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03 | März 2015

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NACHRICHTEN,
TERMINE
UND
POSITIONEN
FEUILLETON FÜR AUGSBURG STADT/LAND UND WITTELSBACHER LAND
#03 | März 2015
monatlich/gratis
Gestickte entschleunigung
Victoria Martini setzt mit ihren Stickereien und textilen Bildern einen künstlerischen Kontrapunkt zu
einer hastig beschleunigten Moderne. Dabei entstehen die Werke der Künstlerin zunächst digital am
Computer. Hier werden Splitter von politischen
oder sozialkritischen Themen in einen neuen Kontext gesetzt. Anschließend bestickt Martini jedes
ihrer Bilder – ein ästhetisches Verfahren der Entschleunigung, das den Arbeiten eine künstlerisch
völlig neue Qualität verleiht. Unter dem Titel »Deine
Blicke fliehen« sind ihre Bilder vom 12. März bis 12.
April im Foyer des tim zu sehen.
www.timbayern.de
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DIE SAMMLUNG
NEUE KUNST
SIEBEN
27.2.–28.6.2015
H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast
Beim Glaspalast 1, 86153 Augsburg, Di–So 10-17 Uhr
www.kunstsammlungen-museen-augsburg.de
Kulturtermine
für Augsburg Stadt/Land und
Wittelsbacher Land
Gutes Essen und Trinken ist für uns wie Musik, Malerei und Theater.
a3kultur startet in dieser Ausgabe die Rubrik Prost Mahlzeit. Erste
Kostproben finden Sie auf Seite 4 und 5.
für den Zeitraum vom
01.03. – 31.03.
Griechische eröffnung Wann haben wir
die Augsburger Politik so hilflos erlebt wie zuletzt
beim Thema Theatersanierung? Ein Kommentar
von Jürgen Kannler
S. 2
Augsburg bleibt bunt Das Bündnis für Menschenwürde lädt am 7. März um 12 Uhr zur Kundgebung für ein solidarisches, buntes und weltoffenes
Augsburg auf den Rathausplatz.
S. 2
Kunst ist etwas einzigartiges Christof
Trepesch bestimmt seit zehn Jahren die Geschicke
der Kunstsammlungen und Museen Augsburg.
Das Interview mit ihm finden Sie auf S. 3 und 12
Modest Mussorgsky
Eine Nacht auf dem kahlen Berge
UHR
2015
12. 04.
19. 00
Kongress am Park
Augsburg
Sergej Prokofjew
Klavierkonzert Nr. 3, C-Dur, op. 26
Nikolai Rimsky-Korsakow
Scheherazade, op. 35
Dirigent
Allan Bergius
Solist
Yi Lin Jiang, Klavier
Vorverkaufsstellen
AZ-Kartenservice, Böhm & Sohn, Stadtzeitung
weitere Informationen
www.sjso.de, www.bezirk-schwaben.de
Mellon Design
Schwäbisches
Jugendsinfonieorchester
www.a3kultur.de
POLITIK & GESELLSCHAFT
1. bis 31. März 2015
Griechische Eröffnung
Was tun, damit die Theatersanierung nicht zur Tragödie wird? Von Jürgen Kannler
Wann haben wir die Augsburger Politik so hilflos
erlebt wie zuletzt beim Thema Theatersanierung?
– Die neu errechneten Sanierungskosten für
das Augsburger Stadttheater gehen ins Bodenlose. Aus 100 Millionen Euro wurden erst 200,
dann 230. Sind es bald 300 Millionen oder noch
mehr? Nach oben scheint es in diesem Prozess
keine Grenzen zu geben. Dieses Vabanquespiel
bedroht die Existenz unseres Stadttheaterbetriebs.
– Noch ist der Bürgerbeteiligungsprozess zum
Thema »Sanierung? Das schaffen wir spielend!«
in vollem Gange, da werden von städtischer
Seite Pläne veröffentlicht, die diesen demokratischen Prozess als Farce entlarven.
– Die Stadtregierung schließt die Reihen und
steht zum Millionenprojekt, das keine Finanzierungsbasis hat. Im politischen Tagesgeschäft kennt man diese Taktik als griechische
Eröffnung. Und selbst wenn die jetzigen Sanierungspläne in irgendeiner Form bezahlbar
sind, haben sie das Potenzial, unsere Kulturlandschaft auf Dauer zu schädigen. Hier steht
nur ein Gewinner fest: Es ist die Bauwirtschaft.
– Vermehrt tauchen aus der Stadtgesellschaft
Stimmen auf, die einen Bürgerentscheid zum
Thema »Stadttheater um jeden Preis am alten
Ort?« diskutieren. Das Alte Stadtbad und die
Neue Stadtbücherei verdanken diesem Werkzeug angewandter Demokratie ihre Existenz.
Sollten die Befürworter dieses Prozesses zur Tat
schreiten, bräuchten sie weniger als 10.000
Unterschriften, um den Bürgerentscheid zu
erzwingen. In weniger als zehn Wochen hätten
sie das Quorum wohl erreicht. Die Regierungsallianz würde jedoch spätestens bei 5.000
Unterschriften bröckeln und in der Schlussrunde würde sich der OB an die Spitze der
Bürgerbewegung stellen.
Zu den Renovierungsplänen für das Theater Augsburg gibt es Alternativen. Es ist Zeit, diese anzugehen. In diesem Kontext muss vor allem auch die
Standortfrage diskutiert werden. Wie sinnvoll ist
es, unter allen Umständen am Standort Kennedyplatz festzuhalten? Geeignete Freiflächen in der
City gibt es nicht. Politik und Stadtgesellschaft tun
sich aber schwer, kulturelle Entwicklungspotenziale außerhalb der Stadtgrenzen von 1700 zu heben.
Damit behindern sie den Entwicklungsprozess von
Augsburg. Stadt und Region boomen. Heute zählt
die Stadt knapp 280.000 Einwohner, vor wenigen
Jahren ging man noch von rund 250.000 aus.
Droht in der Standortfrage
ein Bürgerentscheid?
Dass eine sachgerechte Renovierung des Stadttheaters für die aus politischem Kalkül ins Spiel
gebrachten 100 Millionen Euro nicht zu haben ist,
überrascht nur naive Gemüter. Die Stadt beweist in
großer Regelmäßigkeit, dass sie kaum in der Lage
ist, Bauprojekte von weit geringerer Dimension
termingerecht und etatsicher zum Abschluss zu
bringen. Man konnte, ohne Schwarzmaler zu sein,
davon ausgehen, dass auch beim Projekt Theatersanierung die Zahlen nicht stimmen. Trotzdem
hielten die Verantwortlichen an diesen Fantasiesummen fest und haben damit wertvolle Zeit zur
längst fälligen Neuorientierung in der Theaterfrage verstreichen lassen. Ein schwerer Fehler zum
Nachteil unserer gesamten Kulturregion. Die Verantwortung dafür trägt die Politik.
Von den Parteien wurde das Thema nahezu komplett aus dem Wahlkampf herausgehalten. Der
skizzierte Finanzierungsweg, dass Staat und Stadt
die Kosten im Verhältnis 45 : 55 Prozent tragen,
war zu verlockend einfach. Dass die Zusage aus
München jedoch mit einer Deckelung der Gesamtkosten von maximal 100 Millionen Euro einhergeht, wurde verdrängt. Keiner sprach vom
Kostenrisiko, das komplexe Sanierungsarbeiten oft
zu überschatten droht. Standortalternativen wurden zu keinem Zeitpunkt diskutiert. Doch gerade
in einem Neubau läge eine echte Chance für Stadt
und Region und nicht zuletzt auch für das Theater
selbst, dem sich an einem neuen Ort auch ungeahnte Chancen für die Zukunft eröffnen würden.
Aus diesen Gründen hat a3kultur schon 2013 die
IMPRESSUM – a3kultur
KINDERKULTUR
Chefredakteur: Jürgen Kannler (kaj) (V.i.S.d.P.)
Kontakt: jk@a3kultur.de
Titelvorlage: Nontira Kigle
Grafik & Satz: Andreas Holzmann
Redaktionelle Mitarbeit in dieser Ausgabe:
Sarvara Urunova (sur), Patrick Bellgardt (pab),
Thomas Ferstl (fet), Martin Schmidt (msc),
Julian Stech (jst), Bettina Kohlen (bek)
Gastbeitrag: Wolfgang Taubert
Schlussredaktion: Christiane Kühn
Redaktionsschluss #03/2015: 16. März
Verlag: studio a ug,
Austraße 27, 86153 Augsburg, www.a3kultur.de
Tel.: 0821 – 508 14 57, Fax: 0821 – 349 91 37
Druck: Mayer & Söhne (Aichach)
FREIER EINTRITT
OPEN AIR
INTERKULTUR
TOURISMUS
studio a übernimmt für unverlangt eingesendete Unterlagen
und Daten keine Haftung. Namentlich gekennzeichnete Beiträge
geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
Eine Verwertung der urheberrechtlich geschützten Beiträge, Abbildungen, Anzeigen etc. ist unzulässig und strafbar, soweit sich aus
dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt.
02
Augsburg bleibt bunt
Kundgebung am 7. März um 12 Uhr
auf dem Rathausplatz
Standortfrage ins Spiel gebracht, konkret mit der
Idee eines Theaterneubaus am Lech, auf Höhe der
alten Schlachthöfe.
Die Vorteile einer solchen Variante liegen auf der
Hand. Sie heißen Planungssicherheit und
Zukunftsfähigkeit. Am Beispiel des oberösterreichischen Linz kann man sehen, wie andere Städte
mit dem Thema umgehen. Die Linzer eröffneten
im April 2013 nach vier Jahren Bauzeit ein neues
Haus für 1.200 (!) Besucher. Baukosten: 150 Millionen Euro inklusive Verkehrsanbindung und Tiefgarage. Doch nicht nur das. Durch die Verlegung des
Theaterbetriebs in den Volksgarten im ehemaligen
Arbeiterbezirk Blumenau wurde die Linzer Innenstadt vergrößert und dieser Korridor für Stadtentwickler hochinteressant. Auch dem stetig
wachsenden Augsburg würde es gut zu Gesicht
stehen, nicht mehr in den Grenzen von 1700 zu
denken, sondern die Chancen einer wachsenden
Stadt wahrzunehmen und Stadtteile abseits der
alten Fuggerstadt nachhaltig aufzuwerten.
Sanierung? Das schaffen wir
spielend! Was bringt uns die
Sanierung des Theaters?
15. März ab 11 Uhr
Hearing – Themen –Workshops
Das Publikum ist eingeladen, Kernthesen
und Quintessenzen der drei vorangegangenen Impulsreferate in Workshops mit
den jeweiligen Referenten zu diskutieren.
Die Ergebnisse werden anschließend in
einem Podiumsgespräch im Foyer des Großen Hauses vorgestellt.
www.theater-augsburg.de
Vielleicht sollten wir uns auch einmal die Frage
stellen, wer an einem Stadttheater, zementiert für
immer und ewig am Kennedyplatz, in erster Linie
profitiert. Wer das Ausgehverhalten der Augsburger zu lesen weiß, der ahnt bereits, die benachbarte Gastronomie ist es nicht. Der Schlüssel zu dieser
Frage liegt wohl vielmehr im vielfältigen Interessengeflecht der Grundstückseigner am sogenannten Fuggerboulevard. Hier käme ein renoviertes
Theater als attraktives Kopfende der Straße einer
eleganten Investitionssicherung gleich.
Doch wer sagt denn, dass nicht beides geht: ein
neues Theater am Lech, das den Fluss endlich in
die Stadt zurückbringt, und ein Kulturhaus am
Kennedyplatz. Nach dem Umzug des Theaters
ließe sich der Großteil des Komplexes kommerziell
verwerten. Für die Bürger aus Stadt und Region
sollte jedoch das Gesicht des Ensembles als Ort der
kulturellen Begegnung erhalten bleiben. Und wer
die Stadt kennt, weiß, dass es mehr als nur eine
gute Idee für die Nutzung dieser Flächen gibt.
In der Friedensstadt Augsburg leben über 280.000
Menschen. Die einen sind hier geboren, die anderen im Lauf ihres Lebens hergezogen. Die Augsburgerinnen und Augsburger kommen aus allen
Teilen Deutschlands und der Welt. Sie haben
unterschiedliche Interessen, Weltbilder, Träume,
Lebensplanungen und Vorstellungen vom Leben,
sind christlich, muslimisch, jüdisch, eines anderen Glaubens oder konfessionslos. Eines haben
sie bei aller Verschiedenheit gemeinsam – sie
sind alle Menschen mit dem gleichen, unveräußerlichen Recht auf ein selbstbestimmtes Leben
in Freiheit, ohne dabei andere in ihrer Freiheit
zu beschränken.
Derzeit suchen immer mehr Menschen Schutz
vor Krieg, Verfolgung, Elend und Terror – auch in
Augsburg. Ihre Aufnahme und Integration ist
eine Verpflichtung, die sich aus der deutschen
Geschichte und der UN-Flüchtlingskonvention
ableitet. Sie ist für uns auch ein Gebot der Humanität. Wer aus seiner Heimat flieht, hat gute
Gründe.
Das Bündnis für Menschenwürde Augsburg und
Schwaben ruft dazu auf, sich mit Überzeugung
der Herausforderung zu stellen, Flüchtlinge und
Zuwanderer aufzunehmen, ihnen das Ankommen zu erleichtern und ihnen eine Lebensperspektive zu geben: »Wir setzen dabei auf
Integration von Anfang an, wenn es darum geht,
Flüchtlinge aufzunehmen, egal ob sie auf absehbare Zeit oder für immer in Deutschland bleiben
werden. Wir brauchen Zuwanderung, denn sie
ist Bereicherung, sie brachte und bringt neues
Wissen, frische Ideen, Arbeitskraft und wirtschaftliche Dynamik in unsere Stadt. Integration
ist kein Selbstläufer, Integration bedeutet
Anstrengung von allen.«
In Augsburg sorgen viele Bürgerinnen und Bürger
in den Stadtteilen dafür, dass das Wort »Willkommenskultur« keine leere Worthülse ist. Das Bündnis für Menschenwürde ruft alle Augsburgerinnen
und Augsburger auf, den vielen positiven Beispielen zu folgen und sich entschieden gegen antisemitische, islamfeindliche, fremdenfeindliche und
homophobe Tendenzen sowie jegliche andere
Ausgrenzung zur Wehr zu setzen: Augsburg
bleibt weltoffen, bunt und solidarisch.
Ein Zeichen setzen können Sie am 7. März um 12 Uhr:
Kommen Sie zur Kundgebung »Für ein solidarisches,
buntes und weltoffenes Augsburg« auf den Rathausplatz! Weitere Infos:
www.buendnis-fuer-menschenwuerde.de
Wozzeck
Alban Berg
7. März | 19.30 | Großes Haus
dans impulse
CHOREOGRAFIEN Marco Goecke, Georg Reischl, Stephen Shropshire
21. März | 19.30 | Großes Haus
die Schöpfung 6. Sinfoniekonzert
23./ 24. März | 20.00 | Kongress am Park
Ballettgala 2015
28. März | 19.30 | Großes Haus
Besucherservice 0821. 324 4900
www.theater-augsburg.de
www.a3kultur.de
Jessica Higgins, Ronny Miersch; Foto: Nik Schölzel
PREMIEREN IM MÄRZ 2015
03
InTErvIEw
1. bis 31. März 2015
Kunst ist etwas Einzigartiges
Christof Trepesch bestimmt
seit zehn Jahren die Geschikke der Kunstsammlungen und
Museen Augsburg. Sein Büro
im Schaezlerpalais spiegelt
sein Aufgabenspektrum. Ein
Interview von Jürgen Kannler
Fotos: Frauke Wichmann
Christof Trepesch vor einem Augsburger Fassadenschrank von 1621. Rechts daneben hängt eine Fotografie von Victor van der Saar aus der Ausstellung »11Meter« von 2011 in der Galerie im Höhmannhaus. Auf der gegenüberliegenden Seite
wurde die Arbeit »Ziegen im Atelier« von Fritz Wichgraf gehängt, darunter »Der alte Esel« von unbekannter Meisterhand aus dem 19. Jahrhundert. Beide im Privatbesitz von Trepesch. Man sieht auch hier, der Saarländer hat Humor.
a3kultur: Herr Dr. Trepesch, Sie sind nun seit zehn Jahren
Leiter der Kunstsammlungen und Museen Augsburg.
Wenn Sie sich heute zurückerinnern, wie war der Start?
Christof Trepesch: Es war sehr aufregend. Als ich
2004 vom Saarland nach Augsburg kam, war Eva
Leipprand Kulturreferentin. Die Stadt sanierte zu
dieser Zeit vier Häuser für die Kunstsammlungen
oder war im Begriff, die Sanierung zu beginnen.
Dazu zählten das Schaezlerpalais und das Maximilianmuseum samt neuem Viermetzhof. Mit
der Galerie im Höhmannhaus war die Gegenwartskunst zwar schon vertreten, aber mit dem
H2 im Glaspalast kam eine brandneue Kulturadresse dazu. Das war spannend und es gab die
Möglichkeit, diese Orte mitzuentwickeln und
inhaltlich wie gestalterisch gemeinsam mit den
hier wirkenden Kollegen zu prägen.
Und heute sieht sich die Stadt nicht einmal in der Lage,
ihre Römerschätze in einem Museum zu präsentieren, das
den Namen Museum verdient. 2009 haben wir mit
einem Expertengremium einen ersten Entwicklungsplan erstellt. Inhaltlich hat sich daran bis
heute nichts geändert. Durch das gute Zusammenwirken zwischen dem Kulturreferat und den
zuständigen Baubehörden sind wir inzwischen
der Realisierung eines Römischen Museums mit
Neubau ein gutes Stück nähergekommen.
Seit Ihren ersten Tagen in Augsburg konnten Sie dem
Publikum weit über 100 Ausstellungsprojekte anbieten.
Welcher Dramaturgie folgen Sie dabei? Zunächst einmal braucht man ein gutes Team, um etwas zu
erreichen. Das haben wir. Unser Ziel ist es, unsere
Einrichtungen attraktiv und offen zu gestalten.
Ein Museumsbesuch muss spannend sein, das
Publikum immer wieder überraschen und neue
Akzente setzen. Ein gutes Beispiel dafür wird
unsere Ausstellung »Die verschollene Leda«, die
wir am 20. März im Schaezlerpalais eröffnen. Im
Mittelpunkt steht das vor mehr als 400 Jahren
von Joseph Heintz d.Ä. auf eine Kupfertafel
gemalte Bild »Leda mit dem Schwan«. Es hatte
wegen seiner Qualität in der damaligen Kunstwelt sofort für Furore gesorgt, landete in der
Prager Sammlung Kaiser Rudolfs II. und verschwand kurze Zeit später ebenso furios von der
Bildfläche. Vor Kurzem konnte ein Augsburger
Sammler das Schmuckstück erwerben und wir
werden es nun der Welt präsentieren, wobei wir
ihm Arbeiten aus unseren Beständen, dem Augsburger Stadtarchiv und der Staats- und Stadtbibliothek sowie internationalen Leihgaben
gegenüberstellen.
Wie gelangt eine solche Arbeit nach Augsburg? Das
Geheimnis liegt auch hier im vernetzten und
kooperativen Arbeiten. Gode Krämer, er war bis
zu seinem Ruhestand Leiter der Graphischen
Sammlungen hier im Haus, hat das Bild aufgespürt und einen Sammler aus der Stadt dafür
begeistern können.
Das ist ja wohl eher die Ausnahme, dass sich Pensionisten
so stark für ihre alten Arbeitgeber engagieren. In
unserem Metier nicht. Ein Kunsthistoriker hört
im Ruhestand nicht auf, sich mit Kunst zu
beschäftigen. Wir haben das Glück, dass sich
zahlreiche ehemalige Kollegen mit ihrem
immensen Fachwissen weiterhin einbringen,
und im besten Fall gipfelt dieses Engagement
dann auch in einer großen Ausstellung.
Die Wiederentdeckung der »Leda« liest sich wie eine Detektivgeschichte. Wie stark prägen Begriffe wie Original,
Kopie und Fälschung Ihren Arbeitsalltag? Sehr stark.
Wir haben immer damit zu tun. Wobei Fälschungen eigentlich eine klare Sache sind, sofern
sie erkannt werden. Da liegt die Absicht der Täuschung zugrunde. Sehr viel schwieriger ist die
Frage nach Original oder Kopie. Da muss man
schon ganz genau wissen, wie über Jahrhunderte
in den großen Werkstattateliers produziert und
reproduziert wurde. Nehmen Sie nur Rubens, der
seinen Mitarbeitern, durch die Bank hoch
begabte Künstler, oft nur die Grundzüge für ihr
arbeitsteiliges Schaffen vorgegeben hat und am
Schluss natürlich seine Signatur daruntersetzte.
Es stellt sich nun die Frage: Ist dieses Werk ein
echter Rubens?
Viele der erfolgreichsten Künstler unserer Zeit wie Hirst
oder Koons haben diese Praxis wiederbelebt … Kunst ist
etwas Einzigartiges. Die Menschen wollen die
echte Mona Lisa sehen und keine Reproduktion.
Dafür sind sie bereit, alle erdenklichen Strapazen
auf sich zu nehmen. Zu unseren Aufgaben gehört
es auch, in einer Welt, die uns täglich mit einer
Flut von Bildern konfrontiert, diese Originale in
einem sinnvollen Kontext zu erläutern und für
unsere Besucher im besten Sinne schön zu präsentieren. Das nenne ich Kunstvermittlung.
Diese Aufgabe unterliegt auch politischen Faktoren oder
Zwängen. Ich meine damit nicht nur die engen Etats, mit
denen Kulturmacher zu kämpfen haben, oder dass ein
mangelndes Verständnis für Ihre Arbeit in Teilen unserer
Gesellschaft herrscht. Auch geopolitische Aspekte haben
Einfluss auf Ihre Planungen. Denken Sie nur an die Terrorgefahr, die von sogenannten Glaubenskriegern ausgeht, oder die europäische Embargopolitik gegen
Russland. Eine Erfolgsausstellung wie 2008 »Zarensilber«
wäre heute undenkbar. Das stimmt vermutlich. So
gesehen hatten wir Glück, ein Zeitfenster der
Entspannung nutzen zu können, um unsere Kooperation mit dem Kremlmuseum umzusetzen.
