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DHZ, Ausgabe 3/2015 - Handwerkskammer Dresden

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Handwerkskammer Dresden
Ausg. 3 | 6. Februar 2015 | 67. Jhrg. | www.deutsche-handwerks-zeitung.de
QUERGEDACHT
Foto: S. Vergau/dpa/picture alliance
Beim Barte
des Pharaos
Kleines Missgeschick im Antikenmuseum
in Kairo: Da ist eine Reinigungskraft an
den Bart des Pharaos gestoßen, und da
war der Bart plötzlich ab. Weil die Maske
des Tutanchamun die größte Attraktion
des Museums ist, haben die Mitarbeiter
schnell gehandelt und den Bart wieder
drangeklebt. Allerdings dermaßen stümperhaft, dass ein Aufschrei unter Archäologen folgte. Man stelle sich einen Karnevals-Jecken vor, der
an Fasching nachts
um halb vier sekttrunken seinen Klebebart versucht zu
befestigen – so
sieht der gute, alte Tutanchamun
jetzt aus.
Wir Handwerker
wüssten es: Reparaturen bitte nur
vom Fachmann durchführen lassen, und
nur angemessene Kleber nutzen. Im Museum war leider gerade nur Kunstharz zur
Hand, bei Gold und Ton laut Experten eher
ungeeignet. Jetzt hängt der Bart auf halb
acht. Und dann haben die Museumsmitarbeiter (namens Loriot und Mr. Bean) obendrein des Pharaos Antlitz mit Kleber versaut und die Schlotze mit einem Spachtel
wieder abgekratzt. Alles frei nach dem
Motto: Das kannste schon so machen –
aber dann isses es halt kacke.
Aber vermutlich ist das Ganze nur eine
kluge PR-Aktion: Die olle Maske stand
immer so langweilig herum, da ist nach
dieser Story endlich mal was los im Museum. Das hat schon Joseph Beuys mit seinen Kunstwerken so gemacht: Sein Badewannen-Objekt haben mal zwei Frauen
zum Gläserspülen benutzt. So wurde das
berühmt. Und ein Spanier hat kürzlich ein
antikes Jesusbild derart restauriert, dass
es danach aussah, als hätte es den dritten
Platz beim Kindermalwettbewerb der Dorfkirche gewonnen. Aber jeder hat es danach angeschaut. Wer weiß, was dem Pharao als Nächstes abfällt?
bur
DIE AKTUELLE ZAHL
1.140.000.000.000
Euro pumpt die EZB bis September 2016
in die Finanzmärkte und kauft damit Anleihen auf (siehe Seite 2 und 4).
ONLINE-UMFRAGE
Brauchen regionale Spezialitäten
besonderen Schutz?
Rallye: Goldschmiede- und
SHK-Meisterin fahren fürs
Handwerk in die Wüste. Seite 16
Verkaufte Auflage: 479.638 Exemplare (IVW IV/2014) | Preis: 2,75 Euro
Viel Arbeit mit dem Mindestlohn
Betriebe bekommen bürokratische Belastungen aufgebrummt – Koalition ringt um Nachbesserungen des Gesetzes
Von Burkhard Riering
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) findet die Kritik übertrieben.
Zumindest hat auch sie jetzt eine Überprüfung des Gesetzes in den nächsten
Monaten angekündigt. „Ich werde bis
zum Sommer selbst dafür sorgen, dass
wir einen ehrlichen Überblick haben“,
sagte Nahles dem „Tagesspiegel“.
„Schwierige Punkte werde ich dabei
nicht ausklammern.“ Nahles hält die Belastungen für die Wirtschaft nach eigener
Aussage für überschaubar. Es seien ja nur
Minijob-Anbieter betroffen sowie die
neun Branchen aus dem Schwarzarbeitsgesetz.
S
o kann das Mindestlohngesetz nicht
bleiben. Das sagen nicht nur Betriebe
des Handwerks, sondern mittlerweile
auch Politiker der Bundesregierung.
Dabei dreht es sich nicht um die zu zahlenden 8,50 Euro pro Stunde. Ärger
macht sich unter Unternehmern breit
wegen des bürokratischen Aufwands,
den das Gesetz mit sich bringt. Nur vier
Wochen nach dem Start des „MiLoG“
wird damit bereits der Ruf nach Nachbesserungen laut.
Streitpunkt sind die Dokumentationspflichten. In Branchen, die als anfällig für
Schwarzarbeit gelten, müssen Firmen die
Arbeitszeiten aller Mitarbeiter aufschreiben – und das bis zur Grenze von 2.958
Euro Gehalt pro Monat. Dasselbe gilt für
alle Unternehmer, die Minijobber anstellen. Verstöße gegen die Aufzeichnungspflicht werden mit hohen Geldbußen geahndet.
„Im Minijob-Bereich wird der
Mindestlohn am dringendsten
gebraucht, und er kann da nur
funktionieren, wenn er
auch kontrolliert wird.“
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles
Unter anderem pocht der Wirtschaftsflügel der Union darauf, die Gehaltsschwelle für die Dokumentationspflicht
von 2.958 Euro auf 1.900 Euro im Monat
zu senken. Diese Pflicht gilt etwa fürs
Baugewerbe, für Gebäudereiniger oder
für Metzger. Zwar war die Verdienstgrenze schon einmal nachgebessert worden.
Doch auch die neue Grenze greift nach
Ansicht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) zu kurz. ZDHPräsident Hans Peter Wollseifer nannte
die Regelungen jüngst „praxisfern“ und
„einen schlechten Witz“.
Allein im Januar hat es 12.000 Anrufe
bei der Mindestlohn-Hotline des Bundesarbeitsministeriums gegeben. Damit
hatte man nicht gerechnet. Zwei Drittel
der Anrufer waren Arbeitgeber, die Nachfragen hatten. Und viele ärgern sich:
„Unsere Betriebe beschweren sich massiv über diese unzumutbare Bürokratiebelastung“, sagt Bayerns Handwerkstagpräsident Georg Schlagbauer. Die Betriebe würden unter einen „Generalverdacht“ gestellt.
„Wir wollen kleineren
Unternehmen das Leben nicht zu
einer dauerhaften bürokratischen
Herausforderung machen.“
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Genau diese Dokumentationspflichten
sorgen nun für Streit. Die Unionsfraktion
von CDU und CSU will die Regelungen
schnell auf den Prüfstand stellen. Eigentlich wäre eine Überprüfung erst 2020 fällig. Selbst Kanzlerin Angela Merkel schaltete sich ein und kündigte an, dass sie in
drei Monaten über Änderungen entscheiden wolle. „Denn wir wollen kleineren Unternehmen das Leben nicht zu einer dauerhaften bürokratischen Herausforderung machen“, sagte Merkel.
Im Bundeswirtschaftsministerium ist
man vorsichtiger: „Wir müssen jetzt erst
einmal schauen, inwieweit Anpassungen
überhaupt erforderlich sind. Außer Frage
steht, dass kontrolliert werden muss, ohne Kontrolle geht es nicht“, sagte Sabine
Hepperle, Abteilungsleiterin Mittelstandspolitik im Wirtschaftsministerium,
der Deutschen Handwerks Zeitung.
Wenn der Zoll vor der Tür steht: In einigen Branchen wird nun stärker
kontrolliert, ob die Unternehmer ihren Dokumentationspflichten nachkommen.
