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Auf die sanfte Tour - Klinikum der Universität München

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Mitteilungen des Fördervereins Musikfestspiele Saar
Oktober 2014
25 JAHRE MUSIKFESTSPIELE SAAR
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Förderer der Musikfestspiele Saar!
In diesem Jahr sind es 25 Jahre her, seit bei den ersten Musikfestspielen Werke von Mendelssohn-Bartholdy
und einigen seiner Zeitgenossen zu hören waren. Wir feiern dies mit zwei großen Konzerten Anfang November.
In der Kongresshalle lernen wir am 6. November den großen chinesischen Komponisten Xiaogang Ye kennen,
und im Saarländischen Staatstheater zwei Tage später Nicholas Milton, den neuen Generalmusikdirektor unseres Theaters. Sind sie nicht auch neugierig auf Ye und Milton? Kommen sie zu den beiden Konzerten und
lassen Sie uns auf diese Weise gemeinsam das Jubiläum der Musikfestspiele feiern!
Congresshalle Saarbrücken
Donnerstag, 6. November 2014, 20:00 Uhr
Saarländisches Staatstheater
Samstag, 8. November 2014, 19:30 Uhr
Europapremiere mit Werken von
Premiere mit
Xiaogang Ye
Nicholas Milton
international bekannter zeitgenössischer
chinesischer Komponist
Twilight of the Himalayas
neuer Generalmusikdirektor des
Saarländischen Staatstheaters
Richard Strauss
(Tenor, Knabensopran, Zheng, Chor und Orchester)
Scent of the Green Mango
(Klavier und Orchester, Uraufführung)
The Song of the Earth
(Sopran, Bariton und Orchester)
Deutsche Radio Philharmonie
Dirigent: Hansjörg Albrecht
Yitian Luan, Sopran — Yijie Shi, Tenor
Liu Shen, Knaben-Sopran
Zhengzhong Zhou, Bariton — Ji Wei, Zheng
Amir Katz, Klavier — Tölzer Knabenchor
Ticketpreise: € 50 • 40 • 20 • 10
Fördermitglieder: € 45 • 36 • 18 • 9
"Don Juan", Sinfonische Dichtung
Gustav Mahler
“Lieder eines fahrenden Gesellen"
Gustav Mahler
1. Sinfonie D-Dur
Saarländisches Staatsorchester
Dirigent: Nicholas Milton
Gerhild Romberger, Mezzospran
Ticketpreise: € 50 • 40 • 35 • 30 • 20
Fördermitglieder: € 45 • 36 • 30 • 27 • 18
Abonnementpreise für beide Konzerte (Kategorie 1-3) € 40 • 30 • 20
Vorverkauf: Musikfestspiele Saar, 66123 Saarbrücken, Rotenbühlerweg 28a • Tel. 0681 97 61 00 • Fax 0681 37 23 10
SR-Shop im Musikhaus Knopp, 66111 Saarbrücken, Futterstr. 4 • Tel. 0681 9 880 880 I Fax 0681 936 99 88
Bereits am 21. Oktober können Sie in der Völklinger Hütte ein Konzert zur Ägypten-Ausstellung genießen, auf
das ich Sie gerne auf der folgenden Seite dieser Mitteilungen hinweise.
Was finden Sie noch in dieser Ausgabe: Guido Königs Impressionen unseres diesjährigen Mühlenfestes mit
einer Ode, die dieses Ereignis besingt, Inge Leonardys Bericht aus dem Leben der Leonardyschen Schafe, und
Anne Gettmanns Schilderung der Mitgliederreise nach Polen.
Mit vielen Grüßen und guten Wünschen,
Ihr
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Ägypten-Konzert "Glanz der Pharaonen"
Lassen Sie sich auf eine musikalische Reise in die Welt des Alten Ägypten entführen! Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte präsentiert gemeinsam mit den Musikfestspielen Saar anlässlich der aktuellen Ausstellung „Ägypten: Götter — Menschen — Pharaonen“ das Ägypten-Konzert „Glanz der
Pharaonen“. Meisterwerke europäischer klassischer Musik treffen auf den Traum vom Alten Ägypten.
Unter Leitung von Professor Leo Krämer musizieren Chor und Orchester des Staatlichen Konservatoriums Kazan, der Philharmonische Chor an der Saar und das PlatinaKlassik Vokalensemble.
Solist des Abends ist der Ausnahme-Geiger Nikita Borisoglebky.
