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Bremsvorschriften/Funktion der Bremsen/Bremsproben (Print

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Inhaltsverzeichnis
Schleppfahrt
11, 12
Schnellbremsbeschleuniger
28, 29, 57
Schnellbremsung
6
Sichern von Fahrzeuge
44 – 46
Signale für die Bremsprobe
50, 51
Spitzenfahrzeuge mit ausgeschalteten Bremsen
34 – 38
Starke Gefälle
34 – 36
Steuerventil
4, 5
Stillhaltebremsgewicht
44 – 47
Stopex
32
Systembremsung
6
Teilbremsverhältnis
48, 49
Triebfahrzeuge, arbeitend
8, 9
Triebfahrzeuge, geschleppt
10 – 12, 55
Triebfahrzeuge, Bremsgewichte
9
Überladene und überfüllte Bremse
31, 32
Umstellvorrichtung
8, 9, 11, 30, 39
Undichtheit
32
Ungebremste Schlussgruppe
42, 43
Vereinfachte Bremsprobe
55
Vielfachsteuersystem
12
Vollbremsung
6
Wechsel (G-, RIC/P-, R-Wechsel)
13, 16, 17, 32
Wagenanschriften zur Bremsausrüstung
57
Wagen mit automatischer Lastabbremsung
14
Wagen mit Umstellvorrichtung
13
Wagen ohne Umstellvorrichtung
13
Zwangsbremsung
6
Zweck der Bremsprobe
51
Zugtrennung
41, 42
Zusatzbremsprobe
54 – 56
Zusatzbremsprobe mittels Schnellbremsung
39
Zusatzwagen am Pendelzug
28
Funktionder
Bremsen
Brems
proben
Brems
vorschriften
Ausgabe 2015 l lilian.meier@sbb.ch
Download: www.kon-text.ch
Anleitung für das Basteln eines Heftes:
1. Datei Bremsvorschriften_Print.pdf doppelseitig ausdrucken
2. Blätter halbieren auf A5
3. A5-Blätter in der Mitte falzen auf A6
4. Blätter richtig zusammenstecken gemäss Seitenzahlen
5. gefalztes Heft über eine Kartonschachtelkante legen und mit offenem Bostich in der Mitte heften
(alternativ mit Nadel und Faden im Falz zusammennähen)
6. Bostich-Klammern von Hand bzw. mit Zange und Hammer umbiegen
7. evtl. Heft auf allen drei offenen Seiten bündig zuschneiden
Funktionsweise der Bremsen
Automatische Bremse
Die automatische Bremse ist eine durchgehende Bremse, mit der
sämtliche daran angeschlossenen Fahrzeuge eines Zuges oder
einer Rangierbewegung von einer Stelle aus bedient werden
können.
Die automatische Bremse muss
– jederzeit das Anhalten ermöglichen,
– bei einer Zugtrennung auf jeden Zugteil automatisch wirken,
– im Notfall von jedem Fahrzeug aus, auf dem sich Personen
befinden, betätigt oder angefordert werden können,
– unabhängig von einer Energiequelle ausserhalb des Fahrzeugs
ausreichend lange wirksam sein.
Die mittels Kompressor erzeugte Druckluft dient bei der automatischen Bremse nicht nur der Krafterzeugung, sondern auch der
Steuerung des Bremsvorgangs.
[R 300.14 (Bremsen Beilage 1) 1]
Prinzip der automatischen Druckluftbremse
[R 300.14 (Bremsen Beilage 1) 6.1]
1 Kompressor
2 Hauptluftbehälter
3 Führerbremsventil
2
l
4 Hauptleitung
5 Ausschalthahn
6 Steuerventil
Funktionsweise der Bremsen
7 Hilfsluftbehälter
8 Bremszylinder
Inhaltsverzeichnis
Führerbremsventil
10, 37
Funktionsweise der Bremsen
2 ff.
G-Bremse
9
G-Bremsgewicht
7, 8, 12
Gefälle
34 – 36, 45
Geschleppte Triebfahrzeuge
10 – 12, 55
Gleitschutz, Gleitschutzstörung
40
Güterwagen
14 – 17
Handbremsen besetzt
42, 43, 49
Handbremsgewicht
46, 57
Hauptbremsprobe
52, 53
Hauptleitung
3
Hemmschuhe
46
Keine Bremsprobe
55
Kompressor, Ausfall
31
Lastabbremsung
14
Lastwechsel
15
Luftfederung IC 2000
40
Magnetschienenbremse
37, 40, 57
Mangelhafte Zustände und Bereitschaft
31
Manueller Lastwechsel
15
Nachbremse
11, 49, 55
N-Bremsgewicht
11, 49
Notbremsventil
3
Notbremse, Notbremsanforderung, -überbrückung 3, 6, 40, 56
Notsteuerung
37
P-Bremse
6, 57
P-Bremsgewicht
7, 8, 12
Pendelzug
18 – 29, 54, 56
R-Bremse
9, 28, 40, 57
R-Bremsgewicht
7, 8, 12, 28
Re 460
9, 11
Rundungsregel
7
Inhaltsverzeichnis
l
59
Inhaltsverzeichnis
Abschluss der Bremsprobe
52
Automatische Drucklufbremse
2
Automatische Lastabbremsung
14
Automatischer Lastwechsel
15
Anrechenbare Bremsgewichte
7
Arbeitende Triebfahrzeuge
8
Ausfall der elektrischen Bremse
34 – 36
Auslöseventil
6, 39, 52
Ausgeschalteter Bremsrechner
37
Ausgeschaltete Luftfederung IC 2000
40
Ausschalten der Luftbremse
12, 37, 38, 39, 55
Ausschalthahn
39
Batteriespannung ungenügend
40
Besondere Bremsausrüstungen
55, 57
Betriebsartschalter
9
Betriebsbremsung
4 – 6, 55
Bremsausschalthahn
32
Bremsgewicht
7–9
Bremsgewichte Triebfahrzeuge
9
Bremsgewichte Reisezugwagen
18 – 27
Bremsgewichttabelle
16
Bremsprobe
50 – 57
Bremsrechner
10, 37
Bremsstörungen
31 – 33
Bremsventil
32
Bremsverhältnis
7 – 9, 13, 14, 18 – 25, 35, 42, 49
Bremswirkung ungenügend
39
E-Bremse, elektrische Bremse
9, 34, 35
EP-Bremse
18 – 29, 30, 56
Federspeicherbremse
38, 57
Festbremser
32, 33
Feststellbremse
40, 46, 51
Formel zum Berechnen des Bremsverhältnisses
7
58
l
Inhaltsverzeichnis
Bremsprobe beim Re-460-Pendelzug
Bei artreinen IC-2000-Pendelzügen (inkl. IC-2000-Module), auch
in Mehrfachtraktion, darf der Lokführer die Hauptbremsprobe
mit dem Diagnosebildschirm im Führerstand durchführen, sofern
folgende Bedingungen erfüllt sind:
1. Präsenzkontrolle aller Fahrzeuge des Zuges.
2. Keine IC Bt bzw. EW IV eingereiht, keine Zusatzwagen.
3. Alle Bremsen und Bremsrechner eingeschaltet.
4. Re 460 / IC 2000 Bt nicht auf Notsteuerung eingerichtet.
Die Bremsen des EW-IV-Moduls bzw. der Zusatzwagen kontrolliert das Zugpersonal vom Boden aus.
Zusatzbremsprobe beim Re-460-Pendelzug
Bei Re-460-Pendelzügen – auch mit Modul, jedoch ohne Zusatzwagen – kontrolliert der Lokführer die Bremsen der ferngesteuerten Re 460 bzw. Bt vom Führerstand aus.
Bedingungen für die Zusatzbremsprobe durch den Lokführer:
– Das letzte Fahrzeug des Zuges wird auf dem Diagnosebildschirm angezeigt.
– Bremsrechner eingeschaltet.
– Re 460 / IC 2000 Bt nicht auf Notsteuerung eingerichtet.
Werden vollständig vorgebremste EW-IV-Module angehängt,
kontrolliert der Lokführer die Bremsen der Zugteile mit dem
Diagnosebildschirm vom Führerstand aus.
Werden Zusatzwagen oder EW-IV-Module, welche länger als zwei
Stunden abgestellt waren, ohne vorgängige Hauptbremsprobe
angehängt, kontrolliert das Zugpersonal die Bremsen an allen
neu beigestellten Wagen vom Boden aus.
Wagenauswechslungen bei EW-IV-Pendelzügen
Bei Wagenauswechslungen wird durch das Rangierpersonal an
den neu eingesetzten Fahrzeugen eine Hauptbremsprobe durchgeführt. Diese wird unmittelbar nach dem Einfügen der neuen
Fahrzeuge durchgeführt.
56
l
Bremsprobe beim Re-460-Pendelzug
Hauptleitung (Hauptluftleitung HLL)
Die Hauptleitung verbindet, ausgehend vom Führerbremsventil
des bedienten Führerstandes, sämtliche an die automatische
Bremse angeschlossenen Fahrzeuge bis zum Zugende. Zum Absperren der Hauptleitung an Fahrzeugen mit Druckluftbremse ist
an jedem Stossbalken ein Kupplungshahn vorhanden, bei doppelter Anordnung der Bremskupplungen sind dementsprechend
zwei Kupplungshahnen angebracht. Der Kupplungshahn ist offen,
wenn sich dessen Griff in waagrechter Stellung befindet und
geschlossen, wenn sich der Griff in senkrechter Stellung befindet.
[R 300.14 (Bremsen Beilage 1) 5.1.1]
Notbremsventil
Die Notbremseinrichtung bezweckt, dass im Notfall ein Zug angehalten werden kann. Jedes Reisezugfahrzeug ist in der Regel mit
einem Notbremsventil ausgerüstet. Das geöffnete Notbremsventil verbindet die Hauptleitung unmittelbar mit dem Freien
und es tritt eine Notbremsung ein, wobei bei vielen Wagen durch
das Ausströmen der Luft gleichzeitig eine Signalpfeife aktiviert
wird. Der normale Betriebszustand kann in der Regel nur mit
einer besonderen Rückstellvorrichtung oder mit Hilfe des Wagenschlüssels hergestellt werden.
Notbremsüberbrückung und Notbremsanforderung
Die Notbremsüberbrückung bzw. -anforderung soll verhindern,
dass ein Zug an ungeeigneter Stelle zum Stillstand kommt. Notbremsüberbrückung: Ein geöffnetes Notbremsventil löst eine
Notbremsung aus, gleichzeitig wird im Führerstand die Betätigung der Notbremse angezeigt. Die Wirkung der Notbremsung
kann durch den Lokführer im Führerstand überbrückt werden.
Ein anderweitig bedingter Luftverlust in der Hauptleitung (z.B.
Zugtrennung) kann nicht überbrückt werden. Notbremsanforderung: Eine betätigte Notbremseinrichtung wird im Führerstand angezeigt, löst jedoch keine Notbremsung aus.
[R 300.14 (Bremsen Beilage 1) 10]
Funktionsweise der Bremsen
l
3
Abschlussstellung: Luftzufuhr vom Hilfsluftbehälter zum Bremszylinder wird unterbrochen
2
3
11
1
A
4
Rad
Abschlussstellung
Lösen (Druckaufbau auf 5 bar)
2
3
11
1
A
4
Rad
Stufenweises Lösen
Gesteuert werden der Hauptleitungsdruck (blau), der Druck im
Steuerbehälter (gelb) und der Druck im Bremszylinder (grün). Der
Druck im Hilfsluftbehälter (rot) enthält den Luftvorrat zur Speisung des Bremszylinders. [R 300.14 (Bremsen Beil. 1) 6.2.2]
Funktionsweise der Bremsen
l
5
Betriebsstellung: Bremse ist gelöst
2
3
11
1
Kontrolle der EP-Bremse und der Notbremsanforderung
beim Re-460-Pendelzug
Der Lokführer kontrolliert während der Bremsprobe in der Stellung «EP IC» den automatischen Test am Bildschirm. Bei den
Zusatzwagen an der EP-Leitung muss der NBA-Test manuell
durchgeführt werden. [P 20003127 (Re 460 Pendelzug) 5.8]
A
Wagenanschriften zur Bremsausrüstung
Wagenanschrift
4
Rad
Bedeutung
Bremsklötze aus Kunststoff oder Sintermetall
Schreibenbremsen (Kunststoff-Bremsbeläge)
Füllen und Lösen
Bremsen (Betriebsbremsung, Druckverminderung um 1 bar)
2
3
11
Kombinierte Scheiben- und Klotzbremsen
Trommelbremsen (Güterwagen)
RIC-Bremse (= P-Bremse)
1
A
Schnellbremsbeschleuniger
4
Rad
Bremsen
1
2
3
A
4
Hilfsluftbehälter
Hauptleitung
Ausschalthahn
Luftauslass ins Freie
l
4
5
6
7
Bremszylinder
8 Regulierkolben
Rückschlagventil
9 Steuerbehälter
Rückschlagventil 10 Einlassventil
Steuerkolben
11 Steuerventil
P-Bremse
Die P-Bremse ist eine rasch wirkende Bremse. Sie wird für leichte
bis mittelschwere Züge verwendet. Die Bremszylinderfüllzeit beträgt 3 bis 5 Sekunden, die Lösezeit 10 bis 20 Sekunden. Voraussetzung ist, dass alle Fahrzeuge straff gekuppelt sind.