Foto: Werner Schüring/WirtschaftsWoche
Alle Details des „MiLoG“:
www.dhz.net/mindestlohn
Lehrlinge bauen Spielhaus
Karrierestart ganz praktisch
76,8 %
Der geltende Schutz sollte trotz
TTIP bleiben.
4,2 %
Regionaler Schutz ist nicht mehr
zeitgemäß.
18,9 %
Wir brauchen neue Regeln und
strengere Vorgaben.
Teilnehmerzahl: 95;
Quelle: www.deutsche-handwerks-zeitung.de
„Wer will fleißige Handwerker sehen, der muss
mal zur Messe gehen“, sangen die Kinder der
­Kindertagesstätte „Pusteblume“ aus Wehlen bei
der Übergabe eines Spielhauses an die Kita am
25. Januar auf der Bildungsmesse KarriereStart in
Dresden.
An drei Messetagen errichteten Lehrlinge des
Berufsförderungswerkes Bau Sachsen/Überbetriebliches Ausbildungszentrum Dresden und
Dachdeckerlehrlinge des Landesbildungszentrums am Gemeinschaftsstand Handwerkskammer
Dresden das kleine Fachwerkhaus. Lehrlinge aus
dem Metallhandwerk fertigten eine Wetterfahne
und eine Pusteblume aus Metall. Steinmetzlehrlinge brachten sich mit einer handgemachten Vogeltränke in das Projekt ein. Seite 7
THEMEN DIESER AUSGABE
Azubis finden
Der Fachkräftemangel im Handwerk
nimmt zu. Betriebe mit attraktiven
Ausbilungskonzepten können sich
Seite 3
Vorteile verschaffen.
REGIONAL
Dresden
Berufsorientierung: Nach einer neuen Förderzusage kann die Handwerkskammer ihr Projekt fortführen
7
Kreishandwerkerschaften: Gespräch über die Schwerpunkte ihrer
Arbeit im Jahr 2015
Bauen für Ältere
„Barrierefrei und altersgerecht“ – Teil
2 der DHZ-Serie: Wie die Finanzierung von Umbauten gelingt. Seite 5
Steuern 2015
Das neue Jahr bringt steuerliche Änderungen für Unternehmer. Seite 11
Cooles Handwerk
Die Sieger des DHZ-FotowettbeSeite 14
werbs sind ausgewählt.
HANDWERK ONLINE
WWW.DEUTSCHE-HANDWERKS-ZEITUNG.DE
Rechtsurteile in Bildern: Was
beim Telefonieren im Auto und
Schimmel in der Wohnung gilt
www.dhz.net/urteile
Aufbewahrungsfristen 2015:
Checkliste für Betriebe
www.dhz.net/aufbewahrungsfristen
Neues Azubi-Video: Klavierbauer
www.dhz.net/klavierbauer
Anzeige
Die Erbauer des Spielhauses, ihre Unterstützer und die künftigen Nutzer beim Fototermin während der Bildungsmesse KarriereStart.
Foto: André Wirsig
8
Foto: Kzenon/Fotolia.com
Seite 6
Foto: Andreas Bröckel
Konjunktur: Bäcker und
Metzger profitieren von
Snack-Konzepten.
Foto: rainbow33/Fotolia.com
Anzeige
Regional
Sachsen
Die besten Nachwuchshandwerker
des Jahres 2014 erhalten Stipendien
über die Begabtenförderung.
Deutsche Handwerks Zeitung
Seite 9
Handwerkskammer Dresden
Ausg. 3 | 6. Februar 2015 | 67. Jahrgang
Vortragsreihe
zur Vergabe
Stimmen zur KarriereStart
Millionen-Investitionen
Die Landeshauptstadt Dresden hat
für den Schulhausbau bis 2019 einen
jährlichen Investitionsbedarf von
über 100 Millionen Euro veranschlagt. Die Grundsteine für die erfolgreiche Umsetzung dieser Bauprojekte werden bereits im Rahmen des
Vergabeverfahrens gelegt. Vor diesem Hintergrund hat die Handwerkskammer Dresden auch in diesem
Jahr die Wintervortragsreihe mit dem
Thema „Aktuelle Probleme aus dem
Vergabealltag und praxisorientierte
Lösungsansätze“ gestartet. Die Folgeveranstaltungen sind für den Zeitraum März/April 2015 geplant und
werden sich mit der aktuellen Rechtsprechung zum Vergaberecht sowie
mit einem neuen elektronischen Vergabeportal befassen.
Ansprechpartner: Peggy Noack,
Tel. 0351/4640-459, E-Mail: peggy.
noack@hwk-dresden.de
Wechsel in der
KHS Dresden
Eröffnen die Karriere Start2015 (v.l.n.r.): Günter Bruntsch, Präsident der IHK Dresden, Frank Pfeil, Staatssekretär im sächsischen Kultusministerium, Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, Horst Wehner, 2. Vizepräsident des Sächsischen Landtags, Stefan Brangs, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Dirk Hilbert, Erster Bürgermeister Dresden und Roland Zwerenz, Geschäftsführer der ORTEC Messe und Kongress GmbH.
„Zukunft selbst gestalten“
Dank für Engagement
Ralf Peuker ist Ende Januar aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand gegangen und hat die Geschäftsführung der KHS Dresden
zum 1. Februar 2015 an den Juristen
Michael Pieper abgegeben. Dabei
handelt es sich um eine Zwischenlösung, bis ein neuer Geschäftsführer
gefunden ist.
Ralf Peuker war bereits im Dezember bei der letzten Vollversammlung
des Jahres 2014 offiziell für seine verdienstvolle Arbeit gedankt worden.
Er führte seit 1993 die Geschäfte der
KHS Dresden. Er betreute dabei zehn
Innungen persönlich. Gemeinsam
mit den Innungen, deren Obermeistern und Vorständen brachte er das
Handwerk in der sächsischen Landeshauptstadt und seine Leistungen
durch Aktionen und Veranstaltungen
in den Blick der Öffentlichkeit. Zur
Förderung des Fachkräftenachwuchses rief er vor 17 Jahren den jährlich
in Dresden stattfindenden Aktionstag „Handwerksberufe zum Anfassen“ für Schüler ins Leben. Bei der
Wahl der Vollversammlung der
Handwerkskammer Dresden fungierte er als Listenführer.
Menschenkette
braucht Ordner
G
anz praktische Einblicke ins Handwerk gab es
bei der diesjährigen KarriereStart vom 23. bis
25. Januar in der Messe Dresden. Drei Tage lang
präsentierten Betriebe und Innungen gemeinsam
mit der Handwerkskammer Dresden die Vielfalt
des Handwerks zum Anfassen, Schmecken und
Riechen. Handwerk ist Zukunft – davon konnten
sich die Besucher am „Gemeinschaftsstand Handwerk“ selbst überzeugen und sich über Ausbildungsberufe und Zukunftsperspektiven im Handwerk informieren.
Ausbildungsberater und Handwerker haben Berufe vorgestellt und Kontakte vermittelt, Praktika
und Lehrstellen angeboten und ganz praktisch gezeigt, was Handwerk bedeutet: Neugierige testeten
ihr Geschick an einem virtuellen Schweißtrainer,
flochten Hefezöpfe, bearbeiteten verschiedene
Werkstücke oder stellten sich beim Schaufrisieren
zur Verfügung.
