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Unsere Themen:
Knorpelverpflanzung – Hilfe bei beginnender Arthrose und Verletzungen
Prostatakrebs – was kommt danach?
Ebola – wie ist der aktuelle Stand?
Spinnenseide – Wunden und Nerven heilen
Lebensmittelreste – weiter verwenden statt wegwerfen
Ist Schlaf vor Mitternacht gesünder?
Abenteuer Diagnose: Systemabweichung (Herpes-Enzephalitis)
Knorpelverpflanzung – Hilfe bei Arthrose und Verletzungen
Knorpel funktioniert wie ein Stoßdämpfer zwischen den knöchernen Anteilen eines
Gelenkes. Ist die Knorpelschicht aber verletzt, rau oder abgenutzt, reiben die
Gelenkflächen ohne den schützenden Puffer aufeinander. Jede Bewegung löst dann
Schmerzen aus. Unbehandelt wird der Knorpeldefekt immer größer. Bei Knorpelschäden
bis zu einem Durchmesser von einem Zentimeter raten Experten in der Regel zur
sogenannten Mikrofrakturierung, bei der der Arzt zunächst den geschädigten Knorpel bis
an die Grenzschicht zum Knochen abträgt und dann zur Anregung der körpereigenen
Knorpelbildung in regelmäßigen Abständen etwa drei Millimeter tiefe Löcher in den
Knochen bohrt. In diese Bohrlöcher wandern Stammzellen aus dem Knochen ein, aus
denen sich neuer Knorpel entwickelt. Die Mikrofrakturierung wird auch bei einer
beginnenden Arthrose eingesetzt, solange die betroffene Gelenkfläche noch klein ist. Der
Eingriff wird in der Regel minimal-invasiv per Gelenkspiegelung (Arthroskopie)
durchgeführt. Der Vorteil der Mikrofrakturierung ist, dass das Verfahren einfach und schnell
in einem einzigen Eingriff gemacht wird und keine zweite Operation erfordert. Ist ein
Knorpeldefekt zu groß für die Mikrofrakturierung, kann die Anzucht und Transplantation
eigener Knorpelzellen eine Lösung sein, das sogenannte ACT-Verfahren. Der Chirurg
entfernt dabei zunächst die beschädigten Knorpelstücke und entnimmt dann von einer
weniger belasteten Stelle des Gelenks einen kleinen Zylinder aus Knochen und Knorpel, um
daraus im Labor auf einer speziellen Anzuchtmatrix in einer Nährlösung neue
Knorpelzellen züchten zu lassen. Nach drei bis sechs Wochen sind genügend neue
Knorpelzellen gewachsen, die dann in einer zweiten Operation an der beschädigten Stelle
eingebacht werden. So lassen sich auch größere Knorpeldefekte behandeln. Kommen
beide Verfahren nicht infrage oder bleibt der Erfolg aus, kann die auch als Mosaik-Plastik
bezeichnete Transplantation von Knochen-Knorpel-Zylindern eine Lösung sein. Dabei
werden die defekten Bereiche im Knie ausgestanzt und durch gleich große KnochenKnorpel-Zylinder ersetzt, die aus einem unbelasteten Bereich in der Kniekehle entnommen
werden. Zwar ist diese Methode die einzige, bei der der Defekt mit echtem Gelenkknorpel
aufgefüllt wird, aber es bleiben große Narben in der Kniekehle und das Verfahren ist recht
schwierig anzuwenden. Nach allen Knorpelersatz-Eingriffen darf das Gelenk sechs Wochen
nicht belastet, sondern nur bewegt werden, danach folgt die Reha zum Auftrainieren der
Muskulatur. Im Idealfall ist der neue Knorpel anschließend voll belastbar – aber so stabil
wie echter Knorpel wird das Gemisch aus Faser- und hyalinem Knorpel nicht. Bei
fortgeschrittener Arthrose können diese Verfahren nicht eingesetzt werden.
