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IM BLICKPUNKT - wirtschaftsblatt.at

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Mittwoch, 4. März 2015 • www.wirtSchAFtSBLAtt.At
teiermark
Ö ST ER R E I CHS Z E I T U N G F Ü R W IRTSC H AF T UN D FINANZ E N - REGIONALAUSGABE
◆ Interview AMS-AG-Vorstand Wachsler-Markowitsch über Apple und Co. 6 ◆ Unternehmen Energieversorger
E-Werk Gröbming investiert rund 20 Millionen €. 10 ◆ Praxis Checkliste für den Weg zum Lehrbetrieb. 32
OPTIKER
IM BLICKPUNKT
DER ÖSTERREICHISCHE
BR I L L E NM A R K T
I ST
H A R T U M K Ä M P F T. G R O S S E
K E T T E N
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P R E I S
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N.
24-26
Hintergrund.
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Viele Gemeinden sind hoch verschuldet. Die Wahlen
am 22. März werden zum Prüfstand der Fusionen. 2
Jeden Monat Wirtschafts-News aus Ihrem Bundesland.
Name und Anschrift an: wirtschaftsblatt.at/regional
Retouren an PF 100, 1350 Wien - GZ 13Z039580W - P.b.b. Redaktion: 1030 Wien, Hainburger Straße 33, Tel: 01 60117-0
2|
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Thema
KOMMUNEN
Vom Schuldenkaiser
zur Fusionsgemeinde
In vielen steirischen Gemeinden kracht es gewaltig. Die Schuldenlast ist drückend.
Auch vor diesem Hintergrund werden die Gemeinderatswahlen am 22. März zum
Prüfstein der Reformer.
VON heLmUT BaST
S
eit 1. Jänner 2015 ist im
Land nichts mehr, wie
es vorher war. Statt 542
hat die Steiermark nur
noch 287 Gemeinden.
Die durchschnittliche
Einwohnerzahl der Gemeinden
stieg damit schlagartig von 1747
auf 3293 Einwohner. Die zahl der
Gemeinden mit mehr als 10.000
Einwohnern verdreifachte sich
auf 15. Doch an der tristen Finanzsituation der Gemeinden hat sich
durch die Fusionen (noch) nichts
geändert. Und die ist überwiegend klamm.
225 Gemeinden waren 2010 Abgangsgemeinden, 2011 waren es
noch immer 152 Gemeinden,
denen mit fast 55 Millionen € über
Bedarfszuweisungen geholfen
werden musste, rechnet die regierung vor. Die gesamte Finanzschuld der steirischen Gemeinden
betrug im Jahr 2013 2,034 Milliarden €, die Verschuldung legte im
Vergleich zu 2012 gleich um 8,3
Prozent zu. Mit 769 Millionen €
und einer Pro-Kopf-Verschuldung
von 1551 € tragen vor allem auch
die kleineren Gemeinden bis 2500
Einwohner zur hohen Schuldenlast der Gemeinden bei. Etwas
besser geht es Kommunen mit
5000 bis 10.000 Einwohnern, die
mit durchschnittlich 1286 € verschuldet sind. Alle Gemeinden
müssen ab 1. Juni 2015 mit ver-
schärften Kontrollbedingungen
rechnen. Dann darf der Landesrechnungshof erstmals auch Gemeinden unter 10.000 Einwohnern prüfen. „Das ist teil der
Strukturreform, wir bauen ein Gemeindemonitoring auf. Für die
Prüfung der Gemeinden rechnen
wir schon mit einem Mehraufwand“, sagt Landesrechnungshofdirektorin Margit Kraker.
Die Schuldenkaiser
Laut Statistik Austria kommen
nur 23 steirische Gemeinden ohne
Schulden aus: von Gschnaidt bis
trössing. Die Gemeinden stöhnen
nicht nur unter den Jahr für Jahr
steigenden Sozialausgaben –
Stichwort: Pflegekosten –, sondern haben sich oft auch mit größeren Projekten mit enormen
Verschuldungen übernommen.
Die Statistik listet die „Schuldenkaiser“ gnadenlos auf: Bad radkersburg: 8939 € Schulden pro
Einwohner, teufenbach: 7430 €,
ratsch an der weinstraße: 6410 €,
Vorau: 6861 €, Palfau: 6011 €,
trieben: 5967 €, Mühlen: 5339 €,
Krakauhintermühlen 5286 €, Soboth: 5124 €, wernersdorf: 5065 €,
Gratkorn: 4924 €, und, und, und.
Die Gründe für die Budgetüberschreitungen sind vielfältig: in
ratsch an der weinstraße waren
es die Kosten für den Kanalbau,
Bad radkersburg hat kostspielige
immobilien und Gesellschaftsanteile erworben, in teufenbach war
die Abwasserentsorgung und die
Errichtung eines Alten- und Pflegeheims teuer, in Vorau standen
Schulsanierungen an. Darum hoffen die Gemeinden auf versprochene Segnungen der Fusionen.
50.000 € schüttet das Land als
Prämie für die freiwillige Fusion
aus, 200.000 € steuert der Bund
bei. Dazu errechnet eine Studie
des Joanneum research Einsparungspotenzial durch die Fusionen im Umfang von 40 Millionen
€. Getoppt wird diese erhoffte
Summe von laut Studie jährlichen
investitionen von bis zu 53 Millionen €, die an zusätzlicher wertschöpfung durch die Gemeindefusionen angeregt würden.
ob solche Einspareffekte tatsächlich erreicht werden können,
sei seriös aber schwer zu beurteilen, meint hingegen Jörn Kleinert,
Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Graz. insgesamt
sei der Verschuldungsgrad der
Kommunen nicht mehr das große
Problem, so Kleinert, weil mittlerweile die Schuldenbremse auch
für Gemeinden klare Limits setze.
Vor allem positiv sieht Kleinert,
dass „nachdem 40 Jahre nur von
reform geredet wurde, jetzt endlich was getan wurde. weiter
nichts zu machen wäre der größere Fehler“. Allerdings habe man
Deal. Voitsberg
Die Stadt Voitsberg konnte im
zeitraum 2011 bis 2014 ihren
Schuldenstand von 30 auf 25 Millionen € reduzieren. im Voranschlag 2015 wurde ein Soll-Überschuss von 1,5 Millionen € angekündigt.
in Voitsberg wird aber nicht
nur gespart, sondern auch investiert: Schlagartig stehen in der
Gemeinde nun 250.000 Quadratmeter industrie- und Gewerbefläche für Betriebsansiedelungen
zur Verfügung. „Vom industriepark bis zur Öko-city
inklusive 300-Kilowatt-Kleinwasserkraftwerk ist alles möglich“,
erläutert Voitsbergs Bürgermeister Ernst Meixner.
Ein Jahr lang war mit der Porr
Umwelttechnik Gmbh über den
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
|3
Thema
Tom Lamm
Vor allem kleinere Gemeinden
sind stark verschuldet, aber noch
ist der Zug nicht abgefahren.
Nachgefragt.
„magna ist
nicht nötig“
WirtschaftsBlatt: Herr Mayrhold, Sie waren vor der Fusion
Ihrer Gemeinde Raaba zu Jahresbeginn mit Grambach deren
Bürgermeister. Jahrelang ist
Raaba schon der „Steuerkraftkaiser“ des Landes mit zuletzt
2883 € Steuereinnahmen pro
Einwohner. Wird die Fusion
daran etwas ändern?
Karl Mayrhold: Das glaube ich
nicht. raaba hat bei knapp
2300 Einwohnern 3500
Arbeitsplätze im ort, allein
900 sind in der raiffeisenzentrale. Aber auch Grambach hat bei 1800 Einwohnern
immerhin 1200 Beschäftigte.
wichtig sind uns umweltfreundliche Betriebe und geringer Flächenverbrauch. in
raaba hat ja sogar Magna angeklopft. Aber wir haben ein
Magna-werk nicht nötig.
übernimmt Kraftwerksareal von Porr
Verkauf des Geländes verhandelt
worden. im Jänner 2013 hatte sie
das 2006 stillgelegte Kraftwerk um
vier Millionen € von A-tec gekauft
und mit der Verwertung begonnen.
Über die jetzige Kaufsumme
wurde Stillschweigen vereinbart.
obwohl formale Beschlüsse noch
fehlen, ist der Deal auf Schiene.
Käufer wird eine Gesellschaft aus
Stadtgemeinde Voitsberg infrastruktur KG und der Firma reicher
Projektentwicklung Gmbh sein:
die in Gründung befindliche VGi
Grundstücksverwertungs Gmbh.
christoph Schäffer, bei der Porr
AG verantwortlich für Konzernimmobilien, sagt: „Da das doch ein
großer Fleck ist, der bespielt werden muss, haben wir nach einem
Appetizer gesucht.“ Fündig wurde
Schäffer beim Lagerhaus GrazLand, das sich „ein Filetstück im
Ausmaß von 32.000 Quadratmetern gesichert hat“. Alois Pabst,
obmann beim Lagerhaus GrazLand, sagt: „wir werden einen
neuen Standort an diesem strategisch günstigen Platz zwischen
den Gemeinden Voitsberg, Bärnbach und Köflach errichten.“ Geplant seien ein Gartenmarkt, eine
Elektroabteilung, eine Landmaschinenwerkstätte und Flächen für
Direktvermarkter, die dort ihre
regionalen Produkte verkaufen
können.
An weitere handelsflächen ist
aber nicht gedacht. Bürgermeister
Meixner: „Für 50 Prozent der Fläche gibt es bereits konkrete interessenten. Als Gemeinde werden
wir bei der Ansiedlung steuernd
eingreifen, sodass im übrigen Areal
Gewerbe und innovative Sparten
aus der industrie dominieren.“
Was sind die Herausforderungen für die neue Gemeinde?
Der Umbau des Gemeindehauses wird rund 800.000 €
ausmachen. Der neue Gemeinderat muss entscheiden,
ob das Grambacher Gemeindeamt als Servicestelle bleibt.
Sparen können wir uns die
Ausgaben für eine Altstoffsammelstelle, die Grambach
vorhatte zu bauen. Eine solche
gibt es schon in raaba. [bast]
helmut.bast@wirtschaftsblatt.at
Beigestellt
„Platz für Visionen“
Eine Brücke wird das Gelände direkt an die B 70 anbinden und
auch ein Bahnanschluss befindet
sich auf dem Areal. 38.000 Quadratmeter des frei werdenden
Grundstücks liegen auf dem Gemeindegebiet der Nachbarstadt
Bärnbach. Bernd osprian, regierungskommissär von Bärnbach,
sieht in dieser zentralen industriefläche „einen Platz für Visionen und die chance zum
Durchstarten“.
[kos]
steiermark@wirtschaftsblatt.at
Karl Mayrhold, Ortschef der
reichsten Gemeinde.
4|
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Thema
! „zu wenig erklärt und vermit­
telt, worum es geht“. Man hätte
wissen müssen, dass mit wider­
stand zu rechnen ist, wenn man
die Auflösung „gewachsener
Strukturen“ angeht.
Für die größeren fusionierten
Gemeinden erwartet sich Franz
Kerber, Vorstand der Steiermärki­
schen Sparkasse, wiederum eine
„finanzielle Entspannung“. ihnen
würden höhere Einkünfte, etwa
aus Ertragsanteilen vom Bund,
winken. Die Steiermärkische wi­
ckelt laut Kerber für 80 Prozent
der Gemeinden die Geschäfte ab:
Ein Kreditvolumen von 500 Mil­
lionen €, also ein Viertel der Ge­
samtschulden, läuft über die
Steiermärkische. Kerber: „wir
sind finanzieller Nahversorger.“
Arm und Reich
Die Einkünfte der Gemeinden sel­
ber sind verschieden wie tag und
Nacht, zwischen Arm und reich
tun sich Klüfte auf. Laut Landes­
statistik stieg die Kopfquote
(Steuereinnahmen pro Einwoh­
ner) um 4,5 Prozent. Seit Jahren
unangefochten an der Spitze ran­
giert die Grazer Umlandgemeinde
raaba mit einer Kopfquote von
2883 €, gefolgt von Unterprem­
stätten (2524 €) und Bad radkers­
burg (2514 €). Graz liegt mit 1779
€ nur an siebter Stelle. Der bishe­
rige Bürgermeister von raaba,
Karl Mayrhold, der derzeit zwar
im Beirat der Gemeinde sitzt, aber
bis zur Gemeinderatswahl von
einem regierungskommissar „re­
giert“ wird, sieht die Fusion der
Gemeinde mit Grambach gelas­
sen: Personalstarke Niederlassun­
gen großer Konzerne wie raiff­
eisen lassen die Steuereinnahmen
sprudeln (siehe rechts).
Die geringste Kopfquote erziel­
te 2013 die oststeirische Gemein­
de trössing mit 736 €, knapp da­
vor rangieren Piberegg (742 €)
und Kohlschwarz (755 €). trös­
sings bisheriger Bürgermeister
Marcel walch äußert sich kritisch
zur Fusion seiner Gemeinde mit
Gnas und acht weiteren Gemein­
den, weil trössing bisher schul­
ANZEIGE
denfrei war (siehe unten). Die
steigenden Schulden der Gemein­
den wirken laut einer Studie des
instituts für wirtschafts­ und
Standortentwicklung wie eine
massive investitionsbremse: zwi­
schen 2000 und 2013 haben die
steirischen Gemeinden ihre in­
vestitionen von 370 Millionen €
auf nur mehr 200 Millionen €
heruntergeschraubt. Darunter lei­
den besonders regionale KMU.
Regionale Belebung
walther wessiak vom Bauunter­
nehmen tiefbohr­robier und in
der Bauinnung aktiv, ist über­
zeugt, dass die Schaffung größe­
rer Gemeinden „mehr Geld für in­
vestitionen frei macht, um ohne­
hin längst fällige infrastruktur­
maßnahmen anzugehen: Schulen,
turnhallen und Straßen etwa, die
teils in erbärmlichem zustand
sind“. impulse für die Gemeinden
erwartet sich Josef Muchitsch,
umtriebiger Bau­holz­Gewerk­
schafter und Nationalratsabge­
ordneter, auch vom gemeinsam
mit Bauinnung, gemeinnützigen
wohnbauträgern und Bauspar­
kassen initiierten wohnbaupro­
gramm im Umfang von rund 6,5
Milliarden €, mit dem 30.000
wohnungen österreichweit er­
richtet werden sollen.
Wählerrüffel befürchtet
zuvor werden die reformpartner
Landeshauptmann Franz Voves
und Lh­Vize hermann Schützen­
höfer gebannt das Votum der
wähler bei den Gemeinderats­
wahlen am 22. März und dann im
herbst bei der Landtagswahl er­
warten. Sie sind auch Prüfstand
für ihre reformbemühungen –
Gemeindestrukturreform und
Verwaltungsreform. Mediales Lob
war ihnen meist sicher. Dass die
wähler ihre reformbemühungen
honorieren werden, hat das stei­
rische reformduo in letzter zeit
mehrfach aber selbst in zweifel
gezogen.
Den autor des artikels erreichen Sie
unter helmut.bast@wirtschaftsblatt.at
Nachgefragt. „Verwaltung ist
bei uns viel geringer“
WirtschaftsBlatt: Herr Walch,
Sie waren bis 31. Dezember 2014
Bürgermeister von Trössing. Ihre
Gemeinde scheint in der Statistik
mit den geringsten Steuereinnah­
men, 723 € pro Einwohner, auf.
Ist Ihre Gemeinde arm?
Marcel Walch: Diese Kennzah­
len sagen nicht wirklich etwas
über den finanziellen zustand
einer Gemeinde aus. wir hatten
2014 ein Budget von rund
800.000 € und unsere Gemeinde
ist schuldenfrei. Es kommt eben
darauf an, wie man mit dem
Geld, das eine Gemeinde erwirt­
schaftet, umgeht. wir haben nur
280 Einwohner gehabt, mit
1. Jänner sind wir mit Gnas und
acht anderen kleineren Gemein­
den zusammengelegt worden.
ich war und bin dagegen.
Warum sind Sie gegen die Zu­
sammenlegung?
Anders als bei großen Ge­
meinden ist bei uns der Verwal­
tungsaufwand viel geringer, er
beträgt nur 300 € pro Einwoh­
ner, das muss uns erst einmal
wer nachmachen. Größere Ver­
Beigestellt
Marcel Walch ist gegen die
Fusion mit anderen Orten.
waltungseinheiten sind auch
teurer. Bei uns sind viele Leis­
tungen in der Gemeinde ehren­
amtlich gemacht worden. Das
fällt in der großen Einheit weg.
Wie sehen Sie die Zukunft der
Gemeinde?
trössing als Gemeinde hatte
ein Vermögen von vier Millio­
nen € in Form von immobilien,
dem Bauhof, Geräten usw. ich
frage mich halt, was damit in der
großen Einheit wird.
[bast]
helmut.bast@wirtschaftsblatt.at
6|
IntervIew
M
ichael wachsler-Markowitsch ist Finanzvorstand des steirischen halbleiterherstellers AMS AG mit Sitz in Unterpremstätten. hier beschäftigt
AMS 900 der insgesamt 1700 Mitarbeiter weltweit. wachsler-Markowitsch strahlt beim Gespräch
mit dem wirtschaftsBlatt in
einem Meetingraum des firmeneigenen Konferenzzentrums über
das ganze Gesicht: Er freut sich
über den letzten rekordgewinn
des it-Giganten Apple – als zulieferer schnellten nämlich zuletzt
auch die AMS-zahlen ordentlich
in die höhe.
WirtschaftsBlatt: Herr WachslerMarkowitsch, zum Einstieg eine
abkürzende Frage: In welchem
namhaften Smartphone ist denn
keine AMS-Technologie drinnen?
Dürfen Sie Namen nennen?
Michael Wachsler-Markowitsch:
(lacht) Das ist eine sehr interessante Frage. Es ist htc, das ist das
einzige Unternehmen der top
ten, wo wir nicht vertreten sind.
Das hat quasi politische Gründe:
Der zulieferer von htc ist ein
ehemaliger Ableger von htc
selbst und mit dem Board noch
sehr verwoben. wann immer wir
mit einem neuen Produktvorschlag zu htc gegangen sind, ist
das sofort bei unserem Mitbewerber gelandet. Da haben wir gesagt,
da gehen wir nicht mehr hin.
AMS beliefert neben Apple auch
andere Big Player wie Siemens,
Nokia, Samsung, LG und Sony
Ericsson. Wie wichtig sind für
AMS als Halbleiterhersteller die
ganz großen Namen?
Extrem wichtig. Der analoge
halbleitermarkt inklusive der
Sensoren macht rund 20 Prozent
des gesamten halbleitermarktes
mit 50 bis 55 Milliarden US-$ Umsatz im Jahr aus. in einigen Nischen sind wir weltmarktführer.
wenn man weltmarktführer sein
will, kann man nur mit den topfirmen in dem Bereich zusammenarbeiten. im Lichtsensorbereich sind wir weltmarktführer und arbeiten mit den größten
Smartphone-herstellern zusammen, auch bei den MMS-Mikrofonen, die in Mobiltelefonen und
tablets Einzug gehalten haben;
auch da arbeiten wir mit weltmarktführern zusammen. oder
bei bildgebenden Systemen in
der Medizintechnik für ct-Gerä-
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Mittwoch, 4. März 2015
Peroutka π
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
IntervIew
„Dort sein,
wo der Puck
sein wird“
Michael Wachsler-Markowitsch. Der Finanzvorstand des Halbleiterherstellers AMS
AG gibt Einblick in die guten Geschäftsbeziehungen zu IT-Giganten wie Apple und Co.
und erklärt, warum (fast) alle Smartphone-Hersteller auf AMS-Technologie bauen.
vOn HeLMUt BASt
Der SmartphoneMarkt ist schon
relativ gesättigt.
Das ist für uns aber
überhaupt kein
Problem.
te, da ist Siemens die Nummer
eins.
Welches Handy besitzen Sie selbst
und wie viel AMS-Technik ist drin?
Ein Sechser-iPhone, das kleinere, das größere ist mir zu groß, ist
aber der renner in Asien. zum
inhalt: AMS-Anteile sind derzeit
in Smartphones meist weniger als
einen Dollar wert.
Aber die Wertschöpfung, die dazu
beiträgt, dass das iPhone so erfolgreich ist, ist wohl höher, oder?
