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magazin für stadt und landkreis gießen

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8. Jahrgang · 3/2015
magazin für stadt und landkreis gießen
Die »Allgemeine« auch digital lesen
In Stadt und Landkreis Gießen...
Im Kernverbreitungsgebiet.. .
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G 3266 A
Heute, 17 Uhr
Anzeigenschluss für den
großen Markt der Kleinanzeigen
MITTELHESSISCHE ALLGEMEINE
Mittwoch, 19. November 2014
Nummer
–
. Jahrgang
Mo. – Do. 1,50 EUR, Fr. u. Sa. 1,70 EUR
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Telefon 06 41/30 03-33
kleinanzeigen@giessener-allgemeine.de
von privat
an privat
Atommüll
Ahnen begleitet
Klesniks verlängert
Ampel-Ärger
Echte Großbaustelle
Abfallmenge wohl
größer als bisher gedacht
Politik – Seite 2
»Maori Porträts« reisen
erstmals nach Berlin
Kultur – Seite 8
Lette bleibt HSG Wetzlar
bis Juni 2016 erhalten
Sport – Seite 18
In der GAZ-Serie geht’s heute
um die Marburger Straße
Stadt Gießen – Seite 25
50 Millionen Euro kosten die
Autobahnbrücken bei Dorlar
Kreis Gießen – Seite 37
Gericht lässt Klage
gegen Edathy zu
In Stadt und Landkreis Gießen...
Übersicht
...die Nr.
Inhalt
Im Kernverbreitungsgebiet.. .
Verde n (dpa). Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy kommt
wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie vor Gericht. Eine entsprechende Anklage der Staatsanwaltschaft Hannover ließ das Landgericht im niedersächsischen Verden gestern zu. Der 45-Jährige sei
»hinreichend tatverdächtig«, erklärte die
Kammer. Erster Prozesstag soll der 23. Februar sein. Bis Ende April sind neun weitere
Termine geplant.
Edathy hat den Besitz von Nacktbildern
zwar zugegeben, aber immer betont, dass
sich darunter keine strafbaren Kinderpornos befänden. Am 18. Dezember will Edathy in Berlin vor d
ie Medien treten. »Ich
habe heute fernmündlich den Vorsitzenden
der Bundespressekonferenz darüber inforHeute,
17 dass
Uhrich als Gast für ein Statement
miert,
und die Beantwortung von Fragen am VorAnzeigenschluss für den
mittag
des
18.
Dezember
2014 zur Verfügroßen Markt der Kleinanzeigen
gung stehe«, teilte Edathy gestern Abend
Telefon 06 41/30
03-33
mit.
(Seite 4)
...die Nr.
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Suchbegriff
G 3266 A
kleinanzeigen@giessener-allgemeine.de
Nummer
–
. Jahrgang
Mo. – Do. 1,50 EUR, Fr. u. Sa. 1,70 EUR
Atommüll
Ahnen begleitet
Klesniks verlängert
Ampel-Ärger
Abfallmenge wohl
größer als bisher gedacht
Politik – Seite 2
»Maori Porträts« reisen
erstmals nach Berlin
Kultur – Seite 8
Lette bleibt HSG Wetzlar
bis Juni 2016 erhalten
Sport – Seite 18
In der GAZ-Serie geht’s heute
um die Marburger Straße
Stadt Gießen – Seite 25
von privat
Hongkong
an privat
räumt Barrikaden
H o n g k o n g (dpa). Nach mehr als siebenwöchigen Demonstrationen in Hongkong
Straßensperren am wichtigsten Protestlager der Aktivisten ge-
hat die Polizei
Echte Großbaustelle
Nähe von Hongkongs Regierungssitz vor.
Ein Hongkonger Gericht hatte die Räumung zuvor angeordnet. Aktivisten leisteten kaum Widerstand. Protestführer Joshua
Wong sagte: »Wir respektieren die Entscheidung des Gerichtes.« Aktivisten würden aber weiterhin an anderen Straßenzügen rund um den Regierungssitz bleiben.
Gericht lässt Klage
gegen Edathy zu
Verde n (dpa). Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy kommt
wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie vor Gericht. Eine entsprechende Anklage der Staatsanwaltschaft Hannover ließ das Landgericht im niedersächsischen Verden gestern zu. Der 45-Jährige sei
»hinreichend tatverdächtig«, erklärte die
Kammer. Erster Prozesstag soll der 23. Februar sein. Bis Ende April sind neun weitere
Termine geplant.
Edathy hat den Besitz von Nacktbildern
zwar zugegeben, aber immer betont, dass
sich darunter keine strafbaren Kinderpornos befänden. Am 18. Dezember will Edathy in Berlin vor d
ie Medien treten. »Ich
habe heute fernmündlich den Vorsitzenden
der Bundespressekonferenz darüber informiert, dass ich als Gast für ein Statement
und die Beantwortung von Fragen am Vormittag des 18. Dezember 2014 zur Verfügung stehe«, teilte Edathy gestern Abend
mit.
(Seite 4)
In Stadt und Landkreis Gießen...
Keine Einigung im
EU-Haushaltsstreit(Seite 4)
mit.
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Ahnen begleitet
»Maori Porträts« reisen
erstmals nach Berlin
Kultur – Seite 8
Gericht lässt Klage
gegen Edathy zu
Hongkong
räumt Barrikaden
H o n g k o n g (dpa). Nach mehr als siebenwöchigen Demonstrationen in Hongkong
hat die Polizei Straßensperren am wichtigsten Protestlager der Aktivisten geräumt. Beamte und Straßenarbeiter gingen
gestern gegen Barrikaden rund um ein
Hochhaus im Stadtgebiet Admiralty in der
Nähe von Hongkongs Regierungssitz vor.
Ein Hongkonger Gericht hatte die Räumung zuvor angeordnet. Aktivisten leisteten kaum Widerstand. Protestführer Joshua
Wong sagte: »Wir respektieren die Entscheidung des Gerichtes.« Aktivisten würden aber weiterhin an anderen Straßenzügen rund um den Regierungssitz bleiben.
–
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Form vor, eine Zahlungskrise der Union zu
riskieren. Unterhändler der EU-Staaten
und des Europaparlaments konnten sich in
der Nacht zum Dienstag nicht auf einen
Kompromiss zu Ausgaben einigen, die einen Umfang von mindestens 140 Milliarden
Euro haben sollen. Die Abgeordneten fordern deutlich mehr Geld für das Budget, als
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OK
Anschlag
auf Synagoge
die
Staaten
geben
wollen.
(Seite 4)
MITTELHESSISCHE ALLGEMEINE
Atommüll
Abfallmenge wohl
größer als bisher gedacht
Politik – Seite 2
Verde n (dpa). Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy kommt
wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie vor Gericht. Eine entsprechende Anklage der Staatsanwaltschaft Hannover ließ das Landgericht im niedersächsischen Verden gestern zu. Der 45-Jährige sei
»hinreichend tatverdächtig«, erklärte die
Kammer. Erster Prozesstag soll der 23. Februar sein. Bis Ende April sind neun weitere
Termine geplant.
Edathy hat den Besitz von Nacktbildern
zwar zugegeben, aber immer betont, dass
sich darunter keine strafbaren Kinderpornos befänden. Am 18. Dezember will Edathy in Berlin vor d
ie Medien treten. »Ich
habe heute fernmündlich den Vorsitzenden
der Bundespressekonferenz darüber informiert, dass ich als Gast für ein Statement
und die Beantwortung von Fragen am Vormittag des 18. Dezember 2014 zur Verfügung stehe«, teilte Edathy gestern Abend
mit.
(Seite 4)
Mo. – Do. 1,50 EUR, Fr. u. Sa. 1,70 EUR
Klesniks verlängert
Lette bleibt HSG Wetzlar
bis Juni 2016 erhalten
Sport – Seite 18
In der GAZ-Serie geht’s heute
um die Marburger Straße
Stadt Gießen – Seite 25
50 Millionen Euro kosten die
Autobahnbrücken bei Dorlar
Kreis Gießen – Seite 37
Ein Jude betet nach der Bluttat in dem Raum der Synagoge, in dem der Anschlag verübt wurde. Die Opfer stammten aus den USA und
Großbritannien.
(Foto: dpa)
Vier Menschen sterben in Jerusalem – Angreifer erschossen – Volksfront bekennt sich
Je r u s a l e m (dpa). Ein Terroranschlag von
Palästinensern auf eine Synagoge in Jerusalem mit vier Toten hat Hoffnungen auf eine
Beruhigung der angespannten Lage zunichtegemacht. Die zwei Angreifer töteten gestern vier jüdische Betende und verletzten
acht weitere. Israels Regierung hat gestern
Gegenmaßnahmen angekündigt. Polizeiminister Izchak Aharonovich will es mehr Israelis erlauben, zur Selbstverteidigung Waffen zu tragen. Ministerpräsident Benjamin
Netanjahu kündigte am Abend die rasche
Zerstörung der Häuser von Attentätern an.
Andere Minister forderten rigorose Strafmaßnahmen gegen die Familien der Täter.
Die Attentäter aus dem arabischen Ostteil
Jerusalems wurden wenige Minuten nach
dem Angriff von Polizisten erschossen. Sie
griffen die Betenden in dem Gotteshaus in
Har Nof mit Messern und Äxten an und feuerten Schüsse ab.
Es war der erste tödliche Anschlag auf eine
Synagoge in Jerusalem. Drei der Opfer
stammten aus den USA und eines aus Großbritannien, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld bestätigte. Augenzeugen sprachen
von einem »Massaker« unter den Betenden.
Tausende Menschen nahmen später an d
en
A
Begräbnissen teil. Medienberichten zufolge
trugen die Opfer Titel als Rabbiner.
In den vergangenen Wochen hatte es eine
ganze Serie von Anschlägen auf Israelis gegeben. Seit dem Abbruch d
er Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern im April ist die Lage in Nahost immer weiter eskaliert.
Zuletzt sorgte der Tod eines arabischen
Busfahrers, der am Sonntag erhängt aufgefunden worden war, bei den Palästinensern
für neuen Zorn. Eine israelische Autopsie ergab, der Mann habe Suizid begangen. Palästinenser gehen dagegen von einem Lynchmord d urch jüdische Siedler aus. Der Fall
heizte die Stimmung weiter an, die ohnehin
nach einem Streit um die Nutzung des Tempelbergs in Jerusalem (Haram al-Scharif),
der Muslimen und Juden heilig ist, sehr angespannt war.
Die radikale Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) teilte mit, zwei ihrer Mitglieder hätten den Anschlag verübt. Netanjahu
warf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas
vor, Terroristen durch Hetze zu ermutigen.
»Wir befinden uns mitten in einer Terrorkampagne, die sich auf Jerusalem konzentriert«, sagte Netanjahu.
I
Der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, Joram Cohen, widersprach d
en Vorwürfen Netanjahus, Abbas
hetze zu Gewalt gegen Israel auf. »Abu Masen (Abbas) ist nicht an Terror interessiert
und hetzt nicht zur Gewalt auf, auch nicht
unter der Hand, obwohl ein Teil der Öffentlichkeit seine Äußerungen so auslegt«, sagte
Cohen.
US-Außenminister John Kerry verurteilte
den Terrorakt und sprach von sinnloser Brutalität. Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte vor einer neuen Spirale der
Gewalt. Die EU-Außenbeauftragte Federica
Mogherini rief beide Seiten zur Zurückhaltung und zu einer Rückkehr zu Friedensgesprächen auf.
Das spanische Parlament hat sich unterdessen für die Anerkennung Palästinas als
eigenem Staat ausgesprochen. In einer an
Dienstagabend in Madrid mit 319 zu zwei
Stimmen gebilligten Vorlage wird d ie Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy
aufgefordert, Palästina als Staat anzuerkennen. Die friedliche Koexistenz von zwei
Staaten – Israel und Palästina – sei die einzig mögliche Lösung für den Nahost-Konflikt, hieß es.
(Seite 4)
Ein Jude betet nach der Bluttat in dem Raum der Synagoge, in dem der Anschlag verübt wurde. Die Opfer stammten aus den
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Großbritannien.
(Foto: dpa)
B r ü s s e l (dpa). Nach vorläufig gescheiterten Verhandlungen eskaliert d
er Streit
um den milliardenschweren Haushalt der
EU. Europaparlamentarier warfen den Regierungen der Mitgliedstaaten in scharfer
Form vor, eine Zahlungskrise der Union zu
riskieren. Unterhändler der EU-Staaten
und des Europaparlaments konnten sich in
der Nacht zum Dienstag nicht auf einen
Kompromiss zu Ausgaben einigen, die einen Umfang von mindestens 140 Milliarden
Euro haben sollen. Die Abgeordneten fordern deutlich mehr Geld für das Budget, als
die Staaten geben wollen.
(Seite 4)
Anschlag auf Synagoge
AUS DEM INHALT
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Anschlag auf Synagoge
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MEINE SEITE
Tierische Einwanderer
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MITTAGSTISCH
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IHR DRAHT ZU UNS
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www.giessener-allgemeine.de
30147
tegemacht. Die zwei Angreifer töteten gestern vier jüdische Betende und verletzten
acht weitere. Israels Regierung hat gestern
Gegenmaßnahmen angekündigt. Polizeiminister Izchak Aharonovich will es mehr Israelis erlauben, zur Selbstverteidigung Waffen zu tragen. Ministerpräsident Benjamin
Netanjahu kündigte am Abend die rasche
Zerstörung der Häuser von Attentätern an.
Andere Minister forderten rigorose Strafmaßnahmen gegen die Familien der Täter.
Die Attentäter aus dem arabischen Ostteil
Jerusalems wurden wenige Minuten nach
dem Angriff von Polizisten erschossen. Sie
griffen die Betenden in dem Gotteshaus in
Har Nof mit Messern und Äxten an und feuerten Schüsse ab.
Es war der erste tödliche Anschlag auf eine
Synagoge in Jerusalem. Drei der Opfer
stammten aus den USA und eines aus Großbritannien, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld bestätigte. Augenzeugen sprachen
von einem »Massaker« unter den Betenden.
Tausende Menschen nahmen später an d
en
geben. Seit dem Abbruch d
er Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern im April ist die Lage in Nahost immer weiter eskaliert.
Zuletzt sorgte der Tod eines arabischen
Busfahrers, der am Sonntag erhängt aufgefunden worden war, bei den Palästinensern
für neuen Zorn. Eine israelische Autopsie ergab, der Mann habe Suizid begangen. Palästinenser gehen dagegen von einem Lynchmord d urch jüdische Siedler aus. Der Fall
heizte die Stimmung weiter an, die ohnehin
nach einem Streit um die Nutzung des Tempelbergs in Jerusalem (Haram al-Scharif),
der Muslimen und Juden heilig ist, sehr angespannt war.
Die radikale Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) teilte mit, zwei ihrer Mitglieder hätten den Anschlag verübt. Netanjahu
warf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas
vor, Terroristen durch Hetze zu ermutigen.
»Wir befinden uns mitten in einer Terrorkampagne, die sich auf Jerusalem konzentriert«, sagte Netanjahu.
Ahnen begleitet
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Klesniks verlängert
Ampel-Är
4 194354 401500
Begräbnissen teil. Medienberichten zufolge
trugen die Opfer Titel als Rabbiner.
In den vergangenen Wochen hatte es eine
ganze Serie von Anschlägen auf Israelis gegeben. Seit dem Abbruch d
er Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern im April ist die Lage in Nahost immer weiter eskaliert.
Zuletzt sorgte der Tod eines arabischen
Busfahrers, der am Sonntag erhängt aufgefunden worden war, bei den Palästinensern
für neuen Zorn. Eine israelische Autopsie ergab, der Mann habe Suizid begangen. Palästinenser gehen dagegen von einem Lynchmord d urch jüdische Siedler aus. Der Fall
heizte die Stimmung weiter an, die ohnehin
nach einem Streit um die Nutzung des Tempelbergs in Jerusalem (Haram al-Scharif),
der Muslimen und Juden heilig ist, sehr angespannt war.
Die radikale Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) teilte mit, zwei ihrer Mitglieder hätten den Anschlag verübt. Netanjahu
warf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas
vor, Terroristen durch Hetze zu ermutigen.
»Wir befinden uns mitten in einer Terrorkampagne, die sich auf Jerusalem konzentriert«, sagte Netanjahu.
Der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, Joram Cohen, widersprach d
en Vorwürfen Netanjahus, Abbas
hetze zu Gewalt gegen Israel auf. »Abu Masen (Abbas) ist nicht an Terror interessiert
und hetzt nicht zur Gewalt auf, auch nicht
unter der Hand, obwohl ein Teil der Öffentlichkeit seine Äußerungen so auslegt«, sagte
Cohen.
US-Außenminister John Kerry verurteilte
den Terrorakt und sprach von sinnloser Brutalität. Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte vor einer neuen Spirale der
Gewalt. Die EU-Außenbeauftragte Federica
Mogherini rief beide Seiten zur Zurückhaltung und zu einer Rückkehr zu Friedensgesprächen auf.
Das spanische Parlament hat sich unterdessen für die Anerkennung Palästinas als
eigenem Staat ausgesprochen. In einer an
Dienstagabend in Madrid mit 319 zu zwei
Stimmen gebilligten Vorlage wird d ie Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy
aufgefordert, Palästina als Staat anzuerkennen. Die friedliche Koexistenz von zwei
Staaten – Israel und Palästina – sei die einzig mögliche Lösung für den Nahost-Konflikt, hieß es.
(Seite 4)
Auch für Tablet und Smartphone optimiert.
WETTER
Bewölkt, bis 8 Grad
Vorsichtige Annäherung
Strompreis
könnte leicht steigen
Kultur
Umwelt · Technik · Wissenschaft
Vier Menschen sterben in Jerusalem – Angreifer erschossen – Volksfront bekennt sichFernsehen
Meinungstreff
Je r u s a l e m (dpa). Ein Terroranschlag von Begräbnissen teil. Medienberichten zufolge
Der Chef des israelischen Mittelhessen
InlandsgeheimPalästinensern auf eine Synagoge in Jerusa- trugen die Opfer Titel als Rabbiner.
dienstes Schin Bet, Joram Cohen, widerPinnwand
mit Gießen-Info
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In den vergangenen Wochen hatte es eine sprach d
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Beruhigung der angespannten Lage zunich- ganze Serie von Anschlägen auf Israelis ge- hetze zu Gewalt gegen IsraelWetter
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Ma- · Unterhaltung
· Roman
Kultur
Umwelt · Technik · Wissenschaft
Fernsehen
Meinungstreff
Mittelhessen
Pinnwand mit Gießen-Info
Wetter · Roman · Unterhaltung
Steinmeier sucht Gemeinsamkeiten mit Moskau
M o s k a u (dpa). Trotz anhaltend schwerer
Differenzen über die Ukraine bemühen sich
Deutschland und Russland um eine vorsichtige
Wiederannäherung.
Außenminister
Frank-Walter Steinmeier mahnte am Dienstag in Moskau zu gemeinsamen Anstrengungen bei anderen Krisenherden der internationalen Politik. Als Beispiel nannte er die
Atomverhandlungen mit dem Iran und den
Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer
Staat (IS). Kremlchef Wladimir Putin lud
den SPD-Politiker noch für den Abend überraschend zu einem Treffen ein.
Aus deutschen Delegationskreisen hieß es
nach d
em etwa 75-minütigen Gespräch im
Kreml, die Unterredung sei »ernsthaft und
offen« gewesen. Der Meinungsaustausch habe sich um »Wege aus der Ukraine-Krise, die
neue Perspektiven der Kooperation eröffnen
könnten«, gedreht. Zuletzt hatte Steinmeier
den Kremlchef im Februar gesehen, kurz vor
der Annexion der Halbinsel Krim durch
Russland. Steinmeier verlängerte seinen Besuch für die Unterredung und trat mit Verzögerung am Abend die Heimreise nach Berlin an.
Steinmeier und der russische Außenminis-
ter Sergej Lawrow machten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz aus der unterschiedlichen Bewertung des blutigen Konflikts im Osten der Ukraine keinen Hehl.
Steinmeier sprach von einer »wirklich ernsthaften Krise für die europäische Friedensordnung«. Zuvor schon hatte er nach einem
Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten
Petro Poroschenko vor einer »militärischen
Großkonfrontation« gewarnt.
Steinmeier forderte alle Konfliktparteien
auf, die bereits im September geschlossenen
Waffenstillstandsvereinbarungen von Minsk
endlich einzuhalten. Zugleich mahnte er:
»Es ist aber auch Zeit, jenseits von Ukraine
zu denken. Wir haben mit ein paar anderen
Bedrohungen weltweit fertigzuwerden.«
Russland ist nach Lawrows Worten bereit,
den sogenannten Minsk-Prozess »ohne Vorbedingungen« fortzusetzen. Zugleich beschuldigte er jedoch d
ie Führung in Kiew,
die Vereinbarungen zu torpedieren. Zum
deutsch-russischen Verhältnis meinte der
Minister: »Trotz aller Unterschiede, wie wir
die Lage in der Ukraine beurteilen, ist wichtig, dass der Dialog zwischen uns nicht aufhört.«
Berlin (dpa). Die aus Klimaschutzgründen diskutierte Stilllegung von zehn deutschen Kohlekraftwerken könnte den
Strompreis leicht erhöhen. Im Einkauf an
der Strombörse würde der Preis zwischen
1,70 und fünf Euro je Megawattstunde steigen, ergeben Berechnungen von zwei großen Energieversorgern, die der Deutschen
Presse-Agentur vorliegen. Derzeit liegt der
Börsenpreis für Strom bei knapp 50 Euro
für eine Megawattstunde.