Interviewpartner im Studio:
Priv.-Doz. Dr. Jan Philipp Petersen, Oberarzt
Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
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Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
Tel. (040) 741 05 34 59, Fax (040) 741 04 00 85
Internet: www.uke.de/kliniken/unfallchirurgie
Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Dr. Karl-Dieter Heller, Chefarzt
Orthopädische Klinik im Herzogin Elisabeth Hospital
Leipziger Straße 24, 38124 Braunschweig
Tel. (0531) 699 20 01, Fax (0531) 699 20 90
Internet: www.heh-bs.de
Ratgeber:
Patrick Weninger: Mein Knie. Endlich wieder schmerzfrei. Meniskus, Kreuzband & Co
168 S.; maudrich (2013); € 19,40
Joachim Grifka: Die neue Knieschule – Selbsthilfe bei Schmerzen und Beschwerden.
208 S.; rororo (2012); € 8,99
Prostatakrebs – was kommt danach?
Nach der Schockdiagnose Prostatakrebs leiden viele Betroffene nicht nur unter der
kraftraubenden Krebserkrankung, sondern auch unter unangenehmen Folgen der Therapie.
Die meist durchgeführte Totaloperation, aber auch andere Verfahren führen häufig zu
Inkontinenz und Erektionsstörungen. Auch Hormon- und Chemotherapie, Bestrahlungen
kosten – neben der psychischen Belastung - viel Kraft. Deshalb empfehlen Experten
Patienten eine Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung. Hier behandeln Spezialisten
verschiedener Fachrichtungen nicht nur die nach Krebserkrankungen üblichen
Allgemeinsymptome wie Niedergeschlagenheit, Mudigkeit oder Kraftlosigkeit, sondern
auch besondere Beschwerden wie Inkontinenz, Potenzstörungen sowie Blasen- und
Darmreizungen. Ärzte, Psychologen, Physio- und Ergotherapeuten, Ernährungs- und
Sozialberater arbeiten zusammen daran, dem Patienten den Wiedereinstieg in den Alltag
zu erleichtern. Neben der Rehabilitation wird bei Bedarf auch die Tumortherapie
fortgesetzt. Da es sich auch mit schonendsten Methoden kaum vermeiden lässt, dass der
Blasenverschluss bei der Operation beeinträchtigt wird, leiden die meisten
Prostatakrebspatienten zumindest anfangs unter einer mehr oder weniger starken
Harninkontinenz. Sie wird in der Rehabilitation mit einem täglichen Beckenbodentraining
behandelt. Fur die meisten Männer ist dieses Thema zunächst sehr fremd. Sie müssen erst
die anatomischen und funktionellen Grundlagen verstehen, bevor sie sich unter der
Anleitung des Physiotherapeuten auf die Übungen einlassen und die Region rund um ihren
Schließmuskel durch sanftes Drücken und Schieben des Beckens trainieren. Zusätzlich
kann eine Reizstrombehandlung den Blasenschließmuskel aktivieren. Sie fördert die
Durchblutung und die Ansteuerung des Schließmuskels sowie des gesamten
Beckenbodens. Zwar lässt sich die Inkontinenz nicht immer ganz beheben, aber in der
Regel kommt es zu einer deutlichen Besserung und die Patienten haben ein Training
erlernt, das sie zu Hause fortführen können. In schweren Fällen kann auch die Implantation
eines künstlichen Schließmuskels sinnvoll sein.
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Außerdem werden in der Reha Möglichkeiten zur Behandlung der erektilen Dysfunktionen
besprochen sowie der Umgang mit einem etwaigen kunstlichen Blasen- oder
Harnleiterausgang (Stoma). Neben den Rehabilitationsangeboten wie Biofeedback,
Physiotherapie, Reizstrom, Ergotherapie, Entspannungstechniken, Bewegungstherapie,
Wasseranwendungen sowie Ernährungs- und Inkontinenzberatung ist die psychologische
Betreuung besonders wichtig, denn belastende Themen wie Inkontinenz und insbesondere
Erektionsstörungen liegen den meisten Betroffenen auf der Seele.
