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An
Variables Multitalent – für jeden und alles
Silver Hawk 540 CC
Wohl kaum ein Finne, der mit dem Begriff „Otto Brandt
Group“ nichts anfangen kann. Es ist einer der populärsten
Konzerne dieses skandinavischen Landes mit vielen
Facetten. Bei Wassersportlern besonders hoch angesiedelt,
TERHITEC – die Boat-Company. Unter ihrer Ägide fertigt
das Unternehmen die Marken „Terhi“, „SeaStar“ und
„Silver AluFibre“. Etwa 5.000 Boote pro Jahr verlassen die
Werfthallen und werden in 20 Länder weltweit geliefert.
Einem davon, dem brandneuen Modell „Silver Hawk 540
CC“, hat Claus D. Breitenfeld auf den Kiel gefühlt.
D
ie Wurzeln des Unternehmens TerhiTec Oy reichen
zurück bis ins Jahr 1972. Damals wie heute werden
immer noch die gleichnamigen, allseits bekanntbewährten Kleinboote auf ABS-Kunststoffbasis produziert. Silver hingegen wurde Anfang der 90er
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Jahre aus der Taufe gehoben. Fünf erfahrene Alu-Bootbau-Enthusiasten wagten damals den Weg in die Selbständigkeit. Heute ist Silver Mitglied der großen TerhiTec-Familie und fühlt sich dort wohlbehütet.
Seither hat sich eine Menge verändert. Die Produktpalette umfasst inzwischen eine Range von 16 Booten in den Abmessungen
4,85 bis 7,27 m Länge über Alles, gegliedert in die Typenkategorien „Single- und Double-Console“, bzw. „Cabin-Boats“. Und ganz
besonders stolz sind die Silver-Macher auf ihr geschütztes ZusatzPrädikat „AluFibre™“, von dem sie für sich in Anspruch nehmen,
dass kein anderes Boot der Welt so gebaut ist wie eine Silver. Die Begründung folgt prompt: „Ein robuster Marine-Aluminium-Rumpf
wird kombiniert mit einer GfK-Innenschale, einer so genannten
‚Fibreglass-Konstruktion‘ – daher auch die Ableitung ‚Fibre‘ – die
wiederum auf einem wabenförmigen Spantensystem sitzt, das für
absolute, dauerhafte Steifigkeit des Rumpfes garantiert. Hinzu
kommt, das Silver-Boote entlang der Außenwände mit Alu-Tanks
10/2014 WasserSport
scher Motoryachtverband I Jugend I Vereine I Technik-Talk I Technik I Reportage I Aktuelles I Inhalt I Editorial
und 3,2 zu 4,0 wird als schlank eingestuft. Legen wir bei dem
Silver Hawk 540 eine Wasserlinienlänge von 4,37 m zugrunde
und nehmen an, dass die Wasserlinienbreite ca. 1,67 m beträgt, errechnet sich daraus der Faktor „2,6“. Ergo, wir haben
es hier mit einem breiten Rumpf zu tun – theoretisch. Trotzdem, so ganz wegdiskutiert werden kann ein gewisser Kippligkeitsgrad in ruhender Position dann doch nicht. Wie dem
auch sei, einen erklecklichen Part davon kreidet sich auch der
Chronist selbst an, 100 kg Lebendgewicht einseitig verteilt,
sind ebenso diskussionswürdig.
Ergonomisch
konzipierter
Steuerstand.
Ganz schön flott, der silberne „Wasserfalke“. Fotos: Breitenfeld, Wilén, Werft
bestückt sind, gefüllt mit wasserabweisendem Polyurethanschaum. Das lässt die Boote nicht nur unsinkbar werden, es erhöht
darüber hinaus den Fahrkomfort und macht sich auch akustisch
bemerkbar, wenn auch zugegebenermaßen mit Blickwinkel auf die
Phonmessungen subjektiv. Sei’s drum, hier scheppert, klappert
oder dröhnt nichts.
Fahreigenschaften
Erfahrene Motorboot-Freaks werden beim Studieren der technischen Daten vielleicht über die Abmessungen stolpern. 5,14 x
2,17 m ü. A., „relativ“ schmal. Diese, nicht immer unbedingt realitätskonforme Ansicht, hat sich im Laufe jahrzehntelanger BootsEvolution so in unseren Köpfen festgesetzt. Doch da gibt es den Begriff des „dimensionslosen Quotienten“, die Angabe von Verhältniseinheiten. Danach gilt ein Schiff als breit, wenn „LWL“ und
„BWL“ im Verhältnis von 2,0 zu 2,8 stehen. Normal wäre 2,8 zu 3,2
WasserSport 10/2014
Der achterliche Bereich mit
Schalensitz und Backskiste.
