiva zur Aufhebung
einer Depression führen können. Sie fanden
heraus, dass Ceramid und das Ceramid-produzierende Enzym saure Sphingomyelinase
(ASM) eine entscheidende Rolle in der Entstehung von Depressionen spielen. Substanzen, die die Aktivität der ASM hemmen
Professor Kornhuber nahm die Urkunde der Annika Liese-Stiftung für das Team entgegen.
oder die Ceramid-Konzentration im Gehirn
auf andere Weise verringern, wirken demnach antidepressiv. „Aus diesen Erkenntnissen können sich in den nächsten Jahren
gezielte Entwicklungen von effektiveren
und schneller wirkenden Therapien bei
affektiven Erkrankungen ableiten“, betont
Professor Bleich, ärztlicher Direktor der
MHH-Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie
und Psychotherapie und Mitglied im Stiftungsrat der Annika Liese-Stiftung.
Den Preis überreichte Professor Bleich
im Rahmen des Herbstsymposiums der
MHH-Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie im Hannover
Congress Center. Mit der Auszeichnung
werden von nun an alle zwei Jahre herausragende Forschungsarbeiten auf den Gebieten der Depressionen, Angststörungen
und Suizidalität ausgezeichnet, wobei das
Preisgeld forschungsgebunden eingesetzt
wird. Die Annika Liese-Stiftung gründeten
die Eheleute Bärbel und Wolfgang Liese
aus Hannover im Jahr 2013 in Gedenken
an ihre Tochter, die 1996 im Alter von 19
Jahren durch Suizid aus dem Leben schied.
Das Vermögen verwaltet die Förderstiftung
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34 Behandeln und Pflegen
info
Blut – im Prinzip ein Medikament wie jedes andere.
Weniger ist mehr
Die MHH will die Zahl der Bluttransfusionen verringern
und startet dazu das Projekt „Patient Blood Management“
J
eden Tag retten Blutkonserven Tausenden von Patienten das Leben. Doch ein
zu sorgloser Umgang mit Blut hat auch
negative Seiten. „Eine Bluttransfusion ist im
Prinzip eine Organtransplantation“, sagt
Professor Dr. Wolfgang Koppert, Direktor
der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Gemeinsam mit Professor Dr.
Rainer Blasczyk, Direktor des Institutes für
Transfusionsmedizin, leitet er an der MHH
das Projekt „Patient Blood Management“
(PBM) zur Steigerung der Patientensicherheit. Im Dezember wurden die Hochschulbeschäftigten mit einer Veranstaltung
informiert, im neuen Jahr läuft das Projekt
hochschulweit an. „Unser Ziel ist es darüber
hinaus, alle hannoverschen Kliniken und
auch die niedergelassenen Ärzte mit ins
Boot zu holen“, sagt Professor Koppert.
Noch in den neunziger Jahren verfuhren
die Ärzte bei Bluttransfusionen nach dem
Motto „viel hilft viel“. „Heute wissen wir,
dass Bluttransfusionen auch eine immunmodulatorische Wirkung haben können“,
erläutert Professor Blasczyk. Das Immunsystem wehrt sich gegen körperfremde
Substanzen; Studien haben den Verdacht
geschürt, dass durch Bluttransfusionen das
Risiko steigen könnte, Krankheiten wie
Lungenentzündung, Herzinfarkt, aber auch
einige Krebserkrankungen zu erleiden. „Da
wir diesen Verdacht nicht ausschließen
können, müssen wir vorsorglich handeln –
und das heißt: so wenig Blut wie möglich
zu transfundieren.“
„Intraoperativ sind wir an der MHH
schon sehr gut aufgestellt“, meint Professor Koppert, „wollen uns aber mit unserem
Beitritt zum deutschlandweiten PBM-Netzwerk weiter verbessern.“ Sein Oberarzt Dr.
Kai Johanning, der das Projekt koordiniert,
ergänzt: „Wir wollen unsere Kolleginnen,
Kollegen und Patienten für das Thema sensibilisieren.“
Das Projekt besteht aus drei wesentlichen Säulen: 1. Behandlung einer präoperativen Anämie, 2. rationaler Einsatz
von Blutkonserven, 3. fremdblutsparende
Maßnahmen. „Säule 1 beginnt nicht erst
in der Klinik, sondern schon bei den Patienten und ihren niedergelassenen Ärzten“,
betont Professor Koppert. Wer sich geplant
einer größeren Operation unterziehen
muss, sollte schon von seinem Hausarzt auf eine Blutarmut untersucht werden.
Unterschreitet der Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) einen
bestimmten
Schwellenwert, sollte eine gezielte Diagnostik veranlasst werden, der sich eine
ursachengerechte Therapie der Blutarmut
vor dem elektiven Eingriff anschließt. Das
kann zum Beispiel eine Behandlung mit
Eisenpräparaten sein. „So kann zuerst die
Blutarmut behoben werden, um dann bei
der OP die Transfusionswahrscheinlichkeit
zu verringern.“
Beim rationellen Einsatz von Blutkonserven – der Säule 2 des Konzepts – ist die
MHH bereits auf einem hervorragenden
Weg. Die Zahlen belegen es: Mitte der
zweitausender Jahre hat die MHH pro Jahr
55.000 Einheiten Erythrozytenkonzentrate
verbraucht (Erythrozyten sind die roten
Blutkörperchen). Im Jahr 2013 waren es
nur 40.000 Einheiten – obwohl die Zahl
der stationären Behandlungsfälle im selben
Zeitraum von 45.000 auf 60.000 gestiegen
ist. „Blut ist im Prinzip ein Medikament
wie jedes andere – mit Indikationen und
Nebenwirkungen“, sagt Professor Koppert.
Die Verwendung ist über Richtlinien und
Leitlinien der Bundesärztekammer und die
Transfusionsordnung genauestens geregelt.
Das will das PBM-Team allen Ärztinnen und
Ärzten sowie dem Pflegepersonal ins Gedächtnis rufen.
Auch die Säule 3 des Projektes ist wichtig. „Wir wollen vor, nach und während
der Operation den Blutverlust konsequent
reduzieren“, sagt Dr. Johanning: vor der OP etwa durch
die Überprüfung auf Gerinnungshemmer; während der
OP durch Blutaufbereitung;
nach der OP zum Beispiel
durch weniger Blutentnahmen. „Wir setzen bei großen Operationen
schon heute Cell-Saver ein“, erläutert der
Projekt-Koordinator. Das Blut, das der
Patient während der OP verliert, wird aufgefangen, gereinigt und in den Körper zurückgeleitet.
„Bluttransfusionen sind weiterhin unverzichtbar“, stellen die Professoren Blasczyk
und Koppert klar, „wir wollen mit diesem
Projekt aber Ärztinnen und Ärzte sowie
Patientinnen und Patienten für einen sehr
verantwortungsvollen Umgang mit dem raren Gut Blut sensibilisieren.“ Informationen
zum Projekt gibt es bei Dr. Kai Johanning
unter pbm@mh-hannover.de oder der internen Telefonnummer 17-3319.stz
6/2014
Behandeln und Pflegen 35
Mit dem „Hund“
auf die Stationen
Das Team der Mobilen Patientenaufnahme erfasst stationäre Notfallpatienten
S
ie sind an allen Tagen der Woche von
8 bis 16 Uhr im Einsatz: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mobilen
Patientenaufnahme. Sie kümmern sich um
Notfallpatienten, die zu jeder Tages- und
Nachtzeit über die Zentrale Notaufnahme
(ZNA) in die MHH kommen. „In der ZNA
werden sie zunächst als ambulante Patienten aufgenommen. Stellt sich heraus, dass
sie bleiben und stationär weiter behandelt
schließen die rechtlich notwendigen stationären Behandlungsverträge ab und statten
die Patienten mit einem Patientenidentifikationsarmband (PIB) aus.
Die Mobile Patientenaufnahme hat
gleich mehrere Ziele: Ärzte- und Pflegeteams sollen von administrativen Aufgaben entlastet, die Aufnahmequalität durch
standardisierte Prozesse verbessert und
nicht zuletzt die Umsatzerlöse für die MHH
Mit dem „Hund“ unterwegs: Daniel Sonnenberg.
werden müssen, erfolgt die stationäre Aufnahme zunächst über die interne ServiceTelefonnummer 3528, bevor es ein Fall
für die Mobile Patientenaufnahme wird“,
erklärt Daniel Sonnenberg, Leiter der Administrativen Patientenaufnahme. Mit
einem Laptop-Wagen, liebevoll „Hund“
genannt, gehen die Mitarbeiter auf die
Stationen und nehmen direkten Kontakt
zu den neuen Patienten auf. Dabei vervollständigen und korrigieren sie alle Patienten-Stamm-, Fall- und Versicherungsdaten,
gesichert werden. „Das Personal auf den
Stationen muss sich nicht mehr so intensiv
um die Aufnahme der Notfallpatienten
kümmern, die Zuständigkeiten sind klar
geregelt“, erklärt Sonnenberg. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mobilen
Patientenaufnahme sind mit Service- und
SAP-Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet worden. Bei der täglichen Arbeit
ist das Team nach den Etagen des Bettenhauses eingeteilt. Morgens und nachmittags erhält jeder einen „Tourenplan“ mit
den neuen stationären Notfallpatienten.
„Bei den Aufnahmen achten wir besonders auf die Patienten, die Wahlleistungen
wie beispielsweise eine Chefarztbehandlung oder ein Einzel- oder Zweibettzimmer wünschen“, erklärt Teamleiter
Martin Janus. „Bei einem entsprechenden
Vertragsabschluss informieren wir sofort
das Sekretariat des Klinikdirektors.“ Das
Grundprinzip der Mobilen Patientenaufnahme ist die dezentrale Verortung der
Mitarbeiter auf den Stationen, verbunden
mit der zentralen Steuerung durch die
Abteilung Administrative Patientenaufnahme.
„Wir suchen jeden Tag zwischen 80 und
100 neue Patienten auf“, erklärt Teammitglied Tatiana Lehmann. Manche Patienten
müssen auch mehrmals besucht werden.
„Die Erreichbarkeit ist ab und an eine wirkliche Herausforderung, die wir aber durch
gute Teamarbeit meistern.“ Der Wagen,
den Tatiana Lehmann und ihre Kollegen
dabei haben, ist mit Laptop, Mobiltelefon,
Signaturpad, eG-Kartenlesetastatur, Informationsbroschüren und Patientenidentifikationsarmbändern ausgestattet. Alle Versichertenkarten von gesetzlich Versicherten
können elektronisch erfasst werden. Seit
Kurzem gibt es eine technische Neuerung,
die das Verwalten der Patientenakten zusätzlich vereinfacht: Dank der elektronischen Signatur sind unterschriebene Verträge für die Kliniken sofort im ALIDA und
SAP abrufbar.
Rund 1,7 Millionen Patientendaten
werden in der MHH verwaltet. Die mobile
Patientenaufnahme trägt dazu bei, dass
diese Daten möglichst sauber gepflegt
sind und beispielsweise keine Dubletten
entstehen. Ist der Versicherungsstatus bei
einer Neuaufnahme unklar, kümmert sich
das Team auch darum. Ebenso, wenn Angehörige ausfindig gemacht werden müssen. Im vergangenen Januar ist die Mobile
Patientenaufnahme als Pilotprojekt gestartet. „Bisher haben wir sowohl von Ärzten
und Pflegekräften als auch von Patienten
großes Lob bekommen“, bemerkt Martin
Janus. Besonders die älteren Patienten
fühlten sich sehr gut betreut. Bis Ende
2014 soll das Projekt flächendeckend in
allen Klinken der MHH vorhanden sein. tg
36 Behandeln und Pflegen
info
Gezielte
Biopsie
für gezielte
Therapie
Prostatakrebs:
Mit MRT-gestütztem Verfahren
schneller zur Diagnose
P
rostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei
Männern. Statistisch gesehen ist jeder
vierte Mann irgendwann im Laufe seines
Lebens davon betroffen. Besteht der Verdacht auf Prostatakrebs, kommt der Patient
nicht um eine Biopsie herum. Dabei werden
mithilfe einer Biopsienadel mehrere Gewebeproben aus der Prostata gestanzt. Diese
werden ins Labor geschickt und histopathologisch untersucht. „Nur so kann eine
sichere Diagnose gestellt werden“, betont
Dr. Inga Peters von der Klinik für Urologie
und Urologische Onkologie. Da die Probeentnahmen technisch aufwendig und
unangenehm für die Patienten sind und
Rote Markierung: Hier sitzt sehr wahrscheinlich
ein bösartiger Tumor. Die grüne Linie markiert
die Kontur der Prostata im seitlichen Schnitt. In
den orangefarbenen Bereichen wurden die Biopsien entnommen.
oft wiederholt werden müssen, hat sich
die Ärztin auf innovative Biopsie-Verfahren
spezialisiert, die schneller zu einer Diagnose
führen. Bei der neuesten Methode arbeiten
Urologie und Radiologie eng zusammen:
Mithilfe von Aufnahmen aus der Magnetresonanztherapie (MRT) kann die Urologin gezielt aus den Bereichen der Prostata
Enge Zusammenarbeit: Radiologin Dr. Hüper (links) und Urologin Dr. Peters.
Proben entnehmen, in denen mit großer
Wahrscheinlichkeit ein aggressiver Tumor
sitzt. Die Trefferquote liegt bei 90 Prozent.
Vor vier Jahren hat die Urologin an der
MHH bereits ein anderes Verfahren etabliert, das den Männern die Biopsie zwar
nicht erspart, aber durch gezieltere Probeentnahmen schneller zu einer Diagnose
führt. Das Verfahren heißt C-TRUS ANNA
und beruht auf einer computergestützten
Analyse von Ultraschallbildern der Prostata.
Ultraschallaufnahmen spielen auch bei der
neuen Methode eine Rolle, jedoch kommt
noch ein anderes bildgebendes Verfahren
hinzu: die Magnetresonanztherapie. Die
MRT-basierte Biopsie führte Dr. Peters gemeinsam mit Dr. Katja Hüper vom Institut
für Diagnostische und Interventionelle Radiologie ein. „MRT-Aufnahmen geben uns
mehr Informationen über das Gewebe“,
erläutert Dr. Hüper. „Wir können Aussagen
über die Struktur, die Durchblutung und die
Zelldichte treffen und so mit hoher Genauigkeit Prostatatumoren erkennen.“
Die MRT-gestützte transrektale Biopsie
kann bei Patienten in der Regel ab der ersten Rebiopsie angewendet werden. Im Institut für Diagnostische und Interventionelle
Radiologie der MHH wird die spezielle, für
die Planung des gezielten Biopsieverfahrens
notwendige multiparametrische MRT-Untersuchung der Prostata an einem 3-TeslaScanner durchgeführt und ausgewertet.
Auf den MRT-Bildern kennzeichnet Dr.
Hüper für ihre Kollegin aus der Urologie die
Kontur der Prostata und die auffälligen, tumorverdächtigen Bereiche. Bei der anschließenden Biopsie unter Ultraschall bringt Dr.