Interviewpartner im Studio:
Dr. Lutz Kuhlmann, Facharzt für Urologie
Leiter Department Urologie/Onkologie
Helios Klinik Schloss Schönhagen
Schloßstraße 1, 24398 Ostseebad Schönhagen
Tel. (0800) 222 33 35, Fax (04644) 90 18 00
Internet: www.helios-kliniken.de/klinik/schoenhagen/fachabteilungen/onkologischeurologie.html
Interviewpartner im Beitrag:
Thomas Hoy, Physiotherapeut
Adresse s.o.
Weitere Informationen:
Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.
Alte Straße 4, 30989 Gehrden
Beratungshotline (0800) 70 80 123 (Di – Do, 15-18 Uhr)
Internet: www.prostatakrebs-bps.de
Deutsche Krebshilfe e.V.
Buschstraße 32, 53113 Bonn
Informations- und Beratungsdienst (0228) 729 90-95 (Mo-Fr von 8-17 Uhr)
Internet: www.krebshilfe.de/prostatakrebs.html
Kostenlose Ratgeberbroschüre „Prostatakrebs“ auch zum Herunterladen im Internet:
www.krebshilfe.de/blaue-ratgeber.html
Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V.
Universitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg
Tel. (0180) 555 84 84 (0,14-0,42 Euro/Min )
Internet: www.isg-info.de
Ratgeber:
Ute Michaelis: Beckenbodentraining für Männer: Harninkontinenz und Erektionsstörungen
mindern und überwinden.
215 S.; Urban & Fischer (2013); € 19,99
Wolfgang Die, Winfried Vahlensieck, Katrin Vollmer, Thomas Gilbert:
Kontinenztraining und Sport nach einer Prostataentfernung. Harninkontinenz und
Erektionsstörungen erfolgreich behandeln.
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146 S.; Pflaum (2012); € 19,80
Ebola – wie ist der aktuelle Stand?
Fast 5.000 Menschen sind in Afrika bisher an Ebola gestorben, ein Ende der Epidemie ist
nicht in Sicht. Experten gehen davon aus, dass sie noch Jahre andauern kann. In Spanien
und in den USA haben sich Krankenschwestern bei der Pflege von Ebola-Patienten
angesteckt. Die Angst vor Ansteckung auch bei uns wächst. In Deutschland werden EbolaPatienten, die sich als Helfer in Afrika angesteckt hatten, unter höchsten
Sicherheitsvorkehrungen in speziellen Infektionszentren behandelt und gepflegt. Hier
trainieren Ärzte und Pfleger seit Jahren den richtigen Umgang mit hochinfektiösen
Erkrankungen wie Ebola. Die Stationen sind hermetisch abgeschlossen, auch das Abwasser
wird sterilisiert. Im afrikanischen Krisengebiet fehlt es dagegen an allem, sodass eine
Eindämmung der Seuche vor Ort nur schwer möglich ist. Es gibt mehr Kranke als
Behandlungsplätze, Patienten werden abgewiesen und verbreiten die Viren weiter. Um
diese Situation zu verbessern, werden Personal, Ausrüstung und eine Verbesserung der
Diagnostik dringend vor Ort benötigt. Hierzulande ist die Gefahr einer Verbreitung dagegen
gering, denn selbst wenn ein Ebola-Patient unbemerkt nach Deutschland einreisen und
hier einige Kontaktpersonen anstecken würde, wäre die Infektion innerhalb kürzester Zeit
unter Kontrolle, denn Ebola ist erst ansteckend, wenn die Krankheit ausgebrochen ist. Die
Gefahr einer Ansteckung im Flugzeug oder in der U-Bahn wie bei einer Erkältung oder einer
Grippe ist wesentlich geringer, da das Virus nur über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten
übertragen wird. Um die Epidemie einzudämmen, geht es nun überall auf der Welt darum,
Erkrankte zu finden und sofort zu isolieren. In Deutschland ist die dafür erforderliche
Infrastruktur vorhanden. Langfristig könnten Impfungen schützen, doch hier steht die
Forschung erst am Anfang. Auch wenn weltweit Forscher an verschiedenen Impfstoffen und
Medikamenten arbeiten, erste Tierversuche vielversprechend verliefen und demnächst
auch schon erste Impfstofftests am Menschen anstehen werden noch Monate vergehen bis
die notwendigen Testphasen abgeschlossen sind.
Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Dr. Gerd-Dieter Burchard,
Facharzt für Innere Medizin, Tropenmedizin, Infektiologie
ifi – Institut für interdisziplinäre Medizin
c/o Asklepios Klinik St. Georg, Haus L
Lohmühlenstraße 5, 20099 Hamburg
Tel. (040) 28 40 76 00, Fax (040) 28 40 76 02 22
Internet: www.ifi-medizin.de
Prof. Dr. Stephan Günther, Leiter Abteilung Virologie
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger
Bernhard-Nocht-Straße 74, 20359 Hamburg
Internet: www.bnitm.de
Prof. Dr. Bernhard Ruf, Geschäftsführender Chefarzt
Klinik für Infektiologie, Tropenmedizin und Nephrologie
Klinikum St. Georg gGmbH
Delitzscher Straße 141, 04129 Leipzig
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Internet: www.sanktgeorg.de
Spinnenseide – Wunden und Nerven heilen
Auch wenn Spinnen nicht zu den beliebtesten Tieren gehören: faszinierende Fähigkeiten
haben sie allemal. Die Goldene Radnetzspinne aus Tansania spinnt so starke Netze, dass
die Fischer in ihrem Heimatland damit fischen gehen. Ihre Spinnenseide ist viermal
dehnbarer als Stahl und reißfester als Nylon, bis zu 250 Grad hitzestabil, extrem wasserfest
und wirkt auch noch antibakteriell. Das alles macht die Spinnenseide hochinteressant für
die biomedizinische Forschung. Zwar wissen die Wissenschaftler bereits, aus welchen
Aminosäuren die Spinnenseide besteht – doch was genau für die außerordentlichen
Eigenschaften des Fadens verantwortlich ist, liegt noch im Dunkeln. Zwar lassen sich die
Spinnenseidenproteine auch künstlich herstellen, aber daraus die einzigartigen Fäden
herzustellen gelingt der Technik noch nicht. Im Versuchslabor der Medizinischen
Hochschule Hannover leben rund 100 Weibchen der Goldenen Radnetzspinne. Ein- bis
zweimal pro Woche melken die Wissenschaftler die Spinnen. Dafür ziehen sie ganz
vorsichtig mit einer Pinzette den Seidenfaden aus der Drüse am Hinterleib der Spinne und
wickeln ihn auf einer Spezial-Kurbel auf – etwa 50 Meter pro Spinne. Mit ihm wollen die
Mediziner Nerven heilen und künstliche Haut züchten. Ist ein Nerv durch eine Verletzung
oder einen Tumor durchtrennt worden, Bisher konnten die Mediziner in einem solchen Fall
nur ein künstliches Röhrchen, ein Interponat, einsetzen. Es dient den Nervenzellen als
Leitschiene, die dafür sorgt, dass die Nervenfasern wieder zusammenwachsen und nicht
wild in alle Richtungen. Doch die Interponate aus Kunststoff funktionieren nur über sehr
geringe Distanzen. Die Hannoveraner Wissenschaftler beschichten deshalb ein Blutgefäß
mit der Spinnenseide und setzen es als Interponat an die erkrankte Stelle. Im Tierversuch
mit Schafen gelang es ihnen damit, Distanzen von mehr als sechs Zentimetern zu
überbrücken. Der Spinnenfaden fördert das Zusammenhaften und die Teilung von Zellen,
wird nicht vom Immunsystem abgestoßen und bildet aufgrund seines hohen
Eiweißgehaltes eine gute Matrix für den Zellaufbau. Gelingen auch weitere Versuche,
