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Das Vontobel-Monatsmagazin für strukturierte Produkte
Oktober 2014 – Ausgabe Deutschland
Schwellenländer
erhöhen Reformtakt
Markt im Fokus, Seite 6
»Aus den staatlichen
Industrien Chinas sollen
privatwirtschaftlich
orientierte Sektoren werden.«
Exklusiv-Interview, Seite 10
Rauf oder runter?
Nebensache!
Know-How, Seite 14
2
mehrwert Oktober 2014
Inhaltsverzeichnis
3
Editorial
4
Marktbericht
Aktuelle Entwicklungen an den
Kapitalmärkten
6
Markt im Fokus
Schwellenländer erhöhen
Reformtakt
10Exklusiv-Interview
Mit Miranda Carr, Head of China
Research NSBO – North Square Blue Oak
12 Charts des Monats
EUR/USD und Daimler im Fokus
13 Interview OnVista
Fünf Jahre FreeBuy-Preismodell der
OnVista Bank
14 Know-how
Rauf oder runter? Nebensache!
Ein Gastbeitrag von Benjamin Feingold
16Rohstoff-Kolumne
Rohstoffpreise sinken auf breiter Ebene
17 Antworten auf Ihre Fragen
Wie funktioniert eine Protect Chance
Aktienanleihe?
18 Wussten Sie, dass …
19 News und Tipps
»Wir werden einen substanziellen Wandel
der Finanzmärkte erleben – mit einem
Wachstum der Aktien- und Anleihemärkte,
wodurch sich die Abhängigkeit von der
Bankenfinanzierung reduzieren lässt.«
Miranda Carr, Head of China Research NSBO – North Square Blue Oak
3
mehrwert Oktober 2014
Editorial
Liebe mehrwert-Leserinnen und -Leser,
Heiko Geiger
Head of Public Distribution
Deutschland und Österreich
Schwellenländer bleiben angesichts des voraussichtlich anhaltenden Tiefzinsumfeldes
für Investoren attraktiv. Bis Ende 2015 erwarten die Analysten von Vontobel in
einigen aufstrebenden Märkten eine Konjunkturbeschleunigung. Anleger sollten
jedoch mögliche Divergenzen zwischen den »Emerging Markets« beachten und
nach jenen Ausschau halten, deren Wirtschaft dank tiefgreifender Strukturreformen
nachhaltig wachsen dürfte.
Die mehrwert-Oktoberausgabe steht im Zeichen der Schwellenländer. In der
Rubrik »Markt im Fokus« auf Seite 6 erfahren Sie, wie Sie einerseits die attraktiven
Zinsniveaus ausgewählter Schwellenländer und andererseits die politischen Reformen
in China für sich nutzen können. Im »Exklusiv-Interview« auf Seite 10 berichtet
die ausge­wiesene China-Expertin Miranda Carr über aktuelle Maßnahmen der
Volksrepublik und deren Auswirkungen. In »News und Tipps« auf Seite 19 beleuchten
wir schließlich den interessanten Börsengang eines direkten China-Profiteurs, nämlich
des Online-Riesen Alibaba.
In der Rubrik »Know-how« findet sich dieses Mal ein Gastbeitrag des Finanzjournalisten
Benjamin Feingold zum Thema Faktor-­Zertifikate. Er erläutert die bei Profianlegern
sehr beliebte Straddle-Strategie und zeigt Ihnen, wie Sie diese mit Faktor-Zertifikaten
sehr einfach und transparent im eigenen Depot abbilden können.
Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und erfolgreiche Anlageideen.
Vontobel
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und Rohstoffen
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Produkt-Neuheiten
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Mit freundlichen Grüßen
Heiko Geiger
Financial Products/Public Distribution,
Vontobel Frankfurt am Main
Wir freuen uns auf Ihre
Kommentare und Ihr Feedback zum
»mehrwert«. Senden Sie uns eine
E-Mail an zertifikate@vontobel.de.
In der Rubrik »Antworten auf Ihre
Fragen« werden unsere Spezialisten
Stellung nehmen.
4
mehrwert Oktober 2014
Marktbericht
Aktuelle Entwicklungen an den Kapitalmärkten
Aktienmärkte
EURO STOXX 50®
10.000
Indexpunkte
Indexpunkte
9.000
8.000
7.000
6.000
5.000
4.000
2009
DAX
®
2010
2011
2012
2013
2014
MSCI® Emerging Markets Index
3.300
3.100
2.900
2.700
2.500
2.300
2.100
1.900
1.200
1.100
Indexpunkte
DAX®
1.000
900
800
700
600
2009
2010
EURO STOXX 50
2011
2012
®
2013
2014
2009
2010
2011
2012
2013
2014
MSCI® Emerging Markets Index
Quelle: Bloomberg; Stand am 13.10.2014.
Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und etwaige Gebühren wirken sich negativ auf die
Rendite aus.
USA1
Ende August waren an der Wall Street wieder Rekorde geknackt worden. Starke
Konjunkturdaten und Hoffnungen auf eine weiterhin lockere Geldpolitik ließen
den marktbreiten S&P 500 erstmals in seiner Geschichte über 2.000 Punkten
schließen. Doch zum Monatswechsel bewegten sich die US-Leitindizes kaum
vom Fleck. Ängste vor einer weiteren Zuspitzung der Ukraine-Krise angesichts
des offen in der Ukraine operierenden russischen Militärs und wenig erfreuliche
Nachrichten seitens des US-Einzelhandels belasteten zu Septemberbeginn die
Börsen in den USA. Erst nach dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der
US-Notenbank am 17. September erhielten die Kurse wieder sehr kräftigen Auftrieb. Die US-Indizes markierten daraufhin neue Rekordhochs. Fed-Chefin Yellen
hatte angekündigt, es mit einer Zinserhöhung weniger eilig zu haben als von den
meisten Marktbeobachtern bislang erwartet. Am 19. September sorgte dann der
fulminante Börsengang des chinesischen Online-Händlers Alibaba für Aufsehen
– Anleger freuten sich über ein Plus von 38 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis. Mit 21,8 Milliarden Dollar war es das größte IPO der US-Geschichte. Den
9. Oktober machte die Hoffnung auf eine länger währende lockere Geldpolitik in
den USA dann zum besten Tag des US-Börsenjahres. Doch einen Tag später wurde
an der Wall Street kräftig abverkauft, »alles muss raus« war die Devise – der Dow
sackte um 300 Punkte.
Deutschland2
Der DAX konnte im September um 300 Punkte zulegen – von 9.500 auf 9.800
Punkte. Nachdem der Index in der ersten Woche des Monats steil angestiegen war,
ging es bis zur Monatsmitte leicht nach unten: Auf die Stimmung der Anleger hatte
zum einen der Ukraine-Konflikt mit einer neuen Eskalationsstufe bei den Sanktionen
gegen Russland gedrückt. Zum anderen belastete die verbesserte Konjunkturentwicklung in den USA die Aktienmärkte. Anleger rechneten mit zukünftig steigenden
Zinsen. Doch der Zinsentscheid der US-Notenbank (17.09.) mit dem Ausblick, die
Zinsen für »geraume Zeit« sehr niedrig halten zu wollen, ließ den DAX weiter steigen.
Zusätzlich stützte das glimpflich ausgegangene Schottland-Referendum (18.09.); es
ließ den DAX um 1,4% auf 9.798 Punkte steigen. Ab dem 22. September bereiteten
Zweifel an der Konjunkturstabilität in China den Anlegern Sorgen, als bekannt
geworden war, dass Chinas Zentralbank die schwächelnde Wirtschaft stützen muss.
Anzeichen, dass es generell um die globale Konjunktur nicht gut bestellt ist, häuften
sich dann zum Monatswechsel: Hatte sich der DAX ein ganzes Jahr über 9.000
Punkten gehalten und dieses Niveau im Dezember 2013, im März und im August
2014 immer wieder verteidigt, fiel der Index am 10. Oktober sogar unter 8.800
Punkte. Am 13.10. trübte sich das Bild weiter ein.
Wichtiger Hinweis
2
Dieser Beitrag wurde von GodmodeTrader (www.godmode-trader.de)
erstellt und unverändert von der Bank Vontobel Europe AG (Vontobel)
weiter­gegeben. Für den Inhalt ist ausschließlich die angegebene Drittquelle
verantwortlich. Weitere Informationen sowie die Offenlegung möglicher
Interessenkonflikte sind der aufgeführten Website der Drittquelle zu ent­
nehmen. Vontobel übernimmt für den Inhalt, die Richtigkeit, Vollständigkeit und
Aktualität der Informationen keine Gewähr. Vontobel wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht überwacht. Die in diesem Dokument
enthaltenen Informationen dienen nur Informationszwecken und sind kein
Angebot und keine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots oder zur Zeichnung, zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Sie werden außerhalb einer
etwaigen Vertragsbeziehung mitgeteilt, begründen zu keinem Zeitpunkt
ein vertragliches Beratungs- oder Auskunftsverhältnis und beinhalten keine
Anlage-, Steuer- oder sonstige Beratung. Die in diesem Dokument enthaltenen
Informationen sind keine »Finanzanalysen« im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes, genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung
der Unvoreingenommenheit der Finanzanalyse und unterliegen keinem Verbot
des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Sie können von den
von Vontobel bzw. von Unternehmen der Vontobel-Gruppe veröffentlichten
Analysen abweichen.
mehrwert Oktober 2014
Marktbericht
Währungen
JPMCCI Aggregate
Euro-Bund-Future
EUR/CHF – EUR/USD
155
550
145
Prozentpunkte
600
500
450
400
350
Absoluter Wert (in EUR/CHF)
Zinsen
Indexpunkte
Rohstoffmärkte
140
135
130
125
120
300
115
2009
2010
JPMCCI Aggregate
2011
2012
2013
2014
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Euro-Bund-Future
1,70
1,60
1,50
1,40
1,30
1,20
1,10
1,00
1,70
1,60
1,50
1,40
1,30
1,20
1,10
2009
EUR/CHF
2010
2011
2012
2013
2014
Absoluter Wert (in EUR/USD)
5
EUR/USD
Quelle: Bloomberg; Stand am 13.10.2014.
Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und etwaige Gebühren wirken sich negativ auf die
Rendite aus.
Europa2
Der EuroStoxx 50 als führendes Börsenbarometer Europas hatte über den August gesehen eine positive Bilanz ausgewiesen. Doch zum
Septemberauftakt bewegten sich Europas Börsen nur wenig von der Stelle. Anleger hielten sich vor möglichen weiteren Sanktionen gegen
Russland wegen des Ukraine-Konflikts und dem Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 4. September zurück. Zugleich
beeinträchtigten eingetrübte Konjunkturdaten aus der Eurozone die Kaufneigung der Anleger. Aber schon nach dem Fed-Zinsentscheid (17.09.)
und der Aussicht auf längerfristig sehr niedrige US-Zinsen zeigten sich die Aktienanleger in Kauflaune. Außerdem spekulierten sie auf umfassende Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, die diese zu Monatsbeginn in Aussicht gestellt hatte. Für weiteren Gesprächsstoff unter
Anlegern hatte das Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands gesorgt: Nachdem die Mehrheit der Schotten für einen Verbleib im Vereinigten Königreich votiert hatte, profitierten vor allem der Ibex mit plus 1,5% – wegen geringerer Gefahr, dass sich Katalonien abspalten könnte
– sowie der englische FTSE-100 mit einem Zuwachs von 0,7%. Anfang Oktober verloren die europäischen Indizes dann auf breiter Front:
Enttäuschende Konjunkturdaten und neue Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) belasteten die Kurse.
Emerging Markets1
Die Wachstumsdivergenzen in Schwellenländern bleiben
bestehen. In Ländern mit soliden Fundamental­daten
(Mexiko, Polen, Südkorea, Malaysia usw.) dürfte sich
die Konjunktur in den kommenden Quartalen weiter
deutlich erholen. Insbesondere in Mexiko sehen wir
stark anziehende Exporte und Investitionen für die
kommenden Monate. In Brasilien, Südafrika, der
Türkei und Russland verlangsamt sich das Wachstum.
Insgesamt ist jedoch eine fundamentale Ver­besserung
in Form fallender Leistungsbilanzdefizite festzustellen.
Da in den kommenden Monaten – trotz des Endes
der quantitativen Lockerungsmaßnahmen in den
USA – die globale Liquidität hoch bleiben dürfte,
sollte das Umfeld für Schwellenländeranleihen und
-aktien weiter attraktiv bleiben.
Währungsentwicklung CHF/EUR/USD 2
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sah sich Anfang September veranlasst, vor einer schwächeren Wirtschaftsentwicklung in der Alpenrepublik
zu warnen – bedingt durch geopolitische Risiken und verschlechterte
internationale Konjunkturdaten, insbesondere aus Europa und Südamerika.
