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Gemeinde Bretzfeld Veranstaltungstermine April 2015 Wann Was

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Titel_AUG_2014.qxp_Layout 1 28.07.14 09:49 Seite 2
Wirtschaft
MAGAZIN DER HANDELSKAMMER
IN BREMEN
Fachkräftepotenzial
Junge
Flüchtlinge
Interview
BDA-Präsident Ingo Kramer
Föderalismusreform
Was wird aus den
Altschulden?
Hopfenfänger
Handgemachte Biere
für Bremen
City-Center
Jury-Votum für Sonae Sierra
Werder Bremen
Markenbotschafter in China
Wagen & Winnen
Papierene Geschichten
8/2014
www.handelskammer-bremen.de
Titel_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:48 Seite 3
KOMPETENZMANUFAK TUR
PROZESSE
IT
METHODEN
STANDPUNKT_3_ AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:30 Seite 1
KAMMERSTANDPUNKT
Bildung integriert
B
ildung integriert. Sie ist die sicherste Investition in Talente, die wir in unseren Unternehmen so dringend brauchen. Jeder junge Mensch
– gleich welcher Herkunft – muss die Chance
erhalten, seine persönlichen Stärken entwickeln
zu können. Bildung ist nicht nur für den individuellen
Lebenserfolg wichtig, sondern gesamtwirtschaftlich notwendig. Sie ist auch die beste Investition gegen Armut!
Wer aus anderen Ländern und Kulturen zu uns
kommt, bringt oft große Potenziale mit. In den meisten
Fällen haben wir es mit hoch motivierten jungen Menschen zu tun, die oft schon prägende Erfahrungen gemacht haben, in jedem Fall aber über den deutschen
Tellerrand blicken können. Wir müssen sie darin unterstützen, selbstständige,
lösungsorientierte und aktive Persönlichkeiten werden zu können, die etwas
erreichen wollen und daran Spaß haben. Das ist ein doppelter Pakt für die
Zukunft – für die Zukunft der jungen Leute wie auch für die Zukunft unseres
Wirtschaftsstandortes. Bildung ist damit ein Schlüsselthema vorausschauender Wirtschaftspolitik.
Ausgerechnet in Bremen – einem Bundesland, das über Jahrzehnte hinweg vor allem Bildungsgleichheit im Blick hatte – hängt der
Bildungserfolg aber so stark wie nirgendwo sonst von der sozialen Herkunft
ab. Das kann so nicht bleiben! Das Ziel muss sein, in Qualität und Kontinuität an den Schulen zu investieren. Die Handelskammer macht sich deshalb
für ein verbindliches Qualitätsmanagement an allen Schulen stark sowie
für die Weiterführung des Schulkonsenses. Gemeinsam mit Unternehmen
engagiert sie sich für einen besseren Übergang ins Berufsleben und vergibt
seit Jahren gemeinsam mit der Senatorin für Bildung und Wissenschaft das
Bremer Qualitätssiegel „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung”.
Investieren wir also in Bildung! Fördern wir unsere Talente so früh
wie möglich – in der Kita, in der Schule, in der Ausbildung. Bildung muss alle
erreichen – unabhängig von sozialer und geografischer Herkunft. Wir sehen
Menschen und ihre Fähigkeiten. Wir sehen Talente!
Christoph Weiss (Präses)
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 3
INHALT_4-5_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:10 Seite 1
INHALT
Wirtschaft
MAGAZIN DER HANDELSKAMMER
IN BREMEN
Fachkräftepotenzial
Junge
Flüchtlinge
Interview
BDA-Präsident Ingo Kramer
Föderalismusreform
Was wird aus den
Altschulden?
Hopfenfänger
Handgemachte Biere
für Bremen
City-Center
Jury-Votum für Sonae Sierra
Werder Bremen
Markenbotschafter in China
Wagen & Winnen
Papierene Geschichten
8/2014
www.handelskammer-bremen.de
Fachkräftepotenzial
Seite 10 Junge Flüchtlinge
16 BDA-Präsident Ingo Kramer im Gespräch » Ich will auf meine Art
authentisch bleiben sagt der Bremerhavener Unternehmer Ingo Kramer, einer der Väter der
Foto Jörg Sarbach
Das Bild zeigt den jungen Afghanen
Hadi Abasi; er macht eine Ausbildung als
Konstruktionsmechaniker.
Kammerfusion im Lande Bremen. Er ist seit dem 18. November 2013 Präsident der Bundesvereinigung
der Arbeitgeberverbände. Im Interview mit den WiB- Chefredakteuren Dr. Christine Backhaus und
Dr. Stefan Offenhäuser äußert er sich über seine Erfahrungen in Berlin und zentrale bundespolitische
Themen. Foto Frank Pusch
RUBRIKEN
10
3
6
9
»
Kammerstandpunkt
Präses Christoph Weiss:
Bildung integriert
Bremen kompakt
Land & Leute, Kurz & Bündig
Stadt & Campus
16
20
20
Infothek
Veranstaltungen der Handelskammer
Firmenjubiläen
52
52
53
Börsen
Existenzgründungen
Kooperationen
Recycling
44
50
50
52
Zahlen des Monats
Wirtschaftstermine
Impressum
Anzeigenregister
4 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
WiBSPEZIAL
Ingo Kramer » Ich will auf meine Art authentisch bleiben
18
21
KAMMERREPORT
Handelskammer Aus dem Plenum vom 21. Juli
Mittelstandstreff Die neuen Themen und Termine
22
24
26
28
29
STANDORTBREMEN
Föderalismusreform Was wird aus den Altschulden?
Hopfenfänger Handgemachte Biere für Bremen
City-Center Jury-Votum für Sonae Sierra
Überseestadt Spatenstich für Marcuskaje
Bremer Kultur Glocke, Picasso-Ausstellung
31
32
33
Beilagenhinweis Diese Ausgabe der Wirtschaft in Bremen enthält das
neue Veranstaltungsverzeichnis der Handelskammer Bremen.
»
TITELGESCHICHTE
Fachkräftepotenzial – Junge Flüchtlinge: hoch motiviert
und sehr zielstrebig In Bremen leben viele junge Flüchtlinge, die einen Beruf erlernen wollen. Für Unternehmen
bieten sich damit große Potenziale gerade angesichts des
Fachkräftebedarfs. Die Gesetze sind liberalisiert worden.
»
»
»
METROPOLREGION
Regionale Projekte Potenziale durch Vernetzung
Klimahaus Mehr als drei Millionen Besucher
Bremerhaven SWW., Areva/Gamesa, Sparkassenfusion,
Columbusbahnhof, Fischereiforschung
» Das sind unsere Titelthemen.
INHALT_4-5_AUG_2014.qxp_Layout 1 28.07.14 09:53 Seite 2
24 Hopfenfänger Handgemachte Biere aus Bremen Kleine,
54
regionale Biere liegen im Trend: Markus
Freybler ist einer von denen, die die Braukunst in Bremen beleben.
Wagen & Winnen Papierene Geschichten Das Unternehmen Lesefutter
bringt Literatur auf die Verpackungstüte – In Bremen arbeitet eine deutschlandweit sehr
geschätzte Papierrestauratorin – Erstmals wurde jetzt die Kundige Rolle von 1489 (im Bild)
öffentlich gezeigt, nachdem sie in Kalifornien wieder aufgetaucht war. Es ist ein einmaliges
Dokument Bremer Rechts- und Alltagsgeschichte.
Foto Braumanufaktur
Foto Frank Thomas Koch
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ZUKUNFTBILDUNG
Wettbewerb Sind Sie ein Siegertyp?
Ausbildung Neue Förderinstrumente für Betriebe
Weiterbildung Schulungspflicht für Lkw-Fahrer
HIWL Logistik-Absolventen verabschiedet
job4u auf dem Marktplatz
34
35
36
36
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38
40
41
»
NEUECHANCEN
Genossenschaft Rechtsform auch für Gründer
DIHK-Gründungsreport Die neuen Ergebnisse
Social Media Vorreiter sind Groß- und Jungunternehmen
42
42
45
SERVICE&PRAXIS
Einsparpotenziale Ertragssteigerung durch effizienten
Materialeinsatz
Umweltnotizen Windpark-Studie, Duales System, Druckerei
Meiners, EEG-Novelle
47
48
54
WIRTSCHAFTGLOBAL
Werder Bremen Markenbotschafter in China
Bremer Logistiktag Fußball trifft Logistik: Brasilien
Internationaler Dialog Brasilien
»
WAGEN&WINNEN
Papierene Geschichten
Literatur auf der Tüte, Papierrestauration, Kundige Rolle
Manche Kunden sind seit
Jahren bei uns. Andere
schon seit Generationen.
Private Exzellenz. Seit 1825.
Exzellentes Private Banking beginnt mit einem Anruf:
0421 179-1825
g
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 5
BREMENKOMPAKT_6-9_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:20 Seite 6
BREMENKOMPAKT
KURZ & BÜNDIG
LAND & LEUTE
· Ernst Grimmelt, Velener Textil
GmbH, ist zum neuen Präsidenten der
Bremer Baumwollbörse gewählt worden. Neuer Vizepräsident ist Henning
Hammer, Otto Stadtlander GmbH.
Fritz A. Grobien, Albrecht, Müller-Pearse & Co. Trade, ist Immediate Past President. Die Amtszeit des ehrenamtlichen Präsidiums beträgt zwei Jahre.
Neu in den Vorstand der Bremer Baumwollbörse gewählt wurden Rainer Hammer, Otto Stadtlander GmbH, Bremen,
und Axel Trede, Cotton Service International, Bremen.
· Andreas Fuchs arbeitet als neuer
Leiter Projekte und Entwicklung bei der
norddeutschen Immobilienvermittlungsund Beratungsgesellschaft Robert C.
Spies. Er war zuvor Director Architecture bei der ECE Projektmanagement
GmbH & Co. KG. Der Architekt und
Stadtplaner mit langjähriger Erfahrung
in den Bereichen Projektmanagement
und Stadtentwicklung soll die SpiesKunden auf dem norddeutschen Immobilienmarkt in den Asset-Klassen Wohn-,
Büro- und Einzelhandelsimmobilien unterstützen.
· Anneke Bösche hat den Jane M.
Klausman Award 2014 des Zonta
Clubs Bremen gewonnen. Die 25-jährige Deutschlandstipendiatin studiert an
der Hochschule Bremen Internationales Management und Chinesisch. Zonta fördert mit dem Preis die berufliche
Karriere von Frauen in der Wirtschaft
und unterstützt sie auf ihrem Weg in
Führungspositionen.
Die Budget-Design Hotelmarke
prizeotel hat jetzt ein prizeotel in
Hamburg in unmittelbarer Nähe zu Innenstadt, Hauptbahnhof, Großmarkt,
Hafencity und Speicherstadt eröffnet.
Das Zwei-Sterne-Superior-Hotel bietet
216 Design-Zimmer für Geschäfts- und
Städtereisende. Seit 2009 betreibt
prizeotel ein Hotel in Bremen. „Die Eröffnung leitet für uns eine neue Ära
ein“, so Marco Nussbaum, Co-Founder
und CEO von prizeotel. „Wenngleich wir
jetzt eine Kette sind, ist es uns wichtig,
dass der Charme eines Privathotels erhalten bleibt.“ Hauptinvestoren sind
die May Gruppe aus Itzehoe, die im
März 2013 ein Drittel an der prizeotel
Management Group erwarb, und die
Weser-Wohnbau Gruppe aus Bremen.
Sie war gleichzeitig als Generalübernehmer für den Bau in Hamburg tätig.
Weitere Hotels sind in Planung; so würden Standorte in Berlin, Stuttgart, Köln,
Düsseldorf, München, Leipzig und
Dresden in Betracht gezogen, hieß es
weiter.
Die Ingenieurgesellschaft engineering people (ep) aus Ulm hat in
Bremen ihren zehnten Standort eingerichtet. Der Entwicklungsdienstleister
übernahm in Bremen einen Teilbereich
der Rücker GmbH. Die engineering
people GmbH in Bremen mit Niederlassungsleiter Karsten Bramlage will nun
auch Potenziale in Schiffsbau und Anlagenautomatisierung nutzen. „In der
Region sind unter anderem Konstruktion, Roboterprogrammierung und
technische Dokumentation gefragt.
Das passt hervorragend ins Kompetenzprofil von engineering people“,
heißt es in einer Mitteilung. Geplant ist,
dass die drei Standorte Hamburg,
Berlin und Bremen nun eng zusammenarbeiten.
Pricewaterhouse Coopers (PwC)
erweitert Kompetenzen am Standort
Bremen: Seit Juli bietet PwC Legal auch
in der Hansestadt Rechtsberatung an.
6 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
Dafür hat sie die beiden Rechtsanwälte
Dr. Detlev Reichelt und Dr. Lars Figura
engagiert. Die Juristen sind auf Gesellschaftsrecht, Fusionen und Übernahmen sowie Handels- und Vertragsrecht
spezialisiert und verstärken die bundesweite
Praxisgruppe
Gesellschaftsrecht/Mergers & Acquisitions. Bereits
seit Oktober ist Anne von Loeben als
Partnerin der PwC WPG für den Bereich
Steuern an den Standorten Bremen
und Oldenburg tätig.
Das Logistikunternehmen Kieserling hat das operative Geschäft der
K + P Logistik GmbH übernommen.
Das inhabergeführte Unternehmen
aus Schwentinental in Schleswig-Holstein betreibt deutschlandweit sieben
Niederlassungen. Im Zuge der Übernahme geht das operative Geschäft an
den fünf K + P Standorten Hamburg,
Leipzig, Moers, Stavenhagen und Wülfrath an Kieserling. Die Bremer übernehmen 200 der insgesamt 260 Mitarbeiter und bauen mit dem Schritt ihr Kontraktlogistikgeschäft aus. Nicht von der
Übernahme betroffen ist die Tochtergesellschaft K + P Mencwel GmbH in Walow (Kreis Müritz). Durch die Übernahme wächst die Zahl der Kieserling-Niederlassungen in Deutschland auf zehn.
Kieserling ist ein Unternehmen der
2013 von Michael Müller und Abdul
Sameer Mohammed gegründeten Compass Logistics International AG, die
weltweit 40 Standorte in 18 Ländern
betreibt.
Die Bremer Reederei German Tanker Shipping hat den Doppelhüllentanker Seapike unter die deutsche Flagge zurückgeflaggt. Das Unternehmen
hatte das im Jahr 2009 auf der Kieler
Lindenau-Werft gebaute und unter
deutscher Flagge fahrende Tankschiff
2012 nach Liberia ausgeflaggt. Wegen
veränderter Auflagen und besserer
Rahmenbedingungen in Deutschland
entschied sich die Reederei nun für die
Rückflaggung. Die Bundesregierung
habe die Förderung von Ausbildung
und Beschäftigung europäischer See-
BREMENKOMPAKT_6-9_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:20 Seite 7
Foto Jörg Sarbach
leute auf Schiffen unter deutscher Flagge langfristig zugesagt, hieß es dazu.
Die deutschen Schifffahrtsunternehmen leisteten zusätzlich über die „Stiftung Standort Deutschland“ einen Eigenbeitrag für die Sicherung von Ausbildung und Beschäftigung am maritimen Standort Deutschland. „Damit
wird der bisherige Wettbewerbsnachteil im internationalen Vergleich ausgeglichen”, so das Unternehmen. German
Tanker Shipping bereedert aktuell eine
Flotte von 18 Tankern im Voll-Management am Standort Bremen. Mit der Seapike fahren nun wieder die 13 in Bremen beheimateten Tanker unter deutscher Flagge. Daneben bereedert das
Unternehmen fünf Tanker unter der
Flagge der Seychellen für einen dortigen Reeder.
Die Bremer innoteq, Anbieter für Laserbeschichtungen und Laserauftragsschweißen, hat die Ritterhuder Firma
D&A übernommen. Damit erweitert es
sein Leistungsangebot um die Bereiche
Zerspanung/Drehen und thermisches
Spritzen. Durch die neuen Verfahrens-
s
techniken kann der Laserspezialist zukünftig ein breites Spektrum an
Schichtsystemen anbieten: dünnere
Schichten als bisher, andere Werkstoffkombinationen und weiterhin die ganze Bandbreite der Laserbeschichtungen. Die Integration der zerspanenden
Tätigkeiten macht aus innoteq einen
Komplettanbieter für eine Vielzahl von
Produkten.
Allzeithoch am Bremer Flughafen
Mit 58 Direktzielen sind derzeit so viele
Destinationen wie noch nie zuvor ab
Bremen buchbar. „Ein Novum”, so Flughafendirektor Jürgen Bula. Zudem
registrierte der Airport im
Juni einen Passagieranstieg von 4,3 Prozent. Im
Mai war es ein Plus von
4,9 Prozent und im April
sogar von 10,9 Prozent.
Insgesamt hat der Flughafen Bremen von Januar
bis Juni 1,25 Millionen
Passagiere befördert. Das
ist laut Bula ein Zuwachs
von 3,1 Prozent.
N
Das tiefste Schwarz der Welt • Manfred
Schmid ist einer der wenigen Künstler in Europa,
die sich mit einer uralten japanischen Tradition
auseinandersetzen: der Lackkunst Urushi. In der
schlichten Ästhetik seiner Objekte verbindet
der gelernte Kunsttischler Bremer Vergangenheit
und Gegenwart zu zeitloser Schönheit. Dafür
braucht er Geduld und Zeit: Jedes seiner Stücke
ist ein Unikat in Handarbeit. Die Fertigung
dauert oft mehrere Jahre. Deshalb verlassen
nur etwa 30 Objekte pro Jahr seine Werkstatt
und gehen meist an private Sammler
oder Museen.
Anlagen- und Gebäudetechnik
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NEUE ADRESSE AB JUNI 2009
Johann Osmers GmbH & Co. KG
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Tel. (0421) 871 66 - 0
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8.2014 Wirtschaft in Bremen | 7
BREMENKOMPAKT_6-9_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:20 Seite 8
Foto Airbus Defence and Space
BREMENKOMPAKT
s
ATV Georges Lemaître
unterwegs zur ISS
Seine Dimension und Komplexität sowohl in der Entwicklung wie auch in
der Produktion gelten als einzigartig in
Europa, wenn nicht gar weltweit: der
ATV-Raumtransporter, der bei Airbus
Defence and Space in Bremen entstanden ist. Jetzt ist das fünfte und letzte
Fahrzeug dieser kleinen Serie – benannt nach dem belgischen Astronomen und Kosmologen Georges Lemaître – unterwegs zur Internationalen
Raumstation. Mit einem Gesamtgewicht von knapp 20,3 Tonnen hat es
seine vier Vorgänger noch einmal übertroffen und trägt damit die schwerste
Nutzlast, die jemals von einer Ariane in
den Orbit gebracht wurde. Am 25. Juli
sollte der unbemannte Raumtransporter mit der europäischen Trägerrakete
Ariane 5 ES vom Weltraumbahnhof in
Kourou starten und seine fast sechsmonatige Mission beginnen. Geplant ist,
dass er am 12. August an die ISS andockt.
„Der Erfolg der ATV-Missionen hat
uns und unsere europäischen Partner
in die Lage versetzt, erstmals mit systemkritischen Elementen an einer bemannten amerikanischen Mission mitzuwirken”, sagte François Auque, Leiter
8 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
von Space Systems. So entwickele Airbus Defence and Space im Auftrag der
ESA das Servicemodul für das bemannte amerikanische Raumschiff OrionMPCV, ein Meilenstein in der transatlantischen Zusammenarbeit.
n
Merkel tauft neues
Forschungsschiff Sonne
In der Meeresforschung geht eine neue
Sonne auf: 35 Jahre war das gleichnamige Tiefseeforschungsschiff im Einsatz, jetzt wird es durch einen Neubau
abgelöst. Die norddeutschen Länder
und – zu 90 Prozent – das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten den Bau mit 124,4 Millionen Euro; der Anteil Bremens liegt bei
1,38 Millionen Euro. Getauft wurde das
Schiff auf der Neptun Werft in Warnemünde von Bundeskanzlerin Angela
Merkel. Die Sonne sei für das Land Bremen als dem größten deutschen Meeresforschungsstandort von großer Bedeutung, sagte Wissenschaftssenatorin
Professorin Dr. Eva Quante-Brandt.
Vor allem die Wissenschaftler des
Exzellenzclusters Marum und des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven,
aber auch Forscher des Max-Planck-Instituts für marine Mikrobiologie wer-
den durch diese moderne Forschungsinfrastruktur in die Lage versetzt, ihre
zahlreichen Unterwassergeräte im indischen und pazifischen Ozean zu nutzen. Das neue Schiff deckt das gesamte
wissenschaftliche Spektrum der Meeresforschung ab. 40 Wissenschaftler
können auf dem Schiff wohnen und arbeiten. Die Sonne startet ihre erste
Fahrt im Dezember. Ende 2014/Anfang 2015 wird sie durch den Panamakanal in den Pazifik überführt. Im Fokus stehen die Forschungsthemen marine Ressourcen, Geodynamik und Georisiken sowie Fragen zum Klimawandel
und den Folgen des Eingriffs in die Ökosysteme.
n
Spediteure kritisieren
Wissenschaftsplan
Der Verein Bremer Spediteure hat die
angekündigten Mittel- und Personalkürzungen des Bremer Wissenschaftsplanes kritisiert. „Sie bewirken gleich
zweierlei: Sie schädigen den Bremer
Hochschulstandort und sie schädigen
den Bremer Hafen- und Logistikstandort”, heißt es in einer Mitteilung.
74.000 Arbeitsplätze gebe es direkt
und indirekt in der Seehafenverkehrswirtschaft und der Logistik. In der Logistik arbeiteten „ganz überwiegend gut
qualifizierte Fachkräfte.” Ein Teil dieser
Kräfte werde an der Universität Bremen und an der Hochschule Bremen
ausgebildet. „Gerade die Hochschule
Bremen sorgt mit ihren wirtschaftsnahen und praxisorientierten Studiengängen in der Betriebswirtschaft und der
Logistik sowie in ihren maritim geprägten Ausbildungsgängen für exzellent
ausgebildeten Nachwuchs, der in der
Lage ist, anspruchsvolle Tätigkeiten in
der Logistik zu übernehmen”, so die
Spediteure. Viele Absolventen suchten
und fänden in Bremen Beschäftigung.
Damit seien die Hochschule Bremen
und die Universität Bremen „integraler
Bestandteil des hiesigen Logistikstandortes.” Bremen dürfe seine Stärken
nicht durch einen Raubbau an seinen
Bildungseinrichtungen gefährden. n
BREMENKOMPAKT_6-9_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:20 Seite 9
CAMPUS
STADT &
„Wachstum durch Innovation – Jenseits von Produkten
das Neue gestalten und managen”
Die 10. Bremer Unternehmertage finden am 25. und 26. September statt. Die Jubiläumsveranstaltung befasst sich mit dem Thema
„Wachstum durch Innovation – Jenseits von Produkten das Neue
gestalten und managen”. Wie in den Jahren zuvor werden die Unternehmertage von den Bremer Universitäten und der Handelskammer
Bremen veranstaltet; die Federführung haben Professor Dr. Jörg Freiling von der Universität Bremen und Professor Dr. Christoph Lattemann von der Jacobs University Bremen. Am Eröffnungsabend, dem
Kaminabend im Haus Schütting, hält Dr. Rolf Hollander, Vorstandsvorsitzender der Neumüller CEWE COLOR Stiftung, die Keynote-Rede.
Der Campus-Tag findet im Ringhotel Munte statt. „Es wird hinreichend
Gelegenheit geben, mittelstandsrelevante Themen wie Geschäftsmodellinnovationen und deren Umsetzung ausführlich zu beleuchten“,
heißt es in der Ankündigung. www.lemex.uni-bremen.de
» charmant-historisches
Gebäude mit Paternoster
» zeitgemäße Technik
Vermietung:
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10
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* Monatsmiete + NK + MwSt.
Palliative Care: Uni Bremen startet neuen
berufsbegleitenden Masterstudiengang
Das Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der
Universität Bremen bietet einen neuen berufsbegleitenden
Masterstudiengang an: Palliative Care startet im Wintersemester 2014/2015. Angesprochen sind Fachkräfte mit einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss, die
praktisches, theoretisches und forschungsorientiertes Wissen
für die Versorgung unheilbar Schwerkranker und Sterbender
erwerben wollen. Das berufsbegleitende Studium berücksichtigt die jeweilige berufliche Praxis. Palliative Kompetenzen werden künftig für die Qualifikation der verschiedenen
Berufsgruppen im Sozial- und Gesundheitswesen eine wichtige Rolle spielen. Dies bezieht sich gleichermaßen auf die individuelle Beratung und Pflege wie auch auf die kommunale
Verwaltung, auf gesundheitspolitische und gesellschaftliche
Institutionen sowie auf Forschung und Lehre.
n
10. Bremer Unternehmertage
EN
Exzellenzinitiative: Uni Bremen
fördert Creative Units
Die Exzellenzinitiative des Bundes macht's möglich: Sechs
sogenannte Creative Units der Universität Bremen werden
gefördert. Vier Projekte sind bereits ausgewählt worden, jetzt
wurde über die letzten zwei entschieden. Den uni-internen
Wettbewerb gewannen die interdisziplinären Forschergruppen von Professorin Sabine Doff (Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften) und dem Informatikprofessor Ron Kikinis. Creative Units sind ein neues Format: Es sind interdisziplinäre Gruppen, die ein Höchstmaß an Freiräumen für ihre
wissenschaftliche Kreativität erhalten, um gemeinsam Fragen zu entwerfen und zu erforschen. Jede der sechs Units
wird drei Jahre lang mit 750.000 Euro gefördert.
Im Mittelpunkt der Creative Unit um Professorin Sabine
Doff steht die Erforschung von Möglichkeiten und Methoden, wie man im Fachunterricht mit der zunehmenden Heterogenität von Schülern adäquat umgeht. Hier kooperieren
Fachdidaktiker mehrerer Disziplinen. Die Forscher arbeiten
eng mit Bremer Schulen zusammen, so dass die Ergebnisse
auch ihnen zu Gute kommen.
Wie kann man Chirurgen Informationen während einer
Operation zur Verfügung stellen, so dass diese zum Beispiel
während einer Tumorentfernung wissen, wo sich nicht sichtbare Blutgefäße befinden? Mit dieser Frage beschäftigt sich
die Creative Unit von Informatikprofessor Ron Kikinis in Kooperation mit dem Bremer Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS. Auch hier ist die Mischung der Disziplinen und die Kooperation mit Chirurgen in der Praxis etwas
Besonderes. Forschenden aus den Bereichen Radiologie, Informatik, kognitive Systeme, digitale Medien und Computergrafik tauschen sich dabei regelmäßig mit Chirurgen in
n
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8.2014 Wirtschaft in Bremen | 9
TITELGESCHICHTE_10-15_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:33 Seite 10
TITELGESCHICHTE_10-15_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:33 Seite 11
HOCH MOTIVIERT
UND SEHR ZIELSTREBIG
In Bremen leben viele junge Flüchtlinge, die einen Beruf erlernen wollen. Für
Unternehmen bieten sich damit große Potenziale gerade angesichts des Fachkräftebedarfs.
Die Gesetze sind liberalisiert, Bürokratie ist abgebaut worden.
Von NINA SVENSSON (Text) und JÖRG SARBACH (Fotos)
ie Vergangenheit war eine Odyssee, ihre Zukunft
ist ungewiss. Dennoch sind junge Flüchtlinge oftmals höchst motiviert, die deutsche Sprache und
einen Beruf zu erlernen. Dieses Potenzial gilt es in
Zeiten wachsenden Fachkräftebedarfs zu nutzen.
Politik und Wirtschaft sind nun gefragt, dafür die Weichen zu
stellen.
Harry Didi ist 18 Jahre alt, kommt aus dem Südsudan und
lebt seit etwa einem Jahr in Bremen. Er besucht eine von insgesamt sechs Sprachförderungsklassen an der Allgemeinen
Berufsschule (ABS) im Steffensweg. Im Frühsommer hat er
ein dreiwöchiges Praktikum als Friedhofsgärtner beim Umweltbetrieb Bremen gemacht. „Das hat viel Spaß gemacht,
ich habe dort viele nette Menschen kennen gelernt“, sagt
Harry Didi. Es war ein erster Einblick in die berufliche Praxis,
doch eigentlich hat er ganz andere Ziele: „Ich möchte erst
besser Deutsch lernen, dann eine Ausbildung machen und
später Nautik studieren.“ Auf dem Schiff durch die ganze
Welt reisen, das wäre sein Traum.