Peters dann die MRT-Aufnahmen mit den
Ultraschallbildern zusammen – sie fusioniert
die Bilder. Die Markierungen des MRT-Bildes
finden sich nun auf den Ultraschallbildern
wieder und zeigen die Stellen, an denen
wahrscheinlich ein aggressiver Tumor sitzt.
Die Urologin kann gezielt in den markierten
Bereichen Proben entnehmen. Meistens reichen sechs „Stanzen“. Das ist für Patienten
wesentlich angenehmer, bei herkömmlichen Rebiopsien werden zwölf, manchmal
sogar 24 oder mehr Proben entnommen.
„Dank der MRT-Aufnahmen können wir
auch Tumoren in Bereichen, die mit dem
ungezielten Standardverfahren schlecht
oder gar nicht zu erreichen sind, beispielsweise am oberen Rand der Prostata, entdecken. Außerdem können wir die Tumorausdehnung genau bestimmen“, erklären
Dr. Peters und Dr. Hüper. Das wiederum
hilft den Ärzten, eine Therapieempfehlung
abzugeben. Denn nicht immer ist eine Operation, also die Entfernung der Prostata mit
möglichen Nebenwirkungen wie Impotenz
oder Inkontinenz, die beste Lösung. Je nach
Befund gibt es Alternativen, in einigen Fällen reicht vielleicht sogar eine regelmäßige
medizinische Beobachtung. „Gezielte Biopsien könnten die Grundlage einer nachfolgenden individualisierten gezielten Therapie sein“, sagt Dr. Peters. „Die Patienten
profitieren in jedem Fall davon.“ tg
5 Min. von der MHH. Vorzugspreise unter www.ghotel.de, ID „0MHH“ oder Tel. 0511-53030.
6/2014
Behandeln und Pflegen 37
2.000. Geburt schon im Oktober
In der Frauenklinik werden jedes Jahr mehr Babys geboren
I
n den vergangenen Jahren stieg die Geburtenrate an der MHH stetig an – und der
Trend setzt sich fort. Im Jahr 2013 fanden
insgesamt 2.066 Geburten statt, bei denen
2.147 Kinder das Licht der Welt erblickten,
die 2.000. Geburt hatte im Dezember 2013
stattgefunden. Im Jahr 2014 war es bereits
im Oktober so weit gewesen: Bei der 2.000
Geburt kam am 24. Oktober Maximilian zur
Welt. Die Eltern freuten sich sehr über ihr
zweites Kind. Bis zum 8. Dezember 2014
sind in der MHH 2.412 Babys geboren worden – bei 2.312 Geburten.
„Der ansteigende Trend der Geburtenrate zeigt, dass wir mit unserem ganzheitlichen Konzept den Bedürfnissen der
Eltern und Babys gerecht werden“, sagt
Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der
MHH-Frauenklinik. Die Frauenklinik bietet
alles unter einem Dach – von der Betreuung während der Schwangerschaft über
die Geburtshilfe und das Wochenbett bis
hin zur Begleitung der Eltern und Kinder
durch das erste Lebensjahr der Kleinen.
Zur großen Freude
seiner Mama:
Bei der 2.000. Geburt
kam am 24. Oktober
Maximilian zur Welt.
„Wir bieten den Eltern und Kindern sowohl einen hohen Wohlfühlfaktor als
auch ein ausgezeichnetes medizinisches
Niveau“, erklärt Professor Dr. Constantin
von Kaisenberg, Bereichsleiter Geburtshilfe
und Pränatalmedizin.
Die MHH-Frauenklinik trägt das Prädikat „Babyfreundliches Krankenhaus“
der WHO/UNICEF. Das Siegel steht für die
besondere Förderung einer frühen Eltern-
Kind-Beziehung. Frauen mit einer Risikoschwangerschaft finden bei Professor von
Kaisenberg und seinen Kollegen umfassende Unterstützung. Im Kreißsaal arbeitet
ein großes Hebammen-Team, und auf der
Mutter-Kind-Station werden Mütter und
Babys von Krankenschwestern, Kinderkrankenschwestern sowie Hebammen betreut. Zu dem Konzept „Alles unter einem
Dach“ gehört auch die Elternschule. mc
38 Behandeln und Pflegen
info
Mit uns in die Zukunft – Seminare für Patienten
Vor und nach einer Transplantation haben
Patienten und ihre Familien viele Fragen
zum Leben mit dem neuen Organ. Für
Menschen, die ein neues Herz oder eine
neue Lunge bekommen haben, gibt es
daher jedes Jahr das Arzt-Patienten-Seminar „Mit uns in die Zukunft“, veranstaltet
von der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie sowie der
Klinik für Pneumologie. Am 1. November
fand diese Veranstaltung zum zehnten
Mal statt. 365 Personen, so viele wie nie
zuvor, hatten sich dafür angemeldet.
Familie J. kam extra aus Stuttgart. Die
Tochter war vor einem Jahr transplantiert
worden. „Uns ist wichtig, alles richtig zu
machen. Jeder von uns muss wissen, was
wir tun können, damit unsere Tochter
möglichst lange etwas von ihrer neuen
Lunge hat. Von den Experten hier können wir alles Wichtige erfahren“, sagt
Vater Peter J. Zu den Experten gehört PD
Dr. Gregor Warnecke. Bei dem Seminar
berichtete er über seine Erfahrungen und
über aktuelle Studien. Die Gäste stellten
viele Fragen – und bekamen auf jede eine
Antwort. Seit mehreren Jahren gehört zu
dem Seminar auch das „Kunstherzsymposium“. Es richtet sich an Menschen,
die eine mechanische Herzunterstützung
benötigen, beispielsweise um die Wartezeit bis zu einer Herztransplantation zu
überbrücken. inf
Im Team gegen Lebermetastasen
Mit der minimal-invasiven
Chemosaturation können
Lebertumoren effektiv
bekämpft werden
S
pezialisten der MHH haben erstmals
eine neue Therapie zur Behandlung
von Lebertumoren erfolgreich an zwei
Patienten eingesetzt. Dabei handelt es
sich um die sogenannte Chemosaturation.
Sie bietet insbesondere bei Patienten, bei
denen keine andere Behandlung mehr anspricht, die Möglichkeit, den Tumor in der
Leber effektiv zu bekämpfen. Die minimalinvasive Methode wird bislang nur an wenigen spezialisierten Kliniken in Deutschland
angewendet.
Bei der Chemosaturation fluten die Mediziner die Leber durch die Schlagader mit
einem hoch dosierten Chemotherapeutikum. Während dieses Eingriffs wird die Leber durch einen zweiten speziellen Katheter vom übrigen Blutkreislauf des Körpers
isoliert, das Leberblut wird außerhalb des
Körpers durch besondere Filter geleitet. Das
gereinigte Blut geben die Ärzte anschließend wieder dem Blutkreislauf zu. Dadurch
sind die Nebenwirkungen des Zytostatikums geringer. Die Patienten können nach
einem Klinikaufenthalt von wenigen Tagen
wieder ihren alltäglichen Gewohnheiten
nachgehen. Die Chemosaturation kann bei
nicht operablen bösartigen Tumoren der
Leber oder metastasierten Tumoren, die
auf die Leber beschränkt sind, eingesetzt
Bieten ein breites Behandlungsspektrum gegen Lebertumoren: Professor Manns (links) und Professor
Wacker (rechts) bei einer Fallbesprechung.
werden. Dazu zählen zum Beispiel Lebermetastasen beim kolorektalen Karzinom
(Darmkrebs), beim Melanom (Hautkrebs)
oder beim Aderhautmelanom im Auge.
Auch lebereigene Tumoren können mit der
Methode behandelt werden.
An der MHH wird der aufwendige Eingriff von einem eingespielten Team aus
Hepatologen, Onkologen, Radiologen, Anästhesisten und Kardiotechnikern durchgeführt. „Wir freuen uns sehr, dass das
Ärzteteam mit der Chemosaturation das
Angebot der minimal-invasiven regionalen
Tumorbehandlungen in der Leber ergänzen
kann, und erhoffen uns davon eine weitere
Aufwertung der MHH als Spitzenzentrum
bei der Behandlung von Lebertumoren“,
sagt Professor Dr. Michael Peter Manns, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. „Zusammen
mit anderen Behandlungsmethoden bieten
wir mit der Chemosaturation an der MHH
nun ein sehr breites Spektrum von Therapieverfahren bei bösartigen Lebererkrankungen an“, ergänzt Professor Dr. Frank Wacker, Direktor des Instituts für Diagnostische
und Interventionelle Radiologie.
Zu dem Behandlungsspektrum gehören
außerdem die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT), bei der radioaktive Mikrokügelchen zur Bestrahlung der bösartigen Zellen
direkt ins Tumorgewebe gebracht werden,
und die Transarterielle Chemoembolisation
(TACE), bei der das Chemotherapeutikum
zusammen mit einem Embolisationsmittel
in die tumorversorgenden Gefäße gegeben wird. Darüber hinaus werden auch die
Radiofrequenz- und die Mikrowellenablation angeboten. Dabei wird das Tumorgewebe durch hochfrequenten elektrischen
Strom beziehungsweise Hitzeeinwirkung
zerstört. inf/tg
6/2014
Forschen und Wissen 39
Drittmittel für Forschungsprojekte
in der Medizinischen Hochschule
Die B. Braun-Stiftung, Melsungen, bewilligte …
n Dr. med. Antje Meinders, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, 15.000
Euro für die multizentrische Studie „Evaluation des Managements von ambulanten
Medikamenten für die Anästhesie in der
perioperativen Phase (EMMAperiop)“.
Das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF), Berlin und Bonn, bewilligte …
n Dr. med. Anja Hagen, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, 90.000 Euro für
das Projekt „Wachstumsfaktoren zur
Angiogenese bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit: Ein Cochrane Review mit
Anwendung des GRADE Ansatz“.
Das Bundesministerium für Gesundheit
(BMG), Bonn, bewilligte …
n Professorin Dr. rer. biol. hum. Marie-Luise
Dierks, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung,
267.000 Euro für drei Jahre. Gefördert wird
das Projekt „Gesundheitsbezogene Selbsthilfe in Deutschland – Entwicklung, Wirkungen, Perspektiven (SHILD), Modul 3“.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung (BZgA), Köln, bewilligte …
n Professorin Dr. phil. Ulla Walter, Institut
für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, 23.000 Euro
für das Projekt „Erstellung einer Expertise
zur wissenschaftlichen Datenlage für den
integrierten Ansatz: Ernährung, Bewegung
und Stressregulation“. Gefördert wird außerdem mit 200.000 Euro das Forschungsvorhaben „Transfer von Qualitätsverfahren:
Ausbau von Unterstützungsangeboten zur
Qualitätssicherung von Gesundheitsförderungsansätzen in Lebenswelten“.
Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V., München, bewilligte …
n Professorin Dr. phil. nat. Michaela Scherr
An der Liebfrauenkirche 1
31535 Neustadt
Tel. 0 50 32 / 30 30 - 0 · www.rats-apotheke-neustadt.de
und Professor Dr. med. Matthias Eder, Klinik
für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, 126.440
Euro für zwei Jahre. Gefördert wird das Projekt „Identifizierung und funktionelle Analyse von miR-125 regulierten Zielgenen in
myeloischen Zellen“.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft
(DFG), Bonn, bewilligte …
n Privatdozentin Dr. rer. nat. Martina
Mühlenhoff, Institut für Zelluläre Chemie,
385.625 Euro für drei Jahre. Unterstützt
wird das Projekt „Charakterisierung Sialinsäure-spezifischer O-Acetyltransferasen: vom neuroinvasiven Bakterium zum
menschlichen Wirt“. Dies ist ein Kooperationsprojekt mit dem Institut für Hygiene
und Mikrobiologie der Universität Würzburg.
n Professorin Dr. rer. nat. Dr. med. Xiaoqi
Ding, Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, 135.000
Euro für zwei Jahre. Gefördert wird das
Forschungsvorhaben „Studie zur Klärung
von metabolischen und mikrostrukturellen
Korrelaten im humanen alternden Gehirn
mittels einer innovativen Ganzhirn-1HMagnetresonanzspektroskopie-Technik in
Kombination mit quantitativer Magnetresonanztomographie“.
n Privatdozentin Dr. med. Frauke von Versen-Höynck, Klinik für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe, 328.100 Euro für drei
Jahre. Gefördert wird das Projekt „Die pathophysiologische Bedeutung und therapeutische Relevanz von Vitamin D in der
Präeklampsie“.
Die Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften e. V., Hamburg, bewilligte …
n Professor Dr. phil. Thorsten Meyer, Institut
für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, 72.000 Euro für
das Projekt „Die Bedeutung von Umweltfaktoren in der medizinischen Rehabilitation
zur Förderung von Teilhabe (Ufa-R)“.
Die Lesch-Nyhan Syndrome Children’s Research Foundation, Lake Forest, IL, USA,
bewilligte …
n Professor Dr. rer. nat. Erich Schneider, Institut für Pharmakologie, 12.000 US-Dollar
für sein Projekt „Searching for a Hidden Behavioral Phenotype in HPRT-deficient Mice“.
Die RMS Foundation/Robert Mathys Stiftung, Bettlach, Schweiz, bewilligte …
n Dr. med. Nael Hawi, Klinik für Unfallchirurgie, 5.862 Euro für das Forschungsvorhaben „Die Tibiatorsion – Die Wertigkeit
der klinischen Bestimmung im Vergleich zur
Computertomographie“.
Die Robert Bosch Stiftung, Stuttgart, bewilligte …
n Professorin Dr. rer. biol. hum. Marie-Luise
Dierks, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung,
443.000 Euro für dreieinhalb Jahre. Gefördert wird das Projekt „Gesund und aktiv
leben – Einführung des ‚Standford Chronic
Disease Self Management Program‘ in
Deutschland“.
Die Zukunftsstiftung Gesundheit, Stuttgart,
bewilligte …
n Privatdozent Dr. rer. pol. Christian Krauth,
Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin
und Gesundheitssystemforschung, 40.000
Euro für das Forschungsvorhaben „Evaluation von freien Solidargemeinschaften für
Gesundheit“.
Kontakt:
Ursula Lappe
lappe.ursula@mh-hannover.de
Großer Hillen 6
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Tel. 05 11 / 52 20 - 80
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Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung, Bad
Homburg von der Höhe, bewilligte …
n Dr. med. Sibylle von Vietinghoff, Klinik
für Nieren- und Hochdruckerkrankungen,
204.000 Euro für drei Jahre. Gefördert wird
das Forschungsvorhaben „Therapeutische
IL-17- Antagonisierung bei Atherosklerose
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Nähe
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heilen
40 Forschen und Wissen
info
Forschung
fördern
lassen
Professor Pabst: Rückgang
der Forschungsanträge
D
ie Deutsche Forschungsgemeinschaft hat in den vergangenen Jahren in guter Transparenz die Förderung
der Wissenschaft in den einzelnen
Kategorien zugänglich gemacht: Jeder
kann Titel, Inhalte und Abschlussberichte aller Projekte seit 1999 über
die Datenbank GEPRIS abrufen (für
die MHH: http://gepris.dfg.de/gepris/
institution/10247).
