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Amt für Wirtschaft und Arbeit > 01_2015 Themen dieser Ausgabe

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Amt für Wirtschaft und Arbeit
defacto
> 01_ 2015
Themen dieser Ausgabe
>Editorial
> Wirtschaftskonzil 2015
> Leistungen der Arbeitslosenkasse Thurgau
> Der Ursprung der Nutzfahrzeuge
> EU-Patent – Wann wird es Wirklichkeit?
> Thurgauer Technologietag mit höchst aktueller Thematik
> «Ernährungsnetzwerk» für die Ostschweiz
1
editorial
Wirtschaftskonzil 2015
Neue Impulse und Modelle
Kurzarbeit: Formalitäten
bleiben bestehen
> Der Start ins Jahr 2015 war aus wirtschaftlicher
Sicht bemerkenswert. Gleich zwei Ereignisse haben
im Januar für Schlagzeilen gesorgt und werden
den Verlauf des Wirtschaftsjahres 2015 voraussichtlich massgeblich beeinflussen. Zuerst gab die
Schweizerische Nationalbank überraschend die
Aufhebung der Untergrenze von 1.20 Franken pro
Euro bekannt. Nur eine Woche später kommunizierte die Europäische Zentralbank, dass sie bis
September 2016 monatlich für 60 Milliarden Euro
Staatsanleihen und andere Wertpapiere aus den
Euro-Ländern aufkaufen will.
In der Folge wertete der Franken enorm auf. Dies
stellt die Schweizer Exportindustrie, die Tourismus­
branche sowie den Detailhandel in grenznahen
Gebieten vor grosse Herausforderungen. Hotel­
buchungen und Warenbestellungen wurden storniert und bei zahlreichen Unternehmen herrscht
eine grosse Unsicherheit über den künftigen Geschäftsgang. Auch das heimische Gewerbe, das
bereits seit geraumer Zeit unter dem Einkaufs­
tourismus leidet, trifft der Wegfall der Wechselkursuntergrenze erneut hart.
Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat Ende
Januar auf diese Situation reagiert, indem er den
starken Schweizer Franken als Begründung für
die Beantragung von Kurzarbeitsentschädigung
zulässt. Allerdings ist die Annahme mancher
­Unternehmen falsch, dass mit dem Entscheid des
Bundesrates gleichzeitig die Formalitäten weg­
fallen. Gesuche müssen nach wie vor fristgerecht,
das heisst zehn Tage vor Beginn der Kurzarbeit,
und mit den üblichen Antragsformularen eingereicht werden. Informationen dazu finden Sie auf
www.awa.tg.ch unter › Arbeitgebende › finanzielle
Leistungen.
Liegen uns alle Angaben vor, setzen wir beim
AWA alles daran, die Gesuche speditiv und unkompliziert zu bearbeiten – im Interesse aller
­B eteiligten.
Edgar Georg Sidamgrotzki, Chef AWA
edgar.sidamgrotzki@tg.ch
> Am 30. April 2015 werden sich im Konzilgebäude in Kon­
stanz zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und
Gesellschaft treffen. Gemeinsam diskutieren sie im Rahmen
des ersten internationalen Wirtschaftskonzils über neue, zu­
kunftsfähige Impulse und Modelle für die Bodenseeregion
und Europa.
Das historische Konzil, das von 1414 bis 1418 in Konstanz stattfand, brachte der Bodenseeregion und der Landschaft Thurgau
wertvolle wirtschaftliche Impulse und hat unsere Region aber auch
das damalige Europa nachhaltig verändert. Ganz in diesem Geiste
wollen Vertreterinnen und Vertreter der Kommission Wirtschaft der
Internationalen Bodensee Konferenz (IBK), der Kantone Thurgau
und St. Gallen sowie der Konzilstadt Konstanz, dem Land BadenWürttemberg und der Stadt Konstanz, mit der Veranstaltung am
30. April erneut einen Dialog und einen Innovationsprozess anstossen.
Während der ganztägigen Veranstaltung steht die internationale
Zusammenarbeit im Zentrum. Am Beispiel der Bodenseeregion
soll aufgezeigt werden, wie grenzüberschreitend die wirtschaft­
lichen Herausforderungen der kommenden Jahre gemeistert
­werden können. Gleichzeitig sollen neue Lösungsansätze gesucht
und dringende Zukunftsfragen zur Sicherung des Wohlstandes
entwickelt werden.