Es wird nicht so einfach sein, diesen Traum auch umzusetzen. Aber für Harry Didi eröffnet sich eine Perspektive. Ein
großer metallverarbeitender Betrieb in Bremen-Nord engagiert sich aktuell sehr stark für junge Bremer Flüchtlinge. Harry absolviert dort ein dreiwöchiges Praktikum mit der Aussicht auf einen Ausbildungsplatz. „Wir würden uns wünschen, dass noch mehr Betriebe die Potenziale junger Flüchtlinge nutzen,” sagt Elisabeth Mahlberg-Wilson vom Zentrum
für Schule und Beruf (ZSB) am Steffensweg. Die gesetzlichen
Bestimmungen zur Ausbildung von Asylsuchenden und Geduldeten seien inzwischen im Hinblick auf den wachsenden
Fachkräftebedarf weitgehend liberalisiert und erleichtert
worden (siehe Seite 14).
Über seine Vergangenheit möchte Harry Didi nicht sprechen, die meisten seiner Mitschüler auch nicht. ABS-Schulleiter Frank Grönegreß weiß und respektiert das. „Einige Jugendliche kommen allein ohne ihre Familien über verschlungene Wege oder mit Schleuserbanden nach Deutschland.
Manche haben Schreckliches erlebt und sind traumatisiert“,
sagt er. „Hier leben sie in einem fremden Land ohne ihre Familien und mit einer ungewissen Zukunft, haben mit ihren Erlebnissen und Heimweh aber auch ihrer Pubertät zu kämpfen
– das ist ganz schön viel auf einmal.“ Und dennoch oder gerade deswegen seien viele von ihnen hoch motiviert, die
deutsche Sprache und einen Beruf zu erlernen.
Angebot der Allgemeinen Berufsschule
Der 17-jährige Thierno Barry aus Guinea lebt seit drei Jahren
in Deutschland und seit zwei Jahren in Bremen. Er hat wie
Harry Didi gerade das dreiwöchige Praktikum abgeschlossen
und als Fliesenleger gearbeitet. „Das war richtig gut und hat
mir sehr gefallen. Es wäre mein Traumberuf“, sagt er. „Leider
habe ich Probleme mit meiner Hand, darum werde ich das
später nicht machen können.“ Nun wünscht er sich einen
Ausbildungsplatz als Lkw- oder Busfahrer. Er lebt zusammen
mit vier weiteren Jugendlichen aus vier Nationen in einer
Wohngruppe in Walle, Deutsch ist die einzige gemeinsame
Sprache. „So lernen wir alle viel – und wir verstehen uns auch
gut.“
An der Allgemeinen Berufsschule (ABS) werden zurzeit
knapp 200 Flüchtlingsjugendliche und Spätzugewanderte in
insgesamt 16 Klassen unterrichtet, dies ist etwa ein Drittel
der gesamten Schülerschaft: Elf Berufsorientierungsklassen,
vier Sprachförderungsklassen und eine Brückenklasse zur Al-
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 11
TITELGESCHICHTE_10-15_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:33 Seite 12
TITELGESCHICHTE
phabetisierung. Etwa 150 Jugendliche stehen zurzeit auf der
Warteliste. Für Schulleiter Frank Grönegreß ist es keine leichte Aufgabe, die wachsende Zahl der Schüler zu meistern und
gleichzeitig die Qualität im Unterricht zu halten. Zumal der
Unterricht auf sechs verschiedene Standorte im gesamten
Stadtgebiet verteilt ist, es fehlt an Räumen und Fachkräften.
Zu den Schülern zählen Jugendliche etwa aus der Türkei, Bulgarien oder Rumänien, die zwar Schwierigkeiten mit der Sprache, aber immerhin Familie oder Freunde in Bremen haben.
Es gibt aber auch viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an der ABS, die in Pflegefamilien oder Einrichtungen leben. Der Deutschunterricht an der ABS ist für sie ein elementarer Baustein, um in Bremen anzukommen und auch wieder
berufliche Perspektiven zu entwickeln. „Dabei brauchen sie
viel Unterstützung“, sagt Ümit Zerdali, Fachbereichsleiter für
Interkulturelle Bildung an der ABS. „Die Jugendlichen bringen zum Teil viele Kompetenzen mit, aber man muss sie beraten und begleiten, damit sie diese auch einbringen können
und nicht sofort wegen mangelnder Deutschkenntnisse abgestempelt werden.“
Hilfen zur Integration nötig
An der ABS arbeiten zwei Sozialpädagogen in Vollzeit, die
diese Jugendlichen auf ihrem Weg unterstützen. Einer von ihnen ist Hameth Ba. Er kommt aus dem Senegal, lebt seit
1982 in Bremen und fördert in mehreren Vereinen die Integration von ausländischen Jugendlichen. Er unterstützt die
Schülerinnen und Schüler der ABS in schwierigen Lebenslagen, hilft bei behördlichen Angelegenheiten und informiert
sie über ihre Möglichkeiten. „Viele wollen es schaffen, aber
ihnen fehlt oft die moralische Unterstützung“, sagt Ba. Wich-
12 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
Mit ihrer Initaive „Unternehmen treffen Schulen –
Schulen treffen Unternehmen” will die Handelskammer
Bremen mehr berufliches Wissen in die Schulen tragen
und die Berufsorientierung verbessern. Präses Christoph
Weiss besucht hier die Allgemeine Berufsschule und
diskutiert mit jugendlichen Flüchtlingen und
Migranten ihre Perspektiven.
tig sei vor allem, die Jugendlichen mit dem deutschen Ausbildungssystem vertraut zu machen, insbesondere durch
Hospitationen und Praktika.
Das unterstützt auch Frank Grönegreß. Der Schulleiter
wünscht sich eine engere Zusammenarbeit mit Unternehmen, um mehr Schüler nach ihrem Abschluss in eine betriebliche Ausbildung vermitteln zu können. „Aber dafür müssen
die guten Ansätze der Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten weiter entwickelt und strukturell verankert werden“,
sagt Grönegreß. Eine wichtige Arbeit leiste hier die Handelskammer zum Beispiel mit dem Projekt „Unternehmen treffen
Schulen – Schulen treffen Unternehmen“ (vgl. WiB 4/2014)
oder auch mit einem Workshop im Oktober (siehe Seite 13).
„Eine Ausbildung fördert nicht nur die Integration und Qualifikation der jungen Menschen, sondern ist auch für die Unternehmen eine Chance, in Zeiten des wachsenden Fachkräftebedarfs motivierte Mitarbeiter zu gewinnen, die zudem
auch besondere interkulturelle Kompetenzen mitbringen.“
Hadi Abasi: zielstrebig auf dem Weg
2009 ist Hadi Abasi im Alter von 17 Jahren allein aus Afghanistan geflüchtet. Nach sechs Monaten kam er 2010 über
Hamburg nach Bremen. Allein und ohne Deutschkenntnisse.
TITELGESCHICHTE_10-15_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:34 Seite 13
„Ich hatte Glück und bekam einen Platz einer Sprachförderungsklasse an der ABS“, sagt Hadi Abasi. Er lernte schnell
Deutsch und schaffte seinen erweiterten Hauptschulabschluss. „Anschließend habe ich 30 bis 40 Bewerbungen für
einen Ausbildungsplatz verschickt, aber nur Absagen bekommen.“ So nutzte er die Möglichkeit, 2012 an der Berufsschule
für Metalltechnik eine schulische Berufsausbildung zum Konstruktionsmechaniker zu machen.
„Je mehr ich in der Metallverarbeitung lerne, desto mehr
Spaß macht es mir.“ Im Frühjahr 2015 ist er fertig und hofft
dann auf einen Job. „Er lernt schnell und ist sehr wissbegierig“, sagt sein Ausbildungsmeister Frank Schulze. „Mit seinem Schulabschluss ist er direkt in das zweite Lehrjahr eingestiegen, was ihm an fachlicher und sprachlicher Kompetenz
fehlte, haben wir gut überbrückt.“ Hadi Abasi hat inzwischen
eine eigene kleine Wohnung und nach langem Suchen auch
wieder Kontakt zu seiner Familie gefunden.
n
Workshop der
Handelskammer
Im Zuge der 4. Bremer Integrationswoche (12.-18. Oktober)
bietet die Handelskammer Bremen am 16. Oktober (16:3019:00 Uhr) einen Workshop zum Thema „Ausbildung – Chancen für Flüchtlinge“ an. Folgende Aspekte werden behandelt:
Rechtsstatus und Aufenthaltsrecht von Flüchtlingen, berufliche Vorqualifizierung und Ausbildungsvorbereitung, Förderungsmöglichkeiten für Ausbildungsunternehmen, pädagogische Begleitung während der Berufsausbildung.
Information/Anmeldung
Frank D. Lutz, Telefon 0421 3637-282, lutz@handelskammer-bremen.de;
die Veranstaltung findet im Prüfungs- und Veranstaltungszentrum der
Handelskammer, Martinistr. 1, statt.
Es gibt verschiedene Angebote in Bremen, mit denen die berufliche Qualifikation von jungen Flüchtlingen und Migranten gefördert wird.
• Der Rotary Club Bremen-Roland setzt sich für Schüler insbesondere mit Migrationshintergrund ein; so haben zum Beispiel zwölf Mitglieder drei Jahre lang Patenschaften für Schüler der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule in Gröpelingen
übernommen und sie bei schulischen Fragen oder PraktikaBewerbungen unterstützt (siehe Bild rechts).
• Die Heinrich Rönner Gruppe bietet in Bremerhaven und
Bremen im kommenden Ausbildungsjahr Ausbildungsplätze
für junge Flüchtlinge an.
• „Zukunftschance Ausbildung“ heißt ein Ausbildungsprojekt für junge Flüchtlinge des Finanzressorts in Kooperation
mit weiteren Behörden und Institutionen. Ab September werden bis zu 25 Flüchtlinge einen einjährigen Vorbereitungskurs (Einstiegsqualifizierung) mit berufsbezogenem Sprachunterricht beginnen. Ab Herbst 2015 startet dann die duale
Ausbildung in einem Beruf im öffentlichen Dienst.
(www.afz.bremen.de)
• Als eines von insgesamt fünf Teilprojekten des BIN bietet
das Paritätische Bildungswerk mit „AHOI.2“ Beratung und
Qualifizierung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge, die ihre
Deutschkenntnisse für den Beruf verbessern möchten oder einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz suchen. Unter anderem
gibt es Beratung und Unterstützung bei Bewerbungen oder
bei der Anerkennung ausländischer Schul- und Berufsabschlüsse (www.pbwbremen.de).
Foto Uta Albrecht
Angebote in Bremen für
die berufliche Qualifikation
„Unsere Gesellschaft braucht diese jungen
Menschen!“ • Der Rotary Club Bremen-Roland engagiert
sich in einem Patenmodell für junge Menschen mit (zumeist)
Migrationshintergrund. Eines der Mitglieder ist Ludwig Cords
(im Bild links). Der Inhaber eines Tiefbauunternehmens hat zwölf
Paten im Kreis des Rotary-Clubs aktivieren können, die rund 20
Schüler betreuen. Warum? „Wir haben eine Verpflichtung
gegenüber dem Gemeinwohl“, so Cords, „unsere Gesellschaft
braucht diese jungen Menschen – als Fachkräfte und als
mündige Bürger.“ Cords betreute unter anderem Yuse
Altunc (im Bild), der türkische Wurzeln und nun
die Schule verlassen hat. „Wir haben großen
Respekt vor den Paten“, sagt der 17-jährige
Yusef, „das sind Menschen, die uns
uneigennützig helfen.”
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 13
TITELGESCHICHTE_10-15_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:34 Seite 14
TITELGESCHICHTE
Ausbildung junger Flüchtlinge:
Keine Angst vor Bürokratie
Für die jugendlichen Flüchtlinge ist es wichtig, dass sie
Deutsch lernen und die Zeit nutzen, sich für einen Beruf zu
qualifizieren. Doch bisher scheuen sich viele Unternehmen,
Flüchtlinge zu beschäftigen oder auszubilden. Dabei ist die
berufliche Bildung junger Flüchtlinge vom Gesetzgeber gewünscht, Arbeitgeber können ohne großen bürokratischen
Aufwand Ausbildungsverhältnisse mit ihnen abschließen.
• Junge Asylsuchende können nach einer Frist von
(zurzeit noch) neun Monaten eine Ausbildung beginnen.
• Jugendliche Flüchtlinge mit einer Duldung können
direkt eine betriebliche Berufsausbildung beginnen.
• Die Förderung einer Einstiegsqualifizierung ist nach
einer individuellen Prüfung des Bedarfs möglich.
• Vor Beginn der Ausbildung muss eine Arbeitserlaubnis
der Ausländerbehörde eingeholt werden, die in der
Regel ohne Probleme erteilt wird.
• Für Auszubildende, die ihre Ausbildung absolviert
haben, bestehen gute Chancen auf Erteilung einer
Aufenthaltserlaubnis.
Für weitere Informationen und individuelle Beratungsgespräche stehen Ansprechpartner am Zentrum für Schule und Beruf (zsb) am Steffensweg zur Verfügung. Derzeit engagiert
sich das zsb in zwei Projekten für die berufliche Integration
junger Flüchtlinge:
• Das Bremer und Bremerhavener IntegrationsNetz (BIN)
berät, qualifiziert und vermittelt Flüchtlinge in Arbeit und
Ausbildung und kooperiert dabei eng mit bremischen
Behörden und Unternehmen.
• „Flüchtlinge in Ausbildung“ (FIA) informiert Multiplikatoren in Schulen und Unternehmen über Möglichkeiten
der Ausbildungsintegration junger Flüchtlinge und
berät Unternehmen zu sämtlichen Fragen.
Kontakt
Elisabeth Mahlberg-Wilson (zsb/Flüchtlinge in Ausbildung)
Udo Casper (zsb/Bremer und Bremerhavener IntegrationsNetz BIN)
Telefon 0421 383540, zsb@zsb-bremen.de,
udo.casper@zsb-bremen.de
Neue strategische Option:
Fachkräftesicherung aus Drittstaaten
Die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland gilt im Zuge
des demografschen Wandels als eine
wichtige strategische Option für Unternehmen zur Fachkräftesicherung. Internationale Fachkräfte sind nicht nur interkulturell ein Gewinn für deutsche
Unternehmen, sondern eröffnen auch
neue Perspektiven und Märkte. Auch
hier ist die Handelskammer aktiv: Mit
Bianca Untied arbeitet eine vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
benannte EZ-Beraterin im Schütting,
die Unternehmen über die Möglichkeiten berät, die Entwicklungs- und
Schwellenländer in dieser Frage bieten.
Ferner gibt es zu dem Thema eine Informationsveranstaltung im Oktober (siehe Seite 15).
14 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
Die Zuwanderung qualifizierter
Fachkräfte aus dem Ausland beinhaltet dabei zum einen die Zuwanderung
aus Europa (EU und Nicht-EU). Sie beinhaltet aber auch die Zuwanderung
aus Entwicklungs- und Schwellenländern, die von einer hohen Arbeitslosigkeit geprägt sind, besonders unter der
rasch wachsenden jungen Bevölkerung. Gleichzeitig findet sich oft in vielen dieser Länder ein hoher Ausbildungsstand.
Es gibt verschiedene Programme der
Internationalen Zusammenarbeit (IZ),
die Unternehmen beim internationalen
Personalmanagement unterstützen.
Flankiert wird die Zuwanderung durch
die Flexibilisierung der gesetzlichen
Rahmenbedingungen: So ermöglicht
die Blaue Karte EU die Beschäftigung
von ausländischen Arbeitnehmern aus
Ländern außerhalb der EU, Voraussetzung ist dabei der Nachweis eines abgeschlossenen Hochschulstudiums. Für
die Blaue Karte EU muss der Antragsteller einen Arbeitsvertrag oder ein
verbindliches Angebot eines deutschen
Arbeitgebers vorweisen. Das Mindestbruttogehalt für Engpassberufe (Ingenieure und IT-Fachkräfte) beträgt
37.128 Euro, für andere Berufe 47.600
Euro. Dauerhafte Niederlassungserlaubnisse werden je nach Sprachkenntnissen nach 21 oder 33 Monaten ausgestellt.
Doch qualifizierte Fachkräfte mit interkultureller Kompetenz sind nicht nur
in Deutschland gefragt, sondern auch
bei international agierenden, deut-
TITELGESCHICHTE_10-15_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:34 Seite 15
Workshop: Der globale Wettbewerb um Fachkräfte –
Fachkräftesicherung aus Drittstaaten
Welche Instrumente stehen für die Rekrutierung der geeigneten Fachkräfte zur Verfügung? Wie sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Beschäftigung von Fachkräften aus Drittstaaten und welche Bundesprogramme unterstützen Unternehmen
bei ihrem internationalen Personalmanagement? Die Veranstaltung findet am 28. Oktober (15 Uhr) statt. Referenten sind
Klaus Oks, Bundesagentur für Arbeit, Zentraldirektion Bremen/Niedersachsen; Norman Sterz, derparter Deutschland GmbH,
Bremen/Dubai; Stefanie Gömann, Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).
Information Dr. Bianca Untied, Telefon 0421 3637-252, untied@handelskammerbremen.de
schen Unternehmen mit Produktions- oder Lieferstätten im Ausland.
Gesucht werden gut ausgebildete
Mitarbeiter mit deutschen und
englischen Sprachkenntnissen sowie einem Verständnis der deutschen Kultur und Arbeitsweise.
Auch hier helfen verschiedene
Programme der IZ bei der Suche
nach als auch der Qualifizierung
von passenden Fach- und Führungskräften in diesen Ländern.
Das Alumni-Portal Deutschland
beispielsweise bietet den Zugang
zu Fachkräften, die im Laufe ihrer
Karriere in Deutschland studiert
oder eine Aus- oder Weiterbildung
gemacht haben. Die deutschsprachigen Fachkräfte „Trained in Germany“ sind für deutsche Unternehmen besonders interessant, sei es
als Experten, Mitarbeiter oder
Kooperationspartner. Unternehmen können sich kostenlos registrieren und in der Rubrik Jobs &
Karriere nach lokalen Experten
und Bewerbern suchen, Jobs offerieren und ihr Unternehmen im
Porträt präsentieren (www.alumniportal-deutschland.de). Auch über
das Programm Rückkehrende Fachkräfte vom Centrum für Internationale Migration (CIM) können in
Deutschland geschulte Fachkräfte
vermittelt werden.
Deutsche Fachkräfte können
darüber hinaus über das Programm Integrierte Fachkräfte von
CIM oder den Senior Experten Service (SES) in Entwicklungsländerund Schwellenländer entsandt
werden, um dort das nötige Fachwissen aufzubauen.
n
Dorothee Knie,
Firmenkundenbetreuung
Auch wenn Projekte außergewöhnlichen Tiefgang haben,
behalten wir den Überblick.
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8.2014 Wirtschaft in Bremen12:28
| 15
HK-Report_16-23_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:22 Seite 16
WiBSPEZIAL
Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer im Gespräch mit der „Wirtschaft in Bremen”
Nach Ihrem Amtsantritt titelte die
FAZ: „Arbeitgeberpräsident irritiert
die Kanzlerin“. Es war wohl unüblich, in eine Antrittsrede auch kritische Themen zu packen. Wie ist Ihr
Verhältnis zu Frau Merkel heute?
Wir sehen uns alle paar Wochen und telefonieren auch miteinander. Das ist
nie ein Thema zwischen uns gewesen,
weder an dem gleichen Abend noch
später. In Berlin habe ich sehr schnell
gelernt, dass die Mediendarstellung
manchmal etwas anderes ist als die
Realität. Manche Medien neigen dazu,
die Kontroversen stark in den Vordergrund zu stellen.
Was hat Sie seit Amtsantritt in Berlin besonders überrascht? Welche
neuen Erfahrungen haben Sie auf
der Berliner Bühne gemacht?
In Berlin stehen viele Medien in einer extremen Konkurrenz zueinander. Das ist
anders als in Bremen, Hamburg oder anderen Städten. Das führt dazu, dass kontroverse Themen häufig stilisiert werden.
aneinander gewöhnt. Ich bin ein bis
zwei Tage pro Woche in Berlin oder für
die BDA in Deutschland unterwegs.
Dann bin ich von morgens bis abends
eingespannt. Die übrigen Tage arbeite
ich in Bremerhaven fürs Unternehmen
beziehungsweise vom Schreibtisch aus
für Berlin. Das hat sich jetzt sehr gut
eingespielt. Organisatorisch lässt sich
vieles sehr viel besser bewältigen als es
nach außen erscheinen mag. Persönliche Gespräche muss ich natürlich in
Berlin führen, die lassen sich nicht nach
Bremerhaven verlagern. Von rein repräsentativen Dingen halte ich mich so
gut es geht fern. Und von Talkshows im
Übrigen auch gerne.
Deutschland diskutiert über TTIP –
und zwar ausgesprochen kritisch.
Welche Bedeutung messen Sie dem
Abkommen bei?
Ich teile die Skepsis nicht. Noch lässt
sich gar nicht beurteilen, ob das am Ende ein guter oder schlechter Vertragsentwurf wird. Man muss ihn doch erst
der unterschiedlichen Nationen fördern. Das bereitet das Feld für die Sachthemen der ganzen Kommission.
Thema Fachkräftesicherung: Sie
werben für noch mehr Zuwanderung.
Wo liegen die Chancen, wo die Risiken? Ist Deutschland offen genug?
Wir haben erfreulicherweise einen Zuwanderungsüberschuss. De facto findet
Zuwanderung statt, sie wird aber noch
nicht in allen Teilen der Gesellschaft geschätzt. Das muss sich ändern, andernfalls nimmt die erwerbstätige Bevölkerung ab mit allen Konsequenzen für die
Sozialsysteme, den Staatshaushalt, unseren Wohlstand. Wir brauchen Zuwanderung, um die Kopfzahl an Erwerbstätigen zu halten, das ist reine Mathematik. Wenn die Zahl der Erwerbstätigen
schrumpft, strapaziert das unsere Volkswirtschaft. Wir brauchen ein Umdenken
und müssen die Gesetzgebung so entwickeln, dass wir diejenigen bekommen,
die wir haben wollen. Dazu fehlt im Moment vielleicht noch der politische Wil-
» ICH WILL AUF MEINE ART AUTHENTISCH BLEIBEN
Sind Sie damit in Ihren öffentlichen
Äußerungen vorsichtiger geworden?
Nein, das darf ich nicht, sonst würde
ich nur noch in Worthülsen reden. Das
passiert, wenn man seine Worte permanent auf die Goldwaage legt. Ich möchte so sprechen, wie ich ticke und denke.
Wenn ich anfange, in Schablonen zu
sprechen, wenn die ganzen Ecken und
Kanten abgeschliffen sind, dann müssen wir uns nach einem Nachfolger umgucken. Ich will auf meine Art authentisch bleiben und die Überlegungen öffentlich so präsentieren, wie sie Unternehmer nun einmal haben. Authentizität muss bleiben. Ich möchte und
muss den Freiheitsgrad nutzen, den ich
in diesem Ehrenamt habe, quer zu denken und quer zu formulieren.
In Berlin sind Sie Arbeitgeberpräsident,
in Bremerhaven Unternehmer: Lässt
sich beides unter einen Hut bringen?
In den ersten Wochen war das schwierig. Jetzt haben sich beide Funktionen
16| Wirtschaft in Bremen 8.2014
einmal durchverhandeln und danach bewerten. Aber die Mentalität in Deutsch–
land, keine Veränderungen zuzulassen,
aus Angst, es könnte etwas passieren,
das ist für eine Exportnation langfristig
gesehen tödlich. Wir haben Freihandelsabkommen mit vielen Ländern auf
der Welt. Wieso also nicht auch mit den
USA? Die Chance auf ein solches Abkommen darf das Exportland Deutschland nicht an der falschen Diskussion
um Chlorhähnchen scheitern lassen.
Stichwort Europa: Was erhoffen Sie
sich von dem neuen EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker? Worauf
kommt es in Europa jetzt an?
Seine Hauptaufgabe wird darin bestehen, die Wettbewerbsfähigkeit der
Wirtschaft ganz Europas auf den Weltmärkten zu verstärken. Er kennt Europa
sehr gut, und ich glaube, er kann die
sehr unterschiedlichen Kulturen in
Europa miteinander im Gespräch halten und das gegenseitige Verständnis
le. Und dagegen müssen wir lautstark
argumentieren.
Rente mit 63, Mütterrente, Mindestlohn, Flexi-Rente, eine 32-StundenWoche für Eltern – wenn Sie auf die
Politik der großen Koalition schauen:
Werden die Interessen der Wirtschaft genügend berücksichtigt?
In den ersten sechs Monaten war das sicherlich nicht so. Um die Regierung zu
bilden und wider besseres Wissen waren damals alle Parteien gleichermaßen daran beteiligt, Regularien zu
schaffen, die alles andere als nachhaltig sind und die insbesondere der nächsten Generation vor die Füße fallen.
Aber ich habe die Hoffnung nicht verloren, dass wir für den Rest der Legislaturperiode mit der Politik darüber ins
Gespräch kommen werden, wie wir das
alles erwirtschaften wollen, was für die
nächsten Jahre und Jahrzehnte schon
verplant wurde. Mit den 160 Milliarden
Euro, die das Rentenpaket kostet, hät-
HK-Report_16-23_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:22 Seite 17
ten wir manches Problem in der Bildung oder der Infrastruktur lösen können. Das wäre nachhaltig gewesen. Jedem in Berlin ist auch klar, dass länger
gearbeitet werden muss. Aber kein Politiker stellt sich öffentlich hin und sagt
es. Da tut sich ein schwerer politischer
Konflikt auf.
Foto Frank Pusch
Was sind nach Ihrer Auffassung
die zentralen bildungspolitischen
Fragen in Deutschland?
Unsere größte Aufgabe sind die knapp
20 Prozent der Jugendlichen, die laut Pisa-Studie alljährlich nicht ausbildungsreif aus der Schule entlassen werden
und aus dieser Verliererlaufbahn nur
schwer herauskommen. Bei den schulisch und sozial Schwachen versagen
wir in Deutschland. Natürlich gibt es da
mannigfaltige Probleme, aber mir kann
keiner weiß machen, dass 20 Prozent eines Jahrganges zu dumm für einen Abschluss sein sollen. Es hat aber keinen
Zweck, auf die fehlende Kraft der Elternhäuser zu schimpfen. Wir haben ein unterfinanziertes Bildungssystem, die Ressourcen werden fehlgesteuert. Der
Staat hat sich Schule als Aufgabe vorgenommen und ist daher verpflichtet, das
Bestmögliche daraus zu machen und
keinen Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss und Grundbildung zu entlassen. Nur die wenigsten sind dazu intellektuell nicht in der Lage. Auch wir Arbeitgeber stehen in einer ganz erheblichen Mitverantwortung, diesen Jugend–
lichen Ausbildungsmöglichkeiten zu verschaffen. Wir engagieren uns hier in vielen Pilotprojekten, die zeigen, wie es
funktioniert. Am Ende läuft es meistens
auf ein Patensystem hinaus. Mein Angebot an die Politik: Wir helfen beim
Schritt nach der Schule ins Arbeitsleben,
aber Ihr müsst die schulischen Grundlagen legen.
Sie sind einer der Väter des Zusammengehens der IHK Bremerhaven
und der Handelskammer Bremen.
Was erhoffen Sie sich von der neuen
Kammer für das Land Bremen?
Ich hoffe, dass die Wirtschaft in unserem Bundesland nun mit einer Stimme
spricht und wir die Interessen der bremischen Wirtschaft noch deutlicher zur
Geltung bringen und dass die Dienstleistungen für die Kammermitglieder wirtschaftlicher erbracht werden können.
Und ich hoffe auch, dass die beiden
Städte Bremen und Bremerhaven durch
diese faktische Zusammenarbeit mental etwas mehr zusammenkommen,
dass Diskrepanzen abgebaut werden
und damit ein gewisser Bewusstseinswandel erzeugt wird.
