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FAQs – ISO 14001 Revision 2015

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MANAGEMENTSYSTEME · Umweltmanagement · ISO 14001
FAQs – ISO 14001 Revision 2015
Fragen zur Interpretation der Normforderungen
Das sollten Sie über die neue Version der ISO 14001 wissen.
1. Muss der Anwendungsbereich meines Umweltmanagementsystems
(UMS) durch die ISO 14001 Revision 2015 neu definiert werden?
Norm-Kap. 4.1, 4.3
Der Anwendungsbereich sollte dahingehend überprüft werden, ob die Grenzen des UMS klar und glaubwürdig definiert
sind (räumliche/inhaltliche Ausschlüsse?) und ob der Kontext der Organisation und die Erwartungen interessierter Kreise
ausreichend berücksichtigt wurden.
Die Organisation sollte an geeigneter Stelle in der UMS-Dokumentation den Anwendungsbereich in einer Form definieren,
der auch zur Weitergabe an Dritte geeignet ist, damit er auch für interessierte Kreise verfügbar ist.
2. Was zählt noch zu „interessierten Parteien“?
Norm-Kap. 4.2
Beispiele für „interessierte Kreise“ laut ISO 14001: 2015 können sein: Kunden, Gemeinden, Lieferanten, Aufsichtsbehörden,
Nichtregierungsorganisationen, Investoren und Mitarbeiter. Allerdings besteht keine Verpflichtung, auf diese aktiv
zuzugehen, um ein Interesse abzuklären, sondern es sollen die Kreise berücksichtig werden, die ihr Interesse aktiv bekundet
haben und aus denen relevante Anforderung sowie bindende Verpflichtungen erwachsen.
3. Warum wird der Umweltmanagementbeauftragte (UMB) in der neuen
Version ISO 14001:2015 nicht mehr erwähnt?
Norm-Kap. 5.1, 5.3
Die Verantwortung für das UMS ist nun sehr klar an die oberste Leitung übertragen. Diese hat die Möglichkeit, Tätigkeiten
an andere Führungskräfte und weitere Personen (auch Externe) zu delegieren. Hierbei ist es nach wie vor denkbar, viele
Tätigkeiten auf eine Person zu konzentrieren, eine Aufteilung der Tätigkeiten ist aber ebenso möglich.
4. Fällt das UM-Handbuch mit der ISO 14001 Revision 2015
tatsächlich weg?
Norm-Kap. 5.1
Die Forderung nach einem Handbuch entfällt nach der ISO 14001 Revision 2015. Pflicht ist nur die Erstellung
dokumentierter Informationen zu konkreten Normforderungen. Es steht dem Anwender aber natürlich frei, diese
Informationen zur Übersichtlichkeit in einem Handbuch o. Ä. zu bündeln.
www.tuv.com
MANAGEMENTSYSTEME · Umweltmanagement · ISO 14001
5. Muss der sogenannte Planungsprozess zum UMS nach
ISO 14001:2015 neu aufgesetzt werden?
Norm-Kap. 6.1.1
Dies empfiehlt sich, da der Planungsprozess nun weiter gefasst wird (Kontext der Organisation, Erwartungen interessierter
Kreise) und eine Zertifizierung nach ISO 14001:2015 insbesondere auch eine Risikobewertung erfordert.
6. Für welche Tätigkeiten und Produkte muss der „Lebensweg“
betrachtet werden?
Norm-Kap. 6.1.2
Nach ISO 14001:2015 sind die Umweltaspekte und damit verbundene Auswirkungen zu betrachten, die von Tätigkeiten und
Produkten ausgehen können, sofern diese überwachbar und beeinflussbar sind. Der „Lebensweg“ sollte bei einem Produkt
z.B. auch Rohstoffgewinnung, Entwicklung, Herstellung, Transport, Anwendung und Entsorgung umfassen.