Chancen und Erfolgsfaktoren
Impulsreferate, unter anderem von Winfried Kretschmann, Minister­
präsident Baden-Württemberg, dem deutschen Botschafter in Bern
Dr. Otto Lampe und Botschafter Olaf Kjelsen, Chef grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Eidgenössisches Departement für
auswärtige Angelegenheiten, werden durch sechs verschiedene
Forumsveranstaltungen ergänzt. Namhafte Persönlichkeiten diskutieren gemeinsam über künftige Chancen und Erfolgsfaktoren
für Klein- und Mittelunternehmen in der Bodenseeregion, aber
auch über Projekte und Strategien wie beispielsweise «Open Inno­
vation» oder alternative Unternehmensmodelle.
Die Schweiz und Europa
Ein weiterer Fokus des Wirtschaftskonzils ist auf die Beziehungen
der Schweiz zu Europa gelegt. Hier sind langfristige Strategien und
für beide Seiten tragbare Lösungen gefragt. Gibt es diese überhaupt und wenn ja, wie könnten diese aussehen? Experten aus der
Schweiz und der EU diskutieren gemeinsam über die Zukunft der
bilateralen Abkommen, mögliche Auswirkungen der Einwanderungsbegrenzung durch die Schweiz sowie den grenzüberschreitenden Handel und die damit verbundenen Herausforderungen.
Weitere Informationen zum Wirtschaftskonzil sowie das detaillierte
Programm finden Sie unter www.wirtschaftskonzil.org.
Cornelia Trefzer, Amt für Wirtschaft und Arbeit
cornelia.trefzer@tg.ch
defacto
Leistungen der Arbeitslosenkasse Thurgau
Auszahlungen 2010 – 2014
Leistungsarten
Taggelder Arbeitslosenentschädigung (8’848 Bezüger)
Fr.
105’785’208.–
Kurzarbeitsentschädigung (46 Betriebe)
Fr.
1’330’834.–
Schlechtwetterentschädigung (5 Betriebe)
Fr.
-146’191.–
1’223’004.–
Insolvenzentschädigung (35 Betriebe, 192 Bezüger)
Fr.
Arbeitsmarktliche Massnahmen
Fr.108’192’855.–
Taggelder
Fr.17’398’587.–
Übrige Kosten
Fr.
Entwicklung der gesamthaft ausbezahlten Entschädigungen in den letzten
fünf Jahren
2010
Fr.159’631’116.–
2011
Fr.101’137’678.–
2012
Fr.111’808’347.–
6’042’049.–
2013
Fr.130’284’590.–
Fr.23’440’636.–
2014
Fr.131’633’491.–
> Trotz solidem Wachstum der Wirt­
schaft im Jahr 2014 verharrte die Quote
der stellensuchenden Personen bei
3,9 Prozent. Der leichte Anstieg der
jahresdurchschnittlichen Arbeits­
losenzahl hatte entsprechende Aus­
wirkungen auf die Auszahlungen.
Per Ende 2014 zahlte die öffentliche
­A rbeitslosenkasse Taggelder an 3680
Leistungsbezüger aus. Dies sind 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Anzahl Betriebe, welche Kurzarbeitsentschädigung
bezogen haben, reduzierte sich von 84
auf 46.
Die von der Arbeitslosenkasse des Kantons Thurgau im Jahre 2014 ausbezahlten
Entschädigungen von Fr. 131’633’491.verteilen sich auf fünf verschiedene Leistungsarten, wie in der Tabelle dargestellt.
