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Aussteller-Unterlagen - Lighting-Congress-2015

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Pressekonferenz zum VDE-Kongress „Smart Cities“
Montag, 20. Oktober 2014, 11.00 Uhr,
Maritim Hotel Frankfurt,
Theodor-Heuss-Allee 3, 60486 Frankfurt a.M.
Statement von Prof. Dr.-Ing. Jochen Kreusel, Wissenschaftlicher
Tagungsleiter und Präsidiumsmitglied
Es gilt das gesprochene Wort.
Die Rolle von Smart Cities bei Energiewende und
Energieeffizienz
Die weltweit stattfindende Urbanisierung ist eine der großen
Herausforderungen dieses Jahrhunderts. Seit dem Jahr 2007 wohnen
erstmals mehr Menschen in Ballungsräumen als in ländlichen Gebieten.
Die Vereinten Nationen schätzen, dass im Jahr 2030 knapp 60 Prozent
aller Menschen in Städten leben werden; im Jahr 1900 waren es nur 13
Prozent. Stadtplaner beschäftigen sich daher sehr intensiv mit der
integrierten Stadtentwicklungsplanung und dem
Stadtentwicklungsmanagement als Kern für die Weiterentwicklung der
Städte. Die Herausforderungen sind dabei weltweit sehr unterschiedlich.
In Schwellenländern müssen oft noch die grundlegenden Infrastrukturen
für Energie, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung und öffentlichen
Verkehr aufgebaut werden, während in den entwickelten Ländern
andere Herausforderungen im Vordergrund stehen.
Laut Berechnungen der Europäischen Union stammen rund 80 Prozent
der Emissionen von Treibhausgasen aus Städten, und rund 75 Prozent
der weltweit eingesetzten Energie finden in ihnen statt. Es sind die
globalen Ballungsräume, in denen sich der „Kampf ums Klima“ in den
kommenden Jahrzehnten entscheiden wird. Maßnahmen zur
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Ressourceneffizienz und zum Umweltschutz sind deshalb hier
besonders wichtig. Daher setzen sich viele Städte hier auch besonders
ambitionierte Ziele.
Städte sind Orte, an denen Energiebedarf überdurchschnittlich
konzentriert ist. Es sind aber auch Orte, an denen wegen ihrer hohen
Wirtschaftskraft aufwendigere Infrastrukturen möglich sind. Rund 40
Prozent des weltweiten Energieverbrauchs fallen in Gebäuden an. Bei
der elektrischen Installation, bei Heizung und Kühlung, der Ventilation,
Beleuchtung, Wasserversorgung und Energieverteilung können
Gebäudenutzer durch technische Systeme und integrierte Planung und
Nutzung bis zu 60 Prozent Energie einsparen. Die
Energieversorgungssysteme können entsprechend dimensioniert
werden.
Ein weiterer wichtiger Sektor, der Städte sowohl in ihrer Struktur als
auch beim Energiebedarf stark prägt , ist die Mobilität. In den
öffentlichen Transportsystemen hat elektrische Energieversorgung
schon immer einen großen Anteil gehabt und damit entscheidend zur
Vermeidung lokaler Schadstoffemissionen beigetragen. Die Ausweitung
der Elektromobilität auf Busse und den Individualverkehr wird eine
weitere Entlastung bewirken. Hinzu kommen in den Smart Cities der
Zukunft Angebote, den öffentlichen und individuellen Verkehr besser zu
verknüpfen und so dazu beitragen, dass die öffentlichen Systeme noch
stärker genutzt und die Städte vom Individualverkehr entlastet werden.
Die Strom-, Wärme- und Wasserversorgung sind lebensnotwendig für
die Stadt der Zukunft. Die dort erreichbare Versorgungsqualität bestimmt
die Lebensqualität der Einwohner wesentlich mit. Bei der elektrischen
Energie sind große Umwälzungen erkennbar. Die Zunahme dezentraler
und fluktuierender Einspeisungen, vor allem wegen des Ausbaus
erneuerbarer Energien, macht eine stärkere Abstimmung zwischen
Erzeugung, Verteilung, Speicherung und Verbrauch notwendig (Smart
Grid). Dabei wird es zu einer neuen Arbeitsteilung zwischen den Städten
und ihrem Umland kommen. Während in der Umgebung der Städte
wegen der dort ausreichend verfügbaren Flächen vor allem die
Erzeugung elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen zunehmen
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wird, bieten Städte wegen der höheren Konzentration von
Energieanwendern die Chance der Verbrauchsanpassung an das
Dargebot der erneuerbaren Energien. Die Vernetzung der
verschiedenen Energie-Infrastrukturen, also der Netze für die
Bereitstellung von elektrischer Energie, Wärme und Gas, bietet dabei
zusätzliche Chancen, da sowohl Gas- als auch Wärmenetze als Puffer
dienen können, die über Kraft-Wärme-Kopplung oder die Nutzung
überschüssiger elektrischer Einspeisung für die Wärmebereitstellung mit
dem Elektrizitätsversorgungssystem gekoppelt werden können.
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