SNB-Präsident Thomas Jordan prognostizierte, das bislang anvisierte
Wirtschaftswachstum von 2,0% für 2014 sei kaum zu halten. Vor diesem
Hintergrund stehe die SNB mit allen Mitteln bereit, um einen Kursanstieg
des Schweizer Franken an den Devisenmärkten zu verhindern. »Die
Durchsetzung des Mindestkurses von 1,20 Franken ist absolut zentral,
um adäquate monetäre Bedingungen in der Schweiz sicherzustellen.
Eine Aufwertung des Frankens würde zu erneuter Deflationsgefahr führen«,
argumentierte Jordan. Im Zuge der EZB-Zinssenkung auf 0,05% zu
Septemberbeginn geriet der Euro gegenüber dem US-Dollar stark unter
Druck. Devisen-Analysten von Goldman Sachs sorgten für Aufsehen, als
sie ankündigten, der Euro könnte bis Ende 2017 die Parität zum Dollar
erreicht haben. Einig waren sich die Analysten darin: Weil mittelfristig
höhere Zinsen in den USA den Greenback für Investoren attraktiver
machen, dürften sich europäische Investoren auf der Suche nach einer
höheren Rendite wieder verstärkt den USA zuwenden.
1
2
Beitrag von Vontobel Research
Beitrag von GodmodeTrader (www.godmode-trader.de)
6
mehrwert Oktober 2014
Markt im Fokus
Schwellenländer erhöhen Reformtakt
Emerging Markets verfügen über ein großes Aufholpotenzial, doch die Regionen sollten
sorgfältig gewählt werden. Aussichtsreich sind Schwellenländer, die tiefgreifende Reformen
vorantreiben. Ihre Zinsniveaus und potenziellen Devisenaufwertungen könnten
zusätzliche Renditequellen erschließen.
Großes Aufholpotenzial – volatile
Wachstumsraten
Schwellenländer verfügen zweifelsfrei über
ein großes wirtschaftliches Aufholpotenzial.
Der noch niedrige Entwicklungsstand äußert
sich üblicherweise in einem relativ niedrigen
Pro-Kopf-Einkommen, einem geringeren ProKopf-Sparkapital, einer insgesamt spärlicheren Liquiditätsausstattung und höheren Inflationsraten. Das Wirtschaftswachstum kann
durchaus volatil sein, weshalb Investments in
die Emerging Markets auch mit einem höheren Risiko verbunden sind. Als Paradebeispiel
könnte man hier Argentinien nennen, das
bereits zum zweiten Mal zahlungsunfähig
geworden ist, oder Russland, das sich derzeit
zunehmend in den Ukraine-Konflikt verstrickt
und dessen weitere Entwicklung erst einmal
abzuwarten bleibt.
Zinsniveaus bleiben attraktiv
In jüngster Vergangenheit stiegen so bei
vielen Schwellenländern die Leistungsbilanzdefizite immer weiter an und 2013 wurde
schließlich der höchste defizitäre Stand seit
der Asienkrise 1997/1998 erreicht. Für eine
Volkswirtschaft bedeutet ein steigendes Leistungsbilanzdefizit, dass der Schuldenberg von
Jahr zu Jahr wächst und sich so einerseits
der Refinanzierungsbedarf und andererseits
die Verwundbarkeit in Bezug auf mögliche
Marktturbulenzen erhöht. Denn potenzielle
Geldgeber – also Investoren – reagieren sensibel auf ein schwieriger werdendes Marktumfeld und lassen die eigentlich vielversprechende Region oft schnell wieder im Stich.
Dabei wird das Risiko in den meisten Fällen
marktgerecht entschädigt: Emerging Markets
zeichnen sich grundsätzlich durch ein deutlich höheres Zinsniveau aus als Industrienationen. Einen besonderen Einfluss auf Schwellenländerrenditen haben dabei die Zinsniveaus
der Industrienationen: Sie stellen für die
Schwellenländer Opportunitätskosten dar. So
machen beispielsweise steigende US-Renditen
wegen eines geringeren Risikos die Renditen
von Anlagen in Emerging Markets unattraktiver. 2013 führte der Anstieg der US-Renditen
auf rund 3 % zu massiven Kapitalabflüssen aus
den Emerging Markets, wobei insbesondere
Schwellenländeranleihen und -währungen in
Mitleidenschaft gezogen wurden. Einige Zentralbanken aufstrebender Wirtschaftsregionen
griffen daraufhin sogar in ihren Devisenmarkt
ein und erhöhten die Leitzinsen, um letztlich
ihre Währungen zu stützen (Quelle: Vontobel
Asset Management, September 2014).
Die Investoren fassten jedoch schnell wieder
Vertrauen und so kam es bald zu erfreulichen
Mittelrückflüssen. Verantwortlich dafür waren
vor allem die Liquiditätsspritzen der Notenbanken aus entwickelten Regionen, die dazu
führten, dass die Renditen der Industrienationen auf anhaltend niedrigem Niveau
verharrten und den Investorenblick automatisch zurück auf Schwellenländer lenkten.
Zwar gaben auch deren Renditen nach (bei
Anleihen in den entsprechenden Landeswährungen kam es zu einem Rückgang von knapp
10 % auf 5,2 %), dies hatte jedoch einen
willkommenen Nebeneffekt: Dank der rückläufigen Zinsen konnte man in einigen aufstrebenden Volkswirtschaften die Löcher der
Leistungsbilanzdefizite günstig stopfen und so
wiederum eine gute Ausgangslage schaffen
(vgl. Grafik 1).
Die realen Renditen sind indes auch nicht zu
stark zurückgegangen, sodass die Zinsniveaus
der Emerging Markets im Vergleich zu jenen
von Industrienationen weiter attraktiv bleiben. Grafik 2 zeigt, dass sich die realen Leitzinsen von Schwellenländern nach wie vor
deutlich über jenen von Industrieländern und
auch deutlich über ihren eigenen Niveaus der
Jahre 2010 bis 2013 befinden. Insbesondere
die Zinsniveaus von Brasilien, Indien, Südafrika und der Türkei sind derzeit als hoch
anzusehen. Aus Investorensicht dürfte eine
grundsätzliche Attraktivität von Anleihen bestimmter Schwellenländer bestehen bleiben,
denn vieles deutet darauf hin, dass es in
absehbarer Zeit zu keinem starken Renditeanstieg von Seiten der Industrie­staaten kommen
wird (Quelle: Vontobel Asset Management,
Oktober 2014).
Grafik 1: Rückläufige Leistungsbilanzdefizite
in den Schwellenländern
5
4
In Prozent des BIP (gewichtet nach EMBI)
Welche Kriterien machen ein Schwellenland
zum Schwellenland? Und ab wann spricht
man von einer Industrienation? Tatsächlich
gibt es keine global verbindliche Definition.
Der Internationale Währungsfonds bezeichnet insgesamt 150 Länder als »bedeutsam
industrialisierte« und »sich entwickelnde«
Ökonomien, während die Weltbank 46 Staaten als »Schwellenländer« betitelt. Andere
Quellen ordnen der im Finanzjargon oft mit
dem Etikett »Emerging Markets« versehenen Kategorie 20 bis 30 Länder zu. Typische
Emerging Markets sind Argentinien, Brasilien,
Mexiko und Chile sowie China, Malaysia und
Thailand. Der Weltbank zufolge sind Schwellenländer eigentlich noch den Entwicklungsländern zuzurechnen, befinden sich jedoch
schon auf einem guten Weg hin zur Industrienation. Da sich Märkte und Strukturen der
Emerging Markets auf einem viel niedrigeren
Reifestand befinden als die der Industrienationen, fallen deren Fortschritt und Wachstumsraten in der Regel hoch aus.
3
2
1
0
–1
–2
–3
–4
–5
93
96
98
00
02
04
06
08
10
12
Leistungsbilanzen der Schwellenländer
Quelle: Thomson Reuters Datastream, Vontobel
Asset Management, September 2014
14
7
mehrwert Oktober 2014
Markt im Fokus
Starke Kapitalrückflüsse stützen lokale
Währungen
Die Sorgen, die das Anlegervertrauen zunächst belastet hatten, sind nun wieder in
den Hintergrund getreten. Aufgrund des
Anstiegs der Nominal- und Realzinsen Ende
2013 stabilisierten sich auch die lokalen Währungen vieler aufstrebender Regionen. Das
Umfeld bleibt günstig: Einerseits ist mit weiterhin starken Kapitalrückflüssen der Investoren zu rechnen, andererseits fungiert die
anhaltende Ausweitung der globalen Liquidität in Kombination mit den tiefen Renditen der Industrieländer als Währungsstütze.
Gemäß den Experten des Vontobel Asset
Management dürfte sich dieses – für die Stärkung von Schwellenländerwährungen vielversprechende – Klima in naher Zukunft auch
nicht ändern, weil eine restriktivere Geldpolitik der entwickelten Volkswirtschaften weit
entfernt zu sein scheint. Zudem lässt sich eine
graduelle Verbesserung der Fundamentaldaten in einigen Schwellenländern feststellen, was nicht nur weiteres Kapital anlockt,
sondern auch einen weiteren Abbau der
Leistungsbilanzdefizite in Aussicht stellt
(Quelle: Vontobel Asset Management, September 2014).
Doch attraktive Realzinsen und ein insbesondere durch externe Zinseinflüsse herbeigeführter Abbau des Leistungsbilanzdefizites
sollten nicht die einzigen Kriterien zur Attraktivitätsbestimmung einer Anlageregion sein.
Grafik 2: Reale Leitzinsen liegen deutlich
über den Niveaus von 2010 bis 2013
Es gilt das künftige Wirtschaftswachstum
abzuschätzen und mögliche Gründe dafür
zu analysieren, dass der Wirtschaftsmotor
bestimmter Schwellenländer – die zu Recht als
aussichtsreich gegolten hatten – dennoch ins
Stottern geriet. Das Ausbleiben nötiger Reformen könnte eine naheliegende Erklärung sein.
Reformen sind produktivitätssteigernde Maßnahmen und in der Regel von politischer oder
struktureller Natur. Sie bilden oft erst die Voraussetzung für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Deshalb sollte man bei der Wahl
einer Anlageregion selektiv vorgehen und
in erster Linie nach Emerging Markets Ausschau halten, deren aktuelle oder zukünftige
Regierung gewissenhaft Strukturreformen in
Angriff nimmt.
Reformen: die Grundlage für
Produktivitätssteigerungen
Das derzeit prominenteste Beispiel für politisch getriebene Wirtschaftsreformen ist wohl
China. Der neue Regierungschef Xi treibt
seine Strukturreformen energisch und entschlossen voran. So will die Volksrepublik beispielsweise auf privatwirtschaftliche Sektoren
setzen und das Wachstum neuerer Branchen
fördern (Quelle: NSBO, September 2014; eine
detaillierte Experteneinschätzung zur aktuellen Chinapolitik finden Sie im Exklus-Ivinterview auf Seite 10).
Für weitere reformwillige Entwicklungskandidaten scheinen die Zeichen ebenfalls gut zu
Auch in Lateinamerika ist man reformwillig.
In Brasilien wird es seit 20 Jahren wieder ein
traditionelles Duell um die Präsidentenwahl
geben. Der amtierenden Präsidentin Dilma
Rousseff steht nach den Vorwahlen überraschend der Sozialdemokrat Aécio Neves
Grafik 3: Mexiko dürfte von der Konjunkturbeschleunigung in den USA profitieren
8
6
6
5
4
4
3
2
2
In Prozent
In Prozent (ungewichteter Durchschnitt)
stehen. Indien stellt sich nach seinem Regierungswechsel den gewaltigen Herausforderungen, zu denen die Vetternwirtschaft, die
Inflation und die marode Infrastruktur gehören. Dem neuen Premierminister Narendra
Modi werden tiefgreifende Reformen, die
zu einer wirtschaftsfreundlicheren Regierung
führen, durchaus zugetraut. In Indonesien
wird Joko Widono in wenigen Wochen sein
Präsidentenamt antreten, der bereits einen
ausgefeilten Plan in der Tasche hat: Um die
sich immer weiter abkühlende Wirtschaft wiederzubeleben, will er staatliche Subventionen
abbauen und im Gegenzug strukturelle Reformen durchsetzen, um unter anderem Investoren aus dem Ausland anzulocken. Malaysia
will seinerseits bis 2020 zu einem Land für
Besserverdienende werden und dürfte in
der zweiten Hälfte des Jahres 2015 bereits
den elften Fünfjahresplan vorlegen. Zu den
»High Income«-Ländern zählten im Jahr 2013
per Definition der Weltbank jene mit einem
Pro-Kopf-Einkommen von mindestens 12.746
US-Dollar pro Jahr, wovon Malaysia mit
10.400 US-Dollar nicht mehr allzu weit
entfernt ist (Quelle: Bloomberg Economics
Overviews, August/September 2014).