könnte die Spinnenseide in Zukunft eine gute Alternative bei der Behandlung
ausgedehnter Nervendefekte sein. Auch bei schweren Hautverletzungen braucht die
Medizin dringend Alternativen für die Zucht künstlicher Haut. Mit der Spinnenseide können
die Forscher Lagen bilden, mit denen sie die verschiedenen Zellsorten der Haut bei der
Anzucht so übereinander schichten, wie sie in der natürlichen Haut angeordnet sind. Dafür
umwickeln die Mediziner einen Rahmen mit Spinnenseide und geben darauf ein
Nährmedium mit den unterschiedlichen Hautzellen. Die Zellen vermehren sich sehr gut,
bewegen sich sogar entlang der Spinnenfäden und besiedeln langsam das ganze Netz. Auf
diese Weise hoffen die Forscher, eines Tages gesunde Haut mit all ihren Schichten und
Funktionen wachsen lassen zu können.
Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Dr. Peter M. Vogt, Chefarzt
Prof. Dr. Christine Radtke, Leitende Oberärztin
Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Tel. (0511) 532 88 64, Fax (0511) 532 16 88 64
Internet: www.mhh-phw.de
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Lebensmittelreste – weiter verwenden statt wegwerfen
Nicht alles, was beim Kochen übrig bleibt, ist ein Fall für die Biotonne. Viele
Nahrungsmittelreste lassen sich sinnvoll weiter verwenden. Das gilt vor allem für die
Schalen und Abschnitte von Obst und Gemüse. Sie enthalten viele Vitamine und Nährstoffe
und sind viel zu schade zum Wegschmeißen - vor allem Bio-Früchte und -Gemüse, bei
deren Anbau keine Pestizide verwendet wurden. Auch Fleischabschnitte wie der Fettrand
von Steaks lassen sich oft noch verwenden. So werden aus Gemüse- und Fleischresten zum
Beispiel selbstgemachte Brühwürfel. Die bei der Zubereitung einer Kürbissuppe übrig
gebliebenen Kürbiskerne lassen sich ebenfalls im Ofen trocknen und werden so zu einem
leckeren Snack, der auch noch eine nachgewiesene medizinische Wirkung hat: Kürbiskerne
kräftigen die Blasenmuskulatur und beugen einer gutartigen Prostatavergrößerung vor.
Auch trocken gewordene Weißbrotreste lassen sich noch weiter verwenden: als
Paniermehl. Gerieben und trocken gelagert hält es mehrere Wochen und ist garantiert frei
von bedenklichen Rieselhilfen, die oft in fertigem Paniermehl enthalten sind.
Gemüsefond
Zutaten: Fleischreste wie zum Beispiel Fettränder oder Sehnen vom Rindfleisch,
Gemüsereste von Sellerie, Lauch, Tomate, Karotte oder Petersilienwurzel
Zubereitung: Fleischreste in viel Wasser 30 Minuten kochen. Den Eiweißschaum
abschöpfen. Dann dass Gemüse in gleichgroße Stücke schneiden und 30 Minuten mit dem
Fleisch köcheln lassen. Danach alles durch ein Tuch passieren und in Gläschen oder
Eiswürfel-Behälter abfüllen. Im Kühlschrank ist der Gemüsefond ein bis zwei Wochen
haltbar. Er kann aber immer wieder haltbar gemacht werden: Einfach Fond noch einmal
aufkochen und wieder in ein sauberes Schraubglas abfüllen, abkühlen lassen und zurück in
den Kühlschrank stellen.
