close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Freiheit. Gleichwertigkeit. Grundeinkommen. JETZT?

EinbettenHerunterladen
34
Schwerpunkt: Neue Formen des Wirtschaftens
Tattva Viveka 62
Uschi Bauer
Freiheit.
Gleichwertigkeit.
Grundeinkommen.
– JETZT?
»Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.«
Victor Hugo
In ihrem engagierten Plädoyer für das bedingungslose Grundeinkommen fordert Uschi Bauer eine
radikale Reformierung des derzeitigen Arbeits- und Verdienstsystems, die auf der Idee der Entkopplung von Einkommen und Erwerbstätigkeit beruht. Sie ist überzeugt davon, dass erst der von
Existenzangst und vom Zwang zur Arbeit befreite Mensch sein ganzes Potential entfalten und sich
mit seiner selbstgewählten Tätigkeit sinn- und liebevoll in die Gesellschaft einbringen kann.
»W
enn der Wind des
Wandels weht, bauen die einen Mauern
und die anderen Windmühlen.« Sagt ein
chinesisches Sprichwort. Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist der
nächste logische Schritt in der gesellschaftlichen Entwicklung. Sagen BGEAktivist_innen auf der ganzen Welt. Die
Frage ist nur, wann wir kollektiv bereit
sind für den (Bewusstseins-)Sprung in die
totale Freiheit.
Denn das ist das bedingungslose
Grundeinkommen ohne jeden Zweifel:
die Befreiung aus der selbstverschuldeten
Unmündigkeit und der Beginn eines
neuen Miteinanders und Füreinanders.
Sapere aude: Die Werte der französischen
Revolution könnten endlich Wirklichkeit
werden – angepasst an die Anforderungen
des 21. Jahrhunderts. Bereits im Jahre
1516 zeichnete omas Morus in seinem
Roman ›Utopia‹ das Bild einer idealen Gesellschaft, deren Basis ein Lebensunterhalt
für alle ist.
»Indessen ... scheint mir – um es offen
zu sagen, was ich denke – in der Tat so,
dass es überall da, wo es Privateigentum
gibt, wo alle alles nach dem Wert des Geldes messen, kaum jemals möglich sein
wird, gerechte oder erfolgreiche Politik zu
35
Freiheit. Gleichwertigkeit. Grundeinkommen.
»Auch DU kannst
ein Jahr Grundeinkommen gewinnen! Ein Jahr
lang monatlich
1.000 € erhalten. Ohne Bedingungen.«
(mein-grundeinkommen.de)
© Carlos Spottorno
Tattva Viveka 62
Generation
Grundeinkommen: »Wir führen
das BGE ein.«
(generation.grund
einkommen.ch)
»A basic income
is an income unconditionally
granted to all on
an individual
basis, without
means test or
work requirement.« (basic
income.org)
36
Schwerpunkt: Neue Formen des Wirtschaftens
Unmündigkeit ist das Unvermögen,
sich seines Verstandes ohne Leitung
eines andern zu bedienen.
treiben, es sei denn, man wäre der Ansicht, dass es dort gerecht zugehe, wo
immer das Beste den Schlechtesten zufällt,
oder glücklich, wo alles an ganz wenige
verteilt wird und auch diese nicht in jeder
Beziehung gut gestellt sind, die übrigen jedoch ganz übel... Wenn ich das, wie gesagt, bedenke, werde ich dem Platon
besser gerecht und wundere mich weniger,
dass er es verschmäht hat, solchen Leuten
überhaupt noch Gesetze zu geben, die die
gleichmäßige Verteilung aller Güter ablehnten.« omas Morus, 1516
Heute stehen wir an einem Punkt in
der Menschheitsgeschichte, der herausfordernder nicht sein könnte. Die Welt ist
völlig aus den Fugen. Das kapitalistische
System – Zinseffekt, Geldschöpfung aus
dem Nichts, immanenter Wachstumszwang – macht Mensch und Erde krank,
beutet menschliche Arbeitskraft ebenso
aus wie planetare Ressourcen und verstärkt das Ungleichgewicht unaufhörlich.
Denn die Ansammlung stetig wachsenden
Vermögens in den Händen weniger impliziert Macht über die Vielen. Um uns
aus dieser immer bedrohlicher werdenden
Tattva Viveka 62
Direkte digitale Demokratie auf dem Vormarsch.(governe-se.com)
Abwärtsspirale zu befreien, braucht es eine
Revolution des Bewusstseins. Welt vom
Kopf auf die Füße gestellt? Logisch – mit
gesundem Menschenverstand!
»Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das
Unvermögen, sich seines Verstandes ohne
Leitung eines andern zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn
die Ursache derselben nicht aus Mangel
des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner
ohne Leitung eines andern zu bedienen.
›Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!‹ ist also der
Wahlspruch der Aufklärung.« Immanuel
Kant, 1784
Die Entwicklung des Bewusstseins ist
eine Reise durch die dunkelsten Tiefen
hin zu den hellsten Höhen des menschlichen Seins. Die Dualität möchte in ihrer
ganzen Bandbreite erfahren werden – um
letztlich die Polarität zu überwinden.
Dazu müssen wir uns aus Gedankengefängnissen befreien. Den Horizont erweitern. Alte Glaubenssätze aufbrechen.
Der Omnibus für
direkte Demokratie fährt seit
1987 quer durch
Deutschland um
mit Menschen
über die direkte
Demokratie
durch Volksabstimmung zu
sprechen. (omnibus.org)
Einer der ältesten aus der Bibel lautet:
»Wer nicht arbeiten will, der soll auch
nicht essen.« Die Wahrheit sieht anders
aus – das Gegenteil ist in unserer heutigen
arbeitsteiligen Welt der Fall, die längst
nicht mehr genug bezahlte Arbeit für alle
hat: Wer nicht isst, kann nicht arbeiten.
Mit dieser neuen Sichtweise können wir
praktisch jeden gesellschaftlichen Bereich
betrachten – und dadurch zu völlig neuen
Erkenntnissen gelangen. Durch den
Bauch denken, mit dem Kopf fühlen, aus
dem Herzen handeln.
