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Programm
Studium
Generale
Wintersemester 2014 / 15
Neue Medien – Neue Märkte.
Profit oder nach­haltige Entwicklung?
H
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D E
E I
T E R N
Weiter­
bildungs­
angebot
R I
Z O N T
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R
Inhaltsverzeichnis
Zum Geleit
Neue Medien – Neue Märkte.
Profit oder nachhaltige Entwicklung?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Vorträge
Welternährung und Agrarspekulation: Eine wirtschaftsethische
Perspektive
05.11.2014  Prof. Dr. Ingo Pies, Halle / Wittenberg . . . . . . . . . 8
Digitalisierung der Wirtschaft und Steuervermeidung
19.11.2014  Prof. Dr. Harald Jansen, Jena. . . . . . . . . . . . . . . . 10
Wird den Lokalmedien bald das Geld für qualitativ hoch­
wertige Inhalte fehlen?
03.12.2014  Prof. Dr. phil. Wolfgang Seufert, Jena. . . . . . . . . 12
Mit dem Studium Generale
den Horizont erweitern
Das Studium Generale will Wissenschaftler verschiedener Fach­
gebiete zusammenbringen, um Fragen von allgemeinem Interesse
zu erörtern.
Was die verschiedenen Wissenschaftler mit ihren jeweils unter­
schiedlichen Herangehensweisen zu einem Thema beizutragen
haben, soll über die Fächergrenzen hinweg in allgemein ver­ständ­
licher Form der inner- und außeruniversitären Öffentlichkeit nahe­
gebracht werden.
Damit soll einerseits den Studierenden und Lehrenden Gelegen­
heit gegeben werden, Einblick in die Arbeit anderer zu nehmen,
und andererseits sollen interessierten Bürgern aus Stadt und Land
aktuelle Forschungsergebnisse zugänglich gemacht werden.
Das Studium Generale widmet sich in jedem Semester einem
neuen Oberthema, das dann von Wissenschaftlern verschiedener
Fachgebiete betrachtet wird.
Der Besuch der Veranstaltungen erfolgt gebührenfrei und ohne
Anmeldung.
Weitere Informationen unter:
www.uni-jena.de/weiterbildung
Gewinnmaximierung – ein legitimes unternehmerisches Ziel?
07.01.2015  Prof. Dr. Ute Schmiel, Duisburg / Essen. . . . . . . . 14
Digitalisierung und Vernetzung als rechtliche Herausforde­
rungen am Beispiel des Persönlichkeitsschutzes
21.01.2014  Prof. Dr. Christian Alexander, Jena. . . . . . . . . . . . 16
Innovation und Nachhaltigkeit: Die Energiewende in
Deutschland
04.02.2014  Prof. Dr. Uwe Cantner und PD Dr. Holger Graf,
Jena . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Ansprechpartner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Semestertermine. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Alle Vorträge finden mittwochs um 17.15 Uhr in
der Aula des Universitäts­haupt­gebäudes am
Fürsten­graben 1 statt. Alle Vorträge sind öffentlich.
Der Eintritt ist frei.
Zum Geleit
Gleichstellungshinweis
Zur besseren Lesbarkeit sind personenbezogene Bezeichnungen nur in der männlichen Form
ausgeführt. Selbstverständlich sind damit jeweils beide Geschlechter gemeint.
Impressum
Herausgeber: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Dezernat 1
apl. Prof. Dr. Eva Schmitt-Rodermund  Fürstengraben 1  07743 Jena
Redaktion: Beate Böhm, Ines Tresenreuter
Redaktionsschluss: 18.07.2014
Änderungen nach Redaktionsschluss können nicht ausgeschlossen werden.
Bitte informieren Sie sich auf www.uni-jena.de .
