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Kollisionsvermeidung zwischen Gabelstapler und Personen

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F LUR FÖ RDERZEUGE
Kollisionsvermeidung zwischen
Gabelstapler und Personen
Mit neuem LOS-Economy-System auf der sicheren Seite
Das Aufeinandertreffen von Gabelstaplern und Personen ist immer
gefährlich und kann zu schweren Unfällen führen. Unternehmen
reduzieren das latente Unfallrisiko heute mit der weitgehenden Trennung
der Verkehrswege, durch das Tragen von Warnwesten und durch die
Aufrüstung der Gabelstapler mit Kameras und Sensoren. Dennoch können
Unfälle heute noch nicht gänzlich vermieden werden.
B
esonders auf abgegrenzten Betriebshöfen und Werksgeländen lassen sich die
Wege von Personen und Gabelstaplern
nicht immer strikt voneinander trennen.
Oftmals ist ein sehr enges Miteinander von
Mensch und Maschine z. B. bei der Verladung von Lkw mit einem Gabelstapler gang
und gäbe. Natürlich können die Verkehrswege durch überlegte Anweisung und Abgrenzung getrennt werden. Jedoch ist dies
aus betrieblichen Gesichtspunkten oder
durch unveränderbaren Baubestand nicht
immer möglich und sinnvoll. Auch Sicherheitseinrichtungen an den Gabelstaplern
wie optische und akustische Rückfahrwarner und/oder Rückfahrkameras sowie das
Tragen von Warnwesten minimieren das
Unfallrisiko.
Aber genügt das? Wenn man sich in den
Betrieben umhört, trifft man kaum jemanden, der nicht von einer gefährlichen Situation oder gar von einem Unfall eines Mitar-
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beiters durch Kollision mit einem Gabelstapler berichten kann. In den Medien ist
regelmäßig von schweren Personenunfällen mit Gabelstaplern zu lesen.
Zumeist führen unvorhergesehene Situationen, meist einhergehend mit Stress, Ablenkung aber auch durch Monotonie und
Routine zu Unfällen und dies, obwohl Mitarbeiter unterwiesen und mit gut sichtbarer
Arbeitskleidung nach DIN EN 471/2 ausgestattet sind. Es sind zumeist diese speziellen
Situationen, die zu Unfällen führen, wenn
z. B. ein Elektriker plötzlich den Fahrweg
des Gabelstaplers betritt.
Daher fehlt in den bisherigen Präventionsmaßnahmen zur Verkehrssicherheit eine entscheidende Komponente: die aktive
Alarmierung im Gefahrenfall des Fahrzeugführers wie auch der gefährdeten Person im
Verkehrsbereich des Flurförderzeugs.
Während die bisher verfügbaren Systeme
nur eine Unterstützung für den Fahrer bie-
ten, lenkt eine aktive Alarmierung die Aufmerksamkeit des Fahrers und des Personals
effektiv auf die unmittelbare Gefahrensituation. So können beide Seiten schnell und
adäquat reagieren.
Neue Funktechnologie zur
Kollisionsvermeidung
Das neue Assistenzsystem LOS-Economy
zur Kollisionsvermeidung ist funkbasiert
und basiert auf dem Einsatz von zwei Geräten: der Keeper wird auf dem Gabelstapler
installiert und fängt sozusagen die Funksignale der Beeper in Reichweite auf (Bild 01).
Auf der Grundlage der gemessenen Distanz
zwischen beiden Geräten wird dann die
Warnung ausgelöst. Für den praxisgerechten Einsatz lassen sich die Warnzonen den
betrieblichen Gegebenheiten anpassen.
Durch die Konfigurierbarkeit des Systems
können unterschiedliche Fahrzeugtypen
unterstützt werden.
Zusätzlich ist es sogar möglich, Personen
hinter Ecken und Hindernissen zu detektieren. Je nach Situation machen dies die
Durchdringung von in der Sichtachse befindlichen Bau- bzw. Anlagenteilen, die
Beugung an Hindernissen und die Mehrwegeausbreitung durch Reflexionen des Funksignals möglich. Wenn der direkte Pfad blockiert ist, sucht sich das Funksignal – wie
beim Mobilfunk auch – alternative Wege
zum Empfänger.
Die Reichweite ist einstellbar und lässt
sich auf die jeweilige Einsatz- bzw. Verkehrssituation individuell konfigurieren.
Eine besondere Bedeutung kommt dabei
der schellen Verarbeitung der Messwerte
zu, die eine geschwindigkeitsabhängige
Annäherung des Flurförderzeugs berücksichtigt. Wenn sich ein Gabelstapler mit
­entsprechender Geschwindigkeit auf Personen zu bewegen und dieser Trend sehr
deutlich in den Messdaten erkenntlich ist,
vergrößert sich die Warnzone dynamisch.
Dadurch werden die Voraussetzungen
­geschaffen, auch bei einem augenscheinlich längeren Ausbreitungsweg des Funk­
signals (z. B. um die Ecke) trotzdem frühzeitig ein Warnsignal auf beiden Seiten zu
generieren.
Optional können die Gabelstapler durch
einen im Keeper befindlichen Kontakt auf
Schleichfahrt und Stopp gesetzt werden.
Dies erhöht die Sicherheit zusätzlich.
FL U R F ÖR DE R ZE U G E
Keeper Static für die
Wandinstallation
Das Erweiterungsgerät Keeper Static kann
an Kreuzungen festinstalliert werden, um
auf Basis der Funkausbreitung „um die
Ecke“ frühzeitig auf eine drohende Kollision aufmerksam zu machen (Bild 02). Die
Anwendung dieses Zusatzgeräts ist vor allem im Lagerbetrieb sinnvoll und viel versprechend. Zusätzliche LED-Module können flexibel an den Keeper Static angebracht werden und so zuverlässig alle Gefährdungsbereiche abdecken.
Fazit
Unfälle mit Flurförderzeugen sind immer
ein einschneidendes Ereignis für Unternehmen. Sie gehen leider selten glimpflich ab
und haben oft schwere und sogar tödliche
Unfallfolgen für die Betroffenen. Die allgemein üblichen Präventionsmaßnahmen zur
Sicherheit in einem gemeinsamen betrieblichen Verkehrsraum reichen oft nicht aus
und lassen ein nicht unerhebliches Restrisiko bestehen.
Die LOS-Economy-Technologie adressiert die latente Gefahr mit einem neuen
01 Personengetragene Beeper aktivieren den Keeper im Gabelstapler in Anhängigkeit der
gemessenen Distanz und alarmieren den Träger bei Eintritt in eine vordefinierte Gefahrenzone
Ansatz: Der Fußgänger und der Fahrer werden rechtzeitig und gleichermaßen auf die
Gefahrensituation aufmerksam gemacht.
Auf diese Weise können kritische Situationen schon im Vorfeld erkannt und schwere
Unfälle vermieden werden.
Fotos: Aufmacherfoto: Fotolia/Bearbeitung VFV
Grafik, 01 und 02 Lagertechnik Müller & Partner
www.mplagertec.de
02
Durch die Alarmierung per LED- und
Tonsignal sind auch Personen achtsam, die
keinen Beeper tragen
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