2011 bis 2013 sind fünf Prozent
weniger Mittel in Einzelförderungen,
35 Prozent weniger in Sonderforschungsbereiche (SFB) und 50 Prozent
weniger in die Infrastrukturförderung
geflossen. Die Förderung von SFB betrug 31 Prozent, von Exzellenzinitiativen 26 Prozent, und die Einzelförderung, oft „Normalverfahren“ genannt,
erreichte 31,4 Prozent. 2013 wurden
insgesamt 132 Einzelverfahren gefördert. Erfreulicherweise sind dabei sehr
viele Institute und Kliniken beteiligt.
Mit Sorge sehe ich eine zunehmende Anzahl von Projektleitern, die
mich als Vertrauensdozent informieren, dass sie wegen der angespannten
Haushaltslage der MHH nicht die zugesagte Freistellung von Aufgaben in der
Klinik oder anderer Routine erhalten
können, weil die Krankenversorgung
ihren vollen Einsatz erfordert. Deshalb
befürchte ich einen Rückgang der Genehmigung von Forschungsanträgen
und damit eine mittelfristig eintretende
Reduktion von Forschungsförderung
durch die DFG. Solch ein Einbruch
würde einen nachhaltigen Schaden
gerade für junge Wissenschaftler und
die MHH insgesamt bedeuten.
Bitte denken Sie an die Möglichkeit
der Beantragung der eigenen Stelle
und für Kliniker wichtig: der Antrag
einer „Gerokstelle“. Denn beides ist
auch im Normalverfahren möglich und
wird auch aus der Sicht der DFG zu
wenig gemacht.
Reinhard Pabst,
Vertrauensdozent der DFG an der MHH
Im neuen EEG-Labor: Caroline Seer, Florian Lange, Professor Dengler und Professor Kopp (von links)
zeigen mit Elektroden besetzte Kopfhauben.
Hirnforschung
im neuen Labor
Zentrale Bewegungsstörungen wie Morbus Parkinson
gehen häufig mit neuropsychologischen Störungen einher
D
ie Wissenschaftler und der Direktor
der Klinik für Neurologie Professor Dr.
Reinhard Dengler können sich über ein modernisiertes Forschungslabor freuen. Dank
finanzieller Unterstützung der PetermaxMüller-Stiftung haben sich die Arbeitsmöglichkeiten für Professor Dr. Bruno Kopp
sowie die Doktoranden Caroline Seer und
Florian Lange substanziell verbessert. Sie
ergründen mithilfe der Multi-Kanal-Elektroenzephalographie (EEG) neuropsychologische Störungen bei Patienten mit zentralen Bewegungsstörungen. Insbesondere
geht es ihnen um die Parkinson-Krankheit,
Dystonien und das Tourette-Syndrom.
„Patienten mit diesen motorischen
Störungen beschreiben die Schwierigkeit,
Entscheidungen zu treffen oder aus eigenem Antrieb heraus zu handeln, häufig
als Haupteinschränkung ihrer Lebensqualität“, erläutert Professor Dengler. Ihnen
falle es oft schwer, zwischen verschiedenen täglichen Aufgabenanforderungen zu
wechseln oder mit ihrem Tun verbundene
Erfolgswahrscheinlichkeiten richtig einzuschätzen. Um diese Beeinträchtigungen
genauer zu charakterisieren, werden Hirnströme von Patienten gemessen, während
sie bestimmte kognitive Aufgaben lösen
müssen.
Langfristiges Ziel ist es, geeignete
Therapien für die genannten neuropsychologischen Störungen zu finden – zum
Beispiel spezielle Hirnleistungstrainings-
programme. „Wir wollen herausfinden,
wie das menschliche Gehirn geistige Leistungen hervorbringt und wie diese Krankheiten die Leistungsfähigkeit des Gehirns
beeinflussen“, fasst Professor Kopp zusammen. Die Forscher interessiert auch,
welchen Einfluss bestimmte Medikamente
auf kognitive Prozesse ausüben.
Petermax und Ilse Müller vermachten
ihren Nachlass der von ihnen gegründeten
Stiftung zur Unterstützung der Forschung
der MHH-Klinik für Neurologie; besonders
lagen ihnen Forschung und Lehrtätigkeit
auf dem Gebiet der Parkinsonerkrankung
am Herzen. Seit 2010 wird die MHHNeurologie von der Stiftung mit mehr als
200.000 Euro jährlich unterstützt.
Gesunde Probandinnen und
Probanden gesucht
Die Forscher der Klinik für Neurologie
suchen noch Erwachsene ohne psychische
oder neurologische Erkrankungen, die sich
für die Kontrollgruppen der Studien zur
Verfügung stellen. Die Teilnehmer müssten
sich bereit erklären, EEGs ableiten zu lassen, während sie am Computerbildschirm
kognitive Aufgaben lösen. Sie erhalten
dafür eine Aufwandsentschädigung. Interessenten können sich melden bei seer.
caroline@mh-hannover.de oder lange.
florian@mh-hannover.de, Telefon (0511)
532-3145.bb
6/2014
Forschen und Wissen 41
Präzise und schnell
Zwei neue Magnet­resonanz­
tomographen liefern bessere
Ergebnisse als bisher
A
ls „Meilensteine für die Krankenversorgung und Forschung“ hat
MHH-Vizepräsident Dr. Andreas
Tecklenburg die zwei neuen Hochleistungs-Magnetresonanztomographen (MRT)
bei deren Inbetriebnahme am 15. Oktober
bezeichnet. „Das erste neue MRT liefert
eine höhere Bildqualität und ermöglicht
so wesentlich präzisere und schnellere
Untersuchungen als die bisherigen Geräte.
Zudem ist der Komfort für die Patienten
höher, da es eine deutlich größere Öffnung hat“, erläutert Professor Dr. Heinrich
Lanfermann, Direktor des Instituts für Dia­
gnostische und Interventionelle Neuroradiologie. „Wir können in
diesem sehr kurzen MRT
sogar Eingriffe durchführen, für die wir bisher
Röntgenstrahlen benötigt
haben“, ergänzt Professor Dr. Frank Wacker,
Direktor des Instituts für
Diagnostische und Interventionelle Radiologie.
Er wird an dem neuen
Gerät minimal-invasive
Methoden entwickeln –
unter anderem im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) geförderten Forschungscampus
STIMULATE der Universität Magdeburg,
das der Vorsitzende des Vorstandes, Professor Dr. Georg Rose, bei der Inbetriebnahme vertrat. Die Teams der beiden
MHH-Institute nutzen das Gerät mit der
Magnetfeldstärke von 1,5 Tesla (Magnetom Aera®) gemeinsam. Die Kosten in
Höhe von rund 1,2 Millionen Euro stellte
das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur der MHH zur Verfügung.
Das zweite, 1,5 Millionen Euro teure
MRT dient der Forschung und ist ein sehr
leistungsfähiges Gerät mit drei Tesla Magnetfeldstärke (Magnetom Skyra® mit
64 Kanälen). „Wir wollen herausfinden,
welche neurobiologischen Faktoren der
Pädophilie und dem sexuellen Kindesmissbrauch zugrunde liegen können“, sagt
Professor Dr. Tillmann Krüger, Oberarzt
der von Professor Dr. Stefan Bleich geleiteten MHH-Klinik für Psychiatrie, Sozial-
In Bewegung: Der Transport des neun Tonnen
schweren 3-T-Magnetresonanztomographen
macht speziell gesicherte
Einbringungswege notwendig.
Vor einem neuen MRT (von links):
Professor Dr. Frank Wacker,
Professor Dr. Tillmann Krüger,
Professor Dr. Heinrich Lanfermann
und Dr. Andreas Tecklenburg.
psychiatrie und Psychotherapie. Professor
Krüger koordiniert den Forschungsverbund „Neurobiologische Grundlagen von
Pädophilie und sexuellem Missbrauchsverhalten gegen Kinder“ (NemuP), an dem
fünf weitere Universitäten teilnehmen und
n
etwa 250 Probanden untersucht werden.
Ziel ist, Grundlagenverständnis, Diagnostik und Therapie zu verbessern und damit
langfristig Kinder und Jugendliche vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Das Projekt wird vom BMBF gefördert. bb
Engpass der MR-Diagnostik beseitigt
Auf dem Campus der MHH gibt es insgesamt
vier Magnetresonanztomographen. Sie erzeugen Körper-Schnittbilder und stellen Struktur
und Funktion von Geweben und Organen dar.
So können krankhafte Veränderungen beurteilt werden – mit magnetischen Feldern, ohne
Röntgen- oder andere ionisierende Strahlung.
Die beiden neuen MRT-Geräte der Firma Siemens sind nach intensiven Vorarbeiten am 29.
Juli in der MHH installiert worden. Sie mussten
über speziell gesicherte Einbringungswege und
die geöffnete Außenfassade in den neu strukturierten und optimierten MR-Bereich transportiert
werden. „Ebenso wie die Planungs- und Bauleistungen unter der Leitung von Lutz Jürgens aus
der ‚Stabsstelle Planen und Bauen‘ der MHH erfolgte auch die Einbringung der Großgeräte exakt
nach Zeitplan“, lobt Professor Lanfermann. Auch
seinem Team, den Nachbarn und dem Planungsbüro dankt er – ebenso wie dem Strategischen
Investitionsmanagement. Dessen Leiter Josef
Hollenhorst stimmt die termingenaue Behebung
des Engpasses der MR-Diagnostik optimistisch
für die nächsten Projekte: Ab 2015 stehen bis
2018 der Ersatz von drei Computertomographen
(CT) sowie der Einbau eines vierten, zusätzlichen
CT an. Der nächste zusätzliche HochleistungsComputertomograph im Wert von 1,5 Millionen
Euro soll voraussichtlich im ersten Quartal 2015
in Betrieb gehen. bb
42 Forschen und Wissen
info
Breakthrough Prize für Professorin Charpentier
Laboratory for Molecular
Professorin Dr. EmmanuInfection Medicine Sweden
elle Charpentier erhielt
(MIMS) im schwedischen
einen der Breakthrough
Umea.
Prizes in Life Sciences des
Die Französin ist eine
Jahres 2014. Die zwölf
der Entdeckerinnen des
Auszeichnungen, je mit
CRISPR-Cas9-Systems, eines
drei Millionen US-Dollar
biotechnologischen Werkdotiert, wurden am 9. Nozeugs, das zum gezielten
vember im amerikanischen
Editieren von Erbmaterial
Silicon Valley verliehen.
eingesetzt werden kann.
Professorin Charpentier Professorin Charpentier
Der zugrunde liegende Mehat eine Alexander von
Humboldt-Professur an der MHH inne, chanismus entstammt Bakterien, die
leitet die Abteilung Regulation in der In- sich damit vor Viren schützen. Indem sie
fektionsbiologie am Helmholtz-Zentrum bestimmte Sequenzen in deren Genom
für Infektionsforschung (HZI) in Braun- erkennen und es dort zerschneiden,
schweig und eine Arbeitsgruppe am machen sie die Viren unschädlich. Diese
Sequenzerkennung nutzen Forscher
zwischenzeitlich auch im Labor, um gezielte Eingriffe in das Erbgut von Zellen
vorzunehmen. In Zukunft sollen so Erbkrankheiten behandelt werden. Auch
eine Therapie der Infektion mit dem
Aids-Erreger HIV ist damit denkbar.
Den Breakthrough Prize riefen unter
anderem Google-Mitbegründer Sergey
Brin und Facebook-Chef Mark Zuckerberg ins Leben. Der Preis wurde zum
dritten Mal verliehen. Er ehrt besonders
herausragende Forscher und ihre bahnbrechenden Entdeckungen. Neben den
Lebenswissenschaften wird er auch auf
den Gebieten Physik und Mathematik
vergeben. mc
Schutz und Freiraum
Professor Strech hat Heisenberg-Professur angetreten
P
rofessor Dr. Dr. Daniel Strech hat von und gesellschaftlich relevante Forschung medizinischen Maßnahmen. Aber auch
der Deutschen Forschungsgemein- zu schaffen. Dazu gehört auch, die Öffent- „Bürgerbeteiligung“, „Begutachtung von
schaft (DFG) eine Heisenberg-Pro- lichkeit früh und professionell in Diskussio- Forschung“ sowie „Entwicklung von Forfessur erhalten und im MHH-Institut für nen zu biotechnologischen Innovationen schungsrichtlinien“ sind Projekte seiner ArGeschichte, Ethik und Philosophie der und zu Forschungsprojekten mit Menschen beitsgruppe. Diese ist auch Teil des hochschulübergreifenden Netzwerkes
Medizin angetreten. Die DFG fi„Centre for Ethics and Law in the
nanziert den exzellenten WissenLife Sciences – CELLS“.
schaftler somit für einen Zeitraum
Pro Jahr vergibt die DFG rund
von bis zu fünf Jahren, anschliezehn Heisenberg-Professuren für
ßend etabliert sich die Professur
ganz Deutschland über alle Fachdauerhaft an der MHH. Mit ihr
disziplinen hinweg. Gutachter
wird die Forschung, Beratung und
und Kommission überzeugten
Lehre ethischer und regulativer
die praxisorientierte Ausrichtung,
Fragen in der biomedizinischen
die national und international anForschung und Innovation geerkannte Forschung von Professor
fördert. „Wir beglückwünschen
Strech sowie die gute Integration
Professor Strech zur Bewilligung
seiner Projekte in die biomedizidieser hoch angesehenen Profesnische Forschung der MHH.
sur. Die frühe, praxisorientierte
Daniel Strech hat an den UniBegleitforschung zu ethischen,
versitäten Düsseldorf und Nantes
rechtlichen und sozialen Aspek(Frankreich) in Medizin und Philoten unserer innovativen Projekte
sophie promoviert. Nach ärztlichen
ist unserer Hochschule besonders
und forschenden Tätigkeiten an
wichtig. Darüber hinaus erhöht
der Charité in Berlin, der Univerdas hohe Renommee des Heisensität Tübingen und den National
berg-Programms die nationale
und internationale Sichtbarkeit Professor Strech widmet sich ethischen und regulativen Fragen in Institutes of Health, USA, arbeitete
er seit 2008 als Juniorprofessor für
der MHH und trägt entscheidend der biomedizinischen Forschung.
Medizinethik an der MHH. Zwizu ihrer Profilbildung bei“, sagt
MHH-Präsident Professor Dr. Christopher und Tieren einzubinden“, erläutert Profes- schenzeitlich vertrat er für 18 Monate den
sor Strech. Seine aktuellen Projekte drehen Lehrstuhl für Biomedizinische Ethik an der
Baum.