Sie stehen seit vielen Jahren in
unterschiedlichsten Ehrenämtern für
die Wirtschaft in der ersten Reihe.
Wieviel Spaß haben Sie daran?
Sie können nichts bewegen, wenn Sie
nicht mit einer gewissen Freude und mit
Überzeugungskraft Dinge nach vorne
tragen, auch wenn man nicht in jedem
Punkt gleich Sieger ist. Zurzeit spielen
uns viele Dinge in Berlin nicht in die
Karten. Was wir in Berlin machen, ist ein
Marathonrennen und kein Sprint. Wir
denken auch nicht in Vier-Jahres-Rhythmen. Wir Arbeitgeber denken über den
Tag hinaus, wollen langfristig die Wettbewerbsfähigkeit oben halten, die Dinge nachhaltig gestalten. Das ist meine
Aufgabe und das macht mir Spaß.
Wenn Ihre Amtszeit einmal zu Ende
ist, was sollte dann in Ihrer Bilanz stehen? Worauf möchten Sie stolz sein?
Ich möchte, dass Arbeitgeber stärker
als in der Mitte der Gesellschaft stehende Verantwortungsträger wahrgenommen werden – als diejenigen, die die soziale Marktwirtschaft leben, egal ob in
einem großen Konzern oder einem Einzelhandelsgeschäft, die in hohem Maße an einem gedeihlichen Gefüge in ihrer Stadt, in ihrer Nachbarschaft interessiert sind. Das gilt nicht nur für Familienunternehmer, sondern auch für
angestellte Manager. Negative Einzelfälle sollten nicht die gelebte Unternehmerkultur in den Schatten stellen.
Wenn ich daran mitwirken kann, dass
sich dieses Bewusstsein in der öffentlichen Wahrnehmung ändert, finde ich
das gut.
Herr Kramer, wir danken Ihnen für
das Gespräch.
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 17
wib seite 18-18.qxp_Layout 1 25.07.14 14:35 Seite 1
KAMMERREPORT
AUS DEM PLENUM
Die Plenarsitzung vom 21. Juli
Foto Frank Pusch
l Aktuelles
l Jahresabschluss der Handelskammer zum 31.12.2013
l Zukunft des Wissenschafts- und Innovationsstandortes Bremen
Senatorin Professorin Dr. Eva Quante-Brandt
im Plenum der Handelskammer
Aktuelles
Volkmar Herr, Leiter des Geschäftsbereichs International, informierte das Plenum über die Tagung des Europäischen Parlaments der Unternehmen am 16. Oktober in Brüssel, zu der
Unternehmer aus allen Mitgliedsstaaten entsendet werden.
Für das Land Bremen haben sich die André Grobien von der
Firma Lampe & Schwartze KG aus Bremen sowie Jens Assheuer von der WindMW GmbH aus Bremerhaven bereit erklärt,
teilzunehmen. Es sei wichtig, dass die Industrie- und Handelskammern sich rege an der Veranstaltung beteiligten, auch
weil die Rechtsetzung zunehmend in Brüssel entstehe.
Olaf Orb, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs
Standortpolitik, Häfen und Verkehr, berichtete im Plenum
über den aktuellen Stand Verkehrsentwicklungsplans Bremen 2025 (VEP). Um sicherzustellen, dass die Belange der
Unternehmen berücksichtigt werden, hatte das Plenum in
der vergangenen Sitzung im Juni sieben grundsätzliche Be-
18 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
dingungen beschlossen, an die die Handelskammer ihre Zustimmung zum VEP knüpft. Bis dato seien diese Bedingungen in einem Dialogverfahren mit den Beteiligten aus Politik
und Verwaltung weitestgehend akzeptiert worden. Offen sei
derzeit noch die Umsetzung des Kompromisses zur vierspurigen Nutzung des Concordia-Tunnels in der Hauptverkehrszeit. Hierzu gebe es nach der Sitzung des Plenums noch eine
Sondersitzung des VEP-Projektbeirats. Sofern sich auch in dieser Frage eine Einigung erzielen lasse, könne die Handelskammer dem VEP zustimmen.
Jahresabschluss
Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger gab einen Überblick über den Jahresabschluss der Handelskammer zum 31.
Dezember 2013 mit der Bilanz und Erfolgsrechnung für
2013.
Wissenschafts- und
Innovationsstandort Bremen
Senatorin Professorin Dr. Eva Quante-Brandt stellte in ihrem
Vortrag den Entwurf des Wissenschaftsplans 2020 und dessen Konsequenzen für Bremen dar. Das Bundesland habe
sich in den vergangenen Jahren zu einem exzellenten Wissenschaftsstandort entwickelt. Der Wissenschaftsplan 2020 setze an dem im Jahr 2010 ausgelaufenen Plan an und enthalte
den finanziellen und strukturellen Rahmen sowie die programmatischen Leitvorgaben für die Gestaltung und Weiterentwicklung der Wissenschaftseinrichtungen des Landes Bremen.
Der Wissenschaftsplan basiere auf der Grundlage der Expertise des Wissenschaftsrates, der Ende vergangenen Jahres
seine Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems im Land Bremen in einem Gutachten vorgelegt hatte.
Neben der Fortsetzung vieler erfolgreicher Wissenschaftsund Forschungsschwerpunkte enthalte der Plan auch Maßnahmen zur Konsolidierung und Qualitätssicherung. Um die
Zusammenarbeit der Hochschulen mit den bremischen Unternehmen zusätzlich zu intensivieren, sollen sich Kooperationsplattformen zur Weiterentwicklung gemeinsamer Themen von Forschung und Lehre zwischen den Hochschulen,
den außeruniversitären Instituten und Unternehmen etablieren. Dies sei auch aus Perspektive der Unternehmen von hoher Relevanz. Der Wissenschaftsplan soll noch im Sommer
dieses Jahres vom Bremer Senat beschlossen werden.
Professor Dr. Wim Kösters, Mitglied des Vorstands des
Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung
(RWI) und Dr. Michael Rothgang, stellvertretender Leiter des
Kompetenzbereichs Unternehmen und Innovation des RWI,
berichteten über die ersten Ergebnisse der von der Handelskammer in Auftrag gegebenen Studie zum Innovationsstandort Bremen. Für die Unternehmensbefragung als Teil
der Studie seien rund 2.500 Unternehmen in Bremen und
Bremerhaven angeschrieben worden. Drei Viertel der Unternehmen, die geantwortet haben, haben weniger als 50 Beschäftigte. Das Ergebnis der Umfrage zeige eine positive Beschäftigungsbilanz der Unternehmen in innovativen Sektoren. Unternehmen in Bremen seien auffallend innovativ und
kooperierten häufig.
Allerdings sehen die Unternehmen bei den Rahmenbedingungen für Ansiedlungen und Gründungen Verbesserungsbedarfe. Etwa die Hälfte der Hochschulabsolventen, die in
Bremer Unternehmen tätig seien, haben auch in Bremen studiert. Weitere, vertiefende Ergebnisse seien aus der noch vorgesehenen Benchmarkuntersuchung mit anderen dynamischen Regionen zu erwarten. Der Abschluss der Studie, die
auch Handlungsempfehlungen für eine weitere Stärkung des
Innovationsstandortes Bremen enthalten soll, sei für diesen
Herbst vorgesehen.
n
Wissenschaftsplan 2020
hat hohe Relevanz für Bremen
Der Wissenschaftsplan 2020 ist aus der Perspektive der bremischen Wirtschaft von hoher Relevanz. In einer Stellungnahme zu dem Entwurf der Wissenschaftssenatorin betont
die Handelskammer, dass Bremens staatliche Hochschulen
und die außeruniversitären Forschungseinrichtungen beträchtlich zur Wirtschaftskraft des Standortes beitragen. Die
Unterstützung des Wissenschaftssystems sei daher „zukunftsrelevant” und benötige eine „finanzielle Nachhaltigkeit.” Insbesondere die Qualität der personellen und sachlichen Ausstattung im Bereich der Lehre muss verbessert werden, fordert die Handelskammer. Beispielsweise sollten die
ab 2015 frei werdenden BAföG-Mittel zugunsten von Lehre
und Forschung eingesetzt werden. Doch nicht nur die Politik
sei gefordert, auch die Hochschulen selbst müssten ihren Beitrag leisten. Dies betreffe zum Beispiel die Erhöhung der Effizienz im Studienangebot durch den Abbau von Doppelungen und schlecht ausgelasteten Studiengängen ebenso wie
die Nutzung von Synergien in den Bereichen Verwaltung,
Dienstleistung, Medienversorgung und IT.
n
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8.2014 Wirtschaft in Bremen | 19
HK-Report_16-23_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:22 Seite 20
KAMMERREPORT
INFOTHEK
VERANSTALTUNGEN DER
HANDELSKAMMER BREMEN IM AUGUST 2014
(AUSWAHL) Weitere aktuelle Informationen finden Sie in der Veranstaltungsdatenbank im Internet: www.handelskammer-bremen.de.
Sprechtage (5 Termine)
Erfinderberatung
DIE HANDELSKAMMER
GRATULIERT ZUM JUBILÄUM
7. August, 4. September, 2. Oktober,
6. November, 4. Dezember,
jeweils 15:30-17:30 Uhr
ANMELDUNG
Melden Sie sich im
Internet an:
www.handelskammerbremen.de.
Gewerbliche Schutzrechte wie Patente,
Gebrauchsmuster, Geschmacksmuster,
Marken und das Urheberrecht helfen, eine
marktfähige Idee vor der Nachahmung durch
die Konkurrenz zu schützen. Welches Schutzrecht für eine konkrete Idee geeignet ist,
hängt von der Art der Innovation, der Erfindungshöhe und der angestrebten Verwertung
ab. Erfinder und Entwickler von neuen Ideen,
Verfahren und Produkten können an den
Sprechtagen mit einem Bremer Patentanwalt
Schutzmöglichkeiten für ihre Idee besprechen.
Die 20-minütigen Einstiegsberatungen sind
vertraulich und werden monatlich angeboten.
Referenten sind Axel Bröcker (7. August),
Markus Schulz (4. September), Dr. Udo Tappe
(2. Oktober), Nils Ellberg (6. November), Dr.
Volker Scholz (4. Dezember).
Bitte melden Sie sich an,
die Teilnehmerzahl
ist begrenzt:
Petra Ripke-Höpfl,
Telefon 0421 3637-236,
veranstaltungen@handelskammer-bremen.de
UNTERNEHMEN
75-jähriges Bestehen
Heinrich Staas GmbH, gegründet 26. August 1939
l
50-jähriges Bestehen
l Hans Remitz, gegründet 24. August 1964
25-jähriges Bestehen
l Rainer Badenhop Heike Gutschy Tanzschule Mosler,
gegründet 1. August 1989
l pep up Werbegestaltung GmbH & Co. KG,
gegründet 1. August 1989
l Hella Puschmann, gegründet 1. August 1989
l Wilfried Richter, gegründet 25. August 1989
l Bremer Maschinenbau & Vertriebsgesellschaft mbH,
gegründet 2. August 1989
l ASS Allround Spedition und Service GmbH,
gegründet 10. August 1989
2014 | 2
Seminare – Workshops – Vorträge – Netzwerktreffen – Tagungen
20 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
s
Veranstaltungen
Dieser Ausgabe der „Wirtschaft
in Bremen” liegt das neue Veranstaltungsheft bei. Es informiert Sie über
die Angebote der Handelskammer
im 2. Halbjahr 2014.
HK-Report_16-23_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:22 Seite 21
Mittelstandstreff der Handelskammer
Die neuen Themen und Termine im zweiten Halbjahr 2014
27. August, 12:30-14:00 Uhr
Analyse und Planung im
Rechnungswesen
Nur wer seine wirtschaftliche Situation
kennt, kann seine Ziele klar definieren.
Mit einem zukunftsorientierten Rechnungswesen und aussagekräftigen Unterlagen erkennen Sie eventuelle Fehlentwicklungen rechtzeitig und können
kurz- und mittelfristig in die Unternehmenssteuerung eingreifen. Zuverlässige Auswertungen verbessern zudem
die Ausgangssituation bei der Kreditvergabe. Der Vortrag behandelt Fragen
wie: Was verbirgt sich hinter einer
„Qualitäts-BWA”,
wie sie nicht nur
Banken fordern?
Welche Anforderungen bestehen
an die Finanzbuchführung?
Wie
können
BWA, die Kostenrechnung und andere betriebswirtschaftliche Auswertungen zur Steuerung Ihres Unternehmens
eingesetzt werden?
Referent Daniel P. Stappmann, Steuerberater,
Kanzlei Oberdörster & Stappmann
24. September, 12:30-14:00 Uhr
Mobil nutzbare Websites und
Apps für den Mittelstand
Die allgemeine Mediennutzung wandelt sich rasant: Bereits seit 2013 wird
das Internet mehr über mobile Endgeräte genutzt als mit dem klassischen
PC! Noch weit schneller steigt sogar
die Zahl der Nutzer von Apps, wobei
gleichzeitig die klassischen Print-Produkte immer weniger Leser finden. Wie
reagieren mittelständische Unternehmen auf diese dynamische Entwicklung? Wie sind Sie persönlich aufgestellt, ist Ihre eigene Website auf einem
Smartphone überhaupt noch bedien-
bar? Wie lassen sich mit einer Magazinoder Katalog-App für Tablets, wie dem
iPad, neue Kunden gewinnen und bestehende Kunden binden? Der Vortrag
gibt einen Überblick über das Thema
und stellt konkrete Lösungen vor.
Referenten (v.l.) Frank Brunnée, Dr. Matthias
Kose, brandXpress GmbH
29. Oktober, 12:30-14:00 Uhr
Führung der Generation Y
Die Generation Y unterscheidet sich
deutlich von ihren Vorgängergenerationen: Ihr besonderes Informationsbedürfnis, eine starke Feedbackorientierung, aber vor allem ein permanentes
kritisches Hinterfragen von Entscheidungen machen die Führung von Mitarbeitern der Generation Y besonders
anspruchsvoll. Wie sollten sie also am
besten geführt werden? Welche Instrumente sind die richtigen? Und welches
ist der richtige
Führungsstil für
Mitarbeiter, die
selber der Generation Y angehören,
schließlich rücken
sie immer stärker
in die Führungsetagen vor? In
dem Vortrag werden ausgehend vom aktuellen Stand
der Forschung anwendungsorientiert
und praxisnah konkrete Handlungsempfehlungen gegeben.
26. November, 12:30-14:00 Uhr
Chancen für den Mittelstand
durch Krisenmanagement:
Erfahrungsberichte
Globaler Wettbewerb und die hohe Dynamik der Märkte einhergehend mit
sinkenden Margen erfordern eine optimale Steuerung der wesentlichen
Werttreiber des Unternehmens.
An Praxisbeispielen werden typische finanz- sowie leistungswirt
schaftliche
Optimierungsmaßnahmen zur Krisenvermeidung
dargestellt. Darüber hinaus werden Methoden der Unternehmenssanierung im neuen Insolvenzrecht für den Fall beschrieben, dass sich existenzbedrohende Probleme nicht einvernehmlich lösen lassen. Das Insolvenzrecht bietet Vorteile vor allem bei
arbeitsrechtlichen Umstrukturierungen, bei der Beendigung unvorteilhafter Verträge oder bei gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen, selbst gegen den Willen einzelner Gesellschafter.
Referenten (v.o.) Tobias Kersten,
WP StB RA, Fides Treuhand GmbH & Co. KG;
Dr. Christian Kaufmann, Fachanwalt für
Insolvenzrecht, Pluta Rechtsanwalts GmbH,
Büro Bremen
Information
Andreas Köhler,
Telefon 0421 3637-233,
koehler@handelskammer-bremen.de
Anmeldung
Sabrina Gaartz,
Telefon 0421 3637-231,
veranstaltungen@handelskammer-bremen.de
Hinweis
Die Veranstaltungen finden in der Handelskammer Bremen statt und sind kostenfrei.
Bitte melden Sie sich an.
Referent Professor Dr. Nils Schulenburg, Schulenburg Consulting Strukturierte Unternehmensund Strategieentwicklung
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 21
STANDORT_ Region_22-33_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:16 Seite 22
STANDORTBREMEN
FÖDERALISMUSREFORM:
WAS WIRD AUS DEN ALTSCHULDEN?
Erste gemeinsame Veranstaltung von Handelskammer und Arbeitnehmerkammer – Drei Finanzminister
diskutierten Lösungsmöglichkeiten – Wissenschaftler stellten Konzepte vor
ie Lösung der Altschuldenfrage im Zuge der anstehenden Föderalismusreform ist in das Zentrum der politischen Diskussion gerückt. Lange Zeit erschien ein Konsens darüber, ob überhaupt und wie mit den Schulden umgegangen werden soll, kaum möglich. Doch mittlerweile – die
Diskussion um die Reform der Bund-Länder-Finanzbeziehungen wird intensiv geführt – ist die politische Bereitschaft
bei Bund und Ländern, die Altschuldenproblematik zu lösen,
erheblich gewachsen. Es geht nicht mehr um das „ob”, es
geht jetzt um das „wie”.
Das wurde auf einer Veranstaltung deutlich, zu der – erstmals gemeinsam – die Handelskammer Bremen und die Arbeitnehmerkammer Bremen eingeladen hatten. Denn für die
Zukunftsfähigkeit des Bundeslandes Bremen ist diese Frage
existenziell, jetzt bestehe „eine historische Chance”, sie zu lösen, so Arbeitnehmerkammer-Hauptgeschäftsführer Ingo
Schierenbeck. „Das Altschuldenproblem – Tragfähige Lösungen für die Föderalismusreform” lautete der Titel der Veranstaltung im Hause der Arbeitnehmerkammer. Die Handelskammer hat die Föderalismusreform schon seit einigen Jahren auf der Agenda und eine Reihe von wissenschaftlich untermauerten Vorschlägen gemacht. „Für uns ist es wichtig,
22 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
dass in diesem Prozess auch die Stimme der Wirtschaft gehört wird”, sagte Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr.
Matthias Fonger.
In der Veranstaltung stellten drei namhafte Finanzwissenschaftler verschiedene Konzepte zum Schuldenabbau vor, die
es den Ländern ermöglichen, die Schuldenbremse einzuhalten und politische Spielräume zu gewinnen. Professor Dr. André W. Heinemann, der Leiter der Forschungsstelle Finanzpolitik am Institut Arbeit und Wirtschaft an der Uni Bremen, erläuterte, wie sich die vorliegenden drei Modelle eines Altschuldenfonds auf die einzelnen Bundesländer auswirken.
Da die Belastungen der einzelnen Länder aus (zumeist) strukturellen Gründen unterschiedlich sind, gibt es auch bei den
Entlastungen ein Gefälle. Professor Dr. Thomas Lenk – er ist
Direktor des Instituts für Öffentliche Finanzen und Public Management und des Zentrums für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Leipzig – beleuchtete (und
verneinte) die Frage, ob auch die Schulden der Kommunen
Teil einer Altschuldenregelung sein sollten. Professor Dr. Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter des ifo Instituts Dresden, stellte Finanzierungswege vor: Wer zahlt für wen wie
viel?“ Er hält eine Altschuldenentlastung für unumgänglich
Fotos Jörg Sarbach
(v.l.) Prof. Dr. André W. Heinemann, Bremen, Elke Heyduck,
Geschäftsführerin der Arbeitnehmerkammer, Prof. Dr. Thomas
Lenk, Leipzig, Dr. Matthias Fonger,
Hauptgeschäftsführer der Handelskammer, Prof. Dr. Joachim Ragnitz
Dresden), Ingo Schierenbeck,
Hauptgeschäftsführer der
Arbeitnehmerkammer
STANDORT_ Region_22-33_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:16 Seite 23
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Markenumfrage der Industrieund Handelskammern
Wie sehen Mitgliedsunternehmen und Mitarbeiter die
Industrie- und Handelskammern? Für welche Werte und
welche Leistungen stehen sie? Diese und weitere Fragen
sind Teil einer Online-Umfrage der IHK-Organisation. Die
Befragung ist ein zentraler Baustein des Projekts zur
Schärfung des Profils der Marke IHK. Sie dient dazu, die
Perspektive und Sichtweise vieler IHK-Mitglieder in den
Prozess einzubeziehen. Mitgliedsunternehmen sind daher herzlich eingeladen, sich bis Ende August an der
Umfrage unter www.markenforum2014.de zu beteiligen.
Durch eine rege Teilnahme kann ein umfassendes Bild
entstehen, welche Werte und Kompetenzen den Kammern zugeschrieben werden. Die digitale Befragung
nimmt etwa 15 Minuten in Anspruch. Alle Fragen
können auch von unterwegs mit einem internetfähigen
Smartphone oder Tablet beantwortet werden.
und eine Refinanzierung der Zinslasten mit einem Volumen
von rund 20 Milliarden Euro über Steuererhöhungen (Vermögens-, Umsatzsteuer) und/oder eine Umwidmung bzw. Verlängerung des Solidaritätszuschlages für möglich.
Der „Soli” – und wie mit der 1991 eingeführten Ergänzungsabgabe weiter verfahren werden soll – spielte denn
auch die Hauptrolle in der anschließenden politischen Diskussion mit Bremens Finanzsenatorin Karoline Linnert, dem
Hamburger Finanzsenator Dr. Peter Tschentscher und Dr.
Wolfgang Voß, Finanzminister aus Thüringen – eine illustre
Runde, die die unterschiedlichen politischen Einschätzungen
in Deutschland widergespiegelte. Tschentscher unterstützte
den von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz in die Diskussion gebrachten Altschuldenfonds – die Länder tilgen ihren
Schuldenanteil, der Bund übernimmt die Zinslasten – als einen „solidarischen Vorschlag”, der ein „gesamtstaatliches
Problem” löse. „Wir dürfen Bremen nicht allein lassen”, sagte
er. Der Solidaritätszuschlag sei auch künftig unverzichtbar
und müsse neu begründet werden.
Auch Thüringens Finanzminister Voß bekannte sich dazu,
die Altschuldenfrage zu lösen, will aber das Prinzip der Eigenverantwortung stärker gewichtet sehen. Eine Bundeslösung,
ein Fonds für alle, kommt für ihn deshalb nicht in Frage, das
Aufkommen aus dem Soli solle nicht komplett in die (Schulden)Vergangenheit, sondern vor allem auch in die Zukunft,
in Entwicklungsprojekte investiert werden. Linnert sieht indes „gute Voraussetzungen” für einen neuen Konsens zur Lösung der Altschuldenfrage und zum Solidaritätsprinzip, wonach es im Interesse des gesamten Landes liege, wenn verschuldete Länder wieder Gestaltungsspielräume erhielten.
Die politischen Differenzen sind offenbar nicht mehr grundsätzlicher Natur, jetzt geht es um die Mechanismen der Verteilung und um eine große oder kleine Lösung. (cb)
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8.2014 Wirtschaft in Bremen | 23
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STANDORTBREMEN
HANDGEMACHTE BIERE
FÜR BREMEN
Bier ist nicht gleich Bier. Liebhaber des Gerstensaftes greifen deshalb nicht nur zu den großen
Marken, sondern mit Vorliebe auch zu kleinen, handgemachten regionalen Bieren. Und von denen
gibt es auch für Bremen und umzu einige. Jüngstes Beispiel auf dem wachsenden Markt: das
Hopfenfänger-Bier von Markus Freybler. Von KAI UWE BOHN
eitdem er Geschmack daran
fand, liebt Markus Freybler Bier.
So sehr, dass sich der gebürtige
Schwabe als junger Mann für ein
Brauerei-Studium in Weihenstephan
entschieden hat. Fast 20 Jahre lang arbeitete der Brauingenieur später für ein
Bremer Unternehmen. Anfang Mai
2014 startete der Findorffer seine
eigene Marke: Hopfenfänger heißt
sie, und erhältlich ist das Pils in den
Sorten Rotbier, Sommerbier und India Pale Ale.
Historisch gesehen ist Bremen
eine traditionelle Bierstadt. Im
Mittelalter, so Freybler, habe es
hier rund 300 Brauereien gegeben. Momentan gibt es nur
noch zwei aktive Brauereien in
der Hansestadt: ABInBev, wo
unter anderem Beck’s und Haake Beck gebraut werden, und
die Hausbrauerei Schüttinger.
Freybler möchte das wieder ändern. Derzeit entwickelt und
braut er sein eigenes Bier noch
zusammen mit zwei niedersächsischen Braumanufakturen. Doch
wenn das Hopfenfänger-Experiment erfolgreich ist, kann sich der Bremer auch
eine eigene kleine Brauerei vorstellen –
„die Biertrinkerinnen und Biertrinker in
Bremen hätten es verdient.“
Biere für Liebhaber
im Trend
Markus Freybler orientiert sich an dem
Craft-Beer-Gedanken. Darunter werden
individuelle, handwerklich gebraute
Biere verstanden, die es meist nur in
kleinen Mengen gibt. Die Zutaten Wasser, Hopfen, Malz und Hefe zusammen24 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
zubringen, ist das eine. Aber erst die
Variation der Vielzahl von Malz- und
Hopfensorten bzw. Hefearten ermöglicht es, verschiedene Stile und Geschmacksrichtungen auszuprobieren.
So, wie es seit Jahrzehnten in den USA
geschieht: Dort habe es vor 30 Jahren
kaum mehr als 100 Brauereien gegeben – heute seien es rund 3.000.
„Sehr viele davon sind kleine, regionale Marken, die in Handarbeit von
Liebhabern gebraut werden. Die
Entwicklung zeigt, dass die Kenner
derartige Biere zunehmend nachfragen.“ Das, so Freybler, gelte
mittlerweile auch für Deutschland: „In Berlin gibt es momentan 25 Brauereien. Elf davon
sind in den vergangenen vier
Jahren dazugekommen!“
Für den Brauingenieur war diese Entwicklung das Startsignal für die eigenen Pläne. „In diesem Markt ist
Bewegung drin“,
sagt er. „Meines Erachtens gibt es
auch in Bremen
ein großes Potenzial dafür.
Besondere Biere
gewinnen
Marktanteile.
Sie werden höherpreisig verkauft, aber die
Menschen sind
auch bereit, diesen Preis zu zahlen. Denn sie
wissen, dass sie etwas Besonderes bekommen – und oftmals steht auch ein Gesicht hinter dieser Marke und nicht ein Konzern.“ Der
bisherige Erfolg gibt ihm recht: Das
Hopfenfänger-Bier wurde innerhalb
weniger Wochen von einigen Bierhändlern in Bremen und dem Umland ins
Sortiment aufgenommen und ist in einer zunehmenden Zahl von Szene-Lokalen erhältlich. Auch bei Feinkost- und
Spezialitätenhändlern steht es im Getränkefach, denn ein gut gebrautes
Bier ist eine Spezialität. Zuletzt gewann
Freybler das Kaufhaus Lestra als Abnehmer – ein nicht unbedeutender Vertriebsanker in Horn-Lehe.
Eigener Hopfen auf
der „Gemüsewerft“
Auch eigenen Hopfen baut Markus
Freybler mittlerweile an. Ort ist die „Gemüsewerft“ in Gröpelingen. Auf dem
2.000 Quadratmeter großen Gelände
werden Obst, Gemüse, Kräuter und Pilze ökologisch angebaut – und eben
auch der Hopfen, aus dem bald das
„Bier für Bremen“ entstehen soll. „Der
amerikanische Cascade-Hopfen macht
sich sehr gut, der Tettnanger-Hopfen
vom Bodensee hat sich noch nicht so
gut an das norddeutsche Klima gewöhnt“, sagt Freybler. „Ich hoffe sehr,
dass ich im September eine gute Ernte
habe, um dann das Bier mit dem eigenen Bremer Hopfen brauen zu können
– je nach Menge entweder in meinen
Bier-Brau-Seminaren oder sogar in der
Flaschenproduktion.“
Bis Ende des Jahres hat Freybler sich
Zeit gegeben. Dann will er eine Entscheidung treffen, ob und wie es weitergeht. „Ich muss erst mal sehen, ob
Bremen mein Bier überhaupt will. Bis
Ende des Jahres will ich daher möglichst viele Menschen überzeugen, das
Hopfenfänger-Bier zu probieren und es
Fotos Bremer Braumanufaktur
STANDORT_ Region_22-33_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:16 Seite 25
auch wieder zu kaufen.“ Wenn sich ein
Erfolg abzeichnet, würde er gerne in
Bremen eine kleine Brauerei aufbauen.