Nicht nur die größte Bildungsmesse in der Region konnte mit 435 Ausstellern und 32.000 Besuchern Rekorde verzeichnen, auch das Handwerk
war mit einem Ausstellerzuwachs von über 50 Prozent auf der Messe vertreten.
Gedenken am 13. Februar
Am Gemeinschaftsstand des Handwerks konnten sich Neugierige unter anderem im Dachdeckerhandwerk und
Fotos: André Wirsig
bei der SHK-Innung Dresden ausprobieren.
Für Schüler und Studenten bot die KarriereStart
Orientierung zu allen Fragen rund um Ausbildung,
Weiterbildung, Studium, Beruf, Jobs und Selbständigkeit. Die duale Ausbildung und ihre Vorteile
standen dabei im Mittelpunkt. Aber auch Unternehmen profitieren vom direkten Kontakt mit Ju-
gendlichen. „Die Messe unterstützt Unternehmen
bei ihrer Suche nach Fach- und Nachwuchskräften und bietet zugleich eine ideale Möglichkeit
zum Matching zwischen Angebot und Nachfrage“,
sagt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der
Handwerkskammer Dresden.
Projekt zur Berufsorientierung wird auch im kommenden Schuljahr fortgeführt
Von Claudia Fischer
Die Interessen des Handwerks vertrat Peuker in zahlreichen Gremien
und Beiräten wie die der IKK classic,
der Justizvollzugsanstalt Dresden,
der ARGE oder der Dresdner Gewerbehofgesellschaft. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden: „Ralf Peuker hat unglaublich
viel für das Handwerk, insbesondere
hier in der Landeshauptstadt, geleistet. Wir danken ihm für sein Engagement und wünschen ihm alles Gute.“
Für seine Verdienste erhielt Ralf
Peuker im August 2013 die Auszeichnung mit der „Ehrennadel der Handwerkskammer Dresden“ in Silber.
Dirk Hilbert, Erster Bürgermeister Dresden: „Die hohe Besucherakzeptanz und der erneute Ausstellerrekord sprechen für die Qualität der Messe und deren Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Dresden. Schließlich
brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte, um die Wettbewerbsfähigkeit
weiter stärken zu können. Dafür müssen wir alle Potenziale nutzen.“
Frank Pfeil, Staatssekretär im
sächsischen Kultusministerium:
„Sachsen kann es sich nicht leisten,
junge Talente weggehen zu lassen – in
jedem steckt Potential! Wir sind bemüht, das Schulsystem an die Bedarfe
von Handwerk, Industrie und Handel anzupassen.“
Jörg Dittrich, Präsident der
Handwerkskammer Dresden: „Wir
haben es geschafft, alle Beteiligten für
Änderungen in der Berufsschullandschaft zu sensibilisieren. Jetzt muss
gehandelt werden, damit wir auch in
15 Jahren noch die Qualität der beruflichen Bildung haben, die wir brauchen.“
Dirk-Benedikt Tita, Steinmetzlehrling: „Ein Bürojob ist nichts für
mich, da ich nicht lange still sitzen
kann und Papier nicht mag. Ich habe
mir einen Beruf gesucht, in dem meine
Hände in Bewegung bleiben, und mich
schlussendlich für eine Ausbildung zum
Steinmetz entschieden.“
Marvin Hielscher, 15 Jahre, aus
Dresden: „Ich möchte auf jeden Fall
handwerklich arbeiten. Meinem Vater
habe ich bereits bei der Arbeit mit Metall über die Schulter geschaut und Gefallen daran gefunden. Erstmal werde
ich ein Praktikum in diesem Bereich absolvieren, um herauszufinden, ob das
wirklich etwas für mich ist.“
Gemeinschaftsstand des Handwerks setzt Maßstäbe auf der Messe KarriereStart 2015 in Dresden
Orientierung für 800 Schüler pro Jahr
Die Vollversammlung der Handwerkskammer Dresden, in der viele langjährige
Begleiter von Ralf Peuker sitzen, dankte
ihm – hier in persona des Handwerkskammerpräsidenten Jörg Dittrich – für sein
Foto: Richter
Engagement im Handwerk. 7
Bereits seit 2009/2010 beteiligt sich die Handwerkskammer Dresden an dem Projekt „Förderung der Berufsorientierung in überbetrieblichen
und vergleichbaren Bildungsstätten“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
Rund 800 Schüler durchlaufen pro Schuljahr eine
zehntägige praktisch ausgerichtete Berufsorientierungsphase bei der Handwerkskammer. „Wir
kümmern uns auch um die Berufsorientierung,
weil das Handwerk verstärkt auf Nachwuchs angewiesen ist und nicht jeder Handwerksbetrieb sich
individuell darum kümmern kann“, so Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich.
An diesen Erfolg kann die Kammer auch in
dem kommenden Schuljahr 2015/2016 anknüpfen. Stefan Müller, parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, hat im Beisein von Arnold Vaatz, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der Handwerkskammer Dresden einen Förderbescheid für die Fortführung des Projektes übergeben. Dadurch können in der neuen
Förderperiode weitere 1.046 Schüler an dem Projekt teilnehmen.
„Mit Mut, Respekt und Toleranz“ –
unter diesem Motto ruft die AG
13. Februar unter Leitung der Dresdner Oberbürgermeisterin Helma
Orosz gemeinsam mit den Fraktionen des Stadtrates, Vertretern von
Wirtschaft und Wissenschaft, Kultur,
Sport, Gewerkschaften und Kirchen
auf, sich am 13. Februar wieder an einer Menschenkette in der Altstadt zu
beteiligen. Die Handwerkskammer
ist Mitglied der AG 13. Februar.
„Aus Anlass der Bombenangriffe
auf Dresden vom 13. bis 15. Februar
1945 und mit Blick auf die Geschichte unserer Stadt erinnern wir an die
Opfer von Nationalsozialismus und
Krieg. Gleichzeitig sind wir täglich
gefordert, uns für eine friedliche und
menschenwürdige Gesellschaft einzusetzen. Mangelnden Respekt vor
der Menschenwürde Anderer, Alltagsrassismus und nationalsozialistisches Gedankengut werden wir nicht
hinnehmen“, heißt es in dem Aufruf. Handwerkskammerpräsident Jörg
Dittrich: „Ich unterstütze diesen Aufruf voll und ganz. Das friedliche Gedenken ist uns eine Herzensangelegenheit.“
Wie jedes Jahr werden für die Veranstaltung dringend Ordner gesucht.
Für Interessenten organisiert die
Stadtverwaltung Schulungen.