„Ziel meiner Arbeiten ist es, den Schutz sich beispielsweise um die „Informierte Universität Zürich. Für die Heisenberg-Provon Studienteilnehmern zu fördern und Einwilligung“ – also die Information, Auf- fessur lehnte er den Ruf auf eine Professur
zugleich Freiräume für wissenschaftlich klärung und Einwilligung des Patienten vor an der Universität Kopenhagen ab. bb
6/2014
Forschen und Wissen 43
Biomarker zeigt Nierenschaden an
Mithilfe einer Nukleinsäure kann bei Intensivpatienten mit akutem Nierenversagen
die Überlebenswahrscheinlichkeit besser prognostiziert werden
B
ei fünf bis zehn Prozent der Patienten
auf Intensivstationen versagt die Nierenfunktion. Und nur weniger als die
Hälfte dieser vom akuten Nierenversagen
Betroffenen überleben es – trotz der Ersatztherapie Dialyse. MHH-Forscher haben nun
einen neuen Biomarker gefunden, der bereits bei Eintritt des akuten Nierenversagens
eine verbesserte Auskunft darüber geben
kann, ob der Patient dieses überlebt oder
nicht. Es handelt sich um eine sogenannte
long non-coding RNA – eine Ribonukleinsäure, die im Blut vorkommt. Die Wissenschaftler haben sie TapSAKI (Transcript
predicting Survival in acute kidney injury)
genannt. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift
Clinical Chemistry.
Mit tiefgefrorenen Blutproben: PD Dr. Johan Lorenzen (links) und Professor Dr. Dr. Thomas Thum.
„Bei Patienten, deren Blut hohe Konzentrationen TapSAKI enthält, war die Niere
stärker geschädigt. Nur sehr wenige von
ihnen lebten trotz Dialyse noch weitere vier
Wochen. Die Konzentration von TapSAKI
vor Beginn der Nierenersatztherapie kann
so Auskunft darüber geben, wie wahrscheinlich das Überleben des Patienten ist“,
sagt Privatdozent Dr. Johan Lorenzen. Der
Erstautor des Artikels hat für diese Arbeit
Blutproben von rund 120 Patienten untersucht. „In drei bis fünf Jahren könnte dieser Biomarker in der Klinik einsetzbar sein.
Eventuell hat er eine wichtige Funktion in
der Niere. So besteht die Möglichkeit, dass
sein Ausschalten oder Anhäufen der Therapie dient. Das müssen weitere Studien
zeigen“, prognostiziert Professor Thum.
PD Dr. Johan Lorenzen forscht im von
Professor Dr. Dr. Thomas Thum geleiteten
MHH-Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien. Es ist an der
MHH unter anderem in den Exzellenzcluster
REBIRTH und das Integrierte Forschungsund Behandlungszentrum Transplantation
(IFB-Tx) eingebunden. Das Team um PD Dr.
Lorenzen führte die Arbeit gemeinsam mit
Forschern der MHH-Klinik für Nieren- und
Hochdruckerkrankungen sowie mit einem internationalen Wissenschaftlerteam
durch. bb
MHH-Forscher machen „Gentaxi“ sicherer
Neue Therapie für Schweren kombinierten Immundefekt mit Hilfe aus Hannover entwickelt
W
issenschaftler des Exzellenzclusters
REBIRTH haben mit einem neuen
sogenannten Gentaxi die Gentherapie einer seltenen Krankheit sicherer gemacht.
Sie entwickelten ein verbessertes Gentaxi
für die Therapie des X-chromosomalen
Schweren kombinierten Immundefekts
(SCID-X1). In einer multizentrischen Studie,
die an Kliniken in Boston, London, Paris,
Cincinnati und Los Angeles durchgeführt
wurde, konnte die Wirksamkeit der Gentherapie nun nachgewiesen werden.
„Diese Studie zeigt, dass das von uns entwickelte Gentaxi der Krankheitsausbildung
erfolgreich entgegenwirkt. Erfreulicherweise wurden dabei bisher keine Nebenwirkungen beobachtet“, erklärt Professor
Dr. Axel Schambach, PhD, kommissarischer
Leiter des MHH-Instituts für Experimentelle
Hämatologie und Arbeitsgruppenleiter Regenerative Gentherapie im Exzellenzcluster
REBIRTH (Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie). Die Ergebnisse der
Studie veröffentlichten die Forscher nun
gemeinsam mit ihren Kollegen aus dem
Transatlantischen Gentherapiekonsortium
(TAGTC) im New England Journal of Medicine.
SCID ist eine Gruppe schwerer, seltener
Immundefekte, jeder 50.000 Säugling erkrankt daran. Der jeweilige Gendefekt führt
meist zu einer schweren Störung der Bildung weißer Blutkörperchen, wie Lymphozyten und natürliche Killerzellen, sodass der
betroffene Patient keine funktionierende
Immunabwehr entwickeln kann.
Die Gentherapie ist ein komplexer medizinischer Eingriff. Sie stellt eine alternative
Therapie für die Patienten dar, für deren Behandlung kein geeigneter Knochenmarkspender zur Verfügung steht. Bei einer Gentherapie bringen die Forscher die korrekten
genetischen Informationen in kranke Blutstammzellen ein. Dadurch sind diese Zellen
in der Lage, den fehlenden lebensnotwendigen Stoff, zum Beispiel ein Eiweiß, selbst
herzustellen. Anstatt einer Transplantation
von fremdem Spenderknochenmark erhält
der Patient seine eigenen, allerdings „reparierten“ Zellen. In der multizentrischen
Studie wurden neun an SCID-X1 erkrankte
Kinder mit dieser Form der Gentherapie
behandelt. Die meisten dieser Kinder sind
heute geheilt. ck
44 Forschen und Wissen
info
Bei der Versammlung der Freundesgesellschaft (von links): Dr. Nadine Sarah Schaadt, Professorin Dr. Ulrike Raap, Professor Dr. Dr. Thomas Thum, Dr. Claudia
Bang und MHH-Forschungsdekanin Professorin Dr. Denise Hilfiker-Kleiner.
MHH-Forscher gewürdigt
Drei Auszeichnungen auf einen Schlag: Bei der Jahresversammlung
der Freundesgesellschaft wurden der Rudolf-Schoen-Preis, der Sir Hans Krebs-Preis
und das Ernst-August Schrader-Stipendium verliehen
H
ohe Auszeichnungen für MHHWissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Sie erhielten den RudolfSchoen-Preis, den Sir Hans Krebs-Preis und
das Jahresstipendium von Ernst-August
Schrader. Die Verleihung fand während
der Jahresversammlung der Gesellschaft
der Freunde der Medizinischen Hochschule
Hannover e.V. (GdF) am 19. November im
Congress Center der TUI AG statt.
Rudolf-Schoen-Preis
der TUI-Stiftung
Den mit 20.000 Euro dotierten, von
der TUI-Stiftung zur Verfügung gestellten
Preis erhielt Professorin Dr. Ulrike Raap,
Oberärztin an der MHH-Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie. Sie
befasste sich in ihrer Arbeit mit der Mastozytose. Das ist eine seltene Erkrankung, bei
der bestimmte Immunzellen, sogenannte
Mastzellen, in der Haut und im Knochenmark vermehrt vorliegen. Die Symptome
der Mastozytose umfassen einen schweren
Juckreiz, bräunlich-rote Flecken der Haut,
Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall bis hin zur Osteoporose. „Mastozytose-Patienten haben mehr Botenstoffe
vom Typ IL-31 im Blut als Gesunde. Die
Konzentration dieses Botenstoffs korreliert
mit dem Fortschreiten der Erkrankung“,
erläutert Professorin Raap ihre Forschungsarbeit. IL-31 ist somit ein wichtiger und
neuer diagnostischer Biomarker bei erwachsenen Patienten mit Mastozytose,
der dazu genutzt werden kann, die Krankheitsprogression zu erfassen.
Sir Hans Krebs-Preis
Professor Dr. Dr. Thomas Thum und
Dr. Claudia Bang, Institut für Molekulare
und Translationale Therapiestrategien,
bekamen den mit 10.000 Euro dotierten,
von der Gesellschaft der Freunde der
Medizinischen Hochschule Hannover e.V.
gestifteten Sir Hans Krebs-Preis. Sie fanden einen neuen Mechanismus der Kommunikation zwischen den Herzzellen, der
zu krankhaftem Herzwachstum führt.
Daraus kann Herzschwäche oder Herzversagen entstehen. „Wir entdeckten eine
kurze Ribonukleinsäure, miR-21star, und
fanden heraus, dass sie aus Bindegewebszellen herausgeschleust wird und dann in
Herzmuskelzellen eintritt. Das regt Herzmuskelzellen zu krankhaftem Wachstum
an“, erläutert Professor Thum. Die Wissenschaftler fingen miR-21star bei Mäusen mit
krankhaftem Herzwachstum ab, wodurch
sich das Wachstum der Herzmuskelzellen
minderte. Diese Entdeckungen können zu
neuen Therapien führen, die Menschen
vor Herzversagen schützen.
Jahresstipendium
von Ernst-August Schrader
Dr. Nadine Sarah Schaadt, MHH-Institut
für Pathologie, konnte für ihr Forschungsvorhaben ein Jahresstipendium in Höhe
von 10.000 Euro aus Mitteln von ErnstAugust Schrader, Hannover, entgegennehmen. Sie widmet sich dem Bakterium
Pseudomonas aeruginosa. Es ist insbesondere für immungeschwächte Patienten
gefährlich, kann das menschliche Immunsystem schädigen und bei Patienten mit
zystischer Fibrose zu schweren Lungeninfektionen führen. Zudem ist es gegen
die meisten Antibiotika resistent. „Um
Therapien zur Immunstärkung zu finden,
ist ein detailliertes Verständnis der Beziehung zwischen dem Bakterium und dem
Menschen nötig. Deshalb entwickele ich
ein mathematisches Modell, welches das
Wachstum einer Bakterienkolonie in einer
menschlichen Lunge simuliert“, erläutert
Dr. Schaadt. bb
6/2014
Forschen und Wissen 45
Exzellent erklärt
Dr. Graf und Dr. Woller werden für die Präsentation ihrer HiLF-Projekte ausgezeichnet
D
r. Karolin Graf hat beim 20. Symposium
zur Hochschulinternen Leistungsförderung (HiLF) am 3. November den Preis
für den wissenschaftlich und didaktisch gelungensten Vortrag erhalten, Dr. Norman
Woller bekam die Auszeichnung für die
gelungenste Posterpräsentation. Die mit je
250 Euro dotierten Preise vergab die Gesellschaft der Freunde der MHH e.V.
In ihrem HiLF-finanzierten Projekt untersuchte Dr. Graf, wie mehr Händehygiene
erreicht werden kann, um Infektionen und
Kosten zu reduzieren. „Bei der Etablierung
der Aktion ‚Saubere Hände‘ 2008 in der
MHH verbesserte sich zwar die Händehygiene des medizinischen Personals, doch leider war das nicht nachhaltig“, berichtet die
Mitarbeiterin des Instituts für Medizinische
Mikrobiologie und Krankenhaushygiene.
Deswegen untersuchte sie mit ihrem Team,
wie die Händehygiene der Mitarbeiter dauerhaft verbessert werden kann. Mithilfe von
Fragebogenaktion sowie Interviews analysierten sie psychosoziale Einflussfaktoren
Dr. Karolin Graf
Dr. Norman Woller
und Arbeitsbedingungen, und sie identifizierten Chancen und Risiken. Auf Basis der
Ergebnisse entwickelten Mitarbeiter des
Instituts für Medizinische Mikrobiologie
und Krankenhaushygiene sowie der Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Psychologie im Projekt „Psygiene“ Konzepte
für verschiedene Mitarbeitergruppen, um
ihr Verhalten in Bezug auf Händehygiene
zu verbessern. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
gefördert.
Dr. Norman Woller aus der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrino-
logie widmete sich mit seinem HiLF-Projekt
der Immuntherapie zur Krebsbehandlung.
Bei Krebserkrankungen werden derzeit
Operationen, Chemo- und Strahlentherapien durchgeführt, darüber hinaus entwickeln Forscher auch Immuntherapien –
etwa sogenannte Antikörpertherapien zur
Aktivierung zellulärer Immunreaktionen, um
gegen Krebszellen spezifischer vorgehen zu
können. „Bei diesen Therapien kann das
Immunsystem des Patienten auf den Tumor
aufmerksam werden und die Tumorzellen
zerstören“, erläutert Dr. Woller. Leider ist die
Ansprechrate der Patienten bei dieser Art
der Immuntherapie gering. Werden jedoch
Tumoren, die nicht auf die Immuntherapie
angesprochen haben, zusätzlich mit einem
tumorspezifischen Virus behandelt, so kann
die Tumorresistenz durchbrochen und die
gegen den Tumor gerichteten Immunreaktion deutlich gesteigert werden. Die
Tumoren­­knoten verkleinerten sich und bildeten keine Metastasen mehr. Dazu führte
Dr. Woller Versuche im Labor durch. bb
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46 Lernen und Lehren
Ehrendoktor für
Professor Kalden
MHH verleiht bei HBRS-Eröffnung hohe Auszeichnung
D
ie Ehrendoktorwürde ist die sel- dungszeit der Hochschule die Forschung
tenste und wohl auch höchste Aus- an der MHH-Klinik für Immunologie etabzeichnung, welche eine Hochschule für liert und nach außen sichtbar gemacht
besondere wissenschaftliche Leistungen und zum anderen die Philosophie der
verleihen kann. Mehr als zehn Jahre ist MHH nach Erlangen getragen, als er dort
es her, dass die MHH diese Auszeichnung 1977 die Klinik für Immunologie nach
zum letzten Mal verliehen hat, 18 Ehren- dem Vorbild der MHH aufbaute. Für Prodoktoren zählten bislang zum honorigen fessor Kalden war diese Auszeichnung
Kreis der Hochschule. Seit Oktober darf nicht der erste Ehrendoktor-Titel: Die
Berliner Charité und die
sich nun auch Professor Dr.