Die finanziellen Leistungen der Kantonalen
Arbeitslosenkasse erhöhten sich um 1 Pro­
zent von 130.3 Mio. Franken im 2013 auf
131.6 Mio. Franken im Jahr 2014. Bei
den Taggeldern der Arbeitslosenentschä-
Die Aufteilung der Leistungsarten
digung resultierten Mehrausgaben von
5.2 Mio. Franken, die arbeitsmarktlichen
Massnahmen nahmen um 1.4 Mio. Franken zu. Die Kurzarbeitsentschädigung
nahm um 4.1 Mio. Franken, die Schlechtwetterentschädigung um 1.5 Mio. Franken
ab. Die Insolvenzentschädigung nahm um
0.3 Mio. Franken zu.
Nathalie Bläsi,
Leiterin Arbeitslosenkasse
nathalie.blaesi@tg.ch
180 Mio. Fr.
1.0 Mio.
160
18.2 Mio.
5.3 Mio.
0.9 Mio.
20 Mio.
0.9 Mio.
3.6 Mio.
4.7 Mio.
13.7 Mio.
0.9 Mio.
9.6 Mio.
4.8 Mio.
6.8 Mio.
5.8 Mio.
1.2 Mio.
1.2 Mio.
6.0 Mio.
140
120
17.4 Mio.
16.2 Mio.
100
14.4 Mio.
80
60
40
20
115.1 Mio.
78.2 Mio.
82.1 Mio.
100.6 Mio.
105.8 Mio.
2010
2011
2012
2013
2014
0
Insolvenzentschädigung
Kurzarbeits-/
Schlechtwetterentschädigung
AM übrige
AM-Taggelder
ALE-Taggelder
defacto
Der Ursprung der Nutzfahrzeuge
EDAG Engineering GmbH bekennt sich zum Kompetenzstandort
für Nutzfahrzeuge im Thurgau
> Die Nutzfahrzeugbranche geniesst
im Kanton Thurgau eine lange Tradi­
tion. Sie begann Ende des 19. Jahr­
hunderts mit der Saurer-Dynastie. Die
Adolph Saurer AG avancierte in kurzer
Zeit zu einem Fahrzeughersteller von
Weltruf. Nach einer erfolgreichen, aber
auch bewegten Firmengeschichte
kam es 2003 schliesslich mit der Über­
nahme durch die Firma Rücker AG
aus Deutsch­land zur Konzentration
auf die reine Entwicklungsarbeit. Seit
Januar 2015 operieren die erfahrenen
Ingenieure nun unter der Flagge der
ebenfalls deutschen EDAG Enginee­
ring AG, dem mit fast 8’000 Mitarbei­
terinnen und Mitarbeitern grössten
unabhängigen Automotive-Entwick­
lungs-Partner weltweit.
Lorena Sorba, Projektleiterin der Wirtschaftsförderung, im Gespräch mit Jochen
Seifert, Geschäftsführer EDAG Engineering GmbH, Arbon, über das Bekenntnis
zum Firmenstandort Thurgau.
Anfang 2015 kam es zum Zusammen­
schluss der Rücker mit der EDAG, dem
weltweit grössten unabhängigen Engi­
neering-Dienstleister mit Hauptsitz in
Deutschland. Am Standort in Arbon
wurde festgehalten. Warum?
Die Gründe für die Investitionen in den
Standort Arbon waren vielfältig. Zum einen
kann man das über Jahrzehnte erarbeitete
und spezielle Wissen nicht so einfach ver­
pflanzen – auch wenn zwei Drittel der
Be­legschaft deutscher Herkunft ist. Die
Rahmenbedingungen im Thurgau sind
nicht nur für das Unternehmen, sondern
auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mit­
arbeiter sehr inte­ressant. Zum anderen
haben sich unsere Kunden an den Kompetenzstandort für Nutzfahrzeuge in
­A rbon gewöhnt. Auch das Renommee
des Werkplatzes Schweiz sprach für die
Fortführung des Stand­ortes. Speziell die
deutschen Kunden schätzen die Präzision
und Fachkompetenz, mit der wir hier bekannt sind und a­ rbeiten. Es bestand von
Seiten der EDAG ein Bekenntnis, den
Standort Arbon nicht nur beizubehalten,
Jochen Seifert, Geschäftsführer der EDAG Engineering GmbH in Arbon.
sondern auch mit ­weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszubauen. Zudem
wurde die Kapazität der Datenübertragung
erhöht, um mit den EDAG-Niederlassungen weltweit kommunizieren zu können.
