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FORD TRANSIT CUSTOM - Winter Fahrzeugtechnik GmbH

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Titel
Fahrzeugkonzept für
Kurierdienste der Zukunft
Kurier- und Paketdienste
Foto: Obeta
10
haben für den Boom des
Versandhandels entscheidende Bedeutung. Doch
bislang fehlt noch das
ideale Fahrzeug für eine
zukunftsgerechte Zustellung – besonders im Großstadtverkehr. Das Berliner
Unternehmen eM-Pro öffnet hier mit dem Projekt
„DisLog“ eine neue Tür –
mit variablen elektrischen
Nutzfahrzeugen.
Kurze Wege, unzählbare Stopps und
viele Staus kennzeichnen den Alltag
eines Kurier- und Paketzustellers und
lassen den Stresspegel rasch in die Höhe
schnellen. Ein hohes Verkehrsaufkommen und ein steter Mangel an freien
Stellplätzen erschweren die termingerechte Auslieferung zusätzlich. Bisher
fahren Paketboten ihre Sendungen in
Transportern mit Verbrennungsmotoren durch die Städte. Anhalten, Paket
zustellen, zur nächsten Haustür fahren
– so bleiben auch zeitgemäße Benzinverbräuche utopisch.
Doch die großen Automobilhersteller
haben sich bislang kaum auf die Bedürfnisse der Dienstleister eingestellt,
nämlich den städtischen Stop-andgo-Verkehr zumindest einigermaßen
entspannt und vor allem ökologisch
bewältigen zu können. Ein zunehmendes Umweltbewusstsein bei Lieferanten,
Kunden und Kommunen, die Einführung
eMobility-Workshop bei Partner Obeta mit den
Beteiligten aus dem „DisLog“-Projekt
von Umweltauflagen und steigende
Energiepreise sind Faktoren geworden,
die die Bedingungen des innerstädtischen Wirtschaftsverkehrs prägen.
Gesucht: Das ideale Fahrzeug
für die „letzte Meile“
Elektromobilität stellt hier eine
naheliegende alternative Antriebsform
dar. Die junge, 2011 gegründete Berliner Firma eM-Pro stößt genau in diese
Lücke: Geschäftsführer Jürgen Allesch
entwickelt seitdem mit seinen Kollegen
im Verbund mit Kurierdiensten, Wissenschaftlern und Fahrzeugbauern das
idealeGefährtfürdie„letzteMeile“im
innerstädtischen Wirtschaftsverkehr.
Sein Vorhaben ist eines von 30 Projekten, die im bundesweiten „Schaufenster
Elektromobilität“ in Berlin den Einsatz
von strombetriebenen Fahrzeugen und
neuen Mobilitätskonzepten bis 2015 mit
90 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium gefördert werden.
Gefunden: Elektrotransporter
Während sich viele Fahrzeugbauer
aufdieElektrifizierungvonPrivatautos
konzentrieren, hat Jürgen Allesch schon
lange den städtischen Wirtschaftsverkehr im Blick: „Transportfahrzeuge
stehen nachts im Depot und fahren
täglich 50 bis 80 Kilometer – da machen
ElektroWirtschaft - Supplement Elektromobilität - Ausgabe 10/2014
ElektroautosSinn.“AufGrundderniedrigen Anzahl in der Praxis eingesetzter
Fahrzeuge ist aber bisher wenig über
die Anforderungen und Auswirkungen
von Elektrofahrzeugen im städtischen
Wirtschaftsverkehr bekannt.
Das Schaufensterprojekt „DisLog“
leistet daher einen bedeutenden Beitrag, um zu erkennen, wie Fahrzeuge
mit Elektroantrieb bestmöglich im innerstädtischen Kurier- und Lieferdienst
eingesetzt werden können.
Jürgen Allesch möchte individuell
anpassbare Elektro-Fahrzeuge mit variabler Transportkapazität entwickeln:
„Heutige Transportfahrzeuge sind oft
viel zu groß und können ihren Stauraum
gar nicht auslasten.“ Allesch reizt bei
eM-Pro die Vorstellung, Städte wieder
lebenswerter zu machen: „Mit ElektroFahrzeugen ist ein ganz anderer Stadtverkehr möglich.“
Im Rahmen des Projekts wird bis zum
Jahr 2016 das neue Logistikkonzept mit
leichten elektrischen Nutzfahrzeugen
mithilfe von Industriepartnern erprobt.
DasInstitutfürVerkehrsforschung(IVF)
untersucht dabei im Rahmen einer
Begleitforschung die Nutzerakzeptanz
seitens der Akteure. Darüber hinaus
analysiert das IVF die Wirkungen dieses
hier entwickelten, innovativen Ansatzes
auf die Verkehrsnachfrage.
