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Infoblatt 01 - Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

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Hilfestellung zum Ausfüllen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung
Wie bereits erwähnt, musst du auf dem Weg in deine Selbständigkeit einige bürokratische
Hürden meistern. Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ist eine dieser Hürden. Mit seinen
knapp acht Seiten wirkt er zunächst abschreckend - dank unserer Hinweise wirst du jedoch
sehen, dass viele der Punkte gar nicht auf dich zutreffen und einfach übersprungen werden
können. Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ist somit schneller ausgefüllt als zunächst
angenommen.*
Die eingeklammerte Nummerierung unter den nachfolgenden Punkten beziehen sich auf die
Zeilen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung, wie du ihn auf der Internetseite des
Bundesministeriums der Finanzen findest.
a. Punkt (1): Trage hier den Namen deines zuständigen Finanzamts ein. Wie du dieses
ermittelst, erklären wir dir auf unserer Internetseite unter dem Punkt „freelancer werden“.
b. Punkt (3): Setze einen Haken bei „Aufnahme einer gewerblichen, selbständigen
(freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit …“
c. Punkte (5-12): Hier trägst du Angaben zu deiner Person wie Name, Adresse und
Geburtsdatum oder Religion ein. Im Feld „Identifikationsnummer“ trägst du deine SteuerID
ein. Diese hat dir dein Finanzamt vor geraumer Zeit per Post zugestellt. Falls vorhanden,
kannst du die SteuerID auch einer alten Lohnsteuerbescheinigung entnehmen. Findest du
die SteuerID nicht, so kannst du sie ohne Probleme telefonisch bei deinem Finanzamt
erfragen.
d. Punkte (13-20): Bist du verheiratet, so musst du dieselben Angaben auch für deinen/deine
Ehegatten/Ehegattin angeben.
e. Punkte (21-24): Trage hier deine Kontaktdaten ein. In der Regel genügt es eine
Telefonnummer anzugeben, unter der dich das Finanzamt bei Rückfragen erreichen kann.
f.
Punkte (25-26): Bei der Angabe der Tätigkeit ist es wichtig, dass du eine Tätigkeit angibst,
die als freiberufliche Tätigkeit klassifiziert wird. Bist du dir nicht sicher, was du hier eintragen
sollst, dann lese zunächst auf unserer Seite „freelancer werden“ unter dem Punkt „Wer gilt
eigentlich als Freelancer?“ nach, welche Tätigkeiten als klassisch freiberuflich angesehen
werden. Anhand dieser Angaben stuft dich das Finanzamt als freiberuflich oder
gewerbetreibend ein.
g. Punkte (27-40): Unter dem Punkt Bankverbindung gibst du u.a. deine IBAN und den Namen
deiner Bank an. Die IBAN (international bank account number) findest du in der Regel auf
deinen Kontoauszügen. Setze unter Punkt 30 bei Kontoinhaber einen Haken bei „lt. Zeile 5“,
wenn das Konto auf deinen Namen angemeldet oder auf „lt. Zeile 13“ wenn das Konto auf
deinen Ehepartner angemeldet ist. Ist das Konto auf eine andere Person angemeldet, so
trage den Namen dieser Person unter „Ggf. abweichende(r) Kontoinhaber“ ein und setzte
keinen Haken.
h. Punkt (31-39): Hier gibst du die Bankverbindung an, auf die das Finanzamt dir
gegebenenfalls Personensteuererstattungen bzw. Betriebssteuererstattungen zahlen soll.
Du kannst diese Punkte wie sie Punkte 27-40 ausfüllen.
i.
Punkt (40): Um den Zahlungsverkehr zu vereinfachen, empfehlen wir dir, dem SEPALastschriftverfahren zuzustimmen.
j.
Punkte (41-49): Wirst du von einem Steuerberater beraten, so trägst du hier die
Kontaktdaten deines Steuerberaters ein.
k. Punkte (51-60): Willst du, dass das Finanzamt deinen Steuerberater kontaktiert, so setze
einen Haken bei „Die unter 1.6 angegebene steuerliche Beratung ist
empfangsbevollmächtigt. Die gesonderte Vollmacht ist beigefügt“. Willst du, dass das
Finanzamt eine andere Person kontaktiert, dann trägst du die Daten dieser Person unter
den Punkten (53-59) ein. Setze unter Punkt 60 „Die gesonderte Vollmacht für Zeile 52 oder
53 ist beigefügt“ einen Haken. Erklärst du deinen Steuerberater oder eine andere Person als
empfangsbevollmächtigt, dann musst du dem Fragebogen eine Vollmacht beilegen. Einen
Vordruck für eine solche Vollmacht findest du ebenfalls auf der Seite des
Bundesministeriums der Finanzen.
l.