Carl Maria von Weber: Ouvertüre zur Oper „Der Freischütz“
Peter I. Tschaikowski: Violinkonzert D-Dur
Wolfgang Amadeus Mozart: Ouvertüre aus der „Entführung aus dem Serail“
Johann Strauß: An der schönen blauen Donau
Johann Strauß: Jagdpolka
Giuseppe Verdi: Gefangenenchor aus der Oper „Nabucco“,
Giuseppe Verdi: Triumphmarsch aus der Oper „Aida“
Das Konzert findet am Sonntag, den 21. Oktober 2014, 19.30 Uhr in der Gebläsehalle
des Weltkulturerbes Völklinger Hütte statt. Inhaber einer Konzertkarte haben zusätzlich
die Gelegenheit, ab 15 Uhr die „Ägypten“-Ausstellung zu besuchen.
Konzertkarten zum regulären Preis von 35,– €, ermäßigt 30,– €, sind beim
Besucherservice des Weltkulturerbes Völklinger Hütte erhältlich unter:
Tel.: +49 (0) 6898 / 100 100 oder per Mail visit@voelklinger-huette.org
Ein schöner Tag im August
Guido Königs Impressionen vom Mühlenfest 2014
Unschwer lässt sich die Programmfülle des Mühlenfests im französischen Guébling wiedergeben.
Zahlreiche Gäste kamen mit zwei Reisebussen von
Saarbrücken oder in Privatwagen aus allen Himmelsrichtungen an den schön gelegenen Tatort.
Das lothringische Hügelland mit seinem Auf und
Ab in weiten Straßenzügen gab anmutige Bilder
unter weißblauem Wolkenhimmel zum Besten.
Die Busgäste langten Punkt Zwölf an und zogen
wie ein Karawane zur grünen Festwiese vor der
Mühle. Sie konnten sich unter weißen Spitzzelten
auf Bänken an geschmückten Tischen niederlassen. Die Mühlenbesitzer Inge und Robert
Leonardy begrüßten die vielen Ankommenden
persönlich.
Sekt und andere Getränke wurden gereicht. Kaum
auf den Sitzplätzen kam die Aufforderung zur
Grillstation der duftenden Rostwürste, denen
kaum jemand widerstehen konnte. Wie ihnen die
leckeren Bratwürste bei Wein, Bier und anderen
Getränken mundeten!
Der Fördervereinsvorsitzende Werner Tack lobte
in seiner professionellen Art die einladenden Gastgeber. Er würdigte ihre perfekte Arbeit. Natürlich
vergaß er den Dank für die Mitglieder des Festausschusses des Fördervereins nicht: Gisa Kumposcht für Tischschmuck, Weinbeschaffung und
vieles andere mehr, Richard Bard fürs vorzügliche
Essen, Anne und Michael Herrmann für den tatkräftigen Einsatz zur Vorbereitung, Alfons Simon
für seine selbstlosen Dienste im Förderverein. Er
dankte den fleißigen Mitarbeitern der Geschäftsstelle sowie allen Anwesenden, seien es Mitglieder, Gäste oder Sponsoren. Seine wichtige Nebenbemerkung, dass neue Mitglieder stets willkommen seien, ergänzte Robert Leonardy später
mit der Mitteilung, dass sich die Deutsche Bahn
und Kohl-Pharma als Großsponsoren für die Musikfestspiele festtagsgerecht gemeldet hätten.
Zwischen wohlschmeckenden Fleischgerichten
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und köstlichen Kuchen und knusprigen Gebäcken
kam noch ein besonderer Programmpunkt.
Gewissermaßen zur Einstimmung auf die Musikfestspiele 2015, polnischer Musik gewidmet, trat
das Trio Cynamon aus Krakau auf. Kasia Rosolek
erfreute mit Violine und Gesang, Monika Glanowska mit Gesang und Flöte, beide von Łukasz Cioch
durch Klavierspiel unterstützt. Ebenso beschwingt
wie einfühlsam spielten sie Kompositionen der
polnischen Liedermacher Marek Rechuta und Agnieszka Osaiecka, die als Ohrwürmer den Zuhörern ans Gemüt gingen.
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liche Gefühle auf. In deren Gefolge schlossen sich
die Autofahrer an. Alle werden, wie auch in den
früheren Mühlenfesten, den Tag auch diesmal in
bester Erinnerung behalten, sicherlich auch in der
Hoffnung auf den nächsten Termin 2015. Solch
festliche Ereignisse an der Mühle von Guébling in
Lothringen im Zusammensein von deutschen und
französischen Gästen, gestiftet vom Ehepaar Leonardy, kann man ohne Übertreibung eine gewisse
Einmaligkeit zubilligen.