Auflage: 1000
Gestaltung, Satz: Kohlhaas & Kohlhaas, Weimar  www.kohlhaas-kohlhaas.de
Fotos: Ryan Lawler: A view from the Member‘s Gallery inside the NYSE (Ausschnitt), Public
domain, via Wikimedia Commons  alle anderen: privat
Druck: Druckerei Schöpfel GmbH, Weimar  www.druckerei-schoepfel.de
Papier: LuxoSamt 170 g / m2 und 80 g / m2
Neue Medien – Neue Märkte.
Profit oder nachhaltige Entwicklung?
New Yorker Börse
Neuentwicklungen in der Informationstechnologie verändern nicht
nur die Marktbedingungen für traditionelle Güter; sie schaffen auch
neue Märkte mit bislang unbekannten Möglichkeiten zur Nutzung
räumlicher und zeitlicher Dimensionen. In den vergangenen Jahr­
zehnten bestimmten diese Technologien nicht selten die charakte­
ristischen Merkmale wirtschaftlicher Vorgänge. Sich derartig perma­
nent verändernde Rahmenbedingungen haben nicht nur wirtschaft­
liche Konsequenzen, sondern werfen neue soziale und politische,
aber auch juristische Fragen auf: Welche urheberrechtliche Pro­ble­
matik ist mit der Verbreitung elektronischer Medien verbunden?
Gibt es überhaupt einen Widerspruch zwischen unternehmerischen
Zielen und einer nachhaltigen, Generationen übergreifenden Er­höhung des Wohlstands?
Die rechtlich offenen Abgrenzungsfragen und die ökonomisch
intensiv diskutierten Aspekte moderner Informationstechnologien
treffen gesellschaftliche Kernprobleme: Ungelöste juristische Fra­
gen können Eingriffe in Persönlichkeitsrechte nach sich ziehen;
4
Studium Generale Wintersemester 2014 / 15
neue Medien revolutionieren nicht nur die Alltagskommunikation,
sondern sind darüber hinaus geeignet, über veränderte Markt­
bedingungen selbst die wirtschaftspolitisch-demographischen
Aspekte von Entwicklungsländern zu berühren.
Die Vortragsreihe in diesem Semester umfasst deshalb Beiträge
von international renommierten WissenschaftlerInnen, die nicht nur
aus der Sicht ihrer eigenen Disziplinen zu der Thematik beitragen
können, sondern die mit einer interdisziplinären Perspektive zu
einer objektiven Einschätzung der oft als bedrohlich eingeschätzten
Zukunft beitragen werden.
Wir wünschen allen Hörerinnen und Hörern viele Inspirationen bei
diesem fächerumspannenden Themenkreis.
Harald Jansen und Hans-Walter Lorenz,
Wissenschaftliche Leitung
Weiterbildungsangebot der Friedrich-Schiller-Universität Jena
5
Vorträge
Mittwoch, 5. November 2014  17.15 Uhr
Referent
Prof. Dr. Ingo Pies
Welternährung und Agrarspekulation:
Eine wirtschaftsethische Perspektive
Die Finanzspekulation mit Agrarrohstoffen steht seit geraumer Zeit
im Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit und Kritik. Befürchtet
wird, dass die Terminmarktgeschäfte von Indexfonds preistreibend
wirken könnten und in den letzten Jahren tatsächlich dazu beige­
tragen haben, Hungerkrisen in Entwicklungsländern auszulösen
oder zu verschärfen.
Aber stimmt das wirklich? Was sagt die empirische Forschung
dazu? Wo lagen in der jüngsten Vergangenheit die wichtigsten Kri­
senursachen? Wie ging die Politik damit um? Ist es aus wirtschafts­
ethischer Sicht moralisch gerecht(fertigt), Indexfonds als „Hunger­
macher“ an den Pranger zu stellen? Und nach vorn schauend wird
gefragt: Vor welchen Herausforderungen stehen wir im Hinblick
auf die globale Ernährungssicherheit in den kommenden Jahrzehn­
ten? Wie lassen sich diese Herausforderungen bewältigen? Was
können wir tun und worauf müssen wir achten, um das moralische
Anliegen zu verwirklichen, den Hunger auf dieser Welt wirksam zu
bekämpfen?