Lund University in Stockholm
Joachim Robert Kalden, eheverliehen ihm diesen bereits.
maliger Direktor der Klinik für
„Ich bin aber besonders stolz
Innere Medizin an der Univerauf diesen Titel der MHH,
sität Erlangen und anerkannweil ich hier mit meiner Auster Experte auf dem Gebiet
bildung begonnen habe“,
der Autoimmunerkrankunerklärte der 76-jährige Emegen, mit diesem Ehrentitel
ritus. Daher machte er sich
schmücken. Während der Ergerne auf den Weg von Eröffnungsfeier der Hannover
Biomedical Research School Professor Dr. Joachim langen nach Hannover, um
vor Ort die Urkunde ent(HBRS) überreichte MHH-Prä- Robert Kalden (77)
gegenzunehmen.
sident Professor Dr. ChristoNach seinem Medizinstudium in Tüpher Baum dem ehemaligen MHH-Arzt
seine Urkunde. „Die Entscheidung des bingen habilitierte er sich 1973 an der
Senats geschah in Anerkennung Ihrer MHH in Klinischer Immunologie und InVerdienste zur Förderung der Wissen- nerer Medizin bei Prof. Dr. Helmuth Deischaft in der Klinischen Immunologie und cher und arbeitete anschließend vier Jahin der Rheumatologie sowie insbesondere re lang an der MHH unter anderem für
in Würdigung Ihres großen Engagements Prof. Dr. Fritz Hartmann in der Rheumafür die Hannover Biomedical Research tologie. Von diesen MHH-Pionieren habe
School der MHH als langjähriges Mitglied er neben einer guten Ausbildung viele
für die damalige Zeit innovative Ideen
des International Advisory Boards.“
In seiner Laudatio würdigte Professor zur Struktur einer Klinik mitgenommen,
Dr. Reinhold E. Schmidt Professor Kalden als er den Ruf an die Universität Erlangen
als einen der international bedeutends­ annahm. Dort leitete er fast 30 Jahre die
ten Immunologen und Rheumatologen. Klinik für Innere Medizin 3 und das InEr habe zum einen als Pionier der Grün- stitut für Klinische Immunologie. dr
info
Aufklärung
auf
Augenhöhe
Marco Haertlé hat
den Niedersächsischen
Wissenschaftspreis erhalten
H
ohe Auszeichnung für MHHStudent Marco Haertlé: Das Land
Niedersachsen hat den 24-jährigen Medizinstudenten als einen von acht
Studierenden mit dem Niedersächsischen
Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Damit
würdigt das Niedersächsische Ministerium
für Wissenschaft und Kultur (MWK) sein
gesellschaftliches Engagement bei der Aktion „Aufklärung gegen Tabak“. Das Preisgeld beträgt 2.500 Euro.
MHH-Student Marco Haertlé engagiert
sich seit einem Jahr in der bundesweiten
Aktion „Aufklärung gegen Tabak“ und
hat in Hannover ein Team aufgebaut,
das Monat für Monat an einer von zehn
weiterführenden hannoverschen Schulen
über die Gefahren des Rauchens aufklärt.
MHH-Präsident Professor Dr. Christopher
Baum gratuliert zur Auszeichnung: „Gesundheitsaufklärung und Prävention sind
Kernaufgaben der Medizin. Die MHH
ist stolz auf das große Engagement von
Marco Haertlé. Er erreicht die richtige
Zielgruppe mit originellen und wirksamen
Mitteln.“
Bei diesen Schülerseminaren ist es dem
MHH-Studenten wichtig, die jungen Teenager auf Augenhöhe zu erreichen. „Die
Schüler sollen wissen, was eine Zigarette
ist und was sie mir ihrer Gesundheit
macht. Nur so können sie eine eigen-
6/2014
Lernen und Lehren 47
Ausgezeichnet: Marco Haertlé (24).
ständige Entscheidung treffen, ob sie rauchen
oder lieber nicht“, sagt Marco Haertlé. Er möchte
nicht verbieten, sondern aufklären. „Wir standen
doch selber vor nicht all zu langer Zeit vor der
Entscheidung, nehmen wir die erste Zigarette an
oder lehnen wir sie ab“, erinnert sich der 24-Jährige, der gerade im 9. Semester Medizin studiert,
Stipendiat der Studienstiftung des deutschen
Volkes ist und derzeit an seiner Doktorarbeit
schreibt.
Marco Haertlé informiert mit seinen Kommilitonen Stephan Greten und Peer Lauermann über
die Giftstoffe im Tabak und lässt die Schülerinnen
und Schüler durch einen Strohhalm atmen, damit sie ein Gefühl dafür bekommen, wie es sich
anfühlt, beim Sport weniger Luft zu bekommen.
Der Hannoveraner macht die Gefahren spürbar
und vermittelt zugleich Wissen: Er rechnet vor,
dass ein Raucher, der pro Tag eine Schachtel Zigaretten für fünf Euro raucht, im Jahr 1680 Euro
ausgibt und sich dafür nach 40 Jahren auch einen schicken Sportflitzer hätte kaufen können.
Er lässt die Schüler mitmachen und bringt sie
mit Patienten zusammen, die durch das Rauchen
an Krebs erkrankten und ohne Kehlkopf leben
müssen.
Übernommen hat Marco Haertlé die Idee
„Aufklärung gegen Tabak“ von einem Gießener
Studenten, der diese Aktion in Deutschland initiierte. Haertlé hat die Seminare inhaltlich etwas
überarbeitet, setzt mehr auf Rollenspiele und lässt
die Schüler während einer Gruppenarbeit intensiv
über das Thema diskutieren. Dabei nutzt er gerne die „Smoking App“ der Aktion „Aufklärung
gegen Tabak“. Mit dieser können die multimedial
geschulten Schüler fotografisch nachfühlen, wie
man als Nichtraucher im Vergleich zum Raucher
altert. „Wenn sie dann sehen, wie alt sie aussehen, kriegen sie ein gutes Gefühl dafür, was Tabak
mit ihrem Körper macht“, erzählt der MHH-Medizinstudent. Mittlerweile machen 500 Studierende
in 23 deutschen Uni-Städten mit, auch in der
Schweiz und in Österreich haben sich Studierende
diesem Projekt angeschlossen. dr
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48 Lernen und Lehren
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„Wir möchten schnell helfen“
Sozialfonds für Studierende als Pilotprojekt
Student Gökhan Özdemir, Studiendekan Professor Dr. Ingo Just und Dr. Beate Volke vom Studiendekanat (von links) beim Interview zum Sozialfonds.
S
tudiendekanat, AStA und die Förderstiftung MHHplus starten ein Pilotprojekt, mit dem Studierende, die unverschuldet in Not geraten sind, unterstützt
werden sollen. Studiendekan Professor Dr.
Ingo Just, Dr. Beate Volke vom Studiendekanat und AStA-Sozialreferent Gökhan
Özdemir erklären das Projekt
Herr Professor Just, woher kommt die Idee,
einen Sozialfonds für Studierende in Notlagen einzurichten?
Just: Hintergrund dieser Idee war, dass wir
an der Hochschule bis auf einige Stipendien nichts haben, um in Not geratenen
Studierenden akut helfen zu können. Wir
möchten ohne lange Vorlaufzeit schnell
helfen können, um zu verhindern, dass
Studierende wegen finanzieller Notlagen
ihr Studium abbrechen müssen.
Herr Özdemir, Sie haben als aktives AStAMitglied und Sozialreferent des MHH-Studierendenausschusses häufig mit bedürftigen Studierenden zu tun. In welche Notlage
kann eine Studentin oder ein Student geraten, in der der neue Sozialfonds die letzte
Rettung sein könnte?
Özdemir: In die AStA-Sozialsprechstunde
kommen viele, vor allem ausländische
Studierende, die auf finanzielle Hilfe aus
ihrer Heimat angewiesen sind, die aber
beispielsweise angesichts politischer Probleme in ihren Heimatländern ausbleibt. Es
kommt aber auch vor, dass in den Familien
von Studierenden etwas passiert, weshalb
Studierende in Not geraten. Zum Beispiel
kenne ich eine Studierende, die jetzt ihre
Mutter in Nordrhein-Westfalen pflegen
muss, sie bekommt durch ihren Umzug
kein BAföG mehr und gerät damit kurz-
n
Spendenkonto
Wer den Sozialfonds unterstützen möchte,
kann sich unter Telefon (0511) 532-6549
an die Förderstiftung MHHplus wenden oder
direkt spenden auf das Konto mit der IBAN
DE95 2505 0180 0900 4444 44 bei der Sparkasse Hannover, Stichwort „Sozialfonds“.
fristig in finanzielle Schwierigkeiten. Es gibt
zwar noch das AStA-Darlehen, das Studierende in solchen Situationen in Anspruch
nehmen können, das aber zurückgezahlt
werden muss. Es wäre schöner, wenn wir
das Geld in solchen Situationen den Studierenden schenken könnten. Daher unterstützen wir das Projekt, einen Sozialfonds
an der MHH ins Leben zu rufen.
Just: Es gibt noch andere Situationen, in
denen wir mit einem Sozialfonds helfen
können: Trennung, Scheidung, plötzliche
Kündigung der Wohnung, die nächste
ist zu teuer. Oder Jobverlust, denn viele
Studierende müssen nebenbei arbeiten
gehen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Wenn dann diese Einnahmen
wegfallen und die Kosten weiterlaufen,
kann auch eine finanzielle Notlage entstehen.
Frau Dr. Volke, Sie hatten die Idee zu diesem
Sozialfonds. Wie genau soll den in Not geratenen Studierenden geholfen werden?
Volke: Wir können dabei zum Glück auf die
Förderstiftung MHHplus zurückgreifen, die
das Geld für den Sozialfonds eingeworben
hat. Damit können wir den Studierenden
kurzfristig eine Einmalzahlung in Höhe von
bis zu 1.000 Euro zukommen lassen. Wir
können und wollen noch keine genaue Personenzahl festlegen. Dazu fehlen uns Erfahrungen, wie viele Studierende es betrifft.
Die Bewerberinnen und Bewerber müssen
allerdings einige Voraussetzungen erfüllen.
Wir sichten dann schnell die Unterlagen
und müssen von Fall zu Fall entscheiden.
Wer ist berechtigt, und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Just: Der Sozialfonds ist nicht für Studi-
6/2014
Lernen und Lehren 49
enanfänger gedacht. Wer schon mit
Schwierigkeiten startet, sollte erst einmal
die eigene Finanzierung des Studiums
sicherstellen. Wir möchten eher fortgeschrittenen Studierenden helfen, damit
sie ihr Studium beenden können. Daher
müssen sie bestimmte Studienleistungen
nachweisen, die von Studiengang zu
Studiengang unterschiedlich sind.
Wo müssen die Studierenden ihren Antrag einreichen?
Just: Eingereicht werden die Anträge
im Studentensekretariat. Herr Friedrichs
nimmt die Unterlagen entgegen, anonymisiert sie und gibt sie an eine Kommission weiter, die aus den beiden Studiendekanen sowie Vertreterinnen und
Vertretern des Studiendekanats, des Studentensekretariats und der Studierenden
besteht. Diese entscheidet ausschließlich
aufgrund der im Antrag geschilderten
Situation, ohne die betreffende Person
zu kennen, ob eine finanzielle Unterstützung gezahlt werden kann.
Ab wann kann man sich bewerben, und
gibt es Fristen?
Özdemir: Startschuss ist am 1. Januar
2015, pünktlich zum Jubiläumsjahr der
MHH. Es gibt keine Fristen, die Anträge
können jederzeit eingereicht werden.
Wir möchten ja möglichst schnell helfen.
Kennen Sie ähnliche Sozialfonds an anderen Hochschulen?
Volke: Es gibt bundesweit ähnliche
Sozialfonds, aber kaum einer wird ausschließlich aus Spenden bezahlt. Das ist
eine Besonderheit. Und hier gilt unser
Dank Dr. Eckard Schenke von der Förderstiftung MHHplus, der das Geld für den
Sozialfonds eingeworben hat.
Die Fragen stellte Bettina Dunker.
Der Forschung
ein Forum gegeben
Nichtärztliche Gesundheitsberufe schließen sich zusammen
D
ie nichtärztlichen Gesundheitsberufe
haben sich ein Forum gegeben. Bei
einem ersten gemeinsamen Workshop
Mitte Oktober kamen Ergo- und Physiotherapeuten, Hebammen, Logopäden und
Pflegewissenschaftler der MHH zusammen,
um sich über ihre wissenschaftlichen Aktivitäten auszutauschen. Dabei gründeten
die MHH-Gesundheitswissenschaftler ein
Wissenschaftsforum mit dem Ziel, ihre Forschungsaktivitäten zu bündeln und unter
einen gemeinsamen Leitfaden zu stellen.
„Für Deutschland ist ein derartiges Forum von fünf akademisierten Gesundheitsberufen Neuland und ein bedeutender
Schritt der Professionen für den internationalen Anschluss“, erklärt Privatdozentin
Dr. Mechthild Groß, Leiterin des Masterstudiengangs Hebammenwissenschaft die
Bedeutung dieses Zusammenschlusses.
Auch Studiendekan Professor Dr. Ingo
Just begrüßt diesen zukunftsweisenden
Schritt: „Die Forschung in den nichtärztlichen Gesundheitsberufen wird für
unsere Hochschule immer bedeutender.
Mit dem Wissenschaftsforum können die
Forschungsaktivitäten weiter ausgebaut
werden.“ Für Iris Meyenburg-Altwarg, Geschäftsführerin des Bereichs Pflege an der
MHH, zeigt dieses innovative Projekt, dass
sich die Hochschule kurz vor ihrem 50-jährigen Jubiläum immer noch als Reformuniversität versteht. Das Forum setze neue
Impulse für die wissenschaftliche Weiterentwicklung in den Gesundheitsberufen.
Während des Workshops gab es einen
intensiven interdisziplinären Austausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
K A N Z L E I
Dipl. Oec.
Volker Kirstein
Steuerberater
»Zusammenkommen ist ein Beginn,
Zusammenbleiben ein Fortschritt,
Zusammenarbeiten ein Erfolg.« Henry Ford
Ihre Spezialisten für den Heilberufebereich
Themen waren die Suche nach Lösungen
für die akute Belastungssituation der Pflegekräfte, arbeitsplatzzentrierte Interventionen bei chronischen Rückenschmerzen
sowie die Versorgung von aphasischen
Patienten, die nach einer Krankheit ihre
Sprache verloren haben. Außerdem wurden Arbeitsblöcke gebildet, die untereinander darüber ins Gespräch kamen,
wie die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Disziplinen und Arbeitsbereichen
intensiviert werden kann. Bereits im Vor-
Gemeinsam in die Zukunft: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der nichtärztlichen
Gesundheitsberufe gründeten ein gemeinsames
Wissenschaftsforum.
feld wurde ein Atlas mit den wichtigsten
Publikationen und Projekten verschiedener
gesundheitswissenschaftlicher
Akteure
in Deutschland erstellt. In Zukunft soll es
spezifische Schulungen zur Durchführung
klinischer Studien in den Gesundheitswissenschaften geben sowie eine Fortsetzung des Workshops mit dem Deutschen
Cochrane Zentrum. Außerdem ist das Forum ganz neu im Internet zu finden unter
www.mh-hannover.de/wifoge. dr
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50 Lernen und Lehren
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Willkommen an der MHH!
Aus IsiEmed wird IsiEMHH für alle Studiengänge
Z
wanzig ausländische und vier deutsche Studierende haben zum Semesterbeginn ihr Medizinstudium
mit dem MHH-Programm zur Integration
sowie zu einem besseren sprachlichen
und interkulturellen Einstieg (IsiEmed) aufgenommen. Fleißige Helfer organisierten
an der MHH ein viertägiges Sprach- und
Integrationstrainings für die internationalen Studierenden. Die meisten Teilnehmer kamen dieses Mal aus Syrien
(25 Prozent), Palästina (21 Prozent) und
Israel (14 Prozent). Zum ersten Mal haben
auch vier Studenten aus der Europäischen
Union teilgenommen. Sie kommen aus
Spanien, Frankreich und Griechenland.
