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Jalta 1945

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190. Ausgabe · ZKZ 48734 · Unkostenbeitrag 1 Euro (Für Mitglieder kostenlos)
Seite 1 GBM aktuell
Seite 2 Politik
Seite 4 GBM gratuliert
Seite 6 Kultur
Foto: Wikimedia Commons
Monatszeitung der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e. V. Jalta 1945
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
Anfang Februar 1945, vom 4. bis
zum 11., fand in Jalta auf der Krim
das zweite Zusammentreffen der
Führer der UdSSR, der USA und
Großbritanniens statt. Das erste
derartige Treffen hatte bereits Ende
1943 in Teheran stattgefunden.
Das Krimtreffen war eines der
wichtigsten Ereignisse im 20. Jahrhundert. Die Beschlüsse dieser
Konferenz legten den geopolitischen Aufbau der Welt und den
Charakter der internationalen Beziehungen für die zweite Hälfte
des 20. Jahrhunderts fest. Zu den
wichtigsten und schicksalhaften
Beschlüssen der drei Verbündeten
gehörten nicht nur die Schaffung
eines Systems der internationalen Beziehungen, die Sicherung
der endgültigen Zerschlagung der
Achsen­
mächte Deutschland und
Japan und die siegreiche Beendigung des 2. Weltkrieges sowie das
dauerhafte friedliche Zusammenleben in Europa, auch unter den Bedingungen des beginnenden Kalten
Krieges. In Jalta wurde ebenfalls
die Schaffung der Organisation der
Vereinten Nationen, der UNO, beschlossen.
Zum 70. Jahrestag dieses bedeutenden Ereignisses fand am 4. und
5. Februar diesen Jahres am gleichen Ort, im Livadija-Palast in
Jalta, eine wissenschaftliche Konferenz statt. Ziel war es, die historischen Beschlüsse der Konferenz
von 1945 aus heutiger Sicht zu beleuchten und deren Bedeutung für
die Gegenwart zu erörtern.
An dieser Konferenz nahmen neben
zahlreichen namhaften Vertretern
russischer Institute, Einrichtungen
und gesellschaftlicher Organisationen auch Vertreter aus etwa 25 Ländern teil. Auch aus Deutschland
waren mehrere Gäste eingeladen.
Als einziger von ihnen war der
Vertreter der GBM, der Deutschen
Sektion des Europäischen Friedensforums, Karl-Heinz Wendt,
gebeten worden, vor dem Plenum
zu sprechen. Auf Wunsch der Gast-
geber befasste sich sein Beitrag mit
dem wieder erstarkenden Faschismus in Deutschland und in Europa
sowie mit grundsätzlichen Widersprüchen zwischen der EU und den
USA. (Der Redebeitrag ist auf der
Homepage nachzulesen).
Besondere Beachtung fanden die
Beiträge der Redner aus Frankreich, Großbritannien, Spanien,
Österreich, Polen und Litauen.
März 2015
Mit besonderer Aufmerksamkeit
wurden die Beiträge des Vorsitzenden der Staatsduma der Russischen Föderation, Narischkin,
des Leiters des Europainstituts der
AdW der RF, Gromyko (Enkel des
legendären sowjetischen Außenministers Andrej Gromyko) und
von V. P. Kozin, der sich mit den
Besonderheiten des neuen Kalten
Krieges 2.0 und den Wegen zu seiner Überwindung befasste, aufgenommen.
Die Konferenz vermittelte ein
breites Spektrum von Ansichten
und Ideen zur Überwindung der
gegenwärtigen zugespitzten Konfrontationspolitik des Westens, insbesondere der USA und der NATO,
gegenüber Russland. Immer wieder
wurde angemahnt, bei allen Unterschieden in der Betrachtungsweise
der eigenen Rolle in der geopolitischen Auseinandersetzung Vernunft walten zu lassen und den
brüchigen Weltfrieden nicht weiter
zu gefährden.
Im Konferenzverlauf gab K.-H.
Wendt verschiedenen russischen
TV-Stationen Interviews, bei denen es sich vor allem um die Haltung Deutschlands zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus
drehte. Am 8. Februar nahm er auf
Wunsch der russischen Gastgeber an einer Live-Diskussion im
1. Russischen Fernsehen zur Thematik „Jalta 1945 – Vergangenheit,
Gegenwart, Zukunft“ teil.
Karl-Heinz Wendt
Internationaler
Frauentag
Der Bundesvorstand der GBM
und die Redaktion der „akzente“
gratulieren allen Frauen zum
8. März, dem internationalen
Kampf- und Feiertag.
Wir wünschen ihnen Frieden,
Glück und per­sönliches Wohl­
ergehen.
akzente Politik
2
Minsk II
Ein Lichtblick für
den Frieden?
Das von Merkel, Hollande und Poroschenko am 12. Februar ausgehandelte und bestätigte Dokument
kann in seiner Komplexität tatsächlich eine tragfähige Basis für eine
friedliche Lösung des innerukrainischen Konflikts sein.
Kurz zum Inhalt der Vereinbarungen:
Waffenruhe ab 15. Februar – am
zweiten Tag danach Abzug der
schweren Waffen durch beide Seiten, eine Pufferzone bilden. Wichtig ist die Übereinkunft, dass diese
Schritte von der OSZE zu überwachen sind. Eine „umfassende Amnestie“ sowie eine „humanitäre
Versorgung bedürftiger Menschen
in der Ostukraine“. Festlegung, dass
„alle ausländischen Truppen und
Söldner unter Überwachung durch
die OSZE ukrainisches Staatsgebiet
verlassen, … alle illegalen Gruppen ihre Waffen abgeben“ sollen.