Das ist schon ein Geheimnis:
warum kann eine im internationalen Kontext doch kleine Firma
wie AMS bei so großen Spielern
reüssieren? Es liegt einfach an
unserer innovationskraft und an
dem Know-how, das wir über fast
35 Jahre aufgebaut haben. Die analoge halbleiterindustrie ist, was
man im Englischen „sticky“ (beharrlich, klebrig, Anm.) nennt. Das
hat damit zu tun, dass bei einem
Kostenfaktor von weniger als
einem Dollar bei einem Produkt,
das herstellungskosten von weit
über 200 $ hat, der Einkauf nicht
stark dran ist. Aber es steckt sehr
viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit drinnen, auch bei
unseren Kunden. wir haben an
einem neuen Produkt, dem Booster für mobiles Bezahlen, also für
NFc, Near Field communication,
mit unserem ersten Kunden über
zwei Jahre gearbeitet. Da will man
nicht als Kunde, weil vielleicht ein
anderer 20 Prozent billiger anbieten kann, das risiko eingehen,
dass es vielleicht doch nicht so
gut funktioniert.
Das kann man auf der einen Seite so sehen. Auf der anderen Seite,
wenn Sie nicht mit den größten
Kunden am Markt zusammenarbeiten, haben Sie selbst auch
nicht die Möglichkeit, die Nummer eins zu sein und zu wachsen.
Noch im Jahr 2008 war Nokia
einer unserer größten Kunden. Es
ist an uns relativ spurlos vorübergegangen, dass Nokia im Nirgendwo verschwunden ist. Das hat damit zu tun, dass wir inzwischen
auch alle anderen großen Smartphone-hersteller zu unseren Kunden zählen dürfen. wenn ein sehr
wichtiger Kunde quasi über Nacht
verschwindet, was ich nicht glaube, dann werden andere, die auch
unsere Kunden sind, das wettmachen können.
Korrespondiert das Apple-Rekordergebnis des letzten Quartals 2014
von riesigen 18 Milliarden $ Gewinn mit dem starken AMSUmsatzplus auf 464 Millionen €
und dem Rekordgewinn von 97,5
Millionen € im letzten Jahr?
Dazu kann ich sagen, dass eine
Korrespondenz mit dem Erfolg
einiger Kunden durchaus sichtbar
ist. Mit unserem größten Kunden
machen wir übrigens 25 Prozent
unseres Umsatzes.
Wird der Smartphone-Boom noch
lange andauern oder arbeiten Sie
schon an neuen Entwicklungen?
Ist man insgesamt gar zu abhängig
vom globalen Consumer-Markt?
Medizintechnikund Consumer-Produkte fließen immer
stärker ineinander.
Da kommt viel
Neues.
|7
Der Smartphone-Markt ist, was
die Stückzahlen angeht, schon relativ gesättigt. Das ist für uns aber
kein Problem, weil die Smartphones in ihrer Sättigung immer
mehr Funktionen erfüllen werden
und wir daher immer mehr hardwarekomponenten anbieten können. Und das geht einher mit
Sensoren. Das heißt, wenn wir
jetzt, wie es im vergangenen Jahr
bei unserem größten Kunden gelungen ist, den inhalt in einem
Smartphone verdoppeln oder verdreifachen, dann verdoppeln oder
verdreifachen wir unseren Umsatz in diesem Bereich.
AMS fertigt auch für den Industriemarkt, den Automotive-Bereich
oder die Medizintechnik. In welchem Verhältnis stehen diese Segmente zum Consumer-Bereich?
Derzeit erzielen wir zwei Drittel unseres Umsatzes im consumer-Bereich, ein Drittel in Medizintechnik, Automobil und industrie. Über 180 Projekte haben wir
derzeit in der Entwicklungspipeline, die Mehrheit davon in den
Bereichen Automobil und industrie. insgesamt sehen wir eine
starke Konvergenz, denn der Sensor, der meine herzfrequenz
misst und in einem ring steckt:
ist das ein Medizintechnikprodukt oder ist es ein consumerProdukt? Es fließt ineinander.
AMS ist dabei, Sensoren für Smartphones zu entwickeln, die die Luftgüte, etwa Kohlendioxyd und Kohlenmonoxyd, in Räumen messen
können. Worum geht es da?
Ein riesenwunsch der Smartphone-Erzeuger ist es, dass solche
Sensoren in ihre Produkte kommen. wenn wir in diesem raum
sitzen und jeder von uns hat im
Mobiltelefon diesen Sensor drinnen, dann kann der mit der Gebäudetechnik kommunizieren,
kann die Klimaanlage steuern, die
temperatur steuern, den co2-Gehalt der Luft regulieren. oder Biosensoren: Denken Sie an die 350
Millionen Diabetiker weltweit, die
müssen sich jeden tag mehrmals
piksen. Das wird es in zukunft
nicht mehr geben. wir arbeiten
daran, den Blutzuckergehalt zu
messen, ohne dass ich mich piksen muss, zum Beispiel durch die
haut oder auch aus Körperflüssigkeiten. Und diese Daten können
zum Beispiel über einen NFcchip auf das Mobiltelefon
8|
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
IntervIew
Peroutka π
AMS-AG-Finanzvorstand Michael Wachsler-Markowitsch (re.) im Gespräch mit WirtschaftsBlatt-Redakteur Helmut Bast.
übertragen werden und der Patient weiß genau, wie viel insulin
er braucht.
ren, wenn der Markt so weit ist,
die passende technologie anbieten zu können.
Wann ist man damit am Markt?
Der Markt ist gerade dabei, sich
zu etablieren. wir werden in den
nächsten zwei bis vier Jahren
positiv-dramatische Entwicklungen erleben. Man wird statt zum
Arzt zu gehen darauf warten, dass
der Arzt anruft: weil die Sensoren,
die wir am Körper, in den sogenannten wearables, tragen – das
können mit Sensoren ausgestattete ringe, Uhren, Armbänder etc.
sein – die Körperfunktionen permanent überwachen. Diese Daten
gelangen – gesichert, versteht sich
– zum Arzt des Vertrauens. Daran
sind etwa Versicherungen sehr interessiert.
Ihr Unternehmen hat Standorte in
Asien errichtet. Werden Produk­
tionen nach Asien ausgelagert?
Nein. wir haben weltweit 13 Designcenters. wir müssen dorthin
gehen, wo wir die hellsten Köpfe
finden. Da ist Österreich zu klein.
wir haben mehr als 440 analoge
ingenieure, die müssen wir pflegen. zur Produktion auf den Philippinen: Unsere Produktion ist
dreigeteilt: wir haben die waferfertigung, zu rund der hälfte am
Standort hier; dann das Assembly,
das ist outgesourct, weil sehr
arbeitsintensiv mit weniger technologie drinnen. Der arbeitsintensive test wiederum ist in-house,
aber größtenteils in Asien, da die
Nähe zum Assembly und den
Kunden ein Kriterium ist. Von der
wertschöpfung gesehen: im
Schnitt 50 bis 60 Prozent entfallen
auf die wafer-Fertigung, 20 bis 25
Prozent auf Assembly und 15 bis
20 Prozent auf test. test und
Assembly hier in Österreich zu
machen wäre unwirtschaftlich.
Schöne neue Welt.
Schöne neue welt, ja.
Woher weiß man in der Branche,
was morgen gefragt sein wird?
Kirk Laney, unser cEo, zitiert
gern wayne Gretzky, den begnadeten kanadischen Eishockeycrack. Der sagte, du musst nicht
dorthin laufen, wo der Puck jetzt
ist, sondern dorthin, wo der Puck
sein wird. Auch wir müssen vorwegnehmen, was unsere Kunden
und auch der Konsument verlangen. wir müssen jetzt schon entwickeln, um in zwei, drei, fünf Jah-
Woran ist denn letzten Juli die ge­
plante Fusion mit dem LED­Leuch­
ten­Produzenten Dialog Semicon­
ductor tatsächlich gescheitert?
wir, AMS und Dialog Semiconductor, kennen uns schon sehr
lange. irgendwann haben wir uns
gefragt, ob wir nicht was zusammen machen könnten. Jetzt verlangen die regeln des Kapitalmarktes von zwei börsenotierten
Unternehmen, dass sie derartige
Gespräche unter bestimmten Umständen öffentlich machen. Das
haben wir gemacht. wir sind aber
zu dem Schluss gekommen, dass
eine Fusion auch aus juristischen
und börsenrechtlichen Gründen
zu kompliziert geworden wäre.
Akquiriert hat AMS 2014 dennoch.
Ja, wir haben im vergangenen
Jahr Applied Sensor und AcamMesselectronic aus Deutschland
gekauft. wir haben damit unsere
Produktbasis und unsere Kompetenz bei Gassensoren und zeitbasierten Messungen erweitern
können.
Sind Sie mit den wirtschaftspoli­
tischen Rahmenbedingungen im
Land zufrieden?
was ausufert und was uns hindert, hier am Standort viel mehr
auszubauen, sind ganz klar die
Personalkosten, da reden wir über
Einkommensteuern und Lohnnebenkosten. wenn ich mir heute
anschaue, dass ich für einen
amerikanischen top-ingenieur
140.000 $ im Jahr bezahle und davon bleiben ihm knapp 100.000
über, und wenn ich hier ähnliche
Gesamtkosten habe, dann bleiben
dem Mitarbeiter, wenn wir Glück
haben, etwa 50.000 € über: Das ist
einfach ein Missverhältnis für
international orientierte Fachkräfte.
Und der Standort Unterpremstät­
ten? Passt der?
hier ist unsere heimat. wir haben 900 Mitarbeiter von unseren
weltweit 1700 hier. wir haben
auch das Konferenzzentrum mit
Unterstützung der Gemeinde gebaut, die es für Veranstaltungen
nutzen kann. Unsere DNA ist die
Steiermark und wir fühlen uns
sehr eingebettet in der Gemeinde.
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter helmut.bast@wirtschaftsblatt.at
ZUR PERSON
n Michael WachslerMarkowitsch, Jahrgang 1968, hat
Betriebswirtschaftslehre an der
Wirtschaftsuniversität in Wien
studiert, Spezialfächer: Revisions-,
Treuhand- und Rechnungswesen.
Seit 2001 ist er bei der AMS AG
tätig, seit 2003 als Finanzvorstand.
Vor seiner Tätigkeit bei AMS war er
als CFO bei der Ahead Communications AG und als Steuerberater und
Wirtschaftsprüfer bei KPMG engagiert. Wachsler-Markowitsch ist
verheiratet und hat drei Kinder im
Alter von 14, 12 und 10 Jahren.
10 |
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Unternehmen
EVU GRÖBMING
„Verkaufen Strom an der Börse“
Beigestellt
Das E-Werk Gröbming
baut vor allem den Solarbereich stark aus. Kerngeschäft bleibt aber die
Energieerzeugung aus
Kleinwasserkraft. 20 Millionen € an Investitionen
sind geplant.
VOn WOLFGAnG WILDner
GrÖBMiNG. rund 30 Millionen €
investierte das EVU Gröbming in
den vergangenen vier Jahren aus
eigener Kraft in die Erzeugung
von Ökoenergie. weitere 20 Millionen € sollen in naher zukunft
in die Bereiche Energie und
transport fließen.
Diese erste zwischenbilanz
zieht Ernst trummer, seit knapp
zwei Jahren Geschäftsführer des
als E-werk Gröbming bekannten
Elektrizitätsversorgungsunternehmens (EVU) und seiner diversen tochterfirmen. Damit meldet
sich trummer nach seinem überraschenden – und wie sich erwiesen habe: ungerechtfertigten –
rauswurf als Geschäftsführer der
Planai-Bahnen im Sommer 2012
zum ersten Mal in seiner neuen
Funktion zu wort.
„Das EVU Gröbming hat“, so
trummer, „zuletzt ordentlich
Fahrt aufgenommen. wir befinden uns im Prozess des wandels
„Wir befinden uns im Wandel vom Energieversorger zum Dienstleister“, sagt E-Werk-Gröbming-Chef
Ernst Trummer. Die Unternehmensgruppe setzte zuletzt zwölf Millionen € um.
vom Energieversorger zum Energie-Dienstleister.“ Das Unternehmen gliedere sich in vier Bereiche: Energieerzeugung, Stromverteilung über das eigene Netz von
600 Leitungskilometern und Verkauf an etwa 6000 haushalte, weiters einen installationsbetrieb
und einen Elektrohandelsbereich.
Elf Kraftwerke
Kerngeschäft werde auch in zukunft die Stromerzeugung in
Kleinwasserkraftwerken bleiben.
Elf davon – alle in den Niederen
tauern – betreibt das Unternehmen. Massiv ausgebaut wird die
Energieaufbringung aus Fotovoltaik. trummer: „Bis dato sind über
100 Sonnenstromanlagen an unser
Netz angeschlossen.“ Ende 2014
wurde auf dem Dach der Maschinenfabrik Liezen mit 5600 Quadratmetern eine der größten Fotovoltaikanlagen des Landes mit
einer Leistung von rund 700.000
Kwp in Betrieb genommen.
„Mittlerweile produziert das Ewerk Gröbming so viel Energie,
dass wir sie an der internationalen
Strombörse in Leipzig verkaufen.“
Noch heuer soll eine große Bürgerbeteiligungsanlage in Gröbming in Betrieb gehen. Ausgebaut
wird auch der E-Mobility-Bereich.
Der konsolidierte Umsatz der
verflochtenen, genossenschaftsähnlich strukturierten Gruppe,
die zu 100 Prozent im Privateigentum steht und 50 Mitarbeiter beschäftigt, belief sich 2014 auf rund
zwölf Millionen €.
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HANDEL
Kada legt mit eigenem Webshop los
Beigestellt
Kaufmann Dino Kada investierte
250.000 € in den Onlineversand.
LEiBNitz. Das Großkaufhaus
Kada Südsteiermark in Leibnitz
meldet sich mit einem webshop
im Versandhandel zurück. Kurz
vor weihnachten ging er online.
Etwa 250.000 € wurden in technik und Logistik investiert. Eigentlich hätte der onlineversand seit
März 2014 in Betrieb sein sollen,
doch Dino Kada, geschäftsführender Gesellschafter des regionalen
haushaltsartikel-, werkzeug-, Maschinen- und Gartenbedarf-An-
bieters, stieg auf die Bremse. Das
dem webshop zugrunde liegende
warenwirtschaftssystem wurde
noch einmal überarbeitet und erweitert. „ich wollte verhindern,
dass wir nach ein paar Monaten
bei laufendem Betrieb nachskalieren müssen.“ Nun sei der Shop gerüstet. zielmärkte seien vorerst
Österreich und Deutschland.
Das südsteirische Kaufhaus hatte sich 2002 nach über 20 Jahren
aus dem kataloggestützten Ver-
sandhandel zurückgezogen. 2000
Quadratmeter Lagerfläche standen noch zur Verfügung und werden nun wieder genutzt.
Mit Umsatzprognosen hält sich
Kada zurück: „Es ist ein extrem
volatiles Feld. wenn wir gut sind,
erreichen wir im ersten Jahr zehn
Prozent des stationären Umsatzes
und liegen damit jenseits einer
halben Million €.“
[wowi]
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Mittwoch, 4. März 2015
Unternehmen
| 11
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INTERNET
Bergfex steigert Umsatz
auf drei Millionen €
Beigestellt
Das Tourismusportal
Bergfex erreicht mittlerweile 8,6 Millionen
Internetuser im Monat,
vor allem im deutschsprachigen Raum. Nun
kommt eine neue App
auf den Markt.
VOn WOLFGAnG WILDner
D
as steirische tourismus­
portal Bergfex verzeich­
nete im Jänner mit mehr
als 117,3 Millionen Page­
views einen neuen zugriffsrekord.
Die zugriffe, präzisiert Markus
Kümmel, der das Portal vor 16 Jah­
ren mit seinen Mitgesellschaftern
Andreas Koßmeier und oliver
Jusinger gegründet hat, stammten
von insgesamt knapp 20,7 Millio­
nen Besuchen von 8,6 Millionen
Unique clients.
Damit zählt Bergfex.at im tra­
ditionell zugriffsstärksten Monat
Jänner zu den am häufigsten auf­
gerufenen österreichischen web­
portalen. Gegenüber dem Jänner
2014 konnte ein Plus von 22 Mil­
lionen zugriffen, 4,7 Millionen Be­
suchen und 1,2 Millionen Unique
clients erzielt werden.
Auch der Umsatz wurde, so
Kümmel, seit Gründung kontinu­
ierlich gesteigert und liege aktuell
bei etwa drei Millionen €. Die Ein­
künfte stammten jeweils zur hälf­
te aus klassischem onlinemarke­
ting (Banner, werbeanzeigen etc.)
und von hotels, die sich ent­
geltlich präsentieren. „Allerdings
haben wir von Anfang an die
Schaltungen rigoros an die zu­
griffszahlen gekoppelt, um unse­
ren Kunden auch die entspre­
chenden rückläufe garantieren zu
können“, sagt Kümmel. Bergfex
sei sehr konservativ gewachsen.
„wir haben uns immer aus Eigen­
mitteln finanziert und erst nach
fünf Jahren zum ersten Mal
Gewinn erzielt.“ zurzeit werden
13 Mitarbeiter beschäftigt.
1729 Skigebiete aus zwölf europäischen Ländern sind über Bergfex
abrufbar, im Sommer sind es 525 Regionen in sieben Ländern.
Bergfex ist
sehr konservativ
gewachsen.
MARKUS KÜMMEL
GRÜNDER
BERGFEX
Ursprünglich als reines winter­
portal gegründet, wird seit fünf
Jahren auch eine Sommerschiene
betrieben. 1729 Skigebiete aus
zwölf europäischen Nationen sind
im winter­, 525 tourismus­
regionen aus sieben Staaten im
Sommerbereich vertreten. Das
Portal wird in 18 Sprachen ge­
führt. 42 Prozent der Besucher
kommen aus Deutschland, 25 Pro­
zent aus Österreich, mit Abstand
gefolgt von Schweizern, Nieder­
ländern, italienern und Slowenen.
Bergbahnen und tourismus­
regionen liefern die inhalte für die
Seite: Destinationsbeschreibun­
gen, Pistenpläne, Schneewerte,
aber auch Veranstaltungshinwei­
se. Die wetterwerte kommen von
der zentralanstalt für Meteoro­
logie und Geodynamik (zAMG)
und werden adaptiert. So gibt es
für jedes Skigebiet tal­ und Berg­
wetter. Aufwendig aufbereitetes
Kartenmaterial sorgt zusätzlich
für zielgruppenrelevanz. inte­
griert sind zudem tausende web­
cams. Schnee­ und wetterwerte
werden wiederum an den
ÖAMtc und zahlreiche Medien­
unternehmen geliefert.
Eine Bergfex­App wurde für oS
und Android bisher je 250.000­
mal heruntergeladen. im Frühjahr
soll eine auf neuem Karten­
material basierende touren­App
erscheinen.
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12 |
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Unternehmen
FAMILIENBETRIEB
START-UP
Mühlfellner Tankbau Eologix bringt neuen
geht in neue Nischen Eissensor auf den Markt
Beigestellt
EhrENhAUSEN. Die Ehrenhausener Mühlfellner tankbau Gmbh
setzt in zukunft neben der herstellung von Lagertanks für den
weinbau vermehrt auf Spezial-
SCHWERPUNKT
LANDWIRTSCHAFT
lösungen für Lebensmittel- und
Pharmakunden. „Unsere Bemühungen tragen bereits Früchte“,
sagt Daniel zupan, seit gut einem
Jahr in der Geschäftsführung des
Familienunternehmens. „wir verzeichnen ein steigendes Auftragsvolumen aus Lebensmittel- und
Pharmaindustrie.“
Als zulieferer eines auf die
pharmazeutische industrie spezialisierten Prozesstechnikunternehmens habe sein Unternehmen
im vergangenen Jahr Spezialtanks
in die Schweiz und nach weißrussland geliefert. Abnehmer von
Sonderanfertigungen seien aber
auch heimische Pharma- und Lebensmittelproduzenten.
Wir verbinden
unser Know-how mit
einem hohen Grad an
Automatisierung.
DANIEL ZUPAN
Das 1950 gegründete Unternehmen hat sich seit den 1960er-Jahren auf die herstellung von maßgefertigten Gär- und Lagertanks
aus Edelstahl für die weinerzeugung spezialisiert. zu den Kunden
des zehn-Mitarbeiter-Betriebs
zählen das who’s who des österreichischen weinbaus, aber auch
Sekthersteller sowie Edelbrennereien und Brauereien.
zupan: „in zukunft wollen wir
uns noch stärker auf Nischen spezialisieren und unsere Fertigungskompetenz vertiefen.“ Dafür soll
auch einiges investiert werden:
„Gerade haben wir eine neue Abkantpresse installiert, mit der wir
Bleche mit bis zu vier Metern
Länge kanten und sehr komplexe
Blechteile fertigen können.“ weitere Maschinen sollen folgen.