7. Kann das alte Rechtskataster weiter verwendet werden?
Norm-Kap. 6.1.3
Ja, aber es ist gegebenenfalls um weitere Verpflichtungen, die sich beispielsweise aus Anforderungen interessierter Kreise
ergeben, zu ergänzen.
8. Was bedeutet Risikobewertung in der neuen ISO 14001:2015?
Norm-Kap. 6.1.4
Im Rahmen des Planungsprozesses sollen nicht nur die bedeutenden Umweltaspekte (-auswirkungen) und bindenden
Verpflichtungen ermittelt, sondern auch die mit den Umweltaspekten verbundenen Risiken (= Unwissenheit gegenüber
Gefahren und Chancen) bewertet werden.
Auf diese Weise wird mehr Sicherheit erlangt, um die gesetzten Ziele tatsächlich zu erreichen und ggf. Maßnahmen zur
Risikominderung einzuleiten.
9. Was ist der Unterschied zwischen Maßnahmen zum Umgang mit
Risiken und Maßnahmen zu Umweltzielen?
Norm-Kap. 6.1.5, 6.2.2
Die Maßnahmen zum Umgang mit Risiken dienen insbesondere dazu, im Tagesgeschäft nicht immer offensichtlich
absehbaren Entwicklungen und Gefahren entgegenzutreten. Diese müssen nicht zwingend eintreten, die Organisation muss
aber dauerhaft auf sie vorbereitet sein.
Bei den Maßnahmen zu Umweltzielen handelt es sich um konkrete Maßnahmen, die, meist einmalig, zur Erreichung eines
definierten Ziels durchgeführt werden und deren Effektivität nach Möglichkeit messbar nachgewiesen werden soll.
10. Muss eine Verfahrensanweisung zur Kommunikation erstellt werden?
Norm-Kap. 7.4
Die ISO 14001:2015 schreibt lediglich eine dokumentierte Information als Nachweis für die Kommunikation vor. Allerdings
ist es auch Pflicht, den Kommunikationsprozess zu planen. Hierbei ist eine Verfahrensanweisung also sinnvoll.
11. Welche Umweltaspekte entlang der Wertschöpfungskette müssen
gesteuert und überwacht werden?
Norm-Kap. 8.1, 9.1.1
Gemäß der Lebenswegbetrachtung müssen, abgesehen von den direkten Umweltaspekten im Herstellungs- bzw.
Dienstleistungsprozess, weitere Aspekte der Beschaffung, der Produktentwicklung, Lieferung, Verwendung und Behandlung
am Ende der Lebensdauer betrachtet werden. Auch Lieferanten und Vertragspartner, insbesondere ausgelagerte Prozesse,
müssen gesteuert werden. Dies beinhaltet ggfs. auch die Notwendigkeit, geeignete Informationen über bedeutende
Umweltaspekte im Umgang mit dem Produkt bzw. der Dienstleistung bereit zu stellen.
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12. Für welche Umweltaspekte muss die Umweltleistung bewertet werden?
Norm-Kap. 9.1.1
Soweit möglich und sinnvoll muss für die Umweltaspekte in Verbindung mit Tätigkeiten, die eine wesentliche
Umweltauswirkung haben, mit bindenden Verpflichtungen, relevanten Ablauflenkungen und hinsichtlich der Messbarkeit
des Fortschritts in Bezug auf die Umweltziele eine Bewertung der Umweltleistung stattfinden.
13. Wann muss mit Kennzahlen gearbeitet werden?
Norm-Kap. 6.2.2, 9.1.1
Zur Bewertung der Umweltleistung insgesamt, also aller in dieser Hinsicht betrachteten bedeutenden Umweltaspekte, soll
nach geeigneten Kennzahlen gesucht werden. Insbesondere zur Kontrolle des Fortschritts bei der Erreichung messbarer Ziele
sind diese nach der ISO 14001 Revision 2015 Pflicht.