1
0
0
–2
–4
–1
–6
–2
07
08
09
10
11
12
13
Industrieländer
Schwellenländer
Brasilien, Indien, Indonesien, Südafrika und Türkei
Quelle: Thomson Reuters Datastream, Vontobel
Asset Management, September 2014
14
–8
2008
2009
Mexikanisches Wirtschaftswachstum
2010
2011
Vontobel-Prognose
2012
2013
Regressionsschätzung
Quelle: Thomson Reuters Datastream, Vontobel Asset Management,
September 2014
2014
2015e
e = Vontobel-Schätzung
8
mehrwert Oktober 2014
Markt im Fokus
gegenüber. Anleger hoffen auf ein ein besseres Investitionsklima und tiefgreifende Reformen, die Vetternwirtschaft und Korruption
beenden sollen. Mexiko ist da schon einen
Schritt weiter: Es steht kurz davor, seine staatlich kontrollierte Ölindustrie für ausländische
Unternehmen zu öffnen – eine Maßnahme,
die laut Internationalem Währungsfonds das
potenzielle Wachstum des Landes um 0,5 Prozentpunkte erhöhen könnte. Die VontobelExperten gehen für 2015 von einer deutlichen
Wirtschaftsbeschleunigung Mexikos auf 4 %
aus (vgl. Grafik 3).
Währungen und Zinsen sind mögliche
Renditequellen
Nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr
2014 erwarten die Vontobel-Experten bei
Schwellenländern eine bis Ende 2015 anhaltende Konjunkturbeschleunigung auf 4,8 %
(Stand: September 2014). Allerdings sollte
man als Investor mögliche Divergenzen zwischen den Ländern berücksichtigen und bei
der Länderauswahl selektiv vorgehen. So
könnten aussichtsreiche Regionen, die bereits
tiefgreifende Strukturreformen in Angriff genommen oder angekündigt haben, Chancen
bieten.
Eine clevere Zins-Währungskombination
Dank einer sorgfältigen Länderauswahl könnte
man einerseits von einem hohen Zinsniveau und andererseits von einer möglichen
Wechselkurssteigerung profitieren. Das Partizipations-Zertifikat auf einen »Emerging
Markets Local Currencies«-Bondbasket mit
der WKN VZ6SBE macht sich gleich beide
Chancen zunutze. So liegen dem TrackerZertifikat Emerging-Markets-Anleihen der
Länder Brasilien, Mexiko, Indien, Indonesien
und China zugrunde. Dank der während der
zweieinhalbjährigen Produktlaufzeit einverleibten Kuponzahlungen aus den Bonds und
der Anleiheentwicklungen wird eine Partizipation an einer möglichen positiven Wertentwicklung des gleich gewichteten Bondbaskets denkbar. Da die im Basket enthaltenen
Emerging-Markets-Anleihen in ihren lokalen
Währungen notieren, könnte man außerdem
von einer möglichen Aufwertung der entsprechenden Währungen gegenüber dem Euro
profitieren (vgl. Grafik 4).
Produkteckdaten
Partizipationszertifikat auf einen »Emerging Markets Local
Currencies«-Bondbasket
Basiswert
»Emerging Markets Local Currencies«-Bondbasket
WKN / ISIN
VZ6SBE/DE000VZ6SBE2
Managementgebühr
0,25% p.a.
Ausgabetag
24.10.2014
Bewertungstag / Fälligkeitstag
22.02.2017/27.02.2017
Ausgabepreis
EUR 985,00 zzgl. Ausgabeaufschlag EUR 15,00
Zeichnungsfrist
bis 23.10.2014, 12:00 Uhr
*Stand am 15.10.2014. Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in dieses Produkt keine laufenden Erträge anfallen. Das Produkt ist nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals
möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust. Das Zertifikat
partizipiert unter Berücksichtigung der Managementgebühr an der Entwicklung des zugrunde liegenden Index. Daher
können, auch bei einer günstigen Indexentwicklung, Verluste, theoretisch bis hin zum Totalverlust, entstehen.
Grafik 4: Partizipations-Zertifkat auf einen »Emerging Markets Local Currencies«Bondbasket – Rückzahlung am Laufzeitende
Gleich gewichteter Bondbasket
Wertentwicklung über die Laufzeit = Gesamteffekt aus Kuponzahlungen plus Kursentwicklung der Anleihen
plus Wechselkursentwicklungen der lokalen Währungen (gegenüber der Anlagewährung Schweizer Franken)
In Summe positiv
In Summe negativ
Rückzahlung
Emissionspreis plus positive Korbentwicklung
Rückzahlung
Emissionspreis abzügl. negative Korbentwicklung
Quelle: Vontobel
Zusammensetzung des »Emerging Markets Local Currencies«-Bondbaskets bei Anfangsfixierung
Emerging-Markets-Anleihe
*
10,50 % EIB
** 10,00 % IBRD
Verfall
ISIN
Moody’s
Währung
21.12.2017
XS1014703851
Aaa
BRL
31.01.2018
XS1023246843
Aaa
BRL
8,50 % General Electric Capital
06.04.2018
XS0356838952
A1
MXN
6,00 % America Movil SAB
09.06.2019
XS1075312204
A2
MXN
** 7,00 % African Development Bank
06.03.2017
XS1039434425
Aaa
IDR
** 8,00 % Export-Import Bank Korea
15.05.2018
XS1100299855
Aa3
IDR
**7,80 % International Finance Corp.
03.06.2019
US45950VCV62
Aaa
INR
** 6,00 % Inter-American Dev. Bank
05.09.2017
XS1103713654
Aaa
INR
4,15 % Baosteel Group Corp.
01.03.2017
HK0000103942
A3
CNY
3,85 % Bank of China Ltd. Paris
15.07.2019
XS1087848906
A1
CNY
*Zahlungen in EUR **Zahlungen in USD
9
mehrwert Oktober 2014
Markt im Fokus
In aussichtsreiche Infrastrukturbranchen
Chinas investieren
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die
chinesische Regierung ihre Wirtschaft weiterhin stark beeinflussen wird. Einzelne Unternehmen und ganze Branchen werden voraussichtlich auch künftig durch weitreichende
Strukturmaßnahmen vorangetrieben werden.
Aus der Kenntnis und näheren Analyse einzelner wirtschaftspolitischer Strukturmaßnahmen dürften sich folglich auch interessante Anlagethemen ableiten lassen. Daher
hat Vontobel mit NSBO, einem Spezialisten
im Bereich »China Policy Research«, einen
kompetenten Partner hinzugezogen. NSBO
ermittelt diejenigen Sektoren und Unternehmen, die am meisten von den künftigen wirtschaftspolitischen Ausrichtungen und Maßnahmen der chinesischen Regierung und
Verwaltung profitieren könnten.
gerungen des Index, aber auch an möglichen
Verlusten. Das Index-Zertifikat hat keine Laufzeitbegrenzung und notiert in EUR.
Der »Vontobel China Policy PerformanceIndex« reflektiert die Wertentwicklungen
der Aktien von Unternehmen, die von NSBO
identifiziert wurden. Die Indexmitglieder werden an den jeweiligen Anpassungstagen zu
gleichen Teilen gewichtet. Selbstverständlich
wird auch der Diversifikation Rechnung getragen. So müssen zu jedem Zeitpunkt mindestens vier unterschiedliche Sektoren im Index
vertreten sein. Die Startzusammensetzung des
Index sowie fortlaufende Anpassungen an den
halbjährlichen Stichtagen erfolgen nach einem
festen Indexleitfaden. Zudem fließen bei der
Aktienauswahl nicht nur qualitative, sondern
auch quantitative Kriterien wie Unternehmensgröße und Liquidität ein (weitere Indexdetails finden Sie unter www.solcative.com).
*Stand am 15.10.2014. Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in dieses Produkt keine laufenden Erträge anfallen. Das Produkt ist nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals
möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust. Das Zertifikat
partizipiert unter Berücksichtigung der Managementgebühr an der Entwicklung des zugrunde liegenden Index. Daher
können, auch bei einer günstigen Indexentwicklung, Verluste, theoretisch bis hin zum Totalverlust, entstehen.
Mit dem Open End Index-Zertifikat auf den
»Vontobel China Policy Performance-Index«
können Investoren in dieses interessante
Anlagethema investieren. Dabei partizipieren sie nahezu 1:1 an potenziellen Kursstei-
Weitere Informationen: Der Emittent dieser
Produkte ist die Vontobel Financial Products GmbH,
Frankfurt am Main, Garant ist die Vontobel Holding AG,
Zürich.
Listing im Freiverkehr der Börse Frankfurt Zertifikate
Premium und EUWAX® (Stuttgart).
Weitere Informationen sowie den allein maßgeblichen
Wertpapierprospekt zum Produkt finden Sie unter
www.vontobel-zertifikate.de.
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in
diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapitalgeschützt,
im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des
eingesetzten Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. der Garantin
droht dem Anleger ein Geldverlust. Da die
Zertifikate und der Index in EUR denominiert
sind, während die Indexbestandteile auf Hong
Kong Dollar, Singapur Dollar und USD lauten,
unterliegt das Produkt den entsprechenden
Währungsrisiken.
Produkteckdaten
Open End Partizipations-Zertifikat
auf den Vontobel China Policy Performance-Index
Basiswert
Vontobel China Policy Performance-Index
Handelswährung
EUR
Anfänglicher Ausgabepreis
EUR 119,89
Ausgabeaufschlag
Keiner
WKN / ISIN
VZ60CP / DE000VZ60CP6
Emissionstag / Valuta
09.10.2014 / 16.10.2014
Laufzeit
Open End
Börse
Freiverkehr Börse Frankfurt Zertifikate Premium und EUWAX® (Stuttgart)
Managementgebühr
1,50 % p. a.
Der Index ist gleichgewichtet und setzt sich zum Start wie folgt zusammen:
Unternehmen
Sektor
SINO LAND CO LTD ORD
KUNLUN ENERGY CO LTD
CHINA EVERBRIGHT INTERNATIONAL LTD
GUANGDONG INVESTMENT
SHANGHAI INDUSTRIAL HOLDINGS LTD
BEIJING ENTERPRISES WATER GROUP LTD
CHINA GAS HOLDINGS LTD
CHINA RAILWAY GROUP LTD
BEIJING ENTERPRISES HOLDINGS LTD
SIHUAN PHARMACEUTICAL HLDGS GRP ORD
CHINA OVERSEAS LAND & INVESTMENT LTD
ZTE CORP
SINOPHARM GROUP CO LTD
CHINA RESOURCES LAND LTD
CHINA RAILWAY CONSTRUCTION CORP LTD
CHINA SOUTH LOCOMOTIVE & ROLLING STOCK CORP LTD
AAC TECHNOLOGIES HOLDINGS INC
FIH MOBILE LTD
SHANGHAI FOSUN PHARMACEUTICAL GROUP CO LTD
ENN ENERGY HOLDINGS LTD
GAS Index
GAS Index
GAS Index
PHARMA Index
PHARMA Index
PHARMA Index
PROP Index
PROP Index
PROP Index
RAIL Index
RAIL Index
RAIL Index
SOES Index
SOES Index
SOES Index
TEQUIP Index
TEQUIP Index
TEQUIP Index
WATER Index
WATER Index
Gewichtung
4,93%
4,14%
5,02%
4,94%
4,49%
5,34%
5,07%
4,85%
4,34%
6,36%
5,36%
5,34%
6,12%
5,43%
4,57%
5,39%
4,47%
4,64%
4,49%
4,72%
Kompakt
Einige Schwellenländer treiben ihre tiefgreifenden Strukturreformen energisch voran, um so
die Grundlage für einen nachhaltig funktionierenden Wachstumsmotor zu schaffen. Mit den
attraktiven Zinsniveaus und einem möglichen Aufwärtsdruck der Währungen könnte man
interessante Renditequellen erschließen.
10
mehrwert Oktober 2014
Exklusiv-Interview
»Aus den staatlichen Industrien Chinas sollen
privatwirtschaftlich orientierte Sektoren werden.«
mehrwert: 2013 kam es in China zu einem
Regierungswechsel. Was hat sich dadurch
geändert?