»Wir sind keine Menschen, die eine
spirituelle Erfahrung machen, sondern wir
sind spirituelle Wesen, die erfahren,
Mensch zu sein.« Pierre Teilhard de Chardin, 1940
Immer mehr Menschen erweitern ihre
Wahrnehmungsfähigkeit und sind sich
der tiefen Verbundenheit bewusst, die das
Ende jeglicher Spaltungsabsichten bedeutet. Das uralte Herrschaftsprinzip ›Teile
und herrsche‹ greift dann schlicht nicht
mehr – ›Divide et Impera‹ führt sich selbst
ad absurdum. Aufklärung heißt das Zauberwort. Wann schaffen wir es, unseren
Mitmenschen klarzumachen, dass das
BGE ein Menschenrecht ist und sich nur
auf diesem angstfreien Grund und Boden
eine emanzipierte Gesellschaft entwickeln
kann? Wir dürfen gespannt sein, wann der
100. Affe am Horizont auftaucht. Das morphogenetische Feld, erforscht von Rupert
Sheldrake, liefert uns die Antwort – in den
Worten von Lyall Watson: »Wenn nur
genug von uns etwas für wahr halten, dann
wird es für alle wahr.«
Fakt ist: Es ist genug für alle da. Die
doppelte Menschheit könnte mit Nahrungsmitteln versorgt werden, wenn wir
weniger verschwenden, weniger Fleisch
essen und uns anders fortbewegen würden: 46% Getreide wird gegessen, 34% an
Tattva Viveka 62
Freiheit. Gleichwertigkeit. Grundeinkommen.
37
Wir regieren uns
selbst.
(governe-se.com)
Gemeinsam
sichtbar Zeichen
setzen für eine
bessere Welt.
(facebook.com/
events/1822937
78635013)
Das Netzwerk Grundeinkommen wurde 2004
gegründet. (grundeinkommen.de)
Tiere verfüttert, 20% ist Biosprit und
Schmierstoff. Wenn sich nur 10% der
Menschheit dem Anbau von Nahrungsmitteln widmen würden, könnten wir uns
unabhängig machen von ungesund mächtigen Lebensmittelkonzernen. Geld gibt es
wie Sand am Meer – nur landet es in wenigen Kanälen und oft genug da, wo es
nichts bewirken kann, sondern nur gehortet wird: Offshore-Leaks lassen grüßen
aus den globalen Steuerparadiesen. Und
Weltkonzerne, die alle von unseren Politikern genehmigten Steuerschlupflöcher
nutzen, statt das Gemeinwohl mitzufinanzieren, sind nur ein weiteres Indiz
dafür, dass unsere Volksvertreter schon
lange nicht mehr unser Wohl im Sinn
haben – sondern sich ebenso wie die Global Player die Taschen voll machen wollen. Von den Banken, die mit unseren
Steuergeldern gerettet werden, wenn sie
sich im Profitrausch mal wieder verzockt
haben, ganz zu schweigen.
Im Übrigen leben wir natürlich nicht
vom Geld, sondern von Gütern und
Dienstleistungen – auch davon erbringen
Das Ganze ist
mehr als die
Summe seiner
Teile – und die
Kraft der Vielen
verändert alles:
›Totale Freiheit‹ –
ein BGE-Filmprojekt aus Kalifornien, das durch
Crowdfunding
zustande kommt.
(treemedia.com/
#!total-freedom)
Eine mögliche Welt ist anders – eine andere Welt ist möglich.
wir mehr als genug. Und doch drehen wir
uns im Hamsterrad, als gäbe es keinen
Ausweg. Warum halten wir an der 40Stunden-Woche fest, wenn das bestehende
Versorgungsniveau mit 4 Stunden Arbeit
pro Tag gehalten werden kann, sobald sie
auf alle verteilt wird? Stattdessen rackern
sich manche zu Tode, während andere
unter Arbeitslosigkeit leiden. Darüber hinaus nehmen uns immer mehr Maschinen
die Arbeit ab – schon lange gibt es nicht
mehr genug Jobs, von denen wir in Würde
leben können. Das Märchen von der Vollbeschäftigung propagieren Verantwortliche in Politik, Konzernen und Finanzwesen, die vom momentanen System profitieren. Und es damit zementieren. Unsere
Aufgabe besteht darin, die größeren Zusammenhänge zu erkennen – the bigger
picture –, stets wach zu fragen ›cui bono?‹
– ›Wem nützt es?‹ und im Übrigen bewusst gegenzusteuern. Eine mögliche Welt
ist anders – eine andere Welt ist möglich.
Wenn wir viele und uns einig sind.
Keine Frage: Die repräsentative Demokratie ist ein Auslaufmodell. Einige wenige treffen Entscheidungen, die einigen
wenigen zugutekommen. Es ist an der
Zeit, dass wir selbst die Verantwortung für
das Gemeinwohl übernehmen und gemeinsam eine Gesellschaft gestalten, die
allen gut tut. Eine lebenswerte Zukunft
durch freie Entscheidungen freier Bürger.
Das bedingungslose Grundeinkommen
und echte Bürgerdemokratie bilden dafür
die Basis – ganz souverän, der Souverän!
Echte Demokratie? Die ist direkt und
digital. Wir regieren uns selbst. In Brasi-
38
Schwerpunkt: Neue Formen des Wirtschaftens
Es ist an der Zeit, den Begriff der Erwerbsarbeit
neu zu definieren und den Weg frei zu machen für eine aktive
Kulturgesellschaft.
lien machen sich dafür Bruna Augusto
und ihr Mann Marcus Vinicius Brancaglione stark, die im Oktober 2008 auch
das BGE-Pilotprojekt BIG Quatinga
Velho aufgegleist haben und mit ihrer
NGO (Nichtregierungsorganisation) ReCivitas gesellschaftliche Veränderungen
durch bürgerschaftliches Engagement auf
vielen Ebenen ermöglichen.
