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Erbhuldigung Kaiser Leopolds I.

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Klagenfurt: Neuer Platz, Parade am 29. August 1660 anlässlich des Besuches von Kaiser
Leopold I. zur Entgegennahme der Erbhuldigung in Kärnten
Kupferstich gefaltet, 46 x 37,7 cm inkl. Randleiste. – In: (Ottenfels, Hanns Sigmund von): 1660.
Beschreibung oder Relation Vber den Einzug vnd Erhuldigungs Actvm In dem
Ertzhertzogthumb Kärndten. – Clagenfurt: Kramer 1660
Landesmuseum für Kärnten, Klagenfurt, Bibliothek
Der erste in Kärnten bekannte Druck ist ein Kalender für 1640 von Johann Paltauf. Die Aufträge
vorher besorgten auswärtige Unternehmen. Aus der Presse Georg Kramers (1657–71) in
Klagenfurt stammt das älteste erhaltene Buch: J. L. Schönlebens „Orbis universi votorum“ T. 1
(T. 2 erschien in Laibach), eine lateinische Abhandlung über die unbefleckte Empfängnis
Mariens. Das älteste in deutscher Sprache lieferte ebenfalls Kramer, eben die „Beschreibung
oder Relation“ im Jahre 1660. Als einziger Kaiser in eigener Person hat sich in Kärnten Leopold
I. huldigen lassen. Der landständische Sekretär Hanns Sigmund von Ottenfels wurde mit einer
Beschreibung der Feierlichkeiten beauftragt, hatte er doch schon 1650, noch nicht geadelt als H.
S. Otto, die Karte Holzwurms neu herausgebracht. Der Bericht über den Aufenthalt des Kaisers
vom 26. August bis 4. September 1660 in Kärnten umfasst 48 Seiten und ist mit 7
unterschiedlich großen Kupfern ausgestattet: Über Friesach kommend erreichte er nach
Aufenthalten in St. Veit und Maria Saal nach dem großen Empfang durch die Landstände auf
der Welzenegger Heide am 29. August in einem Prunkzuge die Hauptstadt. Unter einem
goldenen Himmel, von 8 Ratsherren getragen, ritt er von der Kapuziner-Bastion durch die
Getreidegasse über den Alten Platz durch die Herrengasse zur Hl.-Geist-Kirche, wo Bischof
Gandolf von Lavant das Hochamt zelebrierte.
Der feierliche Zug begab sich danach zur Parade
auf den Neuen Platz, wie sie die auch topographisch interessante Tafel zeigt. Im Rosenbergischen Palais nahm der Kaiser Quartier. Am
30. August betete und speiste er bei den Jesuiten,
tags darauf unternahm er zu Schiff eine Lustfahrt
nach Maria Loretto, dem Landeshauptmann von
Cronegg gehörig, und am folgenden wohnte er
einer Theateraufführung bei den Jesuiten bei. Für
den 2. September war die Erbhuldigung anberaumt: der Kaiser übergab die Insignien der
Ämter, nach der Messe in der Hl.-Geist-Kirche
beschworen die Abgeordneten, wieder im Palais,
den Gehorsam und leisteten den Treueid. Da es
regnete, wurde im großen Saal ein Altar errichtet
und das Te Deum angestimmt. Die Infanterie auf
dem Neuen Platz gab eine Salve ab, beim Mahle
mit 12 Gängen zierte ein Waller aus dem
Ossiacher See die Tafel, wobei auch der
Parade vor Kaiser Leopold I. anlässlich der Bauernherzog samt Sohn und zwei Verwandten
Erbhuldigung 1660 in Klagenfurt
an einem besonderen Tische fürstlich bewirtet
Foto: U. P. Schwarz
wurden.
Die Erbamtsinhaber erfüllten ihre Pflichten persönlich. Den Tag darauf ruhte der Kaiser, um am
4. September seine Reise über den Loibl nach Krain fortzusetzen.
Josef Höck
(Aus: Carinthia 1/1994, S. 400 f.)
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