Wenn es um die Durchsetzung von Reformen
geht, tritt Präsident Xi grundsätzlich stärker
auf als sein Vorgänger Hu. Fortschritte lassen
sich bei der Bekämpfung der Korruption
erkennen, die sich letztlich als weitreichender und langwieriger herausgestellt hat als
erwartet. Auch die Orientierung an Marktpreisen im Bereich der Wirtschaft und der
Finanzmärkte als Ganzes schreitet voran und
es ist eine Öffnung für die Privatindustrie und
für Investitionen zu verzeichnen. Unbestritten
ist aber die größte Veränderung: Es wird ein
geringeres Wachstum hingenommen, um
im Gegenzug die Reformziele erreichen zu
können.
Miranda Carr
Head of China Research NSBO –
North Square Blue Oak
NSBO ist eine FCA-regulierte Invest­
mentboutique mit Schwerpunkt auf
Chinapolitik, ereignis­gesteuerten
Strategien und ETF-Execution, die in
London und Peking tätig ist. Insbesondere am chinesischen Standort erstellt
NSBO umfassende, grundlegende
Makro­analysen sowie Research-Materialien zur Volksrepublik China und
zu ihrem wachsenden Einfluss auf die
Weltwirtschaft.
Miranda Carr, Head of China Research,
ist seit 2007 für NSBO tätig. In
Zusammen­a rbeit mit dem Pekinger
Büro gründete sie vor sechs Jahren
das integrierte »Chinese Government
Policy Research Centre«, das Anlegern
weltweit einzigartige Einblicke in die
Chinapolitik gewährt und entsprechende Analysen zu aktuellen Anlagethemen erstellt. Zuvor arbeitete
Miranda Carr mehrere Jahre als Senior
Investment Analyst bei verschiedenen
europäischen Investmentbanken.
mehrwert: Wie könnten Chinas Regierungsziele künftig aussehen?
mehrwert: Welche weiteren Szenarien sind
für die nächsten fünf Jahre denkbar?
Der Schwerpunkt wird weiter auf der
erfolgreichen Durchsetzung wirtschaftlicher
und politischer Reformen liegen – bei
gleichzeitiger Vermeidung finanzieller und
politischer Krisen. Das Hauptziel wird weiter
sein, aus alten, staatlichen Industrien neue,
konsumgetriebene und privatwirtschaftlich
orientierte Sektoren zu formen. Außerdem
schreitet die Urbanisierung fort: Familien­
angehörige aus ländlichen Gegenden folgen
ihren Verwandten in die Städte und die Verbesserung des individuellen Lebensstandards
gilt als langfristiges Hauptziel.
Die nächsten fünf Jahre stehen im Zeichen
eines noch viel größeren Wandels in China.
Die Kapitalmarktöffnung wird die Weichen
für mehr Investitionen aus dem Ausland und
ein stärkeres internationales Engagement
chinesischer Unternehmen stellen. Wir werden
einen substanziellen Wandel der Finanzmärkte
mit einem Wachstum der Aktien- und
Anleihemärkte erleben, wodurch sich die
Abhängigkeit von der Bankenfinanzierung
reduzieren lässt. Und so wird China auch von
einer geschlossenen Staatsökonomie zu einer
viel offeneren, privatwirtschaftlich orientierten
Struktur übergehen.
mehrwert: Welche Maßnahmen wurden
bislang getroffen und wie beeinflussen sie
die heutige Entwicklung der chinesischen
Wirtschaft?
Drei Bereiche stehen im Vordergrund:
erstens der Finanzmarkt, zweitens die
Staatsbetriebe und drittens der Grundbesitz.
Die Finanzmarkt­reform ist im Gange; sie
verändert einerseits die Art, wie Betriebe ihre
Mittel aufbringen, und stellt andererseits
inländischen Investoren mehr Optionen in
Aussicht. Die Industrie­reformen sind das
Schlüsselthema dieses Jahres und werden
viele der großen Staatsindustrien Chinas
drastisch verändern. Die Grundbesitz­
reformen sind demgegenüber eher langfristig
ausgerichtet und haben derzeit nur eine
begrenzte Wirkung.
mehrwert: Wie schätzen Sie die Entwicklung
der chinesischen Wirtschaft generell ein?
Zurzeit befindet sich China in einer schwierigen
Phase, was auf die Antikorruptions- und
Sparmaßnahmen sowie auf sich verschlechternde ältere Wirtschaftszweige wie Kohle
und Stahl zurückzuführen ist. Das Wachstum
neuerer Bereiche – beispielsweise saubere
Energien, Dienstleistungen, Technologie und
Telekommunikation – wirkt dem entgegen,
wobei viele dieser Branchen derzeit aber
noch einen geringen positiven Beitrag leisten.
Somit ist die Stabilisierung des Grundstückmarktes zentral – und trägt wesentlich dazu
bei, ein Wachstum von über 7 % zu halten.
mehrwert: Welche Branchen könnten
profitieren?
Die Sektoren mit dem langfristig größten
Wachstumspotenzial sind neue Technologien,
Konsumgüter und Dienstleistungen. Wie
Alibabas Börsengang gezeigt hat, werden
zudem E-Commerce, Technologie und
Software stark unterstützt und wir erwarten
in diesen Bereichen demnächst ein Wachstum von jährlich über 30 %. Darüber hinaus
werden saubere Energien wie Kernenergie,
Gas, Windkraft und Solarenergie massiv
gefördert, um Chinas chronischer Umweltverschmutzung beizukommen. Was den
Konsum betrifft, sind nicht nur Einzelhandels­
unternehmen von Interesse, sondern auch
Sektoren, die direkt dem Urbanisationsthema
in die Hände spielen, etwa das Gesundheits­
wesen, die Bildung und Unternehmensdienstleistungen. Hinzu kommt, dass die Chinesen
immer reicher werden und gleichzeitig mehr
Freizeit haben. Reisen und Unterhaltung
werden daher einen größeren Teil der Ausgaben für sich beanspruchen. Im Bereich der
Services werden Finanzdienstleistungen wie
Asset-Management, Investmentbanking und
mobile Bezahlung immer wichtiger, Unter­
nehmensservices wie Logistik und Marketing
dürften aber das stärkste Wachstum erfahren.
11
mehrwert Oktober 2014
Exklusiv-Interview
mehrwert: Welche potenziellen Hindernisse
könnten die Maßnahmen gefährden?
Die Hauptsorge gilt der Dauer der Reformen.
Obwohl die Regierung unter Präsident Xi
gezeigt hat, dass sie viel energischer auf
Ziele hinzuarbeiten weiß, müssen noch
viele Hürden überwunden werden. Dazu
gehören Staatsbetriebe, die nur widerwillig
Marktanteile abgeben, oder lokale
Regierungs­beamte, die an ihrem Bezirk und
ihren Geschäftstätigkeiten festhalten. Eine
sofortige Liberalisierung und Durchsetzung
der Reformen würden das Land destabilisieren. Wenn es aber zu lange dauert, wird
China kämpfen müssen, um eine weitere
Krise abzuwenden.
mehrwert: Und ein möglicher freier Handel
chinesischer Aktien durch ausländische
Investoren?
Der Shanghai-Hong Kong Stock Connect
wird im Oktober eingerichtet sein: ein
wichtiger Schritt nach vorne, um aus­
ländischen Investoren einen Marktzugang
zu ermöglichen. Auch wenn einige Fragen,
etwa die Besteuerung, noch offen sind und
ein Handels­abkommen weiterhin aussteht,
werden deutlich mehr Unternehmen einen
leichteren Investitionszugang zu China
erhalten. Sektoren wie die Pharmaindustrie,
Konsumdienstleistungen und die Medien
Das Open End Index-Zertifikat auf den
DAXglobal® China Urbanization PerformanceIndex (VT0GXX) ermöglicht ein diversi­fiziertes
Investment in das Entwicklungspotenzial
Chinas. Da das Zertifikat und der Index in
EUR denominiert sind, während die Indexbestandteile auf Hong Kong Dollar, Singapur
Dollar und USD lauten, unterliegt das Produkt
neben den unten aufgeführten Risiken auch
den entsprechenden Währungsrisiken.
Weitere Informationen: Der Emittent dieser
Produkte ist die Vontobel Financial Products GmbH,
Frankfurt am Main, Garant ist die Vontobel Holding AG,
Zürich.
Listing im Freiverkehr der Börse Frankfurt Zertifikate
Premium und EUWAX® (Stuttgart).
Weitere Informationen sowie den allein maßgeblichen
Wertpapierprospekt zum Produkt finden Sie unter
www.vontobel-zertifikate.de.
dürften davon profitieren, denn hier bestehen
begrenzte Möglichkeiten von Seiten des
Hongkong-Marktes. Ausländischen Anlegern
wird in Zukunft deutlich mehr Zugang
gewährt werden, die Kapitalverkehrskontrollen
dürften aber ein Hemmnis bleiben.
mehrwert: Wie könnten die Maßnahmen
den chinesischen Aktien- und Anleihemarkt
beeinflussen?
Chinas Kapitalmarkt erhält nun viel stärkeren
Rückenwind von Regierungsseite, denn er
spielt eine Schlüsselrolle bei marktorientierten
Reformen und einer Erhöhung der Trans­
parenz in der Wirtschaft. Die Unterstützung
schließt den Übergang zu marktpreislich
bewerteten Verbindlichkeiten ein, sodass
mehr Unternehmen ihr Aktienkapital erhöhen
können und das ganze Unternehmensumfeld
transparenter und effizienter wird. Die im
Verhältnis zur chinesischen Wirtschaft derzeit
noch kleinen Dimensionen des Aktien- und
Anleihemarktes erschweren diese Aufgabe,
doch zumindest bewegen wir uns in die
richtige Richtung.
mehrwert: Wie könnten geopolitische
Konflikte Chinas Wirtschaft beeinflussen?
Indien, den Vereinigten Staaten, Europa und
den benachbarten südostasiatischen Staaten,
was den Handel und die Investitionen
kurzfristig beeinflusst. Die USA sind Chinas
wichtigster Handelspartner und Uneinigkeit
hinsichtlich des Marktzuganges, der Internetsicherheit, des Südchinesischen Meeres, des
Wettbewerbes und des Handels spitzen sich
jeweils im Jahresverlauf zu und beruhigen
sich während des jährlich stattfindenden
strategischen Wirtschaftsdialogs wieder. Eine
längerfristige Eskalation würde beiden Volkswirtschaften schaden.
mehrwert: Was ist Chinas Rolle im Territorial­
konflikt um das Südchinesische Meer?
China versucht, die aus eigener Sicht
legitimen Rechte im Südchinesischen Meer
geltend zu machen, um auf den zunehmenden Einfluss der USA in dieser Region zu
reagieren, den es als störenden Eingriff in ihr
historisches Einflussgebiet wahrnimmt, und
dies geht wohl definitiv über das international
Akzeptierbare hinaus. Dabei könnte es
sich aber auch um eine Verhandlungstaktik
handeln, denn man kann die Ausgangsbedingungen für eine Einigung verbessern, wenn
man Rechtsansprüche bis zur Höchstgrenze
ausreizt.
Chinas wirtschaftlicher Aufwind erhöht das
geopolitische Konfliktpotenzial. So kam es in
den letzten Jahren zu Spannungen mit Japan,
Produktdetails
Index-Zertifikat auf den DAXglobal® China Urbanization Performance-Index
Basiswert
DAXglobal® China Urbanization Performance-Index
WKN / ISIN
VT0GXX / DE000VT0GXX2
Emissionstag / Valuta
29.03.2010 / 06.04.2010
Laufzeit
Open End
Börse
Freiverkehr Börse Frankfurt Zertifikate Premium und EUWAX® (Stuttgart)
Indexsponsor
Deutsche Börse AG
Managementgebühr
1,20 % p. a.
Aktueller Briefkurs*
EUR 153,00
*Stand am 14.10.2014.
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in dieses Produkt keine laufenden Erträge anfallen. Das Produkt ist
nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten droht dem Anleger ein Geldverlust. Das Zertifikat partizipiert unter
Berücksichtigung der Managementgebühr an der Entwicklung des zugrunde liegenden Index. Daher können, auch
bei einer günstigen Indexentwicklung, Verluste, theoretisch bis hin zum Totalverlust, entstehen.
12
mehrwert Oktober 2014
Charts des Monats
EUR/USD und Daimler im Fokus
Kursverlauf vom 13.10.2009 bis 13.10.2014
1,500
1,400
USD
1,337
1,333
1,300
1,266
1,200
09
10
11
EUR/USD
12
13
14
gleitender Durchschnitt (50 Tage)
gleitender Durchschnitt (200 Tage)
Kursstand: USD 1,266; Stand am 13.10.2014.