Kräuter-Gewürzmischung
Zutaten: Küchenkräuter wie Thymian, Petersilie, Majoran, Streifen von Paprikas, Schalen
von Äpfeln, Reste von Zwiebeln, Knoblauch
Zubereitung: Die Kräuter auf einem Backblech auslegen, Paprikastreifen, Apfelschalen,
Zwiebel-Reste und Knoblauch dazugeben. Die Zutaten bei 30 Grad (Ober- und Unterhitze)
im Backofen über Nacht trocknen lassen. Anschließend im Mörser mehlig reiben. Luftdicht
verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt, hält die Mischung circa ein bis zwei Wochen.
Brotsuppe
Zutaten: Zwiebeln, Knoblauch, Roggenbrot, 1 Apfel, 2 Petersilienwurzeln, Majoran, 1
Lorbeerblatt, Butter, Gemüsefond, Weißwein
Zubereitung: Zwiebeln und Knoblauch klein schneiden. Dann das trockene RoggenmischBrot in Würfel schneiden. Den Apfel und die Petersilienwurzeln ebenfalls in Würfel
schneiden.
Zwiebeln in heißer Butter anschwitzen, Knoblauch dazugeben. Dann Apfelstücke,
Petersilienwurzeln und Brotwürfel dazugeben und anrösten, mit Weißwein ablöschen.
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Zum Schluss großzügig Gemüsefond auffüllen, bis alles bedeckt ist. Lorbeerblatt und
Majoran dazugeben und aufkochen. Dann das Lorbeerblatt wieder herausnehmen und die
Masse pürieren.
Pesto
Zutaten: Basilikumblätter, Rapsöl, Reste von Käse wie z.B. Parmesan, Mandeln, Walnüsse,
Salz
Zubereitung: Basilikum-Blätter im Mixer mit Öl mixen. Käsereste, Mandeln und Walnüsse
dazugeben und nur vorsichtig mixen, damit die Nüsse stückig bleiben. Zum Schluss mit
Salz abschmecken.
Im Kühlschrank aufbewahrt, hält das Pesto etwa fünf Tage. Es kann aber auch
portionsweise eingefroren werden.
Interviewpartner im Beitrag:
Thomas Sampl, Küchenchef
Restaurant VLET
Block N / 1. Boden
Am Sandtorkai 23/24, 20457 Hamburg
Tel. (040) 334 75 37 50
Internet: www.vlet.de
Ratgeber:
Hildegard Möller: Restlos! Clever kochen mit Resten.
144 S.; Franckh Kosmos (2014); € 14,99
Bernadette Wörndl:
Von der Schale bis zum Kern – Vegetarische Rezepte, die aufs Ganze gehen.
208 S.; Brandstätter (2014); € 29,90
Ist Schlaf vor Mitternacht gesünder?