Das ist natürlich auf der einen Seite bedauerlich,
auf der anderen Seite gibt es seit dieser Zeit eine
weitere, auf freundschaftlicher Basis existierende
Beziehung zwischen den Museen. Dokumentiert
ist das nicht zuletzt durch den ersten russischsprachigen Katalog zum Thema Augsburger
Kunst. Ich freue mich sehr, dass mit dieser Publikation erstmals die Augsburger Kunst- und Kulturgeschichte umfassend in Russland dargestellt
werden konnte. Und: Kulturelle Kooperationen
überwinden Grenzen!
Augsburger Kunst ist weltweit ein Botschafter für die
Stadt und es scheint, sie wird gern dort angesetzt, wo
Vernetzung historisch gewachsen ist. Das ist richtig,
wie Sie beim »Zarensilber« oder auch beim Aus-
stellungsprojekt »Wunderwelten« im vergangenen Jahr sehen konnten, aber eben nicht
ausschließlich. Es gelingt uns immer wieder,
auch mit starken Partnern zu kooperieren, die
keine kulturhistorische Herleitung oder Begründung mitbringen. Ein Beispiel ist die Ausstellung
»Irdische Paradiese« mit Meistern der Moderne
im Besitz der Kasser Art Foundation, die ihren
Sitz in Tuscon/Arizona und Washington hat. Wie
auch immer, im Endergebnis sind Kooperationsprojekte wichtig und auch finanziell entlastend.
Sie schärfen die internationale Wahrnehmung
für Augsburg und tragen dazu bei, bestimmte
Vorhaben überhaupt erst stemmen zu können.
Die Gratwanderung zwischen den großen Namen und auf
den ersten Blick unspektakuläreren Themen verläuft nicht
immer wertungsfrei. Da landet dann schon mal eine
wunderbare Klee-Ausstellung im Zentrum für Gegenwartskunst. Mit 100 Jahren Verspätung. Ich kenne
diese Kritik und verweise in diesem Zusammenhang gern auf die herausragenden Gegenwartskünstler, die wir regelmäßig in das Schaezlerpalais
laden, wie zuletzt Jaume Plensa oder auch die
örtlichen Künstler bei der Großen Schwäbischen
Kunstausstellung des BBK. Auch hier kann ich
nur sagen: Das Mischungsverhältnis muss stimmen. Unter dem Strich brauchen wir Ausstellungen, die für die verschiedensten Zielgruppen
von Interesse sind. Das heißt, in regelmäßigen
Abständen spektakuläre Leuchttürme wie etwa
Paul Klee, am besten also Themen, die in irgendeiner Form auch in der Region verankert sind und
spektakulär nach außen wirken, dann Ausstellungen, die den Bürgern den Bestand der Sammlungen erschließen, und hin und wieder eine
wunderbare Entdeckung wie im März die »Leda«.
Man hört von verschiedenen Seiten immer wieder, dass Sie
dabei sind, eine große Orientschau zu organisieren. Das
Thema wäre nicht zuletzt wegen seiner zeitpolitischen
Dimension hochinteressant. Was können Sie dazu sagen?
Leider noch nicht sehr viel. Die Anregung zu dem
Thema kam von der Universität Augsburg. Die
kulturelle Beziehung unserer Stadt zum Orient,
wie dieses Gebiet auch immer zu definieren ist, ist
ein hochspannendes wissenschaftliches und auch
aktuelles Thema und es wäre reizvoll, es in einer
Ausstellung zu visualisieren. Es soll daraus ein
Projekt werden, mit vielfältigen Kooperationspartnern, und es wird bestimmt noch einige Zeit dauern, bis man dazu Genaueres sagen kann.
Nun ein paar Zahlen: Die Augsburger Kultur und der
hiesige Städtetourismus setzen jährlich rund 650 Millionen Euro um. Im letzten Jahr hatten die Kunstsammlungen knapp 300.000 Besucher. Ihr Quotenkönig war
Jaume Plensa. Die »Wunderwelt« mit barocken Augsburger Kunstschätzen war eine Leihgabe des Berliner Kunstgewerbemuseums und zog viele Gäste in das
Maximilianmuseum. Über 45.000 Besucher kamen zur
Paul-Klee-Ausstellung »Mythos Fliegen« ins H2. Trotzdem
fehlen den Kunstsammlungen die Mittel häufig an allen
Ecken und Enden. In welchen Bereichen drückt der finanzielle Schuh am stärksten? Der Erfolg einer Ausstellung misst sich nicht nur an Besucherzahlen,
auch über die Ausstellungsdauer hinaus bleiben
die Beziehungen zu anderen Museen, die Besucherinnen und Besucher, die die Ausstellung
besucht haben, sind wichtige Multiplikatoren.
Unsere Kunstvermittler haben hier viel geleistet.
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vollbringen oftmals Unglaubliches, manchmal auch
über das Maß hinaus, das man den Kollegen
zumuten möchte. Da muss schleunigst personell
nachgebessert und auch bewusst in die Vermittlung und Erwachsenenbildung investiert werden. Projektbezogen fehlt uns immer wieder eine
langfristig stabile Finanzierung. Das macht die
Arbeit nicht unbedingt leichter. Und natürlich
vermissen wir schmerzlich den städtischen
Ankaufsetat, der uns vor fünf Jahren auf null
reduziert wurde.
Sie unterstützen also die vom Kulturreferenten Thomas
Weitzel erhobene Forderung, die Ausgaben der Stadt
pro Kopf für Kultur zu erhöhen? Aber natürlich, voll
und ganz.
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MOZART�&�DIE
K L A R I N E TT E
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Mit Sabine Meyer (Schirmherrin),
Jörg Widmann, Sharon Kam, der
Akademie für Alte Musik Berlin,
Alex Penda, u.v.m.
www.mozartstadt.de
Trotz dieser Personalengpässe können Sie auf einen Mitarbeiter wie Horst Keßler verzichten? Der Ruf für den
Kollegen in die sogenannte Gurlitt-Task Force ist
zunächst einmal eine Auszeichnung für unsere
Stadt. Die Kunstsammlungen haben 2001 mit der
Provenienzforschung begonnen. Damals steckte
das Thema noch in den Kinderschuhen und wir
haben, nicht zuletzt über die Arbeit zur Stiftung
Haberstock, eine gewisse Vorreiterrolle auf diesem
Gebiet übernommen, die bis heute anhält und
eine weitreichende Vernetzung nach sich zieht.
Der Augsburger Karl Haberstock war beim Handel von
Raubkunst im »Dritten Reich« quasi ein Kollege von Hildebrand Gurlitt. Nach dem Tod des Ehepaars Haberstock in
den 50er-Jahren erbte seine Heimatstadt den Großteil des
wertvollen Nachlasses und präsentiert ihn bis heute im
Schaezlerpalais. Den, wie gesagt, sehr intensiv
erforschten Nachlass. Die Provenienz jedes einzelnen Objekts ist untersucht. Anstehende Restitutionsanfragen werden sorgfältig bearbeitet
und beantwortet.
Interview mit Christof Trepesch:
Fortsetzung auf Seite 12
www.a3kultur.de
nEU PrOST MAHLzEIT
1. bis 31. März 2015
04
weink
Foto: Volker Oehl
Zu Besuch bei Vinopolis Protoko
Der Name Vinopolis steht nicht nur
in Süddeutschland für Weinkultur. Seit 1999 arbeitet das heute
12 Mann starke Team von seiner topmodernen Zentrale
bei der AZ aus am guten
Geschmack. Als die a3kulturRedaktion die neue Rubrik
»Prost Mahlzeit« plante, war
klar, dass wir eines der ersten
Porträts unserem Weinhändler
widmen wollten. Also trafen wir
Curt-Frenzel-Str. 10a | 86167 Augsburg | 0
Als wir Michael Haupt fragten, ob wir ihn für unsere Arbeit am neuen a3kulturRessort »Prost Mahlzeit« in seiner Küche besuchen dürfen, sagte er spontan zu
und schob hinterher: »Es gibt aber Innereien!« Umso besser, befand die Redaktion. Schließlich soll es in unseren Medien auch auf dem Gebiet der Küchenkultur
Spannendes zu entdecken oder wiederzuentdecken geben. Oder wann haben Sie
zuletzt ein Herz geteilt, Kutteln geschnitten oder eine Leber gebraten? In diesem
Sinne haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, unseren Lesern einen Einblick in
die unterschiedlichsten Küchen unserer Region zu ermöglichen. Wir plaudern mit
den Köchinnen und Köchen über ihre Arbeit, erkundigen uns über ihre Zulieferer
aus der Nachbarschaft und fragen auch mal nach, wohin sie denn zum Essen
gehen, wenn ihre Küche kalt bleibt. Mit derselben Leidenschaft werden wir auch
Händler, Produzenten und Veredler aus unserer Region porträtieren, die sich leidenschaftlich, fachkundig und vertrauensvoll mit Essen und Trinken beschäftigen.
Wir beginnen die Serie in dieser Ausgabe mit unserem Weinhändler Vinopolis.
Das ist Dirk Emmich, ein Winzer aus Bermersheim in
Rheinhessen. Zu ihm und seiner Familie pflegen wir
seit Beginn freundschaftliche Beziehungen. Er war
Studienkollege unseres Chefs Ralf Kastner an der Hochschule in Geisenheim und hat sich seit der Übernahme
des elterlichen Betriebs nur noch in eine Richtung entwickelt: nach oben. Er ist ein Mann, der seine Arbeit
wirklich liebt. Seine Weine sind absolute Spitze und als
Typ hat er nie die Bodenhaftung verloren. Mit solchen
Menschen zu arbeiten ist ein Geschenk. Für mich ist
Dirk Emmich ein absoluter Geheimtipp.
Dieses Foto mag ich besonders gern. Unsere beiden Chefs
Claus Pfeiler und Ralf Kastner nehmen den ehemaligen
FCA-Torwart Simon Jentzsch in die Mitte. Er hat ihnen an
dem Tag seine Handschuhe geschenkt, die er beim entscheidenden Aufstiegsspiel in die 1. Liga getragen hat.
Unser ganzes Team ist stolz darauf, die besten Vereine des
Südens mit Weinen zu beliefern. Neben dem FCA engagieren wir uns auch bei den Bayern. Claus Pfeiler und Ralf
Kastner kennen sich schon eine Ewigkeit. Herr Kastner
war einer der ersten Diplom-Önologen in Deutschland. Er
gehört quasi zur ersten Generation der Leute, die nicht
nur den deutschen Wein auf ein neues Niveau gebracht
haben. Herr Pfeiler gründete zusammen mit ihm vor gut
25 Jahren den Weingroßhandel deuna, mit dem wir hier
Tür an Tür arbeiten. Zehn Jahre später riefen sie mit Vinopolis das Einzelhandelsstandbein der Firma ins Leben
und holten mich weitere fünf Jahre später mit ins Boot,
um diesen Bereich zu leiten.
Foto: Christian Kolbert
Schwäbische
Galerie im
Volkskundemuseum
Oberschönenfeld
Licht hören
Bilder von Carmen Jaud
bis 12. April
Studioausstellung
„Gelb mit allen Sinnen
erleben“
8. und 22. Februar,
jeweils 15 Uhr:
Sonntagsführung
13. Februar, 15–18 Uhr:
Workshop: Herstellung
gelber Farben mit
Naturstoffen
(nur mit Anmeldung)
15. Februar,
15.00–16.30 Uhr:
Familienführung mit
kreativem Gestalten
19. Februar, 10–13 Uhr:
Ferienkurs für Kinder
„Farbmäuse“
(nur mit Anmeldung)
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Tel. (0 82 38) 30 01-0
svo@bezirk-schwaben.de
www.schwaebischesvolkskundemuseum.de
Öffnungszeiten:
„Enthüllet also wild“, Foto: Doris Jungwirth
www.bezirk-schwaben.de
www.a3kultur.de
Di bis So 10–17 Uhr,
montags geschlossen,
an Feiertagen geöffnet.
Für Gruppen auch nach
Vereinbarung.
Dieses Bild wurde während unserer letzten Hausmesse im
vergangenen November von unserer Verwaltung im
ersten Stock aus gemacht. Diese Tage gehören zu den
anstrengendsten, aber auch zu den schönsten im Jahr.
Zuletzt hatten wir über 500 Besucher und 40 Winzer zu
Gast. Die meisten davon kennen wir schon seit Jahren, da
entwickeln sich auch Freundschaften. Diese Form der
Interaktion ist für alle Seiten wichtig. Unsere Kunden,
viele davon auch aus der Gastronomie, verschaffen sich
hier einen Einblick in die Arbeit unserer Winzer und
gehen mit neuen Ideen nach Hause. Die Produzenten
erfahren hautnah, was der Markt braucht, und wir sind
stolz darauf, dies alles in unseren Räumen zu ermöglichen. Neben der Hausmesse bieten wir unseren Kunden
auch Degustationsmenüs an, bei denen ich natürlich
selbst am Herd stehe, organisieren Weinreisen zu unseren
Winzern und haben für alle, die es ganz genau wissen
wollen, auch Seminare im Angebot.
Wie man auf diesem Bild gut sehen kann, verzichten wir bei der Ausla
im Mittelpunkt. Seine perfekte Lagerung und eine unkomplizierte Prä
wahl von augenblicklich rund 1.200 Sorten nicht im Angebot verlieren
gleich hinter dem Showroom. Hier halten wir über eine Million Flasch
Wir kennen unsere Winzer. Wir rennen Trends nicht hinterher, sonde
vergleichsweise geringerem finanziellen Einsatz zu unglaublichen Erle
5 bis 6 Euro.
05
PrOST MAHLzEIT nEU
1. bis 31. März 2015
kultur
oll: Jürgen Kannler, Fotos: Vinopolis
uns mit Vinopolis-Geschäftsführer
Björn Kühnel und protokollierten seine Erinnerungen zu
Fotos aus der Firmengeschichte. Diese Aufnahme
zeigt ihn beim 10. Geburtstag von Vinopolis mit einem
engen Freund des Hauses:
Paolo Fabiani von der Tenuta
Roveglia, Lugana-Produzent
und Vorsitzender des Consorzio
Tutela Lugana DOC.
Herr Haupt, was kochen
Sie uns Schönes?
men. So wie in Oberschönenfeld. Basis für die
Küche von Michael Haupt ist auch heute noch
seine Zeit in den Sieben-Schwaben-Stuben. Dieses
Haus am Königsplatz war über Jahrzehnte der Fixstern schwäbisch-bayrischer Küche, bevor eine
Augsburger Traditionsbrauerei als Immobilienbesitzerin die Räume doch lieber an den Schotten
vermietete. Michael Haupt ficht es heute nicht
mehr an. Er hat seinen Weg gemacht, steht jetzt in
seiner Küche und präsentiert voller Stolz ein prall
gefülltes Kar mit Kalbsgewirk. Gute 12 Kilo wiegt
das alles von der Zunge ganz oben über Herz,
Lunge und Leber bis hin zum Magen. Frisch geliefert von der Metzgerei Dichtl aus dem benachbarten Gessertshausen. Dieser Betrieb verarbeitet
ausschließlich Fleisch von Tieren aus der näheren
Region. Der Metzger kennt alle seine Viehbauern
persönlich. Diese Einstellung gefällt dem Koch.
Deshalb zählt er zu den Stammkunden der Dichtls.
Privat geht Michael Haupt gerne zu seinen Kollegen Stefan Settele (Gasthaus Settele/Haunstetten),
Mauro Ficotto (Casanova/Göggingen) und Martin
Wastl (Tavernwirt/Sulzbach) Essen. Für unseren
Besuch haben wir um einen Klassiker der Innereienküche gebeten, der mit einem gewissen Maß an
Herderfahrung leicht nachzukochen ist. Unser
Gastgeber entscheidet sich für:
0821 – 700290 | www.vinopolis.de | Mo–Fr 10–19.30, Sa 10–16 Uhr
Kalbsleber Berliner Art
Haut von der Leber entfernen, Leber (pro Person mit etwa 180 Gramm rechnen) in Scheiben von einem guten Zentimeter schneiden.
Feste, leicht säuerliche Äpfel entkernen und
in ebenso dicke Scheiben schneiden. Früchte
nicht unbedingt schälen, das sieht gut aus
und der Apfel zerfällt später nicht.
Zwiebel schälen und in nicht zu feine Ringe
scheiden. Nicht an der Zwiebel sparen, sonst
gibt es bei Tisch Verteilungskämpfe!
Eine ordentlich schwere Pfanne erhitzen,
geeignetes Pflanzenöl zugeben und darin die
Zwiebelringe frittieren, bis sie knusprig sind,
anschließend warm stellen.
lage unserer Weine gerne auf jeden Schnickschnack. Das Produkt steht
äsentation sind für uns wichtig. Der Kunde soll sich trotz unserer Ausn. Das Gros unserer Weine lagert natürlich in speziellen Klimaräumen
hen vor. Beim Ausbau des Sortiments pflegen wir einfache Grundsätze:
ern formen sie mit. Wein ist kein Pfennigprodukt, kann aber auch bei
ebnissen führen. Eine gute Flasche bekommen Sie bei uns jederzeit ab
Die Dame im weißen Blazer heißt
Paula Bosch und ist unter Weinkennern ein Star. Das Foto entstand vor einiger Zeit im Garten
des Restaurants Tantris in München. Ich war gemeinsam mit den
Kollegen zu einer Verkostung eingeladen. Diese Treffen abseits der
üblichen Pfade sind für mich
extrem wichtig. Man hat mehr
Ruhe, um sich den einzelnen Weinen zu widmen, und reflektiert
im Austausch mit den Kollegen
vielleicht noch einen Tick intensiver. Außerdem kann ich mir
schlimmere Orte vorstellen, einen
Tag mit Arbeit zu verbringen, als
eines der besten Restaurants weit
und breit.
Kalbsleber Berliner Art
Im Klosterstüble Oberschönenfeld Protokoll: Jürgen Kannler
Der Winter ist eine gute Zeit, um Innereien zuzubereiten. Das mag auch daran
liegen, dass sie hervorragend mit den Küchenkräutern harmonieren, die gerne
das Pikante und gut auch das Deftige zum Ausdruck bringen. Außerdem bietet
uns das Innere des Tieres ein wunderbar breites Spektrum an Genussmöglichkeiten, mit denen sich die trüben Tage vor dem ersten Frühlingserwachen
etwas versöhnlicher gestalten lassen. Ein Genuss allerdings, der wie so viele
wertvolle Dinge in unserer Welt vom Aussterben bedroht ist. Noch in den 70erJahren gehörten Lunge, Leber, Herz und Co. zum Standard der hiesigen Speisepläne im Gasthaus, aber auch in den Familien. Der oftmals schlechte Ruf, unter
dem die Innereienküche heute zu leiden hat, geht einher mit einem ebenso
schleichenden wie gefährlichen Verlust, den unsere Gesellschaft zu verkraften
hat, nämlich der Kunst, einfache und leckere Gerichte selbst zu kochen. Wer
Innereien zubereiten möchte, der sollte etwas vom Kochen verstehen. Oder
haben Sie schon einmal eine Tüte Maggi-fix für Schweinezunge Madeira im
Supermarkt entdeckt? Einen weiteren Stoß ins kulinarische Abseits der Innereien finden wir im immer noch auf breiter Basis tolerierten Großsprechertum
einer Konsumgesellschaft, die auf ihren Schnitzel- und Steakkarten keinen
Platz mehr findet für den Reichtum einer vermeintlich als Armenküche
geschmähten Vielfalt und Nachhaltigkeit. Fleischesser, die Respekt vor dem
Tier haben, sollten mehr davon nutzen als das Filet.
Oberschönenfeld 1 | 86459 Gessertshausen | 08238 – 3730 | www.klosterstuebleoberschoenenfeld.de | Di–So 10–20 Uhr (Winter) –21 Uhr (Sommer)
Michael Haupt vom Klosterstüble Oberschönenfeld hat diesen Respekt. Er ist in den 70er-Jahren
quasi in Laufnähe zu seiner heutigen Wirkungsstätte aufgewachsen. Mit einem zehnköpfigen
Basisteam stemmt er nun im vierten Jahr die
Bewirtschaftung des beliebten Ausflugslokals im
historischen Klosterhof. 80 Plätze hat seine große
Gaststube, nochmals 20 das Jägerzimmer im
ersten Stock mit Blick auf den Platz vor der barocken Stiftskirche. Im Sommer geht hier regelmäßig die Post ab. 300 Plätze hat der Biergarten,
locker das Doppelte könnte er an den Tagen
haben, wenn halb Augsburg durch die Westlichen
Wälder radelt und alle Sportler gleichzeitig Hunger und Durst bekommen.
Im Winter geht es gemütlicher zu. Unter der
Woche kehren Rentner und Spaziergänger ein
und an den Wochenenden die Geburtstagsgesell-
Gleiche Pfanne reinigen und wieder erhitzen.
Nicht zu wenig Rapsöl und etwas Butter zugeben und darin die Apfelringe schwenken, bis
sie leicht gebräunt sind und herrlich duften.
Gleiche Pfanne reinigen und wieder erhitzen.
Olivenöl und Butter zugeben, Kalbsleber in
die Pfanne geben und mit Spaß an der Sache
anbräunen. Wenden und nun erst mit Salz,
Pfeffer und einem Zweig Rosmarin würzen.
Eine gute Kelle von Ihrem selbst gemachten
Kalbsjus zugeben (Rezept unter a3kultur.de).
Nach insgesamt zwei bis drei Minuten vom
Herd nehmen und für maximal drei weitere
Minuten bei 80 Grad ins Rohr schieben.
Den vorher zubereiteten Kartoffelbrei auf
vorgewärmten Tellern anrichten.
TIPP: Benutzen Sie niemals einen Schneebesen, um diese Beilage zu rühren, sondern einen einfachen Kochlöffel.
Anderenfalls wird das Püree schmierig,
weil Sie die Stärke aus der Kartoffel rühren und diese zu Kleister gerinnt.
Äpfel, Leber, Soße und die Röstzwiebeln über
dem Püree anrichten.
Die geladenen Gäste und sich selbst verzaubern.
Arbeitszeit: 20–30 Minuten, ganz Sportliche
bereiten parallel das Püree zu
Wareneinsatz pro Person: 5–6 Euro
schaften. Eine Reservierung vorab erspart an solchen Tagen so manche Enttäuschung.