Mehr Informationen unter
www.13februar.dresden.de, Kontakt
Handwerkskammer Dresden: Olaf Behrends, Tel. 0351/ 4640-410, E-Mail:
olaf.behrends@hwk-dresden.de
Impressum
Stefan Müller (2.v.r.), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, überbrachte gemeinsam mit
Arnold Vaatz (r.), CDU-Bundestagsfraktion, den Förderbescheid. Sehr zufrieden über die Fortführung zeigten sich
Foto: HWK Dresden
Manuela Salewski und Jörg Dittrich, Handwerkskammer Dresden. Handwerkskammer Dresden
01099 Dres­­den, Am Lagerplatz 8,
Te­­le­­fon 4640-30, Fax 4719188,
E-Mail: info@hwk-dresden.de,
Internet: www.hwk-dresden.de
Ver­­ant­­wort­­lich:
Hauptgeschäftsführer
Dr. Andreas Brzezinski
8
Deutsche Handwerks Zeitung
Handwerkskammer Dresden
Neues Gesicht in
der Betriebsberatung
Gabriel
trifft Sachsen
Die Region im Blick
Bei einem Besuch in Sachsen traf
Bundeswirtschaftsminister Sigmar
Gabriel (SPD) unter anderem auf den
Präsidenten der Handwerkskammer
Dresden, Jörg Dittrich, sowie Pirnas
Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke. Gabriel war unter anderem in
Dresden, weil er sich beim Dialog der
Landeszentrale für politische Bildung mit aktuellen Kundgebungen
auseinandersetzte. In Pirna traf er
sich mit Vertretern der sächsischen
SPD, Unternehmern und Vertretern
von Vereinen. Eingeladen hatte der
SPD-Vorsitzende Ralf Wätzig.
Nach einem Gespräch in Pirna: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel
und Handwerkskammerpräsident Jörg
Foto: HWK
­Dittrich. Ausbildungsmesse
Insidertreff
Betriebe stellen sich vor
Die Ausbildungsmesse des Landkreises Görlitz „Insidertreff“ findet in
diesem Jahr am 6. Juni statt. Auch
wird wieder der Ausbildungs­
atlas
„Insider“ für Schüler erscheinen. Darauf einigten sich am 7. Januar die
Kooperationspartner in Vertretung
von Detlef Hamann (IHK Dresden),
Andreas Brzezinski (Handwerkskammer Dresden), Thomas Berndt
(Agentur für Arbeit Bautzen), Eberhard Nagel (Jobcenter Görlitz) und
Landrat Bernd Lange.
„Insidertreff“ und „Insider“ helfen
den regionalen Betrieben, ihren Bekanntheitsgrad bei den Ausbildungssuchenden zu erhöhen und offene
Ausbildungsplätze zu besetzen.
Aufgrund rückläufiger Fördergelder ist in diesem Jahr eine Teilnahme
an der Messe nicht mehr kostenfrei.
Interessierte Betriebe können wählen, ob sie an der Messe teilnehmen
oder im Ausbildungsatlas erscheinen
möchten. Bei Nutzung beider Angebote gibt es einen Paketpreis.
Infos und Anmeldung im Landkreis
Görlitz bei Sabine Schaffer, Tel.
03581/309405. Ansprechpartner bei
der Handwerkskammer: Thomas
Götze, Leiter Ausbildungsberatung,
Tel. 0351/4640-964, E-Mail: thomas.
goetze@hwk-dresden.de
Christian Prasse übergibt Staffelstab an Kerstin Loth
M
ehr als 3.000 Beratungen, vielleicht sogar an die 4.000“,
schätzt Christian Prasse, hat er in
den knapp 23 Jahren als betriebswirtschaftlicher Berater bei der Handwerkskammer Dresden durchgeführt. Der Landkreis Görlitz und der
nördliche Teil des Landkreises Bautzen waren sein Einsatzgebiet. Dieses
hat der 63-Jährige nun an seine
Nachfolgerin Kerstin Loth übergeben. Ende Januar ist der Görlitzer aus
dem aktiven Berufsleben ausgeschieden. Zuvor konnte er einen Teil seiner Erfahrung und seines Wissens
noch an Kerstin Loth übergeben, die
ihm vier Monate über die Schulter
schaute. „Das war sehr hilfreich,
denn jede Region und ihre Menschen haben Besonderheiten“, sagt
sie.
Die Neu-Görlitzerin Kerstin Loth
ist 52 Jahre alt, Betriebswirtin und
kann auf eine 20-jährige Führungs­
erfahrung in mittelständischen Unternehmen blicken. Ihr erster Kontakt zum Handwerk sei im Ausland
gewesen, als sie für die Gesellschaft
für Internationale Zusammenarbeit
(GIZ) in Bulgarien tätig war „und
beim Aufbau von Unternehmen wie
z.B. Bäckereien geholfen habe“. Die
Feinheiten ihres neuen Einsatzgebietes – betriebswirtschaftliche wie regionale Beratung – hat ihr nun Christian Prasse vermittelt. Nach den ersten
vier Monaten sagt sie: „Das ist genau
das, was ich mir vorgestellt habe.“
So, wie sich Kerstin Loth auf ihre
neuen Herausforderungen freut, so
positiv blickt auch Christian Prasse
auf die 23 Jahre bei der Handwerkskammer zurück: „Jeder Betrieb war
anders und demzufolge auch jede
Imagekampagne
mit neuer Startseite
Vorlagen zum Downloaden
Die Webseite der Imagekampagne
des deutschen Handwerks, www.
handwerk.de, hat eine über-arbeitete
Startseite bekommen. Besucher finden hier auf den ersten Blick die Inhalte der Kampagne sowie Profile zu
den Ausbildungs-berufen des Handwerks. Die Vielfalt der Handwerksberufe wird für Nutzer damit unmittelbar erlebbar und sie werden direkt
zum Stöbern in den Berufen eingeladen. Auch der aktuelle Imagekampagnenspot sowie die neuen Kampagnenmotive befinden sich jetzt auf der
Startseite. Desweiteren finden Sie auf
der Webseite zahlreiche Vorlagen der
Kampagne für Ihre Verwendung sowie den Werbemittelshop mit neuen
Produkten.
Christian Prasse war 23 Jahre lang betriebswirtschaftlicher Berater bei der Handwerkskammer Dresden. Jetzt hat er seine Nachfolgerin Kerstin Loth eingearbeitet, die
Foto: Anke Richter
sich auf ein spannendes Aufgabengebiet freut.
Beratung.“ Gefragt nach dem Thema
der Zukunft, muss der erfahrene Berater nicht lange überlegen: „Das ist
die Personalentwicklung, das Finden
und Halten guter Fachkräfte.“
Vielfältige Themen also, auf die
sich Kerstin Loth freut. In ihren ersten Beratungen für die Handwerkskammer hatte sie Kontakt zu Existenzgründern. „Zu sehen, wie sich
Betriebe entwickeln und durch meine Arbeit vielleicht etwas zum wirtschaftlichen Erfolg beizutragen, das
ist eine spannende Aufgabe.“ Und
Christian Prasse? Der bleibt dem
Handwerk noch erhalten, als Dozent
und Mitglied im Prüfungsausschuss
der Meisterausbildung.
Kontakt: Kerstin Loth, Tel. 03581/
407171, E-Mail: kerstin.loth@hwkdresden.de. Kontakt zu allen betriebswirtschaftlichen Beratern über das
Sekretariat der Hauptabteilung Wirtschaftsförderung und -beratung,
Tel. 0351/4640-931 (Steffi Ulbricht),
E-Mail: Wirtschaft@hwk-dresden.de
Die Kreishandwerkerschaften nennen Schwerpunkte ihrer Arbeit für 2015
Was bewegt das Handwerk in den
Regionen im neuen Jahr? Dazu hat
die Deutsche Handwerks Zeitung die
fünf Kreishandwerkerschaften (KHS)
im Kammerbezirk Dresden zum Jahresauftakt befragt. Heute im Gespräch: der Geschäftsführer der KHS
Südsachsen, Klaus Tittel, die Geschäftsführerin der KHS Görlitz, Doris Grasse, sowie der Geschäftsführer
der KHS Region Meißen, Jens-Torsten Jacob.