Bedeutungsvoll erscheint, dass
unmittelbar nach dem Abzug der
schweren Waffen „Modalitäten für
Wahlen in den Regionen Donezk
und Lugansk vereinbart werden“
sollen, die „mit dem im September
2014 verabschiedeten Gesetz über
Selbstverwaltung der genannten Gebiete übereinstimmen“. Beschlüsse
über eine „Kontrolle der russisch –
ukrainischen Grenze“, „nachdem in
den Regionalwahlen in Donezk und
Lugansk der von der Bevölkerung
gewünschte Status der Gebiete geklärt und später umgesetzt ist.“
Es soll eine „Verfassungsreform zur
Stärkung des Föderalismus“ durchgeführt werden, und bis Ende des
Jahres soll eine neue Verfassung
in Kraft treten, welche „die Dezentralisierung des Landes als ein
Schlüsselelement vorsieht, insbesondere in Bezug auf die Regionen
Donezk und Lugansk.“ Die Seiten
betonen in der Vereinbarung, sie sei
„kein abschließender Friedensvertrag“, könne aber den Boden dafür
bereiten, „allerdings nur, wenn die
Verhandlungspartner sich auch von
neuer Gewalt nicht beirren lassen.“
Wie ist die Interessenlage?
Die Russische Föderation – zwar
nicht Konfliktpartei – hat ein lebenswichtiges Sicherheitsinteresse
an einer politisch stabilen, neutralen
Ukraine, in der die NATO keinen
Platz und radikal-nationalistische,
faschistische Kräfte keinen politischen Einfluß haben. Die Führungsmacht der EU, Deutschland und
sein Juniorpartner Frankreich, treibt
offensichtlich die begründete Angst
um, der Konflikt in der Ukraine
könnte völlig aus dem Ruder laufen und sich nach dem Szenario der
USA entwickeln, was für Europa
und den Frieden eine Katastrophe
wäre. Ihre Politik „alles oder nichts“
bei der Integration der Ukraine in
die EU hat zu dem Konflikt geführt,
und sie haben dabei die Aktivierung
radikal-nationalistischer und faschistischer Kräfte billigend in Kauf
genommen. Die Ukraine in die EU
zu integrieren, ist weiterhin ihr Ziel.
Der ukrainische Präsident Poroschenko, Vertreter der Kriegspartei
seines Landes, will die „Antiterror –
Strafaktion“ im Osten des Landes,
die er nach seiner Amtsübernahme
begonnen hat und die letztlich diese
Gebiete „ukrainisieren“ soll, weiterführen und den „russischen Aggressor“ vertreiben. Es war sein Betreiben, daß die Vertreter von Donezk
und Lugansk, in Minsk anwesend,
nicht direkt zu den Verhandlungen
zugelassen wurden. Mit Erleichterung wurde in Minsk registriert,
dass sie trotz der Diskriminierung
dem Abkommen zustimmten.
unbeirrt fortgesetzt, verbunden mit
***
Die Tinte war noch nicht ganz tro- dem dringlichen Ruf nach Waffencken, da setzten die politischen lieferungen. Der Rechte Sektor erEliten und Qualitätsmedien in den klärt, dass er die Vereinbarung von
westlichen Ländern das propa- Minsk nicht akzeptiert und nach
gandistische Trommelfeuer gegen eigenem Konzept den Krieg weiterRussland fort. Aktuell gehört dazu führt; ein eigener Führungsstab für
auch die den Bundestagsabge- die 13 Freiwilligenbataillone wurde
ordneten vom Auswärtigen Amt bereits geschaffen.
überreichte „Handreichung“ zur Die Pläne der USA, die Ukraine
Bewertung des Konflikts, voller in eine Aufmarschbasis der NATO
Verfälschungen der Wahrheit – im gegen Russland zu entwickeln,
Grunde ein „Diktat“, wie sie zu sind nicht aufgegeben.
denken und zu argumentieren ha- Gleichzeitig gibt es aber auch beben.
achtenswerte diplomatische AnUnisono werden in den meisten strengungen zur Weiterführung
Kommentaren die Russische Föde- des mit Minsk II eingeleiteten Proration und ihr so viel gescholtener zesses im Normandie-Format. Ein
Präsident Putin als der Aggressor, entsprechendes Kontrollgremium
als das Böse überhaupt vorgeführt. wurde in Minsk vereinbart.
Die EU-Staaten luden Poroschen- Russland hat die Dokumente von
ko noch am 12. Februar zu ihrem Minsk mit einer Resolution in
informellen Gipfeltreffen nach den Sicherheitsrat der UNO einBrüssel ein, auf dem sie die Sankti- gebracht, der sie bestätigte. Damit
haben die Dokumente völkerrechtonen gegen Russland verschärften.
All das ermutigt den ukrainischen lichen Status erhalten.
„Bruder im Geiste“ und seine Kriegspartei, die in Minsk
Es gibt durchaus Hoffnungen auf
erlittene diplomatische Nieeine friedliche Beilegung des Konderlage durch Anstrengunflikts unter Beachtung der recht­
mäßigen Forderungen der Bevölkegen auf kriegerischem Gebiet
rung im Osten der Ukraine.
wettzumachen. Die Kriegshysterie gegen Russland wird
Es wäre im Interesse der Menschen!