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Studium Generale Wintersemester 2014 / 15
Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg
Prof. Dr. Ingo Pies: *1964 in Arnsberg (NRW). Von 1983 bis 1989
Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Münster. Pro­
motion zum Dr. rer. pol. 1992 an der Katholischen Universität Eich­
stätt mit einer Arbeit über „Normative Institutionenökonomik“. 1999
Habilitation mit einer Arbeit über „Ordnungspolitik in der Demokra­
tie“. Seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsethik an der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Zahlreiche Veröffentlichungen zu Themen der Wirtschafts- und
Unter­nehmensethik, zum Beispiel: „Regelkonsens statt Werte­kon­
sens“ (Berlin 2012), „Moral als Produktionsfaktor“ (Berlin 2009),
„Moral als Heuristik“ (Berlin 2009), „Wie bekämpft man Korrup­
tion?“ (Berlin 2008).
Weiterbildungsangebot der Friedrich-Schiller-Universität Jena
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Mittwoch, 19. November 2014  17.15 Uhr
Referent
Digitalisierung der Wirtschaft und
Steuervermeidung
Prof. Dr. Harald Jansen
Die Steuervermeidungsstrategien von international agierenden
Konzernen der IT- und Internet-Branche haben ein großes Echo in
der öffentlichen Berichterstattung ausgelöst. So wird – bei im inter­
nationalen Vergleich üblichen Unternehmenssteuersätzen von ca.
30 Prozent – für Konzerne wie Google, Apple oder Amazon über
Steuerquoten von mitunter weniger als 5 Prozent berichtet. Der­
artig niedrige effektive Steuerbelastungen haben auch die OECD in
ihrem Bericht „Addressing Base Erosion & Profit Shifting“ (BEPS)
veranlasst, regulierende Maßnahmen vorzuschlagen, um die Ver­
lagerung und Reduzierung von Steuersubstrat zu begrenzen. Die
niedrigen Steuerzahlungen werden dabei durch Nutzung rechtlicher
Konstruktionen erklärt, die gerade auf globalisierten Märkten dazu
geeignet sind, den Ort und den Umfang der Gewinnentstehung so
zu gestalten, dass Steuerzahlungen minimiert werden.
Prof. Dr. Harald Jansen: Nach Studium der Wirtschaftswissenschaft
(Diplom 1995), Promotion (2000) und Habilitation (2005) an der
Ruhr-Universität Bochum, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und an­schließend Assistent am Lehrstuhl für Unternehmensbesteuerung
und Unternehmensprüfung der Ruhr-Universität. Im Anschluss
an Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Duisburg-Essen
und Magdeburg, Ruf im Jahr 2008 an die Universität Leipzig und
Inhaber der Professur für Betriebswirtschaftliche Steuer­lehre und
Unternehmensrechnung, seit April 2012 Inhaber des Lehrstuhls
für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung an
der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Der Vortrag will dem Zusammenhang zwischen einer Digitalisie­
rung ökonomischer Transaktionen und der Steuervermeidung nach­
gehen: Bedeutet die Steuervermeidung lediglich eine Maximierung
kurzfristiger Gewinnziele mit einer unter Umständen nachhaltigen
Aushöhlung des Steuersubstrats? Oder sind Bedingungen denkbar,
die dazu führen, dass derartige Zielkonflikte in der Öffentlichkeit
stark übertrieben wahrgenommen werden? Gründe hierfür könn­
ten einmal in einer verzerrten Unternehmensberichterstattung über
Gewinne und Steuerzahlungen zu finden sein, aber auch in theo­
retischen Schwierigkeiten, eine allgemeingültige und aussagekräf­
tige Kennzahl für die effektive Unternehmenssteuerbelastung zu
definieren.
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Studium Generale Wintersemester 2014 / 15
Weiterbildungsangebot der Friedrich-Schiller-Universität Jena
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Mittwoch, 3. Dezember 2014  17.15 Uhr
Wird den Lokalmedien bald das Geld für
qualitativ hochwertige Inhalte fehlen?