Zuzeit beschäftigen Sie 40 Mitar­bei­
terinnen und Mitarbeiter. Wie sehen
die konkreten Ausbaupläne aus?
Durch den Zusammenschluss mit EDAG
befinden sich grosse Projekte in den Auf­
tragsbüchern. Der Bestand an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird noch per Ende
2015 auf 50 erhöht.
Die Schweiz und im Prinzip auch ganz
Westeuropa verzeichnet einen Mangel
an qualifizierten Arbeitskräften – be­
sonders im technischen Bereich. Wie
gelingt es Ihnen, genügend qualifizierte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an­
zuwerben?
Wir stellen in der Tat europaweit einen
Mangel an Arbeitskräften in den MINTBerufen fest. Die Unternehmen sind gefordert, ein attraktives Angebot zu schnüren. Dieses Thema ist hier in der Schweiz
sehr gut umsetzbar. Das Umfeld spielt
hierbei eine grosse Rolle. Für junge In­
genieurinnen und Ingenieure besitzt die
Work-Life-Balance einen grossen Stellen­
wert. Der Bodensee als bevorzugte
Arbeits­region ist ein starkes Zugpferd.
Was für eine Rolle spielen bei der
­Rekrutierung von Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern das Salär und die
Aufgabe?
Die Möglichkeit, das Privatleben möglichst erfüllend und vielseitig zu gestalten,
ist das eine. Das Gehalt spielt eine ebenso wichtige Rolle. Ein Ingenieur verfügt
in der Schweiz netto über mehr Salär, als
er in vielen Fällen in Deutschland brutto
verdienen würde. Das ist natürlich eine
Ansage. Wobei man aber auch wissen
muss, dass die Lebenshaltungskosten
höher sind. Unter dem Strich ist es aber
nach wie vor finanziell attraktiv, in der
Schweiz zu arbeiten. Wichtig ist natürlich
auch die Aufgabe. Das Berufsfeld im
­B ereich der Nutzfahrzeuge ist sehr an­
spruchs­voll und zukunftssicher. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich
entwickeln und ihren Marktwert steigern.
Wie gehen die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter mit mehr Pro­duktivität
und einem höheren A
­ rbeitspensum
um?
defacto
Es entsteht letztlich eine Win-win-Situation.
Die wöchentlichen Arbeitsstunden sind
bei uns zwar gleich hoch wie in Deutschland. Das Unternehmen profitiert aber
von weniger Urlaubs- und Feiertagen,
niedrigeren Lohnnebenkosten und moderaten Gewinnsteuern. Die Mitarbeiterin
und der Mitarbeiter ver­fügen über ein lukratives Gehalt, können sich einen hohen
Lebensstandard leisten und dies in einem
angenehmen, sicheren Umfeld trotz liberalem Arbeitsrecht. Zudem verfügen wir
hier über ein aus meiner Sicht lukrativeres
Rentenmodell als in Deutsch­land.
Profitieren Sie vom grenzüberschrei­
tenden Arbeitskräftemarkt?
Die Schweiz bildet in der Relation wenige
Ingenieurinnen und Ingenieure aus. In
Deutschland ist der Arbeitskräftemarkt
durch die vielen technischen Universitäten
und Fachhochschulen ungleich grösser.
Es ist ein Vorteil, auch Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter aus Deutschland rekrutieren zu können.
Was für Erfahrungen haben Sie im
­Bereich der Arbeitsbewilligungen ge­
macht?
Für Ingenieurinnen und Ingenieure, die
aus den EU-Beitrittsländern stammen, ist
der Erhalt der Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung eine reine Formsache.
