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Die Seite Drei
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Meinung
Deutsche Dschihadisten:
Wie man sie
entradikalisieren kann
4
Panorama
Immer weniger Mädchen in Ägypten
werden beschnitten. Zu Besuch bei
einem Aufklärungsseminar
9
Wissen
Lebensmittel, die man noch
essen könnte, landen
oft in Biogasanlagen
22
Wirtschaft
Die Übernahme von Tengelmann
durch Edeka ängstigt
viele Mitarbeiter
27
70. JAHRGANG / 41. WOCHE / NR. 234 / 2,60 EURO
Merkel ermahnt
Chinas Führung
Ein unerfüllter Traum
Kanzlerin fordert von Peking
Dialogbereitschaft in Hongkong
Viele Paare wünschen sich ein Baby – vergeblich.
Und in Deutschland sind die Vorschriften
für eine künstliche Befruchtung besonders restriktiv.
Über legale, halb legale und illegale Wege zum Kind.
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel
setzt in Hongkong auf eine friedliche Lösung im Konflikt zwischen Regierung und
Protestbewegung. Sie hoffe, dass man in einem „freien Meinungsaustausch dann
auch Lösungen findet, die die Bevölkerung
in Hongkong zufriedenstellen“, sagte sie
am Freitag nach den deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen bei einem Auftritt mit Chinas Ministerpräsident
Li Keqiang in Berlin. Li betonte, die chinesische Regierung werde „die legitimen Interessen aller ausländischen Investoren in
Hongkong, einschließlich der deutschen
Investoren, rechtmäßig schützen“. Es habe
keine Veränderung der Leitlinie „Ein Land
– zwei Systeme“ gegeben, die ein hohes
Maß an Autonomie für Hongkong vorsieht,
und das werde auch so bleiben.
Die deutsche und die chinesische Regierung vereinbarten bei ihren dritten Regierungskonsultationen eine engere Kooperation in Forschung, Gesundheit, Urbanisierung, Landwirtschaft, Ernährung und umweltfreundlicher Technik. Außerdem wurden neun Wirtschaftsabkommen unterzeichnet, unter anderem bestellte China
70 Airbus-Flugzeuge vom Typ A320. Insgesamt sollten bei dem deutsch-chinesischen Treffen am Freitag etwa 30 Wirtschaftsverträge mit einem Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro geschlossen
werden. sz
Seiten 2 und 4
SZ Wochenende
FOTO: GALLERY SOCK/CULTURA
(SZ) Neben vielen anderen rühmlichen
Eigenschaften ist Patrick Modiano der Nobelpreis für Literatur auch deshalb zugesprochen worden, weil seine Bücher für
den Leser verständlich seien. Für Fachfremde mag das so klingen, als ehre man
das Wirtshaus zum Zechbecher dafür, dass
es Bier und Bommerlunder im Ausschank
bereithält. Wer so denkt, versteht aber einen gewissen Typus von Kulturschaffenden nicht. Sie wollen gar nicht verstanden
werden. Der Nichtverstehende soll gar
nicht erst auf die Idee kommen, er könnte
die Tiefe ihrer Gedanken jemals ermessen.
Nur so sind Bücher verständlich, die keine
erkennbare Handlung besitzen, Kunsthallen, in deren weiten Fluren sich drei oder
vier nachlässig arrangierte Neonröhren
verlieren oder Theaterstücke, deren Darsteller über Stunden herumschreien und
dabei nichts tragen oder Nazimäntel oder
nichts unter Nazimänteln.
Ewig Unverstandene sind eine Elite. Gerade dass man sie nicht begreift, belegt
doch, wie schwer die herrschenden Verhältnisse und das System auf Gesellschaft und
Kultur lasten. Der Unverstandene darf sodann in seinen Kreisen „die Wiederbesetzung diskursiver Räume“ fordern oder das
Schwinden der „legitimatorischen Ressourcen sozialer Demokratie“ beklagen. In
der Regel bedeutet das, dass er mehr Geld
will oder gekränkt ist, weil keiner seine Installation mit eingeschmolzenen Plastikfröschen sehen will. Das führt uns zum
Frankfurter Museum für Kommunikation
und der Preisfrage für dieses Wochenende.
Wovon ist im Folgenden die Rede?