Mehr Tote
durch Terrorismus
L o n d o n (dpa). Die Zahl der Terroranschläge mit Toten und Verletzten ist im vergangenen Jahr nach einem Bericht der
Menschenrechtsorganisation Vision of Humanity drastisch gestiegen. 2013 seien
17 958 Menschen bei Anschlägen getötet
worden, 61 Prozent mehr als im Jahr zuvor,
heißt es im Global Terrorism Index der Organisation. Allein zwei Drittel d
er Opfer
gehen auf das Konto von vier islamistischen Terrororganisationen: Taliban, El
Kaida, Boko Haram und Islamischer Staat.
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Gewalt. Die EU-Außenbeauftragte Federica
Mogherini rief beide Seiten zur Zurückhaltung und zu einer RückkehrIHR
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Das spanische Parlament Zentrale
hat sich unterdessen für die AnerkennungLeserservice
Palästinas als
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eigenem Staat ausgesprochen. In einer an
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Stimmen gebilligten Vorlage Redaktion
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rung von Ministerpräsident Mariano Rajoy
aufgefordert, Palästina als Staat anzuerkenwww.giessener-allgemeine.de
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Staaten – Israel und Palästina – sei die einzig mögliche Lösung für den Nahost-Kon30147
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Barrikaden
Strompreis 4 194354 401500
könnte leicht steigen
Strompreis
könnte leicht steigen
Vorsichtige Annäherung
Steinmeier sucht Gemeinsamkeiten mit Moskau
M o s k a u (dpa). Trotz anhaltend schwerer
Differenzen über die Ukraine bemühen sich
Deutschland und Russland um eine vorsichtige
Wiederannäherung.
Außenminister
Frank-Walter Steinmeier mahnte am Dienstag in Moskau zu gemeinsamen Anstrengungen bei anderen Krisenherden der internationalen Politik. Als Beispiel nannte er die
Atomverhandlungen mit dem Iran und den
Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer
Staat (IS). Kremlchef Wladimir Putin lud
den SPD-Politiker noch für den Abend überraschend zu einem Treffen ein.
Aus deutschen Delegationskreisen hieß es
nach d
em etwa 75-minütigen Gespräch im
Kreml, die Unterredung sei »ernsthaft und
offen« gewesen. Der Meinungsaustausch habe sich um »Wege aus der Ukraine-Krise, die
neue Perspektiven der Kooperation eröffnen
könnten«, gedreht. Zuletzt hatte Steinmeier
den Kremlchef im Februar gesehen, kurz vor
der Annexion der Halbinsel Krim durch
Russland. Steinmeier verlängerte seinen Besuch für die Unterredung und trat mit Verzögerung am Abend die Heimreise nach Berlin an.
Steinmeier und der russische Außenminis-
ter Sergej Lawrow machten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz aus der unterschiedlichen Bewertung des blutigen Konflikts im Osten der Ukraine keinen Hehl.
Steinmeier sprach von einer »wirklich ernsthaften Krise für die europäische Friedensordnung«. Zuvor schon hatte er nach einem
Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten
Petro Poroschenko vor einer »militärischen
Großkonfrontation« gewarnt.
Steinmeier forderte alle Konfliktparteien
auf, die bereits im September geschlossenen
Waffenstillstandsvereinbarungen von Minsk
endlich einzuhalten. Zugleich mahnte er:
»Es ist aber auch Zeit, jenseits von Ukraine
zu denken. Wir haben mit ein paar anderen
Bedrohungen weltweit fertigzuwerden.«
Russland ist nach Lawrows Worten bereit,
den sogenannten Minsk-Prozess »ohne Vorbedingungen« fortzusetzen. Zugleich beschuldigte er jedoch d
ie Führung in Kiew,
die Vereinbarungen zu torpedieren. Zum
deutsch-russischen Verhältnis meinte der
Minister: »Trotz aller Unterschiede, wie wir
die Lage in der Ukraine beurteilen, ist wichtig, dass der Dialog zwischen uns nicht aufhört.«
Berlin (dpa). Die aus Klimaschutzgründen diskutierte Stilllegung von zehn deutschen Kohlekraftwerken könnte den
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Strompreis leicht erhöhen. Im Einkauf1an
der Strombörse würde der Preis zwischen
1,70 und fünf Euro je Megawattstunde steigen, ergeben Berechnungen von zwei großen Energieversorgern, die der Deutschen
Presse-Agentur vorliegen. Derzeit liegt der
Börsenpreis für Strom bei knapp 50 Euro
für eine Megawattstunde.
Seite 8
Mehr Tote
durch Terrorismus
erstmals nach Berlin
Porträts« reisen
(F
(Foto:
dpa)
stammten aus den USA und
L o n d o n (dpa). Die Zahl der Terroranschläge mit Toten und Verletzten ist im vergangenen Jahr nach einem Bericht der
Menschenrechtsorganisation Vision of Humanity drastisch gestiegen. 2013 seien
17 958 Menschen bei Anschlägen getötet
worden, 61 Prozent mehr als im Jahr zuvor,
heißt es im Global Terrorism Index der Organisation. Allein zwei Drittel d
er Opfer
gehen auf das Konto von vier islamistischen Terrororganisationen: Taliban, El
Kaida, Boko Haram und Islamischer Staat.
begleitet
Sport – Seite 18
bis Juni 2016 erhalten
Lette bleibt HSG Wetzlar
Klesniks verlängert
MITTELHESSISCHE ALLGEMEINE
Mehr Tote
durch Terrorismus
Stadt Gießen – Seite 25
um die Marburger Straße
In der GAZ-Serie geht’s heute
Ampel-Ärger
–
. Jahrgang
eis Gießen – Seite 37
tobahnbrücken bei Dorlar
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G 3266 A
Im Kernverbreitungsgebiet
Kernverbreitungsgebiet.. .
an privat
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In Stadt und Landkreis Gießen.
5,00
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Million Euro kosten die
Echte Großbaustelle
Mo. – Do. 1,50 EUR, Fr
Fr. u. Sa. 1,70 EUR
Nummer
OK
L o n d o n (dpa). Die Zahl der Terroranschläge mit Toten und Verletzten ist im vergangenen Jahr nach einem Bericht der
Menschenrechtsorganisation Vision of Humanity drastisch gestiegen. 2013 seien
17 958 Menschen bei Anschlägen getötet
worden, 61 Prozent mehr als im Jahr zuvor,
heißt es im Global Terrorism Index der Organisation. Allein zwei Drittel d
er Opfer
gehen auf das Konto von vier islamistischen Terrororganisationen: Taliban, El
Kaida, Boko Haram und Islamischer Staat.
Berlin (dpa). Die aus Klimaschutzgründen diskutierte Stilllegung von zehn deutschen Kohlekraftwerken könnte den
Strompreis leicht erhöhen. Im Einkauf an
der Strombörse würde der Preis zwischen
1,70 und fünf Euro je Megawattstunde steigen, ergeben Berechnungen von zwei großen Energieversorgern, die der Deutschen
Presse-Agentur vorliegen. Derzeit liegt der
Börsenpreis für Strom bei knapp 50 Euro
für eine Megawattstunde.
Suchbegriff
OK
Vier Menschen sterben in Jerusalem – Angreifer erschossen – Volksfront bekennt sich
Je r u s a l e m (dpa). Ein Terroranschlag von
Palästinensern auf eine Synagoge in Jerusalem mit vier Toten hat Hoffnungen auf eine
Beruhigung der angespannten Lage zunichtegemacht. Die zwei Angreifer töteten gestern vier jüdische Betende und verletzten
acht weitere. Israels Regierung hat gestern
Gegenmaßnahmen angekündigt. Polizeiminister Izchak Aharonovich will es mehr Israelis erlauben, zur Selbstverteidigung Waffen zu tragen. Ministerpräsident Benjamin
Netanjahu kündigte am Abend die rasche
Zerstörung der Häuser von Attentätern an.
Andere Minister forderten rigorose Strafmaßnahmen gegen die Familien der Täter.
Die Attentäter aus dem arabischen Ostteil
Jerusalems wurden wenige Minuten nach
dem Angriff von Polizisten erschossen. Sie
griffen die Betenden in dem Gotteshaus in
Har Nof mit Messern und Äxten an und feuerten Schüsse ab.
Es war der erste tödliche Anschlag auf eine
Synagoge in Jerusalem. Drei der Opfer
stammten aus den USA und eines aus Großbritannien, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld bestätigte. Augenzeugen sprachen
von einem »Massaker« unter den Betenden.
Tausende Menschen nahmen später an d
en
WETTER
Bewölkt, bis 8 Grad
Vorsichtige Annäherung
Drucken
Heute, 17 Uhr
Anzeigenschluss für den
großen Markt der Kleinanzeigen
Telefon 06 41/30 03-33
kleinanzeigen@giessener-allgemeine.de
gegen Edathy zu
Inhalt
Keine Einigung im
EU-Haushaltsstreit
G 3266 A
Kultur
8
lässt Klage 10
UmweltGericht
· Technik · Wissenschaft
Fernsehen
11
Steinmeier sucht Gemeinsamkeiten mit Moskau
Meinungstreff
31
Mittelhessen
32
M o s k a u (dpa). Trotz anhaltend schwerer ter Sergej Lawrow machten bei einer gePinnwand mit Gießen-Info
33–34
Differenzen
über die Ukraine bemühen
sich 18meinsamen Pressekonferenz
–
Seite
2
– Seite 8
Politik
Sport – Seite
Stadt aus der unterWetter · Roman · Unterhaltung
48KulturDeutschland
und Russland um eine vorsich- schiedlichen Bewertung des blutigen Kongrößer als bisher gedacht
erstmals tige
nach Berlin
Juni 2016 erhalten
umUkraine
die
Wiederannäherung. bisAußenminister
flikts im Osten der
keinen Hehl.
Frank-Walter
mahnte
am DiensSteinmeier sprach
»wirklich ernstAbfallmenge
wohl
»Maori Porträts«
reisenSteinmeierLette
bleibt
HSG Wetzlar
Invon
dereiner
GAZ-Serie
MEINE
SEITE
tag in Moskau zu gemeinsamen Anstrengun- haften Krise für die europäische FriedensTierische Einwanderer
24
gen bei anderen Krisenherden der interna- ordnung«. Zuvor schon hatte er nach einem
tionalen Politik. Als Beispiel nannte er die Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten
Atomverhandlungen mit dem Iran und den Petro Poroschenko vor einer »militärischen
30
MITTAGSTISCH
Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Großkonfrontation« gewarnt.
FAMILIENANZEIGEN
36
Staat (IS). Kremlchef Wladimir Putin lud
Steinmeier forderte alle Konfliktparteien
Mittwoch, 19. November 2014
MIT
TSPD-Politiker
E L H E S Snoch
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E Abend
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I Nbereits
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Mo.
den
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den
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geschlossenen
Nummer von Minsk
IHR DRAHT ZU UNS
raschend zu einem Treffen ein.
Waffenstillstandsvereinbarungen
Aus deutschen Delegationskreisen hieß es endlich einzuhalten. Zugleich mahnte er:
Zentrale
06 41/3 00 30
nach d
em etwa 75-minütigen Gespräch im »Es ist aber auch Zeit, jenseits von Ukraine
Leserservice
06 41/30 03 77
Kreml, die Unterredung sei »ernsthaft und zu denken. Wir haben mit ein paar anderen
Anzeigenservice
06 41/30 03 33
offen« gewesen. Der Meinungsaustausch ha- Bedrohungen weltweit fertigzuwerden.«
Redaktion
06 41/3 00 31 23
be sich um »Wege aus der Ukraine-Krise, die
Russland ist nach Lawrows Worten bereit,
neue Perspektiven der Kooperation eröffnen den sogenannten Minsk-Prozess »ohne Vorwww.giessener-allgemeine.de
könnten«, gedreht. Zuletzt hatte Steinmeier bedingungen« fortzusetzen. Zugleich beden Kremlchef im Februar gesehen, kurz vor schuldigte er jedoch d
ie Führung in Kiew,
der Annexion der Halbinsel Krim durch die Vereinbarungen zu torpedieren. Zum
30147
Russland. Steinmeier verlängerte seinen Be- deutsch-russischen Verhältnis meinte der
such für die Unterredung und trat mit Ver- Minister: »Trotz aller Unterschiede, wie wir
zögerung am Abend die Heimreise nach Ber- die Lage in der Ukraine beurteilen, ist wichlin an.
tig, dass der Dialog zwischen uns nicht auf4 194354 401500
Steinmeier und der russische Außenminis- hört.«
Übersicht
...die Nr.
Keine Einigung im
EU-Haushaltsstreit
H o n g k o n g (dpa). Nach mehr als siebenwöchigen Demonstrationen in Hongkong
hat die Polizei Straßensperren am wichtigsten Protestlager der Aktivisten geräumt. Beamte und Straßenarbeiter gingen
gestern gegen Barrikaden rund um ein
Hochhaus im Stadtgebiet Admiralty in der
Nähe von Hongkongs Regierungssitz vor.
Ein Hongkonger Gericht hatte die Räumung zuvor angeordnet. Aktivisten leisteten kaum Widerstand. Protestführer Joshua
Wong sagte: »Wir respektieren die Entscheidung des Gerichtes.« Aktivisten würden aber weiterhin an anderen Straßenzügen rund um den Regierungssitz bleiben.
Atommüll
Im Kernverbreitungsgebiet.. .
...die Nr.
Mittwoch, 19. November 2014
Hongkong
räumt Barrikaden
Ein Jude betet nach der Bluttat in dem Raum der Synagoge, in dem der Anschlag verübt wurde. Die Opfer stammten aus den USA und
1 / 40
Großbritannien.
(Foto: dpa)
50 Millionen Euro
kosten
die und Straßenarbeiter gingen
räumt.
Beamte
Autobahnbrücken
bei Dorlar
gestern
gegen Barrikaden rund um ein
Hochhaus
Kreis Gießen
– Seite 37im Stadtgebiet Admiralty in der
egieznA
MITTELHESSISCHE ALLGEMEINE
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Mittwoch, 19. November 2014
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Heute, 17 Uhr
Für Bezieher der gedruckten
Zeitung mit Vollabonnement
Monatsabo: 5,50 €
Jahresabo: 5,00 €/Monat
Editorial
Einmal im Jahr gönnen wir uns als Redaktion etwas und geben die Zügel aus der Hand. Sollten Sie auch tun. Entspannt ungemein. Die monatliche Frage, in welche Richtung das nächste Heft gehen soll, überlassen wir dann anderen. Letztlich sogar in doppelter Hinsicht. Die »Gießener Köpfe« lernt unser Fotograf Oliver Schepp während seiner
Arbeit für die »Gießener Allgemeine Zeitung« kennen. Er stellt dann den Kontakt zu uns her und macht seine wunderbaren Portraits. Kümmern müssen wir uns bis dahin um nichts. Am Ende steht ein kurzes Interview in netter Atmosphäre an, bei dem wir – Marc Schäfer, Jan Sommerlad und ich – aber auch gerne einen Teil der Arbeit abgeben. Das
Konzept: Ein Gesprächsthema geben wir vor. Das andere lassen wir uns vorgeben. So entstehen die spannendsten
Geschichten. Mit Diane Blum von der Gummiinsel etwa, die plötzlich begann, sich an ihre Karriere als Karambolagerennfahrerin zu erinnern. Ebenso Abderrahim En-Nosse, mit dem wir über seine Bienen sprechen wollten, der dann
aber offenbarte, dass er nur wegen Georg Büchner aus Marrakesch kam. Die »Gießener Köpfe« sind für uns als Redaktion immer wieder
ein Höhepunkt im Jahr. Nicht nur, weil wir die Zügel aus der Hand legen können, sondern auch wegen toller Geschichten und großartiger
Portraits unseres Fotografen Oliver Schepp. Aber schauen Sie am besten selbst, gönnen Sie sich doch mal etwas.
Florian Dörr
3/2015
streifzug 3
giessener köpfe
Die gute Seele
Britta Prell
56 Jahre | Gastronomin | Interview: Florian Dörr
FuSSball
Kneipe
Was macht den Reiz des FC St. Pauli aus? Bei mir ist die Liebe über
Jahre gewachsen. Eigentlich war ich als Gießenerin Fan von Eintracht
Frankfurt, aber als Volker Ippig zurück zum FC St. Pauli kam: Das war
etwas Besonderes, weil er die autonome Szene mit zum Fußball
schleppte. Der war vorher eine Art Aussteiger, hatte in Nicaragua
gearbeitet. Mittlerweile ist das ja nur noch manchmal schön
anzuschauen, was die da spielen, ich muss schon hin und wieder
leiden. In der 2. Liga müssen sie unbedingt bleiben.
Können Sie sich einen anderen Job vorstellen? Seit über 25 Jahren
bin ich nun im Sowieso. Und so lange ich den Job machen darf,
bleibe ich auch hier. Es gibt ja immer wieder Kneipen, die irgendwann schöner gemacht werden, danach aber nicht mehr laufen. Das
Red Brick zum Beispiel hat sich ganz klar totrenoviert, sah irgendwann aus wie eine Eisdiele. Das möchte ich für das Sowieso nicht.
Gießen hat inzwischen ohnehin viel zu wenig Kneipen: Unicum,
Pferdestall und das ganze Bermudadreieck sind weg. Im Sowieso hilft
inzwischen auch das Monkeys, das die Leute hier in die Ecke zieht.
Wie sind Sie selbst zum Fußball gekommen? Seit meinem dritten
Lebensjahr lebe ich in Gießen, bin im Kinderheim groß geworden.
Dort gab es eine Jugendleiterin, die total fußballverrückt war. Bei ihr
durften wir gucken und haben uns angesteckt. Daraufhin ging es los
mit Fußball spielen auf dem Hof. Mit 15 Jahren habe ich dann erst erfahren, dass es auch Damenmannschaften gibt. Also bin ich zum VfB
1900 Gießen gegangen. Das war schon recht hochklassig. Heute heißen die Ligen ja anders, keine Ahnung, wie man das nennen würde.
Auf welcher Position haben Sie gespielt? Im Tor. Schon allein wegen
meiner Größe. Damals hatte unsere Torfrau den Verein verlassen, also
gab es – wie nennt man das heute so schön? – ein Casting: Jeder
musste mal ins Tor. Da war ich wohl recht gut. Gespielt habe ich aber
auch in einer Thekenmannschaft. Gab’s in den meisten Kneipen.
Später dann auch im Sowieso, als ich die Kneipe übernommen hatte.
Da habe ich dann Rechtsaußen gespielt. Aber stärker war ich schon
im Tor. Dafür habe ich auch viel trainiert.
Gibt es die Thekenmannschaft vom Sowieso noch? Nein, ein Bild
hängt noch in der Kneipe. Aber die meisten waren irgendwann mit
dem Studium fertig und sind weggezogen aus Gießen. Heute spielen
alle in der Bunten Liga.
Spielen Sie heute noch? Nee, die rennen mir alle weg. Ich gucke nur
noch. Leider können wir im Sowieso ja kein Sky mehr zeigen. So wie
viele andere Kneipen auch. Das trägt sich wegen der gestiegenen
Kosten nicht mehr. Also gibt’s hier die Spiele im Ersten, ZDF, Sport1.
Bei Champions League ist ja praktisch jede Kneipe in Gießen voll.
Aber bei den Montagsspielen von St. Pauli auch das Sowieso. Das ist
schon spitze. Noch ein Grund, warum sie unbedingt in der 2. Liga
bleiben müssen. Das einzig positive an der Sache mit Sky: Jetzt habe
ich am Wochenende wieder Zeit, zu den Spielen des VfB 1900
Gießen zu gehen. Auch auswärts gerne.
4 streifzug 3/2015
Aber es ist ein harter Job, oder? Es geht. Morgens um 11.30 Uhr
stehe ich auf. Danach muss ich häufig einkaufen, für die Baguettes
jeden Tag, auch das Putzen übernehme ich selbst. Die Buchführung
sowieso. Und dann bleibt noch ein bisschen Zeit für mich.
Wie kamen Sie ausgerechnet ins Sowieso? Ich habe an der Universität landwirtschaftlich-technische Assistentin gelernt und da auch
gearbeitet. Allerdings stets mit Zeitverträgen. Da gibt es natürlich
immer die Angst, dass irgendwann mal Schluss ist. Also habe ich mir
ein zweites Standbein gesucht und in Kneipen gearbeitet. Erst in der
Pupille und im Hard Rock Café. Dann war ich als Geschäftsführerin
im Sowieso, jetzt bin ich alleine hier in der Kneipe.
Was war hier früher drin? »Im Fass« nannte sich das. Ich war selbst
gerne Gast. Zwei große Fässer standen hier drin, da konnte man sich
reinsetzen, und dort, wo heute das Herrenklo ist, kleinere Fässchen.
Sieht man heute noch an den Böden. Danach kam noch ein Asiate,
der hier eine Gaststätte hatte. Später dann zwei Norweger. Eine
ziemlich tragische Geschichte eigentlich: Die hatten hier ein Rentierrestaurant, muss wie Sau gelaufen sein. Aber dann kam Tschernobyl:
Es gab kein Rentierfleisch mehr, weil es verseucht war. Zu der Zeit
habe ich im mittelhessischen Untersuchungsamt gearbeitet.
Anschließend kamen noch ein Café, ganz schnieke damals, und eine
Kneipe. Viele erinnern sich an »Im Fass«, aber die Geschichte, bevor
das Sowieso kam, ist schon etwas länger.
