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Factsheet - Sammelsack

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InnoRecycling AG
Hörnlistrasse 1, 8360 Eschlikon TG
Tel. 0041 71 973 70 80
Fax 0041 71 973 70 81
info@innorecycling.ch
3 Thurgauer Gemeinden mit Pioniergeist zeigen wie’s geht…
8 stichhaltige Gründe für die Verwertung von Haushalt-Kunststoffen
Erkenntnisse aus dem Praxis-Projekt „Kunststoffsammlung und -verwertung in den ländlichen
Gemeinden Amlikon-Bissegg, Affeltrangen und Eschlikon“
Beat Buchmann, Projektleiter Kommunale Entsorgung, Eschlikon, im März 2015

weil Haushaltungen das Kehrichtvolumen bis um die Hälfte reduzieren und damit unter dem Strich
Abfallgebühren einsparen. Die Kunststoffflaschen bzw. Hohlkörper insgesamt nehmen sehr viel Platz
ein, machen aber gewichtsmässig nur gerade 10% der gesamten Haushaltkunststoffabfallmenge aus.
Das Trennen der Haushaltkunststoffe vom Kehricht ist einfach, bedeutet kein Mehraufwand und macht
sogar Spass. Personen, die Haushaltkunststoffe vom Kehricht trennen sind begeistert.

weil sich die Konsumentinnen und Konsumenten über die eigenen Haushaltkunststoff-Abfälle bewusst
werden und damit das Konsumverhalten positiv beeinflusst. Das Sammelsack-System hat sich bewährt und die Sammlung „ab der Haustüre“ bringt den grössten Kundennutzen.

weil die Haushaltkunststoffe nur kurz im Umlauf sind und als edle Hightech-Materialien im Recycling
gelten. Für rezykliertes Polyethylen (PE-Regranulat) werden je nach Angebot und Nachfrage Marktpreise bis CHF 1‘500.- pro Tonne bezahlt. Dieser Preis ist somit vergleichbar mit Aluminium, das zur
Herstellung wesentlich mehr Ressourcen verbraucht.

weil dabei bis 69% (59% reine Kunststoffe, 10% Getränkeverbundkartons) der gesammelten Kunststoffabfälle in der Region selbst stofflich verwertet und zu Produkten weiterverarbeitet werden. Dies
generiert Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze im Kanton Thurgau, der bereits schweizweit als
Pionier und Hochburg für Kunststoffrecycling gilt. Die stoffliche Verwertung von Haushaltkunststoffen ist
heute technisch umsetzbar und wirtschaftlich für alle tragbar. Die gesamten Kosten für Sammlung,
Sortierung und Verwertung sind aus den Sackgebühren und dem Verkaufserlös der Regranulate vollends gedeckt.

weil das umgesetzte Recycling-Modell für Gemeinden und Städte verursachergerecht und kostenneutral ist. Die jeweiligen Bedürfnisse und Möglichkeiten einer Gemeinde bestimmen, ob ein Bringund/oder Holsystem geeignet ist. Für eine nachhaltige kommunale Abfallwirtschaft müssen ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Aspekte fair abgewogen werden, um eine hohe Lebensqualität in der Wohngemeinde zu ermöglichen.

weil dies keinesfalls eine Konkurrenzierung zur etablierten PET- und neu eingeführten Flaschensammlung des Detailhandels darstellt, sondern ein neuer Prozess, der in einen funktionierenden und nachhaltigen Stoffkreislauf mündet. Damit profitieren nachweislich auch andere Separatsammlungen von
höheren Rücklaufquoten mit weniger Fremdstoffanteilen.

weil für die Herstellung von Regranulaten kein Erdöl verbraucht und der Energieverbrauch im Vergleich
zu Neugranulaten (Neukunststoff) um über 50% geringer ist. Pro Kilogramm Regranulat spart man so
über 2,5 kg Erdöl - ein massgeblicher Beitrag zur Ressourceneffizienz. Aus einem einzigen gefüllten
60 Liter-Sammelsack gewinnt man durchschnittlich 1,4 kg hochwertiges Regranulat. Dies entspricht
somit einer Einsparung von 3,5 kg Erdöl pro Sammelsack! Im Vergleich zur Verbrennung selbst in
effizienten Kehrichtverbrennungsanlagen reduziert sich zudem der CO2-Austoss um über 90%. Die
Kehrichtverbrennung ist dort angebracht, wo keine anderen wirtschaftlichen Alternativen bestehen.