Mini-Futures2 auf EUR/USD
Hebel 1
Basispreis 1 Stop-Loss 1
(in EUR ) (in EUR )
WKN
Basiswert Typ
VZ6H49
EUR/USD Long 1,1979
1,2151
17,61
VZ6H5A
EUR/USD Long 1,2089
1,2260
20,75
VZ4X0P
EUR/USD Short 1,3940
1,3740
10,20
VZ3VXJ
EUR/USD Short 1,4468
1,4254
7,15
Kursverlauf vom 13.10.2009 bis 13.10.2014
70,00
61,81
55,76
EUR
60,00
50,00
51,90
40,00
30,00
09
Daimler
10
11
12
13
14
gleitender Durchschnitt (50 Tage)
gleitender Durchschnitt (200 Tage)
Kursstand: EUR 55,76; Stand am 13.10.2014.
Bonus Cap Zertifikate2 auf Daimler
WKN
Basiswert BewerBarriere1 Bonustungstag (in EUR) level 1
(in EUR)
Bonusrendite
in % 1
VZ5WRN Daimler
19.06.15 44,00
76,00
12,68
VZ6B9H
18.09.15 44,00
72,00
14,70
Daimler
EUR/USD – Wo endet der Einbruch?
Das Devisenpaar EUR/USD stieg von Juli 2012
bis Mai 2014 in einer soliden Aufwärtsbewegung bis an den massiven langfristigen Widerstand bei USD 1,400 an, scheiterte jedoch an
dieser Hürde und setzte in einer ersten Korrektur unter die wichtige Kreuzunterstützung
bei USD 1,347 zurück. Dieses Verkaufssignal
sorgte seit Juli dieses Jahres für einen massiven
Kursrutsch, der EUR/USD unter die Unterstützungen bei USD 1,310 und USD 1,274
einbrechen ließ. Solange das Währungspaar
unterhalb von USD 1,300 notiert, ist dieser
Abwärtstrend uneingeschränkt intakt und es
ist mit weiteren Verlusten bis USD 1,244 zu
rechnen. Erst auf diesem Niveau könnte es zu
einer nachhaltigen Bodenbildung kommen.
Sollte die langfristige Unterstützung bei USD
1,244 dagegen ebenfalls unterschritten werden, würde ein Einbruch bis an das Tief aus
dem Jahr 2012 bei USD 1,204 drohen. Stiege
EUR/USD jetzt dagegen über die Hürde bei
USD 1,280 an, käme es zu einer leichten
Gegenbewegung bis an die übergeordnete
Abwärtstrendlinie, die derzeit bei USD 1,300
verläuft. Von einer echten Entspannung der
Lage kann jedoch erst bei einem Ausbruch
über diese Marke gesprochen werden.
Daimler – Korrektur noch nicht überstanden
Die Aktie von Daimler beendete nach einem
bärischen Doppelhoch bei EUR 71,27 einen
monatelangen Aufwärtstrend, der den Wert
zuvor über den Widerstand bei EUR 53,95
und im September 2013 auch über das bisherige Allzeithoch bei EUR 59,09 geführt hatte.
Nach der Ausbildung der Trendwendeformation wurde im Juli 2014 auch die zentrale Aufwärtstrendlinie unterschritten und damit eine
scharfe Korrektur eingeleitet. Diese führte die
Aktien bis zur Unterstützung bei EUR 59,09
zurück, die zunächst verteidigt wurde. Die
anschließende Erholung scheiterte jedoch im
August an der Barriere bei EUR 66,00 und
der Wert fiel ausgehend vom Verlaufshoch
bei EUR 65,75 wieder deutlich zurück. Zuletzt
wurde auch die 59,09-Euro-Marke durchbrochen und damit ein Verkaufssignal gebildet,
in dessen Folge die Aktie von Daimler bis
EUR 53,95 einbrechen dürfte. Dort könnte
sich der übergeordnete Aufwärtstrend jedoch
fortsetzen. Ein Abverkauf unter die Marke
würde seinerseits für Verluste bis EUR 48,95
sprechen. Sollte es den Bullen dagegen gelingen, die 59,09-Euro-Marke zurückzuerobern,
könnte sich der Wert leicht erholen. In diesem
Fall könnte die Aktie an den starken Widerstand bei EUR 65,75 ansteigen.
Beitrag von BörseGo AG (www.boerse-go.de)
Wichtige Hinweise
Die hierin enthaltene Analyse wurde von BörseGo AG (www.boerse-go.de) erstellt und unverändert von der Bank Vontobel Europe AG (Vontobel) weitergegeben. Für den Inhalt ist ausschließlich die
angegebene Drittquelle verantwortlich. Weitere Informationen sowie die Offenlegung möglicher Interessenkonflikte sind der aufgeführten Website der Drittquelle zu entnehmen. Vontobel übernimmt
für den Inhalt, die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen keine Gewähr. Vontobel wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht überwacht. Die in diesem Dokument
enthaltenen Informationen dienen nur Informationszwecken und sind kein Angebot und keine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots oder zur Zeichnung, zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Sie
werden außerhalb einer etwaigen Vertragsbeziehung mitgeteilt, begründen zu keinem Zeitpunkt ein vertragliches Beratungs- oder Auskunftsverhältnis und beinhalten keine Anlage-, Steuer- oder sonstige
Beratung. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen sind keine »Finanzanalysen« im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes, genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung
der Unvoreingenommenheit der Finanzanalyse und unterliegen keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Sie können von den von Vontobel bzw. von Unternehmen der
Vontobel-Gruppe veröffentlichten Analysen abweichen.
Stand am 13.10.2014. 2 Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapital­geschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust
des eingesetzten Kapitals möglich. Auszahlungen sind abhängig von der Zahlungs­fähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten. Darüber hinaus ist der Anleger bei Nicht-Quanto-Produkten einem
Währungsrisiko ausgesetzt. Anleger sollten zudem beachten, dass es sich bei Hebelprodukten um besonders risikoreiche Instrumente der Vermögens­anlage handelt. Frühere Wertentwicklungen und
Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern und etwaige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus.
1
13
mehrwert Oktober 2014
Interview
Fünf Jahre FreeBuy-Preismodell der OnVista Bank
mehrwert: Herr Bußhaus, die OnVista Bank
feiert 2014 das fünfjährige Jubiläum des
FreeBuy-Preismodells. Sind Sie stolz auf das
Jubiläum?
Und wie! Als wir Mitte des Jahres 2009
mit der OnVista Bank als Nachfolgeinstitut
des Online-Brokers fimatex an den Start
gegangen sind, waren dies turbulente Zeiten.
Zum damaligen Zeitpunkt waren wir auf der
Suche nach einem attraktiven Preismodell, das
auf der einen Seite aktive Kunden belohnt
und sich auf der anderen Seite deutlich vom
Wettbewerb abhebt. Beides ist uns mit dem
FreeBuy-Preismodell gelungen. Bis heute
haben wir hiermit im Online-Broker-Markt
ein Alleinstellungsmerkmal und konnten
das fünfte Mal in Folge den Online-BrokerVergleichstest der Wochenpublikation
»€uro am Sonntag« gewinnen.
mehrwert: Wie werden die Kunden belohnt
bzw. welche Modelle gibt es?
Derzeit gibt es zwei FreeBuy-Preismodelle:
FreeBuy Cash und FreeBuy Trade. Im Modell
FreeBuy Cash bekommen Kunden je nach
ihrem durchschnittlichen Kontoguthaben bis
zu 30 Freikäufe pro Monat; bereits ab einem
durchschnittlichen Guthaben von EUR 2.000
gibt es zwei FreeBuys pro Monat. 2011
haben wir dann auf vielfachen Wunsch unserer sehr aktiven Kunden das Modell FreeBuy
Trade eingeführt, in dem abhängig von den
im Vormonat ausgeführten Transaktionen
bis zu 150 Freikäufe pro Monat gewährt
werden; bereits ab zehn Transaktionen gibt
es im Folgemonat fünf Freikäufe. Unsere
Kunden profitieren also einerseits von den
Freikäufen, andererseits von sehr günstigen
Orderprovisionen. Für Käufe ohne FreeBuys
bzw. Verkäufe werden EUR 5,99 + 0,23 %
vom Ordervolumen, maximal EUR 39, pro
Transaktion abgerechnet. Diese Modelle
gelten nicht nur im Direkthandel, z. B. mit
Vontobel, sondern für alle handelbaren Wertpapiere an allen deutschen Handelsplätzen!
Auch für Kunden, die ohne FreeBuys, dafür
jedoch zu extrem günstigen Pauschalpreisen
handeln möchten, haben wir etwas im
Angebot: unser 5 Euro Festpreis-Depot, mit
dem wir im März 2014 den ersten Platz in
der Teilkategorie »Konditionen« des OnlineBroker-Tests der Deutschen Gesellschaft für
Verbraucherstudien mbH gewinnen konnten.
mehrwert: Gibt es bei der OnVista Bank
weitere Besonderheiten?
Als einer der Pioniere im deutschen OnlineBroker-Markt bieten wir unseren Kunden
im Brokerage-Bereich eine sehr breite
Produktpalette an: Besonders stolz sind wir,
dass wir als erster Online-Broker seit 1997
Endkunden den Eurex-Handel mit Futures
und Optionen ermöglichen. 1998 haben
wir vor vielen anderen die Handelssoftware
GTS für Heavy­trader eingeführt, die von
unseren extrem aktiven Kunden äußerst
komfortabel genutzt werden kann. Auch
unsere Realtime-Pushkurse und -Nachrichten
werden, insbesondere für den Optionsschein- und Zertifikatehandel, intensiv in
Anspruch genommen. 2012 waren wir der
erste Online-Broker, der die Erhebung von
Ausgabeaufschlägen im Fondshandel über
die KAG generell abschaffte, d. h. auch hier
handeln unsere Kunden zu den günstigen
FreeBuy-Konditionen. Seit 2013 bieten wir
ca. 150 Fonds-, ETF-, ETC- und ZertifikateSparpläne an, die ab EUR 50 monatlich
komplett kostenfrei bespart werden können.
Zu diesen zählen auch drei Endlos-Zertifikate
von Vontobel, die die Regionen Osteuropa
und Asien abdecken. Zu guter Letzt ist
für unsere Kunden seit 2013 auch der
CFD-Handel möglich.
Gerne möchte ich an dieser Stelle aber auch
die enge Verzahnung mit dem Finanzportal
OnVista.de hervorheben. Durch die Integration von Informationen und Transaktion
schaffen wir für den Anleger eine enorme
Transparenz, dank derer er seine Anlage­
entscheidungen noch besser treffen kann.
Das ist einzigartig in Deutschland!
mehrwert: Woran arbeiten Sie gerade bzw.
was können Ihre Kunden in nächster Zeit
erwarten?
Da wir als kleiner Online-Broker schnell agieren
können, sind wir laufend auf der Suche nach
Trends und Innovationen im Brokerage-Markt.
Derzeit werden unser Webauftritt und unsere
Handelsoberfläche im Internet komplett
überarbeitet und wir gehen davon aus, dass
diese unseren Kunden noch in diesem Jahr
oder spätestens Anfang nächsten Jahres zur
Verfügung stehen werden. Hoch im Kurs
steht bei uns auch das Thema »Mobile«.
mehrwert: Herr Bußhaus, wir danken Ihnen
für das Gespräch.
Michael B. Bußhaus
Michael B. Bußhaus ist seit mehr als
18 Jahren in verschiedenen Positionen
bei Online-Banken und -Brokern tätig.
Seit 2009 ist er bei der OnVista Bank
als Generalbevollmächtigter und COO
für die Bereiche Marketing, Vertrieb,
Produkt- und Projektmanagement
sowie Kundenservice und Kommis­sionhandel verantwortlich.
14
mehrwert Oktober 2014
Know-how
Rauf oder runter? Nebensache!
Ein Gastbeitrag von Benjamin Feingold
Mit Hebelpapieren lassen sich die unterschiedlichsten Börsenstrategien umsetzen. Nicht immer muss
dabei die Kurserwartung vorher klar sein. Wer zum Beispiel einen Straddle mit Faktor-Zertifikaten
einsetzt, profitiert von starken Trendbewegungen in die eine oder andere Richtung – eine von
institu­tionellen Anlegern und Profitradern in unsicheren Zeiten gern genutzte Strategie.
Um auf Sicht einiger Tage oder Wochen mit
einer kräftigen Trendbewegung des Marktes
möglicherweise respektable Gewinne einzufahren, muss man nicht zwingend die Bewegungsrichtung prognostizieren. Ein guter Riecher
für die anstehende Dynamik reicht völlig aus.
Ob die Notierungen des ausgesuchten Index
oder Einzelwertes dann kräftig klettern oder
ordentlich einbrechen, spielt keine Rolle.