Die neue Ausstellung widmet sich einem Gegenstand, der laut Museum „immer im diskursiven Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur, Privatheit und Öffentlichkeit steht“. Ein Hut? Ach, die trägt
doch keiner mehr. Ein Jagdgewehr? Da
gibt es jetzt jede Menge diskursiver Spannungsfelder zwischen den Förstern, die
durch die Natur streunende Katzen erschießen, und den Katzenfreunden, die ihnen
das aufgrund eines anderen kulturellen
Verständnisses von Schwester Katze verbieten wollen, egal ob in Privatheit oder Öffentlichkeit. Wieder falsch. Noch ein Hinweis: Was wird bedeckt von besagtem Gegenstand und „birgt und sprengt Bedeutungen, Affekte und Vorstellungen des
Mütterlichen, des Nährenden,des Nationalen, des Sexuellen“ (Flyer zur Ausstellung).
Bitte, das wird jetzt nicht schlüpfrig hier,
zu diesem Thema wird eine Vertreterin des
„Cornelia Goethe Zentrums für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse“ in ihrem Gastvortrag das Notwendige vorbringen. Vielleicht ist das Rätsel doch zu schwer. Also: Die Ausstellung
zeigt Büstenhalter. Der BH, so lassen ihre
Macher mitteilen, sei in unserer von politischen und kulturellen Umbrüchen gekennzeichneten Zeit nämlich ein „Kommunikationsmedium“. Darunter möge nun jeder
verstehen, was er möchte.
MÜNCHEN, SAMSTAG/SONNTAG, 11./12. OKTOBER 2014
UN-Gesandter warnt vor
Blutbad in Kobanê
Höchste Ehre für eine Unerschrockene
Die 17-jährige Malala Yousafzai aus Pakistan erhält den Friedensnobelpreis, zusammen mit dem
Inder Kailash Satyarthi. Sie ließ sich in ihrem Bildungsstreben selbst von den Taliban nicht einschüchtern
von tobias matern
München – Der Friedensnobelpreis wird
in diesem Jahr an zwei Aktivisten für Kinderrechte vergeben. Die symbolträchtige
Entscheidung des Preiskomitees in Oslo
lenkt die Aufmerksamkeit auf schwere
Miseren im Umgang mit Kindern in der
ganzen Welt: die Arbeit von Minderjährigen und die Gewalt an Kindern.
Besondere Faszination gewinnt die Entscheidung durch die Auszeichnung der
erst 17 Jahre alten Malala Yousafzai. Nie
war ein Friedensnobelpreisträger jünger.
Die pakistanische Aktivistin hat mit ihrem
Schicksal weltweit eine Kampagne zum
Schutz von Kindern und besonders dem
Recht auf Schulbildung für Mädchen ausgelöst. Der zweite Preisträger, der Inder
Kailash Satyarthi, kämpft gegen Kinderarbeit und den Handel mit Kindern.
Pakistans Premierminister Nawaz Sharif gratulierte am Freitag begeistert der ersten Friedensnobelpreisträgerin des Landes aller Zeiten. Der private Fernsehsender Geo TV berichtete, dass die Menschen
im Heimatort auf den Straßen feierten.
Malala, wie die Teenagerin in aller Welt
nur genannt wird, wurde 2012 bei einem
Mordanschlag der Taliban in den Kopf geschossen. Die Taliban wollten damit ein abschreckendes Exempel gegen den Schulbesuch von Mädchen statuieren. Seitdem bewegt Malalas Schicksal Millionen Menschen. Ihr mutiges Eintreten gegen die Taliban hält aber auch der politischen Klasse
in Pakistan den Spiegel vor, die kein Mittel
gegen die Islamisten findet. Regierungschef Sharif etwa verfolgt eine Strategie, die
schon mehrmals gescheitert ist: Während
er sich um Verhandlungen mit den Taliban
bemüht, lässt er das Militär mit gezielten
Schlägen in der Grenzregion zu Afghanis-
tan vorgehen. Eine Debatte über die gesellschaftliche Ausgrenzung aus dem Wertesystem der muslimischen Nation führt er
hingegen nicht.
Malala stellt ihrem Land genau diese
Frage: Wenn ich, ein Mädchen aus dem unterentwickelten Swat-Tal, mir von den Taliban nicht den Mund verbieten lasse, warum schafft das die Gesellschaft nicht? Die
Taliban lenken den Diskurs im „Land der
Reinen“ entscheidend. Der Spielraum für
demokratische Denker ist in den vergangenen Jahren deutlich kleiner geworden.
Auch wenn der Friedensnobelpreis dem
Land Euphorie gibt, kann die Stimmung
nicht darüber hinwegtäuschen, dass Pakis-
tan ein gespaltenes Verhältnis zu der Kinderrechts-Ikone pflegt. Einerseits ist der
Stolz einer geschundenen Nation grenzenlos, dass eine Pakistanerin weltweit derart
geachtet ist. Andererseits wird Malala vorgeworfen, sie lasse Pakistan in schlechtem
Licht erscheinen. „Es gibt große Bemühungen in diesem Land, Hass gegen sie zu
streuen“, sagte die pakistanische Politikerin Bushra Gohar der Süddeutschen Zeitung. In sozialen Netzwerken, einem Teil
der Medien und befeuert von Pro-TalibanParteien habe es schon lange „konzertierte
Hass-Aktionen“ gegen Malala gegeben.
