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LESESTOFF: MUSIKER, ANWALT, POLITIKER - DE MAIZIERE WIRD 75 | ZEITGESCHEHEN
OBERES VOGTLAND
Ein Weltstar
feiert großes
Tour-Jubiläum
LOKALES
KLINGENTHAL
Musiker spielen
unbeeindruckt auf
Die Sängerin Mireille Mathieu steht
70 junge Akkordeonspieler aus
der Tschechischen Republik, aus
Thüringen, Bayern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen
haben am Wochenende bei den
Kleinen Tagen der Harmonika in
Klingenthal um Punkte und Preise gewetteifert. Die 43. Auflage
des Nachwuchswettbewerbs zeigte sich relativ unbeeindruckt von
der Nachricht über den Insolvenzantrag des Akkordeonherstellers
Harmona. Die Fortsetzung des
Wettbewerbs 2016 steht bereits
Seite 9: Bericht
fest. (eso)
seit 50 Jahren auf der Bühne. Gestern Abend startete sie in der Chemnitzer Stadthalle ihre JubiläumsDeutschland-Tournee. Die Französin, auch als „kleine Piaf“ oder
„Spatz von Avignon“ bekannt, war
1965 erstmals im Fernsehen aufgetreten und hatte danach eine Weltkarriere begonnen: Die heute
68-Jährige nahm rund 1200 Lieder
in elf Sprachen auf, von ihrer Musik
wurden weltweit etwa 120 Millionen Tonträger verkauft. Zu
Deutschland hatte Mathieu immer
ein besonderes Verhältnis: Rund ein
Drittel ihrer Platten wurden hier
verkauft. Außerdem gehörte sie zu
den wenigen internationalen Stars,
die auch in der DDR regelmäßig zu
FOTO: GEORG U. DOSTMANN
Gast waren.
BAD ELSTER
Fachklinik rüstet
für Patienten um
Die Mediclin-Klinik am Brunnenberg in Bad Elster baut ihre 2013
eröffnete Fachklinik für neurologische Rehabilitation weiter aus.
Verdoppelt wird derzeit die Kapazität zur Betreuung zum Beispiel
von Schlaganfall-Patienten. Maßnahmen der Rehabilitation sollen
künftig für diese früher und möglichst unmittelbar nach der Akutbehandlung im Krankenhaus
greifen, sagt Chefarzt Stephan
Seite 9: Bericht
Graeber. (us)
Kultur Die Kastelruther
Spatzen stellen in Zwickau
ihr aktuelles Album vor
Kind & Kegel Wer ist
schuld, wenn schon Kinder
nur Markenartikel wollen?
FOTO: INA FASSBENDER/DPA
DRESDEN — Forderungen nach mehr
Friedrich Bob-Weltmeister
Francesco Friedrich vom SC Oberbärenburg (Foto) hat mit Anschieber Thorsten Margis in Winterberg
den WM-Titel im Zweierbob verteidigt. Johannes Lochner aus Stuttgart und der Lette Oskars Melbardis wurden zeitgleich Zweite.
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WETTER VOR ORT
6 Uhr 10 Uhr 14 Uhr 18 Uhr
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Morgen
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4°
SPD und Polizeipräsident fordern
mehr Polizisten für Sachsen
VON GABI THIEME UND UWE KUHR
SPORT AM MONTAG
Chemnitzer FC –
Dortmund II
EINEN KONZERTBERICHT
morgen auf der Kulturseite.
Die Polizei fährt personell
am Limit. Hinter Einsätzen bei Versammlungen
und Abschiebungen
müssen andere Aufgaben
zurückstehen. Doch die
CDU will abwarten.
IN DIESER AUSGABE
Fußball
FC St. Pauli –
FC Erzgebirge Aue
Einzelpreis 1,10 Euro
1°
Übermorgen
3°
-1°
Ausführliches Wetter: Seite 8
10010
Personal für die sächsische Polizei
werden angesichts stark wachsender Aufgaben und Belastungen immer lauter. Nicht nur die Opposition
sieht die Landesregierung in Zugzwang. Jetzt überraschte und verärgerte auch Koalitionspartner SPD
die CDU im Landtag mit einem Positionspapier. Darin fordern die Sozialdemokraten ein Aussetzen des laufenden Stellenabbaus bis Ende 2016.
Die CDU will davon noch nichts
wissen. Für die Landtagsfraktion erklärte am Wochenende Christian
Hartmann, Mitglied im Innenaus-
schuss, dass zwar Steuerungsbedarf
bestehe, aber „die Forderung nicht
zielführend“ sei. Er hält der SPD vor,
mehr zu fordern, als im Koalitionsvertrag vereinbart ist.
Das bestreitet die SPD auch nicht,
verweist aber darauf, dass die zusätzlichen Belastungen wegen der zahlreichen Demonstrationen, der hohen Flüchtlingszahlen und der Terrorlage nicht absehbar gewesen seien. Ihr Vorstoß sieht deshalb vor, die
270 Stellen zu erhalten, die bis Ende
2016 wegen des vereinbarten Personalabbaus gestrichen werden sollen.
Der Landtagsabgeordnete Albrecht
Pallas, der die Sozialdemokraten im
Innenausschuss vertritt, sagte, es gebe keinen anderen Weg, „weil keine
rasche Besserung der Sicherheitslage und kein Abflauen der Demonstrationen zu erwarten sind“. Die SPD
rechnet mit Zusatzkosten von bis zu
18 Millionen Euro.
Unterstützung kommt von der
Polizeispitze. Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz verweist darauf,
dass derzeit viele Polizisten wegen
der vielen Sondereinsätze ihre eigentlichen Aufgaben vernachlässi-
gen müssten. „Wer Versammlungen
absichern muss, steht nicht zur Kriminalitätsbekämpfung oder für Verkehrskontrollen zur Verfügung“,
sagte er in einem Interview mit der
„Freien Presse“. Arbeit bleibe liegen,
Überstunden häuften sich an. „Den
Kreislauf durchbrechen Sie nur mit
mehr Personal“, so Merbitz.
Innenstaatssekretär
Michael
Wilhelm (CDU) hatte eingeräumt,
dass die personell aufwendigen Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber montags bereits ausgesetzt
werden müssten. Die Polizei brauche „an diesem Tag die Polizeikräfte
zur Absicherungen von Aufzügen
wie Pegida, Legida und Cegida“.
Die CDU will dennoch zunächst
eine vereinbarte Prüfung der Polizeistrukturen abwarten, bevor über
neues Personal entschieden wird.
Das Ergebnis sollte ursprünglich Ende 2016 vorliegen. Nun soll die Prüfung aber vorgezogen werden und
die Ergebnisse in einem knappen
Jahr verfügbar sein. Dann beginnen
die
Arbeiten
am
Haushalt
2017/2018. „Veränderungen beim
Polizeipersonal“, so Hartmann, „sind
nur mit einer gesicherten Strategie
Seite 2: Interview
sinnvoll“.
Was sagt das SPD-Papier?
Die Rechnung der SPD geht so: Die
neue CDU/SPD-Koalition hat vereinbart, die bisherige Zahl der einzustellenden Polizeianwärter – Azubis mit
einer dreijährigen Ausbildungszeit –
jährlich um 100 auf 400 aufzustocken. Zudem werden 2015/2016 insgesamt 100 Spezialisten gegen Internetkriminalität eingestellt. Auf dem
Papier ist das zusammen in den beiden Jahren ein Plus von 300 Mann.
Ein Personal-Plus ohne Wirkung,
sagt nun die SPD. Denn diesen zusätzlichen 300 Mann stehen 270 planmäßige Stellenstreichungen gegenüber,
die schon langfristig abzusehen waren. Damit sei im Saldo lediglich ein
Aufwuchs um 30 Stellen bis Ende
nächsten Jahres zu erwarten, kritisiert die SPD. Deshalb fordert sie, ab
sofort den Stellenabbau bei der Polizei zu stoppen. (uk)
Die
Artenschutzorganisation
WWF, die den Panda in ihrem Logo
trägt, freut sich über die Nachricht
aus China. „Das Überleben der Pan-
27 neue Schutzgebiete zahlen sich für die Pandas aus.
FOTO: DPA
SCHULEN
Wanka sieht Lehrer
unter hohem Druck
BERLIN — Bundesbildungsministerin
Johanna Wanka (CDU) warnt vor
überzogenen Erwartungen der Gesellschaft an die Lehrer. Die Pädagogen seien „nicht der ‚Allzweckreparateur‘ für alles, was außerhalb der
Schulen schief läuft“, sagte Wanka
der „Freien Presse“. Zugleich werde
die Autorität der Lehrer von Eltern
„schnell infrage gestellt, wenn Schüler Leistungsdefizite haben. Das ist
nicht zu akzeptieren“, kritisierte
Seite 5: Interview
Wanka. (ape)
RUSSLAND
Trauermarsch nach
Mord an Nemzow
MOSKAU — Nach dem Mord an dem
Kremlgegner und früheren Vizeregierungschef Boris Nemzow haben
sich gestern Zehntausende Menschen im Moskauer
Stadtzentrum zu einem Trauermarsch
vereint. Dort war
der 55-Jährige am
Freitagabend von
einem Unbekannten
erschossen
worden. Der Kreml
geht von einem Auftragsmord aus.
Die Hintergründe der Tat blieben bis
gestern Abend unklar.
TERRORWARNUNG
China meldet erste Erfolge beim Schutz der Bären
wurden, für den Hauptgrund für das
Anwachsen der Population. Insgesamt gibt es in China 67 Reservate
für die Großen Pandas.
dabären ist in China zu einer Herzensangelegenheit geworden und
wird als nationale Aufgabe begriffen“, sagte Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland.
Aber nicht alle Tiere leben in den
Schutzgebieten. Die meisten Pandas
leben in den Wäldern von Chinas
südwestlicher Provinz Sichuan. Sie
haben sich auf 2,6 Millionen Hektar
ausgedehnt. Immer wieder gerät ihr
Schutz in Konflikt mit Bauprojekten. Chen Fengxue konnte die Gefahrenstellen genau beziffern:
319 Wasserwerke und Staudämme,
1339 Kilometer Straße, 268,7 Kilometer Starkstromleitungen, 984
Siedlungen und 25 Touristenattraktionen. (dpa)
Stephan Scheuer
Bremer Polizei
suchte nach Waffen
BREMEN — Die Polizei in Bremen hat
ihre Sicherheitsmaßnahmen nach
der Warnung vor einer Terrorgefahr
zurückgefahren. Das teilte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) gestern
mit. Grund dafür sei, dass bei Durchsuchungen am Samstagabend keine
Kriegswaffen gefunden wurden. Die
Ermittler hatten vermutet, dass sich
ein 39-jähriger Libanese Maschinenund Automatikpistolen zum Weiterverkauf beschafft hatte. Die Polizei hatte am Samstagmorgen vor
Aktivitäten potenzieller islamistischer Gefährder gewarnt und war
seitdem mit einem massiven Aufgebot im Einsatz. (dpa) Seite 4: Berichte
4 190932 801106
Die Zeitung im Internet:
www.freiepresse.de
53. Jahrgang, Nr. 51, VERLAG UND REDAKTION:
09111 Chemnitz, Brückenstraße 15, Tel. 0371 6560
sie
Seiten 3/4: Hintergrund und Leitartikel
Dem Panda geht es besser
Sie sind süß und als Plüschtier in
vielen Kinderzimmern zu Hause.
Nur in der freien Natur, da sind sie
rar geworden: die Großen Pandas.
Sie zählen zu den am stärksten vom
Aussterben bedrohten Tiere der Erde. Doch am Wochenende kam eine
gute Nachricht vom chinesischen
Forstamt: In den vergangenen zehn
Jahren ist die Anzahl an Pandabären
in ihrer chinesischen Heimat wieder
gestiegen – um 17 Prozent.
Insgesamt 1864 Große Pandas leben demnach derzeit in freier Wildbahn. Das sind 268 mehr als bei der
letzten Zählung 2003. Der Chef der
chinesischen Forstbehörde, Chen
Fengxue, hält die 27 neuen Schutzgebiete, die für die Tiere eingerichtet
lesen
FOTO: JACEK TURCZYK/DPA
Montag, 2. März 2015
FreiePresse
SERVICE-TELEFON: 0800 80 80 123
MONTAG BIS FREITAG: 6.00–18.00Uhr | SAMSTAG: 6.00–13.00 Uhr
Telefonische Anzeigenannahme | Abo-Service | Ticket-Service
2 Freie Presse
SACHSEN
Montag, 2. März 2015
Festlicher
Bergaufzug zum
Stadtjubiläum
NACHRICHTEN
SCHLÄGEREIEN
Randale bei
Rockkonzert
Johanngeorgenstadt ist wie kaum
ein anderer Ort im Erzgebirge in der
Lage, einen genauen Tag der Stadtgründung zu benennen. Hier trägt
das Dokument für die Genehmigung zur Stadtgründung, unterzeichnet von Kurfürst Johann
Georg I., ein genaues Datum: den
23. Februar 1654. Seither wird dieser Termin von den Bergstädtern
festlich begangen. In diesem Jahr
zum 361. Mal. Stets am Samstag
nach dem 23. zieht ein großer Bergaufzug durch den Ort mit rund
4300 Einwohnern. Auch diesmal
lockte das Spektakel wieder zahlreiche Touristen und Einheimische an,
zumal herrlicher Sonnenschein den
Weg erhellte. Der Bergaufzug, gestaltet von den Knappschaften aus
Johanngeorgenstadt, Schwarzenberg, Sosa, Breitenbrunn, Rittersgrün und Schneeberg, führte zur
Stadtkirche. In der komplett gefüllten Kirche fand anschließend der
traditionelle
Berggottesdienst
FOTO: BERND MÄRZ
statt.
ALTMITTWEIDA — Schlägereien, Fest-
nahmen, verletzte Polizisten: Ein
Konzert der „Böhse Onkelz“-Revival-Band „Exituz 28“ in Altmittweida (Landkreis Mittelsachsen) ist in
der Nacht zu Sonntag außer Kontrolle geraten. Die Bilanz: Drei leicht
verletzte Beamte, drei Festnahmen
und mehrere Anzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung. Bei
dem Konzert mit 300 Besuchern gab
es mehrfach Auseinandersetzungen, weil der Veranstalter laut Polizei offenbar zu wenige Sicherheitskräfte eingesetzt hatte. Drei Störer
im Alter von 25, 26 und 30 Jahren
wurden in Gewahrsam genommen,
kamen gestern jedoch wieder auf
freien Fuß. Die Band aus Liechtenstein distanzierte sich gestern von
den gewalttätigen Besuchern des
Konzerts. (fp)
TARIFSTREIT
Lehrer beschließen
Warnstreiks
RADEBEUL — Auch in Sachsen wollen
Lehrer in den kommenden Wochen
in einen Warnstreik treten. Der
Sächsische Lehrerverband hält Ausstände in der aktuellen Tarifrunde
für unvermeidlich. Am Samstag rief
er Pädagogen an allen öffentlichen
Schulen des Landes zu Warnstreiks
vor der nächsten Verhandlungsrunde am 16. und 17. März auf. Konkrete Termine für Warnstreiks sollen
am kommenden Donnerstag bekanntgegeben werden. Nach dem
vorläufigen Scheitern der Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst
wird in anderen Bundesländern bereits ab heute gestreikt. Die Gewerkschaften fordern unter anderem 5,5
Prozent mehr Geld, mindestens aber
175 Euro mehr. (dpa)
LEGIDA-BLOCKADE
Weitere
Selbstanzeigen
LEIPZIG — Bei der Staatsanwaltschaft
in Leipzig sind mittlerweile 16
Selbstanzeigen wegen eines Aufrufs
gegen das Anti-Islam-Bündnis Legida eingegangen. Ob es zu Ermittlungen kommen müsse, werde noch geprüft, sagte ein Behördensprecher.
Die Legida-Gegner wollen mit den
Selbstanzeigen ihre Unterstützung
für die Politikerinnen Monika Lazar
(Grüne) und Juliane Nagel (Linke)
zum Ausdruck bringen. Gegen beide
leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein. Sie wirft ihnen vor,
öffentlich zur Blockade eines Legida-Aufmarsches aufgefordert zu haben. (dpa)
ÜBERNACHTUNGEN
Jugendherbergen
verzeichnen Minus
DRESDEN — Der milde Winter im
letzten Jahr hat die Jahresbilanz der
sächsischen Jugendherbergen getrübt. So wurden über das gesamte
Jahr 2014 in den 26 direkt vom Jugendherbergswerk
betriebenen
Häusern 350.000 Übernachtungen
gezählt – 13.000 bzw. 3,7 Prozentpunkte weniger als 2013. Vor allem
in den Mittelgebirgshäusern vom
Vogtland über das Erzgebirge bis in
die Oberlausitz habe der Schneemangel zu einem Rückgang bei den
Übernachtungen geführt. (dpa)
KÜCHENMALHEUR
Merbitz: Zu viel Arbeit für zu wenig Leute
Leipzigs Polizeichef: Wer Versammlungen absichern muss, steht nicht zur Kriminalitätsbekämpfung oder für Verkehrskontrollen zur Verfügung
LEIPZIG — Woche für Woche, so
auch heute wieder, gehen seit Dezember Pegida-Anhänger und
-Gegner zu Tausenden in Dresden,
Leipzig, Chemnitz und anderen
Orten auf die Straße. Mit vielen
Hundertschaften muss die Polizei
diese Veranstaltungen absichern.
Wie es ist, ständig zwischen den
Fronten zu stehen, darüber berichtet der Leipziger Polizeipräsident
Bernd Merbitz. Mit ihm sprach
Gabi Thieme.
Freie Presse: Wie lange kann die
Polizei noch das leisten, was ihr
in den vergangenen Wochen abverlangt wurde?
Bernd Merbitz: Versammlungsfreiheit ist im Grundgesetz und in der
Verfassung des Freistaates grundrechtlich geschützt. So hart die Belastung für die Polizei und die einzelnen Beamten ist, es führt kein
Weg daran vorbei, dieses Grundrecht auch in der Praxis zu gewährleisten. Wenn es sein muss, auch
wöchentlich. Gleichwohl besorgen
mich die teils offen diskutierten Bestrebungen, die Möglichkeiten des
Versammlungsgesetzes beiderseits
für eigene Zwecke auszunutzen,
dass aus meiner Sicht ein Missbrauch vorliegt.
Wie meinen Sie das?
Ich halte es für eine Zumutung,
wenn Versammlungsanmelder wiederholt und gewollt kurzfristig Ort
und Zeit ändern, um die Polizei bewusst an den Rand ihrer Planungskapazität zu führen. Sie hoffen regelrecht auf ein behördliches und
polizeiliches Versagen, um dann die
Bernd Merbitz
Polizeipräsident
FOTO: MATTHIAS RIETSCHEL/DPA
„Wer ignoriert, statt
argumentiert,
verfehlt den
Grundauftrag eines
Volksvertreters.“
Zurück zur Polizei: Gibt es als
Folge eine Zunahme von Überstunden oder Krankheitsfällen?
Sicher. Rund um das Versammlungsgeschehen sind zahlreiche
Beamte gebunden, die zumindest
temporär nicht für ihre eigentliche
Arbeit zur Verfügung stehen. Folglich müssen andere, ebenfalls schon
hoch belastete Kollegen die Aufgaben zusätzlich schultern. Das führt
zwangsläufig zu Verzögerungen in
der Bearbeitung und zu Überstunden. Wer sich nur ein wenig mit Arbeitsabläufen befasst, weiß, dass der
Abbau von Überstunden den Berg
zu erledigender Arbeit noch erhöht
und wieder neue Überstunden nach
sich zieht. Den Kreislauf durchbrechen Sie nur mit mehr Personal. Der
Krankenstand bewegt sich noch auf
gleichbleibendem Niveau. Daraus
sind kaum Rückschlüsse auf die Einsatzbelastung möglich. Ich kann
aber nicht sagen, ob das so bleibt.
Gibt es in Ihrer ja besonders betroffenen Polizeidirektion Umorganisationen?
Ich beziehe die Fragen auf das Versammlungsgeschehen um Legida,
da muss ich ja sagen. Beispielsweise
war es erforderlich, einen dauerhaften Planungsstab zu installieren, der
sich allein um dieses Versammlungsgeschehen kümmert. Es ist
auch unumgänglich, Woche um
Woche die sogenannte Aufrufhundertschaft aufzurufen, welche sich
überwiegend aus Kollegen des Streifendienstes rekrutiert.
Das heißt also, dass andere Polizeibereiche vernachlässigt werden, wenn regelmäßig so viele
Kräfte zur Absicherung von Demonstrationen
zusammengeführt werden?
Ja, die betreffenden Kollegen fehlen
in ihrem eigentlichen Aufgabengebiet, wo andere versuchen, die Lücken zu schließen. Man kann es
auch ganz simpel ausdrücken: Wer
Versammlungen absichern muss,
steht nicht zur Kriminalitätsbekämpfung oder für Verkehrskontrollen zur Verfügung.
Wie ist die Stimmung unter den
Polizisten, die ständig zu den Demos ausrücken?
Ich kann und will nicht für alle Kollegen sprechen. Gleichwohl habe
ich den Eindruck, dass die Einsätze
an den Nerven zehren und auf die
Stimmung schlagen. Die Arbeit ist
generell stressig und belastet auch
das Familienleben. Das derzeitige
Versammlungsgeschehen verstärkt
diese Faktoren nochmals, auch weil
dazwischen ausreichende Erholungsphasen fehlen. Zudem stehen
die Kollegen bei diesen Einsätzen
zwischen den Fronten, werden beleidigt, mit Gegenständen beworfen
und verletzt. Parallel dazu projiziert
die Gesellschaft die Ratlosigkeit im
Umgang mit Pegida und Co. teilweise auf die Polizei und ihr Handeln.
Wenn darüber kein Jubel ausbricht,
dürfte das niemanden verwundern.
Sie selbst gelten als Urgestein
der sächsischen Polizei und leiten
zudem das Operative Abwehrzentrum. Wie lange hält ein Polizeichef so ein Pensum aus?
Ich habe vor wenigen Tagen meinen
59. Geburtstag gefeiert und fühle
mich kein bisschen altersmüde. Ich
habe vor, das noch einige Jahre
durchzustehen.
Bernd Merbitz
Der 59-Jährige absolvierte von 1984
bis 1986 ein Studium an der Hochschule der Deutschen Volkspolizei
Berlin mit dem Abschluss als DiplomStaatswissenschaftler. 1989 leitete er
die Mordkommission in Leipzig. Von
1991 bis 1998 war Merbitz Abteilungsleiter Staatsschutz beim Landeskriminalamt Sachsen. Danach übernahm er
bis 2004 die Leitung der Polizeidirektion Grimma. Dann wurde er Polizeipräsident von Westsachsen. 2007
wechselte er als Abteilungsleiter ins
Innenministerium und wurde im September Landespolizeipräsident. Seit
Oktober 2012 ist er Polizeipräsident
in Leipzig. (gt)
Integration sportlich: Hilfe für Flüchtlingskinder
Jeder fünfte Flüchtling in
Sachsen ist jünger als 14.
Platz zum Spielen fehlt oft
in den Heimen. Vereine
lassen sich was einfallen.
Huhn plötzlich
in Flammen
VON LUISE BINDER
WEISSWASSER — In Weißwasser hat
und Waffelbacken – mit zahlreichen Angeboten wollen Sportvereine, soziale Einrichtungen und Kirchen den Flüchtlingskindern das
Ankommen in Sachsen erleichtern.
Oft fehle Jungen und Mädchen in
den Aufnahmeheimen der Platz
zum Toben und Spielen, wie eine
Umfrage ergab. Der Sportverein
Witzschdorf im Erzgebirge etwa ist
Stützpunkt des Bundesprogramms
„Integration durch Sport“. Durch ge-
ein 63 Jahre alter Mann einen Brand
ausgelöst, als er gestern ein geschlachtetes Huhn absengen wollte.
Wie die Polizeidirektion Görlitz mitteilte, kam es zu einer Verpuffung,
da Gas aus der Kartusche des Brenners austrat. Daraufhin fing der Fußboden Flammen. Der Mann habe
das Feuer aber selbst löschen können und keine Verletzungen davongetragen, hieß es. (dpa)
vermeintlich eigene Kompetenz in
innen- und sicherheitspolitischen
Fragen zu betonen. Ich halte es
auch für eine Zumutung, wenn
linksradikale Kreise die Demonstranten auffordern, die Kosten des Polizei-Einsatzes zum Beispiel durch
Gewalt in die Höhe zu treiben. Sie
wollen so Druck auf den Staat ausüben: Der soll künftige Versammlungsanmeldungen massiv beschränken oder sogar ablehnen. Diese Zustände sind in Leipzig seit Wochen Realität. Sie sorgen eben für die
besondere Belastung der Polizei. Es
geht leider nicht allein darum, das
Grundrecht in der üblichen Form zu
gewährleisten, sondern es geht darum, das Grundrecht unter widrigsten Umständen zu garantieren.
Was ist, wenn diese Versammlungen von Dauer sind?
Sie dürfen es sein. Deshalb sehe ich
die gesamte Gesellschaft, insbesondere die Politik in der Pflicht, einen
konstruktiven Prozess einzuleiten.
Es kann nicht die Lösung sein, die
Polizei Woche um Woche zwischen
zwei konträre Lager zu stellen, deren
jeweilige Vertreter nur SchwarzWeiß-Denken an den Tag legen. Die
Wahrheit kann keiner für sich pachten, sie liegt zumeist in der Mitte.
Deshalb sehe ich es auch kritisch,
wenn Politiker Gespräche kategorisch ablehnen. Wer ignoriert, statt
argumentiert, verfehlt den Grundauftrag eines Volksvertreters. Wer
sich allein über sinkende Teilnehmerzahlen freut, verkennt, dass eigentlich nur die unsichtbare Menge
politikverdrossener
Menschen
nicht mehr direkt ansprechbar ist.
DRESDEN — Töpfern, Fußballspielen
meinsamen Sport sollen Vorurteile
abgebaut werden. „Wir sind ein kleiner Ortsteil mit wenig Kindern“, erläuterte der Vereinsvorsitzende Harald Oehme. Deshalb habe der Verein im 15 Kilometer entfernten
Übergangsheim für Flüchtlinge angefragt. Die Übungsleiter holen die
jungen Flüchtlinge ab und fahren
sie wieder zurück, so Oehme. Zudem
helfe der Verein Jugendlichen bei
der Suche nach Wohnungen, beim
Einleben und in der Schule.
Solche Hilfe ist kein Einzelfall: Jeden Mittwoch gehen Mitarbeiter
des Jugendtreffs Geyserhaus in Leipzig in eine nahe gelegene Gemeinschaftsunterkunft. Dort spielen sie
mit den Flüchtlingskindern oder laden sie ein zum Jugendtreff. „Seit
dem ersten gemeinsamen Waffelbacken kommen einige Jugendliche
regelmäßig von allein“, berichtet Sozialarbeiterin Katja Saar. In Chem-
Protestcamp für Flüchtlinge in Dresden
Flüchtlingsprotestcamp in Dresden.
nitz veranstaltet das Kulturhaus Arthur einen Keramikkurs für minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern
in Deutschland gestrandet sind. Sie
könnten so ihre Erfahrung mit Ton
verarbeiten und Deutsch lernen, erklärte eine Mitarbeiterin. In Werdau
FOTO: ARNO BURGI/DPA
gibt es bereits seit 20 Jahren einen
ökumenischen Arbeitskreis, der
sich um Asylbewerber kümmert.
2014 wurde eine Fußballmannschaft aus geflüchteten Kindern und
Jugendlichen aufgestellt, die in der
WM-Zeit in Zwickau gegen andere
Flüchtlinge und ihre Helfer aus
Deutschland haben vor der Semperoper in Dresden ein Protestcamp errichtet. Einen Monat lang wollen sie
dort auf die Lage der Flüchtlinge aufmerksam machen. Wie Teilnehmer
der Aktion gestern äußerten, entstand die Idee für das Camp spontan
nach einer Demonstration für die Belange von Flüchtlingen in Dresden.
Daran hatten sich am Samstag laut
Polizei 3500, laut Veranstalter 5000
Menschen beteiligt. (dpa)
Mannschaften spielte. Zudem gab es
auch eine Weihnachtsfeier für rund
70 Kinder. 2014 kamen laut dem
Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge rund 11.000 Asylsuchende nach Sachsen – davon waren
fast 20 Prozent jünger als 14. (dpa)
ZEITGESCHEHEN
Montag, 2. März 2015
Freie Presse
3
Tod eines Kremlgegners
Boris Nemzow war in
Russland einer der schärfsten Kritiker von Präsident
Putin. Nach seiner Ermordung steht das Land unter
Schock – und es grassieren
Verschwörungstheorien.
VON AXEL EICHHOLZ UND ULF MAUDER
MOSKAU — Ein Meer aus Russland-
fahnen, dazwischen schwarz-weiße
Portraitfotos des „unterblichen Helden“: Zehntausende Menschen haben gestern in Moskau am Trauerzug für den Oppositionspolitiker
Boris Nemzow teilgenommen, der
am späten Freitagabend in unmittelbarer Nähe des Kreml ermordet
wurde. Ein Berg aus Blumen türmte
sich auf der Großen Moskwabrücke,
wo sich die Tragödie abgespielt hatte. Die Veranstalter der NemzowPartei RPR-PARNAS hatten einen geplanten Protestmarsch gegen Präsident Wladimir Putin abgesagt und
ihre Anhänger zu dieser Traueraktion in Moskau gerufen. Gleichzeitig
fanden Großkundgebungen in St.
Petersburg, Nischni Nowgorod und
anderen Städten statt.
Boris Jefimowitsch Nemzow,
1959 in Sotschi geboren, war eine
brillante Erscheinung. In Nischni
Nowgorod hatten Professoren dem
jungen Diplomphysiker eine glänzende Wissenschaftlerkarriere vorausgesagt. Er ging jedoch in die Politik – zu den liberalen Reformern.
1991 wurde Nemzow der jüngste
und erfolgreichste Gouverneur
Russlands. 1997 holte ihn Präsident
Boris Jelzin als Vizeregierunschef
nach Moskau. Für kurze Zeit galt er
sogar als designierter Nachfolger.
Wie sein Gönner war Boris Nemzow eine charismatische Figur. In
der Putin-Ära veröffentlichte Nemzow das Enthüllungsbuch „Putin.
Das Fazit“. Bis zuletzt unterhielt der
55-Jährige Beziehungen zu den neuen prowestlichen Politikern in der
Ukraine. In Russland zählten Politiker jeder Couleur und namhafte
Künstler wie Popkönigin Alla Pugatschowa zu seinen Freunden.
Am Freitagabend hatte Nemzow
mit dem 23 Jahre alten Kiewer Fotomodell Anna Durizkaja in einem
Restaurant am Roten Platz gegessen.
Anschließend schlenderten die beiden an der bekannten Basilius-Kathedrale vorbei zur Moskwa-Brücke.
Auf der anderen Flussseite hatte
Nemzow eine Wohnung. Als die
Kremluhr halb zwölf schlug, erreichten sie jene Stelle, von der aus
Touristen gern die Kathedrale fotografieren. Da trat ein Mann hinter
einem Schneeräumfahrzeug hervor
„Helden sterben nicht“: Hinter einem schwarzen Transparent versammelten sich gestern in Moskau Zehntausende zu einem Trauermarsch für den ermordeten Boris Nemzow. FOTO: MAXIM ZMEYEV/REUTERS
Weltweites Entsetzen: Bundespräsident würdigt Nemzow als couragierten Freiheitskämpfer
Ein Berg von Blumen am Tatort: In Sichtweite des Kreml wurde der Oppositionsführer am Freitagabend erschossen.
FOTO: SERGEI FADEICHEV/ACTION PRESS
und feuerte aus einer Makarow-Pistole Nemzow in den Rücken. Er wurde von vier Kugeln getroffen, alle
vier waren tödlich. Danach sprang
der Täter in einen langsam vorbeifahrenden weißen Personenwagen.
Die Polizei fand sechs leere Patronenhülsen am Tatort. Nemzows
Begleiterin blieb unversehrt. Der
Sprecher der zentralen russischen
Ermittlungsbehörde
Wladimir
Markin sagte, es handle sich offenbar um einen Auftragsmord.
Die Attentäter legten keinen
Wert auf Diskretion. Offenbar hatten sie das Paar vom Roten Platz aus
verfolgt. Sie hätten ruhig abwarten
können, bis die beiden in kleinen
Gassen am anderen Flussufer verschwanden, um nach dem Mord unbemerkt entkommen zu können.
Die Moskwa-Brücke gehört dagegen
zum Bereich des Föderalen Wachdienstes und wird ständig von Videokameras überwacht. Der Moskauer Fernsehsender TWZ zeigte
gestern ein Video, das die Tat zeigen
soll. Der Tatort ist sogar aus einem
Fenster von Putins Arbeitszimmer
zu sehen. Freunde des Verstorbenen
berichteten, dass Nemzow seit einiger Zeit beschattet wurde.
Vor zwei Wochen hatte Nemzow
in einem Radiointerview die Be-
Die Ermordung des russischen
Kremlkritikers Boris Nemzow hat
weltweit Entsetzen ausgelöst. US-Präsident Barack Obama verlangte von
der russischen Führung eine rasche,
unvoreingenommene und transparente Untersuchung. Er würdigte den Putin-Kritiker als unermüdlichen Fürsprecher seines Landes. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte
sich bestürzt. Auch sie forderte den
russischen Präsidenten Wladimir Putin auf „zu gewährleisten, dass der
Mord aufgeklärt und die Täter zur
Rechenschaft gezogen werden“. Bundespräsident Joachim Gauck nannte
Nemzow einen couragierten Kämpfer
für Freiheit, Demokratie und Frieden,
der auch Kritik an der Regierung
nicht gescheut habe. „Für die gesellschaftliche Debatte in Russland ist
sein Tod ein unermesslicher Verlust.“
Nur wenige Stunden vor seiner Ermordung hatte der russische Oppositionspolitiker Boris Nemzow seine
scharfe Kritik an Kremlchef Wladimir
Putin bekräftigt. „Der gewichtigste
Grund der Krise ist, dass Putin eine
sinnlos aggressive, für unser Land
und für viele Bürger tödliche Politik
des Krieges gegen die Ukraine begonnen hat“, sagte der 55-Jährige dem
regierungskritischen Radiosender
Trotz der unklaren Faktenlage
machte Elmar Brok (CDU), Chef des
Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament, gestern „das System Putin“
für den Tod Nemzows verantwortlich.
Als Grund für die Ermordung vermutete Brok die Ankündigung des Oppositionsführers, Beweise für die militärische Aktivität Russlands in der Ukraine vorzulegen. Er habe Nemzow
persönlich gekannt, ihn regelmäßig
getroffen, sagte Brok. (dpa)
fürchtung geäußert, Putin – der ExKGB-Offizier und frühere Chef des
Inlandsgeheimdienstes – könnte
ihn umbringen lassen. Der Sprecher
des Präsidenten erklärte indes: „Bei
allem Respekt für das Andenken Boris Nemzows: In politischer Hinsicht stellte er keine Gefahr für Wladimir Putin dar.“ In einem Beileidstelegramm an Nemzows Mutter Dina Ejdman sprach Putin von Auftragsmord und Provokation.
Wieder stirbt ein namhafter
Kremlgegner gewaltsam. Der eiskalte Mord erinnert an die tödlichen
Schüsse im Jahr 2006 auf die regierungskritische Journalistin Anna
Politkowskaja, die vor ihrer Wohnung starb – am 7. Oktober, Putins
Geburtstag. Und prompt beginnt in
Russland wieder der Krieg der Verschwörungstheoretiker. Die wichtigste Frage sei, wem der Tod von Putins Erzfeind nütze, meint der Moskauer Journalist Maxim Schewtschenko. Er sieht Nemzow, der einst
als ukrainischer Präsidentenberater
unter Viktor Juschtschenko tief in
die prowestliche Ukraine-Politik
verwickelt war, als Figur in einem
„blutigen Spiel“. Seine These: Radikale ukrainische Kräfte könnten
hinter dem Mord stecken, den Ukraine-Freund geopfert haben, um Pu-
tin als „blutigen Tyrannen“ anzuprangern und den internationalen
Druck auf Russland zu erhöhen.
Die Staatsmedien in Moskau stellen derweil um auf Trauer. Lange
hatten sie Schmutzkampagnen gesendet – nicht nur gegen Nemzow,
sondern gegen jeden, der Putin kritisiert. Russlands liberale Kräfte klagen, dass es kaum noch Luft zum Atmen gebe. „Der Mord an Nemzow
kann vielen im Machtapparat nützen“, meint der Kommentator Alexander Minkin von der Boulevardzeitung „MK“. Er vergleicht die Lage
mit Zeiten unter Sowjetdiktator Josef Stalin. (café/dpa)
Echo Moskwy in seinem wohl letzten
Interview. Die Anwesenheit russischer
Truppen im Donbass nannte er „bewiesen“. Der Kreml bestreitet dies.
Neben Helmut Kohl bekam er keine Luft
Lothar de Maizière, der
einzige frei gewählte Ministerpräsident der DDR,
wird heute 75. Der Bratschist und Jurist blieb stets
ein Mann der leisen Töne.
VON PETER GÄRTNER
BERLIN — Zuletzt war Lothar de Mai-
zie`re ungewöhnlich scharf kritisiert
worden. Seine leisen und verständnisvollen Töne gegenüber dem
Kreml passten manchen Außenpolitikern gar nicht. Doch der Vorsitzende des deutschen Lenkungsausschusses des „Petersburger Dialogs“
sieht in dem deutsch-russischen Forum eine Chance, die Spannungen
zwischen Berlin und Moskau nicht
noch weiter eskalieren zu lassen.
Schweren Herzens musste de Maizie`re das letzte Treffen wie auch die
Mitgliederversammlung absagen.
Sein in den Augen der Kritiker zu
russlandfreundlicher Kurs passt in
das politische Selbstverständnis des
letzten DDR-Ministerpräsidenten,
der heute seinen 75. Geburtstag feiert. Denn der Christdemokrat misst
dem 1990 in Moskau unterzeichneten Zwei-plus-Vier-Vertrag eine größere Bedeutung zu als dem Einigungsvertrag. „Es war der Schritt
Deutschlands in die volle Souveränität“, sagt de Maizie`re. Und er lobt
auch heute noch die Rolle, die die
Sowjetunion dabei spielte.
Dass der Spross einer traditionsbewussten Hugenottenfamilie überhaupt eine politische Karriere machen würde, hatte er sich zunächst
nicht vorstellen können. 1940 in
Nordhausen geboren, entdeckte de
Maizie`re früh seine Liebe zur Musik.
Er studierte Viola und spielte als
Bratschist in verschiedenen Orchestern der DDR. Eine Nervenerkrankung im linken Arm zwang ihn Ende der Sechzigerjahre zum Berufswechsel: Er studierte Jura und wurde Rechtsanwalt in Ost-Berlin.
Dabei half die Mitgliedschaft in
der Blockpartei CDU, der de Maizie`re seit 1956 angehörte – ohne jemals eine Funktionärslaufbahn ein-
war plötzlich Regierungschef in
einer Koalition mit SPD und Liberalen. „Ich fühlte mich nicht als Ministerpräsident, sondern als Konkursverwalter für 17 Millionen Mandanten“, beschrieb er später seine Rolle.
Zu seinen engsten Mitarbeitern
gehörte sein in Bonn aufgewachsener Cousin Thomas, der heutige
Bundesinnenminister. Auch in der
Zeit der deutschen Teilung hatten
Lothar
de Maizière
Heute arbeitet er
wieder als Anwalt
Nach der Volkskammerwahl am 18. März 1990: Lothar de Maizière, Vorsitzender der Ost-CDU, hebt die Hand zum Victory-Zeichen. FOTO: THOMAS WATTENBERG/DPA
FOTO: ALINA NOVOPASHINA/DPA
zuschlagen. In den Achtzigerjahren
wurde der Jurist Vize-Chef eines
Ost-Berliner Rechtsanwaltskollegiums, dem Gregor Gysi vorstand.
Seitdem verbindet die beiden Anwälte eine enge Freundschaft.
Als die systemtreue DDR-CDU
im Herbst 1989 einen unbelasteten
Vorstand brauchte, kam überraschend de Maizie`re ins Gespräch. Ei-
die de Maizie`res die Familienbande
durch regelmäßige Treffen aufrecht
erhalten. Als Vize-Regierungssprecherin stand dem DDR-Ministerpräsidenten die damals weithin unbekannte Angela Merkel zur Seite, die
vom „Allianz“-Partner „Demokratischer Aufbruch“ – bei der Bürgerbewegung war sie Pressesprecherin –
zur CDU stieß. Als Helmut Kohl spä-
nen Tag nach dem Mauerfall wurde
er zum Parteivorsitzenden gewählt.
Schon eine Woche später saß er im
Übergangs-Kabinett von SED-Ministerpräsident Hans Modrow.
Bei der ersten freien Volkskammerwahl fuhr dann die „Allianz für
Deutschland“, zu der auch die OstCDU gehörte, einen geradezu sensationellen Wahlsieg ein. De Maizie`re
ter eine ostdeutsche Frau für sein
Kabinett suchte, empfahl ihm de
Maizie`re die heutige Kanzlerin.
Ansonsten blieben sich die beiden Regierungs- und Partei-Chefs
fremd. Wenn Kohl in seiner Nähe
war, habe er stets das Gefühl gehabt,
keine Luft zu bekommen, erklärte
der eher zart gebaute de Maizie`re
einmal. Als nach der Wiedervereinigung Stasi-Vorwürfe gegen den Juristen aufkamen, zog er sich rasch –
und auch ein wenig erleichtert, wie
es damals schien – von allen politischen Ämtern zurück. Seitdem arbeitet er wieder als Anwalt.
Die Anschuldigungen gegen ihn
wurden nie erhärtet. De Maizie`re
selbst wies sie stets zurück und betonte, für die Vertretung von Regimegegnern in der DDR seien Kontakte zur Staatssicherheit unvermeidbar gewesen. Seinen Lebensweg hat er mit feiner Selbstironie als
einen „einzigen Abstieg“ beschrieben: „erst Musiker, dann Anwalt,
dann in die Politik“. Die klassische
Musik ist seine größte Leidenschaft
geblieben: Wenn er Zeit und Ruhe
hat, greift er wieder zur Bratsche.
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Montag, 2. März 2015
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Welt blickt auf
den Kreml
Apple-Chef lobt
den Datenschutz
STEPHAN LORENZ
ZUM MORD AN
BORIS NEMZOW IN MOSKAU
Tim Cook spricht sich gegen
weitreichende Internet-Überwachung aus
FOTO: TOBIAS HASE/DPA
4 Freie Presse
stephan.lorenz@freiepresse.de
E
s braucht keine besonderen
hellseherischen Fähigkeiten,
um zu erahnen, dass der brutale Mord an dem Putin-Kritiker Boris Nemzow wohl nie restlos aufgeklärt werden wird. Schon kurz nach
der Tat schossen wieder viele Verschwörungstheorien ins Kraut und,
wie üblich bei solchen politischen
Verbrechen in Russland, richten sich
schnell alle Augen auf den Kreml.
Und wie fast immer ist der
Machtapparat schnell dabei, jeden
Verdacht zu zerstreuen. Nemzow
galt als einer der schärfsten Kritiker
von Wladimir Putin. Er sprach sich
zuletzt sehr deutlich gegen die russische Politik in der Ukraine aus. Was
aber hätten Putin und sein Machtapparat von einer Ermordung Nemzows? Ein Gegner mehr oder weniger spielt für den Kreml keine Rolle.
Hingegen kann er die schlechte
Presse im Westen und die Verdächtigungen gerade jetzt, wo es in der Ukraine mit der Einhaltung der Feuerpause zumindest ein kleines Fünkchen Hoffnung gibt, gar nicht gebrauchen. Oder sollte die Tat die Opposition im Lande nur weiter einschüchtern?
Welches Interesse könnten westliche Geheimdienste haben – oder
die Ukraine? Sollte ein solcher Mord
zu einer Destabilisierung der PutinHerrschaft beitragen?
Die russischen Behörden schließen einen islamistischen Hintergrund nicht aus. Das Fluchtauto
könnte aus dem islamisch geprägten Konfliktgebiet Nordkaukasus
stammen. Nemzow soll angeblich
Drohungen erhalten haben, nachdem sich der Politiker nach dem Anschlag auf das Pariser Satiremagazin
„Charlie Hebdo“ solidarisch mit den
Franzosen gezeigt hatte.
Eine andere Spur könnte ins Milieu der ultranationalistischen und
extremistischen Patrioten Russlands
führen. Putin und konservative
Kreise im Lande – offen bleibt, wer
hier wen vor sich hertreibt – haben
in den vergangenen Jahren ein Klima des übersteigerten Nationalismus geschürt, in dem überall Staatsfeinde vermutet werden.
Wir alle wissen nichts Genaues.
Daher sollten wir uns mit voreiligen
Schuldzuweisungen zurückhalten.
In den nächsten Wochen werden
viele absurde Mordtheorien hochkochen, die neue Schatten über das
schwierige Verhältnis des Westens
mit Russland werfen. Das gegenseitige Misstrauen wird weiter wachsen. Zumindest das ist sicher.
IMPRESSUM
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Informationen hätten“, sagte der 54Jährige. Privatsphäre sei ein grundlegendes Menschenrecht. „Wir sollten
es nicht aufgeben“, etwa wegen
Angstmacherei im Anti-TerrorKampf. Apple erklärte wiederholt,
sein Geschäftsmodell beruhe im Gegensatz zu denen von Google und
Facebook nicht darauf, Daten der
Nutzer auszuwerten. Wie andere
große amerikanische TechnologieUnternehmen leidet auch Apple unter den Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward
Snowden. Dessen Enthüllungen
hatten das Verhältnis zwischen dem
Silicon Valley und der US-Regierung
nachhaltig gestört. (dpa/rtr)
Alle Alarmlampen auf Rot
Die Warnung vor einer
islamistischen Gefahr
könnte Angst machen.
Die Bremer reagieren aber
weitgehend gelassen, während die Polizei ein
„Sicherheitsnetz“ über die
Stadt legt. Am Sonntag
kommt Entwarnung.
VON THOMAS STRUK
UND JANET BINDER
rum der Ermittlungen steht eine
Gruppe Salafisten rund um einen Libanesen, der sich Waffen für den
Weiterverkauf beschafft haben soll.
Die Behörden können einen geplanten Anschlag nicht ausschließen.
Zwei Männer werden vorübergehend festgenommen, es werden
aber keine Waffen gefunden. Die Sicherheitsmaßnahmen werden zurückgefahren. „Die Lage hat sich etwas entschärft“, sagt Innensenator
Ulrich Mäurer (SPD) sichtlich erleichtert. Seit Monaten haben die
Bremer Sicherheitsbehörden die
Gruppe von Salafisten im Visier, die
sich offenbar bewaffnen wollte. Am
Freitagabend werden dann die Bre-
mer Erkenntnisse durch den Hinweis einer Bundesbehörde konkretisiert. Bei den Bremer Sicherheitsbehörden gehen „alle Lampen auf Rot“,
Mäurer handelt sofort. Die Polizei
fährt an neuralgischen Punkten in
der Stadt auf, im Hintergrund laufen
die Ermittlungen auf Hochtouren.
Eineinhalb Tage lang bleibt aber
unklar, was die Sicherheitsbehörden
in der Hansestadt umtreibt. Die Polizei lässt nur spärlich Informationen
in die Öffentlichkeit dringen. Die
Rede ist von einem „Sicherheitsnetz“, das über die Stadt gespannt
sei, von „operativen Maßnahmen“,
die aber nicht näher bezeichnet werden. Trotzdem lassen sich Bremer
BREMEN — Polizisten mit Schutzwes-
ten und Maschinenpistolen patrouillieren über den belebten Bremer Marktplatz, Mannschaftswagen
stehen vor Rathaus und Parlament.
Immer wieder fragen Passanten die
Uniformierten am Samstag, was los
sei. Die Grund für die hohe Polizeipräsenz wäre geeignet, Angst zu verbreiten, doch die meisten Menschen
in der Hansestadt bleiben gelassen.
Auch wenn einigen etwas mulmig
zumute ist. „Ich wollte erst gar nicht
kommen“, sagt eine ältere Dame.
Von der Warnung vor einer möglichen islamistischen Bedrohung hatte sie am Morgen gehört. Angst mache ihr der zunehmende Terrorismus in Europa schon. Aber: „Ich
dränge das weg.“
Eine solche Polizeipräsenz mit offen getragenen Waffen erleben die
Bremer selten. Den Grund dafür erfahren sie erst am Sonntag: Im Zent-
Mit Maschinenpistolen ausgerüstete Polizeibeamte bewachten am WochenFOTO: CARMEN JASPERSEN/DPA
ende unter anderem die Synagoge in Bremen.
und Touristen den sonnigen Samstag nicht verderben. In den Cafés genießen sie ihren Cappuccino in der
bereits wärmenden Sonne. An der
Weserpromenade Schlachte stellen
die Biergartenbesitzer Tische und
Bänke ins Freie.
Auf die Fähigkeiten der Polizei
setzt ein Mann aus Bonn, der mit seiner Frau zu Besuch in der Stadt ist.
Vor der Kulisse des Doms und des
Welterbes Rathaus und Roland läuft
er am Samstag an schwer bewaffneten Beamten vorbei. „Ich glaube,
dass sie uns schützen können.“ Allerdings sei er besorgt über die Steigerung der Entwicklung in jüngster
Zeit. Mitte Februar war der Karnevalsumzug in Braunschweig nach
einer Terrorwarnung abgesagt worden, im Januar in Dresden für einen
Montag eine Pegida-Kundgebung
und Gegenaktionen.
Am frühen Sonntagnachmittag
kommt zwar die vorsichtige Entwarnung von den Behörden. Die Ermittlungen laufen laut Polizeipräsident Lutz Müller aber weiterhin „auf
hohem Niveau“. Innensenator Mäurer sagt ganz klar, dass in Deutschland Anschläge immer im Rahmen
des Möglichen seien. „Die Bedrohung ist da.“ Die Gewerkschaft der
Polizei (GdP) forderte, den Ernst der
Lage nicht zu verkennen. „Die Politiker sollen aufhören, von einer abstrakten Terrorgefahr in Deutschland
zu reden. Deutschland ist zweifelsohne im Visier der Terroristen. Die
Terrorwarnungen werden immer
häufiger und konkreter“, erklärte
der GdP-Bundesvorsitzende Oliver
Malchow. (dpa)
Hochburg der Islamisten
Die Hansestadt gilt als eine Hochburg radikaler Islamisten. Nach Angaben von Innensenator Ulrich Mäurer
(SPD) wurden zuletzt rund 360 Salafisten vom Verfassungsschutz beobachtet. Mindestens 16 Islamisten aus
Bremen sind nach Syrien gereist, um
dort zu kämpfen, so die Erkenntnisse
der Sicherheitsbehörden. Vier sollen
bereits wieder zurückgekehrt sein,
zwei starben offenbar bei Kämpfen.
Die beobachteten Salafisten verkehrten bislang hauptsächlich in zwei
Vereinen. Im Visier der Behörden
stand lange Zeit vor allem der „Kultur- und Familienverein“ (KuF), der in
Bremen-Gröpelingen eine Moschee
betrieb. Fast alle der nach Syrien ausgereisten Islamisten sollen dort verkehrt haben. Der Verein stand im Verdacht, junge Menschen anzuwerben.
Ende 2014 wurde er verboten.
In der Moschee wurde nach Informationen der Sicherheitsbehörden eine
äußerst radikale Form des Salafismus
gelehrt. 2011 verurteilte das Oberlandesgericht in München zwei KuFGründungsmitglieder wegen Werbens
für das Terrornetzwerk El-Kaida sowie
ihr nahestehende terroristische Organisationen. Einer der beiden Angeklagten wurde zu dreieinhalb Jahren
Haft verurteilt. Im April 2014 beschlagnahmte die Polizei die Reisepässe von sieben mutmaßlichen Salafisten und erteilte ihnen Ausreiseverbote. Bei Hausdurchsuchungen wurden unter anderem Gas- und Schreckschusspistolen sichergestellt. (dpa)
Der diplomatische Super-Gau mit Ansage
Die Animositäten zwischen den Regierungschefs
Netanjahu und Obama
könnten kaum größer sein.