Zeilen (61-67): Wenn du in den letzten 12 Monaten umgezogen bist, dann trage hier deine
alte Anschrift ein.
m. Punkte (68-78): Unter dem Punkt „Anschrift des Unternehmens“ trägst du die Adresse ein,
unter der dich das Finanzamt erreicht. Da du sicherlich noch kein eigenes Büro hast, trägst
du hier deine persönliche Anschrift ein.
n. Punkt (79): Trage hier das Startdatum deiner freiberuflichen Tätigkeit ein.
o. Punkte (80-91): Wie nehmen an, dass du als Gründer keine Betriebsstätten unterhältst - du
kannst daher unter Punkt 80 einen Haken bei „nein“ setzen.
p. Punkt (92): Als Freiberufler bist du nicht verpflichtet dich bei einer Kammer anzumelden, du
kannst daher einen Haken bei „nein“ setzen.
q. Punkt (93): Als Freiberufler musst du dich nicht ins Handelsregister eintragen lassen, du
kannst daher einen Haken bei „nein“ setzen.
r.
Punkte (98-106): Da du deine Selbständigkeit gerade erst anmeldest, kannst du einen
Haken bei „Neugründung zum“ setzen, und dahinter das Datum angeben, dass du auch bei
„Beginn der Tätigkeit“ angegeben hast.
s. Punkte (107-111): Wir gehen davon aus, dass du deine Selbständigkeit mit dieser
Anmeldung neu beginnst. Du kannst daher einen Haken bei „nein“ setzen. Warst du zuvor
schon freiberuflich oder gewerblich tätig, dann setzte einen Haken bei „ja“ und gebe in den
Punkten 107-111 Daten zu dieser Tätigkeit an.
t.
Punkte (112-118): Hier gibst du eine Prognose zu den Einkünften in diesem und im
Folgejahr für dich und ggf. deine/n Ehegattin/Ehegatten an. Einnahmen die als
Arbeitnehmer, also tatsächlicher Lohn, den dir dein Arbeitgeber zahlt, trägst du unter Punkt
115 „Nichtselbständiger Arbeit“ ein. Erwartete Einkünfte aus deiner Tätigkeit als Freiberufler
trägst du unter Zeile 114 „Selbständiger Arbeit“ ein. Hast du hier keine richtigen
Vorstellungen wie hoch deine Einkünfte sein werden, dann kalkuliere hier erst einmal
vorsichtig. Plane z.B. erst einmal mit 500 € pro Monat, und multipliziere diesen Betrag dann
für das laufende Jahr mit der Anzahl der Restmonate des laufendes Jahres, und für das
kommende Jahr mit 12. Bevor du diese Punkte ausfüllst, empfehlen wir dir, zunächst unser
Infoblatt zum Thema Steuern (Kleinunternehmerregelung) zu lesen.
u. Punkte (121-118): Wir gehen davon aus, dass du deine Selbständigkeit mit dieser
Anmeldung neu beginnst. Du kannst daher unter dem Punkt „Angaben zur
Gewinnermittlung“ einen Haken bei „Einnahmenüberschussrechnung“ setzen. Informationen
zum Thema Einnahmenüberschussrechnung findest du in unserem Infoblatt zum Thema
Steuern.
v. Punkt (119): Sofern du bei der Prognose deiner Einkünfte unter „Nichtselbständiger Arbeit“
Angaben gemacht hast, trägst du hier deine voraussichtlichen Sonderausgaben an. Unter
Sonderausgaben werden im Einkommensteuerrecht eine Reihe unterschiedlicher Ausgaben
verstanden. Genau kannst du diese unter § 10 ff EStG nachlesen. Insbesondere zählen
dazu Vorsorgeaufwendungen (also alle privaten Versicherungen zur eigenen Person wie:
Krankenversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung). Trifft einer dieser Punkte
auf dich zu, solltest du dies berücksichtigen.
w. Punkt (120): Als Steuerabzugsbeträge gelten beispielsweise die Lohnsteuer,
der
Solidaritätszuschlag oder die Kirchensteuer, die von deinem Arbeitgeber einbehalten wird.
x. Punkt (125): Im Normalfall entspricht dein Wirtschaftsjahr als Freelancer dem Kalenderjahr,
weshalb du diesen Punkt mit „nein“ beantworten kannst.
y. Punkt (126): Da du als Freelancer vermutlich keine Bauleistungen erbringen wirst, kannst
du diesen Punkt auslassen.