Titel
nen genutzt werden könnten. So könnte
das Projekt DisLog den Logistik-Markt
und das Transportgewerbe spürbar vereinfachen. Die variablen E-Transporter
sowie das neue Verteilungssystem könnten dabei nicht nur für eine ressourcenschonende, ökologische Zustellung
der Lieferungen, sondern auch für eine
deutliche Entlastung des Stadtverkehrs
sorgen.
Offizielle Übergabe von drei Elektro-Nutzfahrzeugen der eM-Pro GmbH an die Messenger
Transport + Logistik GmbH in Berlin
Bessere Belieferungsprozesse
Das Hauptziel ist die Optimierung des
Einsatzes elektrisch angetriebener und
hybrider Nutzfahrzeuge im innerstädtischenGüterverkehr.ImFokusstehen
Elektrofahrzeuge, die im Stadtverkehr
und bei der für Kurierdienste typischen
Fahrweise weitaus ökonomischer sind
als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Dabei steht für eM-Pro nicht nur
die ökologische Motorisierung im Vordergrund: Um die Fahrzeuge noch besser
auf die Bedürfnisse der Paketzusteller
zuschneiden zu können, werden die
Elektrotransporter nach dem Baukastenprinzipentworfen.AlsGrundlagedient
ein Chassis mit Batterie und Elektromotor, welches durch Leichtbauaufsätze
an die Erfordernisse des jeweiligen Einsatzbereiches angepasst werden kann.
DadurchsollenauchdieGesamtkosten
für die Kurierdienste sinken.
Verkehr entlasten
Ein weiterer wichtiger Mosaikstein
für eM-Pro sind neben den Elektrofahrzeugen kleine Depots im Stadtbereich,
von denen aus die „letzte Meile“ angefahren wird. Das Berliner Unternehmen
bezeichnet diese als Bentoboxen, in
Assoziierung an die kleinen Behälter,
in denen japanisches Essen transportiert wird.
In den Depots können Kurierdienste containerweise ihre Sendungen
einliefern. „Damit versuchen wir, die
Situation zu verhindern, dass quasi ein
Lastwagen nach dem anderen durch
das Viertel rollt, die sich im Grunde
genommen gegenseitig im Weg stehen
und den Stadtverkehr noch verzögern,“
erläutert Jürgen Allesch.
Für die Zukunft ist es zudem vorstellbar, dass die Bentoboxen – ähnlich wie
Packstationen – auch als Abholstatio-
Testlabor Berlin
Dabei wird die Bundeshauptstadt
Berlin immer mehr zum Schaufenster
und Testlabor der Elektromobilität. Die
Zahl der Ladestationen soll im Übrigen
in den nächsten Jahren von 400 auf
1600 steigen. Bewährt sich das neue
System von eM-Pro, dürften auch
weitereGroßstädte
Vortrag hierzu im
E-Mobility:Forum diesen innovativen
powered by ElektroWirtschaft
Weg einschlagen.
Drei Fragen zum Projekt DisLog
an Thomas Wätzel, Geschäftsführer Obeta
ElektroWirtschaft: Welche Bedeutung hat das Projekt DisLog für Obeta
als Elektrogroßhandel?
Wätzel: Elektromobilität ist einerseits Teil unserer Warenauslieferung und
andererseits ein neuer Vertriebsbereich für uns. Im Rahmen des Projektes
gilt es zu beweisen, dass wir als Elektrogroßhandel dieses Thema begreifen.
Wir bringen damit die Vorteile des elektrischen Antriebs, beispielsweise
Mehrfachnutzung am Tag und in der Nacht, auf die Straße. Allerdings müssen
sich die „leisen Sohlen“ auch wirtschaftlich bemerkbar machen.
ElektroWirtschaft: Welche Vorteile bietet für Sie der Einsatz von Elektrofahrzeugen im städtischen Wirtschaftsverkehr?
Wätzel: Beschränkungen im städtischen Wirtschaftsverkehr sind vor allem
die verordnete Nachtruhe in Wohngebieten und die nächtlichen Tempo30-Zonen, die eine Belieferung auf die Tageszeiten erzwingen und somit
schnelle Belieferungszyklen verhindern. In diesen Fällen sind E-Fahrzeuge
klar im Vorteil. Das Thema Nachhaltigkeit könnte darüber hinaus zukünftig
noch an Bedeutung gewinnen.
ElektroWirtschaft: Wie viele Elektrotransporter bzw. welche Modelle sind
aktuell in Ihrem Betriebsfuhrpark unterwegs?
Wätzel: Zwei Renault Kangoo, ab November zusätzlich noch ein Daimler
Sprinter mit neuem Batterietyp!
ElektroWirtschaft - Supplement Elektromobilität - Ausgabe 10/2014
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