Sie und die Handwerksbetriebe in
Ihrer Region 2015 besonders? Gibt
es Schwerpunkte?
Tittel: In diesem Jahr haben wir zwei
Schwerpunkte bei unserer Arbeit.
Das ist zum einen die Stärkung der
Innungen und zum anderen die
Nachwuchswerbung.
Grasse: Ein Schwerpunkt ist die regionale Sicherheit. Hier gibt es noch
großen Handlungsbedarf. Zudem gilt
es, den Wirtschaftsstandort Region
Görlitz weiterzuentwickeln und zu
stärken, quasi von der Randlage ins
Zentrum Europas. Und dann beschäftigen uns auch 2015 die Themen Fachkräftesicherung und Stärkung der dualen Berufsausbildung.
Jacob: Schwerpunkt unserer Arbeit
2015 ist die Optimierung der Berufsorientierung für Schüler, um ihnen
das regionale Handwerk näherzubringen und letztlich Nachwuchs für
unsere Betriebe zu gewinnen.
DHZ: Gibt es Pläne, wie bestimmte
Themen angegangen werden sollen?
Gibt es Kooperationen etc.?
Tittel: Zur Stärkung der Innungen
werden wir mehr Veranstaltungen
Mechaniker mit guten Anlagen
Max Grundmann ist der beste Anlagenmechaniker
Eigentlich hätte Max Grundmann
aufgrund seiner schulischen Leistungen auch das Abitur machen können,
doch für den geborenen Radebeuler
stand bereits nach der zehnten Klasse am Gymnasium fest: „Ich werde
Anlagenmechaniker.“ So absolvierte
der heute 21-Jährige eine dreieinhalbjährige Ausbildung bei seinem
Vater, Klempner- und Installateur­
meister Jens Grundmann in Moritzburg. Seine Lehre schloss er mit herausragenden Ergebnissen ab und
wurde dafür sogar zum Landessieger
der Anlagenmechaniker für Sanitär-,
Heizungs- und Klimatechnik in
Sachsen gekürt.
Gymnasium oder Werkstatt
Nachwuchs gewinnen,
Innungen stärken
DHZ: Welche Themen beschäftigen
Imagekampagne
Ausg. 3 | 6. Februar 2015 | 67. Jahrgang
Klaus Tittel,
Geschäftsführer
der Kreishand­
werkerschaft
Südsachsen.
Foto: HWK Dresden
organisieren, zu denen Nichtinnungsbetriebe eingeladen werden.
Hierbei sollen die Vorteile einer Innungsmitgliedschaft vorgestellt werden. Bei der Nachwuchswerbung
werden wir die Ausbildungsmöglichkeiten im Landkreis bei Veranstaltungen in Schulen und auf Messen
noch stärker anbieten. Zudem wird
es zur Unterstützung der Nachwuchswerbung ab dem 2. Quartal eine neue Broschüre mit Angaben zu
Berufen und Betrieben geben.
Grasse: Um Fortschritte bei den genannten Schwerpunkten zu erzielen,
benötigen wir die Unterstützung der
Landesregierung und der zuständigen Ministerien.
Jacob: Im Dezember wurde zur Optimierung der Berufsorientierung ein
gemeinsames Leitbild für den Landkreis Meißen durch Vertreter von
Wirtschaft und Verwaltung unterzeichnet. Jetzt gilt es, diese Kooperation mit Leben zu erfüllen.
DHZ: Welche Höhepunkte stehen
aus Handwerkssicht in diesem Jahr
an?
Tittel: Wir planen in diesem Jahr für
alle Innungsbetriebe zwei Sportfeste
mit neuem Inhalt. Zudem feiert die
Elektroinnung Sächsische Schweiz
Jens-Torsten
Jacob, Geschäftsführer
der Kreishand­
werkerschaft
Region Meißen.
Foto: KHS
ihr 255-jähriges Bestehen. Hier ist eine große Innungsfahrt geplant. Und
dann sollen in diesem Jahr die Schäden des Hochwasserschutzes 2013
am Geschäftsstellengebäude der
Kreishandwerkerschaft mit Unterstützung von Fördermitteln aus dem
Hochwasserfonds in Höhe von
knapp 100.000 Euro beseitigt werden.
Grasse: Ein Höhepunkt ist die regionale Berufsausbildungsmesse „Insidertreff“ am 6. Juni in Löbau. Hier
können sich Betriebe und Innungen
präsentieren. Plätze können ab jetzt
gebucht werden. Dann planen wir
noch ein Sommerfest für die Unternehmerschaft des Landkreises am
19.6.
Jacob: Einen Höhepunkt wie mit
dem Tag der Sachsen in Großenhain
im vergangenen Jahr haben wir 2015
nicht, dafür aber mehrere kleinere
Veranstaltungen wie z. B. die Lehrlingsfreisprechung.
Kontakt: KHS Südsachsen, Bahnhofstraße 15, 01796 Pirna, Tel. 03501/
5304-0; E-Mail: info@kh-suedsachsen.
de, KHS Görlitz, Bahnhofstraße 26/27,
02826 Görlitz; Tel. 03581/877-450;
E-Mail: goerlitz@khs-goerlitz.de, KHS
Meißen, Hauptstraße 52, 01589 Riesa, Tel. 03525/733963, E-Mail: info@
khs-meissen.de
„Für Akademiker ist es ein Problem,
für Meister eine Herausforderung“ –
dieses Motto ist Max Grundmanns
berufliche Motivation. Er möchte
später in die Fußstapfen seines
Vaters treten, dessen Betrieb im
nächsten Jahr bereits auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken
kann.
Dafür hat er nun die Meisterausbildung in Vollzeit aufgenommen.
Profitieren kann er dabei von dem
Stipendium des Förderprogramms
der Bundesregierung „Begabtenförderung berufliche Bildung“ und dem
Meister-Bafög. Wenn alles klappt,
wird der junge Anlagenmechaniker
schon mit 21 Jahren seinen Meisterbrief in der Tasche haben.
In der Kindertagesstätte „Kleiner
Moritz“ in Moritzburg hat Max Grundmann gemeinsam mit seinem Vater eine
Rundumsanierung des Heizungsraums
Foto: Wolter
durchgeführt. Mit 21 Jahren Meister
Besonders spannend an seinem Beruf findet Max Grundmann den Bereich der regenerativen Energien.
„Als Anlagenmechaniker für Sanitär-,
Heizungs- und Klimatechnik kann
ich selbst einen Beitrag zur Energiewende leisten“, so der Geselle stolz.
Außerdem liebt er den Kundenkontakt, die Vielfältigkeit der Arbeitsorte
und das handwerkliche Arbeiten.
Seiner Meinung nach sollten Jugendliche diesen Beruf ergreifen, wenn sie
Spaß am Umgang mit Menschen haben, handwerkliches Geschick mitbringen und Interesse an Naturwissenschaften und Technik hegen.
„Man sitzt nicht nur am Schreibtisch,
sondern schafft etwas mit seinen eigenen Händen“, sagt der junge
Handwerker.