Dabei ist die DIN EN ISO 14031 hilfreich.
14. Muss das Managementreview neue Inhalte aufweisen?
Norm-Kap. 9.3
Die neuen Anforderungen der Norm zur Risikobewertung sowie Fragen zur Angemessenheit der Ressourcen müssen
zusätzlich behandelt werden. Die abschließende Aussage muss den Ressourcenbedarf explizit betrachten.
15. Wie kann die „fortlaufende Verbesserung“ nachgewiesen werden?
Norm-Kap. 10.2
Laut ISO 14001:2015 ist eine Verbesserung der Umweltleistung, die sich in den meisten Fällen mittels der aufgestellten
Kennzahlen nachweisen lässt, gewünscht. Aber auch die Verbesserung einzelner Systemelemente (z.B. Schulung,
Kommunikation) kann eine Verbesserung des Systems darstellen, ist allerdings nicht an sich Zweck des Managementsystems
und insofern nicht dauerhaft ausreichend.
Fragen zum Übergang der Zertifizierung nach der
ISO 14001 Revision 2015
1. Wie sieht die zeitliche Spanne für Unternehmen aus, die bereits eine akkreditierte
Zertifizierung nach ISO 14001 haben und sich nach der neuen Version ISO 14001:2015
zertifizieren lassen möchten?
Es wird eine Umstellungsphase von 3 Jahren ab der Herausgabe der neuen Version ISO 14001:2015 erwartet.
Die Umstellung wird in jedem Regelaudit (Überwachungs- oder Wiederholungsaudit) mit einem definierten Zusatzaufwand
möglich sein.
2. Ab wann können Erst-Zertifizierungen gemäß der neuen Version ISO 14001:2015
durchgeführt werden?
Ab dem Erscheinungsdatum der neuen Norm ISO 14001:2015.
Audits zur Vorbereitung der Erstzertifizierung können gegebenenfalls schon vor dem Erscheinungsdatum stattfinden.
www.tuv.com
MANAGEMENTSYSTEME · Umweltmanagement · ISO 14001
3. Nach welcher Version der ISO 14001 (2004/2009 oder 2015) sollten sich Unternehmen im
Jahr 2015 zertifizieren oder rezertifizieren lassen?
Bis zur Veröffentlichung der endgültigen Version (voraussichtlich nach Mitte 2015) kann noch nicht nach der Version ISO
14001:2015 zertifiziert werden. Sobald dies möglich ist, ist es für Neuzertifizierungen sinnvoll, direkt nach der neuen Norm
zu zertifizieren.
Rezertifizierungen sollten nach der Version 2015 erfolgen, wenn die zeitlichen Vorgaben es zugelassen haben, die
erforderlichen Anpassungen rechtzeitig umzusetzen. Eine frühzeitige GAP-Analyse ermöglicht in dieser Hinsicht eine
fundierte Einschätzung.
4. Was können Unternehmen, die nach der ISO 14001:2004 (2009) zertifiziert sind, aktuell
tun, um sich auf die ISO 14001 Revision 2015 vorzubereiten?
Sie sollten auf der Grundlage der vorliegenden DIS-Version selbst eine GAP-Analyse durchführen oder vom TÜV Rheinland
durchführen lassen, um den Aufwand für die Umstellung auf die ISO 14001:2015 besser abzuschätzen bzw. mit der
Umsetzung zu beginnen.
Mit Vorlage des Final Draft International Standard (FDIS) wird die GAP-Analyse dann finalisiert. Wesentliche Änderungen
des Normentwurfs sind dann nicht mehr zu erwarten.
*ohne rechtliche Verbindlichkeit, Status: März 2015
TÜV Rheinland Cert GmbH
Am Grauen Stein
51105 Köln
Tel.: +49 800 888 2378 (kostenfrei)
Fax: +49 800 888 3296 (kostenfrei)
tuvcert@de.tuv.com
www.tuv.com/iso14001-revision
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