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März – April 2015

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März – April 2015
2
März – April 2015
Mo, 02.03.2015, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Berta und Marta
von Susanne Hinkelbein
Produktion: SRF 2009
49'
Seite 4
Mi, 04.03.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Mutterseelenallein
von Matthias Kapohl
Produktion: WDR 2014
53'
Seite 16
Fr, 06.03.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Der Sieger 1/5
von Kurt Früh
Produktion: SRF 1963
48' - 75'
Seite 5
Sa, 07.03.2015, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Paris. Eine Liebe
von Urs Faes
Produktion: SRF/RBB 2015
54'
Seite 17
Mo, 09.03.2015, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Das kleine Lexikon der Provinzliteratur
von Pedro Lenz
Produktion: SRF 2008
50'
Seite 6
Mi, 11.03.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Lebensabend in Übersee
von Hermann Bohlen
Produktion: WDR 2014
53'
Seite 18
Fr, 13.03.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Der Sieger 2/5
von Kurt Früh
Produktion: SRF 1963
48' - 75'
Seite 5
Sa, 14.03.2015, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Mit den Waffen einer Maus
von Jens Nielsen
Produktion: SRF 2012
48'
Seite 19
Mo, 16.03.2015, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Rüebliturte
von Ernst Burren
Produktion: SRF 2014
50'
Seite 7
Mi, 18.03.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Glüht ein Stern in alter Haut
von Holger Siemann
Produktion: SRF 2015
50'
Seite 20
Fr, 20.03.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Der Sieger 3/5
von Kurt Früh
Produktion: SRF 1963
48' - 75'
Seite 5
Sa, 21.03.2015, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Doktor Alzheimer bittet zu Tisch
von Ria Endres
Produktion: SWF/BR 1993
49'
Seite 21
Mo, 23.03.2015, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Hörspiel-Premiere
Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennen lernen
von Peter Bichsel
Produktion: SRF 2015
40'
Seite 8
Mi, 25.03.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
ArtOrt Hörspiel/Das weisse Lauschen
Im bewohnten Gebiet der Schädelhöhle
von Gerhard Meister
Produktion: SRF 2015
54'
Seite 22
Fr, 27.03.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Der Sieger 4/5
von Kurt Früh
Produktion: SRF 1963
48' - 75'
Seite 5
Sa, 28.03.2015, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Jerschalaim Jerusalem 1/2
von Michail Bulgakow
Produktion: NDR 1991
60'
Seite 23
Mo, 30.03.2015, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Sprich mit den Toten
von Peter Meisenberg
Produktion: WDR 2010
45'
Seite 9
Mi, 01.04.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Erzähl mir von Russland
von Irina Liebmann
Produktion: RBB 2014
55'
Seite 24
Fr, 03.04.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Der Sieger 5/5
von Kurt Früh
Produktion: SRF 1963
48' - 75'
Seite 5
Sa, 04.04.2015, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Jerschalaim Jerusalem 2/2
von Michail Bulgakow
Produktion: NDR 1991
94'
Seite 23
Mo, 06.04.2015, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Cosmos
von und mit Ferruccio Cainero
Produktion: SRF 2015
ca. 50'
Seite 10
3
März – April 2015
Mi, 08.04.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Besser gleich ins Herz
von Alexander Moltschanow
Produktion: MDR 2014
55'
Seite 25
Fr, 10.04.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Hörspiel-Premiere
Abgfahre
von Hugo Rendler
Produktion: SRF 2015
50'
Seite 11
Sa, 11.04.2015, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Die Reiterarmee 1/3
von Isaak Babel
Produktion: MDR/DLR 1999
61'
Seite 26
Mo, 13.04.2015, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Sechseläuten
von Michael Theurillat
Produktion: DLR 2014
50'
Seite 12
Mi, 15.04.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Ivan und die Hunde
von Hattie Naylor
Produktion: SRF 2012
49'
Seite 27
Fr, 17.04.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Die Pflege der Geselligkeit
erotische Kostbarkeiten aus der Weltliteratur
Produktion: SRF 2004/05
45'
Seite 13
Sa, 18.04.2015, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Die Reiterarmee 2/3
von Isaak Babel
Produktion: MDR/DLR 1999
50'
Seite 26
Mo, 20.04.2015, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Drei Kugeln ins Herz
von Louis C. Thomas
Produktion: SRF 1971
50'
Seite 14
Mi, 22.04.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Die Stille um Maja Abramowna
von Margarita Chemlin
Produktion: RBB 2014
54'
Seite 28
Fr, 24.04.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 1
Hörspiel-Premiere
Hornissengedächtnis
von David Zane Mairowitz
Produktion: SRF/ORF 2015
ca. 50'
Seite 15
Sa, 25.04.2015, 21.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
Die Reiterarmee 3/3
von Isaak Babel
Produktion: MDR/DLR 1999
58'
Seite 26
Mo, 27.04.2015, 14.00 Uhr
Radio SRF 1
Abgfahre
von Hugo Rendler
Produktion: SRF 2015
50'
Seite 10
Mi, 29.04.2015, 20.00 Uhr
Radio SRF 2 Kultur
ArtOrt Hörspiel/Das weisse Lauschen
Operative Personenkontrolle «Futurist»
von Valeri Scherstjanoi
Produktion: SDR 1996
24'
Seite 29
4
März – April 2015
Hörspiel SRF 1
Montag, 02.03.2015, 14.00 Uhr, Radio SRF 1
In der Reihe «Weibsbilder»
Berta und Marta
von Susanne Hinkelbein
Berta (krank an den Füssen) und Marta (krank im Kopf) sind Schwestern. Alt geworden leben sie,
aufeinander angewiesen, im Haus ihrer Kindheit. Nachts, vor dem Einschlafen erzählen sie sich
Geschichten, harmlose und schreckliche.
Sie schlagen die Zeit tot mit Schäfchen zählen, Gedanken tauschen, Träume erfinden, Gewitter
beschwören... Dabei rufen sie längst vergangene Erinnerungen wach, philosophieren über Himmel und
Hölle und über den Vollmond, rezitieren alte Sprüche und Lieder. Dazwischen nistet sich die Angst vor
Einbrechern ein und die Hoffnung auf den Schutzengel wird beschworen. Eine köstlich tragikomische
Welt zwischen Schlafstube und Firmament.
Mit: Trudi Roth (Berta), Regine Lutz (Marta)
Übersetzung aus der Schwäbischen in die Baseldeutsche Mundart: Lukas Holliger
Musik: Pascal Steiner
Regie: Margret Nonhoff
Produktion: SRF 2009
Dauer: 49'
Susanne Hinkelbein (1953) ist Autorin und Komponistin. Ihr Schaffen gilt dem Musiktheater und dem
Schauspiel, viele Radioproduktionen tragen ihre Handschrift. «Berta und Marta» wurde als
Theaterstück 1999 uraufgeführt und 2002 beim «Baden-Württembergischen Landeswettbewerb für
Volkstheaterstücke» mit dem 1. Preis ausgezeichnet.
5
März – April 2015
Freitag, 06.03.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 1, 1/5
Freitag, 13.03.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 1, 2/5
Freitag, 20.03.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 1, 3/5
Freitag, 27.03.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 1, 4/5
Freitag, 03.04.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 1, 5/5
Zum 100. Geburtstag von Kurt Früh
Der Sieger
von Kurt Früh
Der Bünder Josy Kardaun ist ein Ausnahmetalent auf der Skipiste. Als Aussenseiter holt er sogar
Olympia-Gold in der Abfahrt – der Anfang einer beispiellos steilen Karriere, die allerdings auch ihren
Preis fordert.
Die dramatische Geschichte dieses (erfundenen) Sportlers lässt Kurt Früh aus der Sicht von dessen
Umfeld erzählen, der Familie, den Freunden, dem Trainer und allen voran von Josys ehemaligem
Dorfschullehrer, der unverwechselbar einfühlsam von Heinrich Gretler gespielt wird. «Mancher von uns
könnte der ‹Sieger› sein, und es ist selbstverständlich, dass der Hörer viele Parallelen vor allem zur
Sportwelt der Gegenwart findet», sagte Kurt Früh in einem Interview anlässlich der Erstausstrahlung
der Hörspielreihe im November 1963. Erstaunlich wenig unterscheidet Frühs «Sportwelt der
Gegenwart» von der unsrigen, 50 Jahre später.