Die geplante Rede des
Israelis vor dem US-Kongress hat das Fass zum
Überlaufen gebracht.
VON SARA LEMEL
UND MARCO MIERKE
Leiter Lesermarkt: Arne Stuck
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Abbestellungen können nur zum Quartalsende ausgesprochen werden und müssen sechs Wochen vorher
schriftlich beim Verlag oder den Geschäftsstellen vorliegen. Die Zusteller sind nicht berechtigt, Abbestellungen anzunehmen.
Apple-Chef Tim Cook hat sich zur
deutschen Einstellung zum Datenschutz bekannt: „Ich fühle mich den
Deutschen sehr nah, weil sie meine
Ansichten zum Schutz der Privatsphäre teilen“, sagte er der „Bild am
Sonntag“. „Wir lesen Ihre E-Mails
nicht, wir lesen Ihre Textnachrichten nicht und wir finden es inakzeptabel, wenn jemand das tut.“
Zuvor hatte er sich bereits in britischen Medien sehr deutlich für
den Schutz der Privatsphäre und gegen weitreichende Internet-Überwachung ausgesprochen. „Keiner
von uns sollte akzeptieren, dass die
Regierung oder ein Unternehmen
Zugang zu allen unseren privaten
WASHINGTON/TEL AVIV
— Die Lese-
brille auf der Nase und einen großen
Stift in der Hand sitzt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu
vor seinem Redetext, mit dem er Geschichte machen will. Wenige Tage
vor dem Abflug in die USA ließ er
sich beim Schreiben der Ansprache
für den amerikanischen Kongress
filmen. Die Bilder wirken inszeniert,
sollen zeigen, wie ernst Netanjahu
den Auftritt morgen nimmt. Nach
Meinung der „Washington Post“
wird er in der US-Hauptstadt „die
wichtigste Rede seinen Lebens“ halten.
Doch für US-Präsident Barack
Obama ist der Besuch des Israelis ein
höchst unwillkommenes Schauspiel. Einen Termin im Weißen
Haus bekommt er nicht, die höchsten Regierungsvertreter gehen ihm
aus dem Weg. Offiziell heißt es zwar,
man wolle den Eindruck vermeiden,
sich kurz vor der israelischen Parlamentswahl am 17. März in die Innenpolitik des Landes einzumischen. Doch in Wahrheit ist Obama zutiefst erbost, weil Netanjahu
ihn mit der Rede im Kongress unverhohlen politisch und diplomatisch
angreift.
Der republikanische Vorsitzende
des Repräsentantenhauses, John Boehner, hat ihn einfach hinter dem
Rücken Obamas eingeladen, um
über die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm zu sprechen.
Netanjahu will die Gelegenheit nutzen, die Verhandlungen der fünf
UN-Vetomächte sowie Deutsch-
lands mit dem Iran zu kritisieren.
Am liebsten will er den ganzen Prozess – und damit Obamas außenpolitisches Prestigeprojekt – zum Entgleisen bringen. Auch die meisten
US-Republikaner sind gegen eine
Annäherung an den Iran.
Auch in Amerika sehen das viele
so. Obamas Sicherheitsberaterin Susan Rice nennt Netanjahus Verhalten „destruktiv“. „Für mich ist das eine Beleidigung des Präsidenten der
Vereinigten Staaten“, sagt der demokratische Abgeordnete Greg Meeks.
Benjamin
Netanjahu
Barack Obama
US-Präsident
Israels
Premierminister
FOTO: HANNIBAL HANSCHKE/DPA
FOTO: CHRIS KLEPONIS /DPA
Der frühere Chef des israelischen
Geheimdienstes Mossad, Meir Dagan, kritisierte Netanjahus Vorgehen in der Iran-Frage scharf. Er habe
Israel damit „den schwersten strategischen Schaden zugefügt“, sagte
Dagan, der das iranische Atomprogramm ebenfalls als existenzielle
Bedrohung ansieht. „Unser Ansehen
in der Welt ist im Moment nicht so
gut – wir sollten nicht unsere Beziehung mit unserem wichtigsten Verbündeten untergraben.“
Er und zahlreiche andere Kongressmitglieder von Obamas Partei planen, der Rede fernzubleiben.
Kommentatoren sprechen vom
endgültigen Bruch zwischen zwei
Männern, die sich ohnehin nie
mochten. Das ist gravierend, bezeichnen sich beide Länder doch gegenseitig als engste Verbündete.
Was die Dimension des DiplomatieGau’s noch vergrößert, ist, dass Netanjahu es als ausländischer Regierungschef wagt, die Politiker in Wa-
shington gegeneinander aufzubringen. Den Israeli im Alleingang zu
der Rede einzuladen, ist eine öffentliche Brüskierung Obamas durch
Boehner.
Umso schwerer wiegt ein Vorwurf, den ein meist gut informierter
Autor der „Washington Post“ erhob:
Netanjahu soll geheime Bestandteile eines möglichen Abkommens des
Westens mit dem Iran einfach an die
israelische Presse gegeben haben.
Dabei soll er bewusst auch Fehlinformationen gestreut haben. Das
Weiße Haus habe daraufhin den Informationsaustausch mit Israel über
die Verhandlungen gestoppt.
Die gehen indes unentwegt weiter. Ebenfalls morgen trifft sich dafür US-Außenminister John Kerry
mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif im schweizerischen Montreux. Netanjahu
wolle mit der Rede eine Einigung sabotieren, meinte Sarif am Samstag.
„Es ist ja auch nicht neu, dass Netanjahu schon seit Jahren mit Verbreitung von Lügen im Ausland Panikmache betreibt.“ (dpa)
POLITIK
Montag, 2. März 2015
NACHRICHTEN
BUNDESFINANZMINISTERIUM
Ab 2017 mehr Geld
für Verteidigung?
BERLIN — Bundesfinanzminister
Wolfgang Schäuble (CDU) hat einen
höheren Verteidigungsetat ab 2017
in Aussicht gestellt. „Natürlich werden wir angesichts der Krisen und
Instabilitäten in der Welt in den
nächsten Jahren höhere Leistungen
für Verteidigung schultern müssen“,
sagte Schäuble der „Bild am Sonntag“. Er will für drei Ressorts künftig
mehr Geld ausgeben: „Ich habe vorgeschlagen, dass wir die Ausgaben
für Entwicklungshilfe moderat steigern. Und wir werden in den kommenden Jahren mehr für Verteidigung und innere Sicherheit ausgeben müssen.“ Mit ihren Forderungen nach mehr Geld schon für 2016
konnte sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) allerdings nicht durchsetzen. (dpa)
SUDETENDEUTSCHE
Rechtsanspruch auf
Heimat aufgegeben
MÜNCHEN/PRAG — Die Sudetendeut-
sche Landsmannschaft fordert nicht
länger die Rückgabe der früheren
Heimat. Das hat die Bundesversammlung des Vertriebenenverbandes einer Mitteilung von gestern zufolge beschlossen. Der Anspruch auf
Rückgabe des nach dem Zweiten
Weltkrieg beschlagnahmten Eigentums gehört demnach nicht länger
zu den Verbandszwecken. Aus der
Satzung entfallen sei auch, den
„Rechtsanspruch auf die Heimat, deren Wiedergewinnung und das damit verbundene Selbstbestimmungsrecht der Volksgruppe durchzusetzen“. (dpa)
SÜDSUDAN
Unicef: Mehr Kinder
verschleppt
GENF — Im Südsudan sind weit mehr
Kinder verschleppt und gezwungen
worden, für eine regierungsnahe
Miliz zu kämpfen, als bisher angenommen. Das geht aus einer Untersuchung des UN-Kinderhilfswerks
Unicef hervor, wie ein Sprecher gestern in der Hauptstadt Juba sagte. Ihre Zahl liege bei mehreren hundert.
Bisher war man von 89 Kindern ausgegangen, die bei einem Überfall vor
zwei Wochen auf ein Dorf im Norden des Südsudan entführt wurden.
Die jüngsten von ihnen sollen erst
12 Jahre alt sein. (epd)
MALI
Friedensgespräche
ohne Lösung
ALGIER — Nach acht Monaten sind
Gespräche über eine Befriedung des
Konflikts im Norden Malis ohne
endgültige Lösung beendet worden.
Eine an den Verhandlungen in der
algerischen Hauptstadt Algier beteiligte Separatistengruppe weigerte
sich, den erzielten Kompromiss zu
unterzeichnen. Als Grund gaben die
Azawad-Rebellen gestern an, man
müsse das Angebot zunächst näher
prüfen und mit den Verbündeten in
der Heimat beraten. Die vorgeschlagene Vereinbarung sieht vor, dem
Norden des westafrikanischen Landes mehr Autonomie zuzugestehen
und Geld für die Entwicklung zur
Verfügung zu stellen. (dpa)
5
„Lehrern wird oft unrecht getan“
Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) über anmaßende Eltern, Nachteile des Föderalismus und fehlenden Praxisbezug an Schulen
BERLIN — Die gebürtige Sächsin Johanna Wanka ist seit zwei Jahren
Bundesministerin für Bildung und
Forschung. Torsten Kleditzsch
und Alessandro Peduto haben mit
der CDU-Politikerin gesprochen.
Freie Presse: 25 Jahre nach dem
Mauerfall hat sich der Bildungsföderalismus in Deutschland erhalten. Aber es gibt Ansätze, die
starren Strukturen aufzuweichen. Wie weit wird das gehen?
Johanna Wanka: Wir haben vergangenen Dezember das Grundgesetz geändert und damit die schon
bewährte Zusammenarbeit von
Bund und Ländern in der Wissenschaft weiter erleichtert. Nun sind
dauerhafte Kooperationen und
auch eine Förderung einzelner Einrichtungen möglich. Im Schulbereich haben wir eine andere Situation. Und es gibt keine gemeinsame
Position der Länder in der Frage, ob
dem Bund Kompetenzen eingeräumt werden sollen.
Wäre das wünschenswert?
Ich bin eine Freundin des föderalen
Bildungssystems. Es hat sein Stärken, da Schule in einer Stadt wie
Chemnitz anders gemacht werden
muss als im bayerischen Wald. Es
gibt Mängel, gegen die wir etwas
machen müssen, etwa die erschwerte Mobilität für Eltern mit schulpflichtigen Kindern. Aber ansonsten ist es ein guter Wettbewerb der
Länder untereinander.
„Bildung ist
entscheidend für
das persönliche
ÄGYP TEN
Parlamentswahl wird Lebensglück. Aber
das meint nicht
wohl verschoben
KAIRO — Die für März geplante Parla- zwingend akademimentswahl in Ägypten könnte wesche Bildung.“
gen eines aktuellen Gerichtsurteils
verschoben werden. Die Wahlkommission teilte mit, sie arbeite an einem neuen Zeitplan. Zuvor hatte
das ägyptische Verfassungsgericht
einen Paragrafen des Wahlgesetzes
für rechtswidrig erklärt, der die Einteilung der Wahlbezirke regelt. Präsident Abdel Fattah el-Sissi forderte,
alle staatlichen Institutionen sollten
ihre Arbeit koordinieren, damit die
Wahl so bald wie möglich abgehalten werden könne. (dpa)
Freie Presse
Was spielt Ihrer Ansicht nach
für eine erfolgreiche Bildung die
größere Rolle, das Schulsystem
oder die Langfristigkeit der
Schulpolitik?
Eindeutig die Langfristigkeit. Bei
den Bildungstests schneiden Sachsen und Bayern meist am besten ab.
Sie haben unterschiedliche Schulmodelle und trotzdem ähnlich hohe
Qualität. Das liegt daran, dass sie
nicht ständig ihre Schulsysteme ändern. So entsteht Planbarkeit und eine höhere Motivation für Lehrer, Eltern und Kinder. Zudem hat das Leistungsprinzip in beiden Ländern immer eine wichtige Rolle gespielt.
Meine Meinung ist: Man kann mit
verschiedenen Schulformen erfolgreich sein. Es kommt auf die Inhalte
und die Grundsätze an, auf Stabilität
und Kontinuität.
Für Eltern, die innerhalb
Deutschlands umziehen und ihre
Kinder am neuen Wohnort einschulen, erscheint der Bildungs-
föderalismus hingegen aus der
Zeit gefallen.
Dass es für Eltern und Kinder beim
Wechsel in ein anderes Bundesland
oft Schwierigkeiten gibt, ist in der
Tat ein großer Nachteil dieses Systems. Das gilt auch für die Lehrerausbildung. Der Abschluss aus dem
einen Bundesland musste bisher
nicht zwingend in einem anderen
Land anerkannt werden. Das wird
sich aber ändern. In dieser Woche
starten wir ein Programm zur Förderung der Lehrerausbildung. Der
Bund finanziert das allein, hat dafür
aber zur Bedingung gemacht, dass
die Lehrer ohne Hindernisse in jedem Bundesland arbeiten können.
Zudem haben sich die Länder auf
Bildungsstandards geeinigt und arbeiten an einem gemeinsamen Pool
von Abituraufgaben. Damit werden
die Schulsysteme vergleichbarer,
unabhängig davon wie sie organisiert sind. Auch das erleichtert die
Mobilität. Ein starres Schulsystem
in ganz Deutschland wird es und
muss es auch nicht geben.
Sie haben die Motivation von
Lehrern angesprochen. Sind die
Pädagogen ausreichend auf die
vielfältigen Anforderungen ihres
Job vorbereitet – von Stoffvermittlung bis hin zu Inklusion?
Ich denke, dass Lehrern oft unrecht
getan wird. Sie leisten außerordentlich viel. Aber wir können nicht erwarten, dass sie sämtliche Probleme
unserer Gesellschaft lösen. Wir sollten Lehrern eine höhere Wertschätzung entgegenbringen, statt ständig
Mängel in ihren Fähigkeiten zu beklagen. Ich sehe eine große Bereitschaft in der Lehrerschaft, sich Neuem zu stellen. Aber wir sollten sie
nicht mit übertriebenen Erwartungen überfordern. Der Lehrer ist
nicht der „Allzweckreparateur“ für
alles, was außerhalb der Schulen
schief läuft.
Für schlechte schulische Leistungen machten Eltern früher ihre
Kinder verantwortlich, heute deren Lehrer. Wie kann das sein?
Die Autorität der Lehrer wird von
manchen Eltern schnell infrage gestellt, wenn Schüler Leistungsdefizite haben. Das ist nicht zu akzeptieren. Es hat vermutlich damit zu tun,
dass es manchmal bequemer ist, Verantwortung abzuschieben.
Liegt es auch daran, dass wir unsere Kinder überbehüten?
Das mag für manche Eltern gelten.
Das sind die sogenannten Helikoptereltern, die Ihre Kinder nie aus den
Augen lassen. Es gibt aber auch das
andere Extrem.
Spielen Abstiegsängste eine Rolle, also die Panik der Eltern, dass
ihre Kinder Bildungsverlierer
werden, wenn sie es nicht aufs
Gymnasium schaffen?
Ja. Aber das halte ich für eine Fehleinschätzung. Bildung ist entscheidend für das persönliche Lebensglück. Aber das meint nicht zwingend akademische Bildung. Es muss
auch nicht unbedingt Abitur bedeuten. Wir orientieren uns in Deutschland zu sehr in diese Richtung. Darunter leidet die Wertschätzung für
praktische Fähigkeiten, die in einem
Land mit einer so ausgeprägten
Handwerkskultur wie Deutschland
genauso wichtig sind. Bildung bedeutet für mich nicht, nur auf den
vermeintlich höchsten Abschluss
zu zielen. Es geht um Lebensglück,
also darum, dass jeder entsprechend
seiner persönlichen Veranlagung
und seines Engagements die besten
Chancen bekommt.
Ist es verwunderlich, dass viele
junge Leute dennoch lieber studieren, wenn man sich die Verdienstmöglichkeiten von Akademikern ansieht?
Natürlich verdient im Schnitt jemand, der studiert hat, deutlich
mehr. Er hat zudem ein geringeres
Risiko, arbeitslos zu werden. Es gibt
aber auch viele Studienabbrecher.
Und schon heute gibt es Ausbildungsberufe, in denen die Chancen
hervorragend sind, etwa als HörTechniker. Dennoch fehlen die Bewerber.
Müsste das Schulsystem durchlässiger werden?
Es geht um die Durchlässigkeit des
Bildungssystems insgesamt. Über
viele Jahre war da ein Manko. Oft
legte der Schultyp die weitere Bildungskarriere fest. Der Idealfall ist
dagegen, dass der schulische Startpunkt keine Rolle spielt und persönliche Anstrengung alle Wege im Bildungssystem eröffnet. Es ist aber vieles in Bewegung gekommen. Wenn
ein Tischler früher studieren wollte,
musste er das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachholen. Inzwischen ist das nicht mehr notwendig.
Mit Berufserfahrung hat er die Möglichkeit, Design zu studieren oder
Holzverarbeitungsingenieur
zu
werden. Das ist Gesetzeslage, durchgesetzt hat sich das in der Praxis aber
noch nicht. Das gilt übrigens auch
für die umgekehrte Situation. Wer
studiert und dann aussteigt, muss
die Möglichkeit haben, dass die Studienzeit auf die Ausbildung angerechnet wird und er oder sie nicht
wieder bei null anfangen muss.
Sollte Schulunterricht mehr Praxisbezug haben?
Ja, ich finde schon. Oft lernen Schüler etwas, von dem sie nicht wissen,
ob sie es im Leben brauchen. Wenn
die Schüler aber verstehen, dass Dinge, die sie im Unterricht behandeln,
einen Bezug zu ihrem Leben haben,
wird ihnen das Lernen leichter fallen und mehr Freude machen.
Johanna Wanka
Bundesbildungsministerin Johanna Wanka im Interview mit der „Freien Presse“ in ihrem Berliner Büro. Die Durchlässigkeit der Schulsysteme habe sich
zwar verbessert, meint sie, aber viel davon sei nur Theorie. FOTOS: JENS GYARMTY
Estland wählt im Schatten der Ukraine
Jeder fünfte Wähler
stimmte per Computer ab.
Das Zwischenergebnis
deutet auf einen Sieg der
liberalen Regierungspartei.
VON ALEXANDER WELSCHER
TALLINN — Im Schatten des Ukraine-
Konflikts haben die Esten gestern
ein neues Parlament gewählt. Nach
Auswertung der elektronisch abgegebenen Stimmen lag am Abend die
wirtschaftsliberale
Reformpartei
von Regierungschef Taavi Rõivas
vorn. Die Partei kommt auf 37,5 Prozent der Stimmen, teilte die Wahlkommission in Tallinn mit. Auf
Platz zwei liegt das nationalkonser-
vative Wahlbündnis IRL (17,2 Prozent) vor den mitregierenden Sozialdemokraten (16,9 Prozent).
Die linksgerichtete oppositionelle Zentrumspartei des Tallinner Bürgermeisters Edgar Savisaar kommt
auf 7,7 Prozent, zwei Parteien ziehen
nach Auszählung der Internet-Abstimmung erstmals ins Parlament
ein. Am E-Voting, das Estland als erstes Land in Europa einführte, nahm
rund ein Fünftel der Wahlberechtigten teil – ein neuer Rekord. Auf der
Webseite der Wahlbehörde identifizierte sich der Wähler per PIN-Code,
stimmte ab und verifizierte die
Wahl mit einem zweiten Code. Alternativ durfte ein Mobiltelefon mit
spezieller SIM-Karte zur Identifizierung verwendet werden.
Um die 101 Sitze in der Volksvertretung Riigikogu in Tallinn hatten
sich 872 Kandidaten beworben. Die
Wahlbeteiligung lag nach vorläufigen Angaben bei 63,7 Prozent.
Der Wahlkampf war beeinflusst
vom Konflikt in der Ukraine, der
auch in der ehemaligen Sowjetrepublik Estland neue Sicherheitsängste
ausgelöst hat. Etwa ein Viertel der
rund 1,3 Millionen Esten sind russischsprachige Bürger. Sie stellen die
größte Minderheit in dem baltischen Staat, der zu EU und Nato gehört. Vor allem im Nordosten des
Landes dominiert die russische Minderheit. Als Estland 1991 unabhängig wurde, erhielten nicht alle Einwohner automatisch die estnische
Staatsangehörigkeit. Heute kommen viele Stammwähler der linksgerichteten Zentrumspartei um
Edgar Savisaar aus der russischen
Minderheit.
Historisch bedingt haben viele
Esten Vorbehalte gegenüber „ihren“
Russen. Das Miteinander ist nicht
frei von Konflikten. Bekannt sind etwa die Auseinandersetzungen von
2007 im Zusammenhang mit der
Verlegung eines sowjetischen Ehrenmals in Tallinn. Amnesty International hatte in der Vergangenheit
beklagt, dass die Minderheit auf
dem Arbeitsmarkt diskriminiert
werde. Seit 2014 hat Estland mit Jevgeni Ossinovski einen russischstämmigen Bildungsminister.
In der letzten Fernsehdebatte am
Wahlvorabend vermied Zentrumspartei-Chef Edgar Savisaar eine klare Aussage über seine Position im
Ukraine-Konflikt. Rõivas hingegen
bezeichnete Russland wegen seines
Vorgehens in der Ukraine und in Georgien 2008 als Aggressor. (dpa)
Die 63-jährige Mathematikerin ist
seit Februar 2013 Bundesministerin
für Bildung und Forschung. Die CDUPolitikerin stammt aus Rosenfeld im
Kreis Torgau und war bis 2000 Rektorin der Fachhochschule Merseburg.
Als zunächst Parteilose wurde sie im
selben Jahr Bildungsministerin von
Brandenburg. Im Jahr darauf trat sie
in die CDU ein. Von 2009 bis 2010
war sie Chefin der CDU Brandenburg.
Vor dem Wechsel ins Bundeskabinett
war Wanka Kultusministerin in Niedersachsen und damit erste Ostdeutsche in einem West-Kabinett. (ape)
IRAK/SYRIEN
Druck auf
IS-Miliz steigt
BAGDAD — Der Druck auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak
und in Syrien steigt: Die irakische
Armee begann eine Offensive, mit
der sie die strategisch wichtige Stadt
Tikrit befreien will. Der Feldzug gilt
als Test, ob die irakischen Streitkräfte in der Lage sind, die Extremisten
aus einer großen Stadt zu vertreiben.
Im Nordosten des Nachbarlandes
Syrien erlitten die Dschihadisten zugleich eine empfindliche Niederlage
gegen kurdische Kräfte.
Zugleich ließen die Extremisten
in der Region 19 von mindestens 220
assyrischen Christen frei, die sie Anfang der Woche nordwestlich der
Stadt Al-Hassaka in ihre Gewalt gebracht hatten. Die Verhandlungen
über die Freilassung der restlichen
Geiseln gingen indes weiter. (dpa)
6 Freie Presse
NACHRICHTEN
STAHLBRANCHE
Verband sieht Aus
für einige Hochöfen
WIRTSCHAFT
Montag, 2. März 2015
Den Frühling im Visier:
Motorradbauer optimistisch
BÖRSENWOCHE
Treibstoff
Niedrigzinsen
VON BARBARA SCHÄDER
BERLIN — Der Chef des Weltstahlver-
bands, Wolfgang Eder, geht davon
aus, dass in den nächsten zwanzig
Jahren in Europa mehrere Stahlwerke schließen werden. In Europa werde zu viel Stahl produziert, sagte
Eder in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. „Weil es enorme
Überkapazitäten gibt, sind die Preise
so niedrig, dass es zunehmend kritischer wird für eine Reihe von Standorten. So kann es nicht weitergehen.“ Eder, der auch Vorstandschef
des österreichischen Stahlkonzerns
Voestalpine ist, rechnet mit dem Ende von „sechs bis acht Werken“. Viele europäische Hochöfen könnten
besonders bei den Herstellungskosten für einfache Produkte nicht mit
Ländern wie der Türkei, der Ukraine, Russland, China oder Indien mithalten. (dpa)
D
POSTBANK
Verdi ruft erneut
zu Warnstreiks auf
(MAIN) — Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt mit
der Deutschen-Bank-Tochter Postbank zu Warnstreiks aufgerufen.
Zahlreiche Filialen bleiben deshalb
heute geschlossen, teilte die Gewerkschaft gestern mit. Die Tarifrunden für die rund 9500 Beschäftigten im Postbank Filialvertrieb sowie
für die rund 2700 Beschäftigten der
Postbank, der Firmenkunden AG
und der BHW-Gruppe seien bislang
ergebnislos geblieben. Verdi fordert
für die Beschäftigten von Postbank
Filialvertrieb unter anderem fünf
Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. (dpa)
FRANKFURT
GRIEC HENLAND
Varoufakis zweifelt
an Rückzahlung
ATHEN — Griechenland hat die Rück-
zahlung von Staatsanleihen in Höhe
von 6,7 Milliarden Euro infrage gestellt, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) gehalten und im
Sommer fällig werden. Finanzminister Yanis Varoufakis sagte am
Samstag, er wolle über die Anleihen
verhandeln. „Wenn wir das Geld hätten, würden wir bezahlen“, sagte der
Minister. „Sie wissen, dass wir es
nicht haben.“ Der Bundestag hatte
am Freitag einer Verlängerung des
Rettungsprogramms zugestimmt.
Grundlage dafür war eine Zusage
Griechenlands, alle Verbindlichkeiten zu erfüllen. Griechenland muss
im März einen Kredit des Internationalen Währungsfonds von rund 1,6
Milliarden Euro zurückzahlen und
im April 800 Millionen Euro für
Zinszahlungen aufbringen. (rtr)
FAHRZEUGBRANC HE
BMW stellt 8000
neue Mitarbeiter ein
MÜNCHEN — BMW heuert angesichts
guter Geschäfte in diesem Jahr mehr
neue Mitarbeiter an als je zuvor.
Weltweit werde der Konzern mehr
als 8000 Menschen unbefristet einstellen, kündigte Personalchefin
Milagros Caiña-Andree an. Mehr als
5000 davon in Deutschland. „Durch
die hohe Nachfrage brauchen wir in
unseren Werken mehr Fachkräfte“,
sagte die Managerin. Der Autobauer
beschäftigt weltweit mehr als
110.000 Menschen. (dpa)
GEWERKSCHAFT
Steag könnte
Vattenfall kaufen
HALTERN — Die Gewerkschaft IG BCE
hat den Energiekonzern Steag als einen möglichen Käufer der Braunkohlegeschäfte von Vattenfall ins
Spiel gebracht. Er fände ein Interesse
der Steag „nicht abwegig“, sagte Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis
in Haltern am See. Die Steag habe
die entsprechenden Kompetenzen
und sei ein in der deutschen Energiebranche angesehenes Unternehmen, betonte Vassiliadis. (dpa)
Der Hersteller BMW wartet in diesem Jahr mit einem neuen Boxer-Modell R 1200 RS auf.
Die Motorradbranche hat
in Deutschland 2014 einen
kleinen Boom erlebt. Die
Hersteller glauben, dass
bei den Bikern das Geld
weiter locker sitzt – für
Modelle vom Kleinroller
bis zum PS-Boliden.
VON CHRISTIAN EBNER
FRANKFURT (MAIN) — Noch stehen die
meisten Maschinen beim Händler,
doch auf dem Motorradmarkt beginnen jetzt mit dem nahenden Frühling die entscheidenden Wochen.
Verbrauchermessen wie demnächst
in Dortmund (5. bis 8. März) laufen
im engen Takt – und die Branche ist
nach den guten Vorgaben aus dem
vergangenen Jahr optimistisch.
Fast 130.000 neue Zweiräder vom
Leichtkraftroller bis zum 200-PS-Superbike brachten die Hersteller 2014
auf die Straße, berichtet der Indust-
rieverband IVM. Das bedeutet eine
Steigerung von 8,7 Prozent, die bei
den richtig schweren Maschinen
mit einem Plus von 10,75 Prozent
noch einmal stärker ausfällt. Solche
Steigerungsraten gab es zuletzt kurz
nach der Wiedervereinigung.
In einem weitgehend gesättigten
Markt mit mehr als 4 Millionen angemeldeten Motorrädern ist der
„sehr gute Aufschwung“ durchaus
bemerkenswert, findet IVM-Sprecher Achim Marten. In den wirtschaftlich guten Zeiten seien viele
Menschen geneigt, in ihr Hobby zu
investieren: „Wenn das Geld auf der
Bank eh keine Zinsen bringt, verwirklicht so mancher lieber seinen
lang gehegten Traum.“
Der Marktführer BMW feierte im
vergangenen Jahr den vierten Absatzrekord in Folge und will auch
2015 einen neuen Bestwert erreichen, wie der Leiter der Motorradabteilung, Stephan Schaller, erklärte.
Weltweit verkauften die Bayern
123.495 Motorräder und Roller (+7,2
Prozent), nur jedes fünfte blieb im
Heimatmarkt Deutschland. BMW
lebt nicht allein von seinem Dauer-
Bestseller, der Groß-Enduro R 1200
GS, sondern bringt auch 2015 wieder mindestens fünf neue Modelle.
Mit der indischen TVS Motor
Company als Partner arbeitet BMW
mit Hochdruck an einer kostengünstigen
Einzylinder-Maschine
unterhalb von 500 Kubikzentimetern Hubraum, die allerdings frühestens 2016 auf den Weltmarkt rollen
soll. In Deutschland ist das Segment
für die Einsteigerstufe des Motorradführerscheins mit bis zu 35 KW/48
PS (A2) bereits eng belagert. Auch
viele Wiedereinsteiger greifen zu
den nicht ganz so großen Bikes, die
es meist auch in ungedrosselten Varianten gibt. „Wir wollen als Universalhersteller alle Kundengruppen
erreichen“, sagt Oliver Franz vom
größten Importeur Honda.
Wichtig sind daher auch Angebote für Fahranfänger in der schnell
wachsenden Gruppe der Leichtkrafträder und -roller, die bereits von
16-Jährigen mit dem Führerschein
A1 gefahren werden dürfen. Nach einer Reform der Führerscheinvorschriften im Jahr 2013 sind die erstarkten Achtelliter-Räder deutlich
FOTO: HENDRIK SCHMIDT/DPA
schneller unterwegs und haben
auch 2014 mehr als 10 Prozent mehr
verkauft als im Jahr zuvor. Am anderen Ende des Marktes scheint Geld
nicht die zentrale Rolle zu spielen,
schnell ist für das Wunsch-Motorrad der Preis eines Mittelklasse-Wagens erreicht. Neben dem Klassiker
BMW sind inzwischen auch die Autokonzerne VW und Daimler über
ihre Töchter Audi und AMG bei den
italienischen
Zweiradschmieden
Ducati und MV Agusta eingestiegen. Im Konkurrenzkampf mit den
Japanern, der US-Marke Harley-Davidson und europäischen Herstellern wie Triumph und KTM liefern
sie sich ein Wettrüsten bei der technischen Ausstattung. So sind beispielsweise Assistenzsysteme, Doppelkupplungsgetriebe oder elektronische Fahrwerk-Modifikationen
auf den langen Aufpreislisten zu finden. (dpa)
EIN VIDEO zu den Motorradtrends 2015 können Sie sehen,
wenn Sie diesen Code mit
dem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/biketrends
ie Rekordjagd an den Aktienmärkten nimmt kein Ende: Am Freitag übersprang
der MDax, der die zweite Liga der
börsennotierten Unternehmen in
Deutschland repräsentiert, zum ersten Mal die Marke von 20.000 Punkten. Der große Bruder Dax schloss
auf einem neuen Allzeithoch von
11.402 Zählern. Kann das so weitergehen? Dagegen spricht, dass deutsche Aktien schon ziemlich teuer
sind: „Bewertungskennzahlen wie
das Kurs-Gewinn-Verhältnis mit
14 und das Kurs-Buchwert-Verhältnis mit 1,70 notieren mittlerweile
auf einem 10-Jahreshoch. Wir würden daher derzeit auf dem aktuellen
Niveau keine Dax-Positionen mehr
aufstocken“, notieren die Analysten
der Commerzbank. Dennoch rechnen sie damit, dass sich weiterhin
genug andere Käufer finden, um die
Kurse in die Höhe zu treiben. Der
Grund: Angesichts der niedrigen
Zinsen auf Staats- und Unternehmensanleihen bleibe der Deutsche
Akteinindex mit einer erwarteten
Dividendenrendite von 2,7 Prozent
für viele Anleger attraktiv. Wie hoch
ihre Dividenden tatsächlich ausfallen, werden diese Woche im Rahmen ihrer Bilanz-Pressekonferenzen
die Dax-Konzerne Merck (morgen),
Henkel (Mittwoch) sowie Continental und Adidas (Donnerstag) bekanntgeben.
Ein Ende der Niedrigzinsen ist
nicht in Sicht, im Gegenteil: Diesen
Monat beginnt die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem im Januar
angekündigten Kauf von Staatsanleihen. Das wird den Preis der Papiere in die Höhe treiben und gleichzeitig die Zinsen, die sich bei Anleihen
entgegengesetzt zu den Kursen entwickeln, weiter senken. Für die Bundesbank, die im Rahmen des EZBProgramms für den Erwerb der deutschen Anleihen zuständig sind, ist
das ärgerlich. Allerdings hatten die
Frankfurter aus Sicherheitsgründen
selbst darauf gepocht, nur Bundesanleihen und nicht die höher verzinsten Schuldtitel anderer Euroländer zu erwerben. Ob die Bundesbank
dennoch einen Anteil an den Zinsgewinnen aus dem Gesamtprogramm bekommt, dürfte ein Thema
der EZB-Ratssitzung am Mittwoch
und Donnerstag sein.
Ikea-Möbel sollen Handys aufladen
Pfand für Einwegflasche?
Tische und Leuchten werden ab April mit Ladespulen ausgestattet
Umweltbundesamt schlägt Zwangsbesteuerung vor
BARCELONA — Das könnte dem draht-
BERLIN — Nach dem Teilausstieg von
losen Aufladen von Smartphones
und Tablets einen Schub geben: Ikea
baut entsprechende Ladestationen
direkt in einige Möbel ein. Die Technik werde vom 15. April an in mehrere Tische und Leuchten integriert,
kündigte Ikea gestern vor der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress
in Barcelona an.
Damit würde es ausreichen, Geräte mit drahtloser Ladefunktion
einfach auf die Möbelstücke zu legen. Ikea setzt dabei auf den Ladestandard Qi, den aber nur ein kleiner
Teil der Handy überhaupt hat. Er
werde aktuell von über 80 Smartphones sowie diversem Zubehör unterstützt, erklärte die Branchenorganisation Wireless Power Consortium. Für Smartphone-Modelle, die
mit Qi nicht kompatibel sind, werde
Ikea zusätzlich Ladeschalen anbieten, hieß es. Die Technik zum draht-
losen Aufladen von Akkus machte
die Telefone früher schwerer und
größer, wurde zuletzt aber deutlich
verbessert. So kommt sie auch bei
Computeruhren zum Einsatz. Ikea
macht den ersten Schritt, Vorteile
der Technik unauffällig in den Alltag zu bringen. Normalerweise müssen die Nutzer ihre Smartphones auf
eine Ladestation legen – was fast genauso viel Aufwand bedeutet, wie
ein Kabel einzustecken. (dpa)
Coca-Cola aus dem deutschen Mehrwegsystem und der Zunahme von
Wegwerfflaschen bringt das Umweltbundesamt (UBA) Zwangsmaßnahmen ins Spiel. „Eine Zusatzabgabe für Einweg zur Stützung des
Mehrwegs schließen wir nicht aus“,
sagte
UBA-Präsidentin
Maria
Krautzberger. Die Deutsche Umwelthilfe forderte eine Sonderabgabe von 20 Cent auf Einweg-Geträn-
keverpackungen. Das UBA berät das
Bundesumweltministerin
mit
Handlungsempfehlungen und Expertisen – daher hat die Meinung
Gewicht und könnte als Drohung
aufgefasst werden.
Ein Ministeriumssprecher betonte aber, dass die Umweltministerin
Barbara Hendricks (SPD) für die Einführung einer Lenkungsabgabe auf
Einwegflaschen „derzeit keinen Bedarf“ sehe. (dpa)
EZB beginnt mit dem Kauf von Staatsanleihen
Die Bank flutete die
Märkte erneut mit Geld.
In diesem Monat beginnt
der Kauf von Staatsanleihen. Das Billionen-Programm bleibt umstritten.
VON JÖRN BENDER
FRANKFURT (MAIN) — Nun fließen die
Milliarden: Ab heute beginnt die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem großangelegten Kauf von
Staatsanleihen. 60 Milliarden Euro
will die Notenbank auf diesem Weg
in die Märkte pumpen – pro Monat
und das mindestens bis September
2016. Das Billionen-Programm soll
die Wirtschaft im Euroraum ankurbeln und die zuletzt gefährlich niedrige Inflation anheizen. Doch die
Maßnahme bleibt umstritten.
Für ihr neuestes Anti-Krisen-Paket druckt die EZB frisches Geld und
kauft damit Wertpapiere. Fachleute
nennen dies quantitative Lockerung
oder schlicht „QE“ („Quantitative
Easing“). EZB-Präsident Mario Draghi hatte die Märkte seit Monaten darauf vorbereitet, im Januar gab der
EZB-Rat mit breiter Mehrheit grünes
Licht – gegen den Widerstand etwa
von Bundesbankpräsident Jens
Weidmann und dem deutschen
EZB-Direktoriumsmitglied Sabine
Lautenschläger.
Das frische Geld kommt im Idealfall über die Geschäftsbanken, denen die Zentralbank Anleihen abkaufen will, in Form von Krediten
Mario Draghi
EZB-Chef
FOTO: ARNE DEDERT(DPA
bei Unternehmen und Verbrauchern an. Das könnte Konsum und
Investitionen anschieben. Denn
während die deutsche Wirtschaft relativ gut in Schuss ist, sind die
Wachstumsaussichten für den Euroraum bescheiden. Die Währungshü-
ter wollen auch einen Absturz in eine Deflation verhindern: Sinken die
Verbraucherpreise über einen längeren Zeitraum auf breiter Front,
könnte das die Konjunktur ausbremsen. Unternehmen und Konsumenten könnten in Erwartung weiter fallender Preise Investitionen
aufschieben. „Es gab aus unserer
Sicht wenig Zweifel, dass wir handeln sollten“, begründete Zentralbank-Chef Draghi im Januar den Beschluss. „Wir sind überzeugt und haben gute Argumente zu glauben,
dass diese Maßnahme dazu beitragen wird, die Inflationserwartungen
anzuheben“, sagte der Italiener. In
der Tat ist die Inflation im Euroraum
seit Monaten weit entfernt vom
EZB-Ziel einer Teuerungsrate von
knapp unter 2,0 Prozent. Nach
jüngsten Berechnungen der europäischen Statistikbehörde Eurostat
sanken die Verbraucherpreise im Januar weiter: Die jährliche Inflationsrate betrug minus 0,6 Prozent. Kritiker sind skeptisch, dass EZB-Anleihenkäufe wie geplant wirken werden. Sie befürchten eher neue Preisblasen durch das viele billige Geld.
Zudem könnten die Regierungen in
Schuldenstaaten in ihrem Reformeifer nachlassen, wenn die Notenbank
in großem Umfang staatliche Schulden finanziert. Fraglich ist auch, wo
die EZB die Staatsanleihen herbekommen will: Mehrere Banken erklärten in den vergangenen Wochen, sie würde ihre Bestände nicht
verkaufen. (dpa)
KULTUR
Montag, 2. März 2015
Freie Presse
Leben und leben lassen
NACHRICHTEN
YASAR KEMAL
Friedenspreisträger
ist gestorben
international renommierte türkische Schriftsteller
Yasar Kemal ist tot. Wie gestern bekannt wurde, starb er nach langer
Krankheit am Samstag in Istanbul
an Organversagen. Der Träger des
Friedenspreises des
Deutschen Buchhandels aus dem
Jahr 1997 wurde
91 Jahre alt. Er soll
nach Angaben türkischer
Medien
heute in Istanbul
beigesetzt werden.
Kemal zählte zu den wichtigsten
Autoren der Türkei. Mit seinem
1955 veröffentlichten Roman „Memed mein Falke“ wurde er zum
meistgelesenen Schriftsteller seines
Landes und erlangte Weltruhm. Im
Jahr 1972 wurde er als erster türkischer Schriftsteller für den Literaturnobelpreis nominiert. (dpa)
FOTO: TOLGA BOZOGLU/DPA
ISTANBUL — Der
CAP TAIN AMERICA
Daniel Brühl als
Böser im dritten Teil
POTSDAM/BERLIN — Für den dritten
Captain-America-Film „Civil War“
wird Daniel Brühl („Good Bye, Lenin!“) im Sommer in Berlin mit
Hauptdarsteller Chris Evans vor der
Kamera stehen: Studio Babelsberg in
Potsdam bereitet das Treffen von Comic-Superhelden wie Iron Man,
Black Widow und Captain America
aus dem Hause Marvel vor, wie die
„Potsdamer Neuesten Nachrichten“
mit Verweis auf US-Branchenmedien berichteten. Start der Dreharbeiten ist im April in Atlanta, danach
geht es nach Puerto Rico. Im Sommer kommt die Crew nach Berlin.
Neben Evans alias Captain America
soll auch Scarlett Johansson als
Black Widow vor der Kamera stehen. Brühl wird einen Bösewicht
spielen. (dpa)
PAUL KLEE
Ausstellung der
„Sonderklasse“
LEIPZIG — Das Museum der bildenden Künste Leipzig zeigt seit Samstag unter dem Titel „Paul Klee – Sonderklasse, unverkäuflich“ mehr als
130 Bilder, die der Künstler einst
dem Kunstmarkt entziehen wollte.
Zu sehen ist in der Ausstellung auch
die Listen, auf denen Klee akribisch
und zum Teil handschriftlich seine
Werke in die „Sonderklasse“ einsortierte. (dpa)
Ein Rocker
im Konflikt
dreier
Generationen
Die Kastelruther Spatzen
stellen mit einem
Gastspiel in Zwickau
ihr aktuelles Album
„Eine Brücke ins Glück“
erstmals in der Region vor.
André Herzberg spürt
per Roman seiner jüdischen Herkunft nach
VON LUDMILA THIELE
VON WELF GROMBACHER
ZWICKAU — Der Schlag sitzt offenbar
BERLIN — Nachdem André Herzberg
immer noch tief, denn die erste Video-Einspielung des Konzerts am
Freitagabends in der Stadthalle Zwickau widmeten die Kastelruther
Spatzen ihrem ehemaligen Produzenten: Walter Widemair hatte 2012
nach internen Zwistigkeiten in seinem Buch „Wenn Berge nicht mehr
schweigen“ erklärt, dass die Musik
der Gruppe, immerhin mit 15 Millionen verkaufter Alben eine der erfolgreichsten der Volksmusik-Branche, im Studio von fremden Musikern eingespielt worden sei. Kurz
vor der damaligen Tour zum 30-Jährigen Bestehen der „Spatzen“ führte
das zu reichlich Schlagzeilen, tat
dem Zuspruch der Fans aber kaum
Abbruch. Trotzdem zeigte sich die
Band aus Südtirol erst einmal in
dem kurzer Film, wie sie am aktuellen Album „Eine Brücke ins Glück“
im Studio arbeitet. Selbst, aber auch
mit professionellen Studiomusikern, was, so das Video, eine der Zeit
geschuldete, international übliche
Vorgehensweise sei – was ja in der
Tat immer dann so ist, wenn ein
Bandmitglied es nicht schafft, seine
Passagen in endlicher Zeit so einzuspielen, dass die Qualität auch für eine Veröffentlichung reicht.
die ersten Seiten geschrieben hatte,
gab er sie seiner Frau. Die fand das
Manuskript zu moralisierend. „Das
will ich nicht lesen“, sagte sie, „ich
möchte, dass du das nüchtern
machst, dass du erzählst und nicht
so viel reflektierst.“ Nun tut Herzberg sich eigentlich schwer, wenn
ihm jemand reinredet – aber er setzte sich noch mal hin, und es hat sich
gelohnt: In seinem zweiten Roman
„Alle Nähe fern“ trifft er genau den
richtigen Ton. Was bemerkenswert
ist, weil der Text viel will.
Herzberg, der als Sänger der Rockband Pankow bekannt wurde, spürt
darin seiner jüdischen Abstammung nach, erzählt über drei Generationen hinweg. Am Anfang steht
Großvater Heinrich – ein Patriarch,
der es vom einfachen Lederhändler
zum Unternehmer gebracht hat.
Wegen seiner deutsch-nationalen
Gesinnung spendet er Geld für den
Ersten Weltkrieg. Als ein paar Jahre
später die Nazis in Hannover aufmarschieren, muss er sich mit seinem ältesten Sohn Konrad hinter
verschlossenen Fensterläden verbarrikadieren; den jüngeren Sohn Paul
schickt er nach England, nachdem
ein Lehrer das Kind im RassekundeUnterricht als Beispiel für einen Juden auf einen Tisch gestellt hat.
Mit konzentrierten, sachlichen
Sätzen erzählt Herzberg neben der
Familiengeschichte gleich die deutsche Geschichte der letzten 100 Jahre mit. Während Großvater Heinrich sich zum Exil in Amerika überreden lässt, wird sein Sohn Paul in
London zum Kommunist. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges geht er
im Auftrag der Partei nach Berlin,
um seine Landsleute umzuerziehen.
Bei der Nachrichtenagentur ADN
findet er eine Stelle, gründet eine Familie, lässt sie aber bald wegen einer
anderen Frau sitzen, und sieht seinen jüngsten Sohn Jakob nur selten.
Der kann so nie eine Beziehung zu
ihm aufbauen. Als Vater hat er ihm
nicht viel zu sagen, „es sei denn, er
erzählt ein Märchen oder von der
Weltrevolution.“
Eiserne Brücke
An solchen Feinheiten war das Publikum aber weniger interessiert, insofern hätten sich die Kastelruther
die Einspielung eigentlich auch
schenken können: In der Stadthalle
ging es um die sowieso unstrittigen
Live-Fähigkeiten, an denen sich die
Zuhörer in Melodie und Text erfreuen wollten, auch oder gerade weil
darin nicht alles nur „heile Welt“ ist.
Gleich zur Eröffnung wurde musikalisch „Eine Brücke ins Glück“ gebaut, die eisern auch das einzige
Bühnenelement bildete, welches
mit der Projektion einer romantischen Südtiroler Landschaft ergänzt
wurde. Immer, wenn Sänger Norbert Rier von dieser Brücke aus sang,
wurde es ergreifend – da ohne das
übliche rhythmische Klatschen
oder Geschunkel war es dann
mucksmäuschenstill im Saal. „Leben und leben lassen“ ist für Rier
Kastelruther-Spatzen-Sänger Norbert Rier live in Zwickau.
nicht nur ein Songtitel, sondern ein
Motto, sein Appell für Toleranz.
Die Kastelruther zeigten auch ihre Qualitäten als Instrumentalisten,
unter anderem mit hervorragenden
Solis. Geschunkelt wurde dann
auch, aber erst zum Schluss, als die
Band jodelnd einen Schwenk vollführte, weg vom erfolgreichen
volkstümlichen Schlager, hin zu ihren musikalischen Volkmusik-Wurzeln in Form eines Medleys. „Zurücklehnen, entspannen, Fantasien
und Träumen ihren Lauf geben“ –
dieser Aufforderung kam das Publikum sehr bereitwillig nach, es hörte
auch aufmerksam zu – jedem gesungenen Wort, jeder Geschichte, auch
wenn es einige schon sehr gut kannte.
In den Liedern geht es um Spielsucht, Untreue, Verrat, aber auch immer wieder um die große Liebe. „Die
schönsten Worte für mich sind immer noch: Ich liebe dich“, sang Rier,
und der Saal, in dem auch viele junge Menschen saßen, sang mit.
Rosen und Tränen
Rosen zuhauf gab es an Freitag nicht
nur musikalisch. Zu „Eine weiße Rose“ regnete es selbige aus dem Publikum, doch zwischendurch bekamen die Musiker mitunter solche
floristische Meisterwerke überreicht, dass sie nicht nur für ein kurzes Staunen bei anderen Besuchern,
sondern selbst für angeregten Gesprächsstoff nach dem Konzert sorgten. Auf diesem „Planet der Lieder“,
so heißt das 41. Spatzen-Album und
die vorhergehende Tour, vergessen
eben die meisten ihre Nöte und Sorgen und erleben „Momente des
Glücks“ (aus dem neuen Album), etwa wenn die Spatzen singen: „Mo-
FOTO: RALPH KÖHLER
mente des Glücks, sie sind uns gegeben, sie streicheln die Seele, die geben dir Kraft … Du kannst sie nicht
halten, sie gehören der Zeit“. Am
Freitagabend wurden aber auch bittere Tränen vergossen – von einem
grauhaarigen Herrn etwa, der von
seinem Rollstuhl aufstand und ein
paar Schritte auf die Bühne zuging,
als Norbert Rier von der Brücke aus
über eine Liebe sang, die ein Mann
mit ins Grab nahm: „Ein Leben lang,
er wollt nur sie“. Mit „Ciao, Ciao, auf
Wiederseh’n“ verabschiedeten sich
die Südtiroler von den Zwickauern.
Der Abschied wird für viele Fans sicher nicht von langer Dauer sein!
EIN VIDEO zum Stück „Eine
Brücke ins Glück“ sehen Sie,
wenn Sie diesen Code mit ihrem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/spatzen
VON SARAH HOFMANN
AUGUSTUSBURG — Sie trafen sich bei
einem Tauchlehrgang und legten
scheinbar den Grundstein für ein
„und sie lebten glücklich bis an ihr
Lebensende“ – doch so einfach ist
das bekanntlich nicht im Hindernisparcours, der sich Beziehung nennt:
Das Ehepaar Dorek ist seit zig Jahren
zusammen, sie Historikerin, er Ingenieur. Sie kümmert sich seit Jahren
um den Haushalt und die mittlerweile jugendlichen Kinder, er macht
Karriere – aber beide wissen die Arbeit und das Leben des anderen zunehmend weniger zu schätzen. Die
ehemals geliebten Eigenschaften
des Anderen werden zum Stein des
Anstoßes, beide quälen sich mit Affären, die Liebesbeziehung wurde
zum Kriegsschauplatz – eine Paartherapie scheint der letzte Ausweg
zu sein.
Nach den Liebesgeschichten
„Gut gegen Nordwind“ und deren
Fortsetzung „Alle sieben Wellen“,
bringen Andreas Unglaub und Anna
Silke Röder im Schlosstheater Augustusburg nun mit „Die Wunderübung“ erneut ein Stück des Bestsellerautors Daniel Glattauer auf die
Bühne. Ein kluger Kniff, denn dessen Bücher erfreuen sich vor allem
bei den Frauen ungebrochener Beliebtheit, und die nahbaren, emotionalen Geschichten sind durchaus
bühnentauglich. Erstmals jedoch
holten sich das Duo Verstärkung ins
Ensemble: Jan Krawczyk passte sich
als esoterisch angehauchter Paartherapeut gut ein und gab einen erfrischenden Gegenpart zum streitlustigen und autoritären Kostüm-undAnzug-Paar. Geradezu enervierend
entspannt kniet der Therapeut auf
seinem kleinen Podest vor einem
abstrakt-sonnigen Gemälde und versucht zu vermitteln. Anzufangen
weiß das Paar damit nichts – weder
mit dem Imaginieren glücklicher
Momente noch mit Rollenspielen,
die immer wieder allen über Jahre
angestauten Frust zum überkochen
bringen. Fehlendes Abendessen,
Fussballschauen im Urlaub, emotio-
nales Desinteresse – die Vorwürfe
schaukeln sich auf, bis der Therapeut zu härteren Maßnahmen greift:
Eine „Wunderübung“ stellt die
Streithähne vor eine gemeinsame
Herausforderung, und sie merken
wieder, was sie aneinander haben.