Auslöseventil
Mit dem Auslöseventil kann durch Entleerung der Bremsapparate
die Bremse ohne Erhöhung des Hauptleitungsdrucks gelöst werden. Bei Triebfahrzeugen kann das Auslöseventil an der Pneumatiktafel, bei Wagen in der Regel mit Zugstangen oder -drähten von
beiden Seiten aus betätigt werden. [R 300.14 (B1) 6.6.1 & 6.10]
l
Handbremsgewicht
im Verhältnis zum Gesamtgewicht
Handbremsgewicht
(Federspeicherbremse)
Funktionsweise der Bremsen
Bremsbedienungsarten der automatischen Bremse
1. Die Betriebsbremsung wird zum Anhalten der Züge und für Geschwindigkeitsreduktionen angewendet. Der Druck in der Hauptleitung wird um höchstens 1 bar reduziert.
2. Eine Vollbremsung liegt vor, wenn der Druck in der Hauptleitung um 1,5 bar vermindert wird. Dadurch wird der grösste
mögliche Bremszylinderdruck und somit auch die grösste Bremskraft der automatischen Bremse erreicht.
3. Eine Schnellbremsung liegt vor, wenn die Hauptleitung vollständig entleert wird (0 bar). So wird der kürzeste Bremsweg erreicht. Zudem wirken die Magnetschienenbremsen, die Schnellbremsbeschleunigungsventile und, sofern geschleppt, bei Triebfahrzeugen die Nachbremse.
4. Eine Notbremsung liegt vor, wenn durch das Betätigen einer
Notbremseinrichtung die Hauptleitung entleert wird. Die Wirkung ist grundsätzlich dieselbe wie bei einer Schnellbremsung.
5. Eine Zwangsbremsung liegt vor, wenn durch eine Sicherheitseinrichtung die Hauptleitung entleert wird. Die Wirkung ist
grundsätzlich dieselbe wie bei einer Schnellbremsung.
6. Eine Systembremsung liegt vor, wenn durch den Fahrzeugrechner eine automatische Betriebs- oder Vollbremsung eingeleitet wird. [R 300.14 (Bremsen) 2.4.1]
6
Magnetschienenbremsen
Funktionsweise der Bremsen
Bremsausrüstung
l
57
– Bei jedem Führerstandwechsel ohne Änderung der Zugzusammensetzung.
– Bei Inbetriebnahme des Führerstandes nach dem Abkuppeln
von Vorspannlok oder Pendelzugeinheiten.
– Wenn der Zug bis zu zwei Stunden abgestellt wurde.
– Wenn der bediente Führerstand vorübergehend bzw. die Lok
komplett abgerüstet wurde.
[R 300.5 (Druckluftbremse Anlage 1) 1.4]
Probe der Nachbremse geschleppter Triebfahrzeuge
1. Bremsen: Nach Ausführung einer Betriebsbremsung mit einer
Druckverminderung in der Hauptleitung um 1 bar müssen die
Bremsen der Fahrzeuge mit Nachbremse noch gelöst sein (ge(bremsten Zustand an einem beliebigen Wagen kontrollieren).
2. Anschliessend ist frühestens nach 20 Sekunden der Kupplungshahn der Hauptleitung am Zugschluss zu öffnen, bis die Nachbremse anspricht und die Bremssohlen fest anliegen.
3. Lösen: Nach dem Herstellen des Hauptleitungsnormaldrucks
müssen die Bremsen der Fahrzeuge mit Nachbremse gelöst sein.
[R 300.5 (Druckluftbremse Anlage 1) 1.5]
Keine Bremsprobe
Die Bremsprobe ist nicht erforderlich:
1. Wenn am Zugschluss Fahrzeuge abgehängt wurden.
2. Nach dem Betätigen von Umstellvorrichtungen.
3. Nach dem Rückstellen einer gezogenen Notbremse.
[R 300.5 (Druckluftbremse Anlage 1) 1.6]
Kontrolle bei besonderen Bremsausrüstungen
Ferngesteuerte und geschleppte RBe 540, RBDe 565, RBDe 566 II
230 – 242, BDe 576, Traktoren, Bm 4/4, Am 841, unbekannte
Fahrzeuge sowie Gleisbaumaschinen sind an allen Achsen und
auf beiden Seiten zu kontrollieren.
[P 20000816 (Zuguntersuchung 5.3) 5.4]
Bremsprobe
l
55
Zusatzbremsprobe
Bremsvorschriften
Die Bremsen des letzten luftgebremsten Fahrzeuges sowie aller
neu beigestellten Fahrzeuge sind zu prüfen:
1. Bei jedem Fahrrichtungswechsel, sofern das Triebfahrzeug an
der Spitze neu gekuppelt wurde.
2. Wenn der Zug von zwei bis zu 12 Stunden abgestellt wurde.
3. Bei Zügen ohne Bremsrechnung, die nach Zug- und Bremsreihe
A 30% verkehren.
Die Bremsen an einem beliebigen Fahrzeug, das sich hinter der
letzten Trennstelle der Hauptleitung befindet sowie an allen neu
beigestellten Fahrzeugen sind zu prüfen:
1. Nachdem ohne Fahrrichtungswechsel Triebfahrzeuge oder
Wagen ausgewechselt oder beigestellt wurden.
2. Nachdem Bremskupplungen getrennt und gekuppelt wurden.
3. Wenn die Hauptbremsprobe mit einer ortsfesten Anlage oder
mit einem weiteren Triebfahrzeug durchgeführt wurde, nach
dem Anhängen des zugführenden Triebfahrzeugs (falls die
ortsfeste Anlage zwischen den Fahrzeugen des Zuges angeschlossen war, muss die Zusatzbremsprobe hinter dem Anschlusspunkt der Anlage erfolgen).
Bremsverhältnis
Das Bremsverhältnis zur Bestimmung der Bremsreihe wird wie
folgt berechnet:
Bremsgewicht (t) x 100(%)
Bremsverhältnis (%) =
Zuggewicht (t)
An Zugteilen, welche innerhalb von zwei Stunden von Anschlusszügen kamen, ist eine Zusatzbremsprobe vorzunehmen. Je Zugteil ist mindestens eine Bremse am entsprechenden Fahrzeug
nach vorgängigen Bestimmungen zu prüfen.
An Wagen, deren automatische Bremse ohne ersichtlichen Grund
ausgeschaltet ist, darf der Ausschalthahn geöffnet werden.
Anschliessend ist vor der Weiterfahrt an diesen Wagen eine
Bremsprobe vorzunehmen. [R 300.5 (Zugvorbereitung) 4.4.3]
Vereinfachte Bremsprobe
Der Lokführer führt die Bremsprobe allein durch, indem er das
Ansprechen der Bremsen an den Bremszylinder-Manometern im
bedienten Führerstand kontrolliert, und zwar:
54
l
Rundungsregel: Bei der Bremsrechnung sind Bruchteile von Tonnen (t) und Bremsprozenten (%) von 0,5 und grösser aufzurunden, solche von weniger als 0,5 abzurunden.
[R 300.5 (Zugvorbereitung) 4.3]
Anrechenbare Bremsgewichte
Angerechnet werden darf:
– Das R-Bremsgewicht, wenn das Bremsverhältnis des Zuges mit
Einbezug der R-, P- und G-Bremsen mindestens 95% erreicht.
– Das P-Bremsgewicht, wenn das Bremsverhältnis des Zuges mit
Einbezug der R-, P- und G-Bremsen 95% nicht erreicht.
– Das G-Bremsgewicht nur zu 8/10 wegen der längeren Bremszylinderfüllzeit.
Die Eisenbahnverkehrsunternehmen regeln in ihren Betriebsvorschriften die Anrechung folgender Bremsgewichte:
– Das höhere der beiden Bremsgewichte in Stellung
– Das Bremsgewicht der elektromagnetischen Schienenbremse
in der Stellung R+Mg.
– Die EP-Bremse.
– Das E-Bremsgewicht bei speziell bezeichneten Pendel- und
Triebzugeinheiten, die zusätzlich mit Magnetschienenbremsen ausgerüstet sind.
[R 300.5 (Zugvorbereitung Anlage 1) 2.2.1]
Bremsgewicht: Das Bremsgewicht in Tonnen (t) ist der Wert, um
die Bremskraft eines Fahrzeuges auszudrücken.
[R 300.1 (Allgemeines) 3.2]
Bremsprobe
Bremsvorschriften
Ablauf der Bremsprobe
Die Bremsprobe ist in folgender Reihenfolge an allen Fahrzeugen,
bei denen eine Bremsprobe vorzunehmen ist, auszuführen:
1. Eine Betriebsbremsung ausführen (minus max. 1 bar).
2. Prüfen, ob die Bremsen aller zu kontrollierenden Fahrzeuge
gebremst sind.
3. Die Bremsen lösen.
4. Prüfen, ob die Bremsen aller Fahrzeuge gelöst sind.
Bremsgewichte Triebfahrzeuge SBB
Die Kontrolle ist durchzuführen an den Fahrzeugen selbst (Bremsklötze aller Achsen, Meldefenster) bzw. an den BremszylinderManometern der bedienten Triebfahrzeuge und Steuerwagen
(z.B. beim Kuppeln einer Schiebelok oder bei der Vereinigung von
Pendelzugeinheiten).
Müssen zum Lösen während der Bremsprobe Auslöseventile
betätigt werden, ist die Bremsprobe an den betreffenden Fahrzeugen zu wiederholen. Wenn während der Bremsprobe Vorgänge beobachtet werden, die auf Unregelmässigkeiten schliessen
lassen, ist eine Wiederholung der Bremsprobe zu verlangen.
Abschluss der Bremsprobe: Die Meldung über den Abschluss der
Bremsprobe darf erst nach abgeschlossener Zugvorbereitung
erfolgen. Sie ist durch den Zugvorbereiter dem Lokführer gemäss
den Vorschriften «Signale» oder quittungspflichtig mit der Meldung: «Zug ... Bremse gut» bekannt zu geben. Mit der Übermittlung der Meldung über den Abschluss der Bremsprobe gilt die
Zugvorbereitung für den Lokführer als abgeschlossen.
[R 300.5 (Zugvorbereitung) 3.2.2 & 5]
Hauptbremsprobe
Die Bremsen aller Fahrzeuge im Zug, mit Ausnahme der Triebfahrzeuge an der Spitze, sind zu prüfen:
1. Wenn der Zug neu gebildet wird.
2. Wenn der Zug aus Zugteilen gebildet wird, welche nicht innerhalb von zwei Stunden von Anschlusszügen kamen.
52
l
Bremsprobe
Serie
Zugreihe R-Br
P-Br
l
7
G-Br Geschl Hand-Br Hemm
Re 460
R
105
(76)
76
N57
1 x 28 t
8
Re 420
R
105
(76)
76
R, P
2 x 14 t
8
Re 421 CH R
105
(76)
76
R, P
2 x 14 t
8
Re 430
R
105
(76)
76
R, P
2 x 14 t
8
Re 620
R
150
(108)
108
R, P
2 x 14 t
8
Ae 610
A
120
90
90
P 90
2 x 21 t
8
Am 843
A
—
99
67
99
1 x 40 t
4
[P 20000823 (Fahrzeugdaten Triebfahrzeuge 5.15) 2]
Anrechenbare Bremsgewichte der Re 460
Die anrechenbaren Bremsen sind von der Anhängelast abhängig:
– 130 t (E-Bremse): IC-2000- oder EW-IV-Pendelzug ohne D ex
SNCF, Q-Lok, Zusatz- oder Überfuhrwagen, mindestens aus 20
Achsen Anhängelast bestehend, alle Bremsen eingeschaltet
und auf Stellung R+Mg, EP-Bremse bzw. Schnellbremsbeschleuniger eingeschaltet und angerechnet, alle Luftfedern
der IC-2000-Wagen eingeschaltet.