Mit: Heinrich Gretler (Lehrer Ambach), Fred Haltiner (Josy Kardaun), Valerie Steinmann (Mutter
Kardaun), Flavia Schnyder (Reni, Josys Verlobte), Fred Tanner (Hugo Marizzer, Josys Trainer), Lilian
Westphal (Marie-Eve), René Scheibli (Hans-Heinrich «Rechi» Rechsteiner, Sportreporter), Johannes
Sidler (Christen, Sportreporter), Robert Tessen (Dr. Wegmann, Arzt), Ulrich Beck (Josys Vater /
Bahnhofsvorstand Glauser / Gemeindepräsident Jost / Polizist), Inigo Gallo (Amedeo, Barbesitzer),
Alex Freihart (Roger Talmann, Sportjournalist), Franz Matter (Fred Steinberg, Drehbuchautor), Alfred
Schlageter (Beibler, Filmproduzent), Hans Jedlitschka (Tom Stauffer, Filmregisseur), Walter Kiesler
(Leon Aramoniam, reicher Armenier), Karl Wagner (Jacobson, Drehbuchautor), Max Haufler (Tom
Strickler, Tourist-Manager), Paul Bühlmann (Pfarrer / Bertel Steiger), Peter W. Loosli (Hahnreuter),
Dorit Fischer (Monika), Gabriele Marti (Marizzers Frau), Tomi Tanner (Martin, Marizzers Sohn), Katja
Früh (Vreni, Marizzers Tochter) u.a.
Regie: Kurt Früh
Produktion: SRF 1963
Dauer je Folge: 48' – 75'
Kurt Früh (1915 – 1979) drehte in den 1930er Jahren Kurz- und Werbefilme und arbeitete als
Montagechef für die Schweizer Filmwochenschau. Er assistierte bei den drei letzten Filmen von
Leopold Lindtberg, bevor ihm 1955 mit «Polizischt Wäckerli» der Durchbruch als Spielfilmregisseur
gelang. Es folgten u.a. «Bäckerei Zürrer», «Café Odeon», «Hinter den sieben Gleisen» und einige
Jahre später «Dällebach Kari». Seine bekannten Hörspiele sind «Bäckerei Zürrer», «Es Dach überem
Chopf» (eine Zusammenarbeit mit Jean-Pierre Gerwig) und «Der Sieger».
6
März – April 2015
Montag, 09.03.2015, 14.00 Uhr, Radio SRF 1
Das kleine Lexikon der Provinzliteratur
von Pedro Lenz
Der Schweizer Mundart-Dichter Pedro Lenz ist spätestens 2005 mit «Das kleine Lexikon der
Provinzliteratur» zum Kultautor avanciert. Sein Roman «Dr Goalie bin ig» wurde vielfach ausgezeichnet
und erfolgreich verfilmt. Pedro Lenz ist ein Lyriker und Sprachkünstler mit radikal zeitkritischem Blick.
«Das kleine Lexikon der Provinzliteratur» ist viel mehr als ein Nachschlagewerk. Die Lenz'sche
Phantasie schafft mit diesem Lexikon eine neue Wirklichkeit. Autorinnen und Autoren, die bisher nie in
der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden, erhalten endlich den Spielraum, der ihnen gebührt. Pedro
Lenz weist einer Gertrud Niederhauser, einem Albin Blum, Mathilde Ellenberger-Ellenberger oder
Rodolfo Köhli ganz präzis den Lebensraum oder eben die Provinz zu, wo sich – und nur dort – der
unverwechselbare literarische Gestus entwickeln kann. Ein skurriles Panoptikum entfaltet sich, das uns
lachen und staunen lässt.
Mit: Pedro Lenz und Christian Brantschen
Musik: Christian Brantschen
Produktion: SRF 2008 (Live-Aufnahme im Berner Café Kairo)
Dauer: 50'
Pedro Lenz (* 8.3.1965 in Langenthal) arbeitet seit 2001 vollzeitlich als Schriftsteller. Er lebt in Olten als
Dichter, Schriftsteller und schreibt als Kolumnist für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften (zurzeit:
NZZ, WoZ, Schweiz am Sonntag). Als Autor ist er Mitglied des Bühnenprojekts «Hohe Stirnen» und der
Spoken-Word-Gruppe «Bern ist überall». Er hat Texte für verschiedene Theatergruppen und für das
Schweizer Radio SRF verfasst.
Christian Brantschen (geb. 1959) lebt als Komponist und Musiker in Bern. Mitglied von «Patent
Ochsner» und «Bern ist überall». Kompositionen für Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen.
7
März – April 2015
Montag, 16.03.2015, 14.00 Uhr, Radio SRF 1
Rüebliturte
von Ernst Burren
Tante Lea meint, sie habe in ihrem Garten einen Panther gesehen. Greti macht auch mit achtzig noch
Campingferien. Der pensionierte Lehrer Maibach wettert über die Dummheit der Schüler. Und Frau
Heimberg aus Hamburg wird aus dem Dorf gemobbt.
Die Mundartgeschichten von Ernst Burren sind Selbstgespräche von einsamen Menschen. Sie erzählen
von ihren Ängsten, Enttäuschungen, Sehnsüchten. Doch die Sehnsüchte haben nicht mehr den
grossen Atem und reichen kaum über den Weissenstein hinaus. Ihre Geschichten verweisen auf die
Brüche, die Risse, die Liebesnot. «Dieser Dichter ist kein Idylliker, er fabriziert keine Heimatkunst», sagt
der Literaturkritiker Manfred Papst über Burren.
Die im Hörspiel verarbeiteten Geschichten stammen aus den letzten drei Publikationen von Ernst
Burren: «Schnee schufle», «Dr Troum vo Paris», «No einisch uf d Maledive», alle erschienen im
Cosmos Verlag Bern.
Mit: Franziska Bussmann, Rahel Hubacher, Silvia Jost, Albert Freuler, Ueli Jäggi, Mike Müller,
Hansrudolf Twerenbold
Musik: Barblina Meierhans
Akkordeon: Goran Kovacevic
Hörspielfassung und Regie: Geri Dillier
Produktion: SRF 2014
Dauer: 50'
Ernst Burren (* 20.11.1944) lebt seit seiner Geburt im solothurnischen Oberdorf. Er war Primarlehrer im
solothurnischen Bettlach und schreibt seit 1970 seine Geschichten und Gedichte ausschliesslich in
Mundart. Darin lässt er Menschen aus ihrem Alltag erzählen und macht als hellhöriger Seismograph
auch die Abgründe und Widersprüche sichtbar. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Er
gehört zu den wichtigsten Mundartautoren der Schweiz.
Barblina Meierhans studierte Violine an der Zürcher Hochschule der Künste, weiterführende Studien an
der Hochschule der Künste Bern. Seit 2009 entstehen eigene Werke im Bereich Komposition,
Installation und Feature/Hörspiel mit einer Vorliebe für ortsspezifisches und räumliches Arbeiten. Als
Musikerin widmet sie sich dem experimentellen Musiktheater, der Improvisation und ist als
Kammermusikerin tätig.
8
März – April 2015
Montag, 23.03.2015, 14.00 Uhr, Radio SRF 1
Hörspiel-Premiere/Zum 80. Geburtstag von Peter Bichsel
Eigentlich möchte Frau Blum den
Milchmann kennen lernen
von Peter Bichsel
Peter Bichsel – einer der wenigen wahrhaft echten Kurzgeschichtenschreiber – wird 80 Jahre alt.
Zu seinem Geburtstag realisiert SRF eine Hörcollage mit Geschichten aus seinem Erstlingswerk
«Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennen lernen».
Als seine ersten 21 Geschichten, die teilweise nicht länger als eine Druckseite sind, 1964 erschienen,
wurde der 29-jährige Peter Bichsel auf einen Schlag zur literarischen Sensation. Als subtiler
Beobachter ohne erkennbare Neugier beschreibt er den Alltag der kleinen Leute und breitet eine Reihe
scheinbar idyllischer Alltagssituationen aus. Doch hinter dieser Idylle, im Verborgenen, lauern die
Einsamkeit und die immerwährende Unfähigkeit zur zwischenmenschlichen Kommunikation.
In der Hörcollage «Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennen lernen» führt uns Peter Bichsel
durch ein Geschichtenhaus, in dem in jedem Stockwerk «jemand wohnt». Die junge Frau, die wartet:
auf eine Freundin oder eine Kollegin, den Zug, den Abend. Ein Mann, der Papierblumen verkauft. Ein
Ehepaar, das Lichtbilder zeigt. Ein Mann, der kein Klavier kaufen möchte, aber seiner Frau eines kauft.
Eine Frau, die einen Brief vom Meer bekommt. Ein Mann, dem es in der Wohnung zu kalt ist und der
vom Auswandern träumt. Die Tante, die das Klavier ihrer Mutter erbt. Die Familie, die auf die Tochter
wartet. Und natürlich Frau Blum, die den Milchmann kennen lernen möchte.