Die Bedürfnisse ähneln sich, überall auf
der Erde. Aktuelle Umfragen ergeben, dass
auch in Deutschland ein Großteil der Bevölkerung den bundesweiten Volksentscheid will. Der Wunsch nach Mitbestimmung und Mitgestaltung nimmt permanent zu. Miteinander Wesentliches bewegen – gemeinsam schreiben wir einen neuen
Gesellschaftsvertrag mit tragenden Säulen:
Grundeinkommen
• Bedingungsloses
via Volksentscheid
• Geldsystemreform
und Gesund• Gemeinwohlökonomie
heitsparlament
Bildungsrevolution
• Energie
in Bürgerhand – Wasser ist ein
• Menschenrecht
Ganz souverän,
der Souverän!
(kroenungswelle.net)
Tattva Viveka 62
Der Vorbereitungsprozess der
European Citizens Intitiative
begann im April
2012 mit einem
ersten Treffen,
das im Europäischen Parlament
in Brüssel organisiert wurde.
(ubie.org)
liche Teilhabe ermöglichen,
Arbeitsbegriff – aktive Kultur• Neuer
gesellschaft
einen
individuellen Rechtsanspruch
• darstellen
BGE
als
Demokratiepauschale
und
sowie
• echte Bürgerdemokratie via Internetohne
Bedürftigkeitsprüfung
• ohne Zwang zu Arbeit oderund
parlament
anderen
• Gegenleistungen garantiert werden.«
Tatsächlich ist seit geraumer Zeit ein
tiefgreifender Wertewandel im Gange –
die globale Gesellschaft ist im Begriff, sich
nachhaltig zu verändern. Ungleichgewicht
ruft nach Ausgleich – insbesondere die Arbeitswelt wandelt sich fundamental. Es ist
an der Zeit, den Begriff der Erwerbsarbeit
neu zu definieren und den Weg frei zu
machen für eine aktive Kulturgesellschaft.
Mutige Menschen und Visionäre spielen
bei diesem Wandel eine wegweisende
Rolle. Die Wertschätzungsgesellschaft
bahnt sich ihren Weg.
Die Utopie von heute ist die Realität
von morgen. Wie sieht sie aus? Das deutsche Netzwerk Grundeinkommen formuliert kurz und knackig: »Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, das eine politische Gemeinschaft bedingungslos
jedem ihrer Mitglieder gewährt. Es soll
die Existenz sichern und gesellschaft-
•
Die europäische BGE-Bürgerinitiative
›Basic Income Europe‹ sagt: »Bedingungsloses Grundeinkommen ist nicht links
oder rechts. Es ist vorwärts.« Und das
Netzwerk BIEN – gegründet 1986 als
Basic Income European Network und
2004 erweitert auf die ganze Welt – preist
die innovativen Kräfte des BGE so:
»Freiheit, Gleichheit, Effizienz und Gemeinschaft, gemeinsame Eigentümerschaft der Erde und gleiche Verteilung der
Vorteile des technischen Prozesses, Flexibilität des Arbeitsmarktes und die Würde
der Armen, der Kampf gegen inhumane
Arbeitsbedingungen, gegen die Wüstenbildung auf dem Land und gegen interregionale Ungleichheiten, die Lebensfähigkeit von Kooperativen, die Förderung der
Erwachsenenbildung und Autonomie von
Vorgesetzten, Ehemännern und Bürokraten – all diese Schwerpunkte wurden in
diesem Zusammenhang geltend gemacht.«
Das bedingungslose Grundeinkommen
ist vielmehr ein zutiefst menschliches als
ein explizit politisches Anliegen. Dennoch
widerspricht es unserem Selbstverständnis
als Souverän, seine Einführung in die
Hände von Eliten der Legislative und Exekutive zu legen. Der Paradigmenwechsel
geht uns alle an – und wir brauchen die
Möglichkeit, uns die bedingungslose Sicherung der Existenz gegenseitig zuzugestehen. Einfach weil wir Mensch sind.
Weil jeder mit einem einzigartigen Talent
auf dieser Welt ist und dieses auch in die
Gemeinschaft einbringen möchte. Erst
Tattva Viveka 62
39
Freiheit. Gleichwertigkeit. Grundeinkommen.
»Das Grundeinkommen
ist die Ermächtigung
zur Selbstermächtigung.«
(bge-inter aktiv.de)
dann wird das große Gesellschaftsgemälde
bunt und lebendig – wenn nicht, bleiben
wir unter unseren Möglichkeiten. Das
geht nur via Volksabstimmung.
In der Schweiz, die von allen Demokratien die weitreichendsten direktdemokratischen Elemente hat, ist es den
BGE-Aktivisten gelungen, weit mehr als
die erforderlichen 100.000 Unterschriften
für die Einreichung der eidgenössischen
Volksinitiative am 4. Oktober 2013 zu
sammeln – 2016 stimmen die Bürger über
die Einführung ab. Und die Bilder des
Geldbergs – 8 Millionen 5-Rappen-Münzen, für jeden Einwohner der Schweiz
eine, die auf dem Bundesplatz in Bern von
einem Kieslaster gekippt wurden – gingen
um die Welt, lösten ein internationales
Medienecho aus und beflügelten die Debatte nachhaltig. Weltbewegend.
Alles ist mit allem verbunden. Durch
das Internet können wir dieses gefühlte
Wissen auch in Echtzeit erleben. So wird
das Web zum Demokratiemedium, das
uns politische Teilhabe ermöglicht – und
mit dessen Hilfe wir das BGE einführen
können. Michael Bohmeyer aus Berlin hat
Bruna Augusto und Marcus Vinicius Brancaglione
bringen in Brasilien das BGE und die direkte
digitale Demokratie voran. (recivitas.org)
Plug-ins füllen Firmen mit einer kleinen
Provision permanent den Grundeinkommenstopf, wenn BGE-Unterstützer online
einkaufen – so kommt Innovation ins
Fließen. Neuerdings auch offline per Payback-Punkten mit der BGE-Bonuskarte
Alles ist mit allem verbunden. Durch das Internet können wir
dieses gefühlte Wissen auch in Echtzeit erleben.
nicht nur ›Mein Grundeinkommen‹ ins
Leben gerufen, das via Crowdfunding
kontinuierlich 12.000 Euro für ein Jahr
verschenkt – 2014 gab es 6 glückliche Gewinner, 2015 sollen 100 Grundeinkommen verlost werden –, sondern mit der
Crowdbar auch einen genialen Hebel zur
Umsetzung des Powershifts mit den Mitteln des Technologiezeitalters gefunden.