Nach 20 Jahren Internetverbreitung geraten die Lokalzeitungen
und mit ihnen die nach wie vor wichtigste Informationsquelle für
Regionalinformation immer stärker unter wirtschaftlichen Druck.
Regionale Werbung im Internet verdrängt mehr und mehr die klas­
sische Zeitungswerbung. Gleichzeitig verzichtet vor allem die jün­
gere Generation immer häufiger auf den regelmäßigen Kauf einer
Tageszeitung. Ähnliche, wenngleich nicht ganz so starke Probleme
haben die Veranstalter von lokalen Radio- und TV-Programmen.
Die auf den ersten Blick einfachste Lösung, die in den traditionel­
len Märkten verlorenen Umsatzerlöse durch Werbe- und Abonne­
menteinnahmen für Online-Angebote auszugleichen, ist bislang
gescheitert. Kosteneinsparungen werden deshalb von vielen loka­
len Medienunternehmen als einzige Lösung angesehen.
Referent
Prof. Dr. phil.
Wolfgang Seufert
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Prof. Dr. phil. Wolfgang Seufert: Jg. 1956, Studium der Volkswirt­
schaftslehre (Dipl.-Volkswirt) und Publizistik (Dr. phil.) an der Freien
Universität Berlin. 1983 bis 2003 Wissenschaftlicher Referent für
Neue Medien am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW),
Berlin. Seit 2003 Professur für Kommunikationswissenschaft mit
dem Schwerpunkt Ökonomie und Organisation der Medien am
Institut für Kommunikationswissenschaft der Friedrich-Schiller-Uni­
versität Jena. Hauptarbeitsgebiete: Strukturwandel der Medien,
Medienökonomie, Medienregulierung. 2010 bis 2013 Prodekan und
Studiendekan, seit 2013 Dekan der Fakultät für Sozial- und Verhal­
tenswissenschaften.
Der Vortrag beschäftigt sich auf Grundlage empirischer Studien und
theoretischer Überlegungen der Medienökonomie mit der Frage,
ob Einsparungen, die sich negativ auf die Qualität des lokalen Infor­
mationsangebotes auswirken, das Problem nicht eher verstärken
werden, statt es zu lösen.
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Studium Generale Wintersemester 2014 / 15
Weiterbildungsangebot der Friedrich-Schiller-Universität Jena
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Mittwoch, 7. Januar 2015  17.15 Uhr
Referentin
Gewinnmaximierung – ein legitimes
unternehmerisches Ziel?
Prof. Dr. Ute Schmiel
Die Frage nach der Legitimität der Zielsetzung „Gewinnmaximie­
rung“ scheint naiv. Schließlich ist Gewinnmaximierung als zuläs­
siges unternehmerisches Ziel in den letzten Jahrzehnten um­­
fassend und sehr kontrovers diskutiert worden. Wir glauben, dass
diese Frage gleichwohl noch nicht abschließend beantwortet ist.
Gewinnmaximierung wird in einem neoklassischen Paradigma
damit legitimiert, dass diese zum Gemeinwohl, konkretisiert als
ge­samtwirtschaftliche Wohlfahrt in Form von Allokationseffizienz,
führt. Wir lehnen eine solche neoklassisch-wohl­fahrts­öko­no­mische
Legitimierung ab: Weil wohlfahrtsökonomisch fundierte Allokations­
effizienz in realen Märkten nicht erreicht wer­den kann, ist wohl­
fahrtsökonomisch begründete Gewinnmaximierung wirtschafts­
theoretisch nicht legitim. Jenseits der neoklassischen Theorie
besteht kein „Automatismus“ zwischen Gewinnmaximierung und
Gemeinwohlmaximierung.