Es gehe nun vor allem darum,
technik, Arbeitsvorbereitung und
Produktion zu optimieren. „Unser
ziel ist es, unser spezialisiertes
handwerkliches Know-how mit
einem hohen Grad an Automatisierung zu verbinden.“
Neben dem tankbau setzt zupan auf zwei weitere Standbeine:
die herstellung von Edelstahlpools sowie Metallbau für Architekturprojekte. zuletzt war sein
Unternehmen etwa an der Einrichtung der „weinbank“, des
neuen Lokals des steirischen
Dreihaubenkochs Gerhard Fuchs
in Ehrenhausen, beteiligt. [wowi]
GF
steiermark@wirtschaftsblatt.at
Beigestellt
Die Unternehmer Hubert Zangl, Thomas Schlegl und Michael Moser
(v. l.) setzen auf spezialisierte Messtechnik für Windkraftanlagen.
GrAz. Das Grazer Start-up Eologix Sensor technology Gmbh
will nach Feldtests noch heuer in
den regulären Verkauf. Potenzielle Käufer ihres Sensors zur temperaturmessung und Detektion
von Eis auf rotorblättern von
windrädern seien vorerst, so
Eologix-Gesellschafter Michael
Moser, sogenannte Early Adopters
unter den windparkbetreibern
und windkraftanlagen-herstellern, „die sich einen technologievorsprung verschaffen wollen“.
Allerdings stehe zurzeit auch ein
größeres roll-out mit einem bedeutenden europäischen windkraft-Player im raum. zielmärkte
seien Europa und Nordamerika.
Das von den drei am Science
Park Graz angesiedelten Start-upUnternehmern Michael Moser,
thomas Schlegel und hubert
zangl entwickelte System ermöglicht eine optimierung der
Betriebszeiten von windkraftanlagen durch zielgenaue informationen über den Vereisungsgrad der rotorblätter.
Ausfälle kosten
Mühlfellner-Tankbau-Chef Daniel Zupan erweitert seine Geschäftsfelder auf Pharma, Lebensmittel, Poolbau und Architektur.
Jede eisbedingt ausgefallene Produktionsstunde schlage bei einer
typischen Anlage mit 2,5 Megawatt mit etwa 250 € zu Buche. Bei
Systemkosten ab etwa 15.000 € liege die Amortisationszeit für den
windparkbetreiber durch eine
präzise Messung also bei etwa 60
zusätzlichen Ertragsstunden.
200.000 € seien bisher in die Ent-
wicklung geflossen. Mit weiteren
investitions- und Vorlaufkosten
von wenigstens 300.000 € sei zu
rechnen.
„in der abgelaufenen wintersaison konnten wir probeweise
sieben windkraftanlagen mit
unserem System ausrüsten: eine
in Österreich, eine in Schottland,
eine in Bulgarien und vier weitere,
über die wir aufgrund von Geheimhaltungsvereinbarungen
keine Auskunft geben dürfen. Die
Feldtests sind positiv verlaufen,
sowohl hinsichtlich des technischen Ablaufs als auch, was das
Kundenfeedback angeht“, sagt
Moser.
Auch für Flugzeuge
Derzeit sei das Unternehmen mit
dieser technologie allein auf dem
Markt. „im Moment ist es für uns
allerdings noch schwer abschätzbar, wie groß das Potenzial tatsächlich ist. insgesamt werden in
Kälteregionen weltweit mehrere
zehntausend windräder betrieben, bis 2017 ist außerdem mit
30.000 Neuinstallationen zu rechnen.“ in der Folge soll auch ein
Einsatz auf Flugzeugen evaluiert
werden. Die Finanzierung eines
mehrjährigen Forschungsprojekts
dazu wird demnächst beantragt.
Die Bauteile werden bei externen Lieferanten vorgefertigt, die
Endfertigung erfolgt im Unternehmen.
[wowi]
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Mittwoch, 4. März 2015
Unternehmen
| 13
PORTRÄT
Romantik für die anonyme Welt
Beigestellt
Unter der Marke
Mothwurf fügen Stefanie
und Helmut Schramke seit
26 Jahren der Trachtenmode edle Noten hinzu –
jenseits des aktuellen
Trends. Ihre Mode will
Romantiker rehabilitieren.
nachhaltig zu produzieren. „Die
hochwertigen Materialien für
unsere Produkte kommen aus
Ländern mit textiler tradition wie
Österreich, Frankreich, Deutsch­
land, italien und der Schweiz“,
sagt Stefanie Schramke. Gefertigt
werde unter fairen Bedingungen
in Mitteleuropa. Mothwurf kreiert
die Muster, die Produktion wird
an mehrere Partner vergeben.
Persönlich sehen die beiden
tracht als textilen Anhaltepunkt
in einer globalisierten, anonymen
welt. helmut Schramke: „in der
welt gibt es ja auch jede Menge
romantik, die jeder in sich ver­
spürt. wer will nicht den traum
vom haus am See leben?“
VOn heLmUt BASt
AM RADAR
E
s war die „Lust am Gestal­
ten“, die am Beginn stand,
sagt helmut Schramke.
„Dabei brauchen wir
nichts erfinden, die ideen für die
Entwürfe kommen aus uns selbst
raus“, fügt Schramke hinzu. Unter
der Marke Mothwurf mit Sitz in
Gratkorn kreieren helmut und
Stefanie Schramke eine ganz
eigenwillige Modelinie – zwi­
schen „tracht und zeitgeist“, de­
finiert helmut Schramke bewusst
unscharf. Vor allem chefdesig­
nerin Stefanie gibt bei Mothwurf
den gestalterischen ton an.
Mode auch für London
tracht ist für Stefanie Schramke
modischer Ursprung und zugleich
weltoffener zugang: „Jedes unse­
rer Modelle kann auch mit teilen
anderer Modemarken kombiniert
Logo mit Hirschgeweih
Stefanie und Helmut Schramke wollen mit den Kreationen ihrer
Marke Mothwurf Romantik in die anonyme (Mode-)Welt tragen.
werden. Mit unseren Designs
wirkt man auch in London oder
New York nicht verkleidet.“ Die
Kollektionen mäandern zwischen
traditionelleren und dann wieder
modischeren Ausführungen. Für
den herbst/winter 2015/16 gibt
es spanisch inspirierte Kombina­
tionen mit „high­waisted­hosen
oder weiten röcken“. Aber auch
das tradierte Kleid gebe eine pas­
sende Alternative zum Dirndl ab.
„Artfremde tracht“ vom Dis­
konter sieht helmut Schramke
kritisch. Mittlerweile werde
tracht ja überall produziert, auch
in Asien. „Abgesehen von der
Qualität: was das mit Authentizi­
tät zu tun haben soll, die zu einer
tracht immer auch gehören sollte,
weiß ich nicht“, gesteht helmut
Schramke. ihr Anliegen sei es,
Das Schnitzel und das hirsch­
geweih, das derzeit in vielen
Utensilien und als requisit auf­
taucht, gehören ebenso zu diesem
Bezug zur herkunft. „Auch unser
Logo ziert ein hirschgeweih. Es
ist unser Symbol dafür, dass wir
die Menschen bei ihren Gefühlen
abholen wollen; dort, wo es hei­
melig ist“, erklärt helmut Schram­
ke. Der anhaltende Erfolg gibt
dem Paar, dessen Kinder Anna­
Katharina und Dominik ebenfalls
schon im Unternehmen mitarbei­
ten, recht.
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Mittwoch, 4. März 2015
Unternehmen
NEU IM GESCHÄFT
LG FÜR ZRS GRAZ
H2 Procurement Consulting
GmbH, Teichhof 13, 8044 Graz, FN
429399w. GF+GS: DI Harald Hajek,
MBA, BSc.
MiSt Immobilien Ges.m.b.H.,
Pfeifferhofweg 68a, 8045 Graz,
FN 429252d. GF+GS: Mag. Michael
Steinwidder. GS: Eveline Steinwidder.
PS 9-Wohnbau GmbH, Kalvarienbergstrasse 76-78, 8020 Graz, FN
429199a. GF+GS: Kristina AnnaElisabeth Haider.
Schmidt Harmonikaerzeugung
GmbH, Weinberg 24, 8045 Weinitzen, FN 429478k. GF+GS: Franz
Schmidt.
SVZL Consulting Einzelunternehmen, Petrifelderstrasse 77c, 8041
Graz, FN 429508f. Inh.: Gernot
Fischbach.
Apotheke Zu Maria Trost - Mag.
pharm. Gerald Lobe KG, Mariatrosterstraße 31, 8043 Graz, FN
429342k. GS: Mag.pharm. Gerald
Lobe. KOMM: Mag. Gerald Lobe
GmbH.
CoLog Einzelunternehmen, Rettenbacher Straße 13, 8044 Graz,
FN 429450w. Inh.: Dr Robert
Brugger.
Gsöls LogistiG Einzelunternehmen, Am Grünanger 10, 8401
Kalsdorf bei Graz, FN 425092k.
Inh.: DI(FH) Viktor Gsöls.
Kaufhaus Koller Handelswaren
GmbH, Grazerstraße 26, 8121
Deutschfeistritz, FN 429416w.
GF+GS: Christian Stefan Koller, Peter Hollerer, Anne Kathrin Koller.
Henning & Partner Steuerberatung GmbH, Brockmanngasse 75,
8010 Graz, FN 429268b. GF+GS:
Mag. Gunter Henning.
Himmelhochdrei G.m.b.H., Körösistraße 30/26, 8010 Graz, FN
429377m. GF+GS: DI (FH) Alexander Wallenko.
HOOKI Schwimmsicherheit OG,
Andritzer Reichsstraße 162a,
8045 Graz, FN 429388d. GS: Harald Pessler, Mag. Michael Zacek.
KERNÖL-INK.Tattoo Parlour OG,
Brückenkopfgasse 7, 8020 Graz,
FN 429167d. GS: Michael Grassler,
Nico Alexander Lambauer.
Neurein Holding GmbH, Schwasdorf 4, 8412 Allerheiligen bei Wildon, FN 427782t. GF+GS: Dr. Reinhard Neumeister.
TMDG 1 - Wohnbau GmbH, Kalvarienbergstrasse 76-78, 8020 Graz,
FN 429198z. GF+GS: Kristina Anna-Elisabeth Haider.
afag GmbH, Rohrberg 383/1,
8294 Unterrohr, FN 428751t.
GF+GS: Alfred Freitag, Belinda
Heissenberger, Alfred Grill.
BAHONEW GmbH, Schlossplatz 1,
8502 Lannach, FN 429346t.
GF+GS: Dr. Martin Bartenstein.
GF: Mag. Dr. Ilse Bartenstein. GS:
Lithos Privatstiftung.
IT DevCon GesmbH, Bienengasse
16, 8020 Graz, FN 429185f. GF:
Thomas Kager. GS: Josefa Kager.
F & P Baumanagement GmbH,
Feldgasse 78, 8200 Gleisdorf, FN
429380t GF+GS: DI Wolfgang
Ferstl. GS: Katja Kröll.
Health Intercorp GmbH, Am
Hochrain 21, 8430 Leibnitz, FN
428680m. GF+GS: Dr. Dieter Gruber. GS: VMD Korhazi Technologiai Zartkörüen Müküdö Reszvenytarsasag.
D.U.M.personal & Consulting Management GmbH, Lange Gasse
42, 8010 Graz, FN 428762h.
GF+GS: Walter Durlacher. GS: Patrick Durlacher.
Hindberger OG, Gartengasse 5,
8162 Passail, FN 429311s. GS: Patrick Schwarzenberger, Patrick
Hindler.
Kohl Frischei KG, Hartl 29, 8224
Kaindorf bei Hartberg, FN
429324i. GS: Patrick Kohl. KOMM:
Johann Kohl, Johanna Kohl.
MDH
Sondermaschinenbau
GmbH, Kircheggstrasse 125, 8291
Burgau, FN 428986m. GF+GS: David Horvath.
MSE - Management Systems Engineering Einzelunternehmen,
Liebenauer Hauptstraße 77/6,
8041 Graz, FN 429255h. Inh.: Ing.
Robert Windhager.
Scherr Einrichtungswerkstätte
Einzelunternehmen, Frannach
44, 8081 Frannach, FN 427339s.
Inh.: Josef Scherr.
Wolfgang Lesky Gas-Wasser-Heizung-Solar Installationen, Rossegg 3, 8511 St. Stefan ob Stainz,
FN429340h. Inh.: Wolfgang Lesky.
ZEN 11 Holding Ges.m.b.H., Kaiserfeldgasse 22/3, 8010 Graz, FN
429196x. GF: Mag. Georg Zenker.
GS: Mag.(FH) Kathrin Angelika
Zenker.
LG LEOBEN
ISORAD KG, Am Werkskanal 1,
8724 Spielberg, FN 429375i. GS:
Trandafir Ion Radoia. KOMM: Eugen Pepy FLOREA.
VIVAMAYR Ambulatorium GmbH,
Fischerndorf 222, 8992 Altaussee,
FN 428616v. GF+GS: Dr. Dieter
Resch, Dr. Sepp Bodo Fegerl.
Mountain Motors GmbH, Wiener
Straße 94, 8600 Bruck an der
Mur, FN 429067g. GF+GS: Ing.
Alois Martin Heidenbauer, Klaus
Buchrieser. GS: J & H Strahltechnik GmbH.
SAM Sicherheit im Anlagen- und
Maschinenbau Einzelunternehmen, Freßnitz 15c, 8670 Krieglach, FN 429307i. Inh.: Michael
Grath.
Sport Aktiv MT Betriebs GmbH,
Waltersdorferstraße 25, 8750 Judenburg, FN 428600w. GF+GS:
Gernot Pirkwieser. GS: Francons
GmbH. Prok.: Norbert Steinwidder.
Sinirtas Handel GmbH, AntonMühlbacher-Straße 90, 8605 Kapfenberg, FN 428394t. GF+GS:
Aliekber Artur Sinirtas.
Weyerhof Steinbruch GmbH & Co
KG, Schlossberg 1, 8850 Murau,
FN 428892z. GS: Weyerhof Steinbruch GmbH. KOMM: Schotterund Betonwerk Karl Schwarzl Betriebsgesellschaft m.b.H., Schwarzenberg Steinbruch Betriebs
GmbH.
WINS GmbH, Kerpelystraße 167,
8700 Leoben, FN 429189k. GF:
Anton Korpar. GS: WISS Holding
GmbH.
beko consulting Einzelunternehmen, Drosselgasse 12, 8605 Kapfenberg, FN 428963d. Inh.: Bernhard Kohlbacher.
C4YMedia Einzelunternehmen,
Werk-VI-Straße 18, 8605 Kapfenberg, FN 429047b. Inh.: Michael
Malatschnig.
RVV Vermögensverwaltungs KG,
In der Au 316, 8942 Wörschach,
FN 428957w. GS: Mag. Franz Ritt.
KOMM: Gabriele Ritt.
Leitner Eva Steuerberatung
GmbH, Homanngasse 24, 8700
Leoben, FN 428900k. GF+GS: Eva
Leitner.
Bau Bliem GmbH, Ramsauer Straße 128, 8970 Schladming, FN
428695i. GF: Ing. Günther Lederhaas, DI(FH) Günter Unger. GS:
Ing. Christian Bliem, Georg Bliem,
Bauunternehmung Granit Gesellschaft m.b.H.
Car Tradecenter 79 Ges.m.b.H.,
Hauptstraße 14a, 8605 Kapfenberg, FN 428332a. GF+GS: Lubomir Bojkov.
Obersteirische Nachrichten
GmbH, Wiener Straße 19, 8720
Knittelfeld, FN 427694m. GF+GS:
Peter Dietrich. GS: Thomas Haingartner.
Ramberger Gesellschaft m.b.H.,
Ramberg 7, 8733 St. Marein-Feistritz, FN 428617w. GF+GS: Harald
Putz.
max.Trans Bruck/Mur GmbH,
Utschtal 1, 8600 Bruck an der
Mur, FN 428599v. GF: Ing..Wolfgang Berlinger. GS: max.Trans
GmbH.
E R Ö F F N E T E I N S O LV E N Z E N
LG GRAZ
ARES Projektverwertungs Gesellschaft m.b.H., St. Peter
Hauptstraße 38, 8042 Graz St. Peter, FN317624w. MV: Dr. Bernhard
Astner, 8010 Graz.
(K)
Ingrid Kern KG, Gratweiner Straße 56, 8111 Judendorf, FN337938v.
MV: Mag. Hans Georg Popp, 8112
Gratwein.
(K)
Walter Tiefenbacher gewerblicher Vermieter, Augasse 114,
8051 Graz Gösting, Einzelfirma.
MV: Dr. Franz Krainer, 8010 Graz.
(K)
Franz Fuchs Instandhaltung, Reparatur und Reinigung von KFZ,
Styriastraße 8, 8042 Graz St. Peter, Einzelfirma. MV: Dr.jur. Heimo
Hofstätter, 8046 Graz St. Veit.
(SV)
Aufbereitung Gölles Ges.m.b.H.,
Hofstätten 10/1, 8343 Trautmannsdorf, FN402391b. MV: Mag.
Michael Berghofer, 8330 Feldbach.
(K)
Pollak Fliesen Ges.m.b.H., Grazergasse 33, 8430 Leibnitz FN
206329a. MV: KAPP & STRIMITZER Rechtsanwälte GmbH, 8055
Seiersberg.
(K)
ADI Bau Gesellschaft m.b.H.,
Prankergasse 27/41, 8020 Graz,
FN408772k. MV: Mag. Dr. Michael
Pacher, 8010 Graz.
(K)
EPM Handels GmbH, Riesstraße
3, 8063 Eggersdorf, FN260208i.
MV: Dr.jur. Heimo Hofstätter,
8046 Graz St. Veit.
(SV)
Stefan Gross Fahrradtechnik,
Bienengasse 16, 8020 Graz Einzelfirma. MV: Mag. Friedrich Filzmaier, 8010 Graz.
(K)
Ernst Grabner Beförderung von
Gütern, Arndorf 61, 8181 St. Ruprecht Raab Einzelfirma. MV: Mag.
Markus Tutsch, 8010 Graz.
(K)
Mag. Werner Leutschacher Angestellter, Wiener Straße 33, 8020
Graz Einzelfirma. MV: Dr. Clemens
Jaufer, 8010 Graz
(K)
Müllner-Holz-HandelsgesmbH,
Nr. 30, 8224 Kaindorf, FN70196f.
MV: Mag. Bertram Schneeberger,
8230 Hartberg.
(SV)
Dr. med. Wolfgang Ott, Hans-Sutter-Gasse 3, 8160 Weiz, Einzelfirma. MV: Hon.Prof. Dr. Axel Reckenzaun, 8020 Graz.
(K)
LG LEOBEN
Erich Audic, Timmersdorfergasse
14/9, 8700 Leoben, Einzelfirma.
MV: Mag. Thomas Böchzelt, 8700
Leoben.
(K)
QUAD-STX Handels GmbH & Co
KG, Sonnseite 10, 8765 St. Johann
am Tauern, FN16299w. MV: Mag.
Karl Pichler, 8940 Liezen.
(K)
Fly Steiner KG, Niederöblarn 83,
8960 Öblarn, FN392287v. MV:
Mag. Karl Pichler, 8940 Liezen.
(K)
G. Kail Gesellschaft m.b.H., Bundesstraße 54b, 8770 St. Michael,
FN85211k. MV: Dr. Gernot Prattes,
8600 Bruck an der Mur.
(K)
FTS Holzbau GesmbH, Piberstraße 1, 8572 Bärnbach FN413548i.
MV: Dr. Wolfgang Klobassa, 8570
Voitsberg.
(K)
Alexander Schlemmer Schrotthändler, Steinbergstraße 52a,
8052 Graz Wetzelsdorf, Einzelfirma. MV: Dr. Arno Roman Lerchbaumer, 8010 Graz.
(K)
Stipschik KG, Hauptstraße 55,
8650 Kindberg, FN394450z. MV:
Mag. Ulrich Berger, 8600 Bruck
an der Mur.
(K)
IHN Bau Gesellschaft mbH, Haferfeldweg 8/3, 8053 Graz Neuhart, FN410955x. MV: Dr. Sophie
Kinsky, 8010 Graz.