weil dies Teil einer nachhaltigen und zukunftsgerichteten Abfallwirtschaft ist. Auch Gemeindezweckverbände hegen schöne Leitsätze - ZAB Bazenheid: „..einen sparsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen sowie eine umweltschonende, nachhaltige Entsorgung und Verwertung der Abfälle.“ KVA
Thurgau AG: „Abfall vermeiden - vermindern - trennen - verwerten“. Das Amt für Umwelt Thurgau
meint sogar: „Stoffkreisläufe sind wo immer möglich zu schliessen.“ (siehe Thurgauer Abfallbericht
2013).
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Mythen, die den Erfolg im Kunststoffrecycling bisher verzögerten..
 Kunststoffrecycling ist technologisch und wirtschaftlich nicht umsetzbar. Nur sortenreine Sammlungen
lohnen sich.
Die technologische Entwicklung zur Separierung von Abfällen ist weiterfortgeschritten. Die Sortierung von
Haushaltkunststoffen kann nur über moderne Sortiermaschinen mit Multisensorsystemen effizient und wirtschaftlich bewerkstelligt werden. Haushaltkunststoffe sind nur kurz im Umlauf und gelten als edle HightechMaterialien im Recycling. Der grösste Anteil im Haushaltkunststoff ist Polyethylen (PE). Für rezykliertes Polyethylen (PE-Regranulat) werden je nach Angebot und Nachfrage bis CHF 1‘500.- pro Tonne bezahlt.
 50% des gesammelten Haushaltkunststoffes geht sowieso in die Verbrennung.
Aus mehreren Sortierversuchen wurde die Zusammensetzung des gesammelten Haushaltkunststoffes ermittelt. Im Schnitt befanden sich 59% reine Kunststoffe (PE, PP) und 10% Getränkeverbundkartons (Tetrapak)
im Sammelsack. Rund ein Viertel sind Mischkunststoffe, wo eine stoffliche Verwertung kostenintensiver ist.
Die mittelfristig wirtschaftlichste Lösung ist hier die Verbrennung im Zementwerk, weil in der Baustoffbranche
Ersatzbrennstoffe - Mischkunststoffe haben einen doppelt so hohen Heizwert wie Kohle - für importierte
Kohle sehr gefragt sind. Die Kehrichtverbrennung ist dort angebracht, wo keine anderen wirtschaftlichen
Alternativen für die Entsorgung bestehen.
 Viele Gemeinden haben nach einer Startphase wieder aufgehört… siehe PET-Sammlung. Pilotprojekte
haben gezeigt, dass die Sammelkosten für Haushaltkunststoffe CHF 500.- pro to übersteigen und eine verursachernahe Finanzierung fehlt.
Das Sammelkonzept (Bring- und/oder Holprinzip) bestimmt massgeblich die Transport- und Logistikkosten.
Was für ein Sammelfahrzeug wird benutzt? Existieren bereits öffentliche Sammelstellen? Welches Sammelkonzept sich am besten eignet, hängt von der Bevölkerungsdichte, den Möglichkeiten und Bedürfnissen
einer Gemeinde ab. In einen Niederflurpresswagen passen 1‘800 gefüllte 60 Liter-Kunststoffsammelsäcke.
Die gefüllten Kunststoffsammelsäcke lassen ich um Faktor 3 zusammenpressen - vielmehr als ein gefüllter
60 Liter-Kehrichtsack. Berücksichtigt man nun die Sackgebühren (Fr. 2.- pro Sammelsack), so bringt ein
Presswagen (z.B. Niederflurfahrzeug) mit den Kunststoffabfällen Fr. 3‘600.- ein. Ein identischer Presswagen
kann bestenfalls 900 gefüllte 60-Liter-Kehrichtsäcke trotz Verdichtung laden. Folglich bringt ein Presswagen
mit Kehrichtsäcken (Fr. 3.- pro Sammelsack) nur Fr. 2‘700.- ein. Für eine verursachergerechte Abfallverwertung braucht es keine vorgezogene Finanzierungslösung, wenn mit rezyklierten Wertstoffen neue hochwertige Produkte entstehen und damit eine ausreichend hohe Wertschöpfung generiert wird.
 Es fehlt ein einheitliches System und die Gesamtsicht im Kunststoffrecycling.