Vielleicht lässt sich zum Schluss im Geiste bukolischen Gesangs von Orpheus die Feierfreude des
Mühlenfestes lyrisch auf den Punkt bringen…
Lobgesang auf Lothringen
Für Inge und Robert Leonardy
Baum und Wiese sind Exempel
immerwährender Natur.
Wohnhaus, Zelt und Göttertempel
zeugen von der Menschen Spur.
Unter lebhaften Gesprächen und heiterem Lachen
der Festgäste, die gewohnheitsgemäß zu Freunden und Bekannten an den Tischen wechselten,
hob sich die heitere Stimmung. Die fröhlichen
Kinderspiele mit Hunden und Booten am nahen
Weiher sorgten für Abwechslung. Bei einem aufgehellten Himmel, der sich immer mehr in einem sommerlichen Wolkenspiel zeigte, ging es dem frühen
Augustabend zu. Einen besondern Schlussakkord
setzte Inge Leonardy mit einer bravourösen, launige Rede über ihre Schafe , deren Schicksale an
der Mühle sie mit witzigen Aperçus zur Freude aller
preisgab.
In sichtlich zufriedenen Aufbrüchen zu den beiden
Bussen gegen sechs Uhr begaben sich die Festgäste auf den Heimweg. Unter einem nun doch
noch blau-weißen Abendhimmel kamen sommer-
Alles wird zum Zeugnis einer
sprachgeschaffnen Wirklichkeit.
Nirgends zeigt die Welt sich reiner
als im dichterischen Kleid.
Glanz des Wahren sei das Schöne,
schrieb schon Platon seinerzeit,
dass es durch die Zeiten töne
bis in alle Ewigkeit.
Mancher zieht dies zwar in Zweifel
durch verdrehten Scheinbeweis.
Nun denn. Mag er’s tun auf Teufel
komm heraus im Zirkelkreis!
Rilke schrieb einst allem Hier sein
Einzigartigkeit ins Buch.
Im Verbund von Du und Wir sein
liegt der beste Selbstversuch.
Guido König
Neues von der Mühle
berichtet Inge Leonardy
Der Ort Guébling ist sehr vorausschauend. Sie
haben es sicher gemerkt an der Weihnachtsbeleuchtung, die auch im Sommer über der Straße
hängt. Dann spart man auf jeden Fall ein erneutes
Aufhängen vor Weihnachten.
Außerdem ist man hier in einer Schafsgegend.
Jeder hat Schafe, und weil wir keine Extrawurst
sein wollen, haben wir halt auch Schafe. Die sind
friedlich, haben auch nichts gegen Musik und
nervtötendes Üben, brauchen nur Futter und
Wasser und jährliches Klauenschneiden, Wurmkur und Scheren. Das Dumme ist nur, dass unsere
Schafe keine echten Schafe sind, sondern Halbwildschafe, schnell wie Rehe, eigentlich ein
Fehlkauf, das gibt es ja manchmal. Das heißt für
uns jedesmal: Einfangen! Fangen sie einmal ein
Reh ein oder auch sechs, und sei es nur zum
Scheren. Nur wenn sie im Häuschen sind, kann
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man sie schnappen. Damit sie überhaupt hineingehen, kommt jedes Mal eine andere Strategie zum
Zuge, denn so dumm sind sie nicht, dass sie nicht
ahnen, wenn sich auf dem Gelände anstatt der
Frau Leonardy mit Brot eine drohende Gefahr aufbaut in Form eines Antoni aus dem Dorf, der ihnen
möglicherweise die Klauen schneiden will oder —
noch schlimmer — scheren. Das Klauenschneiden
haben wir schon einmal fertiggebracht, nur hat der
Antoni etwas zu kurz geschnitten, und zwei haben
dann gehumpelt. Also musste man einige Tage
später doch noch den Tierarzt rufen. Danach ging
wieder die wilde Jagd los rund um den Weiher,
diesmal noch zusammen mit dem Veterinär.