(K)
Besker Fassaden GmbH, Triesterstraße 447, 8055 Graz Puntigam,
FN404181i. MV: Mag. Franz Doppelhofer, 8054 Seiersberg.
(K)
Thomas Koch, Ausseer Straße 23,
8940 Liezen, Einzelfirma. MV:
Mag. Peter Freiberger, 8680
Mürzzuschlag.
(K)
Freshline Transport GmbH, Bundesstraße 66, 8740 Zeltweg,
FN305334x. MV: Mag.jur. Werner
Seifried, 8750 Judenburg.
(K)
Denis Muric Verlegen von Baueisen, Redfeldgasse 12/4, 8605
Kapfenberg, Einzelfirma. MV: Dr.
Gernot Prattes, 8600 Bruck an
der Mur.
(K)
Therese Maria Taßler unbeschränkt haftende Gesellschafterin der Taßler KG, Carl Morrestraße 5/4, 8605 Kapfenberg, Einzelfirma. MV: Mag. Peter Freiberger, 8680 Mürzzuschlag.
(K)
(K) = Konkurs, (SV) = Sanie­
rungsverfahren, (SVE) = Sa­
nierungsverfahren mit Eigen­
verwaltung. Forderungen kön­
nen u.a. beim Kreditschutzver­
band, 1120 Wien, Wagenseil­
gasse 7, angemeldet werden.
Tel: 050 1870­1000, Fax: 050
1870­99 1000; www.ksv.at
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
| 15
Überblick
Steiermark
in Zahlen
+5,5%
MIETPREISE
In der Steiermark rechnet
Remax in der Immobilienpreis­
prognose 2015 in der oberen
Preisklasse mit einem Rückgang
von 2,9 Prozent. Eigentums­
wohnungen in zentralen Lagen
legen um 3,6 Prozent zu, gut ge­
legene Mietwohnungen ziehen
beim Preis mit bis zu 5,5 Prozent
deutlich an; Einfamilienhäuser
sollen um 2,1 Prozent zulegen.
26,8%
AUSLASTUNG
Bei der Bettenauslastung lag die Steiermark im Vorjahr
im Mittelfeld. Die Zahl der Flugpassagiere stieg leicht,
die Pkw-Neuzulassungen waren hingegen rückläufig.
Die Immobilienpreise ziehen leicht an.
+1%
897.421
-9,4%
EXPORTWACHSTUM
FLUGPASSAGIERE
PKW-ZULASSUNGEN
Die Steiermark steigerte laut Statistik
Austria im 1. Halbjahr 2014 die Exporte
um ein Prozent. Insgesamt gab es in
Österreich eine Steigerung der Exporte
um 1,5 Prozent auf 63,23 Milliarden €. Das
größte Exportplus verbuchte Vorarlberg
mit 7,1 Prozent vor Wien mit 6,6 Prozent.
Jeder zweite Steirer hat 2014
den Urlaub in Inland verbracht,
ein Drittel blieb im eigenen
Bundesland, so eine Umfrage
des Grazer Marktforschungs­
büros BMM. 76 Prozent der Stei­
rer haben 2014 einen Urlaub ge­
bucht. Die Bettenauslastung in
der Steiermark lag laut Statistik
Austria in der Saison 2013/14 mit
26,8 Prozent im Mittelfeld.
Das Geschäftsjahr 2014 beendete der
Grazer Flughafen mit einem Plus von 1,8
Prozent auf 897.421 Fluggäste. Dazu trug
der Charterbereich bei, der gegenüber
2013 um 4,1 Prozent gewachsen ist.
Der Frachtbereich verbuchte hingegen ein
Minus von 14,4 Prozent auf 9652 Tonnen.
2014 wurden in der Steiermark 38.475
Personenkraftwagen neu zugelassen.
Das ist laut Statistik Austria ein deutliches
Minus von 9,4 Prozent im Vergleich zu
2013. Österreichweit wurden im Vorjahr
303.318 Fahrzeuge angemeldet, das ist
ein Rückgang von 4,9 Prozent.
TRENDS
8150
–3,6%
7835
Unternehmensgründungen 2014*
in Mio., vorläufige Daten
+0,8%
5552
+4,0%
Österreich
37.120 +0,5%
5263
+2,2%
2613
+4,9%
W
Nächtigungen 2014
N
*vorläufige Daten
St
O
K
2359
–3,4%
T
2225
–1,1%
S
1780
+2,8%
B
7,0
Österreich
131,9 Mio. –0,6%
1343
+2,2%
V
Quelle: Wirtschaftskammern Österreichs; Jänner 2015
(Unternehmensneugründungen im Bereich der Wirtschaftskammern)
8,4
Änderung zu 2013
! Zuwachs
! Rückgang
44,3
! ausländische Gäste
! inländische Gäste
25,5
6,7
11,4
12,1
13,5
2,9
WirtschaftsBlatt
Grafik/mp
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16 |
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Familienunternehmen
EXPERTENTIPP
NACHHALTIGKEIT
Familienbetriebe
verfolgen nicht nur
ökonomische Ziele
80 Prozent der Unternehmen in
Österreich sind Familienbetrie­
be, die miteinander rund 70 Pro­
zent aller Arbeitnehmer be­
schäftigen. Sie gelten als solide
und mitarbeiterorientiert, da na­
turgemäß eine persönliche und
finanzielle Verbundenheit und
Abhängigkeit gegeben ist.
Familienunternehmen, in
denen die Familienmitglieder
auch in der Geschäftsführung
aktiv sind, unterscheiden sich
häufig von managergeführten
Unternehmen – auch hinsichtlich
der Übernahme von gesellschaft­
licher Verantwortung. Durch
dieses Pflichtbewusstsein wer­
den werte wie Loyalität, Glaub­
würdigkeit, Vertrauen sowie
tradition im Betrieb verankert.
Die Familienbetriebe zeichnet
zudem eine starke, im Alltag ge­
lebte Unternehmenskultur aus.
Das Bekenntnis zur Verant­
wortung für das kulturelle und
gesellschaftliche Umfeld steht
im Einklang mit der Strategie
und den werten. Gerade in volks­
wirtschaftlich schwierigeren zei­
ten verfolgen Familienunterneh­
men nicht nur rein ökonomische
ziele, selbst wenn ihnen dies für
eine gewisse zeit zum Nachteil
gereicht. im Mittelpunkt stehen
dafür Nachhaltigkeit und Fort­
bestand – eine Entscheidung, die
sich für Familienunternehmen
meist langfristig auszahlt. Fami­
lienunternehmen leisten somit
auch einen besonderen Beitrag
zur Stabilisierung des Arbeits­
marktes.
Gewinne werden in Familien­
unternehmen oft nicht ausge­
schüttet, sondern reinvestiert.
Die rahmenbedingungen dafür
sind derzeit jedoch alles andere
als unternehmensfreundlich.
Kurzfristig würden – neben
einem absolut notwendigen
Bürokratieabbau – steuerliche
investitionsanreize wie z. B. die
wiedereinführung des inves­
titionsbeitrages zu höheren re­
investitionen seitens der Fa­
milienunternehmen führen.
zum thema Fremdfinanzie­
rungen sollten man die rahmen­
bedingungen für den Eigenkapi­
talaufbau der Familienunterneh­
men wie etwa kurzfristige und
flexible Kapitalbeschaffungs­
maßnahmen verbessern und
auch die Vorschriften für Banken
lockern, um die klassische haus­
bank­Finanzierung für familien­
geführte Betriebe abzusichern.
Bei den Nudeln
Die Teigwarenfabrik Finkensteiner ist Österreichs
älteste Nudelfabrik. Nachhaltigkeit ist im Kärntner
Familienbetrieb keine Modererscheinung, sondern
schon seit jeher Teil des
Werteverständnisses.
VOn ClauDia Peintner
Wertvoller Arbeitgeber
Familienunternehmer führen ihr
Unternehmen mit großem
Selbstvertrauen und innerer
Überzeugung. Bei familien­
interner Übergabe werden den
nachfolgenden Generationen
außer finanziellem Vermögen
auch Sozialkapital und ein
wertekodex weitergegeben.
Gerade hinsichtlich der Perso­
nalbeschaffung sollten Familien­
unternehmen noch stärker mit
ihren flachen hierarchien und
langfristigen Perspektiven wer­
ben und verdeutlichen, dass bei
ihnen werte gelebt werden.
Dadurch verankern sie ihre
Attraktivität als Arbeitgeber im
Bewusstsein der teilnehmer am
regionalen Arbeitsmarkt.
Es sollte ein Anliegen der Po­
litik sein, dem größten Anteil
unserer wirtschaft, den KMU,
jene rahmenbedingungen zu
geben, die ihren Fortbestand
sichern. Die Senkung der Lohn­
nebenkosten, die Förderung von
reinvestitionen und verlässliche
steuerliche rahmenbedingungen
für die Nachfolgeplanung sind
nur einige wenige Maßnahmen.
wALtEr
zENKL
tax Partner
KPmG
I
hre Spaghetti kocht Katha­
rina Gregori­Salbrechter
acht Minuten lang bei 100
Grad, kostet, und lässt bei
Bedarf noch eine Minute
nachziehen, damit sie al
dente sind. „Sind Nudeln aus rei­
nem weizengrieß statt Mehl her­
gestellt, dann zerkochen sie we­
niger schnell“, erklärt die Unter­
nehmerin. Salbrechter leitet mit
ihrem Mann Peter Salbrechter
seit zwei Jahren die Finkensteiner
Nudelfabrik. 90 Sorten führt der
zehnköpfige Betrieb im Sorti­
ment, hergestellt ausschließlich
aus hartweizen­ oder Dinkel­
grieß.
„Die Liebe zum Produkt steht
bei uns über allem“, sagt der
30­jährige Unternehmer. „wir
wollen nicht nur einen Knopf drü­
cken und warten, bis hinten etwas
rauskommt.“ Spaghetti oder La­
sagneblätter werden noch per
hand hergestellt und verpackt.
innovative wege geht der 130
Jahre alte Familienbetrieb hin­
gegen bei den Geschmacksrich­
tungen: Da gibt es Pasta, die nach
Bärlauch schmeckt, nach Knob­
lauch oder chili. Der Preis pro Pa­
ckung liegt zwischen 1,50 und vier
„Nachhaltigkeit bedeutet für uns, trad
€. Als Kunden zählt das Unter­
nehmen, das laut Salbrechter
künftig alle fünf Jahre rund
200.000 € in Ausbau und neue
Maschinen investieren will, auch
viele touristen. im hauseigenen
Marktcafé kommt die Pasta direkt
aus der Fabrik ins Verkaufsregal
oder auf den teller.
Keine Gewissensbisse
Der Familienbetrieb ist über die
Jahre klein geblieben. Man hat
sich auf die region beschränkt –
sowohl bei den zutaten als auch
bei der Vermarktung. Nachhaltig­
keit sei im Betrieb keine Mode­
erscheinung, sondern werde
schon immer gelebt, heißt es.
Neben dem Karawanken­hoch­
quellwasser würden Eier von
Bauern aus der region, hart­
weizengrieß aus Österreich und
Gewürze von einem Kärntner Ge­
würzwerk bezogen. Der Strom
stammt aus dem eigenen wasser­
kraftwerk, der Überschuss wird
ins Netz zurückgespeist.
„Nachhaltigkeit bedeutet für
uns, traditionelle werte mit der
modernen Lebensweise zu ver­
binden und das Unternehmen so
zu führen, dass auch die nächste
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Familienunternehmen
| 17
zählen Heimat und Hausverstand
Finkensteiner (2), Helge Bauer, Beigestellt
ditionelle Werte mit der modernen Lebensweise zu verbinden“, sagt Katharina Gregori-Salbrechter (im Bild mit ihrem Ehemann Peter).
Generation ein florierendes Geschäft übernehmen kann“, erklärt
die 30-jährige Katharina GregoriSalbrechter. Die nächste Generation ist beim Familienbetrieb derzeit drei Jahre alt und männlich.
Nudeln seien ein tolles Produkt,
weil sie überall dazupassen, sagt
ihr Mann. Der Betrieb sei wie eine
große Familie. Von zeit zu zeit
kocht der Seniorchef für den
gesamten Betrieb. oder auch
Salbrechter selbst, etwa seine
Schokoladenudeln. „Die passen
bestens zu wildbraten.“
Wir wollen nicht
den Knopf drücken
und warten, bis
etwas rauskommt.
PETER SALBRECHTER
Der Strom für die Teigwarenverarbeitung kommt seit 100 Jahren
aus dem eigenen Wasserkraftwerk.
Export, das war einmal
Vor dem zweiten weltkrieg lieferte das Familienunternehmen
seine Nudeln nach italien, tschechien und Ungarn, erzählt Salbrechter. heute sind seine Produkte hauptsächlich in Kärntner
Filialen von Spar, Billa, Merkur
und M-Preis sowie in einigen
Greißlerläden in anderen Bundesländern erhältlich.
„Es ist schwierig, außerhalb
Kärntens zu verkaufen, wenn die
Konsumenten die Marke nicht
kennen“, sagt der gelernte Maschinenbauer. Erste Vorarbeit, um
die Markenbekanntheit zu erhö-
hen, hat er im Vorjahr geleistet:
Finkensteiner stellte Marketingkonzept und Verpackungsdesign
neu auf und setzt nun auch auf Social Media. Neu hinzugekommen
sind auch Führungen durch die
Nudelfabrik.
Die autorin des artikels erreichen Sie
unter claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
Die Serie „Familienbetriebe“
wird von der WirtschaftsBlattRedaktion in völliger Unabhängigkeit inhaltlich gestaltet und erscheint in Kooperation mit KPMG.
n
CHRONIK
n 1882 eröffnete der in Italien ge­
borene Giuseppe Gregori seine ers­
te Teigwarenfabrik in Bozen, da­
mals noch auf österreichischem
Boden.
n 1895 musste aus Platznot ein
neuer Standort gesucht werden.
Gregori fand diesen in Finkenstein
am Faaker See, wo ein altes
Hammerwerk wegen der dazu­
gehörigen Wasserkraftanlage
gekauft wurde.
n Immer von Familienmitgliedern geführt, wurde der Betrieb
1995 von Sigrid Gregori übernom­
men. 2006 eröffnete ihre Schwes­
ter Ulrike Fleissner das Marktcafé
mit Direktverkauf in der unteren
Etage des Betriebs.
n Zum 130-jährigen Jubiläum im
Jahr 2012 erfolgte die Übergabe
der Teigwarenfirma an Katharina
Gregori­Salbrechter und deren
Mann Peter Salbrechter.
18 |
FOKUS
Ko M M E r z i E L L E r t h E M E N S c h w E r P U N K t
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
FOKUS ARBEITSSCHUTZ
colourbox.de (2)
Nur Prävention führt zur
Sicherheit am Arbeitsplatz
Die Statistik untermauert die Tatsache, dass in Österreich noch immer viel zu viele Menschen
VON CHRISTIAN LENOBLE
berufsbezogen verunglücken. Effektive Gegenstrategien sind gefragt.
R
und 106.000 Arbeits­
unfälle (94.000 im en­
geren Sinne plus 12.000
am weg von der bzw.
zur Arbeit) weist die jüngste Sta­
tistik der Allgemeinen Unfallver­
sicherungsanstalt (AUVA, aus
dem Jahr 2013) bei Österreichs Er­
werbstätigen aus. Dazu addieren
sich rund 1300 Berufskrankheiten.
Mehrheitlich (knapp 74.000) sind
Arbeiter betroffen, mehr als
26.000 Angestellte, in etwa 7000
Fällen Selbstständige, freie
Dienstnehmer und sonstige ge­
schützte Personen. in relativen
häufigkeiten betrachtet hatten
60 von 1000 Arbeitnehmern Scha­
densfälle zu beklagen, 16 von 1000
Angestellten und 7 von 1000
selbstständig Erwerbstätigen. Von
den Berufsgruppen waren am
häufigsten handwerks­ und ver­
wandte Berufe (33.000 Schadens­
fälle) in Unfälle verwickelt, ge­
folgt von den Gruppen Dienstleis­
tungsberufe und Verkäufer, hilfs­
arbeitskräfte sowie Bediener von
Anlagen und Maschinen. im
Gegensatz dazu zählen etwa Füh­
rungskräfte nur relativ selten
(1400) zu den Betroffenen.
interessante Aufschlüsse geben
auch die Statistiken zu den Unfall­
hergängen. Demnach kommt es
am häufigsten zum Verlust der
Kontrolle über Maschinen, trans­
portmittel und handwerkszeug.
Danach folgen Stürze und Abstür­
ze von Personen. Bei den Berufs­
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
krankheiten von Erwerbstätigen
führt durch Lärm verursachte
Schwerhörigkeit die Liste mit
großem Abstand vor hauterkrankungen und Erkrankungen der
Atemwege und der Lunge an. wie
auch immer man die zahlen dreht
und wendet, Fakt ist: Arbeiten ist
gefährlich, Arbeitsschutz dringend geboten.
Vorbeugung im Blickpunkt
Die zielsetzung des modernen
Arbeitnehmerschutzes ist klar auf
Prävention ausgerichtet: Es soll
nicht erst gehandelt werden,
wenn der Unfall geschehen ist.
Vielmehr geht es um Maßnahmen, welche die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Unfalles und
folgenden Krankenstandes minimieren. Unfälle und Berufskrankheiten sollen so gut wie möglich
vermieden werden, um ein
Arbeitsleben sowie einen späteren ruhestand ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zu ermöglichen; eine Aufgabe, die zum
einen humanitärer Natur, zum
anderen aber auch von ökonomischer relevanz ist. Schließlich gilt
es, die von arbeitsbedingten Unfällen und Krankheiten verursachten eminenten volkswirtschaftlichen Kosten im zaum zu halten.
Denn von einem guten und sicheren Arbeitsumfeld profitieren
nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die Unternehmen und
damit die Volkswirtschaft selbst.
werden Fehlzeiten abgebaut
und steigen Arbeitsklima und -zufriedenheit, wirkt sich das auf den
Erfolg von Betrieben aus. „Vorbeugender Arbeitnehmerschutz
darf sich dabei nicht darauf beschränken, Arbeitsplätze im technischen Sinn sicher zu gestalten“,
erläutert renate Nowak, Juristin
im Bundesministerium für Arbeit,
Soziales und Konsumentenschutz.
„Dieser muss vielmehr die Beschäftigten vor allen arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren
schützen. Dabei werden insbesondere auch Fragen der Arbeitsorga-
Ko M M E r z i E L L E r t h E M E N S c h w E r P U N K t
nisation, der psychischen Belastungen und des Einflusses der
Umwelt auf den Arbeitsplatz berücksichtigt.“ Die Arbeitnehmerschutzvorschriften müssen zudem den geänderten Anforderungen angepasst werden und neue
Belastungen und neue technologien berücksichtigen, wenn es darum geht, sämtliche Aspekte eines
umfassenden Gesundheitsschutzes bei der Arbeit einzubeziehen.
Gesetzliche Grundlage
Der Arbeitnehmerschutz gliedert
sich in zwei große Kapitel: in den
Bereich des sogenannten Arbeitszeit- und Verwendungsschutzes
fallen Schutzbestimmungen für
bestimmte besonders schutzwürdige Gruppen wie etwa Jugendliche oder werdende/stillende Mütter sowie Arbeitszeit- und
Arbeitsruheregelungen.
im Bereich der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes
werden alle technischen und
arbeitshygienischen Schutzvorschriften zusammengefasst. hierzu gehört das Arbeitnehmerschutzgesetz (ASchG) mit den dazu erlassenen Verordnungen. „Das
ASchG und seine Verordnungen
stellen in Österreich die zentralen
Bestimmungen zum Schutz des
Arbeitnehmers bei der Durchführung seiner tätigkeit dar. im
ASchG wird zudem auf andere
rechtsbestimmungen verwiesen,
die sich nicht direkt an den Arbeitgeber richten müssen (zum Beispiel an den hersteller einer
Maschine), die jedoch trotzdem
wesentlich für den Arbeitnehmerschutz sind“, erklärt christian
Schenk von der AUVA-hauptstelle für Berufskrankheitenbekämpfung und Unfallverhütung. Das
ASchG gilt dabei für jede Beschäftigung von Arbeitnehmern und
legt einen weit gefassten Arbeitnehmerbegriff fest. So kommt es
weder auf den Beschäftigungsort
(Arbeitsstätte, Baustelle etc.),
noch auf die Art der tätigkeit,
noch auf das Ausmaß der Beschäftigung (z. B. teilzeitarbeit, Aushilfsarbeiten) an. Ausgenommen
von diesem gesetzlichen rahmen
sind lediglich Mitarbeiter von
Bundes-, Landes- und Gemeindedienststellen, von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sowie
heimarbeiter und Personen in privaten haushalten, für die andere
gesetzliche Bestimmungen gelten.