Ermöglicht werden solche Erträge ohne vorherige Festlegung auf eine Richtung durch
eine simple Strategie: den gleichzeitigen
Erwerb von Faktor-Zertifikaten in der Longund in der Short-Variante (Faktor-ZertifikateStraddle).
wir an, der DAX® steigt an drei Tagen in Folge
um jeweils 1,00 %. Ein zehnfach gehebeltes
Faktor-Long-Zertifikat würde dann an jedem
dieser drei Tage um rund 10 % steigen, und
zwar immer ausgehend vom zuletzt erreichten
Niveau.
Gewinne in beiden Richtungen
Die Hebelwirkung von Faktor-Zertifikaten auf
die Performance des Basiswertes wird täglich
durch Anpassung der Basis neu adjustiert, um
den Hebel konstant zu halten. Dabei ergibt
sich aber gleichzeitig ein Basiseffekt. Nehmen
Wie sieht es aber zeitgleich beim zehnfach
gehebelten Faktor-Short-Zertifikat mit einem
Startpreis von ebenfalls EUR 100 aus? Dieses
würde dreimal 10 % verlieren, jeweils auch
ausgehend vom zuletzt erreichten, jedoch –
im Gegensatz zum Faktor-Long-Zertifakt –
sinkenden Niveau. Am ersten Tag fiele der
Kurs um EUR 10 auf EUR 90, am zweiten Tag
um EUR 9 auf EUR 81 und am dritten Tag um
EUR 8,10 auf EUR 72,90. Insgesamt würde
sich der Verlust beim Short-Produkt somit auf
EUR 27,10 belaufen.
Benjamin Feingold
Benjamin Feingold gründete im
vergangenen Jahr zusammen mit
Daniel Saurenz das Investmentportal
»Feingold Research«, auf dem täglich
neue Investmentideen vorgestellt
werden. Nach dem Wirtschaftsstudium
arbeitete Benjamin Feingold jahrelang
in der Finanzanalyse und im Handel
verschiedener Banken, bevor er 2000
als Finanzredakteur zu Börse Online
und zur FTD kam, wo er für derivate
Produkte zuständig war. Zu seinen
zahlreichen Publikationen zählt auch
das im Finanzbuchverlag erschienene
Tradinghandbuch »Handeln mit Futures
und Optionen – Ein Leitfaden für den
Privatanleger«.
Mit einem angenommenen Startpreis von
EUR 100 ginge es also am ersten Tag auf
EUR 110 bergauf. Am zweiten Tag würde der
Gewinn schon bei EUR 11 liegen und der Kurs
auf EUR 121 klettern. Und am dritten Tag
würden mit einem Plus von EUR 12,10 bereits
EUR 133,10 erreicht. Insgesamt könnte der
Kursgewinn also bei EUR 33,10 liegen.
Nach drei Tagen hätte das Long-Papier folglich EUR 5,20 (EUR 33,10 – EUR 27,90) mehr
gewonnen als das Short-Papier verloren hätte.
Wer anfänglich jeweils eines der beiden Zertifikate für insgesamt EUR 200 erworben hätte,
könnte im idealisierten Beispiel nach drei
Tagen 2,60 % im Plus liegen – ansprechend
für eine Position ohne jede Richtungsfestlegung bei einer DAX®-Bewegung um 3,03 %
(drei Anstiege um je 1,00 %). Wohlgemerkt:
Hätte der DAX® im gleichen Maße verloren,
hätte ein identischer Gewinn entstehen können.
Die Strategie im Realitäts-Check
Kann das idealisierte Beispiel der Realität standhalten? Absolut. Wir von Feingold
Research haben uns verschiedene Zeiträume
angesehen, um diese Strategien einem Realitäts-Check zu unterziehen. So ging zum Beispiel vom 06.05.2014 bis zum 30.05.2014
der DAX® auf Rekordjagd und kletterte um
respektable 5,03 %. Mit einer simplen LongShort-Kombination aus Faktor-Zertifikaten
wären im gleichen Zeitraum ohne anfängliche
Richtungsvorhersage 7,66 % Performance
drin gewesen.
Dazu hätte man am 06.05.2014 beispielsweise jeweils rund EUR 2.500 in zehnfach
gehebelte Faktor-Long- und Faktor-ShortZertifikate investieren müssen. Konkret hätten 22 Long-Papiere für je EUR 112,50 und
31 Short-Papiere für je EUR 80,50 erworben
werden können. Die Gesamtinvestition hätte
dann genau EUR 4.970,50 betragen. Am
30.05.2014 hätten die 22 Long-Papiere für
je EUR 177 und die 31 Short-Papiere für je
EUR 47 veräußert werden können. Das hätte
einen potentiellen Gesamtverkaufserlös von
EUR 5.351 und mithin einen möglichen Gewinn
von 7,66 % ergeben.
Verkaufen, halten oder neu gewichten?
Ein Anleger, der die kurzfristige Trendbewegung am 30.05.2014 für ausgereizt hielt,
hätte alles verkaufen können. Wer jedoch weiter investiert bleiben wollte, hätte die Position
auch einfach beibehalten können. Allerdings
hätte dies zur Folge gehabt, dass sich das
Gewicht im Straddle nach der Kursbewegung
deutlich zugunsten der Faktor-Long-Position
verschoben hätte. In diesem Fall hätte es
daher sinnvoll sein können, durch eine entsprechende Neuaufteilung das Gleichgewicht
in den Positionen wieder herzustellen. Um mit
dem potentiell aufgelaufenen Gewinn weiter
voll investiert zu sein, hätte man am 30. Mai
sieben Long-Papiere veräußern und 26 ShortPapiere erwerben können. Die Long-Position
hätte dann aus 15 Papieren (den 22 ursprünglichen minus sieben verkauften Long-Papieren)
bestanden und die Short-Position aus 57 Papieren (den 31 ursprünglichen plus 26 neuen
Short-Papieren).
15
mehrwert Oktober 2014
Know-how
wert abwechselnd steigt und fällt, da sie dann
aufgrund des konstanten Hebels grundsätzlich zu Verlusten führen.
um immerhin 4,21 % an Wert einbüßen
können. Fazit: In zwei von drei Börsen­phasen
gewinnt die Faktor-Long-Short-Strategie,
nämlich in stark steigenden oder fallenden
Märkten. In Seitwärtsphasen entstehen da­ge­
gen grundsätzlich Verluste, die dafür umso
stärker sind, je höher der Hebel ausfällt.
Geringerer Hebel = weniger Chancen
und Risiken
Natürlich hätte der obige Realitäts-Check
vor allem durch den hohen Zehnerhebel so
attraktiv verlaufen können. Mit einer »lediglich«
achtfach gehebelten Kombination aus Faktor-­
Long- und Short-Zertifikaten hätten vom
06.05.2014 bis zum 30.05.2014 im Ideal­
fall 4,34 % Gewinn entstehen können, was
je nach Anlegererwartung bei einer fünf­
prozentigen DAX®-Bewegung für eine Position ohne Richtungsprognose auch schon ein
potentiell gutes Ergebnis gewesen wäre.
Bei der hier aufgezeigten Art von Investition führt also nicht die falsch prognostizierte
Bewegungsrichtung des Marktes zu Verlusten,
sondern eine streckenweise fehlende Trendrichtung des Basiswertes. Risikoerhöhend wirkt
sich in dieser Konstellation aus, dass Anleger
in zwei Faktor-Zertifikate mit dem gleichen
Hebel investiert sind, wodurch sich Verluste
möglicherweise kumulieren können.
Allerdings gibt es bei einer solchen Strategie durchaus erhebliche Risiken, die keinesfalls übersehen werden dürfen. Der eingangs
erwähnte Basiseffekt führt nämlich dazu, dass
einmal entstandene Kursverluste nicht vollständig wieder ausgeglichen werden, wenn
der Basiswert bei Long-Papieren seine Einbußen wieder aufholt bzw. bei Short-Papieren
seine Wertsteigerung wieder einbüßt. Das
bedeutet, dass Faktor-Zertifikate für Marktphasen ungeeignet sind, in denen der Basis-
Schauen wir zur Verdeutlichung dieser Risiken
auf einen anderen Zeitraum, nämlich den
vom 22.04.2014 bis zum 09.05.2014, in dem
der DAX® per Saldo nicht vom Fleck kam. In
diesem Zeitraum hätte das zehnfach gehebelte Long-Papier um 5,64 % von EUR 133
auf EUR 125,50 nachgegeben und das ShortPapier mit der WKN VZ9S10 wäre ebenfalls
um 2,78 % von EUR 72 auf EUR 70 gesunken.
Eine am 22.04.2014 gleich gewichtete Position
aus beiden Produkten hätte dementsprechend
Faktor-Zertifikate
Unter den Hebelpapieren sind Faktor-Zertifikate
eine vergleichsweise junge Kategorie. Die besondere
Eigenschaft von Faktor-Zertifikaten ist der konstante
Hebel. Bei einer Kursbewegung des Basiswertes um
4 % verändert sich ein Faktor-Zertifikat mit einem
Hebel von fünf um 20 %. Damit diese Hebelwirkung
konstant bleibt, wenn sich der Basiswert bewegt,
liegt jedem Basiswert ein Referenzindex zugrunde,
der auch als Faktor-Index bezeichnet wird. Dieser
Index bildet den Basiswert genau ab und ist quasi
eine Umrechnungshilfe, um den konstanten Hebel zu
kalkulieren. Denn die Wertveränderung des FaktorIndex wird jeden Tag durch Multiplikation des Hebels
mit der prozentualen Veränderung des Basiswertkurses neu berechnet. Die prozentuale Veränderung des
Basiswertes bezieht sich auf den Schlusskurs des
Vortages, der also die Basis der Kalkulation ist.
Dadurch entsteht bei der Wertentwicklung der
Faktor-Zertifikate ein Basiswerteffekt, den Anleger
in Trendphasen nutzen können (siehe Beispiele im
Haupttext). Eine Knock-out-Barriere wie bei Turbos
existiert nicht, dafür wird eine maximal zulässige
negative prozentuale Kursänderung des Basiswertes
für einen Tag definiert. Erreicht der Marktpreis des
Basiswertes im Verlauf eines Handelstages diese
Schwelle, so wird die Basis des Referenzindex sofort
auf diesen Wert geändert (was sonst nur am Ende
eines Tages zur Anpassung des Index geschieht). Dies
entspricht im Prinzip einer sofortigen Verlustrealisierung und verhindert einen sofortigen Totalverlust.
Produkteckdaten
Vontobel-Faktor-Zertifikate auf Faktor-Indizes mit Referenzwert DAX®
Basiswert
DAX-Faktor-Long-Zertifikat
DAX-Faktor-Short-Zertifikat
WKN
VZ9L10
VZ9S10
Bezugsverhältnis
1 : 1
1 : 1
Finanzierungsspread p.a.
0,10 %
0,10 %
Hebel
10
10
Aktueller Briefkurs*
EUR 34,34
EUR 109,32
Ein turbulenter Tag allein genügt nicht
Wer diese Strategie einsetzen will, muss noch
auf einen anderen wichtigen Aspekt achten,
der im idealisierten Eingangsbeispiel deutlich
wurde. Am ersten Bewegungstag gab es
keinen Gewinn der Gesamtposition (LongPapier EUR + 10, Short-Papier EUR – 10), der
Basiseffekt greift erst ab dem zweiten Tag.
Von einem eintägigen Kurssprung des Basiswertes hat man mit der Kombistrategie in der
Regel also nichts. Unbedingte Voraussetzung
ist eine Bewegung, die wenigstens einige Tage
anhält und möglichst kontinuierlich verläuft.
Für erfolgreiche Faktor-Long-Short-Kombinationen ist es also erforderlich, dass sich eine
Bewegung nachhaltig fortsetzt.
*Stand am 14.10.2014.
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind
nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auszahlungen
sind abhängig von der Zahlungsfähigkeit des Emittenten bzw. des Garanten. Anleger sollten zudem beachten,
dass es sich bei Faktor-Zertifikaten um besonders risikoreiche Instrumente der Vermögensanlage handelt. Frühere
Wertentwicklungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Steuern
und etwaige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus. Um ausführliche Informationen, insbesondere
zur Struktur und zu den mit einer Investition in die derivativen Finanzinstrumente verbundenen Risiken, zu erhalten, sollten potentielle Anleger den Basisprospekt lesen, der nebst den Endgültigen Angebotsbedingungen und
etwaigen Nachträgen zu dem Basisprospekt auf der Internetseite des Emittenten www.vontobel-zertifikate.de
veröffentlicht ist. Darüber hinaus werden der Basisprospekt, etwaige Nachträge zu dem Basisprospekt sowie die
Endgültigen Angebotsbedingungen beim Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten.
Kompakt
Die Wertentwicklung von Faktor-Zertifikaten ist durch den konstanten Hebel leicht
nachvollziehbar. Ihre Stärken haben die Papiere in Trendphasen, Nachteile in Form von
Verlusten entstehen in volatilen Seitwärtsphasen.