Man kann sagen, das Klosterstüble brummt.
Eigentlich hatte sich Michael Haupt seine zweite
Karriere ja etwas ruhiger vorgestellt. In mehr als
zehn Jahren hat er sein erstes Lokal, das »Haupt«
im Prinz-Karl-Palais, zu einer der besten Adressen
der Region gemacht. Und zu einer der teuersten.
Die Gäste erwarteten zum Lammkarree oder Rinderfilet ihren Michi in der Küche. Heute geht er
das Geschäft etwas anders an. Natürlich prägt er
nach wie vor die Küche des Hauses, aber er ist eben
nicht mehr nur der Koch. Heute ist er Wirt, hat
Zeit für seine Familie und dafür, seine Gäste
immer wieder mit neuen Einfällen zu verführen.
Ein gutes Gasthaus soll leben. Bei einer guten
Karte kann der Gast die Jahreszeit erschmecken.
Und bei allem Neuen muss das Niveau immer stim-
Michael Haupt empfiehlt dazu ein Weißbier der
Brauerei Schmid in Ustersbach oder einen Weißburgunder, als Schnaps nach dem Essen den Winterapfel mit 17,5 Vol.-% von der Familie Zott, ebenfalls aus
Ustersbach, oder einen Obstler mit etwas mehr
Umdrehungen aus derselben Brennerei.
www.a3kultur.de
LITErATUr
1. bis 31. März 2015
06
Für seine Kolumne »Deutsch richtig und gut« hat Gino Chiellino Begriffe
gesucht, die er paarweise umschreibt, um zu zeigen, wie er sie anders
versteht als seine Gesprächspartner. Die zweite Folge behandelt:
Identität oder Lebensprojekt?
Und verbrechen lohnt sich doch
Der Träger des Deutschen Krimi-Preises steht seit Mitte
Januar fest. Er heißt Franz Dobler. Wir gratulieren
herzlich, auch wenn wir damit vielleicht etwas spät
dran sind. Vielen Dank.
Die Sache mit dem Zug ist durch. Aber die Fortsetzung folgt.
Streng genommen ist Ihr Werk »Ein Bulle im Zug« ja
gar kein Krimi. Stimmt, hat die Jury wohl gar nicht
gemerkt.
Und in der Zwischenzeit kommt »Ein Bulle im Zug« ins
Kino? Der Stoff soll auf alle Fälle verfilmt werden.
Die Rechte sind verkauft. Wann und wo das
Ergebnis zu sehen sein wird, weiß ich im Augenblick noch nicht.
Oder sie hat das Buch im Kindle gelesen, auf dem Cover
steht nämlich ganz deutlich: »Tropen Roman«. Haben
Sie die Herrschaften eigentlich mal kennengelernt?
Einige kenne ich, die anderen werde ich vielleicht nie kennenlernen. Der Deutsche KrimiPreis ist meines Wissens der einzige Literaturpreis,
der ganz ohne Preisverleihung und übrigens
auch ohne Preisgeld auskommt.
Wie, es gibt kein Preisgeld? Das ist aber schade. Was
bringt der Preis denn sonst so, außer dass Sie Ihre kostbare Zeit mit Interviews vergeuden? Zunächst einmal
viel Ehre, und das meine ich ernst. International
hat James Lee Burke gewonnen und Friedrich Ani
stand in den Jahren vorher schon einige Male an
meiner Stelle. Das sind Kollegen, die ich sehr
schätze.
Aber von Ehre allein kann ein Autor nicht einmal in
Augsburg leben. Mit dem Krimi-Preis ausgezeichnete
Bücher sollen ja gute Chancen haben, ein Bestseller zu
werden. Nicht alle, wir werden mal sehen. Aber
wenn es klappt, dann verspreche ich, den Erlös
ausschließlich für Recherchezwecke auszugeben.
Sie planen einen zweiten Teil mit Faller? Bekommt der
Bulle nun ein Tramperticket und fährt durch Europa?
Wann? Ist noch nicht ganz klar. 2017, vielleicht.
Krimi-Preis, Bestseller, Fortsetzung, Verfilmung, da soll
noch einer sagen, Verbrechen lohnt sich nicht. So it is!
Das Interview führte Jürgen Kannler.
Sprechen – Lesen – Musizieren
Franz Dobler live in seiner Heimat:
08.03. AuGSBuRG Stadttheater
10:30 Uhr, Literatur-Matinee »Ein Bulle im
Zug« – Friedrich Ani liest, Franz Dobler
spricht mit Vertretern der lokalen Presse und
der Intendantin
25.03. GERSTHOFEN Ballonmuseum
19:30 Uhr, Franz Dobler liest aus »Ein Bulle
im Zug«
28.03. AuGSBuRG Grandhotel Cosmopolis
20 Uhr, DJ Rock Around The World Franz
Dobler legt auf
www.franzdobler.de
Es liegt nahe, sich Auswanderer und Flüchtlinge
als Menschen auf der Flucht vor Armut, Kriegen
oder Epidemien vorzustellen. Die Sozialwissenschaften mit ihren erprobten Erklärungsmodellen
haben eine derartige Vorstellung so fest untermauert, dass selbst Auswanderer und Flüchtlinge
große Schwierigkeiten haben, sich anders zu verstehen.
Denn was passiert mit Einwanderern, sobald sie
das Land erreichen, das sie unter interstaatlich
ausgehandelten Bedingungen aufnimmt? Ihnen
wird ein Wahrnehmungsmuster ihrer selbst angeboten, um sich neu zu verstehen. Es wird ihnen
nahegelegt, sich zu den ungelernten Arbeitskräften im Lande zu zählen, bloß weil das Land ungelernte, das heißt billige Arbeitskräfte braucht, die
einfache Arbeitsvorgänge ohne Sprachkenntnisse
erledigen können.
Später wird den Einwanderern mitgeteilt, sie
seien entwurzelt und ihre Identität aufgrund der
kulturellen Unterschiede zwischen dem Herkunfts- und dem Gastland sei gefährdet. So entdecken Einwanderer, dass sie eine Identität besitzen,
die früher oder später in eine Krise geraten wird.
Daran haben sie bis zu ihrer Ankunft im Gastland
nicht gedacht. Sie haben sich für die Auswanderung entschieden, nachdem sie festgestellt haben,
dass ihr Lebensprojekt an ihrem Geburtsort nicht
zu verwirklichen ist. Anders gesagt, sie haben
gespürt, dass sie woanders hin gehen müssen, um
ihre Fähigkeiten und Kompetenzen anwenden zu
können. So gesehen sind Auswanderer und Flüchtlinge Menschen, die ihr Lebensprojekt am Geburtsort gefährdet sehen und sich einen neuen Ort
aussuchen, wo sie es umsetzen können.
Aber was geschieht, wenn sie den ausgewählten Ort
erreicht haben? Sie stellen fest, dass ihr Lebensprojekt unter anderen Voraussetzungen entstanden ist und dass sie nun seine Umsetzbarkeit
überprüfen müssen. Soll diese bittere, jedoch
unvermeidbare Erfahrung der Auslöser der Identitätskrise sein, die Experten jeder Fachrichtung bei
den Einwanderern sehr früh entdeckt haben?
Im Gespräch mit Freunden und im Lauf meiner
Unterrichtsjahre als Dozent für interkulturelle
Literatur bin ich immer wieder mit der sogenannten Identitätskrise der Einwanderer konfrontiert
worden. Mein Kommentar hierzu lautete: »Da die
Zukunft nicht für alle ausreicht, erhalten Einwanderer und Flüchtlinge eine Identitätskrise als vor-
gezogene Entschädigung.« Es folgte der Hinweis,
dass Einwanderer und Flüchtlinge Menschen sind,
die ihren Geburtsort mit einem Lebensprojekt
verlassen, um die eigenen Kompetenzen und
Fähigkeiten woanders zu erproben.
Als Beweis habe ich Freunde und Studierende
darauf hingewiesen, dass man bei der Untersuchung der Auswanderung aus einer beliebigen
Ortschaft des Mittelmeerraums, in der die sozialen
und ökonomischen Lebensverhältnisse durch keine
großen Gefälle geprägt sind, zu folgendem Ergebnis kommt: Aus der gesamten Ortschaft, das heißt
unter denselben Bedingungen, wandern einige
Einwohner aus, andere nicht. Das gilt auch für
jedes beliebige Viertel, jede Gasse und jedes Haus.
Wer auswandert, trifft eine Entscheidung, genauso wie derjenige, der nicht auswandert. Sie tun es
nicht aus unterschiedlichen Gründen, sondern sie
schätzen die Bedingungen, unter welchen sie ihr
Leben leben können oder wollen, anders ein.
Natürlich riskieren Auswanderer, dass ihr Lebensprojekt ins Stoppen gerät, weil sie die Lebensbedingungen in dem Land nicht kennen, in dem sie
es verwirklichen wollen.
Daraus eine Identitätskrise ableiten zu wollen, ist
weder richtig noch gut. Hilfreich wäre es, vom
Lebensprojekt auszugehen, damit Einwanderer
und Flüchtlinge sich selbst anders als bisher verstehen können: vor allem nicht nur als defizitär.
Wie gesagt, für Einwanderer ist es vernünftig,
Deutsch richtig und gut zu lernen. Unvernünftig ist
die damit verbundene Hoffnung, hinterher könne
man sich mit den Staatsbürgern des Landes verstehen. In der Tat versteht man sich nicht deshalb,
weil man die gleiche Sprache spricht: Gesprächspartner verstehen sich, weil sie sich verstehen wollen und dabei keine Wörter unterschlagen.
Die Kolumne erscheint im Original online in der Kulturund Literaturzeitschrift www.
interessen.org. »Deutsch richtig und gut« lautete der Titel
der Fibel, mit der sich Chiellino 1970 in Düsseldorf Deutsch
beibringen wollte. Der interkulturelle Literaturwissenschaftler, Dichter, Essayist,
Herausgeber und Übersetzer wurde unter anderem mit
dem Adelbert-von-Chamisso-Preis für sein lyrisches Werk
ausgezeichnet. www.chiellino.com
LITERATUR IM MäRZ
MI 04.03. STADTTEILBüCHEREI LECHHAuSEN –
Bilderbuchkino: Nina und Sechziggrad (ab 4 J)
14:30
| NEuE STADTBüCHEREI – Bilderbuchkino: Als Herr Martin durchsichtig wurde
(4–6 J) 15:30
DO 05.03. BALLONMuSEuM – Franz Dobler: Ein
Bulle im Zug 19:30 | NEuE STADTBüCHEREI –
Projektfinale: Augsburg liest ein Buch 19:30
FR 06.03. MÄRCHENZELT – Mitmachmärchen
für Schule und Kindergarten 10:00
SO 08.03. THEATER – AZ Literatur-Matinee 10:30
| MÄRCHENZELT – Die besten Märchen aus Irland (ab 6 J) 16:00 // Märchen zum Weltfrauentag (für Erw.) 19:00 | ROKOKOSAAL – In Schuhen
Anderer: Gesungene Bekenntnisse, ein literarischer Liederabend mit Franz Xaver Schlecht
19:00
MI 11.03. STADTTEILBüCHEREI GöGGINGEN –
Bilderbuchkino: Das verflixte Bummeltier (ab 4 J)
15:00
DO 12.03. BüRGERSAAL STADTBERGEN – KarlReiner Schmidt: Von der Wiege bis zur Bahre
19:00 | NEuE STADTBüCHEREI – Poetic Birthday Party & Short Stories 19:30 | STADTTEILBüCHEREI GöGGINGEN – José Luis Sampedro:
Das etruskische Lächeln 19:30
| BRECHTBüHNE – Grand Slam 20:30
SA 14.03. MÄRCHENZELT – Hulle-Bulle-Märchen
(ab 4 J) 16:00
SO 15.03. PARKTHEATER – Gerd Anthoff: Perlen
aus dem Schmonzetten Meer 19:30
MI 18.03. STADTTEILBüCHEREI KRIEGSHABER –
Bilderbuchkino: Lieselotte bleibt wach (ab 4 J)
15:00
| NEuE STADTBüCHEREI – Leckerbissen für Lesehungrige (4–6 J) 15:30
|
THEATER – Presseclub Augsburg: Das Theater
Augsburg 19:00 | STADTBüCHEREI KöNIGSBRuNN – Bücherfrühling: Chance, ein Buch zu
loben 20:00
DO 19.03. MÄRCHENZELT – Mitmachmärchen
www.a3kultur.de
für Schule und Kindergarten 10:00
| GALERIE ExTRAWuRST – Katharina Maier: Liebesbriefe
großer Männer und Frauen 19:30
SA 21.03. MÄRCHENZELT – Märchen vom Glück
mit Hang-Musik (für Erw.) 19:00
SO 22.03. MÄRCHENZELT – Die schönsten Märchen zum Frühlingsanfang (ab 4 J) 16:00
|
SPECTRuM – Jochen Distelmeyer: Otis 20:00
SONNTAG 22.03.
20:00
SPECTRuM – Mit »Otis«, seinem ersten Roman, wechselt Blumfeld-Sänger Jochen
Distelmeyer das Genre, ohne auf den ihm
eigenen dichterischen Ton zu verzichten.
Er nimmt uns mit auf eine irrlichternde
Reise durch eine Welt in der Schwebe.
MI 25.03. STADTTEILBüCHEREI GöGGINGEN –
Bilderbuchkino: Das verflixte Bummeltier (ab 4 J)
15:00
| PARKTHEATER – Nina Petri: Da wären wir. Nina between Don & Ray 19:30 | BuCHHANDLuNG RuPPRECHT – Kabarettistische Krimilesung mit Jörg Maurer 20:00
DO 26.03. STADTTEILBüCHEREI HAuNSTETTEN
– KinderTreff: Das Mond-Ei (ab 4 J) 15:00
SA 28.03. MÄRCHENZELT – Mampfred Mümmelmanns Hasengeschichten (ab 5 J) 16:00 // Mein
Name ist Hase (für Erw.) 20:00
07
GLAUBE
1. bis 31. März 2015
Auf das Leben!
Am 5. März feiern jüdische Gemeinden überall auf der Welt Purim –
ein Fest der Lebensfreude, der Freundschaft und des Humors
Haman, einst höchster Regierungsbeamter des persischen
Königs Achaschwerosch, nutzt
seine Macht selbstsüchtig aus:
Als er die königliche Dienerschaft vor sich niederknien
lässt, weigert sich der Jude Mordechai als Einziger, dem Befehl
zu gehorchen. Aus Rache fasst
Haman den Plan, »alle Juden
vom Knaben bis zum Greis, Kinder und Frauen an einem einzigen Tag zu vertilgen, zu
erschlagen, zu vernichten und
ihre Habe als Beute zu plündern.« So steht es im Buch Ester
geschrieben. Ester, ihres Zeichens jüdische Ehefrau des
Königs und Adoptivtochter Mordechais, gelingt es jedoch,
Haman durch geschickte Diplomatie zu stürzen und den Juden
ein Recht auf Selbstverteidigung
zuzusichern.
Das Purimfest erinnert heute
überall auf der Welt an diese
Errettung. Gefeiert wird der
freudige Gedenktag am 14. des
Monats Adar bzw. Adar II. In
diesem Jahr fällt der Termin auf
den 5. März. Eine Ausnahme
bilden Städte, die zur Zeit des
Propheten Josua eine Stadtmauer hatten. Dort – heute gilt dies
nur für Jerusalem – ist es erst
einen Tag später so weit. Grundsätzlich beginnen jüdische Feiertage beim Sonnenuntergang
am Vorabend des jeweils angegebenen Tages, heuer also am 4.
März. Purim, von hebräisch
»Pur«, bedeutet so viel wie »Los«
– eine Anspielung auf die
Geschichte des Buchs Ester:
Haman wollte den genauen Tag
des von ihm geplanten Genozids
durch einen Losentscheid
bestimmen lassen.
Foto: Daniel Lilach
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LUngen MILLIonen…
Über 100 ausgewählte Kunsthandwerker verwandeln Saal und Foyer in einen florierenden Marktplatz.
Eine Auslese an populären Schmankerln und begehrten Raritäten in erstklassigen
Passend zum Frühjahr finden die Besucher ein Angebot an handgefertigten Produkten z.B. Mode &
Interpretationen
der K&K Philharmoniker
und des
Österreichischen
K&K Balletts.
Accessoires, außergewöhnliche
Geschenkideen, Heim& Gartendekorationen
uvm.
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HAGEN
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Eine
Mischung
aus Akrobatik,
Tanz, Theater,
Comedy,
Musik
und MitmachHagentraumhafte
Rether, ein mit
Preisen hochdekorierter
Kabarettist
am Klavier,
tarnt sich
als Charmeur.
Im Plauderton
bringt
er böse Wahrheiten
unters Volk,– genau
beobachtetLachen,
und ohneTräumen.
Rücksicht
Aktionen
voller
Phantasie
und Lebensfreude
zum Staunen,
auf Glaubenssätze oder politische Korrektheit.
Januar
Foto oben: Der bunte Festzug in Tel Aviv gehört zu den bekanntesten PurimUmzügen in Israel. Auf den Straßen sind bunte Masken und Kostüme wie im
Karneval zu sehen. Foto unten: Zu Purim kommen traditionell Hamantaschen
auf den Tisch. Die dreieckigen Gebäckstücke werden aus Hefe- oder Strudelteig
gebacken und mit Mohn oder Pflaumenmus gefüllt.
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23 / 24
d i e n s ta g
M O N TA G / D I E N S TA G
michl müller
AUGSBURGER
PHILHARMONIKER
»sCHLUss! AUs
! Fer t Ig!« – Der JA HresrüCk BL ICk
DIE
SCHÖPFUNG
– 6sämtliche
. S I N F OSkandale,
NIEKON
ZERT
Ein
Pointen-Marathon
durch
Bild-Schlagzeilen
und Ereignisse des
Obwohl es sich um einen normalen Arbeitstag handelt, ist
das Purimfest durch besondere
Bräuche und Riten gekennzeichnet, die sich von Ort zu Ort stark
unterscheiden können. Insgesamt lassen sich aber sieben
Pflichten ausmachen, die Gläubige einhalten sollten: 1. Vollständige Lesung des Buchs Ester
2. Geschenke an Freunde und
Verwandte 3. Geschenke an die
Armen 4. Lesen der Tora 5. Aufsagen des Dankesgebets »Al haNissim« 6. Abhalten einer
Festmahlzeit 7. Verbot von Trauerreden und Fasten.
Purim ist ein Fest der Lebensfreude, der Freundschaft und des Humors. Viele Menschen, vor allem
Kinder, verkleiden sich ähnlich wie im Karneval
mit farbenfrohen Masken und Kostümen. In Israel
ziehen bunte Umzüge durch die Straßen. In einigen Gemeinden werden »Purimspiele« aufgeführt,
die die Geschichte Esters nacherzählen. Launenhafte Possen oder Parodien sind dabei keine Seltenheit. »Ad lo jada« – wörtlich übersetzt: »bis man
nicht mehr weiß« – ist eine der bekanntesten Redewendungen zu Purim. Die Bedeutung: Man soll so
viel trinken, bis man nicht mehr zwischen »Ver-
MÄRZ
• Josepf Haydn (1732–1809): Oratorium die Schöpfung (Hob. XXI.2)
Jahres mit Vollgas durch 365 Tage Nachrichten aus Politik, Sport und Gesellschaf t.
• Philharmonischer Chor Augsburg (Einstudierung: Wolfgang Ress)
• Opernchor des Theaters Augsburg (Einstudierung: Katsiaryna Ihnatsyeva-Cadek)
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mystisch,
magisch,
und
ein Gänsehautgarant.
Täglich sind wir von Tyrannen, Besserwissern und »amtlichen Arschlöchern« umzingelt. Tatjana Strobel
Die zwölf Sänger aus England verneigen sich vor den größten Filmmusiken.
blickt hinter die Maske dieser Menschen und zeigt Wege zum unerschütterlichen Selbstbewusstsein.
flucht sei Haman« und »Gesegnet sei Mordechai«
unterscheiden kann. An Purim ist das tatsächlich
erlaubt. Der passende Trinkspruch dazu lautet:
»L’Chaim!« – auf das Leben! (Patrick Bellgardt)
Die israelitische Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg
lädt am 4. Februar um 17 Uhr alle Kinder, Gäste und
Gemeindemitglieder zur Purimfeier in den großen Saal
der Synagoge. Bereits am 3. März um 18 Uhr wird im
Festsaal die Ausstellung »Purim – ein Fest aus Freude
über die Rettung« eröffnet. Die Schau ist bis zum 22.
März zu sehen. www.jkmas.de
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»Bis neulich«
spielt
VolkerSchön
Pispersals
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ständig ungewöhnliche
vor sich hinwucherndes
Ein Fest
mit
Stefan
Textebzw.
an mutierendes
außergeKabarettprogramm,
einst
im Herbst 2002
als BEST
OFder
aus Heizungskeller
20 Jahren das Bühnenlicht
erblickt hat
wöhnlichen Orten das
– das
Stuhllager,
das Dach
oder
werden aufgesucht.
und inzwischen eine ständig aktualisierte, wilde Mischung aus ganz alten und ganz neuen Texten ist.
ko n g r e s s a m pa r k au g s b u r g
RELIGIöSE FEIERTAGE IM MäRZ
MO 02.03.–20.03. Fastenmonat ‘Ala: Fastenzeit im
letzten Monat des Baha’i-Kalenders
DO 05.03. Purim: Freudiger Gedenktag zur Erinnerung an die Errettung der persischen Juden durch
Ester
DO 05.03. Yuanxiao (Shangyuan): Laternenfest,
zum Abschluss der Neujahrsfeierlichkeiten, unter
dem Zeichen des Himmels (1. Teil des chinesischen
Jahres)
DO 05.03. Magha Puja: Fest des Theravada-Buddhismus im Gedenken an die erste Lehrpredigt des
Buddha
FR 06.03. Holi: hinduistischer Frühlingskarneval
und Fest der Liebe
FR 06.03. Weltgebetstag: ökumenische Initiative,
1887 von christlichen Frauen mehrerer Kontinente eingeführt
SA 21.03. Navavarsha (Sithrabahnuvarsha): Hinduistisches Sonnen-Neujahr, wird oft auch am 13.
oder 14. April gefeiert
SA 21.03. Neujahr der Baha’i: 172 nach der Erklärung des Bab
MI 25.03. Mariä Verkündigung: Katholisches und
orthodoxes Fest. Gefeiert wird die Verheißung der
Geburt Jesu an Maria
SA 28.03. Ramanavami: hinduistisches Fest zur Geburt Ramas, Inkarnation des Vishnu
SO 29.03. Beginn der Karwoche: auch stille Woche,
ist im Kirchenjahr die letzte Woche der Fastenoder Passionszeit und die Trauerwoche vor Ostern
Ihre Kongress- und Konzertlocation in Schwaben.