Schwieriger wird es aller­dings, wenn wir
eine Fachperson ausserhalb der EU re­
krutieren wollen. Meine persönlichen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit
den Behörden, die ich in den über acht
Jahren meiner Tätigkeit im Thurgau sammeln konnte, sind positiv. Ich verzeichne
sehr speditive und flexible Behörden­
abläufe.
auf der Strasse oder an Prüfständen getestet werden. Das heisst, unsere Produkte sind reine Datensätze, die eine
­Information enthalten, aus der man Teile
herstellen kann, die am Ende ihre Funk­
tion erfüllen. Wir treffen uns mit den Kunden in virtuellen Besprechungsräumen –
egal, wo sie sich auf der Welt befinden.
Über die leistungsfähigen Datenleitungen
ist es heutzutage möglich, unabhängig
vom Ort zu entwickeln. Daher funktioniert
eine dezentrale Organisation wie die
EDAG in Arbon problemlos. Natürlich sind
auch ab und zu persönliche Besprechungen
nötig, aber der grösste Teil der Arbeit
­geschieht virtuell.
Unternehmen scheuen oft, sich de­
zentral zu organisieren. Warum funk­
tioniert das bei der EDAG?
Es kommt auf die zu lösende Aufgabe
an. Wir erzeugen, simulieren und testen
Teile komplett am Computer. Keine Komponente muss heutzutage im Entwurfsstadium zwingend körperlich gebaut und
Lorena Sorba
Wirtschaftsförderung
lorena.sorba@tg.ch
Die 1969 in Deutschland gegründete
EDAG Engineering AG ist mit über 7’500
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
weltweit grösste unabhängige Entwicklungsdienstleister mit den Tätigkeitsschwerpunkten Automotive und Rail.
Sie ist an 70 Standorten in 25 Ländern
vertreten.
Die EDAG Engineering GmbH in Arbon
bildet das gruppenweite KompetenzZentrum für Nutzfahrzeuge. Das komplexe Thema der Nutzfahrzeug-Ent­
wicklung beherrschen nur wenige
­Unternehmen weltweit. Ein weiteres
Standbein der EDAG in Arbon ist der
Ingenieur­verleih. Aufgrund des enormen
Netzwerkes innerhalb der EDAG-Gruppe
können bei Bedarf Fachkräfte rekrutiert
werden, die sonst den Weg in die Schweiz
nicht finden würden. Im Modell Try and
Hire verleiht die EDAG Arbon ihren
­Kunden vertraglich abgesichert ihre
handverlesenen und gut eingeschulten
Ingenieure. Der Kunde hat die Möglichkeit, nach einer gewissen Zeit die Mit­
arbeiterin / den Mitarbeiter kostenlos
zu übernehmen.
Weitere Informationen:
jochen.seifert@edag.ch
defacto
EU Patent – Wann wird es Wirklichkeit?
Vergleich EU-Patent, europäisches Patent und mögliche Alternativen
> Der Patentschutz für Erfindungen
wird in der EU künftig noch einfacher
werden. Das neue EU-Patent schützt
dann Erfindungen in ca. 26 der 28 EUStaaten gleichzeitig. Es sollte an sich
2014 starten. Doch blieben noch viele
Fragen offen und ungeklärt. Der Start­
zeitpunkt ist mehrfach verschoben
worden.
Nationale Schutzrechtsanmeldungen in
der Schweiz haben an sich eine geringe
Bedeutung, was auch die Anzahl von ca.
2’000 Anmeldungen 2013 verdeutlicht.
Dies bedeutet aber nicht, dass in der
Schweiz keine Patente Wirkung entfalten.
Von den ca. 66’000 im Jahr 2013 erteilten Europapatenten haben ca. 56’000
Wirkung in der Schweiz und Liechtenstein.
Dies bedeutet, dass eine Vielzahl der
Monopolrechte in der Schweiz über das
europäische Patenterteilungsverfahren
ersucht werden.
Künftig soll das Erreichen von Patenten
insbesondere in den EU-Mitgliedsstaaten
einfacher werden, nämlich durch das
schon viele Jahre in Planung befindliche
EU-Patent oder Einheitspatent.