– 113 t (E-Bremse): Zug mit Bremsverhältnis von 135% in der
Anhängelast, mind. aus 12 Achsen Anhängelast bestehend.
– 105 t (R-Bremse): übrige Züge, Betriebsartschalter auf Stellung
«N», «EP IC» oder E-Bremse nicht voll funktionsfähig, bzw.
zwei oder mehr Re 460 an der gleichen Stelle im Zug, geschleppte Re 460 im Zug. [P 20003127 (460) 5.6]
– 76 t (G-Bremse): Güterzüge mit Betriebsartschalter auf Stellung «L».
– 75 t: Betriebsartschalter auf Stellung «EP Hupac».
[P 20000817 (Bremsvorschriften 5.4a) 2.2.1]
Bremsgewichte von arbeitenden Triebfahrzeugen
l
9
Bremsgewichte von arbeitenden Triebfahrzeugen
Das Bremsgewicht wird entsprechend der Stellung der GPRWechsel ermittelt. Die entsprechenden Bremsgewichte sind der
Triebfahrzeugtabelle (P 20000823 5.15) oder der Bremsanschrift
am Triebfahrzeug zu entnehmen.
Bei arbeitenden und geschleppten Triebwagen ist die Ladung
(Personen, Gepäck) für die Berechnung des Zuggewichtes und
der Anhängelast nicht zu berücksichtigen.
Triebfahrzeuge mit eingeklammerter P-Bremsgewichtanschrift
besitzen keine Stellung «P» an der Umstellvorrichtung. Triebfahrzeuge mit elektrischer oder hydrodynamischer Bremse tragen neben der Bremsanschrift ein «E».
Beispiel:
Dienstgewicht
Handbremsgewicht
R-Bremsgewicht
Überführung von Triebfahrzeugen am Zugschluss (Q-Lok)
Bei der Überführung von arbeitenden Triebfahrzeugen am Zugschluss sind die Steuerleitungen und die Speiseleitung zwischen Lok und Wagen nicht zu kuppeln, damit NBA-ep und 18polige Türschliessung funktioneren.
[P 20000807 (Kupplungen, Verbindungen 4.A1) 4]
l
Wenn mehrere Triebfahrzeuge zusammengekuppelt sind, ist die
Hauptbremsprobe schon bei der Inbetriebnahme der Triebfahrzeuge auszuführen.
Die Hauptbremsprobe darf auch mit ortsfester Anlage oder mit
einem weiteren Triebfahrzeug durchgeführt werden. In diesem
Fall ist nach dem Anhängen des zugführenden Triebfahrzeugs
eine Zusatzbremsprobe durchzuführen. [R 300.5 (Anlage 1) 1]
P-Bremsgewicht
G-Bremsgewicht
Bei oben stehender Anschrift darf z.B. angerechnet werden:
– 100 t: bei einem Bremsverhältnis im Zug gleich oder grösser als
95%, Umstellvorrichtung auf Stellung «R».
– 72 t: bei einem Bremsverhältnis im Zug von weniger als 95%,
Umstellvorrichtung auf Stellung «R».
– 58 t: bei einem Güterzug mit mehr als 600 t Anhängelast, Umstellvorrichtung auf Stellung «G» (0,8 x 72 t).
[R 300.5 (Druckluftbremse Anlage 1) 2.2.2]
8
3. Wenn der Zug mehr als 12 Stunden abgestellt wurde.
4. Bei Kompositionen, welche unverändert mehrere Tage im Einsatz stehen, täglich vor der ersten Fahrt.
5. Wenn bei der Bremsprobe auf Wirkung eine unerwartet
schlechte Bremswirkung festgestellt wird.
6. Wenn Unklarheit oder Zweifel über die Durchführung der
Bremsprobe bestehen.
Zugelassene Fahrzeuge für Hauptbremsprobe ab Führerstand
(Achtung: teilweise spezielle Bedingungen beachten):
Bem 550 [P 20003162 Bem 550 für Genève – La Plaine]
Domino [P 20005282 RBDe 560 201 Domino]
DPZ-Pendelzug [P 20006650 Re 450 Pendelzug DPZ]
DTZ [P 20003123 RABe 514 DTZ]
Flirt [P 20003126 RABe 521-524, 526, 527 Flirt]
HVZ-Pendelzug [P 20023161 HVZ-Doppelstockpendelzug]
ICE [P 20000848 ICE 401 und 411]
ICN [P 20003125 RABDe 500]
Lötschberger [P 20003428 RABe 525, 527 NINA, RABe 535]
NPZ-Pendelzug [P 20003283 RBDe 560-562, 566 077-080 NPZ]
RABe 511 Triebzug [P 20020942 Triebzug RABe 511]
Re-460-Pendel [P 20003127 Re 460 Pendelzug EW IV & IC 2000]
Seetal RABe 520 [P 20003149 RABe 520 Seetal, Thurbo, SBB]
Thurbo RABe 526 [P 20003149 RABe Seetal, 526 Thurbo, SBB]
TGV [P 20000850 TGV- POS und 2N2]
Bremsgewichte von arbeitenden Triebfahrzeugen
Führerbremsventil
Mit dem Führerbremsventil kann der Druck in der Hauptleitung
reguliert werden. In der Bremsstellung wird der Druck in der
Hauptleitung durch Luftauslass ins Freie vermindert. Der Druck in
der Hauptleitung kann in dieser Weise stufenweise bis zur vollen
Bremswirkung gesenkt werden. In der Schnellbremsstellung
strömt die Druckluft unmittelbar und direkt aus der Hauptleitung
ins Freie. In der Neutralstellung bzw. Abschlussstellung ist die
Verbindung zwischen Hauptluftbehälter und Hauptleitung unterbrochen. [R 300.14 (Bremsen Beilage 1) 6.9]
Fahrzeuge mit Bremsrechner
Die Steuerung der Bremssysteme ist in die Leittechnik des Triebfahrzeugs oder Steuerwagens integriert. Die Bedienungselemente im Führerraum steuern einen Rechner und dieser die Pneumatikelemente. Eine Schnellbremsung kann in jedem Fall direkt
durch Öffnen der Hauptleitung mit einem Nothahn oder einem
Notbremsventil unter Umgehung des Rechners ausgeführt werden. [R 300.14 (Bremsen Beilage 1) 16]
Bremsprobe
l
53
Begriff: Bremse gut
Bedeutung: Die Bremsen sind gut
Hochhalten der offenen Handfläche gegen den Lf.
Das Signal des Personals «Bremse gut» ist durch
den Lokführer mit demselben Signal zu quittieren.
[R 300.2 (Signale) 4.1]
Zweck der Bremsprobe
Mit der Bremsprobe wird festgestellt, ob
– die Luft in beiden Richtungen ungehindert durch die Hauptleitung strömen kann und keine Undichtheiten an den Bremsapparaten wahrnehmbar sind,
– nach einer Betriebsbremsung vom bedienten Führerstand aus
die Bremsen an allen gebremsten Achsen fest anliegen und nach
dem Lösen der Bremse von der gleichen Stelle aus ohne Betätigen
von Auslöseventilen wieder vollständig gelöst sind.
[R 300.14 (Bremsen) 2.3.1]
Bremsgewichte von geschleppten Triebfahrzeugen
Durchführung der Bremsprobe
Das Bremsgewicht geschleppter Triebfahrzeuge ist der Triebfahrzeugtabelle (P 20000823 5.15) zu entnehmen. Bei Triebfahrzeugen mit Nachbremse (N) darf das Bremsgewicht für das
Bremsverhältnis im Zug nicht angerechnet werden.
Vor der Abfahrt eines Zuges im Ausgangsbahnhof sowie bei Veränderung der Zusammensetzung oder nach einem Fahrrichtungswechsel muss eine Bremsprobe durchgeführt werden. Diese ist vom gleichen Führerstand aus vorzunehmen, von dem aus
die Bremse während der Fahrt bedient wird.
[R 300.5 (Zugvorbereitung)3.2.1]
Beispiel:
Bei oben stehender Anschrift darf also angerechnet werden:
– 0 t: anrechenbares Bremsgewicht.
– 57 t: anrechenbares Bremsgewicht für Teilbremsverhältnis.
[R 300.5 (Druckluftbremse Anlage 1) 2.2.3]
10
l
Bremsgewichte von geschleppten Triebfahrzeugen
Vor Beginn der Bremsprobe
– müssen die Bremsapparate betriebsbereit sein,
– muss die Luftbremse gelöst sein (an einem beliebigen Wagen
prüfen),
– müssen Hand- und Feststellbremsen gelöst sein,
– müssen die Bremsapparate auf Dichtigkeit geprüft werden.
Bremsprobe
l
51
Signale für die Bremsprobe
Ortsfeste Signale für Bremsprobe
Begriff: Bremsen
Bedeutung: Auftrag zum Bremsen
Begriff: Lösen
Bedeutung: Auftrag zum Lösen
Begriff: Bremse gut
Bedeutung: Die Bremsen sind gut
Signale des Personals für die Bremsprobe
Sofern die Befehle und Meldungen für die Bremsprobe dem
Lokführer nicht mündlich oder mit ortsfesten Signalen übermittelt werden können, sind sie mit der Mundpfeife zu geben und
durch Armbewegungen bzw. nachts, wo nichts anderes erwähnt
ist, mit einem weissen Licht zu ergänzen.
Begriff: Bremsen
Bedeutung: Auftrag zum Bremsen
Bei Tag: Drei kurze Pfiffe und beide
Arme senkrecht heben und die offenen Handflächen über dem Kopf
quer zum Gleis zusammenführen.
Bei Nacht: Drei kurze Pfiffe und das weisse Licht in einer Halbkreisbewegung langsam heben und anschliessend
schnell senkrecht absenken.
Begriff: Lösen
Bedeutung: Auftrag zum Lösen
Zwei kurze Pfiffe und Schwingen des hocherhobenen
Arms quer zum Zug.
50
l
Nachbremse für Triebfahrzeuge
Traktoren ohne automatische Bremse oder Triebfahrzeuge, deren automatische Bremse beim Schleppen nicht wirksam ist, sind
mit einer Nachbremse ausgerüstet. Bei einer Betriebs- oder Vollbremsung spricht die Nachbremse nicht an. Die Nachbremse
bewirkt, dass die Luftbremse des Triebfahrzeugs erst zum Ansprechen kommt, wenn der Hauptleitungsdruck um ca. 2,5 bar abgesenkt wird. Bei der Erhöhung des Hauptleitungsdrucks auf den
Wert einer Vollbremsung löst die Nachbremse damit ausgerüsteter Fahrzeuge. [R 300.14 (Bremsen Beilage 1) 13]
Geschleppte Re 460
Es gelten folgende zusätzliche Bedingungen beim Schleppen einer Re 460 am Schluss von Pendelzügen:
– Mindestens 32 Achsen Anhängelast ohne geschleppte Re 460.
– Alle Bremsen auf Stellung R oder R+Mg.
– Vmax 160 km/h.
– Anrechenbare Bremsen: Re 460 in Betrieb > R 105 t /
Re 460 geschleppt > N 0 t / Wagen > R schwarz
– Nachbremse geprüft.
– Geschleppte Lok straff gekuppelt.
Eine Re 460 darf bereits ab dem Ausgangsbahnhof am Schluss
eines Pendelzuges geschleppt werden. [P 20003127 (460) 5.6]
Einrichten für Schleppfahrt
Als geschleppt gilt ein Triebfahrzeug, wenn es
– nicht arbeitet und für Schleppfahrt eingerichtet ist oder
– auf Steuerwagen oder Zwischenwagen geschaltet ist.
Nur instruiertes Personal darf Triebfahrzeuge für Schleppfahrt
einrichten. Die Bedingungen für die Schleppfahrt sind auf dem
Formular «Überführung des Triebfahrzeuges in Schleppfahrt»
einzutragen: Vmax im Schadenfall gemäss P 20000831 [9.11] und
anrechenbare Bremsgewichte gemäss P 20000817 [5.4a].