Wie schwer fiel die Durchsetzung des Rauchverbots? Bis vor einigen
Jahren war das Sowieso eine Raucherkneipe. Dann kam wegen der
Auflagen die Frage: Weiterhin Baguettes verkaufen oder als Raucherkneipe weiterlaufen? Also haben wir die Gäste befragt. Das war dann
recht unproblematisch. Seinen Charme hat das Sowieso dadurch zum
Glück nicht verloren.
giessener köpfe
Ruhiger retter
Sebastian Jünger
24 Jahre | Student | Interview: Marc Schäfer
Schwimmen
Retten
Wie sind Sie zum Schwimmen gekommen? Als Kind wollte ich
Fußball spielen. Meine Eltern waren gute Handballer. Ich habe aber
leider die Augen von meinem Opa geerbt. Minus 13 Dioptrin.
Wenn der Trainer gesagt hat, da hinten in das Tor muss der Ball
rein, habe ich gefragt: welches Tor? Ich habe eine Menge Sportarten
probiert und bin beim Schwimmen gelandet, weil es Schwimm­
brillen mit Sehstärke gibt.
Sie arbeiten ehrenamtlich als Rettungsschwimmer. Haben Sie schon
Leben gerettet? Ja. An der Ostsee oder auch im Schwimmbad. Durch
zum Beispiel Wellenbetrieb geraten manche Besucher in Panik und
fangen an zu zappeln. Man muss sie dann aus dem Wasser holen,
weil sie sich verschlucken und untergehen könnten. Es kann natürlich
immer sein, dass sie sich auch an den Beckenrand oder im Meer nach
einer Pause an den Strand retten könnten. Man weiß aber nie, was als
nächstes passiert.
Sie bringen Kindern seit mehr als zehn Jahren Schwimmen bei.
Was hat sich in diesen Jahren verändert? Das Schwimmen an sich
hat sich nicht verändert, aber die Art, wie es Kindern beigebracht
wird. Gerade im Hinblick auf Übergriffe und Pädophilie. Früher
war es noch normal, dass wir Kinder unter Wasser am Bauch
angefasst haben, um sie über Wasser zu halten. Das würde sich
heute zumindest ein Mann nicht mehr trauen. Die Eltern schauen
heute oft genau zu. Sie sind vorsichtiger geworden.
Wie funktioniert das technisch? Wir benutzen Auftriebskörper wie
Schwimmnudeln oder Gurte. Hauptsache: Nicht anfassen!
Warum sollte man schwimmen können? Wenn man es richtig
macht, ist es ein gesunder Sport. Die Gelenke werden geschont.
Gerade im Alter ist Schwimmen gut für den Körper. Außerdem
fahren viele Menschen gerne zum Urlaub ans Meer. Wenn man
sich da gerade so über Wasser halten kann, kann es sehr gefährlich
werden. Wenn man sich nicht sicher fühlt, kann es den Spaß an
den Ferien nehmen. Wenn man Kinder hat, sollte man außerdem in
der Lage sein, im Wasser beim Kind zu bleiben. Erwachsene haben
beim Schwimmenlernen viel mehr Angst als Kinder. Die Kleinen
springen auch vom Startblock, obwohl sie nicht schwimmen
können. Erwachsene gehen rationaler ran und überlegen, was alles
passieren könnte. Ihnen muss man zunächst die Sorgen nehmen,
ehe man ihnen etwas beibringen kann.
Was macht für Sie den Reiz am Schwimmen aus? Ich habe meine
Ruhe. Ich hatte einen Lungenriss und fange gerade wieder so richtig
an mit fünf, sechs Kilometern. Ich kann dabei abschalten. Kein
Handy, keiner, der mir die Ohren volllabert. Im Wasser bin ich total
auf mich fokussiert. Das ist zum Beispiel ein Unterschied zum
Joggen. Länger als zwei Stunden schwimme ich aber nicht. Dann
wird mir langweilig und mir vergeht die Lust.
An der See greifen Sie dann häufig wegen Ermüdungserscheinungen
ein? Die meisten Einsätze haben wir wegen kleinen Kindern. Die
Eltern liegen in der Sonne und schlafen und bekommen oft nicht mit,
dass ihr Kind auf der Luftmatratze mal eben zwei Kilometer vom
Strand weggetrieben ist. Manchmal bekommt man zum Dank noch
einen Anschiss und die Eltern sagen, sie hätten doch alles im Griff
gehabt. Wir müssen uns dann trotzdem benehmen.
Kam Ihre Hilfe auch schon mal zu spät? An der Küste weiß man das
manchmal nicht genau. Wenn kurz vor Wachende ein Urlauber
kommt und sagt, im Strandkorb nebenan war schon seit fünf Stunden
niemand mehr, aber es liegt noch eine Tasche da, fragen wir uns
zuerst, ist der ersoffen oder schon nach Hause gegangen und hat
die Tasche vergessen. Ich hatte erst einen Einsatz, bei dem wir nur
noch einen Toten bergen konnten. Das war mit der SEG-Wasserrettung Gießen. Wenn man so etwas macht, muss man damit
rechnen.
Warum arbeiten Sie als Rettungsschwimmer? Jedenfalls nicht wegen
dem Geld. Denn man wird nicht reich dadurch. An der Küste bekommen wir täglich zwischen fünf und 20 Euro. Dafür sitzen wir den ganzen Tag auf dem Turm, obwohl man nach einer Stunde eigentlich
schon genug hat. Man muss also wirklich Spaß dran haben. Natürlich
entwickeln sich auch Freundschaften. man trifft sich einmal im Jahr
an der Küste. Das ist dann schon ein Event. Es ist aber nicht so, dass
wir wie bei Baywatch die Geilsten am Strand sind. Wir werden eher
noch angeschissen, wenn kein Sonnenschirm mehr frei ist.
Aber bei den Mädels stehen Rettungsschwimmer doch sicher hoch
im Kurs? Nicht wirklich. Wir sitzen ja nur rum. Unser Job ist nicht so
actiongeladen wie im Film. Es gibt zwar auch einsatzgeile Kollegen,
aber die meisten hoffen wie ich, dass nichts aus dem Ruder läuft.
Dementsprechend haben Fußballer oder Handballer wohl bessere
Karten bei Frauen, die haben immerhin jedes Wochenende ein Spiel.
3/2015 streifzug 7
giessener köpfe
Geboren und Geblieben
Diane Blum
58 Jahre | Angestellte | Interview: Florian Dörr
Gummiinsel
Karambolagerennen
Was macht das Leben auf der Gummiinsel aus? Die Freiheit. Ich bin
hier geboren. Gleich drüben auf der anderen Straßenseite. Meine
Kindheit habe ich hier beim Spielen auf der Straße verbracht. Seit
damals kenne ich es nicht, dass die Haustür verschlossen ist. Wir
mögen unsere Nachbarn und gucken nacheinander. Das macht den
Charme aus. Meine Tochter und ich wurden sogar im selben Haus
geboren. Das macht mich stolz. Wo gibt es das sonst schon?
Wie kamen Sie zum Karambolagerennen? Durch meinen damaligen
Mann. Er ist selbst gefahren. Irgendwann gab es dann die ersten
Frauenläufe. Aber das ist schon so lange her. Bis 1985 ging das.
Dreimal wurde ich deutsche Meisterin.
Ist die Freiheit noch immer so groß? Ja, schon. Um Gottes Willen,
das wäre eine Umstellung! Im Sommer sitzen die Leute hier meistens
auf der Treppe vor ihren Häusern oder im Garten, zum Beispiel unter
einem Pavillon. Bei den Kindern ist das mit der Straße heute aber
nicht mehr ganz so: Durch die Digitalisierung spielen sie eher am
Computer oder schauen Fernsehen.
Können Sie sich vorstellen, an einem anderen Ort zu leben? Schwer.
Höchstens in einem eigenen Haus. Ich denke, in einem Block würde
ich mich wie in Gefangenschaft fühlen. Schließlich lebe ich seit
meiner Geburt auf der Gummiinsel. Ein eigenes Haus hätte ich mir
nie leisten können. Meine Mutter war damals alleinerziehend, daher
bin ich direkt nach dem Schulabschluss in eine Fabrik arbeiten
gegangen. Wie auch immer: Ich bin glücklich hier. Der Zusammenhalt ist schon toll auf der Gummiinsel. Den finden Sie vielleicht noch
auf der Margaretenhütte oder am Eulenkopf. Dort hat man sich nie für
sich geschämt. Aber sonst?
Was ist das Besondere an den Häusern? Früher wurden sie als Arbeitersiedlung gebaut. Wie die Planer damals gerechnet haben, kann ich
nicht so richtig nachvollziehen: Da haben manchmal 17 bis 18 Personen in einem solchen Haus gewohnt. Auf 52 Quadratmetern. Oben
gibt es Schlaf- und Kinderzimmer. Unten Küche und Wohnzimmer.
Dann noch einen Keller. Da haben sich die Bewohner die Bäder teilweise selbst reingebaut. Viele Bewohner haben sich »ihr« Häuschen
mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln hergerichtet.
Haben Sie Wünsche, inwiefern sich das Haus verändern sollte?
Eigentlich nicht. Vielleicht ein Esszimmer hinten angebaut. Aber
wenn es zu einer Modernisierung oder Sanierung kommt, wollen wir
nicht auf unsere große Küche verzichten. Hier kann man gut essen
und mit der Familie zusammen sein. Das ist doch gemütlich. Ich
würde es eher in Kauf nehmen, mit 70 Jahren noch ins Bad im Keller
gehen zu müssen, als auf die große Küche zu verzichten. Weg
möchte ich sowieso nicht von der Gummiinsel.
8 streifzug 3/2015
Können Sie die Autos beschreiben? Die haben wir ausgeschlachtet
und umgebaut. Bis auf den Fahrersitz wurde alles aus dem Innenraum entfernt und die Batterie sowie der Tank eingebaut. Scheiben
raus, Überrollbügel rein. Abschließend wurden sie bemalt. Die
nächstgelegene Strecke war in Langgöns, aber es gab viele in ganz
Deutschland. Pro Lauf waren zwischen 20 und 30 Autos am Start.
Da hat man noch nicht auf CO2 geachtet.
Wie kamen Sie möglichst schnell ins Ziel? Darum geht es beim
Karambolagerennen nicht. Wir haben Punkte gesammelt. Wer ein
anderes Auto auf den Kopf wirft, der bekommt zum Beispiel 50
Punkte. Rammen bringt nur fünf. Insgesamt 20 Minuten pro Lauf,
zwischendrin ein paar Minuten Pause, um die Autos wiederher­
zurichten. Ein bisschen Mut und Talent gehören schon dazu, aber
oft auch ein gutes Auto.
Wie kamen Sie an die Autos ran? Die haben wir uns gekauft. Für
50 oder 100 Mark. Je nachdem. Das Beste für mich war ein VW
K70 mit Vorderradantrieb. Eigentlich brauchten wir nach jedem
Rennen ein neues Auto. Letztlich haben wir immer draufgezahlt,
aber das war es wert. 1985 habe ich dann aufgehört. Seitdem sind
wir jedes Jahr einmal in den Urlaub gefahren.
Wie fühlten Sie sich beim ersten Start? Ich habe gezittert wie
verrückt. Klingt komisch, aber ich musste mein Bein tatsächlich auf
dem Gaspedal festhalten. Allerdings nur bis zum Start. Als die
Flagge runtergegangen ist, war dann alles gut. Da waren die Kinder
noch klein. Wir haben im Zwei-Mann-Zelt übernachtet. Auch im
Matsch, wenn es geregnet hat. Abends traf man sich im Bierzelt des
Fahrerlagers oder hat ums Lagerfeuer gesessen. Das war schon eine
schöne Zeit.
giessener köpfe
Auf 180 mit der Bahn
Bernd D’Amour
66 Jahre | Rentner | Interview: Marc Schäfer
erneuerbare energien
deutsche bahn
Sie waren in Wettenberg einer der ersten Einwohner, die eine
Solaranlage auf dem Dach hatten? Ja. Ich hatte in meiner Lehrerausbildung mit Physik zu tun und habe schon 1982 oder 1983 im
Selbstbau eine thermische Solaranlage gebaut. Damals hatte ich
noch kein Haus, aber meine Eltern waren so nett und haben ihr
Dach zur Verfügung gestellt. Ich wusste, dass ein schwarzer Körper
schnell erwärmt wird und dass Wasser warm wird, wenn man es
dahinter sammelt – und das kann man zum Duschen benutzen.
Ihr Verhältnis zur Deutschen Bahn, ist das Liebe oder Hass? Die
schönen Erinnerungen überwiegen. Ich fahre gerne Bahn. Gerade im
Winter, wenn es schneit, gibt es nichts Schöneres, als in einem
warmen Abteil zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen. Die Bahn
hat mich mein ganzes Leben begleitet. Mein Vater war Eisenbahner
mit Leib und Seele. Während des Studiums habe ich viele Jahre als
Liegewagenbetreuer gearbeitet und bin durch Europa gefahren.
Obwohl ist seit meinem 19. Lebensjahr ein Auto habe, fahre ich häufig
mit dem Zug. Aus Umweltgründen. Die Bahn hat in den letzten
25 Jahren aber alles dafür getan, mir das Bahnfahren zu verleiden.
Das macht mich wütend. Inzwischen bin ich oft auf 180.
Sind Sie sparsam? Bin ich ein Sparbrötchen? Vielleicht schon.
Obwohl, sparen ist nicht ganz richtig. Ich finde es gut, wenn man
etwas effektiv macht. Darum geht es mir. Strom wird immer noch
zu drei Viertel durch fossile Rohstoffe und Atomkraft hergestellt,
also sollte man effizient damit umgehen. Das wird immer noch
unzureichend gemacht.
Ein Plädoyer für eine Solaranlage? Wenn überhaupt sind vielleicht
ein Fünftel aller Dächer in der Region mit einer Solaranlage aus­
gestattet. Ich habe zwei. Wir könnten viel mehr kostenlose Energie
gewinnen. Die meisten Leute sind immer noch der Meinung, das
rechnet sich nicht, aber das ist eine Milchmädchenrechnung. Es
rechnet sich, obwohl die Förderungen zurückgegangen sind. Ich
habe vor Kurzem erst 5000 Euro in eine Photovoltaikanlage in der
Uckermark investiert.
Wie äußert sich ihre Leidenschaft für erneuerbare Energie sonst?
Ich habe mir vor zwei Jahren ein Pedelec gekauft und versuch
wann immer es geht auf E-Mobilität zu setzen. Ich fahre nur in Ausnahmefällen mit dem Bus oder dem Auto. Mit Freunden machen
wir alle zwei Jahre Holz, damit heize ich meinen Kaminofen. Das
macht zwar mehr Dreck und Arbeit, aber es ist eine schönere
Wärme. Es spart Öl und Gas und ich habe ein gutes Gefühl, dass
ich weder russische Ölmagnaten noch irgendwelche Scheichs
unterstütze.
Haben Sie Angst vor einer Energiekrise? Nein. Ich habe schon im
Freundeskreis gesagt, dass wir in zehn Jahren keine Energieprobleme
mehr haben werden. Ich bin da sehr optimistisch. Es wird alles
effizienter. So langsam dämmert es der Mehrheit, dass die Verbrennung der fossilen Rohstoffe nicht mehr lange gut geht.
Über was können Sie sich am meisten aufregen? Zum einen, dass es
Bahn und RMV nicht geschafft haben, aus Mittelhessen eine direkte
Verbindung zum Flughafen nach Frankfurt herzustellen. Technisch
betrachtet wäre das kein Problem. Spurbreite und Elektrizitätssystem
passen. Die Züge müssten nur, statt 45 Minuten am Hauptbahnhof zu
stehen, in dieser Zeit zum Flughafen fahren und wieder zurück. Vor
Kurzem erst ist eine Bekannte aus Grünberg über Fulda nach Frankfurt
gefahren. Das ist zwei- bis dreimal so weit. Unfassbar. Ich habe das
vor vielen, vielen Jahren schon vorgeschlagen. Damals wurde gesagt,
es ginge nicht, wegen der Kapazität am Flughafen, aber das war
damals schon falsch und stimmt nach dem Bau des Fernbahnhofs
noch weniger. Auf Antwort von Landrätin Schneider, die ich ebenfalls
um Unterstützung bat, warte ich noch.
Und sonst? Der zweite Skandal ist, dass Gießen kein ICE-Standort ist.
In der Region kommt man auf eine Million Einwohner. Alle haben
keinen ICE-Anschluss. Dabei könnte man die Strecke von Kassel nach
Gießen mit Zügen mit Neigetechnik beinahe genauso schnell befahren wie der ICE über Fulda. Fünf Minuten Differenz. Das habe ich
nachgerechnet. Dafür wären zwei Uni-Städte angeschlossen.
Haben Sie etwas erreicht? Ich habe Anfang der 90er mit Beschwerdebriefen angefangen. Mittlerweile habe ich ganze Ordner. Von der
Bahn kommen meist dumme Antworten. Später habe ich Politiker angeschrieben. Aber die Bahn ist ein Staat im Staat mit Rückendeckung
bis ins Kanzleramt. Nach »Stuttgart 21« habe ich resigniert. Wenn Parteien scheitern, kann sich der kleine D’Amour noch so auf den Kopf
stellen. Eine Kleinigkeit haben wir bewirkt. Die Änderung der Vorfahrt
Liebig-/Bahnhofstraße. Jetzt kommen Busse schneller zum Bahnhof.
Was würden Sie tun, wenn Sie an der Spitze der DB stehen würden?
Ich würde den Einsatz der Neigetechnik-Züge forcieren und für die
Flughafenanbindung sorgen. Ich hätte jedenfalls ordentlich zu tun.
3/2015 streifzug 11
giessener köpfe
Traumjob in der maske
Marina Koops
29 Jahre | Maskenbildnerin | Interview: Marc Schäfer
BERUF
Heimat
Ist Maskenbildnerin ein Traumberuf? Ja, schon als junges Mädchen
war Maskenbildnerin zu sein mein Traum. Angefangen habe ich bei
der Theaterwerkstadt Nordhorn. Für meinen Traumberuf habe ich
zunächst die Ausbildung zur Friseurin gemacht, was damals noch
Voraussetzung für die Ausbildung zur Maskenbildnerin war. Der Weg
war lang, aber jetzt arbeite ich seit neun Jahren in diesem Beruf und
er ist immer noch mein Traumberuf – es war noch nicht einen Tag
langweilig oder eintönig.
Unbefristete Verträge am Theater sind selten. Da heißt es öfter Umziehen. Was bedeutet Heimat für Sie? Klar, man muss flexibel sein.
Der Umzug nach Gießen war mein sechster in sechs Jahren. Den
Arbeitsplatz wechseln, das heißt auch immer die Stadt wechseln, da
es in der Regel nur ein Theater in einer Stadt gibt. Zwar lernt man am
Theater immer schnell viele neue Menschen kennen, trotzdem fängt
man in jeder Stadt erst mal wieder bei null an. Solange man alleine
lebt, ist das ok, doch hat man einen Partner, der beruflich gebunden
ist, wird es schwierig.
Gibts es keine Nachteile? Durchaus könnte man die Arbeitszeit als
Nachteil sehen; Feiertage, Wochenenden, spät Abends, doch da ich
keine Frühaufsteherin bin, arbeite ich lieber in die Abendstunden
hinein. Schwierig wird es mit Familienbesuchen, Geburtstagsfeiern
oder Hobbys. Dafür findet sich oftmals wenig Zeit in diesem Beruf.
Obwohl Sie nicht auf der Bühne stehen, gelten Sie im Theater als
Künstlerin? Ja. Der Beruf verlangt neben handwerklichem Geschick
und Genauigkeit eben auch ein hohes Maß an Kreativität. Deshalb sehe ich mich auch selbst als Künstlerin.
Als Maskenbildnerin werden Sie nicht mit Applaus überhäuft. Ist das
nicht schade? Manchmal schon. Besonders wenn man große Verwandlungen oder eine aufwendige Maske schminkt. Aber wir
Maskenbildner sind lieber hinter der Bühne. Es gibt allerdings auch
Theaterstücke, bei denen wir mit auf der Bühne sind, aber unsichtbar
für den Zuschauer. Bei einem Stück waren wir ganze sechs Maskenbildner auf der Hinterbühne – vom Zuschauer nur getrennt durch
einen schwarzen Vorhang – und haben dort Schauspieler in vier bis
sechs verschiedene Rollen verwandelt. Man spürt das Publikum durch
den Vorhang. Es fließt mehr Adrenalin. Das ist schon aufregend. Mein
größter »Applaus« war eine Kritik nach der Premiere von »Der Weibsteufel«. Darin hieß es, Schauspieler Roman Kurtz habe sich für diese
Rolle extra die Haare abrasiert. Doch diese Glatze bekommt er vor jeder Vorstellung in der Maske von mir geklebt. Die Illusion war perfekt.
Ihre Arbeit verlangt…? Geduld. Das knüpfen einer Perücke nimmt bis
zu 70 Stunden in Anspruch, auch das Frisieren von aufwendigen
Frisuren funktioniert nicht innerhalb von 30 Minuten. Kreativität ist,
wie schon gesagt, etwas, das die Arbeit als Maskenbildnerin braucht.
Nicht zu unterschätzen ist das Feingefühl. Die Maske ist der letzte Ort
vor dem Auftritt. Der Darsteller soll sich vor allem wohlfühlen und
sich auf seinen Auftritt konzentrieren können. Da muss auch manchmal ein kleiner Psychologe in uns stecken.
12 streifzug 3/2015
Welche Fragen stellt man sich zuerst in der neuen Stadt? Wo ist der
beste Bäcker? Wo verbringe ich meine Mittagspause? Wo gehe ich
hin, wenn ich Freizeit habe? Ich hoffe, ich muss nicht so bald wieder
sagen: Jetzt geht´s wieder los, denn unsere Couch passt perfekt in
unser jetziges Wohnzimmer. (lacht)
Ist Gießen schon Heimat? Es fängt an, ein Zuhause zu werden. Ich
bin mittlerweile mehr mit Gießen verbunden als mit den Städten, in
denen ich zuvor gelebt habe. An meine Heimat habe ich viele schöne
Erinnerungen, an das Leben dort, meine liebevolle Familie und die
Stadt. Doch ohne Theater ist es keine Stadt, in die ich zurückkann.