Malala lebt seit dem Attentat mit ihrer
Familie in Großbritannien. Dort hat sie
Zwei Gewinner, eine politische Botschaft: Die Pakistanerin Malala
Yousafzai und der Inder Kailash Satyarthi sind Vertreter
eigentlich verfeindeter Staaten. FOTO: F. SOLTAN/CORBIS, C. ALLEGRI/REUTERS
sich erholt und besucht eine Schule. Gleichzeitig hat sie sich auf die weltweite Vermarktung ihrer Person eingelassen, was
ihr Auftritte vor den Vereinten Nationen,
im Weißen Haus in Washington und einen
wahren Preisregen in Europa einbrachte.
Der indische Preisträger, Kailash Satyarthi, genießt nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie Malala, auch wenn er schon seit
den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts
mit spektakulären Aktionen auf Kindersklaven in Fabriken und in der Landwirtschaft aufmerksam macht. Das NobelKomitee stellte Satyarthi in die Tradition
des indischen Unabhängigkeits-Anführers
Mahatma Gandhi.
Satyarthi, 60, gründete eine Kinderhilfsmission und rief den „Weltmarsch gegen
Kinderarbeit“ ins Leben. Seine Bewegung
machte mit Aktionen auf Farmen, in Fabriken oder Teppichwebereien auf sich aufmerksam. Kinder aus untersten Schichten
und ärmsten Familien werden häufig von
ihren Eltern als Arbeitssklaven verkauft.
„Kleine Kinder im Alter von sechs, sieben
und älter werden gezwungen, 14 oder
mehr Stunden am Tag zu arbeiten, ohne
Pause oder einen freien Tag“, beschreibt er
die Lebensbedingungen der minderjährigen Sklaven in einer Stellungnahme.
„Wenn sie weinend nach ihren Eltern fragen, werden sie verprügelt.“ Nach Schätzungen indischer Organisationen arbeiten
in dem südasiatischen Land 60 Millionen
Jungen und Mädchen.
Der Preisentscheidung wohnt auch eine
politische Botschaft inne: Bewusst wurden
zwei Vertreter eigentlich verfeindeter Länder ausgezeichnet. Das Nobelpreis-Komitee hatte angesichts der kriegerischen
Lage in vielen Weltgegenden offenbar
diskutiert, den Preis überhaupt nicht zu
vergeben.
Seiten 4 und 5
Istanbul – Die Kurden in dem seit Wochen
umkämpften nordsyrischen Ort Kobanê
haben einen schweren Rückschlag erlitten. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS)
habe das Hauptquartier der Kurden in der
Stadt erobert und schneide zudem einen
wichtigen Versorgungsweg in die Türkei
ab, meldeten syrische Menschenrechtler
am Freitag. Der Syrien-Gesandte der UN
warnte vor einem Blutbad. csc Seite 8
Frankfurter Salafist war
bei Kämpfen dabei
Frankfurt/Main – Im ersten deutschen
Prozess gegen ein mutmaßliches IS-Mitglied hat der Angeklagte gestanden, an
Kämpfen in Syrien teilgenommen und den
Treueeid auf die Terrormiliz geleistet zu
haben. Er habe sich „gegen die Unterdrückung dort“ stellen wollen, heißt es in
einer Erklärung des 20-Jährigen, die sein
Anwalt verlas. dpa
Seite 5
Ukip erringt ersten Sitz
im britischen Parlament
London – Die EU-kritische Partei Ukip hat
erstmals einen Sitz im britischen Parlament errungen. Douglas Carswell setzte
sich im Badeort Clacton mit 60 Prozent der
Stimmen gegen die Kandidaten der etablierten Parteien, Tories und Labour,
durch. Das Ergebnis ist ein Schlag für Premier David Cameron, der um seine Wiederwahl 2015 fürchten muss. sz
Seite 4
Kinderarmut
wächst wieder
München – In Deutschland nimmt die
Zahl der armen Kinder wieder zu. Im Mai
2014 lebten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 15,7 Prozent von
Hartz IV, insgesamt 1,64 Millionen. Einer
Untersuchung des DGB zufolge sind
642 000 davon seit mehr als vier Jahren
auf Hartz IV angewiesen. sz
Seite 6
Sport
Die neuen Stadien: Kathedralen
oder weiße Elefanten?