Durch das einfache Downloaden eines
Crowdcard. Und auf der interaktiven
Web-Plattform (mein-grundeinkommen.
de/community) kristallisiert sich das Bild
einer Gesellschaft heraus, die ein erfolgreiches Leben neu definiert: Sinnhaftigkeit, Nachhaltigkeit und Solidarität stehen
im Mittelpunkt. Das macht Mut – in
jeder Beziehung.
Was wäre, wenn? Es gibt stereotype
Ängste bei Skeptikern: Wer soll das be-
Paneuropäische Bewegung ›Basic Income Europe‹ – entstanden aus der Bürgerinitiative, die zwischen April 2012
und Dezember 2014 mehr als 300.000 Unterschriften für
die Einführung des BGE in der EU sammelte. (ubie.org)
zahlen? Wer arbeitet dann noch? Wer
macht die Drecksarbeit? – Kurze Antworten: Ad 1: Wir alle. Gönnen können: Vom
solidarischen Bürgergeld über die Konsumsteuer bis zur Finanztransaktionssteuer sind unzählige Finanzierungsmodelle erdacht. (http://www.grundeinkom
men-hamburg.de/grundeinkommen/
modelle.php). Ad 2: 80% der Deutschen
sagen, sie würden weiterhin arbeiten –
aber ihre Mitbürger sicher nicht. Das sagt
alles, besonders über das jeweilige Menschenbild. Ad 3: Arbeit, die wir so nennen, sollten wir niemandem zumuten
wollen. Die Lösung? Mehr wertschätzen
und besser bezahlen. Oder automatisieren. Oder selber machen. Punkt.
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er
möchte sich einbringen, seine Aufgabe innerhalb der Gemeinschaft erfüllen, sinnstiftend tätig sein. Intrinsisch motiviert,
aus sich heraus handelnd. Unser Fokus
40
Schwerpunkt: Neue Formen des Wirtschaftens
Tattva Viveka 62
»We view an unconditional basic
income as a global
human right.
We all deserve the
means to live.«
(basicincome.org.uk)
sollte darauf zielen, dass alle dem Ruf ihres
Herzens folgen können. Arbeitslosigkeit
wird dann zum Fremdwort – oder ist die
Welt etwa schon fertig? Mitnichten. Es
gibt so viel zu tun, was in der derzeitigen
marktkonformen Demokratie unbezahlt
bzw. unbezahlbar ist. Ohne ehrenamtliches Engagement und den freiwilligen
Dienst am Nächsten würde unsere Gesellschaft kollabieren. Machen wir’s möglich:
Freiheit küsst Gerechtigkeit.
Ein Fest der Sinne wird so dauerhaft
möglich – bei der BGE-Demo ›Grundeinkommen ist ein Menschenrecht‹ am
14.9.2013 in Berlin wurde es Realität.
Der Schulterschluss der Facebook-Community ›Echte Demokratie Jetzt‹, die seit
Mai 2011 als deutscher Partner von ›Democracia Real Ya‹ innerhalb der Bewegung 15-M informiert, inspiriert &
interagiert, mit der europäischen Bewe-
Symbol der Grundeinkommensbewegung
geworden ist und die Krönungstournee in
einem Nightliner durch 20 Städte an 16
Tagen als einer der Meilensteine auf dem
Weg zum Grundeinkommen gelistet wird,
tragen sie immer wieder mit kreativen Aktionen zum gesellschaftlichen Wandel bei.
Das Credo der Bewegung ist schlicht und
gleichzeitig (r)evolutionär: »Wenn jeder
sein eigener König ist, muss keiner der
König des anderen sein.« Durch die starke
Geste des Krönens werden wir an unseren
Selbstwert erinnert – und daran, dass jeder
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er möchte sich einbringen,
seine Aufgabe innerhalb der Gemeinschaft erfüllen,
sinnstiftend tätig sein.
gung ›Basic Income Europe‹, die seit April
2012 fürs BGE am Start ist, stellte anschaulich unter Beweis, dass bürgerschaftliches Engagement on- und offline
gesellschaftliche Veränderung bewirkt.
Wer sich bewegt, kann was bewegen.
Auf zu neuen Ufern. »Was würden Sie
arbeiten, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?« Mit dieser spannenden Frage
auf den Lippen und goldenen Pappkronen
im Gepäck touren die engagierten Privatleute der ›Krönungswelle‹ durch die Lande
und begeistern seit dem 1. Mai 2009 interessierte Menschen in intensiven Gesprächen für die Idee des bedingungslosen
Grundeinkommens. Nachdem sie im
Gründungsjahr im Zusammenspiel mit
Initiativen in Deutschland, der Schweiz
und Österreich 100.000 neue Königinnen
und Könige gekürt haben, die Krone zum
Einzelne der wahre Souverän ist, der sein
Leben selbstbestimmt gestalten will. Die
Krone richtet innerlich auf und bringt die
Menschen in ihre Kraft, die Begegnungen
auf Augenhöhe inspirieren nachhaltig zu
neuem Denken, Fühlen und Handeln.