Unsere These lautet in Anlehnung an James R. Buchanan und
Viktor Vanberg, dass Gewinnerzielung wirtschaftstheoretisch und
wirtschaftsethisch legitim ist, sofern sie Entscheidungsfreiheit
und Rechtsgleichheit als allgemeine Güter wahrt. Damit sehen wir
die Verfolgung des eigenen Vorteils als für eine Marktwirtschafts­
ordnung konstitutiv an, halten es aber für erforderlich, diese zu
begrenzen. Wann Gewinnerzielung Entscheidungsfreiheit und
Rechtsgleichheit als allgemeine Güter wahrt und wann nicht, ist
konkretisierungsbedürftig. Unserer Auffassung nach sollte eine sol­
che Konkretisierung dieser moralischen Gewinnerzielung aus ethi­
schen Konzeptionen zur Entscheidungsfreiheit und Rechtsgleich­
heit und unter Beachtung erfahrungswissenschaftlicher Hypothe­
sen erfolgen: Beispielsweise für die Konkretisierung von Steuer­
moral Hypothesen über den Einfluss der Besteuerung auf das
Handeln von Wirtschaftssubjekten und für die Ausgestaltung der
Mitbestimmung Theorien der Arbeitsbeziehungen.
Prof. Dr. Ute Schmiel (Promotion 2001, Habilitation 2005, 2005 bis
2008 Univ.-Prof. für ABWL, insb. Steuerlehre / Prüfungswesen an
der TU Ilmenau) ist Inhaberin des Lehrstuhls für Unternehmens­
besteuerung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der
Universität Duisburg-Essen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die
ökonomische Analyse ausgewählter Fragen der Unternehmens­
besteuerung, methodologische Probleme der Betriebswirtschaft­
lichen Steuerlehre und ethische Fragen der Betriebswirtschafts­
lehre.
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Studium Generale Wintersemester 2014 / 15
Universität Duisburg-Essen
Weiterbildungsangebot der Friedrich-Schiller-Universität Jena
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Mittwoch, 21. Januar 2015  17.15 Uhr
Referent
Digitalisierung und Vernetzung als recht­
liche Herausforderungen am Beispiel des
Persönlichkeitsschutzes
Prof. Dr.
Christian Alexander
Die Neuen Medien stellen die Rechtsordnung vielfach vor neue
Herausforderungen. Digitalisierung und Vernetzung ermöglichen
heute einen ganz anderen Zugang und Umgang mit Informationen
als dies noch vor wenigen Jahren und Jahrzehnten der Fall war.
Infolgedessen stellen sich zum Teil ganz neue Rechtsfragen, zum
Teil treten Rechtsprobleme aber auch nur verändertem Gewand in
Erscheinung. Als Beispiel für die rechtlichen Herausforderungen,
die durch die Neuen Medien ausgelöst werden, nimmt der Vortrag
den Persönlichkeitsschutz in den Blick.
Der rechtliche Schutz jedes Menschen in Gestalt des Allge­
meinen Persönlichkeitsrechts ist heute im Grundsatz anerkannt.
Aus der Digitalisierung und Vernetzung ergeben sich jedoch neue
Gefahren für das Persönlichkeitsrecht. Digital gespeicherte Infor­
mationen sind beispielsweise in Online-Archiven lange verfüg­
bar und leicht auffindbar – das Internet vergisst nichts. Dies kann
jedoch erhebliche Probleme bereiten, wenn die gespeicherten
Informationen über eine Person längst zurückliegende Ereignisse
betreffen, etwa eine begangene Straftat, deren Strafe der Täter
jedoch längst verbüßt hat. Auch stellt sich die Frage des Umgangs
mit automatisch generierten Informationen, etwa durch die Autocomplete-Funktion einer Suchmaschine.