Unser föderalistisches System erlaubt uns, die Vielfältigkeit in weiten Grenzen zu leben. Für eine ganzheitliche und überregionale Sicht im Kunststoffrecycling müssen ganzheitliche Konzepte erarbeitet werden.
Prof. Dr. Wolfgang Stölzle, Lehrstuhl für Logistikmanagement an der Uni St.Gallen, hat sich bereits intensiv
mit den logistischen Herausforderungen befasst und einige Arbeiten dazu veröffentlicht: „Strategische Optionen der Entsorgungs-logistik zur Realisierung von Kreislaufwirtschaftskonzepten“, „Umweltschutz und Logistik - eine Analyse der Wechselbeziehungen aus betriebswirtschaftlicher Sicht“ oder „Eine nachhaltige Kunststoffproduktion - green plastics“. 3 Thurgauer Gemeinden mit Pioniergeist haben unterschiedliche Sammelkonzepte für Haushaltkunststoffe erfolgreich und kostendeckend umgesetzt. Es gilt die Erkenntnisse daraus
zu nutzen, Kontexte entsprechend anzupassen, so dass diese auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und
Möglichkeiten von Gemeinden, Städten, Regionen und Kantonen übertragbar sind.
 Nur gerade 4% des weltweiten Erdölverbrauchs wird für die Kunststoffproduktion verbraucht.
Berücksichtigt man auch die Förderung, die Raffinerie und den Transport, so müssen dafür weitere 4% Erdöl
eingesetzt werden. Somit beträgt der weltweite Erdölverbrauch gesamthaft 8% - diese Zahl scheint vorerst
klein zu sein, entspricht jedoch einer enormen Menge: in der Schweiz würde man durch eine nachhaltige
Kunststoffproduktion 124‘000 Tonnen fossile Primärrohstoffe einsparen!
 Warum etwas ändern, wenn bereits Strukturen und Abläufe geschaffen wurden und die Abfallwirtschaft gut
funktioniert?
Historisch gesehen bestand die Hauptaufgabe der Abfallwirtschaft in der blossen Beseitigung von Abfällen.
Politik und Wirtschaft sind sich grösstenteils einig, dass sich die Abfallwirtschaft unter ökologischen und ökonomischen Einflüssen von einer Beseitigungswirtschaft zu einer nachhaltigen Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft entwickeln muss. Nur über das Wie ist man sich noch nicht einig.
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 Die KVA muss Öl oder Kohle zufeuern, da die Abfälle ohne Kunststoffe nicht mehr allein brennen.
Die Abfälle brennen ohne Zusatzstoffe - und dank des hohen Anteils an Industriekehricht sogar mit einem
hohen Heizwert! Öl wird nur im Fall eines Ausfalls beider Verbrennungslinien gebraucht, um die Versorgung
der Fernwärmekunden mittels Hilfsdampfkessel sicherzustellen.
→ http://www.kva-linthgebiet.ch/index/anlageninformation/moderne-mythen.html
 Die KVA's produzieren mit der Abwärmenutzung ökologischen Strom und Fernwärme und erreichen so
eine vorbildliche Energieeffizienz.
Die Schweizer KVA's arbeiten auf einem sehr hohen Standard und erreichen dank neuster Technologie und
bestmöglicher Nutzung, dass rund 40% der Energie von Abfällen genutzt wird. Da Kunststoffe einen sehr
hohen Heizwert haben, geht bei der Verbrennung in KVA's besonders viel Energie verloren.
Dem KVA-Strom werden kein direkte Emissionen angelastet (KVA-Emissionen werden vollständig der Entsorgungsfunktion angerechnet). Auch die Herstellung der eingesetzten Brennstoffe wird nicht verrechnet.
Der Aufwand zur Herstellung von Biomasseprodukten, die im Abfall enden - wie z.B. Papier, das in der KVA
verbrannt wird - wird nicht der Abfallentsorgung angelastet, sondern dem Konsumenten des Papiers. Ohne
direkte Schadstoffemissionen und ohne Brennstoff-Bereitstellung (Precombustion) schneidet KVA-Strom
darum sehr gut ab. Im Gegensatz dazu wird z.B. bei der Holzverstromung sowohl die Verbrennungsemissionen als auch die Brennstoffbereitstellung angelastet.
