close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

DESSERTKARTE

EinbettenHerunterladen
Case Study
Projektleiter Produktversorgungssystem
für die CEWE Stiftung & Co. KGaA
Interim-Steckbrief
Kunde: CEWE Stiftung & Co. KGaA
Funktion: Leiter Produktversorgungssystem
Zeitraum: August 2012 bis Oktober 2014
Einsatzort: Oldenburg
Umsatz: 528,6 Millionen Euro (2013)
Mitarbeiter: mehr als 3.200 Beschäftigte
Verantwortlicher Atreus Partner:
Erich Mayer
Die Aufgabe
CEWE, Europas größter Fotodienstleister, ist stolz darauf, sein Portfolio fortlaufend weiterzuentwickeln. Innovationen waren in den vergangenen Jahren die wesentliche Triebkraft der Transformation vom analogen
zum digitalen Fotogeschäft, die CEWE als einem
von wenigen Unternehmen gelungen ist. Das CEWE
FOTOBUCH, 2005 von dem Oldenburger Traditionsunternehmen und seinem Vorstandsvorsitzenden Dr. Rolf
Hollander an den Markt gebracht, ist das hervorstechendste Beispiel dafür. Heute ist es Europas beliebtestes Fotobuch. Die Aufgabe des Atreus Managers war,
als Projektleiter die Produktversorgungskette für das
CEWE FOTOBUCH zu optimieren. Besondere Schwerpunkte dabei waren, effizientere Produktionssysteme
für das CEWE FOTOBUCH und die CEWE WAND-
BILDER einzu­führen. Zudem sollte ein neues Controlling- und Kennzahlen­system als Basis für Lean Management und kontinuierliche Prozessverbesserung in einem
neu zu ge­staltenden, internationalen Produktions- und
Logis­tik­verbund eingeführt werden.
Unternehmensprofil
Der Foto- und Online-Druckservice CEWE ist mit 11
hoch technisierten Produktionsstandorten und mehr
als 3.200 Mitarbeitern in 24 europäischen Ländern als
Technologie- und Marktführer präsent. CEWE lieferte
im Jahr 2013 rund 2,37 Mrd. Fotos, 5,8 Mio. Exemplare
des CEWE FOTOBUCHs sowie Foto-Geschenkartikel
an über 34.000 Handelspartner und erzielte damit einen
Konzernumsatz von 528,6 Mio. Euro. CEWE ist in der
Fotobranche ‚First Mover‘ bei der Einführung neuer digitaler Technologien und Produkte. Im neuen Geschäftsfeld Online-Druck werden Werbedrucksachen über die
Vertriebsplattformen CEWE-PRINT.de, saxoprint und
viaprinto vermarktet. 1961 von Senator h. c. Heinz Neumüller gegründet, wurde CEWE 1993 von Hubert Rothärmel als Aktiengesellschaft an die Börse gebracht. Seit
2002 hat Dr. Rolf Hollander den Vorstandsvorsitz inne.
Die CEWE Stiftung & Co. KGaA ist im SDAX gelistet.
Interview mit Dr. Rolf Hollander, Vorstandsvorsitzender
der CEWE Stiftung & Co. KGaA
Dr. Rolf Hollander ist Vorstandsvorsitzender der Neumüller CEWE
COLOR Stiftung und der CEWE Stiftung & Co. KGaA. Der gebürtige Stader studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität
Hamburg. Nach der Promotion blieb der Diplom-Kaufmann als Assistent an der Hochschule, bis er 1982 als Consultant zur Managementberatung A.T. Kearney wechselte. Seit 1986 ist er bei CEWE,
seit 1992 als Vorstand und seit 2002 als dessen Vorsitzender. In
dieser Funktion verwirklichte er die Transformation vom analogen
zum digitalen Fotodienstleister und baute die führende Position
des Oldenburger Traditionsunternehmens im europäischen Fotofinishing aus.
err Dr. Hollander, Sie haben aus CEWE, dem
H
Fotodienstleister der großen Drogerie- und Elektromärkte, einen Markenhersteller gemacht, der klar
auf Digitalfotografie ausgerichtet ist – während
einstige Größen wie Agfa mit dem Fotofilmgeschäft
abstürzten. Was haben Sie besser gemacht?«
Wir haben uns früher als der Wettbewerb auf neue
Technologien eingestellt und die Chancen des digitalen
Geschäfts rechtzeitig ergriffen. So steht der klassische
Film heute bei CEWE nur noch für knapp fünf Prozent
aller verkauften Fotos, bei Rückgängen von jährlich 30
Prozent. Wir haben diesen Trend rechtzeitig erkannt und
auf neue Ideen wie das CEWE FOTOBUCH gesetzt, das
eine anhaltende Erfolgsgeschichte ist. Allein 2013 haben wir 5,8 Millionen Exemplare verkauft und damit den
Rekordwert des Vorjahres um 200.000 Bücher übertroffen. Damit sind wir klar europäischer Marktführer und
kommen in Deutschland auf eine Marktabdeckung von
mehr als 40 Prozent.