T : + 49 ( 0 ) 8 21 – 45 53 55-0
Göggingerstraße 10
86159 Augsburg
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www.facebook.com/KongressAmPark
w w w. k o n g r e s s – a u g s b u r g . d e
www.a3kultur.de
KLASSIK & JAzz
1. bis 31. März 2015
08
KLASSIK & JAZZ IM MäRZ
Adoro, das Pop-Opernquartett, kommen mit
neuem Programm auf große Tour. Nach Auftritten mit Barbra Streisand und in der Royal Albert
Hall in London kündigt die Gruppe nun ihre
Rückkehr auf die deutschen Konzertbühnen an.
Alle fünf bislang veröffentlichten Alben wurden
mit Gold oder Platin prämiert, die Kritiker sind
voll des Lobes. Und ganz nebenbei kreierten die
smarten Männer mit ihrer geschmackvollen Symbiose aus Pop, Klassik und Operngesang einen
einzigartigen und somit ganz neuen Stil, zu dem
jeder einzelne der vier Sänger mit seiner individuellen Stimme beiträgt. Am 21. März um 20 Uhr
sind Adoro in der Schwabenhalle zu Gast.
www.messeaugsburg.de
Die Augsburger Domsingknaben singen am 22.
März um 16 Uhr Johann Sebastian Bachs Mathäuspassion in der Ev. Heilig-Kreuz-Kirche. Die Leitung
am Cembalo hat Domkapellmeister Reinhard
Kammler inne. Bereits am 7. März um 19:30 Uhr
wirken Präparanden der Domsingknaben bei der
Premiere von Alan Bergs Oper Wozzek im Großen
Haus des Theaters Augsburg mit. Bereits vormerken kann man sich den Tag der offenen Tür im
Haus St. Ambrosius. Dieser findet im Rahmen der
Neuanmeldungen zum neuen Chorjahr am 17.
Mai von 14 bis 18 Uhr statt.
www.augsburger-domsingknaben.de
Am 8. März ist Weltfrauentag, gleichzeitig beginnt
die Woche der Brüderlichkeit zwischen Christen
und Juden. Das Kammerorchester Maria Stern
lädt aus diesem Anlass zusammen mit der Klezmergruppe Feygele um 19 Uhr zum Benefizkonzert in die Synagoge Augsburg. Der Erlös wird zu
gleichen Teilen für Frauen, die zur Prostitution
und Ehe gezwungen werden (Organisation »Solwody« der Friedenspreisträgerin Sr. Dr. Lea Ackermann), und die Renovierung der Synagoge
gespendet. www.mariastern.net
www.a3kultur.de
Am 8. März um 19 Uhr veranstaltet der SKM Augsburg unter der Schirmherrschaft des Regierungspräsidenten Karl-Michael Scheufele im Rokokosaal
der Regierung von Schwaben einen Liederabend
mit dem Opernsänger Franz Xaver Schlecht und
dem Münchner Pianisten Kilian Sprau. Unter dem
Titel »In Schuhen Anderer. Gesungene Bekenntnisse« erarbeitet die Berliner Regisseurin Rike Reiniger mit Schlecht und Sprau eine szenische
Inszenierung zweier Liederzyklen: die Uraufführung des Augsburger Komponisten Johann Peter
Gampl »Mensch, was bist du?« sowie »Die Stimmen« von Rainer Maria Rilke in der Vertonung von
Antal Dorati. Das Programm verbindet auf szenische Weise zwei Liederzyklen, in denen jenen
eine Stimme verliehen wird, die sonst weder in der
Kunst noch in der Gesellschaft Gehör finden.
www.skm-augsburg.de
Zu den ungewöhnlichsten Blüten des jungen,
deutschen Jazz gehören Three Fall. Vom Jazz
nimmt sich das Trio vor allem die Freiheit, das zu
tun, was ihnen gefällt, sodass ihre HipHop-, Funkund Reggae-Wurzeln unüberhörbar sind. Die ausgefuchste Spielweise von Sebastian Winne lässt
einen Bass nie vermissen, Lutz Streun und Til
Schneider füttern sich gegenseitig mit prägnanten
Melodiekürzeln oder prächtigen Bläser-Riffs,
umgarnen sich und spielen sich die Bälle zu. Mit
ihrem dritten Album »Realize!« bieten Three Fall
ihrem Publikum neues Ohrenfutter, hauptsächlich aus der eigenen Feder. Der Jazzclub Augsburg
präsentiert das Trio am 13. März um 20:30 Uhr im
Augustanasaal. www.jazzclub-augsburg.de
SO 01.03. KLEINER GOLDENER SAAL – Philharmonische Matinee: Dreierlei, Lena Neudauer, Jakob Spahn und Paul Rivinius spielen Werke von
W.A. Mozart, F. Schubert und C. Saint-Saens 11:00
| MAxIMILIANMuSEuM – Konzert auf dem historischen Pianoforte, mit Stephanie Knauer
16:00 | SISI SCHLOSS AICHACH – Konzert mit
den Wittelsbacher SalonSinnPhonikern: Meine
Lippen, die küssen so heiss 19:00 | SCHLOSS
HöCHSTÄDT – Meisterkonzert: Sa Chen (Klavier)
20:00 | HEMPELS – Jazz-Tatort Reloaded 20:00
DI 03.03. HOFFMANNKELLER – Auxburg Jam Session 20:30
SO 08.03. LMZ – Romantische Klaviermusik im
Wandel 18:30
| SYNAGOGE AuGSBuRG –
Kammerorchester Maria Stern 19:00 | ROKOKOSAAL – In Schuhen Anderer. Gesungene Bekenntnisse 19:00
DO 12.03. STADTHALLE NEuSÄSS – Axel Zwingenberger in concert (Jazz) 20:00
FR 13.03. AuGuSTANASAAL – Three Fall (Jazz)
20:30
SA 14.03. ZEuGHAuS – Kinderkonzert: Guten
Morgen, Mond! 11:00
| MEHRZWECKHALLE/
MERING – Frühjahrskonzert der Musikfreunde
20:00
SO 15.03. THEATER – 3. Familienkonzert: The
Young Person’s Guide to the Orchestra 11:00
|
BüRGERSAAL STADTBERGEN – Jazzware Company: Die goldenen Zwanziger 19:00
DI 17.03. HOFFMANNKELLER – Auxburg Jam Session 20:30
DO 19.03. PARKTHEATER – Njamy Sitson, Wolfgang Lackerschmid und Walter Lang: Daktarimba (African Jazz) 20:30
FR 20.03. ABRAxAS – Duo Recordronik: real time
slow motion 20:00
SA 21.03. SCHWABENHALLE – Adoro 20:00
SO 22.03. ROKOKOSAAL DER REGIERuNG VON
SCHWABEN – Matinée: Vielfalt der Moderne, mit
dem Augsburger Streichquartett und Robert
Lehrbaumer 11:00 |
STADTPFARRKIRCHE
MARIÄ HIMMELFAHRT/AICHACH – Johannespassion 15:00 | EVANG. HEILIG KREuZ-KIRCHE
– Johann Sebastian Bach: Matthäuspassion 16:00
| MOZARTHAuS – Klavierkonzert: Pianoforte
vierhändig 18:00
MO 23.03. KONGRESS AM PARK – 6. Sinfoniekonzert: Die Schöpfung 18:30
DI 24.03. KONGRESS AM PARK – 6. Sinfoniekon-
zert: Die Schöpfung 18:30
MI 25.03. ZENTRuM FüR KuNST uND MuSIK –
Die Entführung aus dem Serail, ein szenisches
Spiel mit konzertanter Musik von Mozart 19:00
DO 26.03. ZENTRuM FüR KuNST uND MuSIK –
Die Entführung aus dem Serail, ein szenisches
Spiel mit konzertanter Musik von W. A. Mozart
19:00 | SENSEMBLE – Klangstudio Zwo (Jazz)
20:30
FR 27.03. DOMINIKANERKIRCHE HEILIG KREuZ
– Benefizkonzert des Polizeiorchesters Bayern
19:30 | AuGuSTANASAAL – Olivia Trummer
Quartett (Jazz) 20:30
SA 28.03. HOHER DOM – Cantate Domino zum
Palmsonntag, mit Augsburger Domsingknaben
18:00
Foto: Hong Wei
SONNTAG 01.03.
20:00
SCHLOSS HöCHSTÄDT – Gesegnet mit einem Riesentalent und gewappnet mit stählernder Disziplin, spielt die weltweit gefeierte Ausnahmepianistin Sa Chen heute
ganz weit vorne mit. Nun ist sie erstmalig
in unserer Region zu erleben. Der Bezirk
Schwaben holt die chinesische Künstlerin
im Rahmen seiner Reihe »Meisterkonzerte« ins Schloss Höchstädt. Im zederngetäfelten historischen Rittersaal spielt Sa
Chen Werke von Chopin, Franck, Debussy
und Rachmaninov.
09
THEATEr & BALLETT
1. bis 31. März 2015
Fluchtpunkt Exilhaus
Foto: Nik Schölzel
Blutiger Comictrip
Sensemble-Inszenierung »Schwarze
Liste – Exilhaus« beim Brechtfestival
»Die heilige Johanna der Schlachthöfe«
– den Beitrag des Theaters Augsburg
zum Brechtfest sollte man sehen
Im Sensemble Theater erfährt der
Zuschauer am eigenen Leib, mit
welchem Misstrauen Exilsuchenden begegnet
wird, wie es sich anfühlt, fremd und fremdbestimmt zu sein.
Du betrittst das Exilhaus, bekommst eine Karteikarte mit Lageplan in die Hand gedrückt und
arbeitest dich durch einen dichten Vorhang aus
Zeitungspapierstreifen. Geschafft! Nein, falsch
gedacht. Ausweis zeigen! Du hast keinen? Dann
bezahlst du. Egal, in welche Richtung du dich
wendest, immer heißt es: Ausweis. Jeder Schritt ist
zu rechtfertigen, alles wird kontrolliert. Du wirst
in Sprachen angesprochen, die du nicht verstehst.
Musst dich orientieren an Beschriftungen, deren
Text du nicht lesen kannst. Uniformierte, die dich
hin und her schicken, Unsicherheit und Überwachung allerorten.
Die Inszenierung »Schwarze Liste – Exilhaus«
macht das Theatergebäude zum Universum des
Exils und den Theaterbesucher zum Exilsuchenden, der eine Menge über sich ergehen lassen
muss. Auf seinen Wegen durch das Haus begegnet
er Georg Büchner, der am Fuße einer Treppe
haust. Mascha Kaléko lebt auf dem Dachboden,
ihre Texte liegen überall. In der Massenunterkunft hoffen Menschen zwischen eng gestellten
Stockbetten auf eine Arbeitserlaubnis. Bertolt
Brecht wird immer wieder verhört, Georg Büchner wird abgeführt.
Hier im Sensemble Theater wird im Zusammenspiel vieler Künstler eindringlich klargemacht, was
Leben im Exil bedeutet. Die Erleichterung eines
Menschen, endlich in Sicherheit zu sein, wird
immer von der Erkenntnis begleitet, diese jederzeit
wieder verlieren zu können. (Bettina Kohlen)
www.sensemble.de
Jessica Higgins (Johanna – wow), Brigitte Peters
(Mauler – wooow), Ute Fiedler (Slift – wow) und
ihre wunderbaren Kolleginnen und Kollegen
beherrschen ihre Figuren, keine Frage. Doch das
Schlachtermesser des Christian Weise bleibt über
knappe drei Stunden seltsam stumpf. Als hätte
sich der junge Regisseur bei seiner Inszenierung
zu sehr auf den puren Schein verlassen. Kann es
sein, dass ihm zu Themen wie Spekulation, Armut,
Betrug und Verblendung nur noch Oberflächliches einfällt? Zynismus kann unterhalten, bringt
uns auf Dauer aber auch nicht weiter. Brecht
schrieb in der Wirtschaftskrise zum Ende der 30erAnzeige:
vol.2
homestories
die ausstellungsreihe im liebertzimmer
und café des schaezlerpalais
henk kouw (1920–2001)
niederländische akte und landschaften
6.3.–3.5.2015
Die Arbeiter stehen in grotesken
Fettanzügen vor den Toren zum
Schlachthof. Die Mädels von der Heilsarmee bringen den Hungernden Suppe und das Wort Gottes.
Ihre Shirley-Temple-Kostümchen sind kurz und
grell. Das Chicago der Fleischbarone ist zweidimensional, trostlos und schwarz-weiß wie eine
Graphic Novel von Frank Miller. Aber nicht ohne
Witz. Julia Oschatz bedient sich nach Herzenslust
beim Punkrock und orientiert sich bei der Gelegenheit auch gleich an der Geschwindigkeit des
Genres. Der Wechsel ihrer Bühnenbilder geht so
fix! Klar, dass alles wohlgefällig mit den bunten
Kostümwelten eines Andy Besuch korrespondiert.
Und das Ensemble weiß sich in diesem Untergangsszenario zu bewegen. Es lümmelt, tippelt,
eiert, stakst und wälzt sich durch die Szenerie,
dass es eine Freude ist und die Stoffpimmel der
gehäuteten Fleischbarone in ihren blutigen Superheroe-Overalls den Takt dazu schlagen.
Komponist, Dirigent und Conférencier des Wahnsinns ist Jens Dohle. Als Einmannorchester im
Frack rast er unermüdlich vor der Bühne zwischen Schlagwerk und Flügel hin und her, gibt
Einsätze, spricht Eingangstexte und findet dazwischen noch Zeit für ein Pläuschchen mit den
Schauspielern. Und immer wieder fällt das perfekte Timing bei dieser Inszenierung auf. In den
besten Augenblicken erinnert das alles an die
legendären Auftritte der Düsseldorfer 80er-JahreDadaisten von Der Plan. So hinterlässt der Showaspekt an diesem Abend auch den stärksten
Eindruck.
schaezlerpalais
maximilianstrasse 46
86150 augsburg
di–so 10–17 uhr
Jahre: »Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht!«,
und legte den Satz seiner sterbenden Johanna in
den Mund. Was hat es bewirkt, ihr Leben zwischen
Suppenküche, Kirche, Elendsquartier und Bonzenvilla? Was haben sie bewirkt, ihr Mitgefühl, ihre
Appelle, ihre Gebete und ihre Art des Kampfes?
Wirklich nichts? Wer weiß das schon. Besuchen
Sie eine der nächsten Vorstellungen und machen
Sie sich Ihr eigenes Bild. (Jürgen Kannler)
www.theater-augsburg.de
Weitere Termine auf www.a3kultur.de
Die KULTURTERMINE präsentiert Ihnen:
THEATER & BALLETT IM MäRZ
SO 01.03. JTA – Die zweite Prinzessin ( ab 5 J)
16:00
| TRACHTENHEIM/KöNIGSBRuNN –
Gspenstermacher, von Ralph Wallner 18:00 |
THEATER – Die heilige Johanna der Schlachthöfe, nach Bertolt Brecht 19:00
MO 02.03. ABRAxAS – Das kleine Gespenst (ab 4
J) 10:00
| SENSEMBLE – Tanz mit Antje Papke
19:00
DI 03.03. HOFFMANNKELLER – Tschick, nach
Wolfgang Herrndorf 11:00
MI 04.03. THEATER – Der blaue Stuhl, nach dem
Kinderbuch von Claude Boujon (ab 3 J) 10:00
|
SENSEMBLE – Schauspieltraining 19:30 | BRECHTBüHNE – Goldland: Von Augsburg nach Eldorado, ein Theaterprojekt von Tobias Ginsburg
19:30
Foto: Kamila Zimmermann
DONNERSTAG 05.03.
20:00
BARBARASAAL – Eine fromme Muslima,
eine gläubige Christin, ein gottesfürchtiger Jude, ein linker Atheist und ein eingefleischter Skeptiker. Ausgerechnet sie finden sich gemeinsam nach einem tödlichen
Anschlag im postmortalen Niemandsland. Die Berliner Compagnie gastiert in
Augsburg und präsentiert das Stück »Anders als du glaubst« über Menschen, die
auf einer gemeinsamen Reise durch Afrika das Potential ihrer Religionen für eine
Veränderung der Welt entdecken.
DO 05.03. KONGRESS AM PARK – Schwanensee,
mit dem Russischen Nationalballett Moskau
19:00 | BRECHTBüHNE – Wir lieben und wissen
nichts, von Moritz Rinke 19:30 | BARBARASAAL
– Berliner Compagnie: Anders als du glaubst
20:00
FR 06.03. THEATER – Die heilige Johanna der
Schlachthöfe, nach Bertolt Brecht 19:00 | PARKTHEATER – Alexander Merk: Augsburg magisch
19:30 | BüRGERSAAL STADTBERGEN – Ja!
Schatz! Eine komödiantisch musikalische Schlagerrevue 19:30
SA 07.03. KONGRESS AM PARK – My Fair Lady
19:00 | PARKTHEATER – Alexander Merk: Augs-
burg magisch 19:30 | BRECHTBüHNE – Michael
Kohlhaas, nach einer Novelle von Heinrich von
Kleist 19:30 | THEATER – Wozzeck, Oper von Alban Berg 19:30 | SENSEMBLE – Peggy Pickit sieht
das Gesicht Gottes, von Roland Schimmelpfennig 20:30
SO 08.03. STADTHALLE GERSTHOFEN – Peter
Pan: Das Nimmerlandmusical 15:30 | ABRAxAS – Premiere: Die Geschichte vom Fuchs, der
den Verstand verlor (ab 8 J) 16:00 | KONGRESS
AM PARK – Die Nacht der Musicals 18:00 | THEATER – Die heilige Johanna der Schlachthöfe,
nach Bertolt Brecht 19:00
MO 09.03. ABRAxAS – Die Geschichte vom Fuchs,
der den Verstand verlor (ab 8 J) 10:00
| SENSEMBLE – Tanz mit Antje Papke 19:00 | PARKTHEATER – Der kleine Horrorladen 19:30
DI 10.03. ABRAxAS – Die Geschichte vom Fuchs,
der den Verstand verlor (ab 8 J) 10:00 | BRECHTBüHNE – Die Banditen von Gerolstein, Fuggerstadt-Remix frei nach Jacques Offenbach 19:30
MI 11.03. SENSEMBLE – Heimat?! Da war ich
noch nie! 19:30
DO 12.03. JTA – Giraffe, Krokodil & ziemlich viel
Gefühl (ab 5 J) 10:00
| THEATER – Wozzeck,
Oper von Alban Berg 19:30 | SENSEMBLE – linner & trescher 20:30 | HOFFMANNKELLER –
Eine Sommernacht, von David Greig und Gordon
McIntyre 20:30
FR 13.03. ABRAxAS – Immer wieder Frühling,
Sommer, Herbst und Winter (ab 3 J) 10:00
|
THEATER – Romeo und Julia, Ballettabend mit
Choreographien von Young Soon und Musik von
Sergej Prokofjew 19:30 | BRECHTBüHNE – Goldland: Von Augsburg nach Eldorado, ein Theaterprojekt von Tobias Ginsburg 19:30 | HOFFMANNKELLER – Wo sie war, war das Paradies:
Die erste Liebesgeschichte der Welt 20:00 | SENSEMBLE – Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes,
von Roland Schimmelpfennig 20:30
SA 14.03. SENSEMBLE – Körperspracheworkshop
mit Birgit Linner 10:00 | ABRAxAS – Immer wieder Frühling, Sommer, Herbst und Winter (ab 3 J)
15:00
| PARKTHEATER – Kinderballett DJK
Göggingen 19:30 | STADTHALLE GERSTHOFEN
– Jeder stirbt für sich allein, nach dem Roman
von Hans Fallada 19:30 | THEATER – Romeo und
Julia, Ballettabend mit Choreographien von
Young Soon und Musik von Sergej Prokofjew
19:30 | BRECHTBüHNE – Die Banditen von Gerolstein, Fuggerstadt-Remix frei nach Jacques Offenbach 19:30 | SENSEMBLE – Peggy Pickit sieht
das Gesicht Gottes, von Roland Schimmelpfennig 20:30
SO 15.03. JTA – Giraffe, Krokodil & ziemlich viel
Gefühl (ab 5 J) 15:00
| ABRAxAS – Der Talent-
Die KULTURTERMINE präsentiert Ihnen:
s Stadtsparkasse
Augsburg
Die Banditen von Gerolstein, Fuggerstadt-Remix
dieb (ab 5 J) 15:00 Kinderkultur | PARKTHEATER
s Stadtsparkasse
frei nach Jacques Offenbach 19:30
– Kinderträume: Zaubergarten, BallettauffühSA 21.03. JTA – Rotkäppchen auf der Flucht (ab 6
rung der Ballettakademie Payer 15:00 Augsburg
|
J) 16:00
STADTHALLE NEuSÄSS – Glück: Le Bonheur
| THEATER – Ballettabend: Dans Im18:00 | STADTHALLE GERSTHOFEN – OrientaliPulse 19:30 | BRECHTBüHNE – Goldland: Von
sche Tanzshow: Salon Oriental 18:00 | BRECHTAugsburg nach Eldorado, von Tobias Ginsburg
BüHNE – Verrücktes Blut, von Nurkan Erpulat
19:30
und Jens Hillje 19:00
SO 22.03. PARKTHEATER – Die Peter Pan Story:
Träume werden wahr, Tanzshow mit Tanja Kuschill 13:00 | ABRAxAS – Die neugierige kleine
Foto: Frauke Wichmann
Hexe (ab 3 J) 15:00 | BüRGERSAAL STADTBERGEN – Vom Fischer und seiner Frau (5–12 J) 15:00
| JTA – Rosa Parks. Als Sitzenbleiben noch geholfen hat (ab 8 J) 16:00
| BRECHTBüHNE –
Wir lieben und wissen nichts, von Moritz Rinke
19:00
MO 23.03. ABRAxAS – Die neugierige kleine
Hexe (ab 3 J) 10:30
| SENSEMBLE – Tanz mit
Antje Papke 19:00
DI 24.03. JTA – Rosa Parks. Als Sitzenbleiben noch
geholfen hat (ab 8 J) 10:00 | THEATER – Ballettabend: Dans ImPulse 19:30
MI 25.03. KONGRESS AM PARK – Elvis: Das Musical 19:00 | THEATER – Die heilige Johanna der
Schlachthöfe, nach Bertolt Brecht 19:30 | HOFFSONNTAG 08.03.