→ siehe "Ökobilanz für Energie aus Kehrichtverbrennungsanlagen" BUWAL und AWEL Kt. ZH, 2005
http://www.doka.ch/DokaNaturemadeKVA.pdf
 Um die hohe Auslastung der KVA's in den Griff zu bekommen, müssen zusätzliche Verbrennungskapazitäten geschaffen werden.
Aufgrund der hohen Auslastung der KVA in den letzten Jahren wollten verschiedene Betreiber die vorhandene Kapazität bei der Erneuerung alter Ofenlinien nicht nur erhalten, sondern sogar vergrössern. Ohne
koordinierte Planung drohen auf diese Weise künftig Überkapazitäten. Während die KVA-Planung des Bundes in der Vergangenheit primär zum Ziel hatte, ausreichende Verbrennungskapazitäten aufzubauen, steht
nun im Vordergrund, Überkapazitäten zu vermeiden. Das heutige KVA-Abfallsystem steht einer Kreislaufwirtschaft im Weg. Die bestehenden Überkapazitäten in der Kehrichtverbrennung führen dazu, dass die
KVA's für gewisse Abfallfraktionen Dumpingpreise offerieren. Mit den Wärme-Abnahmeverträgen der KVA's
werden Abhängigkeiten und Sachzwänge geschaffen - nur zwei Beispiele seien hier erwähnt: Für die KVAJosefstrasse (Zürich) wird der Abfall komplett aus Deutschland angeliefert, da die vorhandene regionale Abfallmenge nicht ausreicht. Weiter bezieht die KVA Thurgau AG mindestens ein Drittel des gesamthaft verbrannten Abfalls aus dem Vorarlberg und dem süddeutschen Raum.
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Gut zu wissen:
 Weltweit werden jährlich rund 300 Millionen Tonnen Kunststoffe produziert. In der Schweiz kommen pro
Jahr 1 Million Tonnen Kunststoffe zum Einsatz. Ein Kubikmeter Kunststoff, also ein Kunststoffwürfel mit
der Seitenlänge von 1 Meter wiegt ca. eine Tonne. Die jährliche weltweite Kunststoffproduktions-menge
entspricht 300 Millionen solcher Würfel. Reiht man diese Würfel aneinander, so ergibt dies den
siebenfachen Erdumfang.
 Der Anteil für die Kunststoffproduktion am gesamten weltweiten Erdölverbrauch beträgt 8%, wenn man die
Förderung, die Raffinerie und den Transport mitberücksichtigt. Dies scheint vorerst wenig zu sein, dies
entspricht jedoch als Menge einer enormen Zahl: in der Schweiz spart man durch eine nachhaltige
Kunststoffproduktion 124‘000 Tonnen fossile Primärrohstoffe ein!
 „Die Erde benötigt eine Million Jahre, um so viele fossile Brennstoffe zu bilden, wie sie die Menschheit
derzeit in einem Jahr verbraucht.“ (Umweltbundesamt Deutschland)
 Mit einer flächendeckenden Kunststoffsammlung bzw. nachhaltigen Kunststoffproduktion spart man pro
Jahr 5mal mehr CO2 ein, als dies mit dem nationalen Gebäudesanierungsprogramm bereits erreicht wird.
Betrachtet man die Investitionskosten genauer, so bringt die flächendeckende Kunststoffsammlung pro
investierte Million CHF eine 15mal grössere CO2-Ersparnis im Vergleich zum nationalen Gebäudesanierungsprogramm.
Klimaschutz in konkreten Zahlen:
CO2-Ersparnis
pro Jahr
Investition /
Fördergelder
gesamt
CO2-Ersparnis pro
investierte Mio CHF
nationales Gebäudesanierungsprogramm
121‘000 to
766 Mio CHF
bis Juni 2014
~158 to/Mio CHF
90‘000 to
320 Mio CHF
~280 to/Mio CHF
694‘000 to
280 Mio CHF
~2‘478 to/Mio CHF
http://www.dasgebaeudeprogramm.ch/index.php/de/medien/medienmitteilungen
KVA Renergia durch Wärmeabgabe an Papierfabrik, Perlen
(in Bau, Inbetriebnahme Mitte 2015)
http://www.renergia.ch/medien/mitteilungen.html
"green plastics" eine nachhaltige Kunststoffproduktion
(Konzeptstudie Uni St.Gallen, Prof. Dr. Stölzle)
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