Damit ein Arbeitsunfall nicht im Krankenhaus endet, ist der Arbeitgeber verpflichtet, bestmöglich für Unfallverhütung zu sorgen.
FOKUS
| 19
Arbeitgeber
ist in der
Pflicht
Die vom Gesetzgeber auferlegten
Gebote und Verbote sind vielfältigster Natur. Vorschriften zum
Schutz von arbeitenden Menschen regeln den Einsatz gefährlicher Maschinen und werkzeuge,
den Umgang mit gefährlichen
Arbeitsstoffen und Belastungen
durch Arbeitsvorgänge und andere Einwirkungen (z. B. Lärm)
ebenso wie Einrichtungen zur
Gefahrenverhütung, die Gestaltung von Arbeitsplätzen, Arbeitsräumen und sanitären Anlagen
oder Arbeitszeit und Arbeitsruhe.
Für deren Umsetzung und Einhaltung verantwortlich ist im Allgemeinen der Arbeitgeber. „Damit diese Bemühungen effektive
und nachhaltige wirkungen zeigen, hat dieser eine geeignete
Arbeitsschutz-organisation bereitzustellen.
Diese Arbeitsschutz-organisation kann je nach Betriebsgröße,
Branche und vorhandener betrieblicher organisationsform unterschiedlich gestaltet werden“, informiert das Sozialministerium
auf arbeitsinspektion.gv.at. Fixpunkte der Aufbau-organisation
sind jedenfalls die gesetzlich vorgesehenen Funktionsträger wie Sicherheitsvertrauens-Personen
und Präventivfachkräfte, die in Betrieben oder Arbeitsstätten mit regelmäßig mehr als zehn Arbeitnehmern verpflichtend sind. in
Fragen der Sicherheit vertreten sie
in Abstimmung mit den Belegschaftsorganen die interessen der
Arbeitnehmer, indem sie informieren, beraten und unterstützen.
Sind keine Belegschaftsorgane bestellt, kommen ihnen dabei auch
weitgehende Mitwirkungs- und
informationsrechte zu. Die Verantwortlichkeit der Arbeitgeber
kann dabei nicht an sie übertragen
werden.
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
20 |
FORUM
ONLINE-UMFRAGE
Welche Ausbildung
ist am zukunftsträchtigsten für
14-Jährige?
4
42
37
6
n = 1693; WirtschaftsBlatt
Grafik/Veis
Lehre
Lehre mit Matura
AHS
HAK/HTL
Andere Fachschulen
Ausgefranste Ränder und
aufgeblähter Zentralraum
D
11
%
Diskutieren Sie mit:
steiermark@wirtschaftsblatt.at
11 %
37 %
6%
42 %
4%
Von 1693 Lesern stimmten
42 Prozent für eine HAK
oder HTL, nur elf Prozent
für eine Lehre.
iMPrESSUM
Medieneigentümer, Herausgeber und
Verleger: WirtschaftsBlatt Medien GmbH,
Anschrift: Hainburger Straße 33,
1030 Wien, Telefon: 01/60 117-0
Redaktion: DW 164, Fax 259
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Dr. Rudolf Schwarz
Geschäftsführung: Mag. Herwig Langanger
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Gerhard Hofer
Redaktionsleitung Regionalausgaben:
Markus Stingl, DW 164,
regional@wirtschaftsblatt.at
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Offenlegung gem. § 25 MedienG. http://
www.wirtschaftsblatt.at/impressum
Hersteller: Druck Carinthia GmbH & Co KG
Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz,
sind vorbehalten. Gerichtsstand ist Wien.
ie regelmäßig von den Statistikern präsentierten zahlen
zur Bevölkerungsentwicklung im Land zeigen eine zunehmend besorgniserregende tendenz. Die letzten Daten zum
Einwohnerstand vom 1. Jänner 2015 verschlimmern die Misere. Die
Landgemeinden und Gebiete an den rändern vor allem der oberund weststeiermark verlieren immer mehr Einwohner, die Kernzonen, vor allem Graz, können sich vor zuzug kaum retten. Der
rückbau der Stadt Eisenerz, die mit der reduktion des Erzabbaus
auch riesige Abwanderungswellen hinnehmen muss(te), ist nur der
– auch medial sehr bekannte – Entvölkerungsrekord obersteirischer Gemeinden: 4538 Einwohner zählt die Stadt derzeit, 1961
waren es 13.000. heute ist man mit einem Durchschnittsalter von
über 54 Jahren noch dazu „älteste“ Gemeinde Österreichs. Aber
auch in den Bezirken sind die Verlustzahlen im Vergleich zu 2005
dramatisch: Murau (- 7,1 Prozent), Leoben (- 6,4), Bruck-Mürzzuschlag (- 4,9), Liezen (- 3,1), aber auch Voitsberg (- 2,8), Südoststeiermark (- 2,4), Deutschlandsberg (- 1,4) und hartberg-Fürstenfeld (- 1,1) verlieren. Gewinner sind vor allem die zentralräume mit
Graz (+ 13,5 Prozent) und Graz-Umgebung (+ 7,9).
Die Folgen für die Menschen in den schrumpfenden Gemeinden
sind dramatisch: Die Jungen pendeln aus und ziehen dann überhaupt in die Ballungsräume, Schulen und soziale Einrichtungen
schließen, infrastruktur verkommt, die verbleibenden Betriebe
kämpfen mit Fachkräftemangel und sinkendem image der region.
D
ie Politik muss sich etwas einfallen lassen. Durch verstärkte Ansiedlungsinitiativen und Förderungsmaßnahmen für
Betriebe könnten auch randzonen wieder ins zentrum
rücken. Gibt es neue Arbeitsplätze, siedeln sich auch junge Menschen und Familien an. Die Verbreiterung von initiativen wie der
„Masterplan innenstadt“, der Möglichkeiten der innenstadt- und
ortskernentwicklung aufzeigt, wäre ein richtiger Schritt. Aber
auch infrastrukturmaßnahmen wie moderne Verkehrsanschlüsse
oder der – heutzutage unabdingbare – zugang zu Breitbandinternet sind längst fällig. Der ist-zustand der ländlichen
regionen ist oft schlicht beklagenswert. Als wären sie
nicht teil dieser welt!
hELMUt BASt
helmut.bast@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Forum
| 21
ZITAT
Smart Production ist eine Chance für hoch entwickelte
Industriestandorte wie Steiermark und Oberösterreich.
Peroutka
chriStiAN BUchMANN
Wirtschaftslandesrat, kooperiert mit Oberösterreich
ANGESPITZT
Illustration: Michael Riedler
WIRTSCHAFTSBLATT REGIONAL IHR TEAM
Helmut Bast [bast]
Der WirtschaftsBlatt-Korrespondent schreibt über alle Wirtschaftsthemen in der Steiermark.
Wolfgang Wildner [wowi]
Der steirische Journalist berichtet über kleine und mittlere
Unternehmen in der Region.
helmut.bast@wirtschaftsblatt.at
steiermark@wirtschaftsblatt.at
Markus Stingl [mast]
Leitet das Regionalressort.
Er berichtet über Themen für
mittelständische Unternehmen.
Martina Madner [mad]
Ist Arbeitsmarktexpertin und
schreibt über Bildung, Karriere
und Unternehmen.
markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
Michael Vorauer [vorm]
Beobachtet die Unternehmenslandschaft und berichtet mit
Schwerpunkt Steiermark.
Claudia Peintner [clp]
Die Redakteurin schreibt über
Neuigkeiten aus Unternehmen
und Wirtschaftsthemen.
michael.vorauer@wirtschaftsblatt.at
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
Alexander Pfeffer [pepe]
Der Redakteur leitet das Ressort
Business-Talk in allen WirtschaftsBlatt-Publikationen.
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
Christoph Pridun [chp]
Berichtet über wirtschaftliche
Events und Unternehmensveranstaltungen in Ihrem Bundesland.
christoph.pridun@wirtschaftsblatt.at
ANZEIGENKONTAKT Alexander Pansi ist Ihr Ansprechpartner in der Steiermark.
regionalverkauf.steiermark@wirtschaftsblatt.at, Telefon: 0699/111 103 78
REDAKTION steiermark@wirtschaftsblatt.at Telefon: 01/60 117-0, DW 164, Fax 259
22 |
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Finanzen
Auf den richtigen
Finanzierungsmix
kommt es an
Leasing, Factoring oder ein Privatkredit? Auch für kleine und mittlere Unternehmen endet die Möglichkeit, sich zu finanzieren, nicht beim klassischen
Bankkredit. Ein Überblick.
VOn ROSa KUPPKe
A
usgedient hat er
noch lange nicht,
der klassische
Bankkredit zur
Unternehmens­
finanzierung. „Der
Bankkredit wird auch in zukunft
die zentrale Finanzierungsform
bleiben“, davon ist Peter Voit­
hofer, Direktor der KMU For­
schung Österreich, überzeugt.
„Aber es haben sich in den ver­
gangenen Jahren auch alternative
Finanzierungsformen etabliert.“
Je nach Finanzierungsvorhaben
können mehrere Finanzierungs­
arten kombiniert und aus­
geschöpft werden: geförderte
Kredite, Garantien und Leasing
oder ein Privatkredit und der Ver­
kauf von Forderungen (Facto­
ring). Der richtige Finanzierungs­
mix kann helfen, Kosten zu spa­
ren, speziell in zeiten, in denen es
komplizierter wird, einen Kredit
zu erhalten. Denn strengere re­
gulierungsvorschriften (Stichwort
Basel ii und Basel iii) zwingen die
Banken, verstärkt auf das Eigen­
kapital der Unternehmen zu ach­
ten, die einen Kredit beantragen.
„Abhängig von der Branche
sollte ein Unternehmen im Durch­
schnitt eine Eigenkapitalquote
von 25 bis 30 Prozent haben“,
erklärt helmut Bernkopf, Bank­
Austria­Vorstand für Privat­ und
Firmenkunden. „in den vergan­
genen Jahren haben schon viele
Unternehmen ihre Eigenkapital­
basis gestärkt“, berichtet Bern­
kopf. Das betont auch Voithofer:
„zuletzt sind die Eigenkapital­
quoten der Unternehmen tenden­
ziell gestiegen. Bei den KMU lie­
gen wir jetzt im Durchschnitt bei
einer Quote von 30 Prozent.“
Speziell für kleinere Firmen ist
eine gute Eigenkapitalbasis wich­
tig, damit sie in den internen ra­
tingsystemen der Banken gut ab­
Das Rating ist Drehund Angelpunkt bei
Bankfinanzierungen.
HELMUT BERNKOPF
MITGLIED DES VORSTANDS
BANK AUSTRIA
schneiden. „Bankinterne rating­
systeme sind auch nach Unter­
nehmensgröße kalibriert“, erklärt
Bernkopf. „Bei einem kleineren
Unternehmen hat das Eigenkapi­
tal einen größeren Stellenwert.“
Sitzen Unternehmer und Banker
zusammen, besprechen sie auch
Szenarien, um über stärkeres
Eigenkapital ein besseres rating
zu erlangen. Denn, so Bernkopf:
„Das rating ist der zentrale Dreh­
und Angelpunkt bei Bankfinan­
zierungen. im Falle eines Kredits
entscheidet es über Preis, höhe,
Besicherung und Fristigkeit.“
Manchmal haben auch schon
kleine änderungen große Auswir­
kungen auf die Eigenkapitalquote
und das rating; die Verkürzung
von zahlungszielen etwa oder das
Ausstellen von teilrechnungen.
Voithofer: „wenn ich eine teil­
rechnung stelle, sehe ich die zah­
lungsfähigkeit und ­willigkeit des
Kunden.“ Voithofer berichtet aus
eigener Erfahrung: Als er an­
lässlich seiner hochzeit einen
Fotografen beauftragte, verlangte
dieser eine Anzahlung, was Voit­
hofer damals ziemlich verwun­
derte. „Aber nur so lange, bis er
mir erzählte, dass viele ihre hoch­
zeitsfotos nicht abholen kom­
men.“
Factoring im Kommen
Eine weitere Möglichkeit, schnel­
ler an das in rechnung gestellte
Kapital zu kommen, ist Factoring.
Factoring ist der Verkauf von Kun­
denforderungen an einen Dritten,
meist eine Bank. Dabei erhält der
Unternehmer, der die rechnung
gestellt hat, bereits bei rech­
nungslegung einen (großen) teil
der rechnungssumme vom Käu­
fer der Forderung. wann der Kun­
de tatsächlich zahlt, ist für den
Unternehmer somit nebensäch­
lich, er kann sofort über Einnah­
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
colourbox.de (6)
SCHLAGWORT
Finanzen
men verfügen. „Factoring war früher eine Finanzierungsform, die
keinen besonders guten ruf hatte“, sagt Bernkopf. „Aber mittlerweile hat sich das Blatt gewendet,
die Vorteile werden auch von großen börsenotierten Unternehmen
gesehen und genutzt.“
Factoring muss „maßgeschneidert“ sein; es wird genau festgelegt, welche rechnungen verkauft
werden, die EDV-Buchhaltungssysteme müssen dementsprechend angepasst werden. Ab
einem Umsatz von etwa fünf Millionen € ergibt Factoring für KMU
speziell aus der Dienstleistungsoder Produktionsbranche Sinn.
Nicht geeignet ist es für Unternehmen mit Endverbraucherkunden oder mit Gegen- oder Projektgeschäften. hat ein Unternehmen
Kunden, die eine bessere Bonität
haben als es selbst, so können die
Kosten für Factoring günstiger
sein als für einen Betriebsmittelkredit. Als Beispiel nennt Bernkopf „ein Unternehmen, das
Dienstleistungen für die öffentliche hand erbringt“.
Voithofer berichtet, dass speziell bei Kleinstunternehmen die
Finanzierung mitunter auch über
den Freundes- und Familienkreis
geschieht, „etwa über ein Privatdarlehen“. crowd-Financing, wo
zumeist online Financiers gesucht
und gefunden werden, ist zwar
im Kommen, aber nicht unbedingt
für jedes Unternehmen eine
Alternative. „Für innovative Neugründungen oder wachstumsorientierte Start-ups ist das eine
Möglichkeit.“
Eine weitere alternative Finanzierungsform, die für alle Unternehmen und Branchen infrage
FACTORING
n So funktionierts: Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine Forderungen an die Factoringgesellschaft (Factoringbank). Diese
überweist bei Ausstellen der Rechnung einen Großteil des Rechnungsbetrages an das Unternehmen (bis zu 80 Prozent). Der Zahlungspflichtige begleicht die Rechnung durch Zahlung an die Factoringgesellschaft. Darüber wird der
Rechnungsempfänger zumeist auf
der Rechnung informiert. Wird die
Rechnung bezahlt, so überweist
die Factoringbank den übrigen
Rechnungsbetrag abzüglich der
vereinbarten Gebühr.
Alternative Finanzierungsformen
haben sich etabliert.
PETER VOITHOFER
DIREKTOR
KMU FORSCHUNG
ÖSTERREICH
kommt, ist Leasing. Geleast werden können nicht nur Autos, Bagger, Kräne oder Kopierer – auch
Bürogebäude, werkshallen oder
Produktionsmaschinen können
genutzt werden, während sie im
Eigentum der Leasinggesellschaft
stehen (siehe auch Artikel rechts).
Förderungen für KMU
Bankberater berichten einhellig,
dass viele Unternehmen momentan über eine erhöhte Liquidität
verfügen, sich aber mit investitionen zurückhalten. Das beschert
nicht nur den Banken eine geringere Kreditnachfrage, sondern
auch Förderinstitutionen haben
mitunter in ihren töpfen mehr
Geld liegen, als abgeholt wird.
hier kann sich ein Gespräch mit
einem Förderspezialisten in der
Bank lohnen.
„Manche Förderungen werden
von manchen Branchen einfach
nicht in Anspruch genommen,
obwohl es gehen würde“, berichtet Bernkopf. „oft stehen sogar
mehrere Förderungen wie Garantien, zinsgünstige Kredite oder
zuschüsse zur Auswahl. Aufgrund
vorgegebener Förderobergrenzen
können aber manchmal nicht alle
genutzt werden. Dann analysieren
wir gemeinsam mit den Kunden,
welche sinnvollerweise in Anspruch genommen werden.“
Es kommt eben auf den richtigen Mix an. Denn, so Voithofer:
„Das Nutzen von unterschiedlichen Finanzierungen ermöglicht
einen größeren Spielraum in jeglicher hinsicht.“
Die autorin des artikels erreichen Sie
unter regional@wirtschaftsblatt.at
Die Serie „KMU-Finanzinfo“
wird von der WirtschaftsBlattRedaktion in völliger Unabhängigkeit inhaltlich gestaltet und
erscheint in Kooperation mit
der Bank Austria.
| 23
Leasing.
alternative
auch für
KMU
Eine Finanzierungsalternative,
um hohe Anschaffungskosten
zu umgehen, ist das Leasing.
Dem Prinzip nach ist Leasing
das Mieten eines wirtschaftsgutes von der Leasinggesellschaft, der das Leasingobjekt
(Fuhrpark, Produktionsmaschine, EDV etc.) gehört
und die es in ihren Bilanzen
aktiviert. Für KMU fallen also
nicht nur die Anschaffungskosten weg, generell werden
in der Bilanz des Leasingnehmers deutlich kleinere Spuren
hinterlassen.
in Österreich erfreut sich
Leasing wachsender Beliebtheit. Das Neugeschäft des KfzLeasingvolumens ist 2014 um
4,3 Prozent auf 3,6 Milliarden
€ gestiegen. Auch bei Mobilien, also anderen bewegbaren
wirtschaftsgütern, gab es 2014
ein Plus von 9,6 Prozent auf
1,3 Milliarden €.
Neue Leasingformen
Das klassische Leasing, wo am
Ende der Leasingperiode mit
Bezahlung der letzten rate das
wirtschaftsgut ins Eigentum
des Leasingnehmers übergeht,
ist heute eher die Ausnahme.
Beliebter ist das sogenannte
„operating Leasing“: hier
wird das Leasingobjekt für
einen gewissen zeitraum geleast, am Ende der Laufzeit
wird dann aber ein neuer Vertrag über ein neues Auto,
einen neuen Bagger oder eine
neue Maschine abgeschlossen.
„immer öfter schließen
Unternehmen auch Full-Service-Verträge mit den Leasinggesellschaften ab“, berichtet
Bank-Austria-Vorstand helmut Bernkopf. „Bei diesen
Verträgen ist die Leasinggesellschaft dann auch für
wartung und Service des Leasingguts zuständig.“ Das kostet mehr, aber der finanzielle
Aufwand ist planbarer. [roku]
regional@wirtschaftsblatt.at
24 |
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Mittwoch, 4. März 2015
Branchenreport
OPTIKER
Eine Branche blickt
optimistisch in
die Zukunft
Obwohl die Hälfte aller Kunden sich auf die großen Ketten verteilt, bestehen auch
kleine Optiker auf dem Markt: Sie spezialisieren sich und setzen auf Service. Auch
um den Nachwuchs macht man sich keine Sorgen – Lehrlinge gibt es ausreichend.
Von tereSa-antonIa SparI
M
ehr als die
hälfte der erwachsenen
Österreicher
sieht das Leben nur durch
die Brille scharf. in der Steiermark
sorgen 81 Augenoptikerbetriebe
für den Durchblick ihrer Landsleute. hinzu kommen die Filialen
der drei großen optikerketten
hartlauer, Fielmann und Pearle.
„Die Kunden teilen sich etwa
50:50 auf die großen Ketten und
die kleinen optiker auf“, zeichnet
die steirische Landesinnungsmeisterin Gabriele Machhammer
ein Bild der Branche. Das entspricht auch in etwa dem österreichischen trend, auch wenn
hier die Ketten im osten dominanter sind und die Fachoptiker
den Süden und westen bestimmen.