16:00
MANNKELLER – Tschick, nach Wolfgang Herrndorf 20:30
ABRAxAS – Das Junge Theater Augsburg
DO 26.03. JTA – Die zweite Prinzessin (ab 5 J)
feiert die Premiere des Stücks »Die Ge10:00
| KRESSLESMüHLE – Tod auf dem Nil,
schichte vom Fuchs, der den Verstand
nach Agatha Christie 19:30 | THEATER –
verlor«, einer spielerischen AuseinanderWozzeck, Oper von Alban Berg 19:30 | BRECHTsetzung mit dem Thema Demenz. Es geht
um einen Fuchs, der zunächst alles kann
BüHNE – Goldland, von Tobias Ginsburg 19:30
– Hühner rauben, Hunde veralbern, junFR 27.03. PARKTHEATER – Pic: Der Schlüssel, der
gen Füchsen zeigen wo es lang geht –, im
philosophische Clown 19:30 | BRECHTBüHNE –
Alter aber zunehmend die Orientierung
Wir lieben und wissen nichts, von Moritz Rinke
verliert. Grundlage ist das gleichnamige
19:30 | SINGOLDHALLE BOBINGEN – PassionsBuch von Martin Baltscheit.
spiel: Matthäus der Zöllner 19:30 | ABRAxAS –
Aktionsforum München: Drei Männer allein zu
Haus 20:00 | SENSEMBLE – Peggy Pickit sieht
MO 16.03. ABRAxAS – Der Talentdieb (ab 5 J)
das Gesicht Gottes, von Roland Schimmelpfen9:00/10:30
| SENSEMBLE – Tanz mit Antje
nig 20:30 | HOFFMANNIKELLER – Quick & Dirty
Papke 19:00
22:30
DI 17.03. JTA – Giraffe, Krokodil & ziemlich viel
SA 28.03. ABRAxAS – Hänsel und Gretel (ab 4 J)
Gefühl (ab 5 J) 10:00
| STADTHALLE GER15:00
STHOFEN – Peter Pan, Schauspiel mit Musik in
| THEATER – Ballettgala 2015 19:30 |
English 10:30
BRECHTBüHNE – Michael Kohlhaas, nach Heinrich von Kleist 19:30 | SINGOLDHALLE BOBINMI 18.03. SENSEMBLE – Schauspieltraining 19:30
GEN – Passionsspiel: Matthäus der Zöllner 19:30
| THEATER – Wozzeck, Oper von Alban Berg
| HOFFMANNKELLER – Eine Sommernacht,
19:30 | BRECHTBüHNE – Der Brandner Kaspar
nach David Greig und Gordon McIntyre 20:30
und das ewig’ Leben 19:30
SO 29.03. THEATER – Der blaue Stuhl (ab 3 J)
DO 19.03. JTA – Rosa Parks. Als Sitzenbleiben
11:00 Kinderkultur | BRECHTBüHNE – Goldnoch geholfen hat (ab 8 J) 10:00
| PLANETARland: Von Augsburg nach Eldorado, von Tobias
IuM – Folie à Deux: Wahnsinn zu Zweit (ab 14 J)
Ginsburg 15:00 | JTA – Die zweite Prinzessin (ab
19:30 | SENSEMBLE – Heimat?! Da war ich noch
5 J) 16:00
nie! 19:30
| SINGOLDHALLE BOBINGEN – PasFR 20.03. HOFFMANNKELLER – Tschick, nach
sionsspiel: Matthäus der Zöllner 17:00 | THEWolfgang Herrndorf 11:00 | BRECHTBüHNE –
ATER – Wozzeck, Oper von Alban Berg 19:00
www.a3kultur.de
LIvEMUSIK & CLUBEvEnTS
Miami, Denver, Dallas, Augsburg. Warum
eigentlich nicht. Trance-Techno-Gigant Paul
van Dyk elektrisiert im März die Fuggerstadt. Die fleischgewordene Großleinwand
elektronischer Tanzmusik beehrt am Freitag, 13. März, das Augsburger Kesselhaus.
PVD (»Pii-Wii-Dii«), wie ihn seine Fans nennen, wurde zwei Mal in Folge zum »No. 1 DJ
in the World« gekürt und remixte illustre
Typen und Kapellen wie Justin Timberlake,
New Order und u2. Viele sagen: van Dyk ist
der u2 der Four-to-the-floor-Musik. (Ja, »der
u2« ist nicht deutsch, aber wie bei Trance
gilt: Ihr wisst doch, was gemeint ist!)
1. bis 31. März 2015
Umz-umz! Twäng-twäng! Plink-plink!
Im Märzen die Power die Rösslein einspannt: PS heißt Pferdestärke –
und Trance-Techno heißt Paul van Dyk, Indiepop ist ein Zebra und
im Grandhotel gibt’s ein(en) Hang zur Harfe
Eine Kolumne von Martin Schmidt
Ja, und im Schatten von Pii-Wii-Dii sei allen
Clubgängern für diesen Monat ihr alljährliches
Schicksal mitgeteilt: Die Sommerzeit beginnt,
die Uhren werden eine Stunde vorgestellt (von 2
Uhr auf 3 Uhr) und die Clubnacht wird dementsprechend um eine Stunde Tanzspaß kürzer.
Dieses Jahr ist die Zeitumstellung von Samstag,
29., auf Sonntag, 30. März. Vielleicht rettet ja
vor dieser einen Stunde Vergnügungsverlust der
Welttag der Frau: Das Ostwerk feiert in der
Nacht vorher, am Samstag, 7. März, bei »Lost in
Music« ein Special zum Weltfrauentag. Alle
Damen zahlen nur den halben Eintritt und ein
Glas Prosecco kommt obendrauf. So wird ein
Club voll an Damen gleich zum wichtigen
Weltherrentag.
Ein Mal Australien, ein Mal Austria
Als geneigter Konzertgänger oder orientierungshungriger Hipster sieht man sich zunehmend
Thumpin’, bumpin’, four-on-tha-floor-pumpin’: Paul van Dyk kickt die Sache am Freitag, 13. März, im Kesselhaus.
eingekesselt von Anarcho-Formaten, deren Partywert sich durchaus darin äußert, sich jegli-
cher Deutungsmacht zu entziehen. Letzten
Monat legten noch HGich.T mit Schlingensief-
10
Rave der Fuggerstadt ihre Hand auf, im kommenden April folgen die übermächtigen
Deichkind (Kantine). Irre, kirre, Partyradau!
Beide Acts sind geile Aufrufe, aber man muss die
Ohren dafür haben, das Gehörte zu verstehen.
Wer Stil statt Style und Waffenruhe im Eventkapellen-Stadel sucht, der findet im März schmucke Formate – was die Indieness der Veranstalter
wie der Musiker betrifft. So spielen am Samstag,
14. März, The Zebras und Cool Sounds im Laden
der Lokalhelden (Bismarckstraße 10) und am
Donnerstag, 19. März, Ciference Symphony im
Grandhotel (20 Uhr).
Mit The Zebras und Cool Sounds (beide: Australien) kommen Sonne und Licht direkt von Down
Under in den kleinen Shop der Lokalhelden. Die
beiden Bands kommen nur für drei Konzerte
nach Deutschland – das Gastspiel im Bismarckviertel wird somit ihr einziger Auftritt in Süddeutschland sein. The Zebras aus Melbourne
schrubbeln sonnigsten Indiepop und waren
bereits auf Tour mit Lambchop und The Shins,
und wer Belle & Sebastian, Stars, The Go-Betweens oder Teenage Fanclub mag, den wird
dieser Abend sehr glücklich machen. Die Support-Band Cool Sounds trägt ihren Anteil dazu
bei mit Lo-Fi Jangle Pop. Einlass ist 20 Uhr,
Beginn pünktlich 21 Uhr.
Ciference Symphony fusioniert zwei einzigartige Klangkörper: Harfe und Hang. Das Wiener
Duo bespielt seit 2010 mit minimalistischen,
feinfühligen Eingenkompositionen internationale Konzertsäle – und nun auch das Grandhotel. Wenn mal will, der Gegenentwurf zu Paul
van Dyk: subtil, sanft, poesievoll. Der März – ein
Musikmonat der Extreme. Aber da rettet uns der
Ausspruch des Gitarristen Les Paul: »Ich wollte
Musik machen, die so anders war, dass meine
Mutter mich von den anderen unterscheiden
konnte.«
Die KULTURTERMINE präsentiert Ihnen:
LIVEMUSIK & CLUBEVENTS IM MäRZ
+++ südpolmusic und Sony Music vertiefen ihre
Zusammenarbeit: Die Südpoler unter der Ägide
von Geschäftsführer Patrick Oginski (früher: Kopf
der Augsburger Band Polliwog) heben mit der AOR
Labelgroup unter dem Namen »alpinrecords« ein
Joint Venture aus der Taufe. Hier sollen künftig
Bands aus Bayern, Süddeutschland und den Alpenländern ihre künstlerische Heimat finden. Für das
erste Jahr des neuen Unternehmens sind zunächst
vier Albumveröffentlichungen geplant; im April
erscheint als Erstes das Album »Zeitmaschin« des
Niederbayern Mathias Kellner. Patrick Oginski:
»Wir freuen uns darauf, bei alpinrecords unser
Know-how mit der Durchschlagskraft eines Majors
zu verbinden.«www.suedpolmusic.de +++ Aus
dem Hause des Münchner Plattenlabels Trikont ist
zu hören, dass Lydia Daher (Foto) in Köln und Ber-
lin an einem neuen Album arbeitet (und in Algier
mit Musikern von dort spielen wird). Außerdem:
Der Kofelgschroa-Film (a3kultur berichtete) wird
in diesem Frühjahr noch auf DVD erscheinen.
www.trikont.de +++ Neuer Ort für Livemusik in
der Maxstraße: Bob’s Punk Rock Pizzeria hat neu
an der Kaisermeile eröffnet und verspricht etwa
alle zwei Wochen Livekonzerte. Jeden Dienstag:
lustiges Punk Rock Bingo.www.bobs-coffee.de
+++ Auch neu ist die N8 Open Stage in der Nachtstallung. Jeden ersten Dienstag im Monat gibt es
um 19 Uhr bei freiem Eintritt Kleinkunst, Magie,
Tanz, Akrobatik, Musik und – Zitat – »außergewöhnliche Vorträge«. Moderiert wird der Abend
von ER & Friends. Anfragen an: erundband@gmail.
com. www.n8stallung.de +++ In der Mahagoni
Bar gibt es ebenfalls eine neue Reihe: »Disco 2000«
präsentiert die Hits der 2000er-Jahre, von Hip-Hop
über Indierock bis Pop. Start ist einen Tag nach
Frühlingsbeginn, am Samstag, 21. März (ab 22 Uhr)
mit DJ Doubble A (DJ-Team All You Can
Shake).www.mahagonibar.de +++ Im Neruda
findet am Dienstagabend, 3. Februar, der nächste
große Musikantentreff statt. Das Motto lautet wie
immer: »Jam der Kulturen«.www.neruda.de +++
Sein Vierjähriges feiert die Lieblingsreihe der Augsburger schwarzen Szene, »Deca Dance«, mit seiner
25. Veranstaltung am Freitag, 27. März, in der Ballonfabrik. Und es spielt live: Die Internierung.
Beginn: 21:45 Uhr.www.deadandburied.de (msc)
www.a3kultur.de
SO 01.03. STADTHALLE GERSTHOFEN – Gitte Haenning & Band: All by Myself 19:30 | DER RABE – Karl
Poesl & Friend: Telling Tales by music 20:00
MO 02.03. PuPPENKISTE – Wow Trio 20:30
DI 03.03. DER RABE – Melanie Dekker 20:30
MI 04.03. PARKTHEATER – Claudia Koreck (Folk/
Blues/Pop/Rock) 19:30
DO 05.03. PARKTHEATER – Claudia Koreck (Folk
Blues Poprock) 19:30 | BRAuHAuS 1516 – Atomic
Rocketeers: Rock&Roll Night 19:30 | SPECTRuM
– Quadro Nuevo (Balkan/Swing) 20:30 | SOHO
STAGE – D.O.T.: Dancing on Thursday 23:00
FR 06.03. BRAuHAuS 1516 – Roxxdoxx: Starkbierrock (Rock’n’Roll) 19:30
| BOB’S – Catfish 20:00
| KuLTuRPARK WEST – Nick Woodland (Rock
’n’ Roll/Blues) 20:00 | SOHO STAGE – Kommando
Elefant (Indie Pop/Indie Elektro) 20:00 | GRANDHOTEL – Tom James (Indie) 21:00 | KANTINE – All
Black Everything vs. Glory 20:00 | GLYZERIN – SimonSays: Yes you can! 23:00 | BALLONFABRIK –
Tanzneurose 23:00
SA 07.03. STADTHALLE GERSTHOFEN – Die CubaBoarischen: Saludos und Grüaß God 19:30 | BüRGERSAAL STADTBERGEN – Hot Wings: The funky
side of soul 20:00 | SOHO STAGE – A Tale Of Golden
Keys (Progressive/Indie/Rock) 20:00 | STADTHALLE
NEuSÄSS – Ü 30 Party 20:00 | KANTINE – Afro
Cosmix Primavera 22:00 // Klanglabor 23:00 | SINGOLDHALLE BOBINGEN – Vincent Rocks (Rock/
Pop/Jazz) 20:00 | GRANDHOTEL – Darjeeling (Pop)
21:00 | ROCKFABRIK – Ladies night rofa special
22:00 | KESSELHAuS – Felix Kröcher (Techno)
23:00 | CuBE CLuB – 4 Jahre One Events 23:00 |
SCHWARZES SCHAF – Lovepop vs. Freakbeats 23:00
SO 08.03. PARKTHEATER – Lyambiko (Jazz/Soul)
19:30
DI 10.03. DER RABE – Jack Snipe 20:30 | BALLONFABRIK – Die Bullen & Die Römer (Punkrock) 21:00
MI 11.03. SPECTRuM – Sahara (Blues/Rock) 20:30
DO 12.03. OSTWERK – Tom Beck (Pop/Rock) 19:00 |
PARKTHEATER – The United Kingdom Ukulele Orchestra: I got Uke Baby 19:30 | BRAuHAuS 1516 –
Big Pack: Rock the Brauhaus (Rock) 19:30
|
GRANDHOTEL – Mute Swimmer (Folk/Alternative
Rock) 20:00 | BALLONFABRIK – O.P.A. (Klezmer)
21:00
FR 13.03.15 BALLONFABRIK – La Gapette (Chanson)
20:00 | SCHWABENHALLE – Die größte Abba-Tribute-Show aller Zeiten 20:00 | BOB’S – San Antonio
Kid (Psychedelic) 20:00
| KANTINE – Jamaram
19:00 // Lexer & Flic Flac 23:00 | SOHO STAGE –
Schafe & Wölfe (Rap) 20:00 | KESSELHAuS – Paul
van Dyk (Advanced Electronic Music) 22:00
SA 14.03. BüRGERSAAL STADTBERGEN – Vivid
Curls: Jäger der Glückseligkeit (Country Folk) 19:30 |
KANTINE – Massendefekt & Blackout Problems
(Rock/Punk) 20:00 // Depeche Mode & 80ies Clubbing
Party 22:00 // Arno F. Birthday Bash (Techno) 23:00 |
LOKALHELDEN – The Zebras & Cool Sounds (Indie
Pop) 21:00 | BALLONFABRIK – Horny Lulu (Ska)
DONNERSTAG 20.02.
s Stadtsparkasse
Augsburg
21:00
BALLONFABRIK – Was kann schon aus so einer Begegnung werden? Die beiden Gründer
der damals noch nicht existierenden Band »Opa!« haben sich nämlich im Sankt Petersburger Polizeirevier kennen gelernt. Der Schlagzeuger Zheka wurde wegen lauten Trommelns festgenommen, was den Posaunisten und Sänger Grig so beeindruckt hat, dass er
kurzerhand vorgeschlagen hat, eine gemeinsame Band zu gründen. Die Stilrichtung der
Band schwankt zwischen gradlinigem Ska, sehnsüchtigem Klezmer, feurigen Balkanbeats, herzlichem Chanson und intelligentem Jazz.
21:00 | KESSELHAuS – 90er Party 22:00 | MAHAGONI BAR – Kollmann & Frost Soundsystem (Indie/Rap/
Electro) 22:00 | GLYZERIN – Hip Hop 22:00
SO 15.03. DER RABE – Irische Session 19:00
DI 17.03. PARKTHEATER – Irish Heartbeat: Let’s celebrate St. Patrick’s Day! (Irish Music) 19:30 | DER
RABE – Charly Böck Latin Jazz Projekt 20:30
DO 19.03. ABRAxAS – International School Augsburg: ISA meets Musikwerkstatt, Benefizkonzert
18:30 | KONGRESS AM PARK – ASP: Von Zauberbrüdern (Folk Unplugged Rock) 19:00 | BRAuHAuS
1516 – Why not Band: Country Party 19:30 |
STADTHALLE GERSTHOFEN – Simon & Garfunkel:
Tribute 20:00 | GRANDHOTEL – Ciference Symphony 20:00 | SPECTRuM – 10 to eleven (Funk/
Soul/Partygroove) 20:30 | MAHAGONI BAR – Wiwi
Ending 22:00
FR 20.03. THORBRÄu – Revelling Cross (Gypsy/Klezmer) 19:00 | KANTINE – Band des Jahres: Halbfinale 19:00 // Bravo Party 22:00 // Darker Moods 23:00
| BOB’S – Real Motherfolker 20:00 | GRANDHOTEL – Blume (Synthie Pop/Future Pop) 21:00 | MAHAGONI BAR – Panda Party 22:00 | BALLONFABRIK – Code Red (Jungle) 22:00
SA 21.03. THORBRÄu – Mannish Boys (Rock© n© Roll)
19:00 | SCHWABENHALLE – Adoro (Klassik/Pop)
20:00 | SINGOLDHALLE BOBINGEN – Die Paldauer
(Schlager) 20:00 | SENSEMBLE – Dani & Serge
Ohne Rand 20:30 | PARKTHEATER – Disco minus50plus 20:30 | BALLONFABRIK – Die Zäune &
Innocent Prostitutes & Notstand & Skandal & Donnerbalkengeflüster (Punkrock) 21:00 | ROCKFAB-
RIK – Bulldozer 22:00 | KANTINE – Pink?! 23:00 //
Matt Minimal (Techno) 23:00
SO 22.03. ABRAxAS – Different Strokes & Safari:
Beat it! 19:30 | PARKTHEATER – Luz Amoi: Schleinig (Pop/Jazz/Volksmusik/Klassik) 19:30
DI 24.03. DER RABE – Markus Nagy: Sonnige Zeiten
20:30
MI 25.03. BüCHEREI KISSING – Konzert mit dem
Lanzinger Trio 19:30 | SOHO STAGE – Kafka Tamura (Indie) 20:00 | SPECTRuM – Yasi Hofer (Fusion
Rock) 20:30
DO 26.03. STADTHALLE GERSTHOFEN – Irish
Spring 2015 (Irish Folk) 19:30 | BRAuHAuS 1516 –
Hits for Satisfaction (Rock) 19:30
| PLANETARIuM – Capo di Capi (Rap) 20:00 | SPECTRuM – Tri
State Corner & Lion Twin (Rock) 20:30 | SENSEMBLE – Klangstudio Zwo 20:30 | BALLONFABRIK –
King of Clubz & Whtever it Takes (Hardcore) 21:00
FR 27.03. BOB’S – Herrengedeck Royal 20:00 |
SOHO STAGE – Marcel Brell (Indie/Folk) 20:00 |
MAHAGONI BAR – Boogie Down (Hip Hop) 22:00 |
BALLONFABRIK – Die Internierung (Electropop)
21:00 | KANTINE – One Night in New York City
23:00 // Residents Club feat. Mark Wehlke (Techno)
23:00
SA 28:03. FRAu HuBER – Die Auswanderer (Folk)
20:00
| BALLONFABRIK – Money Left to Burn
(Punkrock) 21:00 | KESSELHAuS – Factory Night 4
22:00 | GLYZERIN – Auxburger Bretterkasten Vol.2
23:00 | KANTINE – Titti Twister 23:00 // Substation:
The Heaviest Bass in Town 23:00
DI 31.03. DER RABE – Ofer Golany & Friends 20:30
11
FILM
1. bis 31. März 2015
reisen und verlieren
Drei Filme über die Zeit
Hagen Rether „LIEBE“
Freitag 6. März
FILMEVENTS
Alice (Julianne Moore) kämpft in »Still Alice: Mein Leben
ohne gestern« mit sich und ihrer Krankheit
SO 01./08.03. CINEPLEx – Reisedokumentation
Rajasthan/Afrika 13:00
MI 04.03. KINODREIECK – KDFB-Frauen-Filmreihe: Plastic Planet 19:00
DO 05.03. CINEPLEx – Reisedokumentation Hurtigruten 17:30
SA 14.03. CINEMAxx – Rossinis »La Donna del
Lago« aus der Metropolitan Opera New York 18:00
DI 17.03. CINEMAxx, CINEPLEx – Petipas »Swan
Lake« live aus dem Royal Opera House London
20:15 | CINEPLEx – Reisedokumentation Norwegen 18:00 und Island 20:00
DO 19.03. KINODREIECK – Schillers »Räuber« als
moderner Film Noir
SA 21.03. CINEPLEx – Die Bestimmung: Divergent
& Insurgent als Double Feature 14:00
SO 22.03. THALIA – Das ewige Leben, zu Gast Josef Hader 15:00
Foto: Klaus Reinelt
Weitere Kinostarts im März:
eine Kolumne von Thomas Ferstl
Gelegentliche Orientierungslosigkeit in den Straßen von Manhattan und Schwierigkeiten, einzelne
Wörter zu finden, machen Sprachwissenschaftlerin Dr. Alice Howland (Julianne Moore) das Leben
zunehmend schwerer. Erst als sie anfängt, auch
Menschen zu verwechseln, spricht sie mit ihrer
Familie über ihre Krankheit. »Still Alice – Mein
Leben ohne gestern« (Kinodreieck, 5. März) erzählt
eine Geschichte über Alzheimer, eine Krankheit,
Top 5 der erfolgreichsten Filme:
(Stand: 8. Februar in Deutschland)
1. 96 Hours – Taken 3
(1.087.892 Besucher)
2. Baymax – Riesiges Robowabohu
(1.074.088 Besucher)
3. Let’s be Cops – Die Party Bullen
(654.459 Besucher)
4. Frau Müller muss weg!
(604.988 Besucher)
5. Fünf Freunde 4
(372.840 Besucher)
Christian Froschs »Von jetzt an kein Zurück« (Kinodreieck, 12. März) ist eine Zeitreise ganz anderer Art.