Es spricht also einiges für Gießen? Wir haben uns hier eingelebt und
einen großartigen Freundeskreis gefunden. Ich habe tolle Kollegen
und fühle mich sehr wohl an diesem Theater.
Sie wollen also in Gießen bleiben? Langfristige Pläne sind schwierig,
wie für alle Menschen in künstlerischen Berufen. Schlussendlich geht
es um die Freude an meinem Beruf, um ein gutes Miteinander unter
Kollegen und in meinem Fall um eine wundervolle und stabile
Beziehung. All das habe ich in Gießen. Dafür bin ich sehr dankbar.
Ja, wir bleiben.
giessener köpfe
Kahn in Kamerun
Francois Ngahan
23 Jahre | Student | Interview: Florian Dörr
Woher
wohin
Wie war Ihre Kindheit in Kamerun? Ich bin in Douala aufgewachsen.
Knapp zwei Millionen Leute wohnen dort, aber in Deutschland kennt
kaum jemand die Stadt. Eine Wirtschaftsmetropole. Ich hatte eine
schöne Kindheit. Mama und Papa haben uns immer das Wichtigste
gegeben: Zum Beispiel die Möglichkeit, auf eine Schule zu gehen.
Was kann Deutschland von Kamerun lernen? Ein bisschen vermisse
ich hier die Leidenschaft der Leute in Kamerun. Was ich schon in
Dortmund gemerkt habe, wo ich zuerst einen Deutschkurs gemacht
habe: Einige sprechen untereinander vergleichsweise wenig und mit
Ausländern erst recht. Ich merke das auch im Studium. Aber es gibt
natürlich viele Ausnahmen.
Wie haben Sie Ihre Freizeit verbracht? Mit Fußball. Nur Fußball.
Ich habe mit meinen Freunden den ganz Tag auf der Straße gespielt,
wenn der Unterricht an der Schule vorbei war. Mein Papa hat mir
immer mal wieder Geschenke gemacht. Sogar Computerspiele.
Aber der Ball war das Größte. Ich war total verrückt nach Fußball,
das war auch mein Berufswunsch.
Wer war Ihr Vorbild? Ich wollte Torwart sein. Mein Vorbild war
Oliver Kahn. Bei der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Korea
war er sensationell. Damals hat Deutschland auch gegen Kamerun
gespielt. Das ist für mich heute noch als wäre es gestern gewesen.
Danach sind wir sofort auf die Straße gerannt und haben mit
meinem Ball gespielt. Ich hatte sogar ein Trikot. Mit einem
Textmarker habe ich den Namen von Oliver Kahn hinter drauf­
geschrieben. Ich wollte sein wie er.
Waren Sie ein guter Spieler? Ja. Ich war in der neunten oder
zehnten Klasse, so nennt man das in Deutschland, als ich in ein
Fußballcamp von Samuel Eto’o kam. An unserer Schule war ich der
Beste meines Jahrgangs. Aber ich war sehr klein, das war ein
Problem.
Was vermissen Sie an Kamerun? Alles. Familie wie Freunde. Und
meine Freundin natürlich auch. Ich bin alleine zum Studieren
nach Deutschland gekommen. Im Dezember möchte ich gerne auf
Besuch nach Hause fahren.
Spielen Sie hier noch Fußball? Nein, das Leben ist zu stressig.
Einmal habe ich, aber regelmäßig funktioniert es derzeit nicht. Die
Vorlesungen sind nicht so wild, da habe ich schon einiges hinter
mir. Ich kann da auch viel online machen. Praktika nehmen viel
Zeit: Ich muss vor Ort sein und später Protokolle schreiben.
Aus Kamerun kenne ich das nicht. Aber beklagen will ich mich
nicht. Das ist schwer, aber sehr wichtig.
Was wollen Sie mit Ihren Studium anfangen? Ich studiere BMT.
Biomedizinische Technik. Am liebsten möchte ich damit in einem
Krankenhaus arbeiten. Eigentlich wollte ich Arzt werden, aber
Ingenieure sind auch wichtig in dem Bereich. Irgendwann möchte
ich damit zurück nach Kamerun und den Leuten helfen. Mit dem
Studium kann ich etwas bewegen.
Wie fühlt sich das Leben in Deutschland an? Ich wohne in einem
Studentenwohnheim. Das ist alles schon ein bisschen älter,
aber eigentlich völlig in Ordnung. Nicht so gut gefällt mir, dass die
Küchen in den Zimmern sind. Manchmal fühle ich mich im
Studentenwohnheim dadurch ein bisschen einsam, denn wir
kochen und essen allein auf dem Zimmer.
Leiden Sie sehr darunter? Nein. In Gießen leben einige Kameruner.
Das ist eine tolle Gemeinschaft. Sie haben auch einen guten Ruf in
der Stadt, weil sie sehr fleißig sind. Das macht das Leben natürlich
leichter. In Dortmund kannte ich sehr viele Leute und war nicht so
konzentriert. Das war nicht gut. Schließlich bin ich zum Studieren
in Deutschland.
3/2015 streifzug 15
Veranstaltungen im März
Ihre Veranstaltungen in der
Kongresshalle Gießen
6. 3. | Freitag | 20 Uhr
Michl Müller – »Ausfahrt freihalten!«
www.s-promotion.de
11. 3. | Mittwoch | 20 Uhr
Blickfang »Island Natur pur«
www.michael-fleck.de
12. 3. | Donnerstag | 17 Uhr
Die drei ??? Kids und du! –
»Der Zirkus der Rätsel«
www.joko.de
16. + 17. 3. | Mo. + Di. | 19 Uhr
Erbrechttage Gießen
www.erbvp.de
19. 3. | Donnerstag | 19.30 Uhr
Steiners Theater – die bayerische Komödie
»Unbekannt verzogen«
www.star-concerts.de
20. 3. | Freitag | 20 Uhr
Konzert von Johannes Oerding –
»Alles brennt«-Tour 2015
www.shooter.de
21. 3. | Samstag | 20 Uhr
Abschlussball der Tanzschule Bäulke
www.tanzschule-baeulke.de
22. 3. | Sonntag | 16 Uhr
Tanzcafé-Party der Tanzschule Bäulke
www.tanzschule-baeulke.de
25. 3. | Mittwoch | 20 Uhr
Blickfang »Rüdiger Nehberg –
Lagerfeuergeschichten«
www.michael-fleck-de
26. 3. | Donnerstag | 19.30 Uhr
Nacht der Operette
www.star-concerts.de
29. 3. | Sonntag | 19 Uhr
Kaya Yanar –
»Around the World Tour 2015«
www.headlineconcerts.de
1. 4. | Mittwoch | 14-17 Uhr
Tag der älteren Generation
Amt für soziale Angelegenheiten
Veranstaltungen
1 So
Bühne
Gießen
Langer Atem
Vorgestellt. Stückentwicklung mit dem
Theaterkollektiv FUX
11.00 Stadttheater
Der dickste Pinguin
vom Pol
Für alle ab 4 Jahren
11.00 taT
Rumpelstilzchen
16.00 Kleine Bühne
Der Goldene Drache
19.30 Stadttheater
Faust –
Der Tragödie erster Teil
Produktion des Jugendclub-Tanz
20.00 taT
Marburg
Die Werkstatt der
Schmetterlinge
Figurentheater. Ab 5 J.
15.00 KFZ
Disco/Party
Gießen
Discofoxparty
20.30 Astaire’s
Konzerte
Gießen
Passionskonzert
Kammerchor Voconsort
15.00 Lukaskirche
Panflöte & Harfe
17.00 St.-Bonfatiuskirche
Wettenberg
40 Jahre
Volksmusikverein
Mit der Blaskapelle
Judaska (Niederlande)
& Blaskapelle des
Volksmusikvereins
14.00 Mehrzweckhalle
Krofdorf-Gleiberg
Barockensemble
Colorite
Wettenberger
Winterkonzerte.
Italienische Musik des
Frühbarocks
17.00 ev. Kirche
Wißmar
Märkte/Messen
Gießen
Antik & Trödelmarkt
8.00 Hessenhallen
16 streifzug 3/2015
Alsfeld
Jagen-Reiten-FischenOffroad
Jagdmesse
9.30 Hessenhalle
Buseck
Modellbaubörse
10.00 Sammler- und
Hobbywelt
Sonstiges
Gießen
Das Quadratpuzzle
Exponat des Monats.
Kann man ein Quadrat
oder Rechteck in lauter
verschieden große
Quadrate aufteilen?
Prof. Beutelspacher und
Laila Samuel gehen der
Frage auf den Grund
15.00 Mathematikum
Tanzcafé
15.00 Astaire’s
Sport
Gießen
Basketball Pro A
Gießen 46ers –
rent4office Nürnberg
17.00 Sporthalle Ost
2 Mo
Disco/Party
Gießen
Independent tanzbar
21.30 Ulenspiegel
Sonstiges
Gießen
Seniorennachmittag
15.00 Mathematikum
Pub Quiz
21.00 Irish Pub
3 Di
Disco/Party
Gießen
Affenkammer-Party
22.00 Monkeys
Vorträge
Gießen
Frauen auf der Flucht
Die Situation von Asylbewerberinnen in
Deutschland. Vortrag
von Anna Hartnagel
19.00 Altes Schloss,
Netanya-Saal
4 Mi
Bühne
Gießen
Die Wanze 2
Kostprobe. Der neueste
Fall. Öffentliche Probe
und Einführung
20.00 taT
Disco/Party
Gießen
Tanzparty
20.30 Astaire’s
Study-Azubi-Night
21.00 Irish Pub
Marburg
FEIERabend
Neue
Afterwork-Party-Reihe
19.00 KFZ
Konzerte
Gießen
GBL
Guerilla Jazz
20.30 Ulenspiegel
Vorträge
Gießen
Almost Heaven
Winterprogramm
des LZG. Lesung mit
Johannes Herber
19.30 Miller-Hall
5 Do
Bühne
Gießen
Michael Kohlhaas
Chronik nach der
Novelle von Heinrich
von Kleist.
Für Jugendliche und
Erwachsene
20.00 taT
Lich
13. Licher Kulturtage –
Eröffnung
Lyrikrevue mit
Oliver Steller & Band –
Das Beste aus 20 Jahren
20.00 Kino
Traumstern
Disco/Party
Gießen
Sounds from
the House of Fiction
23.00 Scarabée
Konzerte
Gießen
Tom Beck &
Band Horny Honks
Schauspieler und
Musiker mit neuem
Studio­album: So wie es
ist (erstmals auf Deutsch)
20.00 Jokus
Stefan Thaler
Singer/Songwriter
21.00 Irish Pub
Vorträge
Gießen
Frau & Kultur
Frauen in Leitungspositionen im Neuen
Testament und in der
frühen Kirche. Vortrag
von Prof. Ute Eisen
15.30 Altes Schloss,
Netanya-Saal
Marburg
Pegida
Böse und gute Patrioten
im Clinch. Vortrag und
Diskussion der Gruppe
GegenSatz
20.00 KFZ
6 Fr
Bühne
Gießen
Däumelinchen
Freitag.Vier. Schattentheater
16.00 Stadtbibliothek
Perve
Keller Theatre
19.30 Kleine Bühne
Spiel des Lebens
19.30 Stadttheater
Erklärt Pereira
20.00 taT
Ausfahrt freihalten!
Comedy mit
Michl Müller
20.00 Kongresshalle
Lich
13. Licher Kulturtage
Musical trifft Klassik.
Angelika Milster mit
Cross over
19.30 Kloster Arnsburg, Dormitorium
Lollar
Rotlicht für ’nen alten
Schinken
Komödie mit der
Theater­gruppe
Odenhausen
20.00 Mehrzweckhalle Odenhausen
Veranstaltungen im März
Nidda
Manni Kreutzer &
The Oberhesse
Country-Folk-ComedyHits von Dietrich Faber
20.30 Lokschuppen
Disco/Party
Gießen
Tanzparty
20.30 Astaire’s
Der Chef gibt einen aus
21.00 Haarlem
Gib dem Affen Zucker
22.00 Monkeys
Ärzte vs. Hosen
22.00 Scarabée
Konzerte
Gießen
Anarinya
Klangreise mit Harfe
und Gesang
19.00 ZiBB
Omit Five
Jazzquintett
21.00 Café Amélie
Mike Ryan
Rock-Klassiker, Folk
und Pop
21.00 Irish Pub
Sonstiges
Gießen
Töpfern kreativ!
Einsteiger-Workshop
16.00 Jokus
Live-Konzert im Kino
Bernard Haitink und
Isabelle Faust mit
den Berliner
Philharmonikern
19.30 Kino-Center
7 Sa
Ausstellungen
Biebertal
Kunst in Biebertal –
15 Jahre kreativ
Ausstellung heimischer
Freizeitkünstler.
Eröffnung mit musikalischer Umrahmung
13.00 Bürgerhaus
Rodheim
Bühne
Gießen
Perve
Keller Theatre
19.30 Kleine Bühne
Langer Atem
Premiere.
Stückentwicklung des
Theaterkollektivs FUX
19.30 Stadttheater
Smart Reality
Tanzabend
20.00 taT
Ist das Politik oder
kann das weg?
Politisches Kabarett
zum Internationalen
Frauentag mit Anny
Hartmann
20.00 Uni-Hauptgebäude, Aula
Lahnau rocks for
benefit 2.0
20.00 Lahnauhalle
Waldgirmes
Grünberg
Lich
Noch’n Gedicht
Der große HeinzErhardt-Abend. Kabarett
mit Hans Joachim Heist
20.00 Gallushalle
13. Licher Kulturtage
Purephonic – Gospel,
Soul und Pop
19.30 kath. Kirche
St. Paulus
Lollar
Marburg
Rotlicht für ’nen alten
Schinken
Komödie mit der
Theatergruppe
Odenhausen
20.00 Mehrzweckhalle Odenhausen
Tingvall Trio
Jazz
20.00 KFZ
Disco/Party
Gießen
Tanzparty
20.00 Astaire’s
Karaoke mit
Andy Pfälzer
21.00 Irish Pub
90er Party
21.00 Haarlem
Harvey´s Hide-Out
22.00 Scarabée
Die affengeile Weltreise
22.00 Monkeys
Electrified
23.00 MuK
Marburg
Groove-A-Licious
Preisverleihungsparty
des Marburger Kamerapreises 2015. Funk,
Rap, Reggae, Soul mit
AdT, Scarce One und
Selecta M
23.00 KFZ
Flohmärkte
Gießen
Trödelmarkt
7.00 Rodheimer
Straße
Buseck
Flohmarkt
8.00 Sammler- und
Hobbywelt
Konzerte
Gießen
The Swipes
Wilder, eigenständiger
Stilmix
21.00 Café Amélie
Fernwald
Serge Jaroff
Festliche Konzertgala.
Don-Kosaken-Chor
19.30 ev. Kirche
Annerod
Lahnau
Spätzünder
Benefizkonzert des
Mundartgesangsduos
Annemarie Schmidt
und Mechthild Vogel
19.00 Bürgerhaus
Atzbach
Wetzlar
Belle Mélange
Frauen-Quartett
mit klassischen
Instrumenten
20.00 KulturStation
Märkte/Messen
Gießen
3. Hund und
Heimtiermesse
10.00 Hessenhalle
Alsfeld
Marburg
Kill me, Kate!
Kabarett zum
Internationalen Frauentag mit Inka Meyer
19.00 KFZ
Wetzlar
Von Herzen Grün
Lizzi Grün & Martin
Spahr. Schauspiel,
Gesang und eine
Prise Literatur
19.00 KulturStation
Disco/Party
Gießen
Tanzparty
20.30 Astaire’s
Führungen
Gießen
Führung durch
das Mathematikum
14.00 Mathematikum
Märkte/Messen
Gießen
Sonstiges
3. Hund und
Heimtiermesse
10.00 Hessenhalle
Stoff- und Tuchmarkt
11.00 Fußgängerzone
Gießen
Alsfeld
Verstell dich!
Versteck dich!
MuSEHum-Kinderatelier. Workshop für Kinder
von 6 bis 9 Jahren
11.00 Altes Schloss,
oberhess. Museum
Automobil- und
Freizeitausstellung
9.30 Hessenhalle
Automobil- und
Freizeitausstellung
9.30 Hessenhalle
8 So
Ausstellungen
Biebertal
Kunst in Biebertal –
15 Jahre kreativ
Ausstellung heimischer
Freizeitkünstler
11.00 Bürgerhaus
Rodheim
Bühne
Gießen
Solistenporträt
Moritz Eggert im
Gespräch mit
Christian Schröder
11.00 Stadttheater
Der Kuss der
Spinnenfrau
15.00 Stadttheater
Doris und die Amsel
16.00 Kleine Bühne
Wir lieben und wissen
nichts
20.00 taT
Lollar
Rotlicht für ’nen alten
Schinken
Komödie mit der Theatergruppe Odenhausen
17.00 Mehrzweckhalle Odenhausen
Buseck
Antik- und
Sammlermarkt
9.00 Sammler- und
Hobbywelt
Lollar
Mineralien- und
Fossilienbörse
9.00 Bürgerhaus
Reiskirchen
Frühlingsmarkt
10.00 Sport- und
Kulturhalle
Burkhardsfelden
17.07.
18.07.
20.07.
22.07.
23.07.
SCHANDMAUL UnendlichTour2015
PINKFLOYD performedbyECHOES
THEHOOTERS “35“Live 2015
MARKFORSTER Sommer-Tour2015
DIETERTHOMASKUHN
&BAND Sommernachtstour2015
24.07. THORSTENHAVENER
DerKöpersprache-Code
Sonstiges
25.07. ROGERCICERO&BAND
Gießen
26.07. JOHANNESSCHERER
&BODOBACH Die 2Beiden
30.07. CHINESISCHER
NATIONALCIRCUS
Flamenco für Kinder
Workshop mit Alma
Gitana. Für 6- bis
10-Jährige 14 bis 16 Uhr,
für 10- bis 17-Jährige
16 bis 17.30 Uhr
14.00 MuK
Tanzcafé
15.00 Astaire’s
9 Mo
Disco/Party
The ROGERCICEROJazzExperience Live 2015
ShanghaiNightsunplugged
31.07. BEATLESNIGHT
The FabFourinConcert
NEU
IM V
ERK
AUF
NEU
IM V
ERK
AUF
02.08. KONSTANTINWECKER
&BAND “40Jahre Wahnsinn"Tour2015
07.08. ABBANIGHT
Die SommerpartymitallenHits
08.08. GREGORMEYLE
NewYork-StintinoSommerkonzert2015
09.08. DIEZAUBERFLÖTE
OpervonWolfgangAmadeusMozart
Gießen
Karaoke mit
Andy Pfälzer
21.00 Irish Pub
Independent tanzbar
21.30 Ulenspiegel
3/2015 streifzug 17
Veranstaltungen im märz
10 Di
Study-Azubi-Night
21.00 Irish Pub
Marburg
Disco/Party
tanzbar
Alternative Tanzparty
19.00 KFZ
Gießen
Affenkammer-Party
22.00 Monkeys
sonstiges
Konzerte
Gießen
Gießen
6. Sinfoniekonzert
20.00 Stadttheater
Grünberg
The World of Musicals
19.30 Gallushalle
sonstiges
Salafismus
ugendliche zwischen
Religion und Extremismus. Informationsveranstaltung
19.00 Jokus
Vorträge
Gießen
Gießen
Mutter sein
War das früher viel
einfacher?
Talkrunde
9.30 Nordstadtverein
Spieleabend mit
J. H. Fuhr
Alltags 1x1 – Du machst
mehr Mathe als du
denkst
16.00 Mathematikum
Vorträge
Gießen
Beutelspachers Sofa
Dr. Michael Korey –
Physikalischer
Mathematiker mit dem
Spezialgebiet Analysis
19.30 Mathematikum
Island – Natur pur
Dia-Show von
Michael Fleck
20.00 Kongresshalle
Organspende
Pro und Contra
Podiumsdiskussion mit
Dr. Sabine Moos von
der Deutschen Stiftung
Organtransplantation
(DSO)
20.00 Kongresshalle
12 Do
Bühne
Gießen
Disco/Party
Gießen
Sounds from the House
of Fiction
23.00 Scarabée
Konzerte
Gießen
Hanna Meyerholz
Songwriterin
21.00 Café Amélie
Logo
Von BAP bis
Westernhagen
21.00 Irish Pub
sonstiges
Gießen
TTIP Transatlantischen
Freihandelsabkommen
Vortrag
von Bärbel Höhn
20.00 Kongresshalle
13 Fr
Bühne
Gießen
Linda Di Chamounix
Oper in italienischer
Sprache mit deutschen
Übertiteln. Einführung
mit Regieteam und
Ensemblemitgliedern
19.30 Stadttheater
Die Wanze 2
Premiere. Insektenkrimi
20.00 taT
Disco/Party
Die drei ??? Kids
und du!