Der Plot ist stellenweise leider arg
vorhersehbar, und die Schauspieler
stellten durch ihre Spiel sicher, dass
auch in den hinteren Sitzreihen
wirklich jeder Gag mehrfach ankam: Es durfte vor allem gelacht
werden, was das Premierenpubli-
kum auch herzhaft tat. Jede mögliche Ernsthaftigkeit der Story wurde
mit Witz unterbunden. Daher wurde das Spiel ab und an anstrengend,
die oft bitterbösen Dialoge hätten
durchaus auch eine differenziertere
Wichtung vertragen. Allerdings
konnten die Akteure das Stück von
der ersten bis zur letzten Minuten
unterhaltsam und nahbar gestalten.
Eine reife Leistung, wenn man bedenkt, dass kaum Requisiten bespielt und auf Aktion auf der Bühne
weitestgehend verzichtet wurde:
FOTO: HARALD SULSKI
Die Handlung bleibt ihm Rahmen
einer einzelnen Therapiesitzung, alles weitere wurde über Dialoge, Mimik, Gestik und Betonung verhandelt.
Immer wieder war aus den Zuschauerreihen des bis auf den letzten Platz besetzten Kellertheaters
ein aus tiefster Seele gewispertes
„Das ist doch wie bei uns“ oder ein
neckisch-vorwurfsvolles „Siehste“
getuschelt. Das Stück schien einen
wunden Punkt bei den anwesenden
Paaren getroffen zu haben.
Das Stück
Herr und Frau Dorek steht vor dem
Aus ihrer Ehe, wollen es kurz vor dem
endgültigen Scheitern aber doch erst
noch mit einer Paartherapie versuchen. Als konventionelle Methoden
nicht fruchten, greift der Therapeut
zu einem radikalen Mittel, um die beiden Streithähne wieder zu versöhnen
und ihnen eine neue Perspektive zu
geben... Das erstmals dreiköpfige Ensemble des Augustusburger Schlosstheaters präsentiert ein amüsantes
und emotionales Kammerspiel mit
treffsicheren Dialogen.
Jan Krawzcyk (Mitte) hat als Therapeut seine Not mit dem Ehepaar, gespielt
von Andreas Unglaub und Anna Silke Röder.
FOTO: RALPH RÖDER/THEATER
André
Herzberg
Autor und Sänger
Der Witz mit der kaputten Ehe
Anna Silke Röder und
Andreas Unglaub begeben
sich in der „Wunderübung“ des Bestsellerautors Daniel Glattauer vom
Kampfplatz Ehe aus in die
Hände eines ungewöhnlichen Paartherapeuten.
7
Die nächste Aufführung der „Wunderübung“ gibt es am 8. März, 19 Uhr
im Schlosstheater Augustusburg.
Unschwer ist dieser Jakob als alter ego Herzbergs zu erkennen. Jakob wird Musiker, doch die erste
Platte wird nicht genehmigt. Erst als
der Gitarrist mit der Stasi gemeinsame Sache macht, gibt es den Plattenvertrag – man richtet sich ein. „Der
Erfolg betäubt mein Gefühl, meinen
Hass auf das System.“
Wie bereits in seinem ersten Roman „Mosaik“ (2012) spricht Herzberg sehr offen über sein Musikerleben. Dass es sich um authentische
Erlebnisse handelt, ist dem Roman
anzumerken – sonst wäre er kaum
so überzeugend. Als die Mauer fällt,
wiegt das Geld dann auf einmal
schwerer, für Jakob wird der alte
Witz zur Wahrheit: „Musiker sind
wie die Sonne, sie gehen im Osten
auf und im Westen unter.“ Der
Mann von Universal sagt: „Du bist
hier falsch.“ Es folgen Depression,
Psychotherapie und Hinwendung
zum Glauben: In der DDR als Zionist
beschimpft, dauert es lange, bis sich
Jakob darin Halt findet.
DIE LESUNG André Herzberg liest am Mittwoch zu den den 24. Tagen der Jüdischen
Kultur Chemnitz um 19 Uhr in der Villa Esche
aus „Alle Nähe fern“. Der Roman ist im Ullstein Verlag erschienen, 272 Seiten kosten 21
Euro. Karten und Buch kann man in allen Geschäftsstellen der „Freien Presse“ bekommen.
8 Freie Presse
AUS ALLER WELT
Montag, 2. März 2015
Arzthelferin ist
die Schönste
NACHRICHTEN
ENTFÜHRUNG
Kidnapping-Opfer
wiedergefunden
In ihrem Job in einer Arztpraxis
macht sie erst einmal Pause: Als
„Miss Germany 2015“ darf sich die
medizinische Fachangestellte Olga
Hoffmann aus Münster ein Jahr
lang Schönheitskönigin nennen.
Die 23-Jährige setzte sich bei der
Wahl in der Nacht zum Sonntag im
Europa-Park in Rust bei Freiburg gegen 23 Konkurrentinnen durch.
„Ich möchte Deutschland mit
Charme und Schönheit, mit Stolz
und Ehre vertreten“, sagte sie nach
ihrem Sieg. Gewählt wurden die
Schönheitsköniginnen von einer
Jury, der unter anderem CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, der Fußballmanager Reiner Calmund, Schönheitschirurg Werner Mang, sowie
die TV-Darsteller Motsi Mabuse angehörten. (dpa) FOTO: PATRICK SEEGER/DPA
KAPSTADT — Eine 17-jährige Südafri-
kanerin, die als Baby kurz nach der
Geburt entführt wurde, ist durch Zufall wiedergefunden worden. Laut
Polizeiangaben freundete sich die
Jugendliche vor wenigen Wochen in
der Schule mit ihrer biologischen
Schwester an. Sie hatte nur wenige
Kilometer von ihrer leiblichen Familie entfernt gewohnt. Als die Eltern des entführten Babys von einer
verblüffenden Ähnlichkeit der Mädchen hörten, luden sie die Jugendliche zu sich ein und verständigten
die Polizei. DNA-Tests bestätigten,
dass es sich um ihre Tochter handele. Medienberichten zufolge muss
sich die Frau, die das entführte Mädchen mit ihrem Mann aufgezogen
haben soll, nun vor Gericht verantworten. (dpa)
EINE BILDSTRECKE zur
„Miss“-Wahl sehen Sie, wenn
sie diesem Code mit einem
Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/missgermany
GEWONNEN?
Gewinnzahlen
LEUTE HEUTE
Tränen beim „Terminator“
VON CLAUDIA THALER
HAMBURG — Ein Hauch von Holly-
Tele-Bingo
Vier Ecken: B2, B3, B4, B5, B10, B12,
B15, I18, I20, I22, I25, I26, I28, I29, I30,
N31, N35, N42, G48, G49, G55, G 56, G57,
G58, O64, O66, O75
Das Kreuz: I17, G46, G52, O69
Der Rahmen: I23, I24, I27, N33, N34,
N36, G47, O62, O68
Full House: B13, N41, N43, G60, O61
O63, O72
wood weht bei der Verleihung der
Goldenen Kamera stets durch den
Saal, wenn sich internationale Größen bei dem deutschen Film- und
Fernsehpreis die Ehre geben. Der
große Gewinner der diesjährigen
Auflage am vergangenen Freitagabend war aber ein deutsches Urgestein: Die Tatort-Folge „Im Schmerz
geboren“. Der Streifen, in dem um
die 50 Tote gezählt wurden, ist am
Freitagabend in Hamburg als „Bester
Fernsehfilm“ ausgezeichnet worden.
Zudem bekam Ulrich Matthes für
seine Hauptrolle als Bösewicht die
Goldene Kamera als „Bester Schauspieler National“.
Es war die 50. Gala der Goldenen
Kamera mit den Preisen der Programmzeitschrift „Hörzu“. Thomas
Gottschalk moderierte die Preisverleihung, Stars wie Susan Sarandon
oder Kevin Spacey verliehen der Veranstaltung einen gewissen Glanz.
Keno
Ziehung vom 28. Februar: 3, 5, 9, 11, 12,
20, 21, 23, 25, 28, 35, 38, 39, 46, 57, 58,
62, 65, 67, 70
Zusatzlotterie Plus 5: 46754
Ziehung vom 1. März: 10, 13, 14, 21, 24,
26, 27, 34, 35, 36, 41, 46, 47, 51, 52, 56,
58, 61, 64, 65
Zusatzlotterie Plus 5: 65372
Alle Angaben ohne Gewähr
Kollege und Freund Danny DeVito
den Preis überreichte. „Deutschland
war für mich immer schon ein
Sprungbrett in die USA und zum Erfolg“, sagte der gebürtigen Steirer.
DeVito scherzte zuvor noch, dass
er mit Verspätung zur Gala gekommen sei. „Keiner hat mir gesagt, dass
das jetzt in Hamburg ist“, sagte der
Laudator. Die Hansestadt hatte sich
die Goldene Kamera nach vier Jahrzehnten wieder von Berlin zurückerobert.
Weniger tränenreich erstaunte
Hape Kerkeling, als er sich „bei der
Jury, den Fans, meiner Oma und meinem Mann“ bedankte. Bei der Kür
der besten Nachwuchsschauspielerin überraschte dann Dietmar Bär
die 22-jährige Maria Ehrich („Adlon“), die eigentlich davon ausging,
dass sie ihm den Preis überreichen
würde. Erst bei Bärs vermeintlicher
Dankesrede wurde ihr langsam klar,
dass die Trophäe für sie bestimmt
war. (dpa)
Die wichtigsten Preisträger:
FOTO: CHRISTIAN CHARISIUS/DPA
Arnold Schwarzenegger (r.) mit Danny DeVito..
Bester deutscher Fernsehfilm:
„Tatort: Im Schmerz geboren“ (ARD)
Beste deutsche Schauspielerin:
Martina Gedeck
Bester deutscher Schauspieler:
Ulrich Matthes
Beste Musik National:
Herbert Grönemeyer
Beste Musik International:
Olly Murs
Lebenswerk Musik:
Nile Rodgers
Bester Schauspieler International:
Kevin Spacey
Lebenswerk International:
Susan Sarandon
Lebenswerk International:
Arnold Schwarzenegger
Jubiläumskamera:
Hape Kerkeling
Günter Grass (87), Literatur-Nobelpreisträger, hat kritisiert, dass die Politik Proteste von
Schriftstellern
weitgehend ignoriert. Weder von
Bundeskanzlerin
Angela
Merkel
(CDU) noch von
der Öffentlichkeit
werde
reagiert,
wenn Schriftsteller Position bezögen, sagte Grass. (dpa)
FOTO: SVEN HOPPE/DPA
Glücksspirale
Endziffer(n): 9: 10 ¤, 07: 20 ¤, 215:
50 ¤, 1944: 500 ¤, 76310: 5000 ¤,
563148, 251741 : 100.000 ¤, 9398779,
7627755: monatliche Sofortrente von
7500 ¤
Spacey bekam als „Bester Schauspieler International“ eine Goldene Kamera. Er begrüßte das Hamburger
Publikum mit „Moin, Moin“. Der
zweifache Oscar-Gewinner sei ein
echter Charakterdarsteller, sagte
Laudator Jan Josef Liefers.
Action-Star Arnold Schwarzenegger („Terminator“), der für sein Lebenswerk geehrt wurde, ermunterte
alle, ihren Weg zu gehen. Der Schauspieler und Ex-Gouverneur hatte
Tränen in den Augen, als ihm sein
Jasmin Gerat (36), Schauspielerin,
hat ihr Vegetarierleben nach acht
Jahren aufgegeben.
Es habe in ihrem
Umfeld ohnehin
„keiner verstanden,
wie
ich ohne
Fleisch überleben
kann“, sagte sie der
Zeitung „Bild am
Sonntag“. (dpa)
FOTO: JENS KALAENE/DPA
Bei der 50. Auflage der
Goldenen Kamera wurde
unter anderem Arnold
Schwarzenegger für sein
Lebenswerk geehrt.
Euro-Jackpot
Ziehung vom 27. Februar: 9, 28, 30, 43,
49, Eurozahlen: 8, 10
Sam Smith (22), vierfacher Grammy-Gewinner, will Schwulen und
Lesben Mut machen. „Wenn mein
Beispiel auch nur
einem
einzigen
mehr Selbstsicherheit geben kann, ist
es das wert“, sagte
er. Viele Teenager
hätten
„massive
Probleme damit,
sich zu outen“. Es mache ihn traurig. (dpa)
FOTO: FACUNDO ARRIZABALAGA/DPA
Lotto am Samstag
2, 20, 25, 41, 45, 49
Superzahl: 0
Spiel 77: 3141311
Super 6: 216502
Karte: Westermann Schulbuchverlag
DAS WETTER AM MONTAG
8
6
7
2
Hoyerswerda
1
2
Riesa
Leipzig
Görlitz
5
Rochlitz
1
Mittweida
Dresden
Bautzen
Freiberg
3
Chemnitz
7
1
Glauchau
Marienberg
Zwickau
Annaberg-Buchholz
Auerbach
Aue
Plauen
Klingenthal
Fichtelberg
1215 Meter
-2
40
Wind in km/h
02.03.2015
Typisches Aprilwetter
Heute: Heute fällt anfangs noch
Regen, der rasch abzieht. Dann wechseln sich Sonnenschein und Wolken
ab. Bei stark böigem Wind um West
ziehen immer wieder Regen- und
Schneeschauer durch. Vereinzelt
sind auch Blitz und Donner dabei.
Die Temperaturen steigen auf 3 bis 8
Grad. In der kommenden Nacht
kühlt es sich auf 1 bis minus 2 Grad
ab, örtlich bildet sich Glätte.
Oslo
Aussichten: Morgen scheint immer
wieder die Sonne. Vereinzelt ziehen
Regen- und Schneeschauer durch. Die
Höchsttemperaturen betragen 5 Grad,
die Tiefstwerte der kommenden
Nacht 0 Grad. Der Wind weht mäßig
bis frisch aus West. Relativ kalt und
wechselhaft geht es weiter.
Biowetter: In der aktuellen Luftmasse muss mit rheumatischen
Beschwerden, Gelenk-, Muskel-,
Glieder- und Narbenschmerzen gerechnet werden. Das Wohlbefinden
leidet unter Kopfweh und Migräne.
Erlen- und Haselpollen fliegen mäßig.
Dublin
Helsinki
Stockholm
Kopenhagen
London
Berlin
Warschau
Prag
Paris
Basel
Wien
Budapest
Sonnenaufgang:
Sonnenuntergang:
Mondaufgang:
Monduntergang:
06:51 Uhr
17:51 Uhr
14:51 Uhr
04:59 Uhr
Biarritz
Lissabon
Bukarest
Madrid
Rom
Tunis
Kanarische Inseln
Istanbul
Athen
Algier
Rostock
Hamburg
Berlin
Vorschau für Chemnitz
Di
5
Mi
3
0
1
3
0
0
5,5
heiter
sonnig
wolkig
Do
3
-1
0
2,5
Fr
3
0
4
0,5
Sa
3
0
3,5
0,5
Höchstwerte in °C
Tiefstwerte in °C
Niederschlagsdauer in h
Sonnenscheindauer in h
SchneeRegenNebel
Regen
stark
Schneeschauer
schauer
bewölkt
regenbedeckt
SprühGewitter schauer SchneeSchnee
regen
regen
Temperaturen gestern 12 Uhr:
Aue
4 Grad
Berlin
4 Grad
Carlsfeld
-2 Grad
Chemnitz
3 Grad
Dresden
3 Grad
Fichtelberg
-3 Grad
Gera
4 Grad
Görlitz
4 Grad
Leipzig
6 Grad
Plauen
3 Grad
Zinnwald
-3 Grad
-15°C
-10°C
-5°C
0°C
5°C
Wetterlage: Tief Yoda wandert an der norwegischen Küste nach Norden
weiter. Zwischen dem Tief und hohem Luftdruck über Südwesteuropa bleibt
uns die stramme Westströmung erhalten. Polare Meeresluft weht heran und
sorgt für Regen, aber auch für Schneeschauer und Graupelgewitter.
Köln
Chemnitz
Frankfurt
Nürnberg
München
10°C
15°C
20°C
25°C
30°C
35°C
Temperaturangaben bilden die Höchst- und Tiefstwerte des 24-Stunden-Tages ab.
Reisewetter heute
16°
sonnig
Athen
18° Regenschauer
Antalya
22°
wolkig
Barcelona
13°
Regen
Budapest
14°
sonnig
Istanbul
22°
sonnig
Kairo
5°
Regen
Kopenhagen
19°
wolkig
Lissabon
8° Schneeschauer
London
Moskau
Nizza
Palma d. M.
Paris
Prag
Rom
Stockholm
Tunis
Varna
Wien
2°
19°
24°
9°
9°
13°
6°
21°
13°
12°
Schnee
wolkig
heiter
Regen
Regen
bedeckt
stark bewölkt
heiter
wolkig
Regen
OBERES VOGTLAND
Freie Presse
Montag, 2. März 2015
MOMENT MAL
Frühlingsanfang
Neben dem meteorologischen Früh-
lingsanfang am 1. März und dem kalendarischen Frühjahrsbeginn am
20. März gibt es noch einen dritten
Termin, der dabei eine Rolle spielt:
der weibliche Start in den Lenz.
Allerdings lässt der sich nicht an
einem Datum festmachen. Er beginnt vielmehr damit, dass die EvasTöchter vorm Kleiderschrank
stehen und darüber philosophieren,
dass sie absolut nichts anzuziehen
haben, was modisch auch nur annähernd in die bevorstehende Jahreszeit passt. So richtig Frühling ist
aber erst dann, wenn der Postbote
auch das letzte Paket aus dem Modeversandhaus abgeliefert hat. (awo)
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
LUTZ HERGERT
03744 8276-15244
red.auerbach@freiepresse.de
Seite 9
Akkordeonisten für Zukunft guter Dinge
Mit dem Konzert der
Preisträger fanden gestern
Nachmittag die 43. Kleinen Tage der Harmonika
in Klingenthal ihren Abschluss. Der Wettbewerb
für Nachwuchsmusiker
spielte sich frei von der
Nachricht vom Insolvenzantrag des Akkordeonherstellers Harmona.
„Chance für einen Neustart“
Der am Freitag bekannt gewordene
Insolvenzantrag des Klingenthaler
Akkordeonherstellers Harmona hatte
zwar keinen Einfluss auf die Kleinen
Tage der Harmonika, bewegte die
Gemüter aber trotzdem. Die „Freie
Presse“ holt einige Meinungen ein:
Valeri Funkner, Leiter des Leizpiger
Akkordeon-Ensembles: Insolvenz –
das Wort klingt schrecklich und bedeutet nichts Gutes. Für Klingenthal
wäre es ganz fruchtbar, wenn es den
Betrieb nicht mehr gäbe. Die Instrumente haben nicht umsonst den Namen Weltmeister getragen. Wir waren
mit unseren Schülern oft in Klingenthal und haben uns im Betrieb umgesehen – das war nicht alltäglich.
VON ECKHARD SOMMER
NACHRICHTEN
KOMMUNALISIERUNGSPLÄNE
Firmen für Busse
in privater Hand
PLAUEN — Die Pläne des Vogtlandkreises, private Busfirmen zu kommunalisieren und den Nahverkehr
(ÖPNV) wieder in eigener Regie zu
betreiben, stoßen bei Unternehmen
der Region auf Ablehnung. Sie drängen darauf, bei der Neuordnung des
ÖPNV zu prüfen, ob dieses Ansinnen nicht ebenso gut durch eine private Betriebsgesellschaft umgesetzt
werden kann. Erst wenn dieser Weg
ausscheide, könne darüber nachgedacht werden, eine neue Struktur
auf staatlicher Basis zu organisieren,
so der Tenor der Regionalversammlung der Industrie- und Handelskammer Plauen. In dem Gremium
sind rund 40 Firmen vertreten. Die
Regionalversammlung hat ein Positionspapier zur Entwicklung der
Verkehrsinfrastruktur im Vogtland
bis 2020 verabschiedet. Es gibt konkrete Empfehlungen an Politik und
Behörden und soll somit helfen, erforderliche Entscheidungen zu beschleunigen. (bju)
KLINGENTHAL — Mit der feierlichen
Preisübergabe und einem Konzert
der Erstplatzierten in der Klingenthaler Sparkassenfiliale am Marktplatz sind gestern Nachmittag die
43. Kleinen Tage der Harmonika zu
Ende gegangen. Insgesamt 70 junge
Solisten aus der Tschechischen Republik, aus Thüringen, Bayern,
Sachsen-Anhalt, Brandenburg und
Sachsen hatten mit ihren Leistungen vor den strengen Ohren einer Jury unter Vorsitz von Werner Osten
und Ute Sander in den Tagen zuvor
um Punkte gewetteifert.
Beim Blick in die Teilnehmerlisten fiel auf, dass Nachwuchsmusiker aus dem Vogtland nicht vertreten waren. Der Grund dafür liegt
nach den Worten von Organisationschef Jörg Künzl darin: „Nach
dem Tod von Karl Lipsius wurde in
der Musikschule Vogtland nicht
mehr oder nur noch unregelmäßig
Akkordeon-Unterricht mehr gegeben. Seit einem Jahr hat sich das
dank Karina Klaumünzner geändert. Aber bis wieder Schüler zu diesem Wettbewerb antreten können,
dauert es eben seine Zeit.“
Das bestätigte auch Jurorin Ute
Sander: „Dass das Vogtland gefehlt
hat, ist natürlich schade, aber was
die Zukunft betrifft, bin ich guter
Thomas Flechsig, Klingenthal: Ich
finde es schade, dass es so gekommen ist. Es hatte sich angedeutet,
auch durch den geplanten Umzug
nach Markneukirchen. Vielleicht ist
die Insolvenz eine Chance, dass es
weitergeht – irgendwie. Was auch
passiert, unser Akkordeon-Orchester
Klingenthal wird es weiterhin geben.
Reiner Schneidenbach, Klingenthal: Das ist alles sehr bitter. Ich
hoffe inständig, dass es nun endlich
einen ehrlichen Neubeginn für die
Harmona gibt – und zwar in Klingenthal.
Kategorie 1 a: Der zehnjährige David Brant von der Musikschule im tschechischen Dobrany beeindruckte in der SolisFOTO: ECKHARD SOMMER
tenkategorie seiner Altersklasse die Jury am meisten und holte einen ersten Preis.
Dinge. Nichtsdestotrotz war das
Niveau des Wettbewerbs wieder einmal sehr hoch, sowohl in der Spitze
als auch in der Breite. Auffällig war
dieses Mal besonders die starke Präsenz von jungen Akkodeonmusikern aus der Tschechischen Republik.“
Die Preise für die erfolgreichen
Teilnehmer wurden von Sponsoren
aus der Stadt zur Verfügung gestellt.
Therese Schindler vom RobertSchumann-Konservatorium Zwickau erhielt den Sonderpreis des
Deutschen
Akkordeonlehrerverbandes/Landesverband Sachsen als
punktbeste Teilnehmerin der Solistenkategorien mit Wohnsitz und
Ausbildungsstätte in Sachsen.
Wie der Klingenthaler Bürgermeister Thomas Hennig gestern ankündigte, finden die 44. Kleinen Tage der Harmonika am 27. und 28. Februar kommenden Jahres statt: „Der
Wettbewerb gehört einfach nach
Klingenthal, in das traditionsreiche
Zentrum des Akkordeonbaus, und
ist typisch für die Stadt.“
ERSTE PREISTRÄGER Kategorie 1 a: David
Brant (Dobrany/Tschechische Republik); Kategorie 1 b: Dorothea Dietrich (Wittenberg);
Kategorie D 1: Lene Zahn und Gustav Zahn
(Löbau); Kategorie D 2: Lilith Beer und Sophie-Luise Ullrich (Jena); Kategorie 2: Aline
Cyrnik (Flöha); Kammermusikalische Besetzung K 1 Kinder bis 14 Jahre: Lucie-Anouk
Steinke/Akkordeon und Joel Dominic
Jahn/Blockflöte (Cottbus). Kategorie 3: Patric
Kottár (Plzen/Tschechische Repubik); Kategorie Kammermusikalische Besetzung K 2:
Anika Cyrnik/Akkordeon und Niklas Heynert/Saxofon (Flöha).
Rolf Keil, Vize-Landrat: Der Akkordeonbau muss in der Region bleiben.
Er gehört hierher. Auswirkungen auf
die Wettbewerbe bleiben sicher nicht
aus.
Thomas Hennig, Bürgermeister von
Klingenthal: Aus meiner Sicht bietet
die geregelte Insolvenz die beste
Chance für einen Neustart der
Harmona. Ich kann sicher auch im
Namen des Stadtrates sprechen,
wenn ich sage, dass wir als Stadt alles
im Rahmen unserer Möglichkeiten
unterstützen werden und für weitere
Gespräche offen sind. (eso/tm)
UNFALLFLUCHT
Auto prallt gegen
Brückengeländer
BAD ELSTER — Auf der Walther-Ra-
thenau-Straße in Bad Elster ist der
50-jährige Fahrer eines BMW mit
seinem Fahrzeug erst über den Gehweg gefahren und dann gegen ein
Brückengeländer geprallt. Der
Mann setzte seine Fahrt fort, ohne
sich um den angerichteten Schaden
zu kümmern, teilte die Polizei gestern mit. Doch die Flucht nutzte
dem Fahrer nichts: Er hatte bei dem
Unfall am Samstagmittag eine
hilfreiche Visitenkarte in Form des
vorderen
Fahrzeugkennzeichens
am Ort des Geschehens hinterlassen. Den Grund seines Verschwindens vermutet die Polizei in
den 2,66 Promille Alkohol, die bei
der späteren Kontrolle in der Atemluft des Mannes festgestellt wurden.
Die Rechnung für den angerichteten
Sachschaden – ein Betrag von mehr
als 2000 Euro – wird dem Unfallverursacher in den nächsten Tagen zugestellt, heißt es. (us)
IMMOBILIEN
Eichigt strebt
Hausverkauf an
EICHIGT — Die Gemeinde Eichigt will
sich vom alten Feuerwehrgerätehaus und dem früheren Körnerheim
in Eichigt trennen. Der Verkauf der
Grundstücke mit den Gebäuden
wird öffentlich ausgeschrieben. Für
das alte Feuerwehr-Domizil (am
Teich, schräg gegenüber dem Bürgerhaus) gilt ein Mindestgebot von
3400 Euro, für das Körnerheim sowie ein angrenzendes Grundstück
sind es 3465 Euro. Die Ausschreibungen werden Ende März im Oelsnitzer Stadtanzeiger veröffentlicht.
Bis 15. April können Interessenten
ihre Gebote abgeben. (hagr)
Das Mundharmonika-Festival brummt Leserforum am Mittwoch
Programm für Jubiläum steht – Karfreitags-Wanderung auf Spuren des Instruments
Fakten und Fragen zu Windrad-Plänen am Hohen Brand
KLINGENTHAL — Vor einem kleinen
MARKNEUKIRCHEN — Die
Jubiläum steht in diesem Jahr das
Klingenthaler Festival Mundharmonika live. Vom 15. bis 20. September
erlebt es seine 15. Auflage. Angekündigt ist wieder ein hochkarätiges
Programm mit Konzerten, Workshops, dem Mundharmonika-Wettbewerb „Seydel open“ und der traditionellen Livenacht in Gaststätten
der Stadt. Wie in der Jahreshauptversammlung des Vereins Muha live
am Freitag informiert wurde, steht
das Programm bereits weitgehend.
Der vom Klingenthaler Carsten Meinel geleitete Verein zählt derzeit
33 Mitglieder.
Besonders gefragt im Rahmen des
Festivals sind die Workshops mit
namhaften Musikern der Szene. Dabei arbeitet der Verein eng mit der
1847 gegründeten Mundharmonika-Manufaktur C. A. Seydel Söhne
zusammen. In diesem Jahr werden
fünf Workshops angeboten, geleitet
von Viola Barends und Ben Boumann aus den Niederlanden, dem
Schweizer Noldi Tobler, PT Gazell
aus den USA und Olaf Böhme aus
Deutschland.
Für die Livenacht mit wahrscheinlich wieder zehn Gaststätten
soll laut Meinel der Tourenplan der
Shuttle-Busse überarbeitet werden,
mit dem Gäste von Lokal zu Lokal
befördert werden. Auch sei ein halbstündiger Fahrtakt im Gespräch.
Überlegungen gibt es, den Vogtland-
keller im Rathaus als zusätzliches
Veranstaltungslokal anzubieten.
Eingestimmt auf das Festival
wird Anfang April. Die inzwischen
neunte Auflage der KarfreitagsWanderung der „Freie Presse“ findet
in Zusammenarbeit mit dem Verein
Muha live statt und wird zu Stationen der Mundharmonikageschichte
führen. Start und Ziel der rund zehn
Kilometer langen Tour ist auf dem
Klingenthaler Markt. Sie verbindet
neben der Mundharmonika-Manufaktur C. A. Seydel Söhne einst namhafte Firmen wie Friedel, Eßbach,
Weidlich, G. A. Dörfel, F. A. Rauner
und Schlossmeinel. Start wird 9 Uhr,
Ende gegen 12.30 Uhr sein. (tm)
» www.mundharmonika-live.de
aktuellen
Diskussionen um Windrad-Pläne
am Hohen Brand zwischen Erlbach
und Zwota nimmt die „Freie Presse“
zum Anlass, um für diesen Mittwoch zu einem Bürgerforum nach
Markneukirchen einzuladen. Es findet ab 19 Uhr im Foyer der Musikhalle statt.
Auf dem Podium werden neben
den zwei Moderatoren der „Freien
Presse“ Vertreter des Vorstandes der
Bürgerenergiegenossenschaft Markneukirchen (Begma) sowie der Bürgerinitiative Hoher Brand sitzen. Sie
streiten gegenwärtig um Pläne, drei
Windenergie-Anlagen auf dem
Hohen Brand zu errichten. Das Publikum wird Fragen stellen können.
Vertreter der Stadtverwaltung und
der Begma hatten einen neutralen
Rahmen angeregt, um zu den Plänen beziehungsweise dem aktuellen Stand der Dinge Stellung zu nehmen. In einer Veranstaltung der Bürgerinitiative sei es zur „unkontrollierten Weiterverbreitung von
Unwahrheiten“ gekommen.
Die „Freie Presse“ will mit dem
Bürgerforum diesen neutralen Rahmen bieten. In der Veranstaltung am
Mittwoch soll sich jeder selbst ein
umfassendes Bild machen können.
Auch ein Vertreter des Regionalen
Planungsverbandes hat sein Kommen zugesagt. Die Moderation übernehmen Ronny Hager und Thorald
Meisel von der „Freien Presse“. (fp)
Mediclin baut Betreuung nach Schlaganfall aus
Die Fachklinik für neurologische Rehabilitation in
Bad Elster ist derzeit
dabei, ihre Kapazität
zu verdoppeln.
VON UWE SELBMANN
BAD ELSTER — Die Mediclin-Klinik
Bad Elster macht sich fit für die Betreuung und Rehabilitation schwer
betroffener Schlaganfall- und anderer Neurologie-Patienten. Dabei entstehen in der Klinik am Brunnenberg derzeit 20 neue Betten für die
neurologische Frührehabilitation.
Die 2013 unter Leitung von Chefarzt
Stephan Graeber im Haus eröffnete
Fachklinik für neurologische Rehabilitation verdoppelt damit ihre bisherige Bettenanzahl und schafft
neue Arbeitsplätze für qualifiziertes
Pflegepersonal.
Ausschlaggebend für die Eröffnung der Fachklinik waren die bis
dahin fehlende Versorgung im Vogtland und der steigende Bedarf: Immerhin behandelten vogtländische
Krankenhäuser im Jahr 2011 etwa
900 Schlaganfall-Patienten. Die Erkrankung führt am häufigsten zu
dauerhafter Invalidität und Pflegebedürftigkeit. Eine frühzeitige Reha-
bilitation nach der Akutbehandlung
im Krankenhaus erhöht jedoch die
Chancen für Betroffene, die Folgen
der neurologischen Erkrankung zu
lindern. Dazu gehören Sprach- und
Sehstörungen, Lähmungs- und Gefühlsstörungen und Beeinträchtigungen des Gehens.
Künftig setzt die Mediclin-Klinik
dabei so zeitig wie möglich an, erläutert Chefarzt Graeber. Bisher
wurden vor allem Patienten der Behandlungsphasen C und D aufgenommen, die teilmobilisiert oder in
der Rehabilitation bereits weit fortgeschritten sind. Nun sollen auch
Patienten der ersten Behandlungsphase B in Bad Elster betreut wer-
den. Sie müssen zum Teil noch intensivmedizinisch durch Monitore
überwacht werden: „Ihr Kreislauf ist
stabil, sie werden nicht beatmet,
müssen aber zum Teil davon entwöhnt und deshalb noch kontrolliert werden“, beschreibt Graeber.
Der Umbau einer Station und der
Aufbau der notwendigen Patientenbetten ist derzeit im Gange. In den
nächsten vier bis sechs Wochen
sollen erste Betroffene aufgenommen werden, sagt der Chefarzt.
Unternehmensangaben zufolge
investiert die Mediclin-Gruppe derzeit und in den nächsten Jahren
mehr als sechs Millionen Euro in
den Standort Bad Elster. Zurzeit sind
dort 210 Mitarbeiter beschäftigt. Mit
der Erweiterung der Klinik werden
40 weitere Arbeitsplätze geschaffen,
vor allem im Pflegebereich. Laut
Pflegedienstleiterin Kathrin Beyer
werden die Beschäftigten regelmäßig weitergebildet, um Fachkompetenz in Neurologie und konzeptioneller Pflege zu erwerben.
Zum Mediclin-Verbund mit Sitz
in Offenburg gehört in Bad Elster
neben der Brunnenberg-Klinik die
Seniorenresidenz
Brunnenbergblick. Das Unternehmen der Asklepios-Gruppe betreibt insgesamt 49
Einrichtungen – Akut-Krankenhäuser, Rehakliniken, Pflegeheime und
Medizinische Versorgungszentren.
10 Freie Presse
OBERES VOGTLAND
Montag, 2. März 2015
RAT & HILFE
LESERFORUM
NOTRUF
Polizei 110, Feuerwehr und Rettungsdienst 112, Giftnotruf 0361 730730
„Gutsherrenart regiert“
ALLGEMEINMEDIZIN
Oberes Vogtland: 19 - 7 Uhr, Bereitschaft, 116117, 03741 457222
Zu Problemen der kreiseigenen
Müllfirmen und Finanzsorgen des
Vogtlandkreises.
AUGENARZT
Oberes Vogtland, Plauen, Auerbach:
19 - 7 Uhr, nur nach telefonischer Vereinbarung, Dr. Eva-Maria Gramer, Reichenbach, 03765 719311,
0157 73991357, 03741 457222
„Müllsparschwein geschlachtet“
Der Vogtlandkreis schlachtet das
Müllsparschwein. Das Landratsamt
und der kreiseigene Entsorger bedienen sich ohne Rechtsgrundlage und
Berechtigung ungestraft aus der von
Gebührenzahlern geschaffenen und
gesetzlich vorgeschriebenen Rücklage für Deponiesanierungen. Allein
in die Abfallanlage Oelsnitz, in der
aus Restmüll Ersatzbrennstoff wird,
wurden 21 Millionen Euro als Darlehen gepumpt.
Eine schon während der Planungsphase zwingend erforderliche Wirtschaftlichkeitsprüfung hätte sicher
schon vor dem Bau ergeben, dass
diese Anlage defizitär laufen wird.
Ich kam mir während der Kreistagssitzungen vor wie eine einsame Ruferin in der Wüste, als ich auf die Gefahr der Überdimensionierung und
das finanzielle Risiko für den Vogtlandkreis hinwies. Aber wochenlang haben die Herren Lars Beck
(Wirtschaftsdezernent) und Fredo
Georgi (ehemals stellvertretender
Landrat) Warnungen ignoriert und
im Kreistag mit salbungsvollen
Worten das riskante Projekt
schmackhaft gemacht. Die Kreisräte
stimmten schließlich dem Bau der
Oelsnitzer Anlage zu. Das jetzige
Millionenloch des Betreibers, der
kreiseigenen Betreiberfirma Deponie Schneidenbach GmbH (DSG) beweist das Gegenteil.
Um für das Vogtland das Abfallfiasko doch noch abzuwenden, vermittelte ich 2013 chinesische Investoren, die Interesse am Kauf der Anlage hatten. Diesen Kaufwunsch bekräftigten sie auch Herrn Beck und
Dr. Schink (Geschäftsführer der
kreiseigenen Müllfirmen) bei gemeinsamer Besichtigung der Abfallaufbereitungsanlage. Doch die Verantwortlichen zeigten kein Interesse am Verkauf der für den Vogtlandkreis defizitären Anlage. Damit verspielten sie leichtfertig die Chance
der späten Korrektur dieser Fehlinvestition.
Da seit Jahren das Tun der Firmen
KEV und DSG als „Geheimsache“
abgehandelt wird, wissen weder die
Kreisräte noch die Öffentlichkeit, ob
und welche Summen aus der Deponierücklage noch für andere Objekte entnommen wurden.
KINDERARZT
Oberes Vogtland: 19 - 22 Uhr, Sprechstunde 19 - 22 Uhr, MVZ Helios - Kinder- und Jugendmedizin, Röntgenstraße 2, Plauen, 03741 4914600,
03741 4914599, 03741 457222
APOTHEKEN
Klingenthal, Schöneck, Tannenbergsthal: 8 - 8 Uhr, Stadt-Apotheke,
Hauptstraße 81, Schöneck,
037464 88388Oelsnitz und Oberland:
8 - 8 Uhr, Adler-Apotheke, Oberer
Markt 19, Markneukirchen,
037422 2371
Plauen: 8 - 8 Uhr, Schwan-Apotheke,
Neundorfer Straße 68, Plauen,
03741 226775
TIERARZT
Dröda: DVM Andreas Richter,
037436 2561
Wohlhausen: Dr. Thomas Rahm, nur
Kleintiere, 037422 2152
Auerbach: Kleintierklinik Vogtland Dr.
Roland Zeißler, 03744 212471
WIR GRATULIEREN
Adorf: Edith Achtelik 80 Jahre, Manfred Eckert 77 Jahre, Rudolf Weitz 82
Jahre, Bad Elster: Gerd Fischer 74
Jahre, Klingenthal: Marianne Baumann 95 Jahre, Lucie Rudolph 91 Jahre, Waltraude Einseleit 82 Jahre,
Heinz Lorenz 73 Jahre , Markneukirchen: Christel Meinel 77 Jahre, Anneliese Voigt 87 Jahre, Oelsnitz: Renate
Lachmann 72 Jahre, Johannes Walther 81 Jahre, Schöneck: Ruth Degen
77 Jahre, Bad Brambach: Dieter
Schmidt 70 Jahre, Magwitz: Ehrhard
Bechler 81 Jahre, Marieney: Wolfgang
Feiner 70 Jahre, Morgenröthe-Rautenkranz: Christine Dornheim 72 Jahre, Siebenbrunn-Sträßel: Hannelore
Pfretzschner 85 Jahre, Sohl: Roland
Neumann 70 Jahre, Tannenbergsthal: Roland Glaß 75 Jahre, Wernitzgrün: Herta Lederer 77 Jahre, Theo
Wolfram 85 Jahre, Zwota: Hildegard
Pfaff 92 Jahre.
OBERES VOGTLAND
Vogtland
Rainer Räch, Regionalleiter,
Telefon: 03741 408-15140
Ray Wilson und sein Quintett begeisterten am Freitag mit „Genesis Classic“ mehr als 400 Besucher im König-AlbertTheater Bad Elster. Der sympathische Sänger scherzte mit dem Publikum.
FOTO: ECKHARD SOMMER
König-Albert-Theater
wird Royal Albert Hall
Ray Wilson begab sich mit
„Genesis Classic“ auf die
Spuren der Kultband und
sorgte damit in Bad Elster
vor mehr als 400 Zuhörern
für Gänsehaut.
VON ECKHARD SOMMER
BAD ELSTER — Wer es nicht verträgt,
sollte vor dem Zubettgehen auf eine
Tasse Kaffee besser verzichten, damit er nicht um einen geruhsamen
Schlaf gebracht wird. Es sei denn,
das Verabreichte ist rockiger Natur:
Putscht auf, schadet aber nicht. Ray
Wilson setzte den Klassiker „Another Cup Of Coffee“ seines einstigen Band-Kollegen Mike Rutherford
bewusst an den Anfang seines zweieinhalbstündigen Konzertes und
brachte damit den Puls von mehr als
400 Besucher auf Hochtouren.
Folgte man der Logik der Chursächsischen Veranstaltungsgesellschaft,
müsste das Ex-Mitglied der Kultband Genesis eigentlich mit dem
Titel Ehrenkünstler im König-Albert-Theater bedacht werden: Er trat
am Freitag zum dritten Mal in Bad
Elster auf, war dort stets Besuchermagnet und trägt den Glanz des
Hauses in alle Welt. Am Freitag beispielsweise verglich Ray Wilson das
Albert-Theater nicht nur wegen der
Ähnlichkeit des Namens mit dem
Londoner Konzerttempel Royal Albert Hall. Vermutlich wird er nicht
scharf sein auf die Ehrung: Rocker
wie er haben in der Regel ein entspanntes Verhältnis zum eigenen
Ego. Wichtiger ist ihnen die Musik –
und davon bekam das Publikum gehörig auf die Ohren.
Wieder war es so ein Abend, der
nicht nur den Fans der Rockband
Genesis bleiben wird. Ray Wilson
begab sich berechtigt auf ihre Spuren, hatte er doch selbst – wenngleich nur für zwei Jahre – als Sänger
nach Peter Gabriel und Phil Collins
deren Arbeit fortgesetzt. Nun hält er
ihre Musik gemeinsam mit seinem
Quintett wach. In erster Linie entpuppte sich Ray Wilson dabei als
erstklassiger Sänger, mit starker
Bühnenpräsenz.
Die Evergreens von Genesis sind
Meilensteine der Rockmusik. Deren
Reihe ist so lang, dass sich natürlich
nicht alles in zwei Stunden pressen
ließ, aber doch den Anstoß gibt, zu
Hause nach Original-Platten im
Regal zu greifen. „Follow Me, Follow
You“, „Mama“, „Land Of Confusion“,
„Not About Us“ oder „That’s All“.
Ray Wilson hauchte den Klassikern
jenseits von CD-Aufnahmen Leben
ein. Und er sparte auch die Solo-Hits
seiner einstigen Bandkollegen Peter
Gabriel („Solsbury Hill“), Phil Collins („Another Day In Paradise“) und
Mike Rutherford („Another Cup Of
Coffee“) nicht aus. Das Publikum
ging begeistert mit und konnte
nicht genug bekommen. Der Puls
wird sich schon wieder beruhigen.
Nun sitzt der Landrat auf einem Berg
von Schulden. Die Rechtsaufsicht
verlangt, dass die rechtswidrig der
Rücklage entnommenen Gelder zurückgeführt werden müssen. Wir
Bürger verlangen, endlich eine wirkliche wirtschaftliche Situation im
Abfallbereich herzustellen. Der Weg
zu einer Abfallkreislaufwirtschaft,
in der kleine Unternehmen mit
kommunalen Betrieben kooperieren, muss endlich öffentlich diskutiert werden.
Andrea Roth, Tannenbergsthal
Die Autorin war Kommunalpolitikerin
und bis 2014 als Landtagsabgeordnete
der Linken tätig.
Zum Beitrag „Zu viel Heimlichkeit in der Kreisbehörde“ vom
Donnerstag.
„Keine Volksvertretung“
Dieser Artikel zeugt davon, wie
nach Gutsherrenart im Vogtland regiert wird. Die Meinung des Volkes
ist wenig interessant, wird nicht benötigt. Im Zusammenhang damit
möchte ich auf einen weiteren Fakt
aufmerksam machen. Führt man
sich die Kreistags-Zusammensetzung vor Augen, stößt man darauf,
dass über 50 Prozent der Mitglieder
des Kreistages Mandatsträger bzw.
in Wirtschaft und Politik eingebundene Funktionsträger sind. Allein
von 86 Mitgliedern des Kreistages
sind nach meiner Übersicht mindestens 21 Bürgermeister. Ist der Kreistag nicht unter anderem auch dafür
da, Kommunen zu kontrollieren?
Hier liegt doch aber nahe: Wessen
Brot ich esse, dessen Lied ich singe!
Wenn ich mich als Bürgermeister
im Kreistag aus objektiven Gründen
gegen den Landrat stelle, werde ich
wahrscheinlich Probleme bekommen. Nicht umsonst dürfen in anderen Bundesländern Bürgermeister
nicht in Kreistage gewählt werden.
Für mich ist der Kreistag in seiner
Zusammensetzung keine Volks-,
sondern eine Interessenvertretung.
Klaus Schäfer, Falkenstein
LESERBRIEFE Die Redaktion behält sich vor,
Leserbriefe sinnwahrend zu bearbeiten. Die
Lesermeinungen müssen nicht mit denen der
Redaktion übereinstimmen. E-Mails müssen
die vollständige Adresse enthalten. Anonyme Zuschriften werden grundsätzlich nicht
veröffentlicht.
Sozialarbeiter entlassen
Schreiben als Therapie für die Seele
Anschlussfinanzierung für Schul-Mitarbeiter scheitert
Paracelsus-Klinik Am Schillergarten bereitet Kursangebot für Krebspatienten vor
PLAUEN — Dramatische Zuspitzung
in Sachen Schulsozialarbeit: Weil
aus Dresden noch immer keine Zusagen für Fördermittel vorliegen,
hat die Mobile Jugendarbeit (MJA)
in Plauen zwei Sozialarbeiter entlassen. Diese waren in fünf Schulen
Plauens sowie im Umland im Einsatz, um Schüler bei Problemen im
Alltag zu unterstützen. „Die MJA ist
bereits zwei Monate in Vorleistung
BAD ELSTER — Mit einem neuen Kurs
wollen Therapeuten der ParacelsusKlinik Am Schillergarten Bad Elster
Krebspatienten neue Perspektiven
eröffnen. „Schreiben nach Krebs“
lautet der Titel des Angebots, das
derzeit in Vorbereitung ist und sich
sowohl an Patienten als auch deren
Angehörige richten wird.
Organisatorin Maria Elsner: „In
drei Einheiten zu je zwei Stunden
Ulrich Riedel, Telefon: 03741 408-15158
Uwe Selbmann, Telefon: 03741 408-15157
Redaktion Oelsnitz
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Leser-Obmann
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Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr
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gegangen und hat nun keine Mittel
mehr, um weiter die Personalkosten
vorzustrecken“, begründete der Verein den Schritt. Die Förderung der
Sozialarbeit in Schulen war Ende
2014 ausgelaufen und soll eigentlich verlängert werden. Es gibt jedoch Verzögerungen – mehrere Träger im Vogtland sind betroffen. Entlassungen gebe es nur bei der MJA,
hieß es aus dem Landratsamt. (nd)
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Auch im Jubiläumsjahr
wollen die Heimatfreunde
Werda mit wechselnden
Ausstellungen Neugierige
an den Eimberg locken.
Geschäftsstelle Klingenthal
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kostenfrei
MONTAG BIS FREITAG: 6.00–18.00Uhr
SAMSTAG: 6.00–13.00 Uhr
Telefonische Anzeigenannahme
Abo-Service | Ticket-Service
für die inhaltlichen Gestaltung. Die
vermittelten Methoden sollen den
Kursteilnehmern erleichtern, Gefühle in Worte zu fassen oder in der
Gruppe zu kommunizieren, um die
eigenen Gedanken zu ordnen und
innere Konflikte zu klären. Interessenten, die ebenfalls Patienten im
onkologische Bereich sind, können
sich unter Telefon 037437 543016 an
Maria Elsner wenden. (us)
Heimatstube wird 15 Jahre alt
Geschäftsstelle Oelsnitz
08606 Oelsnitz, Wallstraße 1
SERVICE-TELEFON
0800 80 80 123
wird den Teilnehmern das kreative
Schreiben als Ausdrucksmöglichkeit mit therapeutischer Wirkung
nahe gebracht“, sagt sie. Der Kurs
will zum einen Möglichkeit zum
Austausch schaffen, aber auch den
Blick auf positive Ereignisse lenken.
Ziel ist das Verfassen eigener kurzer
Texte. Die Kursleiterinnen Mirjam
Sachtleben und die Leipziger Journalistin Mariana Bernhardt sorgen
Seit 15 Jahren lockt die Heimatstube Werda mit wechselnden Ausstellungen
immer neue Besucher an. Gestern wurde die erste Schau im Jubiläumsjahr
eröffnet. Michael Reinwarth zeigt eines der Ausstellungsstücke, eine
Marzipanpresse.
FOTO: SILKE KELLER-THOSS
WERDA — Vor 15 Jahren haben acht
Heimatfreunde die Heimatstube in
Werda eröffnet. Anlässlich des Jubiläums gibt es in diesem Jahr mehrere Ausstellungen, die einen Rückblick auf die Arbeit der örtlichen
Historiker gewähren. Die erste, gestern eröffnete Schau ist der Arbeit
der Heimatfreunde in den Jahren
1999 bis 2004 gewidmet.
Einem Aufruf an die Einwohner
war es zu verdanken, dass viele alte
Gegenstände abgegeben wurden.
„Wir mussten aussortieren. Nicht alles war brauchbar“, erinnert sich der
heutige Leiter Roland Ehrlich an die
Anfänge. Bis 2004 leitete Ortschronist Hans Gerbeth die Heimatstube.
Er war auch der Ideengeber und trug
in all den Jahren zum Gelingen der
Ausstellungen bei. An insgesamt
178 Ausstellungstagen wurden fast
15.000 Besucher gezählt.
Viel Unterstützung erhielten die
Heimatfreunde von Bürgermeister
Manfred Strobel. „Er war ein großer
Förderer unserer Idee“, bedauert
Ehrlich den frühen Tod des Bürgermeisters. Unterstützung erhält die
Heimatstube bis heute von den
Amtsfachfolgern. Neben jährlichen
Weihnachts- und Pilzausstellungen
widmen sich die Heimatfreunde immer wieder Themen, die die Ortsgeschichte illustrieren. Allen voran
der Werdaer Zuckermännle-Bäckerei. Vorgestellt wurden auch teils
ausgestorbene Gewerke, altertümliche Haushaltgegenstände, Händler
und Gaststätten in Werda, die Geschichte der Schule, Persönlichkeiten des Dorfes und vieles mehr.
In der Ausstellung seit Sonntag
wird unter anderem der PuppenWally gedacht, die neben dem Basteln von Puppen Lieder und Gedichte verfasst hat. Weitere Persönlichkeiten sind der Uhren-Hannes und
der Maler Gerhard Wolf, der eines
seiner Bilder zur Verfügung gestellt
hat. Erinnert wird auch an den 2012
verstorbenen Heimatfreund und
Musiker Günter Schädlich. Heute ist
die Gruppe der Heimatfreunde mit
acht Mitgliedern zahlenmäßig genauso stark wie bei der Gründung.
(güli)
OBERES VOGTLAND
Montag, 2. März 2015
NACHRICHTEN
KOMMUNALPOLITIK
Auf einen interessanten
Menschen ist Michael
Hölzel aus Markneukirchen bei einer Wandertour am Dreiländereck gestoßen. Hier sein Bericht.
MARKNEUKIRCHEN — Den Beschluss
des Haushaltes 2015 haben morgen
die Stadträte von Markneukirchen
auf der Tagesordnung. Ihre öffentliche Sitzung beginnt 18 Uhr im
Ratssaal mit einer Bürgerfragestunde. Weitere Themen sind die Bürgermeisterwahl am 7. Juni, der Bau der
Kreuzung Leithen/Untere Trobitzschen ab Anfang März sowie Grundstückskäufe durch die Stadt am Ludwigsweg. (hagr)
VON MICHAEL HÖLZEL
EICHIGT/MARKNEUKIRCHEN — Die We-
ge waren zum Teil noch vereist, teilweise schon aufgetaut und entsprechend schlammig, als ich mit meiner Freundin am 22. Februar eine
Wanderung zum Dreiländereck
Bayern/Böhmen/Sachsen
unternahm. Trotzdem war es eine schöne
und aussichtsreiche Wanderung
mit neuen Eindrücken und Erkenntnissen – gewonnen auch anhand der aufschlussreichen Informationstafeln im einstigen Sperrgebiet. Mir kam die Erinnerung an den
12. September 1989, dem Sonntag
nach dem Mauerfall, als ich zum ersten Mal das Dreiländereck von sächsischer Seite her besuchte. Weiter
ging es damals noch nicht, da die bedrohlichen Grenzanlagen noch
standen. Das Stück Beton vom
Grenzpfahl und die Mutter, die ich
dort abgeschraubt habe, bewahre
ich bis heute auf.