Ein Architektur-Gespräch
33
Medien, TV-/ Radioprogramm
Forum & Leserbriefe
München · Bayern
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4 190655 802602
Heiko Maas will durchgreifen. Kürzlich
kündigte der Justizminister von der SPD
an, er wolle die Banken per Gesetz dazu
zwingen, die Höhe ihrer Dispozinsen zu
veröffentlichen. Verbraucher sollen künftig gewarnt werden, bevor plötzlich Zinsbelastungen von bis zu 14 Prozent auf sie
zukommen, wenn sie ihr Konto überziehen. Zumal in Zeiten, da die Institute ja
umgekehrt für die Spareinlagen ihrer
Kunden nur mickrige Beträge zahlen.
Nur wirkt Maas’ Initiative weniger
überzeugend, wenn man weiß, dass auch
der Staat in Sachen Zinsen mit zweierlei
Maß misst. Denn was der Staat mit seinen
säumigen Steuerzahlern macht, kommt
dem Dispo-Gebaren der Banken durchaus nahe. Sechs Prozent Strafzinsen verlangt der Fiskus, wenn das Geld nicht
rechtzeitig bei ihm eingeht. Und das ist eine lukrative Einnahmequelle für den
Staat: Gut 4,9 Milliarden Euro flossen aufgrund solcher üppigen Zinsforderungen
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Sechs Prozent auf alles
Der Staat geißelt die Zinspolitik der Banken – langt aber selbst zu
seit dem Finanzkrisenjahr 2009 in die
Kassen von Bund, Ländern und Kommunen. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage
des Linken-Finanzpolitikers Richard Pitterle hervor, die der SZ vorliegt. Allein im
vergangenen Jahr kassierte der Staat
1,29 Milliarden Euro, größtenteils durch
Nachforderungen aus der Körperschaftsteuer. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 waren es nur 791 Millionen. Bereits davon abgezogen sind die Zinsen, die der Fiskus
auszahlen musste, weil er selbst zum säumigen Zahler wurde. Denn so fair ist der
Staat immerhin – er zahlt ebenfalls sechs
Prozent, wenn er dem Steuerzahler zu lange etwas schuldig bleibt. Das passiert
allerdings deutlich seltener.
Umgekehrt kann, wer dem Bund Geld
leiht, von solchen Zinssätzen nur träumen. Nach Angaben der Finanzagentur
gilt für einen zweijährigen Schatzbrief
derzeit eine Festverzinsung von 0,0 Prozent. Selbst wer sein Geld für ganze zehn
Jahre dem Bund überlässt, kann aus der
festverzinslichen Bundesanleihe nur mit
einem Prozent Rendite im Jahr rechnen.
Ist das also nicht dieselbe Methode, die
man von den Banken kennt?
Im Bundesfinanzministerium mag
man den unschmeichelhaften Vergleich
nicht gelten lassen: Der staatliche Zinssatz orientiere sich nicht nur am mickrigen Anlagezinssatz. Sondern auch an Festzinskrediten und – Heiko Maas dürfte verblüfft sein – Dispokrediten, die höher ver-
zinst würden, argumentiert der parlamentarische Staatssekretär Michael Meister
(CDU). Der feste Zinssatz von sechs Prozent habe sich bewährt, zumal der Staat
auf Zinseszinsen verzichte. Würde man einen schwankenden Zinssatz einführen, ergäbe sich ein zusätzlicher Aufwand, weil
man dann immer ermitteln müsste, welcher Zinssatz für welchen Zeitraum galt.
Der Berliner Steuerprofessor Frank
Hechtner hingegen stellt infrage, ob die
staatlichen sechs Prozent angesichts des
niedrigen Zinsniveaus am Markt noch angemessen seien. „Am festen Zinssatz sollte festgehalten werden, die Höhe aber
nach unten angepasst werden“, sagte er.
Auch der Linken-Politiker Pitterle zweifelt, ob dieser Ansatz des Staates noch fair
sei. Die Regierung ignoriere die Rechtsauffassung des Bundesfinanzhofs. „Dieser hat die derzeitige Zinshöhe ausdrücklich nur bis zum März 2011 geprüft und
für rechtens erklärt.“ guido bohsem
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22°/ 6°
▼
NACHTS
Zunächst zwischen dem Südwesten und
dem Nordosten etwas Regen. Örtlich sind
auch Gewitter möglich. Bis zum Abend
gibt es dann auch im Westen, Nordwesten
und an den Alpen gebietsweise Schauer.
14 bis 22 Grad.
Seite 21
Die SZ gibt es als App für Tablet
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