Der Schlaf vor Mitternacht ist der beste und gesündeste - das ist allgemein bekannt. Aber
stimmt das auch? Die alte Volksweisheit stammt aus einer Zeit, als die Menschen zeitgleich
mit den Hühnern ins Bett gingen und um Mitternacht bereits stundenlang schliefen. Doch
diese Zeiten sind lange vorbei. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass für einen
gesunden Schlaf vor allem die Tiefschlafphasen entscheidend sind, in denen sich der
Körper erholt und auch das Gehirn entspannt. Sie treten vor allem in den ersten fünf
Stunden nach dem Einschlafen auf - aber ob das vor oder nach Mitternacht ist, spielt keine
Rolle. Die Tiefschlafphasen wechseln sich mit den Traumphasen ab, in denen das Gehirn
sehr aktiv ist und in Träumen die Geschehnisse des Tages verarbeitet. Auch dass nur
derjenige gut schläft, der durchschläft, ist ein Gerücht: Jeder Mensch wacht in der Nacht
knapp 30 Mal auf. Dieses Aufwachen dauert aber meist nicht länger als eine Minute und am
nächsten Morgen ist es längst vergessen. Daneben gibt es noch ein weiteres
Schlafmärchen: Ältere Menschen brauchen nämlich nicht weniger Schlaf. Aber das
Schlafverhalten ändert sich mit den Jahren. Neugeborene brauchen 20 Stunden Schlaf pro
Tag, Kinder schon deutlich weniger. Nach der Pubertät ändert sich nichts mehr an der
Schlafdauer. Im Alter steigt die Tagesmüdigkeit wieder an, viele erholen sich deshalb bei
einem Mittagsschläfchen. Wer nachts Schlafstörungen hat, sollte aber besser darauf
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verzichten. Wie viel Schlaf ein Mensch benötigt, ist ganz unterschiedlich. Manche sind erst
nach neun Stunden Schlaf wieder fit, andere bereits nach fünf Stunden. Rein statistisch
liegt die ideale Schlafdauer bei sieben Stunden. Viel wichtiger ist indes die Qualität des
Schlafes.
Abenteuer Diagnose – Herpes-Enzephalitis
Herpes-simplex-Viren (HSV) sind als Erreger der schon von Hippokrates
beschriebenen „Bläschenkrankheit“ an Lippen und Genitalien bekannt. In seltenen
Fällen, vor allem bei Menschen mit geschwächter Abwehr, können sie auch
lebensbedrohende Erkrankungen wie eine HSV-Sepsis oder eine Hirnentzündung
(HSV-Enzephalitis) verursachen. Die Herpes-Viren gelangen meist über die Nase in
den menschlichen Körper und wandern über die Riechschleimhaut und den
Riechnerven zunächst ins Frontalhirn, von wo aus sie sich weiter verbreiten. Die
Erkrankung beginnt mit grippeähnlichen Symptomen und Schwindel, nach einigen
Tagen tritt hohes Fieber auf. Hinzu kommen extreme Schwäche und Müdigkeit,
Sprach- und Gedächtnisstörungen, Desorientiertheit und Bewusstseinstrübung.
Mitunter kommt es auch zu epileptischen Anfällen. Um die Diagnose sicher stellen
zu können, entnehmen die Ärzte Nervenwasser (Liquor) aus dem
Rückenmarkskanal, das im Labor auf Entzündungszeichen und Viren untersucht
wird. Daneben führen sie eine Computer- oder eine Kernspintomographie durch
und zeichnen die Hirnstromkurven (EEG) auf. Bei Verdacht auf eine Herpes-simplexEnzephalitis wird sofort das Medikament Aciclovir verabreicht, um keine Zeit zu
verlieren, bis die Diagnose vorliegt. Ohne Behandlung versterben vier von fünf
Patienten an einer HSV-Enzephalitis. Selbst mit der richtigen Therapie überlebt
jeder fünfte Betroffene die Erkrankung nicht, jeder dritte leidet unter
neurologischen Folgen wie Lähmungen.
Interviewpartner im Beitrag:
Prof. Dr. Stefan Jäckle
Ärztlicher Direktor und Chefarzt Medizinische Klinik
Dr. André Schröder, Assistenzarzt Medizinische Klinik
Dr. Werner Günther, Neurologe, Ärztlicher Leiter Stroke Unit
Prof. Dr. Gerrit Krupski-Berdien, Chefarzt Radiologie
Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift GmbH
Hamburger Straße 41, 21465 Reinbek
Tel. (040) 72 80 34 00, Fax (040) 72 80 24 30
Internet: www.krankenhaus-reinbek.de
Hinweis: Die Redaktion erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit der angegebenen
Adressen und Buchhinweise.
Impressum:
NDR Fernsehen
Redaktion Medizin
Hugh-Greene-Weg 1
22529 Hamburg
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Fax (040) 4156-7459
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