„Aber nicht alleine, sondern wegen der
doch erheblichen Investitionskosten gemeinsam mit Partnern. Die suche ich
noch: Menschen, die Bier ebenfalls lieben und wie ich davon überzeugt sind,
dass es dafür hier auch einen Markt
gibt.“
Das Freybler mit seinen Überlegungen nicht alleine ist, zeigen auch Aktivitäten in Bremen-Walle. Dort soll 2015
die ehemalige Union-Brauerei wieder
belebt werden. Die zukünftigen Betreiber Lüder Kastens und Markus Zeller
wollen dort ebenfalls qualitativ hochwertiges Bier in kleinen Mengen brauen, bei dem Besucher und Touristen
dem Brau-Erlebnis sogar beiwohnen
können. Bei ihrem Projekt setzen sie auf
rund 2.000 Quadratmetern Fläche auf
eine Mischung aus Brauerei, Gastronomie und Wohnen. Für Bremen eine schöne Nachricht, nachdem in den
1960er Jahren das Bierbrauen in der
mittlerweile denkmalgeschützten UnionProduktionsstätte – einem Waller Wahrzeichen – eingestellt worden war.
Zwei bekannte
Gasthaus-Biere
Kenner der Bremer Bier-Szene wissen
darüber hinaus, dass es mit dem Schüttinger-Bier und dem Schnoor-Bräu schon
seit mehreren Jahren „handgemachte“
Biere in Bremen gibt. Das Schüttinger
wird seit 1990 im gleichnamigen Gasthaus des Gebäudes der Bremer Han-
delskammer gebraut. Das SchnoorBräu ist als „Hausbier“ des Gasthauses
Kleiner Olymp im Schnoorviertel seit
1999 bekannt. Es wird auch in Flaschen abgefüllt, die im gut sortierten
Bierhandel erhältlich sind. Ob diese
beiden Marken, Union-Bier oder Hopfenfänger: So wie es aussieht, brechen
für Bremer Liebhaber spezieller Biere
gute Zeiten an ….
n
Information
Bremer Braumanufaktur,
Markus Freybler, Telefon 0421 84739239,
info@bremer-braumanufaktur.de,
www.bremer-braumanufaktur.de,
https://de-de.facebook.com/hopfenfaenger
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 25
STANDORT_ Region_22-33_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:16 Seite 26
STANDORTBREMEN
SONAE SIERRA SOLL DAS NEUE
CITY-CENTER BAUEN
Jury votiert für den Konzeptvorschlag des internationalen Spezialisten – Handelskammer erwartet
maßgebliche Aufwertung der gesamten Bremer City
er Entwurf überzeugt sowohl in
städtebaulicher wie auch funktionaler Hinsicht.” Mit diesen Worten reagierte Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger
auf das Votum der Jury für den Konzeptvorschlag des portugiesisch-britischen Center-Spezialisten Sonae Sierra
zum Bau des neuen City Centers im
Ansgari-Quartier. Dessen Entwicklung
ist nach Einschätzung der Handelskammer das wichtigste Element des Innenstadtkonzeptes. „Die Erweiterung der
Innenstadteinkaufsfläche um 25.000
Quadratmeter, die Schaffung von rund
11.000 Quadratmetern Bürofläche sowie knapp 100 Wohneinheiten werden
zu einer maßgeblichen Aufwertung der
gesamten Bremer City führen”, sagte
Fonger.
Er forderte die Projektverantwortlichen auf, die abschließenden Gespräche mit dem Investor aufzunehmen,
um wie geplant 2016 mit dem Bau be-
26 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
ginnen zu können. „Die Verhandlungen
müssen jetzt sehr professionell geführt
werden”, sagte Präses Christoph Weiss.
„Erst nach erfolgreichem Verhandlungsabschluss ist sicher, dass der Entwurf tatsächlich zum Tragen kommt.”
Dabei geht es sowohl um die Schaffung von Baurecht als auch um die
Flankierung des Ansgariquartiers über
eine Aufwertung der Nebenanlagen
beziehungsweise die Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.
Zudem muss auch der Verkehrsentwicklungsplan, der zurzeit erörtert werde,
gewährleisten, dass alle zentralen Geschäftslagen der Bremer City für alle
Verkehrsträger gut erreichbar blieben.
Zuvor hatte sich die für das europaweite Ausschreibungsverfahren gebildete Jury einstimmig für das Angebot
Sonae Sierra entschieden. „Die Entwicklung des Ansgari-Quartiers ist eine sehr
anspruchsvolle Aufgabe – und sie wird
es auch bleiben“, sagte der Vorsitzende
der Jury, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Kunibert
Wachten. Sonae Sierra biete vielver-
sprechende Ansätze, die jetzt weiterentwickelt werden müssten. Die politischen Gremien der Stadt werden sich
voraussichtlich im Herbst mit dem Ausschreibungsergebnis befassen und über
den Zuschlag entscheiden. Kernbereiche sind der sogenannte Lloydhof sowie das Parkhaus Am Brill.
Das portugiesisch-britische Unternehmen Sonae Sierra, dessen deutsche
Tochtergesellschaft ihren Sitz in Düsseldorf hat, ist Eigentümer von 47 Einkaufszentren mit einem Verkehrswert
von mehr als 5,6 Milliarden Euro. Es ist
auf vier Kontinenten und in 13 Ländern
vertreten. Zudem ist Sonae Sierra für
die Verwaltung und/oder Vermietung
von 82 Einkaufszentren mit einer vermietbaren Gesamtfläche von 2,6 Millionen Quadratmetern und etwa 8.300
Mietern verantwortlich.
n
Fotos D & K drost consult GmbH/WFB
Neue Ansichten und Aussichten: (v.l.) die Visualisierung der Center-Pläne vom
Ansgarikirchhof und vom Hanseatenhof
STANDORT_ Region_22-33_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:16 Seite 27
Böhrnsen dankt den
Unternehmensverbänden
100 Jahre gibt es die Unternehmerverbände im Lande Bremen. Das Jubiläum
wurde mit einer Festveranstaltung im
Bremer Rathaus gefeiert. Als Ehrengast
sprach der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI),
Ulrich Grillo, über „Die Zukunft der Industrie“. Die Dinner Speech hielt der
Berliner Historiker Professor Dr. Paul
Nolte. Sein Thema: „Vom Klassenkampf
zum Konsens? 100 Jahre Arbeitsbeziehungen in Deutschland”. Am Empfang
und dem festlichen Abendessen nahmen mehr als 200 Gäste teil.
Die Unternehmerverbände seien
weit mehr als eine Lobby-Organisation
für Arbeitgeber, sagte Bürgermeister
Jens Böhrnsen. Er dankte für die gute
Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften und mit dem Senat, im Interesse
des wirtschaftlichen Wachstums und
des gesellschaftlichen Wohlstands in
der gesamten Region. „Die Unternehmensverbände im Lande Bremen, die
bei der Politik so unermüdlich für bes-
GCP-Service ist
ein Top-Arbeitgeber
Das Unternehmen GCP-Service International ist jetzt mit dem „Top Job“-Award
2014 ausgezeichnet worden. Seit 2002
vergibt compamedia nach einem Unternehmensvergleich das „Top Job“Qualitätssiegel für vorbildliche Personalarbeit an Mittelständler. Die wissenschaftliche Leitung des Benchmarkings
obliegt dem Institut für Führung und
Personalmanagement der Universität
St. Gallen. Die 2004 gegründete Bremer GCP „überzeugte vor allem mit innovativen Prozessen“, heißt es in einer
Mitteilung. Als Auftragsforschungsinstitut sei GCP auf die klinische Erprobung von Medikamenten und medizinischen Geräten spezialisiert: „Es konzipiert und organisiert mit seinen 40 Mitarbeitern entsprechende Studien, an
denen teilweise mehrere Tausend Patienten aus aller Welt teilnehmen. Mittels Prozessoptimierung ist es dem Bre-
sere Investitionsbedingungen werben,
sind selbst zum Standortfaktor der Region geworden. Ihre Arbeit belebt den
gesamten nordwestdeutschen Wirtschaftsraum: Sie ermutigen Investoren,
Sie helfen Unternehmensgründungen
auf die Sprünge, Sie engagieren sich für
die Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, sagte Böhrnsen.
Durch ihr Gesamtengagement in Sachen Wirtschafts- und Sozialpolitik trügen die Unternehmensverbände in
ganz erheblichem Maße Mitverantwortung für eine ebenso leistungsbereite
wie sozial gerechte Gesellschaft: „Auf
ein solches Verbandsethos dürfen Sie
stolz sein“, so Böhrnsen. Zudem würdigte er sie als „stimmenstarke Mitstreiter
der Landesregierungen Bremens und
Niedersachsens“ in Berlin, wenn es um
den Ausbau der Verkehrswege oder um
höhere Investitionen des Bundes in Bildung und Wissenschaft gehe. Mit ihrem Präsidenten Ingo Kramer hatten
sie zudem auch den integrationspolitischen Prozess in Bremen von Anfang
an begleitet und unterstützt.
n
mer Unternehmen gelungen, seine Studien schneller und damit rund 30 Prozent günstiger anzubieten als die Konkurrenz.“
Auch das Innovationsklima werde
bei GCP-Service International besonders gepflegt. So würden viele junge
Mitarbeiter eingestellt, die gerade von
der Universität gekommen seien, um
möglichst viele neue Ideen und frischen Wind ins Unternehmen zu bringen. Zur Effizienz trage auch eine im eigenen Haus entwickelte Software zur
Qualitätskontrolle bei. Mit dieser können klinische Studien transparenter
und effizienter durchgeführt werden.
„Unsere Kunden wollen innovative Produkte auf dem Markt etablieren, wir liefern die innovativen Prozesse zur Erreichung dieses Ziels“, so Geschäftsführer
Dr. Andreas Grund. „Aber heute innovativ zu sein, bedingt auch das Streben
nach der Innovation von morgen.“ n
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STANDORTBREMEN
Fotos www.werk1.de, pep up
Bremer Stadtmusikanten
als kunstvolles Graffiti
s
Startschuss für
die Marcuskaje
In der Bremer Überseestadt werden
jetzt erstmals in einem großen Bauprojekt rund 150 öffentlich geförderte
Wohnungen erstellt. Beteiligt sind zwei
der erfahrensten Immobilienunternehmen in Bremen, die Justus Grosse Projektentwicklung GmbH und die Gewoba. Das Gesamtprojekt namens Marcuskaje – auf einem 13.000 Quadratmeter großen Grundstück nördlich des
Schuppens 3 – umfasst insgesamt 250
Wohnungen, ein Bürogebäude sowie
ein Mobilitätsparkhaus mit mehr als
300 Stellplätzen. Die Gewoba wird die
öffentlich geförderten Wohnungen in
den langfristigen Bestand übernehmen. Basis für deren Errichtung sind
die im Bündnis für Wohnen festgelegten Förderkriterien. „Besonderer Wert
wurde darauf gelegt, dass die Qualität
der Wohnungen durch bodengleiche
Duschen, Balkone und teilweisem Weserblick sich nicht von den Angeboten
freifinanzierter Wohnungen unterscheiden“, heißt es in einer Mitteilung.
28 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit!“ – Karl Valentins Bonmot passt zu
dem 54 Quadratmeter großen Graffiti
der Bremer Stadtmusikanten, die die
Werbeagentur pep up im Auftrag der
City Initiative Bremen erstellt hat. Den
Anlass bot der „Europäische Tag der
Meere” im Mai. In fünf Tagen schuf pep
up auf einer kahlen, durch Schmiererei
beschmutzten Wand ein weiß-blaues
Farbenspiel, um die Gäste auf den Tag
einzustimmen. Angefangen bei der
Grundierung bis zu den Feinheiten mit
der Sprühflasche hat der Künstler ein
Werk mit großem Wiedererkennungswert gesprüht. So gut wie alle Bremer
Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen – mit den Bremer Stadtmusikanten im Mittelpunkt – sind in dem Graffiti zu sehen.
Der erste Spatenstich für ein
ungewöhnliches Bauprojekt in der
Überseestadt: Es trafen sich (v.l)
Joachim Linnemann (Justus Grosse),
Senatsbaudirektorin Iris Reuther,
Clemens Paul (Justus Grosse), Peter
Stubbe (Gewoba), Bürgermeister
Jens Böhrnsen und Bausenator
Joachim Lohse
„Erstmals öffentlich geförderte
Wohnungen in solch einer Dimension
zu erstellen, war für uns eine große Herausforderung“, sagten Gewoba-Chef
Peter Stubbe und die Justus-Grosse-Gesellschafter Joachim Linnemann und
Clemens Paul. „Nur gemeinsam und in
enger Abstimmung mit den planenden
Behörden war es möglich, dieses komplexe und herausfordernde Projekt zu
realisieren.“ Es habe sich gezeigt, „dass
geförderter Wohnraum realisiert werden kann, wenn alle an einem Strang
ziehen.“
Für das Gesamtprojekt Marcuskaje
hat Justus Grosse die Federführung.
Das Investitionsvolumen wird 55 bis
60 Millionen Euro betragen. Auf den
gemeinsam von Gewoba und Justus
Grosse projektierten Bereich der öffentlich geförderten Wohnungen entfallen
rund 28 Millionen Euro.
n
„Mit kleinen Dingen Großes bewirken“ – so lautet das Motto der pep up
Werbegestaltung. Die Firma feiert am
1. August ihr 25-jähriges Bestehen.
Emotionen spielen in der Arbeit eine
große Rolle. In allem was sie tun, arbeiten die Werbegestalter mit ihren Kunden und mit einem Pool aus Partnern
eng zusammen. Egal ob es sich um eine
Luftballongirlande oder um ein Stadtfest mit mehreren Tausend Besuchern
handelt, „wir nehmen uns Zeit und erarbeiten maßgeschneiderte Konzepte“,
heißt es dazu. Die Tätigkeitsfelder reichen von der Dekoration und Beleuchtung über Veranstaltungen, Großraumdekoration bis zur Beschriftung.
n
Fotos Paul Schirnhofer/Deutsche Grammophon, Alex Lipp
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s
Auftritt in Bremen:
Elîna Garanèa und Klaus Florian Vogt
Glocke: viele Stars und
vielfältige Programme
Das Bremer Konzerthaus „Die Glocke“
hat seine Rolle als die zentrale Spielstätte für Musikveranstaltungen im
Herzen der Hansestadt behauptet.
Laut Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz gab es 2013 mit 355 Veranstaltungen und 213.941 Besuchern eine sehr
stabile Auslastung und ein ausgeglichenes Ergebnis. Neben der Rolle als
Betreiber des Konzerthauses setzt die
Glocke Veranstaltungs-GmbH mit den
von ihr selbst verantworteten Veranstaltungen auch markante Akzente im
Programm.
Die Reihen Glocke Vokal, Glocke
Spezial und Glocke Jazznights sowie
die zahlreichen Projekte aus dem Bereich der Musikvermittlung für Groß
und Klein stellen laut Emigholz einen
wichtigen Beitrag im breitgefächerten
Angebot dar. Auch für die Saision
2014/2015 hat Glocke-Geschäftsführer Jörg Ehntholt wieder hochkarätige
Künstler verpflichten können, beispielsweise die gefeierte lettische Mezzosopranistin Elîna Garanèa und den vor allem wegen seiner Wagner-Partien geschätzten Klaus Florian Vogt.
n
Viel Lob für PicassoAusstellung
Mehr als 100.000 Menschen haben die
Ausstellung „Sylvette, Sylvette, Sylvette. Picasso und das Modell“ in der
Kunsthalle Bremen gesehen. Die positive und reichhaltige Medienresonanz
auf die Ausstellung in nationalen und
internationalen Medien habe die Einmaligkeit der Präsentation bestätigt, so
die Bilanz der Kunsthalle. Mit der Ausstellung hat sie wie bereits bei vergangenen Sonderausstellungen ein Meisterwerk aus der eigenen Sammlung ins
Zentrum gestellt und gleichzeitig einen
essenziellen Beitrag zur kunsthistorischen Aufarbeitung des Spätwerkes
von Pablo Picasso geleistet. Die Ausstellung war weltweit die erste, die der
umfangreichen und wichtigen SylvetteSerie gewidmet wurde. „Bereits seit 60
Jahren gehört die Bremer Sylvette in
der Kunsthalle zu den Werken, die viele
Menschen berührt und bewegt“, sagte
Kunsthallen-Direktor Professor Dr. Christoph Grunenberg. „Picassos Muse hat
aber nicht nur in dieser Stadt ein großes Echo gefunden. Zu erleben, wie diese Ausstellung viele Besucher von nah
und fern fasziniert und inspiriert hat,
ist ein großes Kompliment.“
Als nächste Sonderausstellung ist
„Emile Bernard – Am Puls der Moderne“
(7. Februar bis 31. Mai 2015) geplant.
In Kooperation mit dem Musée d’Orsay
in Paris präsentiert die Kunsthalle diese erste große Retrospektive des französischen Künstlers Emile Bernard
(1868–1941), die auch sein kaum bekanntes Spätwerk einbezieht. Gezeigt
werden hochrangige Leihgaben aus
dem Musée d’Orsay und internationalen Sammlungen wie dem Museum of
Modern Art, New York, der Tate, London und dem Van Gogh Museum, Amsterdam sowie aus dem Besitz der Nachfahren Bernards. Ausgewählte Arbeiten von Paul Gauguin, Vincent van
Gogh und Henri de Toulouse-Lautrec ermöglichen Vergleiche mit seinen berühmten Zeitgenossen, mit denen er
engen Kontakt pflegte und in deren
Schatten er zeitlebens stand.
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8.2014 Wirtschaft in Bremen | 29
STANDORT_ Region_22-33_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:16 Seite 30
STANDORTBREMEN
Fliesen und Wandplatten für die AIDA
Fliesen in allen Farben, Formen und
Formaten – dafür ist die Georg Schreiber GmbH & Co. Handels KG über die
Bremer Stadtgrenzen hinaus bekannt.
Was aber die wenigsten wissen: Sämtliche Aida-Kreuzfahrtschiffe sind mit Boden- und Wandplatten des Familienunternehmens ausgestattet. Dieses und
viele weitere regionale, überregionale
sowie internationale Projekte ließen
dessen Umsätze im vergangenen Geschäftsjahr entgegen dem Branchentrend um 25 Prozent wachsen.
„Die Nachfrage nach Fliesen ist konstant”, sagt Christian Schreiber, der gemeinsam mit seinem Bruder Hans-Jürgen und Vater Jürgen die Unternehmensgruppe leitet. Dass die Firma den
Absatz im Fliesensegment dennoch nahezu verdoppeln konnte, erklärt er so:
„Wir bemühen uns zu verstehen, was
der Kunde will und das gelingt uns
ganz gut.” Ob rosa kariert im Quadrat
oder grün gepunktet als Längsformat selbst exotische Wünsche können bei
mehr als 50.000 Artikeln im FliesenSortiment erfüllt werden.
Das erfordert eine große Produktkenntnis des Verkaufspersonals. Die
Mitarbeiter seien geschult, insbesondere für den Fall, dass spezielle Lösungen
gefragt sind. Das sei zum Beispiel erst
jüngst bei der Fliesenausstattung dreier Nutzfahrzeugcenter für MercedesBenz der Fall gewesen. „Für die großflächigen Hallen mussten wir zum Beispiel ein eigenes Fliesenformat entwickeln, damit die Fliesen im Fugenbild
entsprechend dem Raster der statisch
erforderlichen Dehnungsfugen gelegt
werden können”, so Senior-Chef Jürgen
Schreiber.
Das im Jahr 1947 von dessen Vater,
Georg Schreiber, gegründete Unternehmen mit nunmehr fast 100 Beschäftigten arbeitet Architekten und Handelskunden im In- und Ausland zu, ist aber
30 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
auch für Unternehmen tätig. Die Auftraggeber müssen nicht nach Bremen
kommen, um in der 2.500 Quadratmeter großen Ausstellung fündig zu werden. „Es gehört zu unserem Service, eine Auswahl an Fliesen zur Verfügung
zu stellen, damit direkt vor Ort eine Entscheidung getroffen werden kann”, so
Christian Schreiber. Die größten Luxusliner, die im Auftragsbuch des Fliesenhandels standen, waren die Disney
Wonder und die Disney Dream mit circa 100.000 Quadratmetern Fliesen an
Bord. Eine besondere Aufgabe war
auch die Bäderausstattung der „Tanzenden Türme” in Hamburg, die von
Hadi Teheranis entworfenen Hochhäuser mit geknickter Fassadenkonstruktion aus Glas und Stahl an der Reeperbahn.
n
Airbus baut hochinnovativen Satelliten
Das Raumfahrtunternehmen Airbus
Defence and Space hat jetzt von SES, einem der weltweit größten Satellitenbetreiber, einen Auftrag für die Entwicklung und den Bau eines leistungsstarken, hochinnovativen Telekommunikationssatelliten erhalten. Bei dem
SES-12 handelt es sich den Angaben zufolge um den leistungsfähigsten je von
SES in Auftrag gegebenen Satelliten.
„Er basiert auf der hochzuverlässigen
Plattform Eurostar E3000 von Airbus
Defence and Space mit einer elektrischen Orbiterhöhung”, heißt es in einer
Mitteilung. Diese neueste Version mit
der Bezeichnung EOR (Electric Orbit
Raising) nutze nach der Aussetzung im
All ausschließlich den elektrischen Antrieb zur Positionierung im Orbit: „Die
Gewichtseinsparung durch diese Technologie ermöglicht den Transport einer
äußerst großen Nutzlast.”
„Auf Grund des Gewichtsvorteils
konnten wir bei SES-12 in einem einzigen Satelliten praktisch zwei Missionen
mit hoher Kapazität einrichten. Er ersetzt damit zwei konventionelle Satelliten”, sagte François Auque, Leiter von
Space Systems.
n
Nehlsen startet
Stadtteilinitiative
Das Unternehmen Nehlsen startet unter dem Motto „Da nich‘ für!” eine
Stadtteilinitiative in Bremen. Gesucht
werden soziale und ökologische Projekte aus allen Stadtteilen, die einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung der Gesellschaft leisten. Ob Mülltrennungsprojekt im Kindergarten oder
Umwelt--Arbeitsgemeinschaft im Jugendtreff – gefördert wird mindestens
ein Projekt pro Stadtteil mit bis zu 900
Euro. Insgesamt unterstützt Nehlsen
die Projekte mit bis zu 27.000 Euro. Die
Bewerbungsfrist für Vereine, Initiativen
und Einrichtungen endet am 30. August. www.danichfuer.de
n
Regionalkonferenz:
„Home Sweet Home“
Die 5. Regionalkonferenz des Gesundheitswirtschaft Nordwest e. V. befasst
sich mit innovativen Konzepten und
Technologien aus Deutschland und
den Niederlanden für die Gesundheitsversorgung älterer Menschen. „Home
Sweet Home“ lautet der Titel der Tagung, die am 15. September (10:0017:00 Uhr) im Steigenberger Hotel Bremen in der Überseestadt stattfindet.
Insbesondere im ländlichen Raum
stehen immer weniger Helfer in der Gesundheitsversorgung einer wachsenden Zahl unterstützungs- und pflegebedürftiger Menschen gegenüber. „Hier
bedarf es neuer Ideen sowohl in der Organisation der Versorgung als auch im
begleitenden Technikeinsatz“, heißt es
in der Einladung. In Deutschland wie in
den Niederlanden geht es um die Frage, wie Gesundheit im Alter und ein
möglichst langer Verbleib in den eigenen vier Wänden ermöglicht werden
können. Auf der Regionalkonferenz
werden entsprechende organisatorische und technische Lösungsmöglichkeiten diskutiert.
n
Veranstaltungsprogramm
www.gesundheitswirtschaft-nordwest.de
STANDORT_ Region_22-33_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:16 Seite 31
METROPOLREGION
Potenziale durch Vernetzung
Metropolregion Bremen-Oldenburg fördert regionale Projekte
mit 630.000 Euro – Energieeffizienz und demografischer Wandel
im Fokus des Förderinteresses
ie Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten fördert in diesem Jahr zehn Projekte mit einem Gesamtvolumen von 630.000 Euro. Die
Gelder stammen aus den Förderfonds
der Länder Bremen und Niedersachsen
und werden in jedem Jahr durch die
Metropolregion vergeben. „Alle geförderten Projekte sind in diesem Jahr länderübergreifend angelegt“, sagte Landrat Jörg Bensberg, erster Vorsitzender
der Metropolregion. „Sie zielen darauf
ab, die Potenziale unserer Region durch
die Vernetzung von Wissenschaft und
Wirtschaft freizusetzen.“
Der thematische Fokus der Metropole Nordwest liegt für die Jahre 2014
und 2015 auf Energieeffizienz und
Die Projekte „Erneuerbare Mobilität
aus dem Gasnetz“ und „Wasserstoff für
maritime Wirtschaft“ beschäftigen sich
mit der Frage, wie überschüssiger
Strom aus erneuerbaren Energien gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden kann. Wie Unternehmen durch das Einführen eines Mobilitätsmanagements dazu beitragen
können, den betrieblichen Verkehr –
wie etwa Dienstreisen oder Arbeitswege – im ländlichen Raum ökologischer
zu gestalten, untersucht das Projekt
„MetroMobil“. Hier werden regionale
Kooperationen der relevanten Akteure
– beispielsweise der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen
– einbezogen.
» Mit den Themen Fachkräftesicherung,
Energieeffizienz und Innovation setzt die
Metropolregion Bremen-Oldenburg
wichtige Akzente.
Dr. Matthias Fonger
dem demografischen Wandel in der Region. Mit Blick auf den Schwerpunkt
Energieeffizienz unterstützt die Metropolregion Bremen-Oldenburg in diesem
Jahr zwei Projekte, deren Ziel es ist, die
Energiebilanz der Region durch die gemeinsame Nutzung und den Austausch
von Energie zu verbessern: „Energetische Nachbarschaften“ und „Informations- und Planungsportal Industrieller
Abwärme“.
Zu den Projekten, die dem demografischen Wandel begegnen, gehört in
diesem Jahr die „Servicestelle Betriebliches Gesundheitsmanagement“. Initiatoren sind die Vereine Gesundheitswirtschaft Nordwest und GewiNet Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft. In
Zukunft stehen Unternehmen nicht nur
in Konkurrenz um neue Fachkräfte, sondern müssen sich außerdem um die Zufriedenheit der bereits angestellten –
immer älter werdenden – Mitarbeiter
bemühen, um sie im Betrieb halten zu
können. Geplant sind drei regionale
Servicestellen in Bremen, Oldenburg
und dem Landkreis Osnabrück.
Seit Gründung der Metropole Nordwest im Jahr 2006 wurden bereits
mehr als 100 Projekte mit mehr als 6,5
Millionen Euro gefördert. In dem Handlungsrahmen 2014-2017 setzt die Metropolregion auf jene Themen, die die
Region stark machen.
„Die Metropolregion Bremen-Oldenburg ist mit der grenzüberschreitenden
Zusammenarbeit der Länder Bremen
und Niedersachsen ein Pionier unter
den europäischen Metropolregionen“,
sagte Bürgermeister Jens Böhrnsen. „Es
ist gut, dass es sie gibt.“ Auch Dr. Stephan-Andreas Kaulvers, 2. Vorsitzender
der Metropolregion, sieht das so. „Unsere Region wird immer stärker als das
wahrgenommen, was sie ist: ein attraktiver Wirtschaftsstandort und ein
begehrter Lebensraum.“ Die in
diesem Jahr geförderten Projekte
werden dazu beitragen, das positive Image der Metropolregion über
die Landesgrenzen hinaus abzubilden.“ Mit den Themen Fachkräftesicherung, Energieeffizienz und Innovation setzt die Metropolregion
nach Auffassung von Dr. Matthias
Fonger wichtige Akzente. Der
Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen und Vorsitzende
des Fördervereins Wirtschaft pro Metropolregion sagte, die geförderten Projekte und die zunehmende Vernetzung
der Unternehmen in den Clustern trügen dazu bei, den Wirtschaftsstandort
zu stärken und fit für die Zukunft zu
machen.
n
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 31
STANDORT_ Region_22-33_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:16 Seite 32
METROPOLREGION
Neues aus Bremerhaven
+++
Fotos Klimahaus
Ausgezeichneter Ort:
Netzwerk SWW
Klimahaus: „Liebesbrief an den Planeten”
erreichte mehr als drei Millionen Besucher
ehr als drei Millionen Menschen haben seit der Eröffnung vor fünf Jahren das
Klimahaus Bremerhaven besucht. Die Erwartungen der öffentlichen Investoren und privaten Betreiber sind damit deutlich übertroffen worden. „Das gilt nicht
nur für die Besucherzahlen, sondern auch für die positiven Auswirkungen auf den
Standort Bremerhaven“, so der geschäftsführende Gesellschafter Arne Dunker.