[P 20000808 (Zugbildung, Triebfahrzeuge 5.1a) 5]
Bremsgewichte von geschleppten Triebfahrzeugen
Bremsprobe
l
11
Teilbremsverhältnis
Wagen mit und ohne Umstellvorrichtung
Das Teilbremsverhältnis garantiert eine minimale Bremswirkung,
um bei einer Zugtrennung die einzelnen Zugteile sicher zum
Stillstand zu bringen und während einer Zeit von mindestens
einer halben Stunde gegen Entlaufen zu sichern.
[R 300.1 (Allgmeines) 3.2]
Triebfahrzeuge sind in der Regel mit einem GP-, GPR- oder GRWechsel, Wagen hauptsächlich mit einem GP- bzw. RIC/R-, RIC/
R+Mg- oder RIC/R/R+Mg-Wechsel ausgerüstet. [R 300.14 (1) 6.8]
Anwendung der Zug- und Bremsreihen
Mit kleinerem als mit dem nach Streckentabelle für die betreffende Strecke zulässigen kleinsten Bremsverhältnis darf nur bei ausAuszug aus der Bremstabelle 90
Bremsverhältnis in [%] in Abhängigkeit von Streckenneigung
und Höchstgeschwindigkeit
[P 20000817 (5.4a) Bremsvorschriften 3.1]
v (km/h)
0– 5
10
Beispiel:
Gesamtgewicht
Anzahl Plätze
Eigengewicht
Massgebende Streckenneigung (Promille)
6
9
Wagen ohne Umstellvorrichtung
Anrechenbar ist das angeschriebene Bremsgewicht oder, wenn
diese Angabe fehlt, das Eigengewicht des Wagens.
Bei 3-achsigen Wagen mit ungebremster Mittelachse sind 2/3, bei
4-achsigen Wagen mit nur einem gebremsten Drehgestell 1/2 des
Eigengewichts anrechenbar. [R 300.5 (Druckl’br. Anlage 1) 2.2.4]
8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 35 40 45 50
9 10 12 13 15 17 19 21 22 24 26 28 30 36 42 48 55
25 16 17 19 21 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40 47 54 62 70
30 19 20 22 24 26 28 29 31 33 35 37 40 42 45 52 59 67 75
35 22 23 25 27 29 31 33 35 37 39 41 45 47 50 57 64 72 80
40 25 26 28 30 32 34 36 38 41 43 46 50 52 55 62 69 77 85
50 31 32 34 36 39 42 44 47 50 53 56 59 62 65 72 79 87 95
Hersteller
Bremsart
R-Bremsgewicht
Wagen mit Umstellvorrichtung
Angerechnet werden dürfen bei der unten stehenden Anschrift
und Stellung in einem Zug mit einem Bremsverhältnis
– gleich oder grösser als 95%: 69 t, 74 t oder 84 t
– kleiner als 95%: nur 51 t [R 300.5 (Druckl’br. Anlage 1) 2.2.5]
60 40 41 43 45 48 51 54 57 60 63 66 69 72 75 82 89 97 105
75 55 56 58 60 63 66 69 72 75 78 81 84 87 90 97 104 112 120
RIC = P-Bremsgewicht
80 60 61 63 65 68 71 74 77 80 83 86 89 92 95 102 109 117 125
100 80 81 83 85 88 91 94 97 100 103 106 109 112 115 122 129 135 135
R-Bremsgewicht
125 105 106 108 110 113 116 119 122 125 128 131 134 135 135 135 135 135 135
R-Bremsgewicht Schnellbremsbeschleuniger angerechet (rot)
140 120 121 123 125 128 131 134 135 135 135 135 135 135 135 135
150 130 131 133 135 135 135 135 135 135 135 135 135 135
160 135 135 135 135 135 135 135 135 135 135 Bremsverhältnis (Prozent)
48
l
Teilbremsverhältnis
Bremsgewicht R + Mg
Wagen mit und ohne Umstellvorrichtung
l
13
Triebfahrzeuge anderer Verwaltungen verkehren als aussergewöhnliche Sendung (Ausnahme: Triebfahrzeug ist mit der 12stelligen UIC-Nummer gekennzeichnet und an der 3. und 4. Stelle
steht die Zahl 85 oder im UIC-Raster steht der Eintrag CH).
Ausschalten der Luftbremse bei geschleppten Triebfahrzeugen
Die Luftbremse geschleppter Triebfahrz. ist auszuschalten, wenn
– sie nicht an die Luftbremse der Spitzenlok angeschlossen sind,
– das Triebwerk ausgehängt ist,
– es nach den Bremsvorschriften vorgeschrieben ist.
serordentlichen Vorkommnissen gefahren werden, z. B. nach
einer Zugtrennung oder im Störungsfall. Das minimal erforderliche Bremsverhältnis muss unter Berücksichtigung der Vorschriften über das Teilbremsverhältnis mindestens für die massgebende Neigung und die gemäss angewendeter Bremstabelle tiefste
Geschwindigkeit genügen. [R 300.5 (Zugvorbereitung) 4.6.1]
Berechnung des Teilbremsverhältnisses
Die Bremsen sind gleichmässig im Zug zu verteilen. Überdies
müssen die Bedingungen für das Teilbremsverhältnis erfüllt sein.
Formular «Überführung des Triebfahrzeugs in Schleppfahrt»
Das Formular «Überführung des Triebfahrzeugs in Schleppfahrt»
ist durch die Instandhaltung an beiden Längsseiten des Triebfahrzeugs anzubringen. Zur Orientierung des Lokführers muss
unter «Bemerkungen» angegeben werden: Der Hinweis «Kunststoff-Bremsklötze» und der Hinweis, dass die Bremse des Triebfahrzeugs nicht brauchbar ist und deshalb nicht eingeschaltet
werden darf. [P 20000808 (Zugbildung, Triebfahrzeuge 5.1a) 5]
Das Teilbremsverhältnis muss gerechnet werden:
– vom Zugschluss her bis zu jeder möglichen Trennstelle im Zug,
– von der Zugspitze her für jede mögliche Trennstelle bis zum
fünften Fahrzeug der Anhängelast.
Das kleinste berechnete Teilbremsverhältnis muss mindestens so
gross sein wie das Bremsverhältnis nach angewendeter Bremstabelle für die massgebende Neigung und eine Geschwindigkeit
von 25 km/h.
Geschlepptes Triebfahrzeug mit Vielfachsteuersystem Vst IIId
Die R-Bremse ist wirksam und darf angerechnet werden, wenn
Triebfahrzeugtrennschalter auf Stellung 1/2, Vielfachsteuerleitung verbunden, Haupt- und Speiseleitung gekuppelt, Hauptluftbehälterhahnen offen.
Zur Bestimmung der Teilbremsverhältnisse werden angerechnet:
1. Das zur Bestimmung der Bremsreihe anrechenbare Bremsgewicht der eingeschalteten Bremsen.
2. Bei geschleppten Triebfahrzeugen mit Nachbremse das in der
Triebfahrzeugtabelle angegebene oder am Fahrzeug angeschriebene Bremsgewicht der Nachbremse.
3. Das Handbremsgewicht besetzter Handbremsen und Feststellbremsen.
Das Teilbremsverhältnis gilt als erfüllt und muss nicht überprüft
werden, wenn alle Fahrzeuge mit einer Bremse gebremst werden. [R 300.5 (Druckluftbremse Anlage 1) 2.4.1]
Geschlepptes Triebfahrzeug nur an Hauptleitung angeschlossen
Wirksame Bremse: – G-Bremse bei Re 425.
– G-, P-, R-Bremse gemäss Umstellvorrichtung bei Re 474/482/484/485, BR 185.
– G-, P-Bremse gemäss Umstellvorrichtung
bei Re 486.
– P-Bremse bei übrigen Triebfahrzeugen
Wirksame Bremse, nur für Teilbremsverhältnis anrechenbar:
– Nachbremse bei Re 460/465, Ee 922, Eem 923 und Traktoren.
[P 20000817 (Bremsvorschriften 5.4a) 2.4]
12
l
Bremsgewichte von geschleppten Triebfahrzeugen
Bremsverhältnis: Das Bremsverhältnis ist ein Quotient aus dem
Bremsgewicht eines Fahrzeugs oder eines Zuges und seiner tatsächlichen Masse (Gewicht). [de.wikipedia.org]
Teilbremsverhältnis
l
49
Stillhaltebremsgewicht [R 300.5 (Zugvorber.) Beilage 1]
l
47
Wagen mit automatischer Lastabbremsung
Wagen, bei denen das Bruttogewicht erheblich grösser ist als das
Leergewicht, sind mit einer Lastabbremsung ausgerüstet. Diese
ermöglicht das Anpassen des Bremsklotzdrucks an das effektive
Wagengewicht. Das Umstellen des Bremsklotzdrucks geschieht
durch den manuellen oder automatischen Lastwechsel mit den
Stellungen «leer» und «beladen» oder durch die automatische
Lastabbremsung kontinuierlich entsprechend der Beladung bis
zum höchsten möglichen Gesamtgewicht oder der Beladung nur
bis zu einem bestimmten Gesamtgewicht. [R 300.14 (Beil. 1) 3.4]
Bei Wagen mit automatischer Lastabbremsung «A» ist das Gesamtgewicht anrechenbar, höchstens jedoch das angegebene
maximale Bremsgewicht.
Beispiel:
Automatische Lastabbremsung (A)
Eigengewicht
Handbremsgewicht
Maximales Bremsgewicht
Bei oben stehender Anschrift darf z. B. angerechnet werden
(G = 0,8 x P): – 16 t P bzw. 13 t G: bei leerem Wagen
– 26 t P bzw. 21 t G: bei einem Gesamtgewicht
von 26 t (Beladung 10 t)
– 29 t P bzw. 23 t G: bei einem Gesamtgewicht
von 40 t (Beladung 24 t) [R 300.5 (A1) 2.2.6]
Ist zusätzlich zum Bremsgewicht das Bremsverhältnis angegeben, bezieht sich dieses auf den voll beladenen Wagen.
Beispiel:
Bremsverhältnis in %
14
l
Wagen mit automatischer Lastabbremsung
5/10 (volles Stillhaltebremsgewicht) des für die betreffende Neigung und für die Geschwindigkeit von 10 km/h nötigen Bremsgewichts betragen.
Anrechenbare Bremsgewichte für das Stillhaltebremsgewicht
Zur Bestimmung des Stillhaltebremsgewichts sind folgende
Bremsen anrechenbar:
Wagen mit automatischem Lastwechsel
Anrechenbar ist das höhere Bremsgewicht, wenn das Gesamtgewicht gleich ist oder grösser als das Umstellgewicht.
Beispiel:
Bremsgewichte
Umstellgewicht
1. Feststellbremse:
– Das Gesamtgewicht, aber höchstens das angeschriebene
Handbremsgewicht (Güterwagen und Triebfahrzeuge).
Beispiel:
– bei leerem Wagen sind 16 t
anrechenbar
– bei einem Gesamtgewicht von 40 t
sind 24 t anrechenbar
– Bei fehlender Handbremsgewichtanschrift das Gesamtgewicht, höchstens jedoch 20 t.
– Bei folgender Wagenanschrift ist der angeschriebene Faktor
zu berücksichtigen:
Beispiel:
anrechenbar ist 1/4 vom Gesamtgewicht
2. Hemmschuhe
– Für das Stillhaltebremsgewicht anrechenbar ist für jede unterlegte Achse die anteilige Radsatzlast, höchstens jedoch 10 t, in
Neigungen ab 41‰ und höher höchstens 7 t.
– Die Hemmschuhe sind unter die Räder von Wagen ohne Handbremse mit möglichst hoher Radsatzlast zu legen. Je Wagen ist
nur ein Hemmschuh zu verwenden.
[R 300.5 (Zugvorbereitung) 4.7]
46
l
Stillhaltebremsgewicht
Stillhaltebremsgewicht
Das Stillhaltebremsgewicht ist das notwendige Bremsgewicht zur
Sicherung von stillstehenden Fahrzeugen, in Tonnen (t). Es dürfen
nur von der Luftbremse unabhängige Bremsmittel angerechnet
werden. [R 300.1 (Allgmeines) 3.2]
Sichern von Fahrzeugen
Die folgenden Mittel dürfen zur Sicherung abgestellter Fahrzeuge
verwendet werden: Kuppeln an bereits gesicherte Fahrzeuge,
Hemmschuhe und Feststellbremse.