Das braucht es auch, denn das BGE stellt
die Gesellschaft auf neue Beine – und begrenzende Denkmuster auf den Kopf. Arbeit wird neu definiert als Ausdruck des
Potenzials jedes Menschen, das er frei
wählbar zum Wohle aller einbringen
möchte. Dafür schafft das BGE die Basis,
das jedem Menschen von der Wiege bis
zur Bahre bedingungslos gewährt wird,
die Existenz sichert und gesellschaftliche
Teilhabe ermöglicht. Grundeinkommen
ist kein Almosen, keine Charity-Veranstaltung und schon gar kein erweitertes
Hartz IV – es ist ein Kulturimpuls. Und es
darf nicht nur ein materielles Minimum
abdecken, sondern muss kreativ-produktiven Entfaltungsspielraum ermöglichen.
Diskutiert werden Modelle mit 800-1500€
pro Person pro Monat. Es ersetzt alle
Arten von sozialer Sicherung wie Sozialhilfe, Kindergeld, Rente, BaFöG und ergänzt andere Einkommen. Diese Transferleistungen betragen derzeit jährlich
rund 750 Milliarden Euro, der damit einhergehende Bürokratieabbau bringt erhebliche Kosteneinsparungen mit sich.
Kombiniert z.B. mit einer hohen Konsumsteuer, die als einzige erhoben wird
und gleichzeitig das Steuersystem vereinfacht, ist das Grundeinkommen bezahlbar
und lediglich eine Frage des politischen
Willens. Besser gesagt: des Willens des
Souveräns – also jedes Einzelnen.
Das Grundeinkommen ist die Lösung
zeitloser Probleme: Seit der Renaissance
versuchen Visionäre, die Menschen von der
Arbeit zu befreien. Von omas Morus
und seiner 1516 in ›Utopia‹ ersonnenen
idealen Gesellschaft über Francis Bacons
›Neu-Atlantis‹ von 1638 bis zu omas
Paines 1791 veröffentlichten ›Rights of
Man‹ zählt das Recht auf Leben, Freiheit
und Streben nach Glück zu den unveräußerlichen Rechten. In Anlehnung an ›Liberté, Egalité, Fraternité‹ der französischen
Revolution 1789 entwickelt Rudolf Steiner
die soziale Dreigliederung – Geistes-,
Rechts- und Wirtschaftsleben –, die ab
1918 im deutschsprachigen Raum erörtert
wird und in Baden kurz vor der politischen
Umsetzung steht. Otto von Bismarck neigt
1930 zu einer Staatsbürgerversorgung,
etabliert jedoch ein Sozialversicherungssystem nach dem Prinzip der Leistungsäqui-
Tattva Viveka 62
Freiheit. Gleichwertigkeit. Grundeinkommen.
41
»Grundeinkommen – eine Idee, deren Zeit gekommen
ist.« (aktuelles.archiv-grundeinkommende).
»Wenn jeder sein
eigener König ist,
muss keiner der
König des anderen
sein.« (unternimmdie-zukunft.de)
valenz. Milton Friedman denkt das Grundeinkommen als negative Einkommensteuer
und bringt sie nach Modellversuchen Anfang der 60er Jahre in den USA in die Nähe
einer staatlichen Einführung.
Zu den Pionieren der Jetzt-Zeit gehören der Sozialwissenschaftler Sascha Liebermann, der bereits 2003 ›Freiheit statt
Vollbeschäftigung‹ postulierte, der dmGründer Götz Werner, der dem Grundeinkommen seit 2005 mit prominenter
Stimme Gehör verschafft, der Unternehmer Daniel Häni und der Künstler Enno
Schmidt, die seit 2006 zusammenwirken
und das Grundeinkommen in der
Schweiz zur Volksabstimmung bringen
sowie die Tagesmutter Susanne Wiest, die
Anfang 2009 mit einer Petition beim
Bundestag zur Einführung des BGE eine
Lawine auslöste und in kürzester Zeit
mehr als 53.000 Mitzeichnende fand – die
Anhörung war am 8.11.2010, seither bewegt sich politisch nichts. Annähernd 100
Initiativen engagieren sich bundesweit,
unzählige Organisationen weltweit. Pilotprojekte zum Grundeinkommen gibt es
u.a. in Namibia, getragen von der evangelischen Kirche, und in Brasilien, getragen
von der Nichtregierungsorganisation
(NGO) ReCivitas – beide Feldversuche
bestätigen in der Praxis die positiven Effekte des theoretischen Konzepts. Nicht
das Grundeinkommen ist die Utopie, sondern die Vollbeschäftigung. Seit Jahrzehnten sind wir erfinderisch darin, dass
Maschinen uns die Arbeit abnehmen. Die
Produktivität hat dadurch enorm zugenommen – gleichzeitig wird immer weniger Erwerbsarbeit gebraucht, um die
Waren und Dienstleistungen für unseren
Bedarf zu erzeugen. Aufgaben gibt es
mehr als genug – in Kunst, Bildung, Erziehung, Forschung, Umwelt, Sozialem,
Pflege, Gesundheit, Familie. Sie sind so
notwendig wie sinnstiftend, werden jedoch oft gering bis gar nicht entlohnt. Die
Entkoppelung von Einkommen und Erwerbsarbeit ist der Schlüssel. Zur Besinnung kommen, um Sinn zu finden – das
lässt sich mit dem Grundeinkommen erreichen. Eigenverantwortung auch: keine
Ausflüchte mehr, seine Bestimmung nicht
verwirklichen zu können. Wer angstfrei
ist, wird kreativ. Nie mehr ins Bodenlose
fallen zu können, ist der fruchtbarste
Boden für schöpferisches Tun. Das gesellschaftliche Klima verbessert sich – denn
wer sich getragen fühlt, kann dem anderen alles gönnen. Und dann sind wir beim
Kern der Sache, beim wahren Motor der
Grundeinkommensbewegung: Liebe.
Leinen los fürs BGE: Der Kulturimpuls
Grundeinkommen fließt in alle gesellschaftlichen Bereiche: Augenhöhe in beruflichen und privaten Beziehungen,
Gleichwertigkeit der Talente, Freiraum
des Handelns – neue Denkräume dürfen
betreten und erkundet werden. In kreativem Miteinander neue Lebens- und Arbeitswelten schaffen und Unternehmer
des eigenen Lebens werden – so gestaltet
sich der Aufbruch zur aktiven Kulturgesellschaft.