Natur und Technik auf der Spur
Handwerkskammer unterstützt kleine Forscher
Wie weckt man Interesse an Technik,
Naturwissenschaft und Handwerk?
Manchmal schon mit den richtigen
Fragen: Was ist eigentlich Luft? Kann
man sie sehen, riechen, schmecken
oder fühlen? Die erste Klasse der
Melli-Beese-Grundschule erlebte am
20. Januar einen etwas anderen
Schultag – im Rahmen der Grundschultour der Initiative „Haus der
kleinen Forscher“ ging es mit Maya
Hohle, Trainerin im Netzwerk der
Handwerkskammer Dresden, und
Steffi Pietsch, Netzwerkkoordinatorin der Handwerkskammer Dresden,
auf luftige Entdeckungstour.
Mit alltäglichen Dingen wie Luftballons, Watte, Strohhalmen, Müllsäcken und Federn untersuchten die
Grundschüler die Eigenschaften der
Luft und entwickelten dafür ihre
ganz eigenen Methoden: Leo und
Friedemann falteten zum Beispiel
Papierflieger, an denen sie Luftballons befestigten, um sie zu optimieren.
„Luft schmeckt nach Luft“
Andere Kinder wiederum versuchen,
mit der Lupe die Luft sichtbar zu machen, mit dem Strohhalm im Wasser
Blasen zu erzeugen oder durch Wedeln einer Pappe einen Luftballon
zum Fliegen zu bringen. Und die
kleine Nora stellt fest: „Luft schmeckt
nach Luft.“
Nach der Phase des individuellen
Entdeckens werden die Experimente
mit Maya Hohle besprochen. Jana
Neddermeyer, Lehrerin an der Melli-
Beese-Grundschule, freut sich sehr
darüber, dass ihre Schule Teil der
Grundschultour war: „Es ist schön zu
sehen, wie die Kinder mit der Zeit eigene Ideen entwickeln.“
Seit Juli 2009 ist die Handwerkskammer Dresden aktiver Kooperationspartner im sächsischen Netzwerk
der Stiftung und möchte möglichst
viele der im Kammerbezirk ansässigen Kindertagesstätten, Grundschulen und Horte für das Projekt gewinnen.
Die Handwerkskammer Dresden
bietet in Workshops für Kita- und
Grundschul-Pädagogen Hilfestellungen an, wie sie die Interessen und
Neigungen von Drei- bis Zehnjährigen in den Bereichen Naturwissenschaft und Technik spielerisch fördern können.
Zahlen und Fakten
Mittlerweile beteiligen sich 600 Einrichtungen (darunter rund 475 Kitas, 100
Horte und 25 Grundschulen) aus dem
Kammerbezirk Dresden aktiv im Netzwerk. Seit Januar 2010 nahmen rund
1.700 pädagogische Fachkräfte an
314 Ganztagsworkshops teil (Stand:
31.12.2014). 60 Einrichtungen sind
mit der Plakette „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet, ein Drittel davon
ist folgezertifiziert.
Ansprechpartner für Kitas und
Grundschulen bei der Handwerkskammer: Steffi Pietsch, Tel.
0351/4640-963; E-Mail: steffipiesch@hwk-dresden.de.Internet:
www.haus-der-kleinen-Forscher.de
Was passiert am anderen Ende eines Schlauchs, wenn man in ihn hineinpustet?
Steffi Pietsch, Netzwerkkoordinatorin der Handwerkskammer Dresden, sucht mit den
Foto: Wolter
Kindern mit Hilfe eines Luftballons nach der Antwort.
Deutsche Handwerks Zeitung
Sachsen
Ausg. 3 | 6. Februar 2015 | 67. Jahrgang
9
Sachsen geht in den Dialog
Interview mit Staatsministerin für Gleichstellung
und Integration Petra Köpping
DHZ: Was nehmen Sie aus der Ver-
Bildhauer und Steinmetz-Innung:
Björn Härting bleibt Obermeister
Die Mitglieder der Innung der Bildhauer
und Steinmetzen Ostsachsen wählten im
vergangenen November für die
nächsten
drei
Jahre Innungsvorstand sowie Kassen- und Rechnungsprüfungsausschuss. Erneut erhielt Obermeister
Björn
Obermeister Björn
Härting das VerHärting. Foto: privat trauen. Zu seinem
Stellvertreter wurde ebenfalls erneut André Kanzog gewählt.
Die Innung vertritt die Bildhauer und
Steinmetzen im Landkreis Bautzen und
Görlitz mit eigener Geschäftsführung.
Neue Mindestlöhne
in zwei Branchen
Übergangsfrist für Friseure
Im Friseurhandwerk gibt es eine
Übergangsregelung im Sinne des
Mindestlohngesetzes, sodass seit
dem 1. Januar 2015 weiterhin der
Branchenmindestlohn von 7,50 Euro
(Ost, einschließlich Berlin) pro Stunde bzw. 8,00 Euro (West) pro Stunde
gilt. Ab dem 1. August 2015 gilt jedoch deutschlandweit ein Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde.
Im Gebäudereinigerhandwerk gilt
durch das Inkrafttreten der Fünften
Verordnungen über zwingende Arbeitsbedingungen seit 1. Januar 2015
im Bereich Ost in der Lohngruppe 1
ein Mindestlohn von 8,50 Euro und
in der Lohngruppe 6 von 10,63 Euro
pro Stunde.
Die besten Nachwuchs-Handwerker eines Jahrgangs werden in jedem Jahr geehrt, einige erhalten auch ein Stipendium der
Begabtenförderung berufliche Bildung des Bundes. In diesem Jahr waren als Ehrengäste dabei: die Dresdner Oberbürgermeisterin
Fotos: André Wirsig
Helma Orosz und Michael Harig, Landrat im Landkreis Bautzen – beide in der Mitte.
Bester Handwerksnachwuchs
des Jahres 2014 ausgezeichnet
21 junge Handwerker im Kammerbezirk Dresden erhalten Stipendien
D
ie besten Nachwuchshandwerker 2014 aus dem Kammerbezirk
Dresden standen am 14. Januar im
Rahmen der Auszeichnungsveranstaltung der Handwerkskammer
Dresden im Kulturrathaus der Landeshauptstadt Dresden im Mittelpunkt.
Geehrt wurden 21 junge Handwerker aus dem Kammerbezirk mit der
Aufnahme in das Förderprogramm
der Bundesregierung „Begabtenförderung berufliche Bildung“. Die jungen Frauen und Männer erhielten ihre Urkunden im Beisein zahlreicher
Innungsvertreter, des Präsidenten
der Handwerkskammer Dresden,
Jörg Dittrich, und der Dresdener
Oberbürgermeisterin Helma Orosz.
Informationen zum Thema Mindestlohn finden Sie auf der Internetseite
der Handwerkskammer Dresden unter
www.hwk-dresden.de. Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Dresden: Jana Eckel, Tel. 0351/4640-453,
E-Mail: jana.eckel@hwk-dresden.de
Umweltpreis 2015
jetzt gestartet
Bewerbungen bis 15. März
Auch Unternehmen aus dem Handwerk können sich bis zum 15. März
für den Wettbewerb um den Sächsischen Umweltpreis 2015 bewerben.