Im Fernsehen gibt es eine Sendung namens
"Lustige Schafschererei". Da gehen die Schafe
ganz freiwillig zum Schafscherer in den Stall, der
schert sie, dann gehen sie wieder raus, und nichts
ist passiert, außer dass sie sich nicht mehr wiedererkennen. Bei uns war es das letzte Mal schrecklich. Es war ziemlich heiß, und der Antoni kam wie
immer in 3er-Formation mit seinem zurückgebliebenen Cousin als sog. Lämpchenhalter und
dem minikleinen Nachkömmling unbekannter Herkunft, der nur zugucken darf. Seine Schafschere,
die ich übrigens gekauft und bezahlt habe, kam
zunächst nicht durch die dicke Wolle und war nach
dem ersten Schaf so heiß geworden, dass der Antoni das Ding nicht mehr in der Hand halten konnte;
danach gab es den Geist auf. Kein Problem, meinte
Antoni; er telefonierte jetzt. „Ich hab einen Kumpel,
der bringt seine Schafschere vorbei“. Die nicht
geschorenen Schafe rumpelten im Häuschen, das
schon geschorene Schaf lief orientierungslos
drumherum. Der Freund telefonierte zurück, dass
er doch nicht kommen kann. Auf das Häuschen
knallte die Sonne. Jetzt kam glücklicherweise
unser Schwiegersohn. „Ich schaue mal nach dem
Apparat“. Michael ist Programmierer, er hat immer
mit so kleinen Dingen zu tun. Wir gingen in die
Werkstatt, und er schraubte den Apparat auf.
„Made in China“ stand drin. Danach fielen etliche
kleine und noch kleinere Sachen heraus. „Abgebrochen“, sagte er, „das Kabel ist viel zu schwach,
es muss ein stärkeres sein, und ich muss es anlöten. Wer hat einen Lötapparat?“ Jean-Marie,
stets anwesender Graf von Bidestroff, bot sich an,
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ins Schloss zurückzufahren und sein Löt-Set zu
holen. Das dauerte. Die Sonne knallte immer noch
auf das geschlossene Häuschen, die Schafe
rumpelten noch drin, also lebten sie noch. Als
endlich das Löt-Set kam, war es vielleicht für einen
LKW gedacht, den man löten muss, aber nicht für
eine Schafschere. Also machten sich alle drei auf in
den Baumarkt, um ein passendes Löt-Set zu
kaufen. Eine gute halbe Stunde blieben sie weg. Im
Häuschen war jetzt sicher eine Sauna.
Endlich — seit dem Einsperren waren schon fast
zwei Stunden vergangen — waren neue Kabel und
neuer Lötapparat angeschafft, und Michael ging
ans Werk. Das Innenleben des kleinen Apparates
war nicht so schrecklich kompliziert, nur griff halt
eins ins andere, alle vorhandenen Kügelchen und
Schräubchen waren nötig, nichts war zu entbehren, und wenn — wie vier mal passiert — die
kleine wichtige Spirale von einem halben Zentimeter wieder auf den Boden fiel und von allen
angestrengt gesucht wurde, warf uns das um
wertvolle Minuten zurück.
Dann — kaum zu glauben — der Schwiegersohn
hatte es geschafft, der Apparat brummte. Sogar
der Antoni musste staunen, das hätte er nicht fertiggebracht. Das nächste Schaf kam an die Reihe,
die anderen ließen wir erstmal frei, damit sie wieder
zu sich kamen, und der Antoni und besonders ich
als Schafsfesthalter waren für heute mit der Kraft
am Ende. Mit den Blutergüssen an meinen Beinen
hätte das Schaf bestimmt wegen Vergewaltigung
verklagt werden können. Das hätte eine saftige
Gefängnisstrafe gegeben.
Als nächstes wieder die ewige Klage: Acht Schafe
sind zuviel für das kleine Gelände, wie sieht es
denn hier aus, zwei mindestens müssen geschlachtet werden. Wahr ist natürlich, dass die
Schafe nicht sauber fressen. Manche Stellen sind
ganz kahl gefressen, andernorts ist alles so hoch
gewachsen, dass sie nicht mehr hineingehen; also
muss Herr Leonardy manchmal den Schafen das
Gras mähen, damit sie wieder fressen.
Als ich dem Antoni von dem Schlachtplan erzählte,
blieb dieser ganz cool. Er hätte ja schon viele
Schafe geschlachtet, meinte er: „Und 50
Schweine“. Jetzt übertreibt er aber, will sich dicke
machen, dachte ich. „Und wer ist dabei?“ „Mein
Freund, der ist Metzger. Wir machen das immer
zusammen.“ „Aber nicht mit dem Messer“ meinte
ich. „Nein Nein,“ meinte er, „wir haben einen Revolver mit einen Bolzenschuss, der legt sofort jeden Stier um. Die Schafe merken gar nichts.“ „Aber
nicht die Waltraud und nicht das kleine Lamm und
nicht die weißen, alles andere ist mir egal“.