Mit: Peter Bichsel, Lotti Happle, Anja Schärer, Fabian Müller und Reto Stalder
Musik: Elia Rediger
Regie: Päivi Stalder
Dramaturgie: Wolfram Höll
Produktion: SRF 2015
Dauer: 40'
Peter Bichsel wurde am 24. März 1935 in Luzern geboren und wuchs als Sohn eines Handwerkers in
Olten auf. Am Lehrerseminar in Solothurn liess er sich zum Primarlehrer ausbilden. 1956 heiratete er
die Schauspielerin Therese Spörri. Zwischen 1974 und 1981 war er als persönlicher Berater für
Bundesrat Willi Ritschard tätig. Mit dem Schriftsteller Max Frisch war er bis zu dessen Tod 1991 eng
befreundet. Auf sein Debüt «Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennen lernen» (1964)
folgten bisher über 30 Bücher, vor allem mit Kurzgeschichten und Kolumnen. Peter Bichsel erhielt
mehrere Preise, u.a. den Literaturpreis der Gruppe 47 (1965), den Deutschen Jugendbuchpreis für die
Kindergeschichten (1970), den Literaturpreis des Kantons Bern (1978), den Gottfried-Keller-Preis
(1999), den Solothurner Literaturpreis (2011) und zuletzt den Grossen Schillerpreis (2012). Peter
Bichsel lebt in Bellach bei Solothurn.
9
März – April 2015
Montag, 30.03.2015, 14.00 Uhr, Radio SRF 1
Sprich mit den Toten
von Peter Meisenberg
Seine Gabe, mit den Toten sprechen zu können, hat Ulrich nicht nur über den Tod seiner geliebten
Gattin Agathe hinweg geholfen. Nein, bei seinen täglichen Besuchen auf dem Friedhof fällt er dank
«seiner gefasst konzentrierten Art zu trauern» auch dem Bestattungsunternehmer Wenzel auf.
Wenzel ist ein findiger Geschäftsmann, der die althergebrachte Trauerkultur revolutionieren will.
Kochseminare, Trauerreisen und Internetgrabsteine sollen den Hinterbliebenen eine echte
Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit ermöglichen. Da kommt Ulrich mit seinem offensichtlichen
Draht zu den Toten gerade recht. Wenzel stellt den arbeitslosen Germanisten als «Trauerbegleiter» ein.
Aber der neue Angestellte ist nicht nur ein einfühlsamer Begleiter der Trauernden, er kümmert sich
auch um die Anliegen und Nöte der Toten – und dabei kommt ihm ein Verdacht: Zu viele Verstorbene
sind direkt nach einer Notbehandlung ins Bestattungsinstitut Wenzel gebracht worden. Um die Wahrheit
ans Licht zu bringen, geht Ulrich ein hohes Risiko ein.
Mit: Hans Kremer (Ulrich), Biggi Wanninger (Krankenschwester), Isis Krüger (Gerda), Jan-Gregor
Kremp (Walter), René Heinersdorff (Wenzel), Jochen Stern (Kunde), Susanne Uhlen (Agathe), Peter
Davor (Dr. Arnheim), Therese Dürrenberger (Frau Kühn), Rainer Homann (Herr Kühn), Hannelore
Lübeck (Frau Seiffert), Ilse Strambowski (Kundin), Roland Jankowsky (Pfarrer / Leichenträger 2),
Friedemann Thiele (Leichenträger 1)
Musik: David Paul Graham
Regie: Christoph Pragua
Produktion: WDR 2010
Dauer: 45'
Peter Meisenberg wurde 1948 in Meckenheim geboren und studierte Geschichte, Philosophie und
Germanistik. Er ist als Dokumentarfilmer und Drehbuchautor tätig. Fürs Radio schreibt er Features,
Essays, Glossen und Hörspiele. Peter Meisenberg lebt in Köln.
David Paul Graham wurde 1951 in Stratford-upon-Avon geboren. Er studierte an der Reading
University und in der Meisterklasse von Hans Werner Henze in Köln. Nach einem längeren Aufenthalt
in Italien, lebt er heute als Komponist und Kompositionslehrer in Bonn.
10
März – April 2015
Montag, 06.04.2015, 14.00 Uhr, Radio SRF 1
Cosmos
von und mit Ferruccio Cainero
Wenn Ferruccio Cainero von seiner Jugend in Norditalien erzählt, verwandelt sich seine Heimatstadt
Udine unversehens in ein zweites Brescello, das legendäre Städtchen, in dem einst Don Camillo und
Peppone zuhause waren. Doch die Welt des jungen Ferruccio dreht sich nicht um Kirche und Rathaus,
sondern um die Autowerkstatt «Cosmos».
Hierhin zieht es den bald Achtzehnjährigen jeden Abend, ins Reich von Toni, dem philosophischen
Automechaniker, der Motoren zum Laufen und Träume zum Fliegen bringt. Physik und Poesie
verschmelzen auf hinreissende Weise, wenn Ferruccio, zusammen mit Tonis jüngerem Bruder
Giovanni, auf einer alten BMW 750 in die Umlaufbahn schöner «Komädchen» gerät und dort das
kosmische «Gesetz der Busengravitation» entdeckt.
Ferruccio Cainero ist ein «Sohn des Cosmos», denn Tonis Werkstatt existierte tatsächlich. Und er ist
ein wichtiger Vertreter der italienischen Erzählkunst, wie sie unter anderem von Luigi Pirandello geprägt
wurde. Der Sizilianer nannte sich in Anlehnung an seinen Geburtsort einen «Sohn des Chaos» und
schrieb: «Man hat nie Gelegenheit, sie zu sagen, die Wahrheit, ausser wenn man sie erfindet.»
Liveaufnahme aus dem Theater Ticino in Wädenswil vom 2. Februar 2015.
Redaktion: Anina Barandun
Produktion: SRF 2015
Dauer: ca. 50'
Ferruccio Cainero (* 1953) lebt und arbeitet seit über zwanzig Jahren als Regisseur, Autor und
Schauspieler in der Schweiz. Als Kabarettist und Solokünstler erhielt er für sein Schaffen zahlreiche
Auszeichnungen, darunter den «Schweizer Kleinkunstpreis 2002», den «Salzburger Stier 2003» oder
«The Golden Ear of Graz 2006». www.ferrucciocainero.ch
11
März – April 2015
Freitag, 10.04.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 1
Montag, 27.04.2015, 14.00 Uhr, Radio SRF 1
Hörspiel-Premiere
Abgfahre
von Hugo Rendler
Ohne sie würde im ÖV nichts laufen: Postauto-Chauffeure bedienen zuverlässig noch die hinterletzte
Haltestelle. Auch im grössten Verkehrsgewühl behalten sie die Übersicht und bringen ihre Fahrgäste
sicher ans Ziel. Aber es gibt Tage, da reicht es selbst dem ruhigsten Steuermann. Und er greift durch.
ÖV-Dienstleister wie Bus-Chauffeure oder Kondukteure werden zunehmend Opfer von Pöbeleien und
Provokationen. Und manchmal sogar von physischer Gewalt. Renitente, betrunkene, gewaltbereite
Fahrgäste sind auch in der Schweiz keine Ausnahme mehr. Zwar wird das Personal regelmässig in
Anti-Aggressionskursen auf den Ernstfall vorbereitet, aber letztlich müssen die Betroffenen selber
schauen, wie sie mit den Angriffen und ihren Folgen fertig werden.
In einem ebenso authentischen wie präzis gebauten Monolog hat der Hörspiel-Autor Hugo Rendler
festgehalten, wie es passieren kann, dass ein Busfahrer an seine Grenze kommt. Denn ein durchgetaktetes Leben nach Fahrplan, das geht immer nur bis zu einem gewissen Punkt. Danach beginnt
eine neue Zeitrechnung. Oder eine Fahrt ins Blaue. Allerdings nur, wenn auch das Herz mitmacht.
Der Schaffhauser Dramatiker Andri Beyeler hat die ursprünglich in der südbadischen Grenzregion
angesiedelte Vorlage für SRF in Mundart übersetzt und auf schweizerische Verhältnisse adaptiert. Die
Produktion entsteht in Kooperation mit dem SWR und mit Radio Bremen – als Teil einer kleinen
Mundart-Offensive im deutschsprachigen Hörspiel. Ab dem Sendetermin wird man auf srf.ch
«Abgfahre» unter dem Titel «A de Grenz» ebenfalls in einer alemannischen und in einer plattdeutschen
Version hören können.
Mit: Martin Hug
Mundart-Übertragung: Andri Beyeler
Musik: Martin Bezzola
Regie: Reto Ott
Produktion: SRF 2015
Dauer: 50'
Hugo Rendler, geboren 1957 im Südschwarzwald, wächst nahe der Schweizer Grenze bei
Schaffhausen auf. Der ausgebildete Krankenpfleger lebt als freier Autor in Ihringen am Kaiserstuhl. Er
schreibt Theaterstücke, Drehbücher und Romane. Und vor allem zahlreiche Hörspiele für den SWR,
Radio Bremen, WDR, NDR und immer wieder auch für SRF. Hugo Rendler ist als Autor von
«Morgengeschichten» regelmässig auf Radio SRF 1 zu hören.
12
März – April 2015
Montag, 13.04.2015, 14.00 Uhr, Radio SRF 1
Sechseläuten
von Michael Theurillat
«Sechseläuten» in Zürich! Charlotte Bischoff bricht unweit von Kommissar Eschenbach tot zusammen.