Bisher musste ein Patentanmelder, der
ausserhalb von der Schweiz oder Deutsch­
land einen Patentschutz erwirken wollte,
aufwendige Wege gehen. Entweder wird
der Patentschutz national in jedem Land
in der jeweiligen Sprache hinterlegt oder
der Anmelder wählt den Weg über das
europäische Patentverfahren (www.epo.
org).
Ein grosser Vorteil des EU-Patents ist,
dass es wie ein europäisches Patent angemeldet und erteilt wird und sich damit
auf das jahrelang bewährte Verfahren vor
dem Europäischen Patentamt (EPA) stützt.
Der Anmelder entscheidet erst innerhalb
eines Monats nach Erteilung (also erst
dann, wenn feststeht, dass ein rechtsbeständiges Patent vorliegt), ob das Patent
· (wie bisher) in ausgewählten Ländern
der 38 teilnehmenden Vertragsstaaten
des Europäischen Patentverfahrens,
· a ls Einheitspatent in den EU-Mitgliedsstaaten, in denen das Einheitspatent gilt
(derzeit nicht alle EU-Staaten), oder
· a ls Einheitspatent gemeinsam mit bestimmten Staaten des europäischen
­Patentverfahrens (kombinierter Schutz)
gelten soll.
Das EU-Patent hat sicherlich den Vorteil,
dass es für alle beigetretenen EU-Staaten
die gleiche Wirkung entfaltet und dass
nur eine Jahresgebühr ohne Beauftragung
vieler Patentanwälte im Ausland zu begleichen ist. Ob diese Jahresgebühr aber
im Verhältnis zu den Gebühren steht, kann
leider bisher nicht beantwortet werden.
Hinsichtlich der Übersetzungsaufwendungen sind ebenfalls die Kosten abzuwägen.
Eine Alternative könnte auch der jeweilige
nationale Weg sein, der dann interessant
ist, wenn der Anmelder Staaten mit gleicher Sprache wählt (DE, CH, AT). Alle
Länder verfügen über sogenannte Re­
gisterrechte, sodass aufwendige und
kostenintensive Prüfungsverfahren wegfallen.
Erst mit Inkrafttreten des Einheitspatents
steht es dem Anmelder offen, auf dieses
System zuzugreifen. Dies bedeutet, dass
wahrscheinlich nicht vor Beginn 2016
­damit gerechnet werden kann, die EUStaaten als einen «Staat» im Rahmen des
Anmeldeverfahrens vor dem Europäischen
Patentamt auszuwählen. Bereits anhängige
Anmeldungen oder Anmeldungen, die vor
diesem Inkrafttreten eingereicht werden,
können zu einem späteren Zeitpunkt nicht
auf das Verfahren zurückgreifen.
Der Europäische Gerichtshof hat zudem
im Jahr 2011 beschlossen, dass die
Schweiz sowie alle anderen Nicht-EUStaaten des europäischen Patentübereinkommens sich nicht der neuen europäischen Patentgerichtsbarkeit anschlies­
sen können. Daher ist die Schweiz weiter­
hin durch Einleitung der nationalen Phase
nach Erteilung des europäischen Patents
erreichbar (kombinierter Schutz mit Ein-
defacto
heitspatent ist ebenfalls möglich), dessen
Verlängerungsgebühren dann auf nationaler Ebene vor dem Eidgenössischen
­Institut für Geistiges Eigentum beglichen
werden müssen. Doch die Schweiz akzeptiert neben den Verfahrenssprachen
Deutsch, Französisch und Italienisch die
Patentschrift in englischer Sprache, sodass eine Übersetzung erspart bleibt und
dadurch die Kosten im Rahmen bleiben.
Informationen zum Patentanwaltsbüro
Das Patentanwaltsbüro HEISEL Patente Marken Designs ist bereits seit mehr als
15 Jahren auf dem Gebiet des Immaterialgüterrechts (Patente, Marken, Design und
Lizenzen) tätig. Patentanwalt Dipl.-Ing. (Univ.) Wolfgang Heisel ist vertretungsberechtigt vor dem Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum in Bern (CH), dem
Deutschen Patent- und Markenamt in München (DE), dem Österreichischen Patentamt in Wien (AT) sowie zugelassen als Vertreter vor dem Europäischen Patentamt
(EPA) und dem Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt in Alicante (EU).