Und gerade an diesem Punkt zeigt sich, was der Rumpf unter Belastung in der Lage ist zu kompensieren. 63,9 km/h (34,5 kn) bei
einer Maximaldrehzahl von 6.000 U/min, erreicht aus dem Stand
nach lediglich knapp 20 Sekunden, befeuert von einem 80er 4-Takt
Honda, da kann nicht gemeckert werden. Und was ist jetzt mit der
Lastverteilung? Nix! Das Einzige, was dieses Silver noch in
Schräglage versetzen würde, wäre, wenn der Mann an der Haspel
beim Herumspielen mit den Trimmklappen seine Unfähigkeit
unter Beweis stellt. Ansonsten, alles bestens.
Und da wir gerade dabei sind - wenn schon Volllast, dann aber
auch richtig. Aus der Mitte heraus erfreulich knappe 2 ¼ Umdrehungen zu jeder Seite, das Ruder ist hart gelegt. Den Motortrimm
ins untere Drittel des möglichen Winkels ran gezogen, die Klappen
auf neutral gestellt. Logisch, etwas Speed bleibt bei diesem
Manöver auf der Strecke. Weit aussagekräftiger hingegen die Tatsache, dass der Rumpf dank des perfekten Unterwasserschiffes und
dem ausgeklügeltem Längsstringer-System – Silver spricht dabei
von „aufgeschweißten Hydrostufen“, die in Gleitfahrt den Wasserwiderstand und somit auch den Kraftstoffverbrauch reduzieren
– keinen Deut vom vorgegebenen Kurs abweicht. Richtungsänderungen sind ohne besonderen Kraftaufwand durch das hydraulikunterstützte Ruder vollziehbar, Geradeauslauf auch bei geringeren Geschwindigkeiten ohne nennenswerte Korrekturen garantiert.
Die Steifigkeit und Robustheit es Rumpfes zeigt sich beim Abreiten von kabbeligem Wasser. Dafür steht das bereits erwähnte,
nicht sichtbare, konstruktionsbedingte „Korsett“ aus Längsstringern und Querspanten, samt ausgeschäumter Bordwände. Satt und
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stabil taucht das Vorschiff nach jedem
Sprung wieder in die Welle ein, treibt die
Gischt zur Seite, nichts kommt über,
alles bleibt trocken.
Nach lediglich 3,5 sec. ist bei 3.000
U/min die Verdrängerphase überwunden, das Hawk 540 gleitet mit 23,7 km/h
(12,8 kn) dahin. Ein Grenzwert, der je
nach Wasserverhältnissen doch etwas
nervig ausfallen kann. Wir raten dazu
800 U/min draufzulegen. 37,8 km/h
(20,4 kn), ökonomische Marschfahrt bei
73 dB(A) am Steuerstand. Das ist okay,
wobei Messungen von Phonwerten bei
offenen Booten eh‘ als nicht so ganz „koscher“ einzustufen sind. Denn wie bitteschön, kann nur wenig mehr als einen
halben Meter über dem Wasser bei Wind
und Wellen seriös auseinanderdividiert
werden, wem der gemessene Schall zuzuordnen ist? Dem Motor oder den Elementen?
Und schließlich noch ein letzter
Check. Aus ruhender Position die Gaszufuhr sukzessive bis zum Anschlag gesteigert, bei hart gelegtem Ruder und
komplett angetrimmtem Motorschaft.
Für Betrachter von außen sicherlich eindrucksvoll die Schräglage, als Crewmitglied jedoch eher entspannt genießend,
der Dreh fast um die eigene Achse, ohne
dabei auch nur ein Quäntchen von Kavitation am Propeller registrieren zu
müssen. Auch kein achterliches Ausbrechen, Einhaken oder Wegschmieren.
Das Silver Hawk krallt sich förmlich im
Kreisbogen fest. Unterm Strich, alles im
grünen Bereich.
Relingsdurchgang auf dem Vorschiff mit
Ankerkasten und großem Staufach.
Reichlich Stauraum
neben der Motorwanne.
Pflegeleicht und
schnörkellos, das
Erscheinungsbild.
Ausstattung und
Verarbeitung
Keine Ecken, keine Kanten, sauberstes Finish, sowohl vom einteiligen GfKInnenausbau her, als auch dem äußeren,
im Carbonlook folierten Aluminiumkleid. Blitzeblank und spiegelglatt zudem das Unterwasserschiff. Ein feines
Bötchen, dem man die Liebe zum Detail
auf den ersten Blick ansieht und das bereits beim oberflächlichen Betrachten
qualitativ viel Vertrauen einflößt, dem es
in der Praxis schlussendlich ohne Wenn
und Aber auch gerecht wird. Das Designkonzept kommt nicht nur gefällig daher,
es bietet auch praktische Vorzüge. Super-
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Steuerbords in
der Mittelkonsole
die Hauptschalter
und Sicherungen.
VA-Platten für
DownriggerMontage auf
der Reling.
10/2014 WasserSport
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Solides Auge für
Schlepp- und
Ankerleine auf dem
Vorschiff.
Solositz im
Vorschiff
auf Federstandbein.
Breite seitliche
Durchgänge
neben der
Mittelkonsole.
Die Backskiste,
fixiert an der
Kederschiene.