1967: Rosemarie, genannt Ruby (Victoria Schulz), ist
verliebt in den rebellischen Martin (Anton Spieker).
Sie will Sängerin werden, er Schriftsteller. Rubys
streng katholischer Vater (Ben Becker) ist gegen die
Verbindung, und so beschließen die zwei, auszureißen, um der elterlichen Unterdrückung und Gewalt
zu entgehen. Die Flucht endet abrupt, als beide aufgegriffen und in Erziehungsheime gesteckt werden,
in denen sich in der jüngeren Vergangenheit Erschreckendes abgespielt hat. »Erst als ich auf die Geschichte eines jugendlichen Paares stieß, das kein anderes
Vergehen beging, als sich zu lieben und noch nicht
volljährig zu sein, war bei mir der Groschen gefallen:
Ich wollte einen Film über Liebende drehen. Über
jene erste große Liebe, die antritt, die Welt aus den
Angeln zu heben«, so Christian Frosch. In Anwesenheit von Regisseur und Hauptdarstellern sah ich diesen Film auf dem 21. Internationalen Filmfest
Oldenburg, über das ich vor einigen Ausgaben bereits
berichtete und wo er seine Weltpremiere feierte.
die Erinnerungen und somit erlebte Zeit auslöscht.
Wie Betroffene mit Alzheimer umgehen, wie es sie
verändert und wie Angehörige mit der Situation
zurechtkommen, schildert dieser Film auf direkte
Art und Weise. Moores Spiel ist brillant und
erschütternd zugleich. Doch auch Alec Baldwin
und Kristen Stewart als Ehemann und Tochter tragen dazu bei, dass »Still Alice« unter die Haut geht.
Ein einfühlsamer Horrorfilm des Alltags, der zartbesaiteten Zuschauern sicherlich das ein oder
andere Tränchen abnötigen wird.
Bei der Vorführung in der JVA Oldenburg hinterließ dieser Film beim zahlenden Publikum wie bei
den geladenen Gefangenen einen starken Eindruck. Dies ist nicht zuletzt den wirklich herausragenden Leistungen der Hauptdarsteller geschuldet.
Doch auch die Geschichte an sich, die in starken
Schwarz-Weiß-Bildern schonungslos die Brutalität
des Generationenkonflikts jener Zeit und der porträtierten Institutionen zeigt, sorgt für Beklemmung und klamme Hände. Dieser Film erzählt
nicht, er schreit von der Leinwand herab.
In Dean Israelites »Project Almanac« (CinemaxX, 5.
März) reisen Protagonisten und Zuschauer buchstäblich durch die Zeit. Der Teenager David (Jonny
Weston) macht beim Betrachten eines alten
Geburtstagsvideos eine erschreckende Entdeckung: Er sieht auf der Aufnahme sein gegenwärtiges Ich im Spiegel. Um der Sache auf den Grund
zu gehen, sucht er zusammen mit seinem Kumpel
Quinn (Sam Lerner) und der gemeinsamen Clique
in der Forschungswerkstatt seines Vaters nach
einer Antwort. Dort entdecken sie die Bauteile und
die Anleitung zur Herstellung einer Zeitmaschine.
Was dann folgt, ist vorhersehbar. Die Freunde verstricken sich durch zunehmende Zeitreisen und
Gier in immer größere Schwierigkeiten, Stichwort:
»Butterfly Effect«. »Zeitweise amüsant« ist wohl die
beste Beschreibung für dieses Machwerk. Die Besetzung ist zwar sympathisch, doch fehlt dem Film
ein auch nur annähernd befriedigendes Ende.
Zudem gelingt es Israelite kaum, das Found-Footage-Konzept zu einer runden Erzählung zusammenzufügen. Wer einen neuen, gelungenen
Zeitreisefilm sehen möchte, ist mit der DVD »Predestination« der Spierig-Brüder eindeutig besser
beraten.
FILMFIGuR DES MONATS:
VICTORIA SCHuLZ
– Geboren: 1990
– Beruf: Schauspielerin
– Ausbildung: HFF »Konrad Wolf« Babelsberg
– Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch
– Besondere Fähigkeiten: Basketball,
Skifahren, Gitarre
– Auszeichnung: Seymour Cassel Award als beste
Schauspielerin auf dem Filmfest Oldenburg
– Bald wieder zu sehen als Hauptdarstellerin in
»Dora oder Die sexuellen Neurosen
unserer Eltern«
März April
Die Zeit beschreibt die Abfolge von Ereignissen, hat
also im Gegensatz zu anderen physikalischen Größen eine eindeutige, unumkehrbare Richtung.
Manche von uns haben zu viel davon, andere zu
wenig. Wir nehmen sie uns, verschwenden sie,
versuchen sie aufzuholen, wünschen uns, sie
anhalten zu können, wollen in ihr zurück- oder
nach vorn reisen. Letztendlich können wir aber
nichts anderes tun, als zu akzeptieren, dass sie
unerbittlich und unaufhaltsam weiter verstreicht.
Wie drei Produktionen mit diesem Thema umgehen, können Sie im Folgenden erfahren.
DO 05.03. CINEMAxx, CINEPLEx, KINODREIECK
– Afrika: Das magische Königreich | CINEMAxx
– Chappie // Focus | KINODREIECK – Verstehen
Sie die Béliers?
DO 12.03. CINEMAxx, CINEPLEx – Cinderella //
Kingsman: The Secret Service | CINEMAxx – Die
Trauzeugen AG
FR 13.03. KINODREIECK – Leviathan
DO 19.03. CINEMAxx – Die Bestimmung: Insurgent | CINEMAxx, CINEPLEx – The Boy Next
Door | CINEMAxx, CINEPLEx, KINODREIECK –
Shaun das Schaf | KINODREIECK – 3 Herzen // A
Most Violent Year // Das ewige Leben // Tristia
DO 26.03. CINEMAxx, CINEPLEx – Der Nanny |
CINEPLEx – Home: Ein smektakulärer Trip |
KINODREIECK – Tod den Hippies! Es lebe der
Punk! // Zu Ende ist alles erst am Schluss
01.03.
05.03.
06.03.
07.03.
08.03.
12.03.
13.03.
14.03.
15.03.
18.03.
19.03.
20.03.
21.03.
22.03.
26.03.
27.03.
28.03.
09.04.
14.04.
16.04.
17.04.
18.04.
19.04
22.04.
23.04.
24.04.
25.04.
30.04.
El Mago Masin
TBC
Hagen Rether
Maul & Clownseuche Bäuerle
Simon & Jan
Fastfood Best of Impro
Volker Weininger
Martina Ottmann
Martina Schwarzmann
Jens Neutag
Nadja Maleh
Christopher Köhler
Christian Springer
This Maag
Volker Pispers
Volkmar Staub
Streckenbach & Köhler
Fastfood Best of Impro
Rick Kavanian
Stephan Bauer
Michael Eller
Marcel Kösling
Christine Eixenberger
Wolfgang Krebs
Blonder Engel
Ecco Meineke
C. Heiland
Ko(m)mödchen Ensemble
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InTErvIEw/AUSSTELLUnGEn & KUnSTPrOJEKTE
Kunst ist etwas
Einzigartiges
Interview mit Christof Trepesch:
Fortsetzung von Seite 3
Halten Sie die Dokumentation zum Thema Haberstock
im Hause schon für ausreichend? Ich denke, sie ist
sehr umfassend, aber natürlich ausbaufähig,
aktuell sollen Unterlagen über Haberstock an der
Staatsgalerie Stuttgart im Rahmen eines Projekts
ausgewertet werden. In einer viel gelobten Buchpublikation von 2008 wird Haberstocks Tätigkeit
sehr differenziert und klar dargestellt. Einer der
wichtigsten wissenschaftlichen Beiträge von
Herrn Keßler trägt den Titel »Der Kunsthändler
als Opportunist«, womit seine Rolle treffend charakterisiert ist. Haberstock war Mitglied der
NSDAP, profitierte vom System und fiel gegen
Ende des Regimes in Ungnade. Nach dem Krieg
hat er allerdings nie wieder seine frühere Bedeutung erhalten.
Ein schräger Lebenslauf, ähnlich seinem Kollegen Gurlitt. Das stimmt. Auch Fritz Koelle ist so ein
Thema. In den 1920ern war der Augsburger Bildhauer ein herausragender Vertreter der Neuen
Sachlichkeit, in den 30er-Jahren entstanden seine
systemkonformen Arbeiten wie etwa ein HorstWessel-Bildnis und marschierende Soldaten.
Koelle war auf fast jeder deutschen Kunstausstellung vertreten. Auch er fiel beim Regime in
Ungnade, allerdings durch ein Kriegerdenkmal,
das entfernt wurde. Darauf berief er sich nach
1945 und bekam dann den Auftrag für das Mahnmal im KZ Dachau. In den 50ern ging er schließlich in die DDR, um an der Idee des Sozialismus
mitzuarbeiten. Wie ist es nun in diesen Fällen um
die Ernsthaftigkeit der eigenen Position bestellt?
Es ist schwer, partiell systemkonforme Lebensläufe zu bewerten.
Zyniker könnten sagen, damals hatte man zumindest
noch Positionen, wenn auch wechselnde. Heute herrscht
in der Gegenwartskunst eine weitgehende Politiklosigkeit. Absolut. Zeitgenössische Kunst kreist oft im
Persönlich-Biografischen, das allgemeine gesellschaftliche Fragen ausklammert und sich im
Prozess der Selbstbespiegelung erschöpft. Es geht
in der Regel um die eigene Person. Zwar finden
sich einige Künstler, die eine Art Vogelperspektive
einnehmen und sich mit gesellschaftlichen Prozessen auseinandersetzen. Diese gewinnen aber
selten eine Stärke, wie es beispielsweise Künstlern
in den 70er-Jahren gelungen ist. Eine Stärke, wie
ich sie etwa bei Jaume Plensas Arbeit »Geheimes
Herz« spüren konnte, als er unsere Gesellschaft
für mich sehr anschaulich als geistigen Prozess
definierte.
Das »Geheime Herz« bespielte 2014 zeitgleich drei Orte in
der Stadt: das H2, das Schaezlerpalais und den Gaskessel
in Augsburg-Oberhausen. Wie stehen Sie zur Forderung
nach einem neuen Platz für die Gegenwartskunst, wie sie
zuletzt vom BBK-Vorstand Norbert Kiening bei der Eröffnung der Großen Schwäbischen Kunstausstellung vorgetragen wurde? Ich kann es verstehen, wenn sich
Künstler mehr Ausstellungsflächen wünschen.
Mit dem Wegfall der Toskanischen Säulenhalle in
den kommenden Jahren wird die Situation
zunächst nicht einfacher. Auch künstlerische
Foren wie freie Galerien sind in Augsburg etwas
unterentwickelt. Eine wichtige Anlaufstelle ist in
jedem Fall Thomas Elsen, der Leiter des H2 und
der Galerie im Höhmannhaus. In beiden Häusern
präsentiert er immer wieder und mit sehr großem Erfolg auch regionale Künstler. Einen wie
auch immer gearteten Neubau, wie ihn Herr Kiening ins Feld geführt hat, halte ich zumindest
zurzeit für kaum realisierbar.
Drei Malerinnen eröffnen am 1. März die Ausstellungsfolge 2015 in der städtischen Galerie Wertingen. Alle drei Künstlerinnen arbeiten in klarer,
verdichteter Bildsprache: Martha Bilger (Ulm)
vorwiegend in schwarz-weiß-grauen, transparenten Gebilden zwischen Fotografie und Skulptur, ursula Geggerle-Lingg (Wertingen) mit
farbigen Raum-Bildern und Objekten in spielerischer Anordnung und Sabine Odensaß (Köln),
die souverän große wie kleine Formate zum intensiven Farberlebnis macht. Die Vernissage findet am
1. März um 11:15 Uhr statt. Die Ausstellung ist bis
zum 29. März zu sehen. www.wertingen.de
Wenn die Innenstadt zur Galerie wird: Vom 13.
März bis 29. April findet in Bad Wörishofen der 13.
Kunstfrühling statt. Im zwei-Jahres-Rhythmus
präsentiert der Kunstverein der Kneippstadt diese
besondere Kunstausstellung unter freiem Himmel.
Der Künstler Josef Lang aus Denklingen legt mit
seinen überhohen farbigen Holzfiguren die Kurpromenade dieses Mal in ein ganz eigenes Flair. Die
meterhohen Skulpturen verleiten einen um sie
herum zu gehen und weit nach oben zu blicken.
Beeindruckend gelingt es Josef Lang mit der Motorsäge dem Holz menschliche Züge zu entlocken
und ihnen auch verschiedene Charaktere einzuhauchen. www.bad-woerishofen.de
In den Osterferien lädt die Kunstschule Maier Haid
vom 29. März bis 12. April zur 34. Friedberger
Kunstausstellung in die Aula der Stadthalle. In
etwa zur gleichen Zeit – vom 21. März bis 19. April
– wird in den Räumen der Kunstschule »Die etwas
andere Kunstgeschichte« zu sehen sein. Den
Kunststudierenden von 4 bis 81 Jahren wurde die
Aufgabe gestellt, sich intensiv mit einem Werk
eines Künstlers oder einer Künstlerin der Kunstgeschichte – historisch oder zeitgenössisch – zu befassen. Mit den malerischen und gestalterischen
Möglichkeiten der einzelnen Schüler sollte das
studierte Werk neu entstehen. Die Ausstellungsbesucher sind nun eingeladen, sich von den Werken
der »Meister« irritieren zu lassen.
www.kunstschule-friedberg.de
Neue Galerie im Höhmannhaus
Maximilianstr. 48 | Augsburg | Di-So 10-17 Uhr
Die Fotografin Christine Grasmann-Feix gibt ihr
Ausstellungsdebüt – unter dem Titel »momentum:
spuren im gestern und heute« ab dem 23. März
im space 2b. Mit der Unterstützung des Vereins
brain4art werden Werke der Künstlerin in einer
zweiteiligen Ausstellung gezeigt. »mittendrin« –
der so betitelte erste Ausstellungsteil offenbart die
Spuren und Relikte früheren Lebens in einem nun
unbewohnten Haus. Grasmann-Feix hielt das
unangetastete Innenleben eines Hauses fest, dessen
Bewohner ein Jahr vorher ins Pflegeheim ziehen
musste. Im zweiten Teil der Ausstellung blicken
dem Besucher mehrere überdimensionale Augenpaare entgegen. Mit einer Smartphone-Kamera hat
die Künstlerin an 31 aufeinanderfolgenden Tagen
die Augen von 31 zufällig getroffenen Menschen
»ganz nah« aufgenommen. www.brain4art.org
Über das Jahr hinweg sind im Rahmen der
wöchentlichen Aktzeichenabende im AnnapamKeller Hempels abwechslungsreiche Zeichnungen
entstanden. Vom 28. Februar bis 29. März präsentiert die Galerie Extrawurst eine reizvolle Aus-
www.a3kultur.de
12
wahl aus diesen Werken von insgesamt 16
Künstlern. Umrahmt wird die Ausstellung von
einem kleinen Begleitprogramm: Am 28. Februar
um 20 Uhr wird zur Vernissage geladen, musikalisch untermalt von Pianistin Stephanie Knauer.
Am 19. März um 19:30 Uhr liest Katharina Maier
»Liebesbriefe großer Männer und Frauen«. Zudem
findet jeden Sonntag ab 16 Uhr eine Führung
durch die Ausstellung statt, geleitet vom Augsburger Künstler Karl Meyer – seines Zeichens Veranstalter der Aktzeichenabende.
Die Galerie No1 zeigt vom 25. März bis 7. Mai
Werke der Augsburger Künstlerin Elisabeth
Röder. Zur Vernissage wird am 25. März ab 19 Uhr
geladen. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis
donnerstags von 16 bis 19 Uhr. Auch nach vorheriger telefonischer Vereinbarung öffnet die Galeristin Helena Möller gerne ihre Türen. Weitere Infos
gibt es ab sofort auch im Internet unter:
www.galerie-no1.info
Unter dem Titel »Seiltanz. Die Suche nach dem
Bild« sind vom 29. März bis 26. April Arbeiten von
Hannes Goullon (Foto: Ohne Titel) sowie seinen
Gästen Lisa Lupieri (Schweiz) und Daniela Neu-
»Certain places«: Bestimmte Orte, der Titel der
neuen, bis zum 8. März laufenden Ausstellung im
Unteren Schlösschen Bobingen verweist darauf,
dass es daneben auch unbestimmte Orte gibt. Und
genau zwischen diesen beiden Polen, zwischen
eindeutig geographisch zu identifizierenden Orten
und universalen Nicht-Orten, oszillieren die Werke
des Videokünstlers Roger Kausch und der Fotografin Louisa Marie Summer. Kausch erzeugt in seinen
Videos
unter
Verwendung
von
Einzelbildsequenzen durch den Zugriff auf die
zeitliche Dimension wie Verknappung, Verlangsamung und Verdichtung eine Spannung zwischen
Skepsis und Zauber. Im Gegensatz dazu universalisieren die Fotografien von Summer die abgebildeten Schauplätze: Mit Augenblickseindrücken
führt sie dem Betrachter die Impressionen vor
Augen, die auf zahlreichen Reisen gewonnen wurden. www.kunstverein-bobingen.de
Am 19. Februar startete in der Galerie Süßkind die
neue Ausstellung »1 x 1«, die Begegnungen zum
Thema hat. Die chinesischen Künstler Qing xia
und Yinfinity (Malerei, Fotografie, Grafik) geben
dem Besucher nicht nur Einblicke in auf Papier
festgehaltene, inspirierende sowie zufällige Erlebnisse (Handyfotos, Skizzenbücher), sondern beziehen ihn selbst in die Entstehung eines Kunstwerks
mit ein: Fragmente – zwei Monate lang malt Yinfinity in der Galerie Süßkind und ergänzt dadurch
Fotografien von Qing Xia um eigene Ideen und
Assoziationen aus dem Publikum. Die Ausstellung
ist bis zum 28. April zu sehen.
www.galeriesuesskind.de
Michael H. Rohde
New Perspectives 13.03.–10.5.15
1. bis 31. März 2015
städter-Otruba (Österreich) in der BBK-Galerie im
Abraxas zu sehen. Die Begrüßung und Einführung
bei der Vernissage am 29. März um 11 Uhr übernehmen BBK-Vorstand Norbert Kiening und
Hannes Goullon. Stefan Schön rezitiert »Herzsteinsplitter«. Die Öffnungszeiten: täglich von 14 bis 18
Uhr, außer am Montag und Mittwoch.
www.kunst-aus-schwaben.de
Die Ecke Galerie präsentiert in Zusammenarbeit
mit dem Museum im Pflegschloss in Schrobenhausen drei Künstler in einer neuen Sonderausstellung. Unter den Stichworten »Installation,
Zeichnung, Plastik« zeigen Stefanie Kraut, Willi
Weiner und Jürgen Meyer bis zum 19. April
Arbeiten, die laut Museumsleiterin Claudia FreitagMair »einen inneren Zusammenhang« deutlich
werden lassen. In ihren Räumen am Elias-HollPlatz zeigt die Ecke Galerie ab dem 9. März Werke
von Susanne Maurer (Malerei) und Marc
Taschowsky (Objekte). Taschowsky bringt
gesammelte Gegenstände in einen neuen Zusammenhang und überrascht dabei mit einer Vielfalt
an Materialien, Oberflächen und Zusammenstellungen. Die Vernissage findet am 8. März um 11
Uhr statt. www.eckegalerie.de
1840 – vor genau 175 Jahren – wurde die Bahnverbindung zwischen München und Augsburg fertiggestellt. Anlässlich dieses Jubiläums beleuchtet die
Ausstellung »Höchste Eisenbahn! – Mobilität
für alle?« im Schwäbischen Volkskundemuseum
vom 22. März bis 18. Oktober das Thema auf unterschiedlichste Weise: Welche Verkehrsmittel, vom
Schlitten bis zum Fahrrad, vom Postbus bis zur
Staudenbahn, sorgten auch in der ländlichen Region für mehr Mobilität? Welche Dinge – vom Kinderwagen bis zum Rollator – machen uns ein
Leben lang mobil? Mobilität für alle: Wunsch oder
Wirklichkeit?
www.schwaebisches-volkskundemuseum.de
»Eigentlich bin ich Maler, ich bin kein Fotograf«,
sagt Michael H. Rohde. Und wer seine Fotoarbeiten betrachtet, entdeckt tatsächlich malerische
Kompositionen in ihnen. Seit Jahren beschäftigt
sich Rohde mit Räumen. Standen zunächst urbane,
abseits der Zentren gelegene Außenräume im Zentrum seines fotografischen Interesses, so sind dies
seit 2003 vor allem Innenräume. Rohde sieht die
Welt von unten: In oft atemberaubend überrissenen Perspektiven lässt er den Betrachter eine
völlig neue Sicht und Perspektive einnehmen. Vom
13. März bis 10. Mai zeigt das Höhmannhaus seine
»New Perspectives«.
www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de
13
1. bis 31. März 2015
InTErvIEw/AUSSTELLUnGEn & KUnSTPrOJEKTE
Glaspalast in Bewegung
Interview mit der neuen Noah-Galeristin Wilma Sedelmeier
Geradezu passend erscheint die aktuelle Ausstellung »Tanzrausch« in der Galerie Noah,
schließlich sind nicht nur Helge Leibergs leichtfüßige Figuren in Bewegung – auch das Team
des Hauses im Glaspalast präsentiert sich verändert. Zu Beginn des Jahres übernahm die Kulturjournalistin und studierte Kunsthistorikerin Wilma Sedelmeier die Leitung der Galerie
sowie des Kunstmuseums Walter. Ihre Vorgängerin Elisabeth Schulte verabschiedete sich nach
13 Jahren aus dem täglichen Kunstbetrieb. Grund genug für a3kultur, Wilma Sedelmeier einen
Antrittsbesuch abzustatten. Die Fragen stellte Patrick Bellgardt.