Neben der Leiche steht zitternd ein kleiner Junge. Hat er etwas gesehen? Was für Eschenbach als
normaler polizeilicher Einsatz beginnt, wird zu einer erschütternden Reise in die Vergangenheit.
April 2008: Beim traditionellen «Sechseläuten» sind Kommissar Eschenbach und seine Chefin
Elisabeth Kobler Ehrengäste. Plötzlich bricht neben ihnen Charlotte Bischoff, Mitarbeiterin der FIFA,
zusammen und stirbt noch vor Ort. Ein Anwalt des Weltfussballverbandes sucht die
Ermittlungsbehörden auf und wirft dem Kommissar vor, die Frau falsch reanimiert zu haben.
Eschenbach wird vom Dienst suspendiert. Doch der Kommissar ermittelt mit Unterstützung seiner
Sekretärin undercover weiter. Aber wer ist der Junge, der mit Charlotte Bischoff das Sechseläuten
besucht hat? Er spricht Jenisch, die Sprache der Fahrenden.
Mit: Stephan Witschi (Eschenbach), Sara Capretti (Rosa), Andrea Zogg (Lenz), Rachel Braunschweig
(Lara Bischoff), Jean-Pierre Cornu (Kronenberger), in weiteren Rollen Regula Imboden, Fredrik
Hunziker, Rahel Hubacher, Margot Gödrös, Michael Gempart, Ludwig Boettger, Curdin Vincenz und
Geri Dillier.
Musik: Jakob Diehl
Hörspielfassung: Katrin Wenzel
Regie: Barbara Liebster
Produktion: DLR 2014
Dauer: 50'
Michael Theurillat wurde 1961 in Basel als Sohn einer Literaturwissenschaftlerin und eines Kaufmanns
geboren. Er studierte Wirtschaftswissenschaften, Kunstgeschichte und Geschichte. Nach seiner
Promotion auf dem Gebiet der Finanzwissenschaft arbeitete er für den Schweizerischen Bankenverein
und war, nachdem er dessen Fusion mit der Schweizerischen Bankgesellschaft mitgestaltet hatte,
Managing Director der neu entstandenen UBS. Mit 41 Jahren begann er einen neuen Lebensabschnitt
und widmet sich seitdem seiner zweiten grossen Leidenschaft: dem Schreiben.
13
März – April 2015
Freitag, 17.04.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 1
Die Pflege der Geselligkeit
erotische Kostbarkeiten aus der Weltliteratur
Sich in reifen Jahren zu verlieben ist für viele ein Wagnis. Erfahrungen, Erwartungen und Vorbehalte
müssen überwunden werden. Doch wenn es gelingt: was für ein Glück. Von der Spannung zwischen
Sehnsucht, Vorsicht und Hemmung erzählen literarische Perlen aus der SRF-Erotikreihe «Schön &
Heiss».
Für die Erotik nehmen wir viel Unbill auf uns. Und doch kriegen Alte und Junge in Ost und West, Süd
und Nord, in längst vergangenen Zeiten oder heute, wir alle kriegen nicht genug davon. Ob Haller und
Helen, die ein schweizerisches Altersheim «bevölkern», oder die Señorita in Spanien, die sich selbst
als alte Jungfer sieht, alle suchen die Erotik, finden sie in sich oder als unbekannte Engel, manchmal
auch auf dem Balkon der Nachbarn. Und am Ende beteiligen sich hoffentlich Alle am grossen
Schlürfen, an der «Pflege der Geselligkeit».
Mit: Dinah Hinz, Desirée Meiser, Bettina Stucky, Raphael Clamer, Buddy Elias, Peter Kner, Josef
Ostendorf
Regie: Isabel Schaerer, Margret Nonhoff
Produktion: SRF 2004/2005
Dauer: 45'
Einzelne Titel
«Haller und Helen» von Jürg Schubiger, «Wie er wolle geküsset sein» von Paul Fleming, «Ein Traum»
von Johann Peter Uz, «Frau N.» von Hanneliina Seret, «Die Señorita» von Gabriela Rábago Palafox,
«Flucht» von Kim Småge, «Die Pflege der Geselligkeit» von Ror Wolf
14
März – April 2015
Montag, 20.04.2015, 14.00 Uhr, Radio SRF 1
Drei Kugeln ins Herz
von Louis C. Thomas
Wenn man beim Autofahren den Kopf nicht bei der Sache hat, kann es leicht geschehen, dass man
falsch reagiert und dorthin fährt, wo man nicht hinfahren wollte. So war auch das Ziel von Loulette
keineswegs der Strassengraben, wo Kommissar Paron und Inspektor Guérin sie finden.
Sollten die beiden Kriminalbeamten zunächst noch geglaubt haben, mit einer kleinen Rettungsaktion
davon zu kommen, werden sie alsbald eines Besseren belehrt – und zwar in Form einer Leiche.
Loulette, die «Gesellschafterin» von Monsieur Puissaux hat ebendiesen blutüberströmt in seiner
abgelegenen Villa aufgefunden, und hat sich etwas kopflos ins Auto gesetzt, um – wie sie sagt – Hilfe
zu holen. An Verdächtigen, die Gründe gehabt haben könnten, den reichen Unternehmer zu
erschiessen, mangelt es nicht. Gestohlene Goldstücke und ein rätselhafter Brief kommen dazu, und
machen die Angelegenheit zu einem Fall, zu dessen Lösung Kommissar Parons kriminalistische
Fähigkeiten dringend gebraucht werden.
Mit: Wilhelm Grimm (Kommissar Paron), Gerhard Imbsweiler (Inspektor Guérin), Inge Bahr (Loulette),
Hans-Dieter Jendreyko (Serge Pertuis), Horst-Christian Beckmann (Albert Molsheim), Monika Koch
(Monique Molsheim), Urs Bihler (Baptistin Bouffique)
Aus dem Französischen von Maria Frey
Musik: Hans Moeckel
Regie: Willy Buser
Produktion: SRF 1971
Dauer: 50'
Louis C. Thomas (1921 - 2003) ist das Pseudonym von Louis Thomas Cervioni. Der fanzösische Autor
schrieb Kriminalromane in der Tradition von Georges Simenon, sowie Drehbücher und diverse
Hörspiele. 1953 tauchte in «Jour des morts» sein Held Kommissar Paron zum ersten Mal auf, der noch
in einem halben Duzend Krimis die Ermittlungen führen sollte.
Hans Moeckel (1923 - 1983) leitete bereits als Gymnasiast in St. Gallen eine Jazzband. 1947 kam er
zum Schweizer Radio, dem er als Leiter des Unterhaltungsorchesters und als Komponist zahlreicher
Hörspielmusiken über 30 Jahre lang treu blieb. Neben seinem Engagement beim Radio komponierte
Moeckel Musicals (z.B. «Z wie Züri»), Filmmusiken (u.a. zu «Der Mustergatte» oder «Läppli, der
Etappenheld») und Chansons für Schauspielerinnen wie Ines Torelli und Stephanie Glaser.
15
März – April 2015
Freitag, 24.04.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 1
Hörspiel-Premiere
Hornissengedächtnis
von David Zane Mairowitz
«Sie hassen einander mit nicht nachlassender Leidenschaft, seit Jahrzehnten. Wie Hornissen, die sich
an jede Kränkung erinnern, die ihnen ein Feind zugefügt hat.»
Ein französisches Dorf nahe der Schweizer Grenze im Kriegsjahr 1940: Reveka ist ungarische Jüdin
und hat bereits eine zweijährige Flucht quer durch ganz Europa hinter sich. Zacharias ist Jude mit
Schweizer Pass, blauen Augen und dem sicheren Gefühl, dass ihm nichts passieren kann. Darum
zögert er lange – zu lange, sagt sie –, bis er mit Reveka in die Schweiz flüchtet. Hier werden beide
interniert, Zacharias im luzernischen Wauwilermoos, Reveka im Geisshof bei Bremgarten (AG). Erst
nach dem Krieg finden die beiden wieder zusammen, heiraten, bekommen ein Kind, kaufen ein Haus.
Dann übernimmt Zacharias die traumatisierende Aufgabe, bei den Nürnberger Prozessen Hermann
Görings Aussagen ins Französische zu übersetzen, Worte zu finden für das Unsagbare. Nach seiner
Rückkehr aus der Hölle von Nürnberg ist ein gemeinsames Leben nicht mehr möglich. Reveka nimmt
ihr Kind und geht.
Fünfzig Jahre später – fünfzig Jahre, in denen Zacharias und Reveka kein einziges Wort miteinander
gesprochen haben – versucht ihre Enkelin Suzanna das Unmögliche: zwischen den beiden zu
vermitteln. Sie möchte verstehen, warum der Hass ihre Grosseltern so zerfressen konnte. Und sie
möchte, dass die beiden das Letzte, was sie noch verbindet, endlich verkaufen: ihr längst verfallenes
Haus.