Bereits 2003 stellte der ink Tank um
Sascha Liebermann folgende esen in
den öffentlichen Raum, die bis heute
nichts an Aktualität eingebüßt haben:
1.
Arbeitsleistung zur Grundlage der
Teilhabe am Wohlstand zu machen, ist gerecht, solange Wohlstand überwiegend
durch menschliche Arbeitskraft erzeugt
wird. Heute aber wird menschliche Arbeitskraft mehr und mehr durch Maschinen (Automaten, Computersoftware)
42
Schwerpunkt: Neue Formen des Wirtschaftens
Tattva Viveka 62
Eine Woche vor der
Bundestagswahl
demonstrierten die
Vordenker der
Gesellschaft: »Grundeinkommen ist ein
Menschenrecht.
Bedingungslos!«
(grundeinkommenist-ein-menschenrecht.blogspot.de)
Arbeit wird neu definiert als Ausdruck des Potenzials jedes Menschen,
das er frei wählbar in die Gesellschaft einbringen möchte.
ersetzt. Halten wir dennoch an der ausschließlichen Verteilung von Einkommen
über Arbeitsleistung fest, führt das entweder zu steigender Arbeitslosigkeit oder zu
sinkenden Einkommen.
2.
Der Wohlstand unseres Landes ist
der Wohlstand aller Bürger. Er geht auf
die Leistungen aller Bürger zurück, auch
auf die Leistungen vorangehender Generationen. Deshalb gebietet es die Gerechtigkeit, alle Bürger an diesem Wohlstand
zu beteiligen.
3.
Unser Wohlstand ist das Ergebnis
erfolgreicher Innovationen. Innovationen
steigern die Produktivität und befördern
die Wertschöpfung: Sie ermöglichen es,
Arbeitsabläufe zu automatisieren und
menschliche Arbeitskraft einzusparen. Arbeitslosigkeit ist kein Zeichen von Armut,
sondern ein Ausdruck der Produktivität
und des Vermögens unseres Landes.
»Was würden Sie
arbeiten, wenn für
Ihr Einkommen
gesorgt wäre?«
(grundeinkommen.ch)
4.
Verzicht auf Innovationen ist Verzicht auf Wohlstand und damit auf Freiheit von unnötiger Arbeit. Freiheit der
Bürger ist auch Freiheit von unnötiger Arbeit, die durch programmierbare Automaten verrichtet werden kann.
5.
Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger
zur Arbeit zu zwingen, misstraut ihrer Gemeinwohlbindung und schränkt die bürgerlichen Freiheiten ein.
6.
Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung hat zur Folge, dass Arbeitslose
und Arbeitnehmer für die wirtschaftliche
Produktivität unseres Landes bestraft werden. Sie werden gezwungen, ihre Arbeitskraft zu sinkenden Löhnen und Gehältern
bei reduzierter sozialer Absicherung zu
verkaufen, obwohl ihre Arbeitskraft nicht
mehr benötigt wird.
7.
Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung hat zur Folge, dass Bürger –
ohne Not – dauerhaft zu Tätigkeiten gezwungen werden, die automatisierbar
sind. Automatisierbare Arbeit ist ersetzbare Arbeit; ersetzbare Arbeit kann nicht
sinnstiftend sein. Das Festhalten am Ziel
der Vollbeschäftigung geht somit für eine
steigende Anzahl von Bürgern mit dem
Verlust beruflicher Sinnstiftung einher.
8.
Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung zieht eine Verschwendung
von Lebenszeit der Bürger nach sich, weil
sie an geisttötende, unwürdige Arbeiten
gebunden werden. Die Zeit wird sinnlos
›abgesessen‹ und kann nicht für sinnvolle
Tätigkeiten genutzt werden; die Würde
des Menschen wird missachtet.
9.
Wenn Würde und Integrität von
Menschen nicht mehr die oberste Richtschnur politischer Entscheidung sind,
wird das politische Gemeinwesen in seinen Grundfesten erschüttert.
Wir schlagen vor: Ein bedingungsloses
Grundeinkommen für alle Bürger.
Stärkt die Familie. Sie kann sich der
Erziehung und der Fürsorge für ihre Kinder widmen, ohne sich um ihre Einkommenssicherung zu sorgen.
Fördert Innovation in allen gesellschaftlichen Bereichen und ermöglicht die
dazu erforderliche Muße. Innovative
Ideen können frei entwickelt werden,
ohne dass sie vom Absatz an einem Markt
abhängig sind.
Stärkt die Unternehmen. Sie können
automatisieren, ohne sich Sorgen um entlassene Mitarbeiter zu machen. Sie können auf leistungsbereite Mitarbeiter
setzen, denn Erwerbsarbeit wird freiwillig
geleistet.
Stärkt die Volkswirtschaft. Unproduk-
•
•
•
•
Tattva Viveka 62
Wir schaffen‘s nur
gemeinsam – doch
gemeinsam schaffen
wir alles.
(bgeinfo.de)
tive Industrien und Wirtschaftszweige
müssen nicht mehr subventioniert werden.
Ermöglicht einen umfassenden Abbau
von Bürokratie, auch in den Sozialsystemen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ersetzt weitestgehend bestehende
Sozialleistungen.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen
für alle Bürger stärkt die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, und gibt ihnen
die Freiheit dazu. (Quelle: http://www.
freiheitstattvollbeschaeftigung.de/de/thesen)
Endlich können wir uns umeinander
kümmern – Kooperation statt Konkurrenz. Dann können wir dankbar sein, dass
uns Maschinen immer mehr Arbeit abnehmen, anstatt sie als Mitstreiter um Arbeitsplätze zu betrachten – und das tun,
was Maschinen nicht können: den Dienst
am Menschen weiterentwickeln. Grundeinkommen macht glücklich. Weil es bedingungslos ist. Und uns Freiheit schenkt
– echten Freiraum, in dem wir selbst bestimmen, wie unser individueller Beitrag
zum großen Ganzen aussieht. Wo unser
einzigartiges Talent steckt. Was wir sinnvoll finden – und nicht der (Arbeits-)
Markt, der profitorientiert operiert. Der
Gewinn für die Gemeinschaft ist jeder
Einzelne von uns. Denn mit der Sicherheit eines monatlichen Einkommens im
Rücken haben wir die Nase im Wind und
den Kopf frei. Dann sind wir nicht mehr
verwertbares Humankapital, sondern
schöpferische Wesen, die gemeinnützig
kooperieren. Von uns allen für uns alle wir beschenken uns gegenseitig mit unserem Potenzial. Trauen wir uns?