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Ein gewisser Fatalismus hatte mich ergriffen. Der
Tag wurde abgemacht, die Schafe eingefangen,
und ich habe mich einem intensiven Hausputz
gewidmet und an garnichts mehr gedacht. Nicht
so der Hausherr. Was musste der auch hinter dem
Vorhang stehen und aufpassen? Und mich hinterher entsetzt fragen, was 4 Bolzenschüsse bei nur
2 Schafen zu bedeuten hätten? Die hätten doch
wohl 2 x daneben geschossen, und ein Schaf wäre
ja wohl wieder durch das Fenster gesprungen,
denn die Scheibe sei kaputt. Ich habe mich ganz
dumm gestellt und heimlich mit den zwei Buben
die abgezogenen Schafe im Keller aufgehängt,
dass der Hausherr nichts merkt. Die Buben wollten
dann zwei Tage später wiederkommen und das
Fleisch zerlegen.
Dann der Dialog:
Er: „Wo sollen die Schafe denn zerlegt werden?“
Ich: „Bei uns in der Küche.“
Er: „Das eine will ich dir noch sagen: Soviel Tod um
mich herum kann ich nicht ertragen.“
Ich: „Wer hat denn so gedrängt, dass zwei Schafe
geschlachtet werden? Wenn du dir jetzt Sentimentalität erlaubst, ich kann mir das nicht erlauben.
Was glaubst du denn, wofür all die Schafe im Ort
rumlaufen? Bestimmt nicht zum Streicheln.“
Er: „Du meinst doch nicht im Ernst, die Zwei gehen
in unsere Küche? Wenn wir nicht da sind?“
Ich: „Wir kommen ja erst um 16 Uhr, dann ist alles
fertig.“
Er: „Ich will aber nicht, dass diese A.................... in
unserer Küche rumhantieren. Die können das auch
nicht.“
Ich: „Doch. Der eine ist Metzger. Metzgerslehrling.“
Er: „Das kommt auf keinen Fall infrage. Ich spreche
mit dem Jean-Marie, er soll den Charles fragen, ob
er das für uns macht. Alles andere sagst du ab.“
Der alte Charles war vor seiner Pensionierung ein
bekannter Metzger aus der Umgebung und hat
voriges Jahr, als wir keine Weihnachtsgans hatten,
eine von seinen 6 Gänsen für uns schießen lassen
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von jemand mit einem Zielfernrohr, weil er sie auch
nicht schlachten konnte, da sie ihm ans Herz
gewachsen war. Charles und seine Frau Bibi, die
jung und hübsch ist — wahrscheinlich seine 3.
oder 4. — wohnen im Sommer hier in der Nähe, zu
ihrem Haus kommt man nur über eine Zugbrücke,
die über einem Weiher hängt. Mit dem Messer ist
Charles auch sonst ein Künstler, das ganze
Holzhaus ist mit kunstvoll geschnitzten Blüten,
Blättern und Ornamenten geschmückt. In einer
Säule kann man die Bibi erkennen, geschnitzt und
nackt und wunderschön.
Also der Charles erklärte sich liebenswürdigerweise bereit, das Fleisch für uns zu zerlegen, aber
erst um 18 Uhr. Die Bibi und das Hündchen würden
später die 7 km zu Fuß nachkommen.
Also blieb mir noch die blöde Aufgabe, bei dem
Antoni anzurufen. Nur die schwachsinnige Oma
war zu Hause. „Wir haben jetzt einen anderen
Metzger, und die Buben brauchen nicht mehr zu
kommen. „Entendü?“ „Oui.“
Morgens war dann noch in Saarbrücken im Globus
eine italienische Woche aufgebaut, dort habe ich
mich ziemlich eingedeckt fürs kommende Wochenende, und als wir an der Mühle ankamen,
standen die zwei Buben in der Küche und wuschen
gerade ihre Messer ab. Alles erledigt. Also hatte die
Oma wieder nichts mitgekriegt. Und unser Hausherr war zutiefst beleidigt.
Was machen wir jetzt nur mit dem Charles? Der
kommt bestimmt, und den kann man ja nicht mehr
nach Hause schicken. Und natürlich ist der Charles
angekommen, extra in seinem Sportwagen, auf
dem Beifahrersitz einen Koffer mit 12 großen
Messern. Die waren jetzt nicht mehr nötig. Es war
ein angenehmer Abend, und weil es so schön war,
stellte ich halt Tisch und Stühle nach draußen; und
der Charles und auch der Jean-Marie, der wie immer zur Stelle war, saßen und tranken und fraßen
sich durch die ganze Palette der italienischen Salami- und Käsesorten durch, bis fast nichts mehr
übrig war, und die Bibi war später auch noch dabei
und der kleine Hund, dem die Bibi dauernd unterm
Tisch kleine Häppchen zugesteckt hat; jetzt
wusste ich auch, warum der so dick ist. Es wurde
eine richtige Sause, und später kam der Charles
noch auf die Idee, die Herzen und die Lebern von
dem Schafsfleisch zu braten, die allerdings zäh wie
Leder waren und nach garnichts geschmeckt
haben; wahrscheinlich war das die Rache der
geschlachteten Schafe.