David Zane Mairowitz, Autor und Regisseur von «Hornissengedächtnis», erzählt diese authentische
Geschichte aus permanent wechselnden Perspektiven. Aber im Scherbenhaufen der zersplitterten
Erinnerungen, Vorwürfe und Widersprüche ist der Kern der Tragödie nicht mehr zu erkennen. Suzanna
muss an ihrem Auftrag scheitern. Und doch gehört ihr die Zukunft.
Mit: Erni Mangold (Reveka), Hans-Michael Rehberg (Zacharias), Pippa Galli (Suzanna), Gerti Drassl
(Reveka jung), Alexander Scheer (Zacharias jung), Ljubisa Lupo Grujcic (Gendarm im Bus), Patrick
Bongola (Französischer Wachtposten), Giuseppe Rizzo (Polizist), Roland Koch (Lagerkommandant),
Therese Affolter (Lagerkommandantin), Michèle Rohrbach (Oberschwester) u.a.
Regie: David Zane Mairowitz
Produktion: SRF/ORF 2015
Dauer: 53'
David Zane Mairowitz ist einer der angesehensten Radiomacher der Gegenwart. Seit den späten 60er
Jahren arbeitet der gebürtiger New Yorker als Autor und Regisseur in ganz Europa. Mairowitz ist mit
allen wichtigen Preisen der Branche ausgezeichnet worden, zuletzt 2012 mit dem «Prix Europa» für
seine SRF-Produktion «Category 5: Wie ich Fats Domino aus dem Hurrikan Katrina rettete».
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März – April 2015
Hörspiel SRF 2 Kultur
Mittwoch, 04.03.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Mutterseelenallein
von Matthias Kapohl
Sie sind hingebungsvoll, liebevoll, umsorgend. Und überfordert, überengagiert, übergriffig: Mütter.
Gerade, weil es immer weniger Kinder gibt, ist das Kind zum Statussymbol geworden: Über Ihren
Nachwuchs transportieren gutbürgerliche Eltern den eigenen Lifestyle.
Im Mittelpunkt des Hörspiels steht eine Mutter, die an diesem Gesellschaftsspiel «Kind» mit allen
seinen Codes und Absurditäten verzweifelt, aber eben doch – zum Wohle des Kindes? – mitspielt.
Gegenpart ist ein mittlerweile erwachsener Sohn, der sich von seiner Rolle als Statussymbol
emanzipieren will. Und ein Paar tritt auf, dessen Beziehung am Projekt Kind zu zerbrechen droht. Zu
hören sind auch ganz viele Mütter, die exemplarisch die Spielregeln formulieren und den Rahmen
stecken, in denen sie sich heute bewegen.
Bedrohliche Fragen schweben über dem Ganzen: Was bleibt am Ende? Wo endet das Spiel für alle
Beteiligten? Zu welchem Preis strebt man nach immer nur dem Besten für die eigenen Kinder?
Mit: Sebastian Urzendowsky, Judith Engel, Matthias Bundschuh, Anna Blomeier, Antje Hamer, Ulrike
Schwab, Camilla Renschle, Katharina Schmalenberg, Fiona Metscher, Tanja Schleiff, Justine Hauer,
Birte Schrein, Sigrid Burkholder, Ilse Strambowski
Musik: Rainer Quade
Regie: Matthias Kapohl
Produktion: WDR 2014
Dauer: 53'
Matthias Kapohl, geboren 1972, lebt als freischaffender Autor, Bearbeiter und Regisseur in Köln.
Zudem organisiert er internationale Film- und Medienmusikveranstaltungen (z. B. «Internationale
Filmmusik Biennale Bonn», «SoundTrack_Cologne»).
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März – April 2015
Samstag, 07.03.2015, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Hörspiel-Premiere
Paris. Eine Liebe
von Urs Faes
Ein Mann kehrt zurück nach Paris, auf den Spuren einer vergangenen Liebe. 30 Jahre später
durchmisst er die Stadt als Erinnerungsraum. Es entspinnt sich ein Dialog zwischen dem Ich von
damals und dem Er von heute, und umgekehrt. Die Hauptrolle teilen sich Joel Basman und Robert
Hunger-Bühler.
Im Winter 1971 folgt der Zürcher Student Eric seiner grossen Liebe Claudine nach Paris. Bei seiner
Ankunft an der Gare de l’Est ahnt er noch nicht, dass sie sich bereits einem anderen zugewandt hat.
Umso grösser ist die Enttäuschung, als sie ihn, fast beiläufig, aus ihrem Leben streicht. Das Gefühl von
Schmerz und Verlust wirkt lange nach, bis in die Jetztzeit im Herbst 2001, als Eric wieder durch die
Strassen von Paris streift. Und auch wenn sich, wie in seinem Leben, im Stadtbild vieles verändert hat:
Eric findet sich wieder und verliert sich wie damals, an all den Orten, in all den Bildern, die von der
Liebe markiert sind. Bis ihm schliesslich Claudine wiederbegegnet.
Gemeinsam mit dem russischen Avantgarde-Komponisten Dmitri Kourliandski hat der Regisseur JeanClaude Kuner eine vielschichtige Hörspiel-Partitur geschaffen: Die Welthauptstadt der Liebe wird zum
Klangraum für die 2012 erschienene Erzählung von Urs Faes. «Im Hörspiel wird das Schwebende,
auch bruchstückhaft Zufällige jeder Wahrnehmung offensichtlich. Aber eben auch der Erinnerung, die
gesichert scheint und sich als Fiktion erweist, als, im Sinne Freuds und Lacans, nachträglich (und
vielleicht gar willkürlich) geformt.» (Urs Faes)
Mit: Joel Basman, Robert Hunger-Bühler und Josephine Dusol
Musik: Dmitri Kourliandski
Hörspiel-Bearbeitung und Regie: Jean-Claude Kuner
Produktion: SRF/RBB 2015
Dauer: 54'
Urs Faes, geboren 1947 in Aarau, lebt als freier Schriftsteller in Zürich. Zu den bekanntesten seiner
zahlreichen Romane gehören «Und Ruth», «Liebesarchiv» und zuletzt «Sommer in Brandenburg».
Dmitri Kourliandski, geboren 1976, studierte am Moskauer Konservatorium und ist einer der am
meisten beachteten Exponenten von Neuer Musik der Gegenwart. Neben Solo-, Ensemble- und
Orchesterwerken schreibt er Opern und Filmmusik. Für «Paris. Eine Liebe» komponierte er seine erste
Hörspiel-Musik.
Jean-Claude Kuner, 1954 geboren in Basel, lebt in Berlin und arbeitet seit 1990 als freischaffender
Autor und Regisseur für Feature und Hörspiel. Seine Radio-Arbeiten sind mehrfach ausgezeichnet
worden, zuletzt das Duett «Traumrollen» als Hörspiel des Jahres 2013. «Paris. Eine Liebe» ist seine
erste Hörspiel-Produktion für SRF.
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März – April 2015
Mittwoch, 11.03.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Lebensabend in Übersee
von Hermann Bohlen
Das Bild des einsamen Rentners, der Pfandflaschen suchend durch unsere Städte geistert, gehört der
Vergangenheit an: Altern und Sterben werden in Zukunft ausgelagert. Denn immer weniger alte
Menschen können sich ihren Lebensabend in Mitteleuropa leisten.
Poldi und Gretchen haben das Rentenalter erreicht. Zeit für den Kassensturz: Kommen sie – jeder für
sich – auf die 487.800 Euro Sicherheit, wie in der jüngsten Gesetzesnovelle zur Vermeidung von
Altersarmut festgelegt? Nur wer dieses Vermögen angespart hat oder eine satte monatliche Rente
nachweisen kann, darf seinen Lebensabend in Deutschland verbringen. Für alle anderen heisst es
Koffer packen und Abschied nehmen von der Heimat – für den gesicherten Lebensabend in Übersee.
Leopold hat für sich und seine Bienen einen Platz auf restliche Lebenszeit in einer zertifizierten
Altersheim-Anlage in Polen gebucht. Annegret hat sich für deutlich weniger Einsatz in einer
Seniorenresidenz im Südwesten der Volksrepublik China eingekauft.
Mit: Ulrich Pleitgen (Poldi), Christine Schorn (Gretchen), Harald Halgardt (Hartmut) und Malina Ebert
(Putzfrau)
Regie: Judith Lorentz und Hermann Bohlen
Produktion: WDR 2014
Dauer: 53'
Hermann Bohlen, geboren 1963 in Celle, studierte Sinologie und lebt als Hörspielmacher in Berlin.
Schreibt und produziert seit 1994 Hörspiele. Publikumspreis «Lautsprecher» der Akademie der Künste
Berlin für «Prozedur 7.7.0.» (1996). Andere seiner zahlreichen Produktionen sind «Gekaut! (Bis es von
alleine herunterläuft)» (1994), «Das Luxurieren der Bastarde oder Sag doch auch mal was – LiveMitschnitte aus den Wohnzimmern der 60er Jahre» (1998), oder auch «Alfred C». (2012) – die alle
auch als Gastproduktionen im Programm von Schweizer Radio SRF gesendet wurden.