Weitere Studierende sind albanischer und
türkischer Herkunft. Sie alle haben eins
gemeinsam: Sie möchten an der MHH
Medizin studieren und ihre Deutschkenntnisse zum Studienbeginn verbessern.
Dazu gab es ein internationales Frühstück mit Dozenten des ersten Studienjahres und viele Gelegenheiten, sich im
persönlichen Gespräch kennenzulernen.
Die IsiEmed-Tutoren organisierten ein Integrationstraining, bei dem über kulturelle
Besonderheiten und Vorurteile diskutiert
wurde. In kleinen Aufgaben sollten die
Teilnehmer Sprachbarrieren überwinden.
Die Tutoren trainierten einige fachspezifische Vokabeln, die für das erste Studienjahr notwendig sind, und führten die
Studienanfänger in das SkillsLab, wo der
Aufbau der Niere erklärt wurde. Lotsen
betreuen die neu angekommenen inter-
„Wir
mussten
fliehen“
D
ie syrischen Medizin-Studenten Ismael
und Rami (Namen geändert) haben
in diesem Jahr am IsiEmed-Programm teilgenommen und ihr Studium an der MHH
aufgenommen. In ihrer Heimatstadt Daraa
begann 2011 die Protestbewegung gegen
die Regierung von Präsident Bashar alAssad. Auslöser war die Festnahme von
15 Jugendlichen, die zuvor Protestslogans
an die Wände ihrer Schule geschrieben
hatten. Nach vergeblichen Versuchen, die
Jugendlichen durch Verhandlungen frei zu
bekommen, versammelten sich Hunderte
Menschen und demonstrierten für Reformen im Land und gegen Korruption. Am
nächsten Tag waren es bereits 3.000 Demonstranten. Diese Proteste waren streng
bewacht von der Polizei, die später das
Feuer auf die Demonstranten eröffnete,
wobei drei Menschen umkamen.
Für euch hat das Medizinstudium schon vor
einiger Zeit begonnen, würdet ihr uns von
eurem Weg erzählen?
Ismael: Unser Medizinstudium haben wir
2011 in Damaskus aufgenommen, wo wir
zwei Semester erfolgreich studiert haben.
Doch das Studium in Syrien ist leider überschattet von den Unruhen im Land. Die ständige Angst, zwischen die Straßenkämpfe
oder in die Nähe von Bombenanschlägen
Froh in Deutschland zu sein und an der MHH zu studieren: Ismael und Rami.
zu geraten, ist eine große Belastung. Besonders der Weg zu uns nach Hause ins 110
Kilometer entfernte Daraa ist gefährlich.
Wie kamt ihr zu der Entscheidung, Syrien
zu verlassen?
Rami: Das war eigentlich keine richtige
Entscheidung, wir mussten fliehen. Im
Oktober 2012 hatte ein Kommilitone von
mir einen Post auf Facebook veröffentlicht. Ein Plädoyer für Freiheit, Demokratie
und gegen das Morden von unschuldigen
Zivilisten durch die Regierung. Er hat mich
in diesem Post verlinkt. Am nächsten Tag
wurde er von der Polizei festgenommen.
Wir hörten, dass er kurz darauf schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden
war. Meiner Familie und mir war klar, dass
keiner, der in diesem Post verlinkt worden
war, sicher sein würde. So saßen mein Bruder und ich wenige Tage später im Flieger
nach Spanien.
Was war eure Verbindung zu Spanien?
Ismael: Unsere Mutter ist Spanierin, wir
besitzen einen spanischen Pass, und unser
Bruder lebt dort. Er hat uns aufgenommen.
Es war jedoch klar, dass er uns nicht lange
würde finanziell unterstützen können. So
haben wir weitere Freunde in Europa kon-
6/2014
Lernen und Lehren 51
nationalen Studierenden in ihren ersten
Wochen, holen sie vom Flughafen ab,
helfen ihnen bei Behördengängen oder
tauschen sich einfach über Unterschiede
aus. HInzu kommen begleitende Tutorials
im ersten Studienjahr.
In diesem Jahr verstärkten die Organisatoren die Zusammenarbeit mit der Gruppe
Erstsemesterarbeit (GEA) und beteiligten
sich in der Ersti-Woche mit einem Stand bei
der GEA-Rallye. Dort mussten Gerichte verschiedenen Ländern der Welt zugeordnet
werden. Ziel ist es, verstärkt internationale
Studierende mit anderen Studierenden
der MHH in Kontakt zu bringen und die
kulturübergreifende Kommunikation und
Zusammenarbeit auf dem gesamten Hochschulcampus zu intensivieren.
Bislang richtete sich IsiEmed an ausländische Studierende des Studiums der
Humanmedizin und zum Teil auch der
Zahnmedizin. Aufgrund der zunehmenden Akademisierung der Gesundheitsfachberufe sind inzwischen weitere Studi-
taktiert, unter anderem einen Freund von
mir in Clausthal. Er erzählte von den guten
Studienmöglichkeiten in Deutschland. So
sind wir zwei Wochen später nach Berlin
geflogen und von da aus nach Clausthal
gefahren.
Wie war euer Start in Deutschland?
Rami: Wir konnten kein Deutsch, hatten
kaum finanzielle Mittel, und unsere Familie
lebte mitten im Krisengebiet. Wir hatten
Glück, dass uns viel geholfen wurde. Wir
fanden einen befristeten Job bei einem
Online-Versandhändler für einen Monat,
das war auch auf Englisch möglich, und
durch den spanischen Pass brauchten wir
keine Arbeitserlaubnis. Doch die Bürokratie
hat auch uns nicht verschont, so mussten
wir einen Sicherheitstest auf Deutsch bestehen, um den Lohn zu bekommen. Wir
haben vier Monate dafür gebraucht. In
dieser Zeit lernten wir Deutsch und zogen
nach Hannover, wo wir morgens von 9 bis
13 Uhr einen Deutschkurs besuchten und
nachmittags von 14 bis 23 Uhr über eine
Zeitarbeitsfirma in Fabriken arbeiteten.
Wie ist es eurer Familie in Syrien ergangen?
Ismael: Der Kontakt nach Hause war unregelmäßig, da Daraa größtenteils zerbombt
ist und es nicht immer funktionierende
Kommunikationsmöglichkeiten gibt. Das
ist unter anderem auch ein von der Regierung genutztes Mittel. Wenn Strom, Internet und Telefon nicht funktionieren, kann
auch niemand Informationen über die Situation vor Ort im Internet hochladen. Wir
hatten große Angst um unsere Familie. In
der Zwischenzeit war auch eine weitere
Bombe in unserer Straße explodiert. Meine
Mutter war gerade beim Einkauf, als die
Wucht der Explosion sie traf. Wir haben
gespart und das Geld sofort nach Hause
geschickt, damit meine Mutter und meine
Schwestern nach Deutschland fliegen
konnten. Seit April 2013 ist nun unsere
Familie hier, und wir sind sehr erleichtert.
Rami, hast du von deinem Freund, der den
Facebook-Post getätigt hat, nach seiner
Verhaftung noch etwas gehört?
Rami: Ja, er rief mich von Jordanien aus an.
Er war nach zwei Monaten der Folter im
Gefängnis freigelassen worden und nach
Jordanien geflohen. Er bat mich um Hilfe
für ein Visum nach Deutschland. Auch er ist
seit einem Jahr hier! Wir sind wirklich sehr
dankbar für die Hilfe, die uns der deutsche
Staat und die Menschen, die wir hier ge-
Deutsche Bräuche
kennenlernen:
ein Besuch auf
dem Weihnachtsmarkt.
engänge an der MHH ins
Leben gerufen worden.
Das
IsiEmed-Programm
soll sich zukünftig an alle
ausländischen Studienanfänger der MHH richten. Aus diesem Grund
wird das IsiEmed-Programm zu IsiEMHH-Programm umbenannt und entsprechend
ausgeweitet. Mitmachen kann jeder an
der MHH: Interessierte können sich an die
Tutoren wenden: isiemed@mh-hannover.
de. dr
troffen haben, erwiesen haben. Trotz all der
Schwierigkeiten haben wir am Ende immer
das erreicht, was wir uns gewünscht haben.
Wir haben sehr viel gelernt, vor allem, dass
es für alle Probleme eine Lösung gibt.
Wie habt ihr den Start an der MHH erlebt?
Rami: Das Gefühl, wieder ein Student zu
sein, ist sehr schön! Endlich kann ich auch
mal wieder an meine Zukunft und mein
Studium denken. Das empfinde ich als
große Freiheit! Ich habe aber noch sprachliche Schwierigkeiten in der Uni. Den Inhalt
der Vorlesungen kenne ich bereits aus dem
Studium in Damaskus, doch ich verstehe
nicht alles auf Deutsch. Aber das sind angenehme Schwierigkeiten, ich fühle mich
endlich wieder wie der Rami von vor zwei
Jahren. Morgens trinke ich eine Tasse Kaffee mit meiner Mutter, und dann gehe ich
in die Uni. Abends kann ich einen Spaziergang auf der Straße machen, ohne Angst
zu haben. Was könnte besser sein?
Wie hat euch IsiEmed geholfen?
Ismael: IsiEmed gibt einem das Gefühl, nicht
alleine zu sein, Ansprechpartner und Hilfe
zu haben, wenn wir sie benötigen. IsiEmed
gibt uns Orientierung für das Studium, und
dafür sind wir sehr dankbar.
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52 Lernen und Lehren
info
atung
Steuerber nd
Zu
von A bis
bis
Professor Günay überreichte die Examensurkunden und „kleidete“ die Besten mit MHH-Krawatte oder MHH-Halstuch.
„Wir sind Zahnärzte,
wie wunderbar!“
Auf 772 Prüfungen folgt eine Examensfeier mit persönlicher Note
D
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ie Aufregung war deutlich zu spüren in dem
Hörsaal der Zahnklinik. 49 Studierende hatten hart auf diesen Tag hingearbeitet und
konnten zu Recht stolz darauf sein, endlich ihre
Examensurkunde zu erhalten. Immerhin lagen hinter ihnen 772 bestandene Prüfungen. Professor Dr.
Hüsamettin Günay, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, überreichte die Urkunden und gratulierte
den Absolventen zum bestandenen Examen.
„Unter Ihnen sind 75 Prozent Damen. Mit der
Durchschnittsnote eins haben 19 Studierende bestanden, darunter 16 Damen und nur drei Herren.
Was ist los, meine Herren?“, fragte Professor Günay
scherzhaft in die Runde der Absolventen. Besondere Studienleistungen würdigte er, indem er den
Besten unter den frischgebackenen Zahnärztinnen
und Zahnärzten nicht nur ihre Urkunde und eine
MHH-Anstecknadel überreichte, sondern sie zusätzlich mit einem Halstuch oder einer Krawatte
der Hochschule kleidete. Außerdem übereichte Dr.
Birgit Kubat als Vorsitzende des Ausschusses für
die naturwissenschaftliche und zahnärztliche Vorprüfung in seinem Namen rote Rosen an die jungen
Zahnärztinnen und Zahnärzte.
Eine ganz besondere Auszeichnung galt der Semestersprecherin Judith Breimann für ihr außergewöhnliches Engagement. „Sie haben diese Aufgabe
vor fünf Jahren übernommen und die ganze Zeit
durchgehalten, das ist außergewöhnlich“, lobte
Professor Günay die Studentin, die auch dieser
Feier ihre ganz persönliche Note gab. So führte
Judith Breimann durch das Programm, trug die
Höhepunkte des gemeinsamen Studiums in einem
Gedicht vor und stellte den Abschlussfilm ihres Jahrgangs vor, bei dem sie als Nachrichtensprecherin die
Neuigkeiten aus der zahnmedizinischen Ausbildung
an der MHH moderierte. „1856 Tage Studentenzeit liegen hinter uns, 44.544 Stunden Unterricht
haben mir persönlich gut gefallen. Wir sind Zahnärzte, wie wunderbar“, freute sich Judith Breimann
stellvertretend für ihr Semester. Sie dankte nicht nur
ihren Kommilitonen für das ihr entgegengebrachte
Vertrauen, sondern überreichte als Dankeschön an
alle MHH-Professoren eine Flasche Wein, zur guten
Erinnerung an das Semester.
Judith Breimann hat wie viele ihrer MHH-Examenskolleginnen und -kollegen schon eine Stelle
als Zahnärztin und wird nach Hameln gehen. Professor Günay lud sich spontan ein, bei seinem
nächsten Besuch in Hameln bei ihr in der Praxis
vorbeizuschauen. Neben Professor Günay richteten
MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum,
Zentrumsleiter Professor Dr. Rainer Schwestka-Polly
und der Studiendekan der Zahnmedizin, Professor
Dr. Harald Tschernitschek, sowie der Präsident der
Zahnärztekammer, Dr. Michael Sereny, Worte des
Glückwunsches und der Anerkennung an die jungen Zahnärztinnen und Zahnärzte der MHH. dr
6/2014
Lernen und Lehren 53
Eine Reise durch die Promotion
Musikalische Feierstunde für 144 Doktoranden:
MHH und Freundesgesellschaft überreichen Promotionspreise
E
s war eine besonders musikalische Feierstunde, in der die MHH zum 29. Mal
ihre Doktoranden ehrte. Professor Dr.
Roland Seifert nahm die 144 jungen Akademiker mit auf eine musikalische Reise
durch die Zeit ihrer Doktorarbeit. Begleitet
von Michael Tewes am Flügel ließ der neue
MHH-Kulturbeauftragte des Senats die
Oboe sprechen: Von der ersten Euphorie
beim Start der Doktorarbeit (Allegro von
Georg Friedrich Händel) über die Trauer
Überreicht
über fehlgeschlagene Experimente (Arie
die Urkunden:
des Orfeo von Christoph Willibald Gluck)
Professor Baum.
zur nötigen Disziplin (Militärmarsch von
Franz Schubert) und Träumerei von der untersuchte in ihrer Doktorarbeit am Twin- mus blieb zunächst ungeklärt und wurde
ersten Veröffentlichung (Träumerei aus core-Institut für Experimentelle Virologie Gegenstand dieser Arbeit. Er konnte zei„Kinderszenen“ von Robert Schumann) bis die Hauptkomponenten der Virushülle, gen, dass aufgrund der Mutation, die sich
hin zum Preislied für die vollendete Doktor- die Proteine E1 und E2. Sie entwickelte im nicht-codierenden Bereich des Gens
arbeit (Preislied aus „Die Meistersinger von ein Zellkulturmodell, mit dem sie die Ei- befindet, der erste Schritt in der SignalproNürnberg“ von Richard Wagner).
genschaften dieser Hüllproteine studieren tein-Entstehung gestört ist: die Reifung der
Nach diesem musikalischen Einzug fiel konnte, und zwar mit HCV-Hüllproteinen, Boten-RNA. Diese Erkenntnisse erweitern
es MHH-Präsident Professor Dr. Chris- die direkt aus Patienten stammen. Das das Verständnis von der Reifung der Botentopher Baum leicht, die UrModell ermöglicht es, besser RNA und können helfen, neue Gentherakunden für die erfolgreich
zu verstehen, wie Antikörper pieverfahren zu entwickeln.
beendeten Doktorarbeiten zu
Jörg Langemeier hat seine experimendas Virus ausschalten. Juliane
verleihen, darunter sind 62
Dörrbecker untersuchte zudem telle Doktorarbeit im Strucmed-Programm
junge Humanmedizinerinnen
mit Kollegen die Stabilität des der MHH geschrieben. Das Institut für Viround 39 Humanmediziner, 15
Virus unter Umwelteinflüssen. logie hatte das Thema ausgeschrieben. DaZahnmedizinerinnen und acht
Dabei konnten sie nachweisen, bei, so Laudator Dr. rer. nat. Jens Bohne, sei
Zahnmediziner, zwölf Doktodass alle HCV-Genotypen in die Wahl auf den gelernten Bäcker gefalrinnen und vier Doktoren der
Flüssigkeiten recht stabil sind len. „Mit dieser Ausbildung weiß man, wie
Naturwissenschaften,
eine Dr. rer. nat. Juliane
und auch angetrocknete Viren man im Labor arbeitet und dass man seinen
Humanbiologin und zwei Dörrbecker (29)
infektiös sein können. Daher ist Arbeitsplatz sauber halten muss“, scherzte
Humanbiologen sowie eine
die gemeinsame Nutzung von er. In der Tat hat sich Langemeier erst nach
Doktorandin der Bevölkerungsmedizin. Wasser, Flasche und Filter beim Drogen- seiner Bäckerlehre in Rinteln entschieden,
19 von ihnen haben ihre Promotion „mit konsum ein potenzieller Übertragungsweg sein Fachabitur in Minden nachzuholen.