Umfragen zeigten, dass mehr als die Hälfte der Besucher dieser europaweit einzigartigen Erlebnisausstellung rund um das Thema Klima anschließend deutlich mehr
Umweltbewusstsein entwickelte. „Damit hat sich das von Bob Geldof geprägte Bild
bestätigt, dass dieses Haus
ein Liebesbrief an unseren
Planeten ist“, sagte Arne
Dunker.
Das Ziel, den Tourismus
als kräftiges Wirtschaftsstandbein Bremerhavens
aufzubauen, ist nach Einschätzung von Oberbürgermeister Melf Grantz dank
des Klimahauses erreicht
worden. Imageanalysen zeigten, „dass das Klimahaus wesentlich zur positiven Außenwahrnehmung der Seestadt und einem deutlichen Stimmungsumschwung in der Stadt selbst beigetragen hat.“ Das Kölner Institut für Freizeit- und Tourismusberatung hat ausgerechnet, dass die Besucherströme ins Klimahaus die Umsätze in der Gastronomie, dem
Beherbergungsgewerbe sowie dem Einzelhandel in der Region erhöht hätten. „Aus
dem Betrieb resultiert eine kumulierte Wertschöpfung von 39 Millionen Euro in
der Stadt Bremerhaven und 44,5 Millionen Euro im Land Bremen“, so das Institut.
Ferner seien seit der Eröffnung in Bremerhaven dauerhaft 408 Beschäftigungsverhältnisse entstanden, allein 150 Arbeitsplätze direkt im Klimahaus. Dass die Ausstellungskonzeption nicht monothematisch auf den Komplex Klima/Klimawandel
ausgerichtet sei, bilde die Basis für den dauerhaften Erfolg. „Heute kommen die
Besucher nicht nur, weil sie sich für das Klima interessieren, sondern weil sie hier
ein einmaliges und vor allem berührendes Erlebnis finden, das auf einer seriösen
und aktuellen Thematik beruht“, sagt Dunker.
n
32 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
En Projekt aus Bremerhaven ist jetzt
von der Initiative „Deutschland – Land
der Ideen“ in dem Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“
2014 ausgezeichnet worden. Es handelt sich um das Netzwerk SSW Schule,
Wirtschaft und Wissenschaft für die Region Unterweser e. V. Der Verein vernetzt seit 2009 Schulen, Unternehmen
und Wirtschaft und fördert so den
Fachkräftenachwuchs in der Region.
Der Preis wird im November verliehen. Mehr als 1.000 Bewerbungen gab
es dieses Mal zu dem Jahresthema „Innovationen querfeldein – Ländliche
Räume neu gedacht“. Im Fokus standen Projekte, die einen positiven Beitrag zur Gestaltung ländlicher Räume
und Regionen liefern. Eine Jury wählte
die 100 besten Projekte in den Kategorien Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft,
Umwelt, Bildung und Gesellschaft aus.
„Deutschland – Land der Ideen“ ist die
gemeinsame Standortinitiative der
Bundesregierung und der deutschen
Wirtschaft, vertreten durch den BDI,
die seit 2006 gemeinsam mit der Deutschen Bank zukunftsweisende Projekte
auszeichnet.
n
www.netzwerk-sww.de
STANDORT_ Region_22-33_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:16 Seite 33
Areva und Gamesa
bündeln Offshore-Kräfte
Der französische Industriekonzern Areva – zu ihm gehört die Areva Wind
GmbH in Bremerhaven – und der spanische Windkraftanlagenhersteller Gamesa wollen ihr Offshore-Wind-Geschäft in einem Gemeinschaftsunternehmen bündeln. „Das neue Unternehmen hat beste Voraussetzungen, mit
einer Projektpipeline von 2,8 Gigawatt
bis 2020 einen Marktanteil von 20 Prozent in Europa zu erreichen und so ein
führender Offshore-Wind-Akteur zu
werden”, teilte Areva mit. Die Bildung
des 50:50-Joint Ventures solle im vierten Quartal abgeschlossen werden, stehe aber noch unter dem Vorbehalt politischer und behördlicher Zustimmung.
Gamesa bringt mit 195 Millionen Euro
bewertete Anteile in das neue Unternehmen ein, Areva Anteile in Höhe von
280 Millionen.
Das Hauptquartier des Gemeinschaftsunternehmens wird am Gamesa-Standort Zamudio in Spanien aufgeschlagen, während die operative Führung von Paris aus erfolgen soll. Gamesa-CEO Xabier Etxeberria wird Vorsitzender des Vorstandes, die operative
Geschäftsführung übernimmt Arnaud
Bellanger, der im Moment das Offshore-Wind Geschäft bei Areva leitet. n
Sparkassenfusion: Staats–
vertrag unterzeichnet
Bremens Finanzsenatorin Karoline Linnert und Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider haben den
Staatsvertrag für die Fusion
der Sparkasse Bremerhaven
und der Kreissparkasse Wesermünde-Hadeln zur Weser-Elbe
Sparkasse unterzeichnet. Nach Zustimmung der Parlamente wäre das in der
Geschichte der deutschen Sparkassen
die erste Fusion über Ländergrenzen
hinweg. Die Verhandlungen darüber
laufen seit mehreren Jahren. Mit der
Billigung des Staatsvertrages ist der
Weg offen für den konstituierenden Fusionsvertrag zwischen den beiden Trägern, der Sparkassenstiftung Bremerhaven und dem Landkreis Cuxhaven.
„Mit der Fusion werden Synergieeffekte erzielt, und durch die größere Finanzkraft wird die neue Sparkasse besser aufgestellt sein als die beiden bisher getrennt agierenden Institute“, so
Finanzsenatorin Linnert. Finanzminister Schneider zeigte sich überzeugt,
dass diese länderübergreifende Zusammenarbeit die Marktstellung und die
Leistungsfähigkeit der zusammengelegten Sparkasse verbessern werde.
Geplant war, alle erforderlichen
Schritte zur Fusion noch vor dem Beginn der Parlamentsferien Ende Juli abzuschließen, damit die Fusion steuerlich rückwirkend zum 1.1.2014 vollzogen werden kann. Die Weser-Elbe Sparkasse mit Sitz in Bremerhaven würde
mit einer Bilanzsumme von mehr als
vier Milliarden Euro und rund 900 Mitarbeitern an mehr als 50 Standorten zu
den zehn größten Sparkassen Norddeutschlands gehören.
n
Was wird aus dem
Columbusbahnhof?
Riesige ungenutzte Flächen, schlechte
Bausubstanz, erheblicher Sanierungsbedarf, überproportional hohe Unterhaltungskosten – der mehr als 80 Jahre
alte Bremerhavener Columbusbahnhof
ist in schlechtem Zustand. Im Auftrag
der Hafengesellschaft bremen- ports
hat ein Gutachter die Entwicklungsmöglichkeiten im zentralen Bereich der
Columbusinsel untersucht. Die Vorschläge reichen vom Bau eines neuen
Bürogebäudes bis zur Errichtung eines
maritimen Themenhotels. Voraussetzung für eine wirtschaftliche Belebung
in diesem Gebiet ist der Abriss der Altimmobilie Columbusbahnhof. Über
die weiteren konkreten Schritte soll
jetzt zeitnah die zuständige Deputation entscheiden.
„Das Gutachten macht deutlich,
dass die Columbusinsel ihr Potenzial
bislang nicht ausschöpft”, sagte Wirtschafts- und Häfensenator Martin
Günthner. Die Vorschläge müssten jetzt
gründlich geprüft werden. „Wenn die
Columbusinsel ökonomisch durchstarten soll, geht das nur mit erheblichen
öffentlichen und privaten Investitionen“, so Günthner. „Der Rückbau des
maroden Columbusbahnhofs kann der
erste Schritt auf dem Weg zu neuen unternehmerischen Aktivitäten in diesem
Teil des Überseehafens sein.“
n
Fischereiforschung
kommt nach Bremerhaven
In Bremerhaven wird ein neues Gebäude für die Fischereiforschung errichtet.
Für ein 12.600 Quadratmeter großes
Grundstück in der Herwigstraße ist
jetzt ein Erbbaurechtsvertrag
für 60 Jahre geschlossen worden. Damit kann
im Oktober
mit
dem Bau eines Laborund Bürogebäudes mit
Fischtechnikum für das Institut für Fischereiökologie (FOE) und das Institut
für Seefischerei (SF) des Johann-Heinrich von Thünen-Instituts sowie einer
Einrichtung der Bundesanstalt für
Landwirtschaft und Ernährung begonnen werden. Seit mehr als zehn Jahren
wird der Umzug der Fischereiforschung
von Hamburg nach Bremerhaven geplant. In den Neubau investiert das
Bundesbauministerium rund 35 Millionen Euro.
n
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 33
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ZUKUNFTBILDUNG
SIND SIE EIN SIEGERTYP?
Die Kammern im Land Bremen haben einen neuen Wettbewerb für Auszubildende gestartet.
Es ist die siebte Runde. Teilnehmer und ihre Projekte profitieren von der Aufmerksamkeit.
Foto Frank Pusch
insatzfreudig, ideenreich und clever: In Bremen gibt es viele Auszubildende, die in ihrem Beruf
Außergewöhnliches leisten. So viel Engagement verdient Anerkennung. Die
Handelskammer Bremen, die Industrieund Handelskammer Bremerhaven und
die Handwerkskammer Bremen schreiben deshalb zum siebten Mal den Wettbewerb „Siegertypen gesucht“ aus. Bis
zum 30. September können sich Auszubildende, die neben guten Noten auch
überzeugende Projekte vorweisen können, um diese Auszeichnung bewerben.
Wer kann teilnehmen?
An dem Wettbewerb können alle Auszubildenden aus Bremer Unternehmen
teilnehmen. Eine Jury wählt unter allen
Einsendern die zehn besten Kandidaten für eine weitere Vorstellungsrunde
aus. Bei einer festlichen Veranstaltung
am 1. Dezember im Kleinen Haus des
Bremer Theaters werden die drei Gewinner unter den Finalisten bekanntgegeben. Der 1. Preis ist mit 2.000 Euro,
der 2. Preis mit 1.500 und der 3. Preis
mit 1.000 Euro dotiert. Neu ist, dass die
Plätze 4 bis 6 jeweils 500 Euro erhalten, denn in den vergangenen Jahren
fielen die Entscheidungen für die Bestplatzierten sehr knapp aus. Der Wettbewerb wird von der Hermann-LeverenzStiftung, der Karl-Nix-Stiftung, Bild Bremen sowie bremen Vier unterstützt.
Teilnehmen können Auszubildende
einzeln oder in Teams mit bis zu zehn
Personen. Die Bewerber müssen zum
Das Team der Lidl-Vertriebs GmbH
& Co. KG hat im vergangenen Jahr
den dritten Platz errungen. „Es gab
großartige Kandidaten und großartige Projekte”, sagt Hans
Lukas (l. im Bild). „Jedes einzelne
Projekt war eine Sensation. Für
mich war es eine neue und aufregende Erfahrung. Eine Er fahrung,
die bei mir Kreativität, Teamgeist,
Engagement und Motivation gestärkt hat. Die Atmosphäre beim
Aufbau und der Durchführung des
Projektes sowie die Abschlussveranstaltung empfand ich persönlich
mehr als gelungen. Ich bin froh
darüber, dass ich an diesem Wettbewerb teilgenommen habe und
empfehle das allen, die eine neue
Herausforderung suchen.”
Information
Die Bewerbungsunterlagen gibt es im Internet unter www.siegertypen-gesucht.de.
Auszubildende können sich direkt über das Online-Formular bewerben oder ihre Bewerbung
per Post (Siegertypen gesucht, Krause Konzept, Iris Krause, Goebenstraße 4, 28209 Bremen)
oder per E-Mail (Iris@Krause-Konzept.de) senden.
34 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
Zeitpunkt der Preisverleihung am 1. Dezember 2014 in einer dualen Berufsausbildung sein, deren Ausbildungsvertrag bei einer der drei Kammern eingetragen ist.
Was bringt die Teilnahme?
„Es war für mich eine spannende Erfahrung, die sich auf jeden Fall gelohnt
hat”, sagte die Erstplatzierte aus dem
Jahr 2013, Sandra Birkenfeld (Delicatino GmbH). „Vor allem die Aufmerksamkeit, die ich so auf mein Projekt lenken
konnte, hat uns sehr geholfen.” Dadurch sei das Thema Inklusion im Sport
bekannter und die Motivation, sich ehrenamtlich im Verein zu engagieren, gestärkt worden. Birkenfelds HandballHandicapteam ist dadurch weiter gewachsen: „Im Mai haben wir sogar an
den Nationalen Spielen der Special
Olympics teilgenommen. Ich persönlich
habe durch den Wettbewerb zusätzliche Anerkennung für meine ehrenamtliche Arbeit bekommen.”
n
BIL_global_NC_34-45_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:18 Seite 35
remen hat jetzt Haushaltsmittel in Höhe von 1,98 Millionen Euro für drei Förderinstrumente bewilligt, die junge
Menschen direkt in eine betriebliche Ausbildung führen sollen. „Ein Mehr an Engagement insbesondere für Jugendliche,
die einen schwereren Weg haben, wird von uns durch gezielte Förderung unterstützt“, sagte Wirtschaftssenator Martin
Günthner. Er sieht darin einen ersten Schritt zu einer Ausbildungsgarantie. Weitere Maßnahmen sollen folgen, beispielsweise die Schaffung einer Jugendberufsagentur.
Chancen betrieblicher Ausbildung
Mit dem Vorhaben „Chance betriebliche Ausbildung“ sollen
Jugendliche erreicht werden, deren Schulabschluss länger als
ein Jahr zurück liegt und nicht besser als der Realschulabschluss ist. Zudem sollen junge Menschen gefördert werden,
die alleinerziehend sind, eine Berufsausbildung abgebrochen oder einen Migrationshintergrund haben. Für die Förderung eines Ausbildungsverhältnisses können Betriebe Beträge von 3.000, 4.000 oder 5.000 Euro beantragen. Die Höhe
des Betrags bemisst sich an der jeweiligen Ausbildungsvergütung für das 1. Ausbildungsjahr. Ziel ist es, auf diese Weise
100 weitere Ausbildungsverhältnisse zu gewinnen.
Partnerschaftliche Ausbildung
Mit diesem Instrument werden Betriebe angesprochen, die
allein die notwendigen Voraussetzungen für einen Ausbildungsbetrieb nicht erfüllen können. Dies sind in der Regel
Firmen, die entweder hochspezialisiert sind, erst vor kurzem
gegründet wurden oder keine Ressourcen für das Management der Ausbildung haben. Das Projekt soll es ihnen ermöglichen, gemeinsam auszubilden. Die zukünftigen Auszubildenden können damit alle notwendigen Ausbildungsbestandteile, zwischen den Partnerbetrieben wechselnd, erlernen. Die Begründung eines entsprechenden Ausbildungsverhältnisses soll mit 4.000 Euro bezuschusst werden. Gedacht
ist an 80 Ausbildungsverhältnisse 2014 und 2015; junge
Frauen sollen mindestens 50 Prozent der Plätze besetzen.
Ausbildungsdienstleistungen für Netzwerke
Mit diesem Vorhaben sollen Betriebe für die Schaffung von
Ausbildungsplätzen gewonnen werden, die selbst nicht ausbildungsberechtigt sind oder in den vergangenen Jahren
nicht ausgebildet haben. Diese schließen sich in einem Netzwerk mit einem Leitbetrieb zusammen, der das Management
der betrieblichen und schulischen Komponenten für alle
Netzwerkpartner übernimmt. Der Leitbetrieb kann ein einzelnes privatrechtliches Unternehmen, aber auch eine andere
juristische Person, zum Beispiel ein Verein, sein. Letztlich wird
so ein Ausbildungsverbund eingeführt. Für diese Aufgaben
erhält der Leitbetrieb pro abgeschlossenen Ausbildungsvertrag eine gestaffelte pauschale Vergütung von 4.500 Euro.
Pro Jahr sollen 60 Ausbildungsverhältnisse, davon 30 in Bremerhaven, gefördert werden.
n
Fachkräftemangel: Unterschiede
je nach Region und Beruf
In ihrer halbjährlichen Engpassanalyse stellt die Bundesagentur für Arbeit (BA) die neuesten Erkenntnisse zum Thema Fachkräftemangel vor. Danach ist zwar weiterhin kein flächendeckender Fachkräftemangel zu verzeichnen, allerdings
herrscht in einzelnen Berufen und bestimmten Regionen ein
deutlicher Mangel. Dies betrifft vor allem technische Berufsfelder und die Gesundheits- und Pflegeberufe. Die Arbeitgeber hätten es sehr schwer, hier geeignetes Personal zu finden.
Es zeige sich, dass die Engpässe nicht mehr nur bei akademischen Berufen, sondern zunehmend auch bei nichtakademischen Fachkräften zu finden sind. www.arbeitsagentur.de
n
Die Aufbaugemeinschaft Bremen e.V.,
Bremens erste Bürgerinitiative
Das Sprachrohr Bremer Bürger für die
Entwicklung unserer Stadt.
Das aktiv Forum engagierter Bremer Bürger.
Wir fördern die städtebauliche Entwicklung im
Verbund mit Umwelt, Natur und Denkmalschutz
der Stadt Bremen und der Nachbargemeinden.
Wir geben neue Denkanstöße.
Wir skizzieren neue Bauprojekte.
Wir zeigen städtebauliche Alternativen auf.
Wir stellen aktuelle Bauprojekte vor.
Wir verbinden Politik, Wirtschaft
und Verwaltung.
der aufbau
Neue Förderinstrumente
für Ausbildungsbetriebe
der aufbau
der aufbau
FORUM FÜR STADTENTWICKLUNG
UND REGIONALPLANUNG
SENATSBAUDIREKTORIN PROF. IRIS REUTHER
DENKMALPFLEGEPREIS 2013
FLÄCHENNUTZUNGSPLAN / INNENSTADT
ÜBERSEESTADT / METROPOLREGION
68. Jahrgang
APRIL
14
Wir sind eine gemeinnützig
anerkannte Vereinigung.
SCHWERPUNKTE DES STRUKTURWANDELS
Weil Bremen eine starke unabhängige
städtebauliche Interessenvertretung braucht.
www.aufbaugemeinschaft.de
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 35
BIL_global_NC_34-45_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:18 Seite 36
ZUKUNFTBILDUNG
HIWL verabschiedet 19
Logistik-Absolventen
Die Hochschule für Internationale Wirtschaft und Logistik (HIWL) hat mit einer Feier in der Handelskammer Bremen 19 Studierende des Jahrgangs
2011 verabschiedet. Acht Frauen und
elf Männer erreichten nach dreijährigem dualen Studium ihren BachelorAbschluss. Wirtschaftssenator Martin
Günthner verwies auf die enge Verbindung von Theorie und Praxis an der
HIWL, an der sich Studien- und Praxisphasen bei Kooperationsunternehmen
abwechselten. Eines dieser Unternehmen ist Kühne + Nagel. Dirk Blesius,
Mitglied der Geschäftsleitung, sieht in
der Personalführung eine der größten
Herausforderungen in der Zukunft. Die
HIWL habe einen sehr guten Studiengang entwickelt, der bei Personalverantwortlichen auf viel Zustimmung stoße. Beste Absolventin mit der Gesamt-
Weiterbildung von Lkw-Fahrern:
Schulungspflicht tritt in Kraft
Ab dem 10. September müssen Fahrer, die mit Fahrzeugen über 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse gewerblich Güter transportieren, grundsätzlich eine Zusatzqualifikation nachweisen. Diese Pflicht betrifft nicht nur
den gewerblichen Güterkraftverkehr,
sondern alle angestellten und selbstständigen Fahrer, die Fahrten zu gewerblichen Zwecken durchführen. Dies
schließt auch den Werkverkehr ein
und ist unabhängig von der Häufigkeit, mit der Fahrten getätigt werden.
Bei Verstößen gegen die Schulungspflicht drohen Fahrern und Unternehmern erhebliche Geldbußen bis
zu 5.000 Euro für den Fahrer und bis
zu 20.000 Euro für den Unternehmer.
Nur wenige Ausnahmen sind zulässig.
Welche das sind, darüber informiert
die Handelskammer auf ihrer Internetseite unter www.handelskammerbremen.de. Hier findet sich auch eine
Liste der Ausbildungseinrichtungen
sowie Informationen zu den Übergangsvorschriften.
Mit dem Stichtag wird eine EURichtlinie umgesetzt, nach der Fahrer
von Fahrzeugen mit einer zulässigen
Gesamtmasse über 3,5 Tonnen (FSKlassen C1, C1E, C, CE), die gewerblich Gütertransporte durchführen, neben der Fahrerlaubnis eine ergänzende Qualifikation nachweisen müssen.
Die so genannte EU-Berufskraftfahrerqualifikation muss alle fünf Jahre
durch eine Weiterbildung erneuert
werden.
n
Fotos HIWL, Jörg Sarbach
Praktika im Logistikund IT-Bereich gesucht
note „sehr gut“ ist Kerstin Lüdemann,
die für das Kooperationsunternehmen
Leschaco tätig ist.
Die staatlich anerkannte und durch
die FIBAA akkreditierte HIWL ist auf
Initiative der Wirtschaft entstanden
und wird durch die Bundesvereinigung
Logistik (BVL) und weitere Partner gefördert. Sie befindet sich auf dem BVL
Campus in Bremen, Universitätsallee
18, in enger Nachbarschaft zu weiteren
36 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
Aus- und Weiterbildungsinstitutionen.
Die dualen Studiengänge an der HIWL
führen zu den Abschlüssen Bachelor of
Arts B.A. Logistik und Bachelor of Arts
B.A. Internationale Wirtschaft. Die Kooperationsunternehmen des jetzt verabschiedeten Jahrgangs sind: Norddeutsche Seekabelwerke, Holter Regelarmaturen, Kühne + Nagel, Leschaco,
Eurogate, Willenbrock Fördertechnik,
Rhenus, Hellmann Worldwide Logistics,
Stute Logistics, Fiege.
n
Jetzt wollen sie durchstarten und suchen Praktikumsplätze: Die Teilnehmer
des Weiterbildungsprogramms IT- und
Logistik-Management haben sich neun
Monate lang an der Universität Bremen mit komplexen Softwaresystemen,
logistischen Konzepten und der Verzahnung von Software und Logistik befasst
und wollen nun ihre Kenntnisse in der
Praxis anwenden. Dafür suchen sie
Praktikumsplätze in der Zeit vom 23.
Oktober bis zum 23. Dezember in der
IT- und Logistikbranche. Das Praktikum
ist der letzte Baustein des Studiums.
Der erfolgreiche Wiedereinstieg in
den Beruf liegt häufig nur ein WissensUpdate weit entfernt. Davon sind die
Programmverantwortlichen von der
Uni Bremen und den beteiligten Projektpartnern fest überzeugt. Die Teilnehmer des Programms verfügen zumeist über ein abgeschlossenes Hochschulstudium und bringen umfangreiche Erfahrungen aus der Wirtschaft
mit. Mit dem weiterbildenden Studium
BIL_global_NC_34-45_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:18 Seite 37
haben sie nun ihre Kenntnisse auf den
neuesten Stand gebracht. Die neu erlernten Kompetenzen ergänzen sich
hervorragend mit den bereits im Vorfeld erworbenen Kenntnissen und ermöglichen den Einsatz in unterschiedlichsten Bereichen. Davon können Praktikumsbetriebe profitieren, in dem sie
den Praktikanten ein Projekt zur Verfügung stellen. Unterstützt werden alle
Beteiligten dabei von den Lernprozessbegleitern der Akademie für Weiterbildung. Für den Praktikumsbetrieb entstehen keine Kosten.
n
Information
Unternehmen, die Interesse haben, eine Praktikantin oder Praktikanten zu beschäftigen,
wenden sich bitte an Ronny Finster von der
Akademie für Weiterbildung der Universität
Bremen (Telefon 0421 218-61629,
finster@uni-bremen.de).
s
job4u-Messe auf dem
Bremer Marktplatz
Viele Informationen aus erster Hand
bot die job4u-Messe Mitte Juli auf dem
Marktplatz vor dem Haus Schütting.
Während noch vor einigen Jahren in
Deutschland nicht ausreichend Ausbildungsplätze für Bewerber zur Verfügung standen, hat sich der Markt verändert: Die Betriebe buhlen um die
Gunst der Bewerber – und nutzen dazu
Möglichkeiten wie die job4u sehr intensiv. Rund 70 Aussteller – mit dabei die
Handelskammer – aus Bremen und umzu präsentierten in kleinen weißen Zelten mit auffälligem Spitzdach ihre Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten sowie Praktikumsplätze. Auch gab es Infos zu Bewerbungsverfahren. Unternehmen und potenzielle Auszubildende ka-
men miteinander ins Gespräch. Eines
der großen Themen: das duale Studium. Immer mehr Unternehmen schaffen diese Studiengänge, bei denen Praxis und Studium kombiniert werden.
Auch private Bildungsträger und Hochschulen waren dabei.
2005 gab es die erste job4u-Ausbildungsmesse im Flughafen Bremen; aus
Platzgründen wurde in den vergangenen Jahren die Messehalle 4 genutzt.
Im Sommer 2013 wurde das Forum
dann erstmals auf dem Bremer Marktplatz veranstaltet. „Wir wollten das Thema Berufsausbildung und Studium in
den öf fentlichen Raum holen und nicht
mehr hinter verschlossenen Türen stattfinden lassen“, sagte Iris Krause, die
erste Vorsitzende des veranstaltenden
job4u e. V.
n
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 37
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WIRTSCHAFTGLOBAL
MARKENBOTSCHAFTER IN CHINA
Werder Bremens Tour nach Fernost vereinte Sport und Wirtschaft – Wirtschaftsressort und Handelskammer halfen bei den Vorbereitungen der Reise
er SV Werder Bremen war jüngst
auf großer Werbetour in China:
Vom 30. Juni bis zum 7. Juli waren die Grün-Weißen in den chinesischen Städten Changchun, Tianjin und
Bejing unterwegs und haben dort die
Bundesliga, die Stadt Bremen und sich
selbst nicht nur sportlich präsentiert.
Auch auf wirtschaftlicher Ebene gab es
einen Austausch. Dazu zählten unter
anderem Treffen mit Verantwortlichen
der Vereine Changchun Yatai, Tianjin
TEDA und Bejing Guoan, der TEDA
Group, dem Vize-Bürgermeister von Tianjin und im Airbus-Werk. „Wir wollten
neben der sportlichen Komponente gemeinsam mit der Politik auch wirt38 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
schaftliche Kontakte aufbauen“, sagte
Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry.
Das sei ein wichtiger Faktor für den SV
Werder und die Stadt Bremen. „Wir haben gemerkt, dass es ein unschlagbarer
Aufschlag ist, wenn die Stadt Bremen
und Werder gemeinsam auftreten. Wir
haben uns super ergänzt. Für Bremen
ist die Kombination zwischen Sport
und Politik ein guter Türöffner und am
Ende profitieren beide voneinander. Wir
haben gute Kontakte geknüpft und
müssen nun schauen, ob es Sponsoringkontakte gibt, die wir vertiefen können.”