Gesucht sind kreative, zukunftsorientierte und wirtschaftliche Lösungen, die die Umwelt entlasten
und Ressourcen schonen. Aber auch
Projekte, die dem Schutz der Natur
dienen, sind gefragt. „Gute Aussichten auf die Auszeichnung haben solche Projekte, die über die Anforderungen gesetzlicher Regelungen hinausgehen und dabei besonders zukunftsweisend sind“, so Sachsens
Umweltminister Thomas Schmidt.
Der Preis ist mit insgesamt 50.000
Euro dotiert und wird am 27. Juni in
Dresden verliehen. Bewerber können
den Teilnahmebogen und weitere
Unterlagen mit dem Stichwort
„Sächsischer Umweltpreis 2015“ bis
zum 15. März an das Sächsische
Staatsministerium für Umwelt und
Landwirtschaft senden (Sächsisches
Staatsministerium für Umwelt und
Landwirtschaft, Referat 22, Archivstraße 1, 01097 Dresden). Teilnahmebogen unter www.smul.sachsen.de/
umweltpreis.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Dresden: Andreas Hübner, Tel. 0351/4640-936, E-Mail:
andreas.huebner@hwk-dresden.de
Impressum
Ver­­ant­­wort­­lich: Hauptgeschäftsführer
Dr. Andreas Brzezinski,
Am Lagerplatz 8, 01099 Dres­­den,
Telefon 0351/4640-406,
Fax 0351/4640-34406,
E-Mail: info@hwk-dresden.de
Bester Zimmerergeselle: Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich beglückwünscht Tino Heider, der bei der Firma
Jens-Peter Vogt in Waltersdorf lernt.
Diese stellte dann auch fest: „Geschick, Leidenschaft, Durchhaltevermögen und Ehrgeiz – diese Eigenschaften haben Sie bis hierher gebracht.“
Dank an Ausbildungsbetriebe
Kammer-Präsident Jörg Dittrich sagte: „Durch Weiterbildung können
sich die jungen Leute Wettbewerbsvorteile auf dem Arbeitsmarkt verschaffen.“ Gleichzeitig würdigte er
die Arbeit der Ausbildungsbetriebe:
„Das Engagement der Meister und
Ausbilder zeugt von unternehmerischer Weitsicht, denn qualifizierte
Fachkräfte sind die Grundlage eines
jeden Betriebes.“
Zu den Stipendiaten gehören unter anderem die Dresdner Goldschmiedin Annegret Penckert und
der Landessieger 2014 der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungsund Klimatechnik Max Grundmann
aus Moritzburg. Die beiden Stipendiaten möchten sich mit der Förderung
nun ihren Traum von der Meisterausbildung verwirklichen.
Genau wie Kai Kunath. Der Maurergeselle absolvierte seine Ausbildung bei der Schornsteinbau Forker
GmbH aus Dresden und konnte 2014
sogar im Bundesausscheid den drit-
Stiftung Begabtenförderung
Die Stipendiaten erhalten über den Zeitraum von drei Jahren ein Weiterbildungsstipendium im Wert von 6.000
Euro. Damit können berufsbegleitende
Bildungsmaßnahmen wie z. B. Meistervorbereitungslehrgänge finanziert werden.
Die Handwerkskammer Dresden beteiligt sich seit 1993 am Förderprogramm „Begabtenförderung berufliche
Bildung“ des Bundes. Fotos von der
Veranstaltung und eine Liste mit den
Stipendiaten finden Sie unter www.hwkdresden.de.
Ansprechpartner zur Begabtenförderung bei der Handwerkskammer Dresden: Thomas Götze, Leiter Ausbildungsberatung, Tel.
0351/4640-964, E-Mail: thomas.
goetze@hwk-dresden.de
ten Platz erringen. „Das Schönste an
meinem Beruf ist, dass ich am Ende
des Tages sehen kann, was ich geleistet habe. Ich errichte Gebäude, die
ich später noch meinen Kindern zeigen kann“, so der Dresdner stolz.
Ebenfalls ausgezeichnet werden
am 14. Januar die 28 Landessieger
aus dem Kammerbezirk Dresden
beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2014.
Bürokratie durch Mindestlohn
Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 2015 kamen zusätzliche Belastungen
Der Mindestlohn bleibt auch im Jahr
2015 eines der Themen, die im
Handwerk heiß diskutiert werden,
und zwar wegen der damit einhergehenden Dokumentationspflichten.
Die Haltung der Unternehmer zu
diesem vielschichtigen Thema ist naturgemäß unterschiedlich. Einerseits
sieht man die Chance, mit höheren
Löhnen Fachkräfte zu gewinnen, andererseits besteht die Gefahr, dass
Betriebe in Not geraten, weil sie den
Mindestlohn nicht zahlen können.
Doch das ist nicht alles. Die Einführung des Mindestlohns führte bei
vielen Betrieben auch zu zusätzlichen bzw. neuen bürokratischen Belastungen, nicht allen ist der tatsächliche Geltungsbereich des Gesetzes
bekannt, es sind sogar rechtliche
Grauzonen entstanden. Die Deutsche
Handwerks Zeitung hat unter Handwerkern nachgefragt, wie sie mit dem
Thema zurechtkommen.
Karl-Heinz Kempe, Ofen- u. Kaminbau, Dippoldiswalde OT-Hennersdorf:
„Als Einzelunternehmer betrifft mich
der Mindestlohn nicht direkt, dennoch habe ich die Aufkleber der
Handwerkskammer zum Thema an
Geschäft und Firmenwagen angebracht, um die Kunden darüber aufzuklären und ihnen bewusst zu machen, dass mit steigenden Lohnkosten auch die Preise für unsere handwerklichen Leistungen steigen.“
für richtig. Nun muss man aber erst
einmal abwarten, welche Folgen er
für unseren Betrieb hat. Wichtig ist,
dass wir unsere Kunden halten und
Verständnis bei ihnen für steigende
Preise erreichen können.“
Dr. Knut Scheibe, Kreishandwerksmeister, Görlitz: „Die Einführung des
Das Handwerk wirbt mit einer Kampagne
für Verständnis bei den Kunden – so
auch hier bei der Fleischerei W. Richter in
Foto: Claudia Fischer
Dresden.
Franziska Richter, Fleischerei W.
Richter, Dresden: „Ich sehe den Min-
destlohn positiv: Jeder soll für seine
Arbeit auch gutes Geld bekommen.
Allerdings werden wir die Preise für
unsere Waren neu kalkulieren und
infolge dessen anheben müssen. Zusätzlich versuchen wir, durch verschiedene Sparmaßnahmen unsere
Betriebskosten zu senken, zum Beispiel durch einen sparsameren Gebrauch von Energie, Papier und Verpackungsmaterial.“
Karin Seumel, Friseurmeisterin,
Dresden: „Ich halte den Mindestlohn
Mindestlohns zeigt die Unfähigkeit
der Politik, eine Angelegenheit bis zu
Ende zu denken. Beispielsweise ist
die Nachweisführung geringfügig Beschäftigter in der Praxis nicht machbar. Als Unternehmer ist es mir außerdem nicht möglich, beauftragte
Subunternehmer zu kontrollieren, ob
sie Mindestlohn zahlen.“
Die Handwerkskammer Dresden
hält an ihrer Forderung fest, beim
Verwaltungs- und Nachweisaufwand
ggf. nachzujustieren. Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der
Handwerkskammer Dresden: „Unsere Betriebe sagen, dass durch den
Mindestlohn die bürokratischen Belastungen zunehmen. Die noch bestehenden rechtlichen Grauzonen
müssen zeitnah beseitigt werden.“
Informationen zum Thema
Mindestlohn finden Sie auf der Internetseite der Handwerkskammer Dresden
unter www.hwk-dresden.de.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Dresden: Jana Eckel,
Tel. 0351/4640-453, E-Mail: jana.
eckel@hwk-dresden.de
anstaltung Dialogforum „Miteinander in Sachsen“ mit?
