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Fünf Pläne für fünf Jahre

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POLITIK
NIEDERGELASSENE HÄMATOLOGEN UND ONKOLOGEN
Fünf Pläne für fünf Jahre
Vor zehn Jahren hat der BNHO ein Institut gegründet, um die Arbeit des
Verbandes wissenschaftlich zu stützen. Nun will der Verband die Zukunft
gestalten: mit „Survivor Care“ und einem psychosozialen Screening.
ein routinemäßiges Screening auf
as zehnjährige Bestehen des
psychosoziale Belastungen in all ihWissenschaftlichen Instituts
ren Praxen einführen. „Wir müssen
der Niedergelassenen Hämatologen
als Berufsgruppe lernen, die Patienund Onkologen (WINHO) fällt in eiten zu identifizieren, die mehr braune Zeit des Umbruchs. Denn durch
chen als die Grundversorgung“, erdie Erfolge der modernen
klärte Schmitz. Dabei sollen auch
Krebsmedizin gibt es heute
behandlungsbedürftige psychische
immer mehr Patienten, die
Komorbiditäten systematisch erihre Krebserkrankung überlemittelt werden.
ben. Anlässlich des Jubiläums
Auch wollen die niedergelassehaben der Berufsverband der
nen Hämatologen und Onkologen
Niedergelassenen Hämatoloden Zugang ihrer Patienten zu innogen und Onkologen in
vativen Therapieoptionen erleichDeutschland (BNHO) und das
tern. Dafür wollen sie die PatienWINHO einen 5-Punkte-Plan
tenrekrutierung in klinische Studien
präsentiert, mit dem sie sich in
den kommenden fünf Jahren
in dieser sich verändernden
Welt positionieren wollen.
,Survivor Care‘ ist extrem wichtig, und
Eines ihrer Ziele ist es,
es wird noch wichtiger werden.
die Langzeitbelastungen von
Krebspatienten zu untersu- Stephan Schmitz, Vorsitzender des BNHO
chen und Anforderungen an
verstärken und die patientenorieneine strukturierte Nachsorge nach
tierte onkologische Versorgungsforabgeschlossener Therapie zu erarschung unterstützen.
beiten. „Das Thema ‚Survivor CaIn diesem Zusammenhang wies
re‘ ist extrem wichtig, und es wird
der unparteiische Vorsitzende des
in den nächsten Jahren noch wichtiGemeinsamen Bundesausschusses
ger werden“, betonte der Vorsitzen(G-BA), Josef Hecken, während des
de des BNHO, Prof. Dr. med. SteSymposiums darauf hin, dass nur bei
phan Schmitz, auf dem Jubiläumseiner von 30 Nutzenbewertungen
symposium des WINHO Ende Febneuer Onkologika der Hersteller beruar in Berlin.
lastbare Daten zur Lebensqualität der
Zudem wollen die niedergelassePatienten vorgelegt hat, die ausreichnen Hämatologen und Onkologen
„
Foto: BNHO e.V.
D
“
ZEHN JAHRE WINHO
Das Wissenschaftliche Institut der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (WINHO)
wurde im November 2004 durch den Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und
Onkologen in Deutschland (BNHO) gegründet.
Derzeit kooperieren circa 400 Fachärzte aus
mehr als 200 onkologischen Schwerpunktpraxen
mit dem WINHO und finanzieren es dadurch. Das
Institut ist pharmaunabhängig.
A 404
Das WINHO entwickelt Instrumente, die die
Versorgungsqualität in der Onkologie verbessern sollen. Jedes oder jedes zweite Jahr stellt
es die Arbeit der niedergelassenen Onkologen
und ihre Leistungen in einem Qualitätsbericht
dar. Zudem führt es Patienten- und Zuweiserbefragungen durch und entwickelt Qualitätsindikatoren für den hämatologischen und onkologischen Bereich.
ten, um dem Wirkstoff aus diesem
Grund einen Zusatznutzen zu geben.
Alle anderen hätten nur die Parameter eines medianen oder progressionsfreien Überlebens berücksichtigt.
Hecken, der auch Schirmherr des
Symposiums war, äußerte seine „feste Überzeugung, dass sich in diesem
Bereich etwas ändern wird, und die
Hersteller die Lebensqualität der Patienten bei ihren Studien mehr in den
Blick nehmen werden“. Denn darauf
weise sie der G-BA bereits bei Gesprächen hin, die noch vor Durchführung der Zulassungsstudien mit den
Herstellern geführt würden.
Die weiteren Pläne von BNHO
und WINHO sind, den gut informierten Patienten zu fördern und an
der Behandlung zu beteiligen sowie
die Rolle des behandlungsführenden
Arztes zu stärken. „Onkologische
Versorgung ist kooperativ. Multidisziplinarität gehört zum Alltag“, heißt
es dazu in dem 5-Punkte-Plan. Persönliche ärztliche Verantwortung
dürfe dabei aber nicht hinter Teams
und Institutionen zurücktreten.
Der BNHO hat das WINHO vor
gut zehn Jahren gegründet, unter
anderem um zu überprüfen, ob und
wie die ambulanten Angebote zur
Behandlung von Krebserkrankungen bei den Betroffenen ankommen
(siehe Kasten). „Wir wollten die
Versorgungslandschaft besser verstehen“, erklärte der Geschäftsführer des WINHO, Dr. Walter Baumann, auf dem Symposium. Das Institut sei dabei bundesweit eine
Ausnahme, betonte er, weil kein anderer Berufsverband selbst und
pharmaunabhängig ein eigenes In▄
stitut finanziere.
Falk Osterloh
@
5 Fragen an… Prof. Dr. med.
Stephan Schmitz: www.aerz
teblatt.de/61987 oder über
QR-Code
Deutsches Ärzteblatt | Jg. 112 | Heft 10 | 6. März 2015
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