Wir trauern um unsere
verstorbenen Mitglieder
Helmut Böse
Berlin
Fritz Brock
Berlin
Lieselotte Flichtbeil
Berlin
Dr. Karl-Heinz Frenzel
Arnstadt
Heinz Gillaschke
Neubrandenburg
Siegfried Haase
Berlin
Ruth Haller
Berlin
Dr. Gisela Kaderschafka
Berlin
Ulrich Kroos
Berlin
Erika Lahmann
Berlin
Erwin Lorenz
Leinatal
Dieter Müller
Neubrandenburg
Helmut Thiele
Berlin
Willi Wehlan
Frankfurt/Oder
Wir werden ihr Andenken in Ehren halten.
akzente aus dem Vorstand
Danke
Gisela
Unser Vorstandsmitglied Dr. Gisela Hering hat aus gesundheitlichen
Gründen ihre Mitarbeit im Bundesvorstand beenden müssen. Seit
1999 bis zur Delegiertenkonferenz
2014 war sie unsere Schatzmeisterin und hat eine hervorragende Arbeit geleistet. Sie hat, wie sie selbst
betont, ihre Arbeit mit „Herzblut“
gemacht. Es ging ihr immer um die
Sache. Dafür hat ihr der Vorstand
seinen Dank ausgesprochen. Als
studierte Agrarwissenschaftlerin
musste sie sich mit der nicht einfachen Finanzarbeit eines Vereins –
unter den kapitalistischen Bedingungen – vertraut machen. Das ist
ihr gelungen. Wenn durch einige
ihre Arbeit als bürokratisch und damit als unbequem angesehen wurde, war das der notwendigen Ordnung geschuldet und dem Fakt, dass
unsere Finanzarbeit den rechtlichen
Bestimmungen entsprach und das
Finanzamt nie Beanstandungen hatte. Die demografische Entwicklung,
im Klartext: die zahlenmäßige Abnahme unserer Mitgliedschaft und
die sich daraus ergebende Verringerung der Einnahmen, stellte sie
vor große Herausforderungen. Ihr
war es immer wichtig, dass trotz
sinkender Einnahmen die politische Arbeit der GBM gewährleistet wird. Natürlich stand sie dabei
nicht allein, aber für die Finanzen
war sie verantwortlich.
Auch bei den Finanzverantwortlichen der Ortsverbände wurde sie
sehr geachtet, weil sie die Zusammenarbeit in kameradschaftlicher
Verbundenheit gestaltete und nicht
administrativ anwies.
Für mich, der einige Jahre als Geschäftsführer der GBM gewirkt
hat, war Gisela immer eine kompetente Partnerin, wir haben gut zusammen gearbeitet.
Künftig wird sie im Rahmen ihrer
Möglichkeiten in ihrem Ortsverband wirken und sich weiterhin
gegen Ungerechtigkeiten, Unwahrheiten und Unmenschliches
engagieren. Wir wünschen Gisela
bessere Gesundheit und alles Gute.
Jörg Pauly
im Namen des gesamten Vorstands
3
Aus der Arbeit des Vorstandes
Die Beratung des Vorstandes am
3. Februar 2015 befasste sich mit
den Aktivitäten in Vorbereitung auf
den 70. Jahrestag der Befreiung
vom Faschismus. Es wurde über
Vorhaben der Arbeitskreise dazu
beraten.
Aus Anlass des Jahrestages wird
sich der Vorstand der GBM mit
einer politischen Erklärung an die
Öffentlichkeit wenden. Die GBM
als die deutsche Sektion des europäischen Friedensforums wird sich
ebenfalls zu Wort melden. Die Publikationen der GBM werden sich
zielgerichtet mit dieser Problematik befassen. Die Mai-Ausgabe der
„akzente“ wird ebenfalls diesem
Ereignis gewidmet.
Gemeinsam mit Organisationen im
Ostdeutschen Kuratorium von Verbänden werden kultur-politische
Veranstaltungen
durchgeführt.
Durch den Arbeitskreis Kultur wird
eine Fotoausstellung vorbereitet,
Buchlesungen bzw. Filmvorführungen in der Geschäftsstelle sind
geplant. Der Arbeitskreis Kulturund Bildungsreisen führt eine Fahrt
in die Republik Belarus durch. Der
Vorstand ruft die Ortsverbände und
alle Mitglieder auf, Initiativen zu
entwickeln, um die in ihren Orten nach der Wende umbenannten
„Plätze bzw. Straßen der Befreiung“ rückzubenennen und sich an
den lokalen Veranstaltungen am 8.
und 9. Mai zu beteiligen.
Prof. Wolfgang Richter informierte
über die Aktivitäten des Arbeitskreises Menschenrechte. Der AK
wird ein weiteres Kolloquium zu
den menschenrechtlichen Aspekten
des 4. November 1990 durchführen.
Der von Dr. Renate Filina vorgelegte Entwurf des Finanzplanes 2015,
wurde vom Vorstand beschlossen.
Sie wies darauf hin, dass sich die
finanziellen Spielräume unserer
Gesellschaft spürbar verringern.
Daraus ergibt sich die zwingende
Notwendigkeit, Überlegungen anzustellen, wie die Ausgaben weiter
reduziert werden können. Vierteljährlich wird dem Vorstand ein präzisierter Plan mit einer Übersicht
des Verlaufs der Einnahmen und
Ausgaben sowie eventuellen Einsparmöglichkeiten vorgelegt.
Zur Erhöhung der Effektivität der
Zusammenarbeit mit den Ortsverbänden ist geplant, in diesem Jahr
mehrere dezentrale Beratungen mit
den Sprechern durchzuführen.