„Die größte herausforderung
für uns sind die großen Ketten
und der onlinehandel“, sagt
Machhammer. in Deutschland sei
es etwa der Fall, dass Kunden
günstige Brillen online kaufen
und dann das Service- und reparaturangebot der niedergelassenen optiker nutzen. Außerdem
könne der Kunde nur schwer
unterscheiden, wo er gute und wo
er sehr gute Gläser und technik
bekomme. „Es ist schwierig, den
Kunden zu erklären, was die Fülle
unserer Dienstleistungen ausmacht.“ Man müsse rechtfertigen,
warum gute Gläser einen höheren
Preis haben, obwohl auf den ersten Blick kein Unterschied zu weniger guten Gläsern besteht. Der
Kunde will eine Brille kaufen und
nicht lange Gespräche führen.
Um eine Brille optimal anzupassen, seien viele technische
Daten notwendig. „Nicht umsonst
dauert die Ausbildung zum optikermeister lange – woher soll dieses wissen in einem onlineshop
kommen?“ Fundierte Beratung sei
nur in jenen Betrieben garantiert,
in denen ein Meister arbeite, so
Machhammer: „in den großen
Was wir leisten, ist
werblich nur schwer
nach außen zu tragen.
GABRIELE MACHHAMMER
LANDESINNUNGSMEISTERIN
Ketten gibt es österreichweit teilweise nur einen oder wenige optikermeister für alle Filialen.“
Gefragter Job
zwischen drei und acht Mitarbeiter beschäftigen die steirischen
optiker. Bei Machhammer sind es
sechs Mitarbeiter in drei Filialen.
Angebot an Arbeitskräften gibt
es ausreichend: „Die Entlohnung
in unserer Branche erfolgt nach
dem – sehr guten – MetallarbeiterKollektivvertrag“, erklärt Machhammer einen Grund für die Attraktivität. Für die Unternehmer
bedeutet die gute Entlohnung hohe Lohnkosten – eine Belastung,
die, so die innungsmeisterin, eine
herausforderung darstelle, ebenso wie die Abgabe für Medizinprodukte, zu der optiker verpflichtet sind. „Gerade kleine Betriebe sind aufgrund der Deckelung gefrustet: wenn große Ketten wie Bipa 2000 € im Jahr zahlen und kleine Betriebe 350 €, hat
das keine relation.“
Bestehen durch Qualität
Mit dem Preis der Großen könnten die kleinen optiker nicht mithalten. Laut einer Erhebung der
Berufsgruppe aus dem Jahr 2013
kostet eine Gleitsichtbrille im
ZAHL
1,48
Millionen Brillen
n In Österreich werden jährlich
1,48 Millionen Brillen (inklusive op­
tische Sonnenbrillen und Kinder­
brillen) verkauft. Das Gesamt­
marktvolumen 2013 betrug laut
Wirtschaftskammer 452 Millionen
€, 2010 waren es 443 Millionen €.
n 51 Prozent der österreichischen
Bevölkerung ab 16 Jahren tragen
eine Brille. Die durchschnittliche
Verwendung einer Brille liegt
derzeit bei 3,4 Jahren. Der Durch­
schnittspreis für eine Gleitsicht­
brille beträgt 516 €.
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Branchenreport
| 25
Colourbox.de
Der Durchschnittspreis
einer Gleitsichtbrille liegt bei
516 €, das
Durchschnittsalter beim
ersten Kauf
bei 47,8 Jahren.
Innovation. Datenbrillen bringen neue herausforderungen
optiker sind sich einig: Brillen
sind modern und haben sich zu
Modeartikeln entwickelt. Seit
Kurzem haben Brillen aber auch
in einer anderen Branche enorm
an Beliebtheit gewonnen: Die
Brille eigne sich hervorragend als
computerbildschirm, heißt es
bei großen it-Unternehmen.
Einige Fragen sind noch ungeklärt: Es lässt sich noch nicht absehen, welches Unternehmen
sich bei der Produktion von sogenannten Datenbrillen durchsetzen wird. Ebenso ist unklar,
für welche Anwendungen sich
das Brillendisplay eignet. Pilotprojekte gibt es zum Beispiel in
der industrie: wie die japanischen Konzerne Brother oder
Fujitsu gezeigt haben, können
Datenbrillen mit eingeblendeten
Bauplänen bei der reparatur von
Maschinen helfen.
Brille für Skifahrer
Aber auch für Endnutzer gibt es
Anwendungsmöglichkeiten: Das
österreichische Unternehmen
Evolaris hat eine Datenskibrille
entwickelt, die in der region Ski
Amadé bereits eingesetzt wird.
Skifahrer erhalten dabei infos zu
Pisten und zum eigenen Fahrverhalten eingeblendet. Und Google
hat sich zwar vorerst zurückge-
Die Datenskibrille ist seit dieser
Saison bereits im Einsatz.
zogen, aber hinter geschlossenem Vorhang forscht man weiter.
Eines sei klar, sagt Bundesinnungsmeister Peter Gumpelmayer: Datenbrillen werfen viele
neue Probleme auf. Denn für
Brillenträger ist die Nutzung oft
noch schwierig. „technologisch
können wir viel, aber wie kann
man den Stimulus auslösen?“,
fragt Gumpelmayer. Also: wie
weiß die Brille, was der Nutzer
will? hier sind nun auch optiker
gefragt, sich bei der Entwicklung
einzubringen, heißt es. Sonst machen es die it-Firmen.
[drw]
wolfgang.drucker@wirtschaftsblatt.at
26 |
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Branchenreport
Durchschnitt 516 € – bei hartlauer bietet man optische Brillen
ab 160 € an. Als „Preisbrecher“
sieht sich die Kette nicht.
Das rezept der Kleinen, um
dennoch am Markt zu bestehen,
ist Spezialisierung. „Kinderoptometrie wird etwa stärker gefragt“,
nennt Gabriele Machhammer ein
Beispiel. Andere legen ihren Fokus auf Fachbrillen, etwa für Makula-Patienten und komplizierte
Augenerkrankungen, oder spezialisieren sich auf Kontaktlinsen.
„Die meisten Kunden legen wert
auf gute Produkte; günstige ware
sucht man beim optiker seltener.“
Das gelte vor allem für die Städte,
am Land sei die Bandbreite tendenziell größer. „Grundsätzlich
findet man aber bei jedem optiker
alles – auch günstigere Brillen und
Kassenbrillen.“
Attraktiv auch für Junge
442 Lehrlinge werden österreichweit ausgebildet, 47 davon in der
Steiermark. obwohl die zahl
leicht rückläufig ist – 2011 waren
es noch 490 Lehrlinge –, sieht
Machhammer kein Nachwuchsproblem: „Das interesse ist da, es
gibt viele gute junge Menschen,
die sich bei uns melden.“
Der Großteil der Lehrlinge –
etwa 70 Prozent – ist weiblich,
diese zahlen spiegeln auch die Erfahrung von Friedrich wutscher
wider. Der Grazer optiker betreibt 28 Filialen in fünf Bundesländern und bildet 15 Lehrlinge
aus. „Es melden sich immer mehr
Frauen als Männer“, so wutscher.
obwohl die Lehrlingsausbildung
besonders in der Startphase zeit-
intensiv sei, hält wutscher sie für
die beste Möglichkeit, qualifizierte Mitarbeiter für den eigenen Betrieb zu bekommen. Von seinen
Lehrlingen erwartet wutscher logisches wissen und Verständnis
für Mathematik und Physik,
außerdem handwerkliches Geschick, um Brillen zu löten und
Gläser einzuschleifen.
Die Ausbildung junger optiker
erfolgt für alle Bundesländer in
der Berufsschule in hall in tirol.
Sie schließt nach 3,5 Jahren mit
der Lehrabschlussprüfung ab.
Über das Kolleg oder die Akademie für optometrie besteht die
Möglichkeit zur Meisterprüfung.
zusätzlich gibt es eine akademische Ausbildung zum Bachelor
für optometrie oder Master für
klinische optometrie.
Die Großen der Branche
Seit 35 Jahren im Geschäft ist die
Firma hartlauer, die mit 150
Standorten österreichweit die
meisten Filialen betreibt. Vier bis
sechs Millionen € investiert das
Unternehmen jährlich in die
Neugestaltung seiner Filialen,
83 Lehrlinge sollen 2015 neu aufgenommen werden.
Auch Fielmann gehört mit 687
Niederlassungen in Europa zu den
Großen, rangiert mit 34 Filialen
und 734 Mitarbeitern in den neun
Bundesländern aber hinter hartlauer. im März soll in Salzburg die
35. Filiale eröffnet werden, 2013
lag der Vorsteuergewinn bei 13,3
Millionen €.
Die autorin des artikels erreichen Sie
unter teresa.spari@wirtschaftsblatt.at
Beigestellt
Brillenproduzenten. Qualität
für den Weltmarkt
Österreichische Unternehmen
genießen in vielen Branchen
weltweite Anerkennung – vom
Anlagenbau bis zu den chipherstellern. weniger bekannt ist,
dass auch österreichische Brillen in vielen ausländischen
Märkten starken Absatz finden:
Der oberösterreichische Familienbetrieb von Jürgen Pomberger produziert jährlich 80.000
Brillen der Eigenmarke „Johann
von Goisern“ und hat einen Exportanteil von 70 bis 80 Prozent.
Die Fassungen aus celluloseacetat werden mit cNc-Fräsen
hergestellt und in 80 handarbeitsschritten verfeinert. 20
der 30 Mitarbeiter sind in die
herstellung eingebunden.
JÜRGEN POMBERGER
GESCHÄFTSFÜHRER
JOHANN VON GOISERN
Beigestellt
Vom Produkt zur Marke
„wir produzieren seit 30 Jahren
Brillen, mittlerweile in dritter
Generation“, erklärt Jürgen
Pomberger. zum Kerngeschäft
als Kassenbrillenhersteller kam
in den 1990er-Jahren die idee
einer eigenen Marke, um mehr
Möglichkeiten in der Gestaltung
zu haben. Seit 2008 fertigt das
Unternehmen nur noch Fassungen für die Eigenmarke. Seit
damals sei man auch im Export
tätig, so Pomberger. zielmärkte
sind Frankreich, Deutschland,
italien, Kanada und die Beneluxländer.
Der Jahresumsatz lag 2014 bei
2,5 Millionen €. Mittlerweile
übersteigt die Nachfrage das Angebot, das wachstum liegt seit
2010 jährlich im zweistelligen
Bereich. Aus diesem Grund
stehen für das kommende Jahr
Ausbaupläne an.
Das Siegel „Made in Austria“
helfe am weltmarkt. Es stehe für
Qualität, sagt Pomberger. Nach
dem internationalen Erfolg seien
auch heimische Kunden auf die
oberösterreichischen Brillen
aufmerksam geworden.
Luxus made in Styria
Innungsmeisterin Gabriele Machhammer mit Spaltlampe und
Keratometer, zwei täglichen Werkzeugen eines Optikers.
Der Boom in Österreich kam mit dem
Erfolg im Ausland.
Auch das steirische Label Andy
wolf verkauft seine Brillen weltweit: 38 Länder stehen derzeit
auf der Exportliste. Mit den
handgefertigten Sehbehelfen
treten Prominente wie Elton
John, Lady Gaga und hugh Grant
auf. 2006 gab es die erste Kollektion der „handgemachten Luxusartikel, produziert und designt
in Österreich“, wie das Label seine Produkte beschreibt. zwölf
Mitarbeiter beschäftigte das
Unternehmen 2013. Über zahlen
zu Exportquote und Umsatz will
es auf Nachfrage keine Auskunft
geben.
Auf Funktionalität statt Luxus
setzt ein zweiter steirischer Brillenhersteller: Mit Seeoo hat der
rosentaler Gerald Lasnik eine
Ultraleichtbrille aus Nylon entwickelt, die das Unternehmen
mittlerweile in Frankreich,
Deutschland, italien und der
Schweiz verkauft. Die Form erinnert an eine moderne Form
der zwickelbrille, ohne Bügel.
„wir haben diese runde Form
von Seeoo weltweit beim Patentamt schützen lassen“, auf Messen werden derzeit neue Märkte,
auch in den USA erkundet.
Außerdem fertigt das Unternehmen Brillen aus alten Schallplatten: Aufgrund der unterschiedlichen rillung des Vinyls
ist jede Brille ein Unikat. [tasp]
teresa.spari@wirtschaftsblatt.at
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Mittwoch, 4. März 2015
KonjunKtur
| 27
UMFRAGE
Die Zukunft bringt …
Jeden Monat bitten wir Unternehmer und Manager um ihre Einschätzung der Wirtschaftslage. Dieses regionale
Konjunkturbarometer bietet einen unmittelbaren Einblick in die Entwicklung in Ihrem Bundesland.
Wie schätzen Sie die
Konjunkturentwicklung
in den nächsten drei
Monaten ein?
Wie wird sich das Geschäft
in Ihrem Unternehmen in
den nächsten drei
Monaten entwickeln?
Suchen Sie aktuell
Mitarbeiter? Wenn ja, für
welche Bereiche werden
sie gesucht?
l Der milde Winter lässt die
Investitionen am Energie­
sektor ansteigen. Für Projekte
gibt es zu niedrige Margen.
s Der Jänner war leider sehr
schwach, im Februar und März
rechnen wir mit einem deutli­
chen Aufschwung.
l Derzeit sind wir personell
sehr gut aufgestellt und
suchen keine weiteren Mit­
arbeiter.
t Wie bereits in den Vor­
monaten erwarte ich keine
positive Konjunkturentwick­
lung, wichtige Impulse fehlen.
l Die Geschäftsentwicklung
ist stabil, aber auf niedrigem
Niveau. Die Preissituation am
Bau bleibt extrem angespannt.
s Wir suchen aktuell einen
Bauleiter für die Steiermark
und freuen uns über Initiativ­
bewerbungen.
t Europa wird leider hinter
den Erwartungen bleiben.
Nordamerika entwickelt sich
positiv und China bleibt stabil.
s Wir sind für 2015 gut ausge­
lastet. In unserer Automatisie­
rungsbranche sehen wir eine
stabile bis positive Tendenz.
s Ja, wir suchen weiterhin
Mitarbeiter für die Bereiche
Engineering, Vertrieb und
Projektmanagement.
s Der schwache Euro hilft
exportierenden Unternehmen
und sollte eine positive
Dynamik auslösen.
s Die langfristig niedrigen
Zinsen machen Immobilien
attraktiv, und das füllt unsere
Auftragsbücher.
s Ja, wir suchen Mitarbeiter
im Vertrieb und für die
Leitung des Qualitäts­
managements.
l In der Eurozone bleibt die
Entwicklung durchwachsen.
Die Exporte steigen, die Bin­
nennachfrage hinkt hinterher.
s Wir erwarten eine sehr
positive Entwicklung aufgrund
fortgesetzten Markterfolgs
unserer Kunden weltweit.
s Ja, weltweit. Wir suchen
insbesondere qualifizierte
Mitarbeiter im Bereich
Forschung und Entwicklung.
GF
VErPAcKUNGS­
zENtrUM GrAz
l Die Stimmung ist wie auf
der Messe Fruit Logistica in
Berlin: gedämpft, aber nicht
hoffnungslos.
s Wie zuletzt: Aufgrund unse­
rer laufenden Innovationen
bleibt das Geschäft auch für
die nächsten Monate positiv.
l Im Moment sind wir aus­
reichend besetzt.
ALEXANDEr
tESSMAr­
PFohL
▲ Die Euro­Abwertung bietet
Chancen im Dollar­Raum.
s Da die neue Saison in eini­
gen wichtigen Geschäftsberei­
chen startet, erwarte ich einen
Aufwärtstrend im Geschäft.
s Wir halten unseren
Mitarbeiterstand. Einzelne
Neubesetzungen gibt es immer
wieder.
chriStiAN
KNiLL
cEo
KNiLL
GrUPPE
DoriS
ENzENS­
BErGEr
GF
LiEB BAU wEiz
hErBErt
rittEr
GF
M&r
AUtoMAtioN
KAthriN
zENKEr
MitGLiED DEr GF
wEitzEr
PArKEtt
MichAEL
wAchSLEr­
MArKo­
witSch
cFo
AMS
SUSANNE
MEiNiNGEr
VorStAND
SAttLEr AG
foto-MAXL.at, Liebbau, MR Automation, beigestellt, Peroutka π, Weitzer Parkett, Verpackung Kanizaj
28 |
FOKUS
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Ko M M E r z i E L L E r t h E M E N S c h w E r P U N K t
FOKUS SEMINARHOTELS
Der individuelle
Service macht
den Unterschied
colourbox.de
Dass Seminarhotels bei Infrastruktur und technischem Equipment auf dem neuesten Stand
sind, wird vorausgesetzt. Punkten können die
Hoteliers mit Spezialleistungen.
D
VON MARKUS MITTERMÜLLER UND GERALD POHL
as tagungsgeschäft
läuft noch immer gut:
immerhin bezeichnen
sich rund 800 Nächti­
gungsbetriebe in Österreich als
Seminarhotels. Aber nicht jedes
hotel, das Seminarräume anbie­
tet, kann auch die Erwartungen
der trainer und Seminarteilneh­
mer erfüllen. „Viele hotels bieten
Seminare nur nebenbei an. Ein
nur wenig umgebautes Gastzim­
mer mit Fliesenboden und alter
Einrichtung macht noch keinen
Seminarraum aus“, erläutert Gün­
ther Mairinger, Geschäftsführer
des Bildungszentrums Lenzing.
Service und Ausstattung des hau­
ses verraten allerdings auf den
ersten Blick, ob die Eigendefi­
nition als Seminarhotel auch ge­
rechtfertigt ist.
„Der Service durch das hotel­
personal macht den Unterschied.
Die Angestellten müssen sich im
Vorfeld in die Schuhe des trainers
stellen und seine wünsche abklä­
ren“, so Mairinger. Diesen „Vor­
weg­check­up“ zählt auch hel­
mut hüller, als trainer und Ver­
anstalter bereits seit 20 Jahren im
Seminargeschäft, zu seinen wich­
tigsten Anforderungen. „Von der
Beschilderung des Seminarrau­
mes bis zur erforderlichen tech­
nik – alles, was mit dem hotelper­
ANZEIGE
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
sonal im Vorhinein abgeklärt wer­
den kann, erspart zeit und Auf­
wand während des Seminars“,
meint der trainer.
„Seminarteilnehmer unter­
scheiden sich völlig von üblichen
Urlaubsgästen“, bestätigt auch
Alexander Strobl, chef des hotels
Gut Brandlhof. wer eine mehr­
tägige Veranstaltung in seinem
haus bucht, bekommt in seinem
Betrieb daher einen eigenen An­
sprechpartner zur Seite gestellt.
„Dieser Gruppenverantwortliche
ist die Drehscheibe von der ersten
Buchungsanfrage bis hin zum
check­out“, erklärt Strobl.
Um die Qualität der einzelnen
Seminarhotels sicht­ und messbar
zu machen, hat thomas wolfs­
egger die Flipchart­Klassifizie­
rung eingeführt. Dabei werden die
hotels auf insgesamt 403 Krite­
rien durchleuchtet: von der Akus­
tik des Seminarraums bis hin zu
den Öffnungszeiten des wellness­
bereichs stehen sämtliche für Se­
minargäste relevante Einrichtun­
gen auf dem Prüfstand. „Die Kri­
terien kommen dabei direkt aus
der Branche“, erklärt der Ge­
schäftsführer von Tagen in Österreich. Bei Erreichen der notwen­
digen Punktezahl bekommen die
Betriebe drei bis fünf Flipcharts
verliehen, die für drei Jahre gültig
sind. „Jede Veranstaltung kippt,
wenn das Umfeld nicht passt“, ist
wolfsegger überzeugt.
Ko M M E r z i E L L E r t h E M E N S c h w E r P U N K t
Viele Betriebe nutzen die Flip­
chart­Klassifizierung daher als
Start für einen Qualitätsmanage­
ment­Prozess. „Durch die Bewer­
tung bekommen die hotels in­
puts, um an ihrem Angebot wei­
terzuarbeiten“. Auch im Bereich
der technik hätten einige Semi­
narhotels Aufholbedarf. „Die An­
forderungen werden hier immer
größer, räume mit Full­hD­
Beamern und hDMi­Anschlüssen
werden von den Gästen bereits als
notwendige Grundausstattung ge­
sehen“, meint wolfsegger.
Eine wesentliche rolle spielt
auch die räumliche trennung der
unterschiedlichen hotelbereiche.