Stillhaltebremsgewicht für Praktiker
Man berechnet das Stillhaltebremsgewicht, indem man die an
den Wagen angeschriebenen Handbremsgewichte zusammenrechnet. Natürlich wird es nur angerechnet, wenn man die
entsprechende Handbremse auch anzieht. Welche im Zug das
nun genau ist, ist nicht vorgeschrieben, so kann man sich getrost
auf gute Handbremsen beschränken und muss weniger Handbremsen anziehen, denn mit wie vielen Handbremsen das Gewicht erreicht wird, ist nicht vorgeschrieben.
Hemmschuhe werden nur verwendet, wenn der Wagen keine
Handbremse hat. Ein Hemmschuh ist so was wie ein Keil für
Eisenbahnfahrzeuge.
Funktionsweise Hemmschuh: Rollt ein
Wagen gegen den Hemmschuh, steht
das Rad zuerst auf der (silbernen) Zunge. Erst jetzt kommt das zweite silberne Teil zum Einsatz. Das
immer noch rollende Rad fällt gegen diese Auflage und wird an
der weiteren Drehung gehindert. Das Rad blockiert. Der Hemmschuh kann diese Kraft nicht immer auffangen. Das heisst, er
kann nun rutschen. Dadurch erhöht sich aber der durch die
Reibung erzeugte Widerstand und das Fahrzeug kommt zum
stehen. [www.Lokifahrer.ch]
44
l
Stillhaltebremsgewicht
Bei obiger Anschrift darf in Stellung «P» angerechnet werden:
– 13 t: bei einem Gesamtgewicht bis zu 22 Tonnen.
– 26 t: bei einem Gesamtgewicht von 22 Tonnen und mehr.
Wagen mit manuellem Lastwechsel
Anrechenbar ist das der Stellung der Umstellvorrichtung entsprechende Bremsgewicht.
Beispiel:
1
2
Bremsgewichte
4
Umstellgewicht
Manuelle Umstellvorricht.
Bei oben stehender Anschrift darf
z. B. in Stellung «P» angerechnet
werden:
– 14 t: bei einem Gesamtgewicht
von 19 t
– 18 t: bei einem Gesamtgewicht
von 20 t
– 18 t: bei einem Gesamtgewicht
von 21 t
[R 300.5 (Anlage 1) 2.2.8 & 2.2.9]
3
Bremsausrüstung eines
Güterwagens:
(1) Bremsstellungswechsel,
(2) Bremsabsperrhahn,
(3) Lastwechsel,
(4) Auslöseventil.
[wikipedia.org]
Wagen mit Lastwechsel
l
15
Bremsgewicht von Güterwagen
G/P-Wechsel: Mit dem G/P-Wechsel muss am Güterwagen
eingestellt werden, ob die Güterzugbremse oder die Personenzugbremse wirken soll.
In Reisezügen und Leermaterialzügen werden die Wagen in
der Regel auf P gestellt.
Sollte der Zug schwerer als 1200 t sein, muss der Wechsel der
ersten 5 Wagen auf G gestellt und für diese Wagen die
Güterzugbremse angerechnet werden. Ab 1600 t müssen alle
Wagen auf G gestellt werden.
[R 300.5 (Druckluftbremse Anlage 1) 2.1.1 / Martin Gysin]
Bremsanschriften: Heute haben die
Güterwagen meistens eine automatische
Lastabbremsung. Diese erkennt man
am A und der Bezeichnung Max: xx t.
In diesem Beispiel wären das maximal 26 t Bremsgewicht.
Wichtig ist, dass bei den«Max»-Bremsen folgendes beachtet
wird: Der Wagen bremst bis zu diesem mit «Max» bezeichneten Bremsgewicht immer das Gesamtgewicht des Wagens,
also 100%. Ist der Wagen schwerer als die 26 t, nimmt das
Bremsverhältnis entsprechend ab.
Nehmen wir also an, der Wagen ist leer und wiegt 14’300 kg
abgerundet also 14 t. In diesem Fall darf für den Wagen auch
nur 14 t Bremsgewicht angerechnet werden.
Wird der Wagen nun noch mit 10 t beladen ist er 24 t schwer
und bremst auch 24 t.
Wird er aber mit 20 t beladen ist er zwar 34 t schwer, bremst
aber nur 26 t, denn mehr als 26 t kann er nicht bremsen.
[R 300.5 (Druckluftbremse Anlage 1) 2.2.6 / Martin Gysin]
Güterwagen
l
17
Wagen mit Bremsgewichttabelle
Anrechenbar ist das in Abhängigkeit vom Gesamtgewicht angegebene Bremsgewicht.
Bei der unten stehenden Anschrift darf z.B. in Stellung «P» angerechnet werden:
– 9 t: bei einem Gesamtgewicht von 10 bis 13 Tonnen
– 11 t: bei einem Gesamtgewicht von 14 bis 18 Tonnen
– 14 t: bei einem Gesamtgewicht von 19 bis 23 Tonnen
Beispiel:
Bremsgewicht
9
11
14
16
17
Gesamtgewicht
10
14
19
24
29
Bremsgewicht von Güterwagen
Eigengewicht
Bremsgewichtanschrift
G/P-Wechsel
Lastgrenzenraster
Mit der Feststellbremse (PMS) wird bei Re 460-Pendelzügen –
unabhängig vom Gewicht – in Bahnhofgleisen bis 5‰ Gefälle das
volle Stillhaltebremsgewicht erreicht. [P 20003127 (460) 4.2]
Stillhaltebremsgewicht bei der Abfahrt
Bei der Abfahrt eines Zuges müssen so viele von der Luftbremse
unabhängige Bremsmittel vorhanden sein, dass das volle Stillhaltebremsgewicht erstellt werden kann. Das Stillhaltebremsgewicht muss jederzeit für die vorhandene Neigung genügen.
Bremsausschalthahn
Reduziertes bzw. volles Stillhaltebremsgewicht
Die Summe der von der Luftbremse unabhängigen Bremsmittel
muss mindestens 2/10 (reduziertes Stillhaltebremsgewicht) bzw.
G/P-Wechsel
steht auf P-Bremse
l
Die Luftbremse darf zum Sichern abgestellter Fahrzeuge nur verwendet werden, wenn innerhalb der nächsten 15 Minuten wieder an diese Fahrzeuge angefahren wird und wenn sich die
Fahrzeuge nicht im oder unmittelbar vor einem Gefälle von mehr
als 2‰ befinden. [R 300.4 (Rangierbewegungen) 1.7.2]
Sichern mit von der Luft unabhängigen Bremsmitteln
Bleibt ein Zug(teil) länger als eine halbe Stunde auf der Strecke
stehen, ist dieser mit von der Luftbremse unabhängigen Bremsmitteln so zu sichern, dass das reduzierte und nach spätestens
zwei Stunden das volle Stillhaltebremsgewicht vorhanden ist.
Max.
Handbremsgewicht
16
Abgestellte Fahrzeuge im oder unmittelbar gegen ein Gefälle von
mehr als 20‰ sind in jedem Fall zusätzlich zum erforderlichen
Stillhaltebremsgewicht mit einem Hemmschuh zu sichern.
Dreisatz zum Berechnen des genauen Stillhaltebremsgew.:
Sillhaltebremsgeeffektives
x Zuggewicht
effektives
wicht gemäss Tabelle
SillhalteZuggewicht gemäss Tabelle
bremsgewicht
=
Wagen mit Bremsgewichttabelle
Stillhaltebremsgewicht
l
45
Anrechenbare Bremsgewichte
Ungebremste Schlussgruppe
Lokbespannter Zug (Komposition):
alle Wagen und Triebfahrzeuge schwarzes R-Gewicht
Eine ungebremste Schlussgruppe ist unabhängig der Art der
Fahrzeuge mit folgender Zusammensetzung gestattet:
– bis zu zwei Fahrzeuge, aber höchstens vier Achsen oder
– ein sechsachsiger Güterwagen.
IC 2000
81 t R
IC Bt
72 t R
WRm IV
74 t R
EC Refit
68 t R
460-er-Pendelzug mit oder ohne Modul:
alle Wagen EP-Gewicht bzw. rotes R-Gewicht
IC Bt
81 t EP
WRm IV
79 t R (SB)
EW IV
74 t R (SB)
EC Refit
76 t EP
460-er-Pendelzug mit D ex SNCF:
alle Wagen EP-Gewicht bzw. rotes R-Gewicht
IC 2000 Bt
91 t EP
IC 2000
91 t EP
IC Bt
81 t EP
WRm IV
79 t R (SB)
460-er-Pendelzug (IC 2000) mit IC Bt anstelle von IC 2000 Bt:
alle Wagen EP-Gewicht bzw. rotes R-Gewicht
IC Bt
81 t EP
18
l
IC 2000
91 t EP
Bremsgewichte Reisezüge
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
Geschleppte Triebfahrzeuge mit Nachbremse gelten im Sinne
dieser Vorschrift als ungebremste Schlussgruppe.
Bei Reisezügen ist eine ungebremste Schlussgruppe nur zugelassen, wenn
1. die Bremse unterwegs ausgeschaltet werden musste,
2. es sich um Traktoren handelt,
3. es sich um Triebfahrzeuge mit Nachbremse handelt,
4. die Fahrzeuge aus folgenden Gründen nicht an anderer Stelle
eingereiht werden können:
– Schlussläufer (bezettelt).
– Fahrzeuge ohne oder mit schadhafter Hauptleitung.
– Aussergewöhnliche Sendungen, die auf Weisung des Eisenbahnverkehrsuntern. nur am Zugschluss verkehren dürfen.
Bedingungen für das Mitführen
einer ungebremsten Schlussgruppe
1. Die Handbremse eines mit Reisenden besetzten und nicht mit
der Luftbremse gebremsten Wagens am Zugschluss ist zu besetzen.
2. Die ungebremsten Fahrzeuge sind unter sich und mit den
vorlaufenden straff zu kuppeln und die Hauptleitung ist wenn
möglich bis zum Zugschluss zu verbinden.
3. Das Teilbremsverhältnis für die ungebremste Schlussgruppe
muss unter Einbezug von höchstens zwei unmittelbar vorlaufenden Fahrzeugen erfüllt sein.
[R 300.5 (Druckluftbremse Anlage 1) 2.4.2]
Ungebremste Schlussgruppe
l
43
Es ist zusätzlich eine Bremsprobe durchzuführen. Ist dies nicht
möglich, das verbleibende Bremsgewicht jedoch für die tiefste
Geschwindigkeit und die massgebende Neigung genügend, darf
nach Bremsverhältnis mit höchstens 40 km/h bis zum nächsten
geeigneten Bahnhof weitergefahren werden, wo die Bremsprobe
nachzuholen ist. Unmittelbar nach der Weiterfahrt ist eine
Bremsprobe auf Wirkung durchzuführen. Um die Bedingungen
für Teilbremsverhältnis und ungebremste Schlussgruppe zu erfüllen, dürfen auch besetzte Handbremsen angerechnet werden.
Ist das restliche Bremsverhältnis ungenügend oder die Bremse
ganz unbrauchbar, darf der Zug handgebremst nach Bremsverhältnis mit höchstens 40 km/h weiterfahren. Eine luftgebremste
Spitzengruppe beliebiger Grösse ist zulässig. Das Bremsverhältnis
ist unter Anrechnung der verbleibenden Bremsen sowie der
bedienten Handbremsen zu ermitteln und muss mindestens für
die tiefste Geschwindigkeit und die massgebende Neigung genügen. Die Bediener der Handbremsen sind so zu verteilen, dass die
Bedingungen für das Teilbremsverhältnis und die ungebremste
Schlussgruppe erfüllt sind. Der Lokführer erteilt die Signale
«Handbremse anziehen» (3x pfeifen) und «Handbremse Lösen»
(2x pfeifen) mit der Lokpfeife.
Können die Bedingungen für die ungebremste Schlussgruppe sowie für das Teilbremsverhältnis vom Zugschluss her nicht erfüllt
werden und
– befindet sich das Triebfahrzeug talseitig oder der Zug in der
Ebene und genügt das verbleibende Bremsverhältnis unter
Einbezug der Bremsen (inklusive bediente Handbremsen) für
die tiefste Geschwindigkeit und das massgebende Gefälle, darf
nach Bremsverhältnis mit höchstens 40 km/h bis zum nächsten
Bahnhof gefahren werden,
– befindet sich das Triebfahrzeug bergseitig, ist die Weiterfahrt
verboten – der Zug ist gegen Entlaufen zu sichern.