SITZUNG
Feuerwehrhaus-Bau
ist morgen Thema
ADORF — Mit dem Neubau des Feuer-
wehrgerätehauses in Gettengrün beschäftigt sich morgen der Technische Ausschuss des Adorfer Stadtrates. Seine Tagung beginnt 19 Uhr im
Ratssaal. Beraten werden soll auch,
ob der Regenwasserkanal vom
Wolfsgäßchen bis zum Anschluss
an den Graben an den Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland übergeht. (hagr)
UNFALL
Kontrolle über
Fahrzeug verloren
KLINGENTHAL — Am Samstagmorgen
ist auf der Auerbacher Straße in
Klingenthal ein 47-jähriger Autofahrer mit seinem VW rechts gegen
den Bordstein geraten, anschließend
verlor er die Kontrolle über das Auto
und driftete nach links. Auf der anderen Straßenseite stieß er Polizeiangaben zufolge gegen einen Streukasten und gegen einen parkenden
Mini. Die Polizei beziffert den Schaden auf mehr als 8000 Euro. (us)
Mindestlohn im
Transportgewerbe
PLAUEN — Mit dem Thema „Mindest-
lohn im Transportgewerbe“ beschäftigt sich der 42. Fernfahrerstammtisch im Vogtland, der am
Mittwoch in der Raststätte Vogtland/Nord an der Autobahn 72
(Fahrtrichtung Hof) stattfindet. Beginn ist 19 Uhr. Zu Gast ist Erika
Lohs vom Zollamt Chemnitz. Die
Prüforganisationen Tüv, die Dekra
und die Autobahnpolizei Reichenbach laden Fernfahrer dazu ein. (bju)
BLITZTIPPS
Heute: Plauen, Obere Endestraße,
Kaiser-, M.-Luther-Straße; Netzschkau, Elsterberger Straße; Falkenstein,
F.-Engels-Straße; Poppengrün, Oelsnitzer Straße; Rodewisch, Neue Rützengrüner Straße.
Morgen: Plauen, Ortsteil Großfriesen,
Altmarkt, Hofwiesenstraße; Lengenfeld, Treuensche Straße; Rodewisch,
Auerbacher Straße, Bergen, Plauensche Straße; Neuensalz, B 173.
11
Weltenbummler passiert Dreiländereck
Stadtrat beschließt
Haushalt 2015
FERNFAHRE R-STAMMTISCH
Freie Presse
Auf dem Fernwanderweg E 6 von Böhmen aus Richtung Schweden unterwegs:
Der junge Franzose Romain Tosma genoss jetzt die Gastfreundschaft eines
vogtländischen Pärchens.
FOTO: MICHAEL HÖLZEL
Auf dem Weg zum Nordkap
Am Dreiländereck angekommen
trafen wir zunächst eine kleine
Gruppe älterer Wanderer aus Franken, mit denen wir einen kurzen
Plausch hatten. Als diese weitergezogen waren, kam von tschechischer Seite ein junger Mann mit ordentlich großem Rucksack und zügigem Schritt angelaufen. Er setzte
seinen Rucksack auf einer Sitzgruppe ab. Ihm schien warm geworden
zu sein, denn die Jacke hatte er auf
den Rucksack geschnallt und so lief
er bei etwa 5 Grad kurzärmlig. Er
holte seine Kamera heraus und
schoss einige Fotos. Ich hielt ihn für
einen Tschechen, weil er eben von
da kam und sprach ihn auf englisch
an, da ich dies besser beherrsche. Es
stellte sich heraus, dass er aus Frankreich stammt und den Europäischen
Fernwanderweg E 6 bis Schweden
laufen will und dann weiter bis ans
Nordkap. Er war Anfang Februar mit
dem Zug bis Český Krumlow gefahren und dort gestartet. Er lief über
den Böhmerwald an der Grenze entlang und kam so über Cheb und
Asch hierher.
Spontan Hilfe angeboten
Da wir auch gerne mit dem Rucksack in der Welt unterwegs sind, war
uns dieser junge Mann und seine Art
zu reisen sofort sympathisch. Im
weiteren Gespräch stellte sich heraus, dass er seit vier Jahren auf diese
Weise unterwegs ist und schon
durch fast ganz Europa gewandert
ist. Auch auf dem Hohen-Atlas-Trail
in Marokko war er unterwegs.
Nun hatte er von Deutschland lediglich eine Autokarte dabei, auf der
er die ungefähre Richtung wohl bestimmen konnte, es fehlte ihm aber
an entsprechenden Wanderkarten,
die er sich unterwegs besorgen wollte. Leider sind die hygienischen Bedingungen im Winter in einem Zelt
nicht sehr komfortabel. Er hatte in
den mehr als zwei Wochen, die er
unterwegs gewesen war, zweimal
die Gelegenheit zu duschen. Auch
wir sind froh, wenn wir unterwegs
sind und auf freundliche Menschen
treffen, deren Hilfe wir gerne annehmen. Was lag also näher, als auch
ihm unsere Hilfe anzubieten. Wir
luden ihn ein, mit uns zu kommen,
zu duschen oder zu baden, seine Sachen zu waschen und Schuhe und
Schlafsack zu trocknen. Er musste
nicht lange überlegen, da wir ihm
versprachen, ihn am nächsten Tag
wieder hierher zu bringen.
Auch wenn wir wegen seines
französischen Akzents öfter nachfragen mussten, erzählte er uns viel
über sich, sein Leben und seine
Wanderungen, während einer von
uns jeweils damit beschäftigt war,
Karten auszudrucken. In seinem
25 Kilogramm schweren Gepäck
hatte er nicht nur Lebensmittel, sondern auch Bücher dabei, eines über
essbare Pflanzen. Da er nicht davon
ausgehen könne, gerade in Schweden jeden Tag auf einen Supermarkt
zu treffen, habe er vor, sich dort von
der Natur zu ernähren. Überhaupt
wusste er eine Menge über die Natur
und kannte sich trotz seiner nur 23
Jahre erstaunlich gut aus.
Romain Tosma entpuppte sich
als echter Aussteiger, der sich von
der Gesellschaft zurückgezogen hat
und geht seinen eigenen Weg. Er
sagt, er wolle nicht für eine Gesellschaft arbeiten, die die geschaffenen
Werte von unten nach oben verteilt.
Er brauche keine materiellen Dinge,
um glücklich zu sein und habe kein
Verständnis für die Menschen, die
immer mehr und mehr haben wollen. In der Schweiz kann er bis zu
drei Monate ohne Genehmigung arbeiten und verdient dabei mehr als
in Frankreich, wo er nur zur Weinlese arbeitet. Beides reiche ihm, um
den Rest des Jahres auf geringem Level zu reisen, zu wandern oder zu
trampen. Die Frage nach einer Krankenversicherung bejahte er, diese
zahle seine Mutter für ihn. Dies sei
seine einzige Absicherung.
Mit Wanderkarten ausgestattet
Nach einer trockenen und warmen
Nacht, ausgestattet mit einem Paket
Karten bis ans Ende des Rennsteiges
und einer neuen Stirnlampe, da seine einen Kabelbruch hatte, brachten
wir ihn am nächsten Tag wieder
zum Dreiländereck, an dem er dann
nochmals die Reste der Grenzanlagen inspizierte, um dann seinen
Weg fortzusetzen. Wir hoffen, er
wird sich gerne an den freundlichen
Empfang in Deutschland erinnern
und den Deutschen verzeihen, dass
sie in den vergangenen 150 Jahren
drei furchtbare und sinnlose Kriege
gegen sein Land geführt haben.
Dozentin auf Spuren eines Diplomaten
Vor 200 Jahren geboren,
vor 110 Jahren gestorben:
Der Oelsnitzer Orientalist,
Diplomat und Abenteurer
Johann Gottfried Wetzstein stand im Mittelpunkt
eines Vortrages.
VON ECKHARD SOMMER
OELSNITZ — In Kreisen von Wissen-
schaftlern gilt Johann Gottfried
Wetzstein als bedeutende Persönlichkeit, als Pionier der deutschen
Orientforschung und Orientpolitik.
Epochal sind seine ungezählten
Schriften, auch die Aufzeichnungen
aus jenen Jahren zwischen 1849 und
1861, da der gebürtige Vogtländer
auf Geheiß des Preußenkönigs
Friedrich Wilhelm IV. in Damaskus
als Konsul wirkte. Eine enge Freundschaft verband ihn unter anderem
mit Alexander von Humboldt und
Friedrich Rückert, wovon ein umfangreicher Briefwechsel zeugt.
Am 19. Februar 1815 wurde Johann Gottfried Wetzstein in der
Stadt Oelsnitz geboren, deren Ehrenbürger er heute ist. Diesem Jubiläum
und dem Gedenken an seinen Todestag am 8. Januar 1905 in Berlin war
am Samstag im Fürstensaal auf
Schloss Voigtsberg ein mit Zahlen
und Fakten gespickter Festvortrag
gewidmet, dem 50 Interessenten
beiwohnten. Gehalten wurde er von
Konstanze
Gemeinhardt-Buschhardt. Sie stammt aus Schönbrunn,
besuchte in Oelsnitz die Wilhelm-
Pieck-Oberschule und machte in
Chemnitz das Abitur. Heute arbeitet
sie als Dozentin an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg, lebt
seit zehn Jahren wieder in Schönbrunn. Über sich selbst gibt Konstanze Gemeinhardt-Buschhardt wenig preis: „Ich habe mich schon immer für den Nahen Osten interessiert und deshalb in Leipzig, Bamberg und Kairo unter anderem Arabistik und Islamwissenschaft studiert.“ Umso mehr kann sie über
Wetzstein sagen, mit dem sie sich intensiv beschäftigt. Erst kürzlich
weilte sie zu einem viertägigen Symposium in Berlin, bei dem das Schaffen des Oelsnitzers im Mittelpunkt
stand.
In die Diskussion nach dem Vortrag brachte der Oelsnitzer Gottfried
Schnauder einen interessanten As-
pekt ein. Er zitierte den Heimatkundler Paul Apitzsch, der 1944 in
einem Brief vermerkte, dass Hedda
Wetzstein, die Enkelin von Johann
Gottfried Wetzstein, der Stadt Oelsnitz zwei Bilder ihres Großvaters gestiftet hat. Nach dem Krieg wurden
sie von Gerhard Wittig gerettet, sollen sich dann im Besitz eines Plaueners befunden haben und später in
den Bestand des Ethnografischen
Museums Berlin übergegangen sein,
der wiederum in die Staatsbibliothek eingliedert wurde. Konstanze
Gemeinhardt-Buschhardt konnte
kein Licht in den Sachverhalt bringen. Stellt sich also die Frage: Wo
sind die beiden Bilder von Johann
Gottfried Wetzstein geblieben? Und:
Müssten sie nicht unbedingt wieder
nach Oelsnitz geholt werden, wohin
sie schließlich gehören?
Die gebürtige Oelsnitzerin Konstanze
Gemeinhardt-Buschhardt
sprach
über den Oelsnitzer Orientforscher
Johann Gottfried Wetzstein. Anlass
war der 200. Geburtstag des Ehrenbürgers der Stadt. FOTO: ECKHARD SOMMER
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12 Freie Presse
VORSCHAU
WOHIN
Montag, 2. März 2015
Kunstverein stellt Portraits in Mittelpunkt
Von der Wiege bis zur
Bahre – das menschliche
Antlitz hat viele Facetten.
Im Malzhaus gibt es dazu
eine neue Ausstellung.
VON THOMAS VOIGT
FOTO: KABARETT FETTNÄPPCHEN
KABARETT
Der Mann
als Schwachstelle
TREUEN — Zu klein für ihr Gewicht,
jedoch mit einem WahnsinnsMundwerk ausgestattet, hat es die
keifende Eva Maria Fastenau auf
ihren Pantoffelhelden, Thomas
Puppe, abgesehen. Wer das neue
Stück des Kabaretts Fettnäppchen.
„Das Phantom auf dem Sofa“ erleben möchte, hat am kommenden
Freitagabend in Treuen dazu die
Gelegenheit. Es wird ab 19.30 Uhr
in der Goethehalle gezeigt.
Mit Witz und Satire nimmt Eva
Maria Fastenau die Schwachstelle
Mann auf das Korn. Das funktioniert allerdings nicht ohne Selbstironie. „Das Phantom auf dem Sofa“ ist ein Stück aus dem Leben. Jeder kennt die kleinen und großen
Schwachstellen der Geschlechter.
Im Alltag versucht man die Fettnäpfchen diesbezüglich gekonnt
zu umgehen. Ohne Scham und
Skrupel tappen die beiden Kabarettisten dort hinein. Das Fett
spritzt. Doch Vorsicht, das Geraer
Kabarett Fettnäppchen ist besonders für seine Publikumsnähe berühmt und berüchtigt.
KARTEN im Vorverkauf gibt es im Reisebüro Odyssee am Markt und im Musikhaus Löscher, Goethestraße (beides Treuen). Einlass
ist 18.30, Beginn 19.30 Uhr.
BÜHNE
Hirschfeld: Bürgerhaus „Weißer Hirsch“,
Hauptstraße 28, Schneeweißchen und Rosenrot, Märchenspiel des Marionettentheaters
Dombrowsky, 16 Uhr, 037607 859922
Hof: Theater, Kulmbacher Straße 5, Männerhort, Komödie von Kristof Magnusson,
19.30 Uhr, 09281 70700
MUSIK
Bad Brambach: Dr. Ebel Fachklinik, Christian-Schüller-Straße 14, Nachmittagskonzert
mit dem Pianisten Radim Vojir, 15 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Fantasie
& Träumerei, Klavierabend im Kerzenschein
mit Radim Vojir, 19.30 Uhr
Beeindruckende Vielfalt
Bevor Andrea Haug vom Kunstverein die Schau eröffnete, führte Vereinskollegin Ines Falke in die Thematik ein. Anschließend gab es für
die Kunstfreunde viel zu entdecken.
Etwa die fantasievollen Holzplastiken von Thomas Thiele. „Ich setze
mich gern mit dem auseinander,
was im Menschen passiert.“ Eines
seiner Objekte nennt sich „(M)ein
psychomentales Selbstbild“. Unter
dem Titel „Kussmund zweimal“
rückte Galerist und Vereinsmitglied
Peter Hochel ein fotografisches Portrait in den Fokus. Die Vielfalt beeindruckt. Bei der Arbeit von Regina
Plauen: Kinder- und Jugendhaus eSeF,
Seminarstraße 4, Kinderzentrum,
Töpfern, 14-18 Uhr;
Jugendzentrum, Fußball in der Halle
(ab 10 Jahre), 18 Uhr
Landeskirchliche Gemeinschaft, Fabrikstraße 6, Offener Treff für Kinder von sieben bis
zwölf Jahre zum Spielen, Lesen, Basteln,
16-18 Uhr
Mehrgenerationenhaus, Am Albertplatz 12,
Babygruppe (ab 3 Monaten), 10 Uhr;
Eltern-Kind-Sport, 15.30 Uhr
Stadt-Galerie, Postplatz 1, Interaktive
Mitmach-Ausstellung Tüfteln und Knobeln,
Führungen möglich, Dauer etwa 1 Stunde,
9.30-15 Uhr
Treff „Quartier 30“, Bahnhofstraße 30,
Zumba Kids, 16.45 Uhr; Zumba, 18 Uhr
Adorf/V.: Begegnungszentrum, Schillerstraße 23, Wünsch dir was - Musik und Kaffee,
14-16 Uhr
Ellefeld: Fahrbibliothek, Grundschule,
9.30-11 Uhr
Falkenstein: Tiergarten, Allee 9, 188 verschiedene Tiere, darunter 111 Säugetiere in
22 Tierarten,
FOTO: THOMAS VOIGT
Schau noch bis Monatsende
In einem anderen Portrait setzte sich
Manfred Feiler mit der Thematik
„Maler und Tod“ auseinander. In Kooperation mit dem Freundeskreis
Vogtländische Malerei wird am
27. März (18 Uhr) an gleicher Stelle
zur Bildbetrachtung eingeladen. In
dieser Veranstaltung geht es speziell
um Feilers Portrait-Arbeiten. Der
Plauener Künstler feiert heuer seinen 90. Geburtstag. Mit dabei sind
Dietrich Kelterer vom Freundeskreis sowie Alexander Müller und
Andrea Haug vom Kunstverein.
Zum Abschluss der Ausstellung
am 29. März (16 Uhr) führt Galerist
Peter Hochel während der Finissage
noch einmal durch die Galerie des
Plauener Malzhause. Vorher lädt
Manuela König-Schilbach am
14. und 15. März zu einem Workshop zum Thema Portraitzeichnen
in die Atelierräume des Weisbachschen Hauses ein. Interessenten
können sich über den Kunstverein
anmelden.
DUETT-AUFTRITT
KINO
DISKUSSION
KABARETT
Radim Vojír lädt zu
einer Träumerei ein
Abend im Zeichen
des Chanson
Eine Taube sinniert
über das Leben
Verena Bentele
morgen in Greiz
Ein Sachse
unterwegs in Europa
BAD ELSTER — Die großen Meister
BAD ELSTER — Ganz im Wohlklang
PLAUEN — Zwei Vertreter für Scherz-
beschwingter Melodien können Zuhörer morgen im Königlichen Kurhaus schwelgen. Ab 19.30 Uhr gestalten Yvonne Deglau (Gesang) und
Bernd Zabel (Akkordeon) einen
Abend im Zeichen des Chanson: Dazu gehören etwa Gilbert Becauds
„Was ist schön an der Liebe“, Welterfolge wie „La vien en rose“ oder Cole
Porters „Ganz Paris träumt von der
Liebe“. Eintritt: 10 Euro. (hagr)
artikel ziehen durch die schwedische Provinz, um Lachsäcke, Vampirzähne und eine Gruselmaske unters Volk zu bringen – ohne Erfolg.
Allerdings treffen sie auf allerhand
skurrile Gestalten. Darum geht es
im Film „Eine Taube sitzt auf einem
Zweig und denkt über das Leben
nach“, der heute und morgen im
Malzhaus-Kino gezeigt wird. Beginn
ist jeweils um 20 Uhr. (ts)
GREIZ — Bei der Reihe „Prominente
im Gespräch – Begegnungen“ geht
es morgen Abend in der Greizer
Buchhandlung „Bücherwurm“ um
das Thema Behinderte. Dazu wird
Verena Bentele erwartet. Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung spricht über das Thema: „Behinderung – Kein Hindernis!?“ Für
die musikalische Umrahmung wird
Sarah Stamboltsyan am Cembalo
sorgen. Beginn ist um 19 Uhr. (ts)
NEUENSALZ — Der Leipziger Kabaret-
der Klavierliteratur gehören heute
Abend zum Repertoire des Konzerts,
welches Pianist Radim Vojír aus Eger
ab 19.30 Uhr im Königlichen Kurhaus gibt. Zu hören sind unter anderem Schumanns „Träumerei“ und
der „Faschingsschwank aus Wien“,
Chopins „Fantasie impromptu“ und
die „Ballade F-Dur“ sowie der „Liebestraum“ von Liszt. Karten für den
Klavierabend kosten 6 Euro. (hagr)
Tropenhaus mit 77 Tieren in 39 verschiedenen
Arten, 10-16 Uhr, 03745 5421
Verein Kirche im Laden, Gartenstraße 19,
Schulkinderaktion, österliches Basteln,
16-18 Uhr, 03745 751475
Jößnitz: Grundschule, Gerhart-Hauptmann-Straße 6, Keramikkurs, 12-17 Uhr
Klingenthal: Tierpark, Amtsberg 22,
Einheimische Tiere und exotische Wildtiere,
10-16 Uhr, 037467 22397
Kürbitz: Fahrbibliothek, Elsterbrücke,
15.15-16 Uhr
Markneukirchen: Kinder- und Jugendtreff, Wernitzgrüner Straße 38,
Offener Treff, 13.30-19.30 Uhr
Oelsnitz: Jugendzentrum „Halle“,
Alte Reichenbacher Straße 27, Tanzkurs,
8 bis 12 Jahre, 15-16 Uhr;
Tanzkurs, 13 bis 18 Jahre, 16.30-18 Uhr
Kinderzentrum „Goldene Sonne“, RudolfBreitscheid-Platz 1, Offener Treff,
13-18 Uhr
Reuth: Fahrbibliothek, Bahnhof,
13-13.45 Uhr
Tobertitz: Fahrbibliothek, Dorfplatz,
14-14.30 Uhr
Versöhnungskirche, Friesenweg 171, Bastelabend in der Vorosterzeit, Agnes Niemann gibt
eine Einführung in die Kunst der Fadengrafik,
19.30 Uhr
Bad Elster: Gemeindezentrum, Kirchstr. 10,
Vortrag: Diesseits von Afrika, das Ehepaar
Dr. Bärbel und Dietrich Moosdorf berichtet von
seinem Einsatz in Tansania, 19.30 Uhr
Klingenthal: Vogtland-Arena, Falkensteiner Straße 133, Besichtigung, 10-17 Uhr,
037467 280860
Schöneck: Bürgerhaus, Kirchstraße 7,
Stricken für alle, 14 Uhr
Syrau: Drachenhöhle, Höhlenberg 10,
Einzige Schauhöhle Sachsens, in 16 m Tiefe
gibt es unterirdische Schönheiten wie Sinterschmuck, kristallklare Seen und Lehmkegel
an den Höhlenwänden, 10-16 Uhr,
037431 3735
Tannenbergsthal: DRK Seniorenbegegnungsstätte, Klingenthaler Straße 25, Gemütlicher Hutzennachmittag mit Karl-Heinz
Schmidt, er stellt sein neuestes Mundartbuch
vor, 14.30 Uhr
Zwickau: Hotel Pränzkow, Salutstraße 51,
Montagsskat des Grand Ouvert Zwickau,
18 Uhr, 0375 453800
Traumfrauen, ab 12 J, 14.15, 17, 20.15 Uhr;
Wild Card, ab 16 J, 20.45 Uhr
Malzhaus, Alter Teich 7 - 9,
03741 15320;
Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt
über das Leben nach, ab 12 J, 20 Uhr
Greiz: UT 99, Thomasstr. 6,
03661 629111;
Baymax - Riesiges Robowabohu 3D, ab 6 J,
14.30, 17.15 Uhr;
Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 14.30, 17.15,
20 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 19.45 Uhr;
SpongeBob Schwammkopf 3D, 14.45, 17.30,
20.15 Uhr;
Traumfrauen, ab 12 J, 14.45, 17.30, 20.15 Uhr
Markneukirchen: Harmonie-Lichtspiele,
Erlbacher Str. 4, 037422 2637;
Streif - One Hell of a Ride, 20 Uhr
Schleiz: Neues Kino im Hörsaal, Löhmaerweg 2, 03663 422805;
Frau Müller muss weg!, ab 6 J, 17 Uhr;
Traumfrauen, ab 12 J, 20 Uhr
Zwickau: Filmpalast Zwickau, Poetenweg
6 - 8, 0375 3536410;
American Sniper, ab 16 J, 17, 20.10 Uhr;
Asterix im Land der Götter 3D, 17.10, 19.30 Uhr;
Ein Schotte macht noch keinen Sommer, ab 6 J,
17.15, 20.15 Uhr;
Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 17, 20 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 16.40, 19.50 Uhr;
Sneak Preview, 20 Uhr;
SpongeBob Schwammkopf 3D, 17.15 Uhr;
Traumfrauen, ab 12 J, 17.30, 19.45 Uhr
Blechschmidt handelt es sich um
ein dreidimensionales Gebilde aus
Verpackungsmaterial. In einer textilen Collage von Ellen Hochel begegnet der Betrachter der bekannten
mexikanischen Malerin Frieda Kahlo. Susanne Söllner Burr stellte einen Sonnentänzer der Inka in den
Mittelpunkt. Ein Mosaik aus Holz
und Keramik von Alexandra Friedrich befasst sich mit den verschlungen Wegen im Leben. In einer ande-
ren Nische der Galerie stechen die
charismatischen Gesichtszüge des
Plaueners Zeichners Wilhelm Mühsam heraus. Gleich daneben hängen
die Abbilder vom Plauener Maler
Lothar Rentsch und Schauspieler
Harald Krassnitzer. Porträtiert hat
sie Gottfried Gebauer.
KLAVIERKONZERT
A N ZE I G E
KINDER UND FAMILIE
Portraits haben viele Gesichter. Doreen Braune (links) und Ulrike Galle schauten sich zur Vernissage in der Malzhausgalerie um.
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AUSSTELLUNGEN
Plauen: Vogtlandkonservatorium, Theaterplatz 4, „Im Unruhestand“, Werke von Wilhelm
Mühsam, 10-18 Uhr
Bad Elster: Kurhaus, Badstraße 25, Schöne
Welt, Ausstellung von Malerei und Collagen des
Familien- und Kulturzentrums Schöne Welt
Plauen, 9-17 Uhr
Leubnitz: Schloss, Am Park 1, „Bahn und Natur“, Ölbilder von Jürgen Batschik aus Leubnitz,
9-13 Uhr
Markneukirchen: Hüttels Musikwerkausstellung Wohlhausen, Hauptstraße 10, Mechanische Musikinstrumente, von der Singvogelspieldose bis zur großen Karussellorgel,
9.30-16 Uhr
Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum, Bahnhofstraße 4, Deutsche
Raumfahrtausstellung, 10-17 Uhr,
037465 2538
Oelsnitz: Zoephelsches Haus, Grabenstraße 31, Erzählende Buchstaben, Malerei
und Schriftbilder von Jo Schütt,
9-16 Uhr
Zwickau: IHK-Regionalkammer, Äußere
Schneeberger Straße 34, Mein Weg in die
Selbstständigkeit, 14 Unternehmen stellen sich
mittels Exponaten, Foto- und Textdokumenten
vor, 8-18 Uhr, 0375 8140
SONSTIGES
Plauen: Alaunbergwerk „Ewiges Leben“,
Reichsstraße (gegenüber Commerzbank),
Plauen unter Tage erleben, telefonische Voranmeldung: 03741 529426
Schaustickerei, Obstgartenweg 1, Vorführungen an Stickmaschinen, 10-17 Uhr,
03741 443187
A N ZE I G E
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Eva Maria Fastenau und Thomas
Puppe vom Kabarett „Fettnäppchen“ führen am kommenden Freitag in Treuen das neue Stück „Das
Phantom auf dem Sofa“ auf.
PLAUEN — Unter dem Titel „Portrait –
eine Bestandsaufnahme“ präsentieren seit Samstag fast 40 Mitglieder
des Kunstvereins Plauen-Vogtland
ihre Arbeiten. Die unterschiedlichen Handschriften machen den
Reiz der Schau aus. Der Bogen
spannt sich von der detailverliebten
Wiedergabe bis zur meditativen
Abstraktion. Die meisten der ausstellenden Künstler – darunter auch
der Maler Manfred Feiler – kamen
zur Vernissage.
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstr. 33,
03741 1469050;
American Sniper, ab 16 J, 20 Uhr;
Asterix im Land der Götter 3D, 14.30,
16.45 Uhr;
Baymax - Riesiges Robowabohu 3D, ab 6 J,
14.15 Uhr;
Bevor der Winter kommt, ab 12 J, 17.15,
20.15 Uhr;
Der kleine Drache Kokosnuss, 14.30 Uhr;
Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes, ab 12 J,
20.15 Uhr;
Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 14, 17, 20 Uhr;
Frau Müller muss weg!, ab 6 J, 17.15 Uhr;
Fünf Freunde 4, ab 6 J, 14.30 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 14, 16.45, 19.45 Uhr;
Into the Woods, ab 6 J, 17, 20 Uhr;
SpongeBob Schwammkopf 3D, 14.15, 17,
18.45 Uhr;
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tist Gunter Böhnke ist am Samstagabend in der Kulturkapelle Neuensalz zu Gast. „Gunter Böhnke unterwegs von Sachsen nach Europa“
heißt das Programm, auf das sich die
Besucher an diesem Abend freuen
können. Musikalisch begleitet wird
der Künstler dabei vom Duo Steps –
bestehend aus Jörg Leistner und
Thomas Moritz. Beginn ist um 19.30
Uhr. (ts)
WINTERSPORT
Erlbach: Loipen, Loipen gespurt, Schneetelefon 037422 6125 oder www.kegelberg.de
Grünbach: Loipen, Loipen gespurt, bis
20 Uhr beleuchtet, Anschlussloipe zur Kammloipe (Einstieg Dorfplatz Muldenberg) sowie
Sonnenloipe (Einstieg an der Turnhalle) gespurt, Schneetelefon 03745 5303
Hammerbrücke: Loipen, Bergland-Rundloipe mit Anbindung an Kammloipe sowie Ortsloipe gespurt; Nachtloipe beleuchtet, Einstieg an
der Grundschule, gespurt, 17-21 Uhr
Klingenthal: Loipen, Sonnenloipe gespurt,
Schneetelefon 037467 22494
Mühlleithen: Loipen, Kammloipe und Kielloipe gespurt, Schneetelefon: 037467 22494
Skilift, B 283, Schneetelefon: 037467 22494,
13-17 Uhr
Schneckenstein: Loipe, Kammloipe gespurt, www.kammloipe.com
Schwaderbach (Bublava): Skilifte, Bleiberg, Schneetel. 00420 352696830, 9-20 Uhr
Schöneck: Loipen, Ortsloipen und Kammloipe gespurt
Skiwelt, Hohe Reuth, Lifte, Schneetelefon
037464 82000 oder www.schoeneck.eu,
9-18 Uhr
Zauberteppich, 9-17 Uhr
Tannenbergsthal: Loipen, Ortsloipe
gespurt
Zwota: Loipe, Herrenberg- und Schlosserbergloipe gespurt
OBERES VOGTLAND
Montag, 2. März 2015
Freie Presse
Familiäres Flair spricht Besucher
und Aussteller in Wernesgrün an
MINISTE R-BESUCH
Tex-Nachnutzung:
Konzept erwartet
REICHENBACH — Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) wird
heute in Reichenbach erwartet. Ab
16.30 Uhr geht es in einem Gespräch
im „Bergschlößchen“ um Unlands
Konzept zur Nachnutzung der Immobilien, die am Hochschulstandort Reichenbach, kurz Tex genannt,
von der Schließung dieses Standortes betroffen sind. Der Landtagsabgeordnete Stephan Hösl (CDU) hat
dazu den Oberbürgermeister, dessen
zwei Stellvertreter sowie die Vorsitzenden der im Stadtrat vertretenen
Parteien und Vereinigungen eingeladen. Die Bürgerinitiative Bitex, die
sich seit Jahren für den Erhalt des
Standortes stark macht und konkrete Aussagen zur Nachnutzung fordert, ist mit vier Mann vertreten. Das
Gespräch findet hinter verschlossenen Türen statt. (gb)
KALENDERBLATT
Vor 10 Jahren
MÜLLKONZEPT GEPLATZT — Die mit
dem Bau einer Müllbehandlungsanlage in Oelsnitz beauftragte Firma
aus Hessen hat Insolvenz angemeldet. Die Entsorgung des VogtlandMülls sei dennoch nicht gefährdet,
heißt es von Verantwortlichen. Eine
andere Firma soll in die Pläne einsteigen.
Vor 50 Jahren
IM MUSEUM — Im Plauener
Kreismuseum (heute Vogtlandmuseum) sind historisch wertvolle
Münzen und Medaillen gestohlen
worden. Wie sich wenig später herausstellt, hat ein 13-jähriger Schüler
zugelangt.
DIEB
Vor 100 Jahren
BROT WIRD ZUGETEILT — Die Plauener
bekommen wegen des Mangels in
Folge des Krieges Brot und Semmeln
auf Zuteilung und nur mit einer
Brotmarke, die von der Stadt ausgegeben worden ist. (pa)
Radfahrer
geben
Plauen
die Note 4
Mit dem warmen und trockenen Wetter werden die
Biker munter. Einen Vorgeschmack konnten sie
sich am Wochenende bei
der dritten Auflage der
Westsachsenschau holen.
Radler testen die Stadt –
Ampelschaltung und
Winterdienst kritisiert
VON JULIA KELLER
PLAUEN — Radfahrer in Plauen ge-
VON RALF WENDLAND
WERNESGRÜN — Die neuesten Motorrad-Modelle, Trends im Zubehörbereich und nostalgische Zweiräder –
eine Mischung, die bei Besuchern
der Motorradmesse WestsachsenVogtland ankommt. Das Organisatoren-Trio Thomas Männel, Thomas
Schopf und Thomas Haase zeigt sich
auch mit der dritten Auflage der
Messe, die am Samstag und Sonntag
im Brauerei-Gutshof lief, zufrieden.
Man spricht, wie im Vorjahr, von
rund 5000 Besuchern.
„Wir hatten an beiden Tagen
einen kontinuierlichen BesucherStrom“, sagt Thomas Haase: „Als Veranstalter können wir mit der Resonanz zufrieden sein.“ Was Aussteller
und Motorradfans schätzen, ist das
familiäre Flair, meint Haase: „Das
Schöne ist, Händler und Interessierte kommen aus der Region. Man
kennt sich und da kommen ganz andere Gespräche zustande, als wenn
man sich bei einer überregionalen
Messe umschaut. Motorradfreunde
legen Wert darauf, Ansprechpartner
vor der Haustür zu haben.“ Bei der
Motorradmesse haben die Aussteller
aktuelle und neueste Modelle von
17 Marken vorgestellt. Da war für alle Anforderungen und Gelegenheiten die passende Maschine dabei.
Andreas Dressler ist seit seinem
16. Lebensjahr Motorradfahrer und
will es auch noch in Zukunft sein.
Der heute 62-jährige hat sich umgeschaut: „Wenn man sich in meinem
Alter noch ein Motorrad zulegt und
Isabel Leistner (links) und Felix Büttner ließen sich von Theresa Härtel (Mitte) beraten.
noch zehn Jahre fahren möchte,
überlegt man schon, das Gewicht
der Maschine abzuspecken.“
Christian Fritzsche hatte seine
beiden fünfjährigen Jungs an der
Hand und schmunzelt: „Motorräder
sind für Männer immer interessant.
Sowohl die alten, als auch die aktuellen Modelle.“ Stehen blieben sie
auch bei den Jawa-Freunden Vogtland, die eine kleine Jawa-Schau organisiert hatten.
Nostalgisch ging es auch im Saustall zu: Dort konnten sich Interessierte in der DKW-Sonderausstellung umschauen und Gesprächsrunden mit Promis aus der Motorradszene lauschen. Für Isabel Leistner ist die Motorradmesse quasi ein
Heimspiel. Die junge Frau aus Wernesgrün begeistert: „Wir sind das erste Mal dabei und ich finde es richtig
gut.“
FOTO: RALF WENDLAND
„Irgendwann möchte ich ganz nach vorn“
Der 61-jährige Rodewischer Stefan
Tennstädt war als
Motorsportler zur
Gesprächsrunde
eingeladen. Mit ihm
sprach Ralf Wendland.
FOTO: RALF WENDLAND
NACHRICHT
13
Freie Presse: Wie betrachten Sie
die Motorradmesse?
Stefan Tennstädt: Das ist eine schöne Veranstaltung, und man hat jedes
Jahr ein anderes Programm.
Wann beginnt für Sie die Saison?
Das ist bereits in vier Wochen. Das
erste Rennen startet in Frankreich im
Rahmen der Internationalen Classic
GP.
Was steht dieses Jahr alles an?
Das ist ein fortlaufender Prozess. Die
weiteste Reise geht im Mai nach Portugal. Gern möchte ich auch wieder
auf dem Sachsenring starten. Außerdem stehen zwei Rennen in England
auf dem Programm.
Welches Ziel haben Sie sich
gesteckt?
Bei der Internationalen Classic GP bin
ich jetzt zwei Jahre in Folge Vizemeister geworden. Irgendwann
möchte ich ganz nach vorn.
Welche Maschine fahren Sie in
dieser Saison?
Am Start bin ich mit der Rotax 250
ccm. Was die Leistung angeht, versuchen wir noch einiges zu verbessern.
Da ist sicher noch was möglich.
ben der Stadt im sogenannten Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) die Note 4. In der Gruppe der Orte mit
50.000 bis 100.000 Einwohnern landete die Spitzenstadt damit auf dem
72. von insgesamt 100 Rängen.
107 Plauener beteiligten sich vergangenen Herbst an der Umfrage
und füllten einen Bogen mit 27
Fragen aus. Im Vorjahr hat es die
Stadt nicht in die Rangliste geschafft, weil es hier nicht genug
Teilnehmer gab. Besonders unzufrieden sind die Plauener Radler
damit, wie sie an Baustellen vorbei
geführt werden. Bei dieser Frage
vergaben sie die Note 4,9 und
stimmten somit eher der Aussage
zu „Bei uns werden Radfahrer/innen an Baustellen meistens zum
Absteigen und Schieben gezwungen“. Ähnlich schlecht bewerteten
sie Ampelschaltungen für Radfahrer
(Note 4,7) und den Winterdienst auf
Radwegen (Note 4,7).
Mit einer 2,8 erhielten die Wegweiser für Radfahrer die beste Bewertung von den Plauenern. Ebenfalls einigermaßen zufrieden sind
die Radler der Stadt damit, wie gut
sie mit ihrem Drahtesel das Stadtzentrum erreichen. Dieser Punkt
war ihnen eine 3,1 wert.
Der erste und letzte Platz in der
Größenkategorie 50.000 bis 100.000
Einwohner gingen an zwei nordrhein-westfälische Städte: Bocholt
bekam die Note 2,04, und Lüdenscheid erhielt eine 4,57. Deutschlandweit haben mehr als 100.000
Menschen an der Umfrage teilge» www.adfc.de
nommen.
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SPORT AM MONTAG
Freie Presse
Montag, 2. März 2015
Eisschnelllauf
Chemnitzer
Nico Ihle wird
bei Sprint-WM
disqualifiziert
Seite S4
Seite S1
Medaillen sind keine Zauberei
FUSSBALL
2. Bundesliga
FC Kaiserslautern - Greuther Fürth
2:1
VfL Bochum
- FSV Frankfurt
3:3
SV Darmstadt (N) - Braunschweig (A) 1:0
1. FC Nürnberg (A) - Karlsruher SC
1:1
SV Sandhausen
- VfR Aalen
2:0
FC St. Pauli
- Erzgebirge Aue
0:0
FC Heidenheim (N) - Fort. Düsseldorf
1:2
RB Leipzig (N)
- FC Union Berlin
3:2
FC Ingolstadt
- 1860 München
heute
1. FC Ingolstadt
22
2. SV Darmstadt (N)
23
3. FC Kaiserslautern
23
4. Karlsruher SC
23
5. Fort. Düsseldorf
23
6. Eintr. Braunschweig (A) 23
7. 1. FC Nürnberg (A)
23
8. RB Leipzig (N)
23
9. FSV Frankfurt
23
10. FC Union Berlin
23
11. FC Heidenheim (N)
23
12. VfL Bochum
23
13. SV Sandhausen
23
14. SpVgg Greuther Fürth 23
15. 1860 München
22
16. Erzgebirge Aue
23
17. VfR Aalen
23
18. FC St. Pauli
23
35:18
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31:18
35:30
31:27
29:33
26:18
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30:37
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34
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28
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21
19
18
3. Liga
Holstein Kiel
- Rot-Weiß Erfurt
4:1
FSV Mainz II (N) - VfB Stuttgart II
0:2
Hallescher FC
- Hansa Rostock
1:2
Chemnitzer FC
- Bor. Dortmund II
3:1
Bielefeld (A)
- SpVgg Unterhaching 4:0
Fortuna Köln (N) - Stuttgarter Kickers 0:2
VfL Osnabrück
- MSV Duisburg
1:1
Wehen Wiesbaden - Preußen Münster
2:2
Jahn Regensburg - Dynamo Dresden (A) 2:3
SG Großaspach (N) - Energie Cottbus (A) 2:2
1. Arminia Bielefeld (A)
2. Holstein Kiel
3. MSV Duisburg
4. Preußen Münster
5. Rot-Weiß Erfurt
6. Stuttgarter Kickers
7. Energie Cottbus (A)
8. Dynamo Dresden (A)
9. Wehen Wiesbaden
10. Fortuna Köln (N)
11. Chemnitzer FC
12. VfL Osnabrück
13. Hallescher FC
14. VfB Stuttgart II
15. SpVgg Unterhaching
16. Hansa Rostock
17. Bor. Dortmund II
18. SG Großaspach (N)
19. FSV Mainz II (N)
20. Jahn Regensburg
27
27
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26
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37:19
40:27
40:31
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34:31
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31:28
27:26
38:43
32:36
35:41
38:48
37:52
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27:50
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31:53
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46
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19
ZITAT DES TAGES
„Die vier Monate
schaffe ich auch
noch.“
Stuttgarts Trainer Huub Stevens über das
Ende seiner Dienstzeit
Mit Gold und Silber im
Team und im Teamsprint
avancierte Eric Frenzel in
Falun zum erfolgreichsten
WM-Starter der Region.
„Freie Presse“ stellt den
Kombinierer im Stichwort-Interview vor.
VON THOMAS PRENZEL
A
ngst. Sie darfst du als Skispringer nicht haben, ist aber irgendwo immer ein Begleiter. Wir nennen
es eher Respekt. Ansonsten habe ich
nur Angst vor Dingen, auf die man
schwer reagieren kann, etwa Krankheiten oder Schicksalsschläge.
B
undeswehr. Mein Arbeitgeber
seit 2008. Dafür bin ich sehr
dankbar, dass ich der Sportfördergruppe in Frankenberg angehöre.
Mein Dienstgrad ist Feldwebel. Die
Bundeswehr gibt mir die Chance,
Zeit zum Training zu haben und
stellt natürlich auch eine finanzielle
Absicherung dar.
C
omputer. Ich habe eine Affinität
zu den Geräten mit dem Apfel,
nutze so ziemlich alles, was geht,
auch mit dem Handy oder Tablet.
Das ist einfach praktisch. Ich kann
so vieles damit anfangen. Hörbuch,
E-Mails, Filme schauen, selbst das
Anti-Dopingmeldesystem läuft über
den Computer.
D
ebakel. Als solches würde ich
Falun nicht bezeichnen, auch
wenn im Einzel nicht alles aufgegangen ist und meine Laufform diesmal nicht gestimmt hat. Das TeamGold hat mich immer sehr gereizt.
E
ffe. Mein Spitzname. Der rührt
daher, dass mir der ehemalige
Kombinierer Christian Beetz mal einen Streich gespielt hat. Auf meiner
Tasche hatte er hinter meine Initialien E.F. einfach ein F.E. hintendran
geschrieben. Seitdem bin ich Effe.
F
LEUTE HEUTE
FOTO: IMAGO
Marcel Hirscher (25) gewann gestern in Garmisch-Partenkirchen den
Riesenslalom mit dem hisotrischen
Vorsprung
von
3,28
Sekunden
Vorsprung. Nur
der Schwede Ingemar
Stenmark
hatte (1978/79) im
Ziel zweimal noch
größere Abstände
zum Zweiten. Für
den Österreicher, der heute seinen
26. Geburtstag feiert, war es zudem
der 30. Weltcupsieg und der 70. Podestplatz seiner Karriere. Auf Platz
zwei kam Lokalmatador Felix Neureuther, der zum achten Mal in der
laufenden Saison unter die besten
Drei kam. (dpa)
G
roßeltern. Auch ihnen habe ich
viel zu verdanken. Mein Opa
Karl hat mich früher oft am Montagmorgen von Geyer nach Oberwiesenthal ins Internat gefahren und
am Freitag wieder abgeholt. Meine
Eltern mussten ja arbeiten.
R
eimat. Ist und bleibt das Erzgebirge, auch wenn ich in der
Oberpfalz mit meiner Frau Laura
und meinem Sohn Philipp lebe. Ich
komme immer wieder gern nach
Hause nach Geyer und nach Oberwiesenthal zum Training zurück.
eisen. Mein Hobby. Vor zwei
Jahren waren wir in Norwegen
angeln. Nach Olympia hatte ich nur
für ein paar Tage Südtirol Zeit, hinzu
kam der Club der Champions am
Meer. Wir reisen zwar den ganzen
Winter. Nach der Karriere will ich
aber noch viele Orte sehen und dann
auch mal etwas länger bleiben.
I
ndividualist. Das sind wir in unserem Sport alle, auch wenn der
Teamgeist wichtig ist. Letztlich habe
ich in den letzten fünf Jahren in
Oberwiesenthal mit meinen Heimtrainern Frank Erlbeck und Jens Einsiedel mein Ding durchgezogen.
S
tudium. In Mittweida habe ich
ein Studium für Wirtschaftsingenieurwesen begonnen. Damit bin
ich nach meiner Laufbahn hoffentlich breit aufgestellt, und der Start
ins normale Leben gelingt mir dann
vielleicht leichter.
J
apan. Ich fühle mich dem Land
irgendwie verbunden. Hier hat
bei meiner ersten WM 2007 in Sapporo alles begonnen.
T
aschen. Wir reisen mit etlichen
durch die Gegend, packen ständig aus und ein. Dabei lasse ich übrigens niemanden anders ran. Bei mir
muss alles ein System haben, damit
ich immer alles schnell finde.
K
ombination. Von Anfang an
mein Sport. Sie ist abwechslungsreich. Ich sehe sie wirklich als
Königsdisziplin der Nordischen. Die
Leute, die sagen, die Kombinierer
können beides, aber nichts richtig,
die sollen mal zu mir kommen ...
U
ieblingsessen. Ich bin Freund
eines guten Stücks Fleisch, koche auch gern selbst. Meine Schwiegereltern haben Rinder auf dem Hof
stehen, da fällt schon mal was ab.
hr. Da bin ich besonders stolz
drauf, dass ich seit diesem Jahr
Markenbotschafter von C. H.-WolfUhren aus Glashütte bin. Es gibt
eine limitierte Auflage für ein
Modell, bei dem das Ziffernblatt der
Goldmedaille von Sotschi ähnelt
und am Armband ein Element vom
Belag meiner Ski verarbeitet wurde.
M
V
L
orbild. Als junger Sportler waren es für mich die WeltklasseKombinierer Ronny Ackermann
und Björn Kircheisen. Jetzt ist es ein
tolles Gefühl, selbst in dieser Rolle
zu sein. Ich finde es als Anerkennung, dass zum Beispiel die Schanzen in Geyer meinen Namen tragen.
usik. Bei der Musikrichtung
bin ich offen. Ich favorisiere
schon moderne Klänge und Rock.
Die Musik hilft mir, zu entspannen,
runter zu kommen, wenn der Druck
von außen zu groß wird.
N
atur. Mein bevorzugtes Terrain. Wir sind in Familie viel
draußen, treiben Sport zusammen.
In den letzten Jahren habe ich auch
Interesse am Klettern gefunden.
W
eihnachten. Für mich die
schönste Zeit im Jahr. Ich
komme immer gern nach Hause ins
Erzgebirge, zu Weihnachten besonders, weil dann in jedem Haus ein
Lichterbogen leuchtet.
O
berwiesenthal. Seit dem 13. Lebensjahr mein Trainingsort.
Dort habe ich auch meine Frau, die
Langläuferin war, kennengelernt. Es
gibt ganz viele schöne Stunden, die
ich am Fichtelberg erlebt habe, aber
auch einige, in denen ich mich auf
der Rollerbahn, der Cross-Strecke
oder im Kraftraum quälen musste.
X
-mal. Da fällt mir das Malheur
ein, das mir jüngst beim Weltcup in Predazzo passiert ist. X-mal
habe ich vorher die Reißverschlüsse
an den Ärmeln beim Sprunganzug
geschlossen, diesmal aber vergessen.
Da sieht man. Ich bin auch nur ein
Mensch und keine Maschine.
P
hilipp. Mein 8-jähriger Sohn
und unser ganzer Stolz. Klar, am
Anfang war alles ungewiss und
nicht so leicht, wenn man so jung
Vater wird. Ich kann mich nur bei
meinen Eltern und Schwiegereltern
bedanken, dass sie uns so unterstützen und mir es ermöglichen, meinen Sport weiter zu betreiben. Philipp wird übrigens in Flossenbürg
wie seine Mutter katholisch erzogen.
Y
acht. Ein Traum von mir. Mal
mit Freunden ein paar Tage auf
einer Yacht übers Meer zu schippern. Das wär‘s doch.
Z
auberei. Danach sieht es manchmal aus, wenn der Erfolg da
ist. Aber ich muss schon
meine sieben Sachen zusammen haben, das hat man
auch in Falun gesehen. Goldmedaillen zaubert man nicht
einfach so aus dem Hut.
Q uoten.
haben
Wir Kombinierer
lange gekämpft um
mehr Fernsehzeiten. Auch wenn
die Resonanz jetzt besser ist, wir
sind noch nicht am Ziel.
WEITERE BERICHTE von der Ski-WM in
Falun lesen Sie auf Seite S5
„Maskenball“ beim Derbysieg
Borussia Dortmund hat in
der Fußball-Bundesliga
das Revierduell gegen
Schalke 04 mit 3:0 gewonnen und damit den vierten
Erfolg in Folge gefeiert.
FOTO: GEORGI LICOVSKI/DPA
Anna Fenninger (25) hat die alpine Kombination im bulgarischen
Bansko gewonnen. Die Österreicherin setzte sich
nach dem Super-G
und dem Slalom
vor Weltmeisterin
Tina Maze aus Slowenien und ihrer
Teamkollegin
Kathrin
Zettel
durch. Viktoria
Rebensburg, die
nach dem ersten Kombinations-Teil
Platz elf belegt hatte, ließ den Torlauf wie erwartet aus. Der Super-G
war wegen starken Nebels mehrfach
unterbrochen worden. Weltcup-Rekordhalterin Lindsay Vonn (USA) attackierte Renndirektor Atle Skårdal
scharf: „Ich habe ihm gesagt: Wenn
es einen Sturz gibt, ist das dein Fehler und nur dein Fehler.“ (dpa)
reunde. Sind mir sehr wichtig.
Zu unseren Freunden zählen
zum Beispiel die ehemaligen Kombinierer Sebastian Reuschel und
Ruben Welde sowie Fußball-Profi
Jan Hochscheidt mit ihren Partnerinnen. Wir waren schon gemeinsam im Urlaub. Ich genieße es, wenn
ich mal nicht die öffentliche Person
bin und so sein kann, wie ich bin.
H
Pierre-Emerick Aubameyang und
Marco Reus jubeln als als Batman
und dessen Helfer Robin. FOTO: IMAGO
DORTMUND — Aus dem Dortmunder
Zauberduo wurden Comic-Helden:
Pierre-Emerick Aubameyang bejubelte seinen Treffer als Batman, an
seiner Seite posierte Marco Reus als
dessen Helfer Robin. Die Maskerade
passte beim 3:0 (0:0) der Borussia
über den Rivalen FC Schalke zur
ausgelassenen Stimmung. Ausgerechnet im prestigeträchtigen Revierderby spielte der BVB ähnlich
groß auf wie in früheren, glorreichen Tagen. „Ein viel schöneres Ge-
fühl gibt es nicht“, schwärmte Reus.
Ähnlich euphorisch kommentierte
Sportdirektor Michael Zorc den Abschied aus der Abstiegszone: „Das
war Balsam für die BVB-Seele.“
Das erlösende erste Tor durch Aubameyang (78.) nach zuvor fast im
Minutentakt vergebenen Chancen
nutzten die beiden Kumpels zur
Umsetzung des zwei Tage zuvor bei
einem Essen ausgeheckten Gags.