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März – April 2015
Samstag, 14.03.2015, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Mit den Waffen einer Maus
von Jens Nielsen
Ein Filmmacher, ein Edelstatist und ein Faktotum warten auf den genialen Einfall zu einem Roadmovie.
Aber keine Muse kommt und küsst. Und wenn die Idee zu einer Improvisation aufleuchtet, klingelt ein
Handy und stört den kreativen Prozess.
Die handelnden oder auch nicht handelnden Personen: der Filmmacher Ingomar Benz Berger («‹Lepra
in Zeiten der Cholera›. Wer hat mir dazu gratuliert? Wer hat auch nur einen Satz geschrieben?»), der
Edelstatist Balz Bagger («Ich bin weltweit bekannt als Unbekannter!») und das Faktotum Laurenz
Bertschinger alias Schoggi («Mein Leben ist ein Sack voll –. Ich wühle darin herum, als wär da
Ausverkauf. Und ich finde einfach nichts.»). Bagger bringt die Situation auf den Punkt: «Es ist die
Geschichte von drei Typen, die zu Hause bleiben, weil sie schon an der Hauseinfahrt scheitern. Und da
sitzen sie in der Garage, auf diesem ‹Set›, in dem ‹Studio› und unterhalten sich. The End! Abreissen
das Ganze, zurückbauen!»
Aus seinem letzten Theaterstück «Keine Aussicht auf ein gutes Ende» (Uraufführung Mai 2011)
entwickelte Nielsen sein Hörspiel «Mit den Waffen einer Maus». Die Produktion im Basler
Hörspielstudio wurde nicht nur akustisch aufgenommen, sondern auch gefilmt. Die Videofassung ist ab
Sendedatum im Netz zu sehen. Der Autor mit Bühnenambitionen hat in dieser Produktion keine Rolle
bekommen. Dafür hat er sich gerächt und gedroht mit den Waffen einer Maus – während der
Tonaufnahmen und vor laufenden Kameras.
Mit: Godehard Giese (Filmmacher Ingomar Benz Berger), Jodoc Seidel (Edelstatist Balz Bagger),
Christian Ahlers (Faktotum Laurenz Bertschinger alias Schoggi), Jens Nielsen (Autor Jens Nielsen)
Musik: Philipp Schaufelberger
Regie: Claude Pierre Salmony
Produktion: SRF 2012
Dauer: 48'
Jens Nielsen, 1966 in Aarau geboren, absolvierte eine Schauspielerausbildung. Danach gründete er mit
Aglaja Veteranyi die Performance-Theatergruppe «Die Engelmaschine». Er war in zahlreichen
Auftritten bei eigenen Projekten zu sehen. Nielsen lebt als freier Schauspieler, Sprecher und Autor in
Zürich. Seit 2003 sind neun Theaterstücke von ihm auf die Bühne gebracht worden. Seit 2003 auch
figuriert er als Autor im Deutschschweizer Hörspiel, seit 2008 mit vorwiegend experimentellen Formen.
2012 erschien sein Buch «Das ganze aber kürzer».
20
März – April 2015
Mittwoch, 18.03.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Glüht ein Stern in alter Haut
von Holger Siemann
Victoria ist Opernsängerin. Sie ist schon sehr alt. In ihrem Kopf geht es manchmal drunter und drüber.
Manchmal bemerkt sie die Verwirrung, meist aber nicht. Und darunter leidet ihr glühender Verehrer
Dorian, emeritierter Professor für Musikgeschichte. Die beiden bewohnen als letzte ein Abbruchhaus.
Draussen wütet ein Schneesturm, der Strom fällt aus, es ist finstere Nacht. Da irrt sich Dorian beim
Heimkommen im Stockwerk und versucht, Victorias Wohnung aufzuschliessen. Der Schlüssel bricht ab,
das Telefon für den Schlüsseldienst ist unauffindbar. Dorian sucht und findet das Meissener Porzellan
in der Kommode. Das war Victorias Gage bei einem ihrer vielen Gastspiele. Eine Erinnerungsreise
durch rauschende Erfolge, Interviews, Ehemänner, Kinder, die Sehnsucht nach Weite und Licht
beginnt. Was haben die Zwei wirklich erlebt, was ist pure Erfindung? Gemeinsam wehren sie sich
gegen das Schwinden der Kräfte.
Mit: Marie-Thérèse Escribano (Victoria), Wolfram Berger (Dorian)
Musik: Jürg Kienberger
Regie: Margret Nonhoff
Produktion: SRF 2015
Dauer: 50'
Holger Siemann, 1962 in Leipzig geboren, studierte Philosophie in Berlin. Er war Offizier, Schauspieler,
Sozialwissenschaftler und Familienhelfer. Seit 2001 arbeitet er als freier Autor u.a. zahlreicher
Hörspiele, Feature und Libretti. 2006 und 2008 erschienen die ersten beiden Romane bei C.
Bertelsmann. Holger Siemann lebt in Berlin und als «schreibender Bauer» in der Uckermark. Zurzeit
arbeitet er an einem neuen Roman.
Jürg Kienberger (1958) ist Musiker, Theater-Schauspieler, Sänger, Kabarettist. Er arbeitet seit 1984
meist freischaffend an verschiedenen Theaterhäusern u.a. in Zürich, Basel, Berlin und Hamburg.
Zusammen mit Christoph Marthaler erarbeitet er an die 30 Theater- und Opernabende an den
Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen, an der Pariser Oper, in Avignon und Grönland. Jürg
Kienberger wurde mit dem «Salzburger Ehrenstier 2011» und dem «Schweizer Kleinkunstpreis 2014»
ausgezeichnet.
21
März – April 2015
Samstag, 21.03.2015, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Doktor Alzheimer bittet zu Tisch
von Ria Endres
Die Alzheimerkrankheit ist die Metapher für eine Vergessenskrankheit, die im 21. Jahrhundert überall
auftauchen kann. Zum Jahrestag seiner weltberühmten Fallstudie, taucht bei Dr. Alzheimer ein
prominenter Gast auf, der ihn in einen ausweglosen Streit über das Gehirn und die Welt des Kopfes
verwickelt.
Dr. Alois Alzheimer veröffentlichte 1906 seine Studie «Über die eigenartige Erkrankung der Hirnrinde»,
die sein Lehrer Emil Kraepelin «Morbus Alzheimer» genannt hat. Alzheimer feiert den Jahrestag seiner
Fallstudie. Rosi, seine Haushälterin, hat wie jedes Jahr zu diesem Anlass ein köstliches Essen
vorbereitet. Plötzlich hat sich ein Gast eingefunden, der von Rosi unbemerkt bleibt, aber keineswegs
von Dr. Alzheimer: Emil Kraepelin, der zu Lebzeiten weltberühmte Psychiater. Er bringt Dr. Alzheimer
dazu, die tote Patientin, deren Gehirn er obduziert hat, und deren Krankheit er behandelt hat, als sie
noch am Leben war, noch einmal einer gemeinsamen Untersuchung zu unterziehen.
Mit: Fritz Lichtenhahn (Dr. Alzheimer), Rolf Schult (Kraepelin), Nina Danzeisen (Patientin) und
Marianne Rogée (Rosi)
Regie: Hans Gerd Krogmann
Produktion: SWF/BR 1993
Dauer: 49'
Ria Endres, geboren 1946 in Buchloe, promovierte mit einer Arbeit über Thomas Bernhard und lebt als
freie Schriftstellerin in Frankfurt am Main. Sie schreibt Romane, Essays, Gedichte, Theaterstücke und
zahlreiche Hörspiele.
22
März – April 2015
Mittwoch, 25.03.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Hörspiel-Premiere/ArtOrt Hörspiel/Das weisse Lauschen
Im bewohnten Gebiet der Schädelhöhle
von Gerhard Meister
Wo steckt die Seele? Wo hockt das Ich? Zwischen den Ohren! Das findet der Autor Gerhard Meister.
Und lädt nun ein: Setzen Sie die Kopfhörer auf, und erleben Sie ein lustvolles Experiment. Denn: Was
Hirnforschung kann, kann das Hörspiel schon lang.
Habe ich eine Seele? Was bin ich? Religion und Philosophie scheinen darauf keine Antworten mehr zu
haben – oder zumindest keine, denen jeder Mensch zustimmen würde. Und doch kommt die
Menschheit nicht aus dem Grübeln.
1 Milliarde Euro investiert ein EU-Förderprogramm in das «Human Brain Project»: Damit soll an der
ETH Lausanne das menschliche Hirn nachgebaut werden – digital und voll funktionsfähig. Zehn Jahre
lang wird geforscht. Der Hörspielautor Gerhard Meister hingegen braucht keine Stunde, um das Ich im
Hirn zu suchen. Ein akustisches Experiment, das Fragen stellt, den Hirnlappen kitzelt und vor allem:
unterhält.