Frau Sedelmeier, herzlichen Glückwunsch zum neuen
Job! Wie wird man eigentlich Galeristin? Meine Leidenschaft für die Kunst hat mich wohl ganz
automatisch in diese Richtung getrieben. Ich
hatte schon immer ein Faible für die Malerei.
Vor meiner Zeit als Journalistin habe ich Kunstgeschichte studiert. Der Job ist irgendwie zu mir
gekommen und so wird man dann tatsächlich
ganz plötzlich über Nacht Galeristin.
samt würde ich aber sagen: Never change a
winning team.
Der Glaspalast, samt der hier ansässigen Galerien und
Museen, hat immer wieder mit seiner Randlage zu
kämpfen. Wie sehen Sie dieses Problem? Wir brauchen eine bessere Anbindung über öffentliche
Verkehrsmittel und eine funktionierende
Beschilderung, das steht außer Frage. Zusam-
Wie Sie sich die Zukunft auch ausmalen –
wir helfen Ihnen, sie zu gestalten.
Das Sparkassen-Finanzkonzept.
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Der Unterschied beginnt beim Namen. Deshalb entwickeln wir mit dem Sparkassen-Finanzkonzept eine
ganz persönliche Rundum-Strategie für Ihre Finanzen. Gemeinsam mit Ihnen und abgestimmt auf Ihre Zukunftspläne. Mehr erfahren Sie in Ihrer Sparkasse und unter sparkasse.de. Wenn’s um Geld geht – Sparkasse.
Seit Anfang des Jahres leitet Wilma Sedelmeier die Galerie Noah und das Kunstmuseum Walter. Helge Leibergs Ausstellung »Tanzrausch« ist noch bis zum 1. März im Glaspalast zu sehen
Sind Sie privat selbst künstlerisch aktiv? Früher habe
ich mich darin versucht und hatte sogar mal
kurz überlegt, Malerei zu studieren. Im Endeffekt hatte ich dann aber doch zuviel Angst vor
dem Künstlerdasein. Ich bewundere alle, die da
dran geblieben sind und ihre Leidenschaft zum
Beruf gemacht haben. Die Lust, kreativ zu sein,
verspüre ich weiterhin, als Galeristin jetzt aber
auf eine eher theoretische Art.
men mit der Stadt, den Kunstsammlungen und
Museen Augsburg sowie der Regio möchte ich
an einem gemeinsamen Konzept arbeiten. Als
erster Schritt soll ein runder Tisch ins Leben
gerufen werden, an dem wir uns regelmäßig
treffen. Der Glaspalast könnte sich zukünftig als
Zentrum für zeitgenössische Kunst in Süddeutschland bestens vermarkten. Das kann nur
Hand in Hand funktionieren.
Markus Lüpertz, Georg Baselitz und viele andere ganz
große Namen waren schon in der Galerie Noah zu
Gast. Haben Sie als frischgebackene Galeristin so
etwas wie eine Wunschliste? Natürlich, die hatte
ich auch schon vorher. Ganz oben steht Gerhard
Richter, der derzeit völlig berechtigt zu den teuersten Künstlern der Welt zählt. Sein Werk, von
den 60er-Jahren bis heute, ist einfach unglaublich spannend. Meiner Vorgängerin, Elisabeth
Schulte, ist es leider nicht gelungen, ihn nach
Augsburg zu holen. Da werde ich auf jeden Fall
dran bleiben.
Können Sie sich eine stärkere Zusammenarbeit mit der
freien Kunstszene vorstellen? Absolut. Im Rahmen
einer parallel zu unserem normalen Programm
laufenden Ausstellungsreihe möchte ich Künstlern aus Augsburg und der Region in Zukunft
ein Forum bieten, um sich regelmäßig präsentieren zu können. Gerne zum Beispiel in Kooperation mit dem H2. Diese Pläne stecken zwar
noch in den Kinderschuhen, eine stärkere Einbindung der freien Szene steht aber auf jeden
Fall auf meiner Agenda.
Zuletzt lag der Fokus vor allem auf Malerei und Skulpturen. Wo möchten Sie in Zukunft die Schwerpunkte
setzen? Die zeitgenössische Malerei ist mein Steckenpferd. Unser Fokus liegt daher weiterhin
ganz klar auf der deutschen Gegenwartskunst.
Ab und zu mal eine Installation, warum nicht?
Klar, testen wir das auch mal aus! So wird Ende
Juli die in Berlin lebende Künstlerin SEO mit
einer riesigen Installation zu Gast sein. Insge-
Noch bis zum 1. März sind in der Galerie Noah Gemälde und Skulpturen von Helge Leiberg zu sehen. Am 5.
März um 19:30 Uhr startet die neue Ausstellung
»Mythos Meer« mit Werken von Hermann Albert. Zur
Vernissage wird der in Berlin und Italien lebende
Künster anwesend sein. Bis Jahresende stehen sieben
weitere Ausstellungen auf dem Programm, darunter
Präsentationen von Bernd Zimmer, Arnulf Rainer und
Rosa Loy. www.galerie-noah.com
www.timbayern.de
AUSSTELLUNGEN IM MäRZ
ABRAxAS/BBK-GALERIE – Jan Prein: Retrospektive / bis 22. März // Seiltanz: Die Suche
nach dem Bild / ab 29. März | ABRAxAS/BALLETTSAAL – Älter werden: Vom Erinnern und
| ARCHIVGALERIE FRIEDBERG – Lechkiesel Kissing / bis 29.
Vergessen / bis 16. April
März | ARCHITEKTuRMuSEuM – Positionen der aktuellen Architekturfotografie / bis 15.
|
März // Weiß ist ein guter Anfang (installative Plastik im Garten) / bis 25. April
DIöZESANMuSEuM ST. AFRA – Wer ist der Mann auf dem Tuch? / ab 18. März| ECKE
GALERIE – Susanne Maurer & Marc Taschowsky / ab 9. März | GALERIE BEIM SCHLOSS
FRIEDBERG – Erika Young: Zeit zum träumen / bis 29. März | GALERIE ExTRAWuRST –
Extrawurst bleibt sehenswert / bis 22. März // Aktzeichnungen 2015 / bis 29. März |
GALERIE NO 1 – Elisabeth Röder / bis 7. Mai | GALERIE NOAH – Hermann Albert: Mythos
Meer / bis 14. April | GALERIE SüSSKIND – Qing Xia & Yinfinity : 1 x 1 / bis 28. April |
GALERIE WERTINGEN – Martha Bilger & Ursula Geggerle-Lingg & Sabine Odensaß : Drei
mal Drei / bis 29. März | GRAPHISCHES KABINETT – Aus der heiteren fließenden Welt.
Ukiyo-e und Netsuke aus den Beständen der
Anzeige:
Kunstsammlungen und Museen Augsburg /
ab 11. März | H2 – Die neue Sammlung VII /
bis 28. Juni | HAuS DER KuLTuREN DIEDORF – Die Frau als Mutter, Idol und Göttin
/ bis 2. Oktober | HöHMANNHAuS – Mi»Drive By Shooting«
chael H. Rohde: New Perspectives / ab 13.
März | JüDISCHES KuLTuRMuSEuM –
18.1. bis 8.3.2015
Purim: Ein Fest aus Freude über die Rettung
/ bis 29. März | KuNSTHAuS KAuFBEuREN
– Designobjekte aus Kunststoff: Die Koelsch
Collection / bis 8. März | KüNSTLERHAuS
MARKTOBERDORF – Daniel Spoerri und
Hara Walther: Jäger und Gejagte / bis 15.
März // Bernd Zimmer: Kristallwelt / ab 26.
März | KuNSTVEREIN IM HOLBEINHAuS
– Todd Hido: Drive By Shooting / bis 8. März
Kunstverein Augsburg
| MEWO KuNSTHALLE MEMMINGEN –
www.kunstverein-augsburg.de
Josef Madlener: Fliegende Blätter und Karikaturen/ bis 11. März // Jonathan Drews: Erosion / bis 17. Mai // Jugendfotowettbewerb: Entdecke deine Stadt! / bis 12. April // Max Biek:
Der Traum vom Fliegen / ab 14. März | MORITZKIRCHE – Elizabeth Aro: Santa Sangre / bis
1. April | MORITZPuNKT – Martin Widl: Großformatige Arbeiten / bis 28. Mai | PFLEGSCHLOSS IM SCHROBENHAuSEN – Stefanie Kraut & Jürgen Meyer & Willi Weiner / bis
17. April | PuPPENTHEATERMuSEuM – Fädeln, Löten, Programmieren: Mechanische Wesen im Figurentheater / bis 12. April | RATHAuS STADTBERGEN – Kunst im Rathaus /
bis 24. April | SANKT JAKOB KIRCHE FRIEDBERG – Sara Opic: Herr Pallotti. Zurück zur
Wirklichkeit / ab 25. Januar bis Open End | SCHAEZLERPALAIS – Die verschollene Leda
/ab 21. März | SCHWÄBISCHE GALERIE – Licht hören: Bilder von Carmen Jaud / bis 12.
April | SCHWÄBISCHES VOLKSKuNDEMuSEuM OBERSCHöNENFELD – Höchste Eisenbahn! Mobilität für alle? / ab 22. März | STAATSGALERIE IM GLASPALAST – Jörg Immendorf: Versuch Adler zu werden / bis 17. Mai | STADTHALLE FRIEDBERG – Die etwas andere
Kunstgeschichte / ab 21. März | SPACE 2B – Christine Grasmann-Feix : momentum. spuren im gestern und heute / ab 23 März | TIM – Deine Blicke fliehen: Stickbilder von Victoria
Martini / ab 11. März // Quilts: 22 textile Positionen / ab 27. März | uNIVERSITÄT – präsent/
present: Fläche/Raum/Analog/Digital II / bis 9. April // DOZ 15 / bis 9. April | uNTERES
SCHLöSSCHEN BOBINGEN – Roger Kausch & Louisa Marie Summer: Certain places / bis 8.
März | VHS – Anita Ulrich: Zuhause. Aquarelle aus Augsburg und dem Rest der Welt /
bis 24. Juli
Todd Hido
www.a3kultur.de
BILDUnG/LIvEMUSIK
1. bis 31. März 2015
Treibstoff fürs Leben
VORTRäGE IM MäRZ
Die vhs Augsburg startet mit dem Schwerpunkt »Energie« ins neue Semester
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) wird der weltweite
Energieverbrauch bis zum Jahr 2040
um rund 60 Prozent steigen. Deutschland steckt derzeit mitten in den
Weichenstellungen für die Energiewende und in Augsburg regt sich
Widerstand gegen eine Fusionierung der
Stadtwerke und Erdgas Schwaben. Mit dem
Semesterschwerpunkt »Energie – Treibstoff fürs
Leben« greift die Volkshochschule Augsburg dieses
brandaktuelle Thema auf.
Die erste Veranstaltung hierzu findet am 12. März
um 19 Uhr mit einer Podiumsdiskussion im Stadtwerkesaal statt. Unter dem Titel »Energieversorgung im Spannungsfeld zwischen Kommune und
Privatwirtschaft« werden unter anderem KlausPeter Dietmayer (Geschäftsführer Stadtwerke und
Erdgas Schwaben), Ludwig Hartmann (Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag) und Bruno
Marcon (attac Augsburg) Position beziehen. Dabei
soll vor allem das aktuelle Augsburger Beispiel im
Mittelpunkt stehen. Wenige Wochen später wird
Josef Pschierer die Haltung des Bayerischen
Staatsministeriums zur Energiedebatte
erläutern. Der Staatssekretär ist am 16.
April um 19 Uhr in der vhs zu Gast.
Auch die Fachbereiche Kunst, Kultur,
Religion, Geschichte, Psychologie
und Technik widmen sich in den
kommenden zwei Semestern mit
einer Vielzahl an Angeboten dem
Thema. Exkursionen führen zur
Europäischen Organisation für Kernforschung in Genf (13. bis 15. März) oder ins BMWWerk in Landshut (17. April). Daneben gibt es
natürlich bewährte vhs-Klassiker, aber auch viel
Neues zu entdecken. Alleine fast 600 Sprachkurse
– von Arabisch über Indisch und Rumänisch bis
Ungarisch – werden angeboten. (pab)
Das Programm für das Frühjahr-/Sommersemester liegt
ab sofort in Apotheken, Banken, Buchhandlungen und
natürlich an der vhs zur kostenlosen Mitnahme aus. Die
Anmeldung ist ab sofort möglich. Alle Kurse sind auch
online zu finden:www.vhs-augsburg.de
DI 03.03. NEuE STADTBüCHEREI – Unterwegs zur
Weisheit ( 8–12 J) 17:00
DO 05.03. SINGOLDHALLE BOBINGEN – Kanarische
Inseln 20:00
FR 06.03. STADTHALLE FRIEDBERG – Weiter Horizont 20:00
DI 10.03. VHS – Kyros, Darius, Xerxes: Die großen
Perserkönige 18:15 // Napoleon in Bayern: 1815, Erinnerungen eines Kaisers 20:00
MI 11.03. PFARRZENTRuM HAuS ST. MICHAEL – Die
Frau im Islam (aus Sicht einer türkischen Frau) 19:30
DO 12.03. ZEuGHAuS – Sich selbst verlieren und alles gewinnen 17:00 | STADTWERKESAAL – Energieversorgung im Spannungsfeld zwischen Kommune
und Privatwirtschaft 19:00
FR 13.03. VHS – Pilgern auf dem Israel National Trail
19:00
SO 15.03. GRANDHOTEL – Jeff Halper: Israel/Palästina. Wie geht es weiter? 19:30
DI 17.03. NEuE STADTBüCHEREI – Unterwegs zur
Weisheit (8–12 J) 17:00 | VHS – Napoleon in Bayern: Bayern und Frankreich – eine glückliche Allianz? 20:00
MI 18.03. DIöZESANMuSEuM ST. AFRA – Wer ist
der Mann auf dem Tuch? Eine Spurensuche 10:00
DI 24.03. VHS – Kyros, Darius, Xerxes: Die großen
Perserkönige 18:15 // Napoleon in Bayern: Maximili-
Am 6. und 7. März feiert das STAC Festival – Band Spezial Premiere
in der Kradhalle
Foto: Karina M. Bschorr
Die Augsburger Alternative-Rockband Memories Of The Fall ist am Samstag um 18:40 Uhr in Aktion zu sehen.
Durch das Engagement vieler freiwilliger Helfer
und Sponsoren, wie der Jugendstiftung »Aufwind«
und dem Kulturpark West, kann sich Augsburg
auf ein neues Ereignis in Sachen Jugendkultur
freuen. Wer also einen Einblick in die aktuelle
Nachwuchsmusikszene bekommen möchte, sollte
auf jeden Fall in der Kradhalle, auf dem Gelände
der ehemaligen Reese-Kaserne, vorbeischauen. (jst)
Einlass ist am Freitag um 17:30 Uhr und am Samstag
um 15:30 Uhr. Das Tagesticket kostet lediglich 5 Euro.
Karten gibt es bei allen teilnehmenden Bands, an der
Abendkasse oder unter:www.stac-festival.de
SO 01.03. SCHWÄBISCHES BAuERNHOFMuSEuM
ILLERBEuREN – Offene Museumsführung 13:00 |
SCHAEZLERPALAIS – Rocci die kleine Rocaille
(6–12 J) 14:00
| STADTMuSEuM AICHACH –
Sonntagsführung 14:15 | SCHWÄBISCHES VOLKSKuNDEMuSEuM OBERSCHöNENFELD – Themenführung: Wohnen auf dem Land 15:00 |
MAxIMILIANMuSEuM – Turnusführung 15:00
DI 03.03. SCHAEZLERPALAIS – Die Kunstsprechstunde 16:00
DO 05.03. MAxIMILIANMuSEuM – Kunststunde:
Schwäbische Exotik 18:00
SA 07.03. MAxIMILIANMuSEuM – Turnusführung:
Wunderkammer 15:00 | HOLBEINHAuS – Werkgespräch mit Todd Hido: Drive By Shooting 19:00
SO 08.03. H2 – Jörg Immendorff: Versuch, Adler zu
werden 12:00 | WITTELSBACHER SCHLOSS – Rund
ums Wittelsbacher Schloss 14:00 | SCHAEZLERPALAIS – Turnusführung 14:00 | MAxIMILIANMuSEuM – Turnusführung: Lapidarium 14:00 // Das
Mäxchenmuseum (8–12 J) 15:00
// Turnusführung: Maximilianmuseum 15:00 | SCHWÄBISCHES MuSEuM OBERSCHöNENFELD – Künstlergespräch in der Sonderausstellung: Licht hören.
Bilder von Carmen Jaud 15:00
DI 10.03. SCHAEZLERPALAIS – Stillleben in Barock
& Moderne 18:00
FR 13.03. STAATS- uND STADTBIBLIOTHEK – Führung 15:00
SA 14.03. MAxIMILIANMuSEuM – Turnusführung:
Wunderkammer 15:00 | H2 – Jörg Immendorff:
Versuch, Adler zu werden 12:00
SO 15.03. H2 – Immendorff nach Strich und Faden
14:00 | SCHAEZLERPALAIS – Turnusführung 14:00
| SCHWÄBISCHES MuSEuM OBERSCHöNENFELD
– Geführter Rundgang für Jung und Alt in der Sonderausstellung: Licht hören. Bilder von Carmen
Jaud 15:00 | MAxIMILIANMuSEuM – Turnusführung 15:00
DI 17.03. SCHAEZLERPALAIS – Barock- und Rokokoporträts: Ins rechte Bild gerückt 18:00
SA 21.03. ZEuGHAuS – Von alten Römern und
jüngsten Schäden (ab 10 J) 11:00 | MAxIMILIAN-
23. April 2015, 19 Uhr
Zukunft vor Ort – Leichtbau mit Carbon
Prof. Dr. Achim Wixforth (Experimentalphysik)
9. Juli 2015, 19 Uhr
Singularitäten
Prof. Dr. Marc Nieper-Wisskirchen
(Algebra und Zahlentheorie)
9. Oktober 2015, 19 Uhr
Das Feuer der Sonne für die Erde:
Energiegewinnung durch Kernfusion
Prof. Dr.-Ing. Ursel Fantz (AG Experimentelle
Plasmaphysik & ITER Technologie & Diagnostik
am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik)
26. November 2015, 19 Uhr
Von magischen Quadraten zum Sudoku
Prof. Dr. Dieter Jungickel
(Diskrete Mathematik, Optimierung
und Operations Research)
www.a3kultur.de
an Joseph von Montgelas 20:00
MI 25.03. KONGRESS AM PARK – Die hohe Kunst
der Selbstdarstellung, mit Tatjana Strobel 19:00 |
VHS – Der Ehevertrag 20:00
DO 26.03. VHS – Russland unter Putin und die Ukraine-Krise 19:00
FR 27.03. STAATS- uND STADTBIBLIOTHEK – Kostbarkeiten der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg 15:00
Anzeige:
grafisches kabinett
11.03.–07.06.2015
Aus der heiteren
fließenden Welt
ukiyo-e und netsuke aus schenkungen an
die kunstsammlungen und museen augsburg
FüHRUNGEN IM MäRZ
Junge Klänge für die Stadt
Thomas Walk und sein Verein Street Academy
geben jungen Bands aus Augsburg und der Region
die Möglichkeit, sich einem breiten Publikum zu
präsentieren. Nach vier äußerst erfolgreichen
STAC Festivals im Reese Theater, mit einer Programmvielfalt aus Musikern, Tänzern und
Artisten, steht das neue Format ganz im Sinne
eines reinen Livemusikevents. Aus über 40 Bewerbungen haben es 15 Newcomer-Bands verschiedenster Musikstile geschafft, in den Timetable
aufgenommen zu werden.