[R 300.9 (Störungen) 12]
42
l
113 t für Re 460, sofern 135% in Anhängelast und mindestens
12 Achsen Anhängelast (sonst 105 t)
B 21-73
56 t R
EW IV
69 t R
D ex SNCF
46 t R
Re 420
105 t R
130 t für Re 460 (mindestens 20 Achsen Anhängelast, aber
max. 17 Wagen inkl. Bt), alles eingeschaltet und angerechnet
IC 2000 Bt
91 t EP
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
Re 460
130 t E
113 t für Re 460, da D ex SNCF im Pendelzug,
Vmax 160 km/h wegen D ex SNCF
EC Refit
76 t EP
EW IV
74 t R (SB)
D ex SNCF
49 t R (SB)
Re 460
113 t E
130 t für Re 460 (Länge der Anhängelast max. 13 Wagen inkl. IC
Bt), Hauptbremsprobe vom Boden aus, da keine Präsenzkontrolle
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
Re 460
130 t E
Bremsgewichte Reisezüge
Zugtrennung
l
19
Ungenügende Batteriespannung
Bei ungenügender Batteriespannung sind folgende Einrichtungen der Reisezugwagen unwirksam: Elektronischer GIeitschutz,
Türschliessung, Meldefenster der Feststellbremse rot / grün,
Magnetschienenbremse, Notbremsanforderung, Notbremsüberbrückung, geschwindigkeitsabhängige R-Bremssteuerung.
Wird mit Fahrzeugen mit ungenügender Batteriespannung eine
Strecke befahren, auf der eine NBA oder NBÜ vorgeschrieben ist,
dürfen sich keine Reisenden in diesen Fahrzeugen aufhalten.
[P 20000831 (Störungen an Fahrzeugen 9.11) 2.12]
Gleitschutz
113 t für Re 460, sofern 135 Bremsprozente in Anhängelast
und mindestens 12 Achsen Anhängelast (sonst 105 t)
IC 2000 Bt
91 t EP
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
Re 460
113 t E
113 t für Re 460, sofern 135 Bremsprozente in Anhängelast
und mindestens 12 Achsen Anhängelast (sonst 105 t)
Gleitschutzvorrichtungen können ein Gleiten des Rades und ein
Blockieren der Achsen verhindern.
Die Gleitschutzvorrichtung vergleicht die Drehzahl der Fahrzeugachsen. Sobald die Drehzahldifferenz einen bestimmten Wert
erreicht, wird der Bremszylinder entlüftet. Sobald die Achse
wieder die normale Drehzahl erreicht hat, wird die Entlüftung des
Bremszylinders unterbrochen und die normale Bremsung setzt
wieder ein. [R 300.14 (Bremsen Beilage 1) 15]
Störung am Gleitschutz: Umstellvorrichtung des betreffenden
Wagens beim nächsten Haltebahnhof auf RIC / P stellen. Falls
diese Stellung fehlt, ist die Bremse auszuschalten. Bei schlechten
Adhäsionsverhältnissen sind starke Bremsungen so weit als möglich zu vermeiden. [P 20000831 (Störungen 9.11) 2.13]
EW IV
69 t R
EW IV
69 t R
IC 2000 Bt IC 2000
86 t R (SB) 86 t R (SB)
Re 460
113 t E
130 t für beide Re 460 (mind. 20 Achsen Anhängelast, aber
max. 20 Wagen inkl. Bts), alles eingeschaltet und angerechnet
IC 2000 Bt
91 t EP
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
Re 460
130 t E
IC-2000-Bremsgewicht bei ausgeschaltete Luftfederung
105 t für beide Re 460, da Loks nebeneinander eingereiht
(max. 20 Wagen Anhängelast inkl. Bts, max. 4 Führerstände)
Mit dem Ausschalten der Luftfederung wird auch die automatische Lastabbremsung ausgeschaltet. Es wird nur noch das Eigengewicht mit 135% gebremst. Für einen Wagen mit ausgeschalteter Luftfeder darf bei der R-Bremse 60 t (P-Bremse 48 t) Bremsgewicht angerechnet werden. [P 20003127 (460) 9.1.1]
Re 460
105 t R
40
l
Eingeschränkte Wirksamkeit von Bremsen
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
IC 2000 Bt
91 t EP
Bremsgewichte Reisezüge
l
21
Anrechenbare Bremsgewichte
Zugtrennung
460-er-Pendelzug mit bis zu 6 Zusatzwagen: Pendelzug EPbzw. rotes R-Gewicht, Zusatzwagen schwarzes R-Gewicht
Re
IC 2000
81 t R
IC Bt
72 t R
WRm IV
74 t R
EC Refit
68 t R
460-er-Pendelzug mit 7 und mehr Zusatzwagen:
Pendelzug rotes R-Gewicht, Zusatzwagen schwarzes R-Gewicht
IC 2000
81 t R
IC Bt
72 t R
WRm IV
74 t R
EC Refit
68 t R
EW IV
69 t R
Zwei vereinigte Pendelzüge: alle Wagen EP-Gewicht bzw.
rotes R-Gewicht, maximal 4 Führerstände im Zug
Re 460
130 t E
EC Refit
76 t EP
EW IV
74 t R (SB)
IC Bt
81 t EP
Zwei vereinigte Pendelzüge mit Loks nebeneinander:
alle Wagen EP-Gewicht bzw. rotes R-Gewicht
IC Bt
81 t EP
20
l
EW IV
74 t R (SB)
EC Refit
76 t EP
Re 460
105 t R
Nach einer Zugtrennung darf der Kupplungshahn der Luftbremse
am letzten Fahrzeug des mit der Spitzenlok verbundenen Zugteils
erst nach Absprache mit dem Lokführer geschlossen werden (analog betätigter Notbremse). Für das Zusammenfahren nach einer
Zugtrennung gelten die Vorschriften für Rangierbewegungen.
Das Fahrpersonal hat die zurückgelassenen Zugteile gegen Entlaufen zu sichern. Der Fahrdienstleiter hat den betreffenden
Abschnitt zu sichern.
Weiterfahrt nach Zugtrennung oder Bremsstörung
Kann nach einer Bremsstörung die Ursache nicht einwandfrei
festgestellt werden, ist eine Hauptbremsprobe (vom Boden aus)
durchzuführen.
Das nachstehende Vorgehen gilt nach einer Bremsstörung, nach
einer Zugtrennung (sofern die Kupplungen nach der Zugtrennung
wieder verbunden werden können) oder für das Abholen zurückgelassener Zugteile:
1. Ist die Störung behoben und müssen keine Bremsen weiterer
Fahrzeuge ausgeschaltet werden und kann
– eine Bremsprobe durchgeführt werden, ist nach dem vorhandenen Bremsverhältnis weiterzufahren.
– keine Bremsprobe durchgeführt werden, ist nach dem
vorhandenen Bremsverhältnis mit höchstens 40 km/h
weiterzufahren. Unmittelbar nach der Weiterfahrt ist eine
Bremsprobe auf Wirkung durchzuführen. Im nächsten geeigneten Bahnhof ist die Bremsprobe nachzuholen.
2. Lässt sich eine Störung nur beheben, indem eine oder mehrere
Bremsen ausgeschaltet werden, darf unter folgenden Bedingungen weitergefahren werden:
– Bremsverhältnis überprüfen.
– Bedingungen für Teilbremsverhältnis müssen erfüllt sein.
– Die Bedingungen für eine ungebremste Schlussgruppe sind
einzuhalten.
Zugtrennung
Bremsgewichte Reisezüge
l
41
Anrechenbare Bremsgewichte
Bremsen ausschalten und entleeren
460-er-Pendelzug mit Überfuhrwagen IC 2000: Luftfedern ausgeschaltet und abgesenkt, Zusatzwagen 135% vom Eigengewicht
Wenn Fahrzeuge nicht an die Hauptleitung des Triebfahrzeugs
angeschlossenen werden können, sind die Luftbremsen zu entleeren. [R 300.14 (Bremsen) 3.3.1]
auf Stellung
RIC/P: 48 t
auf Stellung R
oder R+Mg: 60 t
IC 2000 Bt
91 t EP
IC 2000
91 t EP
460-er-Pendelzug mit besetzten Verstärkungswagen IC 2000:
Pendelzug EP- bzw. rotes R-, Zusatzwagen schwarzes R- Gewicht
IC 2000
81 t R
IC 2000
81 t R
IC 2000 Bt
91 t EP
IC 2000
91 t EP
460-er-Pendelzug mit ausgeschalteter Bremse
an einem Wagen: Pendelzug EP-bzw. rotes R-Gewicht
IC 2000 Bt
91 t EP
IC 2000
91 t EP
IC 2000
0t
IC 2000
91 t EP
460-er-Pendelzug mit einer Bremse auf Stellung RIC/P:
Pendelzug EP-bzw. rotes R-Gewicht
IC 2000 Bt
91 t EP
22
l
IC 2000
91 t EP
Bremsgewichte Reisezüge
IC 2000
65 t P
IC 2000
91 t EP
Schäden an Fahrwerk und Bremsen
Die Luftbremse muss insbesondere bei
– defekten oder stark abgenutzten Bremssohlen
– losen Radreifen
– unterklotzten Tragfedern
– Triebfahrzeugen mit demontierten Trieb- oder Kuppelstangen
ausgeschaltet werden. Ist ein Ausschalten nicht möglich, müssen
solche Fahrzeuge ausgesetzt werden. Die Handbremse darf in
diesen Fällen nur zum Sichern gegen Entlaufen oder bei Gefahr
verwendet werden. [R 300.14 (Bremsen) 3.4.2]
Sofortmassnahmen
Wird die Bremse unterwegs unbrauchbar oder stellt der Lokführer während der Fahrt eine ungenügende Bremswirkung fest, ist
der Zug so rasch wie möglich anzuhalten. [R 300.9 (Stör.) 12.1.1]
Automatische Druckluftbremse ausschalten
Ist an einem Wagen die Luftbremse unbrauchbar, ist sie wie folgt
auszuschalten:
1. Ausschalthahn schliessen.
2. Auslöseventil betätigen.
3. Gelösten Zustand der Luftbremse mit einer Zusatzbremsprobe
mittels Schnellbremsung am betreffenden Wagen prüfen.
Müssen Luftbremsen aus betrieblichen Gründen ausgeschaltet
werden, z.B. Fahrzeuge, an welchen die vorgeschriebene Stellung
von Umstellvorricht. nicht vorhanden ist, genügt es, den gelösten
Zustand der Luftbremse zu prüfen. [R 300.14 (Bremsen) 3]
Fahrzeuge, deren automatische Bremse ausgeschaltet ist, sind zu
kennzeichnen. [R 300.5 (Zugvorbereitung) 4]
Bremsen ausschalten
l
39
Ausgeschaltete Bremsen am Triebfahrzeug:
Reduktion des Bremsgewichts
Fahrzeug
ausgeschaltete
Reduktion
Bremse Bremsgewicht
Re 420/421/430, RBe 540
1 Drehgestell
1/2
Klotzbremse an 1 Drehgestell
PMS an 1 Drehgestell
1/4
1/4
Ae 6/6
1 Bremszylinder
1/4
Re 620
1 Bremszylinder
1 Steuerventil
1/6
1/2
Re 474/482/484/485/486/BR 185
1 Drehgestell
1/2
Am 841, 843
1 Drehgestell
1/2
Am 6/6
1 Drehgestell
1/2
Bm 4/4, Bm 6/6
1 Drehgestell
1/2
Ee 6/6 II
Re 460
1 Drehgestell
1/2
Re 425
1 Achse
1/4
Re 465
Klotzbremse an 1 Drehgestell
1/4
PMS an 1 Drehgestell
1/4
Ee 936
1 Achse
1/3
Ee 922
gesamte Luftbremse ausgeschaltet
1/1
[P 20000832 (Bremsstörungen 9.12) 1.5]
[P 20003127 (Re 460 Pendelzug EW IV und IC 2000) 9.3]
Fahrzeuge mit Federspeicherbremse
l
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
Re 460
113 t E
113 t für Re 460, sofern 135 Bremsprozente in Anhängelast
und mindestens 12 Achsen Anhängelast (sonst 105 t)
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
Re 460
113 t E
113 t für Re 460, sofern 135 Bremsprozente in Anhängelast (sonst
105 t), Vmax 200 km/h nur, wenn Zug mindestens 8 Wagen hat
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
Re 460
113 t E
113 t für Re 460, sofern 135 Bremsprozente in Anhängelast (sonst
105 t), Vmax 200 km/h nur, wenn Zug mindestens 8 Wagen hat
Die nicht regulierbaren Feststellbremsen dürfen bei handgebremsten Fahrten nicht verwendet werden. Sind nur Federspeicherbremsen vorhanden, ist die Weiterfahrt verboten.