arum waren Sie der Ansicht, dass die FertigungsW
kette optimiert werden muss?«
Hinter der Marke CEWE steht ein Versprechen, das sich
in Softwarequalität, Druck- und Buchbindequalität,
Produktionsgeschwindigkeit, Servicequalität und Produktvielfalt ausdrückt. Deshalb investieren wir fortlaufend in den Wandel und sind stolz darauf, immer wieder
Vorreiter zu sein. Speziell beim CEWE FOTOBUCH –
unserem wichtigsten Mehrwertprodukt, das den rückläufigen Absatz von klassischen Einzelfotos mehr als
ausgleicht – standen wir vor der Herausforderung, zwar
wie bereits vor der analog-digitalen Transformation
Markt- und Qualitäts-, aber nicht mehr auch Kostenführer zu sein. Das wollte ich ändern.
arum haben Sie sich für einen Atreus Manager
W
als Projektleiter entschieden?«
Das Ziel war, mehr Effizienz und neue Impulse in die
Fertigungsprozesse zu bringen. Deshalb suchte ich
ganz bewusst eine Führungspersönlichkeit die von außen und nicht aus der Druckbranche kommt, die aber in
anderen Unternehmen bewiesen hat, dass sie komplexe Projekte und innovative Technologien beherrscht.
Diese Eigenschaften vereinte der Atreus Manager auf
besondere Weise. Der promovierte VerfahrenstechnikIngenieur hatte bereits als Technikvorstand die Entwicklungs- und Fertigungsprozesse eines großen Herstellers
von Medizin- und Pflegeprodukten optimiert und als Leiter New Technologies das Innovationsportfolio eines
führenden Papiermaschinenbauers neu ausgerichtet.
Zudem überzeugte mich seine Expertise für integrierte
Lösungen, die erstens die Produkt- und Servicequalität
verbessern, zweitens die Produktivität steigern und drittens Ressourcen sparen, indem Verschwendung systematisch verringert wird.
Was war die wichtigste Herausforderung?«
Die überwältigende Mehrheit unserer Kunden bestellt
oft ein oder zwei Exemplare ihres selbstgestalteten
CEWE FOTOBUCHs. Das heißt die durchschnittliche
Stückzahl liegt zwischen eins und zwei. Das ist eine riesige Herausforderung bei unserem sehr breiten Sortiment, das stetig wächst. Die Schwierigkeiten liegen
weniger im Druck, aber in der sogenannten Weiterverarbeitung, in der es zum Beispiel um das Zuschneiden
und Binden der Bücher geht, insgesamt sind es über 20
Arbeitsschritte. Darauf waren die am Markt verfügbaren
Hochleistungsmaschinen nicht ausgelegt, die für riesige
Auflagen entwickelt wurden. Wir haben solche Maschinen aus Qualitäts-, Service- und Kostengründen auf unsere Bedürfnisse so gut wie möglich angepasst, obwohl
sie für die Losgröße 1 nicht geeignet sind. Dafür waren
lange Zeit einfache Vorrichtungen am effektivsten, die
größtenteils in Handarbeit bedient wurden. Der Atreus
Manager hat dieses Dilemma erkannt und uns zunächst
Erfolgsbilanz:
Verbesserung der Produktversorgungskette
Reduzierung der durchschnittlichen Stückzeit
um über 50 %
Einsparung von Materialkosten durch Standard­
isierung und Modularisierung
Neuartiges Produktionssystem zur automatischen
Fertigung von CEWE FOTOBUCH Exemplaren in
Losgröße 1 und hochproduktive Fertigung
größerer Stückzahlen
Verbessertes Kennzahlensystem zur Steuerung
komplexer Produktionsprozesse
ermutigt, ein neuartiges Produktionssystem zur automatischen Fertigung von CEWE FOTOBUCH Exemplaren in Losgröße 1 zu konzipieren. Anschließend hat
er uns dabei geholfen geeignete Maschinenbauer zu
finden und zu motivieren, mit uns gemeinsam dieses
Konzept in einer Pilotlinie umzusetzen.
ie hat der Atreus Manager diese Aufgaben
W
gelöst?«
Er hat einen Lenkungskreis für das Projekt gebildet und
Konzeptalternativen mit einem Team von bis zu zwölf
Experten erarbeitet. Im Lenkungskreis, in den alle Leiter
der vier deutschen CEWE-Labore eingebunden waren,
wurde festgelegt, welche Qualitäts-, Service- und Kostenziele CEWE bei der Stückzahlgröße 1 anstrebt und
welche Technologien wir dafür benötigen. Mit einem
kleinen Team von im Kern drei Spezialisten hat der
Atreus Manager den Markt für Maschinenbauer auf geeignete technische Innovationen durchleuchtet. Eine für
unsere Zwecke perfekte Lösung gab es nicht. Deshalb
haben wir mit vier Maschinenbauern kooperiert, die ihre
Teilsysteme nach unseren Vorgaben angepasst und teilweise neue Prozesseinheiten dafür entwickelt haben.