Dr. Gisela Hering teilte dem Vorstand mit, dass sie aus gesundheitlichen Gründen ihre Mitarbeit im
Bundesvorstand einstellt. Der Bundesvorstand nahm diese Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis
und dankte ihr für die von ihr geleistete Arbeit.
8. Mai 2015 – 70 Jahre „Tag der Befreiung“
Die befreiten Antifaschisten des
KZ Buchenwald hatten geschworen: „Der Aufbau einer neuen Welt
des Friedens und der Freiheit ist
unser Ziel.“
Dieses Ziel zu erreichen wird dringender denn je. Deshalb:
Nein zu Krieg und Faschismus – Für eine Politik
der Verständigung und friedlichen Konfliktlösung!
Nach der Befreiung Europas von
Faschismus und Krieg vor 70 Jahren bestand mit der Stärkung des
Völkerrechts die Hoffnung auf die
friedliche Lösung von Konflikten in
den internationalen Beziehungen.
Doch noch nie nach 1945 gab es
mehr militärische Aggressionen
und bewaffnete Konflikte als heute.
Mehr als 16.000 Atomwaffen können alles menschliche Leben auf
dem Planeten auslöschen. Weltweit
werden jedes Jahr 1.700 Milliarden
Dollar für Krieg und Rüstung ausgegeben. Neue Kriegsformen drohen. Der Einsatz von Kampfdrohnen senkt schon jetzt die Schwelle
zum Krieg und untergräbt das Völkerrecht.
Wir wollen eine Welt ohne
Krieg! Keine Kampfdrohnen! Atomwaffen abschaffen!
Abrüstung jetzt!
70 Jahre nach Ende des von
Deutschland verschuldeten Weltkrieges sind deutsche Soldaten
wieder an Interventionskriegen
beteiligt. Die Bundesregierung
duldet Kriegsvorbereitungen und
Interventionen durch militärische
Verbündete von deutschem Boden
aus. Die Regierenden möchten die
„neue deutsche Verantwortung“ in
Form weltweiter Militäreinsätze
verwirklichen und Krieg zur Normalität machen. Selbst Kinder und
Jugendliche sollen bereits dafür begeistert werden.
Wir wollen ein Ende der Auslands­
einsätze der Bundeswehr! 70 Jahre
nach dem Krieg Deutschlands gegen die Welt kann Verantwortung
nur heißen: Nein zur Militarisierung der Gesellschaft. Nein zur
Militarisierung der deutschen Außenpolitik. Nein zum Export von
Waffen.
Der Krieg findet auch wieder in
Europa statt. Deutschland trägt
Mitschuld an der gefährlichen Entwicklung und dem Krieg in der Ukraine. Die Initiative der deutschen
Kanzlerin und des französischen
Präsidenten im Februar zum Minsker Abkommen war ein Schritt in
die richtige Richtung.
Wir treten ein für einen umfassenden Friedensprozess unter Beteiligung aller Konfliktparteien.
Kriege werden auch in den Köpfen
vorbereitet: Der Hass auf den Anderen, die Ablehnung des Neuen
und Unbekannten, des Fremden,
das Treten auf den noch Schwächeren sind Bestandteile einer
inhumanen, neoliberalen Gesellschaftsordnung, die Militarismus
und Krieg, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit, Feindbilder und
Nationalismus in sich trägt wie die
Wolke den Regen.
Wir wollen ein Leben in Solidarität und Partnerschaft, eine Politik der Verständigung und der
gemeinsamen Sicherheit. Historische Verantwortung muss heißen: Nach der „verbrannten Erde“
und den 27 Millionen Toten, die
der deutsche Faschismus allein in
der Sowjetunion hinterließ, muss
sich gerade Deutschland offensiv
für eine Entspannungspolitik mit
Russland einsetzen, die die Sicherheitsinteressen aller Beteiligten
berücksichtigt.
70 Jahre nach der Befreiung von
Faschismus und Krieg heißt Frieden für uns: Nein zu Gewalt und
Unterdrückung, ja zu friedlichen
Lösungen von Konflikten, ja zu
Demokratie und Partizipation, ja
zu einer offenen Gesellschaft und
sozialer Gerechtigkeit. Ohne Gerechtigkeit kann es keinen Frieden
und keine Gewaltlosigkeit geben.
Dafür wollen wir gemeinsam
am 10. Mai 2015 als Abschluss
der vielfältigen Aktivitäten
um den 8. Mai in Berlin
demonstrieren.
Berliner Aktionsbündnis
„70 Jahre Tag der Befreiung“
akzente GBM gratuliert
4
Berliner Ostermarsch 2015
„Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken
mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll
immer wieder mit Blut abgewaschen werden“
Bertha von Suttner, Friedennobelpreis 1905
Die Waffen nieder!
70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern wir an das
Vermächtnis der Kriegsgeneration:
Nie wieder Faschismus, nie wieder
Krieg! Die westlichen „Kriege gegen den Terror“ und die durch die
neoliberale Globalisierung zunehmende Spaltung der Länder und
Gesellschaften in arm und reich
führen zu neuem Hass und der Ausbreitung von Gewalt. Militärinterventionen, Waffenexport und militärische „Ausbildungshilfe“ fördern
diese Eskalation. Wir lehnen eine
„neue deutsche Verantwortung“ in
Form weltweiter Militäreinsätze
ab, wie sie Gauck, Steinmeier und
von der Leyen fordern.