[P 20000832 (Bremsstörungen 9.12) 1.3]
38
113 t für Re 460, sofern 135 Bremsprozente in Anhängelast
(sonst 105 t), Vmax 160 km/h wegen ausgesch. Luftfedern
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
Re 460
113 t E
Bremsgewichte Reisezüge
Bremsstörungen am Spitzenfahrzeug
l
23
Sind diese Zusatzbestimmungen nicht erfüllt, ist auf dem nächsten Bahnhof anzuhalten. [P 20004522 (Starke Gefälle 5.4b) 1]
Tabelle Strecken mit starkem Gefälle
Strecken
Kategorie
Altmatt – Freienbach SOB
Rothenthurm – Arth-Goldau
Biberbrugg – Wädenswil
Bure – Courtemaîche
Le Pont – Le Day
Puidoux – Vevey
Km 25.8 – Vauseyon
Kandersteg – Frutigen
Goppenstein – Brig
Göschenen – Erstfeld
Airolo – Bodio
Rivera – Giubiasco
Iselle – Domodossola
Schwarzenburg – Bern Fischermätteli
Gibswil – Rüti ZH
Oberdorf – Solothurn W
Court – Moutier
Läufelfingen – Olten
Reuchenette – Biel
Gänsbrunnen – Moutier
Läufelfingen – Sissach
St.Fiden – Rorschach
Wattwil – Uznach
A
A
A
A
A
A
A
A
A
A
A
A
A
B
B
B
B
B
B
B
B
B
B
113 t für Re 460, sofern 135 Bremsprozente in Anhängelast
und mindestens 12 Achsen Anhängelast (sonst 105 t)
Neigung
in ‰
50
50
50
45
38
38
27
27
27
26
26
26
25
35
30
28
27
26
25
25
21
21
20
[R I-30111 (Zugvorbereitung 5.4 Bremsvorschriften) 1]
36
l
Ausfall der elektrischen Bremse
Länge
in km
11,3
10,4
9,9
4,7
8,5
7,8
24,2
18,0
25,0
28,8
39,3
11,3
18,8
8,0
11,4
9,6
6,4
8,5
8,2
8,5
9,7
13,0
14,0
EC Refit
68 t R
EW IV
69 t R
IC Bt
72 t R
Re 460
113 t E
113 t für Re 460 wegen Q-Lok, Vmax der Anhängelast 200 km/h
(Re 420 gehört nicht zur Anhängelast, als «L» eingeben im ELAZ)
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
Re 460
113 t E
105 t für Zuglok, geschleppte Lok 0 t (für Teilbremsverh. 57 t),
Zug muss mindestens 8 Wagen haben, Vmax 160 km/h
IC 2000
81 t R
IC 2000
81 t R
IC 2000
81 t R
Re 460
105 t R
113 t für Re 460, sofern 135 Bremsprozente in Anhängelast
und mindestens 12 Achsen Anhängelast (sonst 105 t)
IC 2000
81 t R
IC 2000
81 t R
IC 2000
81 t R
Re 460
113 t E
Bremsgewichte Reisezüge
l
25
Anrechenbare Bremsgewichte
Spitzenfahrzeug mit ausgeschalteter Luftbremse
Ist die automatische Bremse des Spitzenfahrzeugs ausgeschaltet,
darf gemäss Bremsverhältnis ohne anrechnen der Feststellbremse des Spitzenfahrzeuges mit vmax 40 km/h gefahren werden.
Ist die automatische Bremse und die Feststellbremse des Spitzenfahrzeugs unbrauchbar, ist die Weiterfahrt verboten.
460-er-Zug nach Lokdefekt (Lok vor Bt):
alle Wagen schwarzes R-Gewicht (da kein Pendelzug mehr)
WRm IV
74 t R
EC Refit
68 t R
EW IV
69 t R
IC 2000
81 t R
460-er-Pendelzug mit Q-Lok:
Pendelzug EP-bzw. rotes R-Gewicht, Q-Lok R-Gewicht
Re 420
105 t R
IC 2000 Bt
91 t EP
Sind bei einem Triebzug Bremsen des Spitzenfahrzeugs ausgeschaltet, darf ohne Geschwindigkeitseinschränkung, gemäss
Bremsverhältnis gefahren werden.
[P 20000832 (Bremsstörungen 9.12) 1.2.2]
Führerbremsventil des Spitzenfahrzeugs nicht bedienbar
IC 2000
91 t EP
IC 2000
91 t EP
Ist das Führerbremsventil des Spitzenfahrzeugs nicht bedienbar,
die Druckluftbremse des Zuges kann aber von einem anderen
Fahrzeug der Komposition bedient werden, darf mit vmax 30 km/
h gefahren werden. [P 20000832 (Bremsstörungen 9.12) 1.2.1]
Notsteuerung oder ausgeschalteter Bremsrechner
460-er-Pendelzug mit geschleppter Re 460:
Pendelzug schwarzes R-Gewicht, alle Bremsen auf R oder R+Mg
Re 460
0t
IC 2000 Bt
81 t R
IC 2000
81 t R
IC 2000
81 t R
Im ganzen Zug darf nur das R-Bremsgewicht (schwarzes Bremsgewicht) angerechnet werden:
– wenn der Bremsrechner ausgeschaltet ist,
– bei Fahrt in Notsteuerung.
Die Bremsproben müssen in diesen beiden Fällen vom Boden aus
gemacht werden. [P 20003127 (460) 5.8 & 9.2]
Störung Magnetschienenbremse (PMS) von Re 460/465
Pendelzug mit 2 ausgeschalteten Schnellbremsbeschl. nebeneinander oder 3 im ganzen Zug: alle Wagen schwarzes R-Gewicht
IC Bt
72 t R
24
l
WRm IV
74 t R
EW IV
69 t R
EC Refit
68 t R
Bremsstörungen am Spitzenfahrzeug
Bremsgewichte Reisezüge
Bremsgewichte Reisezugwagen SBB
Typ
R-Mg
R
P
SB (rot)
ep
EW IV AS
84
69
51
74
–
EW IV A + B
84
69
51
74
–
110
74
56
79
(83)
WRm IV
IC Bt (Bt4)
102
72
57
77
81
EC-Refit A + B
104
68
50
73
76
D-Ex SNCF
–
46
(46)
49
IC 2000 AD
111
81
65
86
91
IC 2000 A
111
81
65
86
91
IC 2000 Bistro
111
81
65
86
91
IC 2000 B
111
81
65
86
91
IC 2000 Bt
111
EW I + II A+B
–
81
65
86
91
43-45
(43)
–
–
Apm 61
104
68
50
–
–
Bpm 61
104
68
50
–
–
Panorama
110
74
57
–
–
–
56
(42)
–
–
74
74
51
78
–
Bcm
–
70
48
–
–
WL
–
92
66
–
–
D-Ex SNCF
–
46
46
49
–
D (Gepäck)
–
35
24
–
–
Z 4 (Post)
–
87
68
–
–
Z 2 (Post)
–
33
26
–
–
B 21-73 (ex Bpm 51)
B 20-73 (ex Eurofima)
[P 20000824 (Fzgdaten Reisezugw. 5.16) 1 / Marc Flückiger]
26
l
– PMS gehoben: Vmax 80 km/h.
– Kann die PMS pneumatisch nicht gehoben werden, ist jedoch
magnetisch lose: Vmax 80 km/h, Befahren von Weichen gestattet, Lok bei nächster Gelegenheit auswechseln.
– PMS bleibt unten und istmagnetisch fest: Fahrt mit Vmax
40 km/h bis zum nächsten Bahnhof, jedoch höchstens 10 km
weit. [P 20000831 (Störungen an Fahrzeugen 9.11) 1.1]
Bremsgewichte Reisezugwagen
l
37
Triebfahrzeuge ohne E-Bremse in Gefällen der Kategorie A
Das Befahren starker Gefälle der Kategorie A ohne elektrische
Bremse ist untersagt.
Versagt die elektrische Bremse während der Talfahrt, müssen für
die Weiterfahrt folgende Sicherheitsbestimmungen erfüllt sein:
– Das Bremsverhältnis des Zuges beträgt mindestens 75%.
– Das Gesamtgewicht der Wagen mit betriebsfähiger Bremse ist
mindestens so gross wie das Gesamtgewicht der arbeitenden
und der geschleppten Triebfahrzeuge zusammen.
Sind beide Sicherheitsbestimmungen erfüllt, darf mit maximal
40 km/h und mit der Regulierbremsung gefahren werden.
Ist eine Sicherheitsbestimmung nicht erfüllt, ist auf dem nächsten Bahnhof anzuhalten. Die Weiterfahrt ist verboten.
Triebfahrzeuge ohne E-Bremse in Gefällen der Kategorie B
Das Befahren starker Gefälle der Kategorie B mit Triebfahrzeugen
ohne elektrische Bremse ist erlaubt, wenn die folgenden Sicherheitsbestimmungen erfüllt sind:
– Das Bremsverhältnis des Zuges beträgt mindestens 75%.
– Das Gesamtgewicht der Wagen mit betriebsfähiger Bremse ist
mindestens so gross wie das Gesamtgewicht der arbeitenden
und der geschleppten Triebfahrzeuge zusammen.
Sind beide Sicherheitsbestimmungen erfüllt, darf nach dem vorhandenen Bremsverhältnis und mit der Regulierbremsung gefahren werden (auch bei Ausfall der Bremse während der Talfahrt).
Sind eine oder beide Sicherheitsbestimmungen nicht erfüllt, darf
mit maximal 40 km/h und mit der Regulierbremsung gefahren
werden, sofern folgende zusätzlichen Bestimmungen erfüllt sind:
Die Bremsen aller Triebfahrzeuge sind eingeschaltet und vom
Boden aus kontrolliert. Kein Triebfahrzeug mit Kunststoffbremssohlen eingereiht. Keine stark abgenützten Bremssohlen vorhanden. Keine losen oder verschobenen Radreifen. Keine geschleppte Re 460/465 im Zug eingereiht.
Ausfall der elektrischen Bremse
l
35
Ausfall der elektrischen Bremse
Bremsgewichte Re-460-Pendelzug-Wagen
Bei der elektrischen Bremse wirken die Triebmotoren der Triebfahrzeuge als Generatoren. Die dadurch gewonnene elektrische
Energie wird bei der Nutzstrombremse ins Fahrleitungsnetz
zurückgespeist, bei der Widerstandsbremse über Widerstände in
Wärmeenergie umgewandelt. [R 300.14 (Br. Beilage 1) 1.2.2]
EW IV:
P 51 t
Im Pendelzug: R rot 74 t
Hinter Pendelzügen: R schwarz 69 t
Fällt während der Fahrt die elektrische Bremse aus, darf mit
R 125% Vmax 140 km/h weitergefahren werden. Um ohne Einschränkung fahren zu können, ist nötigenfals eine Bremsrechnung ohne Anrechnung der E-Bremse notwendig. Im starken
Gefälle ist P20004522 [5.4b] Starke Gefälle zu beachten.
[P 20000832 (Bremsstörungen 9.12) 1.4]
Arbeitet im Zug mindestens ein Triebfahrzeug mit betriebsfähiger
elektrischer Bremse, so dürfen arbeitende Triebfahrzeuge ohne
elektrische Bremse und geschleppte Triebfahrzeuge gemäss folgenden Bedingungen mitgegeben werden.
Arbeitendes Triebfahrzeug
Max. zulässiges Gesamtgewicht
mit betriebfähiger E-Bremse
von Triebfahrz. ohne E-Bremse
Re 420/421/430, Re 446,
Re 450/456, Re 460/465,
420 t in Lokzügen
Re 474, Re 482/484/485/486
210 t in übrigen Zügen
BR 185, Ae 610, Re 620
RBe 540, RBDe 560/561/562/568,
mit 1/2 E-Bremse: Re 460/465, 210 t in Lokzügen
Re 474, Re 482/484/485/486
120 t in übrigen Zügen
Bremsen geschleppter
Gefälle A:
Triebfahrzeuge
in Lokzügen nicht ausschalten
in übrigen Zügen ausschalten
Bremsen geschleppter
Gefälle B:
Triebfahrzeuge
nur ausschalten, wenn
34
l
Ausfall der elektrischen Bremse
Hauptleitungsdruck auf 0,5 bar unter den Normaldruck herabzusetzen. Anschliessend sind die Auslöseventile der Wagen zu betätigen. Gegebenenfalls sind vorgängig Zugvorbereiter bzw. Zugbegleiter zu verständigen.