Weiterhin kommt der Verbreitung von Informationen im Internet
besondere Bedeutung zu. Betreiber von Internetplattformen, etwa
die Anbieter von Plattformen, auf denen Nutzer eigene Blogs ein­
richten können, oder Suchmaschinenanbieter fungieren in erster
Linie als Vermittler und Verbreiter von Informationen. Haften solche
Anbieter selbst für etwaige Rechtsverstöße ihrer Nutzer? Welche
rechtlichen Anforderungen gelten in diesen Fällen und wie kann
sich ein Betroffener gegen eine etwaige Rechtsverletzung zur Wehr
setzen?
Prof. Dr. Christian Alexander: 1993 bis 1998 Studium der Rechts­
wissenschaft an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald;
1998 bis 2001 Wissenschaftliche Hilfskraft und später Wissenschaft­
licher Mitarbeiter an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifs­­wald; 2001 Promotion zum Dr. jur.; 2001 bis 2003 Juristischer Vor­
bereitungsdienst im Bezirk des Kammergerichts Berlin; 2003 bis
2009 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Internationales
Recht, Ludwig-Maximilians-Universität München; 2009 Habilitation;
2009 bis 2011 Lehrstuhlvertretung an der Friedrich-Schiller-Uni­
versität Jena; 2011 Universitätsprofessor für Bürgerliches Recht,
Wirtschaftsrecht und Medienrecht in Jena; Forschungsschwer­
punkte: Wettbewerbsrecht, Medienrecht (insbesondere Recht der
Neuen Medien), Privatrecht.
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Studium Generale Wintersemester 2014 / 15
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Weiterbildungsangebot der Friedrich-Schiller-Universität Jena
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Mittwoch, 4. Februar 2015  17.15 Uhr
Innovation und Nachhaltigkeit:
Die Energiewende in Deutschland
Ist der technologische Wandel Fluch oder Segen für die Mensch­
heit? Die Neugier des Menschen und die damit verbundene Suche
nach Neuem haben uns zweifellos einen hohen Lebensstandard
beschert. Die Unfähigkeit sämtliche Konsequenzen unseres Verhal­
tens zu überschauen führt aber auch zu Problemen, die zum Zeit­
punkt der Einführung der Neuerung nicht vorhersehbar waren.
So sah man das Automobil in seinen Anfängen noch als umwelt­
freundliches Fortbewegungsmittel an – es verursachte schließlich
deutlich weniger offensichtlichen Schmutz als Pferdefuhrwerke.
Heute gelten Automobile mit Verbrennungsmotor als umwelt­
schädlich und viele Experten prognostizieren eine baldige Ablösung
durch Elektrofahrzeuge. Es scheint, als ob sich die Menschheit mit
jeder Lösung neue Probleme schafft, die dann wieder überkom­
men werden müssen. Dabei werden die neuen Lebensgewohn­
heiten selten wieder aufgegeben, sondern es erfolgen entweder
Anpassungen der neuen Technologien (wie zum Beispiel durch den
Katalysator) oder die Suche nach (möglicherweise) besseren Alter­
nativen.
Derartige Prozesse werden in der Innovationsökonomik als Wettbe­
werbe zwischen konkurrierenden Technologien untersucht, wobei
es unterschiedliche Sichtweisen über die Notwendigkeit staatlicher
Eingriffe gibt. Die Vorlesung soll zunächst in diese Theorie der Tech­
nologiewettbewerbe einführen, um anschließend am Beispiel der
aktuellen Diskussion über die Energiewende in Deutschland ein
Streitgespräch zu führen, in dem die verschiedenen Argumente der
ökonomischen Innovationsforschung zur Sprache kommen.