Wir sorgen uns um den Frieden!
Durch die Wiederbelebung alter
Feindbilder wie im Ukraine-Konflikt ist er nun in Europa in Gefahr.
Nur ein Funke trennt einen kalten
von einem heißen Krieg zwischen
Ost und West. Dieser kann weltweit zu einem Atomkrieg führen.
Darum muss sich die Bundesregierung für einen Waffenstillstand, für
direkte Verhandlungen zwischen
den ukrainischen Konfliktparteien,
für die Aufhebung der Sanktionen
gegen Russland und ein Verbot von
Waffenlieferungen in die Ukraine
einsetzen.
Wir brauchen dringend eine Politik der Deeskalation und Entspannung, der zivilen Konfliktlösung
und Gleichberechtigung in den internationalen Beziehungen, wie es
das Völkerrecht vorsieht.
Deshalb fordern wir:
– Stopp der ideologischen
Kriegsvorbereitung durch
Politik und Medien
– Stopp der Militarisierung
von Bildungswesen und
Hochschulforschung
– Keine Duldung von Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und
Rassismus
– Großzügige Aufnahme
von Flüchtlingen
– Stopp neuer Rüstungsprojekte
wie Kampfdrohnen und
Raketenabwehrsysteme
– Kein Einsatz US-amerikanischer
Kampfdrohnen bei gezielten
Tötungen vom Boden
Deutschlands aus
– Stopp der Rüstungsexporte –
Rüstungskonversion zugunsten
ziviler Produkte
– Stopp aller Auslandseinsätze
der Bundeswehr
– Abrüstung von Bundeswehr und
NATO bis zu ihrer Auflösung
– Abzug der Atomwaffen aus
Deutschland und Verschrottung
aller Atomwaffen
Nur wenn wir uns in allen gesellschaftlichen Bereichen aktiv für
diese Forderungen einsetzen, können Parteien und Regierung zu einem Kurswechsel gezwungen werden, ehe es zu spät ist.
Kommt zum Ostermarsch 2015!
Literatur­
ankündigung
Ein Leben für die DDR
Das ist der Untertitel einer
Autobiographie des ehemaligen VP-Angehörigen Werner
Feigel (1924–2014), eines
Zeitzeugen, der 40 Jahre lang
in unterschiedlichen Dienststellungen in der Volkspolizei
der DDR aktiv an der Sicherung der DDR mitwirkte.
Sein faktenreiches Buch
„Mission Gerechtigkeit“
soll auch den nachfolgenden
Generationen helfen, ein
objektives Bild von der realen
DDR zu gewinnen.
Zu beziehen zum Preis von
10,00 Euro über den Verlag
RADE, Körkwitzer Weg 54a,
18311 Ribnitz-Damgarten
Konto für Überweisungen:
Postbank Berlin
IBAN DE19 1001 0010 0888 2391 04
BIC (SWIFT) PBNKDEFF
Wir beglückwünschen alle Jubilare des Monats
März 2015. Besonders herzlich grüßen wir
zum 90. Geburtstag
Heinz Babenerd, Berlin
Wolfgang Ewert, Berlin
Edith Kaubitzsch, Dresden
Rolf Lattermann, Eisenach
Dr. Hans Reichelt, Schöneiche
Edith Sande, Berlin
Willy Ziese, Altenburg
zum 94. Geburtstag
Christa Schilde, Dresden
zum 92. Geburtstag
Anni Dörmer, Berlin
(Nachträglich von Januar)
Oskar Fischer, Schöneiche
Prof. Dr. Bernhard Groche,
Wandlitz
Lothar Kunke, Halle
Prof. Dr. Helmut Lilie, Bernau
Elisabeth Schrodetzki, Gera
Dorothea Sohns, Berlin
zum 91. Geburtstag
Lothar Spangenberg, Berlin
zum 89. Geburtstag
Fred Buchwald, Berlin
Dr. Hans-Ewald Dahlke, Berlin
Elfriede Deppner, Guben
Liselotte Fast, Berlin
Karl-Heinz Hardt, Berlin
Eberhard Heinrich, Berlin
Günter Imhof, Berlin
Erhard Müller, Neuhausen/Spree
Horst Otto, Berlin
Gerhard Trölitzsch, Berlin
zum 88. Geburtstag
Wolfgang Bluhm, Berlin
Erich Hebenstreit, Altenburg
Horst Kaminsky, Berlin
Walter Krutzsch, Berlin
Gerda Martens-Meschter, Rostock
Gisela Mook, Magdeburg
Edith Schultz-Jowanovic, Hamburg
zum 87. Geburtstag
Walter Behn, Schwerin
Eva Brüggmann, Berlin
Heinz Hähle, Stollberg
Erwin Heger, Nauenhof
Dr. Günter Hennig, Berlin
Siegfried Möke, Berlin
Dr. Hella Müller, Berlin
Dr. Klaus Posseldt, Potsdam
Dr. Ingeborg Schöpe, Berlin
Horst Weihmann, Schwerin
zum 86. Geburtstag
Sonja Brendel, Berlin
Senta Dörrer, Dresden
Hans Feindt, Leipzig
Kurt Konradt, Berlin
Günter Kretschmer, Dresden
Edeltraud Leuthold, Arnstadt
Rudi Schirmer, Erfurt
Renate Seidowsky, Berlin
Anna Seitz, Berlin
Günter Stahl, Berlin
Prof. Dr. Hans Steußloff, Berlin
Gerd Stöhr, Berlin
Günther Tönnies, Hoppegarten
Dr. Siegfried Wikarski, Berlin
Roland Zschirpe, Gera
zum 85. Geburtstag
Prof. Dr. Horst Bednareck,
Berlin
Heinz Debbert, Brandenburg
Klausjürgen Ewers, Neuenhagen