Ich denke, ich schlachte jetzt überhaupt nichts
mehr und betreibe mit den übrigen Schafen halt
einen Gnadenhof.
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Eine Reise nach Polen
Davon berichtet Anne Gettmann
Wie schon viele Jahre üblich unternimmt der
Förderverein Musikfestspiele Saar im Jahr vor Beginn des im zweijährigen Abstand stattfindenden
Festivals eine Reise in das Land, dem die anstehenden Festspiele gewidmet sind. In diesem Jahr
ist es Polen mit den Zielen: Danzig, Thorn und
Warschau.
Unsere Reise beginnt am 11. September schon
sehr früh. Bereits kurz nach 4:00 Uhr startet unser
Bus Richtung Frankfurt Flughafen, den wir ohne
Stau erreichen. Auch das Einchecken der 42-köpfigen Gruppe erfolgte sehr schnell aufgrund eines
Sammel-Tickets. Bis zum Abflug unserer Maschine konnten wir so noch gemütlich Kaffee
trinken. Pünktlich 8:30 Uhr starteten wir mit Lufthansa-Flug LH 1376 Richtung Danzig; wo wir 10:30
Uhr landeten. Nach Erhalt unserer Koffer erwartete
uns in der Halle Agatha, unsere Reiseleiterin für die
kommenden Tage.
Da ein Einchecken im Hotel noch nicht möglich war
fuhren wir gleich in die Altstadt von Danzig zu
einem ersten Rundgang mit Führung. Wir waren
beeindruckt von der prächtig restaurierten Altstadt
mit ihren engen Gassen, imposanten Kirchen, und
den Patrizierhäusern aus Spätrenaissance und
Barock. Sehenswert auch das Rechtstädtische
Rathaus mit der goldenen Statue des polnischlitauischen Herrschers Sigismund II. August, das
Goldene Tor, der Gildepalast der Hansekaufleute
und noch vieles mehr. Besonders erwähnt sei die
Marienkirche (1343 – 1502), das größte und bedeutendste Bauwerk der Backsteingotik. In der
Kirche haben fast 25.000 Gläubige Platz, und eine
große astronomische Uhr, ein Wunderwerk des 15.
Jahrhunderts, ist in ihr zu bestaunen.Auch das
Krantor aus dem 15. Jahrhundert ist ein Wahrzeichen Danzigs. Es gilt als eines der größten Industriedenkmäler des Spätmittelalters. Heute beherbergt es das Schifffahrtsmuseum.
Nach der Führung ging es dann zum Mittagessen
ins Restaurant „Der fliegende Holländer“ und
danach zum Zimmerbezug in unser Hotel. Das 4Sterne-Hotel „Gdanski“ war nun für drei Nächte unsere Anlaufstelle.
Am Abend des Ankunftstages erwartete uns ein
Konzert in der Baltischen Philharmonie: Ein Sinfoniekonzert unter dem Dirigenten Massimiliano
Caldi mit Maurizio Baglini (Klavier) und Silvia
Chiesa (Cello). Im Programm Camille Saint-Saëns
Cellokonzert Nr. 1 (Op. 33) und Klavierkonzert Nr.
5 (Op. 33), und nach der Pause César Francks
Sinfonie in d-Moll.
Nach dem Frühstück des zweiten Tages brechen
wir auf zu einer Rundfahrt durch Dreistadt, das ist
der Großraum Danzig, zu dem auch Gdingen und
Zoppot gehören. Gdingen, an der Westseite der
Danziger Bucht gelegen, ist bekannt durch seinen
Hafen. Zoppot, ein bekanntes Seebad, verlockt bei
herrlichem Sonnenschein zu einem Spaziergang
über die schöne und gleichzeitig längste Seebrücke Europas.
Nach einer gemütlichen Mittagspause geht unsere
Fahrt weiter nach Oliva zum Besuch der dortigen
Kathedrale.Die dreischiffige Basilika wurde weltberühmt durch die von Johann Wulff 1788 gebaute
Orgel. Nach fünfundzwanzig Baujahren widmete
sich Wulff ausschließlich dem geistlichen Leben,
und der Danziger Orgelbauer Friedrich Dalitz
wurde beauftragt, die Orgel zu vollenden. Heute ist
die Orgel eine Verbindung dreier Instrumente und
verfügt über 110 Stimmen und 7.876 Pfeifen, deren
größte eine Höhe von 10,7 m erreicht. Beim Spiel
hört man Kuckuck, Nachtigall, und andere Vögel,
Bärenbrummen, Musikinstrumente, Windrauschen, Wassergeplätscher und Glockengeläut.