z. Punkte (127-133): Da wir davon ausgehen, dass du zu Beginn deiner selbständigen
Tätigkeit keine Angestellten hast, kannst du diese Punkte überspringen.
aa. Punkt (134): Dieser Punkt ist sehr wichtig, da von den Umsatzprognosen die du hier
einträgst, deine umsatzsteuerliche Erfassung abhängt. Die Umsatzprognose, die du hier
einträgst sollte den erwarteten Einkünften, die du unter Punkt 114 angegeben hast,
entsprechen. Lese dir bevor du diese Punkte ausfüllst, unser Infoblatt zum Thema Steuern
(Kleinunternehmerregelung) durch.
bb. Punkt (135): Wir gehen davon aus, das du neu gründest und kein bestehendes
Unternehmen erworben hast und weiterführst. Du kannst diesen Punkt daher mit nein
beantworten.
cc. Punkte (136-137): Hier entscheidest du, ob du die Kleinunternehmerregelung oder die
Regelbesteuerung in Anspruch nimmst. Wie schon unter Punkt 135 erwähnt, empfehlen wir
dir vor dem Ausfüllen dieser Punkte dringend, unser Infoblatt zum Thema Steuern zu lesen.
dd. Punkte (138-147): Diese Punkte sollten dich als Neugründer nicht betreffen. Du kannst sie
daher auslassen.
ee. Punkte (148-150): Die von uns vermittelten Aufträge unterliegen in der Regel dem
allgemeinen Steuersatz von 19%. Und auch auf andere Aufträge die du annimmst, wird
vermutlich lediglich der allgemeine Steuersatz Anwendung finden. Du kannst diese Punkte
daher mit „nein“ beantworten.
ff. Punkte (151 – 155): Hast du dich unter Punkt 136 für die Kleinunternehmerregelung
entschieden, so kannst du diese Punkte auslassen. Hast du dich hingegen für die
Regelbesteuerung entschieden, empfehlen wir dir, die Wahl der Istversteuerung.
Istversteuerung bedeutet hier, dass du die Umsatzsteuer erst dann abführst, wenn du sie
auch tatsächlich vom Kunden, durch bezahlen der Rechnung, erhalten hast. Im Gegensatz
zur Sollversteuerung, bei der du die Umsatzsteuer bereits nach Rechnungsstellung,
unabhängig vom tatsächlichen Zahlungseingang, abführen musst, entsteht dir bei der
Istversteuerung kein Liquiditätsnachteil. Da die Istbesteuerung genau wie die
Einnahmenüberschussrechnung auf den Zeitpunkt der Betriebseinnahmen und -ausgaben
abstellt, kannst du die für die Umsatzsteuervoranmeldung erforderlichen Angaben direkt
aus deiner Einnahmenüberschussrechnung ablesen. Als Begründung für die
Istbesteuerung (Punkte 153-155), kannst du Punkt 155 ankreuzen.
gg. Punkte (156-158): Wir nehmen an, dass du als Gründer zunächst nur inländische Kunden
bedienen wirst. Daher kannst du diese Punkte unausgefüllt lassen.
hh. Punkt (159): Dieser Punkt trifft auf dich als Freiberufler im Allgemeinen nicht zu und kann
daher ausgelassen werden.
ii. Punkte (160-164): Hast du dich mit anderen Freiberuflern zusammengeschlossen und eine
Personengesellschaft, wie beispielsweise eine GbR, gegründet, so musst du hier Angaben
zu dieser Gesellschaft machen. Weiterhin musst du dem Fragenbogen eine Kopie eures
Gesellschaftsvertrages beilegen.
jj. Punkt (165): Vergiss nicht den Fragebogen zu unterschreiben.
kk. Punkte (166-174): Hier kreuzt du an, welche Anlagen du dem Fragebogen beilegst.
Geschafft! Wir hoffen, unsere Anleitung hat dir beim Ausfüllen geholfen. Als nächstes musst du
den Fragebogen an das für dich zuständige Finanzamt senden. Wie du dieses ermittelst,
erklären wir dir auf unserer Seite „freelancer werden“.
Soweit das Finanzamt keine weiteren Rückfragen hat, wird dir von deinem Finanzamt nach
einigen Wochen eine Steuernummer für deine selbständige Tätigkeit per Post zugestellt.
Gratulation, mit dem Ausfüllen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung, hast du eine
wichtige bürokratische Hürde auf deinem Weg in die Selbständigkeit gemeistert.
* Die Inhalte dieses Dokumentes haben wir mit großer Sorgfalt erstellt. Trotzdem übernehmen wir keine
Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen. Eine Haftung für Schäden,
die aufgrund der hier angebotenen Informationen entstehen, übernehmen wir nicht.
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