Die so entstandene Fertigungslinie haben wir über mehrere Patente für uns so geschützt, wie CEWE dies bereits in der Vergangenheit immer wieder getan hat.
Was hat sich konkret verbessert?«
Mit dem Book-on-Demand-Fertigungssystem für das
CEWE FOTOBUCH, das wir ab 2015 in der Produktion
einsetzen werden, halbiert sich die durchschnittliche
Stückzeit. Dominierte bisher die sogenannte Batch-Fertigung – also das Sammeln von Aufträgen gleicher Art,
die dann en bloc erledigt wurden – können wir nun auch
bunt gemischt produzieren. Neue Produkte wie das
CEWE FOTOBUCH Premium-Matt lassen sich dabei
leicht integrieren. Wir haben nun auch Konzepte für die
Verkettung klassischer Maschinen, die ihre Stärken in
der Hochsaison ausspielen können und damit hervorragende Synergien mit der neu geschaffenen Technologie
bilden können. Außerdem haben wir ein Konzept für
eine neue, automatisierte Versandanlage. In der Produktion von CEWE WANDBILDERN, die ein weiterer
Schwerpunkt der Arbeit des Atreus Managers war,
konnten wir Produkt- und Servicequalität bei signifikant
reduzierten Kosten und Lieferzeiten verbessern.
ar Industrie 4.0, also die vernetzte und sich selbst
W
steuernde Fabrik, ein Projektthema?«
Tatsächlich braucht CEWE eine atmende Produktion,
deren Kapazität inzwischen voll auf die Saisonspitze im
vierten Quartal ausgerichtet ist. Als Unternehmen mit
hoher Softwarekompetenz fällt es uns mit unseren gedruckten Produkten prinzipiell nicht schwer, die notwendige Basis dafür zu schaffen. Wir nutzen seit vielen Jahren Codes, um unsere Fertigung zu steuern und um
Konsumenten und Handel auf einem hohen, identischen
Qualitätsniveau mit kürzesten Lieferzeiten zu versorgen. Neun von zehn Aufträgen erreichen uns bereits
heute über das Internet und wir sehen einen Trend zum
Einsatz mobiler Endgeräte für die individuelle Gestaltung der Produkte. Diese günstigen Rahmenbedin-
gungen hat das Projektteam bei der Schaffung neuer
Technologien genutzt. Die größte Herausforderung bestand nicht darin, die IT zu verbessern, sondern darin
flexible Fertigungstechnologien zu realisieren, welche
die Auftragsinformationen aus den Produktkomponenten ablesen und sich nach Bedarf im Maschinentakt automatisch rüsten. Mit Abschluss des Projekts kommunizieren nun die Materialkomponenten, zum Beispiel die
Seiten eines CEWE FOTOBUCHs mit den Maschinen
entlang des internen Workflows über einen Code, in
dem alle Informationen abgespeichert sind: Zu welchem Auftrag gehöre ich? Was soll mit mir passieren?
Wie und wann soll ich ausgeliefert werden? Fertige Produkte übergeben solche Informationen an die Verpackungen, welche eine Sendungsverfolgung bis zum
Endkunden ermöglichen. Damit ist es nur noch eine
Frage der Zeit, bis der Konsument sein CEWE FOTOBUCH zum Beispiel auf einem Smartphone oder Tablet
gestaltet und den gesamten weiteren Weg online verfolgt, bis er das physische Produkt in seinen Händen
hat. Damit wird dann tatsächlich eine Vision von Industrie 4.0 in der Realität angekommen sein.
ie bewerten Sie abschließend die Leistung
W
des Atreus Managers?«
Er hat seine Stärken als Manager und Spezialist für den
erfolgreichen Einsatz neuer Technologien voll ausgespielt. Bereits seit Jahrzehnten verfügt CEWE über ein
großes Know-how in der Automatisierung und Prozessführung unserer Produktionsstätten. Wir haben dafür
immer wieder eigene, oft sogar patentierte Geräte ge-
baut. Mit dem Atreus Projekt haben wir einen weiteren
großen Schritt in diese Richtung gemacht und die Qualität und Effizienz unserer Fertigungsprozesse erheblich
verbessert. Darauf wollen wir uns natürlich nicht ausruhen. Deshalb hat der Atreus Manager auch Vorschläge
für eine Neugestaltung unserer Organisation gemacht
und an einem optimierten Controlling- und Kennzahlensystem gearbeitet, um unsere hohe Fertigungskomplexität besser beherrschbar zu machen. Wir haben neue
Zentralfunktionen geschaffen und führen ein durchgängiges Produktionscontrolling schrittweise ein. Es ist die
Basis für einen höheren Grad an Selbstorganisation sowie kontinuierliche Prozessverbesserungen in der Produktion und damit für künftiges ertragsorientiertes
Wachstum.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Dr. Hollander.«
Atreus GmbH
www.atreus.de
D-80637 München
Landshuter Allee 8
Tel.:+49 (0) 89 45 22 49-0
Fax:+49 (0) 89 45 22 49-599
kontakt@atreus.de
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
21
Dateigröße
454 KB
Tags
1/--Seiten
melden