Dies wird begleitet durch die Bewegung von
Sonne, Sternen und Engeln, die sich bewegende
Trompeten und Glocken in ihren Händen halten.
Nach einem beeindruckenden Konzert fahren wir
zu unserem Hotel zurück. Nach einer kurzen Erholungspause geht es dann zum Abendessen in der
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„Villa Uphagena“, einem Restaurant in einem alten
Patrizierhaus.
Den dritten Tag in Danzig begannen wir bei
schönstem Spätsommerwetter mit einem Ausflug
in die Kaschubische Schweiz, eine reizvolle Hügellandschaft mit zahlreichen Seen und kleinen gepflegten Ortschaften. Die Kaschuben sind Nachkommen eines slawischen Volkes, das seine ethnische und kulturelle Identität bewahren konnte.
Die Sprache der Kaschuben hat viele Dialekte und
ist auch für Polen nicht zu verstehen. Anerkannt ist
die kaschubische Volkskunst: Stickerei, Glasmalerei, Flechtwerk und die Töpferei. Die bekannteste Keramik-Werkstatt in Chmielno konnten wir
besichtigen und beim Töpfern zuschauen. Nach
einer ausgedehnten Mittagspause in einem typischen Restaurant am See ging die Fahrt wieder
Richtung Danzig.
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lage wurde im Zweiten Weltkrieg von der Sowjetarmee zu größten Teil zerstört, nach 1945 aber
wieder weitgehend rekonstruiert, und kann heute in
einer zwei- bis dreistündigen Führung besichtigt
werden.
Nach einer ausgiebigen Ruhepause und einem
guten Mittagessen im Burgrestaurant ging unsere
Fahrt weiter nach Thorn. Dort stiegen wir für eine
Übernachtung im Vier-Sterne-Hotel „Bulwar“ ab.
Zum gemeinsamen Abendessen trafen wir uns
dann im Restaurant „Spichrz“ (Speicher).
Nach dem Frühstück des nächsten Tages gab es
noch eine Führung durch die malerische Altstadt
von Thorn. Zu bewundern waren die schönen alten
Bürgerhäuser, das Geburtshaus von Kopernikus
(15. Jh.), das Rathaus (13./14. Jh.) und die Kirchen
St. Johann, St. Marien und St. Jakob aus dem 13.
bis 15. Jahrhundert.
Der für den Abend vorgesehene Theaterbesuch
entfiel, da in Danzig die Theatersaison noch nicht
eröffnet war. Als Ersatz gab es dann ein Konzert mit
jungen polnischen Musikern, das im Rechtstädtischen Rathaus allein für unsere Gruppe organisiert
war. Bei dieser Gelegenheit hatten wir das Glück
auch den prächtigen Roten Saal zu besichtigen.
Danach erfreuten uns das Trio Amber und die
Solisten Anna Adams und Dawid Krupey mit
bekannten Melodien und Arien von Händel,
Mozart, Haydn, Mendelssohn, Tchaikowski, Verdi
und Chopin. Den Rest des Abends — es war der
letzte Abend in Danzig — verbrachte ein Teil der
Gruppe in der Altstadt, im Restaurant, oder an der
Bar unseres Hotels.
Am nächsten Morgen, nach Frühstück und Kofferverladen, ging unsere Reise per Bus weiter Richtung Marienburg. Die größte mittelalterliche Festungsanlage gehört zu den wertvollsten Kulturdenkmälern Polens und zählt zum Weltkulturerbe.
Die Besichtigung der riesigen Anlage war sehr interessant, aber auch anstrengend. Die Marienburg
ist die größte Backsteinburg des Kontinents und
zählt zu den berühmtesten Baudenkmälern Europas. Die im 13. und 14. Jahrhundert erbaute An-
Bereits seit 1280 ist Thorn Mitglied der Hanse. In
Thorn wurde 1411 zwischen dem Deutschen Orden und Polen der erste und 1466 der zweite
Thorner Frieden geschlossen. 1454 hatte sich
Thorn vom Orden losgesagt und war seitdem selbständiger Stadtstaat unter polnischer Oberhoheit.