14
MuSEuM – Turnusführung: Wunderkammer 15:00
SO 22.03. MAxIMILIANMuSEuM – Royals: Kaiser
und Könige in Augsburg 11:00 // Turnusführung
15:00 | H2 – Immendorff eigen 14:00 | SCHAEZLERPALAIS – Turnusführung: Schaezlerpalais
14:00 | MORITZKIRCHE – Kunstgespräch zur Installation Santa Sangre 15:00
DI 24.03. SCHAEZLERPALAIS – Mythologische Themen im Barock: Ausflug nach Griechenland & Rom
18:00
MI 25.03. H2 – Immendorff entspannt 11:00
SA 28.03. SCHWÄBISCHES VOLKSKuNDEMuSEuM
OBERSCHöNENFELD – Oberschönenfeld spezial
10:00 | MAxIMILIANMuSEuM – Turnusführung:
Wunderkammer 15:00
Anzeige:
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11.03.–07.06.2015
Aus der heiteren
fließenden Welt
ukiyo-e und netsuke aus schenkungen an
die kunstsammlungen und museen augsburg
SO 29.03. SCHWÄBISCHES VOLKSKuNDEMuSEuM
OBERSCHöNENFELD – Oberschönenfeld spezial
10:00 | H2 – Jörg Immendorff: Versuch, Adler zu
werden 12:00 | MAxIMILIANMuSEuM – Turnusführung 15:00
DI 31.03. SCHAEZLERPALAIS – Augsburger Tracht
im 18. Jahrhundert: Jenseits von Dirndl & Lederhose 18:00
VORTRAGSREIHE
Faszination
Mathematik
Physik
Ort aller Vorträge:
Zeughaus Augsburg, Reichlesaal 116
Zeugplatz 4, 86150 Augsburg
Veranstaltet von:
Institut für Mathematik und
Institut für Physik, Universität Augsburg
15
GASTBEITrAG/QUErDEnKEr
1. bis 31. März 2015
sinnloserweise noch sehr viel Holz in den Siebentischwald tragen, denn ohne Geld lässt sich’s
schlecht bauen, und der Philosoph Seneca meinte ohnehin, dass man mit Unwissenden nicht
streiten solle, denn sie würden ihre Unwissenheit nie zugeben. Das und insbesondere dass
Irren menschlich sei, hätten den Ratsmitgliedern die Römer aber auch schon erklären können. Es sind kluge Menschen, die sich fundierte
Gedanken darüber machen, weshalb denn nun
dieses Museum künftighin in der Karmelitengasse seinen Bestimmungsort haben solle, wie
beispielsweise Dr. Ernst Ludwig Schlee, ein
äußerst profunder Kenner der komplexen Materie. In einer Denkschrift* weist er dies ausführlichst nach – »Es kommt vor allem auf gute
Kommunikation an«, schrieb Cicero. Gesegnet
sei, wer Intelligentes zu lesen vermag, und nachdem gerade Rom nicht an einem Tage erbaut
wurde, darf man sich beim Studium dieses
Papiers gerne die dafür erforderliche Zeit nehmen. Jedenfalls ist dieser Aufsatz mehr als ein
goldenes Römerle wert.
von Wolfgang Taubert
Es mag ja durchaus sein, dass wir Nachkriegskinder, die in Haunstetten aufwachsen durften,
historisch gesehen gewissermaßen bevorzugt
waren. Wir waren einfach näher dran am Kolosseum als die übrigen Augsburger, und eine eigene Stadt waren wir bis 1972 auch. Obwohl wir in
den 50er-Jahren mehr mit den Fehden zwischen
der Hofacker- und der Adelheidstraße, FuzzyFilmen für »a Fuchzgerle« und netten Mitschülerinnen beschäftigt waren und Rom noch nie
gesehen hatten, waren wir der festen Überzeugung, dass die italienische Hauptstadt viel schöner und wichtiger sein müsse als beispielsweise
Kriegshaber. Kein Wunder, denn wir bekamen
in dieser Haltung reichlich Unterstützung
durch die ersten Azzurri, die sich mehr und
mehr wieder an Lech und Wertach niederließen
– wie drei Brüder, die in »Husteten« in der Kohlenhandlung Klemm arbeiteten, und zwischen
Anthrazitbrocken und Briketts schnitten sie uns
hier mit allem südländischen Charme und blumigem Parlare die Haare. Und zudem verlief zur
Zeit des Römischen Reiches eine Handelsstraße
von Augsburg über Füssen und Bozen nach
Rom. Es war, und das bekamen wir eben schon
sehr frühzeitig mit, die berühmte Kaiser-Augustus-Straße, auch Via Claudia Augusta genannt.
Nach historischen Erkenntnissen hatten sie die
Römer bereits 47 und 46 v.Chr. geradewegs (bitte
merken!) in Richtung des späteren Augusta Vindelicum angelegt, der Hauptstadt der Provinz
Rätien; 121/122 n.Chr. erhielt sie als Municipium Aelium Augustum durch Kaiser Hadrian das
Stadtrecht und gilt als wohl drittälteste Stadt
Deutschlands hinter Trier und Kempten.
Die Römer bauten Kurven nur
im Circus Maximus
Dies alles zusammengenommen war wie ein
antiker Spickzettel, und was man x-mal vernommen und aufgeschrieben hat, das bleibt einem.
»Rom« oder »Roma« thronte in unseren Köpfen
wie eine Allmacht, die nie aufgehört hatte, eine
solche zu sein. Deshalb muss man sich nicht
wundern, wenn einer wie ich sich ständig
Gedanken darüber macht, wie man dieser
römischen Geschichte in unserer Stadt am
besten gerecht wird, und das nicht erst, seit wir
selbige im wunderbaren Heimatkundebüchlein
»Mein Augsburg« nachlesen konnten. Um gleich
mit dem Dreizack furchtlos in die Diskussionsarena zu stürmen: Ich wünsche mir, dass das
künftige Römische Museum dorthin kommt, wo
es auch hingehört. Nämlich in die Karmelitengasse. Da stand das römische Kastell, und wo
bislang die römischen Artefakte ausgestellt
waren – in der Dominikanerkirche –, stapften
die Söldner (die meisten waren keine richtigen
Soldaten) unter römischer Oberaufsicht aus
dem Lechschlamm nach oben zum Hochplateau. Denn auch wenn die Via Claudia hier in
der Nähe vorbeiführte, ist der Predigerberg eine
Kurve, und die Römer zogen Kurven allenfalls
im Circus Maximus – ansonsten, wie bereits
erwähnt, ging es stets schnurstracks geradeaus.
Es handelt sich nicht um eine Geschmacksfrage
– darüber, so sagten die Römer, ließe sich ohnehin nicht streiten – sondern um eine Frage der
städtebaulichen
Korrektheit.
Apropos
Geschmack: Es ist wie mit den sehr genussvollen
»Römerle«. Diese Roggen-Kümmel-Semmeln hießen einmal »Riemische«, was wohl von
»Römische« abgeleitet wurde, und womöglich
geht der Name letztlich darauf zurück, dass der
Kümmel im alten Rom ein sehr beliebtes Gewürz
war. Übrigens: Bei einem hiesigen Bäcker gibt es
diese Römerle heutzutage immer noch – meistens drei Stück im Angebot. Sehr lecker.
»Römische City-Galerie« war
am Stephingerberg
Wenn es diese Stadt bis heute schon nicht
geschafft hat, eine Partnerstadt aus Italien willkommen zu heißen (eine schier unverzeihliche
Geschichtslücke!), dann wäre es mehr als angebracht, sich wenigstens in der Frage des Museumsstandorts auf dem richtigen Terrain zu
bewegen. Zumal sich heuer die zivile Nutzung
des römischen Militärlagers zum 2000. Male
jährt – in Anbetracht einer derartigen Historie
würde man sich anderswo sämtliche Nektarfinger ablecken. Und justament schwenkt sogar die
hiesige Tagespresse langsam um: Am 20. Januar
2015 erschien in der AZ ein feiner Artikel über
die »römische City-Galerie« – und jene war am
heutigen Stephingerberg! Da schau her! Bitte,
lasst also die (Dominikaner-)Kirche im Dorf.
Denn in eben jener Ecke bei der Justizvollzugs-
Anzeige:
anstalt, die in wenigen Jahren nach Gablingen
umziehen wird, war die rechtwinklige Ansiedlung mit rund 16.000 bis 18.000 Menschen,
befinden sich hierorts im Pfaffengässchen der
Archäologische Garten, dazu die Römermauer
samt Restfundamenten am Dom sowie römische
Inschriftensteine und ein Grabmonument beim
Peutingerhaus. Nicht weit davon entfernt liegt
die wild verwucherte Wiese am Pfannenstiel;
auf diesem »Römerpark-Gelände« standen
damals womöglich kleinere Häuser und Werkstätten. Wer da jetzt meint, überall dahin ließen
sich keine Touristen führen, ist gedanklich vermutlich nie aus Kriegshaber hinausgekommen.
Wir Haunstetter nämlich wussten immer schon:
Alle Wege führen über den Hohen Dom nach
Rom. Und zudem noch in den Goldenen Saal, in
welchem neun römische Kaiser in den Wandfresken prangen, oder in den »Römergarten« im
Botanischen Garten.
Anzeige:
Da hilft es auch nicht, dass sich manche Politiker womöglich auf den fünften Kernsatz im
brillant hinterhältigen Ratgeber »Wie man eine
Wahl gewinnt« des Quintus Tullius Cicero berufen (verfasst 64 n.Chr.), wonach man am besten
»allen alles versprechen solle«. Will heißen: Man
streiche zwar einen Architektenwettbewerb in
Höhe von 250.000 Euro, schütte dann aber lumpige 75.000 Euro in eine Art »Fördertopf«, um
damit weitere (staatliche) Gelder anzulocken,
spreche von einer baulichen Verengung des Predigerbergs und kurve (!) gedanklich hinein in
eine Mini-Tiefgarage (wer spricht da von »Wagenrennen«?), die letztlich gerade mal dem Lehrerkollegium der dortigen Berufsschule und den
Bediensteten des Museums dienen soll, so dieses
denn hier bliebe. Und was nicht sonst noch alles
– bis hin zur Träumerei von großen Sonderausstellungen. Wie formulierte es einst der
römische Geschichtsschreiber Livius: »Tempus
est etiam maiora conari« – »Es ist der richtige
Zeitpunkt, auch Größeres anzugehen«. Am Predigerberg könnte man bestenfalls eine beliebte
Augsburger Einbildung umsetzen: Weltformat!
Im Schuhkarton.
Der FCA gegen den ACF – beim
Jupiter, das wäre was!
Foto:
Hong Wei
SchloSS höchStädt I RItteRSaal
Sa Chen
Klavier
Sonntag, 1. März 2015,
20 Uhr
Meisterkonzert u. a. mit
Werken von Chopin,
Franck und Debussy
Kartenvorverkauf mit
Platzreservierung:
Tel. (08 21) 31 01-292
hoechstaedt@bezirk-schwaben.de
SChlOSS hÖChSTÄDT
herzogin-anna-Str. 52
89420 höchstädt a. d. D.
www.bezirk-schwaben.de
Augustus war leider nie persönlich in »Augsburg«. Fast exakt 1.000 Kilometer vom Tiber an
den Lech sind ja auch nicht gerade der nächste
Weg. Er hatte den Aufbau des Legionslagers seinen beiden Stiefsöhnen Drusus und Tiberius
überlassen. In bronzener Würde thront »der
Erhabene« über dem Rathausplatz – Salve, du
erster Kaiser Roms. Ihm zu Ehren wollte 1985,
zum 2000-jährigen Jubiläum der Gründung,
eine Delegation Augsburger Bürger nach Rom
reisen, um ihm dort an seinem Friedensaltar zu
huldigen. Doch der Sonderzug kam ebenso
wenig zustande wie eine Städtepartnerschaft
mit Padua, obwohl sich die altehrwürdige Universitätsstadt seinerzeit den »schwäbischen Vindelicern« selbst angeboten hätte, wie »gut
informierte Kreise« wissen. Der Schlaf der
Gerechten hatte (wieder einmal) über das engagierte Tun und Denken gesiegt. Apropos Partnerstadt:
Florenz
wäre
eine
solche
gleichermaßen, stolz und edel – dort der Medici
wegen, hier die Fugger und Welser, beides sind
ausgewiesene Städte der Renaissance, da Luther
und dort Savonarola, die heftigsten Kritiker des
Klerus zu ihrer Zeit, und der FCA könnte einmal
jährlich gegen sein spiegelverkehrtes Pendant,
den ACF(iorentina) spielen – beim Jupiter, das
wäre doch ein göttlicher Kracher!
Streite nicht mit Unwissenden, riet
der Philosoph Seneca
Doch seit geraumer Zeit wacht die Stadt scheinbar auf – nicht zuletzt dank vielerlei Bemühungen insbesondere der Regio Augsburg, an
die Geschichte unserer Stadt zu erinnern, die
uns in der Gegenwart allein schon durch die
Bewerbung als UNESCO-Weltkulturerbe-Wasserstadt wieder einholt – unsere Wasserversorgung
geht in ihren Grundzügen auf die Römer
zurück. Und auch deswegen, weil die Debatte
um den richtigen Standort des Römischen
Museums noch längst nicht verstummt ist – da
mag der Stadtrat beschließen, was er will, wenn
er denn überhaupt weiß, was er beschließt.
»Lignam in silvam ferre« – da werden einige
Und nun, 2030 Jahre später? Es gibt und tut sich
gar manches im Hinblick auf Rom. Ein sommerliches Römerfest im Kongress am Park soll es
heuer sogar geben, und für Pedalritter ist ein
gut gemachtes Heftchen »Mit dem Rad die
römische Straße entlang« in der Bürgerinformation am Rathausplatz erhältlich. Wer es als
Zweiradpilger gar bis nach Rom schaffen sollte,
dem sei ein Besuch des Campo Santo Teutonico
empfohlen, des deutschen Friedhofs im Vatikan
– übrigens der einzige »legale« Zugang hinter
die heiligen Mauern. Ein bekannter Augsburger
ist hier, neben manch anderen, mit Frau und
Tochter beerdigt – Prof. Ludwig Curtius, wissenschaftlicher Direktor des Archäologischen Instituts Rom. Fachhochschüler, Computergrafiker
mit großartigen virtuellen Ansichten und richtig gute Modellbauer beschäftigen sich seit Jahren mit den Römern in Augsburg, und sie alle
hätten es verdient, den angemessenen und notwendigen Platz für ihre hervorragenden
Arbeiten zu bekommen.
Ein köstliches Wahrzeichen:
Augsburger Zirbelnusskuchen
Rom. Recht und Reichtum. Ordnung und
Orgien. Macht und Missbrauch. Wer der
Geschichte dieser einstigen Hochkultur, aber
auch der weltbedeutenden Geschichte unserer
Stadt wirklich gerecht werden will, der kann
und darf nicht flickschustern – mehr käme
auch beim besten Willen am Predigerberg nicht
zustande. Große Dinge brauchen Raum, und der
beginnt im Kopf. Deswegen waren wir Haunstetter Kinder ja auch diesbezüglich irgendwie
gesegnet: An schönen Tagen hatten wir freie
Sicht auf die Alpen, über welche die Römer einst
gekommen waren. Das war schon etwas Besonderes, genauso wie ein rösches Römerle. Eines
ist von den dreien noch da – dazu einen erdigen,
sonnengeladenen roten Cesanese aus dem Latium, und zum krönenden Abschluss einen köstlichen original Augsburger Zirbelnusskuchen,
das römische Wahrzeichen Augsburgs – der
»innere Spaziergang« auf den Spuren unserer
Vorfahren kann mit einem »dolce finale« wieder
einmal von vorn beginnen. Was sich genetisch
in Haunstetten festgezurrt hat, bekommt man
halt einfach gesamtstädtisch nicht mehr aus
sich raus: einmal Römer, immer Römer.
* Diese Denkschrift ist über den Autor zu beziehen.
Wolfgang Taubert, Jahrgang 1950, ist Journalist
und Werbefachmann,
Kulturbotschafter im
Bündnis für Augsburg
und Mitglied des Sportbeirats der Stadt Augsburg.
www.a3kultur.de
KABArETT
1. bis 31. März 2015
Die KULTURTERMINE präsentiert Ihnen:
KABARETT IM MäRZ
SO 01.03. KRESSLESMüHLE – El Mago Masin: Rolle rückwärts 18:00
MI 04.03. STADTHALLE GERSTHOFEN – Alfred
Dorfer: Nachhilfe im Fach Selbstreflexion 19:30
DO 05.03. KRESSLESMüHLE – Totales Bamberger
Cabaret: dAPPen wie wir 20:00
FR 06.03. KONGRESS AM PARK – Hagen Rether:
Liebe 19:00 | STADTHALLE GERSTHOFEN – Sebastian Reich & Amanda: Amanda packt aus! 19:30
SA 07.03. KRESSLESMüHLE – Klaus Bäuerle: Drei
SONNTAG 08.03.
18:00
KRESSLESMüHLE – Mit ihrem zweiten
abendfüllenden Programm »Ach Mensch«
legen Simon & Jan eine liebevoll misanthropische Revue vor über das einzige Lebewesen, das wirklich eine Wahl hat, sich
dann aber doch immer wieder zielgerichtet für das Falsche entscheidet. Sie nehmen den Menschen unter die Lupe. Das
Ergebnis: Die Würde des Menschen ist unauffindbar. Und auch in punkto Energieeffizienz ist er nicht mehr tragbar.
www.a3kultur.de
s Stadtsparkasse
Augsburg
Männer braucht die Frau 20:00 | PAARTALHALLE KISSING – Silvano Tuiach: Kabarett Geisterfahrer 20:00
SO 08.03. KRESSLESMüHLE – Simon & Jan: Ach
Mensch 18:00
MI 11.03. PARKTHEATER – Oliver Steller: Von
Goethe bis heute 19:30
DO 12.03. STADTHALLE GERSTHOFEN – Herbert
& Schnipsi: Juchhu, glei schmeißt’s uns wieder!
19:30 | SCHWABENHALLE – Bülent Ceylan:
Haardrock 20:00 | KRESSLESMüHLE – Fastfood
Impro Theater: Best of Impro 20:00 | SINGOLDHALLE BOBINGEN – Marianne Schätzle: Ich bin
durch 20:00 | SPECTRuM – Oropax: Chaos Royal
20:30
FR 13.03. KRESSLESMüHLE – Volker Weininger:
Euer Senf in meinem Leben 20:00
SA 14.03. KRESSLESMüHLE – Martina Ottmann:
Ich weiß von nix 20:00
SO 15.03. THEATER – Haus Martina Schwarzmann: Gscheid gfreid 20:00
MI 18.03. KRESSLESMüHLE – Jens Neutag: Das
Deutschland-Syndrom 20:00
DO 19.03. KRESSLESMüHLE – Nadjah Maleh: Best
of 20:00
FR 20.03. PARKTHEATER – Well: Hans Well und
Wellbappn 19:30 | STADTHALLE GERSTHOFEN
– Simone Solga: Im Auftrag Ihrer Kanzlerin 19:30
| KRESSLESMüHLE – Christopher Köhler: Die
Super-Spitzen-Knaller-Show 20:00
SA 21.03. KRESSLESMüHLE – Christian Springer:
Oben ohne 20:00
SO 22.03. KRESSLESMüHLE – This Maag: Foundue für alle 18:00
DI 24.03. DER RABE – Markus Nagy: Sonnige Zeiten 20:30
DO 26.03. KRESSLESMüHLE – Volker Pispers: Bis
neulich 20:00
FR 27.03. STADTHALLE GERSTHOFEN – Eure Mütter: Nix da Leck mich! Auf geht© s! 19:30 |
KRESSLESMüHLE – Volkmar Staub: Ein Mund
voll Staub ... für eine Handvoll Euro 20:00 |
STADTHALLE NEuSÄSS – TraumFraun: Jetzt
wird akupoinitert 20:00
SA 28.03. Parktheater – Mike Derno: Nacht der
Clowns 19:30 | Kresslesmühle – Streckenbach &
Köhler: Hüften aus Gold 20:00
SO 29.03. DER RABE – Comedy Lounge: Comedy
Kabarett & Mehr 19:30 | PARKTHEATER – Silvano Tuiach: Kabarett Geisterfahrer 19:30 | SPECTRuM – Dave Davis: Afrodisiaka! Lachen ist der
beste Medizinmann 20:00
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Ein nilpferd kommt selten allein
Trotz Fastnachtsstress und Tourstart nahm sich Bauchredner
Sebastian Reich Zeit für ein kurzes Interview mit a3kultur
Herr Reich, Sie präsentieren derzeit mit »Amanda packt
aus!« ein komplett neues Tourprogramm. Wie lange probt
ein Bauchredner, bis alles sitzt? Die Entstehung eines
neuen Programms ist immer ein langer Prozess.
Circa eineinhalb Jahre vergehen, bis die Grundsteine stehen. Angefangen bei den Inhalten, bis
zum Titel und schließlich den Texten. Nach der
Premiere geht die Arbeit dann aber natürlich weiter. Bei jedem Gastspiel kommen spontan Elemente hinzu oder fallen weg. Von daher arbeitet
und probt man ständig an einem laufenden Programm.
Foto: Alexey Testov
Ihre Partnerin Amanda lädt sich ja liebend gerne Gäste
ein, sogenannte »Auspackhilfen«. Auf wen darf sich das
Publikum dieses Mal freuen? Amanda ist im neuen
Programm wieder die Hauptfigur und noch präsenter als je zuvor. Sie möchte der Star sein und
lässt mir wenig Platz, so behauptet sie das zumindest. Wir haben im neuen Programm einen fränkischen Hausmeister, dann eine »Auspackhilfe«,
die in jeder Show neu ist, und einen total »spezifischen« Typen. Mehr verrate ich an dieser Stelle
mal nicht. Auch ein Publikumsliebling aus dem
vergangenen Programm ist wieder dabei: Herr Esel.
Amanda und Sie sind seit einigen Jahren gern gesehene
Gäste bei »Fastnacht in Franken« – ein Pflichttermin auch
für bayerische Politiker. Hand aufs Herz: Mit welcher
Politgröße kann man den meisten Spaß haben? Da muss
ich mal eine Lanze für alle Politiker brechen. Man
meint ja immer, das seien sehr humorlose, trockene Menschen. Aber das kann ich nicht bestätigen. Wir waren zum Beispiel am Weiberdonnerstag
in der Staatskanzlei bei einem närrischen Empfang. Ministerpräsident Horst Seehofer schnappte
sich das Mikrofon und begrüßte »seine Amanda«
mit einigen Späßen. Aber auch in der Live-Sendung
machen die meisten Politiker einen Spaß mit, der
eine mehr, der andere weniger. Das Schlimmste
bleibt für die Politiker sowieso, wenn sie nicht
beachtet werden.
Nutzen Sie Ihre Fähigkeiten als Bauchredner auch manchmal im Alltag? Zweckentfremdet habe ich diese
Kunst noch nie, auch wenn es einen manchmal im
Alltag reizt. Man stelle sich vor, eine kleine Ansage
in einem Fahrstuhl oder im Bus und keiner weiß,
woher die Stimme kommt.
Bauchredner sind in den vergangenen Jahren wieder
häufiger auf Bühnen oder im TV zu sehen. Erlebt diese
Kunst gerade eine Art Renaissance? Es ist tatsächlich
so, dass die Kunst des Bauchredens entstaubt
wurde. Man brachte Bauchredner immer mit Seniorennachmittagen und bunten Abenden aus den
70er Jahren in Verbindung. Das ist aber schon
lange nicht mehr der Fall. Gerade aus Amerika
kam eine große, moderne Welle der Bauchredner
und auch in Deutschland gibt es mittlerweile namhafte Comedians in dem Genre. Ich selbst merke es
vor allen Dingen bei meinen Gastspielen, welch
breites Publikum man mit dieser Kunst ansprechen kann. Gerade Amanda ist eine Figur, die der
ganzen Familie Spaß bereitet. (Die Fragen stellte
Patrick Bellgardt)
Am 6. März um 19:30 Uhr sind Sebastian Reich und Nilpferddame Amanda in der Stadthalle Gersthofen zu Gast.
www.stadthalle-gersthofen.de
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