Prominente Fürsprecher ermutigen uns
dazu. Der am Neujahrstag 2015 verstorbene Soziologe Ulrich Beck war ein Vordenker des BGE und brachte den Paradig-
•
43
Freiheit. Gleichwertigkeit. Grundeinkommen.
menwechsel in einem Interview mit dem
Tagesspiegel auf den Punkt: »Das Grundeinkommen soll uns doppelt befreien:
vom Arbeitszwang und zu sinnvoller Arbeit.« – »Warum hat die Politik dann dieses Mittel nicht schon längst ergriffen?« –
»Das Gerede von der Erwerbsarbeit als
einzigem Sinnstifter unserer Existenz ist
ein Herrschaftsinstrument. Alles ist bei
uns auf Erwerbsarbeit ausgerichtet: der
Rhythmus der Tageszeiten, die Ausbildung, der Übergang von der Pubertät ins
Erwachsensein. Der Einzelne definiert
sich vor allem über die Erwerbsarbeit; deshalb zwingt er sich zur Anpassung. Fällt
dieser Selbstzwang weg, kann man die
Freiheit nicht mehr kontrollieren – so
fürchten viele. Wenn die Arbeit ausgeht,
verlieren viele der Herren der Arbeitsgesellschaft das Fundament ihrer Macht.«
Wohl wahr. – Beck ist gegangen, wir treten sein Erbe an. In der Neuen Zürcher
Zeitung schrieb er: »Nie wieder Vollbeschäftigung – wir haben Besseres zu tun!«
Götz Werner stellt im Handelsblatt die
Gretchenfrage ›Ist der Mensch Mittel oder
Zweck?‹ und antizipiert: »Wer weiß, wie
wir morgen über Geld und Arbeit denken:
Ist es wirklich so undenkbar, dass Geld
dem Menschen dienen könnte? Dass wir
Arbeit tun, weil wir sie tun wollen, nicht
weil wir sie tun müssen? Und dass das eine
mit dem anderen nichts zu tun hat?« –
Keine Frage: »Die wirtschafts- & sozialpolitische Innovationskraft von Grundeinkommen steht auf einer Stufe mit den
Bismarckschen Reformen der Sozialgesetzgebung Ende des 19. Jahrhunderts
und kann mit der kopernikanischen Weltbild-Wende des ausgehenden 15. Jahrhunderts als sozialpolitische Wende
des 21. Jahrhunderts gesehen werden.«
Gebündelte Kräfte für den Wandel:
NSA-Whistleblower Edward Snowden,
der den größten Überwachungsskandal
der Menschheitsgeschichte aufgedeckt
hat, betont die Bedeutung des BGE für
die Wahrung des sozialen Friedens. Der
Wind dreht sich.
Perspektivwechsel ist angesagt: Frei,
selbstbestimmt und eigenverantwortlich
agierend, leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesellschaft. Lehnen wir uns mal weit aus dem
Fenster: Wenn wir allen in der Rüstungsindustrie Beschäftigten, die mit der Fertigung
von Tötungsinstrumenten ihren Lebensunterhalt bestreiten, ein BGE ermöglichen –
wären dann nicht auf einen Schlag die Waffen aus der Welt? Groß denken – think
B(asic) I(ncome) G(rant). Und ein bislang
unerreichtes Ziel rückt in greifbare Nähe:
wirklicher Frieden. Mit Herz. Hirn. Und
tv
Hand. Goldene Zeiten brechen an!
Über die Autorin:
Uschi Bauer, 57, ist
Kommunikationsexpertin
und Mitgründerin der ›Krönungswelle‹ – gekrönte Häupter unterwegs
fürs bedingungslose Grundeinkommen. Sie
lebt und arbeitet in Lörrach im Dreiländereck
D/CH/F, ist verheiratet und Mutter von zwei
erwachsenen Töchtern. Ihr Credo? Net worx
– change happenz!
Artikel zum Thema
TV 10-11: Heike Görner – Die wahre Bedeutung von Geld
TV 27: Prof. Dr. Johannes Heinrichs − Die
spirituelle Dimension der Demokratie
TV 33: Naomi Becker − Die Freiheit zur
Arbeit. Grundeinkommen
TV 41: Dr. Sascha Liebermann − Freiheit
oder Vollbeschäftigung? Grundeinkommen
TV 59: Lothar Gütter – Die vergessene
Natur des Geldes. Mutter Natur
Weitere Beiträge finden Sie über unsere
Suche auf www.tattva.de.
Das G-Shirt!
Fairtrade
• FWF-Arbeitsrichtlinien
• Keine Zwangsarbeit
• Keine Diskriminierung am Arbeitsplatz
• Keine Kinderarbeit
• Vereinigungsfreiheit und das Recht auf
kollektive Verhandlungen
• Existenzsichernde Löhne
• Keine überlangen Arbeitszeiten
• Sicheres und gesundes Arbeitsumfeld
• Ein rechtsverbindliches Arbeitsverhältnis
• Verantwortung für die gesamte Lieferkette
www.fairwear.org
100% EarthPositive®
18,00 €
zzgl. 1,80 € Versand
(Ausland 3,90 €)
Frauen: Größe M, L, XL
(fällt eine Nummer kleiner aus)
Männer: Größe M, L, XL, XXL
(fällt normal aus)
Farbe: Baumwolle natur
Material: 100% Baumwolle, Jersey, 155g/m2
Das philosophische Werk:
Ronald Engert
Der absolute Ort
Philosophie des Subjekts
Band 1
Tattva Viveka Edition, Berlin 2014
376 S., gebunden
geb., 24,80 €, eBook: 14,80 €
ISBN Print: 978-3-945129-06-7
ISBN eBook: 978-3-945129-07-4
Einzigartige Bekleidung aus umweltfreundlichen nachhaltigen Materialien.