Auszeichnung“ abgeschlossen. Die beiden für HCV. Diese Ergebnisse liefern wichtige „Dabei habe ich mich erstmals mit naturmit jeweils 2.500 Euro dotierten Promoti- Hinweise für den praktischen Schutz vor wissenschaftlichen Fragen beschäftigt und
onspreise überreichte Professorin Dr. phil. HCV im Drogenmilieu.
gemerkt, dass die Molekularbiologie ein
Denise Hilfiker-Kleiner, MHH-Forschungsspannendes Thema ist“, erklärt er. Er entdekanin, gemeinsam mit Manfred Seidel Mechanismus einer komplexen
schied sich für das Medizinstudium, auch
von der Gesellschaft der Freunde der MHH Immunschwäche entschlüsselt
um einen vielseitigen Beruf zu erlernen.
e.V. an Dr. rer. nat. Juliane Dörrbecker (29)
„Der Beruf des Arztes ist so vielseitig, dass
und Dr. med. Jörg Langemeier (37).
Für seine Doktorarbeit untersuchte Jörg man immer wieder ein spannendes Thema
Langemeier im MHH-Institut für Virologie oder eine neue Aufgabe finden kann, in der
Neue Erkenntnisse über das
Klinik wie in der Forschung“,
das Erbgut von vier Geschwissagt Dr. Langemeier. Als Nächstern,
bei
denen
eine
genetisch
Hepatitis C-Virus
tes geht er als Kinderarzt an ein
bedingte Immunschwäche beKrankenhaus in Dortmund.
schrieben
wurde.
Aufgrund
Weltweit sind etwa 160 Millionen
Am musikalischen Ausklang
Menschen mit dem Hepatitis C-Virus einer Genmutation war die
der Feierstunde beteiligte Pro(HCV) infiziert und tragen ein erhöhtes Menge eines bestimmten Sigfessor Seidel auch die FestgesellRisiko für schwere Lebererkrankungen. nalproteins vermindert, die Imschaft. Im Chor verabschiedete
Das Virus ist sehr flexibel und weicht dem munzellen konnten bakterielle
sich das Publikum mit „Hey
Immunsystem geschickt aus. Eine beson- Infektionen nicht ausreichend
Jude“ von Paul McCartney. Ein
dere Rolle spielt dabei die Virushülle. Die bekämpfen. Der molekularbio- Dr. med. Jörg
gelungener Abschluss.dr
Naturwissenschaftlerin Juliane Dörrbecker logische Wirkungsmechanis- Langemeier (37)
54 Lernen und Lehren
info
Die Lehre kommt gut an
Die MHH-Studierenden bewerten die Module positiver als im Vorjahr
S
tudierende im Modellstudiengang
HannibaL der MHH bewerten die
Module im Anschluss an die jeweilige Abschlussprüfung. Dazu füllen sie
einen elektronischen Fragebogen aus und
geben damit den Lehrenden eine zeitnahe
und direkte Rückmeldung, wie ihr Unterricht bei den Lernenden angekommen
ist. Das Ergebnis wird jedes Jahr in einer
Rangliste zusammengefasst. Bei diesen
Bewertungen der Lehrveranstaltungen des
zurückliegenden Studienjahres werden die
einzelnen Module nach dem gymnasialen
Punktesystem miteinander verglichen.
Für das zurückliegende Studienjahr
2013/2014 fiel die Auswertung
gegenüber
dem Vorjahr insgesamt
positiver aus. „Die Bewertungen sind in den
meisten Modulen leicht
angestiegen. Die durchschnittliche
Bewertung
erhöhte sich gegenüber
dem Vorjahr um 0,3 auf
10,6 Punkte“, erklärt Privatdozent Dr. Volkhard
Fischer, Bereichsleiter im
Studiendekanat und zuständig für die Evaluation. „Die
Rangfolge der Fächer bleibt in
etwa gleich, es gibt nur wenige
Abweichungen. Daran zeigt
sich: Engagement der Dozenten
und gute Organisation der Lehre
zahlen sich dauerhaft aus.“ Auch
Studiendekan Professor Dr. Ingo
Just sieht diesen positiven Trend,
stellt aber zugleich fest, dass die
Evaluation nur ein Werkzeug sein
kann und nicht das Ziel: „Das Ziel
ist die gute Lehre. Die Evaluationen
helfen uns nur dabei zu überprüfen,
ob dieses Ziel erreicht wird.“
dr
Alle Lehrveranstaltungen
des Medizinstudiums im Vergleich:
gewichtete Mittelwerte
der Evaluationen
im Studienjahr 2013/14.
6/2014
Gäste und Feste 55
Verdienstorden für
besonderes Engagement
Die Klinik für Psychiatrie
ehrt zwei aktive
Unterstützer
S
eit mehreren Jahren unterstützen sie
die MHH-Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie bei
der Arbeit; ohne sie wären wichtige Projekte zum Wohle psychisch kranker Menschen kaum möglich. Jetzt bedankte sich
die Klinik bei ihnen: Dirk Knappert, General
Manager des Leonardo Hotels Hannover,
und Dr. Ralf Meyer, Leiter der Volkswagen
Akademie Hannover, wurden am 10. Oktober mit dem „Verdienstorden der Klinik
für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychiatrie“ geehrt. MHH-Präsident Professor
Dr. Christopher Baum und Klinikdirektor
Professor Dr. Stefan Bleich übergaben die
kleine Silberplakette.
Dirk Knappert (46) unterstützt die Klinik unter anderem bei ihrem Symposium
„Anders sein“, das jedes Jahr im Herbst
im Leonardo Hotel Hannover stattfindet.
Der Hoteldirektor ist beeindruckt von dem
Idealismus und der Herzlichkeit, mit denen
das Klinikteam arbeitet. „Jeder Mensch
kann jederzeit in die Situation kommen,
psychisch krank zu werden und dringend
Die „Ordensträger“: Dr. Ralf Meyer (vorne links) und Dirk Knappert (vorne rechts). MHH-Präsident
Professor Baum sowie Professor Bleich, Daniela Feyerabend, Andreas Feyerabend und Andreas Wessels von der Klinik für Psychiatrie freuten sich mit den beiden.
Unterstützung und Hilfe von außen zu
benötigen“, erklärt Knappert. „Deshalb
war es für uns nie eine Frage, ob, sondern
nur wie wir seitens des Hotels die Klinik
unterstützen können.“ Mehr oder weniger zufällig entstand der Kontakt von Dr.
Ralf Meyer (53) zu Mitarbeitern der Klinik.
In Gesprächen mit ihnen ist ihm bewusst
geworden, wie wichtig deren Arbeit mit
psychisch kranken Menschen ist. Daraufhin hat er sich entschlossen, sich für die
Klinik zu engagieren. „Die besten Dinge
im Leben verdanken wir dem Zufall“, sagt
Dr. Meyer, der unter anderem ebenfalls
das Symposium „Anders sein“ finanziell
unterstützt. Professor Bleich: „Die Psychiatrie hat ihren Platz in der Gesellschaft
noch nicht richtig festigen können. Umso
wichtiger ist es, dass es Menschen gibt, die
uns helfen, diesen Bereich mehr in die Öffentlichkeit zu tragen. Mit der finanziellen
Unterstützung können wir Projekte ins Leben rufen, die den Patienten direkt zugute
kommen.“ tg
Tierisch hilfreich
MHH-Symposium „Psychotierisch“: Christian Wulff
hielt Laudatio auf Chef des Serengeti-Parks
W
elche Wirkung haben Tiere auf seelisch kranke Menschen? Welche
Rolle spielen sie bei Psychotherapien? Was
können wir von Tieren lernen? Um diese
und ähnliche Fragen ging es bei dem Symposium „Anders sein“, das die Klinik für
Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie veranstaltete. Das Symposium
verband Fachwissen mit Unterhaltung und
gesellschaftlicher Aufklärung. Zu den Referenten gehörten neben Experten aus der
Klinik unter anderem eine Hundetrainerin,
eine Patientin, eine Unternehmensberaterin und ein Rechtsanwalt. Diese Mischung
sprach viele an: 250 Gäste kamen Ende
Oktober ins Leonardo Hotel.
Bei der Veranstaltung wurde auch die
Ehrenmedaille „Anders sein“ verliehen.
Die Klinik ehrt damit jedes Jahr Menschen,
die sich dafür einsetzen, dass psychische
Erkrankungen und die Betroffenen stärker
von der Öffentlichkeit wahrgenommen
werden. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Dr. Veronica Trussardi-Sepe und
Dr. Fabrizio Sepe, Geschäftsführer des
Serengeti-Parks in Hodenhagen. Familie
Sepe ermöglicht den Patienten der MHHKlinik kostenfreie Besuche in ihrem Park
und unterstützt dadurch die Klinik und
ihre Patienten auf ganz besondere Weise.
Die Kontakte zwischen den Patienten und
Tieren werden wissenschaftlich begleitet.
Umrahmt von Laudator Christian Wulff (links)
und Klinikdirektor Professor Dr. Stefan Bleich
(rechts): Preisträger Fabrizio Sepe.
Die Laudatio auf Dr. Fabrizio Sepe
hielt Christian Wulff, Bundespräsident
a.D. Er beschrieb in seiner Rede einerseits
die enge Verbundenheit seines Freundes
Sepe zu den Tieren und lobte andererseits
dessen Engagement für benachteiligte
Menschen. „Du bist jemand, der bereit ist,
sein Glück mit den Menschen zu teilen,
die nicht so viel Glück im Leben hatten“,
sagte Wulff. tg
56 Gäste und Feste
info
Sportliche
Spende
Bewegung trotz Bettlägerigkeit – das
bietet der Sportmediziner Torge Wittke
jungen Patienten der Kinderklinik schon
seit einigen Jahren an, finanziert hauptsächlich vom Verein für krebskranke Kinder Hannover e.V. Nun haben sich seine
Möglichkeiten ausgeweitet, da die von
Dr. Eckart von Hirschhausen gegründete
Stiftung „Humor hilft heilen“ zehn Spielkonsolen gespendet hat. Vier davon werden in Trainingsräumen der Sportmedizin
fest installiert und können dort zum Beispiel beim Radfahren spannende Strecken
zeigen oder zum Tanzen motivieren. Die
weiteren sechs Konsolen können Kinder
direkt vom Krankenbett der Stationen
Die vierjährige
Lilly-Sophie genießt
eine der neuen
Spielkonsolen –
und die
Anfeuerung durch
Professorin Hansen
und Torge Wittke.
61b, 62 und 64a aus benutzen. „Wir
freuen uns sehr über die Spende, denn
diese Möglichkeiten sind zwar kein Ersatz
für Sport, wie ihn gesunde Kinder betreiben, aber eine Alternative für die Zeit im
Krankenhaus“, sagt Professorin Dr. Gesine
Hansen, Leiterin des Zentrums für Kinder-
heilkunde und Jugendmedizin. „Besonders Boxen macht den Mädchen und
Jungen Spaß und bietet eine sehr gute
Möglichkeit, ihre Ausdauer zu trainieren
– in dem Maß, das für sie gut ist. Dabei
können auch ihre Familienmitglieder mitmachen“, sagt Torge Wittke. bb
450 Kinder reisen durch den Körper
Unterwegs durch Adern, Herz, Lunge und Darm: Die KinderUniHannover
startete mit Professor Ochs an der MHH
W
ie sieht es in meinem Inneren aus?
Mit dieser Frage sind am 21. Oktober rund 450 Mädchen und Jungen zwischen acht und zwölf Jahren in den Hörsaal
F zur Vorlesung der KinderUniHannover
(KUH) gekommen. Professor Dr. Matthias
Ochs fand Antworten, indem er die Neugierigen auf eine spannende Reise durch
den Körper mitnahm.
Da man zum Reisen Straßen, einen
Motor und Treibstoff braucht, erläuterte
der Leiter des Zentrums für Anatomie die
entsprechenden Organe im Körper: die
Blutgefäße, das Herz, die Lunge und den
Darm. Dabei erklärte er die
Zusammenhänge und Details
in für Kinder verständlichen
Worten und anhand zahlreicher anschaulicher Beispiele. Zu jedem Organ konnten die jungen
Gäste spannende Quizfragen beantworten
und erhielten so auch eine Vorstellung über
die jeweiligen Größen der Organe. „Würde
man alle Blutgefäße eines Menschen aneinanderreihen, dann wären sie so lang,
dass sie zweieinhalbmal um die Erde reichen würden“, erklärte Professor Ochs und
zeigte die Strecke an einem Globus.
KinderUni: Professor Ochs erklärt neugierigen Jungstudenten den inneren Aufbau des Körpers.
Wie viel Blut in einem
Körper fließt, konnten sich
die Kinder gut vorstellen,
weil er ihnen dieses Maß anhand eines fünf Liter Kanisters demonstrierte. Und dass das Herz eines
Menschen wie ein Motor funktioniert und
so groß ist wie seine eigene Faust, wussten
schnell alle Mädchen und Jungen im Saal.
Sie erfuhren zudem, wie es aufgebaut ist
und sich anhört, klatschten sogar alle den
Herzrhythmus mit. „Die Lunge saugt die
Luft ein wie ein Schwamm das Wasser“,
erläuterte Professor Ochs noch. Besonders
staunten die Kinder auch darüber, dass die
Oberflächen von Lunge und Darm je so groß
sind wie ein ganzer Tennisplatz. „Der Darm
ist acht Meter lang und passt trotzdem in
den Körper“, berichtete der neunjährige
Martin nach der Vorlesung seinem Vater.