Johannes Friedrich, Zwickau
Rudi Gaede, Berlin
Prof. Dr. Erich Hahn, Berlin
Dr. Gerhard Kaltenhäuser, Berlin
Heinz Koch, Leipzig
Wolfgang Klaus, Frankfurt/Oder
Prof. Dr. Claus Krömke, Berlin
Horst Leinkauf, Berlin
Rainer Michel, Dresden
Irma Pflügner, Luisenthal
zum 80. Geburtstag
Margot Becker, Frankfurt/Oder
Ingeborg Fryda, Magdeburg
Ingrid Mattausch, Berlin
Jürgen Wetzel, Berlin
zum 75. Geburtstag
Wilfried Schubert, Güstrow
zum 65. Geburtstag
Helmut Meyer, Berlin
akzente Leserbrief
5
Leserbrief
Dr. Helmut Koch
Dr. Helmut Koch aus Eberswalde
schreibt uns: Folgendes persönliche Erlebnis nach der Befreiung
1945 hat sich mir für immer eingeprägt. Im Auftrag des Landrates
und des sowjetischen Kommandanten im Kreis Gera war ich für
die Erfassung landwirtschaftlicher
Erzeugnisse und damit für die Versorgung der Bevölkerung verantwortlich. Mein Partner dabei war
Hauptmann Schumowski von der
sowjetischen Kommandantur. Diese Aufgabe war nicht leicht, weil in
manchen Gebieten vor allem durch
Großgrundbesitzer und Großbauern noch nazistische Ideologien
herrschten und man für einen Teppich oder andere Wertsachen einen
vollen Sack Kartoffeln eintauschen
konnte. Ich fuhr gemeinsam mit
Aus den Ortsverbänden
Hauptmann Schumowski in ein solches Gebiet mit großen Lieferrückständen an Kartoffeln für die Stadt
Gera. In einer Auseinandersetzung
mit dem Wortführer des Widerstandes, einem ehemals aktiven Nazi
und Großbauern, der selbst große
Lieferschulden hatte, bot dieser
provokatorisch „anstelle von Kartoffeln Holz aus seinem Wald für
die Lieferung in die Sowjetunion
an“, wie er sich wörtlich ausdrückte. Ich bewundere noch heute die
Ruhe und Bestimmtheit, mit der
Hauptmann Schumowski und ich
letztlich die sofortige Lieferung der
Kartoffeln für die Versorgung von
Gera erzwang. Ich wusste, dass seine Frau mit zwei Kindern und seine
Eltern während der faschistischen
Blockade von Leningrad im Zweiten Weltkrieg verhungert waren!
Flugreise nach Minsk/Weißrussland
anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung vom Hitler­faschismus und zu den Feierlichkeiten anlässlich
des Unabhängigkeitstags der Republik Minsk –
Dazu wird eingeladen.
Die weißrussische Hauptstadt
Minsk erreichen wir auf einem Direktflug aus Berlin. Während des
Aufenthalts in der Region sind die
Teilnahme an den Feierlichkeiten
anlässlich des Nationalfeiertags
der Unabhängigkeit sowie ein
Treffen mit der Kommunistischen
Partei Belarus vorgesehen. Ausflüge führen uns in die Umgebung
von Minsk, unter anderem in die
Städte Mir und Znezvish mit ihren
Schlössern. Beide gehören zum
UNESCO-Weltkulturerbe.
Bei
einer Stadtrundfahrt durch Minsk
werden wir die Altstadt, sowie die
wichtigsten historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten kennenlernen. Auch das meistbesuchte Museum, das Freilichtmuseum
Dudutki, werden wir besuchen.
Dort werden wir die russische Lebensweise in der frühen Sowjetgeschichte kennenlernen.
Während des Aufenthalts sind
wir im Hotel Belarus, im Zentrum
von Minsk, untergebracht. Alle
Zimmer sind mit Dusche oder
Badewanne, Flachbildfernsehern
und Sitzecken ausgestattet. Ein
weiterer Höhepunkt der Reise
wird der Besuch einer Opernoder Ballettaufführung sein.
Reisetermin: 01.–05. Juli 2015
Leistungen:
Flug Berlin – Minsk – Berlin
Bustransfer Flughafen – Hotel –
Flughafen
russisches Picknick im Freien
4 Übernachtungen mit Frühstück
Ausflüge:
Besichtigungen und Führungen
Busfahrten vor Ort, Insolvenz­
sicherung, GBM-Reiseleitung.
Preis: 595,- Euro pro Person
(im Doppelzimmer),
Einzelzimmerzuschlag 104,- Euro
Anmeldeschluss:
12. März 2015!
Anmeldung:
Zentraler Arbeitskreis Kulturund Bildungsreisen der GBM
Weitlingstraße 89, 10317 Berlin
Tel. 030 5578397
Weitere Informationen
Gisbert Graff,
Leiter des Arbeitskreis
Kultur- und Bildungsreisen
Winklerstraße 9, 12623 Berlin
Tel. 030 56587715
Mobil 0151 65164892
E-Mail gisbert-graff@t-online.de
Berlin-Mitte
Erfurt
Der Ortsverband bittet uns, mitzuteilen, dass die Veranstaltung
zur Entwicklung des Gesundheitswesen in der BRD am Dienstag,
dem 17. März 2015, um 15.00 Uhr
stattfindet.