Wenn während der Fahrt bei dichter Hauptleitung Wagen ungewollt bremsen, kann versucht werden, die Wagen mit kurzzeitigem Bremsen und Lösen zu lösen.
Die Druckluftbremsen sind gegen geringe Undichtheiten unempfindlich. Starke Undichtheiten hingegen können zu Bremsstörungen am ganzen Zug führen. Kann eine solche Undichtheit nicht
behoben oder durch das Ausschalten der Luftbremse umgangen
werden, ist das betreffende Fahrzeug auszusetzen oder am
Schluss des Zuges einzureihen. [R 300.14 (Bremsen) 3]
Ursachen und Massnahmen bei Bremsstörungen
Bremse/Handbr. fest Handbremse lösen
> evtl. Bremse ausschalten
Überfüllte Bremse
Füllstoss durch Lf oder Auslösevorrichtung am Steuerbehälter betätigen
> Bremsprobe
Bremsausschalthahn Ausschalthahn richtig stellen
in Zwischenstellung
> Bremsprobe, Bremse evtl. ausschalt.
G/P Wechsel
G/P-Wechsel richtig stellen
in Zwischenstellung
> Bremsprobe, Bremse evtl. ausschalt.
Brems-/Steuerventil Bremse ausschalten
undicht
> Bremse lose?
Bremsgestängesteller Bremsgestängesteller (Stopex) lösen
(Stopex) verklemmt
durch Fachpersonal
> Bremsprobe, Bremse evtl. ausschalt.
Zweigleitung undicht Bremse ausschalten > Bremse lose?
[R I-30111 (Störungen 9.11) 2.2]
32
l
Bremsstörungen
IC Bt:
P 57 t
Im Pendelzug: EP 81 t
Bei Störungen der EP-Bremse: R rot 77 t
Hinter Pendelzügen: R schwarz 72 t
IC 2000:
P 65 t
Im Pendelzug: EP 91 t
Bei Störungen der EP-Bremse: R rot 86 t
Hinter Pendelzügen: R schwarz 81 t
EC-Refit:
P 50 t
Im Pendelzug: EP 76 t
Bei Störungen der EP-Bremse: R rot 73 t
Hinter Pendelzügen: R schwarz 68 t
WRm IV:
P 56 t
EP 83 t darf momentan
nicht angerechnet werden
Im Pendelzug: R rot 79 t
Hinter Pendelzügen: R schwarz 74 t
D ex SNCF:
P 46 t
Im Pendelzug: R rot 49 t
Hinter Pendelzügen: R schwarz 46 t
Bremsgewichte von Wagen für 460-er-Pendelzug
l
27
Schnellbremsbeschleuniger (SB)
Schnellbremsbeschleuniger, Schnellbremsventile
Bestimmte Reisezugwagen sind mit Schnellbremsbeschleunigern
ausgerüstet. Bei einer raschen Entleerung der Hauptleitung
(Schnell- oder Notbremsung) verbinden die Schnellbremsbeschleunigungsorgane an den Fahrzeugen die Hauptleitung mit
dem Freien. Dadurch kann die Durchschlagsgeschwindigkeit wesentlich erhöht werden. Nach dem Ansprechen der Schnellbremsbeschleunigungsorgane schliessen diese die Verbindung
zwischen Hauptleitung und dem Freien erst wieder, nachdem die
Hauptleitung komplett entleert wurde. [R 300.14 (Beilage 1) 11]
Anrechenbarkeit der Schnellbremsbeschleuniger (SB)
In Re-460-Pendelzügen darf unter folgenden Bedingungen der
Schnellbremsbeschleuniger (roter Wert der R-Bremse) angerechnet werden:
– Bremsumstellhebel auf Position «R» oder «R+Mg».
– Schnellbremsbeschleuniger eingeschaltet.
– Betriebsartschalter auf Position «N» oder «EP-IC».
– Regelmässige Kontrolle der Funktion der Schnellbremsbeschleuschleuniger im Fahrzeugunterhalt.
Müssen Schnellbremsbeschleuniger ausgeschaltet werden, so
sind sie mit «Schnellbremsbeschl. ausgeschaltet» zu bezetteln.
> Bei einem Wagen mit ausgeschaltetem Schnellbremsbeschleuniger darf an diesem Wagen nur noch das schwarze RBremsgewicht angerechnet werden.
> Sind zwei Wagen im Pendelzug ohne funktionierende Schnellbremsbeschleuniger hintereinander eingereiht, dürfen im ganzen Zug die Schnellbremsbeschleuniger nich t mehr angerechnet werden.
> Sind drei oder mehr Wagen im Pendelzug ohne funktionierende Schnellbremsbeschleuniger eingereiht, dürfen im ganzen
Zug die Schnellbremsbeschleuniger nicht mehr angerechnet
werden. [P 20003127 (Re 460 Pendelzug) 5.7.4]
Anrechenbare Bremsgewichte beim 460-er-Pendelzug
l
29
Verstärkt wirkende R-Bremse
Die R-Bremse ist grundsätzlich als P-Bremse zu betrachten. Bei
höheren Geschwindigkeiten können die nötigen Bremswege nur
eingehalten werden, wenn die Bremsen mit Bremsklötzen aus
Grauguss im oberen Geschwindigkeitsbereich verstärkt wirken.
Bei Geschwindigkeiten über einem bestimmten Wert (z.B. 80 km/
h) wird der Bremsklotzdruck erhöht. Bei Abnahme der Geschwindigkeit unter einen bestimmten Wert (z.B. 50 km/h) wird der
Bremsklotzdruck wieder auf den normalen Wert reduziert, damit
wird ein Blockieren der Räder vermieden.
[R 300.14 (Bremsen Beilage 1) 6.6.2]
Anrechenbarkeit des schwarzen R-Bremsgewichtes
An allen zusätzlichen Fahrzeugen am Schluss von Re 460-Pendelzügen ist maximal das schwarze R-Bremsgewicht anzurechnen.
[P 20003127 (Re 460 Pendelzug EW IV und IC 2000) 5.7.5]
Zusatzwagen am 460-er-Pendelzug
Rollmaterial des Pendelzuges inkl. Module
Anrechenbare
zusätzliche Bremsen
EP-Bremse: IC 2000, IC Bt, EC-Refit
Re 460-Pendel mit
maximal 6 Zusatz-/
Schnellbremsbeschleuniger:
Überfuhrwagen
EW IV, WRm, D ex SNCF
oder Re 460-Pendel
R-Bremse:
mit einer Q-Lok
Q-Lok, Zusatz-/Überfuhrwagen
(Betriebsartschalter auf «EP IC», Hochdruckfüllst. nicht aktiv)
Re 460-Pendel
Schnellbremsbeschleuniger:
mit mehr als 6 ZuIC 2000, IC Bt, ECRefit, EW IV,
satz-/Überfuhrwagen
WRm, D ex SNCF
oder Zusatz-/ÜberR-Bremse:
fuhrwagen und Q-Lok
Q-Lok, Zusatz-/Überfuhrwagen
(Betriebsartschalter auf «N», Hochdruckfüllstoss ist aktiv)
Festbremsalarm
1. Fahrdienstleiter alarmiert Lokführer via GSM-R/Funk.
2. Lokführer nimmt Kontakt mit dem Interventionszentrum
ZKE (IZ ZKE) auf (GSM-R 1881 oder 0800 864 378).
3. IZ ZKE teilt alle nötigen Alarmdaten mit (bei der Kontrolle
müssen immer auch die Achsen der Lok mitgezählt werden)
> Selbstschutz beachten, evtl. Nachbargleis sperren lassen!
4. Zuguntersucher meldet sich nach Ankunft am Alarmfahrzeug telefonisch beim IZ ZKE.
5. IZ ZKE unterstützt bei der Intervention.
6. Kann die Bremse nicht gelöst oder das Fahrzeug nicht ausgereiht werden, verlangt das IZ ZKE einen Visiteur zur Störungsbehebung.
7. Nötigenfalls Bremsrechnung / Meldung an Lf anpassen.
8. Lokfüher meldet dem IZ ZKE nach der Intervention seine
Fahrbereitschaft.
9. IZ ZKE gibt den Zug dem Fahrdienstleiter frei, wenn erforderlich mit definierten Einschränkungen (reduzierte Geschwindigkeit, max. Distanz).
10. Der Fahrdienstleiter erteilt dem Lokführer anschliessend
die Zustimmung zur Weiterfahrt.
11. IZ ZKE organisiert weitere Massnahmen (Nachkontrolle,
ausserordentlicher Halt, Aussetzen eines Fahrzeuges nach
Tagesleistung, Verständigung EVU etc.)
[R I-30111 (Störungen 9.11) 2.2]
Verschobene
Radbandagen
[P 20003127 (Re 460 Pendelzug EW IV und IC 2000) 5.7]
28
l
Überhitzungsspuren an den Rädern, Farbabbrand
Flachstellen mit
Materialaufschieferung an Laufflächen
Festbremsalarm
Anrechenbare Bremsgewichte beim 460-er-Pendelzug
l
33
Elektropneumatische Bremsen (EP)
Bremsstörungen
Die EP-Bremse ist eine elektropneumatisch gesteuerte automatische Druckluftbremse. Die EP-Bremse ermöglicht das gleichzeitige Bremsen oder Lösen aller Fahrzeuge unabhängig von der
Länge des Zuges. Das Triebfahrzeug ist mit einem Steuergerät und
die einzelnen Wagen sind mit elektropneumatischen Ventilen
ausgerüstet. Die Übertragung und Überwachung der elektrischen
Steuerbefehle erfolgt über eine Steuerleitung. Fällt die elektropneumatische Steuerung aus, wird die Bremse rein pneumatisch
über die Hauptleitung gesteuert. [R 300.14 (Br. Beilage 1) 6.11]
Mangelhafte Bereitschaft der Bremse ist die Folge von unterlassener oder fehlerhafter Handhabung der Luftbremse bzw. einzelner Teile davon. Dazu gehören insbesondere
– nicht oder falsch verbundene Luftleitungen
– ganz oder teilweise in falscher Stellung stehende Kupplungsoder Ausschalthahnen
– Umstellvorrichtungen falsch oder in Zwischenstellung stehend
– angezogene Feststellbremsen
– überladene oder nicht oder nur ungenügend gefüllte bzw.
evakuierte Bremsapparate.
Anrechenbarkeit der EP-Bremse in Pendelzügen
In Re-460-Pendelzügen darf unter folgenden Bedingungen das
EP-Bremsgewicht angerechnet werden:
– Bremsumstellhebel auf Position «R» oder «R+Mg».
– Betriebsartschalter auf Position «EP IC».
– EP-Leitung bei der Bremsprobe geprüft.
[P 20003127 (Re 460 Pendelzug) 5.7.3]
Mangelhafte Zustände und daraus resultierende Störungen lassen sich unter anderem vermeiden, wenn unbenützte Schrauben- und Bremskupplungen sofort in die dafür bestimmten Halterungen verbracht werden und die Hauptleitung der Druckluftbremse sowie die Speiseleitung nach Möglichkeit vor dem Kuppeln kurz ausgeblasen werden.
Bei unklarer Ursache einer Bremsstörung ist das gestörte Fahrzeug bzw. der gestörte Zugteil zuerst auf die Bereitschaft und
anschliessend auf den Zustand zu überprüfen. Kann die Störung
nicht behoben werden, sind die Bremsen der gestörten Fahrzeuge nach Möglichkeit auszuschalten.
Werden angefrorene Bremssohlen festgestellt, ist bei klotzgebremsten Fahrzeugen beim Lösen jeder Bremsklotz einzeln zu
kontrollieren.
Das EP-Bremsgewicht ist nicht am Wagen angeschrieben,
sondern muss in der Fahrzeugtabelle nachgeschlagen werden
(links und unten IC 2000, oben rechts EW IV).
Bei Ausfall des Kompressors während der Fahrt ist anzuhalten,
bevor der Hauptluftbehälterdruck unter den Wert des Normaldrucks der Hauptleitung gesunken ist.
Wird infolge eines Defekts oder einer Fehlmanipulation beim
Füllen die Bremse überladen und kann sie mit dem Normaldruck
bzw. der Niederdrucküberladung nicht gelöst werden, ist der
30
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Anrechenbare Bremsgewichte beim 460-er-Pendelzug
Bremsstörungen
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