16
mehrwert Oktober 2014
Rohstoff-Kolumne
Rohstoffpreise sinken auf breiter Ebene
Die Preise für die drei großen Agrarmärkte
Soja, Mais und Weizen sind in diesem Jahr in
einen Bärenmarkt eingetreten, definiert durch
einen Rückgang der Preise um mehr als 20 %
seit ihren zuletzt erreichten Hochs. Dennoch
konnte sich gerade Mais im September wieder erholen, nachdem der Preis zeitweise im
September 10 % unter den Schlussstand vom
August gesunken war. Anfang Oktober betrug
der Verlust nur noch –3 %. Grund für die Verbesserung waren Regenfälle im Mittleren
Westen der Vereinigten Staaten. Sie verlangsamten die dort gerade stattfindende Ernte.
Außerdem konnten sich die Maisexporteure
Anfang Oktober trotz des starken US-Dollars
über eine Belebung der Nachfrage freuen. Die
Exporteure fürchteten zuvor, dass der starke
US-Dollar ihnen einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Sie müssen in diesem
Jahr eine Rekordmenge an Mais vermarkten.
Die Preise für Soja rutschten im Monatsverlauf
des Septembers um 8 % unter den Stand vom
August. Die US-Ernte wird wie bei Mais auch
bei Sojabohnen in diesem Jahr den höchsten Stand der Geschichte erreichen. Ebenso
werden in weltweiten Lagerhallen in diesem
Jahr so viele Sojabohnen bevorratet werden
wie nie zuvor. Das belastete die Preise. Weizen rutschte auf Monatsfrist um 10 % ab.
Die Preise für Weizen befinden sich auf dem
Weltmarkt bereits seit Juni in einer kräftigen Abwärtsbewegung, was einer »nahezu
rekordverdächtigen Weltproduktion« geschuldet sei, schrieb der Internationale Währungsfonds Anfang Oktober in einer Studie. Neben
der guten Ernte wuchs auch die Zuversicht,
dass es in der Ukraine, der »Kornkammer«
Europas, wegen der dortigen geopolitischen
Spannungen nicht zu spürbaren Ernteausfällen kommen wird. Dies belastete den Preis
zusätzlich.
Der Preis für Brent Crude Oil sank im Monatsvergleich um 12 % und notiert nun bereits
fast USD 10 unter dem Mindestpreis, den
das Ölkartell OPEC für den Verkauf eines
159-Liter-Fasses Öl definiert hat. Im November wird das Kartell das nächste Mal tagen,
jedoch scheint die Hoffnung des Marktes
zuletzt gesunken zu sein, dass die OPEC dann
eine Fördermengensenkung beschließen wird,
um den Preis zu stützen. Zuletzt hatten einige
Mitgliedsländer wie Libyen und der Irak ihre
Fördermengen sogar noch weiter ausgeweitet. Belastend wirkte sich auch die Senkung
der Nachfrageprognosen auf dem Weltmarkt
durch die US-Energiebehörde EIA auf die
Preisentwicklung aus. Der Goldpreis sank auf
Monatsfrist auf 5 % und erreichte eine von
vielen Händlern als bedeutend eingestufte
charttechnische Unterstützung bei USD 1180/
Unze. Zu Beginn der zweiten Oktoberwoche
setzte der Markt jedoch zu einer Erholung
ausgehend von einem Test dieser Unterstützung an. Gestützt wurde Gold dabei von der
Veröffentlichung des Mitschnitts der vergangenen US-Notenbanksitzung. Dort hatten sich
die Mitglieder des Offenmarktausschusses
der US-Notenbank kritisch über die Schwäche der Weltwirtschaft sowie über die Stärke
des US-Dollars geäußert. Beide Faktoren, welche die Dynamik der US-Konjunkturerholung
negativ beeinflussen könnten, müssten bei
der Festlegung der künftigen Geldpolitik der
US-Notenbank mit beachtet werden, hieß es.
Dies wurde von zahlreichen Marktteilnehmern
dahingehend gedeutet, dass die US-Notenbank ihre erste Leitzinserhöhung erst später
als bisher erwartet durchführen könnte. Dies
belastete den US-Dollar und lockte an der
zentralen Unterstützung von USD 1180/Unze
neue Goldkäufer an.
Der Silberpreis konnte sich im Gleichlauf
mit Gold ebenfalls erholen, neigt aber auch
Anfang Oktober weiterhin zu einer schwächeren relativen Entwicklung gegenüber Gold.
Die Wachstumsschwäche der für die Silbernachfrage bedeutenden Regionen Asien und
Europa belastet den Silberpreis. Die Beruhigung der geopolitischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen bewog
zahlreiche Spekulanten, sich von ihrer A-laHausse-Spekulation im Palladium zu trennen,
was zu einem Einbruch der Notierungen am
Palladiummarkt um 11 % im Monatsverlauf
führte. Der Platinpreis sank um 9 %. Der Preis
des Kupfers sank im Monatsverlauf um 3 %,
womit sich die Seitwärtsbewegung der vergangenen Monate fortsetzte. Kupfer bewegt
sich seit nunmehr fast zwei Jahren in einer
Seitwärtsspanne zwischen USD 3/Pound und
USD 3,40/Pound seitwärts.
Der Kaffeepreis stieg um 8 % und reagierte
damit auf die weiterhin ausbleibenden Regenfälle in Brasilien. Das größte Anbauland der
Erde lieferte bereits in der gerade zu Ende
gegangenen Saison die niedrigste Ernte seit
drei Jahren. Der fehlende Regen könnte auch
die bereits traditionell niedrigere Zwischenernte in der Saison 2014/15 weiter herabsetzen. Kakao sank um 5 % und unterbrach
damit eine Serie aus neun aufeinander folgenden Monaten mit Kursgewinnen. Händler
machten Gewinnmitnahmen für die Verluste
verantwortlich. Kakao war zwischen März
2013 und September 2014 um 67 % gestiegen. Der Baumwollpreis hat sich bis in die
zweite Oktoberwoche in der Nähe des im September erreichten Fünfjahrestiefs stabilisiert.
Gegenüber dem Schlussstand des August
steht aber ein weiterer Kursverlust um 4 % zu
Buche. Zucker erholte sich von einem zeitweiligen Einbruch im September um 11% wieder
auf +9 %. In den Medien häufen sich Berichte
über Schließungen von Zuckerraffinerien, da
die Verarbeitung wegen der stark gesunkenen
Preise nicht mehr rentabel ist.
Mini-Futures1 auf Gold Future
WKN
Basiswert
Typ Basispreis2 Stop-Loss2 Hebel2
(in USD) (in USD)
VZ6Q8K Gold
Long
991,70
VZ5SGF
Gold
Long
1.107,84
1.006,01
1.122,60 10,24
5,20
VZ4ZJG
Gold
Short
1.437,39
1.417,23
VZ5ELV
Gold
Short
1.349,16
1.330,81 10,08
5,84
Mini-Futures1 auf Sugar Future
WKN
Basiswert
Typ
Basispreis2 Stop-Loss2 Hebel2
(in USD) (in USD)
VZ5TTS Sugar
Long
0,1367
0,1389
VZ6GUX Sugar
Long
0,1502
0,1521 10,03
VZ5JE2
5,57
Sugar
Short
0,1926
0,1885
VZ5ZFK Sugar
Short
0,1791
0,1750 11,25
5,88
Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese
Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapital­geschützt, im ungünstigsten
Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auszahlungen sind abhängig von der Zahlungs­
fähigkeit der Emittentin bzw. Garantin. Darüber hinaus
ist der Anleger bei Nicht-Quanto-Produkten einem
Währungsrisiko ausgesetzt. Anleger sollten zudem
beachten, dass es sich bei Hebelprodukten – wie MiniFutures – um besonders risikoreiche Instrumente der
Vermögens­anlage handelt. Frühere Wertentwick­lungen
und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für
die künftige Wert­entwicklung. Steuern und etwaige
Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus.
2
Stand am 13.10.2014.
1
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Weitere Informationen zu Chancen und Risiken der
Produkte finden Sie unter www.vontobel-zertifikate.de.
Beitrag von BörseGo AG (www.boerse-go.de)
Bitte beachten Sie den wichtigen Hinweis auf Seite 12.
17
mehrwert Oktober 2014
Antworten auf Ihre Fragen
Wie funktioniert eine Protect Chance Aktienanleihe?
Wie funktioniert eine Protect Chance
Aktienanleihe?
Die Protect Chance Aktienanleihe ist eine
Weiterentwicklung der Protect Aktienanleihe.
Das Besondere daran ist, wie der Name schon
sagt, die Chance auf eine Partizipation an
steigenden Kursen des Basiswertes. Der Anleger erhält am Laufzeitende, wenn der Referenzpreis des Basiswertes am Bewertungstag
auf oder über einer fixierten Bonusschwelle
liegt, zusätzlich zur Kuponzahlung einen
Bonusbetrag. Den Kupon erhält der Anleger,
wie bei der Protect Aktienanleihe, unabhängig von der Kursentwicklung des Basiswertes.
Der Nennbetrag wird ausbezahlt, sofern der
Referenzpreis des Basiswertes während der
Beobachtungszeit die Barriere nicht verletzt
hat oder sofern er zwar die Barriere verletzt
hat, aber am Bewertungstag dem Basispreis
entspricht oder diesen überschreitet. Andernfalls kommt es je nach Basiswert zu einem
Barausgleich oder zur Aktienlieferung.
Durch den möglichen Bonusbetrag könnte
die Protect Chance Aktienanleihe nicht nur
in einem Seitwärtsmarkt, sondern auch bei
einem gewissen Anstieg des Basiswertes eine
interessante Anlagemöglichkeit darstellen. Im
Gegenzug fällt die Verzinsung bei der Protect
Chance Aktienanleihe etwas niedriger aus als
bei der Protect Aktienanleihe.
Zu welchem Kurs werden Aktienanleihen
abgerechnet und mit welchem Kurs
werden die Aktien im Fall einer physischen
Lieferung in das Depot gebucht?
Für die Abrechnung einer Aktienanleihe gilt
in der Regel der am Bewertungstag festgestellte Schlusskurs der jeweiligen Aktie an der
Referenzbörse. Am Beispiel einer Aktie der
BMW AG wäre dies der entsprechende XetraSchlusskurs der Aktie gegen 17:30 Uhr. Anleger sollten jedoch beachten, dass diese Regelung von Basiswert zu Basiswert verschieden
sein kann. Grundsätzlich kommt es zu einer
physischen Lieferung des Basiswertes, wenn
der maßgebliche Schlusskurs am Bewertungstag unterhalb des bei Emission festgelegten
Basispreises liegt.
Die tatsächliche Lieferung der entsprechenden Anzahl an Aktien durch den Emittenten
erfolgt jedoch erst am sogenannten Fälligkeitstag, der in der Regel fünf Bankarbeitstage nach dem Bewertungstag liegt. Immer
wieder taucht die Frage auf, zu welchem Preis
die Aktien letztlich in die Depots der Anleger
eingebucht werden. Die Antwort auf diese
Frage hängt vom tatsächlichen Einbuchungszeitpunkt der Aktien durch die jeweilige Hausbank ab und orientiert sich, entgegen vieler
Vermutungen, nicht am zum Bewertungstag
festgestellten Referenzkurs.
Welchen Einfluss hat die implizite Volatilität
auf einen Optionsschein aus dem Geld?
Vor allem bei aus dem Geld notierenden Optionsscheinen sind neben der Entwicklung des
Basiswertes auch weitere preisbeeinflussende
Faktoren zu berücksichtigen. Hierzu gehören
die Restlaufzeit des Optionsscheins, die Zinsentwicklung und insbesondere die implizite
Volatilität (die erwartete Schwankungsbreite
des Basiswertes). In der Regel hat ein Anstieg
des Basiswertkurses eine Verringerung der
impliziten Volatilität zur Folge. Diese kann
sich erstens negativ auf den Wert eines CallOptionsscheins auswirken, zweitens einen
Anstieg des Basiswertes auch überkompensieren und drittens bei einem geringen Delta
mitunter auch zu einer Überkompensierung
eines Kursanstiegs und somit zu einer Wertverringerung des Optionsscheins führen.
Protect Chance Aktienanleihen
Protect Chance Aktienanleihe Quanto auf Twitter Inc.
Auch an ruhigen
Passagen kann man
Freude haben.
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*Stand am 14.10.2014 – Dieses Produkt bietet keinen Kapitalschutz. Anleger tragen das Risiko des Geldverlustes bei Zahlungsunfähigkeit
des Emittenten bzw. des Garanten (Emittentenrisiko). Allein maßgeblich sind die jeweiligen Wertpapierprospekte, die beim Emittenten,
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18
mehrwert Oktober 2014
Wissenswertes
Wussten Sie, dass …
Viele Schwellenländer sind Boom-Regionen und damit ein wichtiger Motor der Weltwirtschaft.