Der Sprecherrat informiert alle
Mitglieder der Region, dass die
Veranstaltungen wie bisher planmäßig in der Geschäftsstelle der
Partei DIE LINKE, Eugen-RichterStraße 44, 99085 Erfurt, jeweils am
1. Dienstag des Monats durchgeführt werden. Der Sprecherrat tagt
ab 9.30 Uhr, ab 10.00 Uhr sind alle
Mitglieder der GBM und Gäste
von befreundeten Organisationen
und Vereinen sowie der Partei DIE
LINKE herzlich willkommen.
Magdeburg
Die nächste Zusammenkunft des
Ortsverbandes findet am Mittwoch,
dem 25. März 2015, um 15 Uhr in
der Begegnungsstätte der Volks­
solidarität Sudenburg, Halberstädter
Straße 115, 39112 Magdeburg, statt.
Die Veranstaltung wird gemeinsam
mit ISOR und weiteren befreundeten Verbänden durchgeführt.
Güstrow
Am 6. Januar befassten wir uns
mit der aktuellen politischen Lage,
mit unseren Finanzen und der Mitgliederbetreuung, am 3. Februar
mit Bürgerrecht und Menschenwürde unter den komplizierteren
Bedingungen sowie mit der Frage,
wie es gelingen kann, trotz rückläufiger Mitgliederzahl die Aufgaben zu bewältigen.
Gemeinsame Veranstaltungen mit
den örtlichen Vorständen der Partei
DIE LINKE, „RotFuchs“, VVNBdA und ISOR:
Am 3. März geht es um Friedensaktivitäten, Kriege und Flüchtlinge
sowie die Rolle der EU und NATO,
der UNO und OSZE dabei.
Donnerstag, 12. März 2015, 16 Uhr
Diskussion mit Sevin Dagdelen,
MdB, DIE LINKE
zum Thema „Neue Kriege –
neue Verantwortung“
Am 7. April befassen wir uns mit
der Geschichte der Selbstbefreiung
des KZ Buchenwald, dem 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus und der Rolle des 8. Mai in der
DDR und in der BRD.
Mittwoch, 23. April 2015, 16 Uhr
Podiumsdiskussion mit Genossen
Hans Modrow, Vorsitzender des
Ältestenrates der Partei DIE LINKE, zum Thema: „Historische
Bedeutung und Lehren des
70. Jahrestages des Sieges über
den Hitlerfaschismus“
Beide Veranstaltungen finden im
Haus der Generationen, Weinbergstraße 28, 18273 Güstrow statt.
Samstag, 9. Mai 2015, 09.30 Uhr
feierliche Kranzniederlegung auf
dem Sowjetischen Ehrenfriedhof
in Güstrow, Plauer Chaussee.
Görlitz
Der Ortsverband der GBM Görlitz lädt ein für Mittwoch, den
25. März, 15 Uhr in die Gaststätte Zelt­garten, Zittauer Straße 101,
02827 Görlitz-Weinhübel. Unser
Gast ist Oberst a. D. Klaus Eichner,
ehemals leitender Analytiker der
HVA. Er spricht zum Thema „Aktivitäten der US-Geheimdienste“
Am 5. Mai steht die Vorbereitung
zum 25. Jahrestag des Beitritts der
DDR zur BRD auf der Tagesordnung und am 2. Juni sprechen wir
über 65 Jahre Oder-Neiße-Friedensgrenze: Rückblick und aktuelle Lage in der EU; was ist mit guter Nachbarschaft, Bewahrung des
Friedens, Grundgesetz, Verträge,
Verfassung, Weißbuch?
Weitere Veranstaltungen werden
vorbereitet für den 7. Juli, 4. August, 1. September, 3. November
und 1. Dezember 2015. Dafür nutzen wir die wertvollen Hefte der
GBM sowie Materialien des OKV
und weiterer Verbände. Wir freuen uns auf aktive Mitwirkung und
Darlegung von Erinnerungen unserer Mitglieder und Gäste.
Der Sprecherrat
akzente Kultur
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ADRESSFELD
Herausgeber
Bundesvorstand der Gesellschaft
zum Schutz von Bürgerrecht und
Menschenwürde e. V.
Weitlingstraße 89, 10317 Berlin
Tel.: 030 5578397
Fax: 030 5556355
E-Mail: gbmev@t-online.de
Website: www.gbmev.de
Geschäftszeiten
Mo.–Do. 9.00–16.00 Uhr
Fr. 9.00–12.00 Uhr
Paul Fuhrmann
„Zusammenbruch
des Dritten
Reiches“
Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e. V.
Weitlingstraße 89, 10317 Berlin
ZKZ 48734, PVSt,
Ein aktueller Anspruch.
Gedanken zum 70. Jahres­
tag der Befreiung
Bankverbindung
Berliner Sparkasse
BLZ 100 500 00
Konto-Nr. 0013 192 736
Neu ab 01. Februar 2014
IBAN DE16 1005 0000 0013 1927 36
BIC BELADEBE XXX
Erscheinungsweise
monatlich
V. i. S. d. P.
Karl-Heinz Wendt
Redaktion: Jörg Pauly
Redaktionsschluss
21. Februar 2015
Redaktionsschluss
der nächsten Ausgabe
21. März 2015
Layout, Herstellung und Vertrieb
MediaService GmbH
Druck und Kommunikation
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin
Tel. 030 29782940
Für den Inhalt namentlich gezeichneter Beiträge sind die Autoren
verantwortlich.