Nähere Informationen finden Sie unter www.technik-recht.ch
Dipl.-Ing. (Univ.) Wolfgang Heisel
Patent-und Markenanwalt CH, DE, AT
Thurgauer Technologietag
mit höchst aktueller Thematik
> «Logistik & Verpackung – Wett­
bewerbsfaktoren für die Thurgauer
Wirtschaft» – so lautet das Schwer­
punkt-Thema des bereits 15. Thurgauer
Technologietages, der am Freitag,
27. März 2015, bei der KIFA AG in
­Aadorf stattfinden wird.
Eine effiziente – und damit auch zukunftsund wettbewerbsfähige – Produktion
hängt je länger je mehr entscheidend davon ab, dass die richtige Ware in der richtigen Menge und in der richtigen Qualität
zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Und
genau dies ist die zentrale Aufgabe der
Logistik, sowohl in Industrie- wie in Dienst­
leistungsbetrieben, und zwar über die
­gesamte Wertschöpfungskette hinweg,
ebenso lokal wie global. Dass dabei heute
die Informations- und Kommunikationstechnologie eine wichtige Rolle spielt und
neue Möglichkeiten eröffnet, ist selbstverständlich.
Damit Rohstoffe, Bauteile, Halbfertig- und
Fertigprodukte entlang der Wertschöpfungskette effizient verschoben werden
können, müssen sie zweckmässig ver-
packt werden. Logistik und Verpackung
sind also naturgemäss eng miteinander
verbunden, auch wenn Verpackungen
schliesslich noch andere Funktionen
­haben. Wie heisst es doch: Gut verpackt
ist halb verkauft.
Das Schwerpunkt-Thema «Logistik & Ver­
packung» eröffnet also ein weites Feld,
das die verschiedensten Branchen und
Unternehmungen betrifft – auf alle Fälle
mehr, als es auf den ersten Blick den
­A nschein macht. Und damit ist auch klar,
dass Logistik und Verpackung für unsere
Wirtschaft und unseren Produktionsstand­
ort tatsächlich wichtige Wettbewerbs­
faktoren sind – in Anbetracht des noch
stärker gewordenen Frankens ohnehin.
Das Programm sowie weitere Informa­
tionen finden Sie unter www.technologietag.ch
Martin Bächer
Amt für Mittel- und Hochschulen
martin.baecher@tg.ch
Der ehemalige SBB-Chef Benedikt
Weibel (Bild links) wird sich im Eröffnungsreferat mit dem höchst aktuellen
­Thema «Die Kunst, die Komplexität zu
reduzieren» auseinandersetzen, dem
auch sein neuestes Buch gewidmet ist.
Paul Schönsleben, Professor für Betriebswirtschaften an der ETH Zürich
und VR-Präsident der Thurgauer Bioforce AG, referiert zum Thema «Die
Herstellung von hochwertigen Gütern
und Dienstleistungen in Hochlohn­
ländern – Herausforderungen und
Chancen, dargestellt anhand aktueller
Industrieprojekte».
defacto
«Ernährungsnetzwerk» für die Ostschweiz
Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft agiert neu interkantonal
Ausbildung
Forschung
Landwirtschaft
Produktion
Beratung
Gewerbe
Verarbeitung Verpackung
Ämter
Vermarktung
Industrie
Logistik
Handel
Verkauf
Konsument
Behörden
> Das Kompetenznetzwerk Ernährungs­
wirtschaft (KNW-E) weitet seinen Ak­
tionsradius auf weitere Ostschweizer
Kantone aus. Neu agiert das KNW-E
interkantonal und stellt damit auch in
den Kantonen Appenzell Ausserrhoden,
St. Gallen, Schaffhausen und Zürich
(Pro Zürcher Berggebiet) eine wichtige
Schnittstelle entlang aller Stufen der
Wertschöpfungskette der Land- und
Ernährungswirtschaft dar.