Auch Wirtschaftsstaatsrat Dr. Heiner Heseler weiß um die Bedeutung
des SV Werder für Bremen und betont
die Bedeutung Chinas für den Wirtschaftsstandort. „Neben dem Wirtschafts- und dem Wissenschafts-Zweig
ist Bremen vor allem auch eine Fußballstadt. Mit Werder Bremen haben wir einen großen Klub und einen wichtigen
Botschafter für Bremen, Deutschland
und die Welt.” Werder stärke die Marke
Bremen und verbinde die Menschen
weltweit, was sich auch hier in China
gezeigt habe. „China ist für Bremen ein
sehr wichtiger Markt und insbesondere
in Tianjin ergeben sich viele Überschneidungen von Clustern, die Ansatzpunkte für zukünftige gemeinsame Aktivitäten sein können. Wir sind daher
froh, dass wir zusammen mit Werder
BIL_global_NC_34-45_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:18 Seite 39
Alles über
Baumwolle
Fotos Werder Bremen, Baumwollbörse
Es gibt keine andere deutschsprachige
Publikation, die die (wirtschaftliche)
Welt der Baumwolle so kenntnisreich
beleuchtet: der Jahresbericht der Bremer Baumwollbörse, ein 140 Mitglieder umfassender Verband von Unternehmen des Baumwollhandels. Jetzt ist
die Ausgabe 2013 erschienen – mit
Zahlen Daten, Fakten, Statistiken, Gra-
Werder Bremen präsentierte sich in China
mit Trikots in der Landessprache und knüpfte
neue Kontakte.
Bremen hier einen so erfolgreichen Auftritt erreichen konnten”, so Staatsrat
Heseler.
Höhepunkt des Austauschs auf wirtschaftlicher Ebene war das offizielle
Gala-Dinner des SV Werder am 4. Juli,
an dem neben der Bundesliga-Mannschaft auch Wirtschaftsvertreter, Botschaftsvertreter und hochrangige Funktionäre aus der Region Tianjin und Bremen teilnahmen. So waren unter anderem auch Heseler sowie einige Bremer
Unternehmen bei der Veranstaltung in
einem Ballsaal in Werders Mannschaftshotel dabei. „Das war ein schöner Abend in einem sehr wertigen Rahmen. Die Gäste haben sich wohlgefühlt, wir haben viele anfassbare Eindrücke für die Chinesen vermittelt. Es
war eine rundum gelungene Veranstaltung”, sagte Filbry.
Doch schon in den Tagen zuvor standen zahlreiche Termine auf dem Programm. So traf die Delegation neben
Vereinsverantwortlichen und der TEDA
Group beispielsweise auch den VizeBürgermeister von Tianjin. Dort hat sie
außerdem das Airbus-Werk besichtigt.
„Es war sehr interessant“, so Filbry. „Der
Markt bietet sowohl für deutsche Firmen in China als auch umgekehrt großes Potenzial. Das waren alles vertrauensbildende Maßnahmen, ein gegenseitiges Kennenlernen. Der Besuch im
Airbus-Werk war zudem sehr spannend.
Es war beeindruckend zu sehen, wie ein
Unternehmen in der Größe funktioniert
und wie die Flugzeuge zusammengebaut werden. Darüber hinaus war es
aber natürlich auch gut für die Beziehung, weil wir auch ein großes Werk in
Bremen haben“, so der Werder-Chef. n
fiken und kleinen Saisonberichten, illustriert mit Bildern (hier zu sehen:
Baumwoll-Ernte in Israel) aus dem Ursprung und der Verarbeitung.
Baumwolle ist eine der wichtigsten
Grundlagen für die globale Textilindustrie. Sie ist die größte Naturfaser und
ein nachwachsender Rohstoff. Neben
der Verarbeitung in Mode und Textil
gibt es noch eine ganz andere Welt:
Baumwolle ist ein landwirtschaftliches
Produkt und durch ihren Anbau eine
weltumspannende Faser. Mehr als 250
Millionen Menschen weltweit leben
vom Baumwollanbau, in rund 80 Ländern auf der Welt wird Baumwolle produziert. Baumwolle ist Cash Crop, Ernte
im Fruchtwechsel, Existenzgrundlage.
Sie umfasst unzählige landwirtschaftliche Systeme, Religionen, politische
Hintergründe, gesellschaftliche Zusammenhänge.
n
www.baumwollboerse.de
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 39
BIL_global_NC_34-45_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:18 Seite 40
WIRTSCHAFTGLOBAL
FUSSBALL TRIFFT LOGISTIK
Bremer Logistiktag diskutierte die wirtschaftlichen Potenziale in Geschäftsbeziehungen zu Brasilien
pielregeln, Strategie und Taktik
in der Zusammenarbeit mit Lateinamerikas größter Volkswirtschaft – das stand zwei Tage lang im
Mittelpunkt des 8. Bremer Logistiktages. Rund 180 Experten aus Hafenund Logistikwirtschaft, Wissenschaft
und Politik diskutierten im Dorint Park
Hotel über Chancen und Risiken in den
Geschäftsbeziehungen mit Brasilien,
aber auch über Herausforderungen in
der Logistik auf lokaler und internationaler Ebene.
„Das Land bietet immense Potenziale und ist mit seinem Optimismus und
seiner Lebensfreude unheimlich motivierend“, sagte BLG-Chef Frank Dreeke,
der an einer Podiumsdiskussion teilnahm. „Was man braucht, ist Gelassenheit und Geduld. Man muss sich für viele Dinge einfach mehr Zeit nehmen.“
Der Veranstalter, die Via Bremen Foundation, hatte Gastland wie Motto der
40 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
Veranstaltung „Spielregeln – Strategie
– Taktik: Fußball trifft Logistik“ mit
Blick auf die Fußball-WM gewählt. Bremens Wirtschafts- und Häfensenator
Martin Günthner nahm mit seinem Vortrag „Bremen – starker Player in der Nationalmannschaft des Logistik-Weltmeisters“ den Ball auf. Er hob die herausragenden Industrie- und Logistikleistungen Bremens hervor, warnte
aber auch vor einer weiteren Vernachlässigung der Verkehrsinfrastruktur:
„Wir fahren unsere Infrastruktur auf
Verschleiß.“ Auch der Schirmherr der
Veranstaltung, Bremens Bürgermeister
Jens Böhrnsen, hatte zuvor auf Investitionen in die Verkehrsanbindungen gedrängt: „Wir müssen kurzfristig Bypässe
bauen, um die Anbindung Bremerhavens bei steigenden Gütermengen zu
gewährleisten.“
Brasiliens Botschafterin in Deutschland, Maria Luiza Ribeiro Viotti, warb
auf der Konferenz für weitere Investitionen in ihr Land. Die Justizministerin
des Bundesstaates Paraná, Dr. Maria
Tereza Uille Gomes, zeigte anhand der
Häfen Paranagua und Antonina im Süden Brasiliens konkrete Möglichkeiten
dafür auf. Die rechtlichen Fallstricke beleuchtete der Osnabrücker Rechtsanwalt Parvis Papoli-Barawati, kulturelle
Unterschiede benannte Katrin Nissel,
Brasilien-Beauftragte der Hochschule
Bremen, und Roseli Goncalves von der
Inros Lackner GmbH. Ihr Credo: Erfolgreiche interkulturelle Zusammenarbeit
setzt Flexibilität auf beiden Seiten
voraus.
Aus der Sicht einer Logistikerin, die
seit mehr als zehn Jahren für Speditionen und Reedereien den lateinamerikanischen Markt bearbeitet, berichtete
Sabine Aurich über ihre Erfahrungen
mit Brasilien. Die Exportleiterin Südamerika beim Bremer Unternehmen
Röhlig warb ausdrücklich für eine Zusammenarbeit deutscher Unternehmen
mit dem Land. „Es lohnt sich, weil die
brasilianischen Kollegen hoch motiviert und professionell arbeiten“, sagte
sie. Durch einen Schulterschluss könne
weitere wirtschaftliche Entwicklung
eingeleitet werden. Ihre Erfahrungen
mit Brasilien teilten weiterhin Stephan
Grüner von BMS Logistica und die Bremer Zech Group.
Wie gut die Verzahnung von Logistik und Wissenschaft etwa bei der Simulation von Containerterminals gelingt, führte Professor Dr. Holger Schütt
von der Hochschule Bremerhaven an
internationalen Beispielen aus. Eine
gewinnbringende Kooperation im Bereich Innovationsmanagement erläuterten Dr. Sven Hermann vom Verpackungslogistiker PTS Logistics und Professorin Dr. Julia C. Bendul von der Jacobs University Bremen.
n
BIL_global_NC_34-45_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:18 Seite 41
Wirtschaftspolitische
Informationsgespräche
in der Handelskammer •
Fotos GUS Kommunikation, Jörg Sarbach
INTERNATIONALER DIALOG
Präses Christoph Weiss (r.)
hat im Haus Schütting die
brasilianische Botschafterin Maria
Luiza Ribeiro Viotti empfangen.
An dem Gespräch nahmen auch
Honorarkonsul Haro Helms und
die Unternehmer Michael
Rathmann-Ave und Jens-Dieter
Lukaczik teil. Die Diplomatin
war aus Anlass des Logistiktages
nach Bremen gekommen
(siehe nebenstehenden Bericht).
DIHK bei TTIPBeratungen dabei
EU braucht mehr Mut
beim Bürokratieabbau
Handelsbarrieren sind vor allem für
kleine und mittlere Unternehmen wegen begrenzter personeller wie finanzieller Ressourcen oft nur schwer zu
überwinden. Umso wichtiger ist es,
dass deren Interessen bei den Verhandlungen zum TTIP, dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und den
USA, berücksichtigt werden. In der Beratergruppe, die die EU-Kommission
bei den Gesprächen mit den US-Unterhändlern unterstützt, hat sich jetzt
DIHK-Experte Felix Neugart die Vertretung des Mittelstands auf die Fahne
geschrieben. Er ist als Vertreter des Europäischen Kammerdachverbandes Eurochambres neu in das Gremium berufen worden.
n
Ob Glühbirnen, Duschköpfe oder Gurken – der Brüsseler Regulierungseifer
ist bekannt. „Dabei kann der europäische Binnenmarkt mit weniger Regeln
genauso gut funktionieren – manchmal
sogar besser“, so DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben bei der Vorlage von Vorschlägen zur Vereinfachung
des EU-Rechts. Im Visier hat der DIHK
Bürokratielasten wie etwa die knapp
100 Informationen, die ein Betrieb beim
Abschluss eines Kaufvertrags nach gemeinsamem Europäischen Kaufrecht
erteilen müsste, aber auch komplizierte
Steuerregeln. Der Appell an die neue EUKommission: „Mehr Mut zu weniger Regeln und ein neues konkretes Ziel für
den Bürokratieabbau!“
n
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 41
BIL_global_NC_34-45_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:18 Seite 42
NEUECHANCEN
Genossenschaft: Rechtsform auch für Gründer
Die Idee einer Genossenschaft ist
schon mehr als 150 Jahre alt und immer noch aktuell. Denn für partnerschaftliche Existenzgründungsvorhaben
sowie Zusammenschlüsse von Einzelunternehmern kann die eingetragene Genossenschaft (e. G.) eine interessante
Rechtsform sein, um wirtschaftliche
Ziele gemeinsam zu erreichen. Das berücksichtigen jetzt auch die Wirtschaftsförderungsprogramme im Land
Bremen: Alle Förderinstrumente können für eingetragene Genossenschaften genutzt werden, teilte die WFB
Wirtschaftsförderung Bremen mit.
In Bremen und Bremerhaven sind
bereits mehr als 30 eingetragene Genossenschaften registriert. Bekannt
sind vor allem landwirtschaftliche Genossenschaften, es gibt sie auch im
Wohnungsbau, im Einzel- und Großhandel, im Verlags- und Bankenwesen
sowie im Energiesektor. Kooperation,
Mitbestimmung, Selbstständigkeit und
regionale Kompetenz zeichnen eine Genossenschaft aus. Jedes Mitglied hat in
der Regel eine Stimme unabhängig von
den Geschäftsanteilen. Und: Genossenschaften sind weniger anfällig für Insolvenz als andere Formen.
Der Unternehmensservice Bremen
hält für Gründungsvorhaben oder Zusammenschlüsse von Unternehmen,
die sich über die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft informieren
möchten, umfassendes Informationsmaterial bereit. Die Mitarbeiter dort
sind erster Ansprechpartner und vermitteln an die entsprechenden Partnerorganisationen, wenn es um weiterführende Beratungen zu Finanzierungsmöglichkeiten oder um die nächsten
Schritte der Gründung geht.
n
Information
Unternehmensservice Bremen,
Hinter dem Schütting 8. Die Öffnungszeiten
sind montags bis donnerstags von 8:00 bis
17:00 Uhr und freitags von 8:00 bis 16:00
Uhr; www.unternehmensservice-bremen.de.
42| Wirtschaft in Bremen 8.2014
Ergebnisse des neuen DIHKGründerreports 2014
Gründungsinteresse nochmals gesunken … Im Jahr 2013 haben die Industrie- und Handelskammern 6,9 Prozent
weniger Gespräche mit Personen geführt, die ein Unternehmen in der Industrie, im Handel oder den Dienstleistungsbranchen gründen wollten.
234.627 Einstiegsgespräche und Beratungen zum Geschäftskonzept bedeuten einen weiteren Tiefstand seit dem
Beginn der IHK-Gründerstatistik 2002.
Hauptgrund ist die weiter gute Arbeitsmarktlage: Der Druck zu „Not-Gründungen“ lässt weiter nach, qualifizierte
Fachkräfte finden in abhängiger Beschäftigung gute Perspektiven.
… aber: Es gibt mehr Pioniere. 14,3 Prozent mehr vornehmlich unternehmerisch motivierte Gründer legten 2013
ihrer IHK ein Geschäftskonzept vor.
Den IHK-Erfahrungen zufolge waren
unternehmerisch getriebene Gründer
auch 2013 im Schnitt besser vorbereitet als Gründer aus der Arbeitslosigkeit.
Bei diesen Gründern verzeichneten die
Kammern einen Rückgang um 19,5
Prozent.
Hochschulabsolventen, Kreative und
IT-Start-ups sorgen für frischen Wind.
An vielen Hochschulen ist das Bewusstsein für das Thema „Unternehmensgründung“ gestiegen. In der Folge erkundigen sich mehr Hochschulabsolventen bei ihrer IHK über eine Unternehmensgründung. Zudem schafft die
rasante Entwicklung im Social-MediaBereich neue Geschäftschancen: Seit
2006 hat sich die Zahl der Gründer von
IT-Start-ups, welche die IHK-Beratung
aufsuchen, mehr als verdoppelt auf
mittlerweile rund 1.000.
Wissensintensive Gründungen etwas
stärker vertreten. Im Jahr 2013 wollten
sieben Prozent aller Teilnehmer an IHKGründungsberatungen in einer Techno-
logie orientierten oder wissensintensiven Branche ein Unternehmen gründen – ein Prozentpunkt mehr als bei
den entsprechenden Untersuchungen
in den Jahren 2006 und 2009. Mittlerweile machen IT-Start-ups mit 33 Prozent den größten Anteil unter denjenigen aus, die sich von ihrer IHK zu einer
Hightech- oder Wissensgründung beraten lassen.
Mangelware Eigenkapital. Die Befragung der IHK-Experten deutet darauf
hin, dass viele gute Ideen aufgrund von
Finanzierungsschwierigkeiten nicht umgesetzt werden. Insbesondere Eigenkapital ist bei Gründern oft Mangelware.
Fast zwei Drittel der IHK-Gründungsberater sehen einen nicht ausreichenden
Zugang zu Eigenkapitalgebern als großes Hemmnis für Hightech- und Wissensgründer. Angesichts der hohen Bedeutung innovativer Unternehmensgründungen für das Wachstum der Zukunft sollte die Politik steuerliche Hür–
den für Beteiligungskapital abbauen.
Ausblick 2014: Ende der Talsohle. 24
Prozent der IHK-Gründungsexperten
rechnen mit steigendem Gründungsinteresse in ihren Regionen, neun Prozent
erwarten weniger Interesse. Erstmals
seit Beginn der IHK-Gründungsstatistik
dürfte die gute Konjunktur dem Gründungsinteresse einen Schub und keinen Dämpfer geben. Als Treiber sehen
die Kammern die Gesundheitsbranchen, den technischen Fortschritt im ITund Web-Bereich sowie den Energiesektor.
Dienstleistungen und Handel sind die
wirtschaftlichen Zweige, in denen die
meisten Gründer mit ihrem neuen Unternehmen starten wollen. 85 Prozent
aller Gründer, die sich von den Industrie- und Handelskammern beraten lassen, wollen Händler werden (23 Prozent) oder ein Service-Unternehmen
aufbauen (62 Prozent). Dazu zählen
Reinigungen oder persönliche Dienstleistungen wie Gesundheits- und Pflegeservices.
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NEUECHANCEN
ZAHLEN
des Monats
611 Kilogramm
Abfall
pro Kopf fielen in Deutschland 2010
an. Diese Abfallmenge liegt deutlich
über dem EU-Durchschnitt von rund
492 Kilogramm je Einwohner. Noch
mehr Abfall produzieren nur noch die
Luxemburger (662 Kilogramm), Zyprioten (663 Kilogramm) und Dänen
(668 Kilogramm). Deutlich niedriger
liegen die Werte vor allem in den östlichen EU-Staaten. Hier werfen die
Esten (279 Kilogramm) und Letten
(301Kilogramm) am wenigsten
in die Tonne.
Die grünste Marke
Angaben
in Prozent
Trotz lebhaften Wohnungsneubaus sind die
Wohneigentumspotenziale
hierzulande bei weitem
nicht ausgereizt. Aktuelle
Einkommen, Hauspreise
und Finanzierungsbedingungen erlauben in 13
der 16 Bundesländer eine
Wohneigentumsquote von
50 Prozent oder weitaus
mehr. In Bremen sind demnach sogar drei von vier
Haushalten in der Lage,
ein ortsübliches Eigenheim aus dem Bestand
zu finanzieren.
Quellen EU-Kommission, empirica/Destastis/LBS research, Interbrand, Statistisches Landesamt
44 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
der Welt ist nicht mehr Toyota, sondern Ford. Der amerikanische Autobauer verdrängt die Japaner vom Spitzenrang. Auf den weiteren Plätzen
folgen Honda, Nissan, Panasonic,
Nokia und Sony. Auf Rang 8 steht –
und ist damit Deutschlands „grünste”
Marke – adidas. Die Nr. 9 ist Danone
gefolgt von Dell. Der Best Global
Green Brands Report untersucht
Nachhaltigkeitsstrategien.
Mehr Zuzüge
Auch im
Jahr 2013 sind mehr Menschen in das
Land Bremen zugezogen als fortgezogen. 35.308 Personen sind zugezogen
(+2,6 Prozent) und 30.766 Personen
fortgezogen (+ 1,5 Prozent). Das ist
ein Wanderungsüberschuss von 4.542
Personen.
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s
Google und IW Köln
zeichnen Bremen aus
Foto WFB/Jan Rathke
Das Institut der deutschen Wirtschaft
Köln und Google Germany haben Bremen mit dem eTown Award 2014 für
das Postleitzahlengebiet 2 ausgezeichnet. Bremen sei eine Innovationsleuchte, hier sei die Wirtschaft auf dem Weg
in die Digitalisierung schneller voranschritten als anderswo. Der eTown
Award 2014 stellt die Internationalisierung der deutschen Unternehmen in
den Mittelpunkt und widmet sich der
Frage, in welcher deutschen Stadt das
Internet von den Unternehmen am intensivsten für die internationalen Geschäfte genutzt wird. Das Bild zeigt
(v.l.) Richard Offermann, Google Germany, Hans-Georg Tschupke, Wirtschaftsförderung Bremen, und Björn
Portillo, bremen digitalmedia e. V. n
Social Media kommt langsam in
deutschen Unternehmen an
Groß- und Jungunternehmen gehören zu den Vorreitern, kleinere
und mittlere Unternehmen sind noch zurückhaltend.
ocial-Media-Anwendungen sind im
privaten Bereich insbesondere bei
den 14- bis 29-Jährigen längst angekommen. Zunehmend erkennen aber
auch Unternehmen das Potenzial von
Twitter, Facebook, Blogs und Co. Bereits etwa jedes siebte Unternehmen in
Deutschland setzt Social Media in seiner Öffentlichkeitsarbeit ein. Jedes
Zehnte plant oder hält den Einsatz
grundsätzlich für richtig und wichtig.
Das ergab eine neue Studie von TNS Infratest.
Das Engagement in Social Media
hängt dabei stark von der Unternehmensgröße ab. Während nur jeder siebte kleine bis mittlere Betrieb mit einem
Jahresumsatz unter 25 Millionen Euro
Social Media in der externen Kommunikation einsetzt, ist es bei größeren Unternehmen mit einem Jahresumsatz
von mehr als 25 Millionen Euro bereits
jedes Vierte. Die Präsenz in Social Net-
works ist nicht nur für Unternehmen
mit privaten Endverbrauchern interessant, auch Unternehmen mit Firmenkunden erreichen Entscheider über die
neuen digitalen Medien.
Unterschiedlich hoch ist das Engagement nach Branchen. Unternehmen
aus der Handels- und Dienstleistungsbranche nutzen die neuen Kanäle in ihrer Außenkommunikation am häufigsten. Im verarbeitenden Gewerbe und
im Bausektor ist der Anteil deutlich geringer. Vor allem junge, in den vergangenen drei Jahren gegründete Unternehmen sind mit 23 Prozent Nutzungsquote Vorreiter beim Thema Social Media. Auch für die interne Kommunikation nutzen bereits einige Unternehmen dessen Potenziale: Zusammenarbeit, Beschleunigung des internen Informationsflusses und der Austausch
von Know-how stehen hier der Studie
zufolge im Vordergrund.
n
Archivieren in
der ePayslip-Cloud
Wie lässt sich eine Personalabrechnung
mit ein paar Klicks auf einer OnlinePlattform archivieren und von Mitarbeitern weltweit zu jeder Zeit abrufen? Die
Bremer Dienstleister Tec Media Services und Zoll & Company zeigen in einer Kooperation, wie einfach und
schnell das Archivieren in der Cloud
funktioniert – unabhängig vom genutzten Lohnsystem. Das Angebot richtet
sich an mittelständische Firmen, die
Kosten und Verwaltungsaufwand reduzieren wollen und sich gleichzeitig vom
bestehenden Lohnsystem für die digitale Bereitstellung der Personalabrechnung unabhängig machen wollen.
Auch das Handling sei einfach: Die Personalabrechnungen würden nicht mehr
manuell verteilt und versendet, sondern stünden direkt über die Cloud-Lösung „ePayslip“ zur Verfügung. Damit
seien die sensiblen Dokumente nicht
nur revisionssicher gespeichert, sondern stünden den Mitarbeitern auch jederzeit gesammelt für den Abruf über
PC oder mobile Endgeräte zur Verfügung, hieß es dazu.
n
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 45
S&P_W&W_44-49_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:28 Seite 46
s
SERVICE&PRAXIS
Mittelstandsforum: Was
leisten externe Berater?
Bremer Projekthaus
GmbH zertifiziert
Die Projekthaus GmbH ist jetzt als Planungsbüro für die Bereiche Erdgas und
Biogas gemäß DVGW-Arbeitsblatt G
493-1 zertifiziert. Damit zählt das Bremer Ingenieurbüro zu den wenigen Planungsbüros, die bisher diesen Qualitätsnachweis der DVGW CERT GmbH
erlangen konnten. „Die DVGW CERT ist
Europas größter Branchen-Zertifizierer
im Gas- und Wasserfach. Durch die Zertifizierung von Planern wie uns wird
nun die Kette der zertifizierten Unternehmen von der Planung bis zur Bauausführung geschlossen und damit der
hohe Anspruch an das Sicherheitsbewusstsein und die Qualität im Gasfach
dokumentiert”, sagte Geschäftsführer
Frank P. Matthes. „Viele unserer Kunden wünschen eine Trennung der einzelnen Gewerke. Als unabhängige Planer agieren wir neutral – zumal wir zu
den wenigen Planungsbüros in Deutsch-
46 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
land zählen, die die strengen Richtlinien, Normen und Vorschriften des
DVGW erfüllen. Diese Gesellschaft fungiert seit mehr als 50 Jahren als unabhängiger Branchen-Zertifizierer. Die
Zertifizierungen sind im In- und Ausland anerkannt und dienen Unternehmen wie der Projekthaus GmbH als
Qualifikationsnachweis. „Wir sind seit
vielen Jahren als Sachverständige in
den Bereichen Biogas und Erdgas tätig
und begleiten unsere Kunden neben
der Planung auch mit Ingenieurdienstleistungen wie beispielsweise der Erstellung von Explosionsschutzdokumenten oder der Überprüfung von bestehenden Dokumentationen“, so Matthes, „diese Bestätigung der Kompepetenz durch eine von der deutschen
Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditierte Zertifizierungsstelle belegt die
Qualität unserer Arbeit sowie unsere
umfassenden Fachkenntnisse.“
Das Unternehmen wurde 1997 in
Bremen gegründet und besteht aus Ingenieuren, Technikern und Kaufleuten.
Kunden sind Unternehmen aus der
Energieversorgung und der Industrie,
die Erd- und Biogasprojekte planen. n
Mit Fragen rund um das Steuer- und
Wirtschaftsrecht, um Betriebswirtschaft, Marketing und Personalwirtschaft haben Unternehmerinnen und
Unternehmer im betrieblichen Alltag
häufig zu tun. Was können externe Berater in diesen Fällen leisten? Antworten darauf gab das „Mittelstandsforum
2014” der Handelskammer Mitte Juli.
In acht Impulsvorträgen – gefolgt von
einem Get-together mit bilateralen Gesprächen – gab es wertvolle Informationen zu einer ganzen Palette an Themen.
Dr. Monika Beckmann-Petey (Hanseatische Rechtsanwaltskammer Bremen) erläuterte, welche juristische Unterstützung im betrieblichen Alltag
möglich ist. Harm Wurthmann (RKW
Bremen GmbH) zeigte, wie sich Effizienzsteigerung durch betriebliche Unternehmensberatung erreichen lässt.
Employer Branding für den Mittelstand
war das Thema von Cornelia Hopp (Peter Braun Personalberatung GmbH).
Aktuelle Trends für den Internetauftritt
beschrieb Oliver Wächter (Abraxas Medien Hamm & Wächter GbR).
Wie erfolgreiche Zusammenarbeit
im Unternehmen funktioniert, machte
Thomas Stehr (Uzuner Consulting
GmbH) deutlich. Frank Fischer (k.brio
projektberatung GmbH) stellte pragmatisches Projektmanagement vor.
Ralf Heitkamp (Steuerberaterverband
im Lande Bremen) nahm in seinem Vortrag die Angst vor dem Finanzamt und
Christine Thoma (DATEV eG) erläuterte, wie wichtig eine aussagekräftige Firmenbuchhaltung für die erfolgreiche
Unternehmenssteuerung ist.
n
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Die
Philharmonischen
Kammerkonzerte
2014 /2015
Foto Frank Pusch, RKW
Das Eröffnungskonzert im September:
in Kooperation mit dem Musikfest Bremen
Juan Diego Flórez
Französische Arien
15. 09. 2014, 20 Uhr • Die Glocke • Gr oßer Saal
Ertragssteigerung durch
effizienten Materialeinsatz
Materialkosten sind einer der größten Kostenblöcke in Unternehmen. Im Durchschnitt sind es in Deutschland im verarbeitenden Gewerbe mehr als 45 Prozent. Große Chancen bietet
in Betrieben deshalb eine Prüfung des Materialeinsatzes. Auf
durchschnittlich 20 Prozent schätzt die Deutsche Materialeffizienzagentur (demea) das Einsparpotenzial. Für Unternehmen mit einer Umsatzrendite von 2,4 Prozent ist demnach eine Verdopplung des Gewinns möglich, unabhängig von Branche und Unternehmensgröße.
Gerade bei Unternehmen mit Einzelfertigung oder kleinen Stückzahlen ist die Organisation der Produktionsabläufe
sehr wichtig. Auch der Abbau von Kommunikationsbrüchen
zwischen den Abteilungen Konstruktion, Produktion, Einkauf
und Vertrieb ist ein wichtiger Ansatz, um die Materialeffizienz zu steigern. Ebenso lässt sich durch Optimierung der Lagerwirtschaft und die Reduzierung von Verpackungsmaterial
mit wenig Aufwand viel erreichen.