1793 bis 1807 und 1815 bis 1919 war Thorn
preußisch, 1920 kam es wieder zu Polen. 1939 bis
1945 wurde Thorn Teil des Reichsgaues DanzigWestpreußen. Seit 1945 ist Thorn nun wieder polnisch.
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Nach der interessanten Führung durch Thorn ging
es mit dem Bus weiter Richtung Warschau. Dort
kamen wir am frühen Nachmittag an und bezogen
unser schönes Hotel „Polonia Palace“. Nach kurzer
Erholungspause und kleineren Erkundungen im
und um das Haus fuhren wir am Abend in die Innenstadt zum gemeinsamen Abendessen, wo wir
bereits erwartet wurden.
Bei einer Stadtrundfahrt durch verschiedene Stadtbezirke konnten wir die Schönheit Warschaus bewundern. Viele historische Bauten, Denkmäler,
Kirchen und viele schöne Parks säumten unseren
Weg. Besichtigt haben wir dann das ChopinDenkmal im königlichen Łazienki-Park, den
Schlossplatz mit der Sigismund-Säule, das
Königsschloss und die Altstadt mit Altstadtmarkt
und dem Denkmal der Warschauer Meerjungfrau.
Warschaus Altstadt heute wurde zu fast hundert
Prozent nach dem zweiten Weltkrieg rekonstruiert
auf der Basis von Malereien von Bernardo Bellotto
(auch Canaletto genannt) aus dem 18. Jahrhundert. Die deutsche Besatzungsmacht hatte im
zweiten Weltkrieg den Großteil der Stadt in Schutt
und Asche gelegt; weitere Vernichtungen folgten
1945 durch sowjetische Truppen, die plündernd in
Warschau einmarschierten. Dank des getreuen
Wiederaufbaus wurde die Altstadt Warschaus
1980 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Nach einigen Stunden Aufenthalt in Schloss und
Altstadt fuhren wir zum Hotel zurück um uns für den
Abschiedsabend in festlichem Ambiente vorzubereiten. Dann ging es abermals mit dem Bus zum
Łazienki-Park, einer der schönsten Palast- und
Parkanlagen Europas. Dort erwartete uns in einem
historischen Palais, nach einem Sektempfang,
Robert Leonardy zu einem großartigen ChopinKonzert. Dafür nochmals großen Applaus! Und ein
herzliches großes Dankeschön an Herrn Leonardy
und an seine liebe Frau dafür, dass sie uns zur
Freude am Morgen die Reise von Saarbrücken
nach Warschau unternommen hatten.
Zum gemeinsamen Abschiedsessen wechselten
wir vom Palais in ein ebenfalls im Park gelegenes
sehr schönes Restaurant. Leider ging auch dieser
Abend allzu schnell vorbei, und im Hotel angekommen hieß es nur noch: Kofferpacken.
Da unser Rückflug von Warschau nach Frankfurt
am frühen Abend erfolgte, hatten wir nach dem
Auschecken im Hotel noch viel Zeit. Die nutzten wir
zum Besuch der königlichen Sommerresidenz in
Wilanów, auch „polnisches Versailles“ genannt.
Der barocke Palast gehörte erst König Jan III. Sobieski und später August II. von Sachsen. Wir besichtigten zunächst die Innenräume des prachtvollen Baues aus dem 17. Jahrhundert, und anschließend bei strahlendem Sonnenschein den
französischen und den englischen Garten. Auch
ein ausgedehntes Mittagessen in einem schönen
Gartenlokal konnten wir uns bis zur Abfahrt zum
Flughafen noch gönnen.
Damit ging nun eine wunderschöne Reise mit einer
großen, aber sehr harmonischen Reisegruppe zu
Ende. Dass wir uns dabei so wohlfühlen konnten ist
der Verdienst unserer Reiseleiterinnen. Ganz
besonderer Dank an
Agatha, die uns mit
ihrem enormen Wissen
ihre polnische Heimat
näher brachte, und die
mit Liebenswürdigkeit,
Hilfsbereitschaft
und
viel Humor alle Probleme bereits im Keim
erstickte. Dank auch an
Eva, die uns während
der Tage in Warschau
betreute. Großer Dank auch an Pavel, unseren
Busfahrer, der uns von Danzig bis Warschau ruhig
und sicher selbst durch die engsten Gassen
chauffierte und sich mehrfach mit unseren Koffern
abquälen musste.
Ganz besonders herzlichen Dank an Herrn Kronz,
der diese wunderschöne Reise für den
Förderverein organisiert und die Gruppe trotz
großer Sorgen fürsorglich begleitet hat.
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Seele and Geist
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