Köpping: Ich denke, wir haben mit
dem Dialogforum das richtige Format
gefunden. Die Gespräche waren sehr
offen und vielfach von großer
Unwissenheit,
aber auch von
Unsicherheit geprägt. Und genau
das ist es, was
den Menschen
Angst und Sorgen
Foto: Götz Schleser
macht.
Zudem
war die Themenpalette unheimlich
vielseitig. Was mir dabei ganz deutlich wurde ist, dass wir eine bessere
Informations- und Kommunikationspolitik brauchen.
DHZ: Was tut der Freistaat Sachsen
für die Integration von Migranten?
Köpping: In der Staatsregierung haben die Integration von Zuwanderern
und die Willkommenskultur einen
hohen Stellenwert eingenommen.
Das zeigt sich auch in der Berufung
der Integrationsministerin. Integration heißt vor allem Möglichkeiten
schaffen. Ganz vorn steht da das Erlernen der deutschen Sprache, denn
sie bietet den Zugang zu gesellschaftlicher, kultureller und beruflicher
Teilhabe. Im kommenden Doppelhaushalt haben wir allein 11,5 Millionen Euro für Projekte wie Spracher-
werb, den Einsatz von Sozialarbeitern
und für ehrenamtliche Projekte eingestellt. Eine gelungene Integration
braucht aber vor allem Bereitschaft
zur Integration auf Seiten der aufnehmenden Gesellschaft und ebenso die
Bereitschaft auf Seiten der Zuwanderer. Wir müssen zeigen, dass wir weltoffen und tolerant sind. Respekt, Toleranz, Achtung – das ist der Dreiklang, der in Sachsen gelten muss.
DHZ: Sind Ihrer Meinung nach ge-
setzliche Veränderungen notwendig?
Köpping: Am sinnvollsten ist es
schon, wenn man all die guten
­Maßnahmen, auf die sich CDU und
SPD im Koalitionsvertrag geeinigt
­haben, in einem Gesetz festschreibt.
Nicht nur, dass es dann ein in sich
stimmiges und zusammenhängendes
Papier ist. Ein entscheidender Vorteil
besteht für mich darin, dass ein
­Gesetzgebungsprozess stets eine parlamentarische und damit öffent­liche
Diskussion hervorbringt. Und genau
das wird im Moment immer wieder
eingefordert: der transparente Diskurs, der öffentliche Austausch von
Meinungen und das damit ver­
bundene Ringen um den besten Weg.
Und gerade im Themenbereich
Integration halte ich eine breite
­
­Diskussion für überaus gewinnbringend. Nun gilt es das Integrationsund Zuwanderungskonzept der
letzten Legislaturperiode weiterzu­
entwickeln und mit Leben zu er­füllen.
Positive Signale bei Lehrstellen
Die Bilanz für Sachsen ist besser als in den Vorjahren
In der Berufsnachwuchs-Werbung
hat das sächsische Handwerk – nach
schwierigen Jahren infolge rückläufiger Schulabgänger-Zahlen und eines
dadurch bedingten schärferen Wettbewerbs am Lehrstellenmarkt – im
vergangenen Kalenderjahr wieder
deutlich Boden gutgemacht. Auch
wenn erwartungsgemäß letztlich
nicht alle Ausbildungsplätze besetzt
werden konnten: Bis 31. Dezember
2014 wurden bei den drei sächsischen Handwerkskammern 4.895
Ausbildungsverträge besiegelt – das
sind immerhin 310 (+6,8 Prozent)
mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.
Mit einem Anteil von 4.604 Lehrstellen (+286 bzw. +6,6 Prozent) beläuft
sich das Gros der Verträge auf betriebliche Lehrstellen.
Für das laufende Ausbildungsjahr
bei Sachsens „Wirtschaftsmacht von
nebenan“ intensiver nachgefragt als
2013 wurden vor allem Lehrstellen in
den Ausbildungsberufen Augenoptiker, Konditor, Fahrzeuglackierer, Bäcker sowie Zahntechniker. Gleichwohl gibt es die meisten Ausbildungsverträge unangefochten in den
Berufen Kfz-Mechatroniker, Friseur
und Elektroniker.
Mit einem groß angelegten Lehrstellenangebot für die nächste Saison
sind Handwerker ins Jahr 2015 gestartet. So sind auf der Jugendseite
www.ich-kann-etwas.de schon mehr
als 1.000 Ausbildungsplätze fürs Ende August beginnende Lehrjahr
2015/2016 gelistet. Besonders groß
ist die Auswahl an Stellen bei Elektronikern, Kfz-Mechatronikern und
Mechanikern für Sanitär-, Heizungsund Klimatechnik, aber auch bei Bäckern, Metallbauern und Tischlern.
Mindestlohn bringt
auch Änderungen für Praktika
Vertragsbedingungen schriftlich festhalten
Durch das Inkrafttreten des Tarifautonomiestärkungsgesetzes gehen neben dem Mindestlohn auch Änderungen hinsichtlich Praktika einher,
die hier näher beleuchtet werden.
Nach § 22 Abs. 1 Satz 2 MiLoG gelten
grundsätzlich auch Praktikanten als
Arbeitnehmer im Sinne des Mindestlohngesetzes und haben daher Anspruch auf den Mindestlohn in Höhe
von 8,50 Euro. Das Gesetz sieht hiervon in § 22 Abs. 1 vier Ausnahmen
vor. Überdies enthält das Mindestlohngesetz in § 22 Abs. 1 S. 3 MiLoG
eine Definition für das Praktikumsverhältnis.
Zudem sind infolge einer Änderung des Nachweisgesetzes die Praktikanten, die gemäß § 22 MiLoG als
Arbeitnehmer gelten, auch Arbeitnehmer im Sinne des Nachweisgesetzes.
Durch den neugeregelten § 2 Abs.
1a Nachweisgesetz hat, wer einen
Praktikanten einstellt, unverzüglich
nach Abschluss des Praktikumsvertrages, spätestens vor Aufnahme der
Praktikantentätigkeit, die wesentli-
chen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift
zu unterzeichnen und dem Praktikanten auszuhändigen. Dies hat zur
Folge, dass hier zwingend vor Durchführung des Praktikums die Niederschrift und die Aushändigung vorzunehmen ist.
In die Niederschrift sind mindestens aufzunehmen:
1. Name und Anschrift der Vertragsparteien.
2. Die mit dem Praktikum verfolgten
Lern- und Ausbildungsziele.
3. Beginn und Dauer des Praktikums.
4. Dauer der regelmäßigen täglichen
Praktikumszeit.
5. Zahlung und Höhe der Vergütung.
6. Dauer des Urlaubs.
7. Ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen,
die auf das Praktikumsverhältnis anzuwenden sind.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Dresden: Jana Eckel,
Tel. 0351/4640-453, E-Mail: jana.
eckel@hwk-dresden.de
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