Perimeter auf Ostschweiz ausgedehnt
Das KNW-E mit Sitz in Weinfelden ist seit
Mai 2011 schwerpunktmässig im Perimeter des Kantons Thurgau operativ tätig.
Träger des KNW-E sind die drei Thurgauer
Wirtschaftsverbände Verband Thurgauer
Landwirtschaft, Thurgauer Gewerbeverband und Industrie- und Handelskammer
Thurgau. Das KNW-E hat die Aufgabe,
Unternehmen aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft Möglichkeiten aufzuzeigen,
sich Neuerungen der Märkte erfolgreich
zu stellen. Um dies zu erreichen, werden
Betriebe entlang der gesamten Wert­
schöp­fungskette der Ernährungswirtschaft,
von der Urproduktion bis zur Vermarktung,
besser vernetzt, eine Branchen übergreifende Zusammenarbeit aktiv unterstützt
und der Transfer von Wissen und Techno­
logien gefördert.
Wettbewerbsfähigkeit stärken,
­Wertschöpfung generieren
Die Wahrnehmung des Dienstleistungsangebots des KNW-E hat sich seit dem
Start sukzessive erhöht und wird innerhalb und ausserhalb des Kantons Thurgau
positiv wahrgenommen. Die Ziele des
KNW-E bleiben auch auf interkantonaler
Ebene dieselben: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Generieren von Wertschöpfung für die Unternehmen der Landund Ernährungswirtschaft.
Supporter profitieren am meisten
Das interkantonale KNW-E wird weiterhin
als Projekt der «Neuen Regionalpolitik»
geführt und durch den Bund sowie durch
Partner in den Kantonen TG, AR, SG, SH
und ZH unterstützt. Wichtige Finanzierungsquellen des KNW-E sind die TrägerVerbände sowie Einnahmen aus verschie­
denen Dienstleistungen. Dazu leisten
die zurzeit über 40 Supporter einen finan­
ziellen Beitrag. Gleichzeitig profitieren
diese am meisten, z. B. indem sie durch
ihre Bedürfnisse und Themen wichtige
Impulse für die Arbeit des KNW-E geben.
Mehrwerte dank Vernetzung
Der Nutzen für die Kunden des KNW-E
liegt in der schnelleren Bereitstellung von
Wissen und Informationen, der Vermittlung der richtigen Geschäftspartner, der
Unterstützung bei der Umsetzung von
­Innovationen, einem unkomplizierten
­Gedankenaustausch auf verschiedenen
Kommunikationsplattformen sowie der
Vergrösserung des Beziehungsnetzes.
Das KNW-E organisierte zudem auch ver­
schiedenste Veranstaltungen. Darunter
finden sich zahlreiche etablierte Formate
wie das Ostschweizer Food Forum, Business Events, Lebensmittel von morgen
und die Strohballenarena.
Dr. Frank Burose
Kompetenznetzwerk Ernährungs­
wirtschaft
burose@ernaehrungswirtschaft.ch
3. Ostschweizer Food Forum
am 5. März 2015
Wie profitieren vom «Megatrend»
­Regionalität?
Die dritte Ausgabe des Food Forums
bietet mentales Kraftfutter und beleuchtet, auf welche Weise sich Regionalität auslegen lässt, inwieweit es eine
Zertifizierung braucht und ob Regio­
nalität an Landesgrenzen haltmachen
sollte. Das Food Forum zeigt auf, wie
das Konsumentenbedürfnis «Regionalität» optimal im Business-Alltag genutzt
werden kann und bietet nebst erstklassigen Referaten und einer spannenden
Podiumsdiskussion Raum für einen intensiven Austausch mit Experten und
Produzenten.
Weitere Informationen unter
www.foodforum.ch
impressum
Herausgeber:
Amt für Wirtschaft und Arbeit
Verwaltungsgebäude Promenade
CH-8510 Frauenfeld
Tel. +41 (0)58 345 54 00
Redaktion:
Ingrid Wolf-Luley
ingrid.wolf@tg.ch
Tel. +41 (0)58 345 55 06
Layout und Grafik:
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­Kommunikation, Kreuzlingen
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