Flugs streiften sie die von Übersetzer
Massimo Mariotti hinter dem Schalker Tor deponierten Masken über
und ließen sich vor der bebenden
Südtribüne feiern. Die Gelbe Karte
des Schiedsrichters konnte Aubameyang locker verschmerzen: „Wir
haben das wahre Gesicht von Borussia Dortmund gezeigt. Und zwar
über die kompletten 90 Minuten.“
Immerhin neun von 13 Rückrundentoren gehen auf das Konto der
beiden pfeilschnellen Angreifer.
Doch bei aller Freude über deren famosen Lauf sah Jürgen Klopp die
Aktion nicht ganz so locker wie Aubameyang: „Das Positive ist, dass er
so selbstbewusst ist, dass er denkt,
im Spiel zu treffen.“ Doch für die Zukunft will der Coach den ComicLiebhaber, der schon als Spider-Man
in Erscheinung getreten war, von
ähnlichen Aktionen abhalten.
Es passte ins Bild von einem laut
Klopp „perfekten Nachmittag“, dass
Henrich Mchitarjan seine Flaute beendete. Dem zuletzt völlig verunsicherten Edeltechniker gelang mit
seinem ersten Saisontor das vorentscheidende 2:0 (79.). Sieben Minuten später sorgte Reus nach einem
kapitalen Fehler von Schalke-Keeper Timon Wellenreuther für den
Endstand und den höchsten Dortmunder Derbysieg seit 17 Jahren.
„Spiel, Spaß und Spannung – das ist
Borussia Dortmund. Gegen uns war
heute kein Kraut gewachsen“, befand der BVB-Coach, verwies aber
auf den noch immer geringen Abstand zur Gefahrenzone: „Es ist
nicht viel passiert. Wir dürfen jetzt
nicht nachlassen.“ Immerhin ist der
Trend nach vier Siegen ermutigend.
Von einer ansteigenden Formkurve kann dagegen bei den Schalkern keine Rede sein. Trainer Roberto Di Matteo machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Es ist ein
schwerer Tag für uns. Wir müssen
uns bei den Fans entschuldigen und
grundsätzlich überlegen, wie es in
Zukunft weitergeht“, klagte er nach
einem der einseitigsten Derbys der
vergangenen Jahre mit 31:3-Torschüssen zugunsten des BVB. (dpa)
WEITERE BUNDESLIGABERICHTE: Seite S2
S2 Freie Presse
SPORT
Montag, 2. März 2015
Wolfsburgs
Dost sorgt
für Wende
NACHRICHT
TRAUER
Wolfram Wuttke mit
53 Jahren verstorben
Fußball-Bundesliga:
VfL siegt 5:3 in Bremen
FRANKFURT/MAIN — Der frühere Fuß-
ball-Nationalspieler Wolfram Wuttke ist im Alter von 53 Jahren gestorben. Dies bestätigte sein Sohn Benjamin gestern der dpa. Wuttke lag zuletzt wegen multiplem Organversagen in einer Klinik im westfälischen
Lünen im Koma
und starb dort am
frühen Sonntagmorgen. Der frühere Stürmer spielte
einst für den FC
Schalke 04, Borussia Mönchengladbach, den Hamburger SV, den 1. FC Kaiserslautern und
den 1. FC Saarbrücken. Er bestritt
zwischen 1979 und 1993 299 Bundesliga-Partien (66 Tore). Zudem absolvierte er vier Länderspiele. Mit
der Olympia-Auswahl gewann er
1988 in Seoul Bronze. Bekannt wurde Wuttke vor allem durch seine raffinierten Schüsse und Pässe mit dem
Außenrist – und Streitigkeiten mit
seinen Trainern: Jupp Heynckes verpasste er einst den Spitznamen
„Osram“, weil der so schnell einen
roten Kopf bekam. (dpa)
SPRÜCHE
„Nee, der Robben macht’s. Der macht ja
in jedem Spiel ein oder zwei Tore, die
Bayern immer vier oder fünf. Der ist
nicht mehr einzuholen.“
Frankfurts Torjäger Alexander
Meier auf die Frage, ob er sich noch
Chancen auf die Torjäger-Kanone
ausrechne.
„Ich bin bislang immer am besten
damit gefahren, wenn ich geradeaus geschaut habe.“
Frankfurts Trainer Thomas
Schaaf auf die Frage, ob er nach dem
Sieg gegen den HSV in der Tabelle
nun nach oben oder weiter nach unten schaue.
„Ich gebe ein Bier aus für eine neue
Frage.“
Stuttgarts Sportdirektor Robin
Dutt zu den vielen Fragen nach der
Zukunft von Trainer Huub Stevens.
„Ich weiß es nicht, ich habe keine
Brille dabei.“
Stuttgarts Trainer Huub Stevens auf die Frage, wie er die Tabellensituation des VfB nach dem 1:1 in
Stuttgart beurteilt.
VON CARSTEN LAPPE
BREMEN — Bas Dost – wer sonst? Der
In der 55. Minute brachte Hamburgs Lasse Sobiech im eigenen Strafraum den Auer Innenverteidiger Stipe Vucur zu Fall. Der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter
FOTO: PICTURE POINT
Markus Schmidt blieb aus. So endete das Kellerduell torlos.
Kellerduell ohne Tore und Sieger
0:0 trennten sich in der
2. Fußball-Bundesliga der
FC St. Pauli und der FC
Erzgebirge. Für die Auer
war mehr drin.
VON THOMAS PREISS
HAMBURG — „Wir haben gut gespielt,
aber leider nicht den notwendigen
Ertrag eingefahren“, musste Aues
Trainer Tomislav Stipic nach dem
0:0 beim Zweitliga-Schlusslicht FC
St. Pauli konstatieren. Bereits in der
Vorwoche hatte die Veilchen-Elf
eine ordentliche Leistung abgeliefert, stand beim 0:1 gegen Darmstadt
am Ende aber mit leeren Händen da.
Gestern reichte es für den FCE zumindest zu einem Zähler.
Während für die Hamburger die
Situation im Abstiegskampf immer
prekärer wird, konnten die Erzgebirger ihren Relegationsplatz verteidigen. Die Blicke gehen heute Abend
nach Ingolstadt, dem kommenden
Gegner der Auer. Feiert der Spitzen-
Zwei Verletzte in Halbzeit eins
Das wäre der Stipic-Elf bei einem
Sieg schon gestern gelungen. Und
drei Punkte lagen im Bereich des
Möglichen. Zunächst galt es für die
Gäste, einige Schreckmomente zu
überstehen. Nach einem AlushiFreistoß krachte der Kopfball von
Koch an die Latte des Auer Tores
(16.). Dann mussten innerhalb von
acht Minuten erst Novikovas und
kurze Zeit später Fandrich mit Verletzungen ausgewechselt werden.
Für sie brachte Stipic Könnecke
und Benatelli. Kurioserweise kamen
die Veilchen nach den Auswechslungen immer besser ins Spiel.
Gefahr im Hamburger Strafraum
drohte zunächst nach Standardsituationen. Müller (21.) stand nach
einer schöner Freistoßvariante frei
vor St.-Pauli-Torhüter Himmelmann – Koch klärte in höchster Not.
Nach einem Eckball von Alibaz
zwang Mugosa mit seinem Kopfball
Himmelmann zur Faustparade (31.).
Benatellis Kopfball strich nach einer
weiteren Alibaz-Ecke knapp übers
Gebälk (34.).
Nach dem Seitenwechsel kamen
die Erzgebirger auch aus dem Spiel
heraus zu guten Möglichkeiten.
Nach Dirings herrlichem Pass in die
Tiefe hatte Könnecke in der 52. Minute freie Schussbahn, doch der Mittelfeldspieler vergab kläglich, schoss
neben das Tor. „Diese Situation
muss ich besser lösen, das weiß ich“,
meinte Könnecke nach dem Abpfiff:
„Ich sah, dass der Torwart spekuliert
und habe das kurze Eck anvisiert.
Aber ich hätte ins lange Eck schießen müssen.“ In der 68. Minute
glänzte Könnecke als Vorbereiter,
flankte an den Fünfmeterraum, wo
Mugosa lauerte. Doch der Winterneuzugang wurde bei seinem Kopfball im letzten Moment von Halstenberg geblockt.
Tiki-Taka nervt Auer Trainer
Das Auslassen der Chancen hätte
sich fast gerächt. Zehn Minuten vor
Spielende bliesen die Hamburger
zur Schlussoffensive. Nach AlushiFreistoß stieg Nöthe zum Kopfball
hoch, doch Männel war auf dem Posten und fischte den Ball aus dem
rechten unteren Eck (80.). Zwei Minuten später segelte der Schlussmann acht Meter vor seinem Tor am
runden Leder vorbei und hatte Riesenglück, dass der Kopfball des eingewechselten Verhoek an den Pfosten und von dort ins Toraus sprang.
„Wir haben ab Mitte der ersten
Halbzeit das Spiel dominiert. Nach
dem Seitenwechsel spielte meine
Mannschaft zu viel Tiki-Taka – das
hat mich genervt“, erklärte Stipic:
„Ich bin nach diesem 0:0 nicht enttäuscht, aber auch nicht zufrieden.“
Weiter geht es für den FCE am Freitagabend mit dem Heimspiel gegen
den FC Ingolstadt.
STATISTIK St. Pauli: Himmelmann - Kalla
(V), Sobiech, Gonther (V), Halstenberg - Koch
(76. Rzatkowski), Alushi - Sobota, Daube (67.
Cooper), Thy (76. Verhoek) - Nöthe. Aue: Männel - Rankovic, Vucur, Fink, Müller - Schönfeld,
Fandrich (28. Benatelli) - Alibaz, Diring, Novikovas (20. Könnecke/90.+2 Klingbeil) - Mugosa. SR: Schmidt (Stuttgart), Zu.: 22.590.
Hertha-Trainer Dardai streichelt „Künstler“ Kalou
„Ich lese keine Zeitung, und bestimmte Zeitungen auch gar nicht.“
Stevens zur Kritik in der Presse.
Einstiger Chelsea-Star erlöst abstiegsbedrohte Berliner – 1:0-Siegtor gegen FC Augsburg – „Er muss knipsen“
„Rasenplatz, zwei Tore – passt!“
Hoffenheims Ermin Bicakcic
auf die Frage, ob er was zum Pokalgegner VfR Aalen sagen könne.
BERLIN — Für den Tag nach dem klei-
„Das macht mich traurig, ehrlich
gesagt.“
Freiburgs Trainer Christian
Streich zur Ausfall-Misere in seiner
Mannschaft.
„Ohne Ball ist es schwierig, nach vorne zu spielen.“
Schalkes Trainer Roberto Di
Matteo zum schwachen Spiel seiner Elf im Revierderby. (dpa)
reiter gegen 1860 München einen
hohen Sieg, könnte der FCE aufgrund des besseren Torverhältnisses
in der Tabelle noch einen Platz nach
oben rutschen.
phänomenale Torjäger des VfL
Wolfsburg hat in einem irren
Fußball-Spektakel die Erfolgsserie
des SV Werder Bremen beendet.
Beim 5:3 (2:3) drehte und entschied
der Niederländer nach dem Seitenwechsel mit seinen Rückrundentreffern zehn und elf die höchst abwechslungsreiche Partie. Die beiden
besten
Bundesligamannschaften
des neuen Jahres unterhielten gestern Abend die 40.100 Zuschauer im
Weserstadion mit ihrem OffensivFeuerwerk aufs Beste – nur die beiden Trainer rauften sich angesichts
der Abwehrfehler die Haare.
„Wir haben uns innerhalb von
sieben, acht Minuten alles kaputt
gemacht“, betonte Bremens Geschäftsführer Thomas Eichin und
klagte über „saudumme“ Gegentore.
Wolfsburgs ehemaliger Werderaner
Naldo meinte: „Die Spiele hier sind
immer etwas besonderes. In der ersten Halbzeit war Werder überragend, in der zweiten Halbzeit waren
wir cleverer.“
Neben dem formidablen Dost
(48. und 50. Minute) trafen für
Wolfsburg auch Daniel Caligiuri
(10./53.) sowie Maximilian Arnold
(18.). Der SV Werder kam durch Zlatko Junuzovic (9.), Franco di Santo
(16.) und ein kurioses Eigentor von
Vieirinha (28.) zu seinen Treffern.
Mit der elften ungeschlagenen Bundesligapartie in Serie stellte Wolfsburg seinen Vereinsrekord ein und
bleibt Tabellenzweiter. Bremen kassierte nach sechs Spielen erstmals
wieder eine Niederlage und ist nun
Tabellenneunter, fünf Punkte hinter
einem Europa-League-Platz.
Das Spiel der beiden erfolgreichsten Rückrunden-Teams hielt, was es
versprochen hatte. Angesichts des
Offensivspektakels fühlten sich die
Bremer Fans zumindest an alte Europacup-Zeiten erinnert. Nach der verdienten Werder-Halbzeitführung ermöglichten eklatante Abwehrschwächen den Wolfsburgern aber
die Wende. Trotz sieben Partien in
23 Tagen war dem VfL ein Kräfteverschleiß nicht anzumerken. (dpa)
Salomon Kalou traf kurz vor Spielende zum Sieg.
FOTO: IMAGO
nen „Befreiungsschlag“ verordnete
der glückliche Pal Dardai auch
seinem „Künstler“ Salomon Kalou
einen freien Tag. Einfach mal abschalten, in Berlin das bisher seltene
Hochgefühl genießen. Der Trainer
von Hertha BSC und sein Stürmerstar hatten beim hart erkämpften
1:0 gegen den FC Augsburg am
Sonnabend alles richtig gemacht.
„Von mir aus kann er nur drei
Ballkontakte haben. Er muss knipsen“, sagte Dardai über den Ivorer:
„So ein Mann braucht Vertrauen.“
Dieses Vertrauen hatte der frühere
Chelsea-Star Kalou, im Sommer für
knapp zwei Millionen Euro vom
OSC Lille nach Berlin gelockt, unter
Dardais Vorgänger Jos Luhukay
nicht mehr gespürt und sogar öffentlich mehr Respekt eingeklagt.
Das Verhältnis zwischen dem
einstigen Fußball-Kämpfer Dardai
und Kalou, dem Stürmer mit der
feinen Klinge, ist von Beginn an geprägt von Achtung. So bekam der
Afrikaner wieder einen Platz in der
Anfangsformation. Nach dem Triumph mit der Elfenbeinküste beim
Afrika-Cup zu Jahresbeginn konnte
Kalou selbst entscheiden, wann er
bei Hertha wieder in Training und
Wettkampf einsteigt. „Der Trainer
hat einen neuen Spirit entfacht. Wir
kämpfen füreinander. Es macht
Spaß“, verriet Kalou. Sein sechster
Saisontreffer zwei Minuten vor dem
Ende verwandelte eine „typisches
0:0-Spiel“ (Augsburgs-Trainer Markus Weinzierl) doch noch in den
von Hertha so ersehnten ersten
Heimsieg 2015. Mit dem ersten Tor
im Olympiastadion nach langen 407
Minuten, dem ersten Heimsieg un-
ter Dardai und jetzt 24 Punkten hat
der Hauptstadtclub erst einmal wieder die Abstiegszone verlassen. Der
Matchwinner genoss mit der Fahne
der Elfenbeinküste in der Hand den
Jubel der Fans. Im Team des AfrikaChampions hatte Kalou ebenfalls
den Stammplatz verloren, im Finale
gegen Ghana war er als erfolgreicher
Elfmeterschütze aber am Triumph
beteiligt. „Er ist dafür da, im richtigen Moment zuzuschlagen“, beschrieb Hertha-Manager Michael
Preetz die Rolle des ehemaligen
Champions-League-Siegers. (dpa)
Wendt - Nordtveit, Xhaka - Traoré (73. Herrmann), Johnson - Hrgota (68. Kruse), Raffael
(84. Kramer). Paderborn: Kruse - Heinloth
(79. Ducksch), Ziegler, Hünemeier, Brückner Stoppelkamp (66. Koc), Rupp, Bakalorz (60.
Vrancic), Meha - Lakic, Kachunga. Schiedsrich-
ter: Weiner (Ottenstein); Tore: 1:0 Johnson
(18.), 2:0 Herrmann (81.); Zu.: 53.152.
Werder Bremen - VfL Wolfsburg 3:5 (3:2)
Bremen: Wolf - Gebre Selassie, Prödl, Vestergaard, Sternberg (86. Garcia) - Fritz (77. Eggestein), Kroos (81. Makiadi), Junuzovic - Selke, Di Santo, Öztunali. Wolfsburg: Benaglio Vieirinha (76. Jung), Naldo, Klose, Schäfer Luiz Gustavo, Guilavogui (64. Schürrle) - De
Bruyne, Arnold, Caligiuri - Dost (89. Bendtner). Schiedsrichter: Fritz (Korb); Tore: 1:0 Junuzovic (9.), 1:1 Caligiuri (10.), 2:1 Di Santo
(16.), 2:2 Arnold (18.), 3:2 Vieirinha (28./Eigentor), 3:3 Dost (48.), 3:4 Dost (51.), 3:5
Caligiuri (53.); Zuschauer: 40.100.
FUSSBALL-BUNDESLIGA – 23. SPIELTAG
Bayern München - 1. FC Köln 4:1 (2:1)
München: Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Alaba - Schweinsteiger (78. Rode) - Robben, Müller (69. Xabi Alonso), Götze, Ribéry Lewandowski. Köln: Horn - Brecko, Maroh,
Wimmer, Hector - Vogt (72. Halfar), Lehmann,
Olkowski, Peszko - Osako (46. Risse) - Ujah
(78. Deyverson). Schiedsrichter: Siebert (Berlin); Tore: 1:0 Schweinsteiger (3.), 2:0 Ribéry
(10.), 2:1 Ujah (45.+1), 3:1 Robben (67.), 4:1
Lewandowski (75.); Zuschauer: 75.000.
Hertha BSC - FC Augsburg 1:0 (0:0)
Hertha BSC: Kraft - Pekarik (75. Ben-Hatira),
Langkamp, Brooks, Plattenhardt - Niemeyer,
Lustenberger - Beerens, Skjelbred (82. Hegeler), Schulz (57. Ndjeng) - Kalou. Augsburg:
Hitz - Feulner, Callsen-Bracker, Klavan, Baba Baier - Caiuby, Højbjerg, Altintop, Werner (68.
Parker) - Bobadilla (83. Ji). SR: Stieler (Hamburg), Tor: 1:0 Kalou (88.); Zu.: 36.015.
Bayer Leverkusen - SC Freiburg 1:0 (1:0)
Leverkusen: Leno - Hilbert, Toprak, Spahic,
Wendell - Rolfes, Bender (64. Reinartz) - Bellarabi (72. Brandt), Calhanoglu (76. Drmic),
Son - Kießling. Freiburg: Bürki - Riether, Höhn,
Krmas, Günter - Darida, Schuster (72. Höfler)
- Klaus (44. Guédé), Schmid - Mehmedi (80.
Schahin), Philipp. SR: Hartmann (Wangen);
Tor: 1:0 Rolfes (33.); Zuschauer: 28.624.
Borussia Dortmund - Schalke 04 3:0 (0:0)
Dortmund: Weidenfeller - Kirch, Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan (83. Bender), Sahin (87. Kehl) - Mchitarjan, Kagawa (76. Blaszczykowski), Reus - Aubameyang. Schalke:
Wellenreuther - Höwedes, Neustädter, Nastasic - Uchida, Höger, Aogo, Boateng (64. Barnetta), Fuchs - Huntelaar, Choupo-Moting.
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin); Tore: 1:0
Aubameyang (78.), 2:0 Mchitarjan (79.), 3:0
Reus (86.); Zuschauer: 79.500.
Hannover 96 - VfB Stuttgart 1:1 (0:0)
Hannover: Zieler - Sakai, Marcelo, Schulz, Albornoz - Gülselam, Andreasen (61. Kiyotake) Briand (84. Sobiech), Stindl, Prib (62. Bittencourt) - Joselu. Stuttgart: Ulreich - Klein, Niedermeier, Schwaab, Sakai (90.+3 Hlousek) Gentner, Serey Die - Harnik, Maxim, Werner
(87. Kostic) - Ginczek. Schiedsrichter: Stark
(Ergolding); Tore: 0:1 Gentner (52.), 1:1
Stindl (70.); Zuschauer: 40.200. Gelb-Rote
Karte: Stindl (90./Unsportlichkeit). Rote Karte: Harnik (90./Tätlichkeit).
1899 Hoffenheim - FSV Mainz 05 2:0 (0:0)
Hoffenheim: Baumann - Beck, Strobl, Bicakcic,
Kim - Rudy, Polanski - Volland, Roberto Firmino (88. Abraham), Salihovic (46. Schwegler) Szalai (64. Schipplock). Mainz: Karius - Brosinski, Bungert, Bell, Bengtsson - Geis, Park Clemens (72. Jairo), Malli (86. Soto), De Blasis (77. Hofmann) - Okazaki. Schiedsrichter:
Sippel (München); Tore: 1:0 Volland (55.), 2:0
Polanski (76.); Zuschauer: 24.310.
Eintr. Frankfurt - Hamburger SV 2:1 (1:1)
Frankfurt: Trapp - Chandler, Russ, Madlung,
Oczipka - Hasebe, Stendera - Aigner (77. Kittel), Inui, Piazón - Meier. Hamburg: Drobny Diekmeier, Djourou, Rajkovic (79. van der
Vaart), Ostrzolek - Kacar, Jiracek - Nicolai Müller (70. Marcos), Stieber, Gouaida - Rudnevs
(60. Beister). Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf); Tore: 1:0 Meier (12./Foulelfmeter), 1:1
Stieber (45.+2), 2:1 Meier (54.); Zuschauer:
50.500. Bes. Vork.: Meier verschießt Foulelfmeter (90.+2). Gelb-Rote Karte: Ostrzolek
(64./wiederholtes Foulspiel).
Borussia Mönchengladbach - SC Paderborn
2:0 (1:0)
Gladbach: Sommer - Korb, Stranzl, Jantschke,
Bundesliga
1. (1.)
2. (2.)
3. (3.)
4. (6.)
5. (4.)
6. (5.)
7. (7.)
8. (9.)
9. (8.)
10. (12.)
11. (10.)
12. (11.)
13. (13.)
14. (17.)
15. (14.)
16. (15.)
17. (16.)
18. (18.)
Bayern München
VfL Wolfsburg
Bor. Mönchengladbach
Bayer Leverkusen
FC Schalke 04
FC Augsburg
Hoffenheim
Eintr. Frankfurt
Werder Bremen
Borussia Dortmund
Hannover 96
FSV Mainz
1. FC Köln (N)
Hertha BSC
Hamburger SV
SC Paderborn (N)
SC Freiburg
VfB Stuttgart
23
23
23
23
23
23
23
23
23
23
23
23
23
23
23
23
23
23
18
15
11
9
10
11
9
8
8
8
7
5
6
7
6
5
4
4
4
5
7
9
5
2
6
7
6
4
6
10
7
3
6
8
10
7
1
3
5
5
8
10
8
8
9
11
10
8
10
13
11
10
9
12
63:10
53:27
31:18
37:29
32:27
32:30
36:35
42:45
39:49
31:31
26:34
30:33
21:29
28:42
16:33
23:43
24:32
24:41
58
50
40
36
35
35
33
31
30
28
27
25
25
24
24
23
22
19
40:4
27:8
22:10
23:15
19:10
24:16
24:18
25:22
23:18
16:12
13:14
17:11
5:9
12:18
10:12
15:20
13:15
6:22
34
32
27
21
25
23
23
21
21
17
17
16
9
16
15
13
12
5
23:6
26:19
9:8
14:14
13:17
8:14
12:17
17:23
16:31
15:19
13:20
13:22
16:20
16:24
6:21
8:23
11:17
18:19
24
18
13
15
10
12
10
10
9
11
10
9
16
8
9
10
10
14
24. Spieltag (6. bis 8. März)
Freitag, 20.30 Uhr: Stuttgart - Hertha BSC.
Samstag, 15.30 Uhr: Hannover - Bayern München, Augsburg - Wolfsburg, Schalke 04 - Hoffenheim, Hamburger SV - Borussia Dortmund,
Freiburg - Bremen; 18.30 Uhr: Mainz - Mönchengladbach.
Sonntag, 15.30 Uhr: 1. FC Köln - Eintracht
Frankfurt; 17.30 Uhr: SC Paderborn - Bayern
Leverkusen.
SPORT
Montag, 2. März 2015
S3
Fink macht das Unmögliche möglich
FUSSBALL
2. Bundesliga
FC St. Pauli - FC Erzgebirge Aue 0:0.
Darmstadt - Braunschweig 1:0 (0:0).
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne), Zuschauer:
13.600, Tor: 1:0 Rosenthal (90.+3).
Kaiserslautern - Greuther Fürth 2:1 (1:0).
Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel), Zuschauer: 23.796, Tore: 1:0 Zimmer (38.), 2:0
Löwe (48./Foulelfmeter), 2:1 Gießelmann
(85.).
VfL Bochum - FSV Frankfurt 3:3 (1:0).
Schiedsrichter: Dietz (Kronach), Zuschauer:
11.594, Tore: 1:0 Terrazzino (16.), 2:0 Eisfeld
(61.), 2:1 Dedic (79.), 3:1 Latza (81.), 3:2 Kapllani (84./Foulelfmeter), 3:3 Kapllani
(90.+1). Rote Karte: Eisfeld (Bochum/
83./Notbremse).
SV Sandhausen - VfR Aalen 2:0 (0:0).
Schiedsrichter: Jablonski (Bremen), Zuschauer: 5112, Tore: 1:0 Bouhaddouz (65.), 2:0
Mockenhaupt (83./Eigentor).
1. FC Nürnberg - Karlsruher SC 1:1 (1:1).
Schiedsrichter: Winkmann (Kerken) - Zuschauer: 30.458, Tore: 1:0 Burgstaller (4.), 1:1
Hennings (45.).
RB Leipzig - 1. FC Union Berlin 3:2 (3:2).
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen), Zuschauer: 24.780, Tore: 1:0 Kaiser (3./Foulelfmeter), 2:0 Kimmich (7.), 2:1 Skrzybski (8.),
3:1 Teigl (13.), 3:2 Polter (29.).
Heidenheim - Fortuna Düsseldorf 1:2 (1:1).
Schiedsrichter: Drees (Münster-Sarmsheim),
Zuschauer: 11.800, Tore: 1:0 Leipertz (11.),
1:1 Fink (23.), 1:2 Bellinghausen (61.).
Heute spielen: FC Ingolstadt - 1860 München
(20.15 Uhr/live auf Sky und Sport1).
Nächster Spieltag:
Freitag, 6. März: 1. FC Nürnberg - Heidenheim, Fortuna Düsseldorf - Bochum, FC Erzgebirge Aue - FC Ingolstadt (alle 18.30 Uhr).
Sonnabend, 7. März: Eintracht Braunschweig
- FC St. Pauli, VfR Aalen - SpVgg Greuther
Fürth (beide 13 Uhr).
Sonntag, 8. März: 1860 München - SV Sandhausen, 1. FC Union Berlin - 1. FC Kaiserslautern, FSV Frankfurt - SV Darmstadt 98 (alle
13.30 Uhr).
Montag, 9. März: Karlsruher SC - RB Leipzig
(20.15 Uhr).
Der Chemnitzer FC findet
in der 3. Fußball-Liga wieder in die Erfolgsspur. Der
Kapitän erzielte beim 3:1
gegen Dortmund II seine
Saisontreffer 11 und 12.
VON STEFAN GEYLER
CHEMNITZ — Der Erfolg der Himmel-
blauen am Sonnabend gegen die
U23-Mannschaft von Borussia Dortmund hatte einen Namen: Anton
Fink. Noch nie war der CFC-Kapitän
so wertvoll wie heute. Denn mit seinen beiden Treffern und der Vorbereitung zum 3:1 ebnete er seiner Elf
den Weg weiter in Richtung Mittelfeld der Liga. Bei einer Niederlage
und einigen ausstehenden Nachholespielen der Konkurrenten hätten
sich die Chemnitzer wieder mehr
mit der Abstiegszone beschäftigen
müssen.
„Wir haben noch
mehr solcher
Varianten parat.“
Anton Fink zweifacher CFC-Torschütze
3. Liga
Chemnitzer FC - Dortmund II 3:1 (1:1).
Holstein Kiel - Rot-Weiß Erfurt 4:1 (1:0).
Schiedsrichter: Dankert (Rostock), Zuschauer:
8006, Tore: 1:0 Wahl (21.), 1:1 Czichos (46.),
2:1 Kazior (51.), 3:1 Schäffler (78.), 4:1 Heider (84.).
Hallescher FC - Hansa Rostock 1:2 (1:0).
Schiedsrichter: Kampka (Mainz), Zuschauer:
11.324, Tore: 1:0 Gogia (38.), 1:1 Ziemer
(74.), 1:2 Hüsing (90.).
Arminia Bielefeld - Unterhaching 4:0 (3:0).
Schiedsrichter: Heft (Wietmarschen ), Zuschauer: 12.087, Tore: 1:0 Klos (6.), 2:0 Ulm
(14./Foulelfmeter), 3:0 Schuppan (42.), 4:0
van der Biezen (86.).
Wehen Wiesbaden - Münster 2:2 (0:1).
Schiedsrichter: Brand (Gerolzhofen), Zuschauer: 2746, Tore: 0:1 Kara (13.), 1:1 Blacha
(53.), 2:1 Vunguidica (70.), 2:2 Kara (88.).
Großaspach - Energie Cottbus 2:2 (1:0).
Schiedsrichter: Alt (Heusweiler), Zuschauer:
1600, Tore: 1:0 Rizzi (32./Foulelfmeter), 1:1
Möhrle (65.), 2:1 Gehring (75.), 2:2 Mimbala
(84.).
VfL Osnabrück - MSV Duisburg 1:1 (1:0).
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin), Zuschauer:
9500, Tore: 1:0 Alvarez (40.), 1:1 Onuegbu
(61.).
Fort. Köln - Stuttgarter Kickers 0:2 (0:2).
Schiedsrichter: Treiber (Königsbrunn), Zuschauer: 1568, Tore: 0:1 Marchese (19./Foulelfmeter), 0:2 Edwini-Bonsu (32.).
Regensburg - Dynamo Dresden 2:3 (0:3).
Schiedsrichter: Aarnink (Nordhorn), Zuschauer: 8742, Tore: 0:1 Eilers (8.), 0:2 Eilers
(26.), 0:3 Eilers (30./Foulelfmeter), 1:3 Hesse
(53.), 2:3 Pusch (73.).
FSV Mainz 05 II - VfB Stuttgart II 0:2 (0:0).
Schiedsrichter: Schwermer (Magdeburg), Zuschauer: 453, Tore: 0:1 Breier (46.), 0:2 Wanitzek (87./Foulelfmeter). Rote Karte: Hack
(Mainz/87./Notbremse).
Nächster Spieltag:
Dienstag, 18.30 Uhr: VfB Stuttgart II - Wegen
Wiesbaden (Nachholespiel).
Sonnabend, 7. März: Dynamo Dresden Großaspach, Rot-Weiß Erfurt - Wehen Wiesbaden, Hansa Rostock - Chemnitzer FC, Stuttgart
II -Hallescher FC, Energie Cottbus - Mainz 05
II, Holstein Kiel - VfL Osnabrück, Preußen
Münster - Jahn Regensburg, Stuttgarter Kickers -MSV Duisburg, SpVgg Unterhaching Fortuna Köln, Borussia Dortmund II - Arminia
Bielefeld (alle 14 Uhr).
Regionalliga Nordost
FSV Zwickau - VfB Auerbach 4:0 (2:0).
VFC Plauen - Berliner AK 0:3 (0:0).
ZFC Meuselwitz - Nordhausen 2:2 (0:1).
SR: Sather (Grimma), Zuschauer: 940, Tore:
0:1 Hauswald (42.), 0:2 Hauswald (56.), 1:2
Albert (62.), 2:2 Lubsch (84.).
Viktoria 89 Berlin - FC Carl Zeiss Jena 0:0.
SR: Herde (Dresden), Zuschauer: 927.
Union Berlin II - Budissa Bautzen 1:1 (0:1).
SR: Unger (Halle/Saale), Zuschauer: 57, Tore:
0:1 Hoßmang (3.), 1:1 Istvanic (70.).
Halberstadt - TSG Neustrelitz 2:1 (0:0).
SR: Burda (Berlin), Zuschauer: 479, Tore: 1:0
Fraus (47.), 2:0 Teixeira Rebelo (72.), 2:1 Trianni (78.).
Hertha BSC II - BFC Dynamo 5:2 (3:1).
SR: Koslowski (Berlin), Zuschauer: 981, Tore:
0:1 Preiss (5.), 1:1 Rockenbach (15.), 2:1
Körber (42.), 3:1 Stephan (45.), 3:2 Muhovic
(58.), 4:2 Syhre (66.), 5:2 Körber (71.).
Babelsberg - 1. FC Magdeburg 1:2 (1:1).
SR: Ostrin (Eisenach), Zuschauer: 4380, Tore:
1:0 Uzun (32.), 1:1 Hammann (35.), 1:2 Hebisch (82.).
1. FSV Zwickau
2. Nordhausen
3. FC Magdeburg
4. CZ Jena
5. Berliner AK
6. Hertha BSC II
7. BFC Dynamo (N)
8. Union Berlin II
9. SV Babelsberg
10. Halberstadt
11. Neustrelitz
12. Bud. Bautzen (N)
13. VFC Plauen
14. Meuselwitz
15. VfB Auerbach
16.Vikt. Berlin
Freie Presse
18
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30:9
36:19
37:20
32:23
27:22
32:24
20:20
32:33
22:19
21:29
22:25
13:24
11:26
22:27
15:38
15:29
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16
14
Deshalb wies Anton Fink bei der
Spielanalyse zuerst genau auf diesen
Umstand hin. „Es war ein enorm
wichtiger Sieg für uns, um den Abstand zu den hinteren Tabellenplätzen zu vergrößern“, sagte er und
ging erst danach auf seinen Anteil
am zweiten Erfolg des CFC nach der
Winterpause ein. Die Eckballvariante, die dem 1:1-Ausgleich (39.) zuvor
ging, gehörte am Wochenende zu
den sehenswertesten Szenen im
Fußballgeschehehen. Nach einem
gelungenen Zusammenspiel mit
Dan-Patrick Poggenberg und Frank
Löning donnerte Fink den Ball aus
spitzem Winkel fast von der Toraus-
Der Treffer zum 1:1-Ausgleich durch CFC-Kapitän Anton Fink (r.).
linie in die Maschen. „Das war die
einzige Lücke, die sich mir bot. Da
die anderen Mitspieler gedeckt waren, musste ich den Ball hoch ins
Dreieck schießen. Und das hat geklappt“, freute sich der 27-Jährige.
Auch Trainer Karsten Heine zeigte sich zufrieden über die Kreativität
seiner Spieler. „Natürlich werden
solche Varianten im Training geübt.
Doch wann und in welchen Situationen sie ausprobiert werden, entscheiden sie selbst“, meinte der
Coach. Besonders gefiel ihm, dass in
der Mannschaft offenbar genug
Selbstbewusstsein steckt, um nach
einem Rückstand so eine Eckballvariante zu wählen, die Lust auf
mehr geweckt hat. Anton Fink hätte
nichts dagegen. „Wir haben noch
mehr solcher Varianten parat“, kündigte er eine Fortsetzung an.
Letztlich neigte sich nach dem
1:1-Ausgleich in der zweiten Spielhälfte immer mehr die Waage in
Richtung Chemnitzer FC. Gegen die
jungen Dortmunder, die spielerisch
zu gefallen wussten, waren die Gastgeber hellwach und nutzen die Fehler des Gegners konsequent. Bei
einer Unsicherheit von Torhüter
Alomerovic schaltete Fink (57.) am
schnellsten und hob den Ball ins leere Tor. Kurze Zeit danach legte der
Kapitän schließlich den heransprinteten Philip Türpitz auf, der den Ball
ins lange Eck zirkelte (68.). „Das war
keine große Kunst. 80 Prozent des
Treffers gehören Anton“, wehrte der
Mittelfeldspieler die vielen Glückwünsche ab.
Mit dem Heimsieg, bei dem sie in
dieser Saison erstmals einen Rückstand wettmachten, verbesserten
FOTO: PICTURE POINT/K. KUMMER
sich die Chemnitzer nicht nur auf
den elften Tabellenrang, sie scheinen auch im Mannschaftsgefüge die
einzelnen Positionen gefunden zu
haben. Anton Fink, der gegen die
Stuttgarter Kickers im linken Mittelfeld weitgehend aus dem Spiel
war, harmoniert in der Zentrale immer besser mit Neuzugang Frank
Löning.
Tim Dannebergs Rolle im Mittelfeld ist deutlich offensiver angelegt,
sodass er mit seiner Übersicht als
Ballverteiler wirkungsvoll agieren
kann. „Das war schon in Unterhaching in Ansätzen zu sehen“, sagte
der ehemaliger Kieler. „Dort ist es
beim 0:0 nur noch nicht ganz aufgegangen. Heute sind wir entschlossener aufgetreten und haben unsere
Spielweise auch mit drei Toren belohnt“, fügte er hinzu,
Lediglich Marc Lais, der seinen
ersten Pflichtspieleinsatz nach der
Winterpause hatte, fiel etwas ab.
Der Mittelfeldspieler wirkte zu nervös und fabrizierte etliche Fehlpässe. Kommende Woche beim FC Hansa Rostock steht aber wieder Fabian
Stenzel zur Verfügung. Der Ex-Erfurter fehlte gegen Dortmund wegen
einer Gelbsperre.
STATISTIK: Chemnitz: Pentke - Scheffel, Endres (V), Conrad, Poggenberg - Türpitz (86.
Ofosu), Lais (46. Kehl-Gómez/V), Danneberg,
Lorenzoni (88. Cincotta) - Fink, Löning.
Dortmund II: Alomerovic - Narey, Zimmermann, Hornschuh, Güll - Solga, Nyarko (V/46.
Amini) - Jordanov, Harder, Kefkir (V) - Ioannidis (76. Maruoka).
Schiedsrichter: Jöllenbeck (Freiburg), Zuschauer: 5046, Tore: 0:1 Jordanov (37.), 1:1
Fink (39.), 2:1 Fink (57.), 3:1 Türpitz (68.).
Justin Eilers in Regensburg mit Hattrick VFC hält eine Hälfte mit
3. Fußball-Liga: Dresdner geben in Regensburg 3:0-Führung fast noch aus der Hand
Fußball-Regionalliga: Plauen unterliegt Berliner AK 0:3
REGENSBURG — Mit einem Hattrick
hat Justin Eilers die SG Dynamo
Dresden in der 3. Fußball-Liga zum
ersehnten Befreiungsschlag geführt.
Der Stürmer markierte am Samstag
alle drei Treffer zum 3:2 (3:0)-Erfolg
beim Tabellenletzten SSV Jahn Regensburg. Eilers sorgte mit seinen
Toren in der 8., 26. und 30. Minute
per Foulelfmeter für den ersten
Dresdner Sieg nach vier Niederlagen
in Serie. Vor 8742 Zuschauern geriet
der Erfolg noch einmal in Gefahr,
nachdem Uwe Hesse (53.) und Kolja
Pusch (73.) für die Regensburger verkürzt hatten. Dresden bleibt Tabellenachter.
PLAUEN — Der VFC Plauen hat im Regionalliga-Heimspiel gegen den Berliner AK gestern eine Halbzeit lang
an einer Überraschung geschnuppert. Erst mit einem Abstaubertor
kurz vor dem Pausenpfiff stellte der
Gast die Weichen. Am Ende stand
mit dem 0:3 die zweite deutliche
Niederlage für die im Neuaufbau befindliche Mannschaft des insolventen Vereins zu Buche.
„Wir haben es in der Abwehr
über lange Zeit richtig gut gemacht.
Insgesamt war es gegenüber dem
Nordhausen-Spiel ein Schritt nach
vorn“, sagte VFC-Trainer Ingo Walther nach seiner Heimspielpremie-
Justin Eilers
Stürmer von
Dynamo Dresden
FOTO: IMAGO
Trotz der schnellen Führung der
Gäste begannen die Regensburger
engagiert und mit viel Zug zum Tor.
Thomas Kurz (10.) hätte den sofortigen Ausgleich erzielen können, traf
von der Strafraumkante aus aber
nur die Latte. Auch nach dem Hattrick von Eilers ließen sich die Oberpfälzer nicht hängen und kämpften
sich zurück ins Spiel. Nach dem Anschlusstreffer wackelten die Dresdner, brachten den Sieg aber über die
Zeit. In 81. Minute hätte Eilers mit
seinem vierten Tor die Entscheidung herbeiführen können, scheiterte aber am Torwart Richard Strebinger. Am Ende zitterten die
Schwarz-Gelben die Führung über
die Zeit – zum Jubel der mehr als
2500 mitgereisten Dynamo-Fans.
„Ich freue mich, dass wir nach vier
Niederlagen mal wieder gewonnen
haben. Aber mit der zweiten Halbzeit kann ich nicht zufrieden sein“,
sagte
Dynamo-Trainer
Peter
Nemeth. (dpa)
re. Er musste aufgrund von Sperren
und Krankheiten im ohnehin überschaubaren Kader improvisieren.
Berlin diktierte zwar von Beginn an
das Spiel, doch Plauen hatte durch
Färbers Kopfball (18.) und Schindlers Freistoß (24.) durchaus Chancen
zur Führung. Nach der Pause ließen
beim VFC die Kräfte nach. (tyg)
STATISTIK Plauen: Klimo - Moraes, Färber,
Dartsch (46. Schuster), Maschke - Erbek, Zimmermann, Kirstein (75. Rikspun), Schindler,
Malik - Wülfert (V/59. Weigl). Tore: 0:1 Grischok (43.), 0:2 Deniz (63.), 0:3 Salhab (80.).
Schiedsrichter: Wartmann (Großvargula).
Zuschauer: 510.
Zwickauer tanken Selbstvertrauen für Spitzenspiel
Die Westsachsen haben in
der Fußball-Regionalliga
nach einem 4:0-Sieg gegen
den VfB Auerbach die Tabellenspitze übernommen.
ZWICKAU — Das Derby entwickelte
sich von Beginn an zu einer munteren Partie, in der die Vogtländer lange Zeit das Spiel offen halten konnten. Die Führung der Gastgeber entsprang einem Missverständnis zwischen VfB-Torhüter Ebersbach und
Vogel. Das nutzte Schlicht zum 1:0
(15.). Der Kapitän musste daraufhin
verletzt ausgewechselt werden.
Auf der Gegenseite vergab Wild
den Ausgleich (24.). Indes erhöhte
Frick nach einem Patzer von VfBSchlussmann Ebersbach zum 2:0
(25.). Für den Mittelfeldspieler, der
sein 100. Punktspiel für den FSV be-
stritt, war es zugleich das 22. Tor. Damit ebnete er den Weg zum letztlich
klaren Sieg. „Vom Ergebnis her war
es ein überzeugender Erfolg, spielerisch lief dagegen noch nicht alles
nach Wunsch“, sagte er. Zwickau
hätte zwar schon in der ersten Halbzeit durch einen Pfostentreffer von
Genausch auf 3:0 erhöhen können,
andererseits hatte der FSV aber auch
Glück, als Torhüter Unger einen 20Meter-Schuss von Paradies mit Mühe um den Pfosten lenken konnte.
In der zweiten Hälfte bestimmten die Zwickauer zunehmend das
Geschehen. Den Treffer zum 3:0 besorgten die Auerbach aber selbst. Felix Paul (65.) köpfte den Ball ins eigene Netz. Den Schlusspunkt setzte
FSV-Abwehrspieler Robert Paul, der
nach einer Ecke mit einem wuchtigen Kopfball erfolgreich war. Zwickaus Trainer Torsten Ziegner freute
sich nicht nur über einen hochverdienten Sieg, sondern auch über die
Tatsache, dass seine Mannschaft damit Selbstvertrauen getankt hat. Am
kommenden Sonntag muss der
neue Tabellenführer im Spitzenspiel bei Wacker Nordhausen antreten. Für den VfB Auerbach geht der
Blick in andere Tabellenregionen.
„Wir müssen die Punkte in den
wichtigen Spielen holen“, meinte
Trainer Andreas Richter. Damit
meinte er auch die nächste Partie gegen Hertha BSC II. (rr)
STATISTIK: Zwickau: Unger - P. Göbel, Mai,
R. Paul, C. Göbel - Wachsmuth (V) - Frick (79.
Morozow), Schlicht, Stiefel (66. Röhr), Luge
(62. Grandner) - Genausch.
Auerbach: Ebersbach – Lambach, F. Paul (V),
Vogel (18. Rau), Aiyegbusi - Paradies (61. Hoffmann), Herold (61. Hampf), Jedinak, Wild –
Schuch (V), Kötzsch (V).
Schiedsrichter: Schmickartz (Berlin, Zuschauer: 1289, Tore: 1:0 Schlicht (15.), 2:0
Frick (25.), 3:0 F. Paul (65./ET), 4:0 R. Paul
(80.).
Die Zwickauer Spieler bejubeln den Treffer zum 1:0 gegen den VfB Auerbach
durch Michael Schlicht.
FOTO: RALPH KÖHLER/PROPICTURE
S4 Freie Presse
NACHRICHTEN
VOLLEYBALL
Pokale für Stuttgart
und Friedrichshafen
HALLE/WESTFALEN — Der VfB Fried-
richshafen hat zum 13. Mal den
deutschen Volleyball-Pokal gewonnen. Der Rekordmeister setzte sich
gestern Abend vor 10.000 Zuschauern in Halle/Westfalen ohne Probleme mit 3:0 (25:13, 25:13, 25:18) gegen die Überraschungsmannschaft
SVG Lüneburg durch. Für Trainer
Stelian Moculescu war es der 19. Pokalsieg als Coach in Deutschland.
Beide Teams trugen aus Anteilnahme für Dennis Hefter vom CV Mitteldeutschland, der in der Nacht
zum Dienstag gestorben war, eine
Trauerflor. Bei den Frauen gewann
zum zweiten Mal der MTV Stuttgart.
Die favorisierten Schwäbinnen bezwangen Aachen nach einem 0:2Satzrückstand noch mit 3:2. (dpa)
EISHOCKEY
DEL
51. Spieltag: Augsburg - Krefeld 2:3 (0:2,
1:1, 1:0), Eisbären Berlin - Düsseldorf 5:2
(1:1, 2:1, 2:0), Wolfsburg - Mannheim 2:0
(0:0, 2:0, 0:0), Iserlohn - Ingolstadt 3:4 n. P.
(2:1, 1:1, 0:1), Köln - Straubing 1:0 (0:0, 1:0,
0:0), Schwenningen - München 4:0 (2:0, 0:0,
2:0), Nürnberg - Hamburg 5:0 (0:0, 3:0, 2:0).
52. Spieltag: Mannheim - Nürnberg 3:1 (2:0,
1:0, 0:1), Düsseldorf - Schwenningen 4:0
(1:0, 0:0, 3:0), München - Köln 4:2 (0:0, 1:0,
3:2), Eisbären Berlin - Iserlohn 2:3 (1:1, 0:1,
1:1), Ingolstadt - Hamburg 9:0 (2:0, 6:0, 1:0),
Krefeld - Wolfsburg 1:2 (0:0, 1:1, 0:1), Straubing - Augsburg 0:1 (0:0, 0:1, 0:0).
DEL 2
51. Spieltag: Bietigheim - Heilbronn 8:2 (1:0,
6:1, 1:1), Bremerhaven - Rosenheim 8:2 (1:0,
5:2, 2:0), Dresden - Landshut 1:2 n. P. (1:0,
0:1, 0:0), Kassel - Kaufbeuren 2:5 (0:1, 2:3,
0:1), Ravensburg - Crimmitschau 9:2 (3:0,
4:1, 2:1), Riessersee - Löwen Frankfurt 2:3
n. V. (1:0, 1:1, 0:1), Lausitzer Füchse - Bad
Nauheim 4:2 (2:2, 0:0, 2:0).
FUSSBALL
Oberliga
Chemnitzer FC II - FC Eisenach 5:1 (3:0)
CFC II: Tittel - Berger, Wolny, Mattern (V), Ney
(46. Hunger/V) - Mauersberger (V), Cecen Pekdemir (77. Morozov), Hansch - Kießling
(51. Schubert/68. Rot, Notbremse), Ziereis.
Schiedsrichter: Schipke (Landsberg); Tore:
1:0 Zieries (35.), 2:0 Mauersberger (42.), 3:0
Ziereis (45.); 4:0 Hansch (65.); 4:1 Pohl
(69.); 5:1 Ziereis (82.); Zuschauer: 77. (dw).
Carl Zeiss Jena II - FCE Aue II 0:0
Aue II: Seidel - Klemm, Krug, Lehnard, Luksik
- Hauck - Merkel, Yildiz (86. Koch), Kortzorg Baars (90. Troschke), A. Dartsch.
SR.: Kohnert (Ballenstedt); Zu.: 85.
Landesliga
FCI Leipzig - VfL Hohenstein-E. 0:3 (0:1)
VfL: Grabowski – Enold, Kochte, Meinel, Colditz – Heßmann (86. Musick), Wilhelm, Helbig,
Falke (69. Erler) – Sajbidor (83. Fröhlich),
Benduhn. SR.: Eckart (Mochau); Tore: 0:1
Kochte (16.), 0:2 Falke (51.), 0:3 Enold
(90.+1); Zu.: 60. (mpf)
FSV Zwickau II - Markkleeberg 1:1 (0:1)
FSV II: Kallisch - Franke (V), Trehkopf, T. Baumann, Schumann - Strobel (V) - Albustin (54.
Albert), Wölfel, Langner, Gerisch (43. Bylicki) Gehrmann. SR.: Gläser (Dresden); Tore: 0:1
Petter (34.); 1:1 Bylicki (70.); Zu.: 49. (rr)
Bischofswerda - VfB Glauchau 3:0 (0:0)
VfB: Schmidt - Wagner, Fischer, Gasser, Groß Schumann, Rothe - Spranger, Weise, Jäger I
(71. Jäger II) - Pfoh SR.: Seidel (Bannewitz);
Tore: 1:0 Weskott (61./FE), 2:0 Novotny
(69./FE), 3:0 Dietze (84.); Zu.: 190. Rot: Wagner (60./Glauchau); Neumann (89./Bischofswerda). (luhi)
GW Görlitz - BSC Freiberg 0:0
BSC: Geiger - Uhlig, Löbel, Otto, Kuckelt Schäfer, Berndt (90. Engel), Sensfuß, Fischer Thomas, Singer (75. Krondorf/87. Mönch);
SR.: Nixdorf (Dresden); Zu.: 197.
Landesklasse
Staffel West
VfB Chemnitz – Ifa Chemnitz 2:2 (1:1)
SR: Kotte (Dresden). Tore: 1:0 Schneider
(27.), 1:1 Melzer (35.), 1:2 Schwinge (60.),
2:2 Weckert (82.). Zu.: 140. Rot: Gulyas
(VfB/73.)
Fortuna Plauen – Reichenbach 4:0 (2:0)
SR: Neef (Zwickau). Tore: 1:0 Schröter (28.),
2:0 Klaus (45./Strafstoß), 3:0, 4:0 Richter
(47./56.). Zu.: 85.
FC Stollberg – BSV Gelenau 3:0 (2:0)
SR: Rehm (Aue). Tore: 1:0 Andrä (20.), 2:0
Iser (30.), 3:0 Kinas (48.). Zu.: 130.
Schneeberg – Lok Zwickau 0:4 (0:3)
SR: Reinhold (Neustadt). Tore: 0:1, 0:2
Kretschmar (17./23.), 0:3 Holler (30.), 0:4
Kretschmar (67.). Zu.: 50.
Germania Chemnitz – Rabenstein 0:1 (0:1)
SR: Breidel (Zöblitz). Tor: Lorenz (15./Strafstoß). Zu.: 65.
Rapid Chemnitz – Marienberg 3:2 (2:1)
SR: Diener (Radebeul). Tore: 1:0 Schwarz
(14.), 2:0 Richter (23.), 2:1 Franz (43.), 3:1
Vettermann (65.), 3:2 Schröter (75.). Zu.:
130.