Mit den BMWi-Innovationsgutscheinen „go-effizient“ können Unternehmen einfach und schnell ihre Rohstoff- und Materialeffizienz steigern – und damit ihre Produktivität. Die Innovationsgutscheine decken 50 Prozent der Ausgaben für externe Beratungsleistungen durch Unternehmen, die vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie autorisiert
sind. Mit einem geübten Blick spüren die Berater Materialverluste bei Produkten und in der Produktion auf und schlagen
konkrete Maßnahmen zur Verringerung des Rohstoff- und
Materialeinsatzes sowie Recyclingaktivitäten vor. Ein Großteil der Einspareffekte kann kurzfristig und ohne hohen Investitionsaufwand erzielt werden. Nicht zuletzt werden dabei
Ressourcen geschont.
n
Die weiteren Konzerte im Überblick:
Berliner Solistenoktett
15. 10. 2014
Werke von D. Schostakowitsch, G. Enescu, F. Mendelssohn-Barth.
Tine Thing Helseth
Trompete
07. 12. 2014
Norwegische Weihnachtslieder, Werke von J. S. Bach, K. Weill u. a.
Leonard Elschenbroich
Cello
28. 01. 2015
Michael Collins, Alexander Sitkovetski, Qiau Wou, Xenja Sidorova
Werke von J. S. Bach, S. Gubaidulina u. a.
Pierre-Laurent Aimard
24. 02. 2015
J. S. Bach: Das Wohltemperierte Klavier, I. Teil
The Busch Ensemble
17. 03. 2015
Werke von C. Debussy, A. Busch, F. Schubert
Armida Quartett
28. 0 4. 2015
Werke von L. v. Beethoven, I. Stravinsky, F. Schubert
Nicola Benedetti Violine
Leonard Elschenbroich
26. 05. 2015
Cello
Werke von A. Vivaldi, barocke Musik der Jesuiten von Chiquitania
Mehr Infos zu den Kammerkonzerten fi nden Sie auf
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Ticketservice in der Glocke: Tel. 0421-33 66 99
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stadler@rkw-bremen.de
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 47
17:24
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SERVICE&PRAXIS
UMWELTNOTIZEN
Fotos DBU, BLG
die es im Zusammenhang mit der Energiewende zu meistern gilt, ist, die Akzeptanz von Energieinfrastrukturen wie
zum Beispiel von WEA sicherzustellen“,
sagte Dirk Schötz von der DBU. Das gesellschaftliche Großprojekt könne nicht
gelingen, wenn „über die Köpfe der
Menschen“ hinweg entschieden werde
und ihre Sorgen und Anliegen etwa in
Sachen Geräuschentwicklung nicht
ernst genommen würden.
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www.dbu.de
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Nicht lauter
als Verkehrslärm
DBU-Studie: Windpark-Geräusche stellen für
die meisten Anwohner keine Belästigung dar.
Lärm – unerwünschter Schall – kann aggressiv machen und Stress hervorrufen:
Auch Windenergieanlagen (WEA) gelten oft als geräuschbelästigend. Nach
einer weltweit einzigartigen und von
der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
(DBU) geförderten Studie von Umweltpsychologen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg empfanden die
meisten Anwohner eines Windparks im
niedersächsischen Wilstedt ihn aber als
nicht geräuschbelästigend und waren
ihm gegenüber positiv eingestellt.
Insgesamt wurden die WEA-Geräusche so wie Verkehrslärm wahrgenommen. Zusammen mit dem Deutschen
Windenergie-Institut (DEWI) hatten die
Wissenschaftler die Wirkungen des
Windparks über den Zeitraum von zwei
Jahren unter stresspsychologischem
und akustischem Blickwinkel analysiert
und auch bei einer Vergleichsstichprobe mit 13 anderen Windparks keinen
Unterschied mit Blick auf die Durchschnittsbelästigung festgestellt. Zusätzlich wurden in Wilstedt erstmals
technische Einflussmöglichkeiten auf
die Geräuschwahrnehmung erprobt.
„Eine der großen Herausforderungen,
48 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
Das 11. Duale System
für Bremen
Mehr Wettbewerb bei der Entsorgung
von Verpackungen: Mit der ELS Europäische Lizenzierungssysteme GmbH
ist ein weiteres Unternehmen – mittlerweile das 11. – in das Duale System eingestiegen und übernimmt gemäß Verpackungsverordnung einen Teil der Verpackungsmenge. Es sammelt, sortiert
und verwertet Leicht- und Papierverpackungen und Glas. Das teilte die Umweltbehörde mit. Das Unternehmen ist
neu für Bremen. Es gehört zur AsconHolding, einem Familienunternehmen,
das schon seit vielen Jahren als Dienstleister und Berater rund um die Kreislaufwirtschaft tätig ist. ELS hat den Angaben zufolge dieselben Entsorgungsunternehmen beauftragt wie die anderen zehn Wettbewerber.
n
Druckerei Meiners
arbeitet klimaneutral
Eine Möglichkeit, ökologische Verantwortung zu übernehmen, bietet die
Klimaneutralstellung unvermeidbarer
Emissionen. Diesen Weg ist die Druckerei Meiners gegangen. Ohne Mehraufwand und -kosten für seine Auftraggeber produziert Geschäftsführer Bernd
Meiners alle Druckerzeugnisse umweltschonend und arbeitet klimaneutral.
Mithilfe der Klimaschutzagentur energiekonsens und des Ingenieurbüros
ibek ließ Meiners zunächst eine KfW-
geförderte Energieanalyse durchführen, um im nächsten Schritt eine detaillierte CO2-Bilanz zu erstellen. Er setzte
diverse Effizienzmaßnahmen um und
kompensiert unvermeidbare Emissionen über Ausgleichszahlungen.
„Die einfachste Möglichkeit, Emissionen zu reduzieren, lautet Stromsparen und die darüber hinaus notwendige Menge über Ökostrom abzudecken“,
so Bernd Meiners. Mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen spart er jährlich
sechs Tonnen CO2 und 1.500 Euro an
Energiekosten. Durch die Tätigkeiten
der Druckerei entstehen laut Bilanz
jährlich knapp 43 Tonnen CO2. Den
größten Anteil daran haben das Papier
– Rohstoff, Produktion, Herstellung
und Logistik – und die Auslieferung der
Druckerzeugnisse an Kunden. Diese
Emissionen seien unvermeidbar. Meiners kompensiert die Treibhausgase
über Ausgleichszahlungen in ein Moorprojekt in der Region. Für jede der 43
Tonnen CO2, die durch die Arbeit der
Druckerei im vergangenen Jahr angefallen ist, hat Meiners ein Zertifikat zur
Kompensation erworben.
n
S&P_W&W_44-49_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:28 Seite 49
Gigant aus Stahl • Kürzlich ist das Jacket-Fundament für die Umspannplattform des Ostseewindparks Baltic 2 im Bremerhavener Labradorhafen auf einen Spezialponton verladen worden.
Das 1.500 Tonnen schwere Bauteil wird über
Saßnitz zum Baufeld des Windparks transportiert.
Dafür sorgen die Windenergiespezialisten der BLG
Logistics Group. Gebaut wurden die gigantischen
Gründungsstrukturen von WeserWind. Die BLG hat
ein neues, sehr viel schnelleres Transportsystem
entwickelt: Die Ladung wird mit einem Verriegelungssystem ähnlich wie in der Containerschifffahrt auf dem Ponton gesichert.
EEG 2.0: Nach der Novelle
ist vor der Novelle
ie EEG-Novelle soll das Meisterstück von Energieminister Sigmar
Gabriel werden. Die verschiedenen Ziele der Reform machen die Herkulesaufgabe deutlich: Kosten senken, EU-Kompatibilität und Planungssicherheit herstellen sowie den weiteren Ausbau der
erneuerbaren Energien sichern. Doch
welche Ziele erreicht die Novelle tatsächlich?
Nach Einschätzung des DIHK wird
der Kostenanstieg gedämpft, aber es
bleiben viele Rechtsunsicherheiten. „Mit
den atmenden Deckeln und Zubaubegrenzungen wird ein gewisses Maß an
Kostendämpfung Einzug halten, weil
der Ausbau erneuerbarer Energien, wie
vom DIHK gefordert, besser gelenkt
wird“, heißt es in einer Stellungnahme.
Zudem erhielten neue Wind-, Solar- und
Biomasseanlagen bei negativen Strompreisen keine Vergütung. Negative Preise bedeuteten, dass Käufer zu ihrem
Strom auch Geld für die Abnahme erhielten. Die Ursache: ein Überangebot
an Strom und eine geringe Nachfrage
an den Strombörsen. Diese Weichenstellungen des Berliner Energieminis-
teriums könnten zusammen mit der
wohl für 2014 zu hoch angesetzten
Umlage dazu führen, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr tatsächlich
sinkt. In den nächsten Jahren wird sie
wieder klettern, weil weitere Anlagen
hinzukommen, aber kaum welche aus
der Förderung herausfallen.
Die EU-Kommission wollte die unterschiedliche Behandlung von Bestandsund Neuanlagen zur Eigenstromerzeugung nicht akzeptieren, die Bundesregierung hält aber daran fest. Neue Anlagen, die Strom für den Eigenverbrauch produzieren, sollen auch weiterhin mit der EEG-Umlage belegt werden.
Dieser Konflikt wird in die Zukunft vertagt: Das EEG enthält einen Prüfauftrag für 2017, wie mit den Bestandsanlagen verfahren werden soll. Mittelfristig könnte daher auch für solche Anlagen Umlage anfallen. Aus Sicht des
DIHK kann es nur eine Lösung geben:
alle Anlagen, wie bisher auch, von der
EEG-Umlage freizustellen. Andernfalls
steht zu befürchten, dass viele bestehende Eigenerzeugungsanlagen nicht
mehr wirtschaftlich sind.
Auch die langfristige Gültigkeit der
Härtefallregel für energieintensive Unternehmen könnte auf Dauer nicht EUkompatibel sein. Sie fängt alle Unternehmen auf, die derzeit in den Genuss
der besonderen Ausgleichsregel kommen, diese aber künftig nicht mehr beantragen können, da sie zum Beispiel
keinem entsprechenden Sektor angehören. Die Kommission fordert, diese
Unternehmen bis 2018 an das 100-Prozent-EEG-Umlageniveau heranzuführen.
Die Bundesregierung will es bei 20 Prozent Umlage belassen. Diese Auffassung unterstützt der DIHK, damit es
weiterhin eine breite Basis energieintensiver Produktion gibt.
Ein dritter Punkt: Ab 2017 soll die
Förderung für erneuerbare Energien
über Ausschreibungen ermittelt werden. Die Rahmenbedingungen dafür
sind unklar. Sicher ist nur: Ein Teil der
Projekte soll im Ausland realisiert werden. Soviel steht fest: Das EEG 2.0 ist
nur eine Interimslösung. Es könnte darauf hinauslaufen, dass es noch in dieser Legislaturperiode eine Abkehr von
der Umlagefinanzierung gibt. Jedenfalls hat Energieminister Gabriel in seiner Zehn-Punkte-Agenda bereits das
EEG 3.0 für 2016 angekündigt.
Derweil hat sich die Bundesregierung mit der EU-Kommission kurz vor
Inkraftreten des neuen Gesetzes verständigt. Laut EU-Kommissar Joaquin
Almunia gibt es eine umfassende Einigung. Demnach darf Deutschland weiterhin Strompreisrabatte für die deutsche Industrie gewähren. Sie muss die
Förderung aber auch auf einen Teil des
importierten Stroms ausweiten.
n
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 49
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SERVICE&PRAXIS
WIRTSCHAFTSTERMINE
IMPRESSUM
Wirtschaft IN BREMEN
MAGAZIN DER HANDELSKAMMER
95. Jahrgang
AUGUST 2014
Herausgeber
Handelskammer Bremen, Am Markt 13,
28195 Bremen,
Telefon 0421 3637-0,
service@handelskammer-bremen.de,
www.handelskammer-bremen.de
Verlag
Carl Ed. Schünemann KG,
Zweite Schlachtpforte 7
28195 Bremen, Telefon 0421 36903-72,
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helms@schueneman n-verlag.de
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Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 39
vom 1. Januar 2014.
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Chefredaktion
Dr. Christine Backhaus, presse,contor,
backhaus@pressecontor.de,
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handelskammer-bremen.de
Grafik und Herstellung
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Prei se
Einzelheft: Euro 2,30,
Jahresabonnement: Euro 22,80
Die beitragspflichtigen Kammerzugehörigen
erhalten die Wirtschaft in Bremen auf Anfrage
kostenlos. Wirtschaft in Bremen erscheint
monatlich. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernimmt der Verlag keine
Haftung. Nachdruck, auch auszugsweise, ist
nur mit Quellenangabe gestattet.
Sämtliche Rechte der Vervielfältigung liegen
bei der Hand elskammer Bremen. Namentlich
gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Handelskammer wieder.
Anzeigen- und Redaktionsschluss ist der
6. des Vormonats. ISSN 0931-2196
Erscheinungsweise bis zum 10. des Monats
ivw geprüft
50 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
Akademie für Weiterbildung
der Universität Bremen
Weiterbildende Studiengänge
M. A. Palliative Care ab 24. Oktober
Weiterbildungskurs
Lehrkompetenz für die Erwachsenenbildung,
ab 5. November
Seminarreihe
Mitarbeiterführung PLUS, ab 17. September
Veranstalter: Akademie für Weiterbildung der
Universität Bremen, Katrin Heins, Telefon 0421
218-61602, weiterbildung@uni-bremen.de,
www.uni-bremen.de/weiterbildung
bav Bremer Außenwirtschaftsund Verkehrsseminare
Ausfuhrabwicklung/-Dokumentation
unter Atl@s, 16.9.
Ausstellung von Lieferantenerklärungen, 17.9.
Bremer Zollforum, 18.-19.9.
Zoll-Intensiv-Seminar, 22.-26.9.
Umsatzsteuer und Zoll bei der Einfuhr,
Ausfuhr in Drittländer sowie EU-Handel, 30.9.
Zollseminar Einfuhr, 13.-15.10.
Grundlagen des Warenursprungs- und
Präferenzrechts, 20.-22.10.
Einreihen von Waren in den Zolltarif, 23.-24.10.
Sicherheit bei der DE/EU- und
US-Export-Kontrolle, 3.-5.11.
Zollseminar Ausfuhr, 17.-19.11.
Veranstalter: bav, Verena Springer,
Telefon 0421 446946, www.bav-seminar.net,
verena.springer@bav-seminar.net
Bremer Steuer-Institut
Berufsbegleitende Lehrgänge (Auswahl)
für Auszubildende vom 1.-3. Ausbildungsjahr,
ab September
Zertifikats-Lehrgang Bilanzsteuerrecht: 8.10.
Steuerfachwirt-Lehrgang, 17.11.
Fachassistent/in Lohn und Gehalt,
ab Januar 2015
Veranstalter: Bremer Steuer-Institut e. V., Jutta Köpsel,
Telefon 0421 5958413, info@stbv-bremen.de,
www.stbv-bremen.de
BVL Campus: Seminare und Kurse
für Wirtschaft und Logistik
Kostenersparnis durch die richtige Wahl des
Zollverfahrens - die Zollverfahren mit wirtschaftlicher Bedeutung, 16.-17.9.
Systematische Planung von Lager- und
Kommissioniersystemen, 16.-17.9.
Warehouse Manager (3 Bausteine) –
Lager- und Kommissioniersysteme planen,
steuern und optimieren, 16.9.
Logist ik-Assistent - Grundlagenwissen Logistik
(2 Module), 22.9.
Der Zugelassene Wirtschaftsbeteiligte
(ZWB/AEO) – Planung und Umsetzung im
Unternehmen, 23.9.
Grundlagen Produktionslogistik, 24.-25.9.
Umsatzsteuer und Zölle beim Im- und Export,
24.-25.9.
Veranstalter: BVL Campus, Sarah Schwittek,
Telefon 0421 94 99 10-12, www.bvl-campus.de/
seminare, schwittek@bvl-campus.de
BWU Bildungszentrum der Wirtschaft
im Unterwesergebiet e. V.
Lehrgänge mit IHK-Abschluss
22.9., AEVO Vollzeit
26.9., Gepr. Industriefachwirte
30.9., AEVO Vollzeit
6.10., Gepr. W irtschaftsfachwirte
6.10., Gepr. Betriebswirte
7.10., Gepr. Personalfachkaufleute
13.10., Gepr. Bilanzbuchhalter
14.10., Gepr. Handelsfachwirte
14.10., Gepr. Fachkaufleute für Einkauf
und Logistik
10.11., Gepr. Immobilienfachwirte
10.11., AEVO Vollzeit
1.12., AEVO Vollzeit
Seminare
17.-18.9., Etelsen, Grundlagen der Mitarbeiterführung, Neues Rollenverständnis für Meister
und Vorarbeiter
22.9., Aufbauseminar : Lohn- und
Gehaltsabrechnung
22.-23.9., Etelsen, Souverän kommunizieren
im Personalmanagement
22.-23.9., Etelsen, Der erfolgreiche Einstieg
in die Einkaufsleitung
23.9., Besondere Beschäftigungsverhältnisse
25.-27.09., Etelsen, Englisch im
betrieblichen Alltag
29.-30.09., Etelsen, Verhandlungstraining für
Einkäufer
Veranstalter: BWU Bildungszentrum der Wirtschaft
im Unterwesergebiet, Dr. Marie-Louise Ren dant,,
Telefon 0421 36325-21, www.bwu-bremen.de
Deutsche Außenhandels- und
Verkehrs-Akademie (DAV)
Studium Betriebswirt DAV – Vollzeit,
13.10.2014 – 23.09.2016
Verkehrsfachwirt – Fachrichtung Güterverkehr/
Vollzeit, Teil 1: 11.8.-14.10., Teil 2:
26.1.2015 – 20.3.2015
Verkehrsfachwirt – Fachrichtung Güterverkehr/
berufsbegleitend, 18.11.2014 – 10.3.2016
Veranstalter: DAV, Kerstin Schlüter,
Telefon 0421 949 9-1055, www.dav-akademie.de,
schlueter@bvl-campus.de
edWin academy
Basisqualifikation für betriebselektrische
Tätigkeiten, 13.8.- 9.9.
Umschulung zum Industrieelektriker –
FR Betriebstechnik, 10.9.2014-26.2.2016
Schaltberechtigung bis 36kV (WEA),
Grundkurs, 28.-29.8.
S&P_W&W_44-49_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:28 Seite 51
BRANCHEN
DER REGION
Gebäudereinigung
EuP – Grundkurs, 6.-7.10.
EffT – Grundkurs, 20.-31.10.
Veranstalter: edWin GmbH, Telefon 0421 620421-0,
info@edwin-academy.de, www.edwin-academy.de
fortbildung direkt (Auswahl)
Ausbilder/in gemäß AEVO IHK
Tagesseminar: 18.08.14-29.08.14
Tagesseminar: 15.09.14-26.09.14
Geprüfte/r Industriemeister/in Metall IHK
Abendseminar: 19.08.14-10.11.16
Samstagsseminar: 23.08.14-22.04.17
Geprüfte/r Industriemeister/in Elektrotechnik IHK
Abendseminar: 19.08.14-10.11.16
Samstagsseminar: 23.08.14-22.04.17
Geprüfte/r Industriemeister/in Lebensmittel IHK
Abendseminar: 30.09.14-07.04.16
Logistikmeister/in IHK
Abendseminar: 19.08.14-10.11.16
Samstagsseminar: 23.08.14-22.04.17
Qualitätsmanager/in IHK
Tagesseminar: 01.09.14-26.09.14
Geprüfte/r Industriemeister/in Mechatronik IHK
Abendseminar: 19.08.14-10.11.16
Samstagsseminar: 23.08.14-22.04.17
Technische/r Betriebswirt/in IHK
Abendseminar: 25.08.14-01.10.15
Technische/r Fachwirt/in IHK
Samstagsseminar: 23.08.14-15.10.16
Personalkaufmann/frau IHK
Kompaktseminar: 11.08.14-17.10.14
Veranstalter: Fortbildung direkt,
Alexandra Reinke, Telefon 0421 579966-0,
www.fortbildungdirekt.de,
information@fortbildungdirekt.de
IQ Bremen Intelligente Qualifizierung
Berufsbegleitende Lehrgänge (Auswahl)
Industriemeister Lebensmittel IHK
ab 24.11.14, Tageslehrgang
ab 01.11.14, Samstagslehrgang
Industriemeister Metall/E-Technik/Mechatronik
IHK, ab 30.08.14, Samstagslehrgang
ab 29.09.14, schichtbegleitend
ab 17.11.14, Tageslehrgang
Logistikmeister IHK
ab 30.08.14, Samstagslehrgang
ab 29.09.14, schichtbegleitend
ab 17.11.14, Tageslehrgang
Logistikmanager IHK
ab 04.08.14, Tageslehrgang
Technischer Fachwirt IHK
a b 30.09.14. Abendlehrgang
Fachkaufmann für Marketing IHK
ab 04.08.14, Tageslehrgang
AEVO
ab 11.08.14, Tageslehrgang
Qualitätsmanager IHK
ab 25.08.14, Tageslehrgang
Prozessmanager IQ
ab 20.10.14, Tageslehrgang
Technischer Betriebswirt IHK
ab 30.08.14, Samstagslehrgang
Bilanzbuchhalter/in IHK
ab 01.09.14, Abendlehrgang
Projektmanager IHK
ab 25.08.14, Tageslehrgang
ab 16.09.14, Abendlehrgang
Energiemanager IHK/European Energy Manager
ab 01.09.14, Tageslehrgang
Veranstalter: IQBremen e. V., Intelligente
Qualifizierung, Doris Ortiz, Telefon 0421 1748-19,
ortiz@iq-bremen.de, www.iq-bremen.de
Seminarräume
Klima:akademie
Klimaschutzmacher im Zentrum –
Climate-Change-Agents, 25./26.09.
Climat e Controlling – miss es oder vergiss es,
15.10.
Klimafreundliche Logistik –
Klimaschutz liefern, 2.12.
Veranstalter: energiekonsens,
Telefon 0421 376671-8, www.klima-akademie.net,
funke-bergstra@energiekonsens.de
wisoak Wirtschafts- und Sozialakademie
der Arbeitnehmerkammer gGmbH
Berufliche Fortbildungen (Auswahl)
Vorbereitung auf die Qualifizierung zum/zur Wirtschaftsfachwirt/in und zum/zur Energiefachwirt/in, 08.09.-08.12.
Heimleitung /Einrichtungsleitung, ab 12.09.
Fachkraft für Logistikmanagement ANK, ab 13.09.
Logistikmanager/in ANK, ab 13.09.
AEVO, Bildungsurlaub, 15.09.-11.10.
Zollmanager/in ANK, ab 15.09.
Zollfachkraft m/w ANK, ab 15.09.
Speditionssachbearbeiter/-in ANK, ab 15.09.
Geprüfte/r Betriebswirt/-in IHK, ab 15.09.
Personalsachbearbeiter/in ANK, ab 15.09.
Online Marketing Manager/in, Abendkurs,
17.09.-15.10.
Fachassistent/in Lohn und Gehalt, ESF-gefördert,
ab 17.09.
Assistentin der Geschäftsleitung, ab 25.09.
Staatlich gepr. Betriebswirt, berufsbegl./
Teilzeit, ab 01.10.
Staatlich gepr. Betriebswirt, Vollzeit, ab 01.10.
Personalfachkaufmann/frau IHK Sprinter,
ab 07.10.
Gepr. Büroassistentin bSb, Vollzeit, ab 06.10.
Finanzbuchhalter/in ANK, ab 07.10.
Fachkaufmann/frau Einkauf /Logistik IHK,
ab 14.10.
Bilanzbuchhalter/in IHK, ab 21.10.
Gepr. Büroassistentin bSb, ab 22.10.
Gepr. Managementassistent/in bSb, ab 23.10.
Fachwirt/in Gesundheits- und Sozialwesen IHK,
ab 28.10.
AEVO, Vorbereitung auf die praktische Prüfung,
berufsbegl., 10.-29.11.
Veranstalter: Wirtschafts- und Sozialakademie
der Arbeitnehmerkammer Bremen gGmbH,
Telefon 0421 4499-5, 499-627/656/657,
info@wisoak.de, www.wisoak.de
Seminare im
Grünen
6ERANSTALTUNGEN F~R BIS ZU
0ERSONEN IN MODERNEN
4AGUNGS UND 3EMINARRiU
MEN (OCHWERTIGE REGIONALE
+~CHE (OTELZIMMER UND
IDYLLISCHE!RBEITSATMOSPHiRE
4ELEFON
WWWDREIMAEDELHAUSDE
Werbemittel
R
Vertrieb und Produktion
von Werbeartikel + Lohndruck
HOLTLINE 0800 1 888 333
Möchten Sie im
Branchenverzeichnis
werben?
Preis: 4c € 2,80 pro mm
Breite: 1 sp. 45 mm
Höhe: mind. 20 mm, max. 60 mm
mind. 2 Schaltungen
Tel. 0421 / 3 69 03-72
Fax 0421 / 3 69 03-34
anzeigen@schuenemann-verlag.de
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SERVICE&PRAXIS
ANZEIGENREGISTER
DIE BÖRSEN
Bitte richten Sie Ihre Zuschriften unter Angabe der Chiffrenummer an:
Handelskammer Bremen, Geschäftsbereich II,
Petra Ripke-Höpfl, Postfach 105107, 28051 Bremen;
oder per E-Mail: ripke@handelskammer-bremen.de
Bei den Inseraten aus der IHK-Börse gelten die Bedingungen der
jeweiligen Börsen. Die AGB finden Sie hier:
•für die Recyclingbörse – www.ihk-recyclingboerse.de;
•für die Existenzgründungsbörse – www.nexxt-change.org;
•für die Kooperationsbörse – www.kooperationsboerse.ihk.de
Aufbaugemeinschaft Bremen e. V. . . . . . . . . .35
Bockholdt KG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .51
Bremer Landesbank . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .15
Carl Gluud GmbH & Co. KG . . . . . . . . . . . . . .27
DreiMädelHaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .51
Euro Print GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .51
Europa-Center AG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .23
Jahn OHG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .51
Janneck GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .53
Justus Grosse GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .9
Osmers GmbH & Co. KG . . . . . . . . . . . . . . . . . .7
Philharmonische Gesellschaft . . . . . . . . . . . .47
Porsche Zentrum Bremen . . . . . . . . . . . . . . . .19
Schünemann-Verlag . . . . . . . . . . . . . . . . .U3, 43
Seplin, Zafer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .53
Sparkasse Bremen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5
Uzuner Consulting GmbH . . . . . . . . . . . . . . . U2
Wir machen Druck GmbH . . . . . . . . . . . . . . . .U4
EXISTENZGRÜNDUNGSBÖRSE
‰ ANGEBOTE
HB-A-15-2014
Techn. Handelsunternehmen mit mehr als 50jähriger Erfahrung in der Schifffahrtsbranche
sucht im Zuge der geplanten Nachfolge einen
Teilhaber, der das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft führt. Wir haben uns auf den
Handel mit Dieselmotoren, Pumpen, Trinkwasserentkeimungsanlagen sow ie sonstiger techn.
Ausrüstung spezialisiert. Zu unseren Kunden
gehören weltweit Werften, Reedereien, Shipmanagement-Firmen, Handelshäuser und
industrielle Kunden. Fundiertes technisches
und kaufmännisches Wissen, Leidenschaft für
den Vertrieb und ein gutes Gespür für internationale Kunden sind für eine erfolgreiche Weiterführung des Unternehmens notwendig.
HB-A-16-2014
Reisebüro in guter Lage im Bremer Osten zu
verkaufen. Das Reisebüro besteht seit 10 Jahren
und hat eine sehr gute Stammkundschaft. Agenturen vieler bekannter Veranstalter sind vorhanden und können übernommen werden. Eine Vollexistenz ist gewährleistet. Mitarbeiter müssen
nicht übernommen werden.
HB-A-17-2014
Unternehmen für Lösungen im Bereich
Raumakustik bietet Nachfolge. Die geschäftliche Betätigung erstreckte sich in d en vergangenen Geschäftsjahren im Wesentlichen auf die
Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von
hochwirksamen Design-Akustikpaneelen. Die
Produkte sind speziell für zeitgemäße Innenräume und Büroumgebungen entwickelt worden
und können in allen Ebenen des Raumes als
hochwirksame Absorber oder Schallschirme
verwendet werden. Alle Paneel-Systeme sind
zertifiziert und garantieren Emissionsfreiheit
sowie einen umweltgerechten Materialeinsatz.