WasserSport 10/2014
einfache Reinigung, Wasserschlauch,
Schrubber und Feudel, fertig ist der Lack
– und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Egal, für welchen Hawk-Typ man sich
schließlich entscheidet, den Testprobanden „CC“ mit Center-Konsole oder das
Schwesterschiff „DC“ mit zwei Konsolen, vom fahrerischen Handling macht’s
so gut wie keinen Unterschied.
Für die von uns gefahrene Version, in
Details abgestimmt auf Angelfreaks, bedarf es keiner langatmigen Erklärungen.
Der Bugbereich präsentiert sich in zwei
stufenförmigen Staubereichen. In der
oberen Etage, flankiert von den Relingsaufbauten und Beschlägen, der Ankerkasten. Darunter über die gesamte Breite
jede Mange Platz für Leinen, Fender, Persenning etc. Nach achtern flache VAHandläufe mit Rutenhaltern, mittig im
Vorschiff der Einzelsitz auf Federstandbein und schließlich die Steuerstandkonsole mit Innenleben, so platziert,
dass beidseitig bequemes Passierten garantiert ist.
Gut abgeschirmt hinter der in stabilem VA-Rahmen montierten Windschutzscheibe nimmt der Fahrer Platz im
variablen Schalensitz mit hervorragendem Seitenhalt. Vor ihm das ergonomisch ausgerichtete Dashboard samt
Aufbauschalteinheit mit griffigem Ruder
und allen, zur sicheren Schiffführung erforderlichen Überwachungsinstrumenten bestens im Blickfeld. Dahinter vor
der aufgeräumten Motorwanne mit seitlichen Staufächern, an einer Kederschiene horizontal zu verschieben, die Backskiste in gleichzeitiger Funktion als Zweiersitzbank. Und das war’s dann auch
schon.
Zusammenfassung
Das Silver Hawk 540 CC ist ein
„Multi-Kulti-Vertreter“ seiner Zunft. Ein
„Tausendsassa“ für jeden und Alles, dessen Einsatzbereiche nicht weit genug gefächert zu beschreiben sind. Hervorragende Fahreigenschaften, vorbildliche
Verarbeitung und pflegeleichtes Handling sind nur einige der hervorzuhebenden Prädikate, die dieses Boot zum langlebigen Wertschöpfungsobjekt werden
lassen.
Claus D. Breitenfeld
Technische Daten
Herstellerland: Finnland
Werft: TerhiTec Oy, FI-21140 Rymättylä
Importeur (Deutschland, Schweiz,
Österreich, Kroatien): Boat Solutions
GmbH, Seestraße 8, D-86919 Utting am
Ammersee, Tel.: 08806-956590,
u www.boat-solutions.de
Boot:
Länge ü. A. (m): 5,40
Länge WL ca. (m): 4,37
Breite ü. A. (m): 2,17
Tiefgang ca. (m): 0,28 / 0,85
Freibord ca. (m): 0,64
Höhe ü. WL ca. (m): 1,37
Gewicht leer ca. (kg): 520
Baumaterial: Aluminium-Rumpf, GfKInnenschale
Motorisierung Test : Honda BF 80
LRTU/59 kw (80 PS)
Propellergröße: 3-Blatt, Aluminium, 15“
Motorisierung bis kW (PS): 74 (100)
Kraftstofftank (l): 100
Zuladung/Nutzlast lt. CE (kg): 615
Sitzplätze: 7
CE-Kat.: C / 7 Pers.
Preis mit 80 PS Honda €: 22.790,Preis ohne Motor ab €: 16.000,- ab
Werft Finnland
Messwerte:
Geschwindigkeit / Lautstärke
U/min
3.000(1
3.500
3.800(2
4.000
4.500(3
5.000
5.500
6.000(4
km/h
23,7
32,0
37,8
41,1
47,2
52,2
58,3
63,9
(kn)
(12,8)
(17,3)
(20,4)
(22,2)
(25,5)
(28,2)
(31,5)
(34,5)
dB(A)(5
72
75
73
76
78
81
84
86
Testparameter: (1 = Gleitgrenze;
(2 = ökonomische Marschfahrt; (3 =
zügige Reisegeschwindigkeit; (4 =
Volllast; (5 = gemessen am Steuerstand
inkl. Wind- und Wassergeräusche; nach
ca. 3,5 sec. aus ruhender Position in
Gleitfahrt; Vmax nach 20 Sekunden
aus dem Stand; Wind- und Wasser:
3 – 4; Drehkreise in Bootslängen voraus
und nach achtern über Stb. und Bb.:
1 – 1,7; 4,5 Ruderumdrehungen von
Seite zu Seite; Testcrew 2 Personen.
Standardausstattung:
Navigationsbeleuchtung mit Bugund Hecklicht, Hydrauliklenkung,
Badeleiter, gepolsterter Schalensitz,
Mögliche Extras: Polstersatz Bug und
Heck, Hafen-, Trailer- und Fahrpersenning, Konsolen-Abdeckung, Wasserski-Zugvorrichtung, Trimmklappen,
Targabügel, Ruten- und Downriggerhalterung, Honda Pre-Rigg,
Montageplatte für Bugmotor.
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