Herausgeber und Redak­tion haften
nicht für un­aufgefordert eingesandte Manuskripte. Sie behalten sich
das Recht vor, über den Abdruck
eingesandter Beiträge zu entscheiden und zum Abdruck kommende
Beiträge zu kürzen
Die akzente dienen dem Gedankenaustausch der Mitglieder und
Ortsverbände. Artikel können bei
Behörden nicht als rechtsverbind­
liche Auskunft benutzt werden.
„Zwischen Bedrängnis und Widerstand“ – unter diesem Titel zeigte
im Jahr 2013 die GBM-Galerie
Graphiken und Zeichnungen aus
der Kollektion des Wittenberger
Kunstsammlers Dr. Gerd Gruber
als 76. Ausstellung. Die 47 Blätter
waren zwischen 1933 und 1947
entstanden und setzten sich auf
unterschiedlichste Weise mit dem
Faschismus auseinander. Darunter
befanden sich Arbeiten von Leo
Haas, Hans und Lea Grundig, Käthe Kollwitz, Pablo Picasso, Frans
Masereel. In der langen Reihe der
seit 1999 präsentierten Expositionen nahm diese Schau einen
besonderen Platz ein. Setzte sie
doch jenen Künstlern ein würdiges
38 Mitglieder
38 Mitglieder überwiesen von Mitte Januar bis Mitte Februar 2015
Spenden an die GBM. Der Vorstand bedankt sich herzlich.
Aktuelle Bankdaten für einen Überweisungsvordruck:
Begünstigter: GBM e.V.
IBAN DE16 1005 0000 0013 1927 36, BIC BELADEBE XXX
Kreditinstitut: Berliner Sparkasse
Kundenreferenzen (1 Zeile): Spende
noch Verwendungszweck (2 Zeile): St.-Nr. 27/666/53250 Denkmal, die unter Lebensgefahr
Werke gegen die Unmenschlichkeit geschaffen hatten, deren Bilder
vernichtet und als schändlich gebrandmarkt wurden, die selbst Opfer der Nazis geworden waren und
heute im öffentlichen Bewusstsein
kaum eine Rolle mehr spielen.
Zur Sammlung Gruber gehören
auch Arbeiten von Paul Fuhrmann
(1893–1952). Dieser proletarischrevolutionäre Künstler war in Berlin unter ärmlichen Verhältnissen in
einem Waisenhaus aufgewachsen,
hatte nach einer Lehre als Dekorationsmaler bei Emil Orlik studiert
und geriet während des 1. Weltkrieges wegen seiner antimilitaristischen Haltung ins Gefängnis. Er
nahm 1918 an den revolutionären
Kämpfen teil, zeichnete u. a. für
die „Rote Fahne“ und war Mitglied
der KPD und der ASSO. Unter den
Nazis war er einer der „Entarteten“
und erhielt Mal- und Ausstellungsverbot. 1946 gehörte er gemeinsam
mit Fritz Duda zu den Gründern
der „Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Künstler“, die jedoch durch
die politische Teilung Berlins bald
zerfiel.
Das Aquarell „Zusammenbruch
des Dritten Reiches“ war eine seiner ersten Arbeiten, die noch im
Chaos des Kriegsendes entstanden.
Es erinnert an die in der Sowjetunion entstandenen Agitationstafeln
Heinrich Vogelers, zeichnet sich
aber durch eine eigene Klarheit
der Komposition aus. Auf einem
dunkleren Bildgrund mit Szenen
der Zerstörung, der letzten sinnlosen Kämpfe, der Bombardierungen
und der Massengräber erhebt sich
ein hellerer Bildteil, der die Militarisierung der Jugend und eine Hinrichtungsszene in einem Konzentrationslager zeigt. Davor gesetzt ist
ein schmaleres Hochformat: Kapital und Militär prosten sich selbstzufrieden zu; Hitler, Goebbels und
Göring, schon mit Totenmasken
gekennzeichnet, lassen sich von
der Menge der Gleichgeschalteten
bejubeln. Der hellste kreisrunde
Bildteil beschreibt eine Heimkehrerszene. Dieses Blatt gehört zu
den wichtigsten Arbeiten des umfangreichen, mit Leidenschaft zusammengetragenen Konvoluts der
Gruberschen Sammlung.
Arbeiten Fuhrmanns befinden sich
u. a. auch in der Galerie Moritzburg
Halle, in der Galerie Junge Kunst
Frankfurt (Oder), im Kupferstichkabinett Dresden, im LindenauMuseum Altenburg, in der Nationalgalerie Berlin, im Museum
der bildenden Künste Leipzig, im
Staatlichen Museum Schwerin, im
Deutschen Historischen Museum
Berlin und im Militärhistorischen
Museum Dresden.
Unsere Ausstellung „Zwischen
Bedrängnis und Widerstand“ von
2013 trug gemeinsam mit der damals zeitgleich im Ephraim-Palais
gezeigten Bilderschau „Verfemt,
verfolgt – vergessen?“ aus der
Sammlung Gerhard Schneider
(Olpe) dazu bei, die Forderung nach
einem Museum der antifaschistischen Kunst auf die Tagesordnung
zu setzen; ein mehr als überfälliges
Postulat, das bis heute unerfüllt ist.
Der bevorstehende 70. Jahrestag
der Befreiung vom schlimmsten
Unrat der Geschichte macht diesen
Anspruch wieder aktuell.
Dr. Peter Michel
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