Das Unternehmen übernimmt die Auftragskommunikation und -abwicklung sowie den weiteren
administrativen Teil und verfügt über ein eigenes Designteam. Vertrieben werden die Paneele
über hochwertige Einrichtungshäuser (Officeund Wohngestaltung). Die Inhaber stehen nach
der Übergabe gern zur Einarbeitung zur
Verfügung.
52 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
HB-A-18-2014
Labor für Luftanalytik: Es handelt sich um ein
Prüflabor für nahezu alle Luftinhaltsstoffe. Es
können Emissionsmessungen und Arbeitsplatzmessungen durchgeführt werden. Messgeräte
für die kontinuierliche Messung, Probenahmeeinrichtungen und Analysengeräte sind vorhanden. Das Unternehmen war bis 2009 gemäß
DIN EN ISO/IEC 17025 „Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien“ akkreditiert. Die Managementunterlagen für eine eventuelle Neuakkreditierung liegen vor und müssen lediglich überarbeitet werden. Das Unternehmen soll bis Mitte
2015 übertragen werden. Eine Einarbeitung
wird zugesichert.
HB-A-19-2014
Gut eingeführtes Einzelhandels-Fachgeschäft
für Bodenbeläge, Fensterdekorationen und Malereibedarf sucht Nachfolger. Das über J ahrzehnte bekannte und inhabergeführte Fachgeschäft
mit großer Stammkundschaft befindet sich an
einer Hauptverkehrsstraße mit guter ÖPNV-Anbindung. Es werden gute Umsätze/Gewinne erzielt, Fachpersonal kann übernommen werden.
HB-A-21-2014
Junge UG sucht eine/n Mitgesellschafter/in
im Bereich Einzelhandel/Dienstleistungen. Das
Unternehmen vertreibt Fairtrade- und Bioprodukte (Kaffee, Tee, Honig, Körperpflegeprodukte) und bietet Dienstleistungen wie Vorträge,
Workshops, Seminare und vergleichbare Veranstaltungen in den Bereichen Kosmetik, Wellness,
Gymnastik, Reiki und Lebensberatung. Ich bin
staatl. anerkannte Kosmetikerin und wünsche
mir eine/n Partner/in, der/die mich insbesondere im Marketingberei ch unterstützt.
HB-A-22-2014
Nachfolger gesucht für erfolgreiches Elektrotechnikunternehmen mit interessantem Nischenangebot. Hochwertige Dienstleistungen und
Produkte in den Segmenten Elektrotechnik, Informationstechnik, Sicherheits- und Blitzschutzsysteme. Sehr gute und kontinuierlich hohe
Ertragssituation, langjährig etabliert. Ca. 30
Mitarbeiter inkl. 2 Führungsebenen.
‰ NACHFRAGEN
HB-G-6-2014
Kleines individuelles Café mit max. 30 Sitzplätzen zur Übernahme im PLZ-Bereich 28201
bzw. im Umkreis von 20 km gesucht, gerne mit
kleiner Terrasse, Kamin und Parkplätzen. Die
Nettomiete sollte nicht mehr als max. 1.000,-Euro betragen.
KOOPERATIONSBÖRSE
Nr. 112-1478
Veranstaltungstechnik/Promotion/Management: Wir sind auf der S uche nach einem Partner (bundesweit), der mit uns kooperiert. Passende Veranstaltungstechnik für mindestens
1.000 Personen vorhanden.
Nr. 112-2066
Produktion und Vertrieb eines neuen Gebrauchsmusters: Die Erfindung betrifft ein Datenträgerregal für CDs, DVDs, wobei ein freies Präsentieren des Covers ermöglicht wird, so dass die
Abbildungen zu Dekorationszwecken genutzt
werden können. Für dieses O bjekt liegt die Ein-
tragung eines Gebrauchsmusters vor. Gesucht
wird ein Partner für Produktion und Vertrieb,
ggf. kommt auch ein Verkauf des Musters infrage.
Nr. 112-2181
Kooperationspart ner für Produktion und Vertrieb von gebrauchsmustergeschütztem Dreibocksystem aus Kunststoff zur Verankerung von
jungen Bäumen (als Alternative zu System aus
Holzpfählen) gesucht. Vorteile des Kunststoffs:
wiederverwendbares Material, Ressourcenschutz, wirtschaftliche Effizienz.
S&P_W&W_44-49_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:28 Seite 53
RECYCLINGBÖRSE
‰ ANGEBOTE
BI-A-4320-12, Papierschnipsel in Kunststoffsäcken; wir vernichten unsere Unterlagen mit
eigenem Aktenvernichter, Papierstreifen mit ca.
7 mm Breite, die in Kunststoffsäcke abgefüllt
werden. Diese können sofort bzw. auch regelmäßig von Ihnen abgeholt werden. Hervorragend
geeignet als Verpackungsmaterial für Päckchen
und Pakete etc., Bielefeld
BI-A-2118-6, Textilien/Leder, Möbel- und Dekostoffe, trendige Farben und Dessins, Menge/
Gewicht ca. 5.000 m, unregelmäßig anfallend,
Rollen auf Paletten verpackt, Selbstabholung,
Region Bielefeld
BS-A-4458-12, große Mengen Kalksteinschotter,
z. B. als Tragschicht oder Gründungspolster abzugeben, Körnung ca. 0/300 mm als Grobschlag,
Menge/Gewicht 5.000 m³, einmalig, Anlieferung
möglich, Preis VB, Landkreis Goslar
BS-A-4440-10, Recyclingschotter 0/80mm, aufbereitet, größere Mengen abzugeben, als Platzbefestigung, Wegebau oder Tragschicht, 5.000 t,
regelmäßig anfallend, lose, Anlieferung möglich,
Preis VB, Landkreis Goslar
H-A-4189-2, PE-Abfälle (Polyethylen-Hartschaumstoff)des Typs LD 29 und LD 33 (vernetzter
Schaum), in den Farben weiß und schwarz, Polylam (unvernetzter Schaum), Farbe weiß, regelmäßig, ca. 4 mal pro Jahr, Mindestabnahme
Verhandlungsbasis, gesammelt in Foliensäcken,
Transport und Preis nach Absprache, Bad Nenndorf (Niedersachsen)
H-A-3483-5, Holzhackschnitzel aus Buschholz
und Astwerk diverser Baumarten, wie z.B. Fichte,
Buche, Eiche, Menge/Gewicht 20 srm, unregelmäßig anfallend, Verpackungsart lose, Anlieferung möglich, Preis 300,– Euro, Landkreis
Nienburg
HH-A-4565-3, wir bieten Rundstahl (3 m lang)
mit der Werkstoffgüte 1.3505 (100Cr6) an. Abmessung: Ø 42mm bis 95mm. Der Rundstahl liegt
in Lengenfeld auf Lager und kann jederzeit abgeholt werden. Es muss nicht die Komplettmenge
Jeden Monat
abgenommen werden. Menge/Gewicht ab 65 kg
bis 4.300 kg je nach Abmessung, regelmäßig anfallend, Verpackung und Transport nach Absprache, Preis nach Vereinbarung. 08485 Lengenfeld,
OT Wolfspfütz
HH-A-4447-4, Faltschachteln/Kartonagen für
Fahrräder, geschlossene, unbeschriftete Fahrradkartonagen, Menge – 73 Stück, 1.410 x 200 x
900 mm, Menge – 247 Stück, 1.670 x 200 x
1.030 mm, Menge –234 Stück, 1.720 x 200 x
1070 mm, absolut neuwertig, einmalig, lose,
Selbstabholung, Preis VB, Hamburg
HH-A-3571-4, Wellpappe, CEK, Multidruck, neben
den genannten Stoffgruppen bieten wir auch weitere Sorten im Bereich Altpapier & Kunststoff an,
Hamburg
HH-A-4545-5, Holzabschnitte, Konstruktionsvollholz mit 12-15 % Holzfeuchte (Fichte Kiefer)
in 0,20 cm Abschnitte vorgeschnitten, Menge/
Gewicht 15 m³, Mindestabnahme 1 Kiste ( Pfand),
Selbstabholer, Preis 75 Euro, HamburgKirchwerder
LG-A-4429-5, Holzpaletten/Einwegpaletten,
täglich fallen ca. 30-40 Einwegpaletten unterschiedlichster Maße an, unsortiert, lose gestapelt,
teilweise auch defekt, alles unbehandeltes Holz,
kann vorab gerne besichtigt werden, Abholung
24 Stunden am Tag möglich, Seevetal Maschen
LG-A-3734-11, Metall- und Kunststofffässer (Inhalt: ca. 220 Liter) sowie IBC-Container (Inhalt:
ca. 1.000 Liter), wurden für pflanzliche Speiseund Kosmetiköle benutzt, meistens mit UNZulassung, günstig abzugeben, Lüneburg
LG-A-3733-13, Presskuchen, sehr günstig abzugeben, 500 kg, Lüneburg
STD-A-4503-12, Hartkorn aus der Wasserenthärtung, ab 100 t, Westdeutschland
STD-A-4502-12, KZA Schlamm aus Kühlwasserbehandlung in Kraftwerken, ab 100 t pro Jahr,
Westdeutschland
STD-A-4321-2, Polystyrolhartschaumreste, ca. 6-8
cbm, Flockenform, 1-12 mm. Es handelt sich um
Fräsrückstände. Das Material ist in Plastiksäcken
verpackt, Menge/Gewicht ca. 6-8 cbm, jährlich,
Mindestabnahme alles, Verpackungsart in Säcken,
Selbstabholung, Stade/Buxtehude, Niedersachsen
‰ NACHFRAGEN
HB-N-4247-2, wir suchen derzeit OPP, BOPP, PP/PET, PE/PP Verpackungs- und Rollenwaren. Bitte senden Sie uns Ihr Angebot mit
Bildern, verfügbare Menge, Ihren gewünschten Preis und Angaben
über Verladegewicht, europaweit.
HB-N-4233-2, wir suchen derzeit PET/PP Umreifungsbänder in Ballen,
Waren oder geschreddert in Big Bags, ab 15 – 100 t, Mindestabnahme:
14 t, europaweit.
HB-N-4232-2, wir suchen derzeit PET-metallisierte Folie, Ballenwaren
oder geschreddert, Mahlgüter in Big Bags, ab 15-100 t, Mindestabnahme: 13 t, europaweit.
HB-A-4231-2, wir suchen derzeit HDPE alte Autotanks als Ballenwaren
oder geschreddert, Mahlgüter, 14 t, europaweit.
H-N-2784-12, wir kaufen Transformatoren aller Art aus der Elektroindustrie und aus der Energieversorgung, 1-50.000 kg, bundesweit.
HH-N-4436-5, wir suchen gebrauchte Holzpaletten, Holzgestelle oder
Ähnliches, ob sie noch gebrauchsfähig sind oder nicht spielt keine
Rolle, Hamburg und Umgebung.
HH-N-4431-12, Altöle und Bleibatterien, wir suchen im Raum Norddeutschland Altöle (AVV 130205 und andere) und Bleibatterien (AVV
160601) aus KFZ- und Industriebetrieben.
HH-N-4162-7, Altgummi; Förderbandstreifen/Rollen; Altreifen,
Beschreibung (AVV: 160103, 191204), zertifiziertes Entsorgungsunternehmen, Menge/Gewicht Absprache, täglich, Transport und
Verpackung nach Absprache, bundesweit.
STD-N-4568-3, Brennschlacke für Aufbereitung in westdeutscher
Anlage, Wiedergewinnung von Metallen, je nach Inhaltsstoffen Vergütung möglich, ab 25 Tonnen regelmäßig oder einmalig, frei Werk
oder auch frei verladen Fahrzeug
STD-N-4504-13, getrocknete Gärreste als biogener Energieträger
gesucht, ab 50 t, Deutschland
STD-N-4442-12, Koks-/Kohle-Material aus der Pyrolyse/Vergasung
von Holz, je nach Materialbeschaffenheit kann für gute Qualitäten eine
interessante Vergütung geleistet werden, Deutschland und angrenzendes Ausland
STD-N-4567-12, eisenoxidhaltige Rest- und Rohstoffe für neue
Anlage in Norddeutschland, z. B. Zunder, Schleifschlämme, Rückstände
aus Hüttenwerken etc., diverse Abfallschlüsselnummern sind positiv
gelistet, ab 25 Tonnen, regelmäßig oder einmalig, Transport frei
verladen Fahrzeug oder frei Werk, Region Norddeutschland
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8.2014 Wirtschaft in Bremen | 53
WiB_W&W_50-54_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:44 Seite 50
Fotos Frank Thomas Koch, Jörg Sarbach
WAGEN&WINNEN
Altes Bremer Recht: In der Stadt darf kein Hamburger Bier
verkauft werden. So schrieb es der Artikel 168 der Kundigen
Rolle von 1489 vor, die jetzt erstmals öffentlich zu sehen war –
siehe Seite 58.
54 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
WiB_W&W_50-54_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:44 Seite 51
Literatur
auf der Tüte
Lesefutter heißt das Unternehmen von Frank Riepe und
bietet kreative Werbekam pagnen: Das Allerweltsmedium
Verpackungstüte wird mit
Literatur bedruckt.
Von ANNEKATHRIN GUT
rank Riepes Lesefutter ist so beliebt,
dass manche seiner Autoren hin und
wieder Papiertüten von Lesern zum Signieren geschickt bekommen. Seit zehn
Jahren lässt der Bremer Unternehmer
neben Werbung auch Kurzgeschichten
und Gedichte auf Werbetüten drucken.
Seine Kunden sind zum Beispiel Stromversorger, Touristikagenturen oder Messeveranstalter. Die literarischen Papiertüten gibt es in ganz Deutschland beim
Bäcker, Fleischer, in Buchgeschäften,
im Bioladen.
Den Anstoß für Lesefutter gaben einige Autoren aus Bielefeld, die sich Gedanken darüber machten, wie sie neben Büchern und Literaturzeitschriften
ihre Texte noch veröffentlichen könnten. „Wenn Sie das konsequent durchdenken“, sagt Riepe, „landen Sie bei
der Tüte. Sie hat eine hohe Auflage, ist
aus Papier und bietet Platz.“ Hinzu
kommt eine für den Kunden sinnvolle
Schaltquote von 50.000 bis 500.000
Stück.
Lesefutter bekomme viel Sympathie.
Riepe bezeichnet sein Projekt als „Öffentlichkeitsarbeit für Literatur“, das er
mit einem unternehmerischen Gedanken angegangen sei. Er selbst hat Kulturmanagement an der Hochschule
Bremen studiert und am Waldau Theater gearbeitet.
Für die Werbetüte schreibt inzwischen ein Pool von 150 bis 180 Autoren aus ganz Deutschland. Darunter
sind Neuentdeckungen wie Que Du
Luu aus Bielefeld, aber auch bekannte
Autoren wie der Bremer Satiriker Osman Engin. „Wir machen keine Kalenderblattlyrik“, sagt Riepe. Zwar passt inhaltlich nicht jeder Autor auf die Tüte;
Nur ganz selten wird ein Text über
das normale Lektorat hinaus im Sinne
des Kunden angepasst, und auch nur
nach Absprache mit dem Autoren. „Einmal spielte ein Text ärgerlicherweise im
falschen Dorf“, erzählt Riepe.
Lesefutter bedient nicht nur große
Städte, sondern auch kleinste Ortschaften. Diese Kleinteiligkeit beschreibt
Frank Riepe als den großen Vorteil seines Unternehmens. Zwei Telefonistinnen rufen zuvor jedes Geschäft an, das
die Tüten gratis als Verpackungsmaterial für Brötchen, Bücher, Bio-Waren
Grass oder Celan beispielsweise wären
fehl am Platz. „Aber es sind immer gute
Geschichten“, so der Chef.
Frank Riepe bespricht mit seinen
Kunden zunächst, um welche Themen
es gehen soll und wer die Zielgruppen
sind. Danach werden Verbreitungsgebiet, Läden und mögliche literarische
Texte festgelegt. In Reutlingen betreut
Lektor Jochen Weeber die Autoren. Auf
eine Anfrage von Lesefutter erhält er
meistens zwischen 40 und 60 Einsendungen, teilweise eigens verfasste Texte.
oder ähnliches erhalten soll. „Diesen
Aufwand leistet sich sonst keiner.”
Vor kurzem ist Frank Riepe in das integrative Co-Working-Projekt namens
WeserWork in der Überseestadt umgezogen. „Wichtig ist mir, in offener Atmosphäre zu arbeiten”, sagt er. „Lesefutter
ist ein Netzwerk – und das findet sich
hier auch wieder. Und zugleich ist mir
soziale Verantwortung wichtig.“
n
www.lesefutter.org
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 55
WiB_W&W_50-54_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:44 Seite 52
WAGEN&WINNEN
Eine Wissenschaft für sich
Spezialisten für Papier sind
rar gesät: Jutta Keddies hat
sich als Papierrestauratorin
selbstständig gemacht und
ist eine deutschlandweit
geschätzte Spezialistin.
Von PETER GROTH
elch‘ eine Katastrophe! Da flog
eine Taube durch die offene Tür
von Westminster Abbey in die große
Kirche im Zentrum Londons, landete
auf der vor dem Altar ausgelegten
prächtigen Präsenzbibel und entleerte
sich. Kackfrech, dieser Vogel! Eilfertig
entfernte ein Mitarbeiter der Kirche ihrer Majestät die feuchte Hinterlassenschaft im Buch Hiob mit Spucke, und
das schmutzig grau-grüne Fiasko war
perfekt: Ein Loch war in die Bibel geätzt.
Jutta Keddies wird dieses Ereignis
nie vergessen. Als Papierrestauratorin
der Bibliothek und mittelalterlichen
Handschriften-Sammlung von Westminster Abbey war sie mit diesem Schadensfall befasst, desinfizierte die Bibelseite mit Alkoholwasser, presste und
trocknete die schadhafte Stelle zwischen Löschkartons und füllte das Loch
anschließend mit im Farbton angepasstem Japanpapier. Ein Textstück fehlt
seitdem in der großen Bibel von Westminster Abbey, das hat sie nicht rekonstruieren können und wollen.
Immer wenn wertvolle Bücher wie in
London das Stundenbuch von Elizabeth I , wenn Kunst auf Papier von Palladio bis Degas, Handschriften auf Pergament, wertvolle Briefe oder Siegel
Schaden genommen haben, dann tritt
Jutta Keddies in Aktion, rettet, was zu
retten ist. Nach ihrem Studium an der
Londoner University of the Arts hat sie
das in der Lambeth Palace Library des
Erzbischofs von Canterbury, in Westminster Abbey sowie den Archiven der
56 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
Church of England und der Metropolregion Greater London getan. 2012 kehrte sie dann nach Deutschland zurück,
arbeitete als Elternzeitvertretung in der
Kunsthalle Bremen und hat sich nach
einem von der Gründungsleitstelle
B.E.G.IN. initiierten Coaching für Existenzgründerinnen bei Belladonna in
der Hansestadt selbstständig gemacht.
Harte Ausbildung,
lebenslange Fortbildung
Jutta Keddies ist in Deutschland eine
der wenigen beim renommierten britischen Institute of Conservation akkreditierten Papierrestauratorinnen und
engagiert sich nebenbei im erweiterten
Vorstand der IADA, der internationalen
Arbeitsgemeinschaft ihrer Berufsgruppe. Gemälderestauratoren arbeiten in
jedem großen Museum, aber Spezialisten für Papier sind vergleichsweise rar
gesät, allenfalls in großen Bibliotheken, selbstverständlich in Staatsarchiven und auch in bedeutenden Museen
zu finden. Deren Ausbildungen sind
hart, lebenslange regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen ist zwingend nötig. „Die Ansprüche an unsere Arbeit
wandeln sich fortwährend, das Wissen
um chemisch-physikalische Prozesse
wächst permanent, neue Materialien
wie Papiere, Zeichenmittel und Klebstoffe kommen hinzu. Heute gilt anders
als früher, dass jeder unserer Arbeitsschritte und Eingriffe in ein Papier wieder rückgängig zu machen ist. Irreversibilität vermeiden, so lautet heute die
oberste Maxime“, sagt Jutta Keddies.
„Ich beseitige Schäden, aber wie neu
sieht hinterher kein von mir bearbeitetes Stück aus“.
In ihrem ersten Jahr der Selbstständigkeit hat die Papierexpertin inzwischen alle nur erdenklichen Schadensfälle auf den Tisch bekommen. Ein
schwer beschädigter Globus aus dem
Jahr 1820, einzigartige historische Fotografien aus dem späten 19. Jahrhundert, die am Glas kleben, mit Wasser-,
Schimmelflecken und Löchern verhunzt
sind, immer wieder Grafiken, Aquarelle
und Bleistiftzeichnungen, die gerissen
sind, durch Stockflecken und Verbräunungen unansehnlich wurden – das
sind die ungewöhnlichen und die nor-
Fotos J. Keddies
WiB_W&W_50-54_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:44 Seite 53
malen Aufträge. Bücher vom Dachboden mit abgerissenen Rücken und Deckeln, in denen sich Ungeziefer wohlfühlt und immer wieder Kunst auf Papier, die auf säurehaltige Rückwände
geklebt oder mit Tesa-Film fixiert wurde
– Folgeschäden soll Jutta Keddies für
private Sammler aus Nord- und Westdeutschland, für Museen, Galerien und
Auktionshäuser beseitigen.
Jeder Schaden ist
einzigartig
Also ans Werk. Erste Frage: Lohnt die
Restaurierung? Dann folgt die genaue
Untersuchung: Wie ist das Papier beschaffen, sind Farben und Stempel wasserlöslich, was verbirgt sich bei der gerahmten Grafik hinter dem Blatt? Auf
die Analyse folgt bei mit Stockflecken
und hässlichen braunen Rändern verunzierten Zeichnungen und Grafiken
eventuell die gründliche Wäsche in ionisiertem Wasser. Gegen Schimmel
hilft Ethanol, am Niederdrucktisch werden hartnäckige Flecken entfernt.
„Doch jeder Schaden ist anders und
erfordert immer eine individuelle Lö-
sung. Am schlimmsten sind im Grunde
alle Klebebänder, denen ich dann beispielsweise mit einem Heizspachtel zu
Leibe rücke.“ Ist das Blatt gereinigt und
getrocknet, beginnt die Beseitigung
von Fehlstellen und Rissen. Dabei kommen zumeist japanische Materialien
zum Einsatz: Papiere in unterschiedlichsten Stärken und Faserdichten, Weizenstärke als natürliche Klebemittel, die
gekocht und danach durch feinste japanische Pferdehaarsiebe gestrichen
werden. Man ahnt als Laie, dass die Papierrestaurierung eine Wissenschaft für
sich ist. Und am Ende des Prozesses
steht bisweilen die Retusche mit feinsten Pinseln und Stiften, die so angelegt
werden muss, dass man sie am Ende
nicht sieht, eigentlich nicht sieht.
Den Zeitaufwand für ihre Arbeit
kann Jutta Keddies nicht generell beziffern, mal ist sie mit einem Blatt nach
zwei Stunden fertig, mal nimmt die Restaurierung auch Tage in Anspruch. Es
kann aber auch zweieinhalb Jahre dauern – wie das große von der Hamburger
Hermann Reemtsma Stiftung finanzierte Restaurierungsprojekt der Bremer
Kunsthalle, die von Jutta Keddies ihre
rund 900 niederländischen Zeichnungen des 15. bis 18. Jahrhunderts bear-
beiten lässt. So eine Arbeit fasziniert
die Papierrestauratorin genauso wie ihr
neues Engagement bei der Emil-NoldeStiftung. Dort in Seebüll an der dänischen Grenze wird sie nach und nach
alle Arbeiten auf Papier untersuchen
und auf die Behandlungsnotwendigkeit prüfen.
Weil in Seebüll professionell gearbeitet wird, rechnet sie nicht mit allzu
vielen Schadensfällen. Das ist anders
als bei privaten Kunstliebhabern, die
aus Unkenntnis handeln. „Generell
sind Licht, Schmutz, Nikotin und Feuchtigkeit die größten Feinde von Kunst
auf Papier. Hinzu kommt die unsachgemäße Lagerung. Man sollte Papierarbeiten niemals in Zeitungspapier einwickeln oder in Plastikhüllen aufbewahren. Nur säurefreie Materialien garantieren die Vermeidung von Schäden“. Gegen Tauben wie in Westminster Abbey ist hingegen nicht einmal die
Heilige Schrift gefeit.
n
Information
Jutta Keddies, JK – Atelier für Restaurierung
von Kunst auf Papier & Archivalien,
Telefon 0421 2080-7908,
jk@jk-restaurierung.de,
www.jk-restaurierung.de
8.2014 Wirtschaft in Bremen | 57
WiB_W&W_50-54_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:44 Seite 54
Foto Frank Thomas Koch
WAGEN&WINNEN
Ein 7 Meter
langer Schatz
Das Bremer Rathaus feiert
zehn Jahre Weltkulturerbe und
zeigt erstmals die Kundige
Rolle
Zehn Jahre ist es her, dass das Bremer
Rathaus zum Weltkulturerbe erklärt
wurde. Die Unesco hatte es im Juli
2004 in seine Liste aufgenommen und
würdigte Rathaus und Roland als einzigartige Zeugnisse des europäischen
Bürgertums. Das Jubiläum wurde jetzt
mit einem Bürgerfest in der Innenstadt
gefeiert. Und erstmals gab es die „Kundige Rolle” von 1489 zu sehen, die erst
vor wenigen Wochen per Zufall aus den
USA wieder nach Bremen zurückgelangt war.
58 | Wirtschaft in Bremen 8.2014
Bei dem einzigartigen Dokument
handelt es sich um eine sieben Meter
lange Pergamentrolle aus dem Mittelalter. Seit dem 15. Jahrhundert wurden
Ergänzungen des Bremer Rechts auf
dieser Pergamentrolle festgeschrieben.
Die Rolle war im Zweiten Weltkrieg verschütt gegangen. Im Mai hatten Bürgermeister Jens Böhrnsen und der Leiter des Staatsarchivs, Konrad Elmshäuser (im Bild), den Sensationsfund öffentlich vorgestellt. Für Elmshäuser ist
es ein „riesiges Glück”, dass die Pergamentrolle wieder in Bremen ist. Der
Hinweis eines Londoner Auktionshauses hatte das Staatsarchiv Bremen zu
einer Adresse im kalifornischen Kunsthandel geführt, wo ein ungewöhnliches mittelalterliches Manuskript aufgetaucht war: Es war das Original der
Kundigen Rolle, die für Bremen einen
historisch unschätzbaren Wert hat. Mit
der Rolle hat Bremen völlig unerwartet
das längst verloren geglaubte „missing
link“ seiner mehr als 700-jährigen
Rechts- und Verfassungsgeschichte zurückerhalten.
Auf der Pergamentrolle aus dem
Jahr 1489 sind mehr als 200 Gesetze
geschrieben, die das Zusammenleben,
den Handel und auch das Verfassungsrecht in Bremen regelten. Damals las
der Bürgermeister einmal im Jahr die
Pergamentrolle den Bremer Bürgern
vom Balkon des Rathauses vor. „Man
begegnet in der Kundigen Rolle der
ganzen Fülle des spätmittelalterlichen
Lebens”, so Elmshäuser. „Handel und
Wandel, aber auch Sorgen und Nöte
der Einwohner Bremens sprechen unmittelbar aus diesem einmaligen Dokument des Rechts und des Alltags.” n
Zur Kundigen Rolle ist eine 66-seitige Broschüre
erschienen, für die jede Zeile des sieben Meter
langen Dokuments ins Hochdeutsche übersetzt
worden ist. Die Broschüre ist im Rathaus und im
Pressehaus in der Martinistraße für 4,90 Euro
erhältlich.
Titel_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:49 Seite 4
• Sprachzeitungen •
World and Press • Business • Read On • Revue de la Presse • Revista de la Prensa • Leggere l’Italia • Presse und Sprache
Sprachtraining. Landeskunde. Vokabelhilfen. Sprachen erLesen.
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Titel_AUG_2014.qxp_Layout 1 25.07.14 14:46 Seite 1
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