„Ein Business­Gast will konzent­
riert arbeiten.“ Daher müssen
nicht nur die Seminarräume, son­
dern auch die Pausenbereiche gut
abgeschirmt sein. Die Schreckens­
vision des Seminarexperten: „Ein
Anzugträger, der im Speiseraum
neben einem Bademantelträger
sitzt. Das ist für beide unange­
nehm.“
Positive Details
Abseits der technischen Ausstat­
tung gibt es eine Palette an Details
in der innenausstattung eines Se­
minarraums, die einen entschei­
denden Beitrag zum Gelingen
einer Veranstaltung bringen kön­
nen. Das beginnt bei der Gardero­
be. „Die Seminarteilnehmer wün­
schen sich eine Garderobe direkt
im raum, um ihre Mäntel unter
Kontrolle zu haben“, weiß Semi­
nar­Ausstatter carl Selmer aus
langjähriger Erfahrung. Ein Podest
im vorderen Drittel des raumes
fördert die Verständlichkeit des
Vortragenden. „Bei klassenähnli­
chen räumen sehen die letzten
reihen sonst nicht mehr nach vor­
ne. ist der trainer durch ein
Podest erhöht, bekommen die Se­
minarteilnehmer durch den Sicht­
kontakt mehr vom Vortrag mit“,
so Selmer.
Mit einem eigenen ÖAMtc­
Fahrtechnikzentrum, einem
18­Loch­Golfplatz direkt vor dem
haus und einer „challenge zone“
mit Flying Fox und Skywalk ver­
fügt der Brandlhof über ein ein­
zigartiges Angebot in Österreich.
Punkten kann Strobl damit vor
allem bei teambuilding­Semina­
ren.
Zusatzangebote
zwei trends sieht der Seminarho­
tel­chef künftig als bedeutende
herausforderungen: Einerseits
steigt die Nachfrage nach großen
Seminarräumen. „Früher wurde
ein 100­Quadratmeter­raum von
25 Personen genutzt, heute reicht
er nur mehr für eine Gruppe von
acht teilnehmern.“ Gleichzeitig
werden die Veranstaltungen aus
finanziellen Gründen zeitlich ge­
kürzt. „Aus Seminaren mit drei
Nächtigungen werden Veranstal­
FOKUS
| 29
tungen mit nur mehr zwei Über­
nachtungen“, meint Strobl. Da­
durch verkürzen sich auch die
reinigungs­ und Umbauphasen
für den hotelier. Doch auch hier
gilt: wer sein Servicepersonal auf
die Bedürfnisse der Seminargäste
abstimmt und somit flexibel agie­
ren kann, hat den entscheidenden
wettbewerbsvorteil.
Auch in der Spitzenhotellerie
am Arlberg ist der Seminarbe­
reich ein thema. „Vor allem am
Beginn und am Ende der Saison
wird unser hotel gerne für Semi­
nare oder incentive­Angebote ge­
bucht“, berichtet hannes Skardar­
asy, inhaber des hotels zürserhof
in zürs am Arlberg. im Graf­tatt­
bach­Seminarsaal finden 80 bis
120 Gäste Platz. „Ein Großteil der
Gäste verbindet meist Arbeit mit
dem Vergnügen. in unserer Ge­
gend bietet sich natürlich der
wintersport an.“ Ein typischer Se­
minartag verläuft im zürserhof so,
dass am Vormittag zwei Stunden
getagt wird und danach Sport auf
dem Programm steht. Die Gäste
sind international, sie kommen
aus den USA genauso an wie aus
Skandinavien, Deutschland oder
Österreich. Laut Skardarasy rei­
sen viele Businessgäste mit Kun­
den an: „zum höhepunkt der
wirtschaftskrise merkten wir
schon, dass incentive­reisen zu­
rückgingen. heute sind sie stärker
denn je gefragt.“
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30 |
Recht & SteueRn
NEUERUNG
Einheitliches
EU-Patent für
2015 realistisch
wer in der EU ein Patent anmelden will, der kann dies
beim Europäischen Patentamt
EPA in München machen. Eine
EU-weite Gültigkeit wird aber
nicht erlangt. Der Patentinhaber muss entscheiden, in welchen Staaten das Patent validiert werden soll – es fallen
Landes- und Übersetzungsgebühren an. wird eine Patentverletzung in einem der Staaten begangen, sind für die
Verletzungsverfahren die nationalen Gerichte der Staaten
zuständig. „hohe Kosten, die
Gefahr voneinander abweichender Entscheidungen und
mangelnde rechtssicherheit
sind die Folge“, sagt der deutsche und europäische Patentanwalt Stephan Naessens.
EU-weite Gültigkeit
Noch heuer könnte es deshalb
zusätzlich das „europäische
Patent mit einheitlicher wirkung“ geben. „Die Einführung
hängt von der Errichtung eines
Gemeinschaftspatentgerichts
ab“, sagt Naessens. Gegenwärtig hätten dem sechs von
notwendigerweise 13 Staaten
zugestimmt. Über das Gemeinschaftspatentgericht mit Sitz in
Paris, Außenstellen in München und London sowie mit regionalen Kammern soll künftig
ein einheitliches Patentstreitregelungssystem geschaffen
werden.
Das Patent mit einheitlicher
wirkung wird für alle 25 teilnehmenden Staaten erteilt.
Nach einer Übergangsphase
sind keine Übersetzungen
mehr notwendig, wenn die Anmeldung in Deutsch, Englisch
oder Französisch eingereicht
worden ist. Sinnvoll ist das Gemeinschaftspatent laut Naessens für Betriebe, die in mehreren Mitgliedstaaten produzieren oder Märkte bedienen.
Entscheidend sei letztlich aber,
wie hoch die Gebühren festgesetzt werden.
[clp]
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
GASTKOMMENTAR
Ideen vor
Konkurrenz
schützen
Viele heimische Betriebe haben in Nischen
einen hohen Marktanteil und stehen internationalen Konzernen gegenüber. Nur mit langfristiger Strategie und Geschick kann man
hier mit Patenten erfolgreich sein.
Ö
sterreichische Unternehmen
haben 2013 weltweit circa
13.400 Patentanmeldungen
eingereicht. Diese zahl mag
beeindrucken – jedoch nur auf
den ersten Blick: tatsächlich
wächst das Patentwesen weltweit viel rasanter
als in Österreich. wesentlichster Faktor für
den Anstieg der internationalen Patentanmeldungszahlen ist china, das sich von einem
Land der Kopierer in ein Land der innovationen umbaut. Generell zeigen diese Entwicklungen aber auch, dass in der zukunft – noch
mehr als heute – an Patente nicht national,
sondern international heranzugehen ist.
Viele österreichische Betriebe haben in der
Vergangenheit das Patentwesen ausgeklammert. Man hat von vielen gehört: „Es ist in den
Auch kleine Unternehmen
brauchen eine Patentstrategie,
um erfolgreich zu sein.
letzten 20 Jahren nix passiert, warum sollen
wir über eigene Patente den Mitbewerbern
sagen, wie wir es machen?“ Blauäugige Unternehmen können da sehr schnell in kostspielige Streitigkeiten verwickelt werden.
innovative Unternehmen, die ihre Erfindungen nicht schützen, vergeben chancen, den
Markt zumindest für eine gewisse zeit exklusiv zu bearbeiten. obendrein droht das risiko,
dass eigene, vermeintlich geheim gehaltene
Erfindungen von anderen Firmen geschützt
Unternehmen sollten nur jene Erfindungen
werden und man vielleicht sogar selbst dadurch behindert wird.
Auch kleine Unternehmen brauchen eine
Patentstrategie, nur so kann man nachhaltig
erfolgreich sein. in einem ersten Schritt ist es
wichtig, auf die passive Sicherheit zu achten,
um nicht Patente Dritter zu verletzen. Die kostengünstigste Variante ist, selbst über eine laufende Fremdschutzrechtsinformation wie zum
Beispiel über www.uptoiP.com neue Patente
der Mitbewerber im Auge zu behalten. Sollten
kritische Patente gefunden werden, so sollte
anwaltliche Unterstützung zur Abklärung des
Freedom to operate in Anspruch genommen
werden.
Sollten ein dichtes Patentumfeld und keine
ressourcen für eigene Entwicklungen und Anmeldungen gegeben sein, so kann man sich auf
Lösungen aus dem freien Stand der technik
konzentrieren. wichtig ist dabei, dass man
sich auf die schon veröffentlichte und nicht
mehr geschützte Ausführung beschränkt.
wichtig ist auch, bei Verträgen an Schutzrechte zu denken. Es kommt immer häufiger vor,
dass österreichische Unternehmen unbeabsichtigt ihr geistiges Eigentum an Kunden
verschenken, weil sich scheinbar simple Verträge wie Geheimhaltungsvereinbarungen als
wahre Fallen entpuppen.
in einem zweiten Schritt sollte man aktiv
jene Erfindungen schützen, die sehr großes
wirtschaftliches Potenzial besitzen. Eine qualitativ hochwertige Patentanmeldung in Österreich kostet zwischen 4000 und 6000 € – um
diese jedoch in einem sinnvollen Länderumfang zu sichern, sind zumindest 35.000 € für
die ersten zehn Jahre Laufzeit zu kalkulieren.
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Recht & SteueRn
colourbox.de, Beigestellt
| 31
Leider passiert oft der Fehler, dass man nur in
Österreich anmeldet und dann das Geld für
eine Ausdehnung des Schutzes auf andere
Länder im Prioritätsjahr (ein Jahr ab Erstanmeldung) nicht aufwenden möchte. Die Konsequenz ist, dass in anderen Ländern diese
Erfindung mit ihrer Veröffentlichung in Österreich zum freien Stand der technik wird und
von jedem frei genutzt werden kann.
Für innovationsstarke Unternehmen mit genug Kapital empfiehlt sich ein dritter Schritt.
Strategisches Patentmanagement bedeutet, bewusst das Patentwesen so einzusetzen, um die
eigene Marktposition zu verbessern. Man
kann so eigene Erfindungen exklusiv auf den
wichtigsten Märkten anbieten, Mitbewerber
auf Abstand halten, Potenzial für Patenttausch
aufbauen und proaktiv eigene zukünftige Entwicklungsfreiräume schaffen sowie gefährliche Patente der Mitbewerber bekämpfen. Als
richtwert sollte ein innovatives Unternehmen
zwischen zwei und acht Promille des Umsatzes pro Jahr für das Patentwesen aufwenden.
hANNES BUrGEr
schützen lassen, die großes wirtschaftliches Potenzial besitzen.
ist geschäftsführender Gesellschafter bei
ABP Anwälte Burger & Partner (Oberösterreich, Wien) und betreut international Betriebe im Patent- und Schutzrechtswesen.
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32 |
wirtschaftsblatt.at
MITTWOCH, 4. MÄRZ 2015
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DUALE AUSBILDUNG
Checkliste
... für angehende Lehrbetriebe
lle klären, welche
tigung
eignen und ob die Gewerbeberech
! Mit einem Berater der Lehrlingsste
Berufe sich
in allen Berufen erforderlich)
dafür passt (eine Meisterprüfung ist nicht
die Ausstattung des
! Mit dem Berater klären, ob sich
Betriebs für die Ausbildung eignet
geeignete Person,
! Eine pädagogisch und fachlich
erwirbt, nominieren
die die Ausbildungsberechtigung
tschaftskammer
! Feststellungsantrag bei der Wir
der Betrieb zur
des Bundeslandes stellen, ob sich
n Berufs eignet
mte
Lehrlingsausbildung eines bestim
renten der Wirtschafts! Betriebsbesuch von je einem Refe Lehrlinge ausbilden darf
ieb
und der Arbeiterkammer, ob der Betr
Betrieb 15 Monate
! Nach erlangtem Bescheid hat der
ten Lehrling Zeit
für die Suche nach einem geeigne
Lehrlinge finden kann der Betrieb
!
! beim AMS
Wirtschaftskammer
! mithilfe der Lehrlingsstelle der
len
! in Schulen und Berufsschu
(z.B. BFI, Wifi)
! in der überbetrieblichen Lehre
! über Stelleninserate
dten
den, der Gemeinde und bei Verwan
! über Mundpropaganda bei Kun
! Einstellungsgespräch mit dem
Lehrling führen
glichkeiten beim AMS einholen
Lehrlings!)
(Wichtig: Vor der Einstellung des
:
Gefördert werden
geringem Frauenanteil
! Mädchen/Frauen in Berufen mit
eitsmarkt benachteiligt sind
! Lehrstellensuchende, die am Arb
tiven Berufsausbildung
! Teilnehmende an einer Integra
dung
ationsmängel durch eine Lehrausbil
! Über 18-Jährige, deren Qualifik
beseitigt werden können
! Schulabbrecher
kammer klären
möglichkeiten bei der Wirtschafts
! Unternehmensbezogene Förder
edingt vor dem Beginn der Lehre)
! Meldung zur Krankenkasse (unb
Start)
erhalb von zwei Wochen nach dem
! Meldung bei der Berufsschule (inn
i Wochen nach
elle anmelden (innerhalb von dre
! Lehrvertrag bei der Lehrlingsst
derjährigen
Min
bei
.
bzw
g
tigte und der Lehrlin
dem Start müssen der Lehrberech
en)
ichn
e unterze
zusätzlich der Erziehungsberechtigt
g für Lehrbetriebe besuchen
! Eventuell Workshops oder Coachin
! Personenbezogene Fördermö
; Foto: Peroutka
skammer Wien
Quelle: Lehrlingsstelle der Wirtschaft
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Bildung
| 33
Der Weg zum ersten Lehrling
Mit Lehrlingen können
Unternehmer Mitarbeiter
zum Betrieb passend ausbilden – trotzdem haben
viele Scheu davor. Die ist
aber nicht notwendig,
denn Betriebe werden
umfangreich unterstützt.
VOn MARTinA MAdnER
E
rst auf den zweiten Blick
ist klar, dass Sabrina rettenbacher im wiener Kosmetikstudio First Skinlab
die chefin und heidi Stefanitsch
der Lehrling im zweiten Lehrjahr
ist. Denn der erste Lehrling im
„Beauty-Labor“ der 24-jährigen
chefin (rechts im Bild) ist mit 18
Jahren kaum jünger als sie selbst.
ihrer beider junges Alter war für
rettenbacher einer der Gründe,
einen Lehrling auszubilden: „Die
Lehrlinge wachsen in unseren
familiären Betrieb hinein.“
Ein weiterer Grund ist die Möglichkeit, zum Betrieb passend auszubilden: „wir stellen als erster
Kosmetikbetrieb unsere cremen
selbst her, das erlernen die Lehrlinge bei uns.“ Die Suche nach be-
reits ausgebildeten Fachkräften sei
deshalb schwieriger: „Das AMS
weiß oft nicht, ob es eine fertige
Drogistin, eine Pharmazeutin oder
eine Kosmetikerin schicken soll.“
Für Stefanitsch hingegen, die ihre
Lehre zur pharmazeutisch-kaufmännischen Assistentin abgebrochen hat, waren genau die cremeProduktion und die Beratungsgespräche mit Kundinnen der
Anreiz, bei First Skinlab ihre Lehre
zu beginnen.
Schwierige Lehrlingssuche
Der weg zum Ausbildnerbetrieb
(siehe Checkliste) verlief bei First
Skinlab glatt: Vier tage nach dem
Feststellungsantrag wurde beim
Betriebsbesuch geprüft, ob „alles
neu und frisch ist“, die Ausstattung
den hygienestandards entspricht.
Mario Grnja, teamleiter der Lehrlingsstelle der wirtschaftskammer
wien, sagt, dass die Ausstattung
und Art der Arbeit zum Berufsprofil passen muss: „Für eine Lehre
eines Betriebslogistikers sind zum
Beispiel Fließbänder, Stapler, Verpackungsanlagen notwendig.“
Die Ausbildnerberechtigung hat
rettenbacher via onlinekurs erworben. Schwieriger war die Suche
nach dem Lehrling: Nach der Lehre
WUSSTEN SIE …
n Basisförderung: Sie beträgt
im ersten Lehrjahr drei Lehrlings­
entschädigungen, im zweiten zwei,
in jedem weiteren eine. Sie wird
jeweils nach Ende des Lehrjahres
ausbezahlt.
n Lehre für Erwachsene: Erhalten
über 18­jährige Lehrlinge während
ihrer Ausbildung einen Hilfskräfte­
lohn, gibt es unter Umständen (z. B.
sollte der Lehrling keine Lehre in
einem verwandten Beruf ab­
geschlossen haben) eine erhöhte
Basisförderung.
n Weiterbildung für Lehrlinge:
Gefördert werden bis zu 75 Pro­
zent der Kurskosten. Während
Auslandspraktika der Lehrlinge
wird den Lehrbetrieben die Brutto­
Lehrlingsentschädigung ersetzt.
n Herausragende Lehrabschluss­
prüfung: Für einen guten Erfolg
gibt es 200 €, für eine ausgezeich­
nete Prüfung 250 €.
n Übernahme aus der über­
betrieblichen Ausbildung: Nach
dem ersten Jahr gibt es einmalig
eine Prämie von 1000 €.
n Weiterbildung der Ausbildner:
Bis zu 75 Prozent der Kurskosten
werden gefördert. Auch der Basis­
kurs für die Ausbildnerprüfung
wird in vielen Bundesländern (z. B.
in Wien vom WAFF) gefördert.
n Lernschwache Lehrlinge: För­
derung bei Mehrkosten z. B. für
Nachhilfe, Vorbereitungskurse auf
Nachprüfungen oder bei Wieder­
holung einer Berufsschulklasse.
winken zwar Löhne über Kollektivvertrag sowie eine Umsatzbeteiligung und die Kunden im ersten
Bezirk geben gutes trinkgeld – sie
sind aber auch nicht immer einfach
zu betreuen.rettenbacher sagt deshalb: „ich bin sehr wählerisch. Die
jungen Mädchen müssen sehr ordentlich und diszipliniert sein, sehr
offen auf die Kundinnen zugehen.“
Lehrlinge mit Piercings oder tätowierungen kommen nicht infrage,
auch zu große Schüchternheit
passt nicht zum Beruf.
Individuelle Unterstützung
Deshalb war rettenbacher froh,
dass die Mitarbeiterin bei der
Lehrlingsstelle, ein „wahres Goldstück“, für sie eine Vorauswahl getroffen hat. Für heidi Stefanitsch
erhält die Firma Basisförderung
(siehe Wussten Sie ...). Die ist auch
für weitere Lehrlinge möglich –
aktuell schnuppern gerade wieder
junge Frauen in den Betrieb hinein.
Die Suche in überbetrieblichen
Ausbildungsstätten kann sich
ebenfalls lohnen. Dafür gibt es
vom AMS Förderungen: „Die Jugendlichen haben dort oft eine
gewisse Nachreifung vollzogen.
Außerdem kennen sie den Berufsalltag bereits“, sagt Maximilian Fischer, Leiter des Unternehmensservice beim AMS-Jugendliche.
Förderungen gibt es auch für Mädchen in technischen Berufen, für
integrative Lehren oder für am
Lehrstellenmarkt Benachteiligte.
die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter martina.madner@wirtschaftsblatt.at
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12:00 Uhr
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Abgabe: 24.03.2015, 17:00 Uhr
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Leoben, Flachdach-, Dachdeckungsund Spenglerarbeiten - 8700 Leoben/
Donawitz, Kerpelystraße 13, Abgabe:
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Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft Steirisches Hilfswerk für
Eigenheimbau reg. Gen.m.b.H.,
10-Fam.-Wohnhaus Bad Waltersdorf Baumeisterarbeiten,
Abgabe:
10.03.2015, 13:00 Uhr
Holding Graz – Kommunale Dienstleistungen GmbH, Bodenmarkiermaterialien 2015, Abgabe: 25.03.2015, 10:00 Uhr
Land Steiermark, B67 LSW Graz-Nord BBL Steir. Zentralraum, Neubau aus
Holzbeton mit Betonkern, Abgabe:
12.03.2015, 10:30 Uhr
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15-21, Abgabe: 13.03.2015, 10:00 Uhr
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(in €/m²)
Graz (Stadt)
7,0
Graz-Umgebung
6,5
Leoben
7,9
Alle Bezirke
6,5
Graz (Stadt)
6,8
Graz-Umgebung
4,4
WirtschaftsBlatt
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
ImmobIlIen
34 |
Grafik/Cmund
Quelle: www.immobilien.net
RETAIL
Leoben plant
Mischnutzung
für Leerstände
Je weiter man sich vom
Einkaufszentrum Leoben
City Shopping am Hauptplatz entfernt, desto mehr
häufen sich die Leerstände in der Innenstadt.
„Leistungspakete“ sollen
jetzt Mieter anlocken.