Der Zirkus der Rätsel –
Geschichte von den
drei Meisterdedektiven
17.00 Kongresshalle
Spieluhr
19.30 Stadttheater
For a Look
or a Touch
Musikdrama in
deutscher und
englischer Sprache mit
Übertiteln
20.00 taT
Gießen
Grünberg
Gießen
Tanzparty
20.30 Astaire’s
The World of Musiclas
20.00 Gallushalle
Tanzparty
20.30 Astaire’s
11 Mi
Bühne
Wetzlar
Spirit of Ireland
Tanzshow mit
keltischer Livemusik
20.00 Stadthalle
Lollar
Belle Travue
Travestie-Show mit
Sektempfang und
anschließendem Büffet
mit musikalischer
Untermalung der
Pianistin Corina
Wagenbach
18.30 Bürgerhaus
Disco/Party
iM VorVerKauF
Sunrise Avenue, die finnische Pop-RockBand um Samu Haber, kommen nach
Hessen: Am Freitag, 24. Juli, werden sie
auf dem Festplatz Hainallee in Weilburg
spielen. Nach einer restlos ausverkauften
Arenen-Tournee und Open-Air-Shows
2014 präsentieren Sunrise Avenue in diesem Jahr alle ihre Hits im Rahmen eines »Best of« live. Neben
der Musik soll eine aufwendige Bühnenproduktion für ein unvergessliches Live-Erlebnis sorgen. Für das Konzert in Weilburg
gilt die Eintrittskarte als Fahrkarte im RMV. Sonderzüge und
-busse werden eingesetzt. Tickets: www.giessen-tickets.de.
18 streifzug
3/2015
Gib dem Affen Zucker
22.00 Monkeys
Voodoo You Love?!
22.00 Scarabée
Konzerte
Gießen
Inside-Outside
20.00 Vitos-Klink
Lich
13. Licher Kulturtage
Bembelsänger –
Comedy acapella
20.00 Licher
Privatbrauerei,
Hardtberggarten
MärKte/Messen
Gießen
Der süßeste Wahnsinn
Premiere
Boulevardkomödie
20.00 Neues
Kellertheater
Disco/Party
Gießen
Tanzparty
20.00 Astaire’s
Samstagsparty
22.00 Monkeys
Rock of Ages
22.00 Scarabée
Randgruppenbeschallung
22.00 MuK
FlohMärKte
Garten – Frühling –
Lebensart
Messe rund um Garten
und Pflanzen
10.00 Hessenhalle
Gießen
sonstiges
Privater
Fahrradflohmarkt
8.00 Sammler- und
Hobbywelt
Gießen
Die Rote Kacke 6
Film-Premiere
20.00 Café Amélie
Vorträge
Gießen
... dass eines Tages
keine Frau mehr diese
Qual erleiden muss...
Lichtbildervortrag und
Referar von Detmar
Hönle zum Kampf für
das Ende der weiblichen
Genitalverstümmelung
in Westafrika
19.00 Rathaus,
Konzertsaal
14 Sa
Bühne
Gießen
Frau Müller muss weg
19.30 Stadttheater
König Ödipus
20.00 taT
Willkommen zu Hause
20.00 Kleine Bühne
Grünberg
Gaudi-Männer-BallettTurnier
19.30 Sport- und Kulturhalle Stangenrod
Gemüsehändler Rettich
Komödie der Theatergruppe Stockhausen
20.00 DGH Stockhausen
Trödelmarkt
7.00 Rodheimer
Straße
Buseck
Konzerte
Gießen
Ernstgemeint
Mühlleitners Liedermacherreihe – 3 Männer,
3 Stimmen, 6 Fäuste
21.00 Café Amélie
Samuel Bos
Rock, Pop, Balladen
21.00 Irish Pub
Alsfeld
Alsfelder MusikArt
Bielefelder Jazztrio
Kordes, Tetzlaff,
Godejohann
20.00 AlbertSchweitzer-Schule,
Neue Aula
Lollar
Unknown Music
Lines & Rhythm III.
Polytonales Projekt von
Manfred Becker
19.00 Kirchbergforum
Marburg
MaNo-Musikfestival
Mit Trade Winds Band
(Folk-Pop), Rising Fire
(Reggae), Ethnotrip
(SLO, Folk), Traditional
& Phonosonic Turtles
(Funkrock)
20.00 KFZ
MärKte/Messen
Gießen
Laubach
Gewerbeschau und
Frühlingsmarkt
10.00 Sport- und
Kulturhalle
sonstiges
Gießen
Reise in die Welt der
Formen und Farben
MuSEHum-Kinderatelier.
Workshop für Kinder
von 3 bis 6 Jahren
11.00 Altes Schloss,
oberhessisches
Museum
Wortspiel
Poetry-Slam-Workshop
mit Stefan Dörsing
12.00 Jokus
Lange Nacht
der Mathematik
Im Zeichen der Zahl Pi.
Mathematik, Unterhaltung, Livemusik und
Cocktails
19.00 Mathematikum
sPort
Gießen
23. Hessische
Cheerleadermeisterschaft
Ausgerichtet von der
Football-Abteilung der
MTV Golden Dragons
12.15 Sporthalle Ost
15 So
Bühne
Gießen
Die Bremer
Stadtmusikanten
Premiere.
16.00 Kleine Bühne
Der Goldene Drache
19.30 Stadttheater
Da kommt noch wer
20.00 taT
Wetzlar
Der süßeste
Wahnsinn
17.00 Neues Kellertheater, Stadthalle
Disco/Party
Gießen
Discofoxparty
20.30 Astaire’s
Führungen
Gießen
Führung durch
die Ausstellung
Alltags 1x 1
11.00 Mathematikum
Belle Travue
Travestie-Show
18.30 Bürgerhaus
Garten – Frühling –
Lebensart
Messe rund um Garten
und Pflanzen
10.00 Hessenhalle
Wetzlar
Alsfeld
Gießen
Conny
Das Kindermusical
15.00 Stadthalle
Antik-, Sammler- und
Trödelmarkt
9.00 Hessenhalle
Avec Plaisir!
Französische Chansons
11.00 Stadttheater
Lollar
Konzerte
Veranstaltungen im März
Tim Holehouse &
Tim Loud
21.00 Café Amélie
Marburg
Robin Huw Bowen
Harfenmusik
20.00 KFZ
Wetzlar
Bühne
Lich
Disco/Party
Gießen
Gießen
Garten – Frühling –
Lebensart
10.00 Hessenhalle
Independent tanzbar
21.30 Ulenspiegel
Allendorf/Lda
18. Kreativmarkt
11.00 Bürgerhaus
Alsfeld
Antik-, Sammler- und
Trödelmarkt
9.00 Hessenhalle
Buseck
CD-, Schallplatten- und
Kassettenbörse
10.00 Sammler- und
Hobbywelt
Laubach
Gewerbeschau und
Frühlingsmarkt
10.00 Sport- und
Kulturhalle
Lollar
Frühjahrs- und
Ostermarkt
10.00 DGH
Salzböden
Sonstiges
Gießen
Wortspiel
Poetry-Slam-Workshop
mit Stefan Dörsing
12.00 Jokus
Tanzcafé
15.00 Astaire’s
Darkdinner
Essen in völliger
Dunkelheit
17.30 Jhring’s
Sport
Gießen
Basketball Pro A
Gießen 46ers –
Science City Jena
17.00 Sporthalle Ost
Vorträge
Lich
13. Licher Kulturtage
Doitscha –
eine jüdische Mutter
packt aus.
Lesung mit
Adriana Altaras
15.00 Kulturzentrum
Bezalel-Synagoge
Sonstiges
Gießen
Pub Quiz
21.00 Irish Pub
Vorträge
Gießen
Erbrechtstage
Erben und Vererben –
Grundlagen und
Fachbegriffe
19.00 Kongresshalle
17 Di
Disco/Party
Disco/Party
Gießen
Tanzparty
20.30 Astaire’s
Study-Azubi-Night
21.00 Irish Pub
Konzerte
Lich
13. Licher Kulturtage
Woman Singer/Songwriter-Festival. American Songbirds & Guests
– Sing Me A Song Tour
20.00 Kino Traumstern
Vorträge
Laubach
Tod im Schatten der
Burg – Die Sau ist tot
Autorenlesung mit
Jule Heck (Münzenberg)
19.00 Café Göbel
19 Do
Bühne
Gießen
Vorträge
Wie Ida einen Schatz
versteckt und
Jakob keinen findet
Familientheatertage im
taT. Eröffnung mit
Schirmherrin Gerda
Weigel-Greilich
17.00 taT
Unbekannt verzogen
Steiners Theater.
Das Bayerische Komödientheater
19.30 Kongresshalle
Tschick
19.30 Stadttheater
Gießen
Alsfeld
Erbrechtstage
Testament: Errichtung,
Inhalt, Umsetzung für
jedermann
19.00 Kongresshalle
Starke Mütter –
starke Kinder
Vortrag
des Kreisfrauenbüros
19.30 Kreisverwaltung
Anschnallen,
Frau Merkel
Vogelsberger Gipfel Kabarett mit Michael Frowin
20.00 AlbertSchweitzer-Schule,
Aula
Gießen
Affenkammer-Party
22.00 Monkeys
Konzerte
Gießen
St. Patrick´s Day
21.00 Irish Pub
Falk
Songpoet, Komödiant,
Geschichtenerzähler
19.00 MuK
18 Mi
Bühne
Gießen
For A Look Or A Touch
Zum letzten Mal.
Musikdrama in
deutscher und
englischer Sprache mit
Übertiteln
20.00 taT
Disco/Party
Gießen
20 Fr
Bühne
Peter und Frank Haas GbR
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Telefon 06 41/3 83 06
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Gießen
Tschick
10.30 Stadttheater
Fratzenfisch
11.00 taT
Tanzimpressionen
17.00 Stadttheater
Fratzenfisch
18.00 taT
I Wanna Be Loved
By You
19.30 Stadttheater
Wetzlar
Fabian Schläper & IrisKuhn
Musikalisches Kabarett.
20.00 KulturStation
Der süßeste Wahnsinn
20.00 Stadthalle
24.03.
+
25.03.
Disco/Party
LIMBURG
Gießen
Stadthalle
Tanzparty
20.30 Astaire’s
Gib dem Affen Zucker
22.00 Monkeys
24.04.
WETZLAR
Konzerte
Rittal Arena
Gießen
Johannes Oerding
Alles-brennt-Tour
20.00 Kongresshalle
Sarah Lesch
Liedermacherin mit
ihrer Ukulele
21.00 Café Amélie
Garden of Delight
21.00 Irish Pub
Ichi Go Ichi e
22.00 Scarabée
Marburg
Alcoholic Faith Mission
20.00 KFZ
Wetzlar
Mother’s Milk und
Livercheese Booth
Corporation
21.00 Franzis
26.04.
GIESSEN
Kongresshalle
MICHL MÜLLER
06.03. GIESSEN
Kongresshalle
03.09. WETZLAR
Stadthalle
MAX RAABE &
PALAST ORCHESTER
06.+07.05. FRANKFURT
Alte Oper
08.05. LIMBURG
DR. E.V.
HIRSCHHAUSEN
PAUL PANZER
Rittal Arena
Jahrhunderthalle
16.09. WETZLAR
Stadthalle
16.05. FRANKFURT
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Märkte/Messen
Alsfeld
Faszination Frühling
9.30 Hessenhallen
Aby Orange
21.00 Irish Pub
Sounds from the House
of Fiction
23.00 Scarabée
Marburg
Konzerte
Gießen
Gießen
Reden, Schreiben,
Plötzlich Telefonieren
Spielreich. Workshop
15.00 taT
Töpfern kreativ!
Einsteiger-Workshop
16.00 Jokus
Mittagskonzert
13.00 Rathaus
Gießener
Meisterkonzerte
20.00 Rathaus, Konzertsaal
Restaurant
Schlosskeller
en
hr
Ja
Märkte/Messen
Luise Kinseher:
Ruhe bewahren
Kabarett
20.00 KFZ
25
13. Licher Kulturtage
Dietrich Faber – Best of
Bröhmann. Kabarett,
Comedy, Musik-Show
20.00 Licher
Privatbrauerei,
Hardtberggarten
Marburg
it
Se
Alltid2
Soul, Pop, Jazz
17.00 KulturStation
16 Mo
Marburger Frühling
Innenstadt/Altstadt
Sonstiges
3/2015 streifzug 19
Veranstaltungen im März
21 Sa
Gießen
Bühne
7.00 Rodheimer
Flohmärkte
Trödelmarkt
Straße
Gießen
Buseck
Crazy Broadway 2
19.00 Astaire’s
Faust – Der Tragödie
erster Teil
19.00 taT
Langer Atem
Stückentwicklung –
Theaterkollektiv FUX
19.30 Stadttheater
Flohmarkt
8.00 Sammler- und
Hobbywelt
Führungen
Gießen
Grünberg
Gemüsehändler
Rettich
20.00 DGH
Stockhausen
Disco/Party
Gießen
Tanzparty
20.00 Astaire’s
Samstagsparty
22.00 Monkeys
Rock of Ages
Rock, Metal
22.00 Scarabée
Sternstunde
Technoparty
23.00 MuK
Laubach
Bembelsänger
Comedy a cappella
20.00 DGH
Wetterfeld
Großes Familienfest
11.00 taT
Märkte/Messen
Gießen
Alsfeld
Manni Kreutzer &
The Oberhesse
Dietrich Faber
präsentiert CountryFolk-Comedy-Hits
20.00 Bürgerhaus
Gießen
Ulla van Daelen
Time for Harp –
Barock bis Pop
20.00 KulturStation
Konzerte
Butzbach
Feste/Festivals
Wetzlar
Führung durch
das Mathematikum
11.00 Mathematikum
Passionskonzert
mit dem Marburger
Bachchor
Werke von Rheinberger
und Jenner
20.00 St.-BonfatiusKirche
Panne & Bierhorst
Zwei Liedermacher
21.00 Café Amélie
Gelon
Solo Electric-AcoustikRock
21.00 Irish Pub
Der süßeste
Wahnsinn
20.00 Neues
Kellertheater,
Stadthalle
Frühjahrskonzert
25 Jahre Musikzug
20.00 Stadthalle
GINA
Gießener NeuwagenMesse
9.00 Hessenhalle
Gießen
Wetzlar
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Faszination Frühling
Messe für Freizeit –
Garten – Lifestyle
9.30 Hessenhallen
Marburg
Marburger Frühling
Innenstadt/Altstadt
Weilburg
Oster- und
Frühlingsmarkt
11.00 Innenstadt
Sonstiges
Gießen
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Entwurf zur colorierten
Reinzeichnung
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dort im Gras?!
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Gießen 46ers –
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20.00 Sporthalle Ost
Marburg
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Marburger Frühling
Blumen, Musik,
Kleinkunst.
Verkaufsoffener Sonntag
12.00 Innenstadt/
Altstadt
Das Ende vom Lied
Ein Fall für Rabbi Klein.
Lesung mit
Alfred Bodenheimer
19.30 Kulturzentrum
Bezalel-Synagoge
22 So
Weilburg
Gießen
Sonstiges
Der dickste Pinguin
vom Pol
11.00 taT
Die Bremer
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16.00 Kleine Bühne
Frau Müller muss weg
19.30 Stadttheater
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20.00 taT
Gießen
Bühne
Wetzlar
Der süßeste Wahnsinn
17.00 Neues Kellertheater, Stadthalle
Disco/Party
Gießen
Tanzparty
20.30 Astaire’s
Flohmärkte
Gießen
Flohmarkt
10.00 Gießener
Straße 19, Wieseck
Marburg
Bücher-, Platten- und
Video-Flohmarkt
13.00 KFZ
Konzerte
Gießen
Il Core Vi Dono
3. Kammerkonzert
11.00 Stadttheater
Kaffeehausmusik
Musikschülerkonzert
15.00 MuK
125 Jahre Männer­
gesangverein Arion
Jubiläums-Gala
16.00 Bürgerhaus
Kleinlinden
Benefizkonzert
Anlässlich des
einjährigen Bestehens
der Hospiz Samaria.
Mit Poco piu
17.00 Rathaus,
Konzertsaal
Märkte/Messen
Gießen
GINA
Gießener NeuwagenMesse
9.00 Hessenhalle
Alsfeld
Faszination Frühling
Messe für Freizeit –
Garten – Lifestyle
9.30 Hessenhallen
Oster- und Frühlingsmarkt
11.00 Innenstadt
Shojo-Mangas
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Entwurf zur colorierten
Reinzeichnung selbst
zeichnen. Workshop für
Mädchen von 12 bis 14
Jahren
10.00 Jokus
Tanzcafé
15.00 Astaire’s
Angst im Kopf
Spielreich. Workshop
15.00 taT
Jubiläums-Gala
Zum 125-jährigen
Bestehen des
MGV Arion Kleinlinden
16.00 Bürgerhaus
Kleinlinden
25 Mi
Disco/Party
Gießen
Tanzparty
20.30 Astaire’s
Study-Azubi-Night
21.00 Irish Pub
Marburg
30plus-Tanzparty
19.00 KFZ
Sonstiges
Gießen
Poetry Slam
19.30 Jokus
Vorträge
Gießen
Lagerfeuergeschichten
Film- und Bildervortrag
mit Rüdiger Nehberg
20.00 Kongresshalle
Do
23 Mo 26 D
/P
isco
Disco/Party
Gießen
Karaoke mit
Andy Pfälzer
21.00 Irish Pub
Vorträge
Gießen
Writer in Residence
Zaza Burchuladze liest
und erzählt
19.00 LZG
24 Di
Disco/Party
Gießen
Affenkammer-Party
22.00 Monkeys
arty
Gießen
Sounds from the House
of Fiction
House, Techno, Cosmic
Disco
23.00 Scarabée
Konzerte
Gießen
Nacht der Operette
Lieder aus den bekanntesten Operetten mit
Ballett, dem großen Orchester des Warschauer
Operettentheaters und
Wiener Operettenstars
19.30 Kongresshalle
Turboboost
Hard Rock
21.00 Irish Pub
Sonstiges
Marburg
Gießen
Poetry Slam
20.00 KFZ
Männer trauern anders
Offener Gesprächskreis.
Ein Austausch unter
Männern, über die Ausnahmesituation Tod,
Verlust und Schmerz
19.30 Räume der
Begegnung,
Bahnhofstraße 24
Vorträge
Gießen
Diabetes im
Gespräch
Blutzuckerkontrolle –
Was bringen die neuen
Messmethoden?
Vortrag
von Dr. Britta Fischer
und Dr. Jutta Liersch
19.00 Rathaus,
Konzertsaal
Grünberg
Grünberger
Bücherfrühling
Ladies Night
19.30 Buchhandlung
Reinhard
Veranstaltungen im März
Vorträge
Gießen
Frau & Kultur
Die Familie Brueghel –
eine flämische Malerdynastie im 16./17. Jahrhundert. Lichtbilder­vortrag von Oda Peter
15.30 Altes Schloss,
Netanya-Saal
Alte Liebe
Eingerichtet und gelesen von Carolin Weber
und Roman Kurtz,
musikalisch begleitet
von Martin Spahr
20.00 taT
27 Fr
Bühne
Gießen
Der Große Gatsby
19.30 Stadttheater
Der Weibsteufel
20.00 taT
Wetzlar
Der süßeste Wahnsinn
20.00 Neues Kellertheater
Disco/Party
Gießen
Tanzparty
20.30 Astaire’s
Birthday Party
21.00 Haarlem
Gib dem Affen Zucker
22.00 Monkeys
Dark Winter
22.00 Scarabée
Konzerte
Gießen
Happy Birthday,
Johann Sebastian
Konzert zum 330. Geburtstag Bachs. Musik
für zwei Trompeten und
Orgel
19.30 Petruskirche
Magic-Soul-Sisters
20.00 Vitos-Klink
Marburg
Emergenza Festival
Vorrunde II. Weltweit
größtes NachwuchsBandfestival
19.30 KFZ
Pohlheim
Konstantin Wecker &
Band
40 Jahre Wahnsinn-Tour
20.00 Sport- und
Kulturhalle Garbenteich
Sonstiges
Gießen
Die geschichtete
Pyramide
Exponat des Monats
April. Von Prof. Fried-
helm Kürpig entworfene
Außenskulptur
11.00 Mathematikum
Poetry Slam
20.00 MuK
Vorträge
Gießen
Biokohle als
Bodenverbesserer
Prof. C. Kammann über
die Einsatzmöglichkeite
des neuartigen Bodenzusatzstoffes
19.00 Kongresshalle
28 Sa
Märkte/Messen
Gießen
Frühjahrsmesse
Eröffnung.
Offen bis 12. April
Messeplatz
Ringallee
Buseck
Marburg
Ulrichstein
Gießen
Wetzlar
Der Goldene Drache
Im Anschluss: nachgefragt
19.30 Stadttheater
Da kommt noch wer
Oper
20.00 taT
Frühlingserwachen
10.00 Innenstadt,
Altstadt
Disco/Party
Gießen
Tanzparty
20.00 Astaire’s
Gießen@Night –
Das Festival der Clubs
1 Mal Eintritt –
10 Locations – 1 Stadt –
20 Live-DJ´s und
Live-Acts. Alle teilnehmenden Clubs werden
durch Shuttle-Busse
miteinander verbunden
21.00 Innenstadt
Indie-Fresse-Party
22.00 Monkeys
Electronic Porn Party
22.00 MuK
Rock of Ages
22.00 Scarabée
Flohmärkte
Gießen
Trödelmarkt
7.00 Rodheimer
Straße
Ulai!
TschuggeFlowmarkt
Klamotten, Cocktails,
Musik & Lifestyle
16.00 Miller Hall
Buseck
Flohmarkt
8.00 Sammler- und
Hobbywelt
Konzerte
Gießen
Magic Soul Sisters
Soul and More
21.00 Irish Pub
Sonstiges
Alsfeld
Busecker Spur-0-Tage
10.00 Sammler- und
Hobbywelt
Linden
26. Marienmarkt
10.15 Alter Stadtkern
Ulrichstein
Grünberger
Bücherfrühling
Tod im Schatten der
Burg.