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Studium Generale Wintersemester 2014 / 15
Referenten
Prof. Dr. Uwe Cantner,
PD Dr. Holger Graf
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Prof. Dr. Uwe Cantner: *2.8.1960 Wuppertal; 1980 – 85 Studium der
Volks- und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg,
Abschluss Dip. oec.; 1983 – 84 Studium der Volkswirtschaftslehre
an der Wayne State University, Detroit, MI, USA, Abschluss Master
of Arts; 1990 Promotion an der LMU München, 1996 Habilitation
zum Dr. habil. rer. pol. an der Universität Augsburg (Hetero­genität
und technologische Spillovers – Grundelemente einer ökonomi­
schen Theorie des technologischen Fortschritts); 1996 – 2000 PD
Universität Augsburg; 1997 – 98 Vertretungsprofessur am Institut
für Volkswirtschaftslehre der Universität Augsburg; 1998 Gastpro­
fessur an der Université de Toulon-Var; 1998 / 1999 / 2000 Gast­
professur an der Université de Rennes I; seit 2000 Universitäts­
professur für VWL / Mikroökonomik an der Friedrich-Schiller-Univer­
sität Jena.
PD Dr. Holger Graf studierte Volkswirtschaftslehre in Regensburg
und Augsburg und wurde in Jena promoviert und habilitiert. Von
2013 bis 2014 vertrat er den Lehrstuhl für internationale Wirtschaft
an der TU Bergakademie Freiberg. Zurzeit ist er Privatdozent an der
Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der FSU Jena. Seine Inte­
ressensgebiete umfassen Innovationsökonomik, Soziale Netzwerk­
analyse, Umweltökonomik und Regionalökonomik.
Weiterbildungsangebot der Friedrich-Schiller-Universität Jena
19
Ansprechpartner
Semestertermine
Beirat Studium Generale
Semesterzeit
Vorlesungszeit
Vorlesungs­
unterbrechung
Prof. Dr. Uwe Becker
Prof. Dr. Erika Kothe
Prof. Dr. Gerhard Lingelbach
Prof. Dr. Karl-Heinz Lotze
Prof. Dr. Dirk von Petersdorff
Prof. Dr. Bernhard Strauß
Wintersemester 2014 / 15
OKT
Zentraler Ansprechpartner
Studierenden-Service-Zentrum
Fürstengraben 1 · 07743 Jena
NOV
TEL (03641) 93 11 11
FAX (03641) 93 11 12
Sprechzeiten
Mo, Mi, Do 10:00 –16:00
Di
10:00 –18:00
Fr
10:00 –12:00
MAIL studium@uni-jena.de
www.uni-jena.de/ssz.html
Telefonsprechstunde
Mo – Fr
09:00 –12:00
Mo – Do
14:00 –16:00
Bitte beachten Sie, dass während der vorlesungsfreien Zeit
gegebenenfalls andere Sprechzeiten und Telefonsprechstunden
gelten. Mehr dazu im Internet.
DEZ
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MÄR
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01.10.2014 – 31.03.2015
20.10.2014 – 13.02.2015
23.10.2014 ab 13:00
22.12.2014 – 02.01.2015
Studium Generale Wintersemester 2014 / 15
SS 2015
01.04.2015 – 30.09.2015
13.04.2015 – 17.07.2015
26.06.2015 ab 13:00
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SEP
OKT
Inhaltliche Verantwortung und Organisation:
DEZERNAT 1
AKADEMISCHE UND STUDENTISCHE ANGELEGENHEITEN
Kooperation:
Neben dem vorliegenden Heft gibt die Universität Jena weitere
Hefte bzw. Faltblätter zu ihrem Weiter­bildungsangebot heraus:
Programm
Weiterbildungsangebot
Gasthörer
Weiterbildung
Wintersemester 2014 / 15
Wintersemester 2014 / 15
Weiterbildungsangebot
DABE
IS
EIN
Programm
Seniorenkolleg
Studienjahr 2014 / 15
Heft
„Gasthörer“
Heft
„Weiter­bildung“
E
PULS
E
IM
B
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KO
N
E
E
U
Weiterbildungsangebot
Faltblatt
„Seniorenkolleg“
Ein Programm kann mit einem adressierten und frankierten
Rückumschlag (Hefte: 0,90 Euro; Faltblatt: 0,60 Euro)
beim Studierenden-Service-Zentrum angefordert werden.
Sie finden die Programme aber auch unter
www.uni-jena.de/weiterbildung
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Kunst und Fotos
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