Von melAnIe mAnneR
L
eobens citymanager Anton hirschmann formuliert es nüchtern: „Mit
dem Einkaufszentrum
Leoben city Shopping am hauptplatz ist eine 1A-Lage entstanden;
in weiter entfernten Straßenzügen gibt es Leerflächen.“
„Der Einzelhandel in Leoben ist
richtung LcS konzentriert“, sagt
auch roman Schwarzenecker,
Prokurist beim Standortanalysten
Standort + Markt. in seiner jüngsten Studie vergleicht er 22 innerstädtische Einkaufszonen in Österreich. Die Leerstandsquote
beträgt in Leoben 6,6 Prozent, der
Großteil davon in den B-Lagen abseits von hauptplatz und LcS.
Dort beträgt die Durchschnittsmiete nur noch neun € pro Quadratmeter. Der Konzentrationsprozess werde sich weiter verstärken.
Mieter anlocken
Jetzt sollen am rande des kürzlich
von Bürgermeister Kurt wallner
vorgestellten Projekts „Altes rathaus – Neu“ (Errichtung einer
Messe- und Veranstaltungslocation am „Schandfleck“ Alte rathauspassage) auch die leer stehenden Geschäftslokale im Bereich Sauraugasse gefüllt werden.
Man müsse aber durchaus nicht
„mit Gewalt“ Geschäfte dort
unterbringen, sagt Günter Leitner,
Geschäftsführer der wirtschaftsinitiativen Leoben Gmbh. Sein
Auftrag: „wir werden Leistungspakete mit anderen Nutzungsmöglichkeiten entwickeln.“
Gastronomie, Kunst – wünschenswert für die Quartiersentwicklung ist, wofür es eine
Lücke gibt. „Ein Beispiel wäre
zum Beispiel veganes Essen.“ Junge ideen sind interessant, zum
Beispiel Pop-up-Stores.
Für Leitner heißt das zunächst,
mit ersten hausbesitzern über
Leistungspakete zu sprechen. Gedacht ist das so: Die Eigentümer
kommen den Mietern zunächst
preislich entgegen. Der niedrige
Mietpreis wird erst in den darauffolgenden Jahren an den Markt
angeglichen. Die Stadt wiederum
trägt bei raumausgestaltung, Beleuchtung der Örtlichkeiten usw.
Der Einzelhandel
ist stark Richtung
LCS konzentriert.
ROMAN
SCHWARZENECKER
STANDORT + MARKT
Eigentümer Jean-Erich
Treu hat den weiteren
Ausbau des Leoben City
Shopping angehalten.
zum Gesamtkonzept bei. Auch
Vermarktungsleistungen sind teil
des Plans.
ob dabei das ganze Viertel mitzieht, ist die Frage. „Die bisherige
resonanz war ‚okay‘. Eine grenzenlose Begeisterung darf man
nicht erwarten, wenn man zwischenzeitlich, was die Mietpreise
angeht, einen Schritt zurückmacht“, sagt Leitner. Andererseits
seien die Flächen mit der bisherigen Erwartungshaltung der Eigentümer auch nicht zu füllen gewesen. Noch heuer soll es konkretere informationen geben.
Treu wartet mit Ausbau
LcS-Eigentümer Jean-Erich treu
hat in der zwischenzeit die Ausbaupläne für sein center eingefroren und wartet die Gemeinderatswahlen am 22. März ab. Geplant
war ein Ausbau um 3000 oder sogar 6500 Quadratmeter für zehn
bzw. vierzehn Millionen €.
„Neue rahmenbedingungen für
einen wirtschaftsfreundlichen
Standort und ein klares Bekenntnis zum Projekt“, verlangt treu,
der von einer negativen Einstellung der Stadt gegenüber der
wirtschaft spricht.
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter melanie.manner@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
ImmobIlIen
| 35
Beigestellt, Foltin π
ZAHL
6,6 %
Leerstandsquote
n Die B-Lagen der Leobener
Innenstadt – also jene abseits des
Hauptplatzes – treiben die Leerstandsquote der Geschäftsflächen
in die Höhe. Insgesamt 6,6 Prozent
der 33.800 Quadratmeter an Shopflächen stehen leer, heißt es in der
jüngsten Studie des Standortanalysten Standort + Markt. Dort wurden 22 innerstädtische Geschäftszonen in Österreich analysiert und
verglichen. In der A-Lage in Leoben befinden sich immerhin davon
24.800 Quadratmeter. Hier beträgt
die Quote nur etwa zwei Prozent.
n Dass das Einkaufszentrum der
Leobener, das LCS, in der Innenstadt ist, merkt man am Filialisierungsgrad, der mit 54,6 Prozent
der höchste aller untersuchten
Flächen ist. Insgesamt gibt es in
der Innenstadt 183 Shops.
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36 |
FOKUS
Ko M M E r z i E L L E r t h E M E N S c h w E r P U N K t
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
FOKUS FUHRPARK
Beigestellt
Optimistischer Blick
auf das Flottengeschäft
VW, Renault, Peugeot und Mercedes rücken ihre Fuhrpark-Bestseller
VON CHRISTIAN SCHERL
ins Rampenlicht.
D
er Flottenmarkt befindet sich europaweit im
Aufwind. Laut dem
deutschen Marktforschungsinstitut Dataforce konnten 2014 alle EU-5-Märkte zuwächse verzeichnen. Mit 6,1 Prozent ist dabei der Anstieg in
Frankreich am geringsten, in Spanien mit 24,3 Prozent am stärksten. Deutschlands Plus gegenüber
2013 liegt bei knapp zehn Prozent.
Experten schätzen die Situation
in Österreich äquivalent dem
deutschen Markt ein, allerdings
lassen sich die zahlen hierzulande
schwieriger evaluieren, weil die
Grenzen zwischen privat und gewerblich nicht exakt aufgegliedert
sind wie in Deutschland.
Bei den Neuzulassungen gehen
rund 60 Prozent auf das Konto gewerblicher Nutzung. „Nachdem
ein Großteil der Fahrzeuge im
Flottengeschäft geleast und Fahrzeuge dadurch alle vier bis sechs
Jahre gegen Neuwagen ausgetauscht werden, ist dieses Geschäftsfeld besser planbar und
leistet auch durch einen neuwer-
tigen Fahrzeugbestand einen
wichtigen Beitrag zur co2-reduktion“, sagt hubert wallner,
Leiter des Großkundenverkaufs
bei Porsche Austria.
Zögerliche E-Mobilität
Auch wenn die Elektromobilität
bisher nicht die erwartete Dynamik entwickeln konnte, interessieren sich immer mehr Unternehmer für das thema. Noch sind
Kosten und reichweite zu hohe
hürden und hybrid die lukrativere Alternative. Experten vermu-
ten, dass über Plug-in-Modelle
der Schritt zur E-Mobilität nur
noch eine Frage der zeit ist. Einen
spürbaren Anstieg von Elektrofahrzeugen im Flottengeschäft
verzeichnet etwa renault, vor allem bei dem E-Nutzfahrzeug Kangoo z.E. und dem Stadtfahrzeug
zoe. Erdgas als alternativem Antrieb im Flottengeschäft ist aufgrund der beschränkten Fahrzeugvielfalt Grenzen gesetzt. Bei
Erdgasmodellen geben die Volkswagen-Marken den ton an: 2014
deckten sie knapp 70 Prozent ab.
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Ko M M E r z i E L L E r t h E M E N S c h w E r P U N K t
VW-GRUPPE
FOKUS
| 37
MERCEDES
Fotos beigestellt (4)
die VW-Gruppe ein stabiles Unternehmer-Geschäft, sofern es zu
keinen nachteiligen Änderungen
der Steuer- und Abgabenpolitik
durch den Gesetzgeber kommt.
■ Flotten-Bestseller
Hubert Wallner, Leiter Großkundenverkauf Porsche Austria
■ Flottenbilanz
2014 und
Erwartungen 2015
In Österreich betrug 2014 der
reine Flottenmarkt etwa ein Drittel
des Gesamtmarktes. Händlerzulassungen bzw. Fahrzeuge der
Autovermieter sind darin nicht
enthalten. Alleine die VolkswagenPkw-Modelle erreichten im Flottenmarkt einen Marktanteil von
23,7 Prozent. Für 2015 erwartet
Die wichtigsten Modelle im Flottengeschäft sind bei VW derzeit
die Kombi-Modelle Golf Variant
und Passat, der Caddy, der Touran
sowie der vorsteuerabzugsfähige
Sharan. Bei Audi sind die Modellreihen Audi A4 und Audi A6 die
gefragtesten, bei Skoda die Octavia- und Superb-Modelle und bei
Seat die Leon-Familie sowie der
vorsteuerabzugsfähige Alhambra.
■ Finanzierungsmodelle
Das Leistungsangebot der
Porsche Bank umfasst neben
dem Finanzierungs- sowie dem
Wartungsangebot auch Flottenmanagement, verlängerte Garantieleistungen, Ersatzmobilität bis hin
zur Versicherung.
PEUGEOT
■ Erwartete
■ Flottenbilanz
2014 und
Erwartungen 2015
Für Peugeot war 2014 ein schwieriges Jahr im Nutzfahrzeugbereich.
Viele Kunden haben auf die Neuauflage des 3,5-t-Lieferwagens
Peugeot Boxer gewartet, der im
Juni 2014 lanciert wurde. Entsprechend blieben einige Bestellungen
im ersten Halbjahr aus. Besser
2014 und
Erwartungen 2015
Mercedes hat einen Gewerbeanteil von 65 Prozent. 2014 konnte
Mercedes rund 35 Prozent der
gesamten Auslieferungen an
Flottenkunden verkaufen. Zurückzuführen ist dies einerseits auf die
neue C-Klasse, die 2014 eingeführt
wurde, als auch auf Aktivitäten,
die in den letzten Jahren gesetzt
wurden, wie etwa einem Händlerqualitätsprogramm, um die
Qualität der Kundenbetreuung der
Händler zu erhöhen.
■ Finanzierungen
Generell gibt es Flottenangebote
für A-, B-, C-, E-Modelle. Aktuell
laufen „Modern Business“-Angebote auf Modelle der C- und
E-Klasse, ein All-in-Angebot, das
Finanzierung plus Sonderausstattung, Service und Wartung
beinhaltet.
■ Flotten-Bestseller
Größte Hoffnungen liegen auf
dem C-Klasse-T-Modell und der EKlasse, aber auch A- und B-Klasse
bleiben attraktiv. Die S-Klasse, die
2013 eingeführt wurde und letztes
Jahr voll verfügbar war, steht bei
Unternehmern ebenfalls hoch im
Kurs.
Thomas Führer, Leituner Großkundenverkauf
RENAULT
verlief das Pkw-Geschäft, dessen
Angebot für den Flottenkunden
sehr breit gefächert ist.
Christoph Stummvoll, PeugeotPR-Leiter
■ Flottenbilanz
Flottenbestseller
Insbesondere das Kompaktklasse-Modell Peugeot 308 und
das gehobene Mittelklasse-Modell
Peugeot 508 waren 2014 sehr
zufriedenstellend. Beide Modelle
sind als Limousine als auch als
Kombi gefragt. Im deutschen
GTÜ-Gebrauchtwagenreport lag
der Peugeot 508 in seiner Kategorie (Mittelklasse) auf Platz eins.
Der Peugeot ist seit 2011 auf dem
Markt und daher in der Mittelklasse 1 bis 3 Jahre am Markt gelistet.
■ Finanzierungen
Firmenkunden können über die
Peugeot Bank (Banque PSA Finance) finanzieren, bei gleichzeitiger
Integration von Elementen zu Garantieverlängerung, Service- und
Wartungskosten.
■ Flottenbilanz
2014 und
Erwartungen für 2015
Mit einem Marktanteil von
5,9 Prozent hat sich das Flottengeschäft bei Renault-Pkw gegenüber 2013 im vergangenen Jahr
stabil entwickelt. Die leicht rückläufige Bilanz bei Renault-Lkw mit
einem Marktanteil von 8,9 Prozent
ist auf den Modellwechsel von
Trafic und Master zurückzuführen, wodurch es von Sommer auf
Herbst zu Übergangsproblemen
kam. Außerdem hatte Trafic 2014
nicht die volle Diversität. Inzwischen sind alle Trafic-Varianten
lieferbar. Beim überarbeiteten
Master bewähren sich die deutlich
sparsameren Twin-Turbo-Motoren.
■ Finanzierungen
Mit den Finanzierungslösungen
über Renault Business Finance
bietet Renault Firmenkunden
einen Fixzinssatz von 1,99 Prozent
an, zusätzlich Full-Service-Wartungsverträge, die ins Leasing
integriert werden können.
■ Flotten-Bestseller
Im Mai kommt der neue Espace,
der im neuen Design aus Crossover und Van auch Kunden ansprechen soll, die bisher nicht
zur klassischen Espace-Zielgruppe
zählten.
Oliver Mandl, Manager Flottenmarketing & Brandmanagement
Renault Nutzfahrzeuge
38 |
FOKUS
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Ko M M E r z i E L L E r t h E M E N S c h w E r P U N K t
„Der Markt für Full-Service-Leasing
ist noch lange nicht ausgeschöpft“
Renato Eggner, Geschäftsführer Raiffeisen-Leasing
Fuhrparkmanagement,
möchte mittelständische
Betriebe von Full-ServiceLeasing und Fuhrparkmanagement überzeugen.
WirtschaftsBlatt: Herr Eggner,
warum liegt Fuhrpark-Leasing im
Trend?
Renato Eggner: weil Leasing für
den Unternehmer finanzielle Vorteile bringt. zum Beispiel erleichtert es einem Unternehmen, die
Bilanzzahlen zu verbessern, um
von den Banken leichter die entsprechenden Mittel für das Kerngeschäft zu erhalten. Ein Fuhrpark
ist für die meisten Betriebe notwendig, aber immer mehr Unternehmern wird klar, dass sie die
Fahrzeuge deshalb nicht besitzen
müssen. Das neue Motto lautet:
Nutzen statt besitzen.
parks gestürzt. Großbetriebe sind
mittlerweile gut abgedeckt. Laut
Schätzungen der Experten ist damit aber erst knapp ein Viertel des
Potenzials ausgeschöpft. Nun geht
es darum, KMU anzusprechen.
Sowohl Full-Service-Leasing als
auch Fuhrparkmanagement ist bei
kleinen Unternehmen noch viel
zu unbekannt.
Ist das ein österreichisches Phänomen?
Ja, weil in Österreich das thema Auto sehr emotional behaftet
ist. Der Unternehmer lässt sich
den Autokauf nicht gerne aus
den händen nehmen. in Deutschland sind etwa 40 Prozent der
Unternehmen unter professionellem Fuhrparkmanagement, in
Skandinavien rund 70 Prozent, in
den Beneluxländern sogar 80
Prozent. Großbritannien ist am
fortschrittlichsten: Dort sind
über 90 Prozent im professionellen Fuhrparkmanagement. wenn
dort von Leasing gesprochen
wird, ist jedem klar, dass nicht
nur die reine Finanzierung, sondern operationelles Leasing gemeint ist. in Österreich sind es
vergleichsweise dazu bescheidene 25 Prozent.
Warum profitiert ein Unternehmer beim Fuhrparkmanagement
über eine Leasinggesellschaft
Beigestellt
Worin liegt der Vorteil beim operationellen Leasing?
Leasing ist nur die reine Finanzierung. Beim operationellen Leasing kommen Dienstleistungen
hinzu, etwa wartung, reifen, Schadensmanagement, bis hin zum
Full-Service-Leasing. Der Vorteil
für den Unternehmer: Er hat kalkulierbare Kosten, mit denen er
budgetieren kann. Die nächste Stufe wäre echtes Fuhrparkmanagement für größere Fuhrparks, bei
dem der gesamte Fuhrpark gesteuert und optimiert wird.
Wie viele Firmenwägen befinden
sich in Österreich in professionellem Outsourcing-Management?
im ersten Schritt hat sich die
Branche auf internationale Unternehmen mit ihren großen Fuhr-
Renato Eggner, Geschäftsführer Raiffeisen-Leasing: „90 Prozent der
Kosten fixiert man mit der Wahl des Fahrzeugs.“
schon bei der Anschaffung des
Flottenfahrzeugs?
weil es bei der Anschaffung des
optimalen Fahrzeuges auf die
Vollkosten ankommt. Ein Unternehmer verfügt kaum über Daten,
um alle Kosten zu berechnen. wir
besitzen die entsprechenden Erfahrungswerte, um jeden einzelnen Kostenposten vergleichen
und kalkulieren zu können. wir
handeln pro Jahr mit tausenden
Fahrzeugen. Jeder wert fließt in
unser System ein. Per Mausklick
lassen sich Vergleichswerte aufrufen. Außerdem passen wir
unsere Module stets an, sodass die
neuesten Entwicklungen in die
Kalkulation mit einfließen, zum
Beispiel aktuell die reifendrucksysteme, weil es EU-Vorgabe ist,
dass jedes Neufahrzeug reifendruckkontrollsysteme besitzen
muss.
Trifft das auch auf den bereits viel
diskutierten Bereich der Elektrofahrzeuge zu?
raiffeisen-Leasing ist Pionier
bei Elektromobilität im Fuhrparkmanagement. Statistisch gesehen
managen wir ein Drittel aller
Elektro-Kfz in Österreich. Da bei
Elektrofahrzeugen andere Kriterien zählen als bei konventionellen, bieten wir ein eigenes Ökoflottenmanagement an. Die Nachfrage nach diesem Service ist
hoch. insbesondere in den Modellregionen (u.a. „Vlotte“ in Vorarlberg/ E-Pendler in NÖ) lässt
sich beobachten, dass sich bei EMobilität viel tut. Durch Förderungen sind E-Fahrzeuge wirtschaftlicher als konventionelle.
Damit das thema bundesweit
greifen kann, ist aber letztlich die
Politik gefordert, entsprechende
Maßnahmen zu setzen.
40 |
Businesstalk
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 4. März 2015
Redaktion Alexander Pfeffer
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
ERÖFFNUNG
YLOG Industry Solutions GmbH
Ylog-Chef Wolfgang Skrabitz,
Knapp-Boss
Gerald Hofer, Regierungskommissär Anton
Weber, KnappAufsichtsratsvorsitzender
Herbert Knapp
sowie Ylog-Chef
Bernhard Rottenbücher (v. l.).
Platz, um
zu wachsen
DoBL. „Es war die richtige Entscheidung, am Standort in Dobl zu bleiben und hier zu expandieren“, freute
sich Bernhard rottenbücher, Mitglied der Geschäftsführung der Knapp AG. Anlass war die Eröffnung des
neuen Firmengebäudes der Ylog industry Solutions
Gmbh, einer 100-prozentigen tochter der Knapp
AG, im Gewerbepark Dobl. Ehrengäste aus Politik und wirtschaft konnten die halle mit
rund 900 Quadratmetern und Büroflächen auf zwei Ebenen mit 600 Quadratmetern in Augenschein
nehmen.
DISKUSSION
Fokus auf
die Forschung
GrAz. „wirtschaft trifft Forschungsland Steiermark“:
Unter diesem titel hatte Saubermacher-Gründer hans
roth in seiner Funktion als wirtschaftsclub-Schirmherr ins AVL-Forum geladen. hausherr helmut List,
chef der AVL List Gmbh, hielt ebenso ein impulsreferat wie Landesrat christopher Drexler, Friedrich Santner, chef der Anton Paar Gmbh, und
Mario Müller, Geschäftsführer der SFL
technologies Gmbh. Anschließend
folgte eine hochkarätig besetze
Podiumsdiskussion.
Peroutkaπ
WirtschaftsClubSchirmherr Hans
Roth (l.) bedankt
sich mit einem
kleinen Präsent
bei Helmut List,
Chef der AVL List
GmbH, für die
Gastfreundschaft.
Land Steiermark
Die Steiermark
in Brüssel
BRÜSSEL. Staffelübergabe
im Steiermark-Büro: Erich
Korzinek (l.), der das Büro
seit 1994 geleitet hat, verlässt Brüssel – ihm folgt
Ronald Rödl (r.), Ex-Pressesprecher bei Landeshauptmann-Stv. Schützenhöfer. Er
bringe das nötige Rüstzeug
für den Job mit, so Landesrat Christian Buchmann.
Ihr Event ist unser Business
Ein rundes Jubiläum, das Ihr Unternehmen feiert, eine festliche
Präsentation, zu der Sie Business-Partner laden, oder ein Galaabend,
der mit hochkarätigen Gästen über die Bühne geht: Halten Sie uns auf
dem Laufenden, schicken Sie uns Informationen und mailen Sie uns!
regionaltalk@wirtschaftsblatt.at
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