Krimilesung mit
Jutta Heck
20.00 Barfüßer­kloster
29 So
Bühne
Gießen
Der misslungene
Brautwechsel oder
Riccardo I
Vorgestellt.
Oper
11.00 Stadttheater
Der dickste Pinguin
vom Pol
Für alle ab 4 Jahrn
11.00 taT
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Frühlingskonzert
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14.30 Mehrzweckhalle Allendorf
Bühne
Der süßeste Wahnsinn
20.00 Neues Kellertheater
Der süßeste
Wahnsinn
17.00 Neues Kellertheater
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10.00 Sammler- und
Hobbywelt
Ostereiermarkt
13.00 Museum im
Vorwerk
Wetzlar
Wetzlar
Ostereiermarkt
10.00 Museum im
Vorwerk
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Frühlingserwachen
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Magazin für Stadt und Landkreis Gießen
April-Ausgabe
› Erscheinungstermin: 25. März 2015
› Anzeigenschluss: 12. März 2015
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21.00 Irish Pub
31 Di
Disco/Party
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Affenkammer-Party
22.00 Monkeys
Sonstiges
Gießen
Start der
Bastelworkshops in den
Osterferien
14.00 Mathematikum
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Magazin für Stadt und Landkreis Gießen
Impressum
Herausgeber:
Mittelhessische Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG
Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel
Redaktion: Marc Schäfer (verantwortlich), Florian Dörr
E-Mail: streifzug@giessener-allgemeine.de
Verlag: Mittelhessische Druck- und Verlagshaus GmbH & Co.
KG, Marburger Straße 20, 35390 Gießen (zugleich auch
­ladungsfähige Anschrift für alle im Impressum genannten Verantwortlichen), Sitz: Gießen, Amtsgericht Gießen HRA 4409;
PhG: Mittelhessische Druck- und Verlagshaus Verwaltungs­
gesellschaft mbH, Sitz: Gießen, Amtsgericht Gießen HRB
8053, Geschäftsführer: Dr. Jan Eric Rempel (Gießen), Dr. Max
Rempel (Gießen); Alleiniger Kommanditist: Mittelhessische
Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, Sitz: Gießen, Amtsgericht Gießen HRB 43, Geschäftsführer: Dr. Jan Eric Rempel
(Gießen), Dr. Max Rempel (Gießen).
Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich in der
­»Gießener Allgemeinen Zeitung«, »Alsfelder Allgemeinen
Zeitung« sowie in über 250 ausgewählten, stark frequentierten Auslagestellen. Auflage: 37 500 Exemplare
Anzeigenleitung: Jens Trabusch
Anzeigenverkaufsleitung:
Ulrich Brandt, Tel. 06 41/30 03-2 24, Anschrift siehe oben
Gültig ist der Anzeigen­tarif Nr. 63 vom 1. Januar 2015
streifzug – Magazin für Stadt und Landkreis Gießen
Titelbild: Oliver Schepp
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erforderlichen Rechte unter www.presse-monitor.de oder unter Telefon 0 30/28 49 30, Presse-Monitor Deutschland GmbH
& Co. KG. © Streifzug, Gießen
3/2015 streifzug 21
giessener köpfe
Rund ums Leben
Andreas Meinhardt
51 Jahre | Hochschullehrer | Interview: Florian Dörr
Körperspender
Unfruchtbarkeit
Wie sind Sie zur Anatomie gekommen? Während meines Studiums
der Humanbiologie in Marburg. Da gehörte Anatomie zum Grund­
studium. Im Anschluss habe ich als studentische Hilfskraft gearbeitet
und bin relativ rasch auch verantwortlich in den Unterricht hineingekommen. Die Arbeit mit Studierenden hat mir viel Spaß gemacht. Es
ist eine Ehre und ein Privileg, an einem Menschen arbeiten zu dürfen.
Ihre Forschung dreht sich um Unfruchtbarkeit. Wie relevant ist das
Thema in Deutschland? Unfruchtbarkeit betrifft in der westlichen
Welt jedes sechste Paar. Auch in Deutschland. Wir sagen, dass eine
Fruchtbarkeitsstörung vorliegt, wenn ein Paar ein Jahr ungeschützten
Geschlechtsverkehr hatte und die Frau nicht schwanger geworden ist.
In der Hälfte der Fälle etwa liegt die Ursache beim Mann. In der
anderen Hälfte bei der Frau. Die meisten Ursachen sind nicht mit
Schmerzen assoziiert, es geht auch nicht um todbringende Krankheiten, der unerfüllte Kinderwunsch ist aber mit starken seelischen Beschwerden verbunden. Das Thema ist sehr relevant in Deutschland.
Können Sie sich an den ersten Körperspender erinnern, mit dem Sie
gearbeitet haben? Das war am ersten Tag im Präparierkurs als Studierender. Die Abdeckung wurde zurückgeschlagen. Vorher hatte ich
noch keine Leiche gesehen. Vergessen werden ich diesen Moment
nie. Beim ersten Mal mussten wir den Körperspender nur betrachten,
Auffälligkeiten beschreiben, die Leiche anfassen. Der Körper fühlt
sich hart an durch den Wasserentzug, der wiederum durch die alkoholische Lösung kommt, die man einsetzt, um den natürlichen Zerfallsprozess zu stoppen. Dadurch sieht die Leiche wächsern, verglichen mit einem lebenden Menschen fast unreal aus. Damals habe ich
zunächst vermieden, dem Körperspender ins Gesicht zu gucken.
Wie reagieren die Studierenden, mit denen Sie heute im Unterricht
zu tun haben? Das erlebe ich jedes Jahr mit zwei Gruppen neu. Die
Studierenden reagieren stets mit großem Respekt. Fast schon schüchtern, sich der Leiche zu nähern. Der große Respekt als grundsätzliche
Einstellung hat sich auch nach all den Jahren nicht verändert.
Wie steht es um die Spendenbereitschaft für die Ausbildung und
Forschung? Die Bereitwilligkeit zur Körperspende wechselt, zwischen
Verfügungen, die gerade den Bedarf decken, und weitaus höherem
Interesse. Die Nachfrage ist stark angestiegen, als die Krankenkassen
plötzlich kein Sterbegeld mehr gezahlt haben. Inzwischen sind die
Anfragen wieder auf einem niedrigeren, aber ausreichendem Niveau.
Dazu muss ich sagen, dass die Anatomie den Körperspendern kein
Geld zahlt, sondern nur die Beerdigungskosten übernommen werden.
Wie würde sich der Unterricht verändern, wenn es keine Körperspender gäbe? Es gibt einige Länder, da ist das weitgehend der Fall.
An wenigen vorgefertigten Präparaten können die Studierenden
lernen. Aber eben nicht mehr präparieren. Nach meinem Verständnis,
dem meiner Institutskolleginnen und -kollegen und auch jenem der
Kliniker, besonders Chirurgen, die ja mit den Radiologen am stärksten
auf eine qualitativ gute Ausbildung angewiesen wird, ist der Einsatz
von Körperspendern unverzichtbar. Der Mensch ist dreidimensional.
Das wird durch MRTs oder CTs nicht greifbar. Der Verzicht auf
Körperspender wäre ein riesiger Qualitätsverlust.
22 streifzug 3/2015
Wie sieht die Behandlung aus? Die meisten Paare mit unerfülltem
Kinderwunsch werden rein symptomatisch behandelt. Sprich: Künstliche Befruchtung. Diese Verfahren sind aber mit einer großen Belastung verbunden und haben eine geringe Erfolgsquote. In der Regel
führen nur 25 Prozent pro Eingriff zur Schwangerschaft.
Verändert sich die Quote der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch
mit der Zeit? Es gibt Untersuchungen aus anderen Ländern, die
besagen, dass die Unfruchtbarkeit in der westlichen Welt ansteigt.
Zum einen wird vermutet, dass es an Umwelteinflüssen liegt. Zum
anderen liegt es an der zunehmenden Fettleibigkeit: Auch hat Fett­
leibigkeit Einfluss auf die Hormonwerte: Die Testosteronwerte sinken.
Bei den Umwelteinflüssen gibt es noch große Diskussionen. Vermutet
wird etwa, dass Weichmacher eine ähnliche Funktion haben wie
weibliche Sexualhormone, sie würden Testosteron entgegenwirken.
Das ist aber noch kein für den Menschen bestätigter Befund.
Sind auch veränderte Lebensplanungen ein Faktor? Ein wichtiger sogar. Der Kinderwunsch kommt später. Wir sagen, dass das Thema Unfruchtbarkeit mit 35 Jahren relevanter wird, ideal ist eine Schwangerschaft um die 25 Jahre. Auch steigt mit dem Alter der Frau das Risiko
für genetische Erkrankungen beim Kind. Beim Mann ändert sich wohl
nicht so viel, wenn dann bei sogenannten »alten Vätern« über 60.
Welchen Ansatz verfolgt Ihre Forschung? Wir schauen auf infektiöse
Ursachen der Unfruchtbarkeit des Mannes und untersuchen, warum
zum Beispiel Infekte, die den Harn- und Genitaltrakt betreffen, für
dauerhafte Unfruchtbarkeit sorgen. Sie machen in gewissen Fällen
Probleme, trotz einer Behandlung mit Antibiotika. Wir versuchen mit
unserer Forschung letztlich dazu beizutragen, dass Paare wieder auf
natürlichem Weg Kinder bekommen können, weil die Ursachen der
Unfruchtbarkeit angegangen werden.
giessener köpfe
mehr als Maronen
André Lotz
55 Jahre | Schausteller | Interview: Florian Dörr
KulturstadT
Soziales Engagement
Was hat es mit der »Kulturstadt an der Lahn« auf sich? Das ist eines
dieser großen Themen, bei denen ich mich einbringen will. Allerdings
ist die Umsetzung nicht einfach. Damals hat sich Manfred Mutz als
Oberbürgermeister einen Briefkopf mit dem Slogan »Kulturstadt an der
Lahn« entwerfen lassen. Das ist über 20 Jahre her. Nun ist es Zeit für
die Umsetzung. Dazu sollten auch neue Akteure mit Innovationen ins
Boot geholt werden. Als Schausteller kenne ich ja viele Leute. Was
wäre denn, wenn die, deren Läden gerade leer stehen, zum Beispiel
am Stadtfest Aktionen wie eine Kinderdisko einrichten würden?
Wie passen die Schaustellerei und Ihre Arbeit in der Psychiatrie
zusammen? Beide Bereiche sind sehr unterschiedlich. Die Arbeit
in der Psychiatrie holt mich immer wieder auf den Boden der
Tatsachen zurück. Die Schicksale der Drogenabhängigen in der
Entgiftung sind manchmal schwer zu verarbeiten.
Was können Sie sich noch vorstellen? Das können ganz unterschiedliche Dinge sein. Zum Beispiel haben wir jetzt die Miller Hall. Da hat
jemand richtig investiert und sollte im Sinne der »Kulturstadt an der
Lahn« berücksichtigt werden. Auch eine Freilichtbühne könnte ich mir
vorstellen. Vor vielen Jahren habe ich mich im Umfeld des Europa­
viertels engagiert. Das war ein riesiger Abenteuerspielplatz für mich.
Mit Trampolin und solchen Sachen. Zur damaligen Zeit war ich
überzeugt, dass das Europaviertel für eine Freilichtbühne hervorragend
geeignet wäre.
Wer soll das bezahlen? Wenn das etwas ist, womit sich die Bevölkerung identifizieren kann, dann würden sich Sponsoren finden. Da bin
ich mir sicher. Wir sind als Gießener traditionell für Neues immer ein
bisschen negativ eingestellt. Für verständliche, begreifbare Kultur ist
ein breites Publikum vorhanden. Auch klassische Musik kann spannend sein: Zur damaligen Zeit war Mozart wie ein Punk. Zur Umsetzung braucht es viele Farben, ein paar »Spinner« und frischen Wind.
Sind Sie selbst ein Kulturmensch? Ich habe zwei Instrumente gelernt.
Akkordeon und Orgel. Mein damaliger Musiklehrer war ein Zirkusmusiker. Als Jugendlicher Tanzmusik zu lernen, fiel mir nicht unbedingt
leicht, da ich eigentlich Schlagzeuger in einer Band werden wollte.
Mein Opa und Financier meiner Musikinstrumente war der Meinung:
Wenn es nicht mehr läuft im Job, könnte ich Alleinunterhalter werden.
Was ist Ihnen an der »Kulturstadt an der Lahn« noch wichtig? Am
liebsten hätte ich, dass jeder ab einer bestimmten Pflegestufe freien
Eintritt hat, warum denn nicht? Es ist doch für die Finanzen und den
Erfolg völlig egal, ob 20 Rollstuhlfahrer zusätzlich bei einer Veranstaltung sind. Wir müssen einfach alle wieder ins Gespräch kommen. Das
sehe ich an der Schaustellerei: Manchmal bin ich am Ende des Tages
auch von den Unterhaltungen mitgenommen. Aber in der Regel ist der
Kontakt zu Menschen doch unglaublich bereichernd und mir wichtig.
Inwiefern gibt es schöne Momente in der Psychiatrie? Es kommen
oftmals Leute im desolaten Zustand. Teilweise sind sie orientierungslos, oftmals gesundheitlich am Ende. Aber sie reagieren, wenn
ich achtungs- und respektvoll auf sie zugehe. Es sind schöne Momente, wenn ich sie auf ihrem Genesungsweg unterstützen kann.
Belastet das nicht? Natürlich gibt es Einzelschicksale, die ich nicht
sofort am Arbeitsplatz verarbeiten kann. Nach mittlerweile neun
Jahren nehmen sie aber keinen größeren Einfluss auf mein Privat­
leben. Herausforderungen habe ich früher nicht nur in der
Schaustellerei, sondern auch im Bodybuilding gesucht. Heute finde
ich die auch in der Arbeit. Am liebsten hätte ich damals achtmal
pro Woche trainiert. Das war eine andere Zeit. Alles musste viel
und groß sein. Heute lebt ja jeder Hund vegan.
Hat Ihr soziales Engagement gleich mit der Arbeit in der Psychiatrie
angefangen? Nein, davor stehen unter anderem sechs Jahre
ehrenamtliche Arbeit im Jugendknast Rockenberg. Einzel- sowie
Gruppengespräche mit Gewalttätern und Drogenabhängigen. Der
Zugang zu Jugendlichen fällt mir, denke ich, in dieser Situation
leichter als zu Erwachsenen. Im Umgang mit den Jugendlichen
habe ich auch selbst viel gelernt. Für mein eigenes Leben. Es war
zwar selbstlos damals, hat mir aber einen Mehrwert gebracht.
Das ist doch nicht verwerflich? Quatsch. Wenn ich etwas öffentlichkeitswirksam am Weihnachtsmarkt mache, dann ist das gut und
richtig, aber vielleicht empfinden die Leute das auch als Werbemaßnahme. Ähnlich ist das doch, wenn ich mir Eiswürfel über den
Kopf schütte, und das Video ins Internet stelle. Was soll das?
Zwischenmenschlich gibt es allen Beteiligten mehr, wenn ehrenamtliche Arbeit von Herzen kommt. Das geht übrigens auch vielen
ab, die nicht wissen, wohin sie mit sich selbst sollen.
3/2015 streifzug 25
Baby mit PS
Petra Hardt
55 Jahre | Bilanzbuchhalterin | Interview: Jan Sommerlad
Flamenco
motorrad
Wie sind Sie zum Flamenco gekommen? Das ist jetzt zwei Jahre
her: Ich war geschieden worden. Vorher hatte ich Standard und
Latein getanzt, nach der Scheidung habe ich etwas gesucht, das ich
auch allein machen kann. Ich habe lange Zeit nichts gefunden.
Durch Zufall habe ich dann Alma Gitana in der Sauna getroffen.
Sie hat von ihrer Flamenco-Gruppe erzählt. Ich bin am nächsten
Montag sofort hingegangen und direkt dabei geblieben.
Seit wann fahren Sie Motorrad? Auf der großen Maschine fahre ich
seit November 2010. Ich habe eine Kawasaki 650er, auf die ich
stolz bin – das ist mein Baby. Die wird gehegt und gepflegt, und ich
gehe auch im Winter manchmal runter in den Keller und streichle
sie.
Was finden Sie am Flamenco packend? Das Gefühl der Freiheit.
Man muss ein gutes Rhythmusgefühl haben und man muss hören:
Wo kommt der Einsatz? Musik ist sehr wichtig, ohne sie geht gar
nichts. Zu Hause würde ich diese Musik aber nicht hören. Flamenco
ist total anders als Standard oder Latein, das über den ganzen Körper geht. Bei Flamenco kommt die Energie ab dem Bauch abwärts.
Die Hüfte. Die Beine.
Was würden Sie jemandem mit auf den Weg geben, der neu anfangen möchte? Dass es eine falsche Vorstellung ist, dass Flamenco
einfach nur Spaß macht. Es ist sehr anstrengend, man muss sich zusammenreißen und sehr viel lernen. Ohne Fitness ist man schnell fix
und alle, und wer nicht fit ist, sollte damit gar nicht erst anfangen.
Standard ist auch sehr stark etwas Gesellschaftliches, Flamenco geht
mehr ins Sportliche.
Wie lange hat es denn gedauert, bis Sie sagen konnten: Jetzt kann
ich’s? (lacht) Das kann ich heute noch nicht. Man lernt ständig
etwas Neues, und ich bin noch lange nicht so weit, dass es perfekt
ist. Aber ich tanze bei Auftritten mit der Gruppe und freue mich
schon auf den nächsten.
Tanzen Sie lieber vor Zuschauern oder für sich allein? Es klappt
besser, wenn keiner zuguckt, zumindest keine Freunde. Ich bin
weniger aufgeregt vor fremdem Publikum, denn die sehen nur die
Gruppe. Freunde schauen gezielt auf einen direkt – da will man es
perfekt machen, wird nervös und macht Fehler.
26 streifzug 3/2015
Können Sie das Frühjahr denn noch abwarten? Ich fahre auch im
Winter, so bei neun Grad. Da kenne ich nichts. An Weihnachten
sind wir zum Beispiel zum Hoherodskopf gefahren. Das war
saukalt – und schön. Wenn das Wetter es zulässt, fahre ich mit dem
Biker-Stammtisch ab April jedes Wochenende. Wir machen auch
größere Touren. Für dieses Jahr haben wir die Dolomiten geplant.
Hin fahren wir zwölf bis 13 Stunden, aber am Ende muss man fast
jede Stunde Pause machen, weil alles wehtut: Der Hintern, die
Hände, die Gelenke, der Rücken, die Schultern.
Hatten Sie schon mal einen Unfall? Ja, leider. Und das auch noch
bei meiner allerersten Alleinfahrt. Mir hat eine Frau die Vorfahrt
genommen. Sie kam aus der Tankstelle und hat mich übersehen.
Das Motorrad war Schrott, aber ich hatte zum Glück keine Brüche.
Ich hatte nur Prellungen, und die Sehne im Daumen war kaputt,
der stand zur Seite. Ich war aber nicht entmutigt: Ich bin aus dem
Krankenhaus nach Hause gekommen und habe mir sofort eine
neue Maschine gekauft – so schnell kriegt man mich nicht tot
(lacht). Man muss in der Lage sein, zu resetten.
Ist man als Frau ein Exot unter den Motorradfahrern? Nein, das ist
keine Männerdomäne mehr. Ich würde sagen, die Verteilung ist
inzwischen 50:50. In Gießen sind wir bei den meisten Touren acht
bis zehn Leute, maximal aber auch 40. Und die Hälfte sind Frauen.
Fahren Männer und Frauen unterschiedlich? Ja, auf jeden Fall.
Von meinem Empfinden her sind Frauen die ruhigeren Fahrer,
während Männer eher in den Rausch verfallen und schnell fahren
wollen. Ich bin aber keine typische Frau und fahre lieber in gemischten oder in Männergruppen, da kann man noch was lernen.
Meine Lieblingsstrecke ist zum Edersee und um ihn herum: Wegen
der Landschaft und den vielen Kurven – da müssen auch die
Männer langsamer machen.
giessener köpfe
gelockt vom Landboten
Abderrahim En-Nosse
56 Jahre | Zusammenbringer | Interview: Florian Dörr
Bienen
Büchner
Was macht ein Gießener Imker im Winter? Er genießt seinen
Honig und wünscht seinen Bienen, dass sie gut durch die Kälte
kommen. Als Imker verstehe ich mich nicht als Züchter, sondern
vielmehr als Beschützer. Man könnte sogar sagen: Ich imkere
islamisch. Im Koran ist eine ganze Sure den Bienen gewidmet. Es ist
eine Kreatur, die etwas hergibt. Genuss und Medikament. Genauso
ist sie ein Indikator für die gesunde Natur. Meine Motivation ist ihr
Schutz. Ich gebe Ihnen ein Heim.
Wie kamen Sie aus Marrakesch nach Gießen? Ich wollte unbedingt
nach Deutschland, hatte in Marrakesch die Sprache gelernt. Schon
in der Schule kam ich in Kontakt mit Deutschen: Hippies und so.
Sie zeigten mir Liedermacher wie Hannes Wader, aber auch
elekronische Musik. Damals habe ich mir ein Bild von Deutschland
gemacht. Also wollte ich dort hin, habe ein Stipendium bekommen.
Das ist 30 Jahre her.
Wo liegt für Sie die Faszination an Bienen? Auf der einen Seite das
Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur. Ich bin auf die
Bienen angewiesen, denn sie befruchten die Blüten, wodurch ich
Obst bekommen kann. Auf der anderen Seite die Arbeit, die eine
Biene leistet, der immense Aufwand, den eine Biene betreibt, um
sich am Leben zu halten. Ich bin eine Art von Dieb, weil ich den
Nektar stehle. Dafür versuche ich, sie zu unterstützen. Außerdem
sind Bienen große Künstler.