TSV Crossen – FC Lößnitz 1:1 (0:0)
SR: Reiche (Leipzig). Tore: 0:1 Küllig (63.),
1:1 Düring (67.). Zu.: 120.
Staffel Mitte
Germania Mittweida – Dorfhain 2:0 (1:0)
SR: Kneusel (Dresden). Tore: 1:0 Richter (6.),
2:0 Pietsch (90.). Zu.: 125.
Großenhain – SV Lichtenberg 3:0 (2:0)
SR: Schröder (Dresden). Tore: 1:0 Lotzmann
(9.), 2:0 Gleis (23.), 3:0 Witschel (82.). Zu.:
55. (jz)
SPORT
Montag, 2. März 2015
Bitteres Aus für Nico Ihle
Eispiraten
bleiben erneut
ohne Sieg
Der Eisschnellläufer aus
Oberlungwitz besaß bei
der Sprint-WM nach dem
ersten Tag als Dritter eine
Riesenchance auf seine
erste internationale Medaille. Doch ein angebliches Übertreten der Startlinie vor den 500 Metern
ließ seine Träume platzen.
Niederlagen in Ravensburg
und gegen Bremerhaven
CRIMMITSCHAU — Die
VON FRANK THOMAS
UND MARTINA MARTIN
ASTANA — Das Entsetzen stand Nico
Ihle ins Gesicht geschrieben, nachdem er bei der Sprint-WM in Astana
(Kasachstan) gestern zum zweiten
500-m-Lauf nicht mehr antreten
durfte. Immer wieder zuckte er
verzweifelt mit den Schultern und
schüttelte den Kopf. Zunächst hatte
seine Kontrahent, der Kanadier Laurent Dubreuil, einen Fehlstart fabriziert. Beim zweiten Versuch pfiff
Kampfrichter Jan Zvier aus den Niederlanden plötzlich und schickte
den Akteur von der Chemnitzer
Skatergemeinschaft an die Bande.
Der 29-Jährige verstand die Welt
nicht mehr, zumal er als Dritter des
ersten Tages eine Super-Ausgangsposition besaß. Angeblich soll er die
Startlinie um eine Winzigkeit übertreten haben, wurde reklamiert.
Im
TV-Aufzeichnungsraum
schaute sich Nico Ihle später die
Situation noch einmal in aller Ruhe
genau an, erkannte kein eigenes Verschulden. „Das kann doch nicht
wahr sein, dass dies so streng gesehen wird. Ich hätte doch überhaupt
keinen Vorteil gehabt, selbst wenn
die Kufenspitze die Linie berührt
hätte“, zeigte sich der mehrfache nationale Meister maßlos enttäuscht.
Die deutsche Mannschaftsleitung
legte Protest ein. Vergeblich – die
russische Jury-Chefin Jekaterina
Pilschtschikowa schmetterte den
Einspruch ab, da es sich um eine
Tatsachenentscheidung gehandelt
habe. „Das ist der schlimmste
Moment meiner Karriere“, wertete
der Sachse und fügte hinzu: „Ich lag
ganz klar auf Medaillenkurs. Die
Chance war so groß, ich musste
doch eigentlich nur laufen.“
Zu Hause hatte sein Heimtrainer
Klaus Ebert vor dem Computer via
Livestream die Entscheidung verfolgt, begriff gleichfalls das Geschehene nicht. „Ich bin einfach sprachlos, das ist so bitter für ihn, eine ganz
harte Regelauslegung. Und ich kann
nichts sehen, was er falsch gemacht
hat“, meinte der Coach im „Freie
Presse“-Gespräch, nachdem er sich
auch noch die Fernsehübertragungen angeschaut hatte. Bereits seit
1972 ist der Chemnitzer erfolgreich
als Trainer tätig, begleitete seither
zahlreiche Asse. „Solch eine Entscheidung bei einem Top-Ereignis
habe ich noch nie erlebt“, sagte der
63-Jährige, der sofort eine aufmunternde Nachricht an seinen Schützling schickte.
Zuvor war der erste Tag optimal
für Nico Ihle verlaufen. Mit jeweils
FUSSBALL
Oberliga Süd
Sandersdorf
Lok Leipzig (A)
Cottbus II
RB Leipzig II (N)
CZ Jena II
Rudolstadt
Chemnitzer FC II
TV Bernburg (N)
Landesliga
- SSV Markranstädt
- Dyn. Dresden II
- VfL Halle
- RW Erfurt II
- FCE Aue II
- FC Neugersdorf
- FC Eisenach (N)
- Schott Jena
1. RB Leipzig II (N)
2. SSV Markranstädt
3. FC Neugersdorf
4. Chemnitzer FC II
5. Lok Leipzig (A)
6. VfL Halle
7. FC Eisenach (N)
8. RW Erfurt II
9. Cottbus II
10. FCE Aue II
11. CZ Jena II
12. Schott Jena
13. TV Bernburg (N)
14. Sandersdorf
15. Dyn. Dresden II
16. Rudolstadt
16
16
16
16
16
16
16
16
16
16
16
16
16
16
16
16
1:4
3:1
2:0
3:0
0:0
2:6
5:1
2:2
51:13
33:19
40:12
34:19
22:16
22:20
22:41
26:24
27:38
19:25
17:23
22:30
22:32
22:34
22:36
13:32
41
33
32
28
26
25
25
21
21
19
18
16
15
14
11
10
Eilenburg
Bischofswerda
FCI Leipzig
Riesa
FC Grimma
FSV Zwickau II
PSV Dresden (N)
Görlitz
- Chemie Leipzig (N)
- VfB Glauchau (N)
- Hohenstein-E.
- Kamenz
- Heidenau (A)
- Markkleeberg
- Döbeln
- Freiberg (N)
1. Chemie Leipzig (N)
2. FC Grimma
3. Bischofswerda
4. FCI Leipzig
5. Eilenburg
6. Riesa
7. Görlitz
8. Freiberg (N)
9. Markkleeberg
10. Hohenstein-E.
11. FSV Zwickau II
12. Heidenau (A)
13. VfB Glauchau (N)
14. Kamenz
15. Döbeln
16. PSV Dresden (N)
17
18
17
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
18
31:11
39:19
29:14
35:21
26:14
23:20
28:17
29:34
29:26
24:28
25:23
19:24
30:43
19:23
19:57
16:47
1:2
3:0
0:3
1:1
0:0
1:1
0:3
0:0
36
34
33
33
31
29
27
23
22
22
21
20
20
16
11
6
Landesklasse West
VfB Chemnitz (A)
Fort. Plauen (N)
Thalheim
FC Stollberg (A)
Schneeberg
Germ. Chemnitz
Rapid Chemnitz
Crossen
- Ifa Chemnitz (N)
- Reichenbach
- VFC Plauen II
- Gelenau (N)
- Lok Zwickau
- Rabenstein
- Marienberg
- FC Lößnitz
1. Rapid Chemnitz
2. Reichenbach
3. Crossen
4. VfB Chemnitz (A)
5. FC Lößnitz
6. FC Stollberg (A)
7. Marienberg
8. Gelenau (N)
9. Rabenstein
10. Lok Zwickau
11. Schneeberg
12. Germ. Chemnitz
13. VFC Plauen II
14. Thalheim
15. Fort. Plauen (N)
16. Ifa Chemnitz (N)
18
17
18
18
18
18
18
18
17
18
18
17
17
16
18
18
2:2
4:0
ausg.
3:0
0:4
0:1
3:2
1:1
46:26
32:20
30:23
24:19
28:22
23:20
36:33
42:42
16:19
26:27
23:35
28:28
27:33
14:22
24:36
27:41
39
34
29
29
26
26
25
24
22
21
21
20
18
17
17
15
FOTO: YURI KOCHETKOV/DPA
Nico Ihle lag nach dem ersten Tag als Dritter auf Medaillenkurs.
Landesklasse Mitte
Meißen
Mittweida
Großenhain
Coswig
Pirna-C.
Lommatzsch
Bannewitz
- Gröditz
- Dorfhain
- Lichtenberg
- Wesenitztal
- Sebnitz
- Freital
- Possendorf
4:2
2:0
3:0
1:1
0:2
1:2
6:2
persönlichen Saisonbestzeiten über
500 und 1000 m hatte er sich auf den
Punkt topfit präsentiert und voller
Vorfreude gepostet: „Ich bin mit beiden Rennen sehr zufrieden, werde
voll angreifen.“ Auch Klaus Ebert
registrierte aus der Ferne das Auftreten mit Wohlwollen, nachdem zwei
Wochen vorher bei der Einzelstrecken-WM in Heerenveen nicht die
erhofften Ergebnisse erreicht wurden. „Ein toller erster Tag von Nico.
Auf alle Fälle wäre für ihn eine Medaille möglich gewesen, sie war
greifbar wie noch nie. Doch nun
stehen wir leider ohne Ergebnis da“,
resümierte der Coach und sah sich
nach den Gesamtleistungen der
Konkurrenten in seiner Einschätzung bestätigt.
Nico Ihle sorgte bei Olympia in
Sotschi 2014 mit Platz vier über
1000 m für Furore, feierte in dieser
Saison über die gleiche Distanz seinen ersten Weltcupsieg. Mit einem
Platz unter den besten Drei hätte er
sich nicht nur den Traum von seiner
ersten Medaille bei einer internationalen Meisterschaft erfüllt, sondern
auch die Abstinenz deutscher Sprinter auf dem Podest nach 24 Jahren
beendet. Weltmeister wurde erstmals der Russe Pawel Kulischnikow.
Samuel Schwarz aus Berlin schaffte
als Neunter seine bisher beste
Platzierung bei einer Sprint-WM.
Das gelang ebenso Judith Hesse (Erfurt) mit Rang zehn. Den Titel bei
den Damen holte sich die US-Amerikanerin Brittany Bowe. (mit dpa)
NORDISCHE SKI-WM
WINTERSPORT
Kombination
Bob
Teamsprint: 1. Braud/Lamy Chappuis (Frankreich) 38:31,6 min; 2. Frenzel/Rydzek (Oberwiesenthal/Oberstdorf) 2,7 s zur.; 3. Moan/Klemetsen (Norwegen) 19,4; 4. Herola/Härtull (Finnland) 1:04,2 min; 5. Costa/Pittin (Italien) 1:18,7; 6. Y. Watabe/A. Watabe (Japan) 1.25,7.
WM in Winterberg: Zweierbob: Frauen:
1. Taylor/Garrett (USA) 3:46,47 min;
2. Schneiderheinze/Drazek (Erfurt/Gladbeck)
3:46,90; 3. Martini/Schneider (Oberbärenburg/Meiningen) 3:47,53; 4. Szczurek/Nolte
(Oberhof/Winterberg) 3:48,04; 5. Greubel Poser/ Gibbs (USA) 3:48,10; 6. Fenlator/Deratt
(USA) 3:48,33; 10. Wagner/Buckwitz (Riesa/Potsdam) 3:49,37.
Männer: 1. Friedrich/Margis (Oberbärenburg/Winterberg) 3:43,30; 2. Melbardis/Dreiskens (Lettland) 3:44,36 und Lochner/Bluhm (Stuttgart/Königssee) 3:44,36;
4. Hefti/Baumann (Schweiz) 3:44,52; 5. Yunjong/Youngwoo (Südkorea) 3:44,69; 6. Zalims/Dambis (Lettland) 3:44,70; 9. Oelsner/Franke (Riesa) 3:45,23 ; 10. Walther/Hübenbecker (Riesa/Magdeburg) 3:45,26.
Skispringen
Team: 1. Norwegen (Bardal 125,0; 125,5 m,
Jacobsen 125; 123, Fannemel 126,5; 127,5,
Velta 124; 121) 872,6 Punkte; 2. Österreich
(Kraft 131,5; 126,5, Hayböck 124,5; 122,
Poppinger 115,5; 129,5, Schlierenzauer 119;
129,0) 853,2; 3. Polen (Zyla 123; 123, Muranka 120,5; 128, Ziobro 116; 125,5, Stoch
129,5; 126) 848,1; 4. Japan (Kobayashi 122;
121, Ito 120,5; 122,5, Takeuchi 126; 128,
Kasai 127; 122) 831,2; 5. Deutschland (Neumayer 118; 119, Eisenbichler 120,5; 119,5,
Freitag 121,5; 125,5, Freund 123,5; 143)
809,2; 6. Slowenien (Tepes 126; 116, Dezman 117; 121,5, Damjan 120; 120, Prevc
117,5;133) 797,5.
Skilanglauf
30 km Damen: (kl.): 1. Johaug 1:24:47,0 h;
2. Marit Bjørgen (beide Norwegen) 0:52,3
min zur.; 3. Kalla (Schweden) 1:31,6; 4. Niskanen (Finnland) 1:55,2; 5. Bleckur (Schweden)
2:09,3; 6. Böhler (Ibach) 2:36,9; 7. Saarinen
(Finnland) 2:45,2; 8. Weng (Norwegen)
2:45,7; 29. Carl (Zella-Mehlis) 7:39,6.
50 km Herren: (klassisch): 1. 1. Northug
(NOR) 2:26:02,1 h; 2. Bauer (Tschechien) 1,7
s zur.; 3. Olsson (Schweden) 2,0; 4. Wylegschanin (RUS) 2,8; 5. Harvey (CAN) 6,0; 6. Cologna (Schweiz) 9,5; 7. Poltoranin (Kasachstan) 10,1; 41. Eisenlauer (Sonth.) 10:26,0;
42. Bing (Dermbach) 14:12,1; Tscharnke (Biberau), Notz (Römerstein) ausgeschieden.
Medaillenspiegel
1. Pirna-C.
2. Mittweida
3. Coswig
4. Großenhain
5. Freital
6. Sebnitz
7. Possendorf
8. Wesenitztal
9. Gröditz
10. Bannewitz
11. Lichtenberg
12. Dorfhain
13. Meißen
14. Lommatzsch
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
29:12
27:9
30:14
33:9
23:14
22:11
37:23
21:26
29:30
21:29
13:34
12:30
18:50
15:39
32
29
29
28
28
27
26
18
17
16
11
9
7
3
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Norwegen
Deutschland
Schweden
Frankreich
Österreich
Russland
Italien
Japan
Kanada
USA
11. Schweiz
Tschechien
13. Polen
14. Finnland
Gold
11
5
2
1
1
1
0
0
0
0
0
0
0
0
Silber
4
2
4
2
2
1
1
1
1
1
1
1
0
0
Bronze
5
1
3
3
2
0
1
1
1
1
0
0
2
1
Rodeln
Weltcup und EM in Sotschi:
Doppelsitzer (EM-Platzierungen in Klammern): 1. (1) Wendl/Arlt (Berchtesgaden/Königssee) 1:39,559 min; 2. (2) Penz/Fischler
(Österreich) 1:39,854; 3. (3) Sics/Sics (Lettland) 1:40,137; 4. (4) Oberstolz/Gruber (Italien) 1:40,143; 5. (5) Denisjew/Antonow
1:40,216; 6. (6) Juschakow/Prochorow (beide
Russland) 1:40,301; 7. (7) Eggert/Benecken
(Ilsenburg) 1:40,385; 11. (10) Brendel/Schmid (Berchtesg./Königssee) 1:41,126.
Weltcup-Endstand: 1. Eggert/Benecken
1071 Pkt.; 2. Wendl/Arlt 1055; 3. Sics/Sics
749; 4. Penz/Fischler 672; 5. Oberstolz/Gruber 607; 6. Juschakow/Prochorow 489; 14.
Geueke/ Gamm (Fredeburg/Winterberg) 330;
26. Brendel/Schmid 34.
Frauen: 1. (1) Eitberger (Ilmenau) 1:40,510
min; 2. (2) Geisenberger (Miesbach)
1:40,520; 3. (3) Iwanowa 1:40,601; 4. (4)
Baturina (beide Russland) 1:40,781; 5. (5)
Hüfner (Friedrichroda) 1:40,955; 6. (6) Katnikowa (Russland) 1:40,996; 7. (7) Wischnewski (Oberwiesenthall) 1:41,322. WC-Endstand: 1. Geisenberger 1080.; 2. Eitberger
851; 3. Hüfner 727; 4. Wischnewski 686; 5.
Hamlin (USA) 624; 6. Kocher (Schweiz) 472.
Männer: 1. (1) Pawlitschenko 1:44,020 min;
2. (2) Peretjagin (beide Russland) 1:44,252;
3. (3) Loch (Berchtesgaden) 1:44,339; 4. (4)
Langenhan (Zella-M.) 1:44,379; 5. (5) Kivlenieks (Lettland) 1:44,417; 6. Mazdzer (USA)
1:44,430; 10. (9) Palik (Oberwiesenthal)
1:44,578; 12. (11) von Schleinitz (Königssee)
1:44,690; 15. (14) Ludwig (Oberhof)
1:44,937. WC-Endstand: 1. Loch 975; 2.
Langenhan 645; 3. Kindl (Österreich) 605; 4.
Eispiraten
Crimmitschau haben die Hauptrunde in der Deutschen Eishockey Liga
2 (DEL 2) gestern Abend mit einer
Niederlage beendet. Sie verloren gegen den Tabellenzweiten Fischtown
Pinguins Bremerhaven mit 1:3 (0:2,
1:1, 0:0). Die Gastgeber schickten
nur ein Mini-Aufgebot von 14 Feldspielern (5 Verteidiger und 9 Stürmer) auf das Eis. Sie ließen mit Eric
Lampe, Matt MacKay und Nico
Oprée gleich drei von einer Sperre
bedrohte Stammkräfte auf der Tribüne sitzen. Der verbliebene Eispiraten-Rest verschlief den Start. Andrew McPherson brachte die Gäste
mit einem Abpraller in Front. Patrick Klöpper erhöhte später mit einem Flachschuss aus zentraler Position auf 2:0. Erst in der Schlussphase
des ersten Drittels gab es gefährliche
Szenen für die Eispiraten: Jamie
MacQueen (18.) und Daniel Bucheli
(20.) vergaben aus guten Positionen.
Im zweiten Abschnitt konnten
beide Teams nach etlichen Strafen
die Form der Special-Teams testen.
Brendan Cook erzielte mit einem
schnellen Angriff in Überzahl den
dritten Gäste-Treffer. In der 36. Minute verkürzte MacQueen mit
einem Gewaltschuss im doppelten
Powerplay auf 1:3. Im letzten Drittel
vergaben die Eispiraten in Überzahl,
unter anderem durch Matthias Forster und Alex Hutchings, die Chancen zu einer Ergebnisverbesserung.
Im Abstiegskampf wird es ab dem
13. März ernst. Dann kommt es in
den Playdowns zu den Duellen zwischen Crimmitschau und Heilbronn sowie zwischen Bad Nauheim und Kaufbeuren. (hof)
STATISTIK: Crimmitschau – Bremerhaven
1:3 (0:2, 1:1, 0:0). Tore: 0:1 McPherson (6.),
0:2 Klöpper (10.), 0:3 Cook (31.), 1:3 MacQueen
(36.). Strafm.: Crimmitschau 12 plus 20 (Disziplinarstrafen Card und Tepper), Bremerhaven
14. Zuschauer: 1355. Schiedsrichter: Engelmann (Ratingen) und Yazdi (Neuss).
Ravensburg – Crimmitschau 9:2 (3:0, 4:1,
2:1). Tore: 1:0 Krestan (4.), 2:0 Edwards (9.),
3:0 Brandl (10.), 4:0 Carciola (22.), 5:0 Roloff
(22.), 5:1 Hutchings (24.), 6:1 Edwards (25.), 7:1
Detsch (27.), 8:1 Carciola (50.), 9:1 Farny (58.),
9:2 Hutchings (59.). Strafminuten: Ravensburg
10, Crimmitschau 8. Zuschauer: 2694. SR: Melia (Grafrath) und Paule (Bad Aibling).
Fischnaller (Italien) 556; 5. Mazdzer 547; 6.
West (USA) 445; 11. von Schleinitz 389; 14.
Ludwig 319; 22. Palik 203.
Staffel: 1. (1) Deutschland (Eitberger, Loch,
Wendl/Arlt) 2:45,468; 2. (2) Russland
2:45,528; 3. (3) Lettland 2:45,775; 4. USA
2:46,120; 5. (4) Österreich 2:47,968; 6. (5)
Ukraine 2:50,753. WC-Endstand: 1. Deutschland 600; 2. Russland 420; 3. USA 405; 4. Österreich 310; 5. Lettland 295; 6. Kanada 250.
Eisschnelllauf
Sprint-WM in Astana (Kasachstan):
Herren, 500 m, 1. Lauf: 1. Kulischnikow
(Russland) 34,56 s; 2. Mulder (Niederlande)
34,84; 3. Dubreuil (Kanada) 34,89; 4. Kretsch
(Kasachstan) 34,92; 5. Muraschow (Russland)
34,95; 6. Jessin (Russland) 35,04; 7. Nico Ihle
(Chemnitz) 35,05; 20. Schwarz (Berlin)
35,47. 2. Lauf: 1. Kulischnikow 34,68;
2. Poutala (Finnland) 35,03; 2. Otterspeer
(Niederlande) 35,03; 4. Muraschow 35,06;
5. Mulder 35,11; 6. Kretsch 35,13; 20.
Schwarz 35,62; Ihle disqualifiziert.
1000 m: 1. Otterspeer 1:08,93 min; 2. Nico
Ihle 1:09,10; 3. Kulischnikow 1:01,11; 4. Davis (USA) 1:01,12; 5. Jessin (Russland)
1:01,46; 6. Schipper (Niederlande) 1:01,67
und Schwarz 1:01,67. 2. Lauf: 1. Kulischnikow 1:09,06; 2. Jessin 1:09,41; 3. Lorentzen
(Norwegen) 1:09,43; 4. Otterspeer 1:09,52;
5. Schipper 1:09,73; 6. Kusin (Kasachstan)
1:09,75; 10. Schwarz 1:09,87.
Gesamtwertung: 1. Kulischnikow 138,325
Pkt.; 2. Otterspeer 139,335; 3. Jessin
139,855; 4. Mulder 139,865; 5. Hvammen
(Norwegen) 140,250; 6. Schipper 140,460;
9. Schwarz 140,860.
Damen, 500 m, 1. Lauf: 1. Bowe (USA) 37,59
s; 2. Richardson (USA) 37,87; 3. Erbanova
(Tschechien) 38,04; 4. Fatkulina (Russland)
38,16; 5. Hesse (Erfurt) 38,24; 6. Oenema
(Niederlande) 38,30. 2. Lauf: 1. Bowe 37,71;
2. Richardson 37,90; 3. Erbanova 38,06;
4. Aydowa (Kasachstan) 38,19; 5. Oenema
(Niederlande) 38,27; 6. Hesse 38,36.
1000 m, 1. Lauf: 1. Bowe 1:14,10 min; 2. Richardson 1:15,03; 3. Boer (Niederlande)
1:16,33; 4. Aydowa (Kasachstan) 1:16,40; 5.
Fatkulina 1:16,59; 6. Qishi (China) 1:16,79;
9. Hesse 1:17,37. 2. Lauf: 1. Bowe 1:14,50;
2. Richardson 1:15,06; 3. Qishi 1:15,85;
4. Aydowa 1:16,01; 5. Erbanova 1:16,14;
6. Bittner (Österreich) 1:16,40; 10. Hesse
1:17,48.
Gesamtwertung: 1. Bowe 149,600; 2. Richardson 150,815; 3. Erbanova 152,625;
4. Aydowa 153,025; 5. Fatkulina 153,315;
6. Qishi 153,330; 10. Hesse 154,025.
NORDISCHE SKI-WM 2015
Montag, 2. März 2015
Freie Presse
Lukas Bauer
jubelt über
Silbermedaille
KOMMENTAR
Zwei
Rausreißer
Langläufer Lukas Bauer (rechts) aus
Tschechien erkämpfte sich gestern
zum WM-Abschluss nach 50 Kilometern hinter dem Norweger Petter
Northug und vor dem Schweden
Johan Olsson (Mitte) die Silbermedaille. Er sicherte sich damit nach
2009 (2. Platz: 15 km) sein zweites
Edelmetall bei einer WM. Der
37-Jährige hatte extra auf einen
Staffeleinsatz verzichtet, um sich
voll auf den Marathon zu konzentrieren. Lukas Bauer, der bislang dreimal bei Olympia (2010: zweimal
Bronze, 2006: Silber) auf dem Podest
stand, wohnt in Bozi Dar und trainiert deshalb ab und an auch in der
Gruppe von Coach Janko Neuber
am Oberwiesenthaler Stützpunkt.
Petter Northug holte indes mit
einem unglaublichen Sprint seinen
vierten Titel bei dieser WM.
Der nunmehr 13-fache Champion
überspurtete von Rang 16 kommend auf dem letzten Kilometer die
gesamte Konkurrenz und sank
dann erschöpft in den Neuschnee
des Lugnet-Stadions. Vier Titelgewinne waren bislang noch keinem
Langläufer bei einer WM gelungen.
VON THOMAS PRENZEL
thomas.prenzel@freiepresse.de
D
ie deutschen nordischen
Skisportler sind weltspitze.
Zumindest in der Kombination und im Skispringen lässt sich
dieses Fazit nach der WM in Falun
ziehen. Mit den zwei Rausreißern
Johannes Rydzek und Severin
Freund krönten beide Disziplinen
ihre jahrelangen Bemühungen, die
bei den Kombis auf intensiver Nachwuchsarbeit basieren. Auch die
Spezialisten haben ein für Talente
durchlässiges System entwickelt,
das in den vergangenen Jahren
immer wieder einen Athleten in den
Dunstkreis der Weltspitze brachte:
erst Andi Wellinger, dann Marinus
Kraus, nun Markus Eisenbichler.
Dies gelingt den Langläufern
zunehmend nicht. In den Jugendund Juniorenklassen bis hin zur
U-23-Kategorie schaffen es die Deutschen noch, im Weltmaßstab mitzuhalten. Doch kommen die Junioren-Weltmeister dann ins beste
Langlaufalter von 27, 28 Jahren, wirken sie ausgebrannt, stagnieren in
ihren Leistungen und fallen aus
dem Fördersystem des Skiverbandes
heraus. Unterschiedliche Auffassungen zur Trainingsmethodik an den
verschiedenen Stützpunkten erschwerten in der Vergangenheit die
Bestrebungen, Anschluss an die
Weltspitze zu halten. Hinzu kommt:
Nach dem Rücktritt der drei alten
Hasen Angerer, Teichmann und Filbrich sind deren potenzielle Nachfolger noch zu grün, um der großen
Erwartungshaltung standzuhalten.
Fest steht: Die Mitteleuropäer
werden immer einen Standortnachteil gegenüber langlaufverrückten
Norwegern oder Schweden haben.
Dort spielt der Langlauf wie in
Deutschland der Fußball die erste
Geige. Die Norweger können deshalb aus einem viel größeren Reservoir schöpfen, Fehler wirken sich
nicht so extrem aus wie bei der dünnen Personaldecke in Deutschland.
Deshalb müssen hierzulande Wege
gefunden werden, mehr Talente für
den harten Ausdauersport zu gewinnen. Und die wenigen sollten gehegt
und gepflegt werden, ohne sie vor
hartem Training zu bewahren.
Frankreich ist auch kein Langlaufland, hat sich aber in Falun weitaus
erfreulicher in der Loipe präsentiert
als die deutschen Langläufer.
KURZ GEMELDET
Fessel mit Fieber im Bett
FALUN — Statt um einen versöhnli-
chen Abschluss zu kämpfen, musste
Langläuferin Nicole Fessel am Samstag mit einem fiebrigen MagenDarm-Virus das Bett hüten. Ihr drittes Gold über 30 km klassisch holte
im Alleingang Therese Johaug. Die
Norwegerin machte ihrem Spitznamen „Duracell“ (wegen ihres hochfrequenten Laufstils) alle Ehre. (tp)
Lamy Chappuis hört auf
FALUN — Frankreichs
Kombinierer
Jason Lamy Chappuis gab nach seinem WM-Titel mit Francois Braud
im Teamsprint sein Karriereende
bekannt. Der 28-Jährige, der in Missoula/Montana in den USA geboren
wurde, war 2010 Olympiasieger,
2011 Weltmeister und gewann dreimal den Gesamtweltcup. (tp)
S5
FOTO: ANDERS WIKLUND/DPA
Freitag zieht vor Frenzel den Hut
Die zwei Medaillengewinner der Region vom WSC Oberwiesenthal im Doppelinterview über die WM in Falun, Tiefschnee und Höhenflüge
Während Kombinierer Eric Frenzel im Teamsprint mit Johannes
Rydzek sein zweites Gold bei der
WM in Falun hauchdünn verpasste und Silber im tiefen Schnee
erkämpfte, fehlten wenig später
seinem WG-Mitbewohner am
Fichtelberg, Richard Freitag, mit
dem deutschen Quartett beim
Teamspringen über 60 Punkte zu
Gold. Das gewann Norwegen.
Über Rang fünf war der 23-jährige
Erzgebirger enttäuscht. Thomas
Prenzel sprach mit den beiden
Oberwiesenthalern.
Freie Presse: Eric Frenzel, herzlichen Glückwunsch zu Silber.
Mussten Sie dafür eine neue
Technik erlernen?
Eric Frenzel: Das war wirklich
nicht mehr schön. Mit Sprinten hatte das nur noch wenig zu tun. Wenn
du beim Laufen die Knie hinter den
Ohren hast, macht das keinen Spaß
mehr. Dieser extrem tiefe Schnee:
Das waren Bedingungen, die man
nicht für eine WM erwarten kann.
Die Trainer haben nach dem
Einzel nochmal diskutiert, ob Sie
in dieser Laufform der richtige
Mann für den Teamsprint sind.
Vertrauen gerechtfertigt?
Eric Frenzel: Ich denke schon. Der
Sprung war sehr gut. Und im Laufen
wollte ich den Norweger Magnus
Moan auf Abstand halten. Das ist
mir auch gelungen.
Wie sehr wurmt Sie es, dass
Johannes Rydzek jetzt die Nummer eins im Team ist?
Eric Frenzel: Konkurrenz belebt
das Geschäft. Für die Kombination
in Deutschland ist es immer gut,
wenn einer ganz vorn landet.
Eric Frenzel
Nordisch Kombinierter
FOTO: HENDRIK SCHMIDT/DPA
„Wenn du beim
Laufen die Knie
hinter den Ohren
hast, macht das
keinen Spaß mehr.“
Sie fahren mit Gold und Silber
heim, trotzdem war dies in den
Einzelwettbewerben nicht Ihre
WM. Wie ist Ihre Gefühlslage?
Eric Frenzel: Es war diesmal eine
durchwachsene WM. Über die Einzelergebnisse bin ich schon ein bisschen enttäuscht, weil meine Erwar-
tungen höher waren. Ich habe im
Laufen nicht die Leistung gebracht,
die ich zeigen wollte. Das Gold im
Team sehe ich als Lichtblick. Diese
Medaille wollte ich unbedingt noch
holen. Und jetzt hab‘ ich sie.
Richard Freitag, Sie wollten dieses Team-Gold sicher auch ...
Richard Freitag: Klar, aber das war
eben ein Tag, an dem nicht viel zusammengelaufen ist, bei jedem von
uns. Mein zweiter Sprung war noch
etwas besser, nachdem ich einen
etwas härteren Ski genommen habe.
Dafür habe ich den Sprung zu zeitig
geöffnet. Das war nicht optimal.
War denn die Reihenfolge mit
Michael Neumayer, der sich erst
einen Tag vorher in einer harten
Ausscheidung durchgesetzt hatte, an Position eins optimal?
Richard Freitag: Da kann man danach vieles sagen. Das legen ohnehin nur die Trainer fest, und das ist
auch richtig so. Fakt ist: Wir haben
alle mehr drauf gehabt, haben es
diesmal einfach versaut.
Wie sehen Sie Ihre Entwicklung?
Sind Sie erst einmal froh, dass
die Olympia-Enttäuschung, als
Sie für das Team nicht berücksichtigt wurden, vergessen ist?
Oder sagen Sie selbstkritisch, bei
der WM 2013 war ich mit zweimal Platz sechs schon mal näher
an einer Einzelmedaille dran?
Richard Freitag: Diese Saison glich
ja eher einer Sinuskurve. Es ging
bergauf und dann wieder bergab. Ich
glaube, es wäre mehr Zufall gewesen, wenn ich eine sehr gute WM gesprungen wäre. Aber es ist auch
nicht so, dass ich nur Trübsal blasen
muss. Das Mixed-Gold war ein
schöner Höhenflug. Beim Tourneesieg in Innsbruck habe ich auch gezeigt, was geht. Ich kann es momentan noch nicht steuern, zum Saisonhöhepunkt in Bestform zu springen.
Der Breitenbrunner Richard Freitag verpasste zum Abschluss die erhoffte
Team-Medaille.
FOTO: HENDRIK SCHMIDT/DPA
Entfesselt vor dem Hausarrest
Petter Northug war wieder
einmal die schillernde
Figur dieser Ski-WM in
Falun. Der Norweger ist
privat eher ruhig, in der
Loipe explodiert er.
WM-STATISTIK
Einzelplatzierungen
FALUN — Genüsslich setzte sich Pet-
(Athleten der Region)
Kombination
Eric Frenzel: WM 2013 Val di Fiemme: 1. und
4., Olympia Sotschi 2014: 1. und 10.,
WM 2015 Falun: 4. und 10.
Björn Kircheisen: WM 2013: 3. und 14.,
Olympia 2014: 4.; WM 2015: 23.
Skispringen
Richard Freitag: WM 2013: 6. und 6., Olympia 2014: 21. und 20., WM 2015: 7. und 15.
Ulrike Gräßler: WM 2013: 11., Olympia
2014: 22., WM 2015: 22.
Skilanglauf
Denise Herrmann: WM 2013:10. Sprint,
Olympia 2014: 8. Sprint, WM 2015: 17.
Sprint.
Claudia Nystad: WM 2013: - , Olympia 2014:
43. Skiathlon, WM 2015: 42. 10 km Freistil.
ter Northug neben Faluns Lokalmatador Calle Halfvarsson in die
abendliche TV-Show, der das schwedische Fernsehen den Titel „de
nederlag“ verpasst hatte. Freundlich
plauderte der Norweger über seinen
Zielspurt in der Staffel, seinen unterlegenen Kontrahenten Halfvarsson
und seinen großen Fehler, den er
nach den Weltmeisterschaften verbüßen wird. Keine Spur mehr vom
„bösen Bub“, den er zuweilen in der
Loipe zelebriert, wenn er seine Gegner zermürbt. Das wird ihm oft als
Eigentlich ein sympathischer Typ,
dieser Petter Northug aus Norwegen.
FOTO: SRDJAN SUKI/DPA
arrogant ausgelegt. „Petter ist eigentlich ein ruhiger Kerl. Aber er hat
einen Schalter. Wenn er im Wettkampf ist und siegt, dann drückt er
den Schalter und die Show kommt
dazu“, sagt Norwegens Cheftrainer
Trond Nystad, der auch die andere
Seite seines Vorzeigeläufers kennt:
„Wenn es irgendwas zu tragen gibt,
wie Skisäcke oder so, dann packt er
mit an. Petter beansprucht in unserer Mannschaft keine Sonderrolle.“
Ganz ohne Gesten ging es auch in
Falun nicht. Im Ziel der Staffel mit
dem dritten Gold der WM angekommen, legte er seinen Finger auf den
Mund und bedeutete den Zehntausenden schwedischen Fans, dass die
Verhältnisse im Langlauf nun wieder geradegerückt sind. Norwegen
hatte beim Olympiasieg der Schweden in Sotschi als Vierter eine bittere
Niederlage erlitten. Das wollten die
Herren aus dem Geburtsland des
nordischen Skisports nicht auf sich
Und ab jetzt volle Konzentration
auf den Weltcup?
Richard Freitag: Ja, mal schauen.
Wenn nichts dazwischen kommt,
nehme ich noch alle Weltcups bis
Saisonende mit.
Ihr WG-Mitbewohner Eric Frenzel hat die interne Medaillenwertung mal wieder gewonnen ...
Richard Freitag: Der Eric ist schon
stark. Ich ziehe den Hut vor ihm.
sitzen lassen. Dort, wo am Holmenkollen der Skisport zuhause ist, hatte sich Northug übrigens schon bei
der WM 2011 nicht nur Freunde gemacht. Damals wartete er aufrecht
auf der Zielgeraden auf Marcus Hellner, um dann kurz vor dem Schweden lässig über die Linie zu fahren.
In Falun wirkte Northug etwas
demütiger. Vielleicht in Erwartung
dessen, was nach der WM kommt.
„Wie entfesselt“ schrieben norwegischen Blätter nicht ohne Grund. Wegen seiner Alkoholfahrt im Mai, als
der 29-Jährige mit 1,65 Promille seinen Sportwagen schrottete, Fahrerflucht beging und zunächst angab,
gar nicht gefahren zu sein, wurde er
von einem Gericht in Trondheim zu
50 Tagen Haft verurteilt. Die Strafe
wurde zu einem Hausarrest umgewandelt. Vielleicht wird ihm noch
die elektronische Fußfessel erlassen.
Die meisten Norweger haben ihm
seinen Fehler längst verziehen. (tp)
NORDISCHE KOMBINATION
Klingenthal will
Weltcup ausrichten
FALUN/KLINGENTHAL — Die
Stadt
Klingenthal kann auf die Austragung von zwei Weltcups im kommenden Winter hoffen. Der FISRennchef für die Kombination, Lasse Ottesen, bestätigte in Falun, dass
am 5./6. März 2016 ein Weltcup in
der Nordischen Kombination in der
Vogtland-Arena vorgesehen ist. Der
Termin sei bereits im vorläufigen
Kalender des Weltskiverbandes FIS
verankert, muss aber noch im Frühjahr auf dem FIS-Kongress bestätigt
werden. „Es gibt, was die Kombination betrifft, noch einiges zu klären“,
sagte Arena-Geschäftsführer Alexander Ziron auf „Freie-Presse“-Anfrage. Dagegen dürfte die Bestätigung
des Weltcup-Auftaktes der Skispringer im November 2015 nur eine
Formsache sein. Bereits Anfang
Oktober 2015 steigt das Finale im
Sommer-Grand-Prix der Skispringer
in Klingenthal. (tp)
S6 Freie Presse
SPORT
Montag, 2. März 2015
Friedrich bleibt auf dem Thron
NACHRICHTEN
BASKETBALL
Chemnitzer Niners
Der Oberbärenburger ist
mit zwei Niederlagen mit unglaublicher PräzisiCHEMNITZ — Die Pro-A-Liga-Basket-
baller der BV Chemnitz verloren gestern Abend ihr zweites Spiel in Folge
nach dramatischem Verlauf. Nach
der unglücklichen 83:87-Niederlage
in der Verlängerung (75:75; 38:33)
am Freitag in Kirchheim musste
sich das Team auf heimischen Parkett vor 1713 Zuschauern mit 71:76
(33:36) gegen Vechta knapp geschlagen geben. „Es war die gleiche Situation wie in Kirchheim. Wir waren
über lange Phasen das bessere Team
und können das nicht nach Hause
bringen. Jetzt ist es klar, dass es für
uns um den Abstieg geht“, sagte
Trainer Kai Buchmann enttäuscht.
Erfolgreichster Niners-Werfer war
Andre Calvin mit 18 Punkten. (jz)
STATISTIK: BV in Kirchheim: Wilson (21),
Matthews (7), Mixich (2), Calvin (13), Simon (7),
Osborne, Knutson (28), Bellscheidt (2), Cardenas (3). BV gegen Vechta: Wilson (11), Matthews (11), Mixich (2), Richter, Calvin (18), Simon (4), Osborne (7), Knutson (3), Bellscheidt
(9), Cardenas (6).
2. HANDBALL-BUNDESLIGA
BSV Sachsen landet
höchsten Saisonsieg
ZWICKAU — Die Zweitliga-Handballe-
rinnen des BSV Sachsen Zwickau haben mit dem 32:18 (15:11) gegen den
TSV Travemünde ihren höchsten
Saisonsieg eingefahren. Nach der
6:3-Führung (9.) geriet Sand ins Getriebe. Die Raubmöwen schaffen die
Wende zum 7:8 (17.) – das sollte jedoch die einzige Gästeführung bleiben. Zwar gelang dem TSV nochmal
der Ausgleich (9:9/19.), aber danach
riss Zwickau das Spiel an sich. „In
der ersten Halbzeit haben wir viele
technische Fehler gemacht, die
Würfe waren oft ungenau, und wir
haben nicht als Mannschaft zusammengespielt“, analysierte Trainerin
Daniela Filip. „Nach der Pause haben
wir die Fehlerquote reduziert und
sind insgesamt bissiger aufgetreten.“ Vorentscheidend war zu Beginn der zweiten Halbzeit der 5:0Lauf zum 20:12 (38.). Kapitän Claudia Stein sorgte in der 43. Minute
erstmals für ein 10-Tore-Polster. Gästetrainer Thomas Kruse erklärte:
„Wir wollten das Ergebnis eigentlich
in Grenzen halten, sind aber in die
Konter reingelaufen.“ (tc)
STATISTIK BSV: Kurzke, Neagoe; Hessel (1),
Starcek (10/8), Aleksandraviciute (1), Kallenberg (4), Stein (4), Martinkova (3), Hopp, Pruß
(1), Bachrata (5), Choinowski (1), Majer (1)
Zuschauer: 690. Siebenmeter: BSV 8/8, TSV
2/2. Zeitstrafen: BSV 6, TSV 12 Minuten.
Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Berlin)
2. HANDBALL-BUNDESLIGA
EHV Aue verliert in
Emsdetten klar
Basketball: Zittern um den
Klassenerhalt geht weiter
on zu seinem zweiten
WM-Titel im Zweierbob
gerast. Das Debakel von
Sotschi ist vergessen.
NÖRDLINGEN — Die Chemnitzer Bun-
desliga-Basketballerinnen müssen
weiter um den Klassenerhalt bangen. Lange Zeit sah es gestern in
Nördlingen bei den gastgebenden
TH Wohnbau Angels so aus, als würde den Chem-Cats der entscheidende Schritt gelingen. Doch am Ende
gingen sie als enttäuschte Verlierer
vom Parkett. Nördlingen behielt
beim 78:71 knapp die Oberhand. Zur
Pause lag Chemnitz mit 36:29 vorn.
Der erhoffte Sieg beim TrainerComeback von Toni Dirlic blieb
damit aus. Der 35-Jährige hatte am
Freitag den erfolglosen Vladimir
Ivankovic abgelöst und war nach
2011 und 2014 zum dritten Mal als
„Feuerwehrmann“ eingesprungen.
Die Entscheidung fiel gestern im
dritten Viertel. Erst bauten die Gäste
ihren Vorsprung auf zwölf Punkte
aus, dann startete Nördlingen regelrecht durch. Mit 28:15 gewannen sie
diesen Spielabschnitt und lenkten
die Partie in die entscheidende Richtung. „Wir hatten frühzeitig Foulprobleme auf der deutschen Position. Hinzu kamen einfache Ballverluste, die Nördlingen gnadenlos bestrafte“, sagte Co-Trainer Thomas
Seltner. Den Chem-Cats bleiben
noch zwei Partien, um den Sieg zum
Klassenerhalt einzufahren. (om)
VON FRANK KASTNER
WINTERBERG — Überglücklich
trug
Zweierbob-Weltmeister Francesco
Friedrich seine Frau Magdalena küssend durch den ganzen Zielbereich,
danach gab er im Batman-Shirt die
ersten Siegerinterviews. Der von seinem Heimtrainer Gerd Leopold
„Friedrich der Große“ getaufte Bobpilot aus Oberbärenburg verwies in
Winterberg mit vier Laufbestzeiten
und dem Startrekord von 5,08 Sekunden Teamkollege Johannes
Lochner und Weltcup-Gesamtsieger
Oskars Melbardis mit jeweils 1,06
Sekunden Vorsprung auf Rang zwei.
Der weinende Lette musste noch auf
dem Podium vom Sieger getröstet
werden. „Es ist ein schöner Tag, man
kann es nur genießen. Melbardis hat
seine Startleistung hier abgeliefert,
doch uns sind hier vier Klasse-Läufe
gelungen. Die Startbestzeit im letzten Lauf war dann noch die Krönung für uns“, meinte der Sachse.
„Franz ist ein Jahrhunderttalent.“
CHEM-CATS: Peak (6), Menz (24), Mihalyi,
Böhmke, Bondarenko (6), Priede (9), Dzinic
(5), Davidson (7), Peroche, Schlemer (14).
Gerd Leopold Trainer beim BRC Riesa
Mit seinem zweiten WM-Coup
schloss Friedrich mit seinen erst
24 Jahren schon zu den großen des
Bobsports auf. Der Sachse ist erst der
achte Pilot in der Zweierbob-Geschichte, dem eine Titelverteidigung gelang. Selbst fünf WM-Siege
wie einst Eugenio Monti von 1957
bis 1961 liegen für den jüngsten
Zweierbob-Weltmeister der WMHistorie noch im Bereich des Möglichen. Zuvor schafften nur Wolfgang
Zimmerer (1973/74), Wolfgang Hoppe (1985/86), Christoph Langen
(1993/95/96) und André Lange
(2007/08) dieses Kunststück. „Franz
ist ein Jahrhunderttalent. Er bringt
alles mit, um über viele Jahre Bobgeschichte zu schreiben“, sagte Heimund Bundestrainer Gerd Leopold.
Mit dem WM-Gold von Friedrich
komplettierte der deutsche Bob- und
Schlittenverband zur Halbzeit der
Titelkämpfe seinen Medaillensatz.
„Wir haben nach Sotschi alles hinterfragt und ernten nun die ersten
Erfolge. Die neuen Mechanismen
scheinen zu greifen“, sagte Sportdirektor Thomas Schwab. (dpa)
EMSDETTEN — Handball-Zweitligist
EHV Aue musste beim TV Emsdetten mit 23:30 (11:16) eine klare Niederlage einstecken. Es gelang dabei
nicht, die gegnerischen Kreise entscheidend einzuschränken. Im eigenen Aufbau leisteten sich die Erzgebirger insgesamt zu viele Ballverluste oder Fehlwürfe, die der Kontrahent zu erfolgreichen Kontern nutzte. So war der gute Auftakt mit einer
Zwei-Tore-Führung
(16.:
10:8)
schnell vergessen. In der Schlussphase erzielte Emsdetten sogar ein
deutliches Plus. „Unser Angriff war
einfach zu schwach“, konstatierte
EHV-Trainer Runar Sigtryggsson
enttäuscht. Mitte der ersten Halbzeit
schied Marvin Sommer wegen einer
Fußverletzung aus. (wf)
STATISTIK: EHV: Musil, Petursson, Schäfer,
Meinhardt (2), Roch (1), Mägi (7/3), Sigtryggsson, Sommer (3), Gunnarsson, Duschek (3),
Runarsson (2), Sigthorsson (2), Faith (3); Siebenm.: TVE: 5/2; EHV: 5/3; Strafm.: TVE: 4;
EHV: 6; SR.: Heine, Standke (Braunschweig,
Friedland) Zu.: 1400.
Chem-Cats
verpassen
Entscheidung
ROLLSTUHLBASKETBALL
Francesco Friedrich (r.) jubelt mit Anschieber Thorsten Margis über den WM-Titel im Zweierbob. FOTO: INA FASSBENDER/DPA
Zwickauerin Cathleen Martini von ihren Gefühlen überwältigt
Cathleen Martini schlug im Zielauslauf nach dem vierten Rennen vor
Freude auf ihren Schlitten und stieg
am Sonnabend um 15.43 Uhr das letzte Mal nach einem Einzel-Wettbewerb
völlig geschafft aus ihrem Wettkampfgerät. Gemeinsam Stephanie Schneider aus Meiningen hatte sie zum Abschluss ihrer Karriere die Bronzemedaille gewonnen.
Die gebürtige Zwickauerin wurde
danach sofort von ihren Gefühlen
überwältigt, Tränen liefen ihr über
das Gesicht. „Mir gehen gerade so
viele Bilder durch den Kopf. Am Anfang dieser Saison war ich ganz unten
und nun dieses bombastisches Ende.
Jetzt möchte ich nur noch mit meinen
Freunden feiern“, meinte die Athletin
vom BSC Oberbärenburg schluchzend
und wurde von ihrer Anschieberin
und vielen Wegbegleitern immer wieder in die Arme genommen.
Wie schon vor zwölf Jahren bei ihrer ersten WM – ausgerechnet in Winterberg – schaffte es Cathleen Martini
erneut auf Platz drei. „Jetzt schließt
sich der Kreis, ich bin so überwältigt“,
meinte die 32-jährige Ausnahme-
Cathleen Martini weint AbschiedsFOTO: INA FASSBENDER/DPA
tränen.
pilotin, während die gut 40 mitgereisten Fans aus Sachsen ein Transparent
mit der Aufschrift „Danke Cathleen“
hoch hielten.
Am Saisonanfang war Cathleen Martini wegen schwacher Startzeiten zunächst nicht für das Weltcupteam berücksichtigt worden. Nach Siegen in
Königssee und zweiten Plätzen in
St. Moritz und La Plagne empfahl sie
sich noch für die WM.
Cathleen Martini begann ihre Karriere zunächst als Rennrodlerin beim
ESV Lok Zwickau. Im Jahr 2000 wechselte sie zum Bobsport. Ihren größten
Erfolg feierte sie mit Romy Logsch
2011 als Weltmeisterin. 2012 sicherte
sich das Duo den Gesamt-Weltcup.
Zudem kam die vierfache deutsche
Meisterin dreimal zu WM- Silber, bei
Olympia in Sotschi 2014 stand Rang
sieben zu Buche. (fp)
Muldestädter gehen
an der Mosel baden
TRIER — Zum Abschluss der Haupt-
runde der Rollstuhlbasketball-Bundesliga hat der BSC Rollers Zwickau
bei den Dolphins Trier mit 45:52
(14:13, 25:23, 32:37) den Kürzeren
gezogen. Nach mehrfach wechselnder Führung setzten sich die Moselstädter gegen Ende des dritten Viertels allmählich ab. Ausschlaggebend
war die niedrige Trefferquote der
Gäste – sowohl aus dem Feld heraus
(27 %) als auch von der Freiwurflinie (50). „Das war eine schwache
Vorstellung“, sagte Trainer Sinclair
Thomas: „Auch wenn es um nichts
mehr geht, müssen wir besser auftreten.“ Die Niederlage blieb ohne
Einfluss auf die Tabelle. Platz drei
und die damit verbundene Teilnahme am Playoff-Halbfinale der Meisterschaft waren schon gesichert. (tc)
STATISTIK Zwickau: Kenyon (3 Punkte),
Sealy (6), Doody (4), Mayer (2), Krug, Pohlmann (3), Erben (13), Möller (14).
EM-Titel überraschend nach Thüringen
Die Favoriten haben beim
Weltcupfinale der Rennrodler Schwächen gezeigt.
Natalie Geisenberger und
Felix Loch mussten die
Siege anderen überlassen.
SOTSCHI — Als Felix Loch mit EM-
Eine glückliche Dajana Eitberger bei
der Siegerehrung in Sotschi.
FOTO: SERGEI CHIRIKOV/DPA
Bronze und großem Kristallpokal in
die Kamera strahlte, hatte die völlig
verblüffte Dajana Eitberger schon
eine goldene Nacht hinter sich. Die
deutschen Rodler haben beim Weltcup-Finale in Sotschi und der parallel ausgefahrenen EM einmal mehr
überzeugt – auch wenn Olympiasieger Loch gestern den Russen Semjon
Pawlitschenko und Alexander Peretjagin den Vortritt lassen musste. „Ich
bin mit dem dritten Platz super zufrieden“, sagte der Bayer. Er stand
schon vor dem Finale als Sieger der
Gesamtwertung fest und wurde nun
auch offiziell geehrt. Dass es für den
25-Jährigen nach dem verpassten
WM-Titel nicht zum obersten Podestplatz gereicht hat – geschenkt.
In der Staffel raste er danach mit Eitberger und den Doppelsitzern Tobias Wendl/Tobias Arlt vor Russland
und Lettland auf Rang eins.