Mit: Mareike Hein (Die narzisstisch Gekränkte), Sebastian Rudolph (Der Neuromane), sowie Stefan
Kurt, Anne Ratte-Polle, Katja Reinke, Siggi Schwientek und Jirka Zett als Radiostimmen
Musik: Martin Schütz
Regie: Erik Altorfer
Produktion: SRF 2015
Dauer: 54'
Gerhard Meister wurde 1967 geboren, wuchs im Emmental auf und lebt heute in Zürich. Nach dem
Studium der Geschichte und Soziologie beginnt er, Theaterstücke und Spokenword-Texte zu
verfassen. Meister ist Mitglied von «Bern ist Überall» und hat schon mehrere Hörspiele für SRF
geschrieben: «In meinem Hals steckt eine Weltkugel» wurde für den Prix Europa 2013 und Prix Nova
2014 nominiert.
Im Anschluss:
Das weisse Lauschen
23
März – April 2015
Samstag, 28.03.2015, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur, 1/2
Samstag, 04.04.2015, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur, 2/2
Jerschalaim Jerusalem
von Michail Bulgakow
Michail Bulgakows «Der Meister und Margarita», enthält – als Roman im Roman – eine selbständige
Erzählung, die sogenannten Pilatus-Kapitel. Sie liegen dem Hörspiel zugrunde. In ihnen erzählt
Bulgakow frei von der Beschreibung übernatürlicher Ereignisse von den letzten Tagen des Jeschua
Han-Nasri.
Hauptaugenmerk liegt aber auf Pontius Pilatus, der als greiser und kranker Statthalter Roms despotisch
über Jerusalem herrscht. Sein seltsamer Gefangener Jeschua, der mehrere Sprachen spricht und
davon überzeugt ist, dass kein Mensch auf der Welt böse ist, gerät in das Getriebe politischer
Machtkämpfe und widerstreitender Interessen von Besatzern und Besetzten. Obwohl von Jeschuas
Unschuld überzeugt, opfert Pilatus den «wahnsinnigen Philosophen» aus Feigheit.
Dann gibt es Levi Matthäus, bei Bulgakow der einzige Jünger Jeschuas, der ihm zwar treu ergeben ist,
aber meist etwas völlig anderes niederschreibt als dieser gesagt hat. Eine weitere Figur kommt vor: die
des Geheimdienstchefs Afranius. Und auch die Geschichte Judas wird neu erzählt.
Nicht dem Heilsgeschehen, das noch als utopische Prophezeiung aus der Geschichte herausklingt, galt
das Hauptinteresse Bulgakows, sondern den Mechanismen der Macht, mit ihren Intrigen und dem
Verrat, der Bespitzelung und Überwachung der Gegner.
Mit: Michael Degen (Erzähler), Ulrich Wildgruber (Jeshua), Thomas Holtzmann (Pontius Pilatus),
Hermann Lause (Levi Matthäus), Gerlach Fiedler (Marcus Rattenschlächter), Franz Josef Steffens
(Henker), Fritz Schediwy (Afranius), Marcus Bluhm (Judas), Annette Paulmann (Nisa) sowie Rolf
Hoppe und Balduin Baas
Aus dem Russischen von Thomas Reschke
Musik: Klaus Buhlert
Hörspielbearbeitung und Regie: Jörg Jannings
Produktion: NDR 1991
Dauer: Teil 1: 60' und Teil 2: 94'
Michail Bulgakow (1891-1940), der als einer der grössten russischen Satiriker gilt, hatte sehr unter der
stalinistischen Zensur gelitten. So durften seine Dramen nicht aufgeführt und Prosawerke nicht
publiziert werden. «Meister und Margarita» (1928-1940) konnte erst 1966 in zensierter Form publiziert
werden, fand aber sein Publikum, das auch die gestrichenen Stellen durch illegale Kopien und
auswendig gelerntes Rezitieren lebendig erhielt. Seit 2012 liegt die vielbeachtete Neuübersetzung des
Romans durch Alexander Nitzberg vor.
24
März – April 2015
Mittwoch, 01.04.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Erzähl mir von Russland
von Irina Liebmann
Siebzig Jahre lang kannte die Welt nur die Sowjetunion, ihre Politik, ihre Kultur – dort, wo einst das
Zarenreich gewesen war. Nun ist die Sowjetunion verschwunden, an ihrer Stelle ist Russland
erschienen, aber was ist Russland? Die Autorin Irina Liebmann macht sich auf eine Entdeckungsreise.
Es ist lange her, dass sie das letzte Mal in Russland war. Damals war es noch die Union der
Sozialistischen Sowjetrepubliken: das Land, in dem sie geboren wurde, das Land ihrer Mutter, das
Land mit der grossen Utopie vom Kommunismus. Doch mit Russland hatte sie abgeschlossen. Bei
denen, so hiess es in der DDR, sei es natürlich noch schlechter. Man blickte nach Westen. Seither sind
mehr als 30 Jahre vergangen, die Perestroika passé und die Sowjetunion zerfallen. Ein neues
Russland hat sich etabliert. Nun fährt sie wieder hin, nach Moskau und noch weiter, nach Kasan. Was
ist aus den Menschen dort geworden? Wie haben sie den Zusammenbruch ihres Landes überlebt?
Mit: Johanna Schall, Valery Tscheplanowa, Ursula Staack, Cordula Trantow, Nadja Martina SchulzBerlinghoff, Konstantin Kouts und Martin Engler
Musik: Sabine Worthmann
Hörspielbearbeitung: Irina Liebmann und Barbara Plensat
Regie: Barbara Plensat
Produktion: RBB 2014
Dauer: 55'
Irina Liebmann, geboren 1943 in Moskau, studierte Sinologie in Leipzig. Seit 1975 lebt sie als freie
Schriftstellerin in Ost-, später in Westberlin. Für ihre Bücher erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den
Aspekte-Literaturpreis und den Berliner Literaturpreis.
25
März – April 2015
Mittwoch, 08.04.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Besser gleich ins Herz
von Alexander Moltschanow
Eine Liebesgeschichte. Ein Roadmovie. Ausgeschickt, um im schlimmsten Falle ein Mörder zu werden,
entwickelt sich der von Selbstzweifeln und Ängsten gepeinigte Andrej als ein zu allem entschlossener
Romeo.
Andrej, ist ein naiver, verschüchterter Student aus der Provinz. Er hat beim Kartenspiel gegen Seka
verloren, den grossen Seka, der nicht nur das Glück im Spiel gepachtet zu haben scheint, sondern
auch jede Schlägerei gewinnt und die schönsten Mädchen lieben darf. Andrej soll nun für Seka
Schulden eintreiben, von Mironow, der sich vor ihm in sein Dorf verkrochen hat. Andrej soll diesen
Mironow sogar umbringen, wenn der nicht zahlen will, und damit er nicht auch einfach abhaut, gibt
Seka ihm seine Freundin Oxana mit.
Und so finden sich die beiden gemeinsam auf einer erzwungenen Reise wieder, auf der sie sich
zunächst verachten und piesacken, dann aber allmählich Gefallen aneinander finden und schliesslich
einen Ausweg aus der vertrackten Situation suchen. Witzig, emotional, und dramaturgisch gekonnt
erzählt.
Mit: Kathrin Wichmann (Oxana), Mirco Kreibich (Andrej), Michael Klammer (Seka) und Franziska
Troegner (Mutter)
Aus dem Russischen von Manuela Lachmann
Musik: Maria und Michael Hinze
Regie: Steffen Moratz
Produktion: MDR 2014
Dauer: 55'
Alexander Moltschanow (geboren 1974) ist Journalist, Drehbuchautor und Dramatiker. Sein
Theaterstück «Mörder» (die Vorlage für das Hörspiel «Besser gleich ins Herz») ist in Russland sehr
erfolgreich, es wurde mit mehreren Preisen geehrt und läuft an zahlreichen Bühnen des Landes. Die
deutschsprachige Erstaufführung fand 2013 am Staatstheater Mainz statt. Moltschanow lebt in Moskau.
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März – April 2015
Samstag, 11.04.2015, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur, 1/3
Samstag, 18.04.2015, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur, 2/3
Samstag, 25.04.2015, 21.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur, 3/3
Die Reiterarmee
von Isaak Babel
1920: Der Polnisch-Sowjetische Krieg tobt, mittendrin: der Schriftsteller Isaak Babel. Er begleitet die
sowjetische Reiterarmee als Reporter. Das Erlebte verarbeitet Babel später im gleichnamigen
Erzählband. Es ist das Porträt eines grausamen Krieges – aber auch der Menschen, und der
Menschlichkeit.
Das Hörspiel «Die Reiterarmee» wurde 2003 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet: «Vor
den Ohren und Augen», so die Jury, «entstehen durch die Intensität des Erzählens, durch den
leitmotivisch wiederkehrenden musikalischen Rahmen und durch die das Ganze verbindende
Geräuschkulisse Bilder von ausserordentlich hoher Dichte, die die Absurdität, das Grauen des Krieges,
aber auch menschliche Wärme in dieser Kälte sinnlich wahrnehmbar werden lassen.»