Inwiefern das? Sie könne jede Form, jede Geometrie als Vorgabe
sehen und sie mit ihren Warben bewachsen. Bienen sind sehr
adaptiv und integrativ.
Können Sie die Stiche noch zählen? Hin und wieder werde ich
gestochen, aber das ist für mich ein Gefühl der Wärme. Egal ob in
Finger, Augenbraue oder Ohr. Es ist vielleicht auch ein bisschen ein
Genuss am Schmerz. Andererseits bedauere ich die Biene, die sich
für die anderen opfert, weil ich als vermeintlicher Aggressor einen
Fehler gemacht habe.
Nach was schmeckt Gießener Honig? Er entsteht aus der Vielfalt
der Blüten. In der Stadt gibt es keine Monokultur und keinen Raps,
sondern Gärten und Grünanlagen. Die Bienen fliegen auch in den
Botanischen Garten. Entsprechend sind die Bienen in der Stadt
auch gesünder als auf dem Land, weil die Leute in der Stadt ihre
Gärten nicht mit Pestiziden verseuchen. Gießen ist bunt. Gießener
Honig schmeckt bunt.
Was hat Sie noch fasziniert? Vor allem Georg Büchner. Ich las
seine Bücher und informierte mich über sein Wirken. Wegen ihm
bin ich auch nach Gießen gekommen. Diese Stadt, so dachte ich,
muss etwas haben. Schließlich hat sie den Mann inspiriert, der den
»Hessischen Landboten« geschrieben hat. Also wollte ich nach
Gießen.
Wie fühlten Sie sich, als Sie am Bahnhof ankamen? Am ersten
Tag hatte ich noch ein paar Sorgen. Einschreibung und Studenten­
wohnheim etwa. Ich habe im Philosophikum studiert.
Kamen Sie Georg Büchner danach näher? Bald nach meiner
Ankunft habe ich das Georg-Büchner-Haus gesucht, entdeckte aber
nur eine Tafel bei Karstadt. Da war eine Bäckerei drin. Also suchte
ich die Georg-Büchner-Straße und fand sie auch. Leider außerhalb
der Stadt, ganz weit weg vom Geschehen. Natürlich war ich ein
bisschen enttäuscht. Aber essen an der Badenburg war dann gemütlich. Also bin ich geblieben (lacht). Gießen ist eine praktische Stadt.
Was vermissen Sie an Marrakesch? Ich kann Marrakesch nicht vermissen. Marrakesch ist in mir. In bin dort in der Altstadt geboren.
Enge Gassen. Warme Beziehungen. Eine Erzählerstadt. Die Altstadt
hat mich geprägt. Ich brauche kein Geld in dieser Stadt, auch
30 Jahre danach nicht. Marrakesch ist das organisierte Chaos. Wer
das nicht kennt, dem bringt das Stress. Gießen dagegen ist eine
praktische Stadt. Beide ergänzen sich sehr gut.
3/2015 streifzug 29
giessener köpfe
Neue Wege zum Abschied
Irmgard Bodelle
60 Jahre | Bestatterin | Interview: Marc Schäfer
Sterben
Leben
Auf Ihrem Firmenschild steht eine Handynummer und der Hinweis
»Tag und Nacht«. Der Tod kennt keinen Feierabend? So ist es. Man
kann mich immer erreichen. Der Beruf ist mein Leben. Das heißt
nicht, dass man mich nachts anrufen muss, wenn man eine Traueranzeige aufgeben möchte, aber wenn ein Mensch verstirbt, bin ich als
Bestatterin nachts erreichbar. Es geht darum, Angehörige aufzufangen.
Wie sind Sie Bestatterin geworden? Das war ein langer Weg. Ich hatte
das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg abgelegt und mit 30 Jahren
noch einmal angefangen zu studieren. Ich hatte damals schon Kinder
und habe dann mit meinem Mann einen Fortbildungsbetrieb gegründet, in dem ich als Geschäftsführerin tätig war. Irgendwann haben wir
uns dann getrennt und ich war ohne Job. Irgendwie war ich damals
auch in Trauer. Meine Familie war zerbrochen. Und ich wollte auf
keinen Fall, dass mich unsere Trennung verbittert. Das wollte ich
meinen Kindern und mir nicht antun.
Was macht den Reiz dieses Berufs aus? Ich mag es, Menschen zu
helfen. Es ist ein seelsorgerischer und kreativer Beruf. Mein Anliegen
ist es, Menschen an den Tod heranzuführen und ihnen für den Abschied Mut zu machen. Man sollte die heilige Zeit zwischen Tod und
Bestattung nicht ungenutzt verstreichen lassen und sich das nehmen,
was man braucht, um die Trauer zu verarbeiten. Es gibt viele Möglichkeiten, vergleichbar mit dem Arrangement für eine Hochzeit, die
Trauerfeier entsprechend den Wünschen der Angehörigen individuell
zu gestalten. Das macht den Beruf so kreativ. Ich finde es wichtig, dass
die Angehörigen ihren Verstorbenen in ihrer Trauerfeier wiederfinden.
Bei mir gibt es keine Schablone.
Was war Ihr schlimmster Fall? Es gab viele schlimme Situationen.
Wenn Eltern Kinder verlieren oder gewaltsame Tode. Es berührt mich
sehr, wenn eine Mutter umkommt und sie noch halbwüchsige Kinder
hatte, die noch nicht reif für das Leben sind. Ich hatte eine Beerdigung
eines Babys, das vor der Geburt verstorben war. Während der Beerdigung ist klar geworden, dass der Tag der Hochzeitstag der Eltern hätte
sein sollen. Da rollen mir die Tränen. Ich bin selbst Mutter. Das sind
schlimme Momente. Da stirbt jedes Mal so viel Hoffnung.
Wie erholen Sie sich von solchen Situationen? Wissen Sie, natürlich
haben Angehörige mein tiefstes Mitgefühl, aber ich trauere nicht mit.
Das würde ich auch nicht richtig finden. Ich sollte für die Trauernden
da sein, stark sein und sie leiten, falls sie den Kopf verlieren. Es berührt mich sehr, aber es geht auch vorbei. So schlimm es ist, versuche
ich trotzdem, ein Lächeln zu geben.
Sie befürworten einen Abschied am Sarg? Ja. Das ist für mich das
Wichtigste. 90 Prozent der Menschen versterben in Kliniken oder anderen Institutionen. Ich rate den Angehörigen, am Sarg Abschied zu
nehmen, den Verstorbenen vielleicht noch einmal nach Hause zu holen oder an einen anderen Ort. In Ruhe Abschied zu nehmen, die Anzeige zu gestalten, einen Brief zu schreiben, Freunde und Familie einzuladen und immer wieder in den Raum zu dem Verstorbenen gehen
und ihn dann in aller Ruhe gehen lassen. Das ist etwas ganz Wohltuendes. Dazu gehört, dass der Bestatter offen ist und Vertrauen schafft,
sodass die Trauernden den Mut haben, zu sagen, was sie möchten.
30 streifzug 3/2015
Also haben Sie gelernt, wie man mit Trauer umgeht? Ja. Ich habe den
Beruf bewusst ausgesucht. Und mit 53 Jahren die Prüfung abgelegt.
Ich habe mich dann schnell selbstständig gemacht und zunächst im
Nebengewerbe ganz klein angefangen. Vor vier Jahren habe ich dann
den Laden in der Gießener Bahnhofsstraße eröffnet.
Was zeichnet Sie als Bestatterin aus? Ich bin innovativ, herzlich und
tolerant. Das kommt durch meine vielen Reisen durch Amerika, Australien, Asien und Europa. Ich habe viele andere Kulturen kennengelernt. Weil die Branche sehr konservativ ist, versuche ich auch andere
Wege anzubieten. Farbenrituale, Kerzenrituale, eigene Musik. Man
muss sich etwas einfallen lassen, um Angehörigen zu helfen, ihre
Trauerfeier individuell zu gestalten. Warum sollen Eltern, die ihr Baby
verlieren, nicht den Sarg bemalen können, wenn sie so ihre Trauer
verarbeiten können? Ich finde, man sollte mehr auf die Bedürfnisse der
Angehörigen eingehen und ihnen helfen, Ihre Trauer auszudrücken.
Was hat Sie mehr beeinflusst, das Leben oder das Sterben? Weder
noch. Die Höhen und Tiefen. Natürlich freut man sich über das
Schöne im Leben. Das ist ganz wunderbar. Aber auch das, was mich
getroffen hat, was mir wehgetan hat, dass ich zum Beispiel einen
Neffen und eine Schwester sehr früh verloren habe, all das hat mich
zu der Frau gemacht, die ich heute bin.
Was bleibt vom Leben? Meine Kinder und die Enkeltochter. Es ist ein
großes Glück, Kinder zu haben und zu sehen, wie das Leben weitergeht. Man ist nicht allein. Man lässt bei Ihnen Erinnerungen zurück
und die sollten positiv sein.
giessener köpfe
jeden tag sport
Tim Degl
23 Jahre | Personal Trainer | Interview: Marc Schäfer
körper
Fitnessstudio
Wie wichtig ist Ihnen ein toller Körper? Sehr wichtig. Ich arbeite
als Personal Trainer, daher ist mein Körper mein Kapital. Es muss
authentisch sein. Ich weiß nicht, ob ich als Kunde einen Trainer mit
Übergewicht engagieren würde. Ich bin aber auch schon eitel und
möchte ansprechend aussehen – nicht nur für andere, hauptsächlich für mich.
Haben Sie die Liebe zum Sport von den Eltern in die Wiege gelegt
bekommen? Ja. Das kann man sagen. Seit ich denken kann, hüpfe ich
in unserem Studio herum. Sobald es möglich war, habe ich an den
Geräten mit Krafttraining begonnen. Ich habe aber auch andere
Sportarten ausprobiert. Ich war zum Beispiel kein so schlechter Fußballer. Letztlich bin ich aber im Studio hängen geblieben. Ich studiere
Sport, arbeite als Personal Trainer und will das Studio auch von
meinem Vater übernehmen. Meine Eltern haben mich von Anfang an
angeleitet, immer in Bewegung zu sein.
Verzichten Sie auf viel, um einen guten Körper zu haben?
Ich verzichte auf nichts. Mein sportlicher Lebensstil ist eher eine
Bereicherung. Ich kann da nichts mit Verzicht assoziieren. Ich
würde also nicht sagen, dass ich den ganzen Tag Diät halte. Außerdem mache ich das ja freiwillig. Ich trinke zum Beispiel keinen
Alkohol, aber ich verzichte nicht darauf, denn ich habe noch nie
getrunken und spüre auch keinen Reiz, es zu tun. Okay, Fast Food
verkneife ich mir ab und zu, aber es ist mir auch nicht so wichtig.
Was denken Sie, wenn Sie auf der Straße übergewichtige
Menschen sehen? In aller Regeln habe ich Mitleid, denn ich weiß,
dass sie mit kleinen Mitteln ihre Situation verbessern könnten.
Manche brauchen vielleicht bloß einen Schubser.
Was muss man mitbringen, um einen tollen Körper zu bekommen?
Ehrgeiz, Disziplin und Wille. Ganz wichtig ist auch eine gewisse
Begeisterung, sonst ist alles nur temporär. Man muss auch bereit
sein, sich mal in den Arsch zu treten. Das ist die Voraussetzung, um
über einen längeren Zeitraum einen leistungsfähigen und alltagskompetenten Körper zu haben.
Die Werbung behauptet immer, mit neuen Konzepten, Pillen und
Geräten könnten wir alle schnell zum Traumkörper kommen. Gibt
es den einfachen Weg zum Sixpack? Nein. Es ist ein langer Prozess.
Der Weg ist das Ziel. Aber: Wenn man es richtig anstellt, wird man
Erfolg haben. Sport, Sport, Sport, bewegen, bewegen, bewegen.
Das ist das Wichtigste.
Ein Tag ohne Sport ist ..? Ein unvollkommener Tag. Ich muss mich
immer daran errinnern, dass ich auch mal eine Pause brauche. Sport
ist für mich nicht nur Job oder Studium. Sport ist meine Leidenschaft.
Ich treibe jeden Tag Sport.
Warum? Das hat viele Gründe. Einerseits weil ich einen gewissen
ästhetischen Anspruch an meinen Körper habe und mehr oder
weniger gut aussehen will. Aber auch weil ich Sport toll finde und
mich gern bewege. Das gibt mir auch Rückhalt in schwierigen
Phasen. Zum Beispiel, wenn an der Uni die Klausuren anstehen.
Sport hilft, den Kopf freizubekommen. Das wird ein großer Bestandteil in meinem Leben bleiben.
Damit liegen Sie im Trend. Auch in Gießen wird das Fitnessstudio­
angebot immer größer? Richtig. Ich würde sagen, der Körper- und
Fitnessboom ist ungebrochen. Es ist die Flexibilität und die Individualität, die die Leute in die Studios treibt. In einem Verein ist man an
Zeiten, Trainer, Spielplan usw. gebunden. In einem Studio hat man
deutlich größere Möglichkeiten – und außerdem ausgebildete Trainer
und Physiotherapeuten. Unser Studio ist zudem ein großer sozialer
Umschlagplatz. Unsere Kunden kommen auch schon mal hierher,
wenn sie nicht trainieren, und treffen sich mit Freunden.
Gibt es neue Trends in der Fitnessbranche? Der große Trend ist Crossfit. Das ist ein alternatives Trainingskonzept mit vielen Körperübungen
und Übungen mit Balancescheiben oder Sprintseilen zum Beispiel.
Auch funktionelles Training gehört zu den Trends. Man arbeitet mit
dem eigenen Körpergewicht. Bei den Übungen werden größere
Muskelpartien und mehrere Gelenke einbezogen. Außerdem haben
wir seit längerer Zeit schon den Kurs Mamifit im Programm.
Damit wollen wir es Müttern erleichtern, zu der guten Figur zurückzukommen, die sie vielleicht mal hatten. Meine Mutter kümmert sich
darum, weil sie weiß, wie es ist nach einer Geburt.
3/2015 streifzug 33
giessener köpfe
rechnen und reden
Lisa Peter
29 Jahre | Pädagogische Mitarbeiterin im Mathematikum | Interview: Marc Schäfer
Gemeinsam Lernen
Gemeinsam Essen
Sie sind ausgebildete Sprachwissenschaftlerin. Was zum Teufel
machen Sie im Mathematikum? Das war ein großer Zufall. Ich wollte
nach meinem Bachelor-Studium eigentlich nur ein Praktikum im
Kulturbereich machen und habe mich deutschlandweit beworben. Ich
bin dann hier gelandet und es hat super geklappt. Statt nach sechs
Monaten wieder zu gehen, bin ich geblieben. Es gibt hier aber auch
einige Arbeiten, die nichts mit Mathe zu tun haben. Außerdem, so
unterschiedlich sind Sprachen und Mathe­matik auch gar nicht.
Lösen Sie in Ihrer Freizeit auch Mathe-Aufgaben? Nein. Unter der
Woche ist meine Hauptbeschäftigung am Abend das Kochen. Mit
Planen und Einkaufen wird das meist zu einer großen Aktion, und
wir essen oft erst viel zu spät. Ich finde es schön, abends etwas mit
den Händen zu machen, wenn man den ganzen Tag eher mit dem
Kopf gearbeitet hat.
Bitte? Ja. Zum Beispiel in der Grammatik und der Aussagenlogik.
Es gibt in beiden Bereichen klare Strukturen und Regeln, die man
befolgen muss. Wir hatten hier sogar schon eine Ausstellung zum
Thema Sprache, die ich zusammen mit einer Kollegin konzipiert
habe.
Sie beschäftigen sich im Mathematikum auch mit Lehre und Lernen?
Genau. In der Schule war Lernen für mich so strukturiert, dass man
ein Thema oder eine Aufgabe vorgesetzt bekam und man meist auswendig gelernt hat. Beim Haus der kleinen Forscher schauen wir sehr
stark, was die Kinder interessiert. Welche Fragen sie sich selbst
stellen. Oft können auch wir Erwachsenen diese Fragen nicht richtig
beantworten. Wir schauen dann, wie man das herausfinden könnte.
Da gibt es sicher auch Strategien, die nicht helfen, aber der Prozess,
etwas herausfinden zu wollen, ist ganz wichtig. Dieses Wissen setzt
sich viel eher fest als das von oben aufgesetzte Wissen oder ein
Thema, für das man sich nicht interessiert.
Was kann man im Mathematikum lernen? Den Spaß an der Mathematik. Neugierig sein. Ausprobieren. Bei einem Besuch kommt es
ganz automatisch dazu, dass man überlegt, wie man ein Experiment
lösen kann. Welche mathematischen Inhalte dabei rüberkommen, ist
schwer zu sagen. Es findet natürlich kein formales Lernen statt.
Nach einem Besuch bei uns kann man nicht den Dreisatz, aber man
bekommt eine Idee von logischem Denken und der Fähigkeit,
Probleme zu lösen.
In Ihrer E-Mail-Signatur steht »Mathe macht glücklich«. Das halte
ich für eine zweifelhafte These. In meiner Schulzeit hätte ich das
auch abgestritten. Mittlerweile macht mich Mathe glücklich, weil ich
es mit dem Mathematikum verbinde und mir der Job so viel Spaß
macht. Generell macht Mathe glücklich, wenn man etwas versteht.
Dieses Glücksgefühl hat man ja durchaus auch manchmal in der
Schule.
34 streifzug 3/2015
Für wen kochen Sie? Wir kochen zusammen. Ich wohne in einer
WG. Meistens sind wir zu viert oder fünft. Manchmal sind auch
noch Freunde dabei, sodass wir auch schon mal zehn Personen
sind. Es ist aber kein Zwang, dass jeder um 19 Uhr zu Hause sein
muss. Aber es ist trotzdem immer jemand da. Ich esse eigentlich
nie alleine. Das passiert nur in ganz seltenen Ausnahmefällen.
Das hört sich nach WG als Familienersatz an? Ja. Ich fühle mich in
meiner WG auch wie in einer Familie. Ich finde das unheimlich
schön und könnte mir nicht vorstellen, alleine zu wohnen. Ich
würde mich total einsam fühlen. Ich bin von meiner Familie daran
gewöhnt, dass ich immer Gesellschaft um mich herum habe. Ich
habe zwei Brüder. Meine Großeltern haben im gleichen Haus
gewohnt. Mit meiner Oma habe ich jeden Samstag einen Kuchen
gebacken. Diese Gesellschaft würde mir ohne die WG schon sehr
fehlen. Ich bezeichne meine Mitbewohner auch als Freunde. Wir
fahren auch zusammen in den Urlaub.
Welche Gesprächsthemen kommen in der WG auf den Tisch?
Es geht schon oft um die Arbeit. Das ist im Alltag ja auch das
prägendste Ereignis. Vor Kurzem haben wir unseren nächsten SkiUrlaub geplant. Das gemeinsame Abendessen ist eine unheimlich
tolle Gelegenheit, miteinander zu reden, nebenbei ein Glas Wein
zu trinken.
Dennoch: In immer mehr Familien findet das gar nicht mehr statt.
Das ist schade. Ich glaube dort fehlt der Austausch. Ich finde es
wervoll, sich hinzusetzen und zu erzählen, wie der Tag war, was
einen beschäftigt hat. Dadurch ist man viel entspannter. Ich glaube,
es reicht nicht aus, sich nur einmal pro Woche schnell mit der
Freundin auf einen Kaffee zu treffen und dabei nur das Allerwichtigste auszutauschen.
giessener köpfe
menschenmüll
Matthias Biedenkopf-Riedel
55 Jahre | Künstler | Interview: Jan Sommerlad
DDR
Kunst
Welche Erinnerungen haben Sie an die DDR? Die halten sich
50:50. Es ist ja meine Heimat; man hat immer eine Verbindung zu
der Stadt, in der man geboren wurde. Auf der anderen Seite habe
ich dafür gekämpft, dass ich in die Freiheit kann. Ich habe mich in
der DDR nie frei gefühlt. 1976 habe ich den Ausreiseantrag gestellt,
1982 haben sie mich ausgewiesen.
Wie wird man Künstler? Ich bin kein Künstler. Andere haben mich
so bezeichnet, das hat man aus mir gemacht. Angefangen hat mein
Weg im Erzgebirge. Da gibt es Volkskunst, die ich mir als Kind von
meinem Großvater angeeignet habe. Und ich war auch nicht un­
talentiert. Aber dass ich es so weit bringe, hätte ich nicht gedacht.
Hier in Gießen habe ich mit einem Bauchladen angefangen. Weil
ich mir als Obdachloser wie Menschenmüll vorkam, habe ich aus
Müll Kunst gemacht, und das kam gut an. Auf einmal kam jemand
auf mich zu und sagte: Da ist mehr drin. Er hat mir einen großen
Auftrag gegeben, mich finanziell unterstützt und mir bei der
Gründung meines Ateliers geholfen. Auf ihn trifft der Begriff
Gutmensch zu: Er hat das Risiko auf sich genommen und mir
vertraut. Und er ist immer noch mein Freund.
Was war die Begründung für Ihre Ausbürgerung? Verdacht auf
Spionage. Lächerlich.
Was lief denn falsch in der DDR? Es lag an der Freiheit. Als junger
Kerl sollte ich in die FDJ: Der erste Buchstabe steht für »frei«. Freiheit bis zum Stacheldraht und weiter geht’s nicht – das ist paradox.
Und die Politik: Sie erzählen uns von Sozialismus, und am Ende ist
es eine Diktatur. Wir haben dagegen auf unsere Art und Weise
protestiert, weil man sich nicht versammeln durfte. Zum Beispiel
hatte ich lange Haare, das war in der 70ern verpönt. Langhaarige
waren Gammler. Ich habe immer gesagt: Wir sind ein Dorn im
Rosengarten des Kommunismus.