Nach dem ersten Lauf in seinem
Einsitzer-Rennen mit Rang sieben
hatte es noch schlecht ausgesehen
für Loch. „Das Wetter hat uns heute
überhaupt nicht in die Karten gespielt“, erklärte er, „aber ich bin froh,
dass ich noch nach vorne gefahren
bin.“ Rückblickend auf den Winter
resümierte er: „Da kann man sich
auf keinen Fall beschweren.“ Hinter
Loch kam Andi Langenhan auf den
vierten Platz, obwohl er im ersten
Lauf nur 13. war. Der Thüringer verteidigte durch die Aufholjagd den
zweiten Rang in der Gesamtwertung. Eine gute Vorstellung zeigte
erneut Ralf Palik. Der Oberwiesenthaler verbesserte sich als drittbester
deutscher Rodler in der Endabrechnung noch vom 12. auf den 10. Rang.
Dajana Eitberger krönte ihren
starken Winter. Die Thüringerin feierte in Sotschi nicht nur ihren ersten Weltcuperfolg vor Natalie Geisenberger und der Russin Tatjana
Iwanowa, sondern auch noch den
EM-Titel. Eitberger, die sich selbst
gerne lachend als „die große Blonde
mit dem kindlichen Gemüt“ beschreibt, feierte nach drei zweiten
Plätzen in diesem Winter den größten Triumph ihrer Karriere und lös-
te zugleich Tatjana Hüfner, die erstmals seit 2004/05 eine Saison ohne
Weltcupsieg erlebte, als Nummer
zwei hinter Geisenberger ab.
„Ich gönne es der Dajana sehr“,
sagte Geisenberger. Sie stand wie
Loch schon vorher als Siegerin der
Gesamtwertung fest. In Krasnaja
Poljana, wo sie bei Olympia den
größten Erfolg ihrer Laufbahn gefeiert hatte, gab sie den Sieg aus der
Hand. „Der Fehler im ersten Lauf
war riesengroß. Damit noch EM-Silber zu gewinnen, ist einfach der
Wahnsinn“, sagte sie. Die Oberwiesenthalerin Anke Wischnewski beendete in Sotschi mit Rang sieben
und dem vierten Platz im Gesamtweltcup ihre Karriere. „Bye, bye“,
hatte sie auf ihre Handschuhe geschrieben und winkte zum Abschied in die Kameras. (dpa/sg)
A N ZE I G E
KONTAKTE
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LOKALSPORT
Montag, 2. März 2015
Freie Presse
Wiedersehen
der Rad-Oldies
NACHRICHTEN
HANDBALL
Klingenthal kommt
unter die Räder
45 ehemalige aktive Radrennsportler aus der gesamten Vogtland sind
am Freitagabend der Einladung des
Plaueners Dieter Palmer zum Treffen im Panoramacafé des Möbelhauses Biller gefolgt. Es war die
inzwischen 14. derartige Zusammenkunft. Zu der Runde gehörten
auch fünf ehemalige Aktive der
einstigen BSG Einheit Oelsnitz: von
links Norbert Lenk, Roland Renz,
Manfred Meixner, Harald Sulski
und Fritz Dehne. Sportlicher Ehrengast war in diesem Jahr Sven Liesegang, der Trainer des HandballOberligisten HC Einheit Plauen.
Der beantwortete gerne Fragen zum
derzeitigen Höhenflug des Plauener
Handballs und zu den Chancen auf
den Aufstieg in die 3. Bundesliga.
Eingangs gedachten die Teilnehmer
des Treffens des bisher ältesten Radsportlers der früheren Treffen, Ernst
Baumgärtel, der im Oktober im
Alter von 82 Jahren gestorben ist. Er
hatte jahrelang den Gedenkstein für
den 1950 tödlich verunglückten Jugendfahrer Klaus Törpe an der Elsterberger Landstraße gepflegt.
OELSNITZ/KLINGENTHAL/MARKNEUKIRCHEN — Völlig untergegangen
sind gestern die Männer des HV 90
Klingenthal im Punktspiel der 2. Bezirksklasse. Bei den Routiniers des
HC Einheit Plauen III hieß es am
Ende 18:40. Auch wenn die Klingenthaler damit nicht in unmittelbare
Abstiegsgefahr geraten, gibt die Leistung zu denken. Da kommt es gelegen, dass aus dem 25:25 bei der USG
Chemnitz II am 10. Januar jetzt am
grünen Tisch ein Sieg wurde, weil
die Chemnitzer einen unberechtigten Spieler einsetzten. In der Kreisliga Vogtland hat die SG Neptun
Markneukirchen nach Punkten mit
Spitzenreiter Mylau-Reichenbach
gleichgezogen. Neptun gewann bei
Einheit Plauen IV 22:13. Die Mylauer haben aber ein um 43 Treffer besseres Torverhältnis. In der Sachsenliga der A-Junioren schob sich die
NSG Oelsnitz/Oberlosa durch einen
26:25-Erfolg über den HSV Dresden
an den Gästen vorbei auf Platz 4 der
Tabelle. Die männliche Jugend C der
NSG Oelsnitz/Oberlosa siegte bei
der bis dahin punktgleichen NSG
Rottluff/Limbach-Oberfrohna überzeugend 34:28. (pj/khfr)
FUSSBALL
S7
FOTO: HARALD SULSKI
„Ich lasse mich jetzt nicht stressen“
Schönecker lassen es
Biathletin Helene-Therese Hendel aus Klingenthal hebt wegen Staffel-Bronze bei der Junioren-Weltmeisterschaften noch lange nicht ab
neunmal krachen
SCHÖNECK — Eine Woche vor Beginn
der Frühjahrsrunde der Vogtlandliga hat der VfB Schöneck am Samstag
mit einem 9:1-Kantersieg im Testspiel gegen die Vogtlandklasse-Elf
des VfL Reumtengrün für Furore gesorgt. Gleich fünfmal versenkte
Thomas Hopf die Kugel im Netz der
Gäste. Die restlichen VfB-Treffer erzielten André Zenner (2), Marc Schumann und Sven Kapitän. Für Reumtengrün traf Felix Meisel. (tgf)
FUSSBALL
Knapper Sieg
im letzten Test
OELSNITZ — Mit 2:1 (1:0) Toren hat
der SV Merkur Oelsnitz am Sonntag
seinen abschließenden Test vor
Wiederbeginn der Punktspiele in
der Vogtlandliga gegen den Vogtlandklasse-Zweiten SG Unterlosa
gewonnen. Für die Sperken trafen
Robert Hofmann (27.) und Christian
Hirsch (85.), für Unterlosa erzielte
Nils Rausch (53.) den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Am Sonntag
empfängt Merkur zum Rückrundenstart die SpVgg Grünbach-Falkenstein. (tgf)
FUSSBALL
A-Junioren trotz
Niederlage vorn
OELSNITZ — Zum Punktspielauftakt
des Jahres 2015 haben die A-Junioren der Spielgemeinschaft Oelsnitz/
Kottengrün/Werda am Sonntag eine
überraschende 0:1-Heimniederlage
gegen den Tabellenvierten der Landesklasse VfB Annaberg hinnehmen
müssen. Trotz der zweiten Saisonpleite führen die Vogtländer immer
noch die Tabelle an. Sie haben bei einem Spiel weniger noch einen Zähler Vorsprung vor dem VfB Fortuna
Chemnitz. Am Sonntag sind sie
beim abgeschlagenen Schlusslicht
Wacker Plauen zu Gast. (tgf)
KURZ GEMELDET
Wandern: Sperkentour
OELSNITZ — Die Oelsnitzer Wander-
sperken gehen am Donnerstag auf
Tour ins Gebiet zwischen Bad Elster
und Studanka in Böhmen. Die
Abfahrt mit Pkw erfolgt 8.30 und
9 Uhr ab Schützenhaus. (ngh)
Seniorenwanderung
OELSNITZ — Die Oelsnitzer Wander-
freunde gehen am Donnerstag auf
Seniorenwanderung rund um
Schloss Voigtsberg über neun Kilometer. Treff ist 9.30 Uhr am Schützenhaus Oelsnitz. (nsh)
Helene-Therese Hendel hat als vermutlich erste Biathletin aus dem
Vogtland eine Weltmeisterschaftsmedaille erkämpft. Bei der Junioren-WM in Minsk-Raubichi holte
sie mit der deutschen Staffel Bronze. Peter Janka sprach mit der
19-jährigen Klingenthalerin.
„Freie
Presse“:
Herzlichen
Glückwunsch zum Abschneiden
in Minsk! Staffel-Bronze und
zweitbeste Deutsche in den Einzelwettbewerben – Sie müssen
doch rundum glücklich sein.
Helene-Therese Hendel: Danke.
Natürlich freue ich mich, ich sehe
das aber auch realistisch. Die Staffelmedaille ist sehr schön, aber bis zu
einer Einzelmedaille hat mir noch
einiges gefehlt, das ist schon noch
mal ein Schritt weiter.
Sicher. Aber verglichen mit voriger Saison, als es für Sie überhaupt nicht lief, müssen Sie sich
doch wie im Märchen vorkommen?
Ja, das stimmt schon. Platz 14 und 15
im Einzel und im Sprint hätte ich
vorher nicht für möglich gehalten.
Eher so um Platz 40 herum. Dazu
nur zwei Schießfehler im Einzel,
null im Sprint, das war nicht unbedingt so zu erwarten. Und das Laufen ging ohnehin gut. Auch im Verfolgungsrennen – da lag ich nach
sich natürlich ganz besonders mit
mir gefreut.
Also alles richtig gemacht. Aber
mit den Erfolgen wachsen natürlich auch die Ansprüche und
Erwartungen.
Schon, aber ich lasse mich da nicht
stressen. Ich weiß ja, wie es ist, wenn
man ganz unten ist und wie schnell
es gehen kann, dort zu landen. Ich
kenne die Höhen und Tiefen. Wichtig ist für mich mein großes Ziel: einmal bei Olympischen Spielen und
Weltmeisterschaften an den Start zu
gehen und möglichst eine Medaille
zu gewinnen.
Helene-Therese Hendel nutzte die freien Tage nach der WM zu einem Abstecher nach Hause, wo sie auf der Kammloipe ein paar Trainingskilometer lief.
Heute beginnt wieder der Alltag in Oberhof.
FOTO: HARALD SULSKI
dem ersten Schießen auf Platz 7. Allerdings waren sechs Schießfehler
danach halt bisschen viel, Platz 24
insgesamt war doch noch ganz okay.
Inwieweit haben Sie die Reaktionen in der Heimat auf ihr
Abschneiden in Minsk mitbekommen?
Ziemlich hautnah. Mit meinem
Eltern habe ich jeden Tag geskypt,
Eurosport 2 hat ja die WM übertragen, sodass die Wettkämpfe zu Hau-
se gut verfolgt werden konnten. Ich
habe auch einige Nachrichten und
Glückwünsche von Freunde erhalten. Was lustig ist: Zum Biathlon
gebracht hat mich ja der Klingenthaler Ilmar Heinicke. Der hat mir
vor meinem Wechsel von den Langläufern empfohlen, es doch mal mit
dem Schießen zu probieren. Jetzt ist
der beim Deutschen Skiverband für
den Biathlon-Nachwuchs zuständig
und war daher mit in Minsk. Der hat
„Ich weiß, wie es
ist, wenn man ganz
unten ist.“
Helene-Therese Hendel Biathletin
Die Voraussetzungen dürften
sich für Sie dafür jetzt etwas verbessert haben?
Ja. Ich komme jetzt in die Sportfördergruppe der Bundeswehr und
habe mit Marie Heinrich, Luise
Kummer und Trainer Gerald Hönig
eine richtig gute Truppe um mich.
Ich kann ja nächstes Jahr noch ein-
mal bei den Junioren-Weltmeisterschaften antreten, da sind die Erwartungen natürlich etwas anders angesetzt.
Zunächst einmal warten ja aber
in dieser Saison noch einige Herausforderungen...
Kommendes Wochenende gibt es
noch drei Wettkämpfe um den
Deutschlandpokal in Notschrei im
Schwarzwald, danach starte ich
noch beim Alpencup in Pokljuka in
Slowenien und bei den Militärweltmeisterschaften Ende März in
Schweden. Darauf freue ich mich
besonders, denn dort starten immer
auch einige Spitzenathleten, wenn
auch nicht unbedingt im Biathlon,
weil zur selben Zeit der letzten Weltcup in Russland stattfindet. Das wird
bestimmt ein cooles Event.
Kann man das von der JuniorenWM in Minsk auch sagen?
Was die Wettkämpfe betrifft, definitiv. Das war alles richtig gut organisiert, wir hatten eine sehr schöne
Eröffnungsfeier, die Strecken waren
in einem Topzustand. Die haben
sich richtig viel Mühe gegeben. Und
beim Verfolgungsrennen am Sonntag hatten wir über 10.000 Zuschauer! Einziger Wermutstropfen waren
unsere Unterkünfte, die hatten eher
so Jugendherbergsniveau. Aber
daran hat man sich nach zwei Tagen
auch gewöhnt.
Talente dürfen einen Lauf auch mal vergeigen
Beim Skitty-Cup in Schöneck sind am Samstag
73 Nachwuchssportler in
den Altersklassen U 8 und
U 10 an den Start gegangen. Als beste Vogtländerin
fuhr Pauline Dick vom
WSV Erlbach auf den dritten Platz.
VON ECKHARD SOMMER
SCHÖNECK — Rechts und links im
Wald tristes Grau, aber dessen ungeachtet blecken immer noch zwei
weiße Zungen die Schönecker Skihänge hinunter. Auf dem an der
Streugrün herrschte am Samstag
Hochbetrieb. 73 Nachwuchssportler
der Altersklassen U 8 und U 10 gingen beim Vielseitigkeitslauf im Rahmen der Wettkampfserie des Skiverbandes Sachsen um den Skitty-Cup
an den Start. Gestern folgte in Carls-
feld ein weiterer Wettbewerb, Mitte
März endet die Rennserie in Oberwiesenthal.
Auch wenn die Kleinsten schon
einen ausgeprägten Ehrgeiz haben –
man muss es ja nicht übertreiben.
Deshalb sieht das Reglement seit
zwei Jahren vor, dass eine Disqualifikation nicht automatisch erfolgt,
wenn einer der beiden Läufe vergeigt wurde, sondern dass der bessere Lauf gewertet wird. „Das ist eine
gute Lösung“, befand am Samstag
Rennleiter André Häusler. „Dadurch
wird die Motivation gefördert und
nicht die Enttäuschung.“ Aus vogtländischer Sicht kam diese Neuheit
nur Maxi Burckhardt vom VfB
Schöneck zugute, die im ersten Lauf
gepatzt hatte.
Am besten schlug sich Pauline
Dick vom WSV Erlach, mit der ein
hoffnungsvolles Talent heranzuwachsen scheint. Schon nach dem
ersten Lauf hatte sie an einem Platz
auf dem Podest geschnuppert. Im
zweiten konnte sie ihre Zeit noch
um fast acht Zehntelsekunden verbessern. Pauline landete am Ende
auf Rang 3. Ganz nah dran war auch
wies sich am Samstag Eric Schlüssel
vom Skiclub Carlsfeld in seiner
Altersklasse. Während er den Siegerpokal mit strahlendem Lächeln in
Empfang nahm, schaute der eigentliche Favorit Fritz Rahle (ASC Dresden) etwas enttäuscht drein. Er
musste sich um 14 Hundertstel
geschlagen – eine bemerkenswerte
Leistungsdichte.
Pauline Dick vom WSV Erlbach belegte in der U 8 Platz 3.
Hilde Gärtner. Als Fünfte fehlten ihr
an Rang 3 nur etwas mehr als
anderthalb Sekunden, was in der
Altersklasse U 10 ein Wimpernschlag war. Und der überragenden
FOTO: ECKHARD SOMMER
Siegerin Lynn Fischer (Einsiedler
SV) – sie führt auch in der Cup-Gesamtwertung – kann derzeit ohnehin niemand Paroli bietet. Als „Speedy Gonzales vom Hirschkopf“ er-
ERGEBNISSE U 8: Mädchen: 1. Mia Savannah Korn (ASC Oberwiesenthal), 2. Nataly
Fischer (TJ Horal Stribrna), 3. Pauline Dick
(WSV Erlbach), 13. Marit Renz (WSV Erlbach),
14. Maxi Burkhardt (VfB Schöneck). Jungen:
1. Kenny Walter (SC Augustusburg), 2 Diego
Binder (SC Rugiswalde), 3. Lukas Racko
(SK Bublava), 8. Justus Spranger (VfB Schöneck). U 10: Mädchen: 1. Lynn Fischer (Einsiedler SV), 2. Therese Sievers (Ehrenfriedersdorfer SV), 3. Natalie Soukupová (SK Bublava),
5. Hilde Gärtner (SC Schöneck), 10. Alina
Schmied (VfB Schöneck), 12. Lina Obenaus
(WSV Erlbach), 16. Elena Fischer (VfB Schöneck). Jungen: 1. Eric Schlüssel (SC Carlsfeld),
2. Fritz Rahle (ASC Dresden), 3. Anton Minkwitz (SV Grün-Weiß Elstra), 7. Louis Weglarz
(SC Schöneck), 16. Mika Bölter (VfB Schöneck),
18. Bjarne Renz (WSV Erlbach).
S8 Freie Presse
LOKALSPORT
Wasserballer schaffen erstes Ziel vorzeitig
FUSSBALL
Vogtland-Oldies
gehen leer aus
PLAUEN — Die Auswahl Franken hat
gestern nach einem 3:0 im Finale
gegen den FC Motor ZeulenrodaTriebes den Pokal beim 4. Ü-60-Einladungsturnier des Vogtländischen
Fußball-Verbandes gewonnen. Dritter wurden die über 60-jährigen
Oldies des FSV Zwickau nach einem
1:1 und 3:2 nach Neunmeterschießen im kleinen Finale gegen die
Göltzschtalauswahl. (tau)
NORDISCHE KOMBINATION
Paul Hanf zurzeit
bester Deutscher
KUUSAMO — Nach der vorletzten Sta-
tion in der Wettkampfserie um den
Continentalcup ist Paul Hanf vom
Bundesstützpunkt Klingenthal als
Zehnter der Gesamtwertung bester
Deutscher. Es führt der Österreicher
Lukas Greiderer. Paul Hanf, der für
den WSV Warmensteinach antritt,
lief auch am Wochenende im finnischen Kuusamo zweimal in die
Punkte. Auf dem Programm standen
zwei Gundersenwettbewerbe über
10 Kilometer. Am Samstag wurde
Hanf 10., gestern 15. Tom Lubitz
vom VSC Klingenthal dürfte mit
Platz 14 gestern deutlich zufriedener gewesen sein als mit Platz 23 am
Samstag. Dominik Schwaar wurde
24. und 23., Philipp Mauersberger –
beide ebenfalls vom Bundesstützpunkt Klingenthal – 25. und 28. In
der Gesamtwertung liegt Schwaar
auf Platz 24 und Lubitz auf Platz 36.
Das Finale um den Continentalcup
wird am Wochenende mit drei
Wettkämpfe im russischen Tschajkowski ausgetragen. (pj)
FUSSBALL
Hallenkreispokal E-Junioren
Zwischenrunde Gruppe C
Sp
3
3
3
3
Tore
P
14: 2 7
8: 2 7
1: 7 3
0:12 0
Sp
3
3
3
3
Tore
P
5: 3 7
6: 5 6
6: 6 4
4: 7 0
Zwischenrunde Gruppe D
1. Weischlitz
2. VfB Auerbach II
3. Oelsnitz
4. Stahlbau Plauen
Für die Endrunde, die am Samstag, 7. März ab
9 Uhr in der Plauener Kurt-Helbig-Halle stattfindet, haben sich qualifiziert: Schreiersgrün/Reumtengrün, VFC Plauen, VfB Auerbach, VfB Auerbach II (alle Gruppe A), Wacker
Plauen, Weischlitz, VFC Plauen II und VfB Pausa (alle Gruppe B).
Hallenkreispokal G-Junioren
Vorrunde Gruppe A
1. Wacker Plauen
2. Neumark
3. Syrau
4. VfB Auerbach
5. Jößnitz
Sp
4
4
4
4
4
Tore
P
18: 2 12
9: 3 9
2: 5 6
0: 9 1
0:10 1
Nach dem 10:3-Erfolg
gegen den SV Weiden ist
der Plauener Bundesligist
nicht mehr von Rang 4 der
B-Gruppe zu verdrängen.
Bevor die Playoffs
beginnen, warten noch
drei schwere Spiele gegen
das Spitzentrio.
VON ANIKA HEBER
PLAUEN — Die
Bundesliga-Wasserballer des SVV Plauen konnten am
Samstag gleich doppelt feiern. Zum
einen gelang der Mannschaft von
Trainer Jörg Neubauer in der
B-Gruppe vor rund 600 Zuschauern
ein klarer 10:3-Erfolg gegen den SV
Weiden. Zum anderen bedeutet dieser die vorzeitige Qualifikation für
die Playoffs um den Aufstieg in die
A-Gruppe. Plauen hat jetzt elf Punkte Vorsprung auf den Tabellenfünften SC Wedding, bei noch vier ausstehenden Partien für die Berliner
können sie das nicht mehr aufholen.
Den Grundstein für den Erfolg
gegen Weiden legten die Vogtländer
im zweiten Viertel – innerhalb von
drei Minuten zogen sie von 4:2 auf
7:2 davon. In dieser Phase konnte
der SVV die von Neubauer vorgegebene Taktik gut umsetzen. Aus einer
stabilen Verteidigung gelangen immer wieder Konter und sehenswerte
Kombinationen vor dem gegnerischen Tor, die die Hausherren auch
in Tore verwandeln konnten. So
nahm Stephan Roßner beim zwischenzeitlichen 6:2 etwa mehrere
Sekunden ganz genau Maß und traf.
„Wir haben es zudem geschafft, die
Weidener Schlüsselspieler etwas
aus der Partie zu nehmen“, analysierte SVV-Coach Neubauer nach der
Schlusssirene.
Am Ende hätte der Sieg für die
Plauener sogar höher ausfallen müssen. Doch besonders im dritten Viertel ließ der SVV eine Reihe von
Chancen ungenutzt und traf in acht
Minuten kein einziges Mal. „Wir haben uns hier das Spiel der Weidener
aufdrängen lassen und das Heft aus
der Hand gegeben. Uns ist es nicht
gelungen, wie dann im vierten Viertel, unser Powerspiel durchzuziehen“, so Jörg Neubauer. Aufgrund
der jahrelangen Verbundenheit zu
den Oberpfälzern – früher als Gegner bei Trainingsspielen, im zweiten
Jahr in Folge als Ligakonkurrent –
sei eine Partie gegen Weiden immer
etwas ganz besonderes und die Anspannung sowie der Respekt im Vorfeld größer gewesen.
In der Tabelle der Gruppe B hat
sich trotz des Erfolges für die Plauener nichts verändert. Da die beiden
punktgleichen Teams aus Krefeld
und Potsdam ihre Spiele ebenfalls
gewinnen konnten, liegen die drei
Mannschaften weiterhin mit jeweils
17 Punkten gleich auf. Die Vogtländer aber haben das schlechtere Torverhältnis und sind somit nur Vierter. Spitzenreiter ist Neustadt mit einem Punkt Vorsprung. Ein Blick in
die Statistik zeigt, dass vor allem die
Schwäche im Abschluss der Grund
dafür ist. Dem sehr guten Wert von
nur 75 Gegentreffern stehen lediglich 125 eigene Tore gegenüber. Zum
Vergleich: Krefeld hat 146 Mal getroffen.
Das Restprogramm in der Vorrunde ist allerdings für alle vier Topteams ähnlich – Krefeld etwa trifft
zu Hause auf Potsdam sowie Neustadt und kommt noch nach Plauen.
Die Vogtländer könnten hier ebenso
wie im Spiel gegen Neustadt am
15. März ihren Heimvorteil nutzen.
„Diese Ausgangslage ist enorm
wichtig für uns. Das Stadtbad hat
sich zu unserem Wohnzimmer entwickelt und die vielen Fans im Rücken geben extra Motivation“, betont Jörg Neubauer.
SVV-Spieler Stepan Rezek setzt sich in dieser Szene gegen die Abwehr des SV Weiden durch. Zwei Treffer konnte der
FOTO: ELLEN LIEBNER
Ungar am Samstag erzielen, viele Würfe seiner Teamkameraden landeten aber auch an der Latte.
„Plauen ist derzeit das Nonplusultra im deutschen Wasserball“
Christian Schubert
(25) gehört seit
dieser Saison zum
SVV-Team. Zuvor
spielte der Student
unter anderen in
Cannstatt. Anika Heber sprach mit ihm.
FOTO: OLIVER ORGS
NACHRICHTEN
1. VfB Auerbach
2. Pausa
3. Pausa II
4. Grünbach-Falkenstein
Montag, 2. März 2015
Freie Presse: Sie haben in Cannstatt und Neukölln Erfahrung in
der ersten Liga gesammelt. Warum
der Wechsel nach Plauen?
Christian Schubert: Es hat mich einfach wieder in die Heimat gezogen.
Ich komme ja aus Chemnitz und studiere dort. Einige der Plauener Spieler kannte ich von früher, so kam der
Kontakt zustande.
Gerne hätten die Fußballer des SV Kottengrün
ihren Ausflug am Samstag
zum deutschen Vorzeigeclub nach München mit
einem Sieg gekrönt. Das
klappte mit dem 2:4 zwar
nicht, ein Erlebnis war das
Spiel an der Säbener Straße aber allemal.
ren jede Woche, haben jetzt in der
Frühjahrsrunde von März bis Juli
jedes Wochenende ein Spiel“, erklärt
Harald Meyer, der Abteilungsleiter
Seniorenfußball beim FC Bayern.
„Der Leistungsgedanke steht auch
bei unseren Senioren ganz obenan,
wir müssen schließlich den FC Bayern würdig vertreten. Wer bei uns
spielt, sollte mindestens aus der Bezirksliga kommen. Die meisten waren früher in der Oberliga und Regionalliga aktiv.“ Nur von Ex-Profis im
Team hält Harald Meyer nicht viel:
Die seien meistens nicht fit und
sorgten nur für unnötig Trubel.
Durchaus respektabel also, dass
der Vogtlandliga-Tabellenführer bis
zur Halbzeitpause ein 1:1 halten
konnte, zunächst sogar ein Übergewicht und die deutlich besseren
Chancen hatte, die meisten aber
kläglich versiebte. Erst nach dem 0:1
fanden die Gäste aus dem Vogtland
den Schlüssel, die Bayern-Abwehr
zu knacken. Ralf Wiegand schoss
unmittelbar nach dem Anpfiff das
1:1. In der zweiten Hälfte lief bei den
Kottengrünern nicht mehr allzuviel, drei weitere Tore waren die logische Folge, während nur Wiegand
verkürzen konnte. Und hintenraus
VON PETER JANKA (TEXT UND FOTOS)
Tore
P
7: 2 10
8: 3 9
3: 4 7
3: 5 3
0: 7 0
Testspiele Männer
Bobenneukirchen - Erlbach
1:7
Mühltroff Reserve - Crispendorf
3:2
Wernesgrün
- Wernitzgrün
6:0
Wacker Plauen
- Reichenbacher FC II 2:2
Treuen
- Jößnitz
2:1
Syrau
- Hohndorf
2:0
Oelsnitz II
- Großzöbern
13:0
Straßberg
- Gefell
4:1
Pausa
- Langenwetzendorf 3:2
Limbach
- Weißensand
2:2
Schreiersgrün Res. - Rebesgrün Res.
4:2
Grünb.-Falkenbst. - Weischlitz
2:0
VFC Reichenbach - BW Greiz
1:4
Schöneck
- Reumtengrün
9:1
Ranch Plauen
- SpuBC 90 Plauen
2:0
Mühltroff
- Oettersdorf/Tegau 1:2
Taltitz
- Morgenröthe-R.
10:2
E. Auerbach
- Brunn
1:0
Neustadt
- Wünschendorf
4:2
Con. Plauen
- Lumpzig
3:4
Netzschkau Res.
- Berga II
0:5
Rotschau Res.
- Reuth Res.
4:2
Rempesgrün
- Neustadt Res.
2:2
Ranch Plauen
- Reumtengrün
4:5
Reuth
- Schedewitz
2:4
Oelsnitz
- Unterlosa
2:1
Con. Plauen
- Selb-Plößberg
2:5
Straßberg
- Schreiersgrün
1:2
Lok Plauen
- Plauen Nord
1:0
Gr.-Falkenstein II - Erlbach
2:4
Lauterbach
- Bad Elster
7:1
Wildenau
- Irfersgrün
2:4
Rotschau
- Reinsdorf-Vielau II 6:1
Rebesgrün
- Heinsdorfergrund 4:1
Tirpersdorf
- Bergen
2:0
VfB Auerbach II
- Stahlbau Plauen
4:4
Sportlich hat sich die Mannschaft
mit dem Sieg gegen Weiden mindestens Platz 4 in der B-Gruppe gesichert und damit das Minimalziel,
die Qualifikation für die Aufstiegsrunde, vorzeitig erreicht. Glückwunsch dazu. Was hat den Aus-
Auch bei den Bayern klappt nicht alles
Vorrunde Gruppe B
Sp
1. Reichenbacher FC
4
2. Reumtengrün
4
3. Rodewisch
4
4. Lengenfeld
4
5. Neustadt/Grünb.-Falken. 4
Wie erleben Sie die Atmosphäre
hier, besonders bei den Heimspielen im Stadtbad?
Plauen ist derzeit das Nonplusultra
im deutschen Wasserball. Es gibt nirgendwo sonst so viele Zuschauer.
Selbst international ist der Zuspruch
nur in Ländern wie Kroatien und Serbien so groß. Gleichzeitig ist es sehr
familiär und man fühlt sich im Verein
und dem Umfeld gut aufgehoben. Ich
habe mich super eingelebt.
MÜNCHEN — Irgendwie ist es beruhi-
gend mitzuerleben, dass auch an
Deutschlands edelster Fußballadresse durchaus nicht alles wie am
Schnürchen läuft. Der FC Bayern
München hatte für das Freundschaftsspiel seiner Senioren A am
Samstagnachmittag gegen den SV
Kottengrün auf dem Trainingsgelände an der Säbener Straße extra
einen Regionalliga-Schiedsrichter
angeheuert. Doch zum Anpfiff um
17 Uhr war weit und breit kein Pfeifenmann zu sehen. Gut, dass das
Kottengrüner
Vorstandsmitglied
Mario Kautzsch, auf dessen Initiative das Spiel zustande kam, einen in
München arbeitenden befreundeten sächsischen Schiedsrichter überzeugen konnte, kurzfristig in die
Bresche zu springen...
Nix mit Freizeitfußball
Auf dem Kunstrasen merkten die
Kottengrüner dann sehr schnell,
dass sie keiner angejahrten Freizeitfußballertruppe mit leichter Neigung zum Übergewicht gegenüberstanden, sondern topfitten Fußballern, die auch jenseits der 30 und 40
noch vor Ehrgeiz brennen. „Unsere
Senioren A sind eine Ü-32-Mannschaft, die hier in München im regulären Spielbetrieb steht. Die trainie-
Zwei Busladungen Vogtländer waren am Samstag zu Gast beim FC Bayern in
der Allianz-Arena und im Trainingsgelände an der Säbener Straße (Foto).
Beide Mannschaften vor dem Spiel freundschaftlich vereint. Die Ü 32 des FC
Bayern ist Deutscher Meister 2010 sowie aktueller Münchener Meister und
Pokalsieger. So gesehen ist das 2:4 für Kottengrün also keine Blamage.
schienen die Münchener ohnehin
die bessere Kondition zu haben. „Die
waren richtig fit“, staunte Routinier
Carsten Paulick. Sein Mannschaftskamerad René Schulze ärgerte sich
dagegen etwas. „Wir müssen hier
nicht verlieren, soviel besser waren
die nicht. Und körperloser Fußball
ist halt nichts“, meinte er zur vereinbarten Zurückhaltung im Zweikampf. Zumindest einen positiven
Nebeneffekt hatte die MünchenTour für sein Team: Nach über
einem Jahr Verletzungspause stand
Stürmer Lars Trippner wieder für
ein paar Minuten auf dem Feld.
An Peps Pressetribüne
Kurz vor 6 Uhr am Morgen hatte
sich ein Tross von rund 100 Kottengrünern – Spieler, Angehörige,
Sponsoren, Fans, Vereinsmitglieder
– in zwei Bussen auf den Weg nach
München gemacht. Ihre erste Station war die Allianz-Arena, wo
Harald Meyer eine Führung vorbereitet hatte. Dort zu stehen, wo Pep
Guardiola seine Pressekonferenzen
abhält, wo sich Arjen Robben umzieht oder wo sich der Spielertunnel
ins weitere Rund des Stadions öffnet,
war selbst für den Bayern eher weniger Gewogene ein Erlebnis.
Der Abend nach dem Spiel klang
in der berühmten Münchener Gaststätte auf dem Nockherberg aus, wo
Kautzsch und Meyer schon von
einem Rückspiel im Vogtland sprachen. Die beiden kennen und schätzen sich seit fast 25 Jahren von vielen Oldie-Turnieren. Meyer hat
schon in Kautzschs Team des Europäischen Oldie-Fußballsportvereins
mitgespielt. Das Spiel am Samstag
war also auch ein Freundschaftsdienst. Wenn auch kein selbstverständlicher: „Wir schauen uns schon
genau an, gegen wen wir spielen.
Gegen irgendwelche fremden Vereine oder Fanclubs treten wir gar
nicht an. Wäre Mario nicht gewesen, hätte es das Spiel nicht gegeben“, versichert Meyer.
schlag zum Erfolg gegeben?
Danke, aber uns reicht der vierte
Rang am Ende vielleicht doch nicht.
Je besser wir jetzt sind, umso leichter
wird der Gegner dann in den Qualispielen. Vor Weiden hatten wir klar
Respekt, die Mannschaft ist sehr erfahren und spielt sehr hart. Aber wir
waren fitter und schwimmerisch besser.
In den verbleibenden drei Partien
geht es gegen das Spitzentrio Neustadt, Potsdam und Krefeld. Kann
man diese auch schlagen?
Machbar ist das auf alle Fälle, wir
dürfen die Teams nur nicht unterschätzen. Vor allem müssen wir im
Abschluss unsere Chancen besser
nutzen.
Klingenthaler
ist Deutscher
Meister
Nordische Kombination:
Tim Kopp siegt in Lauscha
LAUSCHA — Tim Kopp vom VSC Klin-
genthal hat am Samstag in Lauscha
in Thüringen die Deutsche Jugendmeisterschaft in der Nordischen
Kombination in der Altersklasse Jugend 16 gewonnen. Im Gundersenwettkampf über 10 Kilometer verwies er die beiden Bayern Wendelin
Thannheimer und Niklas Heumann
mit fast einer halben Minute Vorsprung auf die Plätze. Sein Trainingskamerad Tim Westerbeek (SC
Sohland) wurde Sechster.
Tim Kopp
Nordisch Kombinierter
FOTO: HARALD SULSKI
In der Jugend 17 freute sich Martin Hahn vom VSC Klingenthal über
Bronze hinter Vincenz Geiger
(Oberstdorf) und Willi Hengelhaupt
(Zella-Mehlis). Jonas Welde wurde
9., Hans Neubert 11. und Björn Tunger (alle Bundesstützpunkt Klingenthal) 15. Gestern im Sprintwettbewerb traten Kopp und Hahn wegen
einer leichten Erkältung nicht an.
Westerbeek kam dort auf Platz 6,
Neubert auf Platz 7, Jonas Welde auf
Platz 11 und Björn Tunger auf 13.
Parallel gab es einen Deutschlandpokal-Wettkampf für Männer,
bei dem nur Sportler des Klingenthaler Stützpunktes gemeldet hatten. Am Samstag gewann David
Welde vor Sebastian Voigt und Tom
Krause. Beim gestrigen Sieg von
Voigt vor Krause – er ist jetzt neuer
Gesamt-Führender – wurde der
ebenfalls erkältete David Welde geschont. (pj)
KIND & KEGEL
Freie Presse
Montag, 2. März 2015
Fernsehen
ZDF zeigt Historiendrama über
Hexenwahn in
Bamberg. S. A3
Seite A1
Nur mit Marke in die Schule?
NACHRICHTEN
GESUNDHEIT
Wenig Schlaf fördert
Dreimonatskoliken
Viele Babys bekommen zwischen
der zweiten und sechsten Lebenswoche heftige Schreiattacken und
sind unruhig. Ursache sind häufig
sogenannte
Dreimonatskoliken.
Das Kind streckt und krümmt sich,
und sein Bauch ist gebläht. Die Eltern sollten auf einen geregelten Tagesablauf achten, sagt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Schläft das Baby tagsüber
nicht genug, ist es noch überreizter.
Bei Schreiattacken versuchen Eltern
am besten eine sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn um den Nabel
herum. Das Baby herumzutragen,
kann ebenfalls helfen. (dpa)
ERZIEHUNG
Sachlicher Umgang
mit Trotzköpfen
Kommt es morgens beim Abgeben
im Kindergarten zum Trotzanfall,
übernehmen am besten zügig die Erzieher das Kind. Dadurch lässt sich
der Wutausbruch der Kleinen oft
unterbrechen. Andere Bezugspersonen als die Eltern könnten sachlicher mit der Situation umgehen,
heißt es in der Zeitschrift „Baby und
Familie“. Schämen müssen sich Eltern für ihren Trotzkopf nicht. Die
Erzieher sind oft weniger davon genervt als die Eltern. (dpa)
ERNÄHRUNG
Kalorienzählen
nervt den Partner
Man hat ein saftiges Steak mit
Pommes zubereitet oder Pasta mit
Sahnesoße serviert und die Lebensgefährtin winkt ab? Drei Viertel der
Bundesbürger wollen keinen Partner, der ständig Kalorien zählt und
deshalb nie das Gleiche isst wie sie,
ergab eine Umfrage der „Apotheken
Umschau“. Allerdings finden es
ebenso fast zwei Drittel (64,9 Prozent) wichtig, dass Frauen und Männer auf eine gute Figur achten. (dpa)
PARTNERSCHAFT
Vertrauen wichtiger
als Romantik
Deutsche Männer und Frauen sind
in Sachen Liebe recht bodenständig:
Große Romantik mit ständigen
Schmetterlingen im Bauch und verträumter Zweisamkeit halten sie in
einer Partnerschaft für überbewertet. 90,4 Prozent betonen, in einer
Beziehung seien Vertrauen und tiefe
Zuneigung viel wichtiger als romantische Liebe, ergab eine Umfrage des
Gesundheitsmagazins „Apotheken
Umschau“. Vor allem Paare, die
schon lange zusammen sind, können dies bestätigen. (dpa)
anzeige
Spiele und
Apps retten
die Noten
Ein Fantrikot, Turnschuhe
oder das neueste Smartphone – Markenartikel
beeinflussen das Leben
der Kinder und das
Kaufverhalten der Eltern.
Wenn Kinder auf Prestigeobjekte bestehen, sind oft
Eltern schuld, sagt die
schulpsychologische
Beraterin Marina Beese.
Das Pauken für die Schule
wird unterhaltsamer
VON STEPHANIE WESELY
Zögernd betritt Mark das Zimmer
der Schulpsychologin. Der Zwölfjährige wird gehänselt und fühlt
sich als Außenseiter, weil er meint,
mit seinen Mitschülern nicht mithalten zu können. Fantrikots, coole
Turnschuhe oder das neueste Smartphone – solche Markenartikel besitzt er nicht. Seinen Eltern sind sie
zu teuer. Sie sehen auch keinen höheren Nutzen darin und lehnen den
Kauf deshalb ab. Knapp fünf Prozent
der Eltern denken so wie die von
Mark, ergab eine Umfrage der Nabelschnurblut- und Stammzellbank Seracell für die Studie „Family & Life“
unter 2000 Müttern und Vätern.
Mehr als die Hälfte der Befragten
entscheidet sich dann für Markenprodukte, wenn sie einen besonderen Nutzwert und eine bessere Qualität als vergleichbare No-Name- Artikel haben.
Gefühl für Werte „vererbt“
Dr. Marina Beese ist für die schulpsychologische Beratung in der Sächsischen Bildungsagentur Chemnitz
verantwortlich. Sie kennt Fälle wie
Mark – und versucht, den Betroffenen zu helfen. „Ich habe gemeinsam
mit den Schülern ihre Stärken herausgearbeitet“, sagt sie. „Denn der
Mensch ist mehr wert als seine äußere Hülle oder das technische Hilfsmittel, das er benutzt.“ Jeder habe Fähigkeiten, auf die er stolz sein kann.
Beese: „Der eine kann vielleicht gut
organisieren, der andere ist ein TopSportler. Das gilt es hervorzuheben.“
Die Heranwachsenden sind laut
Beese in der Selbstfindungsphase.
Sie würden erst ein Gefühl dafür
entwickeln, was ihnen wichtig ist
und zu wem sie sich hingezogen
fühlen. Die Wurzeln dafür lägen fast
immer im Elternhaus, sagt die Psychologin. „Schon in frühester Kindheit ahmen Kinder das Verhalten ihrer Eltern nach – auch beim Werteverständnis. In ihren Kindern finden die Eltern deshalb auch oft ein
Abbild von sich selbst“, sagt Beese.
„Die kleinen Prinzessinnen gibt es ja
schon im Kindergarten. Sie werden
von ihren Eltern herausgeputzt, um
bewundert zu werden. Das setzt sich
meist bis ins Schulalter fort. Äußerlichkeiten haben dann auch im Er-
Nur das Aussehen zählt: coole Turnschuhe, Shirt und bunte Haare.
wachsenenleben einen hohen Stellenwert. Sollte es einmal finanziell
nicht mehr möglich sein mitzuhalten, haben diese Menschen vielleicht ein Selbstwert-Problem.“
Wenn Eltern das Selbstwertgefühl der Kinder bereits früh stärken
wollen, ohne ihnen Markenklamotten zu kaufen, sollten sie die Kinder
für gute Leistungen und Hilfsbereitschaft loben. Dr. Beese: „Die Eltern
können ihnen zum Beispiel zeigen,
wie erfüllend es sein kann, etwas
selbst geschaffen oder sich erfolgreich an einem Projekt beteiligt zu
haben. Darauf dürfen sie dann mit
Recht stolz sein.“
Doreen Stockmann vom sächsischen Lehrerverband hat sich bei
Schülern zum Thema Marken umgehört: „Für Marken-Schuhe sind
die Schüler am ehesten bereit, mehr
Geld zu investieren“, sagt sie. „Ein
Handy muss zwar bestimmte Funktionen vorweisen, das teure iPhone
braucht es aber nicht zu sein.
Reiz des Neuen ist fast weg
Am wenigsten markenbewusst sind
Jugendliche bei Textilien. Denn die
werden kaum länger als ein Jahr getragen.“ Modisch müssten sie dagegen sein, cool aussehen und gefallen. Ein Trend, vor allem bei Jungen,
seien Basecaps, die Musikvorlieben
oder bestimmte Einstellungen widerspiegeln. Hier bilden sich auch
Grüppchen und Interessengemein-
Würden Sie den Wunsch Ihres Kindes nach Markenartikeln
unterstützen oder unterstützen Sie diesen bereits?
Nein, den Kauf von
Ja, damit mein Kind Nein, den Kauf von
Markenartikeln kann mit anderen
Markenartikeln
ich mir nicht leisten. „mithalten“ kann.
unterstütze ich
grundsätzlich nicht.
1,1 %
1,5 %
3,2 %
Ja, denn ein
Markenartikel steht
für Qualität und
Prestige.
Manchmal, wenn ich
den zusätzlichen
Nutzen sehe.
7,0 %
58,2 %
Trifft auf mich nicht
zu, da mein Kind
keinen Wunsch nach
Markenartikeln hat.
Befragung von
mehr als 2000 Eltern
29,0 %
Tilo Steiner
Quelle: Seracell Studie „Family & Life“
FOTO: IMAGEBROKER.COM
schaften heraus, beobachten, bestätigen die Lehrerkollegen.
Vor zehn bis 15 Jahren sei das
Markenbewusstsein noch ausgeprägter gewesen, sagen sie. Offensichtlich war es der Reiz des Neuen,
nach der Wende erstmals Adidas &
Co. kaufen zu können, so Doreen
Stockmann. Das ist jetzt fast weg.
Viele Schüler zeigen es aber auch
heute noch gern, dass in ihrem Elternhaus offenbar genügend Geld da
ist. Sie finden sich in besagten Cliquen zusammen und präsentierten
den Wohlstand einerseits durch
Markenkleidung,
andererseits
durch kostspielige Freizeitaktivitäten, wo andere möglicherweise
nicht mithalten können.
Qualität zählt
Für die 58 Prozent der Eltern, die
gelegentlich Markenware kaufen, ist
vor allem das Preis-Leistungsverhältnis ausschlaggebend. 17 Prozent greifen nur dann zu, wenn sich die Produkte bewährt haben bzw. von anderen empfohlen werden.
45 Prozent der Eltern kaufen online
ein, 35 Prozent setzen auf den Einzelhandel und die persönliche Beratung.
Überraschend viele – 14 Prozent –
kaufen aus zweiter Hand oder im
Outlet.
Von den drei Prozent, die den Kauf
aufgrund des Preises ablehnen, machen 17 Prozent eine Ausnahme und
gönnen sich Markenartikel zu Weihnachten und an Geburtstagen.
(Quelle: „Family & Life“-Studienreihe)
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wei Worte stehen bei mir auf
der roten Liste. Ich kann sie
nicht mehr hören und muss
es doch nahezu täglich ertragen, damit konfrontiert zu werden – Fitness und Abnehmen!
Ich weiß, der Frühling kommt
und Winke-Arme samt Bauchspeckröllchen müssen bis dahin weg sein.
Doch mal ehrlich: Diese beide Themen sind in Zeitschriften und im
Fernsehen so omnipräsent, dass ich
schon bei den beiden Wörtern Blutdruckwallungen bekomme. Das
steigerte sich neulich zu Fassungslosigkeit meinerseits, als mein Jüngster verkündete: „Ich muss noch
mein Fitnessprogramm machen!“
Er zog sein Handy aus der Hosentasche und eine säuselnde weibliche
Computerstimme sagte: „Große Herausforderungen scheinen immer
erst unmöglich – los geht’s!“ Mein
Sohn schmiss sich daraufhin auf
UNTER UNS
Noch drei, noch zwei!
GRIT STRIETZEL
ÜBER DAS FITNESSFIEBER EINES 15-JÄHRIGEN
grit.strietzel@freiepresse.de
den Fußboden in unserem Wohnzimmer und machte Push-ups. Das
ist neudeutsch für die guten alten
Liegestütze.
„Noch drei, noch zwei – geschafft“, säuselte die Computerstimme, nachdem mein 15-Jähriger bei
jedem Liegestütz ordentlich mit der
Nase auf sein Handydisplay gekommen war. Denn die Fitness-App
überwacht alles!
„Warum machst du das?“, fragte
ich. Mein Sohn ist sehr schlank, meine Oma hätte ihn definitiv zu dünn
genannt. Ich bekomme keine Ant-
wort, denn die Handy-Stimme beendete seine kurze Verschnaufpause
und forderte die nächste Übung ein:
Pull-ups.
Während ich noch grübel, was
nun kommt, sprang mein Kind zur
Wendeltreppe und begann mit
Klimmzügen. Die App überwacht,
ob er sich auch richtig frei hängend
nach oben zieht. Mein Sohn schaffte
das mit Leichtigkeit! Gerade sind
wieder ein paar Sekunden Pause. Ich
könnte noch mal fragen, was das
soll, doch ich will mich mit der
Computerstimme nicht anlegen, sie
ist sehr dominant und forderte bereits 40 Sit-ups. Mein Kind legte bei
den altbekannten Rumpfbeugen los
und ich wartete, irgendwann muss
das Programm ja zu Ende sein.
„Mach doch mit bei den Squats!“,
forderte mein Sohn. Bei was? Kniebeugen. Wir machten zusammen
40. Ich schwitzte. „Nun die Sit-ups“,
gab mein 15-Jähriger die Richtung
vor. Er machte locker noch mal 40,
ich lag auf dem Wohnzimmerboden
und krümmte mich für mehr Fitness und einen straffen Bauch. Bei
den Liegestützen berührte ich noch
nicht mal ansatzweise den Teppich
(doch der Wink-Arm muss weg!).
Mein Sohn war tolerant und ließ die
Push-ups trotzdem gelten.
Bei den Pull-ups musste ich kapitulieren. Frei hängende Klimmzüge
schaffe ich nicht! Mein Sohn strahlte mich an: „Ich muss 8 im Sportunterricht schaffen!“ Ach so, deshalb ...
Für den PC, für Smartphones und
Tablets gibt es viele Lernspiele und
-apps. Sie können helfen, die schulischen Leistungen zu verbessern. Zur
Wahl stehen spielerische Übungen
für Erstklässler, tägliche Lektionen
für Fremdsprachen oder die Kombination aus Buch und Video für die
Vorbereitung aufs Abitur.
Bei Schülern in der ersten Grundschulklasse geht es noch um ein intensiveres Beschäftigen mit Zahlen
und Buchstaben. Im Lernspiel „Emil
und Pauline auf dem Hausboot 2.0“
von United Soft Media schippern
Kinder gemeinsam mit Emil dem
Eisbären und Pinguin Pauline einen
Fluss entlang. Dabei treffen sie auf
andere Tiere, die Hilfe brauchen.
Fuchs Freddy muss seine Zahlenpakete verstauen, und eine Froschdame findet ihren Bräutigam nur,
wenn sie den richtigen Buchstaben
auswählt. Die einzelnen Übungen
bieten verschiedene Schwierigkeitsgrade. Das Lernspiel für PC und Mac
ist für etwa 16 Euro auf CD im Handel erschienen. Eine abgespeckte
Version steht im App-Store fürs iPad
zum Download bereit, der Preis liegt
bei 2,99 Euro.
Gezielte Hilfe beim Vokabeln
pauken bietet die App Vokabeltrainer von Cornelsen. Schüler können
damit gezielt die Wörter aus den verschiedenen Schulbüchern des Verlags lernen und sich so auf jede Klausur vorbereiten. Wie viel Vokabeln
pro Tag geübt werden sollen, lässt
sich festlegen. Dazu bietet die App
eine Vorlesefunktion zum Trainieren der Aussprache und kleine Spiele, in denen Nutzer ihr Wissen unter
Beweis stellen müssen. Die App an
sich ist kostenlos, enthält aber nur
wenige Vokabeln zum Ausprobieren. Für den Wortschatz zu jedem
Schulbuch muss der Nutzer dagegen zahlen, pro Datensatz werden
5,99 Euro fällig. Den gibt es nur für
Englisch. Module für FranzösischSchulbücher sollen in Kürze folgen.
Für Schüler, die in der Abiturvorbereitung stecken, gibt es Neues aus
„Abiturwissen“ und „Lektürehilfen“
von Klett, zum Beispiel „Steuerung
und Evolution“ für Biologie-Schüler,
als Lektürehilfe ist „Lenz“ von Georg
Büchner hinzugekommen. Die
Lernhilfen gibt es für 10 bis 16 Euro
als Buch, über einen QR-Code kann
man zusätzliche Videos auf der
Klett-Webseite herunterladen. (dpa)
DIAGNOSTIK
Der Weg zum
Designerbaby
Ein perfektes Kind, mit nur wenigen, einfachen Tests während der
Schwangerschaft – das ist die Verheißung der neuesten gentechnischen Verfahren. Kürzlich gelang
bereits der komplette Gen-Check
des ungeborenen Kindes am Anfang
der Schwangerschaft, aus einer Blutprobe der werdenden Mutter, ohne
das Kind zu gefährden.
Die DVD „Der Traum vom perfekten Kind“ zeigt eindrucksvoll,
wie diese neue Technologie die Gesellschaft verändern wird und vor
welchen schwierigen Entscheidungen werdende Eltern nun stehen.