2014 ist ein neuer Band mit den gesammelten Erzählungen von Isaak Babel erschienen: «Im
Taubenschlag» (Hanser Verlag).
Mit: Cornelius Obonya (Ljutow jung), Efim Etkind (Ljutow alt), David Hirsch (Gedali), Annelie Leschke
(Revolution), Hilmar Eichhorn (Kurdjukow), Wolfgang Winkler (Papa Timofej) und vielen anderen
Aus dem Russischen von Peter Urban
Musik: Benjamin Rinnert
Hörspielfassung und Regie: Joachim Staritz
Produktion: MDR/DLR 1999
Dauer: 1. Teil: 61', 2. Teil: 50', 3. Teil: 58'
Isaak Babel wurde 1894 in Odessa geboren. Die Begegnung mit Maxim Gorki sollte prägend für sein
Leben, wie für sein Schreiben werden. Babel schrieb vor allem Erzählungen, so die «Die Geschichten
aus Odessa», «Die Reiterarmee» oder «Mein Taubenschlag». 1940 fiel Isaak Babel dem stalinschen
Terror zum Opfer und wurde in Moskau erschossen.
Der deutsche Kritiker Marcel Reich-Ranicki würdigte Babel wie folgt: «Sein Werk wird bleiben. Und
bleiben wird die Legende vom Talmudschüler, der unter die Kosaken ging, vom Soldaten, der nicht
gelernt hat zu töten, vom Dichter, der nicht lügen wollte – die Legende vom Leben und Tod des Juden
Isaak Emmanuilowitsch Babel aus Odessa am Schwarzen Meer.»
27
März – April 2015
Mittwoch, 15.04.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Ivan und die Hunde
von Hattie Naylor
Die Geschichte ist wahr. Und sie ist beängstigend und faszinierend zugleich. Ein kleiner Moskauer
Strassenjunge findet Unterschlupf bei einem Hunderudel. Zusammen mit den Tieren überlebt er zwei
strenge Winter. Und wird dabei selber immer mehr zu einem Hund. In der Titelrolle des Ivan: Joel
Basman.
Boris Jelzin war der erste Präsident des postsowjetischen Russland. Seine Amtszeit war geprägt von
heftigen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Turbulenzen. Korruption und Kriminalität
griffen um sich. Die Wirtschaft kollabierte und der Rubel brach praktisch zusammen. Einige wenige
profitierten von der Situation: die heutigen Oligarchen. Für Millionen von Russen war sie jedoch
gleichbedeutend mit Armut, Hunger, Obdachlosigkeit. Davon betroffen waren (und sind zum Teil bis
heute) auch sehr viele Kinder. Vor allem in Grossstädten wie Moskau.
Ivan Mishukov ist eines von ihnen. Mit vier Jahren verlässt er seine trinkende Mutter und den
prügelnden Stiefvater. Auf der Strasse trifft er andere Kinder, die Klebstoff schnüffeln und in
Kellerlöchern hausen. Es mutet wie ein Wunder an, dass Ivan schliesslich von einem Rudel von
Strassenhunden adoptiert wird. Ihnen kann er vertrauen, und sie vertrauen ihm. Schritt für Schritt
überschreitet der kleine Junge so die unsichtbare Grenzlinie zwischen Zivilisation und Natur. Nach zwei
Jahren wird das verwilderte Kind 1998 von der Miliz aufgegriffen und ins Heim gesteckt. Ivan Mishukov
lebt heute in Moskau. Er gilt als resozialisiert.
In ihrer fiktionalen Hörspiel-Version lässt die britischen Autorin Hattie Naylor den jungen Erwachsenen
Ivan von heute aus seiner Zeit mit den Hunden nacherzählen und nacherleben. Dazwischen montiert
sind szenische Rückblenden in russischer Sprache. So entsteht in einem Spannungsfeld aus Distanz
und Direktheit das Bild eines modernen, weder mythisch überhöhten noch romantisch verklärten
Wolfskindes.
Mit: Joel Basman (Ivan), sowie den russischen Stimmen von Marija Tchorzevskaja, Alexander Suvorov,
Dan Wiener, Maxim Naumov, Xenia Wiener, Nina Wiener, Christoph Schweizer, Dmitry Lvovich, Iakov
Gurevich, Alexander Scholz
Deutsche Übersetzung: Anna Opel
Russische Übersetzung: Marija Tchorzevskaja
Musik: Malte Preuss
Regie: Reto Ott
Produktion: SRF 2012
Dauer: 49'
28
März – April 2015
Mittwoch, 22.04.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Die Stille um Maja Abramowna
von Margarita Chemlin
Maja Abramowna, eine einfache sowjetische Frau, möchte nicht mehr als ein gutes Leben: Kinder mag
sie, noch lieber mag sie «das Gefühl», sie sehnt sich nach materieller Sicherheit und Bewunderung.
Doch ein grosser Stolperstein liegt auf ihrem Weg. Ihre Nationalität: jüdisch.
Die junge hübsche Maja aus dem ukrainischen Städtchen Ostjor hat Krieg und Holocaust überlebt und
«mehr gesehen, als gut tut». Doch auch nach dem Krieg ist sie in der Sowjetunion der 1940er-70er
Jahre nicht sicher. Zu ausgeprägt ist der Antisemitismus im Land während und nach Stalin.
Margarita Chemlin lässt ihre Ich-Erzählerin in einer Art monologischer Beichte von ihrem
ununterbrochenen Kampf um materiellen Aufstieg und ein besseres Leben erzählen, bei dem «das
Jüdische» das grösste Hemmnis zu sein scheint, das es auszumerzen gilt. Ihrem Sohn verbietet sie die
jiddische Sprache, die dieser mit der Grossmutter spricht. Ein neuer Ehemann verhilft zu einem
ukrainischen Nachnamen; die jüdische Verwandtschaft wird vernachlässigt. Majas Unrast ist nicht
unbegründet, wie die eingeflochtenen Beschreibungen jüdischer Schicksale erinnern.
Bei alledem ist Maja Abramowna aber ein recht egoistischer, ja: hartherziger Mensch, – so berechnend
und bemüht nur um ihr ganz persönliches Glück, dass sich nach und nach alle Menschen und
Familienmitglieder von ihr zurückziehen. Ihre subjektiv beschränkte Perspektive auf das Geschehene
sorgt für eine wachhaltende Distanz: Banalität und tiefe Wahrheit, groteske Komik und namenloser
Schrecken stehen hier hart nebeneinander.
Mit: Gisela Schneeberger
Aus dem Russischen von Olga Radetzkaja
Bearbeitung und Regie: Andrea Getto
Produktion: RBB 2014
Dauer: 54'
Margarita Chemlin, russische Journalistin und PR-Managerin, wurde 1960 in Tschernigow (heute
Ukraine) geboren; studierte am Gorki-Literaturinstitut in Moskau und arbeitete als Theaterkritikerin. Sie
debütierte 2008 mit Erzählungen. Ihr erster Roman «Die Stille um Maja Abramowna» erschien 2012 auf
Deutsch.
29
März – April 2015
Mittwoch, 29.04.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
ArtOrt Hörspiel/Das weisse Lauschen
Operative Personenkontrolle «Futurist»
von Valeri Scherstjanoi
Die «Operative Personenkontrolle» war eine Überwachungsmassnahme der Stasi, um den
Wirkungskreis verdächtiger Personen einzuschränken. Doch was hat es zu bedeuten, wenn der
Verdächtige unverständliche Lautgedichte rezitiert und seine Post nicht geknickt werden darf?
Der russische Dichter Valeri Scherstjanoi sitzt einsam in seiner kalten Ostberliner Mietwohnung. Er
beschäftigt sich mit so ausgefallenen Themen wie dem russischen Futurismus und so brotlosen
Künsten wie der Lautpoesie und der Mundgymnastik. Aber er ist nicht allein. Um ihn herum wuseln
gleich mehrere Spitzel des Ministeriums für Staatssicherheit, die herauszufinden versuchen, warum der
Dichter einen so regen Briefwechsel mit dem nicht-sozialistischen Ausland pflegt. Sind seine
merkwürdigen Lautgedichte vielleicht verschlüsselte Botschaften zum Schaden der DDR?
Mit: Valeri Scherstjanoi, Hüseyin Cirpici, Irene Marhold, Ehlert Bode und Joachim Jung
Regie: Eberhard Klasse
Produktion: SDR 1996
Dauer: 24'
Valeri Scherstjanoi, geboren 1950 in Sagis (Kasachstan), wuchs in der russischen Föderation auf und
lebt seit 1979 als freier Autor und bildender Künstler in Berlin. Für seine Lautgedichte hat er eigene
Zeichensysteme (Scribentismen) entwickelt. 2010 wurde er mit dem Alice Salomon Poetik Preis
ausgezeichnet.
Im Anschluss:
Das weisse Lauschen
30
März – April 2015
Kontakt
Schweizer Radio und Fernsehen
Kultur
Hörspiel und Satire
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