Gab es Bereiche, in denen die DDR besser war als der Westen? Ja,
es gab Bereiche, die meines Erachtens besser waren. Was Allgemeinbildung in der Schule betrifft, war es besser. Ich habe vier
Kinder, die im Westen groß geworden sind, und da habe ich erlebt,
dass die Bildung im Westen nicht so gut ist wie in der DDR. Und in
der DDR gab es nicht so auseinanderklaffende Löhne, die Verdienstunterschiede waren nicht so extrem wie hier. Ansonsten war
es dort auch nicht anders als jetzt im Westen: Den Überwachungsstaat haben wir schon, technisch haben sie sich viel bei der Stasi
abgeguckt. Und eine ehrliche Meinung kann man hier auch nicht
vertreten, da kommt man gleich in die Klapse.
Sind Sie nach der Grenzöffnung noch einmal in Ihre alte Heimat
zurückgekehrt? Ja, direkt danach bin ich rüber und habe mir angeschaut, wie sich meine Heimatstadt Limbach-Oberfrohna verändert
hat. Das letzte Mal war ich vor zwei Jahren da. Es ist traurig: Dort
verfällt alles, die Leute sind damals alle in den Westen gegangen.
Welche Bandbreite hat Ihre Kunst? Ich weiß gar nicht, wo Kunst
anfängt. Für mich ist alles Kunst, was mit Kreativität zu tun hat.
Ich mache Musik, male, mache Bildhauerei, habe ein Buch
geschrieben. Ich sammle auch gerne alte Bücher, weil mich die alte
Buchdruckerei fasziniert.
Gibt es klassische Künstler, die Sie beeinflusst haben? Otto Dix
und Salvador Dalí waren wichtig für mich. Auch Joseph Beuys und
Pablo Picasso haben mich inspiriert, aber nicht mit ihrer Kunst,
sondern mit ihren Sprüchen. Picasso sagte: »Sie erwarten von mir,
dass ich Ihnen sage, was Kunst ist? Ich weiß es nicht, und wenn ich
es wüsste, würde ich es für mich behalten.« Und bei Beuys gefiel
mir die Selbstironie: »Des Öfteren stehe ich im Hintergrund, trinke
Champagner und muss darüber schmunzeln, wie man mit so einem
Scheißdreck so viel Geld verdienen kann.«
Wo endet Kunst und wo beginnt Kommerz? Da unterscheide ich
nicht. Jeder ist eine Hure der Gesellschaft und prostituiert sich so
teuer wie möglich mit dem, was er am besten kann. In der Neuzeit
ist alles von Geld abhängig: Ich kann nicht ohne Geld zum Bäcker
gehen und Brot verlangen.
Wie viel Zeit verbringen Sie mit Kunst? Im Moment gar keine. Ich
bin am kämpfen, dass ich den Künstlertreff erhalten kann. Deshalb
sitze ich jeden zweiten Tag im Seltersweg und bettle, damit ich das
Geld für das Benzin für die Maschinen dort zusammenkriege. Der
Künstlertreff ist mir sehr wichtig. Vor 20 Jahren war ich alkohol- und
drogenabhängig. Seit ich den Treff habe, bin ich frei von harten
Drogen. Kunst ist meine Therapie und der Ort hilft mir, im Leben zu
bleiben.
3/2015
3/2013 streifzug 37
giessener köpfe
Immer Unter Menschen
Anna-Sophia Klüber
29 Jahre | Pädagogin | Interview: Florian Dörr
Jugendarbeit
WG
Wie sieht Ihre Arbeit im Jugendzentrum aus? Viele denken erst mal,
dass ich vor allem Billard spiele. Natürlich kochen und spielen wir mit
den Kindern und Jugendlichen, aber es geht um mehr. Wir greifen die
alltäglichen Dinge auf, die die Jugendlichen in den Holzwurm mit­
bringen: Schulische zum Beispiel, aber auch kulturelle und familiäre
Sachen oder aktuell das Thema IS. Grundlegend für unsere Arbeit ist,
dass wir sie dort abholen wo sie stehen, mit all ihren Themen und Belangen, über die wir mit ihnen sprechen und sie begleiten.
Wie sieht der WG-Alltag bei Ihnen aus? Wir leben zu siebt
zusammen. Dazu kommen drei Hunde. Das klingt natürlich ein
bisschen speziell. Am Anfang habe ich während des Studiums auch
in der einen oder anderen Zweck-WG gelebt. Es ist schon etwas
anderes, wenn man mit so vielen Leuten zusammenlebt, aber letztlich ist es wie in jeder anderen Gruppe auch, man muss sich zusammenfinden und miteinander auskommen. Dafür funktionieren
unsere Abläufe und der Putzplan ganz gut, auch wenn die Ordnung
leider etwas schwieriger zu halten ist, als bei weniger Leuten.
Warum sind Sie überhaupt beim Holzwurm gelandet? Während des
Studiums der Diplom-Pädagogik habe ich nach einem Job gesucht,
um Erfahrungen zu sammeln. Durch Zufall bin ich zum Holzwurm
gekommen. Mit der Zeit sind meine Zuständigkeiten gewachsen. Am
Anfang war ich bei der pädagogischen Mittagsbetreuung an Schulen
in der Nordstadt. Später bekam ich die Möglichkeit, vermehrt in der
offenen Kinder- und Jugend­arbeit tätig zu sein. Kurz vorm Ende
meines Studiums kam dann das Angebot, was ein Glücksfall war.
Was können Sie den Kindern und Jugendlichen bieten? Der Holzwurm ist vier Tage pro Woche geöffnet. Nachmittags für Kinder, am
Abend für Jugendliche. Zeitweise auch nur für Mädchen oder Jungs.
Meine Kollegen in der mobilen Arbeit fahren zweimal pro Woche mit
einem Wohnwagen zu Spielplätzen im Stadtteil und kümmern sich
dort um die Kinder. Zudem bin ich in der vertiefenden Berufsorientierung in einer Gesamtschule in zwei Hauptschulklassen tätig.
Ist die Arbeit so anstrengend, wie ich es mir vorstelle? Wenn ich in
mich reinfühle, denke ich schon manchmal, dass es recht anstrengend
ist. Aber eigentlich geht es, denn schließlich habe ich mich dazu entschieden mit Menschen zu arbeiten, weil es mir Spaß macht. Natürlich geht es mir nahe, aber ich kann damit mittlerweile gut umgehen,
sodass ich die Geschichten nicht mehr wie früher mit nach Hause
nehme, auch wenn das nicht immer so einfach ist. Es ist wichtig, dass
man eine klare Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben herstellt
und für Ausgleich sorgt, sonst geht es einem nicht gut auf Dauer.
Können Sie sich vorstellen, auch mit 50 noch im Holzwurm zu
arbeiten? Mein Ziel ist es generell, früher oder später eine Therapeutenausbildung zu machen und somit in ein weiteres Feld einzusteigen.
Aus jetziger Sicht allerdings sehe ich mich persönlich mit 50 nicht
mehr im Jugendzentrum oder der Schule. Ich denke jedoch, dass
Mitarbeiter der älteren Generation ebenso einen guten Draht in der
offenen Kinder- und Jugendarbeit haben, es gibt keine Altersbe­
grenzungen. Man hat einen anderen Zugang, eine andere Sichtweise.
38 streifzug 3/2015
Haben Sie auch manchmal Ihre Ruhe? Nun ja, ich bin schon immer
unter Leuten, wenn ich will, kann mich aber auch mal zurückziehen.
Das ist doch toll! Es ist immer jemand in der Küche, zu dem man sich
gerne gesellen darf.
Macht es im WG-Alltag Schwierigkeiten, dass Sie nicht mehr
studieren? Die meisten meiner Mitbewohner sind tatsächlich
Studenten. Aber es ist nicht so, dass die anderen tagüber rum­
gammeln und nachts feiern, während ich als Arbeiterin schlafen
muss. Es ist zum Glück keine krasse Feier-WG. Nach dem Studium
habe ich mir eine Berufstätigen-WG angesehen, aber das war
letztlich nicht mein Ding: Viele Arbeiter stehen dann doch schon an
einer anderen Stelle im Leben.
Bekommen Sie irgendwann Probleme, wenn Sie mal alleine leben
sollen? Ich kann mir derzeit wirklich noch nicht vorstellen, alleine zu
leben. Viel eher spiele ich mit dem Gedanken, irgendwann mit
Freunden in ein Wohnprojekt zu ziehen. Auf einen Hof oder so. Ob
das umzusetzen ist, weiß ich natürlich nicht.
Welche Rolle spielen die drei Hunde zwischen den sieben Leuten?
Jeder von denen hat zum Glück ein Herrchen oder ein Frauchen.
Sonst wäre es totales Chaos. Im Grunde könnte ich mir aber nichts
Besseres vorstellen. Manchmal schaffe ich es nicht, mit dem Hund
rauszugehen, weil ich über den Job unterwegs bin, dann springen die
anderen ein und kümmern sich um meinen Hund. Andersrum genauso. Es ist sehr familiär.
giessener köpfe
outtakes
Nicht jedes Portrait war beim ersten Mal gleich perfekt. Unser Fotograf
Oliver Schepp hat uns mit Aufnahmen versorgt, die eigentlich nicht zur Veröffentlichung
gedacht waren. Wir machen es trotzdem und zeigen
zu unserer Portraitserie »Gießener Köpfe 2015« einige Outtakes.
40 streifzug 3/2015
3/2015 streifzug 41
15 SHADES OF SCHEPP
In der dritten Auflage der »Gießener Köpfe« traf ich wieder mit komplett unterschiedlichen
Charakteren zusammen, deren persönliche »Schattierungen« nicht interessanter hätten
sein können. Vom Wissenschaftler Andreas Meinhardt, dessen Forschungsgebiet der
menschliche Körper ist, bis zur Gastronomin Britta Prell, der das Seelenheil ihrer Gäste das
wichtigste zu sein scheint. Danke fürs Bier! Der Besuch bei Bestatterin Irmgard Bodelle
war mindestens so fröhlich und warmherzig wie das Treffen bei Abderrahim En-Nosse,
der in seinem Wohnzimmer mit Erzählungen und Fußbodenheizung das Flair Marrakeschs
heraufbeschwor. Insgesamt waren es für die »Gießener Köpfe« wieder 15 superinteressante
Shootings mit tollen Typen, die sicher mein und vielleicht auch Ihr Leben in Gießen ein
kleines bisschen »einsichtiger« machen. Vielen dank dafür!
Oliver Schepp
wein Des mOnats
Vinothek
in
Wedes
Monats
Cristo di Campobello »C’D’C«
Sizilien, 2013, 13,5 Prozent Alkohol,
9,50 Euro, Bezug über Weinhandel
Fertsch in Bad Nauheim,
Telefon 0 60 32/3 12 07
So zum Spaß
Riccardo Cotarella ist ein Fuchs. Vor Jahren
traf ich den italienischen Star-Önologen bei
einer Weinpräsentation in München und
verwechselte ihn mit Barone Ricasoli. Die
beiden sehen aus wie Brüder, sind eher
klein, elegant gekleidet, gut frisiert und
tragen die gleiche Brille mit diesem
mondänen Blick dahinter,
den der weit gereiste Römer
zur Schau stellt, wenn er vor
seiner Trattoria lächelnd den
Ristretto schlürft. Da ich den
umtriebigen Önologen interviewen wollte, fragte ich den
falschen Ricasoli nach Cotarella. Der falsche Ricasoli
antwortete mit einem feinen
Lächeln auf Englisch, da er
mein spärliches Italienisch kaum verstand, so
zum Spaß: »I killed him and put him under
the table.« Beide Männer sind bisweilen
Konkurrenten.
Ich staunte nicht schlecht, als in diesem
Moment der echte Ricasoli um die Ecke bog
und den falschen Ricasoli zur Begrüßung
herzlich umarmte. Ricasoli ist wie Cotarella
ein Fuchs. Beide Männer mögen sich.
sik
Muzum
Was ich sagen will: Wenn Sie einen italienischen Wein moderner Machart trinken, lesen
Sie im Kleingedruckten nach, ob nicht
Riccardo Cotarella seine Finger im Spiel hat.
Er berät viele Weingüter. Seine Handschrift
ist deutlich – selbst wenn man den Cotarella
nicht sofort erkennt.
Wie beim »C’D’C« des Weinguts
Cristo di Campobello. Dieser
sizilianische Rote geht ebenfalls
auf das Konto des Meisters und
seiner Vorliebe für Merlot und
Cabernet Sauvignon. Dazu
gesellen sich hier die regionale
Nero d’Avola und Syrah.
Weinautor
Im Glas kirschrot. In der Nase
z
Mer
Manfred
und im Mund deutliche
Johannisbeernoten und rote Paprika.
Stolze Würze und nicht zu viel Alkohol
machen den im Stahltank ausgebauten Wein
zu einem sizilianischen Unikat. Der Stoff
schmeckt frisch, eigen, konzentriert und
animierend zugleich.
Dieser Cristo di Campobello passt zu Pecorino-Pasta und rotem Fleisch. Cotarella würde dazu mit einem feinen Lächeln sicher
auch einen Espresso schlürfen. So zum Spaß.
Intwine hieß eine niederländische Rockband, die trotz des
Namens nichts mit Wein zu tun hatte. Ab heute ist das anders: Ihr »Cruel
man« ist der richtige Mann zum stolzen Sizilianer. Die Holländer fahren einfach überall hin.
mm
Wein
Schreiben Sie an
Manfred Merz:
vinothek@mdv-online.de
Sperrsitz
Cosmic Cine Festival
Facetten des Lebens – Start: 9. April – Kinocenter
Was gibt es Schöneres, als das Leben in
allen seinen Facetten zu spüren, die bunte
Welt der Möglichkeiten zu entdecken oder
sich selbst zu verwirklichen? Genau diesen
Themen geht das Cosmic Cine Festival vom
9. bis 15. April gemeinsam mit dem Kinocenter Gießen auf den Grund. Die
»Wunder des Lebens« sind das große
Thema des Festivals.
Gezeigt werden: Mit »Who Cares« ein
Dokumentarfilm über Sozialunternehmer
auf der ganzen Welt – begeisternde, charismatische Menschen wie Nobelpreisträger
Muhammad Yunus, welche die großen
Probleme der heutigen Zeit mit Mut, Idealismus, Kreativität, Pragmatismus, und Beharrlichkeit bekämpfen. Der Film »Being
and Becoming« erkundet das Konzept und
den Weg, Kinder nicht zu unterrichten,
sondern ihnen zu vertrauen und sie frei das
lernen zu lassen, wovon sie begeistert sind.
»Meine innere Stimme« begleitet den ungewöhnlichen Individualisten Jens Eisenkrämer aus der Wetterau im Spannungsfeld
zwischen Freiheit, Selbstverwirklichung,
Familie und Gesellschaft. Eintauchen in die
Schönheit der Erde heißt es bei der Europapremiere von »Love thy Nature«: Der
preisgekrönte Film gesprochen von Liam
Neeson, entführt die Zuschauer in eine
Welt die natürlicher nicht sein könnte und
vielen dennoch fremd geworden ist.
Alle weiteren Informationen zum Cosmic
Cine Festival unter www.cosmic-cine.com.
Gewinnspiel
Der streifzug verlost mit den
Gießener K
­ inos 3x 2 Tickets für eine
Vorstellung im Rahmen des Cosmic
Cine Festivals. Wer dabei sein möchte, sollte bis zum 15. März eine Karte
mit dem Kennwort »Kino« an
streifzug, Mar­burger Straße 20, 35390
Gießen oder eine Mail an streifzug@­
giessener-allgemeine.de s­ enden.
Wunschfilm nicht vergessen!
3/2015 streifzug 45
Sperrsitz
Neu im
Gießen
Kinocenter Gießen
Bahnhofstraße 34, Telefon 06 41/7 21 08
Kinopolis Gießen
Ostanlage 43–45, Telefon 06 41/5 65 57 89
Kommunales Kino Jokus
Ostanlage 25 a, Telefon 06 41/3 06-24 95
Kino
Kingsman
Grünberg
Bismarckstraße 10, Telefon 0 64 01/68 69
Spionage mit Colin Firth – Start: 12. März – Kinopolis
Lich
Kino »Traumstern«
Gießener Straße 15, Telefon 0 64 04/38 10
Weitere Kino-Tipps
finden Sie täglich in der Gießener Allgemeine
Zeitung oder auf unserer Internetseite unter
www.giessener-allgemeine.de/kino.
Vorhang auf
in den Gießener Kinos!
Film ab 01.04.2015
01.04
4.2015 im Kino!
* Änderungen möglich aber nicht beabsichtigt.
KINOPOLIS Gießen
Der Vorverkauf startet am 05.03.2015! *
KINOCENTER Gießen
KINOPOLIS
Ostanlage 43-45 • 35390 Gießen
Kinocenter • Bahnhofstraße 34 • 35390 Gießen
Roxy • Ludwigsplatz 4 • 35390 Gießen
Kinocenter
Heli • Frankfurterstraße
34 • 35390
Gießen
Bahnhofstraße
34 • 35390
Gießen
Mehr Infos im Kino und unter www.die-giessener-kinos.de
www.kinopolis.de
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Harry Hart (Colin Firth) ist ein britischer
Geheimagent der alten Schule. Er ist
cool, abgebrüht und dabei charmant.
Sein Geld verdient er bei dem geheimsten aller Nachrichtendienste: den
Kingsmen.
Die Agenten, die sich selbst als moderne
Ritter verstehen, sind ständig auf der
Suche nach neuen Rekruten. Eines Tages
wird Harry auf den Straßenjungen Eggsy
(Taron Egerton) aufmerksam, der, wie er
findet, einiges an Potenzial zeigt.
Allerdings liebäugelt Eggsy auch mit der
Welt jenseits des Gesetzes und kennt
keine Disziplin. Da Eggsys Vater Harry
einst das Leben rettete, bewahrt der
Agent den jungen Erwachsenen vor dem
Gefängnis und schleust ihn in das harte
Rekrutierungsprogramm seiner Organisation ein. Währenddessen untersucht er
selbst das Verschwinden mehrerer hochrangiger Persönlichkeiten und gerät dabei
an den Milliardär Richmond Valentine
(Samuel L. Jackson), der bei einem
ominösen Plan zur Rettung der Erde vor
nichts und niemandem Halt macht.
Sperrsitz
Still Alice
Dramatik um Julianne Moore – Start: 5. März – Kinocenter
Die erfolgreiche Sprachwissenschaftlerin Dr. Alice Howland
(Julianne Moore) versucht, ihre Krankheit zu verheimlichen. Gelegentliche Orientierungslosigkeit in den Straßen von Manhattan
und Schwierigkeiten, einzelne Wörter zu finden, machen das
Leben zwar zunehmend schwerer, doch erst als sie anfängt, auch
Menschen zu verwechseln, führt kein Weg mehr dran vorbei, mit
ihrer Familie über ihren Zustand zu sprechen. Ihr Ehemann John
(Alec Baldwin), mit dem sie eine glückliche Ehe führt, ist genauso
Tod den Hippies
Sex, Drugs und Tom Schilling – Start: 26. März – Kinocenter
schockiert wie es ihre drei erwachsenen Kinder Anna (Kate Bosworth), Tom (Hunter Parrish) und Lydia (Kristen Stewart) sind: Sie
müssen erfahren, dass Alice an einer seltenen Form von Alzheimer leidet, die auch vererbbar ist. Mit der Diagnose wird das bislang so harmonische Familien- und Alltagsleben, an dem die Mutter und Ehefrau mit allen Mitteln festhalten will, auf eine äußerst
harte Probe gestellt.
Ost-Berlin im Jahr 1980: Die Mauer hat noch keine Risse, der Kalte
Krieg befindet sich aber bereits in den letzten Zuckungen. Der
19-jährige Robert (Tom Schilling) hat die Schnauze voll von der
Provinz und den Hippies in seinem Internat und flieht nach WestBerlin, das wie eine Insel der Glückseligkeit erscheint: Voller
Kneipen, Subkultur, Kunst, Sex, Punkrock und einer Menge schräger Vögel. Dort angekommen muss er jedoch zunächst als Putzkraft in der Peep-Show von Schwarz (Wilson Gonzalez Ochsenknecht) jobben, der ihn als Entschädigung aber immerhin in das
schrille Nachtleben West-Berlins einführt. Robert verliebt sich in
Sanja (Emilia Schüle) und trifft im legendären »Risiko« auf Größen
wie Blixa Bargeld (Alexander Scheer). Dort verbringt er fortan
lange Nächte mit dröhnend lauter Musik und ausreichend Bier.
Der Nanny
Schweighöfer gegen Peschel – Start: 26. März – Kinopolis
Clemens (Matthias Schweighöfer) steckt
mitten in den Planungen zum größten Bauprojekt seiner bisherigen Karriere. Um endlich loslegen zu könnten, muss er allerdings
noch einige Mieter aus den Wohnungen
vertreiben, die dem Erdboden gleichgemacht werden sollen. Aber das sollte ja
kein Problem sein. Da bleibt allerdings nur
wenig Zeit für die beiden Kinder, deren
Betreuung er häufig Kindermädchen überlässt. Nun soll Rolf (Milan Peschel) diese
Aufgabe übernehmen. Clemens ahnt jedoch
nicht, dass es sich bei dem zuvorkommenden Mann um einen der Mieter handelt, die
seinetwegen ihre Wohnung verloren haben.
Rolf sinnt auf Rache und hofft, Clemens’
Bauvorhaben sabotieren zu können, indem
er sich in die Familie einschleust.
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