Über Monate wurden mehrere Paare, die ein Kind erwarten, hautnah
begleitet. Deutlich wird, in welche
Konflikte sie durch die Untersuchungen geraten. (rnw)
DIE DVD „Der Traum
vom perfekten Kind“
ist im Wissens-Verlag,
Komplett-Media, Grünwald erschienen und
kostet 14,95 Euro.
A2 Freie Presse
ROMAN & RÄTSEL
W
ie fanden Sie die Feier in
der Grotte?“
„Nicht schlecht. Das
Fernsehen hat tolle Bilder machen
können. Aber uns liegt man jetzt in
den Ohren, und jeder will beweisen,
dass die Sache mit dem abgestürzten
Korb getürkt war“, erwiderte Gilles.
„Wissen Sie Näheres?“
„Nein. Aber vielleicht knöpfen
Sie sich in dem Zusammenhang einmal einen gewissen Lionel Foucher
vor. Ich habe ihn mit ölverschmierten Händen den Pfad herunterkommen sehen, der zur Winde führt. Er
arbeitet für den Grafen als eine Art
Verwalter, fährt einen weißen Jaguar
und wohnt zurzeit im Château.“
„Danke für den Hinweis, und
danke für das Abendessen gestern“,
sagte Gilles. „Ich bin heute Morgen
nur schwer in die Gänge gekommen, aber als ich wieder halbwegs
auf dem Posten war, habe ich mich
an den tollen Abend erinnert.“
„Ich muss jetzt leider aufhören.
Wir sprechen uns später“, erwiderte
Bruno, als er den Bus der Spurensi-
Montag, 2. März 2015
Martin Walker (aus dem Englischen von Michael Windgassen)
Femme fatale
© 2013 by Diogenes Verlag AG Zürich – Folge 119
cherung in die Einfahrt der Mülldeponie einbiegen sah.
Yves führte das Team an. Bruno
hatte früher schon mit ihm zusammengearbeitet. Er öffnete die Heckklappe seines Wagens, zeigte auf
den Karton und erklärte, was darin
war. Dann reichte er Yves die beiden
Beweismitteltüten mit den Fäden
GEWINNSPIEL
27
aus gewachster Baumwolle, die eine
von der zerbrochenen Holzbarriere,
die andere von dem Toyota-Pick-up.
„Das da auf der Plane ist mit Sicherheit Blut“, stellte Yves fest und
bat Bruno, die Unfallstelle auf der
Karte zu markieren. „Haben Sie die
Aussage des Leiters dieser Deponie
schon zu Protokoll genommen?“
Bruno schüttelte den Kopf und berichtete ihm von der Videokamera.
„Darum kümmern wir uns. Danke übrigens für den Hinweis auf dieses runde Ding, das in der toten Frau
gefunden wurde. Es war mit Sicherheit eine Hostie. Unser Priester hat
mir ein Vergleichsstück gegeben. Bis
zur Wandlung ist es ein einfaches
Stück Brot. Da fragt man sich, wie so
etwas in ihre Vagina kommt? War
mir neu.“
hälterin Bruno in sein Arbeitszimmer führte, doch Bruno ließ sich davon nicht abschrecken.
„Mir ist aufgefallen, dass Sie am
Vormittag in dem weißen Jaguar jemanden erkannt haben, und ich
möchte wissen, wer diese Person ist
und in welchem Verhältnis Sie zu
ihr stehen“, sagte er. „Nach Lage der
Dinge muss ich wohl in einem
Mordfall ermitteln, also versuchen
Sie mich bitte nicht hinzuhalten.“
„In einem Mordfall? Gütiger
Himmel, das ist ja entsetzlich. Trotzdem weiß ich nicht, was Sie von mir
wollen, Bruno.“
„Sie kennen einen der vier von
früher. Ist es der Graf?“
Der Priester musterte ihn eine
Weile. Bruno war sich darüber im
klaren, dass jemandem, der wie Pa-
Pater Sentout wohnte in einem
Haus gleich neben der Kirche, das
für ihn und seine Haushälterin eigentlich viel zu groß war, auch
wenn ein Gastpriester zu Besuch
kam, um auszuhelfen. Das war häufig der Fall, denn sein Pfarrbezirk
wuchs stetig, weil Gemeinden in der
Umgebung aufgrund schwindender
Mitgliederzahlen zusammengelegt
wurden. Fremde wunderten sich
über Kinderspielsachen und Dreiräder vor dem Haus, aber Bruno war
daran gewöhnt. Er wusste, dass die
beiden oberen Stockwerke an bedürftige Familien vermietet wurden. Nach dem Telefonat, das sie geführt hatten, zeigte sich der Priester
alles andere als erfreut, als die Haus-
24 Uhr. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist
ausgeschlossen.
Wir wünschen viel Glück!
jeden Tag 25 Euro
Wenn Sie das Lösungswort herausgefunden haben, rufen Sie einfach an unter
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GEWINNER VOM 26.02.2015:
R. Meisel, Chemnitz
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Sudoku leicht
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Städtchen
an der
Neiße
(2 Wörter)
römiarabische VollAbk.:
treffer
Hotelboy scher
Sonnen- Kurzhals- b. Kegeln Grundlaute
gott
(alle ...) schule
englisch:
frei
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Sudoku-Stern
Sudoku mittel
Schwarzmeerhafen
buddhist.
Priester
Totenschrein
Abk.:
Madame
altröm.
Philosoph
Renke,
Felchen
klägliche
Laute von
sich geben
(Katze)
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Possenreißerin;
Törin
Edelgas
Spieler
beim
Basketball
(engl.)
ehem.
dt. Kurfürstentum
längliche
Vertiefung
Zeichen
für Neon
Gewürzblatt
herstellen
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Insekt,
Wasserjungfer
wettgemacht,
ausgeglichen
Gerät
zur
Schallortung
Nordseebad in
Schlesw.Holstein
ausgest.
Flugtier,
Archäopteryx
Nur-LeseSpeicherscheibe
(EDV)
Schuhmacherwerkzeug
Lage,
Richtung
senkrecht
zu etwas
ägyptischer
Grabbau
Unterweltsfluss
(griech.
Sage)
fränkisch:
Hausflur
Gebirgskette
(span.)
Abk.:
Evangelium
Gehstütze
chemische
Verbindung
Telekopie
Kurort
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Hauptstadt in
Nordafrika
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Märchenfigur der
Brüder
Grimm
Abk.:
außer
Tarif
Rauschgiftzigarette
(engl.)
Gottes
Gunst
®
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Abk.:
Mister
KirchenSchwanzgesangslurche
werk
geringe
Entfernung
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Auflösung vom 28.2.2015:
Weltalter,
Ewigkeit
ugs.:
Versager
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von genannter
Zeit an
Arbeitsentgelt
Männerkurzname
Mietauto
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Schwierigkeit: mittel
bewegungsbehindert
Kartoffelsorte
fest,
haltbar
elektronische
Informationen
Stadt an
der Loire
Gesenk
zur
Blechbearbeitung
Unglück,
Missgeschick
indischer
Fürstinnentitel
Wintermonat,
Monatsname
Schwertwal
Aufforderung,
etwas zu
nehmen
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very important
person (Kf.)
ital.
Dichter †
Beweggrund
Kunststoff
franz.
Dirigent
(Georges)
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Felsenhöhle
Welle der
Begeisterung
(engl.)
Sportgröße
(engl.)
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Blutader
Tischlerwerkzeug
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Abk.:
Euer
Ehren
zunächst
sehunfähig
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aufschichten
mit Vorliebe,
bereitwillig
abbaubare
Kohlenschicht
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dumme,
törichte
Handlung
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Ferment
erster
Bartwuchs
ugs.:
Verstand
höchster
Berg der
Pyrenäen
unnachgiebig
alle
zwei
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Schwierigkeit: leicht
nicht
dieses,
sondern ...
Berieselungsgerät
Ackergerät
Scheitelpunkt
des
Himmels
etwas
beginnen
Musiker
mit einem
Saiteninstrument
vollendete
Entwicklung
veraltet:
Wehgeschrei
Koseform
von
Marianne
Stützkerbe
vor
allem,
besonders
Südfrucht
alle
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Ausnahme
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Wesenszug,
Gepräge
schwed.
Asienforscher
† 1952
Bienenprodukt
Kfz-Z.
Tansania
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Saiteninstrument
Schiffslandeplatz
Dresdner
Schloss
ital.:
„die
Schöne“
ital.:
Herrin;
Frau
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Stimmung
Hotelschiff
(Kw.)
dringend,
in Hast
ein
Duftstoff
kleine
Brücke
Note
beim
Doktorexamen
Männerbekleidung
Verbrechen
früheres
Maß der
Radioaktivität
Staat in
Südosteuropa
Stadt
an der
Mosel
Anschrift
italienisch:
Liebe
Kykladeninsel
Amtstracht
ausgelernte
Handwerkerin
Förderer
italienisch:
auch
früherer
Kaukasier
Abk.: Insassenunfall
Nutzen,
Gewinn
griech.
Göttin
prahlen
ugs.:
unnötiges
Gerede
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schweiz.
Stadt am
Bodensee
nur
gedacht
schulfreier
Zeitraum
Fliegenlarve
nordafrik.
Wüste
Konzipierung
weibl.
Vorname
Zirkusarena
DIESES BUCH gibt es in allen Geschäftsstellen
und im Online-Shop der „Freien Presse“.
» www.freiepresse.de/shop
Die Zahlen von 1 bis 9 sind so einzutragen, dass sich jede dieser neun
Zahlen nur einmal in einem Neunerblock, nur einmal auf der Horizontalen und nur einmal auf der Vertikalen befindet.
LÖSUNGSWORT:
männl.
Vorname
Fortsetzung folgt
SUDOKU
LÖSUNGEN
Wir verlosen unter den richtigen Einsendungen
ter Sentout so viele Beichten entgegengenommen hatte, nichts Weltliches fremd war. Er erinnerte sich,
einmal gelesen zu haben, dass André
Malraux einst einen älteren Priester
gefragt hatte, was er im Beichtstuhl
über Menschen gelernt habe. Dass es
niemanden gebe, der wirklich erwachsen sei, hatte der Priester geantwortet.
„Nein, es ist Foucher“, gestand Pater Sentout. „Er war Priesteranwärter in einem Seminar unter meiner
Leitung, musste aber gehen, weil
ihm die wahre Berufung fehlte.“
„Warum musste er gehen?“
„Genaues weiß ich nicht. Es gab
jedenfalls einen Skandal, unmittelbar vor seiner Priesterweihe. Kann
sein, es ging auch um Sex, aber das
war wohl nicht ausschlaggebend.
Wenn ich mich richtig erinnere,
ging es um eine Falschaussage.“
Abk.:
Seine
Exzellenz
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(1-12) Studienreise
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FERNSEHEN & RADIO
Montag, 2. März 2015
IM RADIO
MUSIKSZENE
Die Semperoper
im Wandel der Zeit
13. Februar 1945: Alliierte Kampfverbände
zerstörten die Stadt an der Elbe, deren Schönheit man bis dahin gern
mit Florenz verglich. 35.000 Menschen starben, Wahrzeichen der
Stadt wie Frauenkirche und Semperoper wurden zerstört. Genau 40 Jahre nach dem Bombenangriff wurde
die rekonstruierte Dresdner Staatsoper, die nach dem Namen ihres Architekten „Semperoper“ genannt
wird, mit Webers Freischütz wieder
eröffnet. Dann geriet das Theater
wieder in die Schlagzeilen, als im
Jahr der Wende 1989 vor der Semperoper Zehntausende von Dresdnern für die Freiheit demonstrierten, während innen Beethovens
Oper „Fidelio“ hinter einem Stacheldrahtzaun über die Bühne ging –
und schließlich während der Flutkatastrophe von 2002. Die Semperoper
besitzt Symbolkraft für Dresdens
reiche Musikgeschichte, denn hier
wurden u.a. Opern von Richard
Wagner und Richard Strauss uraufgeführt. Heute ist sie wieder eine der
wichtigsten Musiktheaterbühnen
Europas. Vielen gilt sie jedoch weniger als weihevoller Musentempel,
sondern als eines der attraktiven
Touristenziele der Stadt. Die Musikszene folgt der faszinierenden Geschichte des traditionsreichen Hauses bis in die Gegenwart und wirft einen Blick hinter die Kulissen. (fp)
DEUTSCHLANDFUNK 20.10 UHR
Freie Presse
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Kollektiver Wahnsinn
Der Rat der Stadt bittet den Fürstbischof Fuchs von Dornheim (Paulus
Manker), die Steuern zu senken –
doch der sucht lieber einen Sündenbock: Hexen sollen verantwortlich
sein, Frauen und Männer also, in die
der Teufel eingefahren ist und die
das Wetter manipulieren. Schnell
wird aus der anfänglichen Verfolgung einiger weniger ein kollektiver
Wahn, den der Weihbischof (Alexander Held) immer weiter anfacht.
Wer der Hexerei bezichtigt wurde, wird so lange gefoltert, bis er gesteht – und weiter Bürger denunziert. Bald ist niemand mehr sicher,
auch nicht Johanna. Inmitten des
Wahnsinns ist es nur Cornelius, der
wie ein Leuchtturm aus der tosenden Brandung des Irrsinns heraus-
ragt und die Menschen zur Vernunft
bringen will. Als schließlich Hexenkommissar Herrenberger (Axel Milberg) auch Johanna, mittlerweile
Cornelius‘ Geliebte, auf dem Scheiterhaufen verbrennen will, reitet er
nach Wien, um den Kaiser (Max Tidof) um Hilfe zu ersuchen. „Die Seelen im Feuer“ basiert auf wahren Begebenheiten. In den Jahren 1626 bis
1631 starben in Bamberg und Umgebung rund 1000 Menschen in den
Flammen. Mit Ausnahme der Charaktere der Johanna und des Cornelius sind die handelnden Figuren des
ZDF-Films historisch verbürgt. Entsprechend düster ist „Die Seelen im
Feuer“ geworden. Da werden Daumenschrauben angezogen, Menschen aufgehängt und selbst Kinder
auf dem Scheiterhaufen verbrannt –
Regisseur Urs Egger schont den Zuschauer nicht. Zu Recht, denn nur so
lässt sich der Irrsinn jener Zeit begreifen.
Dass aus „Die Seelen im Feuer“
„keine Mittelalter-Romanze“ wurde,
wie Sabine Weigand zufrieden feststellt, ist auch der hervorragenden
Besetzung zu verdanken: Silke Bodenbender spielt die Johanna Wolff
nicht als überhöhte Heldin, sondern
als Frau ihrer Zeit, die zwischen
Glauben und Zweifel schwankt.
Mark Waschke, der den Arzt Weinmann spielt, sieht in „Die Seelen im
Feuer“ einen Historienfilm mit Bezügen zur Gegenwart: „Wer heute
von Angst vor Islamisten getrieben
ist, hat ähnliche Ressentiments wie
die Menschen damals.“
In Bamberg selbst „tut man sich
heute schwer mit der eigenen Geschichte“, berichtet Historikerin
Weigand. „Die Seelen im Feuer“
zeigt eindringlich, dass man sich
aber auch diesem Kapitel stellen
muss, so schwer es auch fällt, den
Irrsinn der Menschen von damals zu
ertragen. (tsch)
Es ist ein düsteres Kapitel
Geschichte, an das sich
das ZDF mit „Die Seelen
im Feuer“ wagt: die
Hexenverbrennungen des
späten Mittelalters.
VON SVEN HAUBERG
Johanna Wolff (Silke
Bodenbender) hat schlechte Karten,
als der Hexenwahn auf ihre Heimatstadt übergreift. Rothaarig ist sie, in
den Grenzen der Zeit Freigeist – und
Apothekerin. Es ist nur eine Frage
der Zeit, bis auch sie als Hexe „besagt“ wird. „Die Seelen im Feuer“
spielt im Bamberg um das Jahr 1630,
als die ganze Stadt von einem kollektiven Wahnsinn befallen wurde.
Jeder konnte jeden der Hexerei beschuldigen, ein Zehntel der Stadtbevölkerung starb damals in den „reinigenden“ Flammen – bevor engagierte Bürger nach Wien zogen und
den Kaiser um Hilfe baten. Im Film,
der auf dem gleichnamigen Roman
von Sabine Weigand basiert, ist es
ein Einzelner, der Bamberg rettet:
der Arzt Cornelius Weinmann
(Mark Waschke).
Der kommt zu seinem sterbenden Vater in die Heimat und findet
bittere Not vor: Schnee sogar im Juni
lässt Ernten ausfallen, die Preise für
Lebensmittel steigen von Tag zu Tag.
ZDF 20.15 UHR
Der Bamberger Fürstbischof von Dornheim (Paulus Manker) verfolgt vermeintliche Hexen ohne jegliche Gnade.
FOTO: ALFONS KOWATSCH/ZDF
ARD
ZDF
MDR
RTL
ARTE
3 SAT
5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.05 Rote Rosen 9.55 Sturm der Liebe 10.45 Um Himmels Willen 11.35 Giraffe, Erdmännchen &
Co. 12.00 Tagesschau 12.15 ARD-Buffet.
U.a.: Facebook und Twitter – wie es funktioniert? 13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00
Tagesschau 14.10 Rote Rosen 15.00 Tagesschau 15.10 Sturm der Liebe. Telenovela
5.30 ZDF-Morgenmagazin 9.05 Volle Kanne – Service täglich. U.a.: Top-Thema:
Nachbarschaftsstreit / Kartoffelklöße mit
Zweibelmettfüllung 10.30 Die RosenheimCops 11.15 SOKO Wismar 12.00 heute
12.10 drehscheibe 13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00 heute – in Deutschland 14.15
Die Küchenschlacht 15.05 Topfgeldjäger
5.50 Unterwegs bei Sachsens Nachbarn
6.20 LexiTV – Wissen für alle 7.20 Rote Rosen 8.10 Sturm der Liebe 9.00 Brisant 9.45
Kripo live 10.10 Giraffe, Erdmännchen & Co.
11.00 MDR um elf 11.45 In aller Freundschaft 12.35 Tigermännchen sucht Tigerweibchen. Komödie, D 2003 14.00 MDR
um zwei 15.00 LexiTV – Wissen für alle
5.10 Explosiv – Weekend 6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation: Wolfram
Kons, Angela Finger-Erben 8.30 Gute Zeiten, schlechte Zeiten 9.00 Unter uns 9.30
Betrugsfälle 10.00 Die Trovatos – Detektive decken auf 11.00 Die Trovatos – Detektive decken auf 12.00 Punkt 12 – Das RTLMittagsjournal 14.00 Verdachtsfälle
19.10 ARTE Journal 19.30 Unterwegs auf
dem Nordseeküstenradweg (1) 20.15 Bestie Mensch. Drama, F 1938. Mit Jean Gabin
u.a. Regie: Jean Renoir 21.50 All that Jazz.
Hinter dem Rampenlicht. Musikfilm, USA
1979. Mit Roy Scheider u.a. Regie: Bob
Fosse 23.50 Neue Natur – Art Girls Intern.
Dokumentarfilm, D 2015 1.00 Die Parade.
Drama, SRB/SLO/KRO/MTN/MAZ 2011
18.30 nano 19.00 heute 19.20 Kulturzeit
20.00 Tagesschau 20.15 Kellergassen in
Niederösterreich 21.00 Wachau – Land
am Strome (VPS 21.05) 22.00 ZIB 2 22.25
Kreuz & Quer: Die liebe Familie 23.00
Kreuz & Quer: Liebe oder Tod 23.55 Leichter leben mit Patrick Liotard-Vogt 0.15
10vor10 (VPS 21.50) 0.45 Willkommen Österreich mit Stermann & Grissemann
16.00 Tagesschau
16.10 Das Waisenhaus für wilde Tiere
Abenteuer Afrika
17.00 Tagesschau
17.15 Brisant
18.00 Quizduell
18.50 Großstadtrevier Amali
heißt Hoffnung. Krimiserie
19.45 Wissen vor acht – Zukunft
19.50 Wetter vor acht
19.55 Börse vor acht
16.00 heute – in Europa
16.10 SOKO Kitzbühel
Intensivstation. Krimiserie
17.00 heute
17.10 hallo deutschland
17.40 Leute heute spezial
Goldene Kamera 2015
18.05 SOKO 5113 30 Stimmen und
ein Todesfall. Krimiserie
19.00 heute
19.25 WISO Das Smartphone als Navi
16.00 MDR um vier
Regionalmagazin. Neues von hier
17.45 Aktuell
18.10 Brisant
Infomagazin
18.54 Unser Sandmännchen Der kleine
König: „Gretes Geburtstag”
19.00 SachsenSpiegel
Regionalmagazin
19.30 Aktuell
19.50 Mach dich ran! Das MDR-Spiel
17.00 Betrugsfälle
17.30 Unter uns Daily Soap
18.00 Explosiv – Das Magazin
Moderation: Janine Steeger
18.30 Exclusiv – Das Star-Magazin
Moderation: Frauke Ludowig
18.45 RTL Aktuell
19.05 Alles was zählt Daily Soap
19.40 Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Daily Soap. Mit Daniel Fehlow,
Janina Uhse, Wolfgang Bahro
NDR
WDR
20.00 Tagesschau
20.15 Werbe-Check (1/3) U.a.: Hält das
neue Tesa Power Bond tatsächlich
so gut, dass man ein Kind unter
eine an die Wand geklebte
Waschmaschine stellen kann?
21.00 Hart aber fair Talk
22.15 Tagesthemen
22.45 Das 13. Jahr Der verlorene Krieg
in Afghanistan. Das 13. Jahr 23.30 Geheimnisvolle Orte Der Brocken
20.15 Die Seelen im Feuer TV-Drama, A
2014. Mit Mark Waschke u.a. In
Bamberg zeigen sich 1630 mehrere
Fälle von Hexerei. Der Arzt
Cornelius soll mit den Hexenkommissaren die Inhaftierten
auf Hexenmale untersuchen.
22.05 Hexenwahn – Die Dokumentation
22.35 heute-journal
23.05 Todesfalle Highlands Kriminalfilm, GB 2011. Mit Melissa George
20.15 Ein Fall von Liebe – Annas Baby
TV-Drama, D 2014. Mit Francis
Fulton-Smith, Mariella Ahrens u.a.
Regie: Jorgo Papavassiliou
21.45 Aktuell
22.05 Fakt ist ...!
22.50 Mord mit Aussicht
Der Antrag. Krimiserie
23.40 Die Wasser der Hügel – Manons
Rache Drama, F/I/CH 1986. Mit
Yves Montand, Daniel Auteuil u.a.
20.15 Wer wird Millionär? Show
21.15 Das Jenke-Experiment
Massentierhaltung
Mit Jenke von Wilmsdorff
22.15 Extra – Das RTL Magazin
Die Reporter des Magazins sorgen
mit ihren Beiträgen zu aktuellen
Themen für Gesprächsstoff.
23.30 30 Minuten Deutschland
Teufelszeug Crystal Meth –
Auf der Spur der Modedroge
16.00 NDR//Aktuell 16.10 Mein Nachmittag 17.10 Panda, Gorilla & Co. 18.00 Niedersachsen 18.00 Uhr 18.15 die nordreportage: Lotsen im Sturm 18.45 DAS!
19.30 Hallo Niedersachsen 20.00 Tagesschau 20.15 Markt 21.00 Wenn Ärzte Fehler machen – Mein Recht als Patient (1/2)
21.45 NDR//Aktuell 22.00 45 Min 22.45
Kulturjournal 23.15 Bis zum Horizont, dann
links! Komödie, D 2012 0.45 Günther Jauch
16.00 WDR aktuell 16.15 daheim + unterwegs 18.05 Hier und Heute 18.20 Servicezeit 18.50 Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit
20.00 Tagesschau 20.15 Mord mit Aussicht
21.00 markt 21.45 WDR aktuell 22.00
Deutschland auf Droge 22.45 sport inside
23.15 Richard Strauss – Skizze eines Lebens
0.05 Richard Strauss: Vier letzte Lieder
0.35 Hier und Heute 0.50 ErlebnisreisenTipp 1.00 Domian 2.00 Lokalzeit aus Köln
RBB
KIKA
14.15 Planet Wissen 15.15 Hanseblick
16.50 kurz vor 5 17.05 Giraffe, Erdmännchen & Co. 18.00 rbb um sechs – Das Ländermagazin 18.30 zibb 19.30 Regional
20.00 Tagesschau 20.15 Tatort. Schiffe
versenken. TV-Kriminalfilm, D 2009 21.45
rbb aktuell 22.15 Geheimnisse im Eis der
Erde 23.00 Polizeiruf 110. Das habe ich
nicht gewollt. TV-Krimireihe, DDR 1986
0.20 Graf Yoster gibt sich die Ehre
12.50 Sherlock Yack 13.15 Ein Fall für
TKKG 13.40 Die Pfefferkörner 14.10
Schloss Einstein – Erfurt 15.00 Der Sleepover Club 15.25 Lenas Ranch 15.50 Astrid Lindgrens: Pippi Langstrumpf 16.20
Garfield 16.45 Marsupilami – Im Dschungel ist was los 17.10 Das Dschungelbuch
17.35 SimsalaGrimm 18.00 Shaun das
Schaf 18.15 Die Biene Maja (1/77) 18.40
Lauras Stern 18.50 Unser Sandmännchen
0.15 Nachtmagazin
0.35 Polizeiruf 110 Sturm im Kopf
TV-Kriminalfilm, D 2014. Mit Charly
Hübner, Anneke Kim Sarnau u.a.
2.10 Hart aber fair
3.25 Geheimnisvolle Orte
0.35 heute nacht
0.50 Schlafkrankheit Drama, D/F/NL
2011. Mit Pierre Bokma u.a.
2.15 ZDF-History
3.00 WISO
3.45 SOKO Kitzbühel
1.35 artour Das Kulturmagazin des
MDR. U.a.: Moderne in Leipzig –
Die „Sonderklasse” von Paul Klee /
Wann wird ein Selfie Kunst?
2.05 Kino Royal Das Filmmagazin
2.20 Fakt ist ...! Talk
0.00 RTL Nachtjournal
0.30 10 vor 11 Der große Rossini-Ton –
Die Sopranistin Marina Rebeka
in Rossinis „Wilhelm Tell”
0.55 Extra – Das RTL Magazin
2.05 Die Trovatos Doku-Soap
SAT 1
PRO 7
RTL 2
BR
KABEL 1
VOX
5.30 SAT.1-Frühstücksfernsehen. Seit 1987
gibt es das SAT.1-Frühstücksfernsehen. Mit
aktuellen Informationen, prominenten
Gästen und vielen Serviceangeboten versüßt das Team den Start in den Tag. 10.00
Auf Streife 11.00 Richterin Barbara Salesch 12.00 Richter Alexander Hold 13.00
Richter Alexander Hold 14.00 Auf Streife
15.00 Im Namen der Gerechtigkeit
7.10 Aliens in America 7.35 Planet 51. Animationsfilm, E/GB/USA 2009 9.15 Full of
It – Lügen werden wahr. Komödie, USA/
SA/I 2007 11.00 Mike & Molly 11.25 Mike
& Molly 11.50 Two and a Half Men 12.20
Two and a Half Men 13.35 2 Broke Girls
14.00 New Girl 14.25 The Big Bang Theory
14.50 The Big Bang Theory 15.15 The Big
Bang Theory 15.40 How I Met Your Mother
5.15 Grip – Das Motormagazin 5.55 Die
Schnäppchenhäuser – Der Traum vom Eigenheim: Wir ziehen ein 6.45 Die Kochprofis – Einsatz am Herd 7.45 Infomercial
8.00 Die Kochprofis – Einsatz am Herd
9.00 Frauentausch 11.00 Family Stories
12.00 Köln 50667 13.00 Berlin – Tag &
Nacht 14.00 Hilf mir! Jung, pleite, verzweifelt... 15.05 Der Trödeltrupp. Doku-Soap
6.00 Rote Rosen 6.50 Sturm der Liebe
7.40 Tele-Gym 7.55 Panoramabilder /
Bergwetter 8.35 Tele-Gym 8.50 Panda,
Gorilla & Co 9.40 Unter unserem Himmel
10.25 Wir in Bayern 11.40 Schuhbecks
12.10 In aller Freundschaft 12.55 Elefant, Tiger & Co 13.45 Bergauf-Bergab 14.15 Luchse – Vom Wohnzimmer in die Wildnis 15.05
Polizeiinspektion 1 15.30 Wir in Bayern
11.30 Without a Trace – Spurlos verschwunden 12.25 Numb3rs 13.15 Cold Case
14.10 Navy CIS 15.00 The Mentalist 16.00
Castle 17.00 Mein Lokal, Dein Lokal – Wo
schmeckt’s am besten? 18.00 Abenteuer
Leben 19.00 Achtung Kontrolle Spezial –
Die Super-Reinemacher 20.15 Godzilla. Fantasyfilm, USA/J 1998 22.50 Die Herrschaft
des Feuers. Fantasyfilm, GB/IRL/USA 2002
0.55 Godzilla. Fantasyfilm, USA/J 1998
12.00 Shopping Queen 13.00 Wer weiß
es, wer weiß es nicht? 14.00 Flirt oder Fiasko 15.00 Shopping Queen 16.00
Schrankalarm 17.00 Mein himmlisches
Hotel 18.00 mieten, kaufen, wohnen
19.00 Das perfekte Dinner – Wunschmenü
20.00 Prominent! 20.15 Chicago Fire
21.15 Chicago Fire 22.10 King & Maxwell
23.00 The Closer 23.50 vox nachrichten
0.10 Chicago Fire 0.55 Chicago Fire
16.00 Anwälte im Einsatz
Doku-Soap
17.00 Mein dunkles Geheimnis
Doku-Soap. Vaterkomplex
17.30 Schicksale – und plötzlich
ist alles anders Doku-Soap
Risiken und Nebenwirkungen
18.00 In Gefahr – Ein verhängnisvoller Moment Doku-Soap
Natascha – Ferngesteuert
19.00 Newtopia
19.55 SAT.1 Nachrichten
16.05 How I Met Your Mother
Woooo! Comedyserie
16.30 How I Met Your Mother
Nackter Mann. Comedyserie
17.00 taff
18.00 Newstime
18.10 Die Simpsons Bob von
nebenan. Zeichentrickserie
18.40 Die Simpsons Richte Deinen
Nächsten. Zeichentrickserie
19.05 Galileo Magazin
Moderation: Stefan Gödde
16.00 Der Trödeltrupp –
Das Geld liegt im Keller
17.00 Die Geissens – Eine schrecklich
glamouröse Familie!
18.00 Köln 50667 Doku-Soap
Kevin hat Briefe des Vermieters
verschlampt und fällt nun aus allen
Wolken, als er erfährt, dass er und
seine Mitbewohner aus der WG
raus müssen. Nun muss er seinen
Freunden die Wahrheit sagen.
19.00 Berlin – Tag & Nacht
16.45 Rundschau
17.00 Geschichten rund um die
Königsalm Dokumentation
17.30 Regional
18.00 Abendschau
18.45 Rundschau
19.00 Unkraut Magazin
U.a.: Flächenfraß: Wie wir den
Boden unter den Füßen verlieren! /
Söders Heimatstrategie: Unmut
bei Umweltschützern
19.45 Dahoam is Dahoam Soap
HR
TELE 5
20.15 Detective Laura Diamond Laura
und der Laufsteg. Krimiserie. Beim
Spaziergang mit dem Hund seines
Chefs wird Tyler Cole hinterrücks
erschossen. Offenbar war das
eigentliche Ziel sein Boss.
21.15 The Mentalist Ein guter
Schwindel. Krimiserie
22.15 Castle Internet Stalker. Krimiserie
23.10 Navy CIS
Der Vorhof der Hölle. Krimiserie
20.15 Die Simpsons Ihr Kinderlein
kommet. Zeichentrickserie
20.40 Die Simpsons Die MafiosiBraut. Zeichentrickserie
21.10 The Big Bang Theory Eine Urne
für Leonard. Comedyserie
21.40 The Big Bang Theory
Ein blondes Äffchen. Comedyserie
22.10 Circus Halligalli Mod.: Joko
Winterscheidt, K. Heufer-Umlauf
23.10 TV total Comedyshow
20.00 RTL II News
20.15 Die Geissens – Eine schrecklich
glamouröse Familie! An der
italienischen Westküste erwartet
sie der malerische Ort Positano,
von dort geht es für die JetsetFamilie weiter nach Amalfi.
21.15 Die Geissens – Eine schrecklich
glamouröse Familie!
22.10 Der Trödeltrupp Doku-Soap
23.00 Die Kochprofis – Einsatz am Herd
20.15 Jetzt mal ehrlich
Im Notfall: Sind wir noch zu retten?
21.00 Lebenslinien Janas Kirschblüten
21.45 Rundschau-Magazin
22.00 Faszination Wissen Killer im
Meer – Mensch rottet die Haie aus
22.30 puzzle U.a.: Mia san mehr”: die
Kampagne einer Branding-Agentur
23.00 Nachtlinie Zu Gast: Andreas Hock
23.30 Rundschau-Nacht
23.40 LeseZeichen Das Literaturmagazin
16.45 hessenschau kompakt 17.00 hallo
hessen 17.50 hessenschau kompakt 18.00
maintower 18.20 Brisant 18.50 service:
zuhause 19.15 alle wetter! 19.30 hessenschau 20.00 Tagesschau 20.15 Mord mit
Aussicht 21.00 Meine Mutter, meine Männer. TV-Drama, D 2014 22.30 hessenschau
kompakt 22.45 Heimspiel! 23.30 Kriminalreport Hessen 23.55 Der Staatsanwalt hat
das Wort: Fahrspuren 1.00 Wolffs Revier
14.05 Tele 5 Bizarre 14.15 Star Trek –
Raumschiff Voyager 15.15 Star Trek –
Deep Space Nine 16.15 Seaquest 17.15 Star
Trek – Enterprise 18.10 Star Trek – Raumschiff Voyager 19.10 Star Trek – Deep
Space Nine 20.15 Painted Skin – Die verfluchten Krieger. Actionfilm, CHN/HK/SIN
2008 22.40 The Gene Generation. ScienceFiction-Film, USA 2007 0.25 Godzilla, Mothra and King Gidorah. Actionfilm, J 2001
SPORT 1
EUROSPORT
0.10 The Big Bang Theory
0.35 The Big Bang Theory
1.00 Fringe – Grenzfälle des FBI
Versuchsperson 13. Mysteryserie
1.50 Fringe – Grenzfälle des FBI
0.00 Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.
0.50 Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.
1.30 MEK 8 Das Recht der Schwächeren
1.55 MEK 8 Fanatisch. Actionserie
2.20 Dallas SWAT Doku-Soap
8.30 Sport-Quiz 11.30 Teleshopping 15.30
Storage Wars – Die Geschäftemacher
16.00 Storage Wars – Die Geschäftemacher 16.30 Container Wars 17.00 Container Wars 17.30 Hardcore Pawn Chicago (1)
18.00 Hardcore Pawn Chicago 18.30 Bundesliga aktuell 19.15 Volkswagen Pokalfieber 19.45 Hattrick 20.15 Hattrick. 2. Bundesliga 22.15 Telekom Spieltaganalyse
23.30 Goooal! – Das internationale Fußball-Magazin 0.00 SPORT CLIPS. Show
8.30 Ringen 9.00 Ski nordisch 9.30 Ski
nordisch 10.30 Ski nordisch 11.45 Ski nordisch 13.00 Biathlon 14.00 Biathlon
15.00 Ski nordisch. Weltmeisterschaften.
Langlauf: 50 km klassisch Herren mit Massenstart 16.00 Ski nordisch 17.30 Eurogoals 18.15 Snooker 19.45 Ski nordisch
20.45 WATTS Sportzapping 21.00 Wrestling. Die Woche in der World Wrestling Entertainment Serie 21.30 Wrestling 22.30
Snooker 23.45 Ski nordisch 0.45 Eurogoals
0.10 Criminal Minds Am helllichten Tag
1.10 Detective Laura Diamond
1.55 The Mentalist Krimiserie
Blaue Zeiten = Programmaktualisierung
0.10 Dahoam is Dahoam
0.45 Unkraut
1.30 Jetzt mal ehrlich
2.15 Lebenslinien
3.00 Faszination Wissen
A4 Freie Presse
NACHRICHTEN
GESUNDHEIT
Noch Termine für
Vorsorge-Koloskopie
Erfolgreicher Start für die Aktion
„Extradosis Darmvorsorge“: Seit
Donnerstag haben sich bereits 122
Frauen und Männer einen Termin
für eine Darmspiegelung vermitteln
lassen. 33 Fachärzte in ganz Sachsen
bieten am 18. und 21. März insgesamt 250 zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen an – das heißt, es gibt
noch über 100 freie Termine. Interessenten können sich unter 0351
84041794 anmelden. Die Leistung
wird von den Krankenkassen bezahlt. Anspruchsberechtigt sind
Frauen und Männer ab 55 Jahren.
Wer bereits eine Darmspiegelung
hinter sich hat, darf die Leistung frühestens erst zehn Jahre später wieder in Anspruch nehmen. (rnw)
KOCHEN
Kräuterseitling bleibt
beim Kochen fest
Frische Kräuterseitlinge erkennen
Hobbyköche an ihrem prallen, weißen Stiel. Die Pilze müssen vor dem
Kochen nicht geputzt werden. Am
besten werden sie vor dem Braten
oder Kochen der Länge nach in
Scheiben geschnitten, rät der Bund
deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer. Im Gegensatz zu anderen Pilzen bleibt der Kräuterseitling auch nach dem Erhitzen fest.
Den Namen hat der Pilz nicht wegen
seines Geschmacks, sondern wegen
seines Standorts: Er wächst auf den
Wurzeln von Kräutern. (dpa)
TEST
Hundefutter hat oft
zu wenige Nährstoffe
Viele Hundefuttersorten versorgen
das Tier nicht mit genug Nährstoffen. Bei einem Test der Stiftung Warentest fiel deshalb jedes zweite von
30 getesteten Produkten mit „mangelhaft“ durch. Achtmal konnten
die Warenprüfer die Note „sehr gut“
vergeben: Darunter waren unter anderem fünf Produkte von Discountern und Supermärkten, heißt es in
der Zeitschrift „test“ (Ausgabe
03/2015). Ist das Feuchtfutter als „Alleinfutter“ ausgezeichnet, muss es
den Hund mit allen nötigen Nährstoffen versorgen. Je nach Hersteller
fehlten bei 14 getesteten Produkten
aber Kalzium, Linolsäure, Kupfer
oder Vitamin B1. (dpa)
COMPUTER
Altes Notebook
braucht neuen Akku
Leistungsfähige Notebooks können
auch nach drei Jahren als Gebrauchtkauf noch ein Schnäppchen
sein. Modelle mit damals schnellen
Prozessoren genügen den meisten
heutigen Anforderungen immer
noch. Wer nach einem günstigen
Gebrauchtgerät sucht, sollte aber
mögliche Folgekosten im Auge haben, rät die Zeitschrift „c’t“ (6/2015).
Ein Kostentreiber kann der Akku
sein. Mit der Zeit verlieren die Energiespeicher an Kapazität. Je älter das
Gerät ist, umso schwieriger wird es,
ein Ersatzteil mit voller Kapazität zu
finden, denn oft werden keine Ersatzbatterien mehr gefertigt. (dpa)
VERSICHERUNG
Ab März blaue
Mofa-Schilder
Ab 1. März ist die Farbe der MofaSchilder blau und nicht mehr
schwarz. Wer dann noch mit dem alten Kennzeichen fährt, hat keinen
Versicherungsschutz und macht
sich strafbar. Ein neues Schild ist ein
Jahr lang gültig und für 70 bis 130
Euro bei Versicherungskaufleuten
zu haben. Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute stellt
klar, dass für alle motorisierten
Zwei- und Vierräder bis zu 50 Kubikzentimeter Hubraum ein Versicherungsschild Vorschrift ist. Der Haftpflichtschutz leistet bei Ansprüchen von Geschädigten nach einem
Unfall Schadenersatz. (nrw)
RATGEBER
Montag, 2. März 2015
Tischlein schmück dich
Ähnlich auffällig ist das Dekor
von Iittala – es besteht aus bekleideten und tanzenden Tieren. Der Name Tanssi steht im Finnischen für
Tanz. Der Designer Klaus Haapaniemi hat sich diese Motive als Kostüme für eine Oper ausgedacht, die im
Januar Premiere feierte. So auffälliges Geschirrdekor ist natürlich
nichts für jedermann, dessen ist sich
Iittala-Sprecherin Siru Nori bewusst. Aber auch sie stellt fest, dass
die meisten Käufer einzelne Hingucker-Teile gerne mit Basisgeschirr
kombinieren. Daher bringt Iittala alle paar Jahre neue Akzentfarben für
die Glasschalen heraus. 2015 ist es
Wüstenbraun.
Die Deutschen lieben
weißes Geschirr. Doch
zunehmend gewinnen
bunte Hingucker Platz
auf den Tischen.
VON SIMONE ANDREA MAYER
Ein farbenfrohes Gesteck ziert die
Tafel. Lilien und Farne ranken sich
über den Tisch – und die Teller.
Gleich mehrere Porzellanhersteller
setzen in neuen Geschirrserien die
Blumendekoration für den Tisch im
Dekor fort. Feingliedrige Blätter und
Blüten sowie aufwendige Dschungelmotive finden sich auf Tellern,
Tassen und Schalen. Andere Designer setzen auf tanzende Tiere. „Freie
Presse“ zeigt, was sonst noch auf den
Tellern los ist:
Klassiker Weiß: Wie langweilig,
könnte man meinen. Aber in
Deutschland verkauft sich weißes,
undekoriertes Geschirr einfach am
besten. Das bestätigen die Unternehmen. Aber es zeichnet sich etwas ab:
Die Deutschen legen sich gerne ein
weißes – vielleicht auch graues oder
braunes – Basis-Set zu und kombinieren dazu auffälligere Einzelstücke, erläutert Hermann Hutter vom
Bundesverband für den gedeckten
Tisch, Hausrat und Wohnkultur in
Köln. „Sie nehmen Hingucker, um
das Ganze aufzulockern.“ So nutzen
viele Unternehmen die Teller, Tassen und Schalen von bestehenden
weißen Sets für ihre neuen Designs
mit Blumen, Tieren oder grafischen
Formen.
„Alles, was kombinierbar ist, ist
ein absoluter Trend, stellen wir fest“,
bestätigt Simone Struve von Villeroy & Boch. „Oft ist es nur der Brotteller, der so auffällig ist.“ Oder der
Platzteller oder die Vase in der Tischmitte. „Gerade für junge Menschen
soll der Tisch nicht langweilig sein“,
erklärt Gianluca Colonna von Rosenthal. „Ist alles weiß, ist es aber
meist langweilig.“ Mit einem farbigen Stück ändert sich das schon.
Viele der neuen mehrteiligen
Sets auf dem Markt sind daher sehr
schlicht und modern gehalten: ASA
Selection zum Beispiel hat mit Oco
ein komplett schnörkelloses Geschirrset aus nur zwölf Teilen neu
präsentiert. Der dezente Hingucker:
Goldene Teller: Eigentlich kommt
das bisher nur in Russland und in
arabischen Ländern gut an, aber es
tut sich etwas hierzulande. Und so
wagen sich immer mehr Firmen mit
neuem Dekor auf den Markt. Dibbern legt mit der Serie Ornament ein
schwarzes Set mit goldenen Kreisen
auf. Kahla hat die weiße Serie Magic
Grip mit diversen Goldmotiven versehen, etwa mit feinen Blättern.
Aber auch das wärmer wirkende
Kupfer und Bronze sind oft zu sehen,
Hersteller Thomas zum Beispiel
bringt die Kollektion Sunny Day
auch in einer Variante mit breiten
Bronzerändern heraus.
Schon beim Draufschauen appetitlich: Geschirrset Amazonia Anmut von Villeroy & Boch.
FOTO: VILLEROY & BOCH/DPA
Ungewöhnliche Formen: Teller
sind rund oder eckig – das gilt schon
lange nicht mehr. Auch mit den üblichen Funktionen experimentieren
die Designer gerne ein mal. So hat
Alessi für die Frühstücksserie mit
dem Namen Dressed einen Teller für
das Kaffeeservice neu im Programm,
auf dem zum einen die Tasse Platz
findet zugleich aber auch eine kleine Speise.
Teller beim Set Mesh (Rosenthal) können zum Teil auf einem anderen Teller stehen.
FOTO: ROSENTHAL/DPA
Innen ist es glänzend gehalten, außen matt – ein Kontrast, der im
Trend liegt.
Manche schlichte Sets haben
schon Hingucker dabei: Mesh von
Rosenthal besteht vornehmlich aus
einem Mix aus beigen und weißen
Stücken. Aber einzelne Teile gibt es
auch in Türkis. Der Clou dieser Kollektion: Einige Teile haben Ausbuchtungen am Rand – damit lassen
sie sich besser halten.
Auffällig sind die Verzierungen des Geschirrsets Tanssi
von Iittala. Es zeigt tanzende Tiere.
FOTO: IITTALA/DPA
Auffällige Motive: Das scheint der
Trend schlechthin bei Geschirrsets
zu sein: Dschungelmotive zieren das
Porzellan. Süße Kolibris, prachtvolle
Schmetterlinge,
Passionsblumen
und Orchideen schmücken etwa das
neue Geschirr Amazonia Anmut
von Villeroy & Boch – eine Erweiterung des weißen runden Sets namens Anmut und Modern Grace mit
Ecken. Das Dschungeldekor kam
2011 für Geschenkartikel und die
eckigen Teller auf den Markt. Seither wurde es stark erweitert, weil es
sich so gut verkaufte – 2015 erneut,
erklärt Struve. Ebenfalls Pflanzenmotive trägt Rosenthals neues Service namens Les Fruits du Jardin –
auf Deutsch: Die Früchte des Gartens. Mit ihrer Kamera hat die Designerin Regula Stüdli schöne Blüten
und Früchte festgehalten, am Computer bearbeitet und zu bunten Stillleben zusammengestellt.
Für Knöllchen ist der Sonnabend ein Werktag
Verkehrsirrtümer im Faktencheck – Rechts vor links gilt am Parkplatz nicht in jedem Fall
Die Verkehrsregeln auf Deutschlands Straßen sind komplex, und es
halten sich laut dem Auto Club Europa hartnäckig einige Irrtümer.
Knöllchen am Samstag: Ist unter
Tempolimits oder Parkverbotsschildern der Zusatz „werktags“ angebracht, gelten diese auch an Samstagen. Nur Sonn- und Feiertage sind
keine Werktage. Bekommt man ei-
nen Bußgeldbescheid und ist darauf
der Name falsch geschrieben, gilt
dieser trotzdem.
Vorsicht an Zebrastreifen: Wer
beim Überqueren eines Zebrastreifens oder einer Fußgängerampel auf
sein Handy schaut, statt auf den Verkehr zu achten, muss bei einem Unfall mit einer Teilschuld rechnen.
Die Folge: Kommt es zu einer Scha-
densersatzverhandlung, kann sich
das Schmerzensgeld in so einem Fall
verringern. Passanten sollten auch
an Fußgängerüberwegen immer sicherstellen, dass sie die Fahrbahn gefahrlos überqueren können.
Vorfahrt auf Parkplätzen: Zwar
gilt auch auf Parkplätzen zunächst
die Straßenverkehrsordnung. Doch
wer beim Ausparken auf die Rechts-
vor-links-Regel pocht und dadurch
einen Unfall verursacht, ist nicht automatisch im Recht. Auf Parkplätzen zählt das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme, erklärt der
Klub. Autofahrer müssen hier also
besonders vorsichtig sein und sich
der Situation entsprechend verhalten. Wer bei einem Unfall die Schuld
trägt, liegt dann im Ermessen der
Richter. (dpa)
Perfekter Stapel: „Wer in die Stadt
zieht, schätzt praktische Haushaltsgegenstände“, erklärt Siru Nori von
Iittala. Die Sets müssen nicht nur
immer wieder neu kombinierbar
sein durch farbenfrohe Einzelteile,
sie müssen auch mehrere Funktionen erfüllen können, denn man hat
in kleinen Stadtwohnungen weniger Platz. So verzichtet Iittala wie
auch andere Unternehmen bei bestimmten Geschirrsets etwa auf die
Ränder am Unterteller für die Tasse.
So kann er auch als kleiner Essteller
eingesetzt werden. (dpa)
GESUNDHEIT
Packungsbeilagen
auch im Internet
Ausländischen Arzneimitteln liegt
meist ein Beipackzettel auf Deutsch
bei, wenn sie hier in der Apotheke
verkauft werden. Wer den Beipackzettel verlegt hat, kann sich laut
Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände im Internet die Beilagen heraussuchen. Dort sind Informationen zu fast allen erhältlichen
Arzneimitteln verfügbar. (dpa)
» www.patienteninfo-service.de
Wenn das Blut stockt
Wadenkrämpfe und kalte
Hände können ein Zeichen
für Durchblutungsstörungen sein. Was hilft?
VON SABINE MEUTER
Die Zehen oder Finger sind ganz
weiß und kribbeln: Das kann ein
Alarmsignal für eine Durchblutungsstörung sein. Treten solche
Symptome dann und wann auf,
klingen aber schnell wieder ab,
muss man sich keine Sorgen machen. „Häufen sich jedoch solche Beschwerden, sollten Betroffene zur
Abklärung der Ursachen einen Arzt
aufsuchen“, rät der Hamburger Mediziner Wolfgang Wesiack. Er ist
Präsident des Berufsverbandes Deut-
scher Internisten. Durchblutungsstörungen kann jeder bekommen –
und „an vielen Stellen im Körper“,
erläutert Apothekerin Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung
Deutscher Apothekerverbande.
Durchblutungsstörungen sind
Erkrankungen der arteriellen oder
der venösen Gefäße – oder beides.
Nicht selten ist das Blut in den Beinen nicht richtig im Fluss. Viele Betroffene haben ständig kalte Hände
und Füße oder Wadenkrämpfe.
Durchblutungsstörungen kommen
aber auch in der Herzgegend oder im
Gehirn vor. Dort können sie gravierende Folgen haben. „Dies führt in
der Konsequenz zum Schlaganfall
oder zum Herzinfarkt“, betont Wesiack. Er warnt davor, Durchblutungsstörungen zu unterschätzen.
„Gefäßerkrankungen, die sich daraus entwickeln können, stehen
nach wie vor an erster Stelle der Todesfälle, noch vor den Krebserkrankungen“, so der Mediziner. Schlecht
durchblutete Gliedmaßen können
absterben und müssen dann amputiert werden, wenn die Störung
nicht behandelt wird.
Die Warnzeichen sind ganz unterschiedlich: „Schmerzen und ein
Engegefühl im Brustbereich können
Anzeichen für Probleme in der Herzgegend sein“, sagt die Münchner
Heilpraktikerin Ursula HilpertMühlig. Sie ist Vizepräsidentin des
Fachverbands Deutscher Heilpraktiker. Wenn zum Beispiel die Arme
und Beine taub sind, kann das ein
Zeichen für Durchblutungsstörungen im Gehirn sein. „Auch Seh- und
Sprachstörungen oder Schwindel
können hier Symptome sein.“
Egal, wo im Körper die Durchblutungsstörungen auftreten: „Eine all-
gemeingültige Therapie gibt es
nicht“, betont Hilpert-Mühlig. Denn
die Behandlung richte sich immer
nach der Ursache. Das können Bluthochdruck oder hohe Blutfettwerte
sein – die müssen dann gesenkt werden. „Dies geschieht etwa durch Medikamente, über Bewegung und
auch über eine ausgewogenere Ernährungsweise“, sagt Sellerberg.
Bei einem teilweisen oder kompletten Gefäßverschluss kommt neben Arzneimitteln eventuell auch
ein operativer Eingriff infrage, damit das Blut wieder freie Bahn hat.
Wer nicht raucht oder damit aufhört, senkt das Risiko für Durchblutungsstörungen. Auch bei Übergewicht, Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten und Diabetes sollte
man etwas tun. Abnehmen, gesund
ernähren und ausreichend Bewegung sind empfehlenswert. (dpa)
Durchblutungsstörungen kann jeder
bekommen – und an vielen Stellen
im Körper.
FOTO: MONIQUE WÜSTENHAGEN
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