„Mir haben die Quizfragen besonders gut
gefallen“, meinte die achtjährige Nora. Und
Lilli aus der zweiten Klasse mochte sehr,
dass man die Herztöne im Hörsaal hören
und dem Professor anschließend so viele
Fragen stellen konnte.
Ihm selbst hat sein ungewohntes Publikum sehr gut gefallen: „Es hat mir wirklich
viel Spaß gemacht, und ich kann es nur weiterempfehlen. Besonders schön fand ich es,
wie begeisterungsfähig die Kinder waren“,
sagte Professor Ochs. bb
6/2014
Gäste und Feste 57
Aktionen zum Mitmachen, Ausprobieren und Verstehen: Dr. Dorothee Brockann aus der Augenklinik lässt die Gäste die Welt durch eine ganz eigene
Brille sehen (links). Dr. Gesinde Picksak und die Auszubildende der Apotheke präsentieren den Besuchern Blutegel (Mitte). Und Dr. Regina Rumpel aus
dem Institut für Neuroanatomie erklärt einem Gast die Hirnareale an einem Modell (rechts).
Wunderwelt Medizin
2.000 Gäste beim Tag der offenen Tür in der MHH: Beitrag zum November der Wissenschaft 2014
M
edizin zum Anfassen, Ausprobieren und Mitmachen präsentierten
Kliniker, Forscher und Lehrende
beim Tag der offenen Tür in der MHH, dem
Beitrag der Hochschule zum vierten November der Wissenschaft. Wie kann man
Spenderlungen so transportieren, dass sie
in einem deutlich besseren Zustand beim
Empfänger ankommen? Das neue Organ
Care System in Aktion mit einer Schweinelunge zeigten die Experten der Klinik für
Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie.
Wie Spinnen bei der Nervenregeneration nach schweren Verletzungen und bei
der Wundheilung helfen können, erklärten
am 22. November die Forscher der Klinik
für Plastische-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Dazu stellten sich die
Studiengänge Human- und Zahnmedizin
und alle MHH-Schulen und Ausbildungsberufe vor. Die MHH-Zentralapotheke
hatte Blutegel mitgebracht. An dem Stand
konnten sich die Besucher die Tierchen
genauer ansehen. „Blutegel fördern die
Wundheilung. Sie kommen beispielsweise
in der plastischen Chirurgie bei Hauttransplantationen zum Einsatz“, erklärte Apothekerin Dr. Gesine Picksak. Besucher Martin T. kennt Blutegel aus seiner Kindheit.
„Die hatte ich damals einige Male an den
Füßen – natürlich nicht aus medizinischen
Zwecken.“ Beim Tag der offenen Tür ließ
er sich einen Blutegel auf die Hand setzen.
„Die Welt unter dem stärksten Vergrößerungsglas“ erwartete die Besucher bei
einer Führung zum Elektronenmikroskop.
Besonders beliebt waren auch die Führungen der Neurochirurgie, der Anatomie und
zum Skills Lab. Einblicke in die praktische
Arbeit des Teams des Rettungshubschraubers Christoph 4 bekamen die Besucher
ebenfalls.
Dr. Hendrik Suhling (links) und Ute Sauermann aus der Klinik für Pneumologie bei einer Bronchoskopie.
Vom Gehirn über Augen, Nase, Ohren,
den Bewegungsapparat, Herz und Lunge,
das Immunsystem bis hin zur Nuklearoder Sportmedizin und der regenerativen
Medizin waren 40 Kliniken und Institute
der MHH und ihre Partner vor Ort und
beantworteten Fragen zu Forschung und
Klinik. Auch die Krankenhaushygiene, die
Patientenuniversität, das Gleichstellungsbüro und das Kunstforum informierten –
zum Teil sehr spielerisch – über ihre Arbeit.
Sehr gut besucht war auch der Stand
der Klinik für Pneumologie. Dr. Hendrik
Suhling und Krankenpflegerin Ute Sauermann erklärten alles über die Bronchoskopie und demonstrierten anhand eines
Modells, wie so eine Lungenspiegelung
durchgeführt wird. Sie zeigten, wie ein
flexibles Endoskop durch die Nasenöffnung bis in die Lunge geführt wird und
dort mithilfe einer winzigen Zange blutstil-
lendes Material eingebracht oder mithilfe
eines Schlingnetzes Fremdkörper entfernt
werden können. Diese Eingriffe konnten
die Besucher gemeinsam mit dem Arzt live
am Bildschirm verfolgen. „Es wurden zahlreiche Fragen gestellt“, sagte Dr. Suhling.
„Viele Kinder waren fasziniert von der
Übertragung auf den Bildschirm, die Erwachsenen interessierten sich mehr für
das Medizinische.“
„Mein großer Dank gilt allen Beschäftigten, Studierenden, Schülerinnen und
Schülern sowie den Freiwilligen, die mit
ihrem Engagement dieses Fest erst ermöglicht haben“, sagt Stefan Zorn, Leiter
der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die den Tag der offenen Tür
organisiert hatte und in der Umsetzung
vom Veranstaltungsmanagement und
dem Hörsaaldienst unterstützt worden
war.tg
58 Gäste und Feste
info
Natascha Bell unterhielt die Gäste der Vernissage musikalisch.
Die etwas andere Ausstellung
MHHplus in der kestnergesellschaft zugunsten der Kinderklinik
A
m 11. Oktober eröffnete die Förderstiftung MHH plus die Wanderausstellung „Ich habe mich und mein
Kunstherz gemalt“ in dem renommierten
Kunstverein, um auf eine Spendenaktion
zugunsten der Kinderklinik aufmerksam zu
machen.
In der zweiten Oktoberwoche wurde in
der kestnergesellschaft eine ganz besondere Ausstellung vorbereitet. Bei den Bildern, die die Ausstellungstechniker in Halle
V an die Wand dübelten, handelte es sich
nicht um die Werke eines Shootingstars der
internationalen Kunstszene. Es waren die
Arbeiten von 18 schwer kranken Kindern
und Jugendlichen, die in der Kinderklinik
mit der Kunsttherapeutin Anne Nissen für
ein Buchprojekt der Förderstiftung MHHplus
gemalt haben.
Anlass war die laufende Spendenaktion
zugunsten der psychosozialen Betreuung
schwer kranker Patienten in der Kinderklinik. Ein Team von Psychologen, Kunsttherapeuten und Sozialarbeitern sorgt
dort dafür, dass Kinder und ihre Familien
an den Belastungen durch Diagnose und
Klinikaufenthalt nicht zerbrechen. Diese
wichtige Betreuungsarbeit kann nur über
Spenden finanziert werden. Die Bilder der
Kinder transportieren nicht nur ihre Sorgen
und Hoffnungen, sondern lassen auch
erahnen, wie bedeutsam die psychologische und kunsttherapeutische Betreuung
für die Genesung ist. Dass diese Botschaft
ankam, war bei den 70 Besuchern der Ausstellungseröffnung deutlich zu spüren.
Wer die Bilder und ihre Wirkung selbst
erleben möchte, hat dazu bis zum 5. Ja-
nuar 2015 Gelegenheit. So lange ist die
Ausstellung noch in der MHH-Ladenzeile
zu sehen. Der Katalog mit allen Arbeiten ist
für 15 Euro in der MHH-Lounge erhältlich.
Der Erlös fließt komplett in das Spendenprojekt. Wenn auch Sie den Klinikaufenthalt für schwer kranke Kinder und Jugendliche etwas erleichtern wollen, spenden
Sie einfach auf das folgende Konto. Jeder
Euro zählt! Und wer bis Jahresende 50
Euro oder mehr spendet, hat die Chance,
eines von drei Bildern des Künstlers Walter
Birenheide zu gewinnen, die die kestnergesellschaft zu diesem Zweck zur Verfügung
gestellt hat.
MHHplus-Spendenkonto, Sparkasse Hannover, IBAN DE95 2505 0180 0900 4444 44,
BIC SPKHDE2H, Stichwort: Psychosoziale
Betreuung Kinderklinik.am
MHH-Alumni beleuchtet „Gefühlschaos Organspende“
Selten sitzen Experten aus den Bereichen
Chirurgie, Neurologie, Ethik und Psychiatrie an einem Tisch und besprechen
das Thema Organspende über die Fachgrenzen hinweg. Noch seltener hören
ihnen interessierte Laien dabei zu. Daher
war die Resonanz groß, als der MHHAlumni e.V. eine solche Zusammenkunft
initiierte: Über 100 Besucher kamen im
Oktober in die MHH, um den Austausch
zwischen Professor Dr. Axel Haverich
(HTTG-Chirurgie), Professor Dr. Reinhard Dengler (Neurologie), Dr. Gerald
Neitzke (Klinisches Ethik-Komitee) und
PD Dr. Annemarie Heberlein (Psychiatrie)
zu verfolgen. Die Veranstaltung war Teil
der Reihe „Die MHH im Gespräch“. Abschließend beleuchtet ist ein solch emo-
tional belegtes Thema nie, aber in einem
Punkt waren sich am Ende alle Beteiligten einig: Ein Organspendeausweis ist
ein wichtiges Statement, ganz unabhängig davon, ob das Häkchen im „Ja“- oder
„Nein“-Kästchen gesetzt wird. Die damit
verbundene Klarheit entlastet Angehörige, Ärzte und auch potenzielle Empfänger im Falle eines Falles sehr. inf
6/2014
Gäste und Feste 59
Die
Nummer 1
ist da!
Gemeinsame Hilfe
für krebskranke
Kinder: Pedro
Ibanez, Professor
Christian Kratz,
Ron-Robert Zieler,
Klaus Rokitta
und Gabriele
Kowollik.
96-Torwart übergibt
Spendenscheck für
krebskranke Kinder
A
ls Klaus Rokitta und Pedro Ibanez
am 4. November die Krebsstation der MHH-Kinderklinik besuchten,
brachten sie eine große Überraschung
mit: Hannover-96-Torhüter Ron-Robert
Zieler. Der Torwart der Nationalmannschaft nahm sich sehr viel Zeit für die
Kinder. Er ging von Zimmer zu Zimmer,
unterhielt sich mit den kleinen Patienten
und schrieb fleißig Autogramme. Zieler
brachte positive Abwechslung in den für
die krebskranken Kinder oft schwierigen
Krankenhausalltag – für manchen jungen Patienten war die Begegnung mit
dem Fußballprofi ein unvergessliches
Erlebnis.
Es war nicht der erste Besuch des Torwarts in der Klinik, diesmal allerdings
konnten Professor Dr. Christian Kratz,
Direktor der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, und Gabriele
Kowollik vom Verein für krebskranke
Kinder Hannover e.V. ihm die sanierte
Kinderkrebsstation zeigen: helle, freundliche Eltern-Kind-Zimmer mit neuen Sanitärräumen und modern gestaltete Flure.
„Sieht wirklich gut aus“, urteilte der Fußballstar.
Möglich geworden war die Sanierung
unter anderem durch Spenden. Hier
leisten Klaus Rokitta und Pedro Ibanez
einen großen Beitrag. Sie organisieren seit
vielen Jahren den Supercup, ein Freizeitkickerturnier, an dem Hobby- und Betriebssportgruppen teilnehmen. Für das Turnier
versucht Rokitta jedes Jahr, möglichst viele
Sponsoren zu gewinnen. „Jeder Euro,
der von der Veranstaltung übrig bleibt,
kommt dem Verein für krebskranke Kinder
zugute“, erklärt er. Gemeinsam mit Zieler
und Ibanez überreichte er einen Spendenscheck in Höhe von 3.300 Euro. tg
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der Degussa Bank:
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bei Medizinische Hochschule Hannover
Haupteingang, Geb. K6, EG
Carl-Neuberg-Str. 1
30625, Hannover
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Psychosomatische
Grundversorgung
Curriculum 80 UE an 4 Wochenenden (4x20UE)
(jeweils Samstag + Sonntag), inkl. Balint-Gruppen
Leitung: Privatdozent Dr. Dipl.-Psych. Burkhard Jäger, MHH;
Dr. Juliana v. Hodenberg, Herne
2015
Beginn
il
18. Apr
Ausbildungsziele: Praxistaugliches Wissen für den Umgang mit Psychosomatischen Krankheitsbildern (Auswahl): Schmerzstörungen – somatoforme
(‚funktionelle‘) Erkrankungen – Störungen bei der Krankheitsbewältigung
(z.B. beim Tinnitus) – Essstörungen und Adipositas – Stressfolgestörungen
(z.B. Posttraumastörungen) – Angsterkrankungen und depressive Erkrankungen
Anerkennung: FA-Weiterbildungen Allgemeinmedizin und Gynäkologie
KV-Zulassung EBM 35100 + 35110
FÜR ALLE KLINISCHEN FACHBEREICHE
Abschluss: Zertifikat „Psychosomatische Grundversorgung“
Fortbildungspunkte 80
Beginn Modul 1: 18.–19.04.2015 (Ärztekammer Niedersachsen)
www.aim-psychosomatik.de
Spezielle
Schmerztherapie
Curriculum 80 UE
(60 UE an 2 Wochenenden + 20 UE e-Learning)
5
201
Beginn
il
24. Apr
Leitung: Prof. Dr. med. habil. Matthias Karst, MHH;
Dr. med. Andreas Kopf, Charité Berlin
Ausbildungsziele: Kompetenz zur Linderung von Leiden durch neuropathische,
akute posttraumatische / postoperative und Tumorschmerzen,
Vorbeugen einer Schmerzchronifizierung durch Prävention / medikamentöse und
nicht-medikamentöse Behandlung chronischer Schmerzpatienten
Anerkennung: Im Rahmen der Zusatzqualifikation „Spezielle Schmerztherapie“
Akkreditierung durch die Landesärztekammer Niedersachsen
Fortbildungspunkte 80
Beginn Modul 1: 24.–26.04.2015 (Medizinische Hochschule Hannover)
www.aim-schmerztherapie.de
Palliativmedizin
Curriculum 160 UE an 8 Wochenenden (8x20UE)
Leitung: Prof. Dr. med. Christoph Reuter , MHH
Privatdozent Dr. med. Matthias Port, München
2015
Beginn
i
02. Ma
Ausbildungsziele (Auswahl):
Medikamentöse und Nicht-medikamentöse Symptomkontrolle –
Entscheidungsfindung zur Therapiebegrenzung – Kommunikation mit Patienten
und Angehörigen
Abschluss: Zusatzqualifikation „Palliativmedizin“
(Akkreditierung durch die Landesärztekammer Niedersachsen)
Fortbildungspunkte 160
Beginn Basislehrgang: Modul 1: 02.–03.05.2015, Modul 2: 27.–28.06.2015
(Ärztekammer Niedersachsen)
www.aim-palliativmedizin.de
Mo.–Do.:
9–14 Uhr

AIM– Arbeitsgemeinschaft Interdisziplinäre Medizin
(05 11) 220 666 0
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