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(Blühphasenmonitoring Info 01 Erste Ergebnisse 2015 02 24)

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Imkerliches Blühphasenmonitoring
Erste Ergebnisse
Fachzentrum Bienen und Imkerei
Im Bannen 38-54
Postfach 1631
56727 Mayen
Es ist Januar. Erste wärmende Sonnenstrahlen
treffen auf das Flugloch. Zunächst verlassen
einzelne, dann immer mehr Bienen die schützende Beute. Sie starten für kurze Ausflüge in
die teilweise noch von Schnee bedeckte Landschaft. Sie nutzen den ersten wärmeren Tag zu
Reinigungsflügen. Über Wochen haben sie im
Stockinneren verharrt, sich gegenseitig geschützt und gewärmt. Irgendwann hat die Königin wieder begonnen Eier zu legen. Jetzt
benötigen die schlüpfenden Larven eiweißreichen Futtersaft und so verwundert es nicht,
dass schon bald mit grün-gelben Haselpollen
beladene Arbeiterinnen zurückkehren. Das
Nahrungsangebot ist noch alles andere als
üppig und wird erst in den kommenden Wochen vermehrt zur Verfügung stehen. Zunächst
liefern Hasel, dann Salweide, Löwenzahn,
Obst, Raps und im Jahresverlauf eine weiter
zunehmende Vielfalt an Nektar- und Pollenlieferanten Nahrung für das Bienenvolk. Das
Bienenvolk hat den Winter überlebt während
etwa ein Viertel aller Bienenvölker in Deutschland nach einer Prognose des Mayener Fachzentrums den Frühling nicht mehr erleben wird.
Diese Verluste wurden bereits sehr früh im
vergangenen Jahr prognostiziert, als sehr früh
eine Schönwetterperiode die Bienensaison
eröffnete.
Die Trachtbeobachtungen mittels mechanischer und elektronischer Waagen und die regelmäßige Erhebung der Winterverluste belegen seit einigen Jahren den Zusammenhang
von frühem Trachtbeginn und erhöhten Verlusten Monate später im folgenden Herbst und
Winter.
Neben dem messbaren Nahrungseintrag des
automatischen „TrachtNets“ können zusätzlich
auch Blühbeobachtungen wichtiger Trachtpflanzen im Jahresverlauf und eine Kopplung
an Wetterdaten wichtige Informationen zur
Entwicklung der Bienenvölker liefern. Der
Deutsche Wetterdienst (DWD) erfasst schon
seit vielen Jahren die Blühtermine verschiedener Pflanzen, dabei aber nicht alle Nektar- und
Pollenlieferanten für die Honigbienen. Daher
haben das Fachzentrum für Bienen und Imke-
rei in Mayen und die Agrarmeteorolgie Rheinland-Pfalz vor drei Jahren das bundesweites
„Blühphasenmonitoring“ ins Leben gerufen und
Imker aber auch andere Naturbeobachter aufgefordert ihre Blühbeobachtungen zu wichtigen
Trachtpflanzen der Honigbienen in einer Internetdatenbank
einzutragen
(www.bienenkunde.rlp.de [Blühphasenmonitoring]). Dort werden Standort und Termin des
Blühbeginns und/oder der Hauptblüte eingetragen. Ein abrufbares kleines Bildlexikon unterstützt bei der Einschätzung der Blühstadien der
Trachtpflanzen. Noch bequemer geht es mittels Smartphone, mit dem man direkt aus der
Natur seine Beobachtungen übermitteln kann.
Die einzelnen Meldungen sind sofort im Internet sichtbar und können dort nach verschiedenen Auswahlverfahren abgerufen werden. Intern wird automatisch die nächste Wetterstation der Agrarmeteorologie oder des DWD gesucht und zu deren Daten in Verbindung gebracht, so dass über die Vielzahl der Meldungen die klimatischen Wachstumsbedingungen
der verschiedenen Trachtpflanzen in verschiedenen Regionen abgeschätzt und mittelfristig
in Prognosemodelle zum Blühbeginn der
Trachtpflanzen münden. Imker werden damit
zusätzliche Planungssicherheit bekommen.
Auch wird es möglich sein den Entwicklungsverlauf der Bienenvölker und damit der Varroose auf der Basis phänologischer und meteorologischer Daten beschreiben bzw. abschätzen
zu können um damit dann noch sicherer frühzeitig Warnmeldungen generieren zu können.
In den ersten drei Beobachtungsjahren wurden
zusammen etwa 3.500 Beobachtungswerte für
die 18 gefragten Trachtpflanzen in der Datenbank hinterlegt.
Bei einem Vergleich der ersten drei Jahre werden sehr schnell die Unterschiede im Trachtverlauf sichtbar. Während 2013 und 2014 die
Blühmeldungen für die Hasel in den ersten
beiden Januarwochen liegen, blühte die Hasel
nach den eingehenden Meldungen 2012 erst
deutlich später.
Noch reicht die Zahl der eingehenden Meldungen nicht aus um genaue Beschreibungen
vorzunehmen. Insbesondere sind regionale
Blühmeldungen zur Salweide gingen 2014
hauptsächlich in der ersten Märzwoche, 2012
Differenzierungen erst möglich, wenn sich die
Meldedichte kontinuierlich erhöht.
Im Zusammenspiel des hier etablierten Erfassung- und Auswertungssystems und den
Blühmeldungen der Imker und anderer Interessierter ist es jetzt möglich den Trachtverlauf in
einzelnen Jahren zu erfassen, zu beschreiben
und seine Auswirkungen auf die Bienenvölker
abzuschätzen und Prognosen für die Wintersterblichkeit zu erarbeiten.
etwa Mitte März und 2013 hauptsächlich in der
ersten Aprilhälfte ein. Ausschlaggebend für das
Jahr 2014 war der sehr frühe Blühbeginn der
Rapsfelder. Bereits Ende März und Anfang
April konnten die Bienen auf diesen Flächen
umfangreich Nektar und Pollen sammeln.
Nach den vorliegenden gemeldeten Daten war
dies in den beiden Jahren zuvor erst einen
Monat später möglich.
Dank gilt den vielen Beobachtern und den Meldern aus der Natur und insbesondere Herrn Dr.
Köhler und seinem Team in der Agrarmeteorologie Rheinland-Pfalz für die Etablierung der
Erfassungs- und Analysetools.
(s.a. BIENE/ADIZ/Imkerfreund 3/2015)
24.02.2015
Dr. Christoph Otten
F:\generala\31_bien\31_250\33_Blühphasenmonitoring\Blühphasenmonitoring Info 01 Erste Ergebnisse 2015 02 24.doc Zuletzt gedruckt 26.02.2015 26.02.2015 12:27
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