Aus Biobaumwolle CO2-arm produziert.
Der zertifizierte CO2-Fußabdruck ist bis zu
90 % geringer als beim konventionellen
Äquivalent.
Produziert unter den Global Organic
Textile Standards (GOTS) aus 100% Bio-Baumwolle,
genehmigt durch Carbon Trust (UK)
Gewinner des „The Natural and Organic Awards 2009“ als bestes
kontrolliert biologisches Bioprodukt.
www.earthpositive.se
www.tattva.de/der-absolute-ort
Der
absolute
Ort
Philosophie des
Subjekts
Band 2
Ronald Engert
Ronald Engert
Der absolute Ort
Philosophie des Subjekts
Band 2
Tattva Viveka Edition, Berlin 2015
ca. 340 S., gebunden
24,80 €, eBook: 14,80 €
ISBN Print: 978-3-945129-09-8
ISBN eBook: 978-3-945129-10-4
Erscheint ca. Februar 2015
Tattva Viveka Edition
Inhalt: Der rote Faden • Die Dialektik der Religion • Sprachtheorie der Kabbala •
Zur Kritik der Gewalt • Platon und die Bhagavad-gita • Die Lebenskurve • Kritik des
Intellekts • Geist, Leben und Materie • Das Eigene und das Fremde • Leben bestimmt
Leben • Das Bewusstsein der Maschinen • Magisches Denken und esoterisches Gottesbild • Der 11. September • Die Gottesvergiftung • Die Seele ist ewig • Wer bin ich?
• Vedische Erkenntnistheorie • »Bleep« • Die drei Gesichter Gottes • Der Kreuzzug der
Gottlosen • Über das Sehen
Inhalt: Religion als Sucht • Optimierung des Menschen? • Fühlen und Denken • Live
Stream • Die Pforte zu sich selbst • Entwirrung der Gefühle • Wir sind alle ewige
Personen • Die Geschichte der Tattva Viveka • Woher kommt das Recht? • Ins and Outs
• Der subjektive Faktor • Sektenhetze als spirituelles Phänomen • Blick in die Ewigkeit
• Die Ekstase der Gottesliebe • Die Kunst des Nehmens • Die spirituelle Bedeutung
von Geld • Das ist niemand
Besuchen Sie uns:
www.facebook.com/tattva.viveka
tägliche Updates
rege Diskussionen
große Community
Stand 31.01.2015:
38.714 Fans
1,62 Mio. Beitragsreichweite
99.539 Personen reden
darüber
Euro
6,00
»Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaften macht atheistisch,
aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.«
Werner Heisenberg, Physiker und Nobelpreisträger
Unser Mission-Statement:
Die Zeitschrift für die Essenz
€
bo nur 30,A
t
in
r
P
Im
Porto,
Sie sparen nd
gu
Verpackun
Die Tattva Viveka ist ein unabhängiges, nicht-kommerzielles Wissensmagazin
zur Integration von Wissenschaft und Spiritualität.
Tattva Viveka hat sich zur Aufgabe gesetzt, zur Entwicklung des menschlichen Bewusstseins
beizutragen. Hierzu gehören die spirituellen Traditionen der Menschheit sowie Wissen und
Weisheit aus der Philosophie und den Wissenschaften.
Der Name »Tattva Viveka« stammt aus dem altindischen Sankrit und bedeutet
»Die Unterscheidung von Wahrheit und Illusion«. Sie gibt es seit 1994.
Besuchen Sie uns im Internet: www.tattva.de
ur 14,70 €
Im eAbo n to,
Por
Sie sparen nd
gu
Verpackun
Euro
4,10
www.tattva.de/tattva-im-abo
Bestellen Sie online das digitale PDF-eAbo zum Preis von 14,70 € / Jahr!
Einfach per Paypal, Sofortüberweisung oder Kreditkarte bezahlen und sofort downloaden.
Weltweit lieferbar ohne Versandkosten.
Das Schnupper-Abo: 2 Ausgaben für nur 12,00 € incl. Versand
(Ausland 19,00 €) (keine automatische Verlängerung des Schnupper-Abos)
Ausführliche Themenübersicht mit
Recherchefunktion und Bestellmöglichkeit
auf unserer Homepage!
Das Jahres-Abo: 4 Ausgaben/Jahr für nur 30,00 € incl. Versand
(Schweiz 38,00 € / Europa und Welt 42,00 €) (fortlaufend, Kündigung jederzeit möglich)
F Redaktion:
Tattva Viveka, Akazienstraße 28
D-10823 Berlin
Tel. 030-37 30 25 86
eMail: redaktion@tattva.de
Das Jahres-eAbo: 4 Ausgaben/Jahr für nur 14,70 €, versandkostenfrei
Mit Paypal, Sofortüberweisung oder Kreditkarte zahlen und sofort downloaden.
Einzelheft: 9,00 € zzgl. 1,80 € Versand (Ausland zzgl. 3,70 €)
Einzelheft PDF: 4,70 €, versandkostenfrei
Gratis-6€-Gutschein für unseren Shop! Besuchen und liken Sie
unsere Facebook-Seite, diskutieren Sie mit. Dort Gutschein abholen:
www.facebook.com/tattva.viveka
Gutschein
6€
hier
F Bestellungen:
Sandila Handels-GmbH, Sägestr. 37
D-79737 Herrischried
Tel. 07764-93970
eMail: info@sandila.de
Autor
Document
Kategorie
Uncategorized
Seitenansichten
4
Dateigröße
3 028 KB
Tags
1/--Seiten
melden