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DIE STADT- TÜRMERIN

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INFORMATIO
N DER GRÜN
EN ENNS
Nr. 1/2015
STANDPUNKT
NEUEN RAHMEN SCHAFFEN
F
rauen engagieren sich, organisieren, vernetzen und
unterstützen, sie hören zu und
haben etwas zu sagen. Gemeindepolitische Tätigkeit ist spannend und
vielfältig – und braucht uns Frauen
mit all unseren Kompetenzen.
Trotzdem besteht der Ennser Gemeindrat nur zu einem Drittel aus
Frauen. Zugegeben, der Rahmen für
politische Arbeit ist für unsereins
nicht sonderlich attraktiv: Politik ist
schon lange kein angesehenes Metier mehr. Teils raue Umgangsformen
und Machtspielchen gehören zum
politischen Alltag. Und die politische
Arbeit findet meist abends statt, wo
daheim Kinder zu betreuen sind.
Aber Arbeitsbedingungen können
verändert werden. Umso wichtiger
ist es, dass sich Frauen mit ihren
Themen und Bedürfnissen einbringen, Veraltetes in Frage und Neues
zur Diskussion stellen – und damit
einen neuen Rahmen schaffen.
Mag. a Gerda Reimann-Dorninger,
Fraktionsobfrau der Grünen im
Ennser Gemeinderat
THE
IRON LADY
Christina Lenz steht als Eisenhändlerin ihren Mann. Sie leitet das
Familienunternehmen in dritter Generation. Wie das so ist,
erzählt sie der STADTTÜRMERIN.
„E
s war nie mein Plan, Eisenhändlerin zu werden“ erzählt
mir Christina Lenz gleich
zu Beginn unseres Gespräches. „Das ist
durch die Liebe geschehen. Es ist untypisch und wird in Österreich nicht erwartet, dass in einem Handwerkermarkt eine
Frau die Chefin ist...und wenn dann traut
man ihnen das nicht zu.
In der Karenzzeit vom 2. Kind hat sie in
der Raiffeisenbank gekündigt und begonnen, im Eisenhandel mitzuarbeiten. Bei
der Umstrukturierung 2009 meinte dann
der Experte „Wenn Lenz draufsteht, muss
Lenz drinnen sein“- und so ist sie seit der
Zeit drinnen. „Durch das Tun ist mein Interesse geweckt worden. Die Arbeit hier
ist sehr vielfältig, ich bilanziere, mache
die Lohnverrechnung, bin auch teilweise
im Verkauf. Zwar kann ich keinen Bohrhammer verkaufen, dafür haben wir
unsere Fachkräfte. Arbeitskleidung oder
einen Griller, diese Sachen verkaufe ich
schon. Außerdem mag ich es sehr, wenn
ich die Abläufe sehen und wenn ich gestalten und mitgestalten kann“, sagt sie.
Die Familie ist bei ihr die Nummer eins.
„Ich arbeite Teilzeit, das geht sich gut
aus. Es hat nicht jeder die Gelegenheit,
sich die Arbeit einzuteilen. Zu Mittag bin
ich weg, koche zu Hause für uns alle. Es
ist mir sehr wichtig, dass ein richtiges
........................................................
 FORTSETZUNG AUF SEITE 02
POLITIK
STOLPERSTEINE
IN DIE POLITIK
Frauen steigen noch immer viel seltener in die Gemeindepolitik
ein als Männer. Obwohl gerade dort viel zu entscheiden ist,
was sie tagtäglich betrifft. Warum ist das so?
E
iner der drei wichtigsten Grünlichen Vorbildern, die sich politisch
de: In sehr männerdominierten
engagieren, vor allem im ländlichen
Gremien fühlen sich Frauen oft
Bereich. Junge Frauen sind überhaupt
nicht wohl. Man lässt sie nicht zu Wort
selten in der Kommunalpolitik zu
kommen oder fertig ausreden, setzt
finden: Der größte Teil der befragten
unfaire Angriffe oder HerabwürdigunPolitikerinnen (89%) ist älter als 40
gen. Bevor sie sich dem aussetzen,
Jahre, also in einem Alter, in dem die
lassen sie es lieber. Andererseits neigen
Kinder „aus dem Gröbsten raus“ sind.
Frauen dazu, sich bei
Denn 71% von ihnen sind
Auftritten oder in SitzunMütter, bei den Hauptamtgen „kleiner“ zu machen
lichen sind es sogar 78%.
als sie sind: leise oder zu
Drittens ist es der Faktor
hohe Stimme, schnelles
Zeit. Die Unterstützung
Sprechen, wenig Raum
des Partners und eine auseinnehmen erschwert ihre
reichende KinderbetreuDurchsetzungskraft.
ung werden als wichtiger
Auch fehlt es an weibErfolgsfaktor gesehen.