Wir werfen einen Blick auf einige der sogenannten »take-off countries«.
Wussten Sie beispielsweise, dass…
... Coca-Cola bis 2020 insgesamt mehr
als 8,2 Milliarden Dollar in Mexiko
investieren will?
Dank einer gut ausgebauten Infrastruktur,
einer hohen Bildungsrate und niedriger
Arbeitskosten ist Mexiko der neue
Lieblingsstandort vieler internationaler
Konzerne.
… mittlerweile fünf der zehn weltweit größten
LKW-Hersteller aus China stammen?
Marktführer ist derzeit Dongfeng. Das
Unternehmen baut sein Geschäft in
Regionen wie Osteuropa, Afrika oder
Südamerika gezielt aus.
… Brasiliens wichtigster Handelspartner
inzwischen China ist – vor den USA und
Argentinien?
Als einer der größten Rohstofflieferanten
der Welt kann Brasilien mit Öl, Eisen und
Soja fast alles bieten, was die Volksrepublik
benötigt.
… der Name Brasilien von »pau brasil«,
dem portugiesischen Namen für
Brasilholz abgeleitet ist?
Das Holz dieses in den Wäldern der
brasilianischen Atlantikküste wachsenden
Baumes war während der Anfänge
der Kolonisation ein wichtiges Ausfuhrprodukt.
… Malaysia als erstes südostasiatisches
Land Kraftfahrzeuge baute und exportierte?
Der Inselstaat ist ein weltweit führender
Produzent elektronischer Bauteile. Sein
Pro-Kopf-Einkommen ist nach dem von
Brunei und Singapur das dritthöchste
Südostasiens.
… Malaysia aus zwei durch das Südchinesische Meer getrennten Landesteilen
besteht, die über 650 Kilometer
voneinander entfernt liegen?
Mit rund 8 % Realwachstum ist Malaysia
heute das sich wirtschaftlich am schnellsten entwickelnde Land Südostasiens.
… Indien mit mehr als 1,2 Milliarden
Einwohnern das Land mit der zweitgrößten
Bevölkerung und die größte parlamentarische Demokratie der Welt ist?
Dennoch leben 70 % der Bevölkerung,
das heißt mehr als 800 Millionen Menschen, von weniger als umgerechnet zwei
US-Dollar am Tag.
… in Indien Englisch die wichtigste
Verwaltungs- und Wirtschaftssprache ist?
Hindi ist die meistgesprochene indische
Sprache und Muttersprache von 41 % der
Bevölkerung. Danach folgen 14 weitere
offizielle Sprachen wie Bengali, Telugu,
Marathi, Tamil und Malayalam.
… Indonesien nach China der zweitwichtigste Rohstoffproduzent Asiens ist?
Der Reichtum an natürlichen Ressourcen
wie Erdöl, Erdgas, Palmöl und Tropenholz
sichert Indonesien eine konstante
Einnahmequelle.
… 2012 ausländische Direktinvestitionen in
der Höhe von 24,6 Milliarden Dollar nach
Indonesien flossen?
Davon profitierten vor allem die Sektoren
Bergbau, Transport, Lagerung und
Telekommunikation. Die bedeutendsten
Direktinvestoren waren Singapur, Japan
und Südkorea.
… die polnische Wirtschaft gemessen am
BIP in den letzten zehn Jahren um 49 %
gewachsen ist?
Seit dem EU-Beitritt hat sich auch die
Arbeitslosigkeit, die früher 20 % betrug,
halbiert.
… sich Polens Exporte von Agrarprodukten
und Nahrungsmitteln seit dem Beitritt zur
EU vervierfacht haben?
Drei Viertel der Exporte, die 2012 erstmals
über 18 Milliarden Euro betrugen, gehen
in den EU-Raum.
Chichén Itzá – Weltkulturerbe und mexikanisches Paradebeispiel kultureller Entwicklung aus längst vergangenen Tagen. Heute gilt Mexiko als aussichtsreiches Schwellenland.
Copacabana ist einer der bekanntesten Stadteile Rio de Janeiros – und außerdem berühmt für seinen über vier Kilometer langen Sandstrand.
19
mehrwert Oktober 2014
News und Tipps
Alibaba: In China boomt der Online-Handel
Alibaba – dieser Name ist zurzeit in aller Munde. Gemeint ist nicht die Figur aus Tausendundeiner
Nacht. Es geht um den chinesischen Internet-Titanen, der mit seinem überaus erfolgreichen Börsengang einen Coup gelandet hat. Die weiteren Aussichten stehen gut.
Bereits im Vorfeld machte der Börsengang des
chinesischen Online-Giganten mit Superlativen
von sich reden. Nach seinem Börsenstart hob
das größte Internet-Auktionshaus der Welt,
das im Jahr 1999 gegründet worden war, die
Preisspanne je Aktie noch einmal
deutlich an.
Die Aktienverkäufe gingen schließlich weiter
und der Erlös ist um zusätzliche drei Milliarden US-Dollar angestiegen. So hat das bislang
noch recht unbekannte Unternehmen aus dem
Reich der Mitte sogar Facebook in den Schatten
gestellt. Mit den Einnahmen will Alibaba nun
unter anderem die Umsetzung seiner Expansion
nach Europa und in die Vereinigten Staaten vorantreiben.
Alibaba gehört zu den Unternehmen, die von
den Reformanstrengungen der chinesischen
Regierung zweifellos profitieren. Analysten
von North Square Blue Oak (NSBO) – eine
Investmentboutique mit führender Expertise
im Bereich der Chinapolitik – schätzen Alibabas Situation derzeit folgendermaßen ein: »In
China gehören neue Technologien langfristig
zu den Sektoren mit dem größten Wachstumspotenzial und Alibaba scheint innerhalb dieser
Branche auch für die Zukunft gut positioniert zu
sein.« Eines steht dabei außer Frage: Der sich
in Privatbesitz befindende Online-Riese wäre
ohne das massive Vorantreiben der chinesischen Reformmaßnahmen niemals zu seinem
fulminanten Marktanteil von 80% bei OnlineEinzelhandelsumsätzen gekommen.
Ein Haar in der Suppe lässt sich natürlich immer
finden und so gibt es selbstverständlich auch
bei Alibaba noch ein paar Unsicher­heiten – beispielsweise wenn es um die potenziellen OnlineVerkaufssteuern oder den antimonopolistischen
chinesischen Feldzug geht.
Dennoch dominieren dank der aktuellen chinesischen Politikstrategie die positiven Zeichen.
Auch die Tatsache, dass Alibabas IPO zu den
weltgrößten Börsengängen der Geschichte
gehört und der Bereich im Zentrum der chinesischen Reformen steht, lässt die Analysten von
NSBO zuversichtlich in eine langfristig vielversprechende Zukunft blicken. Den Geschäftsbereichen 4G und Breitband sowie E-Commerce sagen die NSBO-Experten außerdem
ein künftig starkes Unternehmenswachstum
voraus (China Policy Focus – Alibaba, NSBO
23.09.2014).
Für Investoren, die von einer möglich anhaltenden günstigen Entwicklung der Alibaba-Aktie
profitieren möchten, bietet Vontobel eine ganze
Palette verschiedenster Anlageprodukte.
Rechtliche Hinweise
Die in dieser Publikation enthaltenen Informationen stammen aus Quellen, die wir für zuverlässig halten, jedoch keiner unabhängigen Prüfung unterzogen haben.
Sie wurden von uns nach bestem Wissen zusammengestellt. Diese Publikation ist kein Angebot und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Die in dieser Publikation enthaltenen Angaben stellen keine Anlage­beratung und keine Finanzanalyse dar, sondern dienen ausschließlich der Information und
genügen daher auch nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit der Finanzanalyse. Rechtlich verbindlich sind alleine
die Basis­prospekte und die endgültigen Angebotsbedingungen, die beim Emittenten, der Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24,
60323 Frankfurt am Main, kostenlos erhältlich sind. Vor dem Erwerb eines Wertpapieres sollten Sie den Prospekt zu Chancen und Risiken lesen und etwaige Fragen
mit Ihrem Finanzberater besprechen. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Angaben und keine Verpflichtung zur
Richtigstellung etwaiger unzutreffender, unvollständiger oder überholter Angaben. Die Autoren, der Herausgeber und zitierte Quellen haften nicht für etwaige Verluste, die aufgrund der Umsetzung ihrer Gedanken und Ideen entstehen. Der Leser trifft seine Entscheidungen in jedem Fall auf eigene Gefahr. Im Zusammenhang
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Weitere Informationen erhalten Sie auf Nachfrage bei Ihrer Vertriebsstelle. In der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Bitte beachten Sie, dass Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen basieren, die sich im
Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Die Unternehmen der Vontobel-Gruppe übernehmen daher keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit
der in dieser Publikation getroffenen Aussagen und Bewertungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass frühere Wertentwicklungen, Simulationen einer
früheren Wertentwicklung oder Prognosen einer früheren Wertentwicklung eines Finanzinstru­mentes nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die zukünftige
Wertentwicklung zulassen. In dieser Ausgabe dargestellte Wertentwicklungen berücksichtigen keine etwaigen Provisionen, Gebühren und andere Entgelte, welche
sich negativ auf die Rendite auswirken.
Hinweis
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Bonus Cap-Zertifikate auf Alibaba Group1
WKN
Bonusrendite2
Abstand
zur Barriere2
Laufzeit Briefkurs2
(in EUR)
VZ56MH
10,18%
18,85%
20.03.2015
85.74
VZ56MD
14,38%
18,85%
19.06.2015
75,71
VZ56MC
16,98%
18,85%
19.06.2015
80,77
VZ56MA
14,17%
24,51%
18.09.2015
83,06
Turbo-Optionsscheine Open End auf Alibaba Group1
WKN
Basiswert
Typ
Basispreis2 Hebel2
Knock-Out
Preis
Briefkurs2
VZ6AEA Alibaba Group Call
USD   61,16
3,30
2,06
VZ6EKR Alibaba Group Call
USD   71,15
5,35
1,27
VZ6EKT Alibaba Group Call
USD   75,16
7,16
0,95
VZ6EK5 Alibaba Group Put
USD 106,49
4,07
1,65
VZ6FJJ
USD   92,45
11,72
0,58
Alibaba Group Put
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Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapital­geschützt, im ungünstigsten
Fall ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auszahlungen sind abhängig von der Zahlungs­
fähigkeit der Emittentin bzw. Garantin. Darüber hinaus
ist der Anleger bei Nicht-Quanto-Produkten einem
Währungsrisiko ausgesetzt. Anleger sollten zudem
beachten, dass es sich bei Hebelprodukten – wie
Turbo-Optionsscheine – um besonders risikoreiche
Instrumente der Vermögens­
anlage handelt. Frühere
Wertentwick­lungen und Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wert­entwicklung.
Steuern und etwaige Gebühren wirken sich negativ auf
die Rendite aus. 2Stand am 13.10.2014.
1
Impressum
Herausgeber: Bank Vontobel Europe AG
Bockenheimer Landstraße 24
60323 Frankfurt am Main
Hotline 00800 93 00 93 00
Telefax +49 (0)69 69 59 96-290
E-Mailzertifikate@vontobel.de
www.vontobel-zertifikate.de
Redaktion: Sandra Chattopadhyay, Torsten Metzner,
Nicole Wittmann
Marketing: Nicole Wittmann
Erscheinungsweise: monatlich
Auflage: 4.800 Exemplare
Layout: E,T&H Werbeagentur AG BSW,
Zürich/Schweiz, www.ethcom.ch
Bestellung: Telefon 00800 93 00 93 00 (kostenlos)
www.vontobel-zertifikate.de
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Basiswert
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WKN/ISIN
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Kupon
4,50% p.a.
Basispreis
100% des Schlusskurses des Basiswertes am 03.11.2014
Barriere
80% des Basispreises
Laufzeit
03.11.2014 bis 30.10.2015
Ausgabepreis
100% des Nennbetrages (EUR 1.000,00)
Dieses Produkt bietet keinen Kapitalschutz. Anleger tragen das Risiko des Geldverlustes bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw.
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Produkt verbundenen Risiken, zu erhalten, sollten potentielle Anleger den Basisprospekt lesen, der nebst den Endgültigen Angebotsbedingungen und etwaigen Nachträgen zu dem Basisprospekt auf der Internetseite www.vontobel-zertifikate.de veröffentlicht ist und
beim Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, zur kostenlosen Ausgabe
bereitgehalten wird.
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Leistung schafft Vertrauen
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