 Michaela Heinisch
NOCH KEINE
100 JAHRE ALT...
…ist die Geschichte des Frauenwahlrechts in Österreich.
Ein kurzer Abriss in Blitzlichtern von Michaela Heinisch.
• 1848: Karoline Perin gründet den
• 1898 Allgemeiner Österreichischer
ersten Wiener Demokratischen FrauFrauenverein
enverein. Nach der Auflösung wird sie • 1904: Internationale Frauenkonferenz
verhaftet und muss emigrieren.
in Wien
• Nach der Niederschlagung der Re• 1907: Internationale Konferenz
volutionen im Jahr 1848 werden alle
sozialistischer Frauen
Frauenclubs und Vereine verboten,
• 1907: Einführung des allgemeinen
die Mitglieder verfolgt und drangsaWahlrechts für Männer
liert.
• 1911: Internationaler Weltfrauentag
• Die Folgen der ersten europaweiten
wird erstmals in Deutschland, Schweiz,
Frauenbewegung sind drastisch. Den
Österreich, Dänemark gefeiert
Frauen werden jegliche „Bürgerrechte“ entzogen. Sie dürfen nicht wählen, • November 1918: Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts
nicht an Versammlungen, Presseoder Koalitionsfreiheiten teilnehmen. • 16. Februar 1919: die ersten acht weib­
lichen Abgeordneten – sieben Sozial­
Stattdessen wird ein „Familienrecht“
demokratinnen und eine Christlich
etabliert, das Frauen vollkommen
Soziale – ziehen in den Nationalrat ein.
abhängig macht.
02
DIE STADTTÜRMERIN MÄRZ/2015
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Essen auf dem Tisch steht, keine Fertigprodukte.“ Die Familie isst gemeinsam,
das ist die Mittagspause. Da ist Zeit
zum Erzählen, für firmeninternen Austausch. Dann sitzen sie und die Kinder
am Schreibtisch, sie kann auch viel zu
Hause arbeiten. Und die Kinder wissen,
dass jemand da ist. Jeden Mittwoch ist
Oma+Opa Tag, da ist sie dann ruhigen
Gewissens bis am Abend im Geschäft.
„Viele Leute glauben, sie müssten mir
einreden, dass ich so viel Stress habe.
Der einzige Stress ist: „“Was koche ich
heute!“ Wir sind gut strukturiert. Durch
die Struktur brauchen wir uns über
viele Dinge des Alltags keine Gedanken
mehr machen. Ich mache aber meine
Arbeit gern!“
Dabei ist es nicht unbedingt leicht,
neben der übergroßen Konkurrenz zu
bestehen, Baumärkte gibt es im Umkreis genug. „Es fällt einem nicht in den
Schoß. Wir setzten auf Qualität, auf
fachliche Beratung und Service.“ Ob
neben all den Anforderungen da auch
Zeit für Hobbys bleibt, wollte ich wissen. „Ja sicher. Ich singe im Chor, laufe,
fahre mit der Familie Schi und Rad, lese
sehr gerne, fahre hin und wieder ins
Burgtheater mit meinem Mann.“ Ob sie
die Herausforderung braucht, wollte ich
abschließend wissen: „Wahrscheinlich“,
sagt Christina Lenz und lacht.
Ulrike Eberlberger
INFO
CHRISTINA
LENZ,
geboren 1974,
verheiratet mit
Friedrich Lenz, Mutter von 2 Kindern, geboren und aufgewachsen
in Altmünster, studierte in Linz
und London Handelswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing,
arbeitete in der Werbebranche
und in der Marketingabteilung der
Raiffeisenbank, leitet seit 2009
den LENZ Handwerkermarkt.
KUNST
IST ENNS
OFFEN FÜR
KUNST?
Eines haben alle befragten Künstlerinnen gemeinsam: Sie sind froh, dass
sie durch ihre jeweiligen Berufe das
nötige Einkommen erzielen, um sich
ihre Kreativität „leisten“ zu können.
Von der Stadtgemeinde Enns fühlen
sie sich grundsätzlich gut unterstützt.
Manchmal würden sie sich seitens
der KundInnen wünschen, dass ihren
teils sehr zeitaufwendig hergestellten
Kunstwerken mehr Wertschätzung
entgegengebracht wird. Es gab in
den vergangenen Jahren schöne
Kunstprojekte in Enns und es wird
sie sicherlich weiter hin geben.
aufgezeichnet von
Juliane Walther und Brigitte Gansch
BIRGITT
AIGENBAUER
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ANNEROSE
WILLAM
,, B
eleuchtung ist eine ganz
entscheidende Angelegenheit für die Atmosphäre in einem Raum“, so die Architektin Annerose Willam, die vor fast
zwei Jahren ihr Lokal „Raumwende“
in der Linzer Straße eröffnet hat, wo
sie gemeinsam mit ihrem Partner neue
Lampen gestaltet und alten Lampen zu
neuem Glanz verhilft. Laufend dürfen
dort auch andere Kunsthandwerker­
Innen und MalerInnen ihre Werke
ausstellen.
BRIGITTE
RAUECKER
DORIS
PFISTERER
,, B
S
chon als Kind hat die Malerin
Brigitte Rauecker gerne gezeichnet. Seit 2001 lebt die
gebürtige Linzerin hier in Enns, wo
sie im Jahr 2013 ihre eigene Galerie in
der Mauthausnerstraße eröffnet hat.
Ein bisschen bedauert sie, dass sie
sich erst so spät intensiv der Malerei
zuwenden konnte. „Am liebsten würde ich den ganzen Tag malen, malen,
malen – von früh bis spät!“ sagt die
sympathische Künstlerin.
as Besondere beim
Filzen ist das ganzheitliche Empfinden des
Materials“, sagt Birgitt Aigenbauer, die
regelmäßig mit ihren Filzarbeiten beim
Ennser Weihnachtsmarkt vertreten ist.
Schon als Kind hat sie sich für Stoffe
interessiert und war sehr neugierig,
ob man diese wohl auch ohne Faden
herstellen könne. Heute hält sie FilzKurse für Kinder und Erwachsene, die
sich großer Beliebtheit erfreuen.
HANNELORE
RAUTER
D
ie Künstlerin Hannelore
Rauter stellt Keramik in der
anspruchsvollen Raku-Brenntechnik her. „Als ich 1978 erstmals mit
dem Material Ton in Berührung kam,
spürte ich sofort: das Material passt
genau zu mir!“, sagt die gebürtige
Kärntnerin, die am Alten Schmidberg
ihre Werkstatt mit Schauraum betreibt. Ihre Schmuckstücke, Skulpturen
und Installationen sind auch häufig auf
Ausstellungen zu sehen.
DIE STADTTÜRMERIN MÄRZ/2015
eim Werken bin ich nur
mit mir beschäftigt,
darin geh ich voll auf.“
Durch ihre Mutter wurde Doris
Pfisterer schon früh an kreatives
Schaffen herangeführt. Die gebürtige
Ennserin, die von Straßenschmutz bis
Baumrinde alles verarbeitet, hat sich
mit ihrem Geschäft in der Linzer Straße einen Traum erfüllt. Neben der Malerei beschäftigt sie sich auch mit der
Gestaltung von Möbeln und Lampen.
Doris Pfister mit Tochter Hanna
03
FILM
Grüne Enns und Kulturzentrum
d‘Zuckerfabrik laden ein zur:
5. ENNSER FRAUENFILMNACHT
Termin: Samstag, 7. März 2015
19:30 Uhr: Sektempfang
20:00 Uhr: Begrüßung und Filmstart
Ort: Kulturzentrum d‘ Zuckerfabrik, Kristein 2
Eintritt: 8 € regulär / 6 € ermäßigt für
Frauen und Jugendliche
Kartenreservierung:
www.d-zuckerfabrik.at
Filmbeschreibung:
Chris (Helen Mirren) ist eine selbstbewusste Blumenhändlerin um die 50.
Sie führt wie ihre Freundinnen ein geordnetes, aber langweiliges Leben in
einem kleinen Dorf in der Nähe von Yorkshire. Als der Mann ihrer besten
Freundin (Julie Walters) an Krebs stirbt, beschließen die Ladies, Geld für
das örtliche Krankenhaus zu sammeln – mit einem Kalender.
Um die Einnahmen zu erhöhen, entwickelt Chris eine ungewöhnliche
Geschäftsidee, die zu ungeahntem Erfolg führt….
Ein bezaubernder, herzerfrischender Film über elf Frauen zwischen 45 und 60,
die Ungewöhnliches wagen und sich selbst dabei entdecken!
Mehr lesen: http://www.cinema.de/film/kalender-girls
9. Ennser Fahrradbasar
Achtung: findet in der
Stadthalle Enns statt!
Annahme:
Fr, 27. März 2015
15:00-18:00 Uhr
Verkauf:
Sa, 28. März 2015
9:00-11:30 Uhr
Ort: Enns, Stadthalle,
Hafnerstraße 2
04
DIE STADTTÜRMERIN MÄRZ/2015
IMPRESSUM
M., H. und V.: Die Grünen Enns,
Tischler­straße 1, 4470 Enns
Redaktion: Dr.in Michaela Heinisch, Juliane
Walther, Brigitte Gansch, Mag. a Gerda
Reimann-Dorninger Produktion:
Mag. a Barbara Vanek, studio B
Druck: COMPACT DELTA Layout: agentur g+
Auflage: 5.900 Stück; Gedruckt auf 100%
chlorfrei gebleichtem Papier
KONTAKT
DIE GRÜNEN ENNS
Tischlerstraße 1, 4470 Enns